Vorsicht Sekte
geschrieben von:  . +
Datum: 05. Februar 2013 16:08
Vorsicht Sekte!




 
Im Klammergriff...
geschrieben von:  . +
Datum: 05. Februar 2013 19:33














"Theologist"
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 02. Februar 2012 12:55
„Theologist" alias „hgp" (so auch unter diesem Namen in der Wikipedia vertreten) und das Jahr 1874

Vorgenannten Zeugen Jehovas-Apologet meint in einem seiner Blog-Beiträge sich kritisch (mit namentlich kirchlichen) Beiträgen auseinandersetzen zu sollen, die erwähnen, dass in der Zeugen Jehovas-Publizistik auch das Jahr 1874 eine gewisse Rolle spielte.

http://hgp.blogger.de/stories/1985746/

Nun will ich meinerseits durchaus nicht die Verengung jener Jahreszahl mit dem Begriff „Weltende" das Wort reden.
Man kennt ja die diesbezügliche Apologetik zur Genüge. Auch am Beispiel „1975" belegbar.
Außenstehende sind da vielleicht geneigt damit den Begriff „Weltende" zu koppeln.
Die eigentliche Zeugen Jehovas-Publizistik hingegen redete „nur" von dem Ende einer ominösen „6000jährigen Menschheitsgeschichte".

Zieht man hingegen Aussagen etwa von Konrad Franke, 1968 in Hamburg beispielhaft mit heran, ist feststellbar, der koppelte damit einen „Erwartungshorizont" der durchaus über das hinausging, was die ZJ-Apologeten heutzutage als „nur Ende von 6000 Jahren" verfälschend interpretiert wissen möchten.

Ähnlich lag die Lage schon bei dem jetzt thematisierten Datum 1874.
Theologist lässt in seiner Betrachtung auch außer Acht, dass Russell in seinen eigenen Worten davon berichtete (sinngemäß zitiert)
In einem „staubigen Lokal" einer Adventistengruppe unter Jonas Wendell zuerst jene Thesen gehört zu haben, die ihn beeindruckten.
Man weis wie die Sache weiterging. Zeitweilig machte Russell bei denen mit, aber nicht übermäßig lange. Spätestens nach seinem Bruch mit Barbour betrieb er sein „Geschäft" in eigener Regie weiter.

Aber eben in dieser adventistischen Gruppe schwirrte schon das Datum 1874 umher.
In dem WTG-Buch „Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" (S. 15) kann man beispielsweise nachlesen, dass Russell jene Gruppe dergestalt kritisiert, in ihr herrschte die Erwartung „1874 würde die Welt verbrannt".
Russell setzte in der Tat zunehmend eigene Akzente namentlich durch seine eigene Orientierung auf 1914.

Dieser Umstand ändert aber nichts daran, dass auch in der weiteren WTG-Geschichte, durchaus das Jahr 1874 weiter in ihrem „Terminkalender" mit eingebaut war.

"Als Beginn der zweiten Gegenwart unseres Herrn"
Als Beginn „einer vierzigjährigen Erntezeit".

Er verwarf jenes adventistische Datum nicht grundsätzlich, sondern interpretierte es lediglich anders.
Russell fand auch lobende Worte über William Miller, der bereits 1843/44 das geschehen wissen wollte, was besagte "Second Adventists" dann erst mal auf 1874 weiter verschoben.
"Millers Traum" so von Russell titutliert, ist in Band 7 der "Schriftstudien" nachlesbar.
Etwa Seite
437
Und
438 (Ausgabe 1925)

Worüber allenfalls zu streiten wäre, welchem Erwartungshorizont der spätere WTG mit dem Jahre 1874 verband.

Ein Beleg dafür ist auch der im vorigen Posting mit genannte „Wachtturm"-Auszug aus dem Jahre 1924 (dort in Faksimilie nachlesbar, der verdeutlich, wie das Jahr 1874 noch im Jahre 1924 WTG-seitig interpretiert wurde.

http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,120551,122755#msg-122755
02. Februar 2012 04:08

Insoweit ist die Apologetik des „Theologist" wieder mal „gewogen und für zu leicht befunden"!
Malawi
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 04. Februar 2012 10:08
In einem zweiteiligen Beitrag (?) von dem derzeit aber nur der erste auf seiner Blogseite publiziert ist (zumindest zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen), hat sich besagter „Theologist" offenbar das Ziel gestellt, die Zeugen Jehovas bezüglichen Vorgänge in Malawi „aufzuarbeiten". Die Tendenz geht nicht unerwartet bei ihm ins „Weinerliche".
Er wähnt sich schon mal dergestalt siegesgewiss, als Malawi unter dem Banda-Regime unfraglich den Diktaturen zuzuordnen ist (weit entfernt von westlichen Freiheitsprämissen). Ging jenes Regime gar so weit Morde diesbezüglich zu verantworten haben, ist es in der Tat mit Nazideutschland und Ostdeutschland (vor 1990) auf eine Stufe zu stellen.

Da schon jetzt die deutschen Diktaturen genannt wurden, darf auch daran erinnert werden, dass namentlich die Rutherford'sche Obrigkeitslehre von 1929 (erst 1962/63 revidiert) mit zur Verschärfung WTG-seitig beitrug.
Einen Hinweis auf diesen WTG-Anteil indes findet man, so nicht bei Theologist.
Dafür findet man bei ihm solche Nebelvorhänge etwa dergestalt „Kritiker würden sagen die WTG habe aus rassistischen Gründen" so agiert wie es der Fall war.
Das wäre dann schon mal eine pauschale Verleumdung seitens Theologist der Kritikerszene.
Ich konnte bei ihm auch keinen Beleg vorfinden, welcher WTG-Kritiker das in dieser zugespitzten Form formuliert haben soll.
Theologist spart also nicht an Unterstellungen auch von seiner Seite.

Um beim Beispiel des unterstellten Rassismus zu verbleiben.
Von Rutherford, lassen sich sehr wohl (etwa von Rogerson aus der Englischsprachigen Literatur zitiert. Allerdings ohne das diese Passagen auch vom deutschen „Wachtturm" mit übernommen wurden, ins rassistische gehende Zitate nachweisen.)
Auch in den USA praktizierte die WTG Rassentrennung in ihren Versammlungen, als Anpassung an den dortigen Zeitgeist. Einen dagegen etwa kämpfenden Martin Luther King, unterstützte die WTG in den USA, auch nicht. Sie fiel ihm eher - publizistisch - in den Rücken.

Zum Thema Rassismus gehört auch, die Kippung des vorhergehenden Philosemitismus der WTG, durch Rutherford, bezogen auf die 1930 und 1940er Jahre, was sogar KZ-Kommandant zu der beobachtenden Feststellung veranlasste. Die Bibelforscher würden wähnen, die Juden hätten zu Recht zu leiden.
Dem aber lag religiöser Antisemitismus zugrunde. Keineswegs etwa rassistischer, der die Nazis als vermeintliches (selbsternanntes) Herrenvolk bei ihrem Handeln motivierte. Man hat also im Falle Antisemitismus schon genau hinzusehen aus welcher Motivation der jeweils gespeist ist. Und die Motivation der Bibelforscher/Zeugen Jehovas der 1930/40 Jahre, war unfraglich nicht pauschal mit der der Nazis „identisch".

Irene Harand schrieb im Jahre 1935 ein in Österreich erschienenes Buch: „Sein Kampf". Das kannte ich bereits früher aus Bibliotheksstudien. Erfreut habe ich es dieser Tage zur Kenntnis genommen. Das ist jetzt sogar als Volltext im Internet greifbar (wenn auch nicht auf der Google-Buchseite).
Und in diesem Buch erwähnt Frau Harand auch, sie habe an Goebbels in Genf (Schweiz) die Frage gestellt (als der dort zu Besuch war), weshalb das Naziregime so gegen die Juden eingestellt sei. Als Antwort bekam sie von Göbbels lediglich die Phrase zu hören: „Weil sie keine Arier sind".
Also nicht individuell begründetes Fehlverhalten motivierte die Nazis, sondern eine abstrakte Rassentheorie „keine Arier" als dessen unausgesprochene Konsequenz sich dann ergab, besagte „Arier" seien zum „Herrenvolk" berufen, und die nicht zu ihnen gehörenden, eben zum Gegenteil.
Diese Variante des Antisemitismus vertraten die Bibelforscher nicht, was ausdrücklich festzustellen wäre.

Indes auch das gab es; etwa im Bereich der evangelischer Kirche, wofür der Name eines Herrn Grundmann im besonderen steht.
Ein aus eigenen kirchlichen Mitteln (nicht etwa staatlichen) finanziertes kirchliches Antisemitismus-Institut. Grundmann und die Seinen „ergänzten" da quasi den rassistischen Antisemitismus noch um eine theologische Komponente. Etwa dergestalt, Jesus könnte „vielleicht auch ein Arier" gewesen sein.
Beide Nazi-Antisemitismus, und kirchlicher Antisemitismus a la Grundmann setzten andere Akzente.
Letztenendlich wird man da an den Spruch, vom getrennt marschieren - aber gemeinsam schlagen, erinnert.
Analog wären in übertragenem Sinne, auch ähnliche Feststellungen im Falle der Zeugen Jehovas zu treffen.

Zurückkehrend zu Malawi.
Das war erst mal eine britische Kolonie (Nyassaland). Nun sagten aber die Briten nicht „freiwillig" von sich aus: Kolonialismus sei nicht mehr zeitgemäß, sondern sie wurden dazu gezwungen.
Jene Kräfte die das im Malawi dann umbenannten Land bewirkten, waren eben jene Kräfte der Malawi Congress Party.
Zu denen indes fanden die Zeugen Jehovas wieder mal, kein „positives" Verhältnis.
Damit staute sich dann bei der Malawi Congress Party eine Hasssitution auf, die zu den bekannten Exzessen letztendlich führte.

Auch Nazideutschland und Ostdeutschland, kletterten bereits etwa in der Frage Wahlverweigerung und Hitlergruss, auf die allerhöchsten Wutpalmen.
Ihre Wut ist damit nicht entschuldigt, aber immerhin transparent gemacht.
Und auch die Malawi Congress Party pflegte analaoge Akklamationskundgebungen einzufordern, die sie nicht erfüllt bekam, und letztendlich drehte sich die Eskalationsschraube ins Unermessliche.

Ich habe keine Diktatur (auch nicht die in Malawi) zu „verteidigen". Ich halte es da eher mit der Erkenntnis von Alan Rogerson, wirklich freiheitliche Rahmenbedingungen, können für die WTG weit gefährlicher sein, als diktatorische. Letztere bewirken vor allem eines. Die Solidarisierung der Unterdrückten.

Indes diese notwendigen Differenzierungen in dem Beitrag von „Theologist" auch vorzufinden; ist wieder mal (nicht unerwartet) Fehlanzeige.

Zum Weiterlesen unter anderem auch:

afrikanisches.pdf

Malawi
Re: "Theologist"
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 24. März 2012 08:24

Drahbeck
„Theologist" alias „hgp" (so auch unter diesem Namen in der Wikipedia vertreten) und das Jahr 1874

Vorgenannten Zeugen Jehovas-Apologet meint in einem seiner Blog-Beiträge sich kritisch (mit namentlich kirchlichen) Beiträgen auseinandersetzen zu sollen, die erwähnen, dass in der Zeugen Jehovas-Publizistik auch das Jahr 1874 eine gewisse Rolle spielte. ...
Insoweit ist die Apologetik des „Theologist" wieder mal „gewogen und für zu leicht befunden"!

Bemerkenswert (als Dokument der Selbstcharakterisierung) auch noch der Passus in der "Wachtturm"-Ausgabe vom März 1914:

Besagtem "Theologist" dürfte es ja wohl nicht unbekannt sein, dass man jene frühen "Wachtturm"-Ausgaben auch Online lesen kann.
Indem er offenbar keinen Gebrauch davon macht, entpuppt er sich wieder mal (wie etliche andere seiner "Sorte").
als Blinder der über Farben referiert!

Mexiko
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 24. April 2012 03:46
Mexiko - der Nachbarstaat der USA - sei doch nur eine „geschminkte Dikatur". Die dortigen politisch relevante Partei sei ja schon länger am Ruder als etwa die KPdSU, welche letzteres nicht mehr so sei. Und überhaupt sei sie in ihrer Religionspolitik der verblichenen Sowjetunion, oder dem Spanien vor Franco zum verwechseln ähnlich.

Besagte mexikanische Religionspolitik ermöglichte aber immerhin den Zeugen Jehovas dort, im Jahre 2011 einen Verkündigerstand von rund 740.000 auszuweisen. Wobei man dann auch etwa die Ausgangszahl dort, etwa im Jahre 1939 von 309 ausgewiesenen Verkündigern, mit im Blick haben sollte.
Ergo kann es dort den Zeugen Jehovas wohl so schlecht nicht ergangen sein.

Weil nun das mexikanische Regime - als relative Ausnahme von heutiger Regel - auch einige Antiklerikale Elemente praktiziert, die man in anderen westlich orientierten Ländern weniger bis nicht vorfindet, seien halt ein paar taktische Anpassungen vonnöten gewesen. Andernorts als „theokratische Kriegslist" tituliert.

In seiner Verteidigung jener spezifisch mexikanischen Variante jener „theokratischen Kriegslist", erinnert mich ein ZJ-Apologet, welcher jetzt das Beispiel Mexiko bemüht, verdächtig an jene Sorte ZJ-Apologeten, welche etwa im Falle Ostdeutschland, und der dort auch praktizierten „theokratischen Kriegslist", darauf verweisen, der „Wachtturm" habe ja berichtet, eine in Bedrängnis geratene Zeugin Jehovas in Ostdeutschland, habe, um ihre Verfolger abzuschütteln, einfach in einem Hausflur ihre Bluse gewechselt. So haben sie ihre Verfolger danach nicht mehr wieder erkannt.

Abgesehen, dass jene WT-Story keine Reflektionen darüber enthält, dass die betreffende dann wohl schon eine Ersatzbluse, im Vorfeld ihrer Predigttour mit eingepackt haben müsste, offenbart letzteres durchaus eine gewisse Logistik. Und jene Logistik ist dann keineswegs mit mit dem verharmlosenden Blusentausch identisch. Dafür um so mehr mit solchen WTG-Doktrinen wie etwa der:

Feinden dürfe die tatsächliche Wahrheit verheimlicht werden.
Feinden können und sollen „an der Nase herumgeführt werden".

Nun kann man Mexiko insoweit nicht mit Ostdeutschland vergleichen, was schon mal die genannten Zahlengrößen verdeutlichen.
Ging es für die WTG in Mexiko zahlenmäßig vorwärts, kann man in Ostdeutschland allenfalls von einer Bestandswahrung sprechen (auch nach 1989) jedoch kaum von realen Zuwächsen.

Nun ist hierzulande wohl weniger Mexiko im Blick, allein schon aus geographischen Gründen. Anders mag sich die Sachlage für einen in den USA beheimateten Autor darstellen. Einmal weil es sein Nachbarland ist, zum, anderen weil er auch wissen kann, dass selbst die USA die „Berliner Mauer" auf ihrem Territorium nachbauten, in der Form eines gigantischen Grenzwalles zwischen den USA und Mexiko.
Ursächlich dabei auch das Bestreben der USA, mexikanische Wirtschaftsflüchtlinge den Eintritt in ihr Land, so schwer wie möglich zu machen. Dazu ist dann halt noch ein Mauerbau im Stil der Berliner Mauer, den USA nur recht und billig.

Man sieht die Sarrazins und Co, können noch einiges von den USA lernen. Eben den Neuaufbau einer „Berliner Mauer". Dann aber nicht mehr als Grenze zwischen geographischen Ost und Westdeutschland.
Jene neue „Sarrrazin-Mauer" müsste dann das gesamte Territorium der Bundesrepublik Deutschland hermetisch abriegeln. Falls technische Einzelheiten noch zu klären wären, der gleichfalls Mauerstaat Israel, könnte da sicherlich weiterhelfen. Eine Anfrage nach Zypern, die dortige Mauer betreffend dito.

Es wird wohl keinen Konsens mit den vorbeschriebenen WTG-Apologeten geben. Das war schon klar, bevor auch nur der erste Buchstabe dieser Replik in die Tastatur getippt wurde.
Für ihn ist die theokratische Kriegslist heilig. Für WTG-Kritiker indes halt nicht mehr. Da ein Raymond Franz mit in den USA wohnte, braucht man sich eben nicht darüber zu wundern, dass er auch das Thema Mexiko - aus seiner Sicht - thematisierte.
Aus deutscher Sicht mag man es eher vorziehen anderes zu thematisieren, wobei ein „was wäre wenn", sicherlich nicht sonderlich weiterführend ist.

Stellen wir also fest. Es gibt in Sachen Mexiko unterschiedliche Meinungen.
Nur eines habe ich dann in der Mexiko-Replik des ZJ-Apologeten vermisst. Eine Auch-Referierung wie sich die WTG zu früheren Zeiten in Sachen Mexiko verlautbart hat.
Da war die WTG relativ angetan von der antiklerikalem mexikanischen Politik, dieweil selbige (auch) die katholische Kirche traf. Da galt auch für die WTG der Grundsatz, dass die Feinde der eigenen Feinde, partiell auch mal zu Bündnispartnern mutieren können, womit man letztendlich auf das prinzipielle Wesen der Skrupellosigkeit der WTG zurückgekommen wäre. Allerdings unter vielleicht einem anderen Blickwinkel, als wie ein Raymond Franz ihn gehabt haben mag.

Siehe auch
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,105881,108383#msg-108383
27. Juli 2011 03:16
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,106955,115751#msg-115751
13. November 2011 04:06

Und zu der WTG-Verlautbarung Mexiko betreffend („Goldenes Zeitalter" vom 15. 3. 1927)
auch:
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,121993,126980#msg-126980
19. März 2012 01:52
Nicht unbedingt „taufrisch"
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 04. November 2012 12:34
Reichlich spät, datiert vom 5. 10. 2012, fühlt sich in einem Blog-Beitrag jemand aus dem Umfeld der Zeugen Jehovas dazu berufen, seine Reflektionen unter der Überschrift „Stephan Wolf und Barbara Kohout" zum „besten" zu geben.
Warum ausgerechnet auch Stephan Wolf, mag da unsereins erst mal rückfragen.
Selbiger sei mal im Fernsehen zu sehen gewesen, weis unser die Weisheit mit Löffel gegessen habende, zur Begründung mit anzuführen.
Sicherlich hat er damit noch nichts falsches gesagt. In der Tat war Herr Wolf mit Gast in einer Talksendung von Frau Maischberger. Nur, diese Sendung liegt mittlerweile einige Jahre zurück. Und im Internet, etwa auf Youtube ist sie nach meinem Eindruck, auch nicht mehr erreichbar.
Wird also eine Fernsehsendung, und ein in ihr mit vertretener Talkgast namentlich attackiert, dann darf man doch zumindest anmerken, der Hinweis auf jene Fernsehsendung aus dem Jahre 2006 - erst - im Jahre 2012, von jenem „Weisen aus dem Zeugenland", wirkt nicht unbedingt „taufrisch".
Einige Reflektionen über die damalige Sendung kann man allerdings noch heute vorfinden, etwa im
Forumsarchiv A148

Was der „Weise aus dem Zeugenland" denn an Wolf so zu kritisieren gedenkt, fasst er in den Worten zusammen:

„Seine Ansicht ist zusammengefasst: Jehovas Zeugen sind eine Sekte, wie viele andere (z.B. Mormonen und Neuapostolen). Ihre Struktur gleicht denen einer Diktatur, in dem das Individuum nichts zählt. Diejenigen, die die Ortsgemeinden koordinieren, sog. Älteste, hätten i.d.R. einen niedrigen Bildungsgrad und würden sich selbst nicht an die Erfordernisse halten, die Jehovas Zeugen an Älteste stellen würde. Die Gottesdienste würden aus immer wiederkehrenden Aufrufen zu mehr Eifer im Predigen bestehen."

Es tut mir leid, mein Eindruck ist weiterhin der, besagter „Weiser" hat diese Vorhalte keinesfalls widerlegt. Zumindest nicht in überzeugender Form.
Unter Hinweis auf die Zeit des Naziregimes wähnt er für sich dann einen Persilschein daraus ableiten zu können.
Aber auch dabei kann man einiges anders sehen.
Zum Beispiel den kollektiven Schwenk marsch in der Bundesrepublik Deutschland in der Wehrersatzdienstfrage: wie sich herausstellte, die vorher geübte Praxis auch Zivil-Ersatzdienst, etwa in Krankenhäusern nicht zu leisten, könne sich hindern auf die eigenen KdöR-Ambitionen auswirken.
Ein Federstrich von Brooklyn dann im Jahre 1996, und siehe da, das Problem war auf „wundersame" Weise verschwunden.
Vieles im Leben ist von Zeit und Umständen abhängig. Nicht nur die Adventisten, oder auch die Mennoniten, knickten bereits im ersten Weltkrieg in der Wehrdienstfrage schmählichst ein, dieweil ihre Funktionärsschicht was zu verlieren hatte.
Damit war die vorher nachweisbare Tendenz bei beiden genannten Gruppen dann zu den Akten gelegt.
Dann müsste man auch noch über die Auswirkungen der 1929er Obrigkeitslehre von Rutherford reflektieren und noch einiges mehr.
Sicherlich ist auch die generelle Verbotssituation im Naziregime, mit als motivierend anzusehen, und das es zu jener Zeit eben noch keine Brooklyner Federstrich-Entscheidung im Stile von 1996 gab.
Siehe auch die Linksammlung

Wehrdienst
Wie immer man auch votiert dabei, auch hierbei gilt: Nichts ist so alt wie der Ruhm von gestern.

In einem Post Skriptum zu seinen Vorhalten an die Adresse von Herrn Wolf, fügt der „Weise aus dem Zeugenland" dann noch - erheblich kürzer ausfallend - solche auch an die Adresse von Barbara Kohout an, die gleichfalls alles andere als „überzeugend" wirken.
Einer seiner essentiellen Vokabeln, die er sicherlich persönlich befolgt lautet dann

„einer Organisation anzugehören."

Einer Organisation angehören taten sicherlich auch die, die da dem Grundsatz folgten
„Führer befiehl - wir folgen dir.mp3"

Weitab von dieser Geisteshaltung ist der „Weise aus dem Zeugenland" sicherlich nicht.

wortederwahrheit.blogspot.de/

Sturm im Wasserglas
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 07. Dezember 2012 06:47
Der „Wachtturm" vom 15. 12. 2003 hatte einige dazu veranlasst, ihren kommentierenden „Senf" dazu zu geben.
Stellvertretend sei nur auf diesen Link hingewiesen:

„http://www.bechhaus.de/forum/messages/688/409.html?1079538953

Es lassen sich aber mit Sicherheit, noch weitere ähnlich „gestrickte" Links (auch Print-Publikationen) dazu nennen.
Vorgenannter Link wird deshalb besonders aus dem „Meer der Wortmeldungen" hervorgehoben, dieweil der dort postende User, die relevanten Aspekte in seinem Votum durchaus „gut" herausgearbeitet hat, wenn er denn schreibt:

„Wie mir aus den Versammlungen berichtet wird diskutieren und rechnen Jehovas Zeugen eifrig über diese im Wachtturm erwähnte ERSTE PARALLELE:
2490 v.u.Z + 120 = 2370 v.u.Z.
1914 + 120 = 2034 (Man bedenke: 90 Jahre sind schon vergangen!!!)
Das Ende ist also wieder mal nahe!"

Nun einen Gedankensprung machend.
In dem berühmt-berüchtigten Vortrag des Herrn Konrad Franke 1968 in Hamburg (und Franke war zu der Zeit nicht irgendwer, sondern stand an herausgehobener Stelle bei den Zeugen Jehovas in Deutschland), gibt es auch den Passus, indem er zitiert, wie er selbst aus Zeugenkreisen zu diesem Thema angesprochen wurde

„Ach, weißt du, Bruder Franke, ich weiß nicht, ob man das so deutlich sagen kann, wie Du das sagst. Denn stell dir mal vor, die alte Schwester sowieso, die geht jetzt von Haus zu Haus, und die wird das nicht so ausdrücken, wie du das sagst, und die wird nun sagen 75, 75, 75 und 75! Und was das unter Umständen für die Organisation für eine Schmach bringen könnte!
Ach so, sagte ich, Du traust Dich also nicht, neben diese einfache Schwester zu stellen. Du glaubst, du würdest das viel intelligenter machen? Du sagst besser: ich warte mal, die haben sich schon einmal blamiert.
Und da habe ich ihm gesagt. Weißt du, wenn es ums Blamieren geht, dann blamiere ich mich mit der Organisation! Ich will nicht allein, abseits, stehen!
Aber es ist interessant, wie wohl wir in den letzten Monaten, besonders seit den Bezirksversammlungen, sehr viel darauf hingewiesen haben, gibt es noch eine ganze Reihe unter uns, die diesbezüglich doch noch Vorbehalte haben! ..."

Franke

Schloß Franke sich jenen, die nach seinen Worten Vorbehalte haben an? Das wird man in Gesamtbewertung jenes Vortrages kaum sagen können.
Dafür steht stellvertretend auch seine Aussage:

„Wie kommt es eigentlich, daß wir dann diesbezüglich Zweifel hegen? Trauen wir dem Sklaven nicht mehr? Oder was ist es, wenn wir plötzlich andere Überlegungen anstellen? Vielleicht sind wir gar nicht so sehr mit dem Königreich verbunden? Vielleicht beten wir gar nicht so inbrünstig, daß es kommen möge? Vielleicht möchten wir doch noch ein bißchen länger Zeit mit dieser alten Welt haben? Sonst würden uns freuen, und würden jeden Gedanken, den die Organisation hier äußert, studieren, und würden uns selber fragen, wie wir uns am besten in diese ganzen Dinge einordnen"

(und andere ähnlich gestrickte Aussagen) von ihm.
Nun sind diejenigen, die da Franke angriff, keineswegs „ausgestorben". Die Zahl der „Wegerklärer" bei den Zeugen ist wahrlich nicht klein. Ihr Motto gemäss dem Wettrennen zwischen Hase und Igel, man sei schon „lange da".

Einer dieser Typen „Wegerklärer", welcher sich den von Franke zitierten Vorhalt, auch als an seine Adresse gerichtet, ins „Stammbuch" schreiben darf, hört sicherlich im Internet auch auf den Namen Blogbetreiber „Theologist".
Diesen fiesen Typen, die da nicht gelten lassen wollen, was tatsächlich geschehen, ist mit einer „Endzeitkollektion-Zitatensammlung" zu antworten, die sein Verfasser betiteltete: Wegen der Tendenz des kollektiven Vergessens...

Parsimony.18902

Besagter „Theologist" fühlt sich nun im Jahre 2012 bemüßigt jene sich am genannten WT aus dem Jahre 2003 entzündet habende Diskussion aufzugreifen, um an ihr seine Wegerklärungskünste zu demonstrieren.

http://hgp.blogger.de/stories/2171365/

In seiner Apologetik hat er dann unter anderem einen Kommentar zum Thema aus der Print-Zeitschrift „Materialdienst" mit eingebaut, und bedauert, dass besagte EZW diesen nicht als Volltext Online stellt.
Nun dürfte es keine neue Feststellung sein, mit dem Volltext Online stellen tun sich noch ein paar mehr, schwer, sehr schwer. Nicht blos besagte EZW.
Die Polemik des „Theologist" war nun für mich Anlass (als Abonnement auch jener Zeitschrift) mir den in Rede stehenden Artikel aus Heft 3/2004 mal etwas näher anzusehen.
Selbiger war betitelt: "Wachsamkeit - immer dringlicher" Neues Endzeitdatum der Zeugen Jehovas?"

Man beachte in dieser Überschrift schon das mit angefügte ?
Es wird also keineswegs eine vollmundige Unterstellung vorgenommen, sondern lediglich eine Kommentierung des fraglichen WT-Artikels mit der Überschrift:

„Wachsamkeit — Immer dringlicher".

Dessen Diktion indes liegt auf einer Linie zu der auch der vorzitierte Herr Franke sicherlich Beifall geklatscht hätte.
Was nun die Hauptsubstanz 1914 plus 120 anbelangt, siehe auch das eingangs genannte Posting aus dem Bechhaus-Forum.
Der Kommentator im „Materialdienst" überschreitet die auch in anderen einschlägigen Kommentaren enthaltene Linie nicht.
Er sagt auch keineswegs expressis verbis, nun sei „offiziell" ein „1975-Nachfolgedatum" verkündet worden.
Im Gegenteil räumt auch er ein:

„Die folgenden Zeilen sind zunächst nur für ZJ verwertbar, und nur Z) werden den Sinn und die Absicht des Geschriebenen erfassen."

Und dann zitiert er aus dem WT des Jahres 2003.
Weiter in seinem Kommentar:

„Der Wachturm" betont, dass nun schon 90 Jahre seit 1914 vergangen sind, und „die Zeit drängt". Also vielleicht doch „nur noch" 30 Jahre bis Harmagedon? Diese Rechnung wird in vielen Köpfen nun aufgemacht werden. Ob sie zugunsten der ZJ-Oberen ausgeht, steht auf einem anderen Blatt."

Weiter dann noch die Schlusssätze aus jenem Kommentar:

„Inwieweit ein neues Datum für den Beginn des „irdischen Paradieses" bzw. für die „Schlacht von Harmagedon" offiziell deutlichere Konturen annehmen wird, werden die kommenden Bezirkskongresse in den nächsten Monaten zeigen. Bei solchen Kongressen kann manches verbal getestet werden, was erst Monate später als „neues Licht von Jehova" im „Wachtturm" erscheinen soll. Spüren die ZJ-Führer, dass sich ihre ZJ dadurch motivieren lassen, wird nachgelegt werden (müssen). Bleibt eine Euphorie aus, ist auf jeden Fall 1914 gerettet. Vorerst."

Also eine vollmundige Unterstellung, die WTG hätte „2034 gesagt", liegt nicht vor.
Es wird lediglich darauf hingewiesen:
Wieder mal eine „Möhre" die dem Endzeit-Esel der Zeugen Jehovas vor die Nase gehalten wird, die er jedoch nie tatsächlich bekommen wird!

Ein dubioser Gästebuch-Eintrag
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 28. Mai 2012 14:12
offenbar aus Zeugen Jehovas-Kreisen, ist jetzt zu vermelden.
Zynisch könnte man zu ihm kommentieren. Lesen können, diese Kunst ist wohl nicht jedem gegeben.
Wie auch immer. Der/diejenige verbreitete sich mit der Meinung:

Ich bin gerade über die Suchfunktion auf eine Seite gekommen, auf der zu lesen ist: 1944 "STUR" Wehrdienst und Beamteneid abgelehnt. Bravo Manfred Gebhardt! Es ging ja 1944 für die die das nicht taten auch prima aus.

Dazu der Gästebuch-Kommentar:

Zum einen wäre es zweckmäßig, wenn sie denn die zu bemängelnde Aussage ergänzen würden mit der URL wo sie denn so enthalten sein soll.
Zum anderen kann ich daher meinerseits nur vermuten, sie beziehen sich auf die Datei:

http://www.manfred-gebhard.de/19442Denkschrift.htm
Indes schon die einleitenden Sätze dieser Datei machen deutlich

„Vom Stab Heinrich Himmlers, wurde am 14. 8. 1944 eine weitere Denkschrift über die Bibelforscher (Zeugen Jehovas) erarbeitet. Bedingt durch die kriegspolitische Lage, befand sich der Stab Himmlers zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Berlin. Die Denkschrift vom 14. 8. 1944, sei hier mal nachstehend in den wesentlichen Passagen dokumentiert:
„Schlesiersee, den 14. 8. 1944. ..."

Ergo wird in Chronistenform darüber berichtet was jener Stab Himmlers im Jahre 1944 niederschrieb".
Diese Chronistenform ist indes nicht identisch mit der eigenen Meinung zum Thema. Und das wird in jener Datei auch nicht behauptet. Sollte ihre vagen Andeutungen indes im Sinne einer Unterstellung zu deuten sein, als wäre dies die eigene Meinung, dann ist diese Unterstellung mit Entschiedenheit, als Brunnenvergiftend zurückzuweisen.
Der Kontext des eigentlichen Zitates macht das auch deutlich.
Wörtlich lautet dieses Zitat:

„Besonders wichtig für das nationalsozialistische Reich ist die anarchistische Einstellung der Bibelforscher, die aus der orthodoxen Bibelauslegung herzuleiten ist. Diese Einstellung zur Wehrpflicht, ebenso zur Ableistung des Beamteneides wird von allen Angehörigen der IBV stur festgehalten."

Also war das die zeitgenössische Meinung der Nazis. Und diese zeitgenössische Meinung der Nazis anzuzweifeln, besteht kein sachlicher Grund.

Wikipedia
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 15. Juni 2012 18:52
Vorbemerkung. Nachstehende Angaben beziehen sie auf den Zeitpunkt des absenden dieses Postings. Spätere Veränderungen in der Wikipedia, die von den dort agierenden zu verantworten sind, wären also nicht ausgeschlossen.

Da hat jetzt wieder mal einer von der Wkipedia im Bereich des Zeugen Jehovas-Artikels dort, wieder mal seine unendliche Schlauheit unter Beweis gestellt.
Das jener Artikel weitgehend fest in der Lobbyisten-Hand der Zeugen ist, dürfte schon vordem bekannt sein.
Aber einer der dort ganz Schlauen, hat nun doch noch einen Makel aus seiner Sicht entdeckt und auch postwendend korrigiert.
Da gibt es also im Zeugen Jehovas-Artikel auch diesen dortigen Unterlink

http://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Deutsche_Demokratische_Republik

Und wenn man diesen Artikelteil weiter herunterscrollt, dann ist es mal empfehlenswert die Fußnoten, besonders die mit der Nummer 53 mal etwas näher zu besichtigen.
Die hat zur Zeit die Formulierung:

Deutschland (Demokratische Republik). Oberstes Gericht: Annotationen zu den Zeugen Jehovas - Aus der Urteilsbegründung im Zeugen Jehovas-Prozess (1950). In: Entscheidungen des obersten Gerichts der Deutschen Demokratischen Republik in Strafsachen. 1, deutscher zentralverlag, Berlin 1951 (Urteil des Obersten Gerichts der DDR vom 4. Oktober 1950, Aktenzeichen 1 Zst. (I) 3/50)).

Und innerhalb jenes Fußnotentextes gibt es eine weitere Verlinkung

(Urteil des Obersten Gerichts der DDR vom 4. Oktober 1950, Aktenzeichen 1 Zst. (I) 3/50)).

Derzeit auf einen Wikipedia-Artikel über besagtes Oberstes Gericht der DDR.
Jener Artikel teilt zwar einiges über jenes Gericht mit, indes eine Zeugen Jehovas-spezifische Aussage ist in ihm nicht enthalten, sieht man von der Angabe des banalen Aktenzeichens mal ab.

Das war indes nicht immer so. Das wurde offenbar erst in jüngster Zeit verändert.
Nun gibt es in der Wkipedia auch einen Diskussions-Link. Und dort äußert sich jener die Veränderung vorgenommen habende auch zu seinem agieren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Zeugen_Jehovas
Da belehrt er also:

"Da mir die Webseite aus der Quelle:
OGSt 1, 33–44 = NJ 1950, 452–456 (Urteil des Obersten Gerichts der DDR vom 4. Oktober 1950, Aktenzeichen 1 Zst. (I) 3/50)
nicht gerade Wissenschaftlich vorkommt, habe ich nun die Quellangabe auf die dort erwähnte ersten Quelle
Deutschland (Demokratische Republik). Oberstes Gericht.: ... Aus der Urteilsbegründung im Zeugen Jehovas-Prozess (1950). In: Entscheidungen des obersten Gerichts der Deutschen Demokratischen Republik in Strafsachen. 1, Deutscher zentralverlag, Berlin 1951 (Urteil des Obersten Gerichts der DDR vom 4. Oktober 1950, Aktenzeichen 1 Zst. (I) 3/50)).
umgestellt. Es geht ja nur um den Prozess und nicht um irgendwelchen Analysen die es auf der Webseite hätte geben können."

Vereinfachen wir mal diese etwas geschraubte Redeweise.
Der Veränderer hat einfach einen ihm nicht genehmen Link, der vordem dort vorfindlich war gelöscht.
Und zwar den:
http://www.manfred-gebhard.de/Oberstes.htm.

Dort kann man nämlich jenen Urteilstext nachlesen.
Dafür eben ersatzweise dann einen eher allgemein gehaltenen Link über das Oberste Gericht der DDR eingefügt.

Das ihm die vordem genannte Webseite nicht behagt, kann sogar ich selber nachvollziehen.
Ich will mit dem Betreffenden auch nicht über seine Meinungsäußerung weiter streiten, dass ihm diese Webseite
"nicht gerade Wissenschaftlich vorkommt".
Das sind halt hinzunehmende Meinungsäußerungen, wobei ich persönlich - nicht unerwartet - allerdings eine andere Meinung habe.
Sei's darum. Das sagen haben in der Wikipedia andere. Und meine Zeit ist mir zu schade, mich da in unfruchtbare Diskussionen mit einigen Unterbelichteten dort zu verlieren.
Ob nun jene dort nicht geliebte Webseite da zitiert wird oder nicht, ist in der Tat deren Angelegenheit.

In der Substanz indes ist festzustellen, ein vorher per Verlinkung erreichbarer Urteilstext, ist nun "gekonnt" verschwunden, durch einige eher Allgemeinplätze über jenes fragliche Gericht

Ammenmärchen
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 23. Juni 2012 10:11
Wieder mal dichtet ein Ammenmärcher-Erzähler, dem die vorangegangenen Ammenmärchen offenbar nicht ausreichen, seinerseits was dazu.
Zum Beispiel auf dieser Seite zu bobachten
http://jagahost.proboards.com/index.cgi?board=hobby&action=display&thread=13259&page=1

Gebhard later expressly disassociated himself from Guenther Pape's manuscript and its "exaggerations and falsifications" "and called it a mistake that he had agreed to the use of his name without knowing the results."
Dr. Gabriele Yonan, of the Free University of Berlin ...

In Nutzung des Übersetzungstools von Google würde diese Passage in etwa wie folgt lauten:

„Gebhard distanzierte sich später ausdrücklich von Günther Pape 's Handschrift und ihre "Übertreibungen und Fälschungen" "und nannte es einen Fehler, dass er die Verwendung seines Namens ohne Kenntnis der Ergebnisse zugelassen habe."
Dr. Gabriele Yonan, der Freien Universität Berlin ...

Nun mag man nicht in Deutschland beheimateten Herrschaften einiges nachsehen.
Das die Tendenz jener polnischen Laudatio nicht meiner Meinung entspricht, dürfte wohl offen zutage liegen.
Siehe etwa Das Thema Anbiederung
Gleichwohl ist mit dem Umstand zu leben, dass zur Meinungsfreiheit, eben auch irrige Meinungen gehören können.
Jener polnischer Herr hat jedoch in seinem Text auch zwei Details mit eingebaut, die den Status einer Tatsachen-Behauptung, noch dazu einer nachweisbar falschen, erfüllen.
Auch er reitet auf dem Thema Uraniabuch herum. Damit ist er sicherlich nicht originell, das taten schon vor ihm andere.
Fair wäre es gewesen, er hätte dann auch einen Link zu meiner Stellungnahme in Sachen Uraniabuch mit genannt.
Siehe etwa Das Thema Uraniabuch
Diese Fairness ist aber nicht vorhanden.
Vom Hörensagen hat er dabei auch mit bekommen, ein gewisser Herr Pape habe eine wesentliche Aktie am Uraniabuch. Hätte er sich nur auf den Familiennamen Pape beschränkt, wäre dagegen noch nicht viel einzuwenden.
Er aber wähnt kraft seiner Wassersuppe und kraft seiner historischen Unbildung, diesen Familiennamen Pape, noch mit einem Vornamen kombinieren zu können. Einer Person, der in der Tat in den Jahren vor 1989 eine gewisse Öffentlichkeitsbekanntheitsgrad zugebilligt werden kann.
In der Form jedoch, wie jener polnische Herr jenen Pape namentlich benennt, erfüllt er den Tatbestand einer Verleumdung.
Vielleicht hat jener polnische Verleumder auch schon mal davon gehört, der heutige Staat Bundesrepublik Deutschland, hatte in den Jahren von 1945 bis 1989 zwei Vorläuferstaaten.
Eine davon später der BRD beigetreten, hörte auf den Namen DDR. Und just in jener DDR lebt jener Herr Pape, den man eine Aktie am Uraniabuch bescheinigen kann Nur, der hat einen anderen Vornamen, als wie der polnische Verleumder ihn benennt.
Zur famosen Geschäftemacherin der Dame Yonan dieses.
Per Gerichtsurteil ist es letzterer untersagt worden, sich als Mitglied der Freien Universität Berlin zu bezeichnen.
Aus der Webseite von Ingo Heinemann sei dazu beispielsweise zitiert:

Yonan: Falscher Professorentitel
In einer speziellen Internet-Seite (www.religioustolerance.net) berichtet eine angebliche "Stiftung für religiöse Toleranz" über angebliche Mißstände in Deutschland.
Adresse der Stiftung: 6331 Hollywood Boulevard in Los Angeles. Dies ist auch der Sitz der Church of Scientology International, wie auch dem Verfassungsschutzbericht 1998 zu entnehmen ist (dort 1.1.1.6 Werbe- und Verkaufsaktivitäten).
Berichtet wird insbesondere über eine 1998 durchgeführte Europa-Tournee mit dem Ziel Frankfurt, wo am 10.8.98 eine Demonstration stattfand.
Noch am 29.4.99 war in der Internet-Seite über diese Demonstration auf englisch zu lesen:
"Die Läufer mit der IAS-Fackel für religiöse Freiheit trafen nach ihrem 3000-Kilometer-Lauf in Frankfurt an und übergaben die Fackel offiziell an Professor Gabrielle Yonan, eine Wissenschaftlerin der Universität Berlin. Dr. Yonan hatte auch an den Märschen des vorigen Jahres teilgenommen und dort gesprochen".
"Der erste Läufer übergab dann "Die Fackel der Freiheit" zeremoniell an Dr. Gabriele Yonan von der Freien Universität Berlin. Flankiert von deutschen und internationalen Würdenträgern ... begann sie den Umzug zum Platz der alten Oper".
Die solchermaßen wie eine prominente Wissenschaftlerin dargestellte Frau Yonan ist allerdings alles andere als eine solche. Ganz sicher ist sie keine Professorin der Universität Berlin. Auch ein anderer Lehrauftrag war nicht zu eruieren, noch viel weniger eine richtige Anstellung als Professorin. Noch nicht einmal der Doktortitel ist verifizierbar.
Natürlich war dies nicht die erste Erwähnung dieser Art. Laut Scientology-Magazin "Freiheit" (C=97, Titel: "Zeit zu entscheiden", S. 9) hat sie an einer früheren Scientology-Demo in Frankfurt teilgenommen und wurde als "bekannte Religionswissenschaftlerin der Freien Universität Berlin" vorgestellt: "Sie marschierte mit an der Spitze des Zugs ..." ... "Während sie einen Gesetzesvorschlag für religionsbezogene Rechte vorstellte ..." ...

Auf Antrag der Freien Universität Berlin hat das
Landgericht Berlin 16 0 801/98 durch Beschluß vom 23.12.98 eine Einstweilige Verfügung gegen Frau Yonan erlassen:
"...wird im Wege der einstweiligen Verfügung, und zwar wegen Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung, gemäß §§ 935 if., 91 ZPO angeordnet
1. Der Antragsgegnerin wird bei Vermeidung eines vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 500.000,00 DM, ersatzweise Ordnungshaft, oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten untersagt; sich als Mitglied der Antragstellerin auszugeben, in der Öffentlichkeit als ein solches bezeichnen zu lassen oder auf andere Weise den Eindruck zu erwecken, sie sei Mitglied der Antragstellerin. Sie hat es insbesondere zu unterlassen, sich als Professorin und/oder Religionswissenschaftlerin der Antragstellerin auszugeben, in der Öffentlichkeit als eine solche bezeichnen zu lassen oder auf andere Weise den Eindruck zu erwecken, sie habe eine solche Position inne.
2. Die Kosten des Verfahrens trägt die Antragsgegnerin.
3. Der Wert des Streitgegenstandes wird auf 50.000,00 DM festgesetzt."

Was hat Frau Yonan dagegen unternommen? Nichts.
Die Freie Universität Berlin, Schreiben vom 12.4.99:
" ... teilen wir Ihnen mit, daß keine Rechtsmittel eingelegt wurden".

http://www.ingo-heinemann.de/titel01.htm

Indem jener polnische Verleumder auch diese per Gerichtsurteil untersagte Behauptung erneut kolportiert, beweist er milde gesagt, seinen unzureichenden Kenntnisstand.

Katholischer Stasikeulenschwinger
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 08. August 2012 04:12
Aus gegebenem Anlass jetzt ergänzt:
Katholischer Stasikeulenschwinger
Re: Katholischer Stasikeulenschwinger
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 15. August 2012 18:58
Günther Pape
Da gab es vor einiger Zeit (im Jahre 2012) die eher erstaunliche Meldung, gewisse Zeugen Jehovas-Kreise hätten (in mündlicher - aber nicht in schriftlicher) Form, die Ententeichthese vom Stapel gelassen, man möge doch bitte schon den Markt „leerkaufen" unter anderem die Bücher des Autors Günther Pape betreffend.
Abgesehen davon, (dessen Bücher sind ja weiterhin im antquarischen Angebot). Abgesehen davon, dass diese These wohl eher dem vorauseilenden Gehorsam eines Möchte-gern-Karrieristen in WTG-Kreisen entstammend sein dürfte, ist es dennoch nicht uninteressant mal einige Überlegungen bezüglich der diesbezüglichen Motivation anzustellen.
Man kann es vielleicht sogar nachvollziehen, dass einigen WTG-Fürsten, noch heute nicht ein Bericht in einem der Pape-Bücher „Ich klage an - Bilanz einer Tyrannei" nicht sonderlich schmeckt. Etwa der darin auch mit enthaltene Bericht (S. 186f.):

„In der Bundesrepublik wollte Erich Jüstel, der seit über 40 Jahren ein Zeuge Jehovas und Ältester einer Süddeutschen Versammlung war, seinen "Brüdern" in der Wachtturm-Führung ebenfalls mit seinen Forschungsergebnissen helfen. Er hatte sich mit dem Schöpfungsbericht der Bibel nach Genesis l, der nach der Wachtturm-Lehre 6 mal siebentausend Jahre Zubereitung der Erde vom Chaos bis zum Eden Paradies umfaßt, beschäftigt.
Da er enge Beziehungen zu Altertumsforschern hatte, wollte er nachprüfen, ob der jeweilige Wandel in der Entwicklung der Erde in der von der Wachtturm-Gesellschaft angenommenen Zeit vor sich gehen könne. In seiner Ortsversammlung sprach er darüber mit seinen Glaubensbrüdern und bekam prompt Schwierigkeiten.

Da er mit Herrn Pohl und dem Ehepaar Konrad Franke in Selters sehr gut bekannt war - sie waren oft seine Gäste und hatten sehr großzügige Sachspenden von Jüstel erhalten, rechnete er mit deren wohlwollender Aufmerksamkeit. Er fuhr nach Selters und erklärte Pohl. sein Vorhaben und berichtete über seine bisherigen Erkenntnisse.
Zurückgekehrt in seine Heimatversammlung wurde er vor ein Rechtskomitee geladen und ausgeschlossen, „weil er nicht in der Lehre Christi geblieben sei". Gegen diesen Ausschluß erhob er Einspruch, der dann vor einem größeren Komitee verhandelt wurde. Dessen Leitspruch war: „Gott wirke nur durch die Leitende Körperschaft und die Ältestenschaften der Wachtturm Gesellschaft."

An der unmenschlichen Behandlung zerbrach er geistig und körperlich. Unter großem zeitlichen und materiellem Einsatz hatte er in Treue zu dieser "Organisation Gottes", wie sich die Zeugen selbst nennen, gedient. Jeden Zweifler hatte er zurückgewiesen und in manchem Rechtskomitee Zweifelnden wegen Uneinsichtigkeit die Gemeinschaft entzogen. Und nun war er selbst angeklagt und ausgeschlossen worden. Keiner seiner ehemaligen Mitbrüder sprach mehr mit ihm. Er wurde bei Begegnungen in der Öffentlichkeit nicht mehr gegrüßt. Trotz des Rückhaltes in seiner Familie, überwandt er die ungeheure und schmerzhafte Enttäuschung nicht. Ein erster Schlaganfall warf ihn nieder, einen zweiten wenige Monate später überlebte er nicht.

Ich (Pape) sehe ihn noch vor mir im Sessel sitzen. Nachdem er sich von dem ersten Schlaganfall etwas erholt hatte, hatte er mich mit seiner Frau besucht. Er konnte einfach nicht begreifen , wie seine "Brüder und Schwestern" mit ihm umgegangen waren."

Indes ist mit diesem Zitat noch nicht alles relevante zum Fall Pape gesagt.
Für weiteres sei insbesondere auch auf diesen Link hingewiesen:

www.kids-lev.com/presse/presse/241.htm
Inhaltlich mit zitiert in
ForumsarchivA73
Aus dieser von Pape selbst verfassten Stellungnahme ist entnehmbar, dass der Weltbild-Verlag etwa, massiv mit Drohbriefen (aus Zeugen Jehovas Kreisen) eingedeckt wurde, würde jenes Buch nicht vom Markt genommen, drohe man mit Boykott jenes Verlages.
Die Sachlage spitzte sich weiter zu.
In Folge einer Einladung an Pape seitens der Konrad Adenauer Stiftung, auf einer Veranstaltung als Referent zum Thema Zeugen Jehovas zu agieren, fühlte sich die Mandantschaft des RA Pikl offenbar genötigt, ihren vorgenannten Herrn agieren zu lassen.
Wiederum in unverhohlener Drohform. Wenn besagter Herr Pape nicht ausgeladen würde dann ...

„Kopien dieses Schreibens wurden an Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl als die Schirmherren der Stiftung versandt. Zur Begründung der Forderung führte der Anwalt u.a. an: dass die „eingeladenen Referenten zum Teil schon eng mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR gegen die Zeugen Jehovas zusammengearbeitet hätten und sie sich bereits wiederholt äußerst aggressiv gegen die Zeugen Jehovas geäußert haben."

Damit war nun diese Kontroverse auf einen entscheidenden Punkt verengt, den Punkt der Stasi der DDR.
Noch immer ist es aber so. Zwei leibliche Brüder, zudem in unterschiedlichen politischen Umständen lebend, müssen keinesfalls als erwachsene Menschen, Marionettenhaft gleichlaufende Handlungen und oder auch Fehlhandlungen begehen.
Will man das unterstellen, sind in der Tat detaillierte Beweise vonnöten.
Wähnte also im Falle des in der DDR lebenden Dieter Pape die WTG, der hat aber mit der Stasi gekungelt, so ist mit dieser Feststellung noch keineswegs „erwiesen" das gelte dann so auch für den Günther Pape.
Andre Gursky hat in seiner Studie auch den Fall der beiden Gebrüder Pape mit referiert.
Die Studie von Gursky

Festzustellen ist weiter, der Dieter Pape wurde von besagter Konrad Adenauer Stiftung keineswegs eingeladen, sondern eben der Günther Pape.
Aus der Studie von Gursky ist entnehmbar, es gab in den Stasiakten auch einen sogenannten Fall Marion.
Selbiger sollte dem CDU-Mitglied in der alten Bundesrepublik, Günther Pape, dann noch einige Probleme bescheren.
Dazu sei Günther Pape nochmals selbst zitiert;

„Den Artikel (des Herrn Besier) vom 4. Juli 2002 nahm Günther Pape Monate später zur Kenntnis, als ihn der Ortsverband der CDU aufforderte, zu der in diesem Artikel unterstellten Behauptung, dass er „IM Marion" gewesen sei, Stellung zu nehmen hätte, da dies den Ruf der Partei schädige. Aufgrund dieses Hinweises auf den Artikel stellte Günther Pape gegen Gerhard Besier am 27. 02. 2003 Strafanzeige wegen übler Nachrede, falschen Behauptungen in den Medien und Verächtlichmachung seiner Person. Die zuständige Staatsanwaltschaft Berlin, teilte mit, „eine strafrechtliche Verfolgung (war) bereits zu dem Zeitpunkt, in dem Sie Strafanzeige stellten, nicht mehr möglich." Presseinhaltsdelikte verjähren in Berlin nach 6 Monaten."

Weiter geht die Story mit der Aussage:

„Am 11. 12. 2003 schlug der Vorsitzende der 1. Kammer des Verwaltungsgerichtes Berlin, wie er schrieb, „nach eingehendem Aktenstudium" der Bundesbehörde (für die Stasiunterlagen) vor, sich mit Günther Pape „gütig" zu einigen.
Am 29. März 2004 teilte der Anwalt der Behörde dem Verwaltungsgericht mit, dass sie nicht an der Einstufung vom 25.09.2001 als Mitarbeiter festhält und diesen Bescheid aufgehoben hat. Daraufhin entsprach Günther Pape der Bitte der Behörde und nahm seine Klage zurück.
Entsprechend wurde mit dem Gebührenbescheid verfahren und Günther Pape die unter Vorbehalt gezahlten Gebühren zurückerstattet. Mitarbeiter der Stasi müssen Gebühren bezahlen. Somit entfiel der Grund der Klage. Günther Pape sieht die Forderungen seines Widerspruches erfüllt. Er ist nach dem St(asi)U(unterlagen)G(gesetz) weder Begünstigter noch Mitarbeiter der Stasi, sondern nach wie vor Betroffener. Sein Widerspruch mit Begründung wurde zum Akt „Marion" genommen."

Damit ist diese WTG-Attacke, lanciert über ihr Sprachrohr Besier, letztendlich als gescheitert zu bezeichnen.
Günter Pape tat seinerseits aber noch einen weiteren entscheidenden Schritt, als sich die Stasianwürfe an seine Adresse häuften.
Er hatte schon zuvor eine Klage gegen die Wachtturmgesellschaft eingeleitet die am 22. 3. 1996 vom Landgericht Limburg zur Verhandlung kam. In seinem Buch „Ich klage an ..." berichtet er weiteres dazu. Hier und jetzt soll lediglich seine Aussage aus dem kids-Text zitiert werden:

Denn in dem Urteil heißt es: „Die Beklagten (die Wachtturmgesellschaft und die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas, d. Verf.) werden verurteilt, es bei Meidung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 50 000,-- DM, ersatzweise Ordnungshaft bis zu zwei Monaten, zu unterlassen, über den Kläger (d.h. Günther Pape, d. Verf.) zu behaupten, dieser habe mit dem Staatssicherheitsdienst der ehemaligen DDR zusammengearbeitet."

Die Beklagten hatten umfangreiche Kopien aus den Stasi-Aktenbeständen vorgelegt, mit denen sie die Stasi-Mitarbeit Günther Papes beweisen wollten. Keine Akte bewies oder ließ den Schluss zu, dass er mit der Stasi zusammengearbeitet hatte. Nach diesem Urteil konnten die Beklagten ihre diffamierenden Behauptungen nicht mehr straflos wiederholen oder verbreiten.

In Ergänzung sei noch zitiert, wie die Zeitschrift "Aus Christlicher
Verantwortung" Nr. 2/1996 S. 18, auf den Vorgang einging. Im Prinzip
wird auch dort das gesagt, was Pape in seinem Buch ausführt (dort S. 224 - 226). Gewisse zusätzliche Details (nicht "weltbewegender" Art) kann man aber aus dem
Vergleich der beiden Texte durchaus gewinnen. In der Urteilsbegründung vom 22. März 1996 liest sich dies folgendermaßen:

"Vorliegend haben die Beklagten nicht den Nachweis führen können, daß der Kläger mit dem Staatssicherheitsdienst der ehemaligen DDR zusammengearbeitet hat ... Auch die von den Beklagten vorgelegten Akten der Gauck-Behörde lassen nicht den zwingenden Schluß zu, daß der Kläger mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR zusammengearbeitet hat.
Hierbei handelt es sich um Mitteilungen und Vermerke vom Hören-Sagen, die nicht den Schluß zulassen, der Kläger habe, außer mit seinem Bruder, mit einer der dort genannten Personen unmittelbaren Kontakt gehabt."

Der WTG wird vom Gericht vorgehalten, daß sie schon im voraus hätte erkennen können, daß ihre Vorwürfe unhaltbar seien:

"Bei der gebotenen Sorgfalt, zu welcher die Beklagten wegen der Schwere des Vorwurfes und der naheliegenden nachteiligen Auswirkungen auf den Ruf und die wirtschaftlichen Verhältnisse des Klägers in besonderem verpflichtet war, hätten sie erkennen können, daß die ihnen vorliegenden Erkenntnisse nicht ausreichen, nachzuweisen, daß der Kläger mit dem Staatssicherheitsdienst der ehemaligen DDR zusammenarbeitete."

Motivierend für diese WTG-Komödie der Irrungen und Wirrungen, dürfte namentlich das vorangegangene Buch der Pape's mit dem Titel "Ich war Zeuge Jehovas" sein. Selbiges in der alten BRD in 25 Auflagen, in der DDR in einer Auflage, herausgekommen.
Jeder der die Westausgabe mit der Ostausgabe vergleicht, muss zu dem Resultat gelangen, außer dem Titel, inhaltlich nicht viel Übereinstimmungen. Man müsse fairerweise von zwei Büchern reden; die Ostausgabe redet entsprechend auch von einer Bearbeitung und Gestaltung durch Dieter Pape. Findet man in der Westausgabe eher biographische Details reflektiert, zeichnet sich die Ostausgabe auch durch Auseinandersetzungen mit der Geschichte und Ideologie der WTG aus, die man in dieser Gründlichkeit, in der Westausgabe vergeblich sucht. Überflüssig anzumerken, das Schlusskapitel der Westausgabe, welches von der Konvertierung des Pape's zur katholischen Kirche kündet, wird man in der Ostausgabe vergeblich suchen.

Dies mögen dann einzelne Kapitelüberschriften belegen, die teilweise nur in jeweils einer der Ausgaben nachweisbar sind.
So zum Beispiel in der Westausgabe (zitiert nach der 4. Auflage 1970)

„Kinderjahre" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„Aktiv als Zeuge Jehovas" (als Titel in der Ostausgabe: 00; allenfalls könnte man variiert anerkennen in der Ostausgabe „Ich war Zeuge Jehovas")
„Erste Zweifel regen sich" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„Keine Zeit zur kritischen Prüfung" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„Wieder Zweifel" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„Taumel der Begeisterung" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„Der Name Jehova ist ein starker Turm" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„Meine Weltanschauung völlig zertrümmert" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„Auf dem Weg zur Kirche" (als Titel in der Ostausgabe: 00)
„In der Kirche geborgen" (als Titel in der Ostausgabe: 00).

Demgegenüber in der Ostausgabe die Kapitelüberschriften
„Charles Taze Russel" (als Titel in der Westausgabe: 00. Das da beim Namen Russell ein „l" fehlt, ist dem Ost-Pape aber wohl entgangen)
„Joseph Fränklin Rutherford" (Als Titel in der Westausgabe: 00)
„Nathan Homer Knorr" (Als Titel in der Westausgabe: 00)
„Der Scheiterhaufen von Harmagedon" (Als Titel in der Westausgabe: 00)
„Dämonismus" (Als Titel in der Westausgabe: 00)
„Lebensfeindlich und unsozial" (Als Titel in der Westausgabe: 00)
„Dem Gewissen folgen" (Als Titel in der Westausgabe: 00)

Die Kapitelüberschriften, welche wörtlich oder variiert, in beiden Ausgabe nachweisbar sind, befinden sich eindeutig in der Minderzahl

Die Oberflächlichkeit der WTG-Apologeten diesbezüglich, lässt sich am Falle Hans-Hermann Dirksen belegen, der in der ersten Auflage seines Buches, sich gar zu der Ententeichthese verstieg, der West-Pape sei zur "evangelischen" Kirche konvertiert. Eine solche These konnte nur deshalb entstehen, dieweil Dirksen offenbar keinen persönlichen Blick in jenes Buch getan, vom Hören-sagen somit argumentierte.
Erwähnen könnte man auch noch, die Ostausgabe enthielt zudem einige den Text ergänzende Karikaturen, welche es in der Westausgabe ebenfalls nicht gibt.
Als Auswahl daraus beispielsweise diese:

Was nun Günther Pape's Buch aus dem Jahre 1970 anbelangt, ("Die Wahrheit über Jehovas Zeugen") verdient in meiner Sicht besonders hervorgehoben zu werden, der dortige wörtliche Abdruck der berühmt-berüchtigten WTG-"Erklärung" (S. 141f.), so wie sie WTG-seitig selbst im 1934er Jahrbuch der Zeugen Jehovas (dort die Seiten 89 - 100) enthalten ist.
An das 1934er ZJ-Jahrbuch heranzukommen, dürfte heutzutage nicht so einfach sein. Mir ist im wissenschaftlichen Bibliothekswesen davon nur das Exemplar in der Schweizerischen Landesbibliothek bekannt. Insoweit besitzt das genannte Pape-Buch, auch heute noch einen erstrangigen Quellenwert.

Gewogen und für zu leicht befunden
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 06. Oktober 2012 15:39
Eine in der Schweiz gehostete katholische Seite, offenbar aus deren reaktionärem Traditionalistenmilieu macht mit der reißerischen Überschrift auf. „Die Russell Blutlinie". Inhaltlich weitgehend abgesehen von ein paar Ergänzungen, identisch mit dem Ausführungen des berüchtigten Robin de Ruiter

Einleitend werden drei mit „Russell" gezeichnete Wappen im Bild vorgestellt.
Herkunft und Relevanz selbiger kann ich nicht bewerten. Ich stelle nur schlichtweg fest.
Weder im Schrifttum der WTG noch in den ihrer Splittergruppen, die sich auf Russell berufen, sind besagte Wappen nachweisbar.
Insoweit ist die assoziierte Gedankenverbindung, besagte Wappen hätten etwas mit dem Russell der WTG zu tun, eine infame, nicht begründete Unterstellung.
Weiter geht es dort mit der bereits von de Ruiter bekannten Tendenzthese:
Opiumhandel, Skull und Bones, Zeugen Jehovas, Illuminaten - angeblich alles austauschbare Begriffe.

Das alles im Stile einer tibetanischen Gebetsmühle, als nicht hinterfragbarer Glaubenssatz präsentiert.
Glauben kann man fiel. Unter anderem kann man glauben „der Mond besteht aus grünem Käse". Indes für solcherlei Glaubensthesen wären nachprüfbare, wissenschaftliche Beweise vonnöten. Nicht im geringsten Ansatz wird der Versuch solcher Beweise unternommen.
- Gewogen und für zu leicht befunden.

Abenteuerlich auch die dortige These:
„Nachdem die Illuminaten die Herkunft von Charles Taze Russell und seine Zugehörigkeit zu den 13 Satanischen Blutlinien erfuhren, errichteten sie im Jahre 1881 mit finanzieller Hilfe der Rothschilds die biblische Gesellschaft Zion`s Watchtower Tract Society (Zions Wachtturm-Traktat-Gesellschaft)."

In ihrem von der Müllkippe zurückgeholtem verschimmelten Kaffeesatzgrund fanden die dortigen Webseitenmacher offenbar auch die „Erkenntnis":
„The Illuminaten operieren innerhalb der Wachturm Gesellschaft mit dem Gebrauch der Enochien Sprache und deren eigenem Alphabet (Buchstaben in Kästchen). Laut Augenzeugen, die den Z.J als Teil der Illuminaten sehen, wird das Enochian Alphabet als die Kultsprache von jenen Illuminaten gekannt und verwendet, die in den hohen Niveaus der Wachturm Gesellschaft sind."

Da fällt mir nur noch ein als Kommentar.
Die dortigen Webseitenmacher wären reif für die Klapsmühle. Solche Exemplare noch auf die übrige Menschheit loszulassen, ist in der Tat eine Zumutung!

Zu dem Bildmaterial das dort Verwendung findet, gehören offenbar auch solche dem hiesigen Webseitenaccount entnommene.
Das kann unsereins zwar nicht verhindern. Mein Kommentar dazu. Meine Zustimmung dazu gibt es nicht, und das ganze ist mehr als mieser Stil.
In ihrem Kaffeesatzgrund fanden die dortigen Herrschaften offenbar auch die Sätze:
„wissen wir vom FBI das darüber 12,000 Seiten in seinen Akten über die WT Gesellschaft allein hat".

So so, wen dem so wäre ist das immer noch ein prahlerische Wichtigtuerei. Denn weder wird der tatsächliche Inhalt solcher Dossiers vorgestellt, noch werden externe Quellen benannt, wo man das dann auch tatsächlich nachprüfen könnte.
- Gewogen und für zu leicht befunden!

Mir wird schlecht beim weiterlesen dieser unbewiesenen Behauptungen; etwa auch der:
„Russells Familie sind möglicherweise Illuminaten und seine Frau ist die mögliche Verbindungen mit einer Familienlinie von Satanisten."

„Möglicherweise ..." Dann ist der Mond aus grünem Käse auch „möglich". Und welchen Sinn soll es haben, noch die Frau von Russell mit ins Gespräch zu bringen? Von der lebte er doch bekanntermaßen getrennt und stritt sich vor Gericht mit ihr auch über die Höhe der zu zahlenden Unterhaltsbeträge.

Zitat:
„Russell war im Besitz eines Friedhofs in Pittsburgh. Satanisten versuchen Friedhöfe aus mehreren Gründen zu besitzen."

Ach ja, dann sind wohl auch etliche Kirchen Satanisten, denn auch die besitzen Friedhöfe."
Absurd, was da einem zugemutet werden soll!

Reklame für den berüchtigten Robin de Ruiter gibt es auf jener Seite en mass.
Erneut kann man dort die abenteuerliche These lesen:
„Haben die Illuminaten Hitler zur Flucht verholfen?" und anderes mehr.

Ein Spruch reflektiert:
„Antisemitismus sei der Sozialismus des dummen Kerls".
Bezogen auf die erwähnte Webseite müsste wohl ergänzt werden des Superdummen Kerls.

Ausführliche Salbadereien zum Thema Fegefeuer gibt es dort auch.
Schon der Stichpunktartige Besuch jener Webseite ist in der Tat ein „Fegefeuer"!

kath-zdw.ch/maria/schattenmacht/blutlinienfamilien/russell.html
kath-zdw.ch/maria/schattenmacht/13blutlinien.html
Im Schatten Jehovas
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 05. Januar 2013 10:41
Gelesen in einer Buch-Selbstbeschreibung mit dem Titel „Im Schatten Jehovas"

„In diesem Buch geht es darum, was aus einem kleinen Jungen wird, der unter Jehovas Zeugen aufwächst. Er fängt an ein Doppelleben zu führen, um mit dem Strom zu schwimmen. Jedoch geht das nicht sehr lange gut und als er dann aus dieser Gemeinschaft draußen ist, fängt er an die Extreme zu lieben und leben. ..."

Solche Details seiner Biographie erfährt man. In der ersten Schulklasse habe er bereits eine Geburtstagseinladung erhalten. Stolz „wie Oskar" erzählt er Zuhause davon und wurde belehrt:
„Wir glauben an Jehova, daher darfst du nicht dahin".
Er ging aber trotzdem zur Geburtstagsfeier, inzwischen gelernt habend, darüber aber nicht zuhause reden zu dürfen. Eine Zumutung für ein Kind in der ersten Schulklasse!

Die nächste ähnlich gelagerte Klippe waren dann Karnevalsfeiern. Inzwischen hatte er aber bereits gelernt, wie es mit dem Doppeleben so weiter zu gehen habe.
Die Tendenz zum Doppelleben setzte sich immer mehr fort, und erreichte auch Bereiche, wo der Autor selber rückblickend einschätzt. Sie waren nicht zu seinem Vorteil.
Zu diesem Bereich gehört auch das Stichwort:
Rauschgift.
Man weis nicht erst seit heute, dass dessen zerstörerischen Folgewirkungen, alles andere als harmlos sind. So auch in diesem Fall.

Wieder ein Beispiel dafür, dass die WTG-Erziehungspraxis, generell, allen beschönigenden Sonntagsreden zum Trotz, negativ bewertet werden muss.

Ein weiteres Bespiel wurde auch auf dem 2012er Bezirkskongreß der ZJ (Sonnabendprogramm) mit offeriert. Dort entblödete man sich zu der Empfehlung an die Mütter, sie möchten doch zuhause mit ihren Kindern „Versammlung spielen". Ziel dieses famosen „Spieles" den Kindern einzubläuen, in den tatsächlichen Versammlungen garantiert still zu sitzen.

Man vergleiche auch

www.pageplace.de/de/im-schatten-jehovas.html

Ein PR-Text
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 21. Januar 2013 10:29
Einen Public Relation-Text der Zeugen Jehovas, kann man jetzt wieder mal in einer Tageszeitung „bewundern". Offenbar besteht die eigene „redaktionelle Leistung" jener Zeitung, im Falle jenes Artikels, artig das abzudrucken, was da von Selters, respektive (was auch möglich ist), ihr von örtlichen Zeugen Jehovas, zugesandt wurde.
Der vorauseilende Gehorsam dieser Zeitungsredaktion, ist wieder mal - für meinen Geschmack - unerträglich.

Grundlage bildet offenbar das 2013er ZJ-Jahrbuch, mit den dortigen Zahlenkolonnen.
Von der Option, sich jenes Jahrbuch eigenständig anzusehen (es ist ja im Internet herunterladbar) wurde offenkundig kein Gebrauch gemacht.
Dann daher ein paar Anmerkungen zu dieser Jahrbuch-Ausgabe, an diesem Ort.

Stolz erfährt man in ihm, es gäbe jetzt - weltweit - so viele Zeugen Jehovas, wie die Schweiz an Gesamteinwohnerzahl aufzuweisen hat.
Solcherlei Zahlen dürften sich indes, bei näherem Hinsehen, als ziemlich vordergründig erweisen.
Ich wusste jedenfalls nicht, dass die Phase, wo sich die Weltbevölkerung alljährlich zahlenmäßig weiter vermehrt, definitiv schon heute als beendet erklärt werden könnte.
Bei einer weiter wachsenden Bevölkerungszahl, erweist sich die Zunahme der Zeugen Jehovas, gegenüber dem Vorjahr, um 1,9% wohl als nicht so sonderlich beeindruckend. Diese Zahl basiert gemäß der WTG-Zählung auf der Gesamtheit der von ihr erfassten 239 Länder.

Innerhalb dieser 239 Länder und Gebiete gibt es eine Untergliederung von 30, als faktische Verbotsländer (derzeit) ansprechbare Länder. Jene 30 Länder indes weisen eine Zunahme von 11,9 % auf, was schon eher als beeindruckend bezeichenbar ist.
Aber obwohl jene Verbotsländer jene hohe Zuwachsrate aufweisen, sieht die Gesamt-Weltzahl eher mager aus.
Von jenen 239 ausgewiesenen Ländern, sind sofern ich richtig gezählt habe 60 Länder als Stagnationsländer (keine Zunahmen) bzw. sogar Rückgangsländer ausgewiesen.

Der Rückgang mag nicht so drastisch sein wie im Sudan (der aber noch nicht den offiziellen Verbotsländern WTG-seitig zugeschlagen wird). Dort betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahr sage und schreibe 69 %!
Der Sudan ist insoweit bemerkenswert, als es sich doch um ein Flächenland handelt (nicht blos um eine kleine Insel).
Wenn dort rund 650 Zeugen Jehovas als Verkündiger genannt werden, und die haben gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 69% erlitten, dann kann man wohl dazu nur kommentierend sagen:
Hört! Hört!

Möglicherweise spielt in jener Region auch ein militanter Islamismus eine wesentliche Rolle, was ja durchaus einzuräumen wäre. Dann aber vergleiche man mal die genannte Zuwachsrate, für jene Länder, die da von der WTG offiziell und pauschal als Verbotsländer ausgewiesen werden!

Wenn im folgenden noch einige Zahlen genannt werden, dann noch der Hinweis. Die WTG-Zahlen zu zitieren, ist eine undankbare Aufgabe, insoweit sie für jedes Land eine Höchstverkündigerzahl und eine Durchschnittsverkündigerzahl benennt. Und beide Zahlen differieren auch meistens.
Insoweit sind hier genannte Zahlen nur runde etwa-Zahlen. Die Differenzierung in Durchschnitt- und Höchstverkündigerzahl, wird an diesem Ort nicht mit übernommen.

Verständlicherweise interessieren die über Deutschland WTG-seitig genannten Zahlen in besonderem Maße.
Und da würden die rund 164.800 Zeugen Jehovas einer Verhältniszahl von 1 zu 499 entsprechen.
Indes in Deutschland wies die WTG für das Jahr 1995 schon mal eine Verhältniszahl von 1 zu 479 auf.

Bezogen auf Deutschland ist auch die Anwesendenzahl beim Gedächtnismahl der Zeugen Jehovas erhellend. Die wurde für 2012 mit 265.407 beziffert. Im Jahre 1995 hatte man beim Gedächtnismahl schon mal 291.797 Anwesende.

Österreich mit seinen 20.900 Verkündigern, entspreche einer Verhältniszahl von 1 zu 401.
Im Jahre 1993 hatte man dort schon mal eine Verhältniszahl von 1 zu 381.

Auch das Nachbarland Niederlande mit seinen 30.200 Verkündigern, erreicht eine Verhältniszahl von 1 zu 554.
Im Jahre 1975 hatte man dort schon mal eine Verhältniszahl von 1 zu 468.

Dito Belgien mit 25.000 Verkündigern gleich der Verhältniszahl von 1 zu 439. Wobei die dortige Verhältniszahl im Jahre 1991 schon mal 1 zu 382 betrug.

Ohne Anspruch auf „Vollständigkeit" meine ich ähnliche Tendenzen unter anderem bei den Zahlen für Schweden, Dänemark, Spanien, Großbritannien, Australien und noch einige Länder mehr, wahrgenommen zu haben.

www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/Viele-Stunden-gepredigt-id23609411.html

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Man sehe sich vergleichsweise mal eine ältere Meldung in dem gleichen Blatt, und insbesondere die darauf folgenden Leserkommentare dazu an ...

www.augsburger-allgemeine.de/community/forum/bayern-und-region/10236061-Neuburg-Jehovas-Zeugen-fahren-nach-Muenchen-id10236061.html
Sie kennen sich aus der Zeugen Jehovas-Gemeinde
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 26. Januar 2013 17:35
liest man in einem „Krimi-Bericht".
Fatal nur, Krimis aus dem Buchhandel, pflegen in der Regel von der Fantasie ihrer Autoren zu künden. Nicht so in diesem Fall. Es war tatsächliches Geschehen.
Geldprobleme - auch davon redet der Bericht, soll es nicht unbekannterweise auch andernorts geben.
Und da kamen die sich aus der Zeugen Jehovas-Gemeinde kennenden, offenbar auf die Idee, mittels eines Tankstellenüberfalls ihre klamme Kasse aufzufüllen.
Der Fluch der bösen Tat, es endete für die „sich aus der Zeugen Jehovas-Gemeinde kennenden" desaströs, insoweit sich nun auch die Justiz mit diesem Fall befaßt.

www.express.de/koeln/tankstellenueberfall-vor-gericht-und-ploetzlich-war-das-sek-da---,2856,21416880.html
Mann mit Grips ...
geschrieben von:  X ~ mysnip
Datum: 31. Januar 2013 19:26
... meiner Meinung nach - Serj Tankian.
„Reiste mit dem Interzonenzug nach Berlin und kam nicht wieder zurück"
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 13. November 2012 11:50
Im Zeitspiegel
Datiert vom 13. November 1947 wird WTG-seitig verschiedentlich eine Eidesstaatliche Erklärung des Karl R. A. Wittig zitiert, der da bei einem Wutausbruch des Hitler, die Zeugen Jehovas betreffend dabei gewesen sein will. Eine schillernde Figur dieser Wittig, über welchen mal ein paar weitere Details angeführt seien. Denn in der Überschrift zitierten Satz, konnte man, auf Wittig bezogen in dem Bericht eines Hamburger Politik-Magazins vom 22.04.1964 lesen.

www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174505.html

Weiter vernimmt man die Aussage der Ehefrau des Involvierten in der Sache;

"Sonst telephoniert er immer sofort aus Berlin aus seinem Hotel."

Diesmal jedoch blieb das erwartete Telefonat aus. Statt dessen erhielt die Ehefrau zwei anders geartete Meldungen. Die erste davon wird so beschrieben:

„Ein Unbekannter klingelte bei Frau Wittig an: "Kann ich Herrn Wittig sprechen?"
Frau Wittig: "Mein Mann ist verreist."
Der Anrufer: "Da können Sie lange warten, bis er wiederkommt."

Über die zweite Meldung heisst es dann:

„Im September vergangenen Jahres (1963) erhielt Frau Wittig einen Brief: "Ich bin ... hier im Februar in Untersuchungshaft genommen worden und inzwischen wegen Spionage zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden, die ich jetzt verbüße. Es kann sehr lange dauern, bis wir uns wiedersehen."
Auf dem Briefumschlag stand der Absender: "Karl Wittig, Berlin-Lichtenberg 4, Postfach 11a".
Im Ostberliner Lichtenberg steht ein Zuchthaus."

Indes nicht der bereits genannte Karl R. A. Wittig war die Hauptperson der zeitgenössischen Publizistik. Die hörte auf einen anderen Namen, den Namen Otto John, seines Zeichens erster Präsident des westdeutschen Geheimdienstes mit dem eher verharmlosenden Titel „Verfassungsschutz".
Nun konnten die Ostdeutschen Schlapphüte aber den Triumph vermelden, besagter Herr Otto John sei zu ihnen „übergelaufen". „Freiwillig" oder auch unfreiwillig, sei einstweilen dahingestellt.
Fest steht aber, sie versäumten nicht, ihren so geangelten „Fisch" auch Mediengerecht zu vermarkten.

http://www.youtube.com/watch?v=uUbvglArkV0

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_John

Und Herr John tat, in seiner Ostberliner Zeit, wie von seinen Gastgebern erwartet, und trompete jene Thesen in die Welt hinaus, die selbige gerne hören wollten.
Sieht man sich die einschlägigen Berichte dazu näher an, etwa auch den:

www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/287373/,

www.spiegel.de/spiegel/print/d-45138992.html

kann man wohl sagen, zumindest in materieller Hinsicht, meinten die Ostberliner Gastgeber, ihrem Gast ein Standesgemäßes Leben in materieller Beziehung zu kredenzen. Allerdings mit einem „Schönheitsfehler". Auf Schritt und Tritt wurde John von der Stasi observiert. Ein wirklich „freies" Leben, sieht garantiert anders aus.
Diese Umstände bewirkten wohl dann, dass Herr John alsbald danach trachtete, die „Gastfreundschaft" seiner Ostberliner Gastgeber wieder zu beenden.

„Mit Hilfe eines dänischen Journalisten trickst John seine Bewacher am 12. Dezember 1955 aus, lässt sich nach Westberlin fahren und von dort sofort in die Bundesrepublik ausfliegen."

Damit war dann sein am 20. Juli 1954 begonnenes Ostberlin-Abenteuer erst mal beendet.
Nun wieder im Westen zurückgekehrt, befanden die dortigen Herrschaften, in Nachwirkung des Schockes, den ihnen John in der Tat bereitet hatte, für seinen Ostberlin-Trip habe er sich aber noch gerichtlich zu verantworten. Und das dann folgende Gerichtsurteil vom 22. 12. 1956, betrachtete eine Zuchthausstrafe von vier Jahren als angemessen. Allerdings, auf dem Gnadenwege, konnte John bereits am 25. 7. 1958, die Gefängnismauern wieder verlassen.
Ärgerlich für John indes war der Umstand, sein Fall wurde als Landesverrat eingestuft. Und sind ansonsten bei Justizia, im Falle der Fälle durchaus noch Revisionsverhandlungen, bei der nächsthöheren Instanz möglich. So gab es in seinem Falle diese Option nicht. Er war schon von der zuständigen höchsten Instanz des Bundesgerichtshofes verurteilt worden. Eine darüber stehende Revisionsinstanz, war prinzipiell nicht vorgesehen.

In dem eigentlichen Gerichtsverfahren wurden auch Zeugen vernommen. Unter ihnen auch der Karl Richard Albert Wittig, welcher als Hauptbelastungszeuge des John bezeichnet wird.

„Da kam Wittigs große Stunde: Im Mai 1955, so bekundete er im Karlsruher Zeugenstand, habe John ihm bei der Schillerfeier in Weimar "starkes Vertrauen entgegengebracht" und "sein Herz ausgeschüttet".
Nach derlei Freundlichkeiten nahm der Zeuge es auf seinen Eid, in Weimar aus John's Mund gehört und mit den eigenen Augen gesehen zu haben, daß der Angeklagte
- als freier Mann gen Osten gefahren war,
- sich dort überall frei bewegen konnte
und
- jederzeit in den Westen zurück durfte.
In den Urteilsgründen steht zu lesen: Ganz vornan - "in erster Linie" - sei Wittigs Zeugnis über seinen Weimarer Treff mit John ein Beweis dafür, daß der Angeklagte "nicht entführt worden ist".

Indes John bestritt diese Interpretation des Wittig und bestand auf seine Interpretation, entführt worden zu sein. Um zu „überleben" und um eine Chance zur Flucht zu haben, seien im Osten dann seine Äußerungen gefallen, die ihm nun vorgehalten wurden. Allerdings beeindruckte John's Erklärung der Sachlage das Gericht nicht sonderlich. Die hielten sich da eher an Wittig, zumal der die entscheidende Aussage sogar beeidigt hatte.
Nun sahen sich Journalisten diesen Wittig mal näher an.
Dabei fallen dann auch die Sätze:

„Der Nachrichtenhändler Karl Richard Albert Wittig aus Frankfurt am Main firmierte als "Publizist" und rühmte sich oft, alle Welt zu kennen. Aber kaum jemand kannte ihn."

Oder auch dieser:

„Zeuge Karl Gerold, Herausgeber und Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau", hielt dagegen, Wittig habe ihm schon vor der Weimar-Reise jene Begegnung angekündigt und ein Interview mit John angeboten.
Außerdem: "Ich hatte ein ernsthaftes Mißtrauen gegen Herrn Wittig, er ist in Journalistenkreisen unbekannt." Der Zeuge Wittig hatte sich den Richtern John's als Herausgeber der "Frankfurter Informationen" präsentiert eines Pressedienstes, der nicht zuletzt Prominenz zu seiner Kundschaft zähle."

Oder auch dieses Votum:

„Das Schöffengericht Berlin hatte Wittig im Jahre 1939 wegen fortgesetzten Betruges für zehn Monate ins Gefängnis gesteckt.
Dazu Zeuge Wittig in Karlsruhe: Der Berliner Richter ... habe das Urteil ohne jederlei Straftat und nur deshalb verhängt, weil er ihn im Gefängnis vor dem Konzentrationslager bewahren wollte. Aus den Akten des Schöffengerichts Berlin geht indessen hervor, daß Wittig damals regelrechte Betrügereien angestellt und sich dabei auf gute Beziehungen zu Hitler und NS-Innenminister Frick berufen hat."

Auch diese Episode gibt es noch zu vermelden:

„Otto John konnte sich in Karlsruhe immerhin daran erinnern, daß Wittig einst bei ihm im Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz um Beschäftigung nachgesucht habe.
Zeuge Wittig dagegen: "Ich habe mich noch nie um eine Stellung bei deutschen Behörden beworben, insbesondere nie in Ihrem Amt, Herr Dr. John. Sie müssen mich verwechseln."

Auch diese Aussage gibt es noch:

„Im Kölner Bundesamt (für Verfassungsschutz) existierten photokopierte Quittungen, die Wittig für gelieferte Informationen mit seinem V-Mann-Decknamen "Kranz" abgezeichnet habe.
In Karlsruhe hatte der Zeuge Wittig rundweg beschworen, er habe
- niemals für irgendeinen, wie immer auch gearteten Nachrichtendienst gearbeitet und sich auch
- niemals einschlägig beworben."
Auch ein anderer Zeuge indes meinte aussagen zu können:
„Vor dem Frankfurter Untersuchungsrichter bekundete ein Zeuge Wuttke, ebenfalls unter Eid, er habe Wittig im Spätsommer 1945 in Frankfurt getroffen: "Er (Wittig) machte laufend Berichte für den amerikanischen Geheimdienst."
Wittig habe ihm, Wuttke, anvertraut, daß er sowohl für den tschechischen Geheimdienst als auch im Auftrage des amerikanischen Geheimdienstes tätig sei; darüber hinaus unterhalte er Kontakt zu führenden Kommunisten in Berlin."

Mit einer der ersten Schritte des John, nachdem er auf dem Gnadenwege die Freiheit wieder erlangt hatte, bestand darin Anzeige (am 16. 3. 1959) gegen Wittig wegen Meineides, in seinem Gerichtsverfahren, zu erstatten.
Justizias Mühlen pflegen langsam sich zu drehen, so auch in diesem Fall.
Die Ermittlungen des damit befassten Untersuchungsrichters waren dann schließlich am 12. 2. 1962 beendet, und sollten in der Folge dann noch einer gerichtlichen Bewertung zugeführt werden. Indes war nun besagter Herr Wittig für die westdeutsche Justiz nicht mehr auffindbar, weshalb dann das Verfahren gegen Wittig am 5. 8. 1963, von selbiger „vorerst" für eingestellt erklärt wurde.
Was aus dem Wittig nach dessen "Verschwinden" dann noch so wurde, kann man aus der Publizistik etwa des „Spiegels" schon nicht mehr entnehmen. Wie bereits ausgeführt, sind die damit befasst gewesenen Journalisten, in erster Linie auf den Otto John fixiert gewesen. Weitaus weniger indes auf den Karl R. A. Wittig.
In einer sehr knapp gehaltenen Fußnote eines Aufsatzes in den "Vierteljahresheften für Zeitgeschichte", gibt es die Detailangabe:

Wittig wurde in den sechziger Jahren selbst wegen Spionage für den Westen in der DDR verurteilt und 1969 von der Bundesrepublik freigekauft. John hat kurz danach einen Meineidsprozeß gegen Wittig angestrengt, in dem es darum ging, daß Wittig abgestritten hatte, für den Verfassungsschutz und für ausländische Geheimdienste als Agent gearbeitet zu haben. Vgl. SAPMOBA,
Ordner: Prozeß Otto John, Ost- und Westpresse, o. Pag., Der Tagesspiegel, 9. 6. 1971.

www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1999_1.pdf
Dort Seite 110, Fußnote 31.

Aber auch dieser Aufsatz in den VfZ ist auf den eigentlichen Fall Otto John fixiert, und macht außer der zitierten Fußnote keinerlei weitere Detailangaben zu Wittig.
Man vergleiche auch das Snippet Detail der Google-Buchsuche, in einem wohl östlich inspirierten Buch.
Gleichwohl ist die Detailangabe
"Im Dienste des CIC" sicherlich bemerkenswert.
Dortige Namensschreibweise, wie auch in einem Buch des John selbst ("Zweimal kam ich heim") ist Carl Wittig

http://books.google.de/books?id=BbUqAQAAMAAJ&q=Carl+Wittig&dq=Carl+Wittig&hl=de&sa=X&ei=CcSUUODSIcnKsgbQrYHYBA&ved=0CGQQ6AEwEg

Die Tendenz des Wittig als Wichtigtuer mag noch ein anderes Beispiel veranschaulichen.
In der Nr. 36/1960 eines Hamburger Politikmagazins gab es auch einen Bericht über den Fall Herschel Grünspan, welcher von den Nazis postwendend für ihre berüchtigte sogenannte „Reichskristallnacht" ausgenutzt wurde. Auch hierbei wiederum der Umstand zu beobachten, an Trittbrettfahrern aus dem Weltverschwörungs-Theoretikern-Feld bestand kein Mangel.

www.spiegel.de/spiegel/print/d-43066693.html

Was da an einschlägigen Verschwörungstheorien kredenzt wird war dem Wichtigtuer Wittig offenbar noch nicht genug. Und so schrieb er denn in der Folge einen Leserbrief an den „Spiegel", welchen letzterer in seiner Ausgabe vom 5. 10. 1960 abdruckte (Printausgabe).
Darin tönt Herr Wittig:

„Mitte März 1941 bis Anfang Oktober des gleichen Jahres war ich fast täglich mit Grünspan in Sachsenhausen zusammen.
Grünspan sollte sein ursprüngliches Geständnis jedoch dahingehend "berichtigen", daß er vom Rath nicht aus eigenem Entschluß, sondern im Auftrage des Admirals Canaris ermordete. Für diesen Fall wurde ihm seiten der Gestapo zugesichert, daß er nicht wegen Mordes zur Verantwortung gezogen, sondern mit einem blauen Auge davonkommen würde. Das SS-Personal hatte die Anweisung, ihn gut zu behandeln und ihm jeden Wunsch zu erfüllen."

Auf diese „Ergänzung" des Wittig „hat dann wohl die Welt gewartet". Ob sie seriöse Historiker auch so teilen, mag dann dahingestellt sein.

Nun allerdings, muss diese Replik in den entscheidenden Punkten noch etwas verändert werden. Nimmt man ein von Hans Frederik verfassten Buch zur Hand, kommt man zu dem Ergebnis, dem Herrn Wittig hat dann wohl auch der Ostdeutsche Staat arg böse noch mitgespielt. Dagegen sind die noch nicht mal voll abgesessenen vier Jahre des John wohl nur ein Klacks.
Davon soll in dem nachfolgenden Exkurs noch die Rede sein.
Hans Frederik
„Das Ende einer Legende
Die abenteuerlichen Erlebnisse des Towarischtsch Alexander Busch".
So der Titel eines 1971 im Verlag politisches Archiv, München erschienenen Buches.
Sein Hauptthema ist der Fall Otto John. Der Autor hatte selbigen auch als Journalist persönlich noch kontaktiert. Jene Kontakte endeten allerdings damit, dass John seine Interessen durch Frederick nicht gewahrt sah.
Und auf den hier besonders interessierenden Herrn Wittig kommt er im Rahmen seiner Ausführungen auch mit zu sprechen.

Zuerst wäre mal das Rätsel zu lösen, wieso redet der Autor im Buchtitel von einem Herrn Busch, wenn doch von John die Rede sein soll.
Dieses Rätsel löst sich dergestalt. Nachdem John spektakulärer Weise in Ostdeutschland aufgetaucht war, befanden russische Geheimdienstkreise, sie möchten die „Zitrone" John auch noch auspressen, also nicht bloß Ostdeutschland wollte das.
Nachdem sich also der erste Staub in der Sache John etwas gelegt hatte, „durfte" selbiger dann eine Reise in die Sowjetunion antreten, wo er dann vom 24. 8. 1954 bis 7. 12. 1954 anwesend war.
John bestreitet es, aber Frederick weist es per Faksimilie nach, dass die Sowjets ihm während der Zeit ihrer „Gastfreundschaft" Ausweispapiere auf den Namen Busch ausstellten (S. 538, 539).
Damit wäre dieses Rätsel erst mal gelöst.
Nun mag wieder der Fall Wittig etwas in den Vordergrund treten.

Offenbar hatte Wittig (geb. 1900) sich schon frühzeitig für Bundesdeutsche CDU-Kreise „verdient" gemacht. Folgt man den Ausführungen von Frederick (S. 132f.) fanden die CDU-Granden, der Wittig hat da einen Wirtschaftsskandal aufgedeckt, der sich als Wahlkampfmunition gegen die SPD nutzen ließe. Derart hochgestimmt, sorgten hochrangige CDU-Kreise dafür, dass Wittig nun Kontakt zu dem damaligen Verfassungsschützer John bekam. Kalkül der CDU-Granden, vielleicht ließe sich Wittigs Recherche zu lasten der SPD, mit Hilfe des John, noch ein bisschen weiter ausbauen.

„An der Affäre der Michelstädter Käsefabrik war der SPD-Bundestagsabgeordnete Heinrich Ritzel irgendwie beteiligt, denn durch seine Intervention sollte der längst fällige Konkurs dieses Unternehmens verhindert worden sein. Die Strafakten gegen die Inhaber der Käsefabrik Michelstadt soll wiederum aufgrund eines Hinweises Heinrich Ritzels Georg August Zinn, der auch Justizminister war, an sich gebracht haben. Trotz den Anschuldigungen, fortgesetzt verdorbenen Käse in betrügerischer Absicht an die HO-Organisation der DDR geliefert zu haben, kam es zu keiner Verhandlung. Diese Vorgänge sollten nun der Wahlschlager der CDU werden. Wittig sollte nun noch weiteres Material beschaffen."

Eine gewisse Bedeutung für Geheimdienstkreisen gleich welches Firmenschild sie den tragen, hatte Wittig sich schon frühzeitig, durch Kontakte zu hochrangigen Tschechoslowakischen Regierungskreisen erworben. Dazu sei aus der Wertung von Frederick (ohne Bewertung ob das nun zutreffend war oder nicht) der Satz zitiert:

„Als nun Schellenberg die Idee mit den gefälschten Dokumenten ausbrütete, mit denen bewiesen werden sollte, daß Marschall Tuchatschewsky mit der Bendlerstraße konspirierte, wurde von manchen Kreisen die Meinung vertreten, Wittig wäre dazu verwendet worden, diese Fälschungen über die tschechische Gesandtschaft Berlin Eduard Benesch zuzuleiten, der dann dieses Material an Stalin weitergegeben habe."

www.spiegel.de/spiegel/print/d-46415156.html

In seinem Abschnitt „Carl Wittig im Dienste des CIC" (amerikanischer Geheimdienst http://de.wikipedia.org/wiki/Counter_Intelligence_Corps) führt der Autor dann noch an:

„Nach kurzen Vernehmungen durch die CIC stellte sich Wittig der US-Militärregierung zur Verfügung und war nach seiner eigenen Darstellung bis 1955 als „Berater" in allen Deutschlandangelegenheiten tätig. Sein Haupteinsatz war: Feststellung nationalsozialistischer Verbrechen, Aufdeckung der getarnten NS-führenden Persönlichkeiten wie kommunistischer Untergrundorganisationen. Er rühmt sich, an dem Verbot der KPD maßgeblich mitgewirkt zu haben."

Auch diese Details vernimmt man unter anderem noch:

„Auch bei einem typisch amerikanischen „Riesenkorruptionsfall" hatte Wittig die Nase stecken. Es handelte sich um die Verschiebung von 3000 fabrikneuen Sherman-Panzern an den Fiat-Automobil-Konzern. Die Panzer kamen nicht mehr zum Einsatz und wurden von zwei Beamten der US-Militärregierung Frankfurt zum Preis von 75 Dollar pro Tonne als Schrott verkauft. Das war das größte Geschäft, das Fiat damals gemacht hat, denn die Panzer wurden mit eigener Kraft über die Alpen nach Turin gefahren und sind von dort nach Jugoslawien geliefert worden. Wittig wurde dann zurückgepfiffen, da die Fäden dieser Korruption bis ins Weiße Haus verfolgt werden konnten."

Dergestalt seine „Bedeutung" von anderen bestätigt bekommen habend, war Wittig nun auf „den Geschmack" gekommen. Und da las er wie auch andere in der Tagespresse, über den spektakulären Übertritt des John nach Ostdeutschland.
Jetzt roch Wittig wieder seine Chance.
Seinen nächsten diesbezüglichen Coup beschreibt Frederick wir folgt:

„Nachfolgendes Schreiben ging am 12. August 1954 an das Ministerium des Innern der DDR nach Ostberlin:
An das
Ministerium des Innern
der Deutschen Demokratischen Republik,
BERLIN
12. August 1954
Da mir die jetzige Anschrift des früheren Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, Herrn Dr. Otto John nicht bekannt ist, möchte ich Sie ergebenst bitten, das einliegende Schreiben an Herrn Dr. John weiterreichen zu wollen. Indem ich Ihnen für Ihre Bemühungen verbindlichst danke, zeichne ich
mit vorzüglicher Hochachtung!
Carl Wittig
Lieber Herr Dr. John!
12. August 1954
Obwohl unsere persönliche Bekanntschaft nur kurzen Datums ist, möchte ich Ihnen in Ihrer jetzigen Lage einige wenige Zeilen schreiben. Ich möchte es auch dahingestellt sein lassen, ob Ihnen meine persönliche Meinung wichtig ist, aber vielleicht erfüllt es Sie doch bei der Unmenge von Dreck, mit dem man Sie beworfen hat, mit einiger Genugtuung, wenn ich Ihnen mitteile, daß ich die Motive, die Sie zu Ihrem Schritt veranlaßt haben, billige und Ihre gestrigen Ausführungen in Ihrer Pressekonferenz begrüße. Ich schreibe Ihnen dies nicht nur aus dem Gefühl unserer kameradschaftlichen Verbundenheit als Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Untermenschentum, sondern auch deswegen, weil ich aus eigener sehr gründlicher Kenntnis um jene Dinge, die uns in unserem nationalen Verantwortungsgefühl so tief bewegen, das, was Sie gestern der internationalen Presse mitzuteilen für richtig hielten, nur bestätigen kann. Gestatten Sie mir den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung in einer ernsten Stunde unseres gemeinsamen Vaterlandes, in der jeder verantwortungsbewußte Deutsche auf Grund Ihres Handelns kraft eigenen Rechts Stellung beziehen muß: nicht für oder gegen Sie, sondern für oder gegen den wiederaufkommenden Nationalsozialismus und seine gewissenlosen Förderer im demokratischen Gewände.
Ihr
Carl Wittig
Carl Wittig brauchte nicht lange auf Antwort zu warten. Noch ehe Otto John sich auf die Reise nach der Sowjetunion begab, nahm er sich Zeit, das Schreiben zu beantworten.

Weiter Frederick: „Doch dieses Schreiben sollte nicht das einzige bleiben ..."

Weiter in der Schilderung von Frederick:

„Carl Wittig, der in den Fünfziger Jahren als Spitzenfunktionär des Schriftstellerverbandes bereits ausgezeichnete Kontakte zu Ostberliner Behörden hatte, besaß eine offizielle Einladung zu den Schillerfestlichkeiten, die im Mai in Weimar stattfanden."

Und just dort trafen sich die beiden Herren John und Wittig wieder.
Die Berichte, welche Wittig schon zeitgenössisch darüber in der Presse erscheinen lies, waren dann im späteren Bundesdeutschen Gerichtsverfahren gegen John, der Hauptbeweis-Gegenstand gegen letzteren. Man kaufte ihm aufgrund dieser Berichte es einfach nicht ab, dass John, wie er nun behauptete, vom Osten entführt worden sei.
Die Gerichtliche Verurteilung des John basierte also im wesentlichen Parametern auf dem, was Wittig über seine Kontakte mit John in Weimar geschrieben hatte.
Nun sann aber John, wie bereits vernommen, auf Rache, nach seiner Freilassung. Ergo war ihm vor allem daran gelegen, den Wittig für unglaubwürdig erklären zu lassen. Dazu dann auch der Vorhalt an die Adresse von Wittig, Meineidig geworden zu sein.
Meineidig in wie fern?
Dazu Frederick: „Mit Hilfe des Doppelagenten Schmeißer sollte Carl Wittig des Meineides überführt werden."

Nun mag man es mir nachsehen, wenn ich erkläre, in den Fall Schmeißer möchte ich mich nicht auch noch verzetteln. Ich muss es also allein Frederick überbürden, wenn er über diesen dann noch äußert:

„Jener Monsieur Schmeißer, der einstens als französischer Nachrichtenagent sich dem SPIEGEL gegen Konrad Adenauer als Zeuge und Informant zur Verfügung gestellt und durch die „Schmeißer-Affäre" selbst eine zwielichtige Berühmtheit erlangt hatte.
Schmeißer sollte, ebenfalls als Nachrichtendienstler aus früheren Zeiten mit Otto John bekannt, seinem ehemaligen Freund Carl Wittig ein Bein stellen. Schmeißer war nämlich vor Jahren einmal Kolonnenführer des L(andesamt)f(ür)V(erfassungsschutz) Hessen und hatte mit Wittig zu tun. Wittig wiederum hatte vor den Bundesrichtern erklärt, er habe niemals einem Nachrichtendienst angehört. Der Widerspruch war anscheinend offensichtlich."

www.deutschlandarchiv.info/download/article/401

Also bestand der Meineid des Wittig in seiner Bestreitung eigener Geheimdienstlicher Aktivitäten.
Wie bereits vernommen, führte diese Sachlage dann dazu, dass Wittig sich in einer Art Kurzschlußreaktion nach Ostberlin absetzte, was ihm wiederum alles andere als „gut" bekommen ist.
Er wurde vom Ostdeutschen Terrorregime zu fünfzehn Jahre Zuchthaus verurteilt, und sollte erst durch seinen Freikauf durch die Bundesrepublik wieder die Freiheit wieder erlangen (im Jahre 1969).
Nochmals Frederick:

„Wittig hatte jedoch - auf entsprechenden Vorbehalt — auch auf seinen Eid genommen, nie für einen Nachrichtendienst, insbesondere ausländischen Couleurs, tätig gewesen zu sein. Otto John war nämlich darauf verfallen, die Zeugenaussage „als von einem östlichen Geheimdienst gesteuert" zu interpretieren.
John wußte noch von Amts wegen über Wittig Bescheid. Er wußte aus Unterlagen des Verfassungsschutzes, daß Wittig - im gängigen Jargon gesprochen - an einer westlichen Strippe hing. Also hätte bei einer derartigen Auslegung Wittig tatsächlich falsch ausgesagt. Zwar nicht falsch im Sinne der an ihn gerichteten diesbezüglichen Fragen, die für alle Prozeßbeobachter auf den Umstand einer östlichen Abhängigkeit gemünzt schienen. Falsch jedoch den Buchstaben nach und insoweit ein „formaler Meineid"
... Otto John war es also mit dem technischen Kunstgriff, Wittigs Unglaubwürdigkeit in einer Nebenaussage nachzuweisen, die den Wahrheitsgehalt der Belastung überhaupt nicht tangierte, offensichtlich gelungen, einen weitverbreiteten öffentlichen Meinungsumschwung zu seinen Gunsten auch in der Hauptsache zu stimulieren."

Weiter im Bericht von Frederick:

„Als Wittig im Juli 1969, aus dem Zuchthaus in Bautzen kommend, nach Gießen kam, wurde er aufgrund des vorliegenden Haftbefehls festgenommen, jedoch sofort wieder enthaftet.
Doch der Prozeß blieb dem in der DDR wegen Spionage zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilten Carl Wittig nicht erspart. Im Mai 1971 wurden die Termine zur Hauptverhandlung angesetzt."

Jedenfalls ist in diesem 1971er Verfahren dann, der Wittig von der Anklage des Meineides freigesprochen worden, und John hat seine krampfhaft angestrengte Rehabilitation, weiterhin nicht erreicht.
Ab Seite 615f. gibt es im Frederick-Buch dann noch in Faksimilie einige Presseberichte die Frederick offenbar minutiös gesammelt hat, zum 1971er Wittig-Verfahren.
Sonderlich „geholfen" hat diese Entwicklung dem Wittig dann wohl nicht mehr, vernimmt man in einem dieser Presseberichte auch die Detailangabe, Wohnsitz des Wittig, nunmehr ein Bundesdeutsches Altersheim.
Beispiele der Presse-Berichterstattung zum 1971er Wittig-Verfahren. Im eigentlichen Buch von Frederick gibt es noch mehr davon!

Auch die Zeugen Jehovas haben bekanntermaßen, den in diesem Agenthriller vorkommenden Karl R. A. Wittig als Kronzeugen entdeckt. Laut Wittig in der Referierung der Zeugen Jehovas, soll Hitler den martialischen Spruch von der auszurottenden Brut getan haben.
Nun wäre ein solcher Wutausbruch dem Hitler durchaus zuzutrauen. Wenn indes dafür ein Wittig als Kronzeuge bemüht wird, ist man eher geneigt zu kommentieren. Man täte wohl besser daran jene Hitler-Passage nicht zu vermarkten. Es sei denn man könne für sie eine andere authentische Quelle benennen, die nicht auf dem Namen Wittig hört.
In Gesamtbewertung ist festzustellen.
Das Ostdeutsche Regime bestrafte Herrn Wittig mit 15 Jahren Zuchthaus. Jenes Regime hielt den Tatbestand der Spionage, aus seiner Sicht, für erwiesen.
Herr Frederick der im Rahmen seiner langjährigen Recherchen, letztendlich auch auf Zuarbeiten Ostdeutscher und russischer Geheimdienstkreise zurückgreifen konnte. Er selbst sagt in seinem Bericht, wie er sich im Ostberliner Hotel „Johannishof" mit dafür abgestellten Vertretern, der russischen Geheimdienst-Bürokratie traf, die ihm einschlägige Materialien übergaben, etwa die genannten russischen Ausweispapiere auf den Namen „Busch", nebst Fotos und einigem mehr.
Ergo steht fest, Frederick konnte auf das einschlägige, dem Osten zur Verfügung stehende Material zurückgreifen, nebst eigenen Recherchen.
Die Vorhalte an die Adresse Wittigs, schon zu Nazizeiten mit Aufträgen in Berührung gekommen zu sein, etwa seine Kontakte zur Tschechoslowakischen Benesch-Regierung, seine ziemlich nahtlose Übernahme nach 1945 durch den amerikanischen Geheimdienst CIC, sprechen eine deutliche Sprache.
Zu dem Zeitpunkt wo er die von der WTG bemühte Eidesstaatliche Erklärung in Sachen von Hitlers Wutausbruch abgab, war er erwiesenermaßen CIC-Agent.

Wenn man seinen bürgerlichen Status zu der Zeit, mit in Betracht zieht, so kann man ihn sicherlich in die Rubrik Journalist/Publizist einordnen. Betrieb Herr Wittig auch in anderen Fällen seiner Publizistik, etwa den Fall der „stinkenden Käsefabrik", auch den Aufwand, diese Recherche-Ergebnisse dann notariell beglaubigen zu lassen? Sicherlich nicht, jedenfalls ist in der Richtung nichts bekannt. Wird also der Schritt eingeleitet, bestimmte Aussagen, eigens notariell beglaubigen zu lassen, ist damit schon ein höherer Aufwand, einschließlich damit verbundener Kosten verbunden.
Siehe „Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" S. 142.

Wer hatte ein Interesse daran, diesen höheren Aufwand- einschließlich Kosten, in Kauf zu nehmen? Ein „kleiner Journalist" wohl kaum. Da standen andere Kreise Pate, die es für opportun hielten, es so ablaufen zu lassen.

Ein CIC-Agent avancierte also für die WTG zum Kronzeugen.

Ein wesentlicher Schritt in der WTG-Geschichte des Jahres 1947 war auch die Kreierung der Zeugen Jehovas-Zeitschrift „Erwachet!" als Nachfolgeorgan des eher lendenlahmen „Trost". Das war nicht nur eine namentliche, es war vor allem auch eine inhaltliche Zäsur. Gerade diese frühen „Erwachet!"-Ausgaben strotzen förmlich von Politik-Elementen, wenn auch in der etwas verbrämten Form.
In Kommentierung der „Erwachet!"-Ausgabe vom 8. 8. 1947 wurde beispielhaft festgestellt:

„Der „kalte Krieg" formiert sich, mag man nur als Kommentar zu jenem Politik-Überblick sagen, den zu offerieren sich auch die angebliche „neutrale" Zeugen Jehovas-Organisation in ihrer Zeitschrift „Erwachet!" Ausgabe vom 8. 8. 1947 berufen fühlt."

Sowohl kirchliche Kreise, als auch die von diesen nicht mehr erreichbaren Kreise zu Nazizeiten, pflegten mit den Zeugen Jehovas nichts sonderlich am Hut zu haben. Politik der amerikanischen Militärregierung in Deutschland war es indes, - auch - die Zeugen Jehovas vielfältig zu protegieren. Immer den alten Kolonisatorenspruch beherzigend. Früher hatten wir das Land und ihr die Bibel. Jetzt haben wir die Bibel und ihr das Land".

Die Dampfwalzenartige Propaganda der Zeugen Jehovas, etwa mit der WTG-Forderung Sechzig Stunden Predigtdienst als Quote für die einfachen Versammlungsverkündiger zu der Zeit („Pioniere" entsprechend mehr), unmittelbar nach 1945 einsetzend, war durchaus nicht überall gut gelitten. Da gab es auch Widerstände zu überwinden. Als eines von mehreren Instrumentarien dieser Widerstandsüberwindung, ist da auch besagte Eidesstaatliche Erklärung des Wittig zu bewerten. Das nunmehr umzuerziehende - vorher nazistisch verseuchte - jetzt US-Kapitalismus zugewandte Deutschland -, in seinen westlichen Zonen, wurde dann auch durch solche Statements wie die des Wittig gefügig gemacht. Da die östliche Zone dieses Spiel so nicht mitspielte, ergab sich daraus. Um so schriller haben die Töne im Westen Deutschands, dann auszufallen. Die Vermaktung des Wittig lag also im prinzipiellen Interesse der USA-Deutschlandpolitik.

Das Ostdeutsche Zeugen Jehovas-Verbot fiel sicherlich „nicht vom Himmel". Es hatte einen zeitlichen Vorlauf. Dahin gehört dann wohl auch, die „Gegensteuerung" des CIC mittels ihres Agenten Wittig.
Damit ist die WTG letztendlich mitten im Geheimdienstmilieu gelandet. Sie war diesbezüglich nicht „treibende" Kraft wohl aber Werkzeug, so auch Wittig „nur" Werkzeug war.

www.spiegel.de/spiegel/print/d-43019077.html

Emma Gumz
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 15. Oktober 2012 11:21
Kürzlich erkannte und nutzte Herr Triller von den Zeugen Jehovas - nicht zum ersten Mal - die Chance, sich als Trittbrettfahrer zu profilieren. Das ihm gemäße Medium - auch in diesem Falle - war ein Leserbrief.
Herr Triller hatte zuvor mitbekommen, dass der jüdischen Schriftstellerin Inge Deutsckron eine Würdigung zuteil wurde.
Ah - klickte es bei Triller - das ist doch wieder „die" Chance zum Trittbrettfahren.- Und Triller wäre sicherlich nicht Triller, hätte er sich diese Chance entgehen lassen.

Welche Sachlage besteht?
In ihrem 1996 erschienenen Buch mit dem Titel:
„Sie blieben im Schatten. Ein Denkmal für 'stille Helden'" hatte Inge Deutschkron auch ein der Emma Gumz gewidmetes Kapitel mit eingefügt.
Generelles Thema dieses Buches sind jene Deutsche, welche in der für die Juden existenzbedrohenden schweren Nazizeit, ihren bedrängten jüdischen Mitbürgern, wesentliche Hilfe zuteil werden ließen. Eine dieser Helferinnen in schwerer Zeit, war unfraglich auch Emma Gumz, und Inge Deutschkron würdigt nun die Hilfe die ihr und ihrer Mutter von der Emma Gumz zuteil wurde.
Die Details dabei können nicht unbedingt Gegenstand hiesiger Betrachtung sein. Unfraglich verdiente diese Hilfe eine Würdigung. Soweit ist alles okay.
Zwei Sätze aus dem Nachwort des genannten Buches seien nur als charakteristisch zitiert:
Satz 1:

„Am 15. Januar 1943 trennten wir den gelben Stern von unseren Kleidern, ergriffen unsere letzten Habseligkeiten, die aus ein paar Kleidungsstücken und Lebensmitteln bestanden, und tauchten bei der Familie Gumz unter. Wochen zuvor hatte uns Emma Gumz von dem Soldaten Fritz, ihrem Nachbarsjungen, berichtet, der in Polen gesehen hatte, „was sie dort mit den Juden machen ...".

Der zweite relevante Satz in diesem Bericht ist sicherlich der:

„ In fast allen Fällen waren es Frauen, die die Initiative zu solchen Hilfeleistungen ergriffen. Ihre Partner verweigerten zwar meist ihre Zustimmung nicht, aber sie erwiesen sich auch bei Hilfeleistungen oder bei der Suche nach der Lösung einer schwierigen Situation weitaus schwerfälliger als die Frauen. Einer Statistik zufolge waren 71 Prozent der Helfer von Juden Frauen; gegenüber 29 Prozent Männer. Frauen handeln im allgemeinen spontaner und impulsiver als Männer. Ihre Fähigkeiten, sich emotional in einen Hilfebedürftigen einzufühlen, ist wohl stärker entwickelt."

Soweit erst einmal der wesentliche Tatbestand.
Befragt man nun die WTG CD-Rom nach dem Namen der Emma Gumz, erhält man wieder einmal ein ernüchterndes Ergebnis, nämlich keines!
Lediglich der vormalige WTG-Funktionär Johannes Wrobel, erwähnt in einigen seiner Texte auch jenes Buch der Frau Deutschkron.
Indes ist die nähere Besichtigung jener Wrobel-Texte ebenfalls als ernüchternd zu bezeichnen.
Er beschränkt sich lediglich darauf zu vermerken, dass in jenem Buch der Inge Deutschkron eben auch ein Kapitel über Emma Gumz enthalten sei. Damit ist aber bei Wrobel schon mal das Ende der „Fahnenstange" erreicht. Er hält es für überflüssig, jenen Text irgendwie im Detail näher vorzustellen.
Daher mag das bei Wrobel versäumte, dann an dieser Stelle nachgeholt werden.

Wie kommen nun die Herren Wrobel und Triller dazu jenen Text der Frau Deutschkron, als für ihre Interessen so relevant einzustufen?
Die Antwort findet sich dann wohl auch in einigen Sätzen von Inge Deutschkron.
Aber ganz allgemein müßen aus dem Bericht von Inge Deutschkron erst mal auch jene Details erwähnt werden.
Offenbar war die Familie Deutschkron, zu Weimarer Republikzeiten, was ihre wirtschaftliche Lage anbelangt, als gutsituiert einzuschätzen.
Dann brach das Unglück des Naziregimes herein. Eine erste Folge für diese Familie auch, ihre größere bis dahin genutzte Wohnung in Berlin Prenzlauer Berg, wurde gegen eine weitaus kleinere Wohnung in Berlin Uhlandstraße umgetauscht:

„denn wir konnten unseren bisherigen Lebensstandard nicht aufrechterhalten."

Aber selbiger war offenbar immer noch so groß, das man sich es leisten konnte, für die eigene Wäsche, die Dienstleistung einer externen Wäscherei in Anspruch zu nehmen.
Im Umfeld der neuen Wohnung fiel daher der Blick jener Familie diesbezüglich auf die dort ansässige Wäscherei der Frau Gumz.
Damit ergab sich erst mal die Kontaktlinie zwischen diesen beiden Familien.
Im Gespräch zwischen den beiden Frauen, der Wäscherei-Inhaberin Emma Gumz (deren Eheman auch in diesem Betrieb mitarbeitete) und der Mutter von Inge Deutschkron gibt es dann auch die Aussage;

„'Ja', sagte sie (Emma Gumz), 'sie sei aus Pommern, und mit scheinbarem Interesse hörte sie zu, was meine Mutter von ihrer Heimatstadt Köslin erzählte.'"

Also auch eine gewisse Herkunftslinie, beider Frauen trug mit dazu bei, dass man sich über das rein geschäftliche, etwas näher kam.
Dem Ehemann der Frau Gumz war nun der Part zugeteilt, die Wäsche bei den Kunden abzuholen und auch wieder auszuliefern. In diesem Kontext erwähnt dann Inge Deutschkron:

„Franz Gumz hing den „Ernsten Bibelforschern" an und hatte sich seine Meinung und seine Lebensanschauung aus Büchern zusammengeklaubt. „Nur so viele Menschen werden überleben, wie unter einem Lindenbaum Platz finden." So pflegte er seine Ausführungen zu beenden, mit denen er vor den Gefahren für die Welt warnte, wenn die Nazis in Deutschland an der Macht blieben. Seine Besuche bei uns bei einer Tasse Kaffee wurden immer länger, je deutlicher die teuflischen Absichten der Nazis zutage traten."

Aber auch diese Aussage gibt es:

„'Er redet zuviel', klagte seine Frau, die lange gebraucht hatte, bis sie ihre Scheu uns gegenüber abgelegt hatte. Sie fand es gar nicht komisch, wenn ihr Mann ohne Vorsicht etwas Abträgliches über die Nazis sagte. 'Manchmal zu wildfremden Leuten', schimpfte sie, während er in sich hineinkicherte. Tatsächlich pflegte er Kunden, die mit „Heil Hitler" grüßend den Laden betraten, in einem Gespräch zu verunsichern. Und das meist mit Zitaten aus der Bibel, die, wollte man es so, auch als Kritik an der Regierung verstanden werden konnten. Frau Gumz war da viel vorsichtiger. Sie beobachtete die Leute mit ihrem lauernden Blick und war allenfalls zu der Bemerkung bereit: „Ach, wissen Sie, unser Führer wird das schon richten, machen Sie sich man keine Sorgen." Wer sie kannte, wußte, daß sie es sarkastisch meinte. Aber der Kunde konnte es natürlich auch als Vertrauen zum Naziregime auslegen. Kaum hatten jene Kunden die Ladentür hinter sich geschlossen, strahlte Frau Gumz übers ganze Gesicht vor lauter Freude über ihre List."

Auch dieses Zitat noch:

„Stumm hörten sie uns an, wenn wir von den Verfolgungen und Diskriminierungen berichteten, denen wir ausgesetzt waren. Unfähig, die richtigen Worte zu finden, verließ Herr Gumz meist polternd den Raum, während sich ihre Augen mit Tränen füllten."

In der sich für die Juden verschärfenden Situation nach dem Novemberprogrom 1938 trat nun die Situation ein, dass Frau Deutschkron (die Mutter) beschloss, das bis dahin im Besitz befindliche eigene Eßzimmer (die Möbel selbigen) zu veräußern. Deutschkron (Seniorin) bot selbige dann den Gumz an. Mit der Folge eine Verlegenheitsantwort dazu zu bekommen. Einerseits sagte Emma Gunz; wohl hätte sie Interesse; andererseits musste sie bekennen, aber nicht die nötigen Geldmittel dafür zu haben.
Dennoch wurden die beiden Frauen sich handelseinig - ohne Geldzahlung seitens der Gumz - dann die Möbel zu übernehmen.
Dazu ist auch der Satz charakteristisch:

„Da mein Vater bereits vor der Auswanderung stand, und wir ihm zu folgen hofften, schien es sowieso sinnlos, eine Wohnung zu halten."

Die Reaktion von Frau Gumz, zu diesem durch die Umstände bedingten Zwangsgeschenk war dann die:

„Nicht wahr, Sie kommen zu uns, wenn Sie etwas brauchen?" sagte Emma Gumz jedesmal, wenn wir sie besuchten. Sie wußte, daß Lebensmittelzuteilungen für Juden von Monat zu Monat mehr reduziert wurden. Jedesmal drückte sie meiner Mutter oder mir etwas in die Hand."

Auch dieses Detail über den Ehemann der Frau Gumz kann man noch vernehmen.

„Es war Anfang des Jahres 1945. Ihr Mann, damals schon Ende Vierzig, war noch zum Volkssturm eingezogen worden."

Weiter vernimmt man über die Zeit nach 1945 dann noch:

„Das Ende des Krieges erlebten wir in Potsdam und konnten die ersten Monate nicht nach Berlin gelangen. Dadurch erfuhren wir erst Monate später, daß Franz Gumz an einem Nierenversagen gestorben war. Die Tage und Nächte im Schützengraben vor der Stadt hatten dazu geführt, daß ein altes Leiden wieder aufgebrochen war."

Um zum Schluß dieses Berichtes zu gelangen. Was ist denn nun die Zeugen Jehovas-Bezüglichkeit in dieser Schilderung? Für mein Empfinden ist sie mehr als mager!
Die Rede ist davon der Franz Gumz sei von Bibelforscherthesen beeindruckt gewesen. Derselbe Herr Gumz konnte aber sein gewöhnliches bürgerliches Leben bis 1945 weitgehend ungebrochen fortsetzen. Mehr noch, er kam 1945 widerstandslos dem Ansinnen des Naziregimes nach, im Volkssturm - dem letzten Aufgebot der Nazis - mitzumachen.
Eine hervorhebenswerte Zeugen Jehovas Biographie zu Nazizeiten indes, pflegt in der Regel anders auszusehen.
Auch in diesem Falle gingen die wesentlichen Impulse der Hilfe von der Emma Gumz aus.
Selbige nun in das Korsett einer Zeugin Jehovas hinzupresssen, ist wohl etwas, was vorne und hinten nicht stimmt.

SS-Führer Himmler jubelt in seinem Zeugen Jehovas-Schreiben an Kaltenbrunner im Jahre 1944 auch darüber, die Zeugen Jehovas seien halt schärfstens gegen die Juden eingestellt.

http://books.google.de/books?id=QFPgIY5We7YC&pg=PA200&lpg=PA200&dq=abbauende+Bet%C3%A4tigung&source=bl&ots=mAnS3wkGF6&sig=hX0nkXJYPAT8-BgOVUfdVE4mnOo&hl=de&sa=X&ei=FTt8UPnrMsTBswar5IDQCA&ved=0CDgQ6AEwAQ#v=onepage&q=abbauende%20Bet%C3%A4tigung&f=false

Vom KZ-Kommandant Rudolf Höss sind ähnliche Aussagen belegt.

Eigenartigerweise waren sie alle davon überzeugt, daß die Juden nun gerechterweise zu leiden und zu sterben hätten

http://books.google.de/books?ei=xz18ULfFAsnntQamn4HQDA&hl=de&id=pPtmAAAAMAAJ&dq=davon++%C3%BCberzeugt%2C+da%C3%9F+die+Juden+nun+gerechterweise+zu+leiden+und+zu+sterben+h%C3%A4tten&q=da%C3%9F+die+Juden+nun+gerechterweise+zu+leiden+und+zu+sterben+h%C3%A4tten

Die Rutherford'sche WTG zu Nazizeiten, schwamm generell auf de Welle des religiösen Antisemitismus mit.
Herr Triller hat wieder einmal einen untauglichen Bericht abgeliefert, des sich Schmückens mit nicht verdienten Federn!

Herr Triller behauptet in seinem Text auch: „Franz Gumz war schließlich auch im KZ und starb 1946 an den Haftfolgen."

Bei Frau Deutschkron indes liest man etwas anders. Und mit Beweisen für seine These, Franz Gumz betreffend, hält Herr Triller sich schon mal nicht auf. Insoweit steht erst mal Aussage gegen Aussage, wobei die der von Frau Deutschkron, die größere Wahrscheinlichkeit zuzusprechen ist.
Herr Triller oder ein anderer WTG-Apparatschicks wäre also erst mal verpflichtet, diesbezügliche Beweise anzutreten. Solange das nicht geschehen ist, muss Kurt Triller in dieser Sache, als erkannter Lügner bezeichnet werden!

www.morgenweb.de/region/schwetzinger-zeitung-hockenheimer-tageszeitung/leserbriefe/an-mutige-helfer-erinnern-1.705557

Siehe auch
Miese Propaganda mit der nazistischen sogenannten „Reichskristallnacht"

Mysnip.7155

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