Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 96
Zitat aus dem in dieser Ausgabe aufgelisteten "Sündenregister" der Zeugen Jehovas:
"Deutsch-sowjetische Freundschaft wird durch eine Feindschaft gegenüber der Sowjetunion ersetzt, die kaum ihresgleichen findet. Es gibt erschreckende Beispiele, wie junge Menschen in unserem Lande auf diese Weise zu Feinden der Sowjetunion gemacht und soweit gebracht wurden, daß sie erklärten, der Begriff deutsch-sowjetische Freundschaft widere sie derart an, daß es ihnen 'schon zum Halse heraushänge'."

Dazu darf man anmerken: Jene eben zitierte Äußerung ist in der zitierten Form nirgends in der WTG-Literatur enthalten. Es handelt sich bei diesem Zitat um eine eindeutige Privatmeinung. Sicherlich kann man an der Wortwahl Anstoß nehmen. Sicherlich kann man weiter sagen, die tiefere Ursache dafür liegt in der WTG-These sich nicht an der Politik beteiligen zu wollen.

Etwas indes "vergaß" diese CV-Ausgabe mit hinzuzufügen. Wenn sich jemand tatsächlich zum aussprechen jener inkriminierten Meinung hat hinreißen lassen, dann ergibt dies zugleich Spiegelhaft ein Bild des Klimas in der DDR. Da wurde nämlich versucht zwangsfreiwillig Mitglieder unter anderem für die DDR-Organisation "Deutsch-Sowjetische Freundschaft" zu rekrutieren. Theoretisch war vieles in der DDR "freiwillig". In der Praxis indes jedoch war das Gegenteil der Fall. Es wurde sehr wohl massiver Druck ausgeübt. Sollte daher jemand als Ventilfunktion auf diesen Druck, sich zu jener Äußerung hinreißen lassen, schlägt dies letztendlich auf die Urheber dieses Druckes zurück.


 

CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 96 Juli 1977

VORBILDLICHE BÜRGER DES LANDES?
Was Jehovas Zeugen durch die WTG unter ihren Mitmenschen anrichten
Liebe Leser!
Menschen guten Willens, wahre Christen, gute, ja beste Staatsbürger des Landes, die die Gesetze einhalten und ihren Mitmenschen nichts Böses zufügen die vielmehr in höchstem Maße an ihrem Wohl interessiert sind - so und ähnlich verstehen sich Jehovas Zeugen in Ihrer Tätigkeit unter Führung ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Brooklyn, New York, USA (WTG), in aller Welt.

Sie bringen das in Wort und Schrift überall zum Ausdruck und wollen auch von allen anderen so verstanden sein.
Inzwischen aber ist die Tätigkeit der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas unter WTG-Führung laut Jahrbuch 1977 (S. 18) in über 40 Ländern behindert oder verboten. Als jüngste Verbote werden die afrikanischen Länder Benin und die Zentralafrikanische Republik sowie Argentinien genannt. Die WTG vermeidet es nach Möglichkeit, auf die Einzelheiten und Hintergründe dieser Verbote hinreichend einzugehen. Summarisch wird z. B. im Jahrbuch lediglich gesagt, sie seien verboten worden, "weil sie sich zum Bibelstudium versammelt hatten." Sie würden dessen ungeachtet jedoch weiter "vorbildliche Bürger des Landes sein". So wird durch die WTG-Berichterstattung der Eindruck erweckt, als ob es sich um eine schreckliche Christenverfolgung handele, die da überall über eine christliche Minderheit gebracht wird. Ohne Zweifel sind besonders in einigen afrikanischen Staaten schreckliche Dinge über die Zeugen hereingebrochen. Es hat furchtbare Empörungen gegen ihre Tätigkeit gegeben. Zum Teil wurden ihre Hütten niedergebrannt, es hat Vergewaltigungen und Todesfälle gegeben, und zu Tausenden sind sie über die Grenze geflüchtet oder sie haben sich im Busch versteckt. Generell geht es jedoch lediglich darum, ihre Tätigkeit unter der Bevölkerung zu verhindern und zu unterbinden.

Die WTG hat, wo es irgend möglich war, aus jeder Verfolgung, die über die von ihr ausgerichteten Zeugen Jehovas gekommen ist, eine große Kampagne gemacht, um sie als eine um ihres christlichen Glaubens willen unschuldig verfolgte Minderheit darzustellen. Viele glauben das auch oder sind sich zumindest nicht im klaren darüber, was es mit den Zeugen auf sich hat, daß sie so behandelt werden. Manche wiederum betrachten ihre Tätigkeit als harmlos, die man vielleicht nicht ganz ernst nehmen kann. Laß sie doch, sagt sich mancher, was können die schon anrichten. Sie verweisen auf diesen oder jenen Zeugen Jehovas, den sie persönlich kennen, auch als gut und zuverlässig in seiner beruflichen Tätigkeit, als freundlich und höflich, so daß doch eigentlich kein schwerwiegender Grund vorliege, irgendwie beunruhigt zu sein.

Das sind vorbildliche Bürger des Landes?
Vorbildliche Bürger des Landes zu sein würde bedeuten, daß das Land blühen und gedeihen würde, würden alle Bürger sich noch diesen Vorbildern richten, ihnen entsprechend handeln, sich ihnen entsprechend verhalten. In der Tat finden sich z. B. Journalisten und Reporter, die die WTG-geführten Zeugen Jehovas an der guten Organisation und Ordnung ihrer internationalen Kongresse, an der Reinlichkeit der Versammlungsstätten, Stadien oder Kongreßhallen, an der dort gezeigten Disziplin und Moral messen, an den dortigen freundlichen Gesichtern, wohl gehüteten Kindern und fast völligen Abwesenheit irgendwelcher polizeilichen Ordnungshüter. Wenn alle Menschen so wären, wie die Zeugen, liest man dann von einem solchen Journalisten in der BRD oder in den USA. Würde das Land wirklich blühen und gedeihen und würden wirklich alle Bürger glücklich sein können, wenn sie vorbildliche Bürger sind wie Jehovas Zeugen? Die Behauptung "vorbildliche Bürger des Landes" soll aus all den genannten Gründen darum untersucht und geprüft werden. Was wäre wirklich, wenn?

Es ist eine sehr, sehr lange Liste von Verhaltensweisen, die man durchgehen muß, denn die WTG weist inzwischen eine über hundertjährige Geschichte seit ihrem Beginn in den ersten 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf. Nun, Jehovas Zeugen wissen sehr gut, wie sie sich in Wahrheit überall als Staatsbürger verhalten, was sie tun oder unterlassen, wozu sie ihre Mitmenschen in staatsbürgerlicher und anderer Hinsicht anleiten oder hinführen durch ihr "Bibelstudium", wie es die WTG anweist. Das letztere muß unbedingt betont werden. Es soll Jehovas Zeugen nicht entschuldigen, denn jeder erwachsene Mensch ist für sein Tun und Lassen in jeder Hinsicht letztlich voll selbst verantwortlich, wenn er nicht unzurechnungsfähig oder entmündigt ist oder vielleicht beschränkt zurechnungsfähig. Die Situation ist jedoch so, daß Jehovas Zeugen in allem in Wahrheit von der WTG abhängig sind, wie sie die Bibel zu verstehen und anzuwenden haben oder nicht, wie sie sie zu deuten haben oder nicht. Die "Fragen von Lesern" in den WTG-Zeitschriften an die WTG bestätigen es letztlich, wie die WTG bis hinein in die Intimsphäre ihrer Zeugen regiert und dirigiert. Vergewissem wir uns - nun an einer guten Reihe von Beispielen, wie sich die Zeugen Jehovas unter WTG-Führung als "Bürger des Landes" verhalten und wie vorbildlich das ist. Sie wählen keine Partei oder "obrigkeitliche Person" und Regierung eines Landes. Wer solche "Politik treibt", werde von Gott vernichtet. Politisches Handeln sei Teufelsdienst. Sie verweigern jede demokratische Mitverantwortung im Lande vom Gemeindevertreter aufwärts bis zur obersten "obrigkeitlichen" Funktion und lehren das Volk so.

Sie lehnen jede sozialpolitische Mitverantwortung im Lande ab und verweigern jede entsprechende Funktion und Aufgabe.
Sie bekämpfen in ihrer "Verkündigung" alle "menschlichen Pläne" als gottesfeindliches Teufelswerk, das zum Scheitern verurteilt sei. Wenn es nach ihnen ginge, würde niemand einen Volkswirtschaftsplan oder Staatshaushaltplan oder einen Fünfjahrplan für die Volkswirtschaft machen.

Sie lehnen jede "Weltverbesserung" verächtlich als vergeblich, als gegen Gott gerichtet ab. Christen dürften die Welt nicht verbessern. Wer das tue, mache sich zum "Feind Gottes".
Sie lehren, jeden Wehrdienst mit der Waffe zu verweigern, so daß z. B. die faschistische SS-Führung den Plan faßte, die Zeugen im Falle der Besiegung der Sowjetunion in ungeheurem Ausmaß dort zu fördern, um jeden Widerstand unter der Bevölkerung gegen die faschistischen Eroberer zu verhindern.

Sie lehren die Jugendlichen, möglichst keine höhere Bildung, Qualifizierung oder Universitätsbildung zu absolvieren, indem sie seit über hundert Jahren laufend ein anderes "Weltende" ansetzen, das dies angeblich überflüssig mache, ja völlig verfehlt und zwecklos. So wurde Jugendlichen hier ein Medizinstudium ausgetrieben, dort eine berufliche Qualifizierung, ein Oberschulbesuch, ein Fernstudium oder sogar die ganze persönlich und gesellschaftlich notwendige Berufsentwicklung zerschlagen.

Sie beeinflussen überall, kaum noch Zeitungen, Zeitschriften oder andere Literatur zu lesen, sie warnen vor Rundfunk, Film und besonders Fernsehen, das als "Glasauge Satans" verrufen wird.
Sie beeinflussen und erziehen die Kinder so, daß alles, was in der Schule gelehrt wird und im Widerspruch zur WTG-Ausrichtung steht, einfach an den Kindern "vorbeirauscht" oder sie es nur äußerlich mitmachen.

Sie lehren, die Gesetze des Staates nur soweit zu respektieren wie es die WTG für erforderlich hält. Das reicht über Irreführung von Behörden durch entsprechende Lügen bis zu Geldschmuggel und Ausweisfälschung, wie es in der DDR z. B. praktiziert wurde.
Sie stiften Feindschaften in den zwischenmenschlichen Beziehungen, indem politisch engagierte Mitbürger als "vernichtungswürdige Feinde Gottes hingestellt werden und anders überzeugte Christen und ihre Vertreter als "Satansdiener".

Sie verweigern jede demokratische Mitentscheidung bei Volksabstimmungen, Volksentscheiden, Gesetz- und Verfassungsbeschlüssen oder anderen demokratischen Aktionen. Sie bekämpfen in ihrer Verkündigung jede wirtschaftliche, kulturelle, soziale und politische Entwicklungshilfe als nutzlose "Weltverbesserung".
Ganz zu schweigen von ihrem von der WTG inspirierten Kampf gegen die Beteiligung an irgendeiner revolutionären Veränderung im Lande durch einen Antikommunismus, und Antisowjetismus, der in seinen Formen "würdig" auf gleicher Stufe steht mit der antibolschewistischen und antikommunistischen politischen Hetzpropaganda des faschistischen deutschen Propaganda-Ministerium unter Dr. Goebbels. Wer den Kommunisten auch nur die Hand reicht, versinke laut WTG in völliger Unmoral und gehe gleichsam "mit Gotteshassern ins Bett". (WT 1. 3. 74, S. 132). Deutsch-sowjetische Freundschaft wird durch eine Feindschaft gegenüber der Sowjetunion ersetzt, die kaum ihresgleichen findet. Es gibt erschreckende Beispiele, wie junge Menschen in unserem Lande auf diese Weise zu Feinden der Sowjetunion gemacht und soweit gebracht wurden, daß sie erklärten, der Begriff deutsch-sowjetische Freundschaft widere sie derart an, daß es ihnen "schon zum Halse heraushänge".

So ist die WTG schließlich auch daran beteiligt, die Freundschaft zwischen den Völkern, insbesondere der sozialistischen Länder, unter Mißbrauch des christlichen Glaubens zerstören zu helfen und damit allen denen Vorschub zu leisten, die das aus welchen Gründen auch immer auf ihre Fahne geschrieben haben.
Sendet eure Erfahrungsberichte an CV!

Die Frage, was Jehovas Zeugen unter der WTG-Führung alles unter den Menschen anrichten, ist sehr aktuell! Schreibt alle Erfahrungen und Erlebnisse diesbezüglich auf, nicht zu lange Artikel, kurz, prägnant, konkret, kurzweilig. Dies ist eine große Hilfe für viele Menschen, für Jehovas Zeugen selbst um ihnen die Auswirkung ihrer Tätigkeit unter der WTG zum Bewußtsein zu bringen, wie auch für alle anderen, die von den Zeugen angesprochen werden oder sich sonst damit befassen müssen. Vergewissert euch. 1. Thess. 5:21 NW.
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IN DIESER AUSGABE:
- CV-Beratung in Berlin II
- Haben wir noch Hoffnung?
Bericht eines ehemaligen Kreisaufsehers
- Wie goldene Apfel …"
Dienst am Wort
- Wo will die WTG nach "1975" hin?
- Mitteilungen/Berichte/Informationen
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DIE ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN!
CV-Beratung und Erfahrungsaustausch in Berlin (2)
CVN. Fortsetzung des Berichtes über die Tagesversammlung und ihre Bedeutung im April 1977 von Mitarbeitern, Mitverbundenen und Freunden von "Christliche Verantwortung" aus den verschiedensten Bezirken der DDR in Berlin. Der erste Teil dieses Berichtes wurde in CV 95/77 gebracht.

Die Alten werden im Stich gelassen
Ein weiterer Schwerpunkt der Aussprache war die jetzige Lage der alten Brüder und Schwestern in der Organisation, die sozusagen den letzten Rest der Angehörigen der Generation von 1914 bilden, die "nicht vergehen" sollte, bis alles geschehen sei. Sie wurden ohnehin in einer Täuschung und Selbsttäuschung gehalten, da eine Generation biblisch immer nur die Zwischenzeit ist, die zwischen den Geschlechterfolgen liegt, also von der Geburt einer Generation bis zur Geburt der nächsten, das sind etwa 30 Jahre. Nach dieser biblischen Zeitangabe hätte alles schon etwa 30 Jahre noch 1914 "geschehen" sein müssen.

Bekanntlich hatte die WTG ja auch für die Zeit bis 1945 Harmagedon verkündigt (Trost/Erwachet 1. Juni 1945, Nr. 545, Buch "Dein Name werde geheiligt", S. 329, Brosch. "Schau den Tatsachen ins Auge", S. 52, 1938), das sie dann nach 1945 wieder aus den Köpfen "verscheuchte".
Die Feststellungen zu diesem Thema wurden auf Grund umfangreicher Tätigkeit, besonders im Bereich der Betreuung der alten Geschwister, in der Organisation getroffen. Was die WTG ihnen auch alles sagt, sie hätten doch ihr Leben sinnreich verbracht, sie brauchten doch nichts zu bereuen, früher hätten auch viele nicht erlebt was verheißen worden war, sie sollen doch nur an Abraham denken und schließlich gäbe es doch eine Auferstehung - zu deutlich ist alles nur Besänftigung oder "Einlullungen", Niederhaltung. Denn darum geht es doch überhaupt nicht! Die Alten werden damit doch in Wahrheit übertölpelt! Es geht doch darum: Die WTG hat jener 1914-Generation zu i h r e r Lebzeit mit 100 Prozent Gewißheit im Namen Gottes das Weltende gepredigt! Es geht doch nicht um die Zeit Abrahams! Es geht um die Glaubwürdigkeit der Endzeit, die die WTG h e u t e verkündigt Diese stimmt nicht!

Die Alten von 1914 merken in jeder Studienzusammenkunft, die sie noch besuchen können, in jeder Schrift, die sie "studieren" sollen, in jeder "Predigtdienstschulung", an der sie vielleicht teilnehmen, wie sie in Wirklichkeit an die Wand gedrängt werden. Sie sind eigentlich nicht mehr gefragt, die WTG geht über sie hinweg. Sie werden lediglich noch getröstet, bis sie eines Tages "vergangen" im Grabe liegen und die WTG vor ihren bohrenden Fragen Ruhe hat. Ohnehin hat die WTG nach und nach jene in die gewissen Stellungen gebracht, die noch etwas länger zu leben haben und denen es darum weniger ausmacht, wenn es wieder verschoben wird. "Viele alte Brüder und Schwestern liegen jetzt völlig am Boden", weil das Ende wieder nicht gekommen ist, sie werden von der Organisation rigoros "geschnitten", wurde ausgeführt. Doch welchen Aufseher beunruhigt das schon? Viele ganz und gar nicht. Sie haben sich im WTG-Auftrag um die zu kümmern, mit denen das "Werk" wieder fortgesetzt werden kann. Die anderen werden liegengelassen. Was können sie schon für Schaden anrichten. Sie sitzen daheim, meistens sind sie alt und gebrechlich und über 70-80 Jahre alt. Für die Organisation ist es noch 1975 völlig fruchtlos, sie sind nicht mehr zu aktivieren. Meist sind sie auch zu schwach, es mit den "Aufsehern" aufzunehmen, die da trösten" wollen. Sie werden langsam still. Es ist zugleich eine große Tragik, was diese Alten persönlich betrifft.

Für jeden aber, der dies mit ansehen muß, der solche alte Geschwister besucht, der ihre bitteren Worte hört und ihre gebrochenen Hoffnungen sieht, die ihnen seit 1914 gemacht wurden, und die sich nun doch nicht erfüllen, weil sie "vergehen" müssen, für jeden, der dies mit ansehen muß, ist es eine Ungeheuerlichkeit, was die WTG hier macht. Das ist mit ehrlicher christlicher Verantwortung vor Gott und Menschen nicht im geringsten mehr zu vereinbaren. Das ist seitens der WTG ein vorsätzliches Spiel mit Menschenschicksalen, die gebraucht werden, um sie dann dem "Vergehen" preiszugeben, enttäuscht, unerfüllt, mißbraucht, um sich dann einfach der nächsten Generation zuzuwenden.

"Studiert", was überhaupt nicht paßt
Gegenstand der Aussprache war weiter ein Sachverhalt der große Unruhe auslöst. Die WTG gibt durch ihre speziellen "Königreichsdienste" (I/77, II/77 usw.) und auch auf bekannte andere Weise Predigtdienstanweisungen und sonstige Anordnungen, die zeigen, daß sie in schwerwiegendem Maße nicht nur selbst fehl- und irregeht, sondern auch noch andere zu solchem Verhalten "anleitet". Dies ist der meist zuerst erkannte Sachverhalt, wohinter jedoch ganz offensichtlich Zweck und Absicht stehen. Es handelt sich um die sozialpolitischen Fragen, auf die sie ausrichtet, um sie in der "Verkündigung" zu verwenden, und die durch die "Studienleiter" behandelt werden müssen. Aus allem spricht ein Geist der Fehlorientierung, der Falschorientierung und der Vergeudung und des Mißbrauchs von Zeit, Kraft und Mitteln, von Glauben und gutem Willen, was einem "guten Hirten" völlig unwürdig ist, Steine werden gereicht anstatt Brot.

Was soll ein Verkündiger hier mit dem Problem der Arbeitslosigkeit, der Krisen, der sozialen Unsicherheit, der Rauschgiftsucht und allen anderen sozialen Übeln der kapitalistischen Länder anfangen? Was soll er hier in den sozialistischen Ländern mit dem kapitalistischen Konkurrenzkampf unter "Arbeitgebern" und seinen Auswirkungen auf die Arbeitnehmer" anfangen? Die WTG verlangt Dinge zu "studieren" und dann anzuwenden, die für die sozialistischen Länder überhaupt nicht passen, die aber laut WTG-Dienstanweisung durchgeführt werden müssen und nicht abgesetzt werden dürfen, wie nutzlos, irreführend, verkehrt und unbrauchbar das auch ist. Wenn ein Geist Gottes auf den WTG-Hirten ruhen würde, dann würden sie wissen, worauf es ankommt und die "Schafe" nicht auf "Weiden" führen, wo es überhaupt keine brauchbare "Nahrung" gibt, wo sie nur Steine finden. Sie würden sie mit keinen falschen politischen Orientierungen "füttern". Weil es aber die höchste Verantwortung vor Gott und Menschen ist, die es gibt, Menschen verantwortlich anzuleiten und zu unterweisen, muß dies zur Unruhe führen. Kein "guter Hirte" kann das mitmachen. Es gibt jedoch einige Hintergründe für diese WTG-Orientierung an kapitalistischen Denkweisen und Begriffen aus Politik und Wirtschaft, auf die man hinweisen muß. Es bestehen Zweck und Absicht dabei. Ohne daß die Verkündiger es merken, werden sie gelehrt in Begriffen zu denken und zu reden, wie z. B. "Arbeitgeber" oder "Arbeitnehmer" und was damit zusammenhängt, die völlig der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftspolitik und ihren Forderungen entsprechen So werden sie hintergründig "immun" gemacht dagegen, sich als Christen auf die sozialistische Gesellschaftsordnung zu orientieren, in der sie leben. In Verbindung mit dem ständigen Antikommunismus der WTG sollen sie auf diese Weise "Inseln" oder Gruppen werden oder bleiben, von denen auf die christlichen Bevölkerungskreise ständig der sozialistischen Gesellschaftsordnung gegenüber feindselige Impulse und Einflüsse ausgehen. Der zuerst erkannte Sachverhalt dabei ist zumeist, daß die WTG etwas anweist und verlangt zu "studieren" und zu praktizieren, was bei genauerem Hinsehen auf die sozialen Verhältnisse in den sozialistischen Ländern überhaupt nicht paßt und deshalb verantwortungslos ist. Es ist einfach für jemanden, der nicht gewissenlos sein will, unmöglich, in den Studiengruppen Probleme "durchzuziehen", die hier überhaupt keine Probleme sind und alle sozialpolitisch nur irreführen, die nicht Hilfe, sondern Belastung und Falschausrichtung sind. Da die WTG aber darauf beharrt, mit allen verfügbaren Mitteln der Sanktionen, die sie hat, muß es bei den Verantwortungsbewußten schließlich zum Nachdenken kommen.
- wird fortgesetzt -

HABEN WIR NOCH HOFFNUNG?
Wie ein ehemaliger WTG-Kreisdiener bis jetzt mit dem falschen WTG-Weltende von 1975 fertig wurde - 1. Teil.
Haben wir noch Hoffnung? Diese Frage werden sich insbesondere die Brüder und Schwestern stellen, deren Geburtsdatum so um die Jahrhundertwende liegt. Nicht wenige dieser Menschen haben ihr Werk auf Erden bereits beendet und dem Tod die Hand gereicht. In der Stunde der Gewißheit, vor dem letzten Lidschlag, gab es sicherlich viele, die ihre noch lebenden Brüder und Schwestern einen Augenblick beneideten. Hatten diese nicht die große Hoffnung, in der "Schlacht von Harmagedon" an der Seite von Jesus Christus die Vollendung des "Königreiches Gottes" mitzuerleben All das Leid, all die Ungerechtigkeit, all die Lieblosigkeiten, die man am eigenen Leibe erfahren mußte, wären somit tausendfach gerächt und gesühnt. Nun, sie starben in der Hoffnung, daß es im Herbst 1975 so sein wird und sie den Treuelohn ihrer Hingabe zu Gott, die Auferstehung, als einer der ersten empfangen werden.

Ein mir bekannter Bruder
Ein mir bekannter Bruder, der seine Überzeugung derart überall in Demut an seinem Auftrag des Predigens kundtat, gehört auch zu der oben genannten Generation, er wurde 1902 geboren. Er war später jahrelang im WTG-Kreisdienst tätig. Er hatte es einstmals nicht leicht, ohne erlernten Beruf fünf Kinder großzuziehen, die jedoch keineswegs alle ihrem Vater im WTG-Glauben folgten. Bei vielen Beerdigungen war seine Überzeugung in der Ansprache Trost und Zuversicht für die Hinterbliebenen und auch für sich selbst.

Heute, wo wir alle wissen oder überprüfen können, daß das .,hellere Licht" wieder um einige Lux "heller" geworden ist, indem eine in Wirklichkeit gigantische Illusion durch Prophetie ihrer selbst, "1975", zerplatzt scheint, können viele der älteren Generation nicht mehr anders, als sich an die Fetzen dieser Illusion von "1975" zu klammern.

In einem Gespräch, das sich mit unserem Bruder nach der Zeit der ausgebliebenen Ereignisse von 1975 führen konnte, gab er mir zu verstehen, daß man ja Jehova nicht "auf Zeit" dienen sollte und alle, die 1975 "mißverstanden" und den Ablauf der 6000 Jahre mit dem Hereinbrechen von "Harmagedon" gleichsetzten, sozusagen die Spreu vom Weizen sind und sich somit selbst von Gott entfernt haben. Meine Frage, warum er mir dann noch im Sommer 1975 dringend nahelegte, was er mit seinen jetzigen Worten als falsche Prophetie klassifiziert, brachte ihn etwas aus seinem Konzept. Mit eigenen Waffen geschlagen werden ist in der Tat etwas verwirrend für den Betroffenen. Und für Sekunden schien es, als spulte sich in seinem Innern ein Film ab, der sein eigenes bisheriges Leben zum Inhalt hatte. Seine Augen hatten in diesem Moment so etwas Hilfesuchendes, daß es mich fast dauerte, ihm diese simple Frage gestellt zu haben.

In den 20er Jahren hatte er als junger ungelernter Mann zum erstenmal Berührung mit den Ernsten Bibelforschern, wie sich die Zeugen Jehovas damals noch nannten. Nach dem Weltkrieg, der Inflation, Arbeitslosigkeit und all den vielen sozialen Miseren und politischen Verwirrungen von damals erschienen ihm die Aussagen der Bibelforscher im Hinblick auf die Errichtung des messianischen Königreiches auf Erden als einzig mögliche Beendigung allen Übels auf dieser Welt. Die damalige falsche Weltendeprophetie der WTG von 1925 hat ihn offensichtlich nicht sonderlich beeindruckt. Viele jedoch, die der WTG geglaubt hatten, begruben danach ihren christlichen Glauben überhaupt. Auch das ist ein Schuldkonto der WTG.

Dann ging der zweite Weltkrieg zu Ende. Für die Bibelforscher, jetzt Zeugen Jehovas, blieb auch danach alles nur Ungerechtigkeit, einschließlich oder ganz besonders, daß in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands dann eine neue Gesellschaftsordnung Einzug hielt unter Führung der Kommunisten und ihrer Verbündeten. Höhepunkt des Kampfes der Zeugen Jehovas gegen diese "Ungerechtigkeit" war u. a. ihre internationale "Resolution gegen den Kommunismus" vom 6. August 1950, die eifrig in der 1949 gegründeten DDR in deutsch verbreitet wurde.

Für unseren Bruder wie für die anderen seinesgleichen konnte dieser "Mut" der Organisation jedoch nur von Gottes Geist selbst kommen. Jehova Gott hätte seine Hand über dem Werk, da gab es für ihn keine Zweifel. Es gab nur eins, mit Eifer Gottes Willen zu tun, verkörpert durch die Leitende Körperschaft der "Gesellschaft". Und eifrig predigte er den Untergang der "großen Hure Babylon", die Vernichtung "dieses Systems der Dinge" mit dem "verhaßten Kommunismus" im Osten und harrte erwartungsvoll der Dinge, die da kommen sollten. Wie stimme er 1949 mit Tausenden anderen der großen WTG-Losung in der Westberliner Waldbühne "Es ist später als du denkst" zu! Wie spät ist es jetzt, wieder fast eine Generation später?

In Gemeinschaft Leichtgläubiger ist es da gut ausharren, zumal es ja ein Königreich Gottes geben soll und das ewige Leben als Krönung. Wer, fragen sie sich, hat bisher so etwas Einmaliges gebotenen?

1975 bricht herein
Zum Vergewissern und Prüfen genügten die bibelerklärenden Schriften der WTG-Körperschaft, zum Predigen begnügte man sich mit den von dieser Körperschaft bestimmten Bibelversen zum Deuten der Zeit und Verhältnisse, die Ergebnisse des Wirkens, in der Praxis, die gewonnenen "Schafe", waren ihm Beweis genug und Bestätigung für die Rchtigkeit der Predigt. Doch was mehrt sich nicht alles. So wurde es wieder um eine Generation später. Aber die Brüder in New York hatten natürlich nicht geschlafen. Rechtzeitig traten sie mit "neuem" und "hellerem Licht" gerüstet hervor.

Auch unser Bruder mit dem Geburtsdatum um die Jahrhundertwende las die Schriften der WTG zur Genüge. Die Zuversicht wurde nunmehr bestärkt, indem das Datum des Endes" des Systems der Dinge" proklamiert wurde: Im Herbst 1975 ist es endlich soweit! Das war in der Tat ein Lichtblick, der ungeheuren Tatendrang versprach, um das Werk gut voranzubringen. Noch ein paar Jahre, und das Jahr 1975 steht vor der Tür. Dann würde auch der Sohn seines leiblichen Bruders sehen, daß es besser gewesen wäre, zu handeln wie sein WTG-getreuer Cousin.

Im September 1975 zählte unser Bruder und sein leiblicher Glaubensbruder mit vielen anderen seiner Generation aus der Jahrhundertwende die Stunden bis zum Hereinbrechen von '"Harmagedon". Hatten sich nicht die Zeichen für das Nahen der "himmlischen Heerscharen" derart verdichtet für diese Zeit? Die großen Kirchen "zerfielen" wie morsche Säulen (wirklich),? Die politische und militärische Lage war äußerst gespannt. Die Kriminalität wuchs ins Ungeheuerliche, zumindest in den westlichen Ländern, was ja als "Zeichen" vollkommen genügt. Seuchen und Krankheiten rafften Menschen dahin, die sittliche Moral glich der von Sodom und Gomorrha, zumindest im Westlichen, kurzum, Jehova Gott mußte jetzt eingreifen.

Nur eins war merkwürdig, nämlich erst der Jahrestext von 1974, wo von einem Fehlschlag die Rede war, dann der Jahrestext von 1975, wo nur von einem "Ort der Zuflucht" die Rede war: " . . . wir benötigen bestimmt einen Ort der Zuflucht", sagte die WTG-Erklärung. Aber es soll doch nur noch ein dreiviertel Jahr dauern! Hatte er nicht anderen dies predigen müssen und selbst in diesem Glauben an Harmagedon im Frühherbst 1975 gelebt und geschuftet? Hatte er nicht auch allen Bekannten und Verwandten diese "gute Botschaft" eindringlich nahegebracht? Was sollen diese Jahrestexte, wenn allen für 1975 das Ende gepredigt wurde? Sind wir nicht ohnehin unter Gottes Schutz? Was will uns der "verständige Sklave" mit diesen Jahrestexten beibringen Etwa das Eingeständnis einer Fehlberechnung und Falschprophetie? Nein, das kann doch nicht sein! Oder doch? Warum wurde er in der letzten Zeit immer von leitenden Brüdern gerügt, wenn er von 1975 sprach? Warum bremste ihn sein eigener Sohn immer ab; wenn er ihm von Geschwistern aus dem Westen berichten konnte, welche darüber "munkelten", daß die Zeit sogar etwas eher heran sein könnte?

Andererseits, hat es der "Sklave" von Anfang an gewußt, daß es 1975 kein Harmagedon geben wird? Aber nach seinen Berechnungen, die wir der Welt präsentiert haben, sind 1975 die 6000 Jahre des Ruhetages Gottes um, und damit übernimmt Christus den "Fürsten" die Geschicke auf Erden! Wenn das alles 1975 nicht kommt, was wird dann mit der Generation, die 1914 erlebt hat und zu der auch er gehört? Sie sollte doch nicht "vergehen " und stirbt dennoch dahin! Wie steht er vor allen da, denen er in gutem Glauben das Jahr 1975 gepredigt hat? Kann denn der "verständige Sklave" ein Lügner sein? Denn Gott bleibt doch wahrhaftig! Darum könnte nur der "Sklave" der Lügner sein, wenn 1975 nichts passiert. Inbrünstig betete unser Bruder in solchen Stunden des Überlegens um Lenkung der Gedanken, wie viele andere auch, die der angekündigte Frühherbst 1975 schlaflose Nächte bereitete. Wie würden sie danach dastehen Was ist Wahrheit, wenn 1975 vergeht wie jedes andere Jahr?
- wird fortgesetzt -

WAS SAGEN JEHOVAS ZEUGEN ZUR MOSKAUER WELTKONFERENZ RELIGIÖSER REPRÄSENTANTEN FÜR DAUERHAFTEN FRIEDEN, ABRÜSTUNG UND GERECHTE BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DEN VÖLKERN IM JAHRE 1977, NACHDEM DIE ENDZEITVERKÜNDIGUNG MIT 1975 WIEDERUM FALSCHE PROPHEZEIUNG ERWIESEN IST
Die Weltkonferenz in Berlin
Wie es jetzt auch bestritten und verleugnet wird, die WTG-Schriften dokumentieren es, die WTG hat sie der Welt für 1975 falsches Ende predigen lassen. Ehe wir das in Beziehung setzen zur Weltkonferenz religiöser Repräsentanten im Juni 1977 in Moskau und ihrer unabdingbaren Bedeutung auch für Jehovas Zeugen für ihre Orientierung nach 1975, möchten wir zuerst einen Blick auf diese Weltkonferenz werfen.

Am 22. März 1977 fand in Schirgiswalde eine Beratung katholischer Bürger der DDR statt, einberufen von der Arbeitsgruppe katholischer Bürger der DDR, einberufen von der Arbeitsgruppe "Christliche Kreise" beim Nationalrat. Otto Hatmut Fuchs, Mitglied des Nationalrates und Teilnehmer im Vorbereitungsausschuß der Weltkonferenz, würdigte zunächst die Initiative des Patriarchen von Moskau und ganz Rußland, Pimen, zur Einberufung des Welttreffens als neuerliches Zeichen für das kontinuierliche und konkrete Friedenswirken der Russischen Orthodoxen Kirche, das andererseits ohne die entsprechende gesellschaftliche Basis und die konsequente Friedenspolitik der Sowjetunion nicht denkbar wäre. Er wies zugleich auf die verstärkten Friedensbemühungen der Vatikanischen Diplomatie sowie auf das zunehmende Engagement von Bischöfen, Priestern und Laien für Frieden und Gerechtigkeit hin.

Mehrfach wurde in der Aussprache hervorgehoben, daß die Friedenspolitik der Sowjetunion seit der Oktoberrevolution vor 60 Jahren auch dem Streben der Christen nach Frieden auf Erden eine sichere Grundlage ist. "Erstmals in der Geschichte der Menschheit können die Kirchen in, den sozialistischen Ländern ihre Friedensverantwortung in Übereinstimmung mit den Interessen und der Politik der Gesellschaftsordnung wahrnehmen, in der sie ihr Zeugnis und ihren Dienst verrichten".

Zum Abschluß der Beratung wurde eine "Erklärung aus Schirgiswalde" verabschiedet, die folgenden Wortlaut hat: "Wir Katholiken aus allen Teilen der DDR" die wir aktiv in unserem Staat und unserer Kirche Verantwortung tragen, begrüßen von einer Beratung der Arbeitsgruppe Christliche Kreise beim Nationalrat der Nationalen Front die Einberufung der Weltkonferenz religiöser Vertreter für dauerhaften Frieden und gerechte Beziehungen zwischen den Völkern, die im Juni 1977 in Moskau stattfindet. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß die Zielstellung dieser Weltkonferenz unseren Wünschen nach einem engeren Zusammenwirken aller Menschen guten Willens für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt entspricht.

Eingedenk der Mahnungen des Heiligen Vaters, des II. Vatikanums und der Pastoralsynode der Jurisdiktionsbezirke in der DDR sind wir gewillt, unseren Beitrag zur Herstellung, Festigung und Verteidigung des Friedens zu leisten. In diesem Ziel verbindet sich für uns Katholiken der Auftrag des Schöpfers zur Friedens- und Nächstenliebe mit unserer Verantwortung als Bürger eines sozialistischen Staates, dessen Politik vorn Streben nach Frieden und Gerechtigkeit bestimmt ist. Aus täglicher Erfahrung wissen wir, daß die Hauptaufgabe unseres Staates, das Wohl des Menschen zu sichern und zu fördern, nur im Frieden realisiert werden kann. Der Friedensdienst und die allseitige Stärkung unserer Republik bieten eine Einheit. Deshalb unterstützen wir die Realisierung der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, weil sie einer sicheren Zukunft dient.

In der DDR fühlen wir uns geborgen, weil sie die Würde des Menschen, seine Grundrechte und Freiheiten garantiert. Die Gleichberechtigung der Bürger, unabhängig von Weltanschauung, religiösem Bekenntnis und sozialer Stellung, gewährleistet auch uns Katholiken den ungeschmälerten Dienst am Nächsten und der ganzen Gesellschaft.

In der Genugtuung darüber, daß unser Staat alles unternimmt, die Prinzipien der Schlußakte von Helsinki zu verwirklichen, fordern wir die volle Beachtung dieser Prinzipien auch durch alle anderen Signatarstaaten. Wir weisen Verleumdungen unserer Republik und anderer sozialistischer Staaten ebenso zurück wie Versuche, die Schlußakte von Helsinki in ihrer Einheit zu mißachten. Wir sind gewiß, daß die Moskauer Weltkonferenz religiöser Friedenskräfte deutlich machen wird, daß die auf Frieden und Gerechtigkeit zielenden ethischen Postulate aller Religionen eine feste Basis für den gemeinsamen Friedenskampf darstellen. Dort, wo Christen verschiedener Konfessionen und Juden, Mohammedaner und Buddhisten, Shintoisten, Hindus und andere Gläubige an einem Frieden in Gerechtigkeit bauen, dürfen Repräsentanten unserer Kirche nicht fehlen. Wir verpflichten uns, nach besten Kräften zur Verwirklichung der Ergebnisse der Weltkonferenz beizutragen."

Was ergibt sich hieraus für Jehovas Zeugen?
Sie, Jehovas Zeugen selbst und alle, denen sie gepredigt haben, stehen vor der Tatsache, daß die entscheidende "Mission" unter WT-Anleitung, der Welt das Ende zu predigen, mit 1975 erneut als weltweite falsche Prophezeiung erwiesen ist. Für die Gewährleistung eines dauerhaften Friedens und gerechter Beziehungen zwischen den Völkern ist diese WTG-Verkündigung also erneut als völlig unglaubwürdig erwiesen. Nicht nur, weil diese Friedensbemühungen durch die WTG-ständig als nutzlos verlästert wurden und werden, sondern weil mit 1975 zum wiederholten Male erwiesen ist, daß sich niemand auf solche Prophezeiungen einlassen kann. Es bleibt also nichts anderes übrig, als daß Christen, die ihren Auftrag, Frieden zu stiften, ernst nehmen, sich mit allen Menschen vereinen, die den gleichen guten Willen haben. Jehovas Zeugen müssen die Aufgabenstellung der Moskauer Weltkonferenz vor dem Hintergrund der falschen Weltendeprophetie der WTG nicht nur für 1975 betrachten. Dann werden sie sehr bald erkennen können, wie verleumderisch, diffamierend und empörend die im WTG-Auftrag gepredigten Verlästerungen der Friedensbemühungen der Menschen im allgemeinen und der anderen Christen und Gläubigen in ihren verschiedenen Konfessionen sind!

Sollen sie denn lieber gegeneinander Krieg führen? Was soll denn sonst praktisch dabei herauskommen! Denkt denn darüber keiner nach? So kann die Moskauer Weltkonferenz Jehovas Zeugen auch lehren zu erkennen, was für eine verantwortungslose politische Hetzpropaganda die WTG betreibt, wenn sie Jehovas Zeugen z. B. anleitete, die gemeinsamen Bemühungen von katholischen und anderen Christen, zusammen mit den kommunistischen und anderen Friedenskräften alles zu tun, um den Frieden zu erhalten, als "unmoralisches" Unterfangen anzuprangern, als "Hurerei", als "mit Gotteshassern ins Bett" gehen. Vor dem Hintergrund ihrer falschen Weltendeprophetie gehört die WTG zu jenen Kräften, die die bekannte Schlußakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) von verantwortungslosesten Positionen aus bekämpfen, nicht nur, indem sie diese Friedenskonferenz von Helsinki insgesamt als angeblich nutzlos und vergeblich brandmarken läßt durch Jehovas Zeugen, sondern insbesondere auch dadurch, daß sie jeden einzelnen konkreten Schritt der Zusammenarbeit von Christen oder anderen Gläubigen, seien es Moslems, Buddhisten oder Hindus mit den Kommunisten und anderen gesellschaftlich verantwortlichen Friedenskräften in ihrem Einflußbereich durch Jehovas Zeugen zunichte machen läßt, verhindert und bekämpft. Jeder einzelne WTG-folgsame Zeuge Jehovas ist das lebendige Beispiel hierfür.

Die WTG schlägt jedes Bemühen, sich real um dauerhaften Frieden, Abrüstung und gerechte Beziehungen zwischen den Völkern zu kümmern, aus der Hand. Das seien "Menschenpläne", die "scheitern" würden, und wer sich an ihnen beteiligt, kämpfe gegen Gott! Was für ein gigantischer Mißbrauch des Glaubens an Gott ist das, ist doch die "Obrigkeit von Gott" überall dafür direkt verantwortlich, für gerechte Beziehungen zwischen den Menschen zu sorgen (Römer 13:3,4). Es ist wie ein Teufelskreis von Verdrehung und Bibelmißbrauch, aus dem man nur herausfindet, wenn man sich von WT-Hörigkeit freimacht.

Die WTG macht Jehovas Zeugen zu Feinden und damit Zerstörern dessen, was die anderen Menschen in eigener Verantwortung planen und aufbauen, weil letztlich nichts anderes übrig bleibt. Die WTG-Weltendepredigten kann niemand ernst nehmen.
Mit Sicherheit werden die Ergebnisse der Weltkonferenz, wenn sie vorliegen, Jehovas Zeugen noch viel mehr lehren. Jeder sollte die Berichte darüber in der Presse verfolgen. Möge man die Berichte darüber sammeln und aufbewahren, um sie zur Hand zu haben. Schon ein halbes Dutzend WTG-Weltenden über mehrere Generationen hinweg haben nicht gestimmt.

Die jetzige Weltkonferenz religiöser Friedenskräfte in Moskau 1977, schon das zweite Jahr nach 1975, ist darum ein "Lehrbuch" für Jehovas Zeugen wohl wie nicht zuvor, um sich aus den Verwirrungen herauszufinden, in die sie hinsichtlich ihrer "irdischen Pflichten" als Christen durch die WTG geführt wurden. Es wird eine große Hilfe sein für Neuorientierung vor allem im Hinblick auf die sozialistischen Länder und die Zukunft der Christen und anderen Gläubigen. Darüber hinaus wird es eine gute Möglichkeit sein, sich mit den Glaubensgrundsätzen anderer Religionen wie Islam, Buddhismus usw. und ihrer praktischen Anwendung vertraut zu machen.

Schuldig geworden, den Menschen mit 1975 wieder eine neue falsche Prophezeiung gepredigt zu haben, muß man es als Glaubens- und Gewissenspflicht vor Gott und den Menschen bezeichnen, auf diesem Wege innezuhalten. Jehovas Zeugen müssen begreifen, daß niemand ihre Prophezeiungen einst nehmen kann, daß vielmehr gar nichts anderes übrig bleibt, als daß sich auch die Christen, nehmen sie ihren Friedensauftrag ernst, mit allen anderen Menschen guten Willens vereinen müssen, wenn das Böse in den menschlichen Beziehungen überwunden werden und das Gute gewährleistet werden soll, wie es nach christlichem Verständnis menschliche Aufgabe ist. Römer 13:3,4.
F. F.

WIE GOLDENE ÄPFEL IN SILBERNEN PRUNKGEFÄSSEN, SO IST EIN WORT, GESPROCHEN ZUR RECHTEN ZEIT
Dienst am Wort
Aus einer Ansprache auf einer öffentlichen Tagesversammlung der Freien Christengemeinden in Karl-Marx-Stadt von Br. J. Bogatz, Ältester.
Die Sprache ist das Verständigungsmittel der menschlichen Gesellschaft. Die Sprache liefert dem Denken das Wortmaterial, ohne welches die Gedanken im menschlichen Gehirn nicht entstehen können. Das Wort hat in unserem Leben eine sehr wichtige Bedeutung. Es kommt auf den Inhalt, die Klangfarbe und auf den Zeitpunkt an, wann es gesprochen wird. In Sprüche 25:11 lesen wir: "Wie goldene Apfel in silbernen Prunkgefäßen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit".

Unsere Worte sind zum Ausdruck gebrachte Gedanken. Sie sind das erkennbare Zeichen dessen, womit unser Sinn erfüllt ist. Wir kennen alle den Satz: Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Wir sollten unseren Worten die größte Aufmerksamkeit schenken. Wir sehen aus den Worten unseres Gesprächspartners, wes Geistes Kind er ist. Wir erkennen die geistige Einstellung oder Geistesverfassung dessen, der mit uns in einem Gespräch ist.

Der Psalmist bittet um den rechten Geist mit folgenden Worten: "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen gewissen Geist." Eine andere Übersetzung sagt: "Mit einem freudigen Geist rüste mich aus." Ps. 51:12. Das sollte unsere positive Einstellung zu Gott sein. Unser himmlischer Vater hat in seinem Wort Ratschläge für seine Kinder erteilt "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte." Ps. 119:105. Gott hat uns ein geschriebenes Wort gegeben, damit wir es zu Rate ziehen. In unseren Tagen wird die Bibel in 1200 Sprachen und Dialekten verbreitet. Der Ausspruch des Propheten Jesaja hat sich erfüllt: "Das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit." Es ist auch heute, wie in alten Zeiten, ein Licht auf unserem Wege.

In seinem niedergeschriebenen Buch offenbart sich uns der Vater im Himmel. Er zeigt uns in seinem Wort, was er denkt, was er getan hat und was er noch tun will. Er unterrichtet uns auch über das, was er von uns getan haben will, damit wir einst die Gabe des ewigen Lebens erhalten. Wer den Herrn liebt und das Wort Gottes, der hört Petri Worte:

"Fest steht das prophetische Wort, das wir besitzen, und ihr tut wohl, auf dieses zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort leuchtet." 2. Petr. 1:19. In Sprüche 4:20-25 lesen wir: "Mein Sohn, merke auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden. Laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens. Denn Leben sind sie denen, die sie finden und Gesundheit ihrem ganzen Fleische. Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist, denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens. Tue von dir die Verkehrtheit deines Mundes, und die Verdrehtheit der Lippen entferne von dir. Laß deine .Augen geradeaus blicken und deine Wimpern stracks vor dich hinschauen. Ebne die Bahn deines Fußes und alle deine Wege seien gerade, biege nicht zur Rechten noch zur Linken, wende deinen Fuß ab vom Bösen."

In Sprüche 25:28 wird uns eine verkehrte Geisteshaltung vor Augen geführt, die in Wort und Tat zum Ausdruck gelangt: "Wie eine Stadt, deren Mauern niedergerissen sind, so ist ein Mann, dessen Geist Selbstbeherrschung mangelt."
In früheren Zeiten, als es noch keine Flugzeuge gab, war eine Mauer noch ein Schutz für die Stadt. In manchen Städten sieht man heute noch die Überreste solcher Schutzmauern Wehe der Stadt, deren Schutzmauer nicht den Angriffen des Feindes standhielt. Sie war dem Untergang geweiht Bruder Russell sagt im Kommentar zu dieser Schriftstelle folgendes: Mancher glaubt schon, im Beherrschen des Geistes weit fortgeschritten zu sein. Ein unbedachtes Wort seines Nächsten aber läßt die schlummernde Geisteshaltung wieder hervorbrechen. Dann macht sich Arger und Unmut in heftigen scharfen Worten Luft. Hier handelt es sich um Mangel an Beherrschung der Zunge. Die Ermahnung der Schrift in Sprüche 21:23, "Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, behütet sein Leben vor Fährlichkeiten", ist wohl mit dem Verstande erfaßt. Aber es ist hier wohl ein Mangel an Demut zu sehen. Vor allem handelt es sich in einem solchen Falle um mangelnde Einsicht, daß der andere auch nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen ist.

Die Einsicht eines Menschen macht ihn langmütig. Ist nicht der Vater droben mit uns, seinen Kindern, langmütig? Überlegen wir einmal. Wieviele Fehler, die vermeidbar waren, haben wir in den Jahren unseres Pilgerlaufs gemacht? Wie oft haben wir den Vater durch unser unbedachtes Handeln betrübt? Und doch hat er seine Kinder nicht verworfen. Er ist langmütig gewesen gegen uns, die wir ihm gegenüber so oft undankbar waren. Der Mensch ist von Natur aus verschieden veranlagt.

Bei manchen ist das Fleisch stärker als der Geist. Das hat auch der Apostel Paulus erfahren. Er sagt in Römer 7:19: "Denn das Gute, das ich tun will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht tun will, tue ich." Jakobus sagt im 3. Kapitel Vers 13: "Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus dem guten Verhalten seine Werke in Sanftmut der Weisheit." Ja, meine Lieben, all unser Handeln sollte im Geiste der Liebe geschehen. Die Liebe ist langmütig, freundlich, eifert nicht, stellt sich nicht ungebärdig, sie läßt sich auch nicht zum Zorn hinreißen. Ein Geduldiger beweist viel Einsicht, aber ein Jähzorniger treibt die Torheit auf die Spitze. Spr. 14:29. Solch ein Mensch hält nicht inne, um sich im voraus die Folgen ungezügelten Redens zu überlegen, sondern tut das, wozu ihn seine schlechte Laune treibt.

Hier ist der weise Rat der Sprüche am Platze, wo es heißt: "Wer seine Worte zurückhält, besitzt Erkenntnis, und ein verständiger Mann ist kühlen Geistes." Wer im rechten Geist, im Geist der Liebe handelt, wird sich zurückhalten, seinen Arger in unüberlegter Weise hemmungslos zum Ausdruck zu bringen. Solche Zurückhaltung gibt Gelegenheit, um Hilfe und Kraft vom Vater zu bitten. Wer aber seinen Unmut in sich hineinfrißt, läuft Gefahr, unweise zu handeln. Wir werden in der Schrift gewarnt durch Paulus: "Zürnet und sündiget nicht, die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn, und gebt nicht Raum dem Einfluß des Teufels." Eph. 4:26,27. Verzeih mir Bruder, daß ich dich betrübt, mit unbedachtem Wort dir wehgetan. Sagt nicht der Heiland, liebt einander auf der Lebensbahn?

Behütet mehr als alles eure Herzen. Wie oft ist dies aber nicht geschehen. Oft bereiten wir Geschwistern Schmerzen, weil wir auf Jesum nicht gesehen.
Vergebt einander auf den Wegen nach Zion, weil der Herr es will. Dann gibt er dazu seinen Segen. Betrübte Herzen werden still. (JB)

"Wer weisen Herzens ist, wird verständig genannt, doch Süßigkeit der Lippen fördert noch die Belehrung. Das Herz des Weisen gibt seinem Munde Einsicht und mehrt auf seinen Lippen die überzeugende Kraft der Rede." Spr. 16:21,23. Nachdem wir Gottes Wort in unseren Sinn aufgenommen haben, müssen wir darüber wachen, daß wir es nicht wie durch ein leckes Gefäß entweichen lassen. Dann werden wir imstande sein, auch anderen dieses Wort mitteilen zu können.

WO WILL DIE WACHTTURMGESELLSCHAFT NACH 1975 HIN?
WTG-Bibelausstellung 1976
Kommentar. - Zum ersten Male in der Geschichte der deutschen "Wachtturm"-Kongresse boten die diesjährigen Bezirksversammlungen der Zeugen Jehovas eine Bibelausstellung Der Bestand - Bibeln und "bibelerklärende Schriften" aus fünf Jahrhunderten, dazu zahlreiche Illustrationen, Landkarten, Bilder und Reproduktionen - stammte größtenteils aus dem Privatbesitz von Zeugen Jehovas.

In der Abteilung "Alte Manuskripte - geläuterte Texte" konnte man nicht nur hebräische und griechische Handschriften in Photokopie, die Septuaginta und Vulgata, die Gotenbibel und die Gutenbergbibel sehen, sondern auch den hebräischen Text von Rudolf Kittel und die griechischen Texte von Nestle und Westcott Hort (letzterer liegt der "Wachtturm"-Übersetzung des Neuen Testaments zugrunde). In der Abteilung "Die Bibel und die Wissenschaft" fand der Besucher archäologische Bestätigungen dafür, daß die Bibel doch recht hat. Und auf dem Tisch "Die Bibel und Gottes Name" zeigte ein Photo das älteste bekannte Schriftstück, das den Namen Gottes mit "Jehova" übersetzt, es ist 700 Jahre alt!

Da bei einer solchen Ausstellung vom Besucher nichts nachgeprüft werden kann, gelingt es der "Wachtturm-Gesellschaft" auf diese Weise fast spielend, ihre "Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift" (1950/1970, deutsch 1963/1971) in die illustre Gesellschaft altehrwürdiger Bibelausgaben und -Übersetzungen einzuführen. Sie erscheint nun als die jüngste in einer langen Reihe von Übersetzungen, gleichsam als Krone und Ergebnis aller bisherigen Bemühungen, Gottes Wort recht auszulegen und weltweit zu verbreiten. So wurde dann auch von der Pressestelle der Kongreßleitung als eines der Ziele der Ausstellung genannt, "die Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft als eine gewissenhafte Bibelgesellschaft darzustellen". Daß in der von Zeugen Jehovas verbreiteten Bibel an vielen Stellen etwas ganz anderes steht als in den übrigen Übersetzungen, weil hier der Bibeltext im Sinne der Wachtturm-Doktrin "manipuliert" wurde, das kann kein Ausstellungsbesucher wissen.

In der letzten und für die Veranstalter zweifellos wichtigsten Abteilung lagen die Publikationen der "Wachtturm-Gesellschaft" aus, darunter das Büchlein "Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt" und die beiden Zeitschriften "Der Wachtturm" und "Erwachet" in allen Sprachen, in denen sie erscheinen. Dadurch sollte laut Presseinformation sichtbar gemacht werden, wie die Wachtturm-Gesellschaft "mit besonderem Engagement bemüht ist, das Wort Gottes zu verbreiten."

So zeigt dieses neueste Unternehmen der Wachtturm-Organisation dem kritischen Beobachter sehr deutlich, wie leicht man durch eine Ausstellung imponieren und auf wirksame Weise einen falschen Eindruck verbreiten kann. - Folge 27, Dez. 76, Nachrichten und Kommentare).

Anmerkung: Einer der Hintergründe für die WTG-Bibelausstellungen zu den letzten Kongressen war mit Sicherheit der Umstand, daß die WTG mit ihrer "Neuen Welt Übersetzung" immer mehr ins Schußfeld kommt. Namhafte Wissenschaftler und Bibelsachverständige gehen nämlich daran, diese Übersetzung zu überprüfen und die WTG-Manipulierungen und Textverfälschungen aufzudecken, die zum Zwecke der Begründung der eigenen Bibelauslegung vorgenommen wurden Die Sache kann ungeheure Folgen haben. Denn wenn erwiesen ist, daß die WTG eine Bibelübersetzung gemacht hat, die in Wirklichkeit verfälscht ist, dann kann sie als Verfälscherin des Wortes Gottes etwas erleben, was sie möglicherweise nicht überlebt.

Etwas weiteres drängt sich auf. Die WTG stellt sich erstmals auf diese Weise als eine "gewissenhafte Bibelgesellschaft" vor. Das Wort "gewissenhaft" sollte sie lieber weggelassen haben oder fühlt sie, daß sie es nötig hat?
Doch wo kann die WTG damit letztlich hinwollen? Wenn sie mit ihren falschen Weltenden nicht eines Tages untergehen will, muß sie sich irgendwo etablieren oder ansiedeln. Vielleicht will sie sich als eine "Bibelgesellschaft" retten, wenn ihre Funktion, mit Weltenden hinzuhalten, nicht mehr zu halten ist? Etwa so neben der "Württembergischen Bibelgesellschaft" oder der "Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft" gaben als "Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft".

Vielleicht könnte sie das schaffen.
Für die Zeugen Jehovas wäre das jedoch eine vernichtende Konsequenz. Sie würden zu bloßen Bibelverkäufern werden müssen. Würden sie das dann noch für die WTG, von ihr "endzeitlich" nur immer von einer Generation zur anderen hingehalten und faktisch auf diese Weise im Glauben, Hoffen und Harren betrogen?

MITTEILUNGEN/BERICHTE/INFORMATIONEN
Aus Lauchheim, Württemberg. - In einem Traktat mit der herausfordernden Überschrift: "Weshalb sind Jehovas Zeugen keine Christen?", das in der BRD und in anderen Ländern verbreitet wird, werden folgende Feststellungen getroffen.
"Lehrmäßig durch die Wachtturm-Organisation gesteuert, erklären fast 100 Prozent aller Zeugen Jehovas spontan, nicht durch Gottes heiligen Geist gesalbt und wiedergeboren zu sein."

Und -. "Im biblischen Sinne ist nur der ein Christ, ein Gesalbter, der die Salbung, die Gabe des heiligen Geistes empfangen hat." Zum Beweis werden zitiert 2. Kor. 1:21,22, 1. Joh. 2:20,27, Tit. 3:5,6.
"Ebenfalls lehrmäßig durch die Wachtturm-Organisation gesteuert, weigern sich heute Millionen Zeugen Jehovas, vom Abendmahlbrot und Gewächs des Weinstockes zu genießen."
Und: "Jesus erklärte unmißverständlich: Wenn ihr nicht meinen Leib eßt und mein Blut trinkt, habt ihr kein bleibendes Leben' ". Es werden die Schriftstellen zitiert aus 1. Kor. 10:17 und Joh. 6:53,54.
Und: Fast alle Zeugen Jehovas weisen Christi Blut und Leib abwehrend und mit allem Nachdruck von sich. Sie bezeugen ohne Regungen des Gewissens, nicht durch Gottes heiligen Geist gesalbt und wiedergeboren zu sein."

Diese Feststellungen sind für die WTG ohne Zweifel gefährlich Denn sie besagen nicht mehr und nicht weniger, daß allenfalls die wenigen WTG-"Überrest"-Glieder schriftgemäß als Christen gelten können,- die Masse der Zeugen Jehovas aber nicht. Denn Christ sein heißt in der Tat ein Gesalbter sein. Die Masse der Zeugen aber seien immer nur irgendwelche alttestamentlichen oder neutestamentlichen Gleichnisfiguren wie "andere Schafe", früher "Jonadabe" oder auch "große Schar-Klasse" u. a. m. Es ist nur die Frage, sich dessen bewußt zu werden. Nicht umsonst hat die WTG in den letzten Jahren den Begriff "christliche Zeugen Jehovas" ins Spiel gebracht, was natürlich am Wesen der Frage nichts ändert.

NACHRICHTEN AUS DER ORGANISATION
Westberlin. - Diese Organisation hatte in den 5 Jahren (1972-76) absolute Stagnation während dieser Zeit zu verzeichnen Es wurden 1 425 Neue getauft. Die Verluste übersteigen aber um 100 Prozent die Summe der Taufen. Daraus folgt, daß die Durchschnitts-Verkündigerzahl von 1972 kleiner als 4000 Verkündiger sein muß. ABSOLUTE STAGNATION BZW. RÜCKGANG SIND JEDOCH NICHT NUR AUF WESTBERLIN BEGRENZT.

Wie uns mitgeteilt wurde, sei auch Sambia (N-20) von dieser Entwicklung stark bedroht. Dieser Zweig hatte ca. 20 000 Fälle von "Gerda" bei nur 15698 Taufen, 1972-1976. Jeder 2. bis 3. getaufte Zeuge sei ausgeschlossen worden oder "ferngeblieben".
Nigeria (K-18)
Für 1976 ergaben sich 11 066 Taufen. Die angebliche Steigerung der Durchschnitts-Verkündigerzahl 1976 um 2 238 Verkündiger, müsse für ungültig erklärt werden, da eine "rote Zahl" aus dem Jahr 1972 = 2 239 nicht berücksichtigt wurde, also auch hier Stillstand! Jeder 3. Zeuge hatte "Gerda"!
Großbritannien (D-16)
Dieser Zweig habe von 1972-76 bedeutende Verluste hinnehmen müssen. Jeder 3. getaufte Zeuge hatte "Gerda", insgesamt mehr als 20 000 Verkündiger. Diese Zahl ergebe sich deshalb, weil auch der englische Zweig manipulierte Zahlen aus dem Jahre 1971/72 still "eingearbeitet" hat. Drei Dienstjahre laste jetzt bereits der absolute Stillstand auf diesem Zweig.
Die Steigerung der Durchschnitts-Verkündigerzahl 1976 um 1 526 Verkündiger sei nur auf dem Papier des Jahrbuches 1977 geschehen, so wurde uns ausdrücklich versichert.
Chile (P-9) (Siehe WT 1/1977 - "Chile-Artikel")
Wie uns mitgeteilt wurde, wäre es, sehr passend, sich des WT Nr. 3 von 1949, Seite 47, zu erinnern, dort hieß es: "Wir sind uns bewußt, daß es gerade die außergewöhnlichen Zustände und Drangsale im Lande sind, die unserer Tätigkeit solch gewaltigen Auftrieb geben…" ("Deutschlandbericht von 1948")
Nur, die "außergewöhnlichen Zustände" in Chile ändern aber auch gar nichts an der Tatsache, daß trotz ihrer 12 310 Taufen (1972-76) jeder 2. bis 3. chilenische Zeuge der Organisation wieder "den Rücken kehrte".

Diese Tatsache könne die WTG nicht wie auf dem Papier des "Jahrbuch" oder WT ungeschehen machen. Solche Verluste machen jeden einzelnen Zeugen zum aktiven Mitwisser, da 6 000 getaufte Zeugen von seiner Seite gerissen wurden.
Die durchschnittliche Versammlungsstärke in Chile = 46 Verkündiger, bei durchschnittlich 23 Fallen von GE oder "Fernbleiben" pro Versammlung, ist die Wirkung solcher Verluste unüberhörbar, mit "totschweigen" nicht zu vertuschen.
Es gäbe praktisch keine "soziale Situation" für die WTG, die geeignet wäre, ihre "höchsteigene innere Krise" zu verbessern.
Südafrika (P-19) beweise das u. a. auch nachdrücklich!
Dieser Zweig wurde durch Verluste ("Gerda") faktisch halbiert Die größte Verlustrate aller verkündigerstarken Zweige. Wohlweislich habe der Zweig 364 neue Versammlungen gegründet. Eine Maßnahme von "größtem Wert", wenn sie nicht durchgeführt worden wäre, dann hätte jede Versammlung durchschnittlich 28 Fälle von "Gerda" erlitten bei 48 Verkündiger pro Versammlung, also 54 Prozent ihres Bestandes an Verkündiger. Die "Neugründung" von 364 Versammlungen habe dieses Risiko wesentlich abgeschwächt. Danach entfielen mit 825 Versammlungen in Südafrika nur noch 14,5 Falle von "Gerda" im Durchschnitt auf jede Versammlung, was moralisch und optisch doch entschieden "günstiger" aussehe.

Eine neue Broschüren über die Zeugen Jehovas in Polen
"Ist die Lehre der Zeugen Jehovas in Übereinstimmung mit der Bibel?" (Czy nauka swiatkow Jehowy jest zgodna z Biblia) ist der Titel einer Broschüre von 47 Seiten, die im Jahre 1976 in der Volksrepublik Poren veröffentlicht wurde.
Verfasser ist der katholische Priester Zdzislow Domagala. Die Broschüre wurde von der Bischöflichen Kurie in Lublin herausgegeben Ihr Inhalt gliedert sich in
A. Geschichte der Zeugen Jehovas
B. Administration und Struktur
C. Lehre
Bevor im einzelnen eine Gegenüberstellung zwischen den Lehren der WTG und der Bibel vorgenommen wird, lesen wir u. a. eine Überprüfung der Weltendelehren der WTG. Ein Schwerpunkt ist dabei die jüngste weltweite Irreführung mit dem angeblichen Termin von 1975 für das Ende der 6 000 Jahre menschlicher Existenz und des Ruhetages Gottes mit dem Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi, wodurch die Unglaubwürdigkeit der WTG wieder in größem Stil offenbar geworden ist.

Verführung der Ausgewählten - Dokumentierung
Christus sagte: "Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich selbst die Auserwählten irrezuführen." Matthäus 24:24 NW.
Die WTG lehrte: "Jehova ist der große König und Christus Jesus, ist Gottes gesalbter König, der Gottes Willen ausführt Sie sind die in der Schrift angeführten 'obrigkeitlichen Gewalten'. Bis vor kurzer Zeit dachte Gottes Volk, daß diese Schriftstelle, nämlich Römer 13:1, die von den 'obrigkeitlichen Gewalten' spricht, auf weltliche Herrschermächte Bezug habe. Die sich von der Gesellschaft zurückgezogen haben, haben immer noch diese verkehrte Ansicht. Jetzt aber sieht der treue Überrest ganz deutlich, daß sich diese Schriftstelle nicht auf Satans Organisation, sondern ausschließlich auf Gottes Vorkehrung für sein Volk innerhalb seiner Organisation bezieht. Die sich weigern, diese Wahrheit zu sehen, und die Erklärung des Wachtturm hierüber bestreiten, haben die Auslegung als eine Entschuldigung dafür benutzt, Anstoß zu nehmen, und sie haben sich zurückzogen und sind in die Finsternis gegangen."
(Der Wachtturm, 1. August 1931, Nr. 15, S. 229, Abs. 15, Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Magdeburg, Wachtturmstraße).

Die gesamte Schar, Zehntausende, der von der WTG geführten "Auserwählten" oder des "Überrests, wurde ab 1929 mit dem Wachtturm in diese Obrigkeitslehre geführt, die heute als Irreführung erwiesen ist. Die WTG hat damit nicht nur über 30 Jahre eine ganze Generation lang die "Auserwählten" irregeführt, sondern durch sie der ganzen Welt eine folgenschwere Irreführung gepredigt. Ein solches Werk kann nicht von Gott sein. Man traut seinen Augen nicht, wenn man die Gesellschaft überprüft, und doch ist es so!
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern und alle
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
CV-Leitung, Gera/Thüringen
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
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