Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 94

In dieser Ausgabe. Über die Konfrontation von Mitarbeitern der CV mit Zeugen Jehovas aus Dresden. Ein Ingenieur musste erleben, dass seine Frau und Tochter sich den Zeugen zuwandten. Da es ihm nicht so ohne weiteres möglich war, die dargebotenen Zeugenthesen herunterzuschlucken, spielte sich das mehr oder weniger hinter seinem Rücken ab. Einmal kommt jedoch auch in solchen Familien die "Stunde der Wahrheit". Letztendlich ist ja dadurch das Familienleben in erheblichem Maße tangiert. Es ist schon verständlich, dass er in dieser Situation nach Hilfe Ausschau hielt.

Mehr als erläutern, versuchen aufzuklären und Hintergründe deutlicher werden zu lassen, konnten die CV-Mitarbeiter dabei allerdings auch nicht tun. Es ist schon ein Trauerspiel zu registrieren, wie die WTG über die ihnen hörig gewordenen, Familien zerstört; namentlich wenn der "ungläubige" Teil einer solchen Familie sich außerstande sieht, die WTG-Kröten herunterzuschlucken.

Jene höheren WTG-Funktionäre auch in der DDR, die die sogenannte "Königreichsdienstschule" absolviert hatten, wussten wie sie auf den Vorhalt zu reagieren haben, ihre Organisation sei antikommunistisch. Entsprechende Passagen aus der WTG-Literatur kommentierten sie bestenfalls dahingehend: "Das sei eine Betrachtung zur Sache. Da man den Wachtturm nicht selbst geschrieben habe, könne und wolle man dazu nicht weiter Stellung nehmen."

Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine Zeugin Jehovas. Die "höhere Schulung" war ihr somit verwehrt. Auch sie wurde nun mit dem Standardvorwurf konfrontiert, die Zeugen Jehovas-Organisation sei antikommunistisch. Besonders festgemacht an der auch in der WTG-Literatur nachweisbaren Vokabel "rote Faschisten".

Hier zeigt sich das Dilemma der DDR-Propagandisten. Sie führten Schaukämpfe um Vokabeln auf, die seitens der Geschickteren unter den Zeugen Jehovas mit Schweigen beantwortet wurden. Die Ungeschickteren ließen sich vielleicht mit Wortklaubereien ins Boxhorn jagen. Beide indes waren in ihrem tiefsten Innersten fest davon überzeugt, dass der DDR-Staat auch eine Variante "roter Faschisten" repräsentiere, allein schon durch das Zeugen Jehovasverbot. Noch so geschliffene Rhetorik der DDR-Verteidiger, mochte diese simple Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen!

 

CV Christliche Verantwortung

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTGbedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 94 Gera Mai 1977

ERSTE ERKENNTNISSE, WIE UNGLAUBWÜRDIG ENDZEITVERKÜNDIGUNG UND WIE VERANTWORTUNGSLOS ANTIKOMMUNISTISCHE POLITISCHE PROPAGANDA DER WTG SIND:
CV soll sich all die WTG wenden!
Offene Auseinandersetzung mit CV über die WTG im April 1977 in Dresden-Leuben-Zschachwitz
Lieber Leser
Wir haben vielleicht den Beginn eines weiteren Aufbruchs in der bedenklichen WTG-Nachfolge vor uns, wie dies nun seit der falschen Weltendeverkündigung von 1975 im Stillen aber auch offen, erfolgt. Ist die WTG damit doch wie mit 1799, 1874, 1914 oder 1925 erneut als unglaubwürdiges Menschenwerk erwiesen. Die Auseinandersetzung beinhaltet u. a. die Hauptschwerpunkte, um die es heute mit der WTG geht. Wir unterbreiten deshalb gemäß der unabdingbaren Forderung der Schrift:
Vergewissert, euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW

ZUR VORGESCHICHTE DER AUSEINANDERSETZUNG
Lieber Leser
Mutter und Tochter waren für die Zeugen gewonnen worden. Zunächst in der bekannten schriftwidrigen "List" (2. Kor. 4:2), Angehörige einfach vor vollendete Sache zu stellen. So begann in die Familie zunächst dieser Geist schriftwidriger "List" einzuziehen, wie ihn die WTG um ihren religiösen und politischen Mißbrauch des christlichen Glaubens entfaltet. Andererseits wurde zur "Missionsaufgabe", auch den Vater zu gewinnen. Wenn es generelle Pflicht für alle ist, nach 1. Thess. 5:21 zuvor zu prüfen, worauf man sich einläßt, so hatte das für ihn seine besonderen Akzente. Beruflich versorgt er entscheidend die Familie, ist als Ingenieur in leitender Stellung tätig, er hat gesellschaftliche Pflichten. Die WTG aber stellt äußerst bedenkliche berufliche, gesellschaftliche und politische Forderungen. Und die WTG-"List" hatte alles von vornherein sehr belastet. Dennoch. Es war eine Schicksalsfrage für die Familie. Er würde sich gründlich informieren. - Bruder G. forderte ihn auf: "Prüfen Sie ruhig alles genau." Natürlich versteht die WTG unter einem hinreichenden "Vergewissern über alle Dinge" mehr oder weniger allein die Betrachtung und Überprüfung von ihrer Seite aus nach dem auf jeden anderen Menschen anmaßend und überheblich wirkenden Grundsatz, daß sie "allein in der Wahrheit" sei.

Ein echtes Erwägen des Für und Wider kann jedoch nicht einseitig sein. Es schließt unbedingt auch ein, was wider, also gegen die WTG vorgebracht wird, zu überprüfen. Für ihre Zeugen selbst hat die WTG jedes allseitige Überprüfen jedoch nicht nur suspekt oder verdächtig gemacht, sie hat es schlechthin verboten. Unter Androhung schwerster Sanktionen verlangt sie, alle kritischen Schriften z. B. gegen die WTG ungelesen zu verbrennen. Über einen noch Außenstehenden kann sie jedoch noch nicht derart verfügen. Es war der Vorteil der WTG, daß es bis vor nicht lange Zeit kaum etwas Kritisches gab, daß sie ernstlich fürchten mußte. So ist es nur dringlich geboten, zuerst auch die "Kehrseite der Medaille" zu sehen, das, was gegen die WTG geltend gemacht wird, ehe man sich ihr völlig "ausliefert". Ja, die Bindung, die die WTG allen schließlich auferlegt, natürlich im Namen Gottes, ist in Wirklichkeit ein völliges Ausgeliefertsein an ihr Werk, an ihre Organisation, ein völliges Unterwerfen unter ihre Ansprüche. Jede Probe aufs Exempel beweist das. Nur einem noch unverantwortlichen Kind könnte einfältige Gutgläubigkeit nachgesehen werden. Einem erwachsenen Menschen und verantwortlichen Familienvater nicht. Möglicherweise hat Bruder G. die Tragweite seiner Aufforderung, ruhig zu überprüfen, nicht erkannt. Weiß er nicht, was gegen die WTG heute alles schon auf dem Tisch liegt?

Verbindung mit CV aufgenommen
Ständig konfrontiert mit der "List" und "Heimlichtuerei" von Frau und Tochter, Was ihre Beziehungen zum WTG-Werk betrifft, auch andererseits mit den Bemühungen, ihn ebenfalls zu gewinnen, kam Herr W. in Zusammenhang mit Angehörigen der freien Christengemeinde Dresden (ehemaliger WTG-Angehöriger) auch in Verbindung mit der Studiengruppe "Christliche Verantwortung" und ihrer gleichnamigen Zeitschrift über WTG und Zeugen Jehovas. Hier erhielt er die Möglichkeit sich nicht nur original und authentisch über die gesamte bisherige WTG-Bibelauslegung zu vergewissern Es wurde ihm auch vorgelegt, was heute gegen die WTG geltend gemacht werden muß. Angesichts der WTG-Praktiken der "List" und "Heimlichtuerei" und des drakonischen Vorgehens der WTG gegen jede sich erhebende Kritik, selbst wenn dadurch ein "geteiltes Haus" geschaffen wird oder die Familie zerbricht, mit allen Konsequenzen, schien es nur folgerichtig und geboten, zunächst ohne viel Aufhebens und sich im Stillen alles dessen zu vergewissern, was hier notwendig schien. Ist es für einen Außenstehenden ohnehin sehr schwierig, sich in der widerspruchsvollen WTGBibelauslegung, in ihrer politischen Verquickung und Bedeutung, sachlich allein zurechtzufinden.

Es war dies eine Zeit des Suchens, Überprüfens, des Versuchs zu verstehen, das Warum und Weshalb, denn die Zeugen Jehovas sind ja als Menschen und auch Christen, wie sie sich verstehen, nicht schlecht, weder in ihrem Wollen noch in ihrem Tun, wie sie es sehen. Doch da sind auf den ersten Blick schon unmögliche Lehren, und da ist die Politik und "List" der WTG. Eines Tages aber mußte der Zeitpunkt erreicht sein, wo es angebracht und wohl auch unvermeidlich war, die "Karten" in der Familie auf den Tisch zu legen, um im freien und offenen Gegenüber das Für und Wider zu sehen, auf welcher Seite Wahrheit und Glaubwürdigkeit liegen.

Der Zeitpunkt reift heran
Die gemeinsamen Familieninteressen sind engstens miteinander verknüpft. Die familiären und ehelichen Beziehungen, die sozialen Belange des gemeinsamen Wohnens, Lebensunterhalts, der häuslichen und anderen kulturellen Bedürfnisse und Berufstätigkeiten in ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen, alles dies wird durch die WTG-Ansprüche nicht nur berührt. Es wird zum Teil schwerstens belastet, ja bedroht und infrage gestellt, besonders im sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhang gesehen. Diese Belastung durch die WTG-Organisation, die sogar bis ins häusliche und intime Familienleben hineinreichen, geschweige denn die Belastung der beruflichen und gesellschaftlichen Pflichten durch die antidemokratischen, antisozialen und antikommunistischen WTG-Bedingungen machen ein nur "geteiltes Haus" schon ohne gründliche Klärung der Sachlage auf die Dauer schier zu einer Unerträglichkeit.

Die WTG läßt es bekanntlich bedingungslos darauf ankommen. Und wenn die Ehe zerbricht oder die Kinder aus dem Hause und davonlaufen, die Berufsentwicklung zerstört und das in gemeinsamen Lebensjahren gewachsene soziale Gefüge der Familien-, Verwandschafts- und Freundesbeziehungen zerrissen wird. Nur um die einmal unter ihre "Organisation" und Ansprüche Gebrachten in bedenken- und bedingungsloser "Treue", d. h. Hörigkeit festzuhalten.

Um die beiden Hauptschwerpunkte der nun heranreifenden Auseinandersetzung zu nennen: Wie kann man eine Weltendeverkündigung, die bereits mehrmals als Irrlehre erwiesen wurde, noch für glaubhaft halten oder gar anderen als glaubhaft verkündigen?

Wie kann man die nachweislich feindselige antikommunistische Propaganda in der WTG-Verkündigung als unpolitisch oder politische Neutralität vertuschen? Das sind ungeheuerliche Gewissensbelastungen. Auf Initiative von CV kam es darum eines Tages zur offenen Aussprache. Es war an einem Sonnabend Nachmittag im April 1977.

Ohne Ansehen der Person
"In einer Rechtssache die Person ansehen, ist ein übel Ding" (Sprüche 24:23). "Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person" (Römer 2:11). "Ihr wißt ja, daß bei ihm kein Ansehen der Person gilt" (Epheser 6:9). - Es ist nicht nur eine Frage der Rücksicht und Diskretion, wenn wir es hier nur mit Familie bzw. Zeugen Jehovas A, B oder C und U, V oder W zu tun haben. Es geht allein um die Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit der Sache, nämlich des Werkes der WTG. Dies soll überprüft werden. Die betroffenen Personen, und das sind letztlich alle Zeugen Jehovas unter der WTG, sollen ihr Augenmerk auf die Sache richten. Zu viele wissen zu wenig über die WTG, während sie kaum eine Übersicht haben, mehr oder weniger "von der Hand in den Mund leben", dieweil die WTG, da die Übersicht nicht ganz zu vermeiden oder zu verhindern ist, ihre eigene Geschichte für die Verkündigung von Generation zu Generation neu frisiert. Sehr zu bedauern, ja teilweise erschreckend ist, wie groß mitunter Leichtgläubigkeit, Gutgläubigkeit und Oberflächlichkeit, ja Bedenkenlosigkeit und Mangel an wirklich verantwortungsbewußtem Denken gegenüber der WTG sind. Es gilt bei allem in erster Linie, sich zu fragen, ob man sich mit dem WTG-Werk weiter identifizieren kann, ob man es weiter vertreten, verbreiten und verantworten kann, oder ob man sich davon distanzieren muß, weil es unglaubwürdig und haltlos ist. Es geht nicht um den Glauben an Gott, sondern um die WTG und ihren Anspruch, das "Werk des Herrn" zu betreiben und ihr aus diesem Grunde zu folgen. "Liebe Brüder", sagt der Apostel, "zeigt euch nicht als Kinder in der Urteilskraft. Nein, an Bosheit sollt ihr Kinder sein, aber hinsichtlich der Urteilskraft gereifte Menschen." 1. Kor. 14:20 Menge. Die Auseinandersetzung umfaßte mehrere Hauptschwerpunkte. Wir verfolgen in einem sinngemäßen Dialog, was sich in den wesentlichen Fragen abspielte.

CV SOLLTE SICH AN DIE WTG WENDEN, NICHT AN DIE VERKÜNDIGER
Ein eigenartiges nicht verantwortlich sein wollen
Nachdem einleitend die kritische Funktion von CV gegenüber der WTG dargelegt worden war, bestand zunächst Übereinstimmung, daß man nicht blind glauben dürfe, daß man alles an Hand der Schrift überprüfen müsse. Es sei sogar gut, wenn jemand da sei, der dies mit Bezug auf den "Wachtturm" tue. Dann aber wurde Schwester W. etwas zurückhaltender, da CV doch nicht von der "Organisation" herausgegeben würde. Kannte sie CV bisher nicht? Ihre "Aufseher" kennen CV ohne Zweifel.

Zur Diskussion stand generell die CV-Sonderausgabe 73/1975 über die falsche Weltendeverkündigung der WTG mit 1975 und der damit gegebene umfassende Nachweis der Unglaubwürdigkeit der gesamten Endzeitbibelauslegung. Es wurde auf eine ganze Reihe schwerwiegender Bibelfalschauslegungen und falscher Prophezeiungen der WTG hingewiesen, die nicht bestritten werden konnten. Offensichtlich war eine derartig fundamentale Kritik an der WTG etwas völlig Neues, vielleicht sogar etwas Schockierendes. Die fast spontane Entschuldigung war, auch der WT werde von Menschen geschrieben, so daß Fehler usw. zu erwarten seien, Veränderungen der Lehre, der Auslegung, das "Licht" werde doch "heller", was auch geschrieben stände.

CV: Ja und nein. Wenn das bedeuten soll, daß das Werk nur Menschenwerk sei, weil von Menschen geschrieben und gemacht, so daß Falsches möglich ist, dann sind wir uns über die WTG grundsätzlich einig. Aber so ist es nicht und so verkünden es die Zeugen auch nicht. Es wird nicht als Menschenwerk dargestellt, sondern als "Gottes Organisation", als "von Gott". Dann ist es unmöglich, daß solche Widersprüche und Falschheiten in Lehre und Werk in Erscheinung treten.

Man hätte noch nirgends gelesen, daß die WTG bestreite, ein menschliches Werk zu betreiben.
Das kann sein, obwohl es unwahrscheinlich klingt. Aber sie braucht nur die Probe zu machen und beginnen, an der WTG Kritik zu üben. Dann wird dieser WTG-Anspruch nur zu deutlich! Sie sollte nur versuchen, in der Studiengruppe Kritik an der WTG zu üben.

Aber es sei gesagt, das "Licht" werde "heller". Ja, aber das hat Salomo in den Sprüchen allgemein über den Weg gerechtigkeitsliebender Menschen gesagt, niemals im Blick auf die WTG-Bibeldeutung. Da werden gewisse Dinge nicht "heller", sondern verdunkelt und ausgelöscht. Da wird widerrufen und umgedreht. Zum Beispiel das WTG-Obrigkeits"Licht", erst Obrigkeit von Gott, dann dreißig Jahre lang vom Teufel mit dem Verstoßen aller, die das nicht mitmachen, dann einfach wieder von Gott. Was wurde hier "heller"? Das ist ein Mißbrauch der Sprüche für eine verantwortungslose Bibelverdrehung. Die CV-Sonderausgabe zu 1975 weise nach, daß das mit allen entscheidenden Endzeitauslegungen so ist!

Ja, aber warum kommt CV damit zu den einfachen Verkündigern? Da sollte CV sich doch an die WTG wenden und ihr das vor Augen führen.
Die Verkündiger machen die Verkündigung nicht, sie schreiben den WT nicht. Sie können das nicht ändern.

Erstens wendet sich CV natürlich auch an die WTG. Aber um Gottes Willen! Was ist denn das für eine Einstellung! Wie kann man sich denn herausreden, die WTG trage die Verantwortung für alles! Natürlich ist die WTG verantwortlich. Aber jeder Verkündiger wird und ist doch voll mitverantwortlich, wenn er ihre Verkündigung übernimmt und verbreitet! Sind Jehovas Zeugen denn ein Kindergarten? Sind sie unmündige Kinder, die nicht wissen, was sie tun? Sind sie Unmündige, die nicht verantwortlich gemacht werden können für das, was sie tun, was sie verbreiten? Jeder erwachsene Mensch ist für das, was er in Wort oder Schrift verbreitet, selbst verantwortlich. Allerdings wird manchem das leider erst vor dem Schiedsrichter klar. Geschweige denn, was die Schrift verlangt! Christus sprach nicht zur WTG, als er sagte: "ich aber sage euch, von jedem nichtsnutzigen Worte, das die Menschen reden, davon werden sie Rechenschaft . . . zu geben haben (Matth. 12:36)." Nein jeder erwachsene Mensch ist voll selbst verantwortlich für das, was er redet, predigt und lehrt! Wenn Jehovas Zeugen die WTG-Lehren bedenkenlos verbreiten, dann müssen sie mit der WTG identifiziert werden. Was für eine seltsame Verantwortungslosigkeit, nicht verantworten zu wollen als Erwachsener, was man andere zu tun und zu glauben lehrt! Gerade deswegen wendet sich CV auch an die einfachen Verkündiger, damit sie dies begreifen! Merken sie nicht. wie sie sich mit den wiederholten falschen Weltenden vor allen Mitmenschen langsam unglaubwürdig und lächerlich machen? Hier, die CV-Sonderausgabe weist nach, wie die WTG ihre Endzeit das erstemal schon 1799 beginnen ließ! Was soll man denn da heute noch glauben!

An diesem Punkt wurde deutlich, wie die "jüngeren" Verkündiger überhaupt keine Übersicht über das haben, was die WTG alles schon im Namen Gottes gepredigt hat. Es wurde ernstlich darauf hingewiesen, sich unbedingt eine solche Übersicht zu verschaffen, worauf man sich mit der WTG da eingelassen hat!

DIE FALSCHE WELTENDEVERKÜNDIGUNG VON 1975 BESTRITTEN
Wie soll man das bezeichnen?
CV: Die jüngste größte Verantwortungslosigkeit sei gewesen, der ganzen Welt für 1975 wieder ein falsches Ende zu predigen. Man müsse sich einmal überlegen, was es bedeutet, für ein bestimmtes Jahr als "Licht von Gott" der Menschheit das Ende anzukündigen. Schwester C. erhob Einspruch.

So? Das sei nicht so gewesen? Es wurde auf WTG-Aufseher und WTG-Älteste hingewiesen, sogar namentlich, die sich heute einfach hinstellen und erklären, die WTG und damit sie als Zeugen Jehovas hätten nie das Jahr 1975 als Datum für das Weltende gepredigt. (Andererseits ist von wieder anderen WTG-Vertretern bekannt, daß sie sagen, wer an die 1975-Verkündigung der WTG geglaubt habe, und sich jetzt daran stößt, daß sie falsch war, der soll ruhig die Reihen der Zeugen Jehovas verlassen, der war eben nicht aufrichtig gewesen).

Es wurde der WT vom 1. August 1968, Nr. 15 dt. auf den Tisch gelegt, worin die WTG alle Zeugen Jehovas weltweit millionenfach in Dutzenden von Sprachen verkündigen ließ: "Gottes siebenter Tag und die Zeit, in der der Mensch auf der Erde ist, laufen demnach parallel …
Demnach fehlen nach acht Jahre, bis die 6000 Jahre des siebenten Tages voll sind. Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts, so kommen wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6000 Jahre des siebenten Tages oder des Ruhetages Gottes …
Wenn daher Christen an Hand der göttlichen Zeittafel feststellen, daß das Ende der 6000 Jahre Menschheitsgeschichte bevorsteht, erfüllt sie das mit freudiger Erwartung . . .

Einige Angehörige der Generation, die den Anfang der Zeit des Endes, im Jahre 1914, bewußt miterlebte, werden noch leben, und Zeugen des Endes dieses gegenwärtigen bösen Systems der Dinge in der Schlacht von Harmagedon sein …
Es dauert höchstens noch ein paar Jahre, bis sich der letzte Teil der biblischen Prophezeiung über diese "letzten Tage" erfüllen wird und die Menschen, die dann noch am Leben sind, durch die herrliche Tausendjahrherrschaft Christi befreit werden." (S. 463f)

Dieses WT-Zitat beweise doch unbestreitbar, daß Jehovas Zeugen für 1975 das Ende der 6000 Jahre des Ruhetages Gottes und den Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi und die Schlacht von Harmagedon, also das Weltende, verkündigt haben. Oder man kann nicht lesen, was da im WT geschrieben steht. "Höchstens noch ein paar Jahre" sollte es noch 1967 dauern! Was nun? 1975 ist vorbei! Wir haben schon 1977! Wie kann man sich da weiter vor die Menschen hinstellen? Die WTG steht nach 5. Mose 18:20-22 als falscher Prophet da!

Schwester C: Oh, man muß den WT weiterlesen! Da kommt noch ganz etwas anderes, es heißt: "Heißt das, daß im Jahre 1975 die Schlacht von Harmagedon kommt? Niemand kann mit Sicherheit sagen, was ein bestimmtes Jahr bringen wird. Jesus sagte: 'Von jenem Tage oder der Stunde hat niemand Kenntnis.' (Mark. 13:32)." Abs. 8.

Was der WT hier noch sagt, ist eindeutig ein haltloses Hintertürchen, um sich aus der Affäre ziehen zu können, wenn das zuvor für 1975 eindeutig verkündigte Weltende nicht kommt. Es ist sogar eine Bibelfälschung, denn Jesus sprach in Markus 13:32 von nichts anderem als von Tage und von der Stunde seiner Wiederkunft, die die WTG schon auf 1914 angesetzt hat! Man muß das in der Bibel selbst nachlesen! Die WTG-Falschanwendung von Bibelversen ist unglaublich! Jeder Zeuge Jehovas, der ehrlich ist, weiß, daß für 1975 das Weitende so verkündigt worden ist, wie im WT mit Bezug auf Herbst 1975 weltweit proklamiert wurde. Zum Beweis wurde als Originaldokument der Verkündigungsbrief eines WTG-Überrestgliedes vom 16. 1. 1967 vorgelegt, in dem es heißt: "Es ist etwas Beruhigendes, zu wissen, daß wir mit Riesenschritten dieser Zeit entgegengehen. Eins steht fest: 1975 sind 6000 Jahre seit Erschaffung Adams um, und anschließend beginnt die Tausendjahrherrschaft Jesu Christi. Da gibt es nichts daran zu rütteln, denn das steht biblisch und chronologisch fest, außerdem lügt Gott nicht!" Mit unglaublich lässiger Überheblichkeit wurde dieses Dokument eines bis in den Tod getreuen Überrestgliedes als vielleicht ein privates Mißverständnis des WT abgetan, abgetan durch ein "anderes Schaf", das 1967 überhaupt noch kein Zeuge Jehovas war.

Schockierende Auseinandersetzung um die antikommunistische politische Hetzpropaganda in der WTG-Verkündigung
Antikommunistische "Wachtturm"-Politik entschieden abgelehnt
CV: Eine der Aufgaben von CV sei die Wiederherstellung eines schriftgemäßen Verhaltens zur "Obrigkeit von Gott" in unserem Lande. Hier liege eine der größten Verantwortungslosigkeiten der WT vor. Unter allen Umständen müssen sich hierüber alle vergewissern. Zugleich werde auch in diesem Zusammenhang das Werk der WTG als unglaubwürdiges Menschenwerk offenbar, was kein verantwortungsbewußter Christ mitmachen kann. Es wurden eine Reihe Dokumente auf den Tisch gelegt. Zugleich wurde übereinstimmend festgehalten, daß die WTG erklärt und durch ihre Zeugen Jehovas verbreiten laßt, das Werk sei politisch völlig neutral, also völlig unpolitisch.

Schwester C., was heißt neutral sein? Sie antwortet das heiße weder für noch gegen zu sein. Richtig, aber was ist das hier? Sehen wir uns nur diese antisowjetischen und antikommunistischen politischen Hetzkarikaturen an! Hier, wie eine Bibel Hammer und Sichel zertrümmert (WT 1. 4. 56, S. 217). Oder da ein mit Hammer und Sichel versehener zähnefletschender und bluttriefender russischer Bär" (Erwachet 22. 4. 1957) als Symbol für "verhaßte Herrschaft". Und vieles andere mehr, eine ganze Galerie.

Und als Beweis dafür, daß sich diese WTG-Politik bis heute nicht geändert hat, wurde auf den Jahrbuchbericht 1977 über Liberia hingewiesen, wo WTG-Direktor M. G. Henschel aus Brooklyn dem liberianischen Staatspräsidenten Tubman die antikommunistische WTG-Politik direkt anbietet als Hilfe im Kampf gegen den Kommunismus in Afrika.

Wollte Schwester C. behaupten, dies sei eine politisch neutrale Haltung der WTG und Zeugen Jehovas? Die WTG-Hetzkarikaturen würden sich doch in nichts unterscheiden von der antikommunistischen Hetzpropaganda des faschistischen Propagandaministers Dr. Goebbels. Selbst ein Schulkind merkt doch, daß der WT hier eine feindselige Haltung gegen die Sowjetunion und die sozialistischen Länder züchtet Nur ein Unzurechnungsfähiger kann das als neutral bezeichnen Oder? Hier ist die Bibel! Wo ist darin nur ein einziger Vers Jesu oder der Apostel als Auftrag für diese antikommunistische Staats- bzw. Obrigkeitsfeindschaft?

Vielleicht hatte Schwester W. diese WTG-Politik noch nie so vor Augen gehabt. Demonstrativ und entschieden erklärte sie, daß sie nie solche Politik vertreten und verbreiten würde, daß sie diese WTG-Politik konsequent ablehnt. Sie wolle damit nichts zu tun haben. Ihr einziges Anliegen als Christ sei, unter den Menschen Gutes zu wirken, aber nicht, auf diese Weise antikommunistisch politisch Haß und Feindschaft zu säen. Sie nahm Bleistift und Papier und notierte sich ein halbes Dutzend WTG-Schriften noch Nr., Ausgabe-Datum und Seite, um selbst Beweis in dieser Sache führen zu können Sie wurde darin ermuntert, sich von der "Organisation" nicht politisch mißbrauchen zu lassen. Es sei nichts als ein Akt der schriftwidrigen "theokratischen Kriegslist" (2. Kor. 4:2) der WTG, wenn irgendjemand behauptet, man schule die Verkündiger nicht in solcher antikommunistischen Politik und Hetze. Es sei nur an den WT-Titel "Warum alle Jesus Christus benötigen" erinnert, wo Christus gleich einleitend gegen angebliche "Diktatoren in Moskau" gestellt wird. Was soll die Anti-Moskau-Hetze? Soll die Sowjetregierung durch Christus ersetzt werden? Oder sollte sie auch seit 1914 schon abtreten? Was ist das für eine sinnlose politische Hetze und schriftwidrige antisowjetische politische Ausrichtung Ist die Sowjetregierung nicht auch schriftgemäße "Obrigkeit von Gott" für Christen?

Dann erzählt Schwester C., welche politische Gesinnung die WTG allen beibringt. Die Zeugen müßten diese antikommunistische Politik betreiben, weil die Kommunisten gegen sie seien. Demgegenüber wurde nachgewiesen, wie die WTG nach 1945 alle Freiheiten erhalten habe, religiös tätig zu sein, wie sie aber schon gleich anfing, ihre feindliche Politik zu betreiben, wie man jahrelang mit ihr Geduld hatte und das erst ab 1950 verbot. Aufmerksam wurden die Dokumente zur Kenntnis genommen aus der Zeit vor 1950, die diesen Sachverhalt beweisen und zeigen, wie das heute einfach auf den Kopf gestellt wird. Schwester W. notierte sich auch diese Dokumente.

Eine andere politische Haltung, die die WTG züchtet, sei dies. Die antikommunistische Hetze in den WTG-Schriften sei die Wahrheit über den Kommunismus und Jehovas Zeugen würden anders diese Wahrheit nicht erfahren. Nun wurde entgegnet, streiten wir jetzt nicht darüber, ob die WTG-Verleumdungen gegen die als konsequenteste Antifaschisten erwiesenen Kommunisten, sie seien "rote Faschisten" die Dokumentation über die "Zeugen Jehovas", das bekannte Blaubuch, lag zum Nachweis auf dem Tisch - Wahrheit oder Lüge ist. Es ist eindeutig Verleumdung und Lüge. Tatsache ist, in unserem Lande kann sich jedermann international durch Rundfunk, Fernsehen und Presse politisch informieren Nur zu oft berichtet die Presse z. B. über antikommunistische Vorgehen irgendwo. Aber lesen Jehovas Zeugen die Zeitung? Schwester C. mußte zugeben, daß das kaum der Fall ist. Die "Begründungen" der WTG sind also völlig aus der Luft gegriffen und haltlos.

Sie schilderte weiter, wie die Zeugen Jehovas in den WTG-Studiengruppen zu einer antisowjetischen politischen Verhaltensweise gebracht werden. Überall heiße es immer nur, die Sowjetunion, die Sowjetunion, sie bringe den Frieden, sie rüste ab, Freundschaft mit der Sowjetunion, ob das hier Friede sei, wahrer Friede, gibt es etwa keinen Diebstahl mehr? Kann man das Haus unverschlossen lassen? Diese gleichsam als widerlich empfundene Verherrlichung der Sowjetunion überall als 'Friedensbringer', vieles andere mehr in dieser Hinsicht ergebe sich als politische Haltung durch die WTG-Studien.

CV: Ja, das ist unverantwortlich. Aber zunächst einiges zu den Fakten. Die Sowjetregierung hat nie erklärt, daß sie abrüstet. Das ist eine politische Lüge. Warum den Zeugen das beigebracht wird, wäre ein anderes Thema. Wahrheit ist, was in der Zeitung nachzulesen ist, daß das Wettrüsten immer noch weitergeht, die Sowjetunion also auch weiterrüstet, daß sie aber um des Friedens willen seit sie existiert, unermüdlich die Abrüstung oder wenigstens Begrenzung der Rüstungen fordert. Jehovas Zeugen müßten die Zeitung lesen Dann würden sie aus dem politischen Lügengestrüpp der WTG herausfinden. Schamlos und gewissenlos ist, was die WTG den Zeugen Jehovas in der Friedensfrage über die Sowjetunion beibringt. Haben wir nicht seit 1945 in entscheidendem Maße durch die sowjetische Politik Frieden? Kann man in der DDR in Frieden und sozialer Sicherheit seiner Arbeit nachgehen oder fallen einem Bomben auf den Kopf? Hat die Sowjetunion nicht durch ihren maßgeblichen Beitrag zur Vernichtung des Hitlerfaschismus einen nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag für den Frieden in Europa geleistet? Hat sie nicht auch für die Zeugen Jehovas die Tore der KZ geöffnet? Was wird den Zeugen Jehovas dafür heute für eine primitive antisowjetische Hetze beigebracht Es ist doch kindisch und albern, wie mit "Diebstahl" argumentiert wird. Jeder weiß, daß es dafür Polizei, Gesetze und Gerichte gibt. Unter den Zeugen selbst gibt es Diebe. ja auch Mörder, die dann zur "Reinerhaltung" in die "Welt" abgeschoben werden. Das hat doch mit der hier zur Diskussion stehenden Friedensfrage überhaupt nichts zu tun und ist darum sogar eine recht primitive antisowjetische politische Verleumdung. Daß die Zeugen Jehovas die Freundschaft mit der Sowjetunion als widerlich empfinden sollen ist gleichsam der Schlußstein der Beweise dafür, daß die WTG-Verkündigung nicht unpolitisch oder politisch neutral ist, sondern zu krassester antikommunistischer und antisowjetischer Feindschaft im Sinnen und Trachten, im Denken, Glauben und Handeln führt.

Halten wir doch einmal inne! Was machen wir denn hier! Ist das ein unpolitisches Bibelstudium? Das ist doch die reinste und schärfste politische Diskussion, nicht durch die Bibel bedingt, sondern allein durch die antikommunistische und antisowjetische Hetze, die wir in der WTG-Verkündigung vorfinden, hervorgerufen, sowie durch die antikommunistische politische Haltung, die die WTG den Zeugen Jehovas beibringt! Dabei haben wir gemeinsam herausgearbeitet, wo die WTG die Zeugen Jehovas hinstellt: Auf eine der politisch feindseligsten Positionen gegen den Kommunismus, gegen die sozialistische bzw. kommunistische "Obrigkeit von Gott". Ein ehrlicher WTG-getreuer Zeuge Jehovas muß und wird auch erkennen, daß das so und nicht anders ist. Die antikommunistische politische Hetze und Aufgabenstellung in den WTG-Dokumenten straft jedes Ableugnen als schriftwidrige "List" und Heuchelei.

Nein, erklärte Schwester W., ich werde mich nie zu dieser politischen Tätigkeit durch die WTG bringen lassen, ich werde nie solche Hetze verbreiten. Sorgfältig steckte sie ihre Notizen für den gelegentlichen Nachweis dieser antikommunistischen Politik und Hetze in der WTG-Verkündigung in die Tasche. Sie werde deswegen nicht von ihrem christlichen Glauben an Gott ablassen, aber das, was sie hier an WTG-Politik vor Augen hat, sei nicht ihr christlicher Auftrag.

UNANNEHMBARKEIT DER WTG-VERKÜNDIGUNG NACHGEWIESEN
Nur froh sein, daß Mehrheit aller Menschen WTG-Verkündigung ablehnt und zurückweist
CV: Besprechen wir noch einen schweren Vorwurf gegen die WTG. Sie mißbraucht Jehovas Zeugen dafür, jegliches Vertrauen in notwendige menschliche Ordnung und Regierung zu zerstören und zu vernichten. Die zuvor besprochene WTG-Anti-Moskau-Hetze steht in diesem Zusammenhang. Christus ist doch nicht gekommen, um in den Kreml oder das "Weiße Haus" einzuziehen. Wie sollte also die Regierungsabtretung seit 1914 an Christus im Himmel ernst genommen werden, die die WTG verbreiten läßt? Schwester C. machte dazu deutlich, wie Jehovas Zeugen hier zu der Ansicht gebracht werden, sollen doch alle Regierungen abtreten, dann hätten wir wenigstens Ruhe.

Nun, sind wir soziale Kindsköpfe oder politische Dilettanten? Wie kann ein erwachsener Mensch so reden und denken? Von einem Christen ganz zu schweigen.
Ja, gilt denn für die WTG und Zeugen Jehovas die Schrift nicht? Oder können sie beliebige Teile einfach mißachten und umdrehen? Seit 1914 alle Regierungen zum Abtreten aufzufordern, bei Strafe ihres Untergangs, bedeutet doch, ernst genommen, Anarchie und Gesetzlosigkeit, denn wann kommt denn das "Ende"! Nach 1975 verschiebt es die WTG wieder auf unbestimmte Zeit!

Durchdenke doch einmal, Schwester C.: Du verkündigst wie die WTG es will. Du kommst an die Tür auch zu Regierungschefs Was sollten sie tun? Sie müßten zurücktreten und ihre Regierungsfunktion niederlegen, wollten sie im Sinne der WTG "errettet" werden. Alle anderen Minister desgleichen Alle Bürgermeister überall. Jeder, der irgendwo in Dorf und Stadt und Land die obrigkeitliche politische Verantwortung trägt. Nach dem Vorbild der Zeugen Jehovas dürfte auch niemand einen neuen Verantwortlichen wählen. Es würde gar keine Wahlen mehr geben, wenn alle der WTG folgen und ihre Lehren annehmen. Keiner könnte und dürfte mehr als "obrigkeitliche Person" für Gesetz und politische Ordnung im Lande tätig sein, keiner dürfte mehr "Politik treiben", wie es die WTG verächtlich formuliert hat. Die WTG wendet sich doch ausnahmslos an alle Menschen! Aber wenn sie allein die politischen Bedingungen annehmen, dann hätten wir schon seit 1914 auf Erden in allen Ländern Anarchie, oder die internationale politische Diktatur der WTG, die alles in die Hand nehmen müßte, da Christus schließlich irgendwo "im Himmel" sein soll seit 1914. Meinst Du, Schwester C., ein Minister oder ein Bürgermeister kann nicht darüber nachdenken, was es für alle in "obrigkeitlichen" politischen Funktionen und damit für das ganze Land und Volk bedeutet, wenn man auf die WTG hört? Was dabei praktisch herauskommt? Wer ist denn wohl hier nicht ganz ernst zu nehmen. Die WTG verbreitet unmögliche "Bedingungen" und macht Jehovas Zeugen damit obendrein zu sozial Unzurechnungsfähigen, die man unter allen Umständen zurückweisen muß.

Die jede demokratische und sozialpolitische Aktivität, um aus dem sozialen Elend herauszukommen, lähmt. Die Methoden dieser Zurückweisung sind in Afrika nicht immer "die feine englische Art", und das weiß die WTG. Darum ist ihre Verantwortung und Schuld für die Folgen umso größer.

Was meinst Du wohl, was den Entwicklungsländern in Afrika z. B. übrigbleibt, die ihr Volk aus Hunger, Elend, Unwissenheit und sozialer Not herausbringen müssen? Sie sind gezwungen, die WTG-Massenverkündigung zurückzuweisen. Wollten alle, die die Zeugen Jehovas unter WTG-Leitung ansprechen, die WTG ernstnehmen, dann könntest Du nicht einmal mehr eine Tasse Kaffee trinken. Denn der muß importiert werden, und dafür muß es Handelsabkommen und damit ein Handelsministerium geben. Das aber müßte noch dem WTG seit 1914 laufend abtreten, ja könnte gar nicht sein, so daß es letztlich überhaupt keine Importregelung geben könne. Das ganze praktische Leben könnte man aufrollen und die Absurdität der WTG-Verkündigung an alle aufzeigen.

Schwester C., bist Du schon verheiratet und hast ein Kind? Nein. Sicher kommt das noch. Dein Kind muß dann eines Tages in die Schule, damit es nicht dumm bleibt, alle Kinder müssen das. Dazu brauchen wir ein Volksbildungsministerium. Dieses Ministerium müßte aber geschlossen abtreten, da es Volksbildungspolitik treibt, und darum nicht "errettet" werden könnte. Merkst Du nicht, was für eine politische Verantwortungslosigkeit es gegenüber Deinem eigenen Kind wäre, die WTG-Politik zu verbreiten?

Es passiert alles nur nicht, weil die überwiegende Mehrheit der Menschen sozial verantwortungsbewußt genug denken kann und darum die haltlose Endzeitverkündigung und die verantwortungslose Politik der WTG ablehnt. Man kann natürlich den Kopf gegenüber dieser Wirklichkeit der Sachlage weiter in den Sand stecken und weiter unter WTG-Führung dahinstolpern. Doch die WTG-Verkündigung ist nachzulesen und ihre Verkündiger haben sie vor den Menschen zu verantworten Sie können sich nicht hinter der WTG verschanzen.

Mit der immer deutlicher werdenden Unwiderlegbarkeit der Argumente von CV gegen die WTG wurde die Situation immer spannungsvoller. Hätte Schwester C. jetzt nur zu gern einen Verantwortlichen der "Organisation" dabei gehabt? Oder herbeigeholt? Die WTG-Hauptverantwortlichen haben bisher immer nur "die Schafe" zur "Schlachtbank" gehen lassen. Bei all den Opfern, ja Todesopfern, die bisher irgendwo für die WTG gebracht wurden, die WTG-Präsidenten haben nirgends ihr Leben als "guter Hirte" für die "Schafe" gelassen. Sie haben sich immer rechtzeitig noch aus der Affäre gezogen. Und einer ernsthaften Kritik, bei der sie nicht durch Fingerzeigen auf andere von sich ablenken konnten, haben sie sich noch nie gestellt. Wie wollten sie auch, bei dem, was gegen die WTG spricht? Sie haben natürlich ihre Methoden, auf solche Kritik zu reagieren. Wir erleben es zum Schluß.

Wie die WTG über das geschriebene Wort Gottes hinausgeht
Selbst wenn es Menschenleben kostet
CV: Zu den schwerwiegenden Beweisen dafür, daß die WTG kein Werk "von Gott" betreibt, gehört auch die Theorie und Praxis ihres Blutkultes, ihrer angeblich göttlichen Lehren" über Bluttransfusion, weil sie in dieser Frage eindeutig über das geschriebene Wort hinausgeht, und dabei selbst vor dem göttlichen Gebot "Du sollst, nicht töten" nicht zurückschreckt und haltmacht.

Hier wurde nun jedoch ein Punkt gesehen, wo man. die WTG im Gegensatz zu den bisherigen Argumenten gegen sie, doch biblisch verteidigen zu können glaubte. Im Alten wie im Neuen Testament sei doch eindeutig ausgesagt, daß jegliches Blutessen verboten sei. Es wurde auf entsprechende Schriftstellen verwiesen, besonders auf Apg. 15:20.

Im Alten und im Neuen Testament jegliches Blutessen verboten Das stimmt erstens so gar nicht. Es ist nicht jegliches Blutessen verboten, sondern der Genuß von Tierblut wurde verboten, wenn man bei dem bleibt, was wirklich geschrieben steht, und nicht etwas anderes hineinzuschieben versucht Bei WTG-Blutkult geht es aber nicht um Tierblut, sondern um menschliches Blut. Das nur zuvor. Es stimmt auch nicht, daß im Neuen Testament jegliches Genießen von Tierblut durchweg verboten ist. Bei allen ihren Ausführungen in dieser Blutkultsache unterschlägt die WTG einfach die Schriftstelle in 1. Kor. 10:25-27, wo der Apostel das Gebot aus Apg. 15:20 wieder aufhebt und gestattet, a 1 1 e s zu essen, was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, ohne um des Gewissens willen Nachforschungen anzustellen: Wenn ein Nichtchrist euch zu Gaste ladet und ihr hingehen wollt, so eßt a l l e s was man euch vorsetzt, ohne um des Gewissens willen Nachforschungen anzustellen." Warum verhindert die WTG die Diskussion über diese Schriftstelle?

Nach 1. Kor. 10:25-27 sind Christen also frei, Blut oder Blutwurst z. B. nicht zu essen oder zu essen. Es gibt da kein Verbot. Was in Apg. 15:20 gesagt wurde, geschah eindeutig nur aus Rücksicht auf die Judenchristen, die vom mosaischen Gesetz herkamen, wie auch der Zusammenhang beweist. Den Christen aus den Heiden oder Nationen wie in Korinth, Griechenland, wurden solche Gebote nicht auferlegt. Einfach zu verkünden, die Schrift verbiete usw. ist also nicht nur eine Oberflächlichkeit und alles andere als "genaue Erkenntnis", sondern ganz klar eine Verfälschung der Aussagen der Schrift. Es kann also nach der Schrift nicht einmal ein Verbot des Genusses von Tierblut für Christen aufrechterhalten werden, wenn man nicht über die Schrift hinausgeht und etwas dazuerfindet oder hineinschiebt. "Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!", heißt es in 1. Kor. 4.-6. Diese Zusammenhänge unterschlägt die WTG.

Aber die WTG mißachtet das Verbot, über die Schrift hinauszugehen, nicht nur auf diese Weise. Jeder kann nachlesen, daß sich die infragekommenden Schriftstellen nur auf Tierblut beziehen. Etwas anderes lag überhaupt nicht im Sinne der inspirierten Verfasser. Die WTG übergeht das einfach und fälscht die Aussagen um und erweitert sie einfach auf menschliches Blut und auf Bluttransfusionen. Das geht nun gar doppelt und dreifach über das hinaus, was geschrieben steht! Nun hat die WTG diese Verfälschung der Schriftaussagen selbst erst 1945 erfunden und eingeführt. Damit ist auch dies als schriftgemäß haltloses Menschenwerk offenbar.

Aber Bluttransfusion kann doch wirklich schädlich sein, erwiderte Schwester W., und manchem ist Blutessen irgendwie tatsächlich zuwider. CV: Natürlich ist das so, und darum muß man die Freiheit haben, zuzustimmen oder abzulehnen. Und das ist mit den Worten des Apostels in 1. Kor. 10:25-27 ja auch christlich begründet. Die WTG ist deshalb zu verurteilen, weil sie das mißachtet und nicht nur diese christliche Freiheit mit einem unchristlichen Verbotsgesetz als "von Gott" ausgegeben, aufhebt, nicht nur die Bibelaussage Tierblut in Menschenblut umfälscht, sondern zu noch Schlimmerem geschritten ist. Mit dieser als "von Gott" ausgegebenen Verfälschung verleitet sie ihre Getreuen sogar dazu, das göttliche Gebot Du sollst nicht töten" zu mißachten und ihre unmündigen Kinder im Ernstfall dem Tode zu überliefern, indem sie sie durch Verweigerung von lebensrettenden Bluttransfusionen töten, ja, in solchen Fallen bewußt in den Tod schicken! Wie ein Absinken zu "heiligem" Töten, zu Ritualmord. Nicht wenige Gerichtsprozesse wegen fahrlässiger Tötung und Mord wurden schon gegen solche bedauerlich irregeführten Zeugen Jehovas geführt. Die WTG hatte es dabei bisher immer verstanden, sich auch hier aus der Affäre zu ziehen und die Betroffenen allein als schuldig dastehen zu lassen, obwohl sie diesen Blutkult erfunden hat und lehrt.

Ja, es heißt doch aber in Apostelgeschichte 15:20 . . . Ja. das wurde schon gelesen, es gibt aber auch 1. Kor. 10:25-27. Gilt das nicht? Und es gibt auch 1. Kor. 4:6, "nicht über das hinaus, was geschrieben steht!" Die WTG hat kein Recht, ihre Ansichten in den Rang göttlicher Wahrheiten zu erheben und damit Menschen und Kinder dem Tode zu überliefern! Das ist Blutschuld! So kann auch kein Zeuge Jehovas schriftgemäß hingehen, und anderen diesen WTG-Blutkult lehren, denn damit betreibt er selbst diese Schriftverfälschung und wird mitverantwortlich für diese WTG-Blutschuld! Es ist höchstgradige Vermessenheit der WTG, denn sie hebt hier das göttliche Gebot "Du sollst nicht töten" auf! Nein, so fanatisch sei sie nicht, meinte Schwester W. dazu. Sie sehe ein, daß es zur christlichen Freiheit gehöre, Blut zu essen oder auch nicht wie es in 1. Kor. 10:25-27 geschrieben steht. Auch solle es jedem freigestellt sein, eine Bluttransfusion zu bejahen oder abzulehnen. Sie lehne es für ihre Person jedenfalls ab. CV: Das ist ihr gutes christliches Recht, nur darf man daraus kein göttliches Gebot für andere machen, wie es die WTG tut und damit in Blutschuld absinkt. Nur, auch das sei gesagt, wenn sie diesen Standpunkt gegenüber der WTG vertritt, dann dürfte sie mit einigen Sanktionen zu rechnen haben. Sie nahm das zur Kenntnis.

DAS HAUPTARGUMENT DER WTG GEGEN CV VÖLLIG ZUNICHTE
Auswirkungen noch nicht abzusehen
Es war klar, daß auch dem Hauptargument der WTG gegen CV nicht ausgewichen werden konnte. Wäre es in dieser ganzen Auseinandersetzung noch der WTG gegangen, so hätte dieses Argument am Anfang der Auseinandersetzung gestanden und - diese Auseinandersetzung wahrscheinlich verhindert. Es war aber niemandem eingefallen, die ganze Sache so gehen zu lassen. Auf jeden Fall wurde die Situation eindeutig durch das Wort der Schrift beherrscht: "Vergewissert euch über a 1 1 e Dinge . . ." (l. Thess. 5:21 NW), was auch das Für und Wider die WTG einschließt. Es war Schwester C., die jenes Hauptargument der WTG gegen CV plötzlich - wie sie darauf kam, ist hier unwesentlich aber völlig richtig auf die Tagesordnung setzte, so daß auch dies diskutiert werden konnte.

Sie sagte, wir hätten mit CV überhaupt nicht diskutieren dürfen, ja wir hätten CV überhaupt nicht einmal anhören dürfen Und sie zitierte, was die WTG-Aufseher zur "Begründung" dafür aus der Bibel herausgreifen, nämlich 2. Johannes 9-11, wo es heißt: "Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi verbleibt, der hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre verbleibt, hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht mitbringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und bietet ihm auch keinen Gruß, denn wer ihn grüßt, macht sich an seinem bösen Treiben mitschuldig." Aber CV wurde ins Haus aufgenommen und wurde begrüßt und sogar ausführlich angehört und diskutiert! Was nun?

Nichts war einfacher und klarer zu beantworten als dies. Was hatten sie ins Haus aufgenommen und ausführlich diskutiert Die "Christliche Verantwortung", also schon dem Namen noch die Lehre Christi. Und was war der Inhalt der ganzen Diskussion? Eine einzige Verteidigung dessen, was geschrieben steht, also der Lehre Christi, gegen ihre Entstellung und ihren religiösen und politischen Mißbrauch durch die WTG? So wurde z. B. klargestellt, wie die WTG die Worte Christi in Markus 13:32 fälschlicherweise auf ihr Harmagedon anwendet, während Christus vom Tag seiner Wiederkunft sprach. Wer ist hier nicht in der Lehre Christi geblieben? CV? Doch die WTG! Es wurde weiter bewiesen, wie die WTG durch ihre antikommunistische politische Hetzpropaganda in ihrer Verkündigung die Lehre Christi in 1. Petr. 2;13 mit Füßen tritt, wo geschrieben steht, "alle die Menschen betreffende Ordnung um des Herrn willen", also auch die sozialistische oder kommunistische menschliche oder irdische Ordnung, zu respektieren. Es wurde auf das Jahrbuch 1977 der WTG hingewiesen, wo WTG-Direktor M. G. Henschel vom Hauptbüro in Brooklyn, USA, offen die politische Hilfe der WTG zum Kampf gegen den Kommunismus anbietet. Es ist doch auch hier die WTG, die nicht in der Lehre Christi, "alle die Menschen betreffende Ordnung", verbleibt. Was also aus der Bibel mit 2. Johannes 9-11 gegen CV herausgegriffen wird, ist ehrlicherweise überhaupt nicht gegen CV anzuwenden. Es trifft auf CV überhaupt nicht zu. Es ist vielmehr ein weiterer Mißbrauch der Schrift, der sich in Wahrheit gegen die WTG selbst kehrt. Denn sie ist es, die Jehovas Zeugen dazu bringt, die Lehre Christi, wie sie geschrieben steht, zu verlassen, wie die Auseinandersetzung bewiesen hat. Noch viele andere Lehren könnten herangezogen werden. Sie wurden mit der CV-Sonderausgabe zu 1975 ebenfalls auf den Tisch gelegt.

Jesus sprach in Johannes 8:31,32 davon, daß, wenn wir an seinem Worte festhalten, die Wahrheit uns freimachen wird. Mit Sicherheit wird jeder Zeuge Jehovas, der ein ehrlicher Christ sein will, darum auch die Wahrheit über die WTG erkennen und von ihrem Schriftmißbrauch freiwerden.

NICHT DEN GLAUBEN VERLASSEN, ALLEIN DIE WTG GILT ES ZU ÜBERPRÜFEN UND ZU DURCHSCHAUEN
"Wir können doch im Wachtturm nichts ändern"
Da muß sich CV an die WTG wenden, wir einfachen Verkündiger können nichts ändern. Diese Frage stand auch zum Schluß wieder im Raum. CV wendet sich automatisch auch an die WTG. Jede CV-Ausgabe wird nur zu gründlich in Brooklyn auseinandergenommen. Aber nur, um die CV-Wirkung unter den Zeugen wieder zunichte machen zu können. Vielleicht aber hat CV auch in Brooklyn bei denen, die aufrichtig sind, eines Tages seine Fernwirkung. Mancher Same geht nur mühsam auf. Steter Wahrheitstropfen hat schon den härtesten Stein des Irrtums und der Falschheit gehöhlt. Auch arbeitet hier die Zeit für CV. Doch kann man sich nicht hinter dem "Wachtturm" verschanzen, weil erwachsene Menschen selbst Verantwortung für alles tragen, was sie tun und unterlassen, in Wort und Schrift zum Ausdruck bringen und verbreiten. Christen allzumal, vor Gott wie vor den Menschen Konnte sich Adam damit entschuldigen, daß Eva ihm den Apfel gab? So kann man sich als mündiger Christ auch nicht dadurch aus der Affäre ziehen, daß es doch die WTG sei, die einem eine unglaubwürdige Endzeit und eine verantwortungslose Politik in die Hand drückt und abverlangt. Wenn bisher vieles nicht bekannt war, was die WTG in der Vergangenheit schon betrieben hat - nun ist es bekannt. Hier in der CV-Sonderausgabe zu 1975 liegt der dokumentierte Nachweis der Unglaubwürdigkeit und Haltlosigkeit der gesamten Endzeitauslegung vor. In dieser Dokumentation "Die Zeugen Jehovas" (Blaubuch) kann jedermann den politischen Bibelmißbrauch sicher überprüfen, den die WTG betreibt. So ruht nun auch auf Dir, liebe Schwester W., die große Verantwortung, dieses alles genau zu überprüfen, um nicht durch bedenkenloses Verbreiten der WTG-Lehren die Lehren Christi zu mißachten und auch große Schuld durch irreführen anderer Menschen auf dich zu laden. Man sollte weiter auf jeden Fall zumindest Verständnis dafür bekommen, wenn selbst liebe Angehörige aus unabdingbarer familiärer, beruflicher und gesellschaftlicher Verpflichtung innehalten und letztlich davor warnen, der WTG und ihrer "Organisation" bedenkenlos zu folgen. Du kannst und willst ja selbst die WTG-Politik nicht verantworten! So läßt sich alles klären.

Die Hauptaufgabe ist jetzt jedoch erst einmal, sich nun wirklich eine gründliche Übersicht über die gesamte WTG-Tätigkeit, ihr Für u n d a u c h W i d e r, zu verschaffen, wie es noch 1. Thess. 5:21 schließlich nur geboten ist! Denn dies allein ist der Maßstab: "Nicht über das hinaus, was geschrieben steht." 1. Kor. 4:6. Selbstverständlich muß sich CV auch an die WTG selbst wenden. Das ist richtig. Das geschieht auch. Aber ganz bestimmt werden alle eines Tages mit Dankbarkeit darauf zurückblicken, daß diese Auseinandersetzung mit CV über die WTG herbeigeführt worden ist. Denn, "ein Wort zu rechter Zeit - wie wertvoll ist das!" Spr. 15:23. -

DIE "FÜRSTEN" IN DER ENDZEITVERKÜNDIGUNG DER WTG
Was soll man da noch glauben?
Bekanntlich hat die WTG die Worte in Psalm 45:17, "An deiner Väter statt werden deine Söhne treten, du wirst sie zu Fürsten einsetzen im ganzen Land", zu einer entscheidenden Endzeitprophetie und ihre gegenwärtige Erfüllung zu einem entscheidenden Endzeitbeweis erhoben. Gehen wir nicht über das hinaus, was wirklich der 45. Psalm ist (l. Kor. 4:6), so müssen wir erkennen, daß er lediglich ein Festlied zur Vermählung eines israelitischen Königs ist, dem u. a. von der Stadt Tyrus (Vers 13) und den Reichsten im Lande Geschenke verheißen werden, Jungfrauen für die Begleitung der Königstochter u. a. m. Von den Königssöhnen wird gesagt, daß er sie zu Fürsten in seinem Lande einsetzt. (Vers 17). Es gibt keinen Beweis in der Schrift dafür, daß man diese Bemerkung über die Königssöhne herausgreifen könne, um sie zu einer Endzeitprophetie für das 20. Jahrhundert zu machen. Damit wird dem 45. Psalm ein Sinn unterschoben, den er überhaupt nicht hat.

Die von der WTG konstruierten angeblichen endzeitlichen "Erfüllungen" beweisen das dann auch. Seht die Tatsachen!
DIE WTG 1916: DIE FÜRSTEN KOMMEN IM OKTOBER 1914
"Die Einsetzung der irdischen Regenten aber dürfen wir nicht vor Ablauf der 'Zeiten der Heiden', Nationen, im Oktober 1914 erwarten. Darin liegt keine Abweichung von Gottes unabänderlichem Plan."
(Schriftstudien 4, S. 325, Barmen 1916)

DIE WTG 1920: DIE FÜRSTEN KOMMEN IM JAHRE 1925
" . . . und da andere Schriftstellen der Tatsache bestimmt Ausdruck geben, daß eine Auferstehung Abrahams, Isaaks und Jakobs und andere Treuen des alten Bundes stattfinden wird. . . . können wir erwarten, im Jahre 1925 Zeuge zu sein von der Rückkehr dieser treuen Männer Israels aus dem Zustande des Todes." (Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben, Seite 53,69, Barmen 1920)

DIE WTG 1920: DIE FÜRSTEN KOMMEN LAUT UNANFECHTBAREM BESCHLUSS GOTTES IM JAHRE 1925
"Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht und das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird. Gestützt auf diese Beweise ergibt sich der vernunftsgemäße Schluß, daß Millionen von Menschen, die jetzt auf der Erde leben, im Jahre 1925 noch auf der Erde sein werden, somit müssen wir, gestützt auf die Verheißungen, die im Worte Gottes niedergelegt sind, zu dem positiven und u n a n f e c h t b a r e n Schluß kommen, daß Millionen jetzt (1920) lebender Menschen niemals sterben werden." (Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben, Seite 103, Barmen 1920)

DIE WTG 1932: DIE FÜRSTEN SIND NOCH NICHT DA, DIE "TREUEN" HABEN GELERNT, KEINE DATEN MEHR FÜR DIE ZUKUNFT FESTZUSETZEN
"Gottes Volk betonte die Wichtigkeit der Daten 1914, 1918 und 1925. Aber es traf nicht alles ein, was es vorausgesagt hatte. Jehovas Getreue wurden in ihren Erwartungen für die Jahre 1914, 1918 und 1925 enttäuscht und ihre Enttäuschung hielt eine Zeit lang an. Später lernten die Treuen, daß, obwohl jene Daten in der Heiligen Schrift in bestimmter Weise festgelegt sind, sie dennoch keine Daten mehr für die Zukunft festsetzen und nicht voraussagen sollten, was sich zu einem gewissen Zeitpunkt ereignen werde . . ." (Rechtfertigung II, Seite 143, 332. Magdeburg 1932)

DIE WTG 1946: DIE FÜRSTEN SIND NOCH NICHT DA
"Wo sind diese zukünftigen 'Fürsten' jetzt? . . . Sie sind tot, im Scheol oder der Hölle, dem Ort der Bewußtlosigkeit oder des Nichtseins im Tode . . ."
(Die Wahrheit wird euch freimachen, S. 358, Brooklyn 1946 dt.)

DIE WTG 1946: DIE FÜRSTEN SIND NOCH NICHT DA, WERDEN ERST NACH HARMAGEDON EINGESETZT
"Wenn er diese alten Zeugen aus dem Tode erweckt, indem er ihnen Leben gibt und dadurch ihr 'Ewigvater' wird, und wenn er sie noch Harmagedon in ihr Amt als 'Fürsten auf der ganzen Erde' einsetzt, dann werden die 'neue Erde' und auch die 'neuen Himmel' tatsächlich gekommen sein.'
(Die Wahrheit wird euch freimachen, S. 361, Brooklyn 1946 dt.)

DIE WTG 1946: DIE FÜRSTEN SIND NOCH NICHT DA, WERDEN ABER NOCH VOR HARMAGEDON AUFERWECKT
"Einige Bibelaussagen und prophetische Dramen deuten an, daß sie noch vor der Schlacht von Harmagedon zum Leben erweckt werden."
(Die Wahrheit wird euch freimachen, S. 360, Brooklyn 1946 dt.)

DIE WTG 1952.- DIE FÜRSTEN SIND, DA, SIE HERRSCHEN SCHON SEIT DEM JAHRE 1919
"Sollen wir aus dem Umstand, daß Christus Jesus zur Zeit der Geburt des Königreiches im Jahre 1914 zu regieren begonnen hat, folgern, daß seine Fürsten seither in Gerechtigkeit sichtbar auf Erden geherrscht haben? Jawohl! Doch vom Jahre 1919 an!"

DIE WTG 1957: DIE FÜRSTEN SIND DA, IN VERANTWORTLICHEN STELLEN IN DER ORGANISATION
(Der Wachtturm, 1. März 1952, Wiesbaden)
"Theokratische Organisation jetzt wiederhergestellt wie den Tagen der Apostel … Fürsten, jene in verantwortliche" Stellungen in der Organisation." (Vergewissert euch über alle Dinge, S. 209, 384, Brooklyn 1957 dt.)

DIE WTG 1959: DIE FÜRSTEN SIND NOCH NICHT DA, WERDEN ZU BESTIMMTER ZEIT ERST VON JESUS AUSGEWÄHLT UND EINGESETZT
"Auf Erden werden 'Fürsten' aus den 'anderen Schafen' die Führung im Dienste Jehovas übernehmen . . . es werden gute Männer sein, die Jesus Christus, der gerechte König, auswählen und als seine irdischen Helfer einsetzen w i r d." (Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies, S. 218, Wiesbaden 1959)

DIE WTG 1967: DIE FÜRSTEN SIND NOCH NICHT DA, WERDEN ERST IM HÖHEPUNKT DER GROSSEN DRANGSAL AUFERWECKT
"Die 'große Volksmenge' der Überlebenden der 'großen Drangsal' wird äußerst interessiert daran sein, gewisse Personen, die auferweckt werden, zu sehen. Welche? 1. diejenigen, die treue Zeugen Jehovas waren, vom Märtyrer Abel bis zum Märtyrer Johannes dem Täufer, und 2. diejenigen dieses zwanzigsten Jahrhunderts, die sich von 1931 bis 1935 an als die 'anderen Schafe' des vortrefflichen Hirten erwiesen haben, die aber sterben, bevor die große, Drangsal' ihren Höhepunkt erreicht und dieses böse System der Dinge zu Ende bringt Viele von ihnen werden zu 'Fürsten auf der ganzen Erde' gemacht werden . . ."
(Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes, S. 391, Wiesbaden 1967)

DIE WTG 1973: DIE FÜRSTEN SIND NOCH NICHT DA, WERDEN ERST AM ANFANG DER 1000-JAHRHERRSCHAFT AUSGEWÄHLT
"Der ruhmreiche König Jesus Christus wird a m A n f a n g seiner Tausendjahrherrschaft aus seinen irdischen Kindern ,Fürsten für die ganze Erde' auswählen. Eine Anzahl dieser 'Fürsten' wird aus den 'Lebenden' hervorgehen, die die ,große Drangsal' überlebt haben.
(Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht, S. 134f, Wiesbaden 1973)

DER ANSPRUCH DER WTG
"Da sein heiliger Geist auf die leitende Körperschaft dieser Organisation einwirkt, stimmt deren Rat mit seinem Willen überein".
(Der Wachtturm, 1. August 1956, S. 474, Wiesbaden)
Die Antwort der heiligen Schrift
"Wenn der Prophet im Namen Jehovas redet und das Wort trifft nicht ein oder bewahrheitet sich nicht, so ist dieses das Wort, das Jehova nicht geredet hat. Mit Vermessenheit hat der Prophet es geredet. Du sollst vor ihm nicht erschrecken."
(5. Mose 18:22 NW)
R. W., Dresden

CV-Beratung und Erfahrungsaustausch in Berlin
Im April 1977 fand in Berlin eine Tagesversammlung von Mitarbeitern, Mitverbundenen und Freunden von "Christliche Verantwortung" aus der DDR statt. Auf der Tagesordnung stand die bisherige Wirksamkeit von CV und ein Erfahrungsaustausch sowie eine Beratung über die Aufgaben, die sich aus der Erkenntnis der, falschen WTG-Endzeitverkündigung und dem damit verbundenen gesellschaftspolitischen Mißbrauch des christlichen Glaubens für dem Evangelium fremde Zwecke ergeben. Auf der Beratung wurden einerseits verschiedenste Formen und Möglichkeiten einer hilfreichen geistigen Auseinandersetzung mit der WTG besprochen, um sie fruchtbar werden zu lassen. Für das Weitergehen in schriftgemäßem christlichem Glauben, frei von den Irrtümern der WTG und ihrer Bevormundung wurden ausführlich auch die freien christlichen Gemeinden (ehemaliger WTG-Verbundener) in unserem Lande gewürdigt. Die Tagesversammlung hatte auch einen vielfältigen informatorischen Charakter neben der Fülle von Anregungen, die sich ergeben haben. Demnächst ausführlich in CV!
CVN

DIE ZEIT IST ENDGÜLTIG HERBEIGEKOMMEN!
WTG-Endzeiteckpfeiler "1975" gefallen, "1914" wird folgen
Liebe Leser
Ist der große Bericht aus Dresden in dieser CV-Ausgabe nicht hoch interessant? Die Aufbrüche und Ausbrüche in der "Organisation" werden unaufhaltsam zunehmen und das "Werk." der WTG erschüttern wie nie zuvor, denn die Zeit ist herbeigekommen. Lest CV, um auf dem Laufenden zu sein. Ein Hauptgedanke der Berliner CV-Beratung, über die demnächst mehr berichtet wird, war, daß nun auch "1914" ins Wanken gerät, weil die Generation fast schon vergangen ist, die es erlebte. Unter den alten Brüdern und Schwestern der WTG ist deswegen eine furchtbare Stimmung im Heraufziehen! Viele schon liegen völlig am Boden! Wenn auch "1914" fällt, was bleibt dann noch von dem WTG-Endzeitspiel übrig? Vereint euch mit der CV-Aufklärungs- und Neuorientierungsarbeit überall in unserem Lande! Diese Arbeit geht unaufhaltsam vorwärts. "Goldene Apfel in silbernen Schalen ist ein Wort, gesprochen zu rechter Zeit!" Spr. 25:11 - Me.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern und alle
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Kto.-Nr.: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera

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