Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 92
In dieser Ausgabe ein Erlebnisbericht von
Helmut Senger. Letzterer hatte schon Anfang der 1950-er Jahre ersten Kontakt mit den
Zeugen Jehovas. Plastisch schildert er, was für Thesen damals in Zeugenkreisen umliefen:
"Die damalige politische Allianz De Gaulle - de Gasperi -
Adenauer unter "Rom" waren die Wiederherstellung der Macht "Babylons".
Auch sollten "drei unreine Geister" wie Frösche ausgehen und quaken. Das sind
die, welche viel über Verständigung und Frieden reden mit dem Stockholmer Appell zur
Achtung der Atomwaffen. Und Politik, Kapital und Religion sind die Pfeiler, auf die sich
das Gebäude der UN stützt, worin auch Rußland sitzt. Ein Pfeiler, die Religion, wird in
Kürze stürzen und damit kommt Harmagedon, das Weltende. Das kommt ganz unmittelbar. Das
ist ganz nahe. Man hatte da gleich an einen neuen Weltkrieg gedacht, weil das doch
praktisch vor sich gehen muß, wie sollte sonst der Weltuntergang praktisch kommen.
Rußland würde den religiösen Pfeiler stürzen, damit es losgeht.
1955 bezeugte
mir
ein Verkündiger,
daß ein Feuerring um die Erde sei, der sich bis 1972
nähert. Er führt Harmagedon herbei wie einst der Wasserring die Sintflut."
Der Beachtung wert. Auch die Exkommunzierungspraxis der Zeugen Jehovas, die sich auch am Fall Senger deutlich ablesen lässt.
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich
verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas
und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft (WTG)
und WTGbedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen
Entwicklung . Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV
widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung.
-
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 92/77 Gera März 1977
EIN BEISPIELHAFTER SIEG DER WAHRHEIT
FREIEN CHRISTENTUMS ÜBER HALTLOSE ENDZEITVERKÜNDIGUNG
"
legte ich die CV-Sonderausgabe über 1975 den
Ältesten auf den Tisch und sagte:
Wenn das nicht stimmt, kehre ich zu den Zeugen Jehovas
zurück"
- Von Br. Helmut Senger, Hoyerswerda -
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern überall. Diese CV-Ausgabe
enthält eine ausführliche Darstellung einer dramatischen Konfrontation von CV mit der
WTG. Sie steht in Zusammenhang mit einem Aufbruch und Ausbruch aus der mit 1975 wieder als
unglaubwürdig erwiesenen Endzeitverkündigung, die die WTG nun weiter verschiebt.
Im Brennpunkt steht unser Glaubensbruder Helmut Senger in Hoyerswerda. Wir lesen den
mutigen Bericht über den Kampf um einen rechten, schriftgemäßen christlichen Glauben,
der auf Grund von z. T. furchtbaren Erfahrungen unter den Zeugen Jehovas und auf Grund der
falschen Weltende-Verkündigung von 1975 und der Erkenntnis weiterer haltloser
Bibelauslegungen zwangsläufig aufbrechen mußte. Wir erkennen dabei auch, daß das von
der WTG behauptete "geistige Paradies" nur ein irreführendes Aushängeschild
ist. Man muß es selbst lesen.
Gleichzeitig kann man am praktischen Vorgang und Ereignis erkennen, welche Bedeutung und Wirkung CV selbst hat, aber auch, welche Bedeutung CV von seiten der WTG beigemessen wird! Hochinteressant wird für viele sein, mit welchen Argumenten die WTG letztlich gegen CV vorgeht, wenn eine Konfrontation nicht vermieden werden kann.
Nicht schnell genug würde die WTG unsere CV zum Schweigen bringen, wenn sie könnte, damit niemand einen Anwalt hat, eine Hilfe und eine Plattform, um es ernsthaft mit ihr aufnehmen zu können, und damit es vor allem nichts gibt, was sie darin stört, den religiösen und politischen Bibelmißbrauch zu betreiben, den sie mit ihrer falschen Endzeitfahne verdeckt.
Sie haben in Hoyerswerda erklärt und die Weisung ausgegeben, diese CV-Ausgabe niemals lesen zu wollen. Ja, sie soll verbrannt und vernichtet werden, wenn man sie in die Hände bekommt. Jeder soll die Augen davor verschließen. Wer aber wird wirklich, wenn es ringsherum brennt, mitten darin hocken bleiben und sich die Augen zuhalten?
Nein, die falsche Weltendeverkündigung von 1975 ist noch nicht ausgestanden. Ihre Auswirkungen hat die WTG noch in vollem Maße vor sich! Der wie zu den anderen falschen Weltenden von 1914 oder 1925 wieder gepredigte "Verzug" um eine "kleine Weile" nach 1975 geht nun unerbittlich zuende Viele warten diese zwei, drei Jahre nur noch ab - . Denn die WTG kann von ihrer Proklamation, die einen Eckstein bildet, daß die Erwachsenen-Generation von 1914 "nicht vergehen wird", bis das "Weltende" kommt, nicht abrücken, ohne damit den gesamten Endzeitglauben zu erschüttern!
Der Aufbruch in Hoyerswerda ist ein Glied
in der Kette der Aufbrüche und Ausbrüche, die sich still oder offen nun in Verbindung
mit allen Aufrichtigen ereignen werden, wenn sie erkennen, wie die 1914-Generation doch
"vergeht" und auch der "Verzug" die Weltendeverkündigung von 1975
nicht retten kann, und damit das WTG-Endzeitgebäude als unhaltbar zusammenbricht. Immer
und immer wieder können wir darum allen nur zurufen:
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was
recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
DIE KONFRONTATION CV MIT WTG VON HOYERSWERDA
- KONFRONTACJA CV Z WATCH TOWER W HOYERSWERDA W TYM WYDANU
- SCHON 1950 SOLLTE HARMAGEDON UNMITTELBAR NAHE SEIN
Wie mein Weg begann
- DIE ZURÜSTUNG DURCH DIE KIRCHE FÜR DIE PROBLEME UND FRAGEN ÄUSSERST MANGELHAFT
- MEINE TAUFE 1972 IN EINEM SEE BEI STEINITZ
- VATER / MUTTER / KIND, GOTT / WTG / ZEUGEN
- NACH DER TAUFE GEHT DER GLAUBENSKAMPF ERST RICHTIG LOS
Wenn alle ehrlich sind
WTG-Lehren kommen und verschwinden
Alimente nur noch bis zum Weltende 1975 zu zahlen
"Kriegslist" gegen die eigene Frau
- UMZUG NACH HOYERSWERDA, WO MIT GANZ ANDEREN METHODEN GEARBEITET WIRD
Kein "theokratisch kürzer treten" mehr
Sie legen einen entscheidenden Zeitzünder
Ich werde mitgenommen in die Verkündigung
Sie hetzen meine Familie aufeinander
Sie moralisieren und überspannen bis an die Grenze des Erträglichen
- MIT DER ZEITSCHRIFT "CHRISTLICHE VERANTWORTUNG" (CV) EINEN AUSWEG ALS FREIER
CHRIST GEFUNDEN
Im letzten Augenblick kam Rettung
September 1976 erste Gegenüberstellung in der Versammlung
Ich schrieb an alle Bekannten in Hoyerswerda, Groß Döbbern und Neupetershain
Meine "Gerda", mein Gemeinschaftsentzug wird vorbereitet
Ich lege die CV-Sonderausgabe 1975 auf den Tisch
Die Auseinandersetzung um CV
Das Hauptargument gegen die freien Christengemeinden, freien Bibelforscher und anderen
Christen
Ich halte dem GE-Komitee den WT-Blutkult vor
Sie brechen ab, um ihre "Feststellungen" zu treffen
SIE SCHLIESSEN MICH, NUN EIN FREIER CHRIST, AUS DEN REIHEN DER ZEUGEN JEHOVAS AUS
Die "Feststellungen" des GE-Komitees
Der Beschluß des GE-Komitees
Der Beschluß des GE-Komitees schriftgemäß geprüft
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SCHON 1950 sollte Harmagedon unmittelbar nahe sein
Wie mein Weg begann
Meine Kindheit und Jugend fielen in die Jahre, der Kriegs und
Nachkriegszeit mit ihren Wirren und unsagbaren Problemen Ich wurde 1934 in Klein Döbbern
bei Cottbus geboren und bin auch dort zur Schule gegangen. Ich beginne am besten mit einem
kurzen Lebenslauf, wenn ich nun meine Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas und dann als
einer von ihnen darlege, damit sie daraus Lehren ziehen mögen. Es umfaßt ein halbes
Menschenleben.
Ich gehörte der evangelisch-lutherischen Kirche an und wurde durch Konfirmandenunterricht und andere gottesdienstliche und religiöse Unterweisung so zum Glauben an Gott, Christus und die Bibel geführt. Ich suchte auch manches Gespräch mit Angehörigen evangelischer Freikirchen in der Evangelischen Allianz, um in meiner höchst unvollkommenen Glaubenserkenntnis zu wachsen. Später habe ich noch Welzow geheiratet. Auf Grund meiner Arbeit im Tagebau Welzow erhielt ich eine Neubauwohnung in Hoyerswerda.
Es war um 1950, als ich durch Zeugen-Einsätze in Klein Döbbern, meinem Heimatdorf, auf die Zeugen Jehovas aufmerksam wurde. Sie kamen in Gruppen auf Fahrrädern ins Dorf. Ich erinnere mich, wie sie zu zweien in die Wohnhäuser kamen Einiges, was sie damals im Dorf verkündigten, blieb mir im Sinn. Wir würden ganz kurz vor der Schlacht vor Harmagedon, dem Weltende, stehen. Sie selbst stellten die geistige Arche dar. Jehova würde in ganz kurzer Zeit auf dieser Erde völlig andere Verhältnisse schaffen, wo Löwe und Lamm friedlich und vegetarisch leben würden. Sie wollten immer wiederkommen. Aber daraus wurde nichts. Viele Leute schlossen sich ein und wollten die Hunde loslassen, wie man früher ungebetene Hausierer fernhielt.
Ein öffentlicher Vortrag fand in Harnischdorf statt, wozu einige mit dem Auto aus Cottbus erschienen. Auch ich nahm als Interessierter daran teil. Damals wohnte in Harnischdarf ein Bruder H. Er lud mich nach Cottbus ein, wo er selbst zweimal wöchentlich hinging, Jetzt ist eine Betriebsgaststätte in diesem Saal. Aber ich hatte in dieser Zeit noch wenig religiöses Unterscheidungsvermögen. Dann kam das Verbot. Meine Mutter wünschte auch keinen Kontakt mehr, weil sie Angst um mich hatte. So verlor ich wieder die Verbindung.
Soweit ich mich erinnern kann, hatte Bruder H. damals erregende Sachen zu verkündigen. Die damalige politische Allianz De Gaulle - de Gasperi - Adenauer unter "Rom" waren die Wiederherstellung der Macht "Babylons". Auch sollten "drei unreine Geister" wie Frösche ausgehen und quaken. Das sind die, welche viel über Verständigung und Frieden reden mit dem Stockholmer Appell zur Achtung der Atomwaffen. Und Politik, Kapital und Religion sind die Pfeiler, auf die sich das Gebäude der UN stützt, worin auch Rußland sitzt. Ein Pfeiler, die Religion, wird in Kürze stürzen und damit kommt Harmagedon, das Weltende. Das kommt ganz unmittelbar. Das ist ganz nahe. Man hatte da gleich an einen neuen Weltkrieg gedacht, weil das doch praktisch vor sich gehen muß, wie sollte sonst der Weltuntergang praktisch kommen. Rußland würde den religiösen Pfeiler stürzen, damit es losgeht. Dazu werden Bücher angeboten wie "Gott bleibt wahrhaftig" oder "Die Wahrheit wird euch freimachen"', was ich später bei den Zeugen nicht mehr gesehen habe.
1955 bezeugte mir in Klein Döbbern ein Verkündiger, der mit Bruder H. in Verbindung stand, daß ein Feuerring um die Erde sei, der sich bis 1972 nähert. Er führt Harmagedon herbei wie einst der Wasserring die Sintflut, Ich erfuhr spater, daß sich dieser Verkündiger wieder abgewandt hat, weil sich als unwahr erwies, was man ihm beigebracht hatte, was er auch verkündigte. Ja, wer ein Gewissen hat, kann sich nur einmal dazu bringen lassen, vor den Menschen öffentlich Unwahrheiten zu verkündigen. Ich verstehe das heute.
Die Zurüstung durch die Kirche für die
Probleme und Fragen äußerst mangelhaft
Ich betrachtete das damals alles noch als Interessierter und
wurde von den Zeugen auch so angesehen und vermerkt. Ungeachtet meines Glaubens war meine
christliche, biblische Erkenntnis durch die Kirche aber so mangelhaft, daß ich für eine
kritische Untersuchung und Prüfung der Zeugen-Verkündigung überhaupt keine Zurüstung
hatte.
Nachdem ich noch Welzow gezogen war, kam ich seit 1965 wieder in Verbindung. Im Hause über mir wohnte Schwester N. Auch sie verkündigte den Feuerring, der bis 1972 niederkommt und Harmagedon bringt. Sie schickte den Gruppendiener aus Neupetershain, Bruder Z. zu mir. Er war Bahnunterhaltungsarbeiter. Er verkündigte besonders mit der Umweltverschmutzung, die immer mehr zunehme. Er zitierte Wissenschaftler und ihre Schriften, die errechnet hätten, daß bis 1985 jedes Leben auf der Erde ausgelöscht wird. Weil aber Jehova die Erde erhalten will, wird er die verderben, die die Erde verderben. Die Erdbevölkerung wird erhalten bleiben. Satan will den totalen Untergang.
Ich war als Interessierter immer noch zweifelnd gegenüber dieser Verkündigung. Die kirchlichen Bibelstunden, die ich noch besuchte, gaben mir kein Rüstzeug für eine Auseinandersetzung mit den Bibelauslegungen der Zeugen. Sie gaben auf viele Fragen überhaupt keine Antwort. Die Zeugen schienen in allen akuten Fragen überlegen zu sein.
Meine Taufe 1972 in einem See bei Steinitz
Zögernd machte ich dann "Heimbibelstudium" bei
Bruder Z. Es war ein Einzelstudium. Sie halten zu Beginn alle erst einmal auf Distanz und
sind mißtrauisch, bis alle Verhältnisse des Interessierten auskundschaftet sind, was man
gar nicht merkt. Bücher wie "Gott bleibt wahrhaftig", "Zum Predigtdienst
befähigt" und "Ausgerüstet für jedes gute Werk" wurde mir zugänglich
und bildeten, die Grundlage. Ich fand noch nichts dabei daß ich die Bibel hier nur durch
die Wachtturmsicht erklärt bekam, nicht unmittelbar. Ich lernte die Bibel nur so
verstehen und anwenden, wie sie die WTG verstanden und angewandt wissen wollte. Aber das
merkt man durch die vielen Bibelzitate allgemein nicht. Ich erinnere mich noch, mit
welchem Nachdruck gelehrt wurde, daß die Diener der Organisation der Zeugen nicht
ordiniert werden wie Religionsgeistliche, sondern von Jehova selbst eingesetzt werden.
Die traditionelle kirchliche Unterweisung in Konfirmationsunterricht, Gottesdienst und Bibelstunde erschien mir mehr und mehr dürftiger gegenüber der Fülle und dem Anspruch, was mir die Zeugen als gläubigen Christen vorlegten. Ich fühlte, wie ich gar nicht in einem richtigen Verhältnis zu Gott stehen konnte mit meiner Kindertaufe. Ja, die Kirche hat den Glaubensgrund in mir gelegt, kein Zweifel. Aber die Zeugen bringen diesen Glauben in die bessere, richtige Form. Die Kirche unterrichtet in ihrem Konfirmandenunterricht und auch anders nicht genügend, sonst müßte sie zur richtigen biblischen Taufe führen. Hinzu kam, daß die "Adenauer-Babylon-Rom"Politik nicht mehr gelehrt wurde, in den "Heimbibelstudien" mit Bruder Z. gab es das nicht mehr. Die Zweifel schwanden immer mehr, die Kirche hat mich nur zu einem unfertigen Christen gemacht. Noch der Bibel muß man zur Erwachsenentaufe, zur Glaubenstaufe kommen. Die Erinnerungen an die früheren Gespräche mit freikirchlichen Christen, wo auch die Glaubenstaufe war, bestätigten mir das. Die Zeugen führen die Gläubigen also in ein Verhältnis zu Gott als Erwachsene, das jeder Christ erreichen sollte. So kam es, daß ich aus der Kirche austrat und mich im Juli 1972 in einem See bei Steinitz taufen ließ.
Vater - Mutter - Kind - Gott - WTG -
Zeugen
Ich muß jetzt vorgreifen. Was mir erst später klar wurde,
daß sich die WTG in mein Glaubensverhältnis zu Gott hineinschob Denn nun bestimmte
eigentlich sie, was von und für Gott richtig oder falsch ist, was man für ihn tun darf
und was man nicht machen darf. Gott selbst hat dabei gar nichts mehr zu sagen. Selbst was
ich dachte, im Gebet zu Gott vorzubringen, mußte ich nach den WTG-Lehren ausrichten.
Anders konnte ich in der Versammlung gar nicht wagen zu beten. So hatte die wirkliche
Macht die WTG in der Hand, wie über alle Zeugen. Und ich merkte es nicht. Es mußten noch
Jahre vergehen.
Ist es nicht so? Ein Kind, das die mütterlichen Weisungen im Verhalten zu seinem Vater befolgen muß, wird doch von seiner Mutter dirigiert und beherrscht. Der Vater ist praktisch ausgeschaltet. Das Kind ist nicht frei im Verhältnis zu seinem Vater. Ist es nicht so? Der Vater kann sagen, was er will. Es wird nur gemacht, was die Mutter will. Weil die Mutter es in der Hand hat.
So kann in der Bibel stehen, was das auch stehen mag. Wehe jedem Zeugen Jehovas, der es betrachtet und anwendet, wie es die "Mutter", die WTG nicht will. Ist es nicht so? Dies aber sage ich jetzt als freier Christ.
Nach der Taufe geht der Glaubenskampf erst
richtig los
Wenn alle ehrlich sind
Wer will es bestreiten? Wenn alle ehrlich sind, so gibt es
kein Glaubensleben ohne Glaubenskampf. Ohne Kampf um die Erhaltung des Glaubens, gegen die
Zweifel, die an ihm nagen möchten, ist niemand. Selbst Christus rief am Kreuze aus, mein
Gott, warum hast du mich verlassen? Aber die WTG duldet mit ihrem Anspruch, Gottes Willen
kundzutun, woran nicht gezweifelt werden darf, keine Freiheit, seine Zweifel
unverdächtigt auszusprechen. Wenn man an Gott zweifelt, braucht man nicht soviel Angst zu
haben, als wenn man den Anspruch der WTG anzweifelt und infrage stellt, daß sie Gottes
Willen kundtut. Mein Glaube an Gott und Christus stand und steht außerfrage. Mit dem
Verlust des Glaubens an die WTG-Ansprüche, haben aber schon viele auch den Glauben an
Gott verloren. Mein Problem wurde der Kampf um den Glauben an die WTG-Ansprüche, Gottes
Willen kundzutun und zu vertreten. Wenn Jakobus 1:5-7 über den Zweifel spricht, dann ist
da der Zweifel an Gott gemeint, wie Vers 5 zeigt. Es ist eine gänzlich falsche Auslegung,
wenn man mit diesen Bibelversen einen verurteilt, der lediglich die Ansprüche der WTG
anzweifelt. Es mangelt dann an biblischem Unterscheidungsvermögen. Zwischen Gott und der
WTG ist doch ein himmelweiter Unterschied. Was in der Bibel von Gott gesagt wird, kann man
doch für die WTG nicht in Anspruch nehmen. Das führt nur zu Ungerechtigkeit und zu
falschem Gericht über Brüder. Zwischen dem unfehlbaren Gott und der fehlerhaften und
irrenden WTG ist ein himmelweiter Unterschied.
WTG-Lehren kommen und verschwinden
Eines Tages tauchte das Buch "Ewiges Leben in der
Freiheit der Söhne Gottes" auf mit der Tabelle, wonach das Ende 1975 kommen sollte.
Es erschien dann auch in einigen Abzügen Dann aber forderte es Bruder Z. wieder zurück.
Einige Teile mußte ich verbrennen. Erst später begriff ich, daß man das Buch einfach
wieder einzog. Ein ähnliches Schicksal erlebte das Buch "Babylon die Große ist
gefallen" mit vielen veränderten Offenbarungsauslegungen und antikommunistischer
Politik. Ich erfuhr auch von einem großen internationalen Kongreß, Bruder Z.
verkündigte, daß es der letzte Kongreß vor Harmagedon sein könnte. Wie ich danach fest
stellte, war es nicht der letzte Kongreß gewesen. Daß eine Änderung stattgefunden hatte
in den WTG-Auslegungen, wurde mir noch nicht bekanntgegeben. Das bekam ich erst später in
Hoyerswerda in die Hände. Bruder Z. sagte mir nur, daß zwar 1975 die 6000 Jahre
Menschheitsgeschichte um sind, aber die Zeit noch fehlt, wo Adam die Frau zugeführt
wurde, was sich noch um etwa zwei Jahre handeln könnte. Erst in etwa zwei Jahren nach
1975 ist also mit Harmagedon zu rechnen. Warum ließen sie mich nur halbe Wahrheiten
wissen? Aber immer wieder verdrängte ich die Zweifel an der WTG. Wir leben auch in einer
richtigen "Verantwortungslosigkeit", indem wir uns trösten, daß wir die
WTG-Lehren nicht selbst zu verantworten haben. Sonst würden viele ganz anders an die
WTG-Lehren herangehen.
Alimente nur bis zum Weltende 1975 zu
zahlen
Weswegen ich mir später besonders an den Kopf faßte, war
das wegen meiner Tochter aus erster Ehe. Sie war 1959 geboren worden. Im Nachbarart Groß
Döbbern wohnten die zwei Schwestern J. Sie brachten die WTG-Lehre, ich müsse versuchen,
meine Tochter, die bei meiner ersten Frau geblieben war, zu den Zeugen zu bringen. Wenn
auch meine jetzige Frau nicht glauben will und darum 1975 vernichtet wird, sollte ich
wenigstens das Kind mit in die "neue Welt" nach 1975 mit hinübernehmen. Als ich
damit bei meiner ersten Frau vorstellig wurde, war sie im höchsten Grade empört. Das
genügte schon, daß sie mir sagten, nun würde meine Tochter schon auf irgendeine Weise
1975 von Jehova gerettet werden, weil ihre Mutter sich schuldig macht. Ich sagte darauf,
aber so einfach wäre das nicht, ich habe noch für die Tochter bis 1977 Unterhaltskosten
(Alimente) zu zahlen Das Kind wird erst 1977 volljährig. Im August 1977 würde das Ende
der Zahlungsverpflichtung sein. Da erklärten sie mir, wie die WTG der ganzen Welt jetzt
verkündigt, daß 1975 Harmagedon kommt, ich brauche also gar nicht bis 1977 zu warten,
ich brauche nur noch bis 1975 zu zahlen, in der "neuen Welt" ab 1975 gibt es das
nicht mehr. Es kam 1976. Es kam 1977. Es kommt 1978 und so weiter und so weiter. Jetzt als
freier Christ kann ich nur nachfragen, wird von der WTG die ganze Welt nicht für naiv
gehalten?
"Kriegslist" gegen die
eigene Frau
Die Annahme der WTG-Lehren in den Zusammenkünften, das
Studium, und ihre Verbreitung ist eine Seite. Eine andere ist das Glaubensleben, das man
unter den WTG-Lehren führen muß.
Meine Frau war streng gegen die WTG-Lehren und ist es immer geblieben. Bruder Z. war Inzwischen Rentner geworden Meine Frau arbeitete in Normalschicht (vormittags). Ich arbeitete in Wechselschicht. Da fand eben alles vormittags statt, wenn sie zur Arbeit war und ich frei hatte. Es wurde Buchstudium gemacht, Predigtdienstschulung (PDS) und die WT-Abzüge erhielt ich zum Selbststudium. Einiges hatte ich nach dem Studium zu verbrennen, vieles mußte ich zurückgeben So mußte ich meine Frau laufend hintergehen, hinters Licht führen, belügen und betrügen.
Bruder Z. predigte immer, daß ich meine Frau auch gewinnen könnte. Ich durfte tun, was andere sonst nicht tun dürfen, um meine Frau "über die Hintertreppe" zu kriegen. Ein Bruder Heinz hatte auch 10 Jahre eine ungläubige Frau gehabt und sie sei jetzt Schwester geworden. Ich durfte darum mit meiner Frau an der "weltlichen Lust" von Betriebsvergnügen teilnehmen. Was ich auch darum durfte, das Hintergehen, Tauschen, Lügen, Verbrennen, damit nichts in ihre Hände fällt, die Atmosphäre des Mißtrauens daraus, die Heuchelei und das Doppelspiel, das kann auf die Dauer in einer Ehe nicht gut gehen. Hinter allem war immer wieder eine Politik. Aber nie konnte das richtig zur Sprache kommen Die "Russenhetze" von Bruder H. mit der UN damals war mir auch so ein Kapitel gewesen. Sollte ich mir auf diese Weise meine Ehe kaputtmachen und zerstören lassen? Ich könnte mich ja auf Zeugen-Basis wiederverheiraten, wurde mir gesagt. Rückblickend sehe ich als freier Christ, daß die Schrift solchen "Krieg" gegen die eigene Frau nicht verlangt und das nur für die WTG-Politik verlangt wird.
Umzug nach Hoyerswerda, wo mit ganz
anderen Methoden gearbeitet wird
Kein "theokratisch kürzer treten" mehr
Es kam Ende 1974, wo wir nach Hoyerswerda umzogen. Hier wurde
im Vergleich zu Welzow mit ganz anderen Mitteln gearbeitet. Ich wurde dem Gruppenleiter
Bruder Z. zugeführt. Er war erst seit einiger Zeit wegen totaler Wehrdienstverweigerung
aus dem Gefängnis entlassen. Hier wurde ich nicht mehr einzeln, sondern in einer Gruppe
unterrichtet. Alle kamen aus einem "getrennten Haus". Das ist bemerkenswert!
Alles Frauen. Zweimal die Woche wurden die Zusammenkünfte vereinbart, abends, bei
Spätschicht und an freien Tagen. Ich wurde reichlich mit Material versorgt, Büchern und
Zeitschriften. Weil aber Bruder Z. feststellte, daß meine Familie nicht für die Zeugen
war, mußte ich das Material generell wieder zurückgeben. Es wurde woanders abgelegt, wo
es "sicherer" war. Ich durfte auch manchmal das Studium der Gruppe leiten, wenn
Bruder Z. verhindert war, z. B. im Urlaub und kein anderer Zeit hatte. Auf meine Frau
durfte ich nicht mehr wie vorher Rücksicht nehmen. Ich mußte Ausreden erfinden und
Lügen wie nie zuvor Sollte ich mit meiner Frau an einem ökonomisch-kulturellen
Leistungsvergleich des Betriebes teilnehmen, dann mußte ich andere Sachen vortäuschen
und vorlügen, die ich machen müßte. Ich durfte nun wegen meiner Frau keineswegs mehr
"theokratisch kürzer treten".
Ich stellte auch fest, daß neue Bücher herauskamen. "Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt", "Wahrer Friede und Sicherheit, woher zu erwarten", "Das tausendjährige Königreich hat sich genaht" und "Rettung aus der Weltbedrängnis steht bevor".
Ich bemerkte einmal zu einem Bruder, wie wir reichlich mit Material versorgt werden. Da sagte seine Frau zu ihm, er sollte doch auch dafür sorgen, daß seine Gruppe mehr Material bekommt, da er nur einen WT zugeteilt bekommt. Dafür wurde ich sehr zurechtgewiesen. Wir sollten dankbar sein, daß wir soviel "Speise" haben, daß fast jeder seinen eigenen WT haben kann. Ja, die Gruppen in Neupetershain und Groß Döbbern waren gegenüber Hoyerswerda fast bis auf ein Viertel bis ein halbes Jahr mit WT und PDS zurück. Das bedeutet schon was, wenn sie ein halbes Jahr länger falsche Lehren verkündigen, weil die WTG sie geändert hat. Man führte darum ab 1975 verstärkt Zusatzversammlungen durch, mit Kongreßprogramm, wo man zugab, daß das Werk im Rückgang begriffen war und daß man doch mehr verkündigen gehen sollte. Nicht bloß Stunden zusammenbringen, bei denen nichts herauskommt.
Sie legen einen entscheidenden Zeitzünder
Und jetzt stellte ich etwas fest, was später sehr
entscheidend werden sollte. Als ich 1975 mit Bruder Z. in ein ausführliches Gespräch
kam, versuchte er mich aufzuklären, daß ich doch sicherlich schon gemerkt hätte, daß
Jehova neues Licht und seinem treuen und verständigen Sklaven (der WTG) neue Erkenntnisse
gegeben habe. Das "Babylon"-Buch, sogar als Abzug, wurde verbrannt. Das Buch
"Vom verlorenen zum wiederhergestellten Paradies" wurde durch das Buch "Auf
den großen Lehrer hören" ersetzt. Und die Hauptsache sei, daß man Jehova auch
über das Jahr 1975 hinaus dienen soll! Deshalb hätte man schon 1972 das Ältestenamt
eingeführt. Einmal weil nun eine große Mehrung erfolge und zum Schutz gegen Spaltungen
und falsche Lehren!
Auch aus den letzten Jahrbüchern könnte man einiges entnehmen Daß unter Russell, Rutherford und Knorr bis jetzt die Erkenntnis noch nicht so weit war. Daß wir erst jetzt richtig begreifen, daß und warum Jehova vieles unklar ließ, obgleich die Treuen von jeher in der Bibel forschten. Und gerade daher sei jetzt die Versammlung so wichtig.
Ich habe die Tragweite dieser "Aufklärung" anfangs gar nicht begriffen. Es wird einem flugs der bisherige Boden unter den Füßen weggezogen, ja weggerissen, so daß man gar nicht erst zu Fall kommen kann, weil man schon auf dem nächsten steht! Und stehen will man ja erst einmal. Und schon gehts weiter! Erst später kam die Besinnung.
Ich werde mitgenommen in die Verkündigung
Es kam der Tag, an dem mich Bruder Z. mit in den
Verkündigungsdienst nahm. Nicht nur Gelegenheitszeugnis, sondern Neuverkündigung. Ich
sollte feststellen, wie verkündigt wird. Aber die Leute zeigten alle Ablehnung. Viele
waren gut unterrichtet. Man hielt uns vor, daß wir für 1975 den Weltuntergang gepredigt
hätten, wir seien unglaubwürdig. Wir verkündigten z. B. wieder, wenn die Menschen
Friede und Sicherheit sagen, wie 1975 mit der Helsinki-Konferenz, dann ist das das Zeichen
einer bevorstehenden plötzlichen Vernichtung. Aber es kam nichts. Die Leute hatten doch
recht. Ich dachte auch daran, daß ich nur bis 1975 Alimente zahlen sollte, weil dann das
Weltende ist. Wie sollte ich bei solchen falschen Versprechungen vor die Menschen treten.
So wurde ich zurückhaltend mit der Verkündigung. Ich möchte nicht wissen, was andere
Zeugen Jehovas für Zweifel unterdrücken!
Sie hetzen meine Familie aufeinander
Wenn Heim, Zuhause und Familienverhältnisse in die Brüche
gehen, dann muß man sich einmal fragen und prüfen, ob das die richtige Form der Anbetung
ist. Unser Fernsehapparat war zur Reparatur. Ich mußte ihn zu einer Zeit abholen, als
gerade eine Zusammenkunft angesetzt war. Man verlangte von mir, ich sollte mich als Mann
zuhause durchsetzen Sie brauchten bei mir daheim nicht die Krimis gucken, wo Verbrechen
gezeigt werden, oder die Liebesfilme, wo sie fremdgehen. Satan will uns bloß ablenken.
Sollen sie doch den Apparat selber von der Reparatur holen, oder der Junge soll es tun,
wenn er gucken will. Für die Zusammenkünfte müßte ich unbedingt "Wertschätzung
zeigen". Erstens ist es meine Pflicht, mich um die Haushaltsgeräte zu kümmern und
nicht Sache des Kindes. Dann ist das eine unerträgliche Einmischung und Aufhetzung gegen
Frau und Kind. Wenn sie daheim nicht fernsehen sollen, müßte ich ihnen ja den Apparat
wegnehmen. Das war zuviel.
Sie schafften es aber, mich aufzuhetzen, sonntagsmorgens die WTG-RIAS-Sendung vor meiner Familie im Radio anzustellen, um sie zu zwingen, sie anzuhören. Da hatten sie mehr "theokratische" Argumente. Das Ergebnis war ein furchtbarer Familienstreit. Danach "erbarmte" man sich, daß ich die Sendung nachträglich auf Tonband mitgeschnitten anhören konnte. Wenn man so etwas erlebt, dann stellt man sich einige Fragen.
Auch zu Weihnachten versuchten sie mich aufzuhetzen. Man hielt mir das Beispiel eines Bruders Ehrenfried vor Augen, dessen Frau auch nicht an die WTG-Lehren glaubte, und darauf bestand, zu Weihnachten in der Familie einen Weihnachtsbaum zu haben. Als sie nun den Weihnachtsbaum am letzten Tage anputzen oder schmecken wollte und er ihr die Weihnachtsbaumkugeln reichen sollte, habe er sie einfach absichtlich wie aus Versehen fallen lassen, damit sie entzwei gingen und der Weihnachtsbaum nicht mehr angeputzt und aufgestellt werden konnte. Wenn ich heute als freier Christ darüber nachdenke, was ist das doch für eine Hinterlist und Bosheit dieses Bruders, den ich mir als Beispiel nehmen sollte. Auch richtet sich das Weihnachtsfest nicht gegen Christus, sondern geschieht in seinem Namen und weist auf ihn hin und das ist grundsätzlich nicht schlecht wenn wir Christi eigene Worte in Markus 9:38-40 über Tote,) von anderen in seinem Namen nachlesen.
Sie moralisieren und überspannen bis an
die Grenze des Erträglichen
Ein Dorn im Auge war ihnen auch meine Vorliebe für die
Esperanto-Sprache, eine bekannte internationale Sprache. Auch dagegen gingen sie vor, um
mir das auszutreiben. Ich hatte hierbei privat Bekannte in Polen und in der CSSR besucht,
die katholisch waren. Sie mischten sich ein und sagten, es sei nutzlose nach Harmagedon
werde wieder hebräisch-aramäisch gelehrt, aber in lateinischer Schrift. Woher sie das
nur schon wissen! Als sei das Sprachenlernen nur noch Sache der WTG-Gileadschule in
Brooklyn. Ich sollte alle von Arbeit und Familienpflichten freie Zeit in den WTG-Dienst
stellen.
Als Musterbeispiel hielten sie mir die angeblich völlige wöchentliche Freizeitauslastung der Verkündiger in Westdeutschland vor Augen. Wollen sie das hier auch durchsetzen? 1. WT-Studium, 2. Buchstudium in den Häusern und eigenen Familien, 3. Heimstudien bei Interessierten, 4. Vorträge, 5. PDS-Teilnahme, 6. Selbststudium der WTG-Schriften, 7. Verkündigung, 8. Möglichst als Pionier mit Halbtagsarbeit Wer das konsequent befolgt, kommt zu keiner Besinnung mehr. Der pfeift ständig auf dem letzten Loch und hetzt den ganzen Tag an der Grenze des Möglichen und Erträglichen. Der geringste Einwand macht verdächtig: Dann hast du nicht genügend "Wertschätzung" und fast schon den kleinen Finger beim Satan.
Ich hatte festgestellt, wie zwanglos und frei es in anderen christlichen Gemeinden ist. Die Menschen kommen und gehen wie es ihnen ihre Umstände gestattet, ohne daß sie deswegen so moralisiert und gemaßregelt werden, wie es unter der WTG geschieht.
Einmal ist das Maß voll. Einmal läuft der Krug über. Einmal ist die Grenze erreicht. Im deutlichen Wissen um die falschen Lehren vor die Menschen treten müssen, am Beispiel der eigenen Tochter (Alimente) den 1975-Schwindel erleben, immerzu zuhause lügen, vertuschen, heucheln, hintergehen, verheimlichen und Doppelspiel treiben müssen, das unaufhörliche Aufhetzen der Familie, und die Erkenntnis, was für eine ungeheuerliche Schuld man auf sich geladen hat auch nur gegenüber einem einzigen Menschen mit der falschen Verkündigung von 1975 und den anderen WTG-Lehren, die sich nun nach 1975 eine um die andere als falsch erweisen und darum durch angeblich "neues Licht" ersetzt werden, und dazu sich bis zur letzten Freizeitstunde auspressen lassen - das ist unerträglich.
Mit der Zeitschrift "Christliche
Verantwortung" (CV) einen Ausweg als freier Christ gefunden
Im letzten Augenblick kam Rettung
Ich erhielt, wie auch andere Zeugen, unverbindlich CV
zugeschickt Ich tat es nicht, wie es alle tun sollen, nämlich CV ungelesen verbrennen.
Ich las alles genau durch und verglich es mit der Bibel. Ich verglich auch meine eigenen
Erfahrungen und Erlebnisse, die ich mit den zuständigen WTG-Brüdern hatte, mit 1972, mit
1975. Und ich sah, daß es freigewordene und freistehende Christen gibt. Brüder und
Schwestern, die sich als Christen freigemacht haben. Jetzt erhielt ich neuen Mut.
Ich wurde wieder froh, ja, begann wieder neu aufzuleben. Ich begriff. Ich lernte unterscheiden, was mir die WTG beigebracht hatte, was ihre Lehren sind, und was Gottes Wort ist. Ich schämte mich, den Leuten soviel Falsches im Namen Gottes gelehrt zu haben. Ich ging in meine Kammer und betete still zu Gott, er möge mir verzeihen, daß ich durch die WTG in seinen Namen so viel Falsches verbreitet habe. Ich ging jetzt daran, schriftlich ein Gegenzeugnis für die Wahrheit zu geben, weil ich mich persönlich schämte. Ich bekam nun ein reines Gewissen vor Gott und Menschen, wie der Herr sagt: Wer mich vor den Menschen bekennt. Ich lernte, wieder ausschließlich auf Jesus zu blicken, ohne die WTG dazwischen. Und daß niemand verdammt wird, der den Namen Jesu anruft. Ich dankte Gott und bin nun ein froher und freier Mensch geworden.
September 1976 erste Gegenüberstellung in
der Versammlung
In christlicher Verantwortung ging ich nicht nur daran, ein
Gegenzeugnis für die Wahrheit zu geben, weil ich anderen so viel Falsches gelehrt habe.
Ich sah es auch als eine Verantwortung vor dem Herrn an, unter den Zeugen selbst, den
Verantwortlichen, für die Wahrheit über die WTG einzutreten Ende September 1976 habe ich
mir den Mut gefaßt, den Ältesten in Hoyerswerda meine Meinung darzulegen. Ich führte
Bruder Z. in der Gruppe alles vor Augen, was ich auf dem Herzen und erkannt hatte, was mir
inzwischen klar geworden war. Besonders die falschen Endzeitverkündigungen Wie schon 1914
die Regierungen abtreten sollten, was gar nicht geht. Wie aus den Bibelforschern
schriftwidrig Zeugen Jehovas gemacht wurden. Von den Jonadaben. Von der Obrigkeit, erst
WTG, dann der Cäsar. Vom Ältestenamt, das gar kein neues Licht ist.
Was entgegneten sie mir? Sie taten alles, um mich wieder umzustimmen. Die WTG sei Jehovas Werk. Ich sollte doch nicht eine Beute Satans werden. Aber ich wollte nicht mehr bleiben und weiter Falsches verkündigen. Zum Schluß rügte mich Bruder Z., das alles hätte ich ihm zum Schluß der Schulung privat sagen können. Ja, die WTG verhindert via sie kann, daß die Verkündiger selbst mitbekommen, was wirklich los ist. Privat nehmen sie alles entgegen und lassen es dann in den Akten verschwinden. Nur nichts ans Licht kommen lassen, daß es alle sehen! Bruder Z. konnte nichts überzeugend widerlegen. So drohte er mir zum Schluß mit Denunziation. er melde mich den "Brüdern", wenn ich nicht bereue, dann werde ich ausgeschlossen und vergessen.
So zog ich es vor, vom nächsten Studium
fernzubleiben. Sofort hatten sie alles umorganisiert.
Ich schrieb an alle Bekannten in Hoyerswerda, in Groß
Döbbern und Neupetershain
Was ich über die WTG festgestellt hatte und was für
Schlußfolgerungen ich zog, schrieb ich nun an alle Bekannten in Hoyerswerda, Groß
Döbbern und Neupetershain. Ich legte meine Erfahrungen dar. Ich legte auch dar, wie unter
den anderen Christen Gottes Kinder sind, die z. B. nichts lehren und versprechen, was
nicht eintrifft. Ich wollte, daß auch sie sich freimachen von falschen Lehren. Jesus hat
schon nach seiner Himmelfahrt sein "Reich der Himmel" errichtet. Auch sind die
144 000 nur eine symbolische Zahl, weil es sonst alles buchstäblich Juden sein müßten,
Christus ist der Eckstein und alle wahrhaft Gläubigen sind der Tempel. Dazu braucht man
keinen Wachtturm. Die Zeugnisse der Reformation und des Pietismus z. B. sind echte
christliche Zeugnisse gewesen, bis heute. Aber diese Wahrheiten wollte man nicht hören.
Man bezeichnete meinen Schritt, als wenn ein Hund zu seinem eigenen Gespei oder das Schwein zu seinem eigenen Kot zurückkehrt. Zu guterletzt hat man mir von einigen Stellen meine Zeugnisse wieder zurückgeschickt, man wünsche nicht mehr von mir belästigt zu werden. Als ob sie nicht gerade genug Leute mit ihren falschen Lehren belästigt haben. Sie werfen mir vor, zur "Babylon-Hure" zurückgekehrt zu sein. Sie merken gar nicht, wie sie selbst aufrichtige Christen, die doch nur anders an Gott und Christus glauben als die WTG will, belästigen und mit Kot bewerfen. Ist das eine "Babylon-Hure", wo sich freie Christen aufrichtig um das Wort Gottes und Jesu versammeln, obgleich sie unterschiedliche Erkenntnisse haben, weil unsere Erkenntnis nur Stückwerk sein kann? Ich bete darum, daß Jehova, Gott, noch vielen Erkenntnis schenkt, direkt aus der Schrift.
Meine "Gerda", mein
Gemeinschaftsentzug wird vorbereitet
Zum Jahresende 1976 wurde ich überraschend von einem
WTG-Ältesten aufgesucht, "Bruder Herbert". Er gab vor, sich nach den Gründen
meines Weggangs von den Zeugen näher erkundigen zu wollen. Er stellte folgende Fragen:
1. Ob und wie lange ich 1976 noch von den WTG-Lehren
überzeugt war, ob ich schon nebenbei Kontakt zu "anderer Religion" hatte.
2. Ob ich überzeugt war, als ich zu den Zeugen Jehovas ging
3. Ob ich freiwillig die Zeugen verließ oder irgendwie unter
Druck gehandelt habe.
Diese Fragen zeigten deutlich die Taktik an, die ich zu
erwarten hatte. Es ging ihnen nicht um die Gründe gegen die WTG, um die Fragen und
Probleme, die mich bewegten. Die Richtigkeit oder Falschheit der WTG-Lehren würden sie
nicht zur Diskussion stellen. Sie suchten nur den Zeitpunkt der "Untreue"
gegenüber der WTG festzustellen, und wen oder was sie als - "schuldig"
bezeichnen könnten. Reine Äußerlichkeiten. Die Hauptsache, daß man keinen falschen
Lehren treu bleiben kann, wurde umgangen.
Ich habe "Bruder Herbert" geantwortet, daß ich als wahrheitssuchender Christ zu den Zeugen gekommen bin, und daß ich bis Mitte 1976 noch überzeugt war, die WTG-Lehren vertreten zu können. Ich habe dann CV erhalten und alles überprüft und auch an Hand meiner bedrückenden und schwer belastenden Erfahrungen. Verglichen habe ich mit den WTG-Büchern, die nach bis 1976 in unserer Gruppe behandelt wurden. Ich habe auch andere religiöse Ansichten geprüft. Radiosendungen von Monte Carlo und WTG-Rias-Sendungen So habe ich erkannt, daß aller Glaube an Gott unvollkommen ist und andere Christen auch echte Christen sein können, Kinder Gottes. Was die Widersprüche und Lehren der WTG betrifft, so stehe ich voll zu CV.
So ist mein Schritt freiwillig und ohne anderen Druck erfolgt Niemand hat auf mich Druck ausgeübt. Ich zeigte ihm zum Beweis auch andere religiöse Schriften freikirchlicher Gemeinden. Zum Schluß legte ich ihm die CV-Sonderausgabe 1975 mit dem Nachweis der Unglaubwürdigkeit der ganzen WTG-Endzeit auf den Tisch. Er wagte nur, ganz flüchtig hinzuschauen.
Er fragte dazu nur, ob ich CV zufällig geschickt bekomme oder ob ich darum gebeten hätte. Zufällig, sagte ich, aber ich bekomme es weiter und sammele es. Er meinte, ich hätte das Problem rechtzeitig mit meinem Gruppendiener Bruder Z. besprechen können, vielleicht hätte alles verhindert werden können. Was dachte er sich dabei? Begriff er die Tragweite nicht? Er stellte gar keinen Versuch an, etwas zu widerlegen, er wolle sich nur vergewissern, warum ich die Zeugen verließ.
Ich lege die CV-Sonderausgabe 1975 vor
"Gerda", vor dem WT-Gemeinschaftsentzugs-Komitee auf den Tisch
Am 17. 1. 1977 wurde ich erneut von Bruder Z. aufgesucht. Er
brachte mir eine Vorladung, in den nächsten Tagen zur "Ausssprache" zu kommen.
Die Zeit sei zu kurz gewesen, als "Bruder Herbert" mich am Jahresende aufgesucht
hatte. Das stimmte ganz offensichtlich nicht. Sie wollten sich informieren, um
"Gerda" vorzubereiten. Aber ich erwartete nichts anderes. Es ging ihnen jetzt
ganz konkret um CV, ob es in Hoyerswerda schon eine CV-Gruppe oder Gruppe freier Christen
gibt. Ich hatte "Bruder Herbert" gesagt, daß ich nunmehr jedem Zeugen
behilflich sein will, Anschluß an freie Christen zu finden, damit er Gemeinschaft haben
kann und nicht beim Atheismus Zuflucht nehmen muß, wenn er an die WTG nicht mehr glauben
kann. CV muß eine große Wirkung haben.
Am 20. 1. 1977 ging ich nun zu Bruder Z. zu der "Aussprache" Aber da war natürlich nichts, er ging mit mir weiter zu "Bruder Herbert". Dort waren nun noch drei weitere Brüder anwesend, mir bisher unbekannt. So stand ich nun einer "Gerda", einem WT-Gemeinschaftsentzugs-Komitee von fünf Brüdern gegenüber, die das "Urteil" über mich zu fällen hatten, wenn ich nicht "bereue" und "widerrufe".
Sie hatten sich vorbereitet, das Verfahren durchzuführen. Sie legten mir die Schriftstellen 2. Joh. 9-11 und 1. Tim. 3:5-7 vor, die sie einfach für die infragestehenden widersprüchlichen WTG-Bibelauslegungen in Anspruch nahmen, und um mir meine Familienangehörigen vorzuwerfen, die keine Zeugen sind. Was die Familie angeht, so ist ein "getrenntes Haus" für den Christen kein Grund, daß man deswegen diskriminieren darf. Paulus hat dort an Timotheus überhaupt keine Argumente für Gemeinschaftsentzug gegeben, sondern nur für die Ernennung zum Aufseher. Man kann es nachlesen Und in 2. Johannes geht es darum, "in der Lehre des Christus" zu bleiben. Johannes konnte gar keine WTG-Lehren meinen, die es damals gar nicht gab. Um dem Komitee nachzuweisen, daß ich nicht gegen die Lehre Christi, sondern nur gegen die heutigen widerspruchsvollen WTG-Bibelauslegungen bin, legte ich ihnen die CV-Sonderausgabe vom August 1975 mit dem Nachweis dieser unglaubhaften WTG-Bibelauslegung offen auf den Tisch. Ich sagte dazu: Nur dann würde ich zu den Zeugen Jehovas zurückkehren, wenn das, was da in CV nachgewiesen ist, nicht stimmt.
Die Auseinandersetzung um CV
Ich war äußerst gespannt, was sie nun erwidern, was sie nun machen. Sie mußten sich zu
CV äußern. Sie waren am Zuge. Und sie mußten sich verbindlich äußern. Sie konnten als
"Gerda" keine privaten Ansichten vertreten. Es wird die Einstellung und das
Vorgehen der WTG gegen CV selbst sein, was sie zum Ausdruck bringen. Mein Fall ist ein
Präzedenzfall, er ist eine offizielle Konfrontation zwischen WT und CV. Sie mußten damit
rechnen, daß das allen Zeugen Jehovas bekanntgemacht wird, was eine unabsehbare Wirkung
haben könnte.
Sie gingen auf kein einziges Argument von CV gegen die WTG konkret ein. Sie erklärten, man hätte in der DDR keine Gelegenheit, sich zu den Argumenten in CV zu äußern, weil das Verbot bestehe. Damit ist die Hilflosigkeit, Unfähigkeit und Furcht der WIG, es mit CV offen vor Zeugen aufzunehmen, zum Ausdruck gebracht. Denn die Erklärung ist von vorn bis hinten haltlos. Sie haben soviele Schriften, in Hoyerswerda selbst sind sie stolz, daß fast jeder seinen eigenen WT haben kann, in denen gegen jedes Argument von CV ausführlich Stellung genommen werden kann. Welche Lüge mit dem Verbot! Das ist nur ein Vorwand. Sie kümmern sich doch sonst nicht darum, und veröffentlichen, was sie wollen. Sie können sich darum äußern. Sie wollen nicht sich äußern. Sie fürchten CV und wollen verhindern, daß noch mehr danach greifen und es lesen.
Dann sagten sie, man sei gar nicht daran interessiert, CV zu lesen. Auch das ist nur ein Ausweichen vor den CV-Argumenten, eine Ablenkung für die Verkündiger. Die leitender Brüder sind nicht nur daran interessiert, sie müssen alle Veröffentlichungen über oder gegen die WTG lesen, weil sie die WTG darüber informieren müssen, wenn etwas irgendwo erscheint. Sie widersprochen sich auch selbst, denn sie gaben zu erkennen, daß sie wissen, was in CV veröffentlicht wird.
Sie sagten zum Schluß, sie brauchten CV auch nicht zu lesen, weit nur die WTG auferbauende Literatur liefere. Auch das sind Vorwände und Ablenkungen der Verkündiger von CV und Unwahrheit. CV bringt die Aufdeckung der WTG Widersprüche und christliche Auferbauung im Glauben. Sie wissen auch, daß die WTG nicht in erster Linie für die Glaubensauferbauung da ist, sondern um das "Ende" zu verkündigen, daß sich CV aber mit der Unglaubhaftigkeit dieser Endeverkündigung befaßt. Das Vorschieben der Auferbauung ist also auch unehrlich. Nicht Auferbauung, sondern das "Ende" steht zur Diskussion.
Die WTG verteidigten sie mit der Erklärung gegen CV, selbst die Bibel würde über Fehler berichten, die z. B. Moses, David und Petrus gemacht haben. Wenn CV also nur die Fehler der WTG abdruckt, dann würde CV hinter dem "theokratischen Fortschritt" hinterherhinken. Auch dies sind gefälschte Karten. Die Fehler und Irrlehren und falschen Voraussagungen und Prophezeiungen der WTG vom "Ende" lassen sich nicht mit den menschlichen Fehlern von Mose, David und Petrus rechtfertigen und verteidigen. Das sind grundverschiedene Dinge, die nur oberflächlich passen und deshalb nicht zutreffen. Man kann das nicht vergleichen. Aber sie gaben mit dieser Verteidigung zu, daß CV die Wahrheit über die Fehler der WTG bringt.
Ja, die Bibel berichtet über Fehler von Moses. David und Petrus und anderen. Warum ist es eine Irreführung, das mit der falschen Bibelauslegungen der WTG zu vergleichen? Damit wird ebenfalls abgelenkt.
Von Moses und anderen werden viele Fehler und Schwächen berichtet, von David sogar Verbrechen, an Bathsebas Ehemann. Aber sie waren deswegen keine falschen Propheten, die der Menschheit Prophezeiungen machen, die nicht eintreffen und eine widerspruchsvolle Bibelauslegung betreiben, die sie unglaubhaft macht.
Gerade Moses, den sie als "Kronzeugen" für die WTG-Verteidigung nennen, verurteilt schärfstens alle, die Verkündigungen machen, die nicht eintreffen, als falsche Propheten, als Vermessene. 5. Mose 18:20-22, was auf alle bisherigen Ende-Verkündigungen der WTG zutrifft. Sie haben falsche Karten in der Hand.
Wenn sie trotzdem dabei bleiben, dann haben sie selbst ein ganz
unzulängliches biblisches Unterscheidungsvermögen.
Was sie als "theokratischen Fortschritt" bezeichneten, ist in Wahrheit eine
Kette von falschen Zeitpunkten, immer wieder anders und entgegengesetzt ausgelegten
Bibelstellen (Obrigkeit, Älteste, Nordkönig, Gleichnisse z. B.) auf ein "Ende"
das schon ein paarmal kommen sollte und darum als Irrtum
erklärt werden mußte, und für eine Endzeit, die schon wiederholt verschoben werden
mußte, weil es sie gar nicht gibt. In der CV-Sonderausgabe vom August 1975 ist das mit
WTG-eigenen Zitaten nachgewiesen.
Das Hauptargument gegen die freien
Christengemeinden, freien Bibelforscher und anderen Christen
Es war dieselbe Methode, kein Eingehen auf die konkreten
Tatsachen, sie wurden umgangen, nur ein pauschales Schlechtmachen. Die freien
Christengemeinden seien wie die anderen Religionen an irgendeinem Punkt
stehengeblieben. Das bedeutet, zu ihnen zu gehen, wäre ein Rückschritt, sie seien
rückständig. Mir fiel auf, daß sie nichts von der "Hure Babylon" und Satan
vorhielten.
Es stimmt, die freien Christen sind bei einem bestimmten Punkt stehengeblieben. Aber auch das zeugt nicht für sondern gegen die WTG und Zeugen Jehovas. Die freien Christen sind beim geschriebenen Wort Gottes stehengeblieben und haben nichts dazugemacht, wie die WTG mit den falschen Terminen, falschen Obrigkeit, und Jonadabverführungen weg von der neutestamentlichen Hoffnung. Sie gaben daraufhin zu, sich geirrt zu haben, aber das Licht werde immer heller. Sie tauschen sich selbst. Wenn man sich bei einer Sache geirrt hat und als falsch widerrufen muß, dann löscht man dieses verkündete Licht darüber wieder aus. Eine andere Erklärung ist dann kein Hellerwerden des Lichtes, das es gab, das wurde ja ausgelöscht. Es wird ein anderes Licht angezündet. Sie unterscheiden nicht zwischen Hellerwerden und Verlöschen eines Lichtes.
Daß die freien Christen nur beim geschriebenen Wort Gottes stehengeblieben sind, als sie mit der WTG und den Zeugen nicht mehr mitgingen auf ihre Irrwege, die die "Gerda"-Brüder zugeben mußten, kann man in CV lesen. In erster Linie kann man es bei jedem Gespräch mit freien Christen selbst erfahren.
Ich halte dem GE-Komitee den WT-Blutkult
vor
Zum Beweis, daß sie nicht bei der Schrift geblieben sind,
hielt ich ihnen den WT-Blutkult vor, wie sie Kinder durch Verweigerung von Transfusion
opfern und dem Tod preisgeben. Sie entgegneten einfach, daß auch Leute durch
Bluttransfusion gestorben sind.
Dazu müssen sie sich fragen lassen: Wenn ein Mensch durch Transfusion stirbt, die in der Absicht gegeben wurde, daß er um Leben bleiben möge, dann kann man ihn ruhigen Gewissens durch Verweigerung von Transfusion in den Tod gehen lassen und ins Jenseits befördern? Ist das nicht eine Rechtfertigung von fahrlässiger Tötung und versuchtem Mord und eine Verletzung des göttlichen Gebotes "Du sollst nicht töten"? Sie sind verantwortungslose juristische Dilettanten in ihren "Gerda"-Funktionen über ihre Brüder. Die WTG selbst räumt ein, daß das, was sie entgegneten, nicht der maßgebliche Gesichtspunkt sei, sondern das WTG-Blutverbot, womit die WTG aber selbst über die Schrift hinausgeht, wie CV gründlich nachgewiesen hat. Das GE-Komitee hat vor mir faktisch fahrlässige Tötung gerechtfertigt.
Ich hielt ihnen dann Matthäus 7:1,2 vor Augen, "richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet", und 1. Kor. 4:6, nicht über das hinaus, was geschrieben steht". Ich zeigte ihnen damit, wie es schriftgemäß verwerflich ist, alle anderen Christen abzutun und nur allein in der Wahrheit sein zu wollen. Wie die anderen Christen sich ihrer unvollkommenen Erkenntnis ehrlich bewußt sind und das nicht nur auf den Lippen haben, sondern sich deswegen gegenseitig achten und auch zusammenschließen, wie in der Evangelischen Allianz zum Beispiel. Aber das rührte sie alles nicht im geringsten Jedenfalls gaben sie es vor mir nicht zu erkennen.
Sie brechen ab, um ihre
"Feststellungen" zu treffen
Als sie mit diesen Auseinandersetzungen begriffen hatten,
daß ich mich den Ansprüchen der WTG nicht mehr beugen würde, stellten sie nochmals ihre
Fragen. Ob ich freiwillig die Zeugen verließ oder unter Druck. Wielange ich schon an der
WTG zweifelte und warum. Ich erklärte ihnen, daß ich freiwillig meinen christlichen Weg
gehe. Ich habe 10 Jahre für die WTG verkündigt, weil ich ihr glaubte, wie schwer sie das
auch machte. Seit 1976 aber habe ich begonnen, gegenzuverkündigen, um die Schuld an der
Wahrheit, die ich unter der WTG auf mich geladen habe, wieder gutzumachen. Ich habe mich
freiwillig CV angeschlossen, um jeden Zeugen Jehovas aufzuklären und Wege zu bahnen, sich
anderen freien Christen anzuschließen. Ich wies nochmals auf die Irrtümer der WTG hin,
die sie unglaubwürdig machen. Damit brachen sie ab.
Sie schließen mich - nun ein freier
Christ - aus den Reihen der Zeugen Jehovas aus
Die "Feststellungen" des GE-Komitees
Sie trafen nun über mich folgende Feststellungen. Ich würde
die Religion, die ich früher für falsch ansah, nun wieder als richtig betrachten. Ich
habe selbst zugegeben, Verbindung mit CV zu haben. Das Ziel von CV besteht darin, Zeugen
Jehovas zum Abfall zu bewegen, sich diesen Religionen anzuschließen Unter Druck wurde ich
nicht gestellt, es ist mein freiwilliger Entschluß. Darum müssen sie Gemeinschaftsentzug
(GE) oder "Gerda" laut 2. Johannes 9-11 zur Anwendung bringen. Der endgültige
Beschluß wird mir mündlich überbracht werden.
Ich erwiderte, daß ich diese "Gerda" nur als Formsache ansehe, dci ich seit Sommer 1976 schon ein freier Christ geworden bin. Man erkannte dies an. Sie erklärten, ich könne jederzeit bereuen und zurückkehren. Ich müsse mich jetzt damit abfinden, daß sie mich nicht mehr als christlichen Bruder ansehen, sondern als Fremden, den man mit Herr Senger und Sie anredet und wie einen Fremden grüßt, wenn ich sie mit CV in Ruhe lasse. Bedeutete diese letzte Bemerkung etwas? Ein Kompromiß aus Furcht vor CV?
Es dauerte anderthalb Stunden. Ich verließ dann allein die Wohnung und meine fünf "Richter" blieben unter sich zurück. Sie verabschiedeten mich dennoch freundlich, obwohl ich klargemacht hatte, für CV zu arbeiten und Jehovas Zeugen einen Weg als freie Christen finden zu helfen, da ich nun selbst ein freier Christ bin. Fühlten sie sich selbst nicht ganz wohl in ihrer "Richter"-Rolle für die WTG? Ich mußte an 2. Thess. 3:14,15 denken, wo der Apostel Paulus sagt, daß man bei Unterschieden nicht in Feindschaft verfallen soll. So möchte man für sie beten und hoffen. Vielleicht ist diese "Richter"-Rolle für die WTG für sie eines Tages der entscheidende Anstoß, wenn sie auch jetzt noch "getreu" den WTG-Willen an mir vollstrecken. Nichts geht an einem spurlos vorüber, auch an ihnen nicht.
Der Beschluß des GE-Komitees
Am 29. 1. 1977 überbrachte mir Bruder Z. mündlich die
"Gerda", den Beschluß des Gemeinschaftsentzuges für mich. Im Auftrag
dieses WTG-Komitees, das den WTG-Willen zu vollstrecken hat, erklärte er:
Indem ich selbst zugegeben habe, Zweifel an den Lehren zu haben, ohne
die Aussprache mit den Brüdern zu suchen, hätte ich sie hinters Licht geführt. Ich
hätte darüber hinaus versucht, die Brüder zum gleichen Schritt zu beeinflussen, was
aber nicht gelang. Der Beschluß lautet darum,
1) Weder persönliche noch schriftliche Kontakte, alles wird ungelesen verbrannt, auch die
CV-Schriften, die meinen Bericht enthalten und bringen.
2) Auch die Brüder in Welzow und Klein Döbbern halten sich an diesen Beschluß.
3) Sollte ich bereuen, dann kann ich mich an die Brüder wenden. Ansonsten habe ich kein
Recht mehr, mit Zeugen Jehovas zu verkehren. Ich bin hinausgetan und vergessen.
Diesen Beschluß hätte ich selbst herbeigeführt. Als Bibelstelle soll ich Jakobus 1:2-8
und 5:7 nachlesen. Darin ist die Antwort begründet, warum auch die anderen meinem
Beispiel nicht folgen.
Der Beschluß des GE-Komitees
schriftgemäß geprüft
Sie können mich nur aus ihrer Gemeinschaft ausschließen.
Aber sie können mich und jeden anderen niemals vom Gauben an Gott und Christus und von
der Gemeinschaft mit Gott und Christus ausschließen. Denn sie sind nicht der einzige
Mittler zwischen den Menschen und Gott, über den man nur zu Gott kommen könnte. Man
braucht die WTG nicht unbedingt, um an Gott zu glauben und sich im Namen Jesu zu
versammeln. Doch sie unterscheiden das nicht.
Meine Zweifel an den WTG-Lehren bewertet der Beschluß nicht. Das wäre auch gefährliches Glatteis, da sie begründet sind. Sie werfen mir lediglich vor, daß ich darüber nicht die "Aussprache mit den Brüdern" gesucht hätte. Das stimmt und stimmt auch nicht. Sie wissen selbst, daß es für sie keine Kritik an den Ansprüchen der WTG und ihren Lehren gibt, die angeblich von Gott kommen. Wenn einer das anzweifelt, wie berechtigt und schriftbegründet das auch ist, dann braucht man gar nicht erst eine "Aussprache" suchen. Jede "Aussprache" wird dann nur gemacht, um die WTG-Ansprüche durchzusetzen oder den Betreffenden auszustoßen. Dennoch habe ich die Aussprache gesucht und herbeigeführt im September 1976. Das zahlt nur nicht, weil ich schon vorher meine Kritik geäußert habe, sie aber jede Freiheit der Kritik abgeschafft haben.
Ich zitiere noch dem WT vom 1. Juli 1957,
"Respektiert Jehovas Organisation":
"Es mögen Dinge in der Organisation geschehen, die wir
nicht verstehen. Die Diener mögen einer Handlungsweise folgen, die wir als unrichtig
erachten. Deswegen Kritik zu üben, würde eine unvernünftige Haltung verraten . . .
Nur wenige von uns verstehen die Tatsachen bezüglich der Kernphysik, nicht war? Aber die Wasserstoffbombe beweist sicherlich, daß die Folgerungen ihrer Hersteller auf Tatsachen beruhen und daher richtig sind. Somit wären nicht so töricht, und würden die Explosion einer Wasserstoffbombe im eigenen Garten zulassen, nur weil wir ihre Wirkung nicht kennen! Nun kann sich aber eine unvernünftige, respektlose Haltung innerhalb der Familie Gottes ebenso unheilvoll auswirken, wie die Auslösung einer Wasserstoffbombe." (S. 408, 409)
Schon die erste Aussprache über meine
Kritik an der WTG hat das bestätigt: Es gibt nur sich beugen und bedingungslos widerrufen
oder ausgelöscht und vergessen werden.
Im Grunde genommen kann das nicht anders sein. Ein Werk mit
solchen Widersprüchen, Irrtümern, weltweiten falschen Weltendeprophezeiungen und
tödlich festgefahrenen Dogmen, wo selbst Menschenleben unbedeutend werden (Blutkult),
kann nur mit solchem geistigen Terror zusammengehalten und weiterbetrieben werden. Ein
solches Werk, schon mehrere Generationen hindurch, muß zu der Konsequenz kommen, jede
Kritik mit der Angst vor der Gefahr gleich einer "Explosion einer Wasserstoffbombe im
eigenen Garten" zu verteufeln und zu unterdrücken. Der christliche Grundsatz in
Apostelgeschichte 17:11, mit der Schrift alles zu prüfen, ob es sich richtig verhält,
ist mit einem solchen Werk nicht zu vereinbaren. Wird diese Grundfrage durch die
zwangsläufig an der WTG aufkommende Kritik berührt und erreicht, dann ist es soweit. So
kann zuguterletzt kein biblisch freier Christ in diesem Werk bleiben. Es wird ihn
ausstoßen und vergessen. Mein Ausschluß ist eine einzige Bestätigung dafür.
Der Beschluß, alle Kontakte abzubrechen, alles Schriftliche von mir ungelesen zu verbrennen, ist nur die praktische Durchführung. Dem Vergessenen noch zu verbieten, mit keinem Zeugen Jehovas weiter zu verkehren, zeugt von dem Dilettantismus und Übereifer, mit dem die Ausführenden mitunter vorgehen. Denn sie können in Wirklichkeit niemandem außerhalb ihrer Reihen vorschreiben, mit wem er verkehren darf und mit wem nicht.
Ich habe sogar sehr gründlich Jakobus 1:2-8 und 5:7 nachgelesen Jakobus 5:7 lehrt, daß Christen für die noch bevorstehende Wiederkunft Christi ausharren und Frucht bringen müssen. Das widerlegt die 1914-Wiederkunft von der WTG. Was wollen sie also mir damit sagen?
In Jakobus 1:2-8 wird vom Zweifel, Wanken und Schwanken im Glauben an Gott gesprochen. Sie unterscheiden offenbar nicht, daß es nicht um den Zweifel am Gottesglauben geht, sondern um den Zweifel an den "göttlichen" Ansprüchen der WTG über wahre Christen. Der Glaube an die WTG ist in der Tat bei mir ins Wanken geraten durch die Erfahrungen, die ich unter der WTG machen mußte und durch die Widersprüche und falschen Verkündigungen, die sie verlangte. Aber der Glauben an Gott, wovon Jakobus spricht, war und ist davon nicht betroffen. Aber sie unterscheiden das offenbar nicht. Wird ihnen mein Fall dieses Unterscheidungsvermögen lehren? Vielleicht, denn er wird bestimmt nicht spurlos an ihnen vorübergehen.
So ist der ganze GE-Beschluß
schriftgemäß gesehen völlig verfehlt. Er geht an der Sache vorbei. Es ist zwar
schmerzlich, dieses erleben zu müssen, weil sehr wohl herzliche Beziehungen wie durch
mittelalterliche Intoleranz zerstört werden Doch die WTG ist nicht "allein in der
Wahrheit". Möchten nun viele Zeugen Jehovas meinen Erfahrungsbericht lesen. Möchte
er ihnen eine Hilfe sein, Mut zu fassen um aufzubrechen aus einem falschen Weltendeglauben
in ein Christenleben in schriftgemäßer Freiheit.
Br. Helmut Senger
77 Hoyerswerda-Neustadt, v. Gneisenaustr. 29
Möge dieser Sieg der Wahrheit freien
Christentums über haltlose Endzeitverkündigung überall weite Verbreitung, Beachtung und
Unterstützung finden
Liebe Leser
Was für Empfindungen und Überlegungen löst das in dieser
CV-Ausgabe Gelesene aus? Es ist ein wahres Christenschicksal Der jede Kritik mit
"Wasserstoffbomben"-Drohungen unterdrückende "theokratische
Fortschritt" der WTG auf ihrem "Endzeit"-Wege über das geschriebene Wort
Gottes hinaus zerknickt jeden, der daran ernsthaft Bedenken anmeldet Dieser
WTG-"Endzeit"-Weg ist bereits gesäumt mit den Schicksalen von Hunderttausenden,
über die unter einer falschen Endzeitfahne von 1799 bis 1975 und nun wieder darüber
hinaus hinweggeschritten wurde.
Vieles in diesem Bericht von Br. Helmut Senger aus Hoyerswerda regt zum Überprüfen der eigenen Erfahrungen an. Wir möchten daraus zwei Kerngedanken empfehlen, die doch von zentraler Bedeutung erscheinen. Es geht nicht um den Glauben an Gott, sondern um die WTG-Ansprüche. "Der Sklave erklärt uns, wie wir Jehova anbeten müssen" (VIII/76). Dieser WTG-Grundsatz läßt erkennen, wie tatsächlich die WTG alles in die Hand genommen hat, wie sie das letzte Wort haben will, selbst über die Bibel, das Wort Gottes! Über das sie sich damit aufgeschwungen hat. Dies ist der eine zentrale Konfliktpunkt. Der andere ist die Besinnung, daß es nicht um die Frage von Auferbauung im Glauben geht, sondern um die haltlose Endzeitverkündigung von Generation zu Generation.
Wir möchten zum Schluß dazu aufrufen,
überall zu helfen, zu unterstützen und zu ermuntern, daß kein "Rohr" mehr
"zerknickt" und kein "glimmender Docht" mehr ausgetreten werden kann
unter dem "Wasserstoffbomben"-Schritt der WTG in ihrer falschen Endzeit.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern und alle
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der
Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera,
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