Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben CV 86 Ein Rückblick auf Geschehnisse in Halle/S. Im Jahre 1925, in dieser CV-Ausgabe.
CV Christliche Verantwortung Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen - 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 - Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT, ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft. der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTGbedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwartigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. - Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 86 Gera September 1976
"HEILIGER DIENST" - EINE PERFEKTE ABLENKUNG DURCH DIE KONGRESSE 1976 -1975-ENDZEITBANKROTT - E. SELIGER, E. PETER, J. NEUBACHER, K. GLASER, G. KÜNZ IM BLICKPUNKT Ende unbestimmt verschoben! Neue Zeittafel! Jugendliche als Kern für die nächste Generation Taktik von 1938/41 mit ihnen erneuert! Liebe Leser Nun ist "Frühherbst 1976"! N i e m a l s kann jetzt zuviel über 1975 gesagt werden! Ist doch der Sinn des ganzen WTG-Werkes die E n d z e i t - Verkündigung! Es könnte der WTG jetzt nicht besser geholfen werden, als ihrer Taktik zu folgen und ihren Endzeitbankrott von 1975 nunmehr von der Tagesordnung abzusetzen und in Vergessenheit geraten zu lassen. Gerade darauf arbeitet die WTG selbst jetzt mit allen Mitteln hin.
Die Kongresse 1976 "Heiliger Dienst" wurden durch Ausrichtung auf Dienst und abermals Dienst zur perfekten Ablenkung von der mit 1975 wieder überfälligen Endzeiterfüllung gemacht. Wer verweigert schon "heiligen Dienst" für Gott? Geschickt wurde so mit religiösem Gewissenszwang überspielt, daß sich doch mit 1975 die 1914-Generation überlebt hat und somit das Ende eintreten mußte, und daß letztlich der ganze Dienst nur unter dem Endzeitgesichtspunkt seinen Sinn hat! Ja, daß aller Dienst bei Erweis der Haltlosigkeit der Endzeit völlig seinen Sinn verliert!
Es ist dokumentarisch nachgewiesen, daß die Endzeit von 1799 über 1874, 1914, 1925 nun auch über 1975 hinaus schon mehreren Generationen verkündigt wird und damit völlig haltlos ist (CV Nr. 73/1975 "Erfüllt sich heute eine Zeit des Endes?")
Ernst Seliger, Johannes Neubacher. Das Programm habe geboten, "was jetzt an geistiger Speise benötigt wird"? Die meisten Redner gehören zur jetzigen Generation. Haben sie in ihrem Eifer nie nachgedacht, wie alles unter "nur diese Generation" immer zur nächsten Generation verschoben wird?
Aber wenn man solche Brüder öffentlich sprechen hört und sieht, wie Ernst Seliger oder Johannes Neubacher, die das selbst schon mehrere Generationen mitmachen, dann muß man erkennen, wie die Worte Jesu an seine Generation von der WTG heute bereits über 100 Jahre, also weit über eine Generation hinaus, mißbraucht werden.
Das Kongreßprogramm konzentrierte alle auf folgende Schwerpunkte: "Als Familie heiligen Dienst dabringen". "Dein heiliger Dienst in der Versammlung". "Heiliger Dienst als Verkündiger". "Im heiligen Dienst ausharren". Diese Mottos sagen eigentlich schon alles. Ihre Hauptabsicht ist, jeden bis über beide Ohren, so daß er nichts anderes mehr hört und sieht, in den Dienst zu stürzen! Dienst, Dienst, Dienst und nochmals Dienst! So heilig wie möglich! Die Überbetonung von heilig ist gezielt wie noch nie. Beinahe Tag und Nacht soll jeder nur noch von dem Gedanken des Dienstes beherrscht sein. So hieß denn der Schlüsselvortrag des WT-Redakteurs G. Künz, Wiesbaden, gleich am ersten Kongreßtag tatsächlich "Tag und Nacht heiligen Dienst darbringen!" Es erübrigt sich, auf die stundenlangen "Dienst"Anweisungen näher einzugehen, die lediglich wie noch nie "vertieft" und "intensiviert" wurden, denn jeder kennt die WTG-Dienstforderungen.
Natürlich konnte man nicht alle heimgehen lassen, ohne auch auf das doch verkündete und erwartete Ende einzugehen. Hierzu hatte u. a. E. Peter zu sprechen. Allein das Thema sagt ebenfalls alles: "Stets in Erwartung des Ende leben." Stets? Stets in Erwartung? Auch E. Peter müßte wissen, wie dieses "stets in Erwartung" doch ab 1799 über 1874, 1914, 1925 und noch gar über 1975 hinaus wieder auf unbestimmte Zeit ausgedehnt wird! U. a. E. Seliger schloß sich sogleich mit dem Thema "Fest im Glauben bleiben" an, um das alles möglichst fest religiös abzusichern. Sind diese alten Brüder wirklich so einfältig, daß sie die Hinschiebe-Taktik der WTG nicht erkennen? E. Seliger rechnet sich zum "Überrest". Wie kann er da diesen Mißbrauch der Worte Jesu betreffs "diese Generation" durch die WTG von eine, Generation zur anderen mitmachen, Hundertausende irreführend?
Neue Bücher freigegeben Drei neue Bücher wurden freigegeben: "Die gute Botschaft die Menschen glücklich macht", "Der heilige Geist, die Kraft hinter der künftigen neuen Ordnung" und "Mache deine Jugend zu ehren Erfolg". Schon der Prediger sagte: "Des vielen Büchermachens ist kein Ende". Pred. 12:12. Inhaltlich sind es meist ermüdende Wiederholungen dessen, was in früheren Büchern unter anderem Titel längst gesagt ist, immer nur etwas aktueller aufgemacht. Der Leser dreht sich nur im Kreise. Für Neulinge ist das natürlich neu.
Eine neue Zeittafel! In dem Buch "Die gute Botschaft " wird eine neue Zeittafel veröffentlicht! Jeder kennt die 1975-Endzeittafel in dem Buch Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes von 1967. Auf Seite 30/31 Abs. 43 wurde dazu aller Welt verkündigt, daß die siebenten 1000 Jahre ab 1975 die Tausendjahrherrschaft Christi sind, wann die alte Welt in Harmagedon untergegangen ist. Der WT vom 1. August 1968, S. 464, Abs. 7, verkündete aller Welt dazu: "Es dauert höchstens nur noch ein paar Jahre bis die Menschen durch die herrliche Tausendjahrherrschaft Christi befreit werden"! In der 1976-Zeittafel des genannten neuen Buches heißt es unter der Jahreszahl 1975 nur noch: "Mensch lebt 6000 Jahre auf der Erde". Danach folgen nur noch Striche, die besagen, daß noch 1975 irgendwann die "Hörner der UN Babylon verwüsten", dann "Christus die Nationen in Harmagedon vernichtet", wonach die "Tausendjahrherrschaft beginnt". Der Beginn der Tausendjahrherrschaft ist nun nicht mehr 1975, wie der Welt 1967/68 proklamiert wurde, sondern an irgendeinem Sanktnimmerleinstag nach 1975 in der Zukunft, wann die Vereinten Nationen die Kirchen verwüstet haben würden, was wegen der UN-Satzungen, die die Religionsfreiheit garantieren, niemals eintreten kann.
Die Jugendlichen Kern für nächste Generation Die Kongreß-Kernfrage war die Einbindung und Verpflichtung der Jugendlichen zu unbedingter WTG-Treue ohne Endzeittermin, ja mittels reinstem Pragmatismus, d. h. durch eine emotionsgeladene Praxisorientierung, als ob dieses, und nicht die Endzeitorientierung das Entscheidende sei.
Was auf den Kongressen mit den Jugendlichen gemacht wurde, muß als ein abgekartetes Spiel bezeichnet werden. Doch laßt es uns erst sehen. Vor der Rednertribüne wurde "ein großes Feld nur für die Jugendlichen zwischen 13 und 19 .Jahren reserviert, so daß sie dann alle dem Vortrag "Was wünscht sich die Jugend vom Leben", der besonders für sie gehalten wurde, ungestört und mit voller Aufmerksamkeit folgen konnten. Es war für alle Anwesenden ergreifend Gleich nach dem Vortrag wurde vom Redner bekanntgegeben, daß jeder Jugendliche ein Geschenkexemplar des neuen Buches erhält . . . Mit großer Begeisterung nahmen sie das Buch "Mache deine Jugend zu einem Erfolg" entgegen . . .". Es war u. a. der WTG-Beauftragte K. Gläser, der dies inszenierte.
Mit den Jugendlichen der vorigen Generation dasselbe Spiel! In der-vorigen Generation, genau vor 35 Jahren, wurde mit den damaligen Jugendlichen der Organisation genau dasselbe Spiel getrieben! Damals veranstaltete die WTG vom 6. bis 10. August 1941 in St. Louis, USA, ihren letzten Kongreß unter J. F. Rutherford. Einige wenige Jahre zuvor hatte WTG-Präsident Rutherford einen internationalen Kongreß in der Royal Albert Hall in London, England, abgehalten. Dies war 1938. Seine Proklamation wurde mit Rundfunk über die ganze Erde ausgestrahlt bis nach USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Tasmanien. Die Proklamation stand unter dem Titel: Schau den Tatsachen ins Auge und erkenne den einzigen Weg des Entrinnens". Bezüglich des Weltendes in Harmagedon wurde hier der Welt verkündet, wer "jetzt ans Heiraten denkt" würde "besser tun" und "einige wenige Jahre warten, bis der feurige Sturm von Harmagedon vorüber ist und dann die ehelichen Beziehungen aufzunehmen und die Segnungen zu genießen, die mit einer Anteilnahme am Füllen der Erde mit gerechten und vollkommenen Kindern verbunden sind." (Brosch.) "Wenige Jahre danach" oder "ein paar Jahre" danach, 1941, wurde stattdessen jener Kongreß in St. Louis veranstaltet.
Was machte man damals mit den Jugendlichen? " saßen in einem besonders reservierten Teil, der die halbe Arena umfaßte, 15 000 Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren . . . Es war ein Anblick, der nicht mit Worten zu beschreiben ist . . . erfüllte es einem mit einer unmöglichen Rührung . . . Wie ein Mann standen sie auf, dann rief Bruder Rutherford aus: Seht, mehr als 15 000 neue Zeugen für das Königreich! Selbst die Balken des Arenadachs erzitterten von dem Beifall und den Freudenrufen . . . Als Höhepunkt gab Bruder Rutherford das neue Buch KINDER frei, das ebenfalls mit Freudenrufen und mächtigem Beifall aufgenommen wurde." (JZ in Gottes Vorhaben, S. 193, Trost 15. 1. 1942) Auf dem nächsten Kongreß 1942 in Cleveland, USA, hatte die WTG dann keine Hemmungen mehr, offen alle "Gedanken daran", daß "der zweite Weltkrieg in Harmagedon münden" würde, zu "verscheuchen" (Dein Name werde geheiligt, S. 329).
Bruder K. Gläser Bruder K. Gläser war es als WTG-Beauftragter auf dem Kongreß 1976 in Westberlin, der J. F. Rutherfords Taktik von 1941 mit den Jugendlichen zu wiederholen hatte. Bruder Gläser, die ihr jetzt wieder eine Generation unkritischer Jugendlicher auch mit einem bunten Büchlein in ihrem Hoffen und Sehnen packt und emotionalisiert, habt ihr vergessen, daß vor der "Verscheuchung" von Harmagedon "einige wenige Jahre" nach 1938 die WTG dasselbe Spiel mit den damaligen Jugendlichen treiben ließ? Menschen, junge Menschen gar, falsch zu führen, ist das nicht die größte Schuld, die man sich aufladen kann? Erkennt ihr nicht, wie es das Hauptziel der Kongresse 1976 war, mit einem völligen Versenken aller in "heiligen Dienst", ja "Tag und Nacht", jetzt auch das falsche 1975-Harmagedon wieder zu "verscheuchen"? Stellt euch doch selbst die Gewissensfrage: Ist eine im Namen Jesu bereits durch mehrere neuzeitliche Generationen geschobene Endzeit noch glaubhaft? Wem nur kann man so etwas noch predigen? Auch diese CV-Ausgabe hilft weiter!
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist 1. Thess. 5:21 NW --------------------------------------------------------------------- IN DIESER AUSGABE Offene Fragen an WTG-Vizepräsident F. W. Franz Neuer tödlicher WTG-Blutkult in Versammlung Hamburg Endzeitbild weiter antikommunistisch verschoben - Versammlung Halle/S. 1925 und 1975 - Dienst am Wort - Zusammenkunft freie Christengemeinde Dresden ---------------------------------------------------------------------
Der 1975-Endzeitbankrott wird bewußt! BEITRÄGE, APPELLE UND AUFRUFE AUS DEM UNTERGRUND DER UNTERGRUNDORGANISATION - Fortsetzung (Hinter diesen Beiträgen stehen Brüder und Schwestern, die noch in der Organisation verbleiben wollen, die "theokratische Kriegslist" sozusagen umkehrend, weil sie der Überzeugung sind, daß dies unter den obwaltenden WTG-Bedingungen nötig ist)
"Wir befragen den Vizepräsidenten F. W. Franz . . . « Wir befragen ihn hiermit über das, was er seit dem Kongreß 1966 in Baltimore weltweit verkündigen ließ. Nun Bruder Franz, Präsident Knorr hat damals das Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" freigegeben. Der WT. sagte dazu: "Es wurde mit Begeisterung entgegengenommen Sofort wurde der Inhalt untersucht. Es dauerte nicht sehr lange, bis man die Tabelle fand . . . die zeigt, daß 6000 Jahre des Daseins des Menschen im Jahre 1975 enden. Erörterungen über dieses Jahr 1975 überschatteten nahezu alles andere." (WT. 1. 1. 67)
Bruder Franz, du hast dann ausführlich die Einzelheiten dargelegt und gezeigt, "wie begründet das Jahr 4026 v. u; Z als Datum für den Anfang des Ruhetages Gottes ist", d. h., daß 4026 v. u. Z. die 6000 Jahre vom Ruhetag Gottes begannen, die 1975 enden, damit von diesem Zeitpunkt an die Tausendjahrherrschaft auf Erden beginnt. Bruder Franz, d a s i s t seit 1966 weltweit verkündigt worden!
Bruder Franz, du hast dann zum Jahr 1975 öffentlich erklärt: "Was ist nun mit dem Jahr 1975? Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden ist? Es könnte das bedeuten! Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich. Bedeutet es, daß Babylon die Große bis 1975 beseitigt ist? Es könnte das bedeuten! Bedeutet es, daß der Angriff von Gog von Magog auf Jehovas Zeugen stattfinden wird, um sie zu vernichten, und daß Gog dann selbst außer Tätigkeit gesetzt wird? Es könnte das bedeuten! Doch wir sagen das nicht. Alle Dinge sind bei Gott möglich . . . Wir wissen somit, daß unsere Befreiung, während wir uns dem Jahre 1975 nähern, umso näher rückt." Dein Nachweis, daß 4026 v. u. Z. der Ruhetag Gottes begann. war doch, Br. Franz. die öffentlich verbürgte Feststellung, daß es tatsächlich bedeutet, daß 1975 Harmagedon vorüber ist und unsere Befreiung da ist! So wurde es auch überall verstanden und verkündigt!
Das alles kann heute im Jahre 1976 nicht abgestritten werden. Zu viele Beweise in den Zeitschriften und Büchern der Gesellschaft sind vorhanden. Sie sind alle mit deiner Zustimmung geschrieben worden, weil du als Vizepräsident verantwortlich bist für den Inhalt aller Veröffentlichungen.
Bruder Franz, eine genaue Berechnung des Jahres 1975 ließest du dann im WT. vom 1. August 1968 veröffentlichen. Es wurde der Weltöffentlichkeit vorgelegt: "Nach den zuverlässigen chronologischen Angaben der Bibel wurde Adam im Jahre 4026 v. u. Z., wahrscheinlich im Herbst, am Ende des sechsten Schöpfungstages erschaffen . . . Gottes siebenter Tag und die Zeit, in der der Mensch auf der Erde ist, laufen demnach parallel. Um zu errechnen, wo wir im Hinblick auf Gottes siebenten Tag von 7000 Jahren im Strom derzeit angelangt sind, müssen wir feststellen, wieviel Zeit seit dem Jahr der Erschaffung Adams und Evas, dem Jahr 4026 v. u. Z, .vergangen ist . . . Demnach fehlen noch acht Jahre, bis die 6000 Jahre des siebenten Tages voll sind. Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts, so kommen wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6000 Jahre des siebenten Tages oder des Ruhetages Gottes . . . Wenn daher Christen anhand der göttlichen Zeittafel feststellen, daß das Ende der 6000 Jahre Menschheitsgeschichte bevorsteht, erfüllt sie das mit freudiger Erwartung . . . Einige Angehörige der Generation, die den Anfang der Zeit des Endes, im Jahre 1914, bewußt miterlebte, werden noch leben und Zeugen des Endes dieses gegenwärtigen bösen Systems der Dinge in der Schlacht von Harmagedon sein . . . Es dauert höchstens noch ein paar Jahre, bis sich der letzte Teil der biblischen Prophezeiungen über diese "letzten Tage" erfüllen wird und die Menschen, die dann noch am Leben sind, durch die herrliche Tausendjahrherrschaft befreit werden."
Nun Bruder Franz, wie denkst du heute über diese "Prophezeiungen"? Schreib das doch einmal offen in einem WT! Haben wir nicht erlebt, daß am 5. September 1975, als die 6000 Jahre Menschheitsgeschichte parallel mit den 6000 Jahren des Ruhetages Gottes zu Ende waren, überhaupt nichts eingetreten ist von dem, was zwischen 1966/67 und dem Jahr 1975 beginnen sollte? Du ließest 1968 verkündigen: "Es dauert h ö c h s t e n s noch ein paar Jahre!" Was sagst du nun, Bruder Franz? Bitte beantworte öffentlich diese Fragen Wir waren deine treuen Mitstreiter."
"Der Wachtturm 1968: Es dauert höchstens noch ein paar Jahre!" Liebe Brüder überall! Jeder normaldenkende Mensch ist davon überzeugt, daß "ein paar Jahre" nicht zehn oder zwanzig Jahre sind, sondern höchstens drei, vier oder vielleicht fünf, wohl kaum mehr. Ein Paar sind genau immer nur zwei, wovon das abgeleitet ist. Seit 1968 sind es aber schon fast zehn Jahre und werden wir nun nach 1975/76 nicht sogar völlig unbestimmt weiter in der Schwebe gehalten? Liebe Brüder überall! Fragt die Gesellschaft jetzt nach der Zuverlässigkeit der Zeitrechnung, die wir verkündigen mußten! Sollen wir den Menschen sagen, wir haben uns geirrt? Es ist uns ein Fehler unterlaufen? Wir können das sagen. Aber wir belügen uns doch dabei selbst, weil wir es als göttliche Wahrheit und unter der Leitung von Engeln geglaubt und verkündigt haben. Sind wir nicht mehr ganz normal? Sollen wir "ein paar Jahre" in unserem Kopf zu einem paar Dutzend Jahre verdrehen, auf die es nun bald hinausläuft? Das kann man doch nicht einmal mit Schulbuben machen. Drückt uns der Wachtturm nicht auf ein Niveau von ABC-Schützen zurück? Aber selbst ein Kind weiß, daß ein paar Murmeln an einer Hand abzuzählen sind! Wir glauben nicht, daß die, weiche diese "paar Jahre" verkündigen mußten, noch lange in Schach gehalten werden können, so daß sie schweigen. Stehen wir nicht vor der Welt als Schwindler da? Wer soll uns noch glauben, wenn er nachprüft, was wir der Welt verkündigt haben? Wir werden mißbraucht und für dumm verkauft! Ja, das werden wir! Jetzt will keiner mehr etwas von den "paar Jahren höchstens" wissen! Jetzt sollen wir mit allen möglichen Stricken fest an die Organisation gebunden werden! Aber nur in Unkenntnis kann man uns noch glauben "!
"War das Jahr 1975 wirklich ein ereignisreiches Jahr? Wer den WT vom 1. Juli 1975 besitzt, der kann sich davon überzeugen, daß das Jahr 1975 als ein Jahr angekündigt worden ist, das in die Geschichte eingehen wird. Auf der letzten Seite war nachzulesen: "1975 wird in die Geschichte zweifellos als ein Jahr bedeutsamer und interessanter Ereignisse eingehen, zu denen auch der viertägige Bezirkskongreß der Zeugen Jehovas unter dem Motto 'Gottes Souveränität' zählen wird."
Heute im Jahre 1976 kann man das einigermaßen einschätzen und feststellen, daß es so wichtigtuerisch wie nichtssagend ist, was da als "zweifellos" bezeichnet wird. Welches Jahr geht nicht in die Geschichte ein, und in welchem Jahr werden keine Kongresse veranstaltet? Wie werden wir doch eingeseift"! In welchem Jahr gibt es keine bedeutsamen und interessanten Ereignisse? Sind wir Hohlköpfe, daß uns solche Phrasen als "Speise vom Tisch des Herrn" vorgesetzt werden können?
Immer wurden wir mit solchen "Wichtigkeiten" bedrängt. 1976 sollten wir das endlich durchschauen können. Oh, penetrant aufdringlich, unmündig, unselbständig, bevormundet, abhängig und wie ein Kindergarten werden wir dirigiert. Wie jemand, der nicht dahinterkommen soll, und deshalb ständig in Begeisterung, Eifer, Erregung, Spannung, ja in letzter Anpassung wie in keuchendem Endspurt zu halten ist. Auch nur der Ansatz zu kritischer Besinnung wird ständig überfahren. Wir können nur vorwärtsstolpern, immer weiter, immer weiter. Keuchend stolpern, während der WT uns an der Hand hat, von einem Versprechen zum anderen, was ist unser Lauf sonst?
Oh ja, dennoch war 1975 ein Jahr, das in die Geschichte eingehen wird, in die Wachtturm-Geschichte! Als eine weltweite Irreführung der Menschen mit einem Ende, das wieder nicht stimmt!
Doch es gibt jetzt etwas, das uns aus der Vereinzelung und dadurch verursachten Ohnmacht heraushelfen kann, CV! Ja, CV! Viele alte Brüder sagen, ja CV hat Recht, wenn darin immer wieder auf die Haltlosigkeit und den Widerspruch der angeblich wahrheitsgetreuen Voraussagen hingewiesen wird! Und mit Recht tut das CV, weil die Mitarbeiter dieser Zeitschrift die Gewissenlosigkeit der WT-Gesellschaft erkannt haben. Wir gehen nicht "bedeutsam" in die Geschichte ein, sondern als Endzeitschwätzer, denen keiner auch nur einen einzigen Termin glauben kann!
Es muß zugegeben werden, daß in CV erkannt wird, wie der WT Gottes Wort entstellt und dadurch Millionen aufrichtigen Wahrheitssuchern die Sinne verdreht. Was war denn bisher eigentlich Wahres daran, an den vielen Auslegungen des WT? Die CV-Zeitschriften beweisen es, wie furchtbar es für viele Zeugen gewesen ist, die sich auf die Wachtturm-Prophezeiungen verlassen haben. Das fing mit 1914 an, wo Harmagedon nicht kam. Dann wurde auf 1925 hingewiesen. Was - kam, war wieder eine große Enttäuschung, bloß keine Schlacht von Harmagedon. Dann wurde das Ende auf 1972 berechnet, als "Wahrheit, die euch freimachen wird"! Dann auf 1975. Nichts von alledem ist eingetroffen. Eingetroffen ist eine Enttäuschung über die Haltlosigkeit und Unzuverlässigkeit noch der anderen. So manch einer ist dadurch völlig ruiniert worden. Viele haben dadurch den Glauben an Gott überhaupt verloren!
Können sich Jehovas Zeugen und wahrheitsliebende Menschen, die Gott suchen und sein Wort verstehen möchten, das Risiko weiterhin erlauben, weitere 10 Jahre, oder noch länger, mit Sicherheit aber ohne je eine Erfüllung zu erleben, dem Wachtturm nachzulaufen? Keiner sollte sein Opfergeld weiter in die Wachtturm-G.-H. - Kasse tun. Sendet es lieber auf das CV-Konto, damit immer mehr Brüdern und Schwestern geholfen werden kann, sich vom Wachtturmglauben zu befreien und wirklich als Christen freizuwerden.
Die Vergangenheit von 1870 bis 1975, also schon 105 Jahre, hat es deutlich bewiesen, was die Wachtturm-End-Verkündigung wert ist. Sie hat längst jeden Sinn verloren, worüber wir jetzt wieder hinweggetäuscht werden sollen! Damit wir weiterkeuchen . . ."
"Ich bin über 30 Jahre Zeuge Jehovas . . . Mir geht es um das Erkennen des wirklichen Vorsatzes Gottes und die wahrheitsgetreue Nachfolge Jesu. Ich bin über 30 Jahre Zeuge Jehovas und habe das Bedürfnis, Jehova Gott und seinem Sohn Christus Jesus treu zu bleiben. Noch vielen Erlebnissen innerhalb dieser Jahre und besonders den Ereignissen seit 1972 in der Organisation bin ich jedoch bemüht, die Organisation kritisch und objektiv zu sehen und mir Klarheit über viele Fragen zu schaffen, die aufgetaucht sind. In der Organisation herrscht eine Atmosphäre der Angst und Furcht, kritisch zu fragen. Man wird sofort verdächtig. Ich habe mich entschlossen, mich an CV zu wenden, eine sicher vielen bekannte Zeitschrift, die an mich und viele andere gesandt wird. Wie viele andere hat diese Zeitschrift auch mich zum Nachdenken und Prüfen bewogen.
Gewiß ist diese Zeitschrift zugleich ein Mittel, um Mißtrauen zu säen, aber ein gründliches Studium ihrer Artikel besagt, daß dieses Mißtrauen zu Recht gesät wird, nicht Mißtrauen gegen Gott und Christus, sondern lediglich gegen die Organisation. Die Beweise, das muß ich sagen, die diese Zeitschrift benutzt, sind .einwandfrei erwiesene Tatsachen, die sich über einen Zeitraum von fast 100 Jahren hinziehen und in der Literatur der Gesellschaft nachzulesen sind. Ich habe das vielfach überprüft. Die Organisation, die leitende Körperschaft, ist nicht "das einzige Instrument auf Erden, dessen sich Jehova bedient, um sein Volk auf dieser Erde sicher zu führen und wahrheitsgetreu zu beraten." Fast 100 Jahre ziehen sich die Beweise dafür durch die Verkündigung. Mir ist jedoch auch klar, daß nur Mißtrauen säen lieblos ist. Das macht CV auch nicht. Der Leser wird doch ständig auf die Schrift gelenkt, nur ihr als Wort Gottes zu vertrauen, an der wahren Nachfolge Jesu festzuhalten, was viele zitierte Bibelstellen zeigen, die verglichen werden sollen. Auch der Weg zu christlicher Gemeinschaft wird gewiesen Ich glaube fest, daß sich CV weiterentwickeln und immer weiter Bahn brechen wird. Wir brauchen die Freiheit der offenen kritischen Aussprache über die Organisation, einer Aussprache, die jeder verfolgen kann, der es will. Wenn ich CV recht verstehe, dann soll das in CV möglich sein. So will auch ich CV mit meinen bescheidenen Mitteln unterstützen. Meine Gute Hoffnung geht jetzt auf das Konto von "Christliche Verantwortung". Aber wir müssen auch unsere Stimme erheben, das ist das Wichtigste. Es werden noch eine Weile "Stimmen aus dem Untergrund" sein müssen, für die Gesellschaft aber nur, wie sollten wir sonst hinter die Kulissen schauen können? Der Herr kennt die Herzen und die Beweggründe, er kennt die Seinen " nbg
Anmerkung: Wir können überzeugt sein, daß es sehr viele sind, die sich nun nach 1975 ihre Gedanken machen. Wir können einfach nicht glauben, daß der 1975-Bankrott der WTG heruntergeschluckt wird, um sich weiter hinhalten zu lassen, wohin die WTG auch führt. Faßt Mut und benutzt CV freimütig als Mittel der Verständigung und des Zusammenfindens! CV-Red.
DIE VERSAMMLUNG HALLE/S. UND DER 1925-WELTENDE-BANKROTT WER WIRD NACH 1975 HERVORTRETEN? In Halle verließen im Zusammenhang mit dem falschen Endzeittermin von 1925 die Mehrzahl aller (102 von 150) seinerzeit die WTG. In der entscheidenden Zusammenkunft stimmten 102 für den damaligen Hallenser Altesten Br. Karl Berke und gegen den damaligen Leiter des Bibelhauses und WTG-Vertreter Paul Balzereit, Magdeburg. WTG-Präsident Rutherford erhielt in Halle überhaupt keine Stimme. Er hatte als Hauptverantwortlicher völlig das Vertrauen verloren. Pilgerbruder Georg Rabe damals: "Da sieht man doch, daß die Versammlung nicht in Harmonie ist mit dem Werke des Herrn. Die Persönlichkeit erkennt ihr nicht an, sonst würdet ihr sie gewählt haben. Im Gegensatz zu den Persönlichkeiten stehen heißt im Gegensatz zum Werke stehen. Wenn ihr zu den Persönlichkeiten kein Vertrauen habt, habt ihr auch zum Werke keins. Br. Rutherford keine Stimme, Br. Binkele (Zentraleurop. WTG-Büro Bern) nur eine, Br. Balzereit nur 60, wie könnt ihr da in Harmonie mit dem Werke sein?" Als Br. Rabe aufforderte, aufzustehen, wer für Br. Rutherford sei, protestierte die Versammlung dagegen, sich Entscheidungen .aufzwingen zu lassen, Zuvor hatten Br. Rabe und Br. Bobsin versucht die Wahl von WTG-Vertrauten durchzusetzen. Als dadurch Erregung entstand, griff Br. Bobsin zu antikommunistischen Einschüchterungen, indem er die Protestierenden mit Kommunisten verglich.
Eine "wichtige Besprechung" in Halle Einige Tage später setzte die WTG in Halle eine "wichtige Besprechung" an. Die Leitung übernahmen die Br. Bobsin und H. Dwenger, den später WTG-Zweigdiener Erich Frost bei der Gestapo als "unverheirateten Sonderling" denunzierte. Es sollte Klarheit darüber geschaffen werden, wer für die WTG sei. Als ein Bruder mit dem WT nachwies, daß die WTG kein Recht habe, sich in die Wahl der Versammlung zu mischen, unterbrach ihn Br. H. Dwenger ebenfalls mit antikommunistischen Einschüchterungen. Die Bibelhausbrüder würden die WTs selbst kennen, aber jetzt sei eine "andere Zeit"! Die dadurch entstandene Erregung und große Unruhe wurde versucht, durch Aufforderung zum Gebet zu unterdrücken! 91 bekannten sich unter diesen Bedingungen zur WTG. Nur diese 91 wurden dann am nächsten Tag eingeladen. Jetzt wurde allen anderen das Wahlrecht abgesprochen wie auch das Recht, sich "Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher" zu nennen. Die auf diese Weise Ausgeschlossenen bekannten sich dann als "Wahrheitsfreunde".
Am nächsten Sonntag setzte die WTG dann eine neue Ältestenwahl an, zu der nur noch eine nichtwahlberechtigte Minderheit von 70 erschien. Paul Balzereit, Heinrich Bobsin und Heinrich Dwenger wurden so zu Ältesten für Halle gewählt. Alle anderen galten als abgesetzt, Kasse und Bücherlager wurden ihnen abgenommen. Als Hauptgegner der WTG wurde Br. Berke behandelt. In einem besonderen Schreiben von WTG-Präsident Rutherford, USA, an die Versammlung in Halle vom 16. 2. 1925, wurde Br. Berke entsprechend "bloßgestellt" und die Bewegung der "Wahrheitsfreunde" verurteilt.
Die Hintergründe Was waren die Hintergründe dieses Vorgehens der WTG und der mehrheitlichen Abkehr von ihr nicht nur in Halle? Die ursprüngliche Generation, der seit 1874 das Weltende verkündigt wurde - von dem auf 1799 festgesetzten Endzeitbeginn ganz zu schweigen - war "vergangen", Harmagedon war 1914 nicht gekommen, wie es weltweit verkündigt worden war. Das Bewußtwerden der Konsequenzen dessen griff um sich. Als nächsten Weltendetermin hatte die WTG deshalb das Jahr 1925 angesetzt und in der Massenbroschüre "Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben" (S. 104) ab 1920 proklamiert. Jetzt sollte 1925 die alte Weltordnung "zertrümmert" sein und das "Jubeljahr" der "Tausendjahrherrschaft" Christi beginnen. Eine große Bewegung gegen die WTG reifte heran, als nach 1918 die Besinnung über diese Falschverkündigungen und weltweite Irreführung anderer einsetzte, die "Wahrheitsfreunde".
Der WTG-Führung war klar, daß das Werk mit den bisherigen Methoden nicht länger zusammenzuhalten war. Generation um Generation weiter für ganz bestimmte Zwecke, immer wieder aufs neue mit Naherwartungen angespornt und hingehalten. Vor allem die biblisch gewählten Ältesten in den Versammlungen durchschauten das zunehmend. Sie waren immer weniger zu bevormunden. Die Anzeichen nahmen überall zu. Rutherford hatte das Ziel, die für die erste und ursprüngliche Generation richtig funktionierende, biblisch gwählte Ältestenschaft abzuschaffen und durch eine "theokratische" Diktatur zu ersetzen, um das Werk fortan für beliebige religiös motivierte Aktionen in der Hand zu herben. Etwa 1938 erst wir das jedoch vollendet. Schon ab 1919 wurde damit begonnen, zunächst nur WTG-folgsame Alteste wählen zu lassen, um dann Anfang der 30er Jahre das Amt der Ältesten als angeblich unbiblisch und "untheokratisch" völlig zu beseitigen. Aber so weit war es jetzt noch nicht.
Eine Krise und ein Aderlaß waren mit dem erneuten falschen Weltendetermin von 1925 sowieso nicht zu vermeiden. So war die WTG 1924/25 dabei, verstärkt Älteste zur Wahl zu bringen, die ihr bedenkenlos folgten, die "Flucht nach vor"' anzutreten und die zu erwartenden Spaltungen selbst zu provozieren und die zu erwartende Opposition möglichst schon vorher aus der Organisation auszuschließen, selbst um den Preis des Verlustes der Mehrheit aller in den Versammlungen wie in Halle. Und wenn nur ein geringer Kern übrigblieb, wenn er nur bedenkenlos der WTG hörig wäre. Mit der Organisation hatte die WTG Mittel, Geld, wie Ausrüstungsmöglichkeiten, die die Ausgeschlossenen. wie recht sie auch haben mögen, nicht haben. So konnte selbst eine übriggebliebene Minderheit wieder hochgebracht werden. So kam es dann später auch. Es war deshalb von vornherein zwecklos, wenn sich jemand auf den WT berief. Die Äußerung von Heinrich Dwenger, die WTG kenne selbst ihre WTs, aber jetzt sei eine "andere Zeit", zeigt, wie die WTG nunmehr keine Skrupel mehr hatte, gestern dies, heute das und morgen das erneute Gegenteil davon als "göttliche Wahrheit" durchzusetzen.
Die Hallenser Ältesten Br. Hoppe, Br. Strödke und Br. Berke schilderten diese Entwicklung. "Nicht lange, nachdem das Bibelhaus nach Magdeburg verlegt war, hatten wir dauernd von dort Besuch und waren bald durch den Einfluß von dort zu einer Ortsgruppe von Magdeburg abgesunken. Die Versammlung wurde langsam aber sicher immer mehr entmündigt. Bei jeder Gelegenheit mußte erst einmal das Bibelhaus gefragt werden. Warnungen vor übertriebenen und selbstsicheren Erwartungen bezüglich des Jahres 1925 galten als ketzerisch, ja der Glaube an das Jahr 1925 wurde als Prüfstein für die kleine Herde hingestellt. Br. Balzereit und seine Vertrauten sprachen von bevorstehenden Spaltungen in Halle, obgleich die allermeisten davon keine Ahnung hatten, noch je solche Absichten besaßen. Bruder Berke, der die Gefahr sah, galt es unschädlich zu machen. Hierzu bildete sich hinter dem Rücken der Versammlung heimlich ein Komitee von Brüdern, den Vertrauten des Bibelhauses, an der Spitze der Erntewerksvorsteher von Halle, Br. Schreiber, der gegen den Willen der Versammlung dazu ernannt war und kein Vertrauen genoß. Doch das Bibelhaus verharrte darauf. Jedenfalls wird sich der Herr auf die Dauer nicht zu solchen bekennen, die uns wiederum, und zwar bezüglich des Jahres 1925, in die Irre führten und uns mit suggestiver Kraft antrieben, im Hinblick auf dieses Jahr großer Ereignisse (!) ein Werk zu verrichten, welches letzten Endes der Verkündigung des Evangeliums sehr schaden und den Glauben vieler an die Bibel erschüttern wird. Wir aber werden als Irrlehrer verschrien werden und damit nicht für Wahrheit und Gerechtigkeit leiden."
Die WTG-Verantwortlichen seien "ungetreue Knechte", wenn sie nun behaupten, "ihre Zeitrechnungen seien richtig (mit 1925), nur der Herr verziehe, und die anfangen, ihre Mitknechte zu schlagen und (entgegen den Richtlinien der Gesellschaft, WT 1920, S. 115) Macht ausüben und Autorität sich anmaßen, indem sie sich den armen (zum großen Teil noch unmündigen) Kindlein präsentieren als von Gott Berufene, unter allen Umständen zu respektierende Repräsentanten, ja ihre Person mit der Gesellschaft, der Organisation des Herrn. identifizieren, um ihre Vertrauenswürdigkeit und die Unerschütterlichkeit ihrer Stellung darzutun und die Geschwister einzuschüchtern. Ungetreue Knechte, die sich ferner eine Unachtsamkeit noch der anderen in der Lehre zuschulden kommen lassen, so daß wir einen Fehlschlag nach dem anderen erleben." So die Altesten Br. Hoppe, Strödke und Berke, Halle,- über die Umstände von 1925.
Der Brief vom 3. Februar 1925 an die WTG Am 3. Februar 1925 schrieben die Hallenser Ältesten Br. Hoppe und Br. Strödke an die WTG: "Was tut ihr? Ihr setzt alles daran, unsere Rechte und unsere Glaubensfreiheit zu beschränken, uns zu zwingen, uns eurem Willen unterzuordnen und dem Willen der Minderheit zu fügen. Wir würden euch dankbar sein, wenn ihr euer Vorgehen gegen uns und eure aufgestellten Grundsätze irgendwo aus dem Wachtturm oder sonstwie mitgeteilten Richtlinien der Gesellschaft begründen würdet."
Es war zwecklos. Die Verkündigung hatte mit 1914 ihren ursprünglichen Endzeitsinn verloren. Die Weichen für eine zukünftige "theokratische" Diktatur waren längst in Brooklyn gestellt. Die WTG fegte ohne Skrupel ihre eigenen biblischen Grundsätze der ursprünglichen Tätigkeit und die sich darauf berufenden Ältesten hinweg. Sie konnten nur hilfslos protestieren, bis sie ausgeschaltet waren. Hatte sie doch alle Mittel in der Hand. Was wollte irgend jemand gegen sie machen ohne Apparat, Organisation, Geld und Mittel der Publikation? Auf was sie sich auch beriefen, sie wurden abgehackt, schon vorher, ehe sie überhaupt begriffen, um was es der WTG letztlich ging. Wenn sie es dann begreifen würden, wären sie "draußen", ohne Mittel zur Ohnmacht verdammt.
Die Brüder Hoppe und Strödke schrieben: "Br. Balzereit sagte schon Anfang 1924 zu Br. Pilz, es stünden Spaltungen in Halle bevor, er solle sehen, daß er auf der richtigen Seite bleibt. Wer brachte Br. Balzereit diese Meinung bei, wer arbeitete darauf hin, daß diese Spaltung unter Gewaltanwendung von seiten des Bibelhauses vollzogen wurde? Unter Ausschluß der meisten Kinder Gottes setztet ihr bei der Ältestenwahl am 7. September v. J. euren Willen durch und ließet von einer nicht wahlberechtigten Versammlung Alteste wählen, wie sie euch wohlgefielen, nämlich Br. Balzereit, Br. Bobsin und Br. Dwenger. Diese so konstituierte Versammlung soll die zu "Recht" bestehende Versammlung in Halle sein! So etwas wagt ihr uns gegenüber zu behaupten?"
Über 50 Jahre sind nun seit 1925 vergangen Inzwischen ließ die WTG "den Herrn" nicht nur 1914, 1918 und 1925 "verziehen", sondern auch 1939, 1945, 1955, 1965 und nun auch 1975. Wieder wird alles auf eine weitere Generation verschoben. Ja, WTG-Vizepräsident F. W. Franz machte in seiner Ansprache am 29. August 1975 in Westberlin gar kein Hehl mehr daraus, daß übergegangen werde "auf die nächste Generation und auf die nächste Generation"! (CV 77/1975) - Wie nie zuvor ist nun offenbar, wie die Worte Jesu, "diese Generation wird nicht vergehen", von der WTG mißbraucht wurden und werden!
Vergleichen wir 1925 mit 1975. Während mit 1925 das zweite falsche Harmagedon-Datum proklamiert wurde, wurden die Versammlungen zunächst durch WTG-folgsame Älteste und dann durch Abschaffung des Ältestenamtes überhaupt einer künftig bedenkenlosen WTG-Unterordnung unterworfen. Als zwei Generationen später mit 1975 wieder ein solcher "Ansporn" gesetzt wurde, wurde schon 1972 mit formeller Wiedereinführung des Ältestenamtes, jetzt verbunden mit einem Auswechselturnus, eine ständige "Säuberung" installiert, die überhaupt keine Opposition mehr ermöglichen soll, indem bereits jeder Keim erstickt wird. Wer auch nur den ersten kritischen Gedanken wagt, kann mit dem Turnus kurzfristig ausgeschaltet werden, ehe ihm überhaupt bewußt wird warum ihm dies geschieht.
Um der Wahrheit und der Gerechtigkeit willen muß heute zu den Hallenser Vorgängen von 1925 hinzugefügt werden, daß die Brüder Paul Balzereit (sen.) und Heinrich Bobsin zu denen gehören, die später aus den WTG-Verstrickungen herausfanden und nach 1945 einen hervorragenden Anteil an der Gründung freier christlicher Gemeinden an vielen Orten in der DDR hatten, wo die endzeitlichen Abwege der WTG erkannt wurden. Solche WTG-Getreue wie Br. Konrad Diebinger in Halle als Gruppendiener noch 1945 stempelten natürlich solche Freigewordenen zu "Abtrünnigen". Nun dürfte Konrad Drebinger selbst, im September 1976 ist sein 82. Geburtstag, zu der wieder vergehenden Generation gehören. Für seinen "Mitkämpen" gegen diese vermeintlichen " 'Abtrünnigen', Stefan Ignatzy, Halle, ist 1976 der 86. Geburtstag! So vergeht jene 1914-Generation unaufhaltsam. Wenn es 1925 in Halle die Ältesten Br. Hoppe, Br. Strödke und Br. Berke waren, wer wird es nach der vierten falschen Harmagedonverkündigung von 1975 sein? Mögen sie sich nicht irgendwie zurückziehen, worauf die WTG hinarbeitet, um ihr weiter das Feld zu überlassen! Mögen sie aus ihrer Tätigkeit für die WTG ihre Verantwortung erkennen, alle ihre Erfahrungen in die Waagschale zu werfen, um auch den anderen zu helfen, freie Christen werden zu können. Die Erfahrungen der Vergangenheit lehren, daß der WTG die Auswirkungen ihres jetzigen Endzeitbankrotts mit 1975 noch in vollem Maße bevorstehen! chron. aus Halle
BEITRAG ZUM DIENST AM WORT ALS FREIER CHRIST So spricht der Herr: "Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr in Wahrheit meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch freimachen." Joh. 8,31-32. Das vorstehende Schriftwort ist beinahe unerschöpflich. Es bietet immer wieder Ansatzpunkte für eine Betrachtung des Evangeliums von Christus. Was nun das Verkündigen der frohen Botschaft angeht, so sei bemerkt, daß es schon beim Inhalt und der Art des Verkündigens anfängt, ob dabei dem Sinne und Geiste nach dem Willen Gottes entsprochen wird. Es haben sich nicht wenige Abwandlungen herausgebildet und auch völlig andere Evangelien. Es ist sicher angebracht, sich hier zu erinnern, was diesbezüglich der Apostel Paulus an die Galater schrieb: "Ich wundere mich, daß ihr euch so bald von dem hinweg, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendig machen laßt zu einem anderen Evangelium, was doch auf nichts anderes hinauskommt, als daß es gewisse Leute gibt, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verkehren wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel ein anderes Evangelium predigen würde als das, welches wir euch gepredigt haben, so sei er verflucht!" (Gal. 1,6-8).
In der Betrachtung des Inhalts der frohen Botschaft, getreu nach den Worten des Herrn im Auftrag des Vaters, kommt natürlich etwas anderes heraus als das, womit die Zeugen Jehovas z. T. sensationelle Schlagzeilen machen, damit das Evangelium von Christus verkehren und so die "Schafe" nicht schriftgemäß führen. Das kann natürlich nur bei mangelhaft Bibelkundigen Erfolg haben. Ein Griff zur Bibel und sie unbeeinflußt gelesen, wird zeigen, was wirklich geschrieben steht.
Was bot der Herr im Auftrage des Vaters wirklich als Evangelium des Himmelreiches (frohe Botschaft) an? Auf einen kurzen Nenner gebracht könnte die Antwort lauten: Frieden mit Gott und ein Leben ohne das Angstgespenst des Todes. Aber das hieße, die Wirkung ohne Ursache (erfüllte Bedingungen) zu benennen. Genau an dieser Stelle scheiden sich die Geister! Hier heißt es, auf dem Boden der Realitäten des Gotteswortes zu bleiben und keine Patentlösung zu ersinnen und anzubieten. Deshalb muß die primäre Seite beim Betrachten des Evangeliums darin bestehen, herauszufinden und zu beachten, w i e der Weg des Lebens zu beschreiten ist, um auch den gewünschten Erfolg zu haben. Was im Endeffekt herauskommt, sei hier schon vorweg genommen: Der Erfolg liegt im Christentum der T a t.
Was ist Christentum? Diese Frage erschöpfend zu beantworten würde Bände füllen! Aber sie wird noch oft genug im Rahmen dieser Betrachtungen entschieden werden. Jehovas Zeugen argumentieren sehr viel mit dem Schlagwort "Namenchristen" und wollen glauben machen, daß es sich bei solchen (gemeint sind alle anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften) letztlich um vollendete Satansdiener handelt, während sie die einzig wahren Christen wären. Woher kommt diese vermessene Behauptung?
Sowohl Jehovas Zeugen wie auch verschiedene andere christliche Gemeinschaften erheben Anspruch darauf, bei Gott allein privilegiert zu sein und "sein Volk" auszumachen. Somit schlußfolgern sie bei sich selbst, daß die anderen nur den Namen trügen, es aber nicht seien. Das ist nicht nur eine große Vermessenheit, sondern der größte Irrtum, den es hier gibt. Sie vergessen oder unterschlagen die Tatsache, daß Gott mit dem Evangelium das Individuum, den einzelnen Menschen anspricht, zur Buße auffordert und einladet, Jesus Christus dem Geiste nach nachzufolgen. Der Herr selbst läßt in seinen Reden und Gleichnissen keinen Zweifel darüber offen, daß jeder e i n z e 1 n e beurteilt und angenommen oder verworfen wird. Es ist an keiner Stelle der Bibel die Rede davon, daß nur, wer einer gewissen Gemeinschaft angehört hat, anerkannt und gerettet wird. Dasselbe gilt für die vielen Bilder der Lehre oder Glaubensansichten. Der Herr spricht an keiner Stelle davon, daß es auf ein bestimmtes Bekenntnis zu irgendjemandes Lehre oder organisierte Gemeinschaft ankommt, sondern darauf, wer sein Wort und damit den Willen des Vaters g e t a n hat!
Der einzig richtige Schluß, der aus den vorgenannten Tatsachen gezogen werden kann, ist: Es gibt keine "Organisation Gottes" noch irgendeine organisierte Gemeinschaft, die als einzig privilegiert bei Gott anzusehen ist! Folglich kann niemand vom anderen behaupten, daß er einer Gemeinschaft von "Namenchristen" angehört und damit ein Teufelsdiener sei.
Um zur Beantwortung der oben gestellten Frage zurückzukommen ist zu sagen, daß Christentum die Lebensführung und -haltung ist, wie sie ganz präzise durch die Belehrungen Jesu Christi zum Ausdruck kommt und im Halten des Gebotes der Liebe in der Tat als vollendet angesehen werden kann. Nur p r a k t i z i e r t e s Christentum kann als Voraussetzung auf einen Anteil am verheißenen Reiche Gottes (Himmelreich) gelten. Auf eine andere Art zum Erbe der Verheißung kommen zu wollen, hieße sich selbst belügen und um jede Chance bringen.
Welche Merkmale charakterisieren wahres Christentum? Sie sind Anlaß und Gegenstand aller Predigten, Hinweise und Belehrungen des Herrn in direkter Rede wie auch in Gleichnissen ausgedrückt. Er begann seine Ansprachen in der Verkündigung des Evangeliums mit den Worten: "Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist genaht." Matth. 4,17. Nicht unwesentlich ist, wen der Herr anspricht und was er empfiehlt. Er sprach die Juden, das von Alters her auserwählte Volk Gottes, an. Und was empfahl er ihnen? "Tut Buße", d. h. ändert eure Gesinnung. Damit war klar gesagt, daß es notwendig ist, das alte Bewußtsein abzulegen, um zu besseren Vorsätzen zu kommen und damit zu einem brauchbaren Charakterbild.
Jesus verwies nicht allein auf die Notwendigkeit der Buße (Sinnesänderung), sondern belehrte auch mit aller Deutlichkeit da rüber, w o r i n sie im einzelnen zum Ausdruck kommen soll. Er ließ auch die Frage des Zweckes nicht offen, sondern erklärte, daß d a r i n die Voraussetzungen liegen, um am verheißenen Erbe (Anteil am Himmelreich) einen Anteil zu haben. Das brachte ihm den Haß der Pharisäer und Schriftgelehrten ein.
Mit der aufsehenerregenden und bedeutenden Bergpredigt und im Anschluß daran zeigte der Herr, was die Summe des Sinnes- oder Gesinnungsänderung in sich bergen soll. Er begann mit den Seligpreisungen, die an sich schon alles besagen. Aber um keine Zweifel und Versäumnisse aufkommen zu lassen, erklärte er bis ins kleinste, welche Verhaltensweisen wie zu ändern sind. Er sprach das Bewußtsein der Selbstgefälligkeit und des eingebildeten Privilegs auf Grund des Verdienstes der Väter an, Charaktereigenschaften, die nicht dazu angetan sind, das Evangelium zu verstehen, es offen aufzunehmen und den Weg zu gehen, auf dem allein das verheißene Leben zu erlangen ist. Auf unsere Zeit bezogen bietet sich eine Parallele zum Bewußtsein der selbstgefälligen und vom Hochmut besonderer Erkenntnis befallener Christen an. So gilt das, was der Herr den Juden zu sagen hatte, gleichermaßen allen anderen Menschen, und nicht zuletzt denen, die glauben, schon ganze oder alleinige Christen zu sein.
Es ist beachtlich, daß die erste Seligpreisung lautet (Matth. 5, 3): "Selig-sind die geistlich Armen, (die Armen im Geiste), denn ihrer ist das Reich der Himmel." Hier sind keinesfalls Schwachsinnige oder unintelligente und geistig schwerfällige Menschen gemeint, sondern die, die sich nicht in geistlichem Hochmut sonnen, sondern bereit sind, sich zu korrigieren, um annehmbar zu werden: Es sind auch nicht solche, die sich einbilden, bei Gott bereits einen Stand erreicht zu haben, der nur noch der Belohnung zu harren braucht. Nein, die geistlich Armen wissen und gestehen sich ein, daß sie jederzeit der barmherzigen Liebe und Hilfe Gottes bedürfen und machen niemandem dieses Recht streitig.
Es ist nicht verwunderlich, daß der erschienene Heiland sich mit diesem Standpunkt die Sympathien der rang- und standesbewußten Juden verscherzte. Ebenso ergeht es heute wie damals den Nachfolgern Jesu Christi, wenn sie in diesem Sinne das Wort des Herrn predigen. Es sind nur die geistlich Armen, bei denen sie Gehör finden. Aber i h r e r ist das Himmelreich, wie der Herr sagt.
Die nächste Seligpreisung lautet (Matth. 5,4): "Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden." Diese Tröstung kann sogar in zweifacher Hinsicht verstanden werden. Sie bezieht sich sowohl auf die Hinterbliebenen lieber Verstorbener wie auch auf die Verzweifelten, die in Selbsterkenntnis ihrer Unzulänglichkeiten ihre Lage als hoffnungslos ansehen. Unter den Letztgenannten sind solche Menschen gemeint, die sich für zu schlecht halten, als daß sie jemals in die Segnungen Gottes einbezogen werden könnten.
Den um ihre Toten Trauernden wird durch das Evangelium der Trost der Auferstehung zuteil und die Aussicht darauf, daß es den Tod dann nicht mehr geben wird. Die an sich selbst Verzweifelten aber haben die beste Voraussetzung durch die Zerschlagenheit ihrer Herzen, das Evangelium aufzunehmen und die Früchte des Geistes zu bringen, die zu einer echten Nachfolge Jesu befähigen. - (Beitrag wird fortgesetzt)
Aus unseren freien christlichen Gemeinden ZUSAMMENKUNFT DER GEMEINDE ROBERT-BLUM-STRASSE IN DRESDEN Haltung zu den Zeugen Jehovas diskutiert Am Sonntagvormittag, dem 11. 7. 1976, hatten die Geschwister der Gemeinde Robert-Blum-Straße 6, Dresden, des Bundes freier Christengemeinden wieder ihre wöchentliche Zusammenkunft. Sie findet in einem Raum der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten statt unter völliger Respektierung der vorliegenden Unterschiede in der christlichen Glaubensform. Der STA-Gemeinschaft möchte für diese Gelegenheit der Nutzung des Raumes ein aufrichtiger Dank ausgesprochen werden. Die Zusammenkunft begann um 8.30 Uhr. Den Dienst am Wort versah an diesem Tage Bruder Peter Förster, Meißen.
Nach Lied und Gebet wurden zuerst Grüße aus nah und fern ausgerichtet. Wer verhindert war, wer zu Besuch war, oder krank, ließ die Versammlung grüßen. Gleichzeitig wurden auch herzliche Grüße an kranke Geschwister oder Alte und Gebrechliche aufgetragen, eine zu Herzen gehende Art brüderlicher christlicher Verbundenheit. Eine anwesende alte Schwester hatte an diesem Tag der Zusammenkunft gerade ihren 85. Geburtstag. Grüße wurden ausgerichtet u. a. aus Karl-Marx-Stadt und Ebersbrunn, aus der BRD von Geschwistern aus Bruchsal und Kirchlengern, auch aus Zürich in der Schweiz. Auch von der Studiengruppe CV wurden herzliche Grüße übermittelt im Sinne der gemeinsamen christlichen Anliegen. Gleichzeitig war diese Zusammenkunft wie immer eine Gelegenheit und ein Ausdruck vielfältigster persönlicher christlicher Verbundenheit, Ermunterung und Auferbauung.
Dem gemeinsamen Bibelstudium lag diesmal der Text von 1. Joh. 1:1-7 zugrunde, wo der Apostel die Zuverlässigkeit der christlichen Verkündigung und die Gemeinschaft mit Gott, der Licht ist, darlegt. In der Bibelarbeit seitens der Gemeinde wurde dazu insbesondere Kol. 1:16,17, Gal. 5:22 und auch das Manna vom 16. 4. (von Br. C. T. Russell) besprochen. Dieser Monatstext weist speziell darauf hin, "sehr demütig, mild und sanftmütig gegen alle" zu sein, sowie "sehr vertrauensvoll dem Herrn gegenüber und sehr geneigt, auf seine Führung hinsichtlich unserer Arbeit als seine Diener zu blicken." In diesem Zusammenhang wurde auch die Haltung zu den WT-Geschwistern, zu den Zeugen Jehovas, besprochen. Es richteten da keineswegs "böse Knechte" über die Zeugen-Geschwister, in intoleranter Rechthaberei, mit Vernichtungsankündigungen und Verdammungssprüchen. Die Ansicht der anwesenden Geschwister war alles andere als dies. "Herauswahl" heiße erstens nicht, alle anderen zu verdammen. Auch wer nicht so glauben kann, sei ein wertvoller Mensch. Letztlich lehrt die Schrift, daß es Gottes Wille ist, daß alle errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (l. Tim. 2:4). Wer wollte diesen Willen Gottes außer Kraft setzen oder umdrehen? Daher gehe die WTG mit einem völlig unchristlichen Muß und Zwang vor, jedem ein Schuldgefühl einzupflanzen, wenn er nicht anderen predigt und sie dann "vernichtet" würden. Die Zeugen seien hier von der WTG einem völlig falschen System des Zwanges unterworfen worden. Des weiteren geht es immer noch um die Herauswahl, die ganze neutestamentliche Verkündigung ist so ausgerichtet, was die WTG schriftwidrig einfach (seit 1935) abgesetzt habe. Es wurde eine große Aufgeschlossenheit den Zeugen-Geschwistern gegenüber bekundet, ihnen entgegenzukommen und zu helfen. Die Ältesten der Gemeinde äußerten sich diesbezüglich sehr brüderlich.
Die Zusammenkunft wurde mit herzlichen Grüßen an alle Mitverbundenen beendet sowie mit Bekanntmachungen für die nächste Zusammenkunft, wer dann den Dienst am Wort versieht und mit einem gemeinsamen Lied. Es ist üblich, daß sich im Falle eines Geburtstages der Betreffende ein Lied wünschen kann. Die Schwester wünschte sich das Lied Nr. 159 (Zionslieder von 1969) über den christlichen Gnadenstand. Noch Vermögen wurden zum Schluß der Zusammenkunft freiwillige Spenden in den Kasten getan. Ein Bruder ist für das Rechnungswesen der Gemeinde verantwortlich und rechenschaftspflichtig. Nach und noch verabschiedeten sich dann alle, gab es doch zum Schluß noch dieses oder jenes persönliche Gespräch. - P.
ZUSCHRIFTEN / INFORMATIONEN / BERICHTE Ich schicke voraus, daß ich kein Zeuge Jehovas bin. Ich möchte ein Erlebnis mit einem Zeugen Jehovas mitteilen, das Sie vielleicht veröffentlichen sollten. Ich saß neulich auf einer Bank und hörte der Unterhaltungsmusik einer sowjetischen Militärkapelle zu. Ein älterer Mann setzte sich zu mir. Er fing ein Gespräch über die Schlechtigkeit der Zeit an und wie zwecklos es sei, da etwas verbessern zu wollen. Da ich ein Mensch bin, der sich im Leben umschaut, kam mir das alles recht eigenartig vor. Man kann doch nicht unterlassen, durch unsere Arbeit unser Leben Schritt für Schritt zu verbessern. Als er dann von Jehova anfing, der alles sowie vernichten würde, war mir klar, er muß ein Zeuge Jehovas sein. Richtig. Um ihm etwas zu antworten, wies ich auf die sowjetische Militärkapelle hin, ob es denn schlecht sei, daß wir hier friedlich im Grünen sitzen und einer Musik lauschen können. Ich kam gar nicht dazu, weiteres aufzuzählen. Die russische Militärkapelle dort? Ja, sagte ich. Wissen Sie überhaupt, was das ist? Ich sagte, ja. Nein, das wissen Sie noch nicht, sagte er. Die gehören auch dazu, das sind Satans Horden, die proben den Untergang, ihre Vernichtung! Entrüstet fragte ich zurück, wer hat Ihnen denn solche antisowjetische Hetze beigebracht! Er: Die Bibel sagt . . . Ich: Hören Sie auf! In der Bibel ist keine antisowjetische Hetze, dazu ist sie viel zu alt, das ist doch nur Ihre Erfindung, Bibelmißbrauch! Er hielt inne, schaute mich an und verließ ohne jeden Gruß unverzüglich die gemeinsame Bank. Ich bin Mitglied der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft. Zerstören die Zeugen Jehovas mit ihrer Hetze nicht diese Freundschaft? -
CV: Dies ist ein Beispiel, wie die antikommunistische und antisowjetische politische Propaganda in den WTG-Schriften umgesetzt wird und was für eine politische Denk- und Handlungsweise dadurch bewirkt wird. Offensichtlich ist das auch der Zweck, denn an ihre schon mehrmals verschobenen Weltuntergänge glaubt doch die WTG selbst nicht.
Achtung! Die "Endzeit" wird weiter verschoben! Aus Wiesbaden. - wird im Wachtturm Nr. 9 vom 1. 5. 76 eine ganz bedeutsame Veränderung und Verschiebung der Auslegung der Danielkönige vorgenommen! Das muß gebührend herausgestellt werden. Den "König des Nordens" läßt die WTG jetzt mit dem Kommunismus ab 1917 beginnen! Der Hitlerfaschismus ist als "Beweis" des "endgültigen Endes" zur Zeit des 2. Weltkrieges herausgenommen! Eine Konzession der WTG an den jetzigen internationalen Neo-Faschismus? Oder welchen anderen politischen Hintergrund hat das? Das "Endzeit"-Weltbild wird weiter systematisch verschoben! Werden damit die Bücher "Die Neue Welt" 1942 und "Dein Wille geschehe auf Erden" 1960 auch als weltweite Falschverkündigung erwiesen! Es müßte auch an diesem Vorgang den Z. J. gezeigt werden, wie politisch zweckdienlich die WTG mit der Bibel umgeht und den Namen Jehovas immer nur benutzt, um es anzubringen . . .
Auf Probleme in den Studiengruppen eingehen Ich glaube manchmal, CV spricht noch nicht genug an. Es werden gute und tiefgründige Artikel gebracht. Aber ob damit alle erreicht werden? Vieles können bestenfalls Älteste oder Aufseher verfolgen. Für sie frage ich mich natürlich, wie schuldig sie noch werden wollen, bedenkenlos die WTG zu vertreten. Manche aber schlagen sich damit herum: Sie beobachten Anschaffungen, die auf Unglauben an ein Ende hinweisen. Unehrliche Berichte werden angenommen. Mit G. H. werden Organisations-Autos angeschafft, wodurch "obrigkeitliche Personen" betrogen und private Vorteile gezogen werden. Frauen dürfen in Zusammenkünften keine Hosen tragen. Aufseher lassen unter Jugendlichen schnüffeln und bespitzeln, die mißachten, daß sie sich mit ihrem Lebenspartner erst nach dem Standesamt berühren und küssen dürfen. Sie finden dafür kein Gebot oder Verbot in der Bibel. Alte ziehen sich still zurück. Andere suchen vergeblich noch Beweisen für irgendeine Überwaltung durch Engel. Der "triumphalistische", "begeisternde", "überglückliche" Tenor der WTG erscheint vielen wegen seiner Aufdringlichkeit und Penetranz zunehmend verdächtiger . . . (Mgdbg).
Von der WTG freigewordene Christen in Polen zu 1975 In der Zeitschrift "Swit" der Vereinigung der Bibelforscher in Polen, Warszawa Nr. 4/1976, wird u. a. zur falschen WT-Weltendeverkündigung von 1975 Stellung genommen. Das habe keine Unterstützung in der heiligen Schrift gehabt, es sei Menschenwerk der Leitenden Körperschaft unter N. H. Knorr in Brooklyn gewesen. Die Zeugen seien dadurch weltweit erneut lächerlich und unglaubwürdig gemacht worden. Man müsse das haltlose Herausnehmen und Zusammenstellen von Versen aus der Bibel zu falschen Verkündigungen endlich durchschauen.
Älteste wissen um die WTG-Politik! Viele neue Zeugen wissen wohl, daß das bekannte WTG-Babylon-Buch existiert. Aber sie dürfen es nicht besitzen. Befragt, antworten sie, dieses Buch dürften nur Älteste besitzen und damit arbeiten. Bekanntlich wird darin die antikommunistische politische Haltung der WTG und Zeugen Jehovas schon von der 3. Ausgabe des Wachtturm (1879) an dokumentiert. Und für jetzt heißt es in diesem Zusammenhang verbindlich: "Die Haltung der Zeugen Jehovas gegenüber dem Weltkommunismus hat sich nicht geändert, sondern sie ist . . . noch mehr bekanntgeworden." Besonders wird gegen die Sowjetregierung gearbeitet, die "kein Erfolg gewesen sei und es auch nie sein wird", und die von anderen "mit Recht gefürchtet wird". (S. 534-540). Auf den Ältesten ruht damit eine schwere politische Schuld. Sie sollten erkennen, wie sie doch einfach verbindlich vereinnahmt und so politisch mißbraucht werden. Wer kann ihnen angesichts dessen politische Neutralität glauben?
Entsetzlicher Vorfall. Zeugen Jehovas befördern in bedenkenloser WT-Hörigkeit ihr Kind im Namen Jehovas in den Tod! CVN. Vorausinformation. - Wird es ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen die Zeugen Jehovas Werner und Monika Krüger in Hamburg geben, wegen versuchten Mordes durch WTG-bedingte vorsätzliche unterlassene Hilfeleistung für ihren 10jährigen Sohn Markus Krüger? Wird es in den WTG-Versammlungen Hamburgs zur "Rebellion" kommen? Stellungnahmen des WTG-Stadtaufsehers Helmut Krüger, Berlin-West, des WTG-Rechtsanwaltes Joachim Müller, BRD, des WTG-Vorstandsmitgliedes Konrad Franke, Wiesbaden, des Chefarztes Prof. Dr. Heinz Diemath, Salzburg, und des Staatsanwaltes Dr. Manfred Auer, Salzburg. Blutkult dem Jehova? Menschenopfer für Gott? Blutschuld im Namen Jehovas? Verbrechen durch WT-Lehren? Verletzung der Menschenrechte durch die WTG? WTG-Erfindung seit 1945? Religiöser Ritualmord? Rückfall in das Mittelalter? Wird gegen die WTG vorgegangen? - Demnächst ausführlich in CV.
WT-ABWEGE NIEDERREISSEN - IN URCHRISTLICHEM GLAUBEN AUFERBAUEN WT kommt immer weniger an CV vorbei Liebe Leser! CV dringt unaufhaltsam durch! Dies ist die jüngste Antwort der WTG: "Wo sonst finden wir eine Gruppe von Menschen, die daran interessiert ist, die reine biblische Lehre hochzuhalten und zu verteidigen, koste es, was es wolle? Gleich den Urchristen haben Jehovas Zeugen aber heute ihre Gegner. Einige gehen aus ihren eigenen Reihen hervor, wie das auch bei den ersten Christen der Fall war. Welches Ziel aber was sie verfolgen solche Männer? Sie reißen nieder. Alles, was sie sagen und schreiben, dient fast ausschließlich dazu, Jehovas Zeugen anzugreifen. Beobachten wir, daß sie jemand "auferbauen"? Nehmen sie an einem großen Einsammeln von Christen teil, die ein reines Leben führen und das Königreich predigen? Wohin soll jemand, der mit Jehovas Zeugen verbunden ist, gehen, wenn er sich von ihnen wegziehen läßt? Wo wird er geistig "auferbaut" werden?" (WT 15. 8. 76, S.489 ff, Wiesbaden)
Es wird also alles, auch was CV sagt und schreibt, gründlich in Brooklyn gelesen. Der WT selbst macht so zwangsläufig immer mehr darauf aufmerksam, daß da etwas gesagt und geschrieben wird! Legt darum überall ebenfalls CV offen und freimütig auf den Tisch!
Folgende Schriftstellen - Eph. 4:1-6, Phil. 3:17-20, Gal. 1:6-9, 1. Kor. 4:6 - allein schon beweisen hinreichend, daß die WTG mit ihrer seit 1935 erfundenen "irdischen Hoffnung" weder urchristlich ist noch die reine biblische Lehre hochhält! Für die Millionen der Zeugen Jehovas und vor aller Welt hält sie eine Lehre und Hoffnung hoch, die sie erst ab 1935 im Widerspruch zu den genannten Schriftstellen aufgestellt hat. Hierfür sammelt sie ein! Natürlich muß man erst falsche Dinge niederreißen, bevor man richtiges erkennen kann. Auch der Apostel Paulus tat das zu seiner Zeit (Gal. 2:18). Wie sich jeder überzeugen kann, ist es jedoch unwahr, daß dabei Jehovas Zeugen nur angegriffen werden, daß nur niedergerissen und nichts auferbaut wird. Die WTG weiß auch ganz genau, daß nur sie das Ziel der nötigen Angriffe ist, nicht die Zeugen Jehovas, die sie verschiebt! Wer CV verfolgt, sieht, wie hier unterschieden wird. Wie sich jeder überzeugen kann, erfolgt die gebotene Auferbauung in direkter Rückkehr zu jener alleinigen, einzigen urchristlichen Glaubenshoffnung, die die WTG seit 1935 verkehrt hat. Ja, die freien christlichen Gemeinden in unserem Land und in anderen Ländern, auf die CV hinweist, haben nie jene urchristliche Glaubenshoffnung verlassen und sich auf schriftwidrige Abwege begeben, wie die WTG, die darum eine "irdische Ausrichtung" noch der anderen als haltlos "verscheuchen" muß. Keine "Gruppe" hat deswegen einen solchen "Menschenverschleiß" wie die WTG, bei der das Einsammeln und Wiederverstoßen oder Wiederweggehen Größenordnungen von Hunderttausenden umfaßt! Und deren Glauben danach zumeist völlig ruiniert ist! Von 1966, als das 1975-Ende in die Welt posaunt wurde, bis 1975 (Vergl. Vk-gesamt zu Taufen) haben rund 500 000 der Organisation wieder den Rücken gekehrt! Nur weil das Reservoir der Hoffnungslosen, Elenden und verzweifelt Unkritischen auf Grund des weltweiten kapitalistischen Elends noch größer ist, blutet die WTG durch solche Aderlässe nicht aus!
Doch jetzt ist die Zeit herbeigekommen, die Unglaubwürdigkeit und Haltlosigkeit der Endzeitverkündigung zu erkennen, um sich nicht wieder eine weitere Generation hinhalten und mißbrauchen zu lassen. Die Zeit ist herbeigekommen, wo dies alles offenbar wird, um einen Weg als Christen in der sozialistischen "die Menschen betreffenden Ordnung um des 'Herrn willen" zu beschreiten, der sowohl vor Gott wie vor den Menschen schriftgemäß und zu verantworten ist. Mögen sich alle, die aufrichtigen Glaubens sind, um diese Auferbauung scharen. In christlicher Verbundenheit Eure Brüder und Schwestern CV-Leitung Gera/Thür. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------- "Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-- Versand auch kostenlos. Kto.-Nr.: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera A 3294-76 V 7 1 1847
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