Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 82

Kommentierend wird zu der WTG-Publikation von 1975 "Eine sichere Zukunft - wie zu erlangen" in dieser CV-Ausgabe angemerkt:
"Die Broschüre enthält dazu die bekannte 'leichte Speise' für Außenstehende, wieso diese Zeit herbeigekommen sei, im Grunde nur zeitangepaßte Wiederholungen dessen, was seit 1874 von der WTG schon jeder Generation verkündet worden ist." Also das spielen auf dem "Endzeitklavier" mit oder ohne Daten. Und was noch wesentlicher ist: Bewusst im Sinne als geistiges Opium konzipiert.


 

CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingter Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 82 Gera Mai 1976

WIE SIND DIE AUSSICHTEN DER WELTEXISTENZ DER GEMEINSCHAFT DER ZEUGEN JEHOVAS NACH IHRER FALSCHEN WELTENDE-VERKÜNDIGUNG VON 1975?
Liebe Leser
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die WTG selbst zugibt, daß sie mit 1975 alle Zeugen Jehovas wieder eine falsche Weltendeverkündigung vollbringen ließ. Erst etwa sieben Jahre noch den falschen Weltendeterminen von 1914, 1918 und 1925 an die damaligen Generationen gab sie 1931/32 offiziell zu, ihre eigene Urheberschaft allerdings verschweigend. "Jehovas Getreue auf der Erde wurden in ihren Erwartungen für die Jahre 1914, 1918 und 1925 in etwa enttäuscht, und ihre Enttäuschung hielt eine Zeitlang an" (Rechtfertigung Bd. 1, S. 332, Magdeburg 1931).
Möglicherweise läßt sie auch jetzt "diese Generation" wieder restlos "vergehen" wie die Alten aus der Anfangszeit der Verkündigung von 1874, ehe sie die 1975-Enttäuschung zugibt.

Wie wird das nun diesmal noch 1975 aussehen? Welche Chancen des Weiterbestehens und Weiterwirkens nach und trotz 1975 hat die WTG? Was hat die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas unter ihrer "endzeitlichen" Weiterführung für Perspektiven? Wenn wir das realistisch sehen wollen, dann müssen wir das unter zwei verschiedenen Hauptgesichtspunkten sehen.

Die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas, ehemals Bibelforscher, hat, ihre Ursprungsbedingungen und damit auch die Bedingungen für ihre laufenden Endzeitkonstruktionen in den Hauptländern des Kapitalismus mit seinen Krisen, Kriegen, Elends- und Verfallserscheinungen. Bekanntlich befindet sich die Hauptzentrale der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas, die Wachtturm-Gesellschaft, (WTG) in Brooklyn, New York, USA. Ohne Zweifel waren die sich dann folgerichtig als falsch erweisenden ersten Weltendeverkündigungen der Gemeinschaft unter C. T. Russell aus der Zeit seit 1874 subjektiv durch kleinbürgerliches Unvermögen mitbestimmt, die sozialen Kämpfe, Auseinandersetzungen und Krisen der damaligen Zeit namentlich zwischen Kapital und Arbeit, wie, es C. T. Russell aufgriff, realistisch zu deuten. Den Durchbruch der "Arbeit" zur gesellschaftlichen Realität durch die sozialistische Oktoberrevolution von 1917 in Rußland und seine weltgeschichtliche Bedeutung hat C. T. Russell nicht mehr verarbeiten können. Er hat sie nicht mehr erlebt. Er starb 1916. Unter seinem Nachfolger J. F. Rutherford wurde entschieden, mit einer ständigem Fortsetzung der Deutung der kapitalistischen Krisen als "endzeitlich" das Werk ein für allemal gegen die "Arbeit", antikommunistisch und antisowjetisch auszurichten. Das ist so bis auf den heutigen Tag. "Wird die erneute falsche Endzeitverkündigung mit 1975 da etwas ändern? Nein und ja!

In allen Ländern, die unter den Krisen des Kapitalismus leiden, werden sich die Weiterexistenzbedingungen für die WTG-Endzeitverkündigung nicht oder nur schwerlich ändern. Natürlich wird die WTG mit jedem neuen falschen Weltende einen riesigen Aderlaß erleben. Sie wird ein viertes oder fünftes Mal, wenn es sein muß, die Gideongeschichte der Bibel aufgreifen und neudeuten, um die Verbleibenden zu trösten und weiter hinzuhalten, oder etwas anderes. Warum wird die WTG auf diese Weise weitermachen können? Die antikommunistische und antisowjetische Ausrichtung der Fortsetzung der Endzeitverkündigung gebietet es, hierzu aus berufenem Munde eine Antwort zu hören. "Der Kapitalismus kann die Daseinsprobleme nicht lösen. Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen (Marx), erzeugen physische und geistig-moralische Zerstörung der Persönlichkeit, soziales Elend, Existenzunsicherheit, Kriminalität. Besonders durch die gegenwärtige Krise werden in den Ländern des Kapitals die Lebens- und Existenzbedingungen aller Werktätigen verschlechtert." (Dr. Herbert Schwenk, SED, zum Thema: Aktuelle Fragen, die sich aus der gegenwärtigen Etappe der Vertiefung der Widersprüche des Kapitalismus ergeben. BZ 15. 4. 1976) Daraus folgt für die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas in den Ländern des Kapitalismus, daß sie erneut und immer wieder und jetzt vielleicht sogar zunehmend Existenzverunsicherte, sozial Verelendete und geistig-moralisch Verzweifelte finden wird, die zunächst jeden "Strohhalm" ergreifen, der Rettung verspricht, nicht zuletzt unter der WTG-Zielstellung, sie von jedem sozialen Aufbegehren fernzuhalten. Wie werden denn solche jetzt z. B. wieder "gefischt und gejagt". Die neue WTG-Broschüre von 1976 , "Eine sichere Zukunft - wie zu erlangen?" demonstriert das wieder hinreichend. Es wird erneut wie vor 100 Jahren "noch in dieser Generation" (!) das "Königreich' versprochen, das allein alles löse. Dabei wird sorgfältig verschwiegen, wie unglaubwürdig das alles längst ist. So werden viele Unwissende, die die WTG-Geschichte nicht kennen, und viele Verzweifelte zunächst wieder darauf hereinfallen. Die WTG bereitet sich in der Tat auf neue riesige "Fischzüge" vor. Man braucht nur den gewaltigen auf ganz Westeuropa und noch darüber hinaus zugeschnittenen gegenwärtigen Ausbau des WTG-Zweigbüros in Wiesbaden, BRD, zu betrachten.

Für die sozialistischen Länder verliert das jedoch seine Gültigkeit. Zwangsläufig nimmt jedes Land, das sich auf den Weg dieser sozialen Neuordnung begibt, aus den vormals kapitalistischen Verhältnissen, sofern vorhanden auch die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas mit, wie sie bislang von der WTG ausgerichtet ist. In der Umbruchssituation kann das dann auf Grund des WTG- Antikommunismus zu folgenschweren politischen Konfrontationen kommen, da die WTG auch immer wieder neue "Märtyrer" haben will. Doch jetzt ändern sich die Existenz- bzw. Weitetexistenzbedingungen. für eine solche Gemeinschaft grundlegend, was je noch den Umständen früher oder später mit Sicherheit zur Auswirkung kommt. Die sozialistische Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse, die Überwindung und Ausschaltung der kapitalistischen Krisen, ihres Elends und ihres moralischen Verfalls, die Gewährleistung sozialer Sicherheit für alle und die schrittweise Lösung der sozialen Fragen entzieht jeder weiteren "endzeitlichen" Deutung der Verhältnisse den Boden. Nach und nach kommt das letztlich jedem Betroffenen zum Bewußtsein. Er merkt, daß die sozialen Verhältnisse und die fortschreitende soziale Entwicklung nichts mehr hergibt für eine Endzeitdeutung. Er merkt, wie er an der Wirklichkeit vorbei und über die Köpfe der Menschen hinwegpredigt, daß er immer unmöglicher wird. Allerdings scheint sich die WTG inzwischen hierauf einzustellen. Sie übernimmt deshalb das relativ neue Argument der bürgerlichen Ideologie im Feldzug gegen den Sozialismus, die Krise des Kapitalismus als eine Krise der Menschheit, der ganzen Welt zu interpretieren (Prof. Dr. Otto Reinhold, Probleme des Friedens und des Sozialismus 4/1976. S. 522, Berlin). Demgemäß findet man in fast jeder Schrift der WTG, die zunächst die sozialen Verhältnisse darstellt, um daraus dann "Endzeit"-Zeichen zu machen, namentlich das Elend in den USA so dargestellt, als wäre es das Elend der ganzen Welt, einschließlich der sozialistischen Länder. Aber auch diese Methode ist zum. Scheitern verurteilt, denn die Realiäten setzen sich letzten Endes immer durch.

So hat die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas unter ihrer endzeitlichen WTG-Ausrichtung in den. sozialistischen Ländern keine Perspektive mehr. Das kann die WTG mit ihrer Falschinterpretation der kapitalistischen Krisen als Krisen der ganzen Welt und unter Ausnutzung ihrer Traditionen nur zeitweilig verhindern und verdecken. Es kommt unweigerlich der Zeitpunkt, wo das alles endgültig wie ein Kartenhaus zusammenbricht.

Was bleibt? Der Niedergang der haltlosen Endzeitverkündigung ist unvermeidlich. Wer damit nicht zu einem Grüppchen absinken will, das deswegen letztlich nicht mehr ernst genommen werden kann, muß sich neuorientieren. Man sollte da als Christ dieser Form der Anbetung vielleicht sein Augenmerk denen auch in unserem Lande zuwenden, die die Abwege nach C. T. Russell unter J. F. Rutherford nicht mitgegangen sind, die an das "Erbe" Russells anknüpfen, um - wohl in dieser "Tradition" stehend - fortan in rechter Verantwortung vor Gott und Menschen als Christen zu leben. Wieder und wieder muß es gesagt werden, die Zeit i s t herbeigekommen! Möge auch diese CV-Ausgabe helfen, die notwendigen Entscheidungen zu treffen.
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem., was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Zur "Bibelbetrachtung" mit der neuen "gedruckten Predigt" der WTG "Eine sichere Zukunft, wie zu erlangen?" - Wo ist die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas unter den Religionsgemeinschaften in der DDR? - wie "diese Generation" wieder vergeht und der Überrest dahinstirbt. Ein Brief - Noch einmal die 1975-Beweise! - Was 1976 tun?
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Zur "Bibelbetrachtung" mit der neuen "gedruckten Predigt" der WTG
"Eine sichere Zukunft - wie zu erlangen?"
"Nun ist wieder etwas Besonderes geschehen, indem die leitende Körperschaft, die Manuskripte für. die drei neuen Broschüren für die Bibelstudientätigkeit herausgegeben hat, die jetzt auch in unserer Sprache gedruckt wurden. …Wir beten um Jehovas Beistand in dieser besonderen Arbeit für alle, die mit diesen neuen Hilfsmitteln an diesem großartigen Werk einen Anteil haben." Mit diesen Worten wird im Untergrund-Königreichsdienst IV/76 des WTG-Ostbüros in Wiesbaden die Arbeit mit drei neuen Broschüren angewiesen . Wir wollen die zu durchsichtig nach Stimmung und Begeisterung heischende Superlative wie "wieder etwas Besonderes" oder "neue Hilfsmittel" und "großartiges Werk" übergehen. Es genügt, an den 1975 Bankrott dieses "großartigen Werkes" zu erinnern. Unser Augenmerk soll sich auf die Aspekte oder Gesichtspunkte richten, die allein entscheidend sind, wenn man sich mit diesen "gedruckten Predigten" an andere Menschen wendet, wie es geschehen soll. Möge man diese Gesichtspunkte zuvor beachten!

Die Broschüre "Eine sichere Zukunft - wie zu erlangen?" die in diesem Artikel betrachtet werden soll, beginnt:
"Menschen aller sozialen Schichten sehnen sich nach Sicherheit. Sicher wünschst auch du Sicherheit für dich und deine Familie." Die Antwort auf diese Fragestellung könnte jeder aus dem Stegreif geben: Das bevorstehende "Ende dieser Welt" und anschließend folgende "tausendjährige Königreich Gottes" erfülle allein diese Wünsche. Die Broschüre enthält dazu die bekannte "leichte Speise" . für Außenstehende, wieso diese Zeit herbeigekommen sei, im Grunde nur zeitangepaßte Wiederholungen dessen, was seit 1874 von der WTG schon jeder Generation verkündet worden ist. Ehe wir auf den zu beachtenden Hauptgesichtspunkt zu dieser Broschüre eingehen, wollen wir sehen, wie darin in diesem Jahr 1976 zu dem 1975-Zusammenbruch der Endzeitverkündigurig Stellung bezogen wird. Kann man das denn denen gegenüber einfach verschweigen, denen jetzt weiter gepredigt werden soll?

Die erste Äußerung zu diesem Punkt wird in Absatz 29 gemacht. Indem nicht die Endzeitverkündigung, sondern die "Menschenherrschaft" als Fehlschlag hingestellt wird, heißt es "Die Bibel bezeichnet passenderweise unsere Generation als diejenige, in der Gott sein Strafgericht vollstrecken wird." Als Kernbibelstelle wird dazu Daniel 2:44 zitiert: " . . . wird alle diese Königreiche (der Menschen) zermalmen…" usw. Bemerkenswert ist schon die Einschiebung "der Menschen". Das wird schon notwendig, denn geht man nicht hinaus über das, was geschrieben steht, so hat Daniel hier keineswegs alle Staaten der Erde, wie sie heute bestehen, im Sinn gehabt. Sodann frage man die WTG, wie oft sie deshalb Daniel 2:44 schon in der Geschichte ihrer über hundertjährigen. Endzeitverkündigung über bereits mehrere Generationen hinweg auf wieviele Endzeittermine angewandt hat. Soll das einmal aufgezählt werden?

Eine weitere Äußerung: "Keiner von denen, die sich an dieser Predigttätigkeit beteiligen, blickt der Zukunft mit Furcht entgegen. Da sie die Bibel studiert haben und an das glauben, was sie sagt, wissen sie, was die Zukunft bringen wird . . . Sie wissen, daß Gott bald, n o c h in u n s e r e r Generation, alle vernichten wird, die weiterhin seine rechtmäßige Herrschaft mißachten. . " Und: "Dadurch, daß sie jetzt fest für seine Herrschaft eintreten.. werden sie schon jetzt beschützt, und sie können zuversichtlich in die Zukunft blicken" (Abs. 40,47). Sie haben die Bibel studiert? Ja, aber nur durch die Brille des WT! Sie glauben, was die Bibel sagt? Aber doch nur so, wie es der WT jeweils für richtig hält! Das muß doch unterschieden werden. Nur so ist doch der endzeitliche Irrglaube von einem falschen Termin zum anderen eine Generation nach der anderen über hundert Jahre lang schon, erklärbar. Sie wissen, was die Zukunft bringen wird? Das wird doch allen bloß eingeredet! Seit der letzte Endzeittermin 1975 geplatzt ist, und die WTG dabei ist, alle "Erfüllungen" entsprechend weiter umzudeuten, zu verschieben und der neuen Lage wieder anzupassen, können sie überhaupt keine glaubhaft klingende Zukunftserklärung mehr vorbringen! Sie wissen, noch in unserer Generation? Noch? Wissen sie überhaupt was das heißt, noch? Damit ist die WTG .dabei, alles wieder um die Zeit einer Generation zu verschieben! Denn 1976 so zu sprechen, noch in dieser Generation, zielt bis auf das Ende dieser jetzt lebenden Generation in vielleicht 30 Jahren hin! Was "seine rechtmäßige Herrschaft mißachten" betrifft, das ist eine erst von WTG-Präsident Rutherford eingeführte Auslegung zu dem politischen Zweck, jede sozialpolitische Tätigkeit etwa gegen Mißstände, Ausbeutung und Elend zu unterbinden. Aber es ist doch unmöglich, daß eine Regierung ihre Souveranität, also ihre Funktionen und Aufgaben, seit 1914 an Christus im Himmel abtreten könnte. Oder sollten alle ihr Mandat der WTG übergeben? Was ist das für ein Unsinn? Durchdenkt das keiner? Dafür "fest eintreten'? Das ist doch ein Taumel der Illusion, der nicht schützt, sondern eines Tages zum bösen Erwachen führt, wie man niedergehalten und politisch mißbraucht wurde! Keiner kann in Wahrheit zuversichtlich in die Zukunft blicken, wenn er der WTG weiter folgt. Was kann man denn noch zuversichtlich glauben, wenn man den Tatsachen über die WTG ins Auge schaut. Nichts, was sie weiter verkündigt, ihren 1975-Bankrott verdrängend.

Es ist also verantwortungslos, das Studium dieser Broschüre "Bibelbetrachtung" zu nennen. Das ist, irreführend. Es sind in Wahrheit nur WTG-Betrachtungen zur Bibel oder Betrachtungen von WTG-Bibeldeutungen. Und es ist noch verantwortungsloser, zu verschweigen, wie es um die endzeitlichen Bemerkungen in dieser Broschüre steht, mit denen doch letztlich alles steht oder fällt. Christen dürfen sich ihrer Arbeit nicht schämen müssen! Sie dürfen kein wertloses Geschwätz verbreiten! 2. Tim. 2:15,16.

Schließen wir nun den Kreis. Du sollst mit dieser Broschüre "Menschen aller sozialen Schichten" ansprechen. Du sollst ihnen mit der WTG-Endzeitorientierung den einzigen Weg zu sozialer Sicherheit für sich und Ihre Familien zeigen. Alles andere müssen sie unterlassen. Was es mit dieser Endzeit auf sich hat, haben wir an einigen Beispielen gesehen. Wenn du das unter diesem sozialen Gesichtspunkt tust, wie es die WTG in der Broschüre einleitend formuliert und anweist, dann mißbrauchst du die Evangeliumverkündigung und stellt sie in den Dienst der Zerstörung und Vertreibung jeder anderen sozialen Orientierung und Tätigkeit, der Unterbindung und Niederhaltung jeder anderen sozialen Hoffnung und Aktivität. Merkst du nicht, was politisch dabei herauskommt? Was das positiv bedeutet? Du führst de facto einen politischen Kampf,. natürlich unter einem religiösen Vorzeichen, gegen alle sozialen Kräfte. also politischen Parteien oder auch Regierungen z. B., die für die Verbesserung der sozialen Verhältnisse oder für die Lösung der sozialen Probleme wirken Das kommt unweigerlich dabei heraus. Willst du das? Die von der WTG hier gegebene Aufgabenstellung, "Menschen aller sozialen Schichten" anzusprechen, verdeutlicht erneut den hintergründigen politischen Zweck der Abkehr von der einzigen christlichen Hoffnung für alle und der Hinwendung zu einer falschen "irdischen" Ausrichtung (Eph. 4:4, Gal. 1:6-9, Phil. 3:17-19) unter WTG-Präsident Rutherford, nachdem 'die ersten Endzeitauslegungen 1914 und 1925 zusammengebrochen waren und das Werk seinen ursprünglichen Zweck verloren hatte. Die für die Verkündiger danach immer weitergeschobene Endzeitauslegung ist hierfür nur nach Mittel zum Zweck. Etwas anderes bleibt nicht mehr übrig.

Alles In allem, die Betrachtung dieser Broschüre, so wie die WTG es will, ist nicht nur das Lehren einer unglaubwürdigen und haltlosen Endzeitorientierung, es ist in gleicher Weise ein antisozialer, also politischer Mißbrauch christlichen Glaubens.

JEHOVAS ZEUGEN IN DEN FREIEN CHRISTENGEMEINDEN
BRÜDERLICH WILLKOMMEN
Aus einer Ansprache von Br. Alfred Diener, Dresden, Begründer des Bundes freier Christengemeinden in der DDR
"Böse Knechte", die ihre Mitchristen "schlagen"? Überzeuge dich selbst!
In einer Ansprache, "Die Herrlichkeit der Verheißungen Gottes", führte der vielen Zeugen Jehovas bekannte Begründer der freien Christengemeinden ehemaliger WTG-Angehöriger in der DDR, Br. Alfred Diener, Dresden, u. a. folgendes über christliche Verbundenheit aus:

"In Verbindung damit interessiert uns noch ein Schriftwort; 1. Joh. 4 vom 7. Vers an: "Liebe Bundesbrüder! Wir pflegen miteinander Liebesgemeinschaft, weil die Liebe aus Gott dem Herrn herstammt und jeder, der Liebesgemeinschaft übt, aus Gott dem Herrn geboren ist, und Gott den Herrn kennt. Wer keine Liebesgemeinschaft pflegt, der hat Gott den Herrn nicht erkannt, daß Gott, der Herr der Liebe ist" (nach der Daechsel-Übers.)
Die Gedanken dieses Kapitels vom 7. Verse an kann man wie folgt zusammenfassen. Die Liebe zu Gott und den Brüdern bildet eine untrennbare Einheit. Wer Gott liebt, muß den Bruder lieben. Die Bruderliebe ist der Prüfstein, ob wir zur Herrlichkeit eingehen oder nicht. Die Geschwister in Christo gehören zur Liebesgemeinschaft, und da darf es kein Gegeneinander, sondern nur ein Füreinander geben. Wir wollen diese Verse etwas näher betrachten. Zunächst schreibt Johannes: "Wir pflegen miteinander Liebesgemeinschaft." Hier im Gottesdienst ist das gar nicht schwer. Wir sind alle einer Glaubensauffassung, da gibt es keine Schwierigkeiten. Aber auch wenn Brüder aus anderen Versammlungen anderer Meinung sind, obwohl sie doch auch den Geist Gottes haben und wir sehen, daß sie alles tun, um dem Herrn in ihrer Weise zu dienen, auch dann darf ihre abweichende Auffassung niemals trennend wirken und kein Streit entstehen, Nicht, daß der Bruder genauso denkt wie wir, ist von Wichtigkeit, wichtig ist, daß er im Geiste des Herrn handelt und die Liebesgemeinschaft im Herzen hat.

Auch sie sind unsere Brüder in Christo, wir müssen sie als solche achten und lieben, auch wenn sie uns nicht in der gleichen Weise entgegenkommen. Wir müssen ihnen zugutehalten, daß sie durch ihre begrenzte Auffassung vom Christus unter einem ungünstigen Einfluß stehen. Warum pflegen wir miteinander Liebesgemeinschaft? "Weil die Liebe aus Gott stammt, und jeder, der Liebesgemeinschaft übt, aus Gott geboren ist". Die Gemeinschaft oder die Bruderliebe ist das Zeichen der Wiedergeburt. Jedes Gotteskind hat auf sein Herz zu achten, daß es die Liebesgemeinschaft hegt und pflegt. Auch Geschwister, die sich einmal bedingungslos dem Herrn geweiht hatten und sich später von der Nachfolge Jesu abgewandt haben und auf der Erde bleiben wollen, sind unsere Geschwister in Christo. Was wissen wir, wie der Herr in Zukunft mit ihnen verfährt, um sie zurechtzubringen. Wir lieben sie, und wenn wir ihnen gegenübertreten, wollen wir sie nicht verurteilen, sondern ihnen helfen, den richtigen Weg zu finden.

Johannes sagt weiter: "Jeder, der Liebesgemeinschaft übt, kennt Gott." Deshalb sollten auch wir in der Erkenntnis Gottes wachsen, das ist ein allmähliches Werk. Die Erkenntnis Gottes wird in uns heranwachsen bis zuletzt, sie wird immer tiefgründiger. Gotteserkenntnis ist nicht eine Sache des Verstandes. sondern des Herzens. Je mehr Gottes Liebe uns erfüllt, umso größer wird das Verständnis für unseren himmlischen Vater."- (76 A. D.)

"Böse Knechte", die ihre Mitchristen "schlagen"? Es war die WTG, die alle wahrhaft christlich verantwortlichen Brüder als "stößige, hochnäsige und riechende Böcke" schlug (Rechtfertigung II, S. 239 dt. Magdeburg), weil sie die "irdischen" Abwege nicht mehr mitgingen, die die WTG für die neue Generation nach 1914/18 auszulegen begann, um für ihr Werk "Generation um Generation" immer wieder Neue zu finden, was nach 1975 erneut versucht wird. Ergreift die brüderlich ausgestreckten Hände. -

WO IST DIE GEMEINSCHAFT DER ZEUGEN JEHOVAS?
Gespräch von Vertretern von Religionsgemeinschaften in der DDR mit dem stellv. Staatsekretar für Kirchenfragen der DDR, Ufrd. Fritz Flint, Berlin
Das Gespräch, und die Teilnehmer
Berlin (NZ) - Zu einem Gespräch über aktuelle politische Fragen empfing der Stellvertreter des Staatssekretärs für Kirchenfragen, Unionsfreund Fritz Flint, die Leitungen von Freikirchen und kleinen Religionsgemeinschaften in der DDR.
In einem einleitenden Referat verwies er auf die hervorragenden Leistungen der Werktätigen bei der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft. Geistliche und Vertreter der Gemeinschaften und Kirchen haben sich für die Friedenspolitik der DDR eingesetzt und tragen nach ihren Möglichkeiten zur Durchsetzung der im Schlußdokument von Helsinki formulierten Ziele bei, betonte Fritz Flint. Jetzt komme es darauf an, alles durchzusetzen, daß der politischen Entspannung als Grundlage der Sicherung des Friedens in Europa die militärische Entspannung folge.

Zur Notwendigkeit der Abrüstung gab es in der Aussprache konstruktive Ausführungen, die durch einen Beitrag des Präsidenten der Gemeinschaft der Siebentags-Adventisten in der DDR, Manfred Böttcher, eröffnet wurden. Im Verlauf des Gesprächs stand auch die Mitarbeit in der Christlichen Friedenskonferenz im Vordergrund. Die Vertreterinnen der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker), Frau Dr. Ebert und Frau Dietrich sowie der Leiter der Evangelisch-Johannischen Kirche in der DDR, Lothar Knitter, betonten ihren Willen, sich noch stärker in der Friedensarbeit zu engagieren. Der Bischof der Ev.-methodistischen Kirche in der DDR, Armin Härtel, fand umfassende Unterstützung bei allen Gesprächsteilnehmern, als er seine Zustimmung zur Einladung der Russisch-Orthodoxen Kirche für ein Welttreffen der religiösen Friedenskräfte zum Ausdruck brachte.

Präsident Moret vom Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden in der DDR wies dankbar auf die guten Entwicklungsmöglichkeiten der Jugendlichen in der sozialistischen Gesellschaft hin, in der es keine Arbeitslosigkeit und moralische Verkommenheit gibt. Der Vertreter der Neuapostolischen Kirche, Simon, sowie Prediger Johannes Schmidt vom Bund Freier Evangelischer Gemeinden dankten für das gute Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Kirche in der DDR. Sie brachten ihre Gewißheit zum Ausdruck, daß Christen und Marxisten auch in Zukunft vertrauensvoll In der sozialistischen Gesellschaft zusammenarbeiten werden. NZ 2. 4. 76.

Jehovas Zeugen herausgefordert
Freie, verantwortungsbewußte Christengemeinden können nicht anders handeln. Doch wo war z. B. die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas bei diesem Gespräch? Warum nehmen ihre Verantwortlichen daran nicht teil? Das geht nicht? Stellen wir zuerst einige Fragen.

Betrachten sich Jehovas Zeugen als nicht zu den religiösen Friedenskräften gehörend? Sind sie gegen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Christen und Marxisten in der sozialistischen Gesellschaft? Sind sie gegen die Friedenspolitik der DDR? Sind sie gegen die Sicherung des Friedens und gegen politische Entspannung? Sind sie nicht dankbar z. B. für die Politik der sozialen Sicherheit in der DDR? Oder sähen sie lieber überall Arbeitslosigkeit? Betreffen die besprochenen Fragen nicht auch alle Christen unabhängig von ihrer Form der Gottesanbetung?

Doch könnten Jehovas Zeugen überhaupt an einem solchen Gespräch teilnehmen? Natürlich könnten auch sie das. Sie sollten und müßten das sogar. Spätestens seit dem doch nun jedem der es nur sehen will, offenbaren WTG-Endzeitbankrott von 1975 ist das überfällig. Die Neuorientierung ist unvermeidlich. Es muß allerdings einiges geschehen.

Wo stehen Jehovas Zeugen im Hinblick auf die Gesprächsthematik? Wohin hat die WTG sie geführt? Das müssen wir erst einmal betrachten, Sie verspotten in ihrer Verkündigung die religiösen Friedenskräfte in allen anderen Kirchen und Gemeinschaften und darüber hinaus sowie alle ihre Bestrebungen als vergebliche Mühe. Sie bekämpfen diese Friedensbestrebungen mit dem Ziel, möglichst viele Menschen davon abzuziehen und für sich zu gewinnen. Da wartet doch nur der nächste Endzeitbankrott nach 1975! Wie noch 1914 und 1925! Sie vernichten jedes Vertrauensverhältnis eines Christen zum sozialistischen Staat durch die antikommunistische politische Propaganda und Verachtung aller menschlichen Pläne mittels ihrer WT-Verkündigung. Aber haben sie nicht selbst dank der staatlichen Planung der Arbeit z. B. einen sicheren Arbeitsplatz und damit eine sichere soziale Existenz und Zukunft? Was treiben sie unter WTG-Leitung also für eine verantwortungslose Öffentlichkeitsarbeit angesichts der doch unausweichlichen sozialen Aufgaben? Weiter. Sie bekämpfen die Friedenspolitik der DDR und jede Zusammenarbeit von Christen und Marxisten mit übelsten Verleumdungen und Schmähungen, von der WTG angeleitet. So wurde z. B. mit dem WT vom 1. 3. 74 unter der Überschrift "Warum ist die Religion um Frieden mit dem Kommunismus bemüht?" ein "förmlicher Schmähkübel über die Zusammenarbeit von Christen und Marxisten ausgegossen, als "gedruckte Predigt" ausgegeben. Indem u. a. alle progressiven katholischen Kräfte, der Vatikan z. T. eingeschlossen, als Esel benutzt wurden, den man schlägt, wurde gegen eine Beendigung des "kalten Krieges mit der kommunistischen Welt" und gegen eine "Koexistenz mit roten Regimen" Stellung bezogen. Wer "Frieden mit der kommunistischen Welt" schließe, begehe "Hurerei" und lasse sich, auf "unmoralische Beziehungen" ein. Werden Jehovas Zeugen durch die WTG-Schriften hier nicht angeleitet, nicht nur ihre Mitchristen gegen den sozialistischen Staat zu hetzen? Werden sie hier nicht gegen den sozialistischen Staat und gegen die sozialistische Verfassung unseres Landes gestellt? Treten sie damit nicht jene christlichen Grundsätze mit Füßen, nach denen sie auch den sozialistischen Staat, also auch die DDR-Regierung, als "obrigkeitliche Gewalt von Gott" zum Wohl oder "Besten" aller Bürger zu betrachten haben? Römer 13:1,4, Titus 3:1,2. Müßten sie nicht vielmehr gegenüber diesen "obrigkeitlichen Gewalten" als Christen "friedfertig" sein und "zu jedem guten Werk bereit", wie es der Apostel Paulus sagt? Müssen diese "obrigkeitlichen Gewalten" sie daher nicht zur Ordnung rufen? Das sollten jetzt alle umso leichter verstehen können, wo die WTG mit 1975 wieder endzeitlich bankrott gemacht hat und als unglaubwürdig vor aller Welt erwiesen ist. Da die. WTG trotzdem ihren sogenannt endzeitlichen und politischen Kurs nicht ändert, wie sie nach wie vor mit der psychologischen Vergewaltigung aller Zeugen Jehovas, ihre "Haltung gegenüber dem Weltkommunismus" habe "sich nicht geändert" (Babylon-Buch S. 537), demonstriert, muß jeder ehrliche Christ die Unterordnung unter diesen haltlosen Kurs selbst aufgeben. Er muß zurückkehren zur christlichen Mündigkeit vor Gott und Menschen,. ohne WTG als leitende Körperschaft dazwischen, die sich längst in ihrem proklamierten endzeitlichen Daseinszweck als unglaubwürdig erwiesen hat.

Es ist klar, daß kein Vertreter der Zeugen Jehovas mit den antikommunistischen, obrigkeitsfeindlichen und allen doch nicht aufgebbaren menschlichen Friedensbestrebungen bekämpfenden "gedruckten Predigten" der WTG in der Hand, die ihn gegen Staat und Verfassung stellen, an solchen Gesprächen teilnehmen kann, wie sie der Stellvertreter des Staatssekretärs für Kirchenfragen führte. Wäre mit diesem nach WTG-Endzeitlehre doch nicht über gemeinsame Friedensbestrebungen zu sprechen, sondern nur darüber, wie auch er von seinem politischen Amt abzutreten habe, um seine Macht "seit 1914 an Christus im Himmel" als "einzig rechtmäßigen Herrscher" zu übergeben. Allenfalls hätte er von solchen WT-geführten Zeugen Jehovas noch zur Kenntnis zu nehmen, daß sich ihr "Krieg" gegen die "kommunistische Welt" und gegen "rote Regime" nicht geändert hat, wie er das aus den WT-Schriften ablesen kann.

Jehovas Zeugen Friedensstifter?
Ein Wort noch zur Friedensfrage. Die WTG beteuert immer wieder, Jehovas Zeugen seien die einzig wahren Friedensstifter unter den Christen überhaupt. Sie halten sich alle selbstverständlich für religiöse Friedenskräfte. (Hier nur nebenbei: Die Wehrdienstverweigerung beweist überhaupt nichts, denn auch andere Christen wie Nichtchristen, verweigern Wehrdienst). Das ist eine große Täuschung. Der Friede, den die WTG bringt, ist doch nur Frieden, wenn man ihr gehorcht und bezieht sich doch nur auf die eigene Organisation. Welche Gemeinschaft muß nicht auf den eigenen Frieden, orientieren, wenn sie nicht zerfallen will. Entscheidend ist, was unter die Menschen allenthalben hinausgetragen wird und den Frieden betrifft, der allgemein herbeigeführt, bewahrt oder gesichert werden muß, damit das soziale, wirtschaftliche staatliche Leben, die "die Menschen betreffenden Ordnung" (l. Petr. 2:13), funktioniert. Jehovas Zeugen mögen sich das unter anderen Bedingungen anders verhalten, gegenüber der sozialistischen, die Menschen betreffenden Ordnung sagt es die WTG zynisch offen: Da wird nicht Frieden proklamiert, sondern "kalter Krieg", da gibt es kein Miteinander, kein Koexistieren, sondern nur das Gegenteil also Feindschaft gegen "rote Regime". Daß hiermit die eigenen Verkündigungen von 1962/63, wonach auch "rote Regime". sozialistische oder kommunistische Regierungen, als "obrigkeitliche Gewalten von Gott" anerkannt werden müssen (WT 1. 1. 63, S. 13 Abs. 1-3), wieder hinweggefegt werden, was tut's. Ist das Gewissen nicht durch bedingungslose WT-Treue ersetzt? Welcher Zeuge Jehovas wagt es schon, gegen die WTG aufzustehen, und ihr als Christ ihre politische Propaganda und ihre Bekämpfung "roter Regime", die Verhinderung oder Vernichtung friedlicher Beziehungen mit ihnen und die Schmähung vertrauensvoller, friedfertiger Beziehungen mit der sozialistischen "obrigkeitlichen Gewalt" als "Hurerei" und "unmoralisch", als in Wahrheit unchristlich und schriftwidrig ins Gesicht zu schleudern? Sind nicht alle "Aufseher" und "Ältesten" soweit gebracht worden, eher ihre Mitbrüder zu bespitzeln und beim Zweigbüro zu denunzieren, wenn sie diese WTG-Politik nicht mehr mitmachen wollen? Nun, alle nicht mehr. Frieden schließt die Berücksichtigung und Gewährleistung der sozialen Bedürfnisse der Menschen allenthalben ein. Die WT-Lehren schließen das verächtlich als "menschliche Pläne" aus. Frieden bedeutet christlich auch Friedfertigkeit gegenüber den "obrigkeitlichen Gewalten" (Titus 3:1-2). Die WT-Lehren schließen das aus und fordern unveränderten "kalten Krieg" gegen "rote Regime", gegen die sozialistischen "obrigkeitlichen Gewalten" Frieden bedeutet, "aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan sein". Die WT-Lehren schließen das aus und fordern, in schriftwidriger "theokratischer Kriegslist" (2. Kor. 4:2 NW) selbst in gesetzwidriger Untergrundtätigkeit den "kalten Krieg mit der kommunistischen Welt", mit der sozialistischen menschlichen Ordnung fortzusetzen. Frieden bedeute" nicht nur zu sagen, "geht hin in Frieden, wärmt euch und eßt euch satt", sondern den Menschen, an die man sich allenthalben wendet, das auch zu ermöglichen (Jak. 2:16). Die WT-Lehren schließen das aus. Sie wenden sich gegen die doch lebensnotwendigen sozialen Bestrebungen und Friedensanstrengungen derer, zu denen sie "gehen". Frieden bedeutet, "so viel an euch liegt, mit allen Menschen in Frieden zu leben" (Römer 12:18). Die WT-Lehren schließen das aus. Sie verurteilen und weisen die Friedensbernühungen aller anderen zurück, prangern deswegen die anderen Christen als ."Hurer" und die Nichtchristen als "alte atheistische Feinde" an (Untergrund-WT, S, 263, 1974) und diffamieren ihre Friedensbemühungen als "unmoralisch". Damit vergiften sie in Wirklichkeit die sozialen und zwischenmenschlichen Beziehungen bis in Familien und Ehen hinein und stiften mit dieser Verkündigung unter anderen Menschen Feindschaft, Unfrieden und psychologischen Krieg.

Es muß etwas Grundsätzliches geschehen, wenn Jehovas Zeugen vor Gott und Menschen als wirklich verantwortungsbewußte Christen dastehen und anerkannt werden wollen. Mögen sie sich dabei helfen lassen.

Die WTG an die vorige Generation
"… LERNTEN DIE TREUEN, DASS SIE KEINE DATEN MEHR FÜR DIE ZUKUNFT FESTSETZEN SOLLEN" - 1931
Vorbemerkung: Ein Bruder, der fast 40 Jahre der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas angehört, sandte eine Ausarbeitung von 26 Seiten ein über die Erkenntnis, zu der er nunmehr anläßlich des 1975-Bankrotts der Endzeitverkündigung gekommen ist. - Fortsetzung
"Sich mit der Organisation zu blamieren, das sei keine Schande. So sagte es wenigstens Bruder Konrad Franke aus Wiesbaden 1968 in Hamburg von leitenden Dienern. Er sagte: Im Laufe der Zeit hat uns Jehova immer mehr verstehen lassen über diese Zeitabschnitte, und vor zwei Jahren schon wurde das erste Mal unsere Aufmerksamkeit auf das Jahr 1975 gelenkt. Mancher war zweifelnd und sagte: Da muß man vorsichtig sein, ihr habt euch schon einmal blamiert, und wenn ich an 1925 denke, wer weiß, was da wieder rauskommt, ich werde mich einmal zurückhalten. Ja, die Gesellschaft oder der treue und verständige Sklave, der ja dazu da ist, uns die Speise zur rechten Zeit zu geben, so sagen wir es doch wohl, ja, der war es jetzt und hat uns davon befreit. Es kam nicht von uns, oder ist jemand von euch auf diesen Gedanken gekommen? Es kam doch von dieser Stelle! Auf einmal beginnen doch einige zu zweifeln! Als ich einmal mit einigen jungen Brüdern darüber sprach, sagte der eine zu mir: Ach weißt du, Bruder Franke, ich weiß nicht, ob man das so deutlich sagen kann . Denn stell dir mal vor, die alte Schwester sowieso, die geht jetzt von Haus zu Haus, und die wird das nie so ausdrücken, wie du das sagst, und die wird nun sagen 75, 75, 75 und 75! Und was das unter Umständen für die Organisation für eine Schmach bringen könnte! Du glaubst, du würdest das viel intelligenter machen? Du sagst, ich warte mal, die haben sich schon einmal blamiert. Da habe ich ihm gesagt, weißt du, wenn es ums Blamieren geht, dann blamiere ich mich mit der Organisation! Ich will nicht allein, abseits stehen! Das ist ein leitender Bruder im Bethel Wiesbaden!

Was sind das für "Hirten der Herde"! Die kann doch kein vernünftiger Mensch ernst nehmen. Sie verlangen, bedingungslos an 1975 zu glauben und das von Haus zu Haus zu verkündigen. Und wenn es sich als Irreführung erweisen sollte, darin sollen alle wiederum bedingungslos bereit sein, sich mit der WTG als dem "treuen und verständigen Sklaven" vor aller Welt zu blamieren! Man fragt sich unwillkürlich, sind solche Menschen denn noch normal, die sich so im Namen Gottes vor die Öffentlichkeit stellen? Was kann man denn im Namen Gottes nur alles machen!

Des Nachdenkens wert ist die Begründung, die Konrad Franke für das Blamieren mit der Organisation gibt: Ich will nicht allein abseits stehen!
Das heißt, das Entscheidende sei der Zusammenhalt, die Gemeinschaft (nicht allein), die Organisation! Selbst um den Preis, daß diese Gemeinschaft sich öffentlich mit ihrer Weltendeverkündigung blamiert, also unglaubwürdig und lächerlich macht. Dann sollst also auch du unglaubwürdig und lächerlich herumlaufen!

Das ist doch eine Pervertierung und Entartung christlichen Gemeinschaftsdenkens in höchster Potenz! Das ist ein Mißbrauch christlichen Gemeinschaftsdenkens für immer wieder neue Falschverkündigungen im krassesten Widerspruch zur Schrift, wo es heißt: "Sei eifrig bestrebt, vor Gott als bewährt dazustehen, als ein Arbeiter, der sich seiner Arbeit nicht zu schämen braucht, da er das Wort der Wahrheit richtig darbietet. Mit wertlosen Geschwätzen dagegen sollst du nichts zu tun haben, denn solche Leute werden immer tiefer in die Gottesentfrerndung hineingeraten und ihr Gerede wird wie ein Krebsgeschwür um sich fressen." Paulus an Timotheus, 2. Brief 2:15-17.

Die WTG dagegen verlangt, daß du Unglaubwürdigkeit, Scham und Schande, also wertloses Geschwätz von vornherein einkalkulieren und hinterher als Blamage auf dich nehmen sollst! Das ist unglaublich! Und das nur, um in einer Gemeinschaft zu sein. Da kann man ja gleich in eine Gemeinschaft von Leichtgläubigen unter Führung von Gauklern und Scharlatanen gehen. Nur daß die WTG natürlich sehr wohl einen Zweck verfolgt.

Doch die Geschichte beweist, daß die Vorhersagen und Vorausberechnungen der Gesellschaft immer wieder zu einer Enttäuschung führten. Sie haben in all den Jahren, seit die Organisation besteht, nur von endzeitlichen Träumereien und Enttäuschungen gelebt. Das bestätigen alle "Beweise" zu den Endzeitberechnungen, die die Organisation gemacht hat. In der Broschüre "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" (1920) lesen wir:

"Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht und das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird. Gestützt auf diese Beweise ergibt sich der vernunftgemäße Schluß, daß Millionen von Menschen, die jetzt auf der Erde leben, im Jahre 1925 noch auf der Erde sein werden, somit müssen wir, gestützt auf die Verheißungen, die im Worte Gottes niedergelegt sind, zu dem positiven und unanfechtbaren Schluß kommen, daß Millionen jetzt (1920) lebender Menschen niemals sterben werden." So selbstsicher verkündete die leitende Körperschaft 1920 die Auferstehung der alten Fürsten, Harmagedon und den Wiederaufbau der in Harmagedon zertrümmerten Weltordnung sowie die Zusicherung, daß Millionen von Menschen, die damals im Jahre 1920 lebten, im Jahre 1925 Zeuge der Erfüllung dieser Wachtturmprophezeiungen sein würden. Aber nichts von alledem ging in Erfüllung. Es war ein weltweiter Trug.

All die Hoffenden wurden in ihren Erwartungen enttäuscht. Die WTG mußte 1932 im Buche "Rechtfertigung" II, S. 143, 332, zugeben: "Gottes Volk betonte die Wichtigkeit der Daten 1914, 1918 und 1925. Aber es traf nicht alles ein, was es vorausgesagt hatte. Jehovas Getreue wurden in ihren Erwartungen für die Jahre 1914, 1918 und 1925 enttäuscht und ihre Enttäuschung hielt eine Zeit lang an. Später lernten die Treuen, daß, obwohl jene Daten in der Heiligen Schrift in bestimmter Weise festgelegt sind, sie dennoch keine Daten mehr für die Zukunft festsetzen und nicht voraussagen sollten, was sich zu einem gewissen Zeitpunkt ereignen werde, sondern, daß sie sich auf Gottes Wort verlassen sollten, was die einzutreffenden Ereignisse anbetrifft, was sie auch tun." Die "Wichtigkeit der Daten 1914, 1918 und 1925" wurde betont? Das ist doch eine Schönfarberei und Verschleierung, eine Unehrlichkeit! Das Weltende wurde für diese Jahre verkündigt! Nun erhebt sich die Frage, täten der Präsident und die leitende Körperschaft das, was sie selber öffentlich schrieben? Denn die Enttäuschung war bestimmt noch im Jahre 1931 groß genug, als dieses geschrieben wurde. Nein, sie wurden erneut wortbrüchig.- Bis heute inzwischen mehrere Mal. Wer sind da die Treuen?
Fortsetzung folgt.

WIE "DIESE GENERATION" WIEDER VERGEHT UND DER ÜBERREST WEITER DAHINSTIRBT!
Der Fall des Br. Hermann Jakobeler. Ein Brief an CV aus Neubrandenburg
Neubrandenburg, den 10. 1. 1976
Liebe CV-Mitarbeiter
Ich erhalte regelmäßig Eure Briefe, es ist erstaunlich, mit welcher Gründlichkeit Ihr sie zusammenstellt. Ich weiß, daß hier in Neubrandenburg mehrere diese Briefe bekommen, aber ob sie sie lesen, das weiß ich nicht. Die leitenden Brüder haben uns ja davon abgeraten, aber ich lese sie trotzdem. Der Inhalt verrät nämlich, warum man das Lesen dieser Briefe verbietet, in diesen wird die Vergangenheit der WTG aufgedeckt, sowie Wahrheit und Irrtum gegenübergestellt. Wir haben hier in Neubrandenburg auch einiges, was mal aufgedeckt werden mußte, aber die Brüder, die es machen müßten, sind nämlich die Sündenböcke, und so bleibt alles beim alten. So wie es zur Zeit bei uns in der Versammlung aussieht, hat es lange nicht ausgesehen. Ich habe direkt Angst, daß wir uns gänzlich auseinanderleben. Es ist nur noch ein Abtasten, ein Vorsehen, ein Vorbeigehen. Statt Wärme zieht Kälte ein, statt Freude herrscht Zurückhaltung und Besinnlichkeit. Keiner wagt, den leitenden Brüdern Fragen zu stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen, weil jeder von uns weiß, wie die Antworten aussehen. Traurig, traurig, kann man dazu nur sagen. Wenn ich daran denke, wie schmerzlich man mit unserem Bruder Hermann Jakobler umgegangen ist, dann könnte man oft den Mut zum Versammlungsbesuch verlieren, aber dort wird ja Gottes Wort studiert, und das ist es, was uns allen neuen Auftrieb gibt. Wenn man bedenkt, wer bei uns der Versammlung vorsteht, dann könnten einem Zweifel aufkommen. Aber Gott wird sie richten, einen nach dem anderen. Man darf gar nicht mehr daran denken, was man Bruder Jakobler angetan hat. Wenn man daran denkt und unsere Diener vor sich sitzen sieht, dann sieht man in Gedanken schuldbeladene Brüder vor sich, die mit beigetragen haben, daß Bruder Jakobler heute schon im Grabe liegt . . . Bruder Jakobler starb an den Folgen einer total ruinierten Galle. Diese Krankheit ist in den letzten zwei Jahren derart in Erscheinung getreten, daß Bruder Jakobler nach und nach dahinsiechte. Er selbst hat uns nie anmerken lassen, worin seine Krankheit bestand und was ihn wirklich bedrückte. Er opferte sich bis zu dem Tage, als er an das Bett gefesselt wurde, unermüdlich für die Schafe auf. Sein ganzes Leben war so vom Geiste der Dienstbereitschaft erfüllt, daß er es gar nicht anders ausgehalten hätte, als bis zum Schluß im Werke des Herrn tätig zu sein. Mir ist bekannt, daß er zum Überrest gehörte, und so hätte er auch sein ganzes Leben und Wirken dahingehend angesehen. Sein Ziel, die himmlische Herrlichkeit zu erreichen, belebte ihn immer aufs neue. Ihm war kein Weg zu weit und kein Wetter zu schlecht, er war einfach für alle, die ihm am Herzen lagen, da. Aber die letzten zwei Jahre haben es doch merklich gezeigt, daß es weniger wurde, der Eifer war wohl da, aber etwas stand ihm im Wege, er hat sich niemals uns gegenüber darüber ausgesprochen, aber auf Umwegen haben wir es von seiner Frau erfahren. Seine Krankheit ist die Auswirkung von Sorgen um die Versammlung gewesen. Die Verhaltensweise einiger Brüder ihm gegenüber hat ihn so schwer getroffen, daß er daran nach und noch erkrankte und schließlich starb. Wenn ich jetzt nach seinem Tode mit Recht sage: Diese Brüder sind schuld daran, daß er frühzeitig gestorben ist, dann ist es nicht zuviel gesagt. Daß es so gewesen sein muß, das habe ich allerdings erst vor kurzem erfahren, das bestätigte das Verhalten der Frau von unserem Bruder Jakobler, kurz vor seinem Tode. Ich habe erfahren, daß sie nur die Geschwister noch an sein Krankenbett ließ, die mit ihm ein gutes Verhältnis hatten, einige Brüder und auch ihre Frauen wurden schon an der Tür abgewiesen. Hieran ist zu erkennen, wie tiefe Wunden die Behandlungsweise gewisser Brüder in die Herzen dieser beiden sonst immer aufgeschlossenen Geschwister gerissen hat. Es wäre vielleicht ratsam, wenn einer von den CV-Mitarbeitern mal zu der Schwester Jakobler fahren würde, damit man die Hintergründe, die zum Herzenskummer und schließlich zum Tod des Bruder Jakobler geführt haben, näher kennenlernt. Die Brüder hier bei uns werden ihre Schuld bestimmt nicht eingestehen, dazu müßten erst andere, Außenstehende kommen, die es aufdecken. Wenn ich so daran denke, was wir für Älteste in unserer Versammlung haben, dann frage ich mich, um weichen Preis war Bruder Jakobler schlechter. Ihm hatte man das Vorrecht Ältester zu sein, wahrscheinlich durch die Angaben der hiesigen Brüder bei der Gesellschaft, abgesprochen. Wer weiß, was sie dahin berichtet haben. Ich kann es jedenfalls nicht verstehen, was bei uns alles gemacht wird. Wenn man bedenkt. daß Bruder Jakobler ein Überrestglied war, dann muß man sich die Frage stellen, darf man eigentlich mit solchen Brüdern, die später einmal die Welt regieren, so verfahren? Wenn er wirklich etwas Schwerwiegendes getan hätte, was nach der heiligen Schrift geahndet werden müßte, dann hätte man ihm bestimmt die Gemeinschaft entzogen, aber das ist ja alles nicht geschehen. Ich denke mir, wenn man so einem Bruder wie Bruder Jakobler das Vorrecht verneint, Ältester zu sein, dann ist das eine Herabwürdigung im übelsten Sinne. Eine schlimmere Kränkung kann man wohl einem Überrestglied nicht antun. Ob sich die Brüder in unserer Versammlung wohl darüber schon klar geworden sind? Mir fällt eben der Apostel Paulus ein, wenn man bedenkt, mit welchen Lastern und Gefahren er zu kämpfen hatte, dann könnte man sagen, der taugt "weder zum Apostelamt noch zum Ältesten". Aber dennoch liebte und segnete ihn Jehova fortwährend. Der Apostel Paulus gibt in Römer 7:19 selber zu: "Das Gute, was ich tun will, das gelingt mir nicht, das Böse, was ich nicht tun will, das tue ich." Ich glaube, diese Worte sprechen eine deutliche Sprache. Diese Worte sollten sich unsere leitenden Brüder endlich mal hinter die Ohren schreiben, damit sie in Zukunft nicht noch einmal Blutschuld auf sich laden. Abschließend möchte ich Euch von der CV-Leitung bitten, über die wahren Begebenheiten etwas zu berichten, falls es Euch möglich ist. Jedenfalls war und bleibt in meinen Augen und in den Augen noch anderer Verkündiger unser verstorbener Bruder Hermann Jakobler ein wahrer Nachfolger Jesu, der sich seiner Krone nicht zu schämen braucht. Schämen sollen sich alle die, die zu seinem Tode beigetragen haben. Ich verabschiede mich mit der Hoffnung, meinen Brief in CV als warnendes Beispiel veröffentlicht wiederzusehen.
Eure Briefschreiberin, eine Schwester in Christo aus Neubrandenburg.

CV-Anmerkung:
Was bedeutet diese hier offenkundig werdende Verdrängung oder Fernhaltung der Überrestglieder vom Ältestenamt in biblischer Hinsicht?
Laut Jahrbuch 1976 gibt es:
38 256 Versammlungen mit etwa
150 000 Ältesten (pro Vers. durchschn. 3), aber
nur 10 550 Überrestglieder
In fast 30 000 Versammlungen gibt es also überhaupt keine Überrestglieder mehr. So leitet eine Mehrheit von etwa 140 000 anderen das Werk.

Es ist hochinteressant, wie diese anderen biblisch in Wirklichkeit eingeschätzt werden müssen!
Ein Ältester m u ß, an dem zuverlässigen Wort Gottes festhalten" (Titus 1:9)
Was ist dieses Wort? Es ist die "Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens" in "einem Leib, einem Geist zu e i n e r Hoffnung berufen", mit e i n e r Taufe getauft. (Eph. 4:1-6). Es ist das "Bürgertum im Himmel" und die Verurteilung dessen, die "Gedanken auf das Irdische" zu richten, als Feindschaft zum Kreuz Christi (Phil. 3:17-20). Es ist die Verurteilung ja die Verfluchung jedes "andersartigen Evangelismus" (Gal. 1:6-9).

Die Mehrheit jener etwa 140 000 "Ältesten", die die WTG da eingesetzt hat, sind also biblisch überhaupt keine rechtmäßigen Ältesten, weil sie zum "einen Leib" Christi gehören, nach die "eine Hoffnung" gelehrt bekommen haben, noch mit der "einen Taufe" (in den Tod- Christi) getauft sind. Sie wurden verführt über das hinauszugehen, was hier geschrieben steht (1. Kor. 4:6) und ihre Gedanken nicht auf die "himmlische Hoffnung", die eine, die es nur gibt, zu richten, sondern "auf das Irdische", das nun mit 1975 aufs neue als unglaubwürdig erwiesen ist. Kein "Irdischer" kann biblisch Ältester sein!

NOCH EINMAL DIE 1975-BEWEISE
Es häufen sich die Antworten von Zeugen Jehovas - wir wollen die Bewegründe dahingestellt sein lassen - zum WTG-Endzeitbankrott von 1975, das "Ende" sei niemals genau für 1975 verkündigt worden. Der Vorteil dieser Behauptung, die von der WTG nur genährt wird, besteht darin, daß jedermann zumindest in dieser Frage verunsichert bleibt und so veranlaßt, doch weiter auf die WTG zu hören. Auch ist nicht jedermann in der Lage. Die WTG-Literatur vor 10 Jahren einzusehen, um nachzuprüfen, was 1966/67 diesbezüglich in die Welt posaunt wurde. Hier sind die offiziellen Beweise dieser 1975-Verkündigung aus den "gedruckten Predigten" der WTG. Der "Startschuß" wurde auf den Bezirkskongressen 1966 in den USA gegeben. Er erfolgte mit der Freigabe des-Buches "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes".

Der WT-Bericht über die Freigabe dieses Buches sagt: "An allen Stellen, wo das Buch auf den Versammlungen abgegeben wurden wurde es mit Begeisterung entgegengenommen. Die Ausgabestände wurden von vielen umringt, und der Vorrat an Büchern war bald erschöpft. Sofort wurde der Inhalt untersucht. Es dauerte nicht sehr lange, bis man die Tabelle fand, die auf Seite 31 beginnt und zeigt, daß 6000 Jahre des Daseins des Menschen im Jahre 1975 enden. Erörterungen über dieses Jahr 1975 überschatteten nahezu alles andere. "Das neue Buch zwingt uns zu erkennen, daß Harmagedon tatsächlich wirklich sehr nahe ist", sagte ein Kongreßbesucher.
Das war bestimmt eine der hervorragenden Segnungen; die wir mit nach Hause nehmen konnten!". (Der Wachtturm, 1. Januar. 1967 dt. Nr. 1, S. 20).

Auf der Bezirksversammlung in Baltimore wurde zu diesem Termin folgendes verkündigt:
"Was bedeutet dieses Jahr 1975? Bedeutet es dieses oder jenes oder noch irgend etwas anderes? Die Tabelle… zeigt, daß 6000 Jahre menschlicher Geschichte im Jahre 1975, in ungefähr neun Jahren, enden werden. Was bedeutet das? Bedeutet es, daß Gottes Ruhetag 4026 v. u. Z. begann? Bruder Franz …ging ausführlich auf Einzelheiten ein und zeigte, wie begründet das Jahr 4026 v. u. Z. als Datum für den Anfang des Ruhetages Gottes ist. Was ist nun mit dem Jahre 1975? Was wird es bedeuten, liebe Freunde? fragte Bruder Franz. Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber ist und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden ist? Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich! …

Und möge auch niemand von euch sich irgendwie bestimmt äußern und etwas sagen, was zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1975 vor sich gehen soll."

"Wir wissen somit, daß unsere Befreiung, während wir uns dem Jahre 1975
nähern, umso näher rückt!"
(Der Wachtturm, 1. Januar 1967 dt. Nr. 1, S. 22/23).
Der Kerngedanke dieser Ausführungen ist die Begründung des Jahres 4026 v. u. Z. als Anfang des Ruhetages Gottes
und damit des Endes von 6000 Jahren seither im Jahre 1975u. Z. als Zeitpunkt für den Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi auf Erden und damit des Endes von Harmagedon. Im Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", S. 30/31 lautet die entscheidenden Verkündigungen dazu: "Gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie werden 6000 Jahre, von der Zeit der Erschaffung des Menschen an, mit dem Jahre 1975 enden, und die siebente Periode von eintausend Jahren Menschheitsgeschichte beginnt im Herbst des Jahres 1975 u. Z

Es würde sich nicht nur lediglich um Zufall oder Wahrscheinlichkeit handeln, sondern es würde gemäß dem liebenden Vorhaben Jehovas Gottes sein, daß die Herrschaft Jesu Christi, des 'Herrn über den Sabbat', parallel mit dem siebenten Millenium der Existenz des Menschen läuft."

Der Kerngedanke dessen ist, daß mit dem Ende der 6000 Jahre im Jahre 1975 die Tausendjahrherrschaft Christi beginnt, die Schlacht von Harmagedon und das Weltende also bereits überstanden sind.

Im WT vom 1. August 1968, dt. S. 462/63 wurden dann folgende Berechnung des 1975-Endtermins weltweit verkündigt:
"Der siebente Tag.
5 Gottes siebenter Tag und die Zeit, in der der Mensch auf der Erde ist, laufen demnach parallel. Um zu errechnen, wo wir im Hinblick auf Gottes siebenten Tag von 7000 Jahren im Strom der Zeit angelangt sind, müssen wir feststellen. wieviel Zeit seit dem Jahr der Erschaffung Adams und Evas, dem Jahr 4026 v. u. Z., vergangen ist. Vom Herbst dieses Jahres bis zum Herbst des Jahres 1 v. u. Z. vergingen 4025 Jahre. Vom Herbst des Jahres 1 v. u. Z. bis zum Herbst des Jahres 1 u. Z. verging ein Jahr (es gab kein Jahr null). Vorn Herbst des Jahres 1 u. Z. bis zum Herbst des Jahres 1967 vergingen insgesamt. 1966 Jahre. 4025 plus 1 plus 1966 ergibt 5992 Jahre für die Zeitspanne vom Herbst 4026 v. ü. Z. bis zum Herbst 1967.. Demnach fehlen noch acht Jahre, bis die 6000 Jahre des siebenten Tages voll sind. Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts, so kommen wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6000 Jahre des siebenten Tages oder des Ruhetages Gottes …

Wenn daher Christen anhand der göttlichen Zeittafel feststellen, daß das Ende der 6000 Jahre Menschheitsgeschichte bevorsteht, erfüllt sie das mit freudiger Erwartung … Einige Angehörige der Generation, die den Anfang der Zeit des Endes, im Jahre 1914, bewußt miterlebte, werden noch leben und Zeugen des Endes dieses gegenwärtigen bösen Systems der Dinge in der Schlacht von Harmagedon sein . . . Es dauert höchstens noch ein paar Jahre, bis sich der letzte Teil der biblischen Prophezeiung über diese "letzten Tage" erfüllen wird und die Menschen, die dann noch am Leben sind, durch die herrliche Tausendjahrherrschaft Christi befreit werden."

Von der Untergrund-Organisation der WTG in der DDR wurde auf Grund dieser 1975-Veröffentlichungen im Jahre 1969 eine Schrift mit dem Titel "Die Kürze der Zeit sollte deine Handlungen bestimmen" herausgegeben. Man bewahre sie sorgfältig als ein wichtiges Zeitdokument für die Haltlosigkeit der Endzeitverkündigung auf, denn die WTG zieht sie überall ein, wo sie davon erfährt, daß sie noch vorhanden ist. In dieser Schrift heißt es: "Es gibt heute keine Zweifel mehr darüber, daß 1975 sechstausend Jahre Menschheitsgeschichte abgelaufen sind. Es mag einige geben, die sich mit diesem Gedanken noch nicht abfinden können. Vielleicht haben sie Pläne geschmiedet, die weit über 1975 hinausgehen . . . Die Organisation, der Sklave, hat in den letzten zwei Jahren den Gedanken selbst über 1975 gegeben. Der Sklave hat nirgends gesagt, ich bin mir nicht sicher über das Jahr 1975. Allein in 163000 Büchern wird dieses Thema in Deutschland zur Diskussion gestellt und 2 Millionen Bücher in englisch . . . Die Organisation sagt in dem Buch S. 30 nicht, es könnte sein, sondern gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie werden 6000 Jahre mit 1975 enden. Zu der Frage, ob Harmagedon dann vorbei ist, oder ob der Angriff Gogs vorüber ist, heißt es dann, es könnte sein. Sagen wir nicht auch manchmal so, wenn ums einer so etwas fragt? Ja, es könnte sein, und meinen damit, es ist so. Wir wollen dann damit bezwecken, daß keine Sensation daraus wird. Daß der Sklave es so meinte, das können wir selbst nachlesen. Wird von dem Satan gesagt, es könnte. sein, daß er gebunden wird? Nein, es wird gesagt, er wird vor diesem Zeitpunkt gebunden sein . . . 1975 fängt die Sabbatruhe an. Somit ist es doch unmöglich, daß nach 1975 nach Harmagedon sein könnte! Wer hat denn dieses Stichwort 1975 gegeben? Der Sklave Und sagen wir von diesem Sklaven nicht, daß er uns die Speise zur. rechten Zeit austeilt? Er ist zur rechten Zeit von Jehovas Geist dazu veranlaßt worden, uns diese Dinge klarzumachen!"

WIE WILLST DU ES VOR GOTT UND MENSCHEN VERANTWORTEN, DICH, DEINE FAMILIE UND DEINE MITMENSCHEN WEITER MIT EINER BANKROTTEN ENDZEITVERKÜNDIGUNG HINZUHALTEN?
Was 1976 tun?
Liebe Leser
Die Zeit ist herbeigekommen. Das kann wirklich nur immer und immer wieder betont werden. Was kann man ernsthaft gegen all das einwenden, was auch in dieser CV-Ausgabe wieder dazu nachgewiesen ist? Wohl nichts. Natürlich gibt es einige, die bedenkenlos sagen, das sei alles gefälscht, die WTG-Zitate seien nicht echt, ja CV operiere mit falscher WTG-Literatur. Es ist bekannt, daß solche Reaktionen auf CV im WTG-Zweig- bzw. Ostbüro in Wiesbaden lieber registriert werden als alles andere. Weil das die "harte Stirn" anzeigt, die die WTG aller Kritik gegenüber haben will. Doch wer so reagiert, ist verantwortungslos, oder unzurechnungsfähig? Oder ist er über das Niveau der Unmündigkeit nicht hinausgekommen? Wenn aber Aufseher und Älteste, die in ihrer Untergundfunktion den ersten Zugang zu allem haben, also genau wissen, daß nichts gefälscht ist, wenn sie so reagieren, dann kann man nur noch an Jesus erinnern, als er sagte: "Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?"

Die Zeit ist herbeigekommen. Es wird alles offenbar. Das Studium aller Aufrichtigen sollte sich deshalb jetzt darauf konzentrieren, gründlich zu überprüfen, was bisher zeitlich geglaubt und verkündigt wurde. Es besteht eine große Verantwortung, jedem zu helfen, daß er das jetzt tun kann. Legt dazu CV furchtlos auf den Tisch! Sagt, daß man sich nicht Scheuklappen anlegen kann, wenn so etwas ringsherum verbreitet wird! Gebietet die Schrift nicht, "prüfet alles"? Stehen da die sich jetzt überall angesichts des 1975 Bankrotts erhebenden Fragen nicht an erster Stelle? Laß dir durch die Organisation den Kopf nicht in den Sand stecken! Fürchtet dabei weder den WTG-Gemeinschaftsentzug noch andere WTG-Sanktionen. Das geschieht doch nur im Namen Gottes und Christi, von Gott kann ein derartig haltloses, unglaubwürdiges Endzeitpredigen nicht sein. Verlangt viel mehr eine Änderung alles dessen, was da nicht zu verantworten ist. Doch bleibt dabei realistisch. Bei der Abhängigkeit, ja bei der Verquickung der WTG mit dem kapitalistischen Krisengeschehen für ihre weitere Endzeitfortführung, antikommunistisch, antisowjetisch und antisozial verkauft, wie eingangs dargelegt, wird die WTG ihr Weiterhinhalten nicht ändern. Der Bruch mit ihr, um in unmittelbare christliche Verantwortung vor Gott und Menschen zurückzukehren, wird daher früher oder später unvermeidlich. Fürchtet diesen Kampf des Glaubens daher nicht. Bleibt dabei besonnen, ruhig, gelassen, freundlich und langmütig.

Alle, die die Fähigkeit des "Hirtendienstes" haben, sollten vorangehen, entschlossen alle Aufrichtigen um sich zu scharen. Selbst wo erst zwei oder drei so im Namen Jesu versammelt sind, hat er verheißen, mitten darunter zu sein. Die WTG hat in unserem Land wie in der ganzen sozialistischen Welt mit ihren Endzeitkonstruktionen keine Perspektive mehr. Mit der neuen "die Menschen betreffenden Ordnung" des Sozialismus (l. Petr. 2:13) ist für alle Christen eine große Zäsur, ein großer Wendepunkt herbeigekommen. Indem dies alles geprüft und das Gute festgehalten wird, müssen sich auch Jehovas Zeugen neuorientieren. Dies kommt mit der Sicherheit einer Gesetzmäßigkeit auf alle zu, die nun in der sozialistischen "die Menschen betreffenden Ordnung" stehen. Gott läßt sich durch eine haltlose Endzeitverkündigung nicht spotten, was man sät, muß man ernten (Gal. 6:7), auch die WTG. Viele warten darauf, daß entschlossene Alteste ihre wahre christliche Verantwortung erkennen, den verantwortungslosen antikommunistisch-obrigkeitsfeindlichen Untergrund schriftwidriger WTG-Kriegslist verlassen (2. Kor. 4:2 NW), um freie Christen in freien Gemeinden zu werden. Die in unserem Land und anderen Ländern schon bestehenden WTG-freien Christengemeinden als Beispiel, Wegweiser und sich entwickelnde Gemeinschaften zeigen einen Weg. Faßt Mut!
In christlicher Verbundenheit Eure Brüder und Schwestern
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum,
DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Konto-Nr.: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera

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