Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 74

Die "Bauchschmerzen" der CV und der hinter ihr stehenden DDR-Kreise, kommen markant auch in dieser Ausgabe zum Ausdruck. Und man wird hinzufügen müssen. Trotz aller Anstrengungen, ist die DDR bis zum Ende ihrer Existenz diese "Bauchschmerzen" nie los geworden. Andernorts, beispielsweise in Rumänien gelang es, was auch der DDR vorschwebte. Die "Lokalisierung" der dortigen Zeugen Jehovas. Nicht jedoch in der DDR.

Die CV beklagt, in Zitierung einer WTG-Passage:
"… um die Zeugen gleichsam zu verschlingen, sie zu assimilieren und zu einer nationalen religiösen Einrichtung zu machen, wodurch sie von der weltweiten theokratischen Organisation der Zeugen Jehovas getrennt worden wären. Loyale Zeugen Jehovas haben eine solche von einem totalitären Staat kontrollierte Einrichtung abgelehnt". (WT 15. März 1975, S. 187, Abs. 18, dt.) Diese jüngste Auslassung der WTG soll die gesellschaftspolitische Richtlinie für Jehovas Zeugen auch nach "1975" in den sozialistischen Ländern wie wir sehen sein. Es ist die alte staatsfeindliche Grundlinie "Religion oder der totalitäre Staat" bzw. "Christentum oder Kommunismus". Die WTG hat also bis zur Stunde die Positionen des antikommunistischen kalten Krieges der 1940er und 1950er Jahre nicht verlassen, wie sie u. a. in "Erwachet" vom 8. Juni 1955 dt. mit dem Beitrag "Kommunismus oder Christentum . . . Beseitigung der roten Gefahr" dokumentiert und dem Verkündiger-zur Pflicht gemacht wurden. Die Untergrundtätigkeit soll also auch noch "1975" weitergehen."

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CV Christliche Verantwortung

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4: 12, 1. Kor. 14: 20 -
Begründet von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTGbedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 74 Gera September 1975

MIT "1975" NIMMT DIE WTG- KRITIK GANZ ANDERE DIMENSIONEN AN
NICHTS GEHT MEHR SO WEITER WIE BISHER
Liebe Leser
Es liegt, nun auf der Hand, Es gibt; keine "Zeit des Endes", keine "Zeichen der Zeit" und keine "Erfüllungen" im Sinne der endzeitlichen WT-Verkündigung. Die Gesamtschau der entscheidenden WT-Bibelauslegungen für einen Zeitraum von bereits etwa 200 Jahren bis heute, wie sie in der Sonderausgabe von "Christliche Verantwortung" (Nr. 73, August 1975) zum "Frühherbst des Jahres 1975" veröffentlicht wurde, macht das wie nie zuvor einsichtig. Noch nie gab es eine solche Übersicht.

Wie erste Äußerungen dazu besagen, hat CV damit den jetzt allein entscheidenden Gesichtspunkt ins Blickfeld gerückt. Nämlich, den, daß die Zeugen Jehovas in erster Linie Endzeitgemeinschaft sind. Daß ihre Glaubwürdigkeit nicht an irgendwelchen anderen Verkündigungen und Lehren gemessen werden darf, die sämtlich zweitrangig seien, sondern an diesen Endzeit-Bibelauslegungen. Denn aufrichtigen christlichen Glauben allgemein findet man auch in anderen Kirchen und Gemeinschaften. Für die Zeugen aber sei die Endzeit das Ausschlaggebende. Würde irgendeiner noch dabei sein, wenn es bei ihnen diese endzeitliche Ausrichtung nicht gäbe? Diese Frage ist in der Tat treffend.

Es ist natürlich elektrisierend, daß öffentlich nun der Nachweis auf der Hand liegt, daß dies alles unglaubwürdig ist. Das muß von den Stühlen emporreißen. Was will ein Verkündiger denn nun noch sagen, wenn ihm vorgehalten wird, wie man ihm glauben solle, wenn seine Gemeinschaft beispielsweise schon mehrere Endzeitbeginne (1799, 1874, 1914) verkündigt hat, fast ein halbes Dutzend Harmagedon-Zeitpunkte (1914, 1925, 1939/45, 1972, 1975), schon vier verschiedene Enden der 6000 Jahre (1872, 1874, 1972, 1975), daß doch schon Verschiebungen durch mehrere Generationen geschehen sind, daß Dutzende von "Zeichen der Zeit" und angeblichen "Erfüllungen", die als "Licht von Gott" den Menschen proklamiert wurden, wieder verworfen, vertuscht, verändert, ins Gegenteil verkehrt oder verschoben werden mußten? Das alles liegt nun dokumentiert vor. Was soll ein Verkündiger da noch machen? Den Kopf in den Sand stecken?

Es werden aber auch Schlußfolgerungen gezogen, die WTG Führung, die Leitende Körperschaft betreffend. Man hat bestimmte Dokumentierungen etwas näher betrachtet. Aus ihnen ist nämlich ersichtlich, daß die verantwortliche WTG Führung selbst genau wissen muß, wie haltlos ihre Endzeitbibelauslegung in Wirklichkeit ist. Die Geschicktheit der Formulierungen habe manchmal fast die Sprache verschlagen. Das kann doch nicht wahr sein, entfuhr es zu oft. Einige trauten ihren Augen nicht als sie alles überblickten.

Aber auch Empörung begann sich zu äußern. Die die Endzeitauslegung betreiben, sie verantworten und jedesmal als göttliche Wahrheit für alle Völker und Regierungen in Massenauflagen in die Welt posaunen, obwohl sie wissen müssen, daß sie das von keinem Gott erhalten, sondern immer wieder selbst fabrizieren und konstruieren, wie die vielen Ungereimtheiten, Irrtümer, Widersprüche, Verwerfungen, Veränderungen und Verschiebungen beweisen, die so etwas machen, seien falsche Propheten, wie es sie klassischer nicht gäbe. Sie säßen über der Bibel und handhabten sie wie Gaukler und Scharlatane, nur daß das kein Spaß ist, sondern zu oft bitterer und tödlicher Ernst, wie viele für diese "göttlichen Wahrheiten" gebrachten nunmehr sinnlosen Opfer beweisen. Die Forderung wird erhoben, aufzudecken, was die WTG in Wirklichkeit für Ziele und Zwecke verfolgt, wenn ihre Endzeit nur eine Konstruktion ist, die sie schon durch mehrere Generationen schiebt.

In der Tat, wer nicht oberflächlich und leichtgläubig ist, kann bei dem, was jetzt nachweislich ist, nicht mehr stillsitzen. Wie ist es möglich, daß wir das nicht vorher gemerkt haben? Wie konnten wir uns nur hinsetzen, und mit "Interessierten" jene WTG-Schriften begeistert "studiere" die uns auf 1975 orientierten? Wie konnten wir nur die vielen Ungereimtheiten, Irrtümer, Widersprüche, Verwerfungen, Umkehrungen, Verschwingungen, Veränderungen und Verschiebungen nicht bemerken? Wie konnten wir nur, wie konnten wir nur? Wer aufrichtig so fragt, und das werden immer mehr, wird die richtige Antwort und den richtigen Weg finden.

Eines ist klar. Wer vor 1975 noch gesagt hat, warten wir ab bis 1975, ehe wir über diese neue Endzeitfestsetzung befinden, das ist nun vorbei. Ein millionenfach an die Adresse aller Menschen, Völker, Nationen und Regierungen in die Welt posaunter falscher Endzeittermin zeugt nun unabweisbar gegen die WTG. Von nun an gelten ganz andere Dimensionen. Wir hoffen, daß diese CV-Ausgabe eine weitere Handreichung sein möge, sich der herbeigekommenen Zeit bewußt zu werden.
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5-21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Nach dem Endzeitzusammenbruch 1975 weiter antikommunistisch in religiös-politischem Untergrund? Wichtige Ältesten-Beratung. -
Es geht um das Geld der Verkündiger. -
Der Feigenbaum blüht nicht, die WTG-Endzeit ist ein Fehlschlag. Die ständige kritische WT-Prüfung. WT Nr. 6, 7, 8/1975 - Endzeit mit gutem Gewissen nicht mehr zu verkündigen. Was "1975" erfordert. -
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NACH DEM ENDZEITZUSAMMENBRUCH 1975 WEITER ANTIKOMMUNISTISCH IN RELIGIOS-POLITISCHEM UNTERGRUND?
Wichtige Ältesten-Beratung
"… um die Zeugen gleichsam zu verschlingen, sie zu assimilieren und zu einer nationalen religiösen Einrichtung zu machen, wodurch sie von der weltweiten theokratischen Organisation der Zeugen Jehovas getrennt worden wären. Loyale Zeugen Jehovas haben eine solche von einem totalitären Staat kontrollierte Einrichtung abgelehnt". (WT 15. März 1975, S. 187, Abs. 18, dt.) Diese jüngste Auslassung der WTG soll die gesellschaftspolitische Richtlinie für Jehovas Zeugen auch nach "1975" in den sozialistischen Ländern wie wir sehen - sein. Es ist die alte staatsfeindliche Grundlinie "Religion oder der totalitäre Staat" bzw. "Christentum oder Kommunismus". Die WTG hat also bis zur Stunde die Positionen des antikommunistischen kalten Krieges der 1940er und 1950er Jahre nicht verlassen, wie sie u. a. in "Erwachet" vom 8. Juni 1955 dt. mit dem Beitrag "Kommunismus oder Christentum . . . Beseitigung der roten Gefahr" dokumentiert und dem Verkündiger-zur Pflicht gemacht wurden. Die Untergrundtätigkeit soll also auch noch "1975" weitergehen.

Loyal ja, aber wem!
Prüfen wir die WT-Argumente. "1975" wird überhaupt nicht mehr erwähnt, geschweige denn, in Betracht gezogen. Da dieser falsche Endzeittermin aber von der WTG verbindlich in die Welt gesetzt wurde, muß alles vor diesem Hintergrund gesehen werden, sonst merken wir nicht, wie die WTG alles in eine weitere Generation verschiebt. Wohlan denn.

Es ist eine wissentlich falsche Behauptung, man wolle die Zeugen zu einer nationalen religiösen Einrichtung machen und sie von ihrer weltweiten . Organisation trennen. In der DDR z. B. haben zahlreiche weltweite Kirchen und Gemeinschaften ihre regionalen Zweige. Sie können gar nicht "verschlungen oder assimiliert" werden. Der WT malt hier einen Buhmann an die Wand, um ihr antikommunistisches "Feindbild" unter den Zeugen aufrechtzuerhalten, um sie weiter antikommunistisch mißbrauchen zu können.

Was "vom Staat abhängig" betrifft, so ist das übelste Brunnenvergiftung seitens der WTG. Es gibt überhaupt keine absolute Unabhängigkeit vom Staat. Zunächst ist jeder Christ schon selbst Staatsbürger mit allem, was daraus aus Rechten und Pflichten folgt. Sodann kann sich keine Kirche oder Religionsgemeinschaft unabhängig von der staatlichen Verfassung und den verbindlichen staatlichen Gesetzen gebärden. Andererseits hat der Staat das Recht, die Verfassungs- und Gesetzestreue von jedermann und jeder Organisation zu kontrollieren und gegebenenfalls sogar mit dem "Schwert" zu erzwingen. Wo kämen wir denn sonst hin. Und der religiöse Glaube selbst ist insofern vom Staat abhängig, als er ihn nicht verneinen, mißachten, mit "List" umgehen, sondern mit seinen Befugnissen als "obrigkeitliche Gewalt von Gott" in das religiöse Glaubensleben, ja bis ins Gebet einzubeziehen hat. (Römer 13:1-7, 1. Petr. 2:13, 1. Petr. 3:15, Titus 3:1,2, 1. Tim. 2:1,2, 2. Kor. 4:2 NW) Der Staat ist also in vollem Recht, wenn er beansprucht auch die Zeugen Jehovas als Gemeinschaft zu kontrollieren, ob sie Verfassung und Gesetze in ihrer Tätigkeit respektieren oder nicht, ob sie "Gutes" oder "Böses" tun, ob gar mit dem "Schwert" eingegriffen werden muß oder nicht. Der Apostel Paulus hat hier den sozialistischen Staat nicht ausgenommen.

Die WTG verlangt jedoch, daß Jehovas Zeugen dem "totalitären Staat", wie die sozialistischen Staaten in imperialistischem Jargon bezeichnet werden, jede Kontrolle verweigern sollen, andernfalls wären sie nicht "loyal". Loyal wem gegenüber ist doch hier zu fragen! Loyalität der Schrift, dem Worte Gottes gegenüber, verbietet solche Verweigerung, wie Paulus, Petrus und Titus zeigen. Man muß hier also unterscheiden lernen. Was die WTG hier betreibt, ist nicht Appell an schriftgemäße Loyalität, sondern eine skrupellose Ausnutzung der Abhängigkeit von der Organisation für die Fortsetzung Ihrer antikommunistischen Untergrundtätigkeit gegen den "totalitären Staat", gegen die sozialistischen Länder, wofür es keine schriftgemäße Begründung gibt. Was sie dazu zitiert, ist Bibelmißbrauch, denn die Apostel lehren nicht im Widerspruch zu Christus.

Warum trotz "1975" weiter im Untergrund?.
Warum aber sollen Jehovas Zeugen die "Kontrolle ablehnen", d. h. weiter schriftwidrig antikommunistisch in religiös-politischem Untergrund bleiben? Warum sollen sie nicht aufhören, "1975" vergessend, mit dem WTG-Antikommunismus in der Verkündigung gegen die "Obrigkeit" bzw. "die Menschen betreffende Ordnung" des Sozialismus vorzugehen?. Wir müssen hier einen schweren Verdacht erheben, wenn wir die Stellungnahmen der WTG selbst zu ihrer antikommunistischen Politik prüfen. Man lese: "Die Botschaft, die diese Schriften enthalten, hat nichts mit der Politik der Länder zu tun, in denen sie gedruckt werden. Jehovas Zeugen sind in politischen und militärischen Fragen neutral. Die Watch-Tower-Society hat es immer wieder abgelehnt, politische Propaganda in ihre Schriften aufzunehmen, obwohl ihr schon materielle Vorteile angeboten wurden, wenn sie dies täte". (WT 1. Jan. 1974, S. 31, dt.). Ja, das ist richtig zitiert! Ein einziges Beispiel, das für viele steht, soll die Frechheit und Skrupellosigkeit dieser Neutralitatsbehauptung beweisen. In dem zitierten "Erwachet"-Artikel vom 8. Juni 1955 heißt es für Jehovas Zeugen nach wie vor gültig: "Heute bedroht der mächtige Kommunismus alle Völker . . . seine Macht und Gewalt von niemande anderem als vom Drachen, Satan dem Teufel . . . Jehovas Zeugen stellen mit der Bibel den Kommunismus als eine eitle Hoffnung bloß … Distanzieren Sie sich vom Kommunismus". Bücher kann man inzwischen mit solcher antikommunistischen politischen Propaganda in der WT-Verkündigung vollschreiben! Der Sachverhalt beweist also, daß die WTG es nicht abgelehnt hat, politische Propaganda in ihre Schriften aufzunehmen. Die materiellen Vorteile sollen uns hier nicht interessieren. Es erhebt sich vielmehr die Frage, wer diejenigen sind, die "immer wieder" an die WTG herantreten oder herangetreten sind, um sie dazu zu veranlassen. Wer hat das Interesse daran, daß die Massenmedien der WTG, ihre Zeitschriften, Bücher und Broschüren in politischer Hinsicht antikommunistisch ausgerichtet bleiben? Es erhebt sich der schwere Verdacht, daß hier amerikanische Nachrichten- bzw. Geheimdienste eine entscheidende Rolle spielen.

Sehen wir zuerst einige veröffentlichte Fakten über die Rolle der amerikanischen Geheimdienste CIA, FBI u. a. im Hinblick auf Kirchen und Religionsgemeinschaften. Die BRD-Zeitschrift "Junge Kirche", Dortmund, berichtete am 10. März 1967 z. B. von "antikommunistischen Programmen des CIA nicht nur an den Universitäten, sondern auch in den Gewerkschaften, Stiftungen, im Verlagswesen". Nach einer Veröffentlichung der "New York Times" in diesem Zusammenhang stand auf der CIA-Bestechungsliste auch die amerikanische "Christliche Vereinigung Junger Frauen" (ND 5. 3. 67). In der USA-Zeitschrift "Political Affairs" vom Mai 1975 wird schließlich berichtet: "1967 wurden die geheimen Verbindungen der CIA mit gewissen Stiftungen, Verlagen und anderen Körperschaften aufgedeckt". "Die CIA war immer daran interessiert, Dissidenten in Osteuropa und in der Sowjetunion anzusprechen und zu ermutigen". Die größte CIA-Abteilung ist der "Untergrunddienst". "Ein früherer CIA-Agent, Stuard H. Loory, enthüllte, daß der Geheimdienst massiv die Massenmedien der Vereinigten Staaten infiltriert hat … einschließlich den Christen Science Monitor" (christliche Presse). "Die Organisationen der CIA, des FBI und ähnlicher Geheimdienste" - es werden u. a. noch "Armee, Marine Corps und die Geheimdienste der Flotte und Luftwaffe" genannt - trügen die Verantwortung "für die schmutzige Zersetzung der Volksbewegungen im Land und für die Unterminierung von Regierungen im Ausland". (Die CIA Instrument der US-Außenpolitik, Einheit 8/1975, S. 952 ff Berlin).

Die "Süddeutsche Zeitung", München, BRD, berichtet am 11. Sept. 1974 über die Religionsgemeinschaft der Mormonen in den USA: "Ein besonderes Lieblingsgebiet der Absolventen der Mormonen-Universität sind die Justiz und Polizeibehörden, vor allem die FBI und der CIA." Ein bekannter Mormone, W. C. Skouson, zugleich prominentes Mitglied der rechtsradikalen John-Birch-Society, ehemaliger FBI-Agent", sei Autor "so bedeutender rechtsextremistischer Lehrbücher wie 'Der nackte Kommunist', 'Der rote Angriff auf die Polizei'." Der. mögliche neue Präsident der Mormonen, E. T. Benson, USA, sprach von "unserem Kampf gegen den schleichenden Sozialismus und gottlosen Kommunismus" und von den "Sklaven hinter dem Eisernen Vorhang". - Wenn wir nun die antikommunistische politische Propaganda in den WT-Schriften zum Vergleich heranziehen, so gibt es grundsätzlich keinen Unterschied, zu diesen CIA- bzw. FBI-Inspirationen. Soll man davor die Augen verschließen? Soll man das nicht sehen?

Schauen wir uns nun eine Reihe von Fakten an über die geheimdienstliche bzw. nachrichtendienstliche Verwicklung der WTG, der Watch-Tower-Society.
1917 unterhielt WTG-Präsident J. F. Rutherford persönliche Beziehungen zu US-General J. F. Beil in Sachen der geplanten Änderung des USA-Spionagegesetzes (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 79).
"Im Februar 1918 leitete der geheime Armee-Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten eine Untersuchung ein über die Zentrale der Watch Tower Society in Brooklyn". Ein Funkgerät für Verbindung mit Deutschland wurde beschlagnahmt (WT 15. Juni 1955 dt.) Die Sache wurde dann niedergeschlagen (Jahrbuch 1973, S. 107. dt.).

1936 wurden die Berichte für die WTG aus Hitlerdeutschland über den Nachrichtendienst des USA-Konsulats in Berlin nach der Schweiz geleitet (Jehovas Zeugen. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft, S. 142). 1947 verhandelte die WTG mit dem USA-Militärnachrichtendienst in Wiesbaden, um die amerikanische "Militärpost" zu nutzen.

N. H. Knorr, M. G. Henschel und H. C. Covington wurden unter USA-Regierungskontrolle in einem Hotel für US-Heeresoffiziere untergebracht (WT 1. 2. 48 dt.) (WT 15. 2. 48 dt.) 1949 wurde die WTG offensichtlich provokatorisch in einem Memorandum des US-Marine Corps als "mit dem Kommunismus verbunden" bezichtigt. Die Folge war zur eigenen "Rechtfertigung" ein internationales Aufleben des WTG-Antikommunismus (WT 1. 11. 50 dt.)

Der ständige Vertreter der WTG beim US-State Department in Washington (Außenministerium und Leitstelle für die US-Geheimdienste) ist 1964 Anton Koerber, (Erwachet 8. 11. 1964 dt.)

Auffällig wurde im WT vom 1. März 1975 dt. der antikommunistische Bericht einer ehemaligen Angehörigen der amerikanischen revolutionären Negerbewegung "Black Panther" veröffentlicht, die zu den Zeugen überging. Das fällt zusammen mit der Tatsache, wie die zitierte US-Zeitschrift "Political Affairs" vom Mai 1975 berichtet, daß der "FBI neue Spionageabwehrbemühungen" unternimmt, um insbesondere die "nationalistischen afroamerikanischen Organisationen und Gruppierungen, wie Black Panther, ihre Führung, ihre Sprecher, ihre Mitglieder und ihre Helfer bloßzustellen, zu spalten, irrezuführen oder zu neutralisierend ähnlich wie der CIA im Ausland. (Einheit 8/1975, S. 930, Berlin).
Der genannte WT-Artikel vom 1. März 1975 ist genau darauf abgestimmt, die Black Panther bloßzustellen, zu spalten, zu irritieren oder zu neutralisieren". Wer von den Zeugen liest jedoch die genannten anderen Zeitschriften, um zu sehen und sich zu vergewissern? Wohl niemand. Und die WTG hütet sich, entsprechend hinzuweisen.

Wenn wir diese Hintergründe von Antikommunismus und Untergrundtätigkeit allgemein und auf religiösem Gebiet sehen, wenn wir dazu die WTG-Verstrickungen mit US-Nachrichtendiensten sehen, und wenn man dann die WT-Forderung liest, in den sozialistischen Ländern unter Mißachtung der klaren Aussagen der Schrift jede staatliche Kontrolle weiter "abzulehnen", um untergrund antikommunistisch weiterzuarbeiten, muß man da nicht stutzig werden? Sagte Jesus nicht, daß man an den Früchten alles erkennen kann? (Matth. 7:16). Es erhebt sich in der Tat der schwere Verdacht, daß die unnachgiebige Fortsetzung von WT-Antikommunismus und WT-Untergrundtätigkeit, auch wenn der ganzen Welt 1975 wieder ein falsches Ende verkündigt wurde, letztlich auch auf US-Geheimdiensteinfluß in der Leitenden Körperschaft der WTG in Brooklyn zurückgeführt werden muß. Die Schrift verlangt das von uns nicht.

Von WTG-Abhängigkeit freimachen
Niemand darf sich mit der WTG-Politik länger schuldig machen, weder an der eigenen Familie noch an den Mitmenschen. Nach Lage der Dinge ' jedoch wird die WTG ihre Politik wohl kaum ändern, man muß die Änderung selbst vollziehen. Der Endzeitzusammenbruch mit 1975 kann das jedem nur erleichtern. Ist doch damit vor aller Welt offenbar, wie bedauernswert nun dasteht, wer das geglaubt hat, während es für die WTG erwiesenermaßen nur ein Verkündigungsantrieb war, aus absinkenden-Zahlen wieder herauszukommen (Jahrbuch 1975. S. 240 dt.) Wie wir nun sehen können sind es neben der Eigendynamik des aufgebauten riesigen Druckereibetriebes, den man nicht einfach anhalten kann, offensichtlich auch die politischen Zwänge, diesen aufgebauten Massenbeeinflussungsapparat zweckmäßig immer weiter zu nutzen, so daß die WTG anstatt ihren endzeitlichen Bankrott zu erklären und abzutreten, alles immer wieder auf eine weitere Generation umändert und verschiebt.

Nach der Lage der Dinge stehen wir also vor der Notwendigkeit, der WTG die Loyalität aufzukündigen, weil dies keine schriftgemäße Loyalität ist. Zwischen der Loyalität gegenüber Gott und der WTG ist zu unterscheiden. Die Endzeitschau, unter der die WTG alles im Namen Gottes zusammenhält, ist mit "1975" wieder als haltlos und unglaubwürdig erwiesen, eine nunmehr auch allzu durchsichtige Unterbringungsmöglichkeit für die politischen Ambitionen antikommunistischer Art. Die Hauptverantwortung für die nun erforderliche Entscheidung und Führung tragen die Ältesten überall. Den Gemeinden der Hebräer schrieb der Apostel: " . . . eure Vorsteher . . . denn s i e wachen über eure Seelen, um einst Rechenschaft darüber abzulegen" (Hebr. 13:16,17) ' Sie müssen handeln, wenn sie nicht als schuldig zur Rechenschaft gezogen werden wollen.
F. F.

ES GEHT UM DAS GELD DER VERKÜNDIGER
Wir appellieren an die Vernunft der verschiedenen Aufseher und Ältesten, verantwortungsvoll zu handeln. Ihr seid es, die große Verantwortung tragen. Jede Summe Geld, die über die Grenze der DDR geschmuggelt wird, habt Ihr zu verantworten. Ihr Bezirksaufseher gebt an die Kreisaufseher die Anweisungen. Ihr Kreisaufseher gebt die Anweisungen u. a. auch an gewisse "Wohnblockdiener", und solche horten das Geld, die "gute Hoffnung", und halten es ständig bereit.

Nun einige ernste Worte an die Kuriere, die das Geld zu transportieren haben. Lehnt diesen gesetzwidrigen Schmuggel ab, macht Euch nicht strafbar. In der Schrift ist es nach Matth. 22:15-22 Christenpflicht, den Finanzgesetzen des Staates in jedem Fall gehorsam zu sein, wenn geschrieben steht, "gebt dem Cäsar, was des Cäsars ist". In seinen Obrigkeitsweisungen erläutert der Apostel Paulus in Römer 13:7 das mit den Worten, "lasset allen zukommen, was ihr ihnen schuldig seid, Steuern dem, dem die Steuer gebührt, Zoll dem, dem der Zoll zukommt." Daraus folgt unbestritten, daß die Christen die staatliche Gesetzgebung auch in .geldlicher Hinsicht in jedem Lande korrekt zu befolgen haben. Sei es im Devisenverkehr, Geldein- und -ausfuhrbestimmungen, Steuer- oder Zollgesetze für Waren oder Werte.

Immer wieder taucht die Frage auf, was mit dem Geld der "guten Hoffnung" (GH) geschieht. Würde manchem bekannt, wieviel Geld allein monatlich zusammenkommt, er würde sich sehr darüber wundern, daß seine Organisation niemals eine offene Hand, kein barmherzig Herz für notleidende Geschwister hat. Mancher Aufseher glaubt von sich aus richtig zu handeln, wenn er von dem reichlich vorhandenen Geld dem Bedürftigen in der Versammlung, sei es für einige Zentner Kohlen oder für Notfälle, eine kleine Geldspende zukommen ließ. Kam dieser Liebesdienst aber vor die Ohren der Aufseher im Bethel, was doch "Haus Gottes" heißt, dann war was los, dann mußte er mindestens einen Verweis einstecken und sich rüffeln lassen.

Anders war es z. B. bei Kreisdienern. Sie erhielten einige 100 Mark, auch gefälschte Personalausweise, und im Falle ihrer Verhaftung finanzielle Unterstützung, die der Frau gezahlt wurde.

Nur eine kaltherzige, unbarmherzige Organisationsleitung konnte sich andererseits äußern: "Wir sind doch kein Wohltätigkeitsverein, keine Unterstützungsorganisation!". Die WTG hat. es kaum jemals interessiert, wovon und wie der einzelne kleine Verkündiger lebt. Um so lebhafter war das Interesse, von ihm zu erfahren, ob er auch nicht versäume, regelmäßig, wenn möglich auch recht viel, mit Geld seinen Beitrag der Organisation zu leisten. Die "Spendenfreudigkeit" wird deshalb von der WTG mit Argus-Augen beobachtet.

Bei jedem Kongreß, in jedem WT, in jeder Weisung vom Bethel kommt immer wieder zum Ausdruck, "bald" komme Harmagedon, immer wieder, jahraus, jahrein. Unter dieser Erwartung ist es auch nicht verwunderlich, wenn dann viele Zeugen in primitiven Verhältnissen leben und nichts Besonderes tun, um es zu ändern, wie sie auch anderen keineswegs zu predigen haben, die Verhältnisse zu verbessern. Gar selbstlos geben sie ihr Geld. der Organisation, und je dürftiger die Lage ist, aus der sie das tun, desto größer wird mitunter das Angewiesensein auf den Trost der Organisation. So schließt sich auch hier der Kreis.

Die WTG verkündigt die sensationelle Botschaft vom bereits aufgerichteten Königreich Gottes. Da der Termin 1975 dabei aufgestellt wurde, um seit 1966/67 aus rückläufigen Zahlen herauszukommen (Jahrbuch 1975, S. 240), wird sichtbar, welche bedeutende Rolle die jährliche Literaturverbreitung für die WTG spielt, was letztlich finanzielle Interessen zum Ausdruck bringt. Um der Verkündigung willen brauchte man nicht jedes Jahr neue Bücher, die kaum etwas Neues bringen.

Andererseits ist die Literatur auch ein geeignetes Mittel, in beliebigen Ländern Drangsale oder gar Verfolgungen herbeizuführen, um "Prophezeiungen" zu "erfüllen". Die WTG-Geschichte ist in der Tat durch gar viele Beispiele eines entsprechend herausfordernden Vorgehens gekennzeichnet, religiös und politisch, vorsätzlich, bewußt und willkürlich inszeniert, Gesetzesverletzungen durch Schmuggel und Devisenvergehen nicht ausgeschlossen.

Wie viele Brüder In aufopferungsvollem Dienst ihre Gesundheit, Ihre Freizeit und oft all ihren Besitz verlieren, das hat die WTG noch nie sonderlich bewegt. Das sind sozusagen die kalkulierten Risiken der Organisation. Ganz zu schweigen von persönlichen und familiären Schwierigkeiten, den schwersten Gewissensnöten, in die viele durch die Anweisungen der Gesellschaft gebracht wurden. Wie viele haben alles geopfert, Gesundheit, Arbeit, Geld und sterben verlassen, ohne Mitleid und Teilnahme, nach jahrelanger Qual verlassen und einsam. Es sind unsere Nächsten, denke daran. Ja liebe Brüder und Schwestern, im tatsächlichen Leben sieht vieles ganz anders aus, als es die WT-Brille des "geistigen Paradieses" hinstellt. Durch den Dienst neben dem Beruf werden Haushalt und Familie zu oft vernachlässigt. Notwendigste persönliche Bedürfnisse werden hintenan gestellt, ja man bringt kaum Verständnis dafür auf. Der dauernden Höchstbelastung, Jahr um Jahr sind die meisten überhaupt nicht gewachsen. Es kommt zu Streitigkeiten, Entzweiungen, ja oft zu vollständigen Zerwürfnissen mit den Kindern und mit den Ehepartnern. Wieviele Familien unter den ständigen WTG-Forderungen nach Höchstzahlen leiden, unter der ständigen WTG-Hochspannung einerseits und Untergrundbelastung andererseits, unter dem Gewissenszwang zur Gesetzesverletzung - du darfst es nicht einmal kritisieren. Alles ist dem WTG-Dienstinteresse untergeordnet, dessen Blöße mit 1975 nun wieder offenbar wird. Erträgst du das nicht, wirst du wegen Ungehorsam ausgeschlossen.

Anspruch und Wahrheit der WTG klaffen weit auseinander, im Grunde fühlst du das selbst schon. Die Vermessenheit des "allein in der Wahrheit" regiert, versteckte Herzen treiben Anmaßung im Namen Jehovas, indem sie - obwohl sie in jeder Hinsicht unvollkommen, fehlbar und sündhaft sind alle Kritik unterdrücken.

Habt ihr euch noch keine Gedanken darüber gemacht, daß die WTG niemals Rechenschaft darüber ablegt, wieviel Geld auf die verschiedene Weise eingenommen wird? Durch Spenden, Literaturumsatz oder Zuwendungen durch Gönner und andere Interessenten? Diese Geheimhaltung hat doch ihren Sinn. Disqualifiziert die WTG sich hier gleichsam zu einem kapitalistischen Konzern und seinen Profitverschleierungen, was die Methoden betrifft, so ist es jedoch unmittelbar gefährlich ihr zu folgen, was die Verletzung von Recht und Gesetz durch Geldschmuggel aus unserem Lande betrifft. Es ist in zweifacher Hinsicht gefährlich. Es ist eine Abstumpfung und Korrumpierung des christlichen Gewissens, für das am Ende nur noch ein Fetzen Papier, ist was in Matth. 22:15-22 und Römer 13:7 geschrieben steht, was man zwar noch immer auf den Lippen hat, auch vor den Zollkontrollen, die jedoch bedenkenlos angelogen werden.

Neben dieser Schande auf Bibel und Gott durch täuschende fromme Worte ist die andere Seite der Gefährlichkeit die Strafbarkeit der Sache. Das Gesetz zur Regelung des innerdeutschen Zahlungsverkehrs vom 15. Dez. 1950, Gesetzblatt der DDR Nr. 141, 22. Dez. 1950, und die Geldverkehrsordnung vom 20. 9. 1961, Gesetzblatt der DDR Nr. 69/1961 und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen verbieten die Geldausfuhr unter Umgehung staatlicher Kontrolle. Dies gilt für jeden Bürger der DDR, für jede Gemeinschaft, Kirche, Vereinigung, gesellschaftliche Organisation, Partei oder sonstige Institution. Wer diese Gesetze verletzt, ob Christ oder nicht, handelt kriminell. Da dies im Fall der Zeugen Jehovas unter WTG-Anleitung organisiert geschieht, auf der Grundlage antikommunistischer Staatsfeindschaft, nimmt diese Organisation kriminellen Charakter an. Ja, es ist viel zu überwinden.

Die kriminelle Verletzung der Finanzgesetze unseres Landes vor dem Hintergrund des WTG-Antikommunismus, der von der WTG befohlenen Untergrundtätigkeit und "1975" ist mehr als hinreichend Grund und Anlaß, Anspruch und Wahrheit der WTG ernsthaft zu überprüfen. Dabei muß man der Situation ins Auge schauen, daß dies die Fundamente berührt, weil es um die Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Glaubhaftigkeit des Christseins geht, von dem ausgehend man sich jetzt neu entscheiden muß.
W. D.

DER FEIGENBAUM BLÜHT NICHT, DIE WTG-ENDZEIT IST EIN FEHLSCHLAG
Die ständige kritische WT-Prüfung
Der Wachtturm, 15. März 1975, Nr. 6
"Ein Gedenkabend"
Nebenartikel
Es ist der jährliche Gedächtnismahl-Artikel. Er lenkt unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Irrtümer und Fragwürdigkeiten, von der WTG damit verbunden. So gibt es keine stichhaltige biblische Begründung, für die Nachfolger Jesu seit 2000 Jahren aus der ganzen Menschheit die Anzahl 144000 buchstäblich zu nehmen. Auch ist jede "irdische Hoffnung" als Evangelium unchristlich (Phil. 3:17-19). Dann ist die "Marterpfahl"-Frage nur eine Frage des Begriffs ohne entscheidende inhaltliche Bedeutung. Die Verächtlichmachung des Kreuzes und damit verbundene Diskriminierung widerspricht Titus 3:2, "niemanden zu schmähen". Hat die WTG bis 1931 z. B. nicht selbst das Kreuz Christi verkündet, wie "Kreuz und Krone" über 70 Jahre lang auf dem WT demonstrierten? War man deswegen kein Christ? Zählen Begriffe und Holzformen mehr als die Beweggründe des Herzens?

"Der praktische Kodex". "Das Übersetzen der Bibel, eine gefährliche Aufgabe"
Nebenartikel
An den Anfang stellt die WTG hier geschickt ihre eigene jährliche Flut von Büchern. Die historischen Sachverhalte um die Bibel bezeugen in Wahrheit, daß es auch unabhängig von der WTG wahres Christentum gab und gibt. Wenn es z. B. heißt, was Wyclif, Tyndale, Morrison u. a. taten, "war im Einklang mit Gottes Willen", dann ist damit nur bestätigt, daß auch die Gründer des Protestantismus aufrichtige Christen waren. Sehr zum Nachdenken.

"Das Werk des Jüngermachens in Frankreich wird beschleunigt"
Nebenartikel
Frankreich habe 57 000 Verkündiger, und es werden Gebiete mit Millionen Menschen im Lande genannt, die noch nicht erreicht wurden. Im Jahre 1975! Der Frankreich-Artikel soll weiteres fleißiges Verkünden bewirken. Von einem Ende 1975 ist keine Rede mehr. Man sehe zwar "den Tag herannahen" und "Jehova werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit", damit hat es sich aber. "Sah" man das nicht schon immer? Und "Jehova - zu seiner eigenen Zeit" ist auch schon eine alte Hinhalteformel. "Die Aussichten auf weitere Mehrung sind gut", ist dazu die Orientierung.

"Wer wird das Zeichen des Sohnes des Menschen sehen?"
Nebenartikel
Eine deutliche Widerspiegelung, wie die Endzeit weiter verschoben wird. Wenn bis vor kurzem noch zu glauben war, die "Drangsal" begann 1914 und wurde 1918 "verkürzt", so soll jetzt geglaubt werden, der "erste Abschnitt jener Drangsal wird die Vernichtung Groß-Babylons sein", kommt also erst noch! Dann, danach, kämen die "übrigen Bestandteile dieser Welt" an die Reihe, und erst danach werde "verkürzt"! Damit ist alles seit 1914 um über 60 Jahre, gleich um zwei Generationen verschoben! Sodann: Sich alles zweimal erfüllen zu lassen, aber zu behaupten, "sogleich nach der Drangsal" würde sich "nur einmal erfüllen", ist nichts weiter als Vertuschung der zwangsläufig auftretenden Verschiebungswidersprüche. Zum Schluß wird getröstet, "noch in unserer Generation". Noch? Leben aber nicht zugleich immer mehrere Generationen, die sich überschneiden? So kann immer geschickt weiter verschoben werden.

"Unversehrt bleiben, während Tausende fallen"
Hauptartikel
Es geht um Psalm 91:7, "tausend werden fallen an deiner Seite, aber…". Der WT vom 1. Juli 1955, Nr. 13, S. 400, verkündete der Welt, dies erfülle sich in Harmagedon: "In Harmagedon…wird (Jehova) sich einen Namen machen und gottergebenen Menschen Befreiung bringen. Der Psalmist sagt: Tausend werden fallen an deiner Seite… und sehen wirst du … die Vergeltung der Gesetzlosen". Jetzt verkündet der WT der Welt, das beziehe sich nicht auf Harmagedon! Die da "fallen",fallen schon eine ganze Weile! Es seien die "Angehörigen der Christenheit und des Judentums". Sie "fallen dem geistigen Tod zum Opfer", früher, jetzt, laufend! (S. 181, Abs. 26). - Es geht um den schrittweisen, möglichst unbemerkten Abbau der bisherigen Harmagedonvorstellungen in allen Köpfen, um ihre Weiterverschiebung.

"Warum es sich lohnt, unter Gottes Schutz zu stehen"
Hauptartikel
Drei Kerngedanken treten hervor. Unverfroren erklärt der WT, was durch die WTG geschehe, sei "eine übermenschliche Führung", was sie seit 1922 "auszugießen" begann, "muß von Engeln gelenkt und beschützt worden sein". Es gibt angesichts der WT-Irrungen und Wirrungen allein seit 1922 nicht den geringsten Beweis für diese Erklärung. Zweitens, im Hinblick auf die sozialistischen Länder soll es keine Normalisierung geben. Jehovas Zeugen sollen hier weiter dazu beitragen, einen religiös-politischen Untergrund aufrechtzuerhalten. Es heißt: "Loyale Zeugen Jehovas haben eine von einem totalitären Staat kontrollierte Einrichtung abgelehnt" (Abs. 18), und hätten das damit weiter zu tun. Das auch in Römer 13:1-3 begründete allgemeine staatliche Kontrollrecht wird also den sozialistischen Staaten gegenüber gezielt verweigert. Die WTG will hier keine Normalisierung. Drittens, in einer Art "Flucht nach vorn" wird das 1975-Ende weiter aus den Köpfen vertrieben: "Heute, in dem kritischen Jahr 1975 hat sich der Höchste, Gott, einen Namen gemacht, nicht durch Christenheit und Judentum, sondern durch Jehovas christliche Zeugen", die "auf unabsehbare Zeit wandeln, ja immerdar". Das. der Welt verkündete falsche 1975 Ende wird einfach in einen Sieg für Gott und die Zeugen umgedreht. "Jehova wird sich freuen". Was die WTG alles vorgibt zu wissen!

Der Wachtturm, 1. April 1975, Nr. 7
"Warum wird das Leben immer teurer?"
Nebenartikel
"Unser Land und die übrige industrialisierte Welt scheint am Rande des Bankrotts und des wirtschaftlichen Zusammenbruchs dahinzuschwanken", zitiert der WT die New York Times, USA. Die sozialistische Welt wird einfach mit vereinnahmt. Sie wird einfach ignoriert. In den sozialistischen Ländern ernsthaft mit solchen Zitaten herumlaufen? Haben wir hier die Millionen Arbeitslosen z. B.? Mit solchen WT-Argumenten hier herumlaufen ist darum politische Entstellung unserer Verhältnisse. Das kann doch nur, wer keine Übersicht hat oder bedauerlich unzurechnungsfähig ist.

"Zeigst du Wertschätzung?"
Nebenartikel
Ein Artikel, die guten Grundsätze der Bibel für das tägliche Leben wertzuschätzen. So weit so gut, wenn man nicht wüßte, daß es der WTG jetzt darauf ankommt, die Sinne mit allem zu erfüllen, was hilft, die 19757-Endzeit wieder zu verdrängen. Die Organisation ist in erster Linie eine Endzeitgemeinschaft. Alles andere praktizieren andere Kirchen und Gemeinschaften auch und oftmals viel besser.

"Gottes Dinge wertschätzen"
Hauptartikel
Der Jahresbericht 1974 mit üblichem Kommentar. Der Artikel zuvor dient der Einstimmung. Es geht in Wirklichkeit um die "Wertschätzung des nun durch 1975 tödlich angeschlagenen Verkündigungswerkes als "Gottes Dinge". Wir wollen die Verschiebungen, die auch hier hervorlugen (die "Drangsal" kommt erst noch, Abs. 12), übergehen. Was ist das Ergebnis der weltweiten Anstrengungen 1974? Es wurden zwar 297 872 Personen getauft, aber, es waren nur 224 040 Verkündiger mehr. Bei der natürlichen Sterbequote von 1 Prozent ergibt sich ein bleibenden Verlust von etwa 57 200 Personen, die 1974 der Organisation wieder den Rücken gekehrt haben! Wir können also feststellen, daß sich das Werk nur noch unter einem "Menschenverschleiß", der in die Zehntausende geht, mühsam dahinwälzt.

"Wirst du das 'Kommen' Christi erleben?"
Nebenartikel
Dieses 'Kommen' wird hier auf Harmagedon bezogen, wovon man "weder Tag noch Stunde" wissen könne. Aber auch seit 1914 soll Christus bekanntlich schon "gekommen" sein, seither "gegenwärtig". Dieses 'Kommen' wurde auf "Tag und Stunde" berechnet, auf Oktober 1914. In Matth. 24 ist aber von solch zweierlei 'Kommen' keine Rede. Dann werden die 6000 Jahre Menschheitsgeschichte genannt, der siebente Schöpfungstag, der "Ruhetag" Gottes und die "Tausendjahrherrschaft". Und der WT sagt dazu: "Wie könnte es somit irgendeinem Menschen heute möglich sein, dies zu berechnen?' Was denn, muß man fragen, wenn man versucht, sich hier durchzufinden. Das 'Kommen'? Die 6000 Jahre Weltzeit? Die 6000 Jahre vom "Ruhetag"? Den Beginn der Tausendjahrherrschaft? Aber mit dem Enddatum 1975 wurde vor aller Welt der "Ruhetag" berechnet: "Was bedeutet 1975? Bruder Franz ging ausführlich auf Einzelheiten ein und zeigte, wie begründet das Jahr 4026 v. u. Z. als Datum für den Anfang des Ruhetages Gottes ist" (WT 1. Jan. 1967, S. 22f, Nr. 1, dt.). Damit i s t verkündet, daß 1975 die 6000 Jahre des "Ruhetages" Gottes enden, Harmagedon fällig ist und mit diesem Jahr der Tausendjahrherrschaft Christi beginnt! Jetzt auf einmal kann überhaupt keiner irgendein 'Kommen' berechnen! Jetzt ist "jener Tag" nur noch "tatsächlich nahe"! Jetzt gibt es nur noch eine "Wahrscheinlichkeit, jenen Tag und jene Stunde" zu erleben! (S. 218). "Unser ganzes Leben" durch den Glauben "beeinflussen" lassen, wird jetzt wieder betont, während "den Tag nicht zu wissen" nunmehr eine "Prüfung" sei! Alles in allem auf gut Deutsch, auch diese Generation erlebt nichts.

"Salbung der himmlischen Hoffnung, wie zeigt sie sich ?"
Nebenartikel
Die Zunahme der Überrestglieder soll verhindert werden. Wird erkannt, daß eine "irdische Hoffnung" unchristlich ist? (Phil. 3:17-21). Der WT schreckt vor keiner Diffamierung zurück. Wer jetzt der "einen Berufung" (Eph. 4:4) folgen will, wird übel verdächtigt. Das irdische Leben könne ihm "vergällt" sein, der "Einfluß anderer" oder "Drogen" oder "ein introvertierter Hang zur Phantasie, zur Verträumtheit oder zu abstraktem Denken" oder "Musikbegleitung" oder auch "Ehrgeiz" könnten im Spiele sein.

Der Wachtturm, 15. April 1975, Nr. 8
"Eine Weit ohne Verbrechen, sehnst du dich wirklich danach?"
Nebenartikel
Die ganze Welt einschließlich der sozialistischen Länder wird wieder nach der Verbrechensstatistik der USA beurteilt. Die bekannte verantwortungslose politische Schwarzmalerei und Verleumdung durch die WTG. Die soziale Sicherheit z. B. in den sozialistischen Ländern existiert für die WTG überhaupt nicht. Angesichts dessen, daß die WTG dabei ist. ihr "Ende" munter weiter zu verschieben, ist das alles zugleich ein Mißbrauch der Sehnsüchte und Gefühle einfacher Menschen, die die Dinge nicht überschauen.

"Hast du so sehr gesündigt, das Gott dir nicht vergeben kann?"
Nebenartikel
Gleich am Anfang steht für die WTG als Sünde, "auf Grund der herrschenden Ungerechtigkeit berechtigt zu sein, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen". Im Klartext heißt das, Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit ist Sünde vor Gott. Der politisch-asoziale Mißbrauch des Evangeliums durch die WTG, oder anders, hätte man das seit Beginn der WT-Verkündigung ernst genommen, befänden wir uns noch in den Zuständen des vorigen Jahrhunderts. Die WTG täte sodann besser daran, zuerst vor der eigenen Tür zu kehren und um Vergebung für all das zu bitten, was sie an Endzeitirrungen und Wirrungen mit 1799, 1874, 1914, 1925, 1945 und nun 1975 in die Welt gesetzt hat. Man hat die Dinge immer selbst in die Hand nehmen müssen.

"Jehovas Zeugen berichten über ihre Fortschritte in Kanada"
Nebenartikel
Eine Widerspiegelung des Zustroms zur Organisation auf Grund der gegenwärtigen kapitalistischen Krisen. Es wird nicht vergessen zu erwähnen, daß ein Neugewonnener "Kommunist war". Und "11 Prozent aller gegenwärtig in Kanada tätigen Zeugen Jehovas" seien "erst kurze Zeit getauft". Diese neuen Zeugen bilden möglicherweise überall den Kern derer, mit denen die WTG nach "1975" weiter rechnet, weil sie die Vergangenheit kaum oder nicht kennen und daher am leichtesten weiter endzeitlich hingehalten werden können.

"Wie erhalten Christen geistige Speise?"
Nebenartikel
Es geht um die Sicherung der WT-Abhängigkeit. "Selbst in der Bibel zu lesen, genügt nicht". Das "irdische Werkzeug" Gottes, die WTG sei nötig. Dies sei die Klasse des "treuen und verständigen Sklaven", insgesamt der "Leib Christi", davon der "Überrest". In Wahrheit spielen die ca. 10700 "Überrestglieder" fast überhaupt keine Rolle mehr. Längst beherrschen die "Irdischen" (Phil. 3:17-19) die Organisation. Dennoch geschieht alles in ihrem Namen. Die "geistige Speise" sagt schließlich alles. Man füttert die Menschheit mit einer "irdischen Hoffnung", die weder Christus noch die Apostel gepredigt haben. Lies Eph. 4:1-6, Phil. 3:17-19, Gal. 1:6-9. Der 1975-Fehlschlag bestätigt das erneut. Wie "treu und verständig" ist das?

"Wer ist Jehova, daß alle ihn anbeten sollten?"
Hauptartikel
Zwei Schwerpunkte. "Ausschließliche Ergebenheit Jehova gegenüber" und "Keine Anbetung des weltweiten politischen Systems des Teufels". Es wird völlig mißachtet, daß das "politische System" nicht vom Teufel ist, sondern sich ganz natürlich aus den schöpfungsbedingten sozialen Lebensbedürfnissen ergibt und somit sogar "Diener Gottes" und "obrigkeitliche Gewalt von Gott" ist, eine "die Menschen betreffende Ordnung", der Christen "um des Herrn willen untertan" zu sein haben. Römer 13:1-7, 1. Petr. 2:13. Wahrend jetzt die WTG-Unglaubwürdigkeit mit 1975 immer offensichtlicher wird, soll weitergeglaubt werden, Ergebenheit zu Gott gleiche der Ergebenheit zur WTG, damit keiner aus der endzeitlichen Hinhalterei aufwacht und sich sozial vernünftig orientiert und engagiert.

"Warum man Jehova anbeten sollte"
Hauptartikel
"Wir brauchen an Gottes Macht, diesem weltweiten System der Dinge noch in unserer Generation ein Ende zu machen, keinen Moment zu zweifeln", antwortet der WT. "Noch in dieser Generation"? Das schließt doch schon wieder dreißig weitere Jahre ein! Eine wahre Gummiformel, mit der man immer weiter hindehnen kann! Wer zurückschaut, sieht das seit 1874 schon angewandt. "Die schmutzige Politik dieser Welt" heißt es dann andererseits. Ist die Gesundheits- und Sozialpolitik in unserem Lande z. B. "schmutzige Politik"?

Was sind das für oberflächliche oder gewissenlose WT-Schreiber? Was ist das für eine Anbetung Jehovas? Wo verlangt er solche politischen Verleumdungen? Ist nach Römer 13:1-7 Politik nicht auch "von Gott" und "zu deinem Besten"?

"Wenn Jugendliche fragen: Warum christliche Zusammenkünfte besuchen?"
Nebenartikel
Fünf Zusammenkünfte in der Woche ist eine Auslastung bis an die Grenze des Zumutbaren. Immer weniger Jugendliche haben offenbar Angst, das zu kritisieren. Die WTG reagiert hier mit "Zuckerbrot und Peitsche". Alles "Gute" wird aufgezählt was die Zusammenkünfte bieten würden. Zwischendurch knallt die Peitsche. Die Eltern könnten "wegen Vernachlässigung vor Gericht kommen, und das Kind mag in einer Anstalt untergebracht werden", wenn es unbeaufsichtigt zu Hause gelassen werde. Wegen Nichtbesuch von Zusammenkünften vor Gericht oder in eine Anstalt? Also Zwangserziehung? "Deine Eltern könnten dir also einfach befehlen, zu den Zusammenkünften zu gehen", folgert der WT. Natürlich ist das nur Peitschengeknall, leere Drohung. Kein Gericht macht da mit. Doch sind diese WT-Äußerungen auf die Silbe abgewogene scheinjuristische Formulierungen, die Jugendliche in ihrer Unerfahrenheit verängstigen können, zwingen können. Was die WTG gegebenenfalls will, wie diese Äußerungen beweisen. Doch wovon überzeugt das?
W. Ko

ENDZEIT MIT GUTEM GEWISSEN NICHT MEHR ZU VERKÜNDIGEN
Was "1975" erfordert
Die erneute Endzeitfehlverkündigung mit 1975 - wer es geglaubt und verkündigt hat - was nun? Wer kann der Verkündigung noch glauben? Wem kann man diese Endzeitverkündigung nun überhaupt noch zumuten? Das Vertrauen ist endgültig verspielt. Nur Unwissende, Oberflächliche oder Leichtgläubige können noch "hören". Die WT-Endzeit ist mit gutem Gewissen nicht mehr zu predigen.

Wie nie zuvor ist es darum nötig, sich über das WT-Werk gründlich zu informieren, was nun werden soll. Wer es bis jetzt verantwortet hat, sich, seinen Angehörigen und den Mitmenschen diesen WT-Endzeitfehlschlag zu verkündigen, ist vor Gott und Menschen geradezu verpflichtet, nunmehr innezuhalten, aufzumerken und zu korrigieren. Wenn du einem Menschen einen falschen Weg gewiesen hast und du erkennst das, wäre es nicht gewissenlos, die Wegweisung nicht zu korrigieren? Dazu muß man gar kein Christ sein. Und wie nie in einer Zeit zuvor gibt es heute Werke, Darstellungen, Einschätzungen, Tatsachenberichte, Erfahrungen und Dokumentationen, die es jedermann, wenn er es nur ernstlich will, ermöglichen, die nun fällige WTG-Überprüfung vorzunehmen. Im deutschen Sprachraum liegen bisher neu folgende Werke vor

"Falsche Zeugen stehen wider mich - dreißig Jahre ein Sklave des Wachtturms", W. J. Schnell, 1959 -
"Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi", H. J. Twisselmann, 1961 -
"Ich war Zeuge Jehovas", G. Pape, 1961 -
"Hirten ohne Erbarmen. Ich war eine Zeugin Jehovas", Josy Doyon, 1967, 1973 -
"Die Wahrheit über Jehovas Zeugen", G. Pape, 1970 -
"Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft", M. Gebhard, 1970 -
"Geschichte der Zeugen Jehovas", D. Hellmund, 1971 -
"Viele von uns werden niemals sterben. Geschichte der Zeugen Jehovas", A. Rogerson, 1972

Mehrere dieser Werke haben bereits Neuauflagen erlebt und liegen auch in anderen Sprachen vor, z. B. in Englisch und Italienisch. Andere Arbeiten liegen in Englisch, Polnisch und Russisch vor.

Zur Ausrüstung in den jetzt fälligen WTG-Fragen in der DDR gehören unbedingt folgende Materialien, die jeder, der damit befaßt ist, kennen sollte:
1. Das 1970 vom Urania-Verlag in der DDR veröffentlichte Werk "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft", M. Gebhard. Öffentliche Beurteilungen dieses Werkes in der BRD finden Bezeichnungen wie, "ein Buch, das man nicht ohne Spannung in die Hand nimmt", oder "hochbrisanter politischer Sprengstoff", hochinteressant, bisher unbekanntes oder unbeachtet gelassenes Quellenmaterial in Hülle und Fülle, wichtige Denkanstöße" u. a. m.
2. Aus Anlaß des auf "Frühherbst des Jahres 1975" weltweit von der WTG proklamierten erneuten Weltendetermins veröffentlichte die Zeitschrift Christliche Verantwortung" Nr. 73, August 1975 - den regelmäßigen CV-Lesern bekannt - als Sonderausgabe eine Dokumentation über die Haltlosigkeit und Unglaubwürdigkeit der gesamten WTG-Endzeitverkündigung von Anbeginn an.
3. Letztlich ist es unerläßlich, laufend die Zeitschrift "Christliche Verantwortung" zu verfolgen. Eine Beurteilung aus der. BRD besagt, CV "beobachtet sehr genau alle Vorgänge und Äußerungen der WTG, dokumentiert sie und versucht, ihre Bedeutung zu erfassen. Diese kritische und dokumentarische Funktion übt sonst keine Stelle im deutschen Sprachraum aus".

Die jetzt fällige Auseinandersetzung mit der durch "1975" wieder erwiesenen Unglaubwürdigkeit der WT-Endzeitverkündigung stellt natürlich sofort auch die Frage nach dem verantwortungsbewußten Weitergehen, vor allem in "irdischer" Hinsicht. Aus der falschen Weltendeverkündigung resultiert doch die ganze negative Verhaltensweise in den notwendigen "irdischen" Fragen des Lebens, in die auch die Christen durch ihre schöpfungsbedingten sozialen Lebensbedürfnisse eingebunden sind. Auch die WTG hatte deshalb in Wirklichkeit nicht daraus entbinden können, was letztlich nur dazu geführt hatte, sozial und gesellschaftlich in Konflikte zu geraten bis hin zu Gesetzesverletzung und Straffälligkeit. Wurde doch dieser Mißbrauch der Bibel so weit getrieben, daß man glaubte, nicht einmal mehr die Finanzgesetze des Staates respektieren zu brauchen. Mit dem 1975-Fehlschlag dürfte die staatspolitische Endzeit-Irreführung, die "Herrscher" hätten "kein Recht" mehr, auch dem Begriffstutzigsten einsichtig sein.

Die falsche Weltendeverkündigung unter der dazu eingeführten staatsfeindlichen Alternative "Christentum oder Kommunismus" bewirkte auch, den Grundsatz der Schrift, "aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan zu sein" (l. Petr. 2:13) mit Bezug auf die sozialistische Gesellschaftsordnung gröblichst zu mißachten, gegen sie zu kämpfen und zu hetzen. Die WT-Schriften mit ihren antikommunistischen Ausfällen dokumentieren das. Auch das sollte mit "1975" endgültig einsichtig sein.

So muß besonders in diesen "irdischen" Fragen eine neue Verhaltensweise Platz greifen. Rechte und Pflichten müssen erkannt werden. Ein Weg dazu ist, zur Hand zu nehmen, was unsere gesellschaftlichen Verhältnisse und die Verantwortung als christlicher Staatsbürger darin verstehen hilft. Es muß gefordert werden zu beachten, was dazu von "obrigkeitlicher" Seite gesagt und getan wird. In der DDR ist hierbei speziell die CDU als "obrigkeitliche" Partei maßgebend, was die Christen betrifft. Es muß Schluß gemacht werden mit der Mißachtung dessen, was hier "zu deinem Besten" geschieht. Römer 13:1-7 ist ein eindeutiges göttliches Gebot, das man nicht drehen und deuteln kann, wie man will. Die WTG hat hinreichend Schindluder damit getrieben, wie ihre Obrigkeitsauslegungen beweisen. Um die richtige Verhaltensweise zu finden, müssen speziell die "obrigkeitlichen" Kommunikationsmittel besser beachtet werden. Wir wollen ein Beispiel sehen.

Unter dem Thema "Von Liebe und Verständnis zu den Kranken erfüllt" wurde in der CDU-Zeitung "Neue Zeit" vom 14. Aug. 1975 ein Bericht über Prof. Dr. sc. med. Joachim Arndt, Direktor der Radiologischen Klinik in Jena, veröffentlicht. Wir lesen, wie Prof. Arndt als hervorragender Krebsspezialist tätig ist. "Die Kraft für seinen schweren Beruf schöpft er wohl vor allem aus seinem tiefen Glauben. Sein tatbereites Christsein prägte seine Persönlichkeit, die erfüllt ist von dar Erkenntnis, für andere dazusein, Frieden zu stiften, dem Nächsten zu dienen und nach Kräften für das Gemeinwohl zu wirken. Aus der christlichen Ethik erwuchs auch sein gesellschaftliches Engagement. Jetzt ist Prof. Arndt schon viele Jahre Mitglied unserer Partei. Er hat hier Anteil an der Verwirklichung des gesellschaftlichen Auftrages der CDU. Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Gesundheits- und Sozialpolitik des Hauptvorstandes unserer Partei. In der Radiologischen Klinik in Jena wurden international stark beachtete Erfolge erzielt. Unser Melde- und Überwachungssystem für Krebskrankheiten in der DDR ist international vorbildlich, erklärt Prof. Arndt. Ich lernte einen Arzt kennen mit großer Menschenkenntnis, mit tiefem Verständnis für jene, die Sorgen und Kummer haben, der erfuhr ist von der Liebe zu den Menschen", sagt die Reporterin Marianne Waterstadt zum Schluß.

Was können Jehovas Zeugen hier sehen? Zum Beispiel, wie die "obrigkeitliche" Gesundheits- und Sozialpolitik in unserem Lande zustande kommt, wer ihre Träger oder die Beteiligten sind. Das soziale und gesellschaftliche Eingebundensein wird bewußt die Unumgänglichkeit der Mitverantwortung und Mitarbeit von "unten nach oben", weil es sonst keine solche Politik gibt, die den Bedürfnissen gerecht wird. Wir wünschen keinem Zeugen Jehovas eine Krebskrankheit, um erst dadurch zu begreifen, was die "obrigkeitliche" Gesundheitspolitik in unserem Lande bedeutet. Wir sehen aber auch das andere, nämlich wie verantwortungs- und gewissenlos die WT-These von der "schmutzigen Politik" ist (WT 15. 4. 75, S. 249, Abs. 13, dt.). Wie verantwortungsbewußte Menschen damit verleumdet werden, wie dadurch mit Füßen getreten und besudelt wird, was "obrigkeitlich" zu "deinem Besten" geschieht, geschehen muß.

In den Versammlungen und Studiengruppen sollten darum auch die "obrigkeitlichen" Kommunikationsmittel auf den Tisch gelegt werden. Besonders das darin sollte Gegenstand der Betrachtung sein, was die staatsbürgerlichen und sozialen bzw. gesellschaftlichen Rechte und Pflichten der Christen betrifft. Die Weisungen in Römer 13:1-7 verpflichten uns geradezu, das zu tun. Die gründliche Vergewisserung über das, was der 1975-Endzeitfehlschlag der WTG bedeutet und die aufmerksame Prüfung dessen, was sich aus den doch bleibenden schöpfungsbedingten sozialen Lebensbedürfnissen in christlicher Verantwortung ergibt, ist das Gebot der Stunde.
P.

ZUSCHRIFTEN / BERICHTE / INFORMATIONEN
Veränderte Neuauflage von "Vergewissert euch!"
Mit 9 Jahren Verzögerung hat die WTG nunmehr in deutscher Sprache eine Neuauflage des Buches "Vergewissert euch über aller Dinge" 1974 herausgebracht. Die Neuauflage in den USA bzw. für den englischen Sprachraum erschien schon 1965. Die Neuauflage wurde in den USA gedruckt und unter Umgehung des BRD-Zweigbüros von der WTG in Wien, Österreich, im "Selbstverlag" für den deutschen Sprachraum herausgegeben. Auffälligste Veränderung der Neuauflage ist eine starke Reduzierung der bisherigen unter dem Stichwort "Kommunismus" in diesem Lehrbuch vorgetragenen, antikommunistischen hetzerischen Ausfälle und Verleumdungen. Damit ist erwiesen, daß der deutsche WTG-Zweig an der Grenze zu den sozialistischen Ländern fast ein Jahrzehnt lang verschärft zu antikommunistischem Vorgehen angehalten und mißbraucht wurde. Ein ausführlicher Bericht hierzu. ist in Vorbereitung.

Weltende im "Eulenspiegel"
Im "Eulenspiegel", der Zeitschrift für Satire und Humor, Berlin, Nr. 31/75, erschien auf der Rückseite eine ganzseitige satirische Darstellung der auch von den Zeugen Jehovas verkündeten endzeitlichen apokalyptischen Reiter. "Jedem sein Stück Apokalypse", heißt es u. a. dazu. Die Darstellung zusammenbrechender Hochhäuser könnte fast aus einem WTG-Buch entnommen sein. Angesichts der mit den kapitalistischen Krisen gegenwärtig aufwallenden Hoffnungslosigkeiten, in der auch die WTG kräftig "jagt und fischt", wird diese Darstellung ohne Zweifel einst ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument aus dem Jahre 1975 sein. Sicher wird das Zweigbüro in Wiesbaden jemanden beauftragen, es zu beschaffen.

Neues katholisches Traktat in der BRD über 1975
Mit dem Titel "Jehovas Zeugen und das Jahr 1975" verbreitet das Katholische Informations-Büro Glaubensgemeinschaften in Bad Waldsee-Haisterkirch, BRD, ein Traktat, in dem es u. a. heißt: "Die Hoffnungen, die sie in den Menschen (mit 1975) erweckten, denen sie im Namen Gottes, im Namen der Bibel verkündigten, interessieren nicht mehr! Die, die ihnen glaubten und enttäuscht waren, wurden verdammt! Jehovas Zeugen aber beanspruchen nach wie vor, "in der Wahrheit" zu sein."

Freie christliche Zusammenkünfte in der DDR
WTG-freie christliche Zusammenkünfte, in denen auch Jehovas Zeugen mit ihrer Bibel willkommen sind, finden statt:
Gemeinde Dresden, Robert-Blum-Straße 6 (b. Adv.-Gem.)
sonntags, Mai/Sept. 9.00-10.30, Okt./April 14.30-16.00 Uhr-
Gemeinde Leipzig, Witzgallstraße 10 (Jgd. Zi. St. Laurentius),
sonnabends 14.00-16.00 Uhr -
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Gießerstraße 36 (Jgd.-Zi. St. Joseph),
sonnabends 13.30-15.30 Uhr -
Gemeinde Leipzig, Blumenstraße 74 (b. meth. Gem.)
sonntags, 14.00-15.30 Uhr -
Gemeinde Magdeburg, Bärstraße 9 (Raumgem.)
sonntags, 13.30-15.00 Uhr -
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Schloßstraße 4-6 (Raumgem.)
sonntags, 14.00-16.00 Uhr -
Gemeinde Leipzig, Maurice-Thorez-Straße 22 (Raumgem.),
sonnabends 16.00-17.30 Uhr -
Verbindungaufnahme kann auch über CV vermittelt werden.

CV DURCH DEN WTG-FEHLSCHLAG VON 1975 ALS WAHRHAFTIG UND IM RECHT ERWIESEN
Liebe Leser,
Zum Inhalt dieser Ausgabe laßt uns zurückschauen auf die erste Stellungnahme von CV im Jahre 1967, nachdem die WTG "1975" proklamiert hatte. "1975 - Neues WT-Endzeitdatum!" hieß unser Thema (CV 9/1967). Wir druckten aus einem Brief ab, den damals unter dem Datum vom 16. 1. 67 eine Schwester, Überrestglied, ehemals KZ-Häftling, tätig im Sonderdienst des WTG-Zweigbüros in Wiesbaden in der BRD, schrieb: "Es ist etwas Beruhigendes, zu wissen, daß wir mit Riesenschritten dieser Zeit entgegengehen. Eins steht fest: 1975 sind 6000 Jahre seit der Erschaffung Adams um und anschließend beginnt die Tausendjahrherrschaft Christi. Da gibt es nichts daran zu rütteln, denn das steht biblisch und chronologisch fest, außerdem lügt Gott nicht". Es war erschütternd. Wir schrieben in der ersten Stellungnahme: "Herr vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun, möchte man mit Luk. 23:34 ausrufen. Aber die WTG weiß, was sie tut. Es ist nämlich nicht ihre erste Endzeitberechnung". Und: "So muß 1975 die Katastrophe wieder über alle kommen, die die, Augen vor der wiederholt bewiesenen Unglaubwürdigkeit der WTG verschließen und sich erneut dem Taumel der Einfalt der WT-Versprechungen hingeben".

Nun ist das Jahr 1975 da und bald schon wieder vergangen. Kein Tausendjahrreich ist in Sicht, von dem vorangehenden Harmagedon ganz zu schweigen. Es liegt buchstäblich am Beispiel der zitierten Schwester auf der Hand, wie die WTG mit dieser falschen Christusverkündigung auch den Überrest, die Auserwählten verführte! Was muß noch geschehen?

Wieviele haben damals CV nicht nur nicht ernst genommen, sondern haßerfüllt verdammt und verbannt. Christus sagte einmal: "Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?" (Joh. 8:46), daran muß man unwillkürlich denken. Wir wissen, daß solche ideologischen Prozesse wie die Entwicklung des Bewußtseins oder der Erkenntnis langwierig und kompliziert sind, die vieler Anstöße bedürfen. So tragisch wie das ist, es wird eben nicht nur Wahrheit geglaubt. Mitunter helfen dann erst die härtesten Auseinandersetzungen.

Langsam aber sicher ändert sich die Lage. Die WTG bedroht zwar jeden CV-Leser gegebenenfalls weiter mit schwersten Sanktionen. Doch wird das langsam wirkungslos, denn Tatsachen lassen sich auf lange Sicht nicht unterdrücken, dazu muß man Stellung nehmen, sonst macht man sich selbst unglaubwürdig. So wird CV immer mehr sorgfältig aufbewahrt Gar mancher sagt: "CV? So etwas gibt es nur einmal, das kann man doch nicht vernichten. Das ist unersetzbar!" Und sie haben nur zu wahr gesprochen. Auch in Wiesbaden weiß man das. Es gibt hier kaum noch eine Studiengruppe, wo CV kein Begriff ist.

Nun ist 1975 da und mit Fug und Recht kann man sagen, CV ist als wahrhaftig erwiesen. Und CV wird, wie es einmal treffend beobachtet wurde, weiter "sehr genau alle Vorgänge und Äußerungen der WTG beobachten, sie dokumentieren und versuchen, ihre Bedeutung zu erfassen", eine einmalige "kritische und dokumentarische Funktion. im deutschen Sprachraum". Die guten Wünsche und Hoffnungen aller Mitarbeiter und Mitverbundenen begleiten auch diese CV-Ausgabe.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung"; Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung Herausgeber. Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0.20. Jahresabonnement M 2,00. Versand auch kostenlos.
Kto.-Nr: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera

A 2247-75 V 71 1664

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