Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 74
Die "Bauchschmerzen" der CV und der hinter ihr stehenden DDR-Kreise, kommen markant auch in dieser Ausgabe zum Ausdruck. Und man wird hinzufügen müssen. Trotz aller Anstrengungen, ist die DDR bis zum Ende ihrer Existenz diese "Bauchschmerzen" nie los geworden. Andernorts, beispielsweise in Rumänien gelang es, was auch der DDR vorschwebte. Die "Lokalisierung" der dortigen Zeugen Jehovas. Nicht jedoch in der DDR.
Die CV beklagt, in Zitierung einer WTG-Passage:
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich
verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas
und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel und Traktat-Gesellschaft, (WTG)
und WTGbedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen
Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt Situation und weist
Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 74 Gera September 1975
MIT "1975" NIMMT DIE WTG-
KRITIK GANZ ANDERE DIMENSIONEN AN
NICHTS GEHT MEHR SO WEITER WIE BISHER
Liebe Leser
Es liegt, nun auf der Hand, Es gibt; keine "Zeit des
Endes", keine "Zeichen der Zeit" und keine "Erfüllungen" im Sinne
der endzeitlichen
WT-Verkündigung. Die Gesamtschau der entscheidenden WT-Bibelauslegungen für einen
Zeitraum von bereits etwa 200 Jahren bis heute, wie sie in der Sonderausgabe von
"Christliche Verantwortung" (Nr. 73, August 1975) zum "Frühherbst des
Jahres 1975" veröffentlicht wurde, macht das wie nie zuvor einsichtig. Noch nie gab
es eine solche Übersicht.
Wie erste Äußerungen dazu besagen, hat CV damit den jetzt allein entscheidenden Gesichtspunkt ins Blickfeld gerückt. Nämlich, den, daß die Zeugen Jehovas in erster Linie Endzeitgemeinschaft sind. Daß ihre Glaubwürdigkeit nicht an irgendwelchen anderen Verkündigungen und Lehren gemessen werden darf, die sämtlich zweitrangig seien, sondern an diesen Endzeit-Bibelauslegungen. Denn aufrichtigen christlichen Glauben allgemein findet man auch in anderen Kirchen und Gemeinschaften. Für die Zeugen aber sei die Endzeit das Ausschlaggebende. Würde irgendeiner noch dabei sein, wenn es bei ihnen diese endzeitliche Ausrichtung nicht gäbe? Diese Frage ist in der Tat treffend.
Es ist natürlich elektrisierend, daß öffentlich nun der Nachweis auf der Hand liegt, daß dies alles unglaubwürdig ist. Das muß von den Stühlen emporreißen. Was will ein Verkündiger denn nun noch sagen, wenn ihm vorgehalten wird, wie man ihm glauben solle, wenn seine Gemeinschaft beispielsweise schon mehrere Endzeitbeginne (1799, 1874, 1914) verkündigt hat, fast ein halbes Dutzend Harmagedon-Zeitpunkte (1914, 1925, 1939/45, 1972, 1975), schon vier verschiedene Enden der 6000 Jahre (1872, 1874, 1972, 1975), daß doch schon Verschiebungen durch mehrere Generationen geschehen sind, daß Dutzende von "Zeichen der Zeit" und angeblichen "Erfüllungen", die als "Licht von Gott" den Menschen proklamiert wurden, wieder verworfen, vertuscht, verändert, ins Gegenteil verkehrt oder verschoben werden mußten? Das alles liegt nun dokumentiert vor. Was soll ein Verkündiger da noch machen? Den Kopf in den Sand stecken?
Es werden aber auch Schlußfolgerungen gezogen, die WTG Führung, die Leitende Körperschaft betreffend. Man hat bestimmte Dokumentierungen etwas näher betrachtet. Aus ihnen ist nämlich ersichtlich, daß die verantwortliche WTG Führung selbst genau wissen muß, wie haltlos ihre Endzeitbibelauslegung in Wirklichkeit ist. Die Geschicktheit der Formulierungen habe manchmal fast die Sprache verschlagen. Das kann doch nicht wahr sein, entfuhr es zu oft. Einige trauten ihren Augen nicht als sie alles überblickten.
Aber auch Empörung begann sich zu äußern. Die die Endzeitauslegung betreiben, sie verantworten und jedesmal als göttliche Wahrheit für alle Völker und Regierungen in Massenauflagen in die Welt posaunen, obwohl sie wissen müssen, daß sie das von keinem Gott erhalten, sondern immer wieder selbst fabrizieren und konstruieren, wie die vielen Ungereimtheiten, Irrtümer, Widersprüche, Verwerfungen, Veränderungen und Verschiebungen beweisen, die so etwas machen, seien falsche Propheten, wie es sie klassischer nicht gäbe. Sie säßen über der Bibel und handhabten sie wie Gaukler und Scharlatane, nur daß das kein Spaß ist, sondern zu oft bitterer und tödlicher Ernst, wie viele für diese "göttlichen Wahrheiten" gebrachten nunmehr sinnlosen Opfer beweisen. Die Forderung wird erhoben, aufzudecken, was die WTG in Wirklichkeit für Ziele und Zwecke verfolgt, wenn ihre Endzeit nur eine Konstruktion ist, die sie schon durch mehrere Generationen schiebt.
In der Tat, wer nicht oberflächlich und leichtgläubig ist, kann bei dem, was jetzt nachweislich ist, nicht mehr stillsitzen. Wie ist es möglich, daß wir das nicht vorher gemerkt haben? Wie konnten wir uns nur hinsetzen, und mit "Interessierten" jene WTG-Schriften begeistert "studiere" die uns auf 1975 orientierten? Wie konnten wir nur die vielen Ungereimtheiten, Irrtümer, Widersprüche, Verwerfungen, Umkehrungen, Verschwingungen, Veränderungen und Verschiebungen nicht bemerken? Wie konnten wir nur, wie konnten wir nur? Wer aufrichtig so fragt, und das werden immer mehr, wird die richtige Antwort und den richtigen Weg finden.
Eines ist klar. Wer vor 1975 noch
gesagt hat, warten wir ab bis 1975, ehe wir über diese neue Endzeitfestsetzung befinden,
das ist nun vorbei. Ein millionenfach an die Adresse aller Menschen, Völker, Nationen und
Regierungen in die Welt posaunter falscher Endzeittermin zeugt nun unabweisbar gegen die
WTG. Von nun an gelten ganz andere Dimensionen. Wir hoffen, daß diese CV-Ausgabe eine
weitere Handreichung sein möge, sich der herbeigekommenen Zeit bewußt zu werden.
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was
recht ist
1. Thess. 5-21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Nach dem Endzeitzusammenbruch 1975 weiter
antikommunistisch in religiös-politischem Untergrund? Wichtige Ältesten-Beratung. -
Es geht um das Geld der Verkündiger. -
Der Feigenbaum blüht nicht, die WTG-Endzeit ist ein
Fehlschlag. Die ständige kritische WT-Prüfung. WT Nr. 6, 7, 8/1975 - Endzeit mit gutem
Gewissen nicht mehr zu verkündigen. Was "1975" erfordert. -
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NACH DEM ENDZEITZUSAMMENBRUCH 1975 WEITER ANTIKOMMUNISTISCH
IN RELIGIOS-POLITISCHEM UNTERGRUND?
Wichtige Ältesten-Beratung
"
um die Zeugen gleichsam zu verschlingen, sie
zu assimilieren und zu einer nationalen religiösen Einrichtung zu machen, wodurch sie von
der weltweiten theokratischen Organisation der Zeugen Jehovas getrennt worden wären.
Loyale Zeugen Jehovas haben eine solche von einem totalitären Staat kontrollierte
Einrichtung abgelehnt". (WT 15. März 1975, S. 187, Abs. 18, dt.) Diese jüngste
Auslassung der WTG soll die gesellschaftspolitische Richtlinie für Jehovas Zeugen auch
nach "1975" in den sozialistischen Ländern wie wir sehen - sein. Es ist die
alte staatsfeindliche Grundlinie "Religion oder der totalitäre Staat" bzw.
"Christentum oder Kommunismus". Die WTG hat also bis zur Stunde die Positionen
des antikommunistischen kalten Krieges der 1940er und 1950er Jahre nicht verlassen, wie
sie u. a. in "Erwachet" vom 8. Juni 1955 dt. mit dem Beitrag "Kommunismus
oder Christentum . . . Beseitigung der roten Gefahr" dokumentiert und dem
Verkündiger-zur Pflicht gemacht wurden. Die Untergrundtätigkeit soll also auch noch
"1975" weitergehen.
Loyal ja, aber wem!
Prüfen wir die WT-Argumente. "1975" wird
überhaupt nicht mehr erwähnt, geschweige denn, in Betracht gezogen. Da dieser falsche
Endzeittermin aber von der WTG verbindlich in die Welt gesetzt wurde, muß alles vor
diesem Hintergrund gesehen werden, sonst merken wir nicht, wie die WTG alles in eine
weitere Generation verschiebt. Wohlan denn.
Es ist eine wissentlich falsche Behauptung, man wolle die Zeugen zu einer nationalen religiösen Einrichtung machen und sie von ihrer weltweiten . Organisation trennen. In der DDR z. B. haben zahlreiche weltweite Kirchen und Gemeinschaften ihre regionalen Zweige. Sie können gar nicht "verschlungen oder assimiliert" werden. Der WT malt hier einen Buhmann an die Wand, um ihr antikommunistisches "Feindbild" unter den Zeugen aufrechtzuerhalten, um sie weiter antikommunistisch mißbrauchen zu können.
Was "vom Staat abhängig" betrifft, so ist das übelste Brunnenvergiftung seitens der WTG. Es gibt überhaupt keine absolute Unabhängigkeit vom Staat. Zunächst ist jeder Christ schon selbst Staatsbürger mit allem, was daraus aus Rechten und Pflichten folgt. Sodann kann sich keine Kirche oder Religionsgemeinschaft unabhängig von der staatlichen Verfassung und den verbindlichen staatlichen Gesetzen gebärden. Andererseits hat der Staat das Recht, die Verfassungs- und Gesetzestreue von jedermann und jeder Organisation zu kontrollieren und gegebenenfalls sogar mit dem "Schwert" zu erzwingen. Wo kämen wir denn sonst hin. Und der religiöse Glaube selbst ist insofern vom Staat abhängig, als er ihn nicht verneinen, mißachten, mit "List" umgehen, sondern mit seinen Befugnissen als "obrigkeitliche Gewalt von Gott" in das religiöse Glaubensleben, ja bis ins Gebet einzubeziehen hat. (Römer 13:1-7, 1. Petr. 2:13, 1. Petr. 3:15, Titus 3:1,2, 1. Tim. 2:1,2, 2. Kor. 4:2 NW) Der Staat ist also in vollem Recht, wenn er beansprucht auch die Zeugen Jehovas als Gemeinschaft zu kontrollieren, ob sie Verfassung und Gesetze in ihrer Tätigkeit respektieren oder nicht, ob sie "Gutes" oder "Böses" tun, ob gar mit dem "Schwert" eingegriffen werden muß oder nicht. Der Apostel Paulus hat hier den sozialistischen Staat nicht ausgenommen.
Die WTG verlangt jedoch, daß Jehovas Zeugen dem "totalitären Staat", wie die sozialistischen Staaten in imperialistischem Jargon bezeichnet werden, jede Kontrolle verweigern sollen, andernfalls wären sie nicht "loyal". Loyal wem gegenüber ist doch hier zu fragen! Loyalität der Schrift, dem Worte Gottes gegenüber, verbietet solche Verweigerung, wie Paulus, Petrus und Titus zeigen. Man muß hier also unterscheiden lernen. Was die WTG hier betreibt, ist nicht Appell an schriftgemäße Loyalität, sondern eine skrupellose Ausnutzung der Abhängigkeit von der Organisation für die Fortsetzung Ihrer antikommunistischen Untergrundtätigkeit gegen den "totalitären Staat", gegen die sozialistischen Länder, wofür es keine schriftgemäße Begründung gibt. Was sie dazu zitiert, ist Bibelmißbrauch, denn die Apostel lehren nicht im Widerspruch zu Christus.
Warum trotz "1975" weiter im
Untergrund?.
Warum aber sollen Jehovas Zeugen die "Kontrolle
ablehnen", d. h. weiter schriftwidrig antikommunistisch in religiös-politischem
Untergrund bleiben? Warum sollen sie nicht aufhören, "1975" vergessend, mit dem
WTG-Antikommunismus in der Verkündigung gegen die "Obrigkeit" bzw. "die
Menschen betreffende Ordnung" des Sozialismus vorzugehen?. Wir müssen hier einen
schweren Verdacht erheben, wenn wir die Stellungnahmen der WTG selbst zu ihrer
antikommunistischen Politik prüfen. Man lese: "Die Botschaft, die diese Schriften
enthalten, hat nichts mit der Politik der Länder zu tun, in denen sie gedruckt werden.
Jehovas Zeugen sind in politischen und militärischen Fragen neutral. Die
Watch-Tower-Society hat es immer wieder abgelehnt, politische Propaganda in ihre Schriften
aufzunehmen, obwohl ihr schon materielle Vorteile angeboten wurden, wenn sie dies
täte". (WT 1. Jan. 1974, S. 31, dt.). Ja, das ist richtig zitiert! Ein einziges
Beispiel, das für viele steht, soll die Frechheit und Skrupellosigkeit dieser
Neutralitatsbehauptung beweisen. In dem zitierten "Erwachet"-Artikel vom 8. Juni
1955 heißt es für Jehovas Zeugen nach wie vor gültig: "Heute bedroht der mächtige
Kommunismus alle Völker . . . seine Macht und Gewalt von niemande anderem als vom
Drachen, Satan dem Teufel . . . Jehovas Zeugen stellen mit der Bibel den Kommunismus als
eine eitle Hoffnung bloß
Distanzieren Sie sich vom Kommunismus". Bücher kann
man inzwischen mit solcher antikommunistischen politischen Propaganda in der
WT-Verkündigung vollschreiben! Der Sachverhalt beweist also, daß die WTG es nicht
abgelehnt hat, politische Propaganda in ihre Schriften aufzunehmen. Die materiellen
Vorteile sollen uns hier nicht interessieren. Es erhebt sich vielmehr die Frage, wer
diejenigen sind, die "immer wieder" an die WTG herantreten oder herangetreten
sind, um sie dazu zu veranlassen. Wer hat das Interesse daran, daß die Massenmedien der
WTG, ihre Zeitschriften, Bücher und Broschüren in politischer Hinsicht antikommunistisch
ausgerichtet bleiben? Es erhebt sich der schwere Verdacht, daß hier amerikanische
Nachrichten- bzw. Geheimdienste eine entscheidende Rolle spielen.
Sehen wir zuerst einige veröffentlichte Fakten über die Rolle der amerikanischen Geheimdienste CIA, FBI u. a. im Hinblick auf Kirchen und Religionsgemeinschaften. Die BRD-Zeitschrift "Junge Kirche", Dortmund, berichtete am 10. März 1967 z. B. von "antikommunistischen Programmen des CIA nicht nur an den Universitäten, sondern auch in den Gewerkschaften, Stiftungen, im Verlagswesen". Nach einer Veröffentlichung der "New York Times" in diesem Zusammenhang stand auf der CIA-Bestechungsliste auch die amerikanische "Christliche Vereinigung Junger Frauen" (ND 5. 3. 67). In der USA-Zeitschrift "Political Affairs" vom Mai 1975 wird schließlich berichtet: "1967 wurden die geheimen Verbindungen der CIA mit gewissen Stiftungen, Verlagen und anderen Körperschaften aufgedeckt". "Die CIA war immer daran interessiert, Dissidenten in Osteuropa und in der Sowjetunion anzusprechen und zu ermutigen". Die größte CIA-Abteilung ist der "Untergrunddienst". "Ein früherer CIA-Agent, Stuard H. Loory, enthüllte, daß der Geheimdienst massiv die Massenmedien der Vereinigten Staaten infiltriert hat einschließlich den Christen Science Monitor" (christliche Presse). "Die Organisationen der CIA, des FBI und ähnlicher Geheimdienste" - es werden u. a. noch "Armee, Marine Corps und die Geheimdienste der Flotte und Luftwaffe" genannt - trügen die Verantwortung "für die schmutzige Zersetzung der Volksbewegungen im Land und für die Unterminierung von Regierungen im Ausland". (Die CIA Instrument der US-Außenpolitik, Einheit 8/1975, S. 952 ff Berlin).
Die "Süddeutsche Zeitung", München, BRD, berichtet am 11. Sept. 1974 über die Religionsgemeinschaft der Mormonen in den USA: "Ein besonderes Lieblingsgebiet der Absolventen der Mormonen-Universität sind die Justiz und Polizeibehörden, vor allem die FBI und der CIA." Ein bekannter Mormone, W. C. Skouson, zugleich prominentes Mitglied der rechtsradikalen John-Birch-Society, ehemaliger FBI-Agent", sei Autor "so bedeutender rechtsextremistischer Lehrbücher wie 'Der nackte Kommunist', 'Der rote Angriff auf die Polizei'." Der. mögliche neue Präsident der Mormonen, E. T. Benson, USA, sprach von "unserem Kampf gegen den schleichenden Sozialismus und gottlosen Kommunismus" und von den "Sklaven hinter dem Eisernen Vorhang". - Wenn wir nun die antikommunistische politische Propaganda in den WT-Schriften zum Vergleich heranziehen, so gibt es grundsätzlich keinen Unterschied, zu diesen CIA- bzw. FBI-Inspirationen. Soll man davor die Augen verschließen? Soll man das nicht sehen?
Schauen wir uns nun eine Reihe von
Fakten an über die geheimdienstliche bzw. nachrichtendienstliche Verwicklung der WTG, der
Watch-Tower-Society.
1917 unterhielt WTG-Präsident J. F. Rutherford
persönliche Beziehungen zu US-General J. F. Beil in Sachen der geplanten Änderung des
USA-Spionagegesetzes (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 79).
"Im Februar 1918 leitete der geheime
Armee-Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten eine Untersuchung ein über die Zentrale
der Watch Tower Society in Brooklyn". Ein Funkgerät für Verbindung mit Deutschland
wurde beschlagnahmt (WT 15. Juni 1955 dt.) Die Sache wurde dann niedergeschlagen (Jahrbuch
1973, S. 107. dt.).
1936 wurden die Berichte für die WTG aus Hitlerdeutschland über den Nachrichtendienst des USA-Konsulats in Berlin nach der Schweiz geleitet (Jehovas Zeugen. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft, S. 142). 1947 verhandelte die WTG mit dem USA-Militärnachrichtendienst in Wiesbaden, um die amerikanische "Militärpost" zu nutzen.
N. H. Knorr, M. G. Henschel und H. C. Covington wurden unter USA-Regierungskontrolle in einem Hotel für US-Heeresoffiziere untergebracht (WT 1. 2. 48 dt.) (WT 15. 2. 48 dt.) 1949 wurde die WTG offensichtlich provokatorisch in einem Memorandum des US-Marine Corps als "mit dem Kommunismus verbunden" bezichtigt. Die Folge war zur eigenen "Rechtfertigung" ein internationales Aufleben des WTG-Antikommunismus (WT 1. 11. 50 dt.)
Der ständige Vertreter der WTG beim US-State Department in Washington (Außenministerium und Leitstelle für die US-Geheimdienste) ist 1964 Anton Koerber, (Erwachet 8. 11. 1964 dt.)
Auffällig wurde im WT vom 1. März
1975 dt. der antikommunistische Bericht einer ehemaligen Angehörigen der amerikanischen
revolutionären Negerbewegung "Black Panther" veröffentlicht, die zu den Zeugen
überging. Das fällt zusammen mit der Tatsache, wie die zitierte US-Zeitschrift
"Political Affairs" vom Mai 1975 berichtet, daß der "FBI neue
Spionageabwehrbemühungen" unternimmt, um insbesondere die "nationalistischen
afroamerikanischen Organisationen und Gruppierungen, wie Black Panther, ihre Führung,
ihre Sprecher, ihre Mitglieder und ihre Helfer bloßzustellen, zu spalten, irrezuführen
oder zu neutralisierend ähnlich wie der CIA im Ausland. (Einheit 8/1975, S. 930, Berlin).
Der genannte WT-Artikel vom 1. März 1975 ist genau darauf
abgestimmt, die Black Panther bloßzustellen, zu spalten, zu irritieren oder zu
neutralisieren". Wer von den Zeugen liest jedoch die genannten anderen Zeitschriften,
um zu sehen und sich zu vergewissern? Wohl niemand. Und die WTG hütet sich, entsprechend
hinzuweisen.
Wenn wir diese Hintergründe von Antikommunismus und Untergrundtätigkeit allgemein und auf religiösem Gebiet sehen, wenn wir dazu die WTG-Verstrickungen mit US-Nachrichtendiensten sehen, und wenn man dann die WT-Forderung liest, in den sozialistischen Ländern unter Mißachtung der klaren Aussagen der Schrift jede staatliche Kontrolle weiter "abzulehnen", um untergrund antikommunistisch weiterzuarbeiten, muß man da nicht stutzig werden? Sagte Jesus nicht, daß man an den Früchten alles erkennen kann? (Matth. 7:16). Es erhebt sich in der Tat der schwere Verdacht, daß die unnachgiebige Fortsetzung von WT-Antikommunismus und WT-Untergrundtätigkeit, auch wenn der ganzen Welt 1975 wieder ein falsches Ende verkündigt wurde, letztlich auch auf US-Geheimdiensteinfluß in der Leitenden Körperschaft der WTG in Brooklyn zurückgeführt werden muß. Die Schrift verlangt das von uns nicht.
Von WTG-Abhängigkeit freimachen
Niemand darf sich mit der WTG-Politik länger schuldig
machen, weder an der eigenen Familie noch an den Mitmenschen. Nach Lage der Dinge ' jedoch
wird die WTG ihre Politik wohl kaum ändern, man muß die Änderung selbst vollziehen. Der
Endzeitzusammenbruch mit 1975 kann das jedem nur erleichtern. Ist doch damit vor aller
Welt offenbar, wie bedauernswert nun dasteht, wer das geglaubt hat, während es für die
WTG erwiesenermaßen nur ein Verkündigungsantrieb war, aus absinkenden-Zahlen wieder
herauszukommen (Jahrbuch 1975. S. 240 dt.) Wie wir nun sehen können sind es neben der
Eigendynamik des aufgebauten riesigen Druckereibetriebes, den man nicht einfach anhalten
kann, offensichtlich auch die politischen Zwänge, diesen aufgebauten
Massenbeeinflussungsapparat zweckmäßig immer weiter zu nutzen, so daß die WTG anstatt
ihren endzeitlichen Bankrott zu erklären und abzutreten, alles immer wieder auf eine
weitere Generation umändert und verschiebt.
Nach der Lage der Dinge stehen wir also
vor der Notwendigkeit, der WTG die Loyalität aufzukündigen, weil dies keine
schriftgemäße Loyalität ist. Zwischen der Loyalität gegenüber Gott und der WTG ist zu
unterscheiden. Die Endzeitschau, unter der die WTG alles im Namen Gottes zusammenhält,
ist mit "1975" wieder als haltlos und unglaubwürdig erwiesen, eine nunmehr auch
allzu durchsichtige Unterbringungsmöglichkeit für die politischen Ambitionen
antikommunistischer Art. Die Hauptverantwortung für die nun erforderliche Entscheidung
und Führung tragen die Ältesten überall. Den Gemeinden der Hebräer schrieb der
Apostel: " . . . eure Vorsteher . . . denn s i e wachen über eure Seelen, um einst
Rechenschaft darüber abzulegen" (Hebr. 13:16,17) ' Sie müssen handeln, wenn sie
nicht als schuldig zur Rechenschaft gezogen werden wollen.
F. F.
ES GEHT UM DAS GELD DER VERKÜNDIGER
Wir appellieren an die Vernunft der verschiedenen Aufseher
und Ältesten, verantwortungsvoll zu handeln. Ihr seid es, die große Verantwortung
tragen. Jede Summe Geld, die über die Grenze der DDR geschmuggelt wird, habt Ihr zu
verantworten. Ihr Bezirksaufseher gebt an die Kreisaufseher die Anweisungen. Ihr
Kreisaufseher gebt die Anweisungen u. a. auch an gewisse "Wohnblockdiener", und
solche horten das Geld, die "gute Hoffnung", und halten es ständig bereit.
Nun einige ernste Worte an die Kuriere, die das Geld zu transportieren haben. Lehnt diesen gesetzwidrigen Schmuggel ab, macht Euch nicht strafbar. In der Schrift ist es nach Matth. 22:15-22 Christenpflicht, den Finanzgesetzen des Staates in jedem Fall gehorsam zu sein, wenn geschrieben steht, "gebt dem Cäsar, was des Cäsars ist". In seinen Obrigkeitsweisungen erläutert der Apostel Paulus in Römer 13:7 das mit den Worten, "lasset allen zukommen, was ihr ihnen schuldig seid, Steuern dem, dem die Steuer gebührt, Zoll dem, dem der Zoll zukommt." Daraus folgt unbestritten, daß die Christen die staatliche Gesetzgebung auch in .geldlicher Hinsicht in jedem Lande korrekt zu befolgen haben. Sei es im Devisenverkehr, Geldein- und -ausfuhrbestimmungen, Steuer- oder Zollgesetze für Waren oder Werte.
Immer wieder taucht die Frage auf, was mit dem Geld der "guten Hoffnung" (GH) geschieht. Würde manchem bekannt, wieviel Geld allein monatlich zusammenkommt, er würde sich sehr darüber wundern, daß seine Organisation niemals eine offene Hand, kein barmherzig Herz für notleidende Geschwister hat. Mancher Aufseher glaubt von sich aus richtig zu handeln, wenn er von dem reichlich vorhandenen Geld dem Bedürftigen in der Versammlung, sei es für einige Zentner Kohlen oder für Notfälle, eine kleine Geldspende zukommen ließ. Kam dieser Liebesdienst aber vor die Ohren der Aufseher im Bethel, was doch "Haus Gottes" heißt, dann war was los, dann mußte er mindestens einen Verweis einstecken und sich rüffeln lassen.
Anders war es z. B. bei Kreisdienern. Sie erhielten einige 100 Mark, auch gefälschte Personalausweise, und im Falle ihrer Verhaftung finanzielle Unterstützung, die der Frau gezahlt wurde.
Nur eine kaltherzige, unbarmherzige Organisationsleitung konnte sich andererseits äußern: "Wir sind doch kein Wohltätigkeitsverein, keine Unterstützungsorganisation!". Die WTG hat. es kaum jemals interessiert, wovon und wie der einzelne kleine Verkündiger lebt. Um so lebhafter war das Interesse, von ihm zu erfahren, ob er auch nicht versäume, regelmäßig, wenn möglich auch recht viel, mit Geld seinen Beitrag der Organisation zu leisten. Die "Spendenfreudigkeit" wird deshalb von der WTG mit Argus-Augen beobachtet.
Bei jedem Kongreß, in jedem WT, in jeder Weisung vom Bethel kommt immer wieder zum Ausdruck, "bald" komme Harmagedon, immer wieder, jahraus, jahrein. Unter dieser Erwartung ist es auch nicht verwunderlich, wenn dann viele Zeugen in primitiven Verhältnissen leben und nichts Besonderes tun, um es zu ändern, wie sie auch anderen keineswegs zu predigen haben, die Verhältnisse zu verbessern. Gar selbstlos geben sie ihr Geld. der Organisation, und je dürftiger die Lage ist, aus der sie das tun, desto größer wird mitunter das Angewiesensein auf den Trost der Organisation. So schließt sich auch hier der Kreis.
Die WTG verkündigt die sensationelle Botschaft vom bereits aufgerichteten Königreich Gottes. Da der Termin 1975 dabei aufgestellt wurde, um seit 1966/67 aus rückläufigen Zahlen herauszukommen (Jahrbuch 1975, S. 240), wird sichtbar, welche bedeutende Rolle die jährliche Literaturverbreitung für die WTG spielt, was letztlich finanzielle Interessen zum Ausdruck bringt. Um der Verkündigung willen brauchte man nicht jedes Jahr neue Bücher, die kaum etwas Neues bringen.
Andererseits ist die Literatur auch ein geeignetes Mittel, in beliebigen Ländern Drangsale oder gar Verfolgungen herbeizuführen, um "Prophezeiungen" zu "erfüllen". Die WTG-Geschichte ist in der Tat durch gar viele Beispiele eines entsprechend herausfordernden Vorgehens gekennzeichnet, religiös und politisch, vorsätzlich, bewußt und willkürlich inszeniert, Gesetzesverletzungen durch Schmuggel und Devisenvergehen nicht ausgeschlossen.
Wie viele Brüder In aufopferungsvollem Dienst ihre Gesundheit, Ihre Freizeit und oft all ihren Besitz verlieren, das hat die WTG noch nie sonderlich bewegt. Das sind sozusagen die kalkulierten Risiken der Organisation. Ganz zu schweigen von persönlichen und familiären Schwierigkeiten, den schwersten Gewissensnöten, in die viele durch die Anweisungen der Gesellschaft gebracht wurden. Wie viele haben alles geopfert, Gesundheit, Arbeit, Geld und sterben verlassen, ohne Mitleid und Teilnahme, nach jahrelanger Qual verlassen und einsam. Es sind unsere Nächsten, denke daran. Ja liebe Brüder und Schwestern, im tatsächlichen Leben sieht vieles ganz anders aus, als es die WT-Brille des "geistigen Paradieses" hinstellt. Durch den Dienst neben dem Beruf werden Haushalt und Familie zu oft vernachlässigt. Notwendigste persönliche Bedürfnisse werden hintenan gestellt, ja man bringt kaum Verständnis dafür auf. Der dauernden Höchstbelastung, Jahr um Jahr sind die meisten überhaupt nicht gewachsen. Es kommt zu Streitigkeiten, Entzweiungen, ja oft zu vollständigen Zerwürfnissen mit den Kindern und mit den Ehepartnern. Wieviele Familien unter den ständigen WTG-Forderungen nach Höchstzahlen leiden, unter der ständigen WTG-Hochspannung einerseits und Untergrundbelastung andererseits, unter dem Gewissenszwang zur Gesetzesverletzung - du darfst es nicht einmal kritisieren. Alles ist dem WTG-Dienstinteresse untergeordnet, dessen Blöße mit 1975 nun wieder offenbar wird. Erträgst du das nicht, wirst du wegen Ungehorsam ausgeschlossen.
Anspruch und Wahrheit der WTG klaffen weit auseinander, im Grunde fühlst du das selbst schon. Die Vermessenheit des "allein in der Wahrheit" regiert, versteckte Herzen treiben Anmaßung im Namen Jehovas, indem sie - obwohl sie in jeder Hinsicht unvollkommen, fehlbar und sündhaft sind alle Kritik unterdrücken.
Habt ihr euch noch keine Gedanken darüber gemacht, daß die WTG niemals Rechenschaft darüber ablegt, wieviel Geld auf die verschiedene Weise eingenommen wird? Durch Spenden, Literaturumsatz oder Zuwendungen durch Gönner und andere Interessenten? Diese Geheimhaltung hat doch ihren Sinn. Disqualifiziert die WTG sich hier gleichsam zu einem kapitalistischen Konzern und seinen Profitverschleierungen, was die Methoden betrifft, so ist es jedoch unmittelbar gefährlich ihr zu folgen, was die Verletzung von Recht und Gesetz durch Geldschmuggel aus unserem Lande betrifft. Es ist in zweifacher Hinsicht gefährlich. Es ist eine Abstumpfung und Korrumpierung des christlichen Gewissens, für das am Ende nur noch ein Fetzen Papier, ist was in Matth. 22:15-22 und Römer 13:7 geschrieben steht, was man zwar noch immer auf den Lippen hat, auch vor den Zollkontrollen, die jedoch bedenkenlos angelogen werden.
Neben dieser Schande auf Bibel und Gott durch täuschende fromme Worte ist die andere Seite der Gefährlichkeit die Strafbarkeit der Sache. Das Gesetz zur Regelung des innerdeutschen Zahlungsverkehrs vom 15. Dez. 1950, Gesetzblatt der DDR Nr. 141, 22. Dez. 1950, und die Geldverkehrsordnung vom 20. 9. 1961, Gesetzblatt der DDR Nr. 69/1961 und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen verbieten die Geldausfuhr unter Umgehung staatlicher Kontrolle. Dies gilt für jeden Bürger der DDR, für jede Gemeinschaft, Kirche, Vereinigung, gesellschaftliche Organisation, Partei oder sonstige Institution. Wer diese Gesetze verletzt, ob Christ oder nicht, handelt kriminell. Da dies im Fall der Zeugen Jehovas unter WTG-Anleitung organisiert geschieht, auf der Grundlage antikommunistischer Staatsfeindschaft, nimmt diese Organisation kriminellen Charakter an. Ja, es ist viel zu überwinden.
Die kriminelle Verletzung der
Finanzgesetze unseres Landes vor dem Hintergrund des WTG-Antikommunismus, der von der WTG
befohlenen Untergrundtätigkeit und "1975" ist mehr als hinreichend Grund und
Anlaß, Anspruch und Wahrheit der WTG ernsthaft zu überprüfen. Dabei muß man der
Situation ins Auge schauen, daß dies die Fundamente berührt, weil es um die Ehrlichkeit,
Wahrhaftigkeit und Glaubhaftigkeit des Christseins geht, von dem ausgehend man sich jetzt
neu entscheiden muß.
W. D.
DER FEIGENBAUM BLÜHT NICHT, DIE
WTG-ENDZEIT IST EIN FEHLSCHLAG
Die ständige kritische WT-Prüfung
Der Wachtturm, 15. März 1975, Nr. 6
"Ein Gedenkabend"
Nebenartikel
Es ist der jährliche Gedächtnismahl-Artikel. Er lenkt
unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Irrtümer und Fragwürdigkeiten, von der WTG damit
verbunden. So gibt es keine stichhaltige biblische Begründung, für die Nachfolger Jesu
seit 2000 Jahren aus der ganzen Menschheit die Anzahl 144000 buchstäblich zu nehmen. Auch
ist jede "irdische Hoffnung" als Evangelium unchristlich (Phil. 3:17-19). Dann
ist die "Marterpfahl"-Frage nur eine Frage des Begriffs ohne entscheidende
inhaltliche Bedeutung. Die Verächtlichmachung des Kreuzes und damit verbundene
Diskriminierung widerspricht Titus 3:2, "niemanden zu schmähen". Hat die WTG
bis 1931 z. B. nicht selbst das Kreuz Christi verkündet, wie "Kreuz und Krone"
über 70 Jahre lang auf dem WT demonstrierten? War man deswegen kein Christ? Zählen
Begriffe und Holzformen mehr als die Beweggründe des Herzens?
"Der praktische Kodex".
"Das Übersetzen der Bibel, eine gefährliche Aufgabe"
Nebenartikel
An den Anfang stellt die WTG hier geschickt ihre eigene
jährliche Flut von Büchern. Die historischen Sachverhalte um die Bibel bezeugen in
Wahrheit, daß es auch unabhängig von der WTG wahres Christentum gab und gibt. Wenn es z.
B. heißt, was Wyclif, Tyndale, Morrison u. a. taten, "war im Einklang mit Gottes
Willen", dann ist damit nur bestätigt, daß auch die Gründer des Protestantismus
aufrichtige Christen waren. Sehr zum Nachdenken.
"Das Werk des Jüngermachens in
Frankreich wird beschleunigt"
Nebenartikel
Frankreich habe 57 000 Verkündiger, und es werden Gebiete
mit Millionen Menschen im Lande genannt, die noch nicht erreicht wurden. Im Jahre 1975!
Der Frankreich-Artikel soll weiteres fleißiges Verkünden bewirken. Von einem Ende 1975
ist keine Rede mehr. Man sehe zwar "den Tag herannahen" und "Jehova werde
es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit", damit hat es sich aber. "Sah" man
das nicht schon immer? Und "Jehova - zu seiner eigenen Zeit" ist auch schon eine
alte Hinhalteformel. "Die Aussichten auf weitere Mehrung sind gut", ist dazu die
Orientierung.
"Wer wird das Zeichen des Sohnes
des Menschen sehen?"
Nebenartikel
Eine deutliche Widerspiegelung, wie die Endzeit weiter
verschoben wird. Wenn bis vor kurzem noch zu glauben war, die "Drangsal" begann
1914 und wurde 1918 "verkürzt", so soll jetzt geglaubt werden, der "erste
Abschnitt jener Drangsal wird die Vernichtung Groß-Babylons sein", kommt also erst
noch! Dann, danach, kämen die "übrigen Bestandteile dieser Welt" an die Reihe,
und erst danach werde "verkürzt"! Damit ist alles seit 1914 um über 60 Jahre,
gleich um zwei Generationen verschoben! Sodann: Sich alles zweimal erfüllen zu lassen,
aber zu behaupten, "sogleich nach der Drangsal" würde sich "nur einmal
erfüllen", ist nichts weiter als Vertuschung der zwangsläufig auftretenden
Verschiebungswidersprüche. Zum Schluß wird getröstet, "noch in unserer
Generation". Noch? Leben aber nicht zugleich immer mehrere Generationen, die sich
überschneiden? So kann immer geschickt weiter verschoben werden.
"Unversehrt bleiben, während
Tausende fallen"
Hauptartikel
Es geht um Psalm 91:7, "tausend werden fallen an
deiner Seite, aber
". Der WT vom 1. Juli 1955, Nr. 13, S. 400, verkündete der
Welt, dies erfülle sich in Harmagedon: "In Harmagedon
wird (Jehova) sich einen
Namen machen und gottergebenen Menschen Befreiung bringen. Der Psalmist sagt: Tausend
werden fallen an deiner Seite
und sehen wirst du
die Vergeltung der
Gesetzlosen". Jetzt verkündet der WT der Welt, das beziehe sich nicht auf
Harmagedon! Die da "fallen",fallen schon eine ganze Weile! Es seien die
"Angehörigen der Christenheit und des Judentums". Sie "fallen dem
geistigen Tod zum Opfer", früher, jetzt, laufend! (S. 181, Abs. 26). - Es geht um
den schrittweisen, möglichst unbemerkten Abbau der bisherigen Harmagedonvorstellungen in
allen Köpfen, um ihre Weiterverschiebung.
"Warum es sich lohnt, unter Gottes
Schutz zu stehen"
Hauptartikel
Drei Kerngedanken treten hervor. Unverfroren erklärt der
WT, was durch die WTG geschehe, sei "eine übermenschliche Führung", was sie
seit 1922 "auszugießen" begann, "muß von Engeln gelenkt und beschützt
worden sein". Es gibt angesichts der WT-Irrungen und Wirrungen allein seit 1922 nicht
den geringsten Beweis für diese Erklärung. Zweitens, im Hinblick auf die sozialistischen
Länder soll es keine Normalisierung geben. Jehovas Zeugen sollen hier weiter dazu
beitragen, einen religiös-politischen Untergrund aufrechtzuerhalten. Es heißt:
"Loyale Zeugen Jehovas haben eine von einem totalitären Staat kontrollierte
Einrichtung abgelehnt" (Abs. 18), und hätten das damit weiter zu tun. Das auch in
Römer 13:1-3 begründete allgemeine staatliche Kontrollrecht wird also den
sozialistischen Staaten gegenüber gezielt verweigert. Die WTG will hier keine
Normalisierung. Drittens, in einer Art "Flucht nach vorn" wird das 1975-Ende
weiter aus den Köpfen vertrieben: "Heute, in dem kritischen Jahr 1975 hat sich der
Höchste, Gott, einen Namen gemacht, nicht durch Christenheit und Judentum, sondern durch
Jehovas christliche Zeugen", die "auf unabsehbare Zeit wandeln, ja
immerdar". Das. der Welt verkündete falsche 1975 Ende wird einfach in einen Sieg
für Gott und die Zeugen umgedreht. "Jehova wird sich freuen". Was die WTG alles
vorgibt zu wissen!
Der Wachtturm, 1. April 1975, Nr. 7
"Warum wird das Leben immer teurer?"
Nebenartikel
"Unser Land und die übrige industrialisierte Welt
scheint am Rande des Bankrotts und des wirtschaftlichen Zusammenbruchs
dahinzuschwanken", zitiert der WT die New York Times, USA. Die sozialistische Welt
wird einfach mit vereinnahmt. Sie wird einfach ignoriert. In den sozialistischen Ländern
ernsthaft mit solchen Zitaten herumlaufen? Haben wir hier die Millionen Arbeitslosen z.
B.? Mit solchen WT-Argumenten hier herumlaufen ist darum politische Entstellung unserer
Verhältnisse. Das kann doch nur, wer keine Übersicht hat oder bedauerlich
unzurechnungsfähig ist.
"Zeigst du Wertschätzung?"
Nebenartikel
Ein Artikel, die guten Grundsätze der Bibel für das
tägliche Leben wertzuschätzen. So weit so gut, wenn man nicht wüßte, daß es der WTG
jetzt darauf ankommt, die Sinne mit allem zu erfüllen, was hilft, die 19757-Endzeit
wieder zu verdrängen. Die Organisation ist in erster Linie eine Endzeitgemeinschaft.
Alles andere praktizieren andere Kirchen und Gemeinschaften auch und oftmals viel besser.
"Gottes Dinge wertschätzen"
Hauptartikel
Der Jahresbericht 1974 mit üblichem Kommentar. Der
Artikel zuvor dient der Einstimmung. Es geht in Wirklichkeit um die "Wertschätzung
des nun durch 1975 tödlich angeschlagenen Verkündigungswerkes als "Gottes
Dinge". Wir wollen die Verschiebungen, die auch hier hervorlugen (die "Drangsal"
kommt erst noch, Abs. 12), übergehen. Was ist das Ergebnis der weltweiten Anstrengungen
1974? Es wurden zwar 297 872 Personen getauft, aber, es waren nur 224 040 Verkündiger
mehr. Bei der natürlichen Sterbequote von 1 Prozent ergibt sich ein bleibenden Verlust
von etwa 57 200 Personen, die 1974 der Organisation wieder den Rücken gekehrt haben! Wir
können also feststellen, daß sich das Werk nur noch unter einem
"Menschenverschleiß", der in die Zehntausende geht, mühsam dahinwälzt.
"Wirst du das 'Kommen' Christi
erleben?"
Nebenartikel
Dieses 'Kommen' wird hier auf Harmagedon bezogen, wovon
man "weder Tag noch Stunde" wissen könne. Aber auch seit 1914 soll Christus
bekanntlich schon "gekommen" sein, seither "gegenwärtig". Dieses
'Kommen' wurde auf "Tag und Stunde" berechnet, auf Oktober 1914. In Matth. 24
ist aber von solch zweierlei 'Kommen' keine Rede. Dann werden die 6000 Jahre
Menschheitsgeschichte genannt, der siebente Schöpfungstag, der "Ruhetag" Gottes
und die "Tausendjahrherrschaft". Und der WT sagt dazu: "Wie könnte es
somit irgendeinem Menschen heute möglich sein, dies zu berechnen?' Was denn, muß man
fragen, wenn man versucht, sich hier durchzufinden. Das 'Kommen'? Die 6000 Jahre Weltzeit?
Die 6000 Jahre vom "Ruhetag"? Den Beginn der Tausendjahrherrschaft? Aber mit dem
Enddatum 1975 wurde vor aller Welt der "Ruhetag" berechnet: "Was bedeutet
1975? Bruder Franz ging ausführlich auf Einzelheiten ein und zeigte, wie begründet das
Jahr 4026 v. u. Z. als Datum für den Anfang des Ruhetages Gottes ist" (WT 1. Jan.
1967, S. 22f, Nr. 1, dt.). Damit i s t verkündet, daß 1975 die 6000 Jahre des
"Ruhetages" Gottes enden, Harmagedon fällig ist und mit diesem Jahr der
Tausendjahrherrschaft Christi beginnt! Jetzt auf einmal kann überhaupt keiner irgendein
'Kommen' berechnen! Jetzt ist "jener Tag" nur noch "tatsächlich
nahe"! Jetzt gibt es nur noch eine "Wahrscheinlichkeit, jenen Tag und jene
Stunde" zu erleben! (S. 218). "Unser ganzes Leben" durch den Glauben
"beeinflussen" lassen, wird jetzt wieder betont, während "den Tag nicht zu
wissen" nunmehr eine "Prüfung" sei! Alles in allem auf gut Deutsch, auch
diese Generation erlebt nichts.
"Salbung der himmlischen Hoffnung,
wie zeigt sie sich ?"
Nebenartikel
Die Zunahme der Überrestglieder soll verhindert werden.
Wird erkannt, daß eine "irdische Hoffnung" unchristlich ist? (Phil. 3:17-21).
Der WT schreckt vor keiner Diffamierung zurück. Wer jetzt der "einen Berufung"
(Eph. 4:4) folgen will, wird übel verdächtigt. Das irdische Leben könne ihm
"vergällt" sein, der "Einfluß anderer" oder "Drogen" oder
"ein introvertierter Hang zur Phantasie, zur Verträumtheit oder zu abstraktem
Denken" oder "Musikbegleitung" oder auch "Ehrgeiz" könnten im
Spiele sein.
Der Wachtturm, 15. April 1975, Nr. 8
"Eine Weit ohne Verbrechen, sehnst du dich wirklich
danach?"
Nebenartikel
Die ganze Welt einschließlich der sozialistischen Länder
wird wieder nach der Verbrechensstatistik der USA beurteilt. Die bekannte
verantwortungslose politische Schwarzmalerei und Verleumdung durch die WTG. Die soziale
Sicherheit z. B. in den sozialistischen Ländern existiert für die WTG überhaupt nicht.
Angesichts dessen, daß die WTG dabei ist. ihr "Ende" munter weiter zu
verschieben, ist das alles zugleich ein Mißbrauch der Sehnsüchte und Gefühle einfacher
Menschen, die die Dinge nicht überschauen.
"Hast du so sehr gesündigt, das
Gott dir nicht vergeben kann?"
Nebenartikel
Gleich am Anfang steht für die WTG als Sünde, "auf
Grund der herrschenden Ungerechtigkeit berechtigt zu sein, die Dinge selbst in die Hand zu
nehmen". Im Klartext heißt das, Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit ist Sünde vor
Gott. Der politisch-asoziale Mißbrauch des Evangeliums durch die WTG, oder anders, hätte
man das seit Beginn der WT-Verkündigung ernst genommen, befänden wir uns noch in den
Zuständen des vorigen Jahrhunderts. Die WTG täte sodann besser daran, zuerst vor der
eigenen Tür zu kehren und um Vergebung für all das zu bitten, was sie an Endzeitirrungen
und Wirrungen mit 1799, 1874, 1914, 1925, 1945 und nun 1975 in die Welt gesetzt hat. Man
hat die Dinge immer selbst in die Hand nehmen müssen.
"Jehovas Zeugen berichten über
ihre Fortschritte in Kanada"
Nebenartikel
Eine Widerspiegelung des Zustroms zur Organisation auf
Grund der gegenwärtigen kapitalistischen Krisen. Es wird nicht vergessen zu erwähnen,
daß ein Neugewonnener "Kommunist war". Und "11 Prozent aller gegenwärtig
in Kanada tätigen Zeugen Jehovas" seien "erst kurze Zeit getauft". Diese
neuen Zeugen bilden möglicherweise überall den Kern derer, mit denen die WTG nach
"1975" weiter rechnet, weil sie die Vergangenheit kaum oder nicht kennen und
daher am leichtesten weiter endzeitlich hingehalten werden können.
"Wie erhalten Christen geistige
Speise?"
Nebenartikel
Es geht um die Sicherung der WT-Abhängigkeit.
"Selbst in der Bibel zu lesen, genügt nicht". Das "irdische Werkzeug"
Gottes, die WTG sei nötig. Dies sei die Klasse des "treuen und verständigen
Sklaven", insgesamt der "Leib Christi", davon der "Überrest". In
Wahrheit spielen die ca. 10700 "Überrestglieder" fast überhaupt keine Rolle
mehr. Längst beherrschen die "Irdischen" (Phil. 3:17-19) die Organisation.
Dennoch geschieht alles in ihrem Namen. Die "geistige Speise" sagt schließlich
alles. Man füttert die Menschheit mit einer "irdischen Hoffnung", die weder
Christus noch die Apostel gepredigt haben. Lies Eph. 4:1-6, Phil. 3:17-19, Gal. 1:6-9. Der
1975-Fehlschlag bestätigt das erneut. Wie "treu und verständig" ist das?
"Wer ist Jehova, daß alle ihn
anbeten sollten?"
Hauptartikel
Zwei Schwerpunkte. "Ausschließliche Ergebenheit
Jehova gegenüber" und "Keine Anbetung des weltweiten politischen Systems des
Teufels". Es wird völlig mißachtet, daß das "politische System" nicht
vom Teufel ist, sondern sich ganz natürlich aus den schöpfungsbedingten sozialen
Lebensbedürfnissen ergibt und somit sogar "Diener Gottes" und
"obrigkeitliche Gewalt von Gott" ist, eine "die Menschen betreffende
Ordnung", der Christen "um des Herrn willen untertan" zu sein haben. Römer
13:1-7, 1. Petr. 2:13. Wahrend jetzt die WTG-Unglaubwürdigkeit mit 1975 immer
offensichtlicher wird, soll weitergeglaubt werden, Ergebenheit zu Gott gleiche der
Ergebenheit zur WTG, damit keiner aus der endzeitlichen Hinhalterei aufwacht und sich
sozial vernünftig orientiert und engagiert.
"Warum man Jehova anbeten
sollte"
Hauptartikel
"Wir brauchen an Gottes Macht, diesem weltweiten
System der Dinge noch in unserer Generation ein Ende zu machen, keinen Moment zu
zweifeln", antwortet der WT. "Noch in dieser Generation"? Das schließt
doch schon wieder dreißig weitere Jahre ein! Eine wahre Gummiformel, mit der man immer
weiter hindehnen kann! Wer zurückschaut, sieht das seit 1874 schon angewandt. "Die
schmutzige Politik dieser Welt" heißt es dann andererseits. Ist die Gesundheits- und
Sozialpolitik in unserem Lande z. B. "schmutzige Politik"?
Was sind das für oberflächliche oder gewissenlose WT-Schreiber? Was ist das für eine Anbetung Jehovas? Wo verlangt er solche politischen Verleumdungen? Ist nach Römer 13:1-7 Politik nicht auch "von Gott" und "zu deinem Besten"?
"Wenn Jugendliche fragen: Warum
christliche Zusammenkünfte besuchen?"
Nebenartikel
Fünf Zusammenkünfte in der Woche ist eine Auslastung bis
an die Grenze des Zumutbaren. Immer weniger Jugendliche haben offenbar Angst, das zu
kritisieren. Die WTG reagiert hier mit "Zuckerbrot und Peitsche". Alles
"Gute" wird aufgezählt was die Zusammenkünfte bieten würden. Zwischendurch
knallt die Peitsche. Die Eltern könnten "wegen Vernachlässigung vor Gericht kommen,
und das Kind mag in einer Anstalt untergebracht werden", wenn es unbeaufsichtigt zu
Hause gelassen werde. Wegen Nichtbesuch von Zusammenkünften vor Gericht oder in eine
Anstalt? Also Zwangserziehung? "Deine Eltern könnten dir also einfach befehlen, zu
den Zusammenkünften zu gehen", folgert der WT. Natürlich ist das nur
Peitschengeknall, leere Drohung. Kein Gericht macht da mit. Doch sind diese
WT-Äußerungen auf die Silbe abgewogene scheinjuristische Formulierungen, die Jugendliche
in ihrer Unerfahrenheit verängstigen können, zwingen können. Was die WTG gegebenenfalls
will, wie diese Äußerungen beweisen. Doch wovon überzeugt das?
W. Ko
ENDZEIT MIT GUTEM GEWISSEN NICHT MEHR
ZU VERKÜNDIGEN
Was "1975" erfordert
Die erneute Endzeitfehlverkündigung mit 1975 - wer es
geglaubt und verkündigt hat - was nun? Wer kann der Verkündigung noch glauben? Wem kann
man diese Endzeitverkündigung nun überhaupt noch zumuten? Das Vertrauen ist endgültig
verspielt. Nur Unwissende, Oberflächliche oder Leichtgläubige können noch
"hören". Die WT-Endzeit ist mit gutem Gewissen nicht mehr zu predigen.
Wie nie zuvor ist es darum nötig, sich über das WT-Werk gründlich zu informieren, was nun werden soll. Wer es bis jetzt verantwortet hat, sich, seinen Angehörigen und den Mitmenschen diesen WT-Endzeitfehlschlag zu verkündigen, ist vor Gott und Menschen geradezu verpflichtet, nunmehr innezuhalten, aufzumerken und zu korrigieren. Wenn du einem Menschen einen falschen Weg gewiesen hast und du erkennst das, wäre es nicht gewissenlos, die Wegweisung nicht zu korrigieren? Dazu muß man gar kein Christ sein. Und wie nie in einer Zeit zuvor gibt es heute Werke, Darstellungen, Einschätzungen, Tatsachenberichte, Erfahrungen und Dokumentationen, die es jedermann, wenn er es nur ernstlich will, ermöglichen, die nun fällige WTG-Überprüfung vorzunehmen. Im deutschen Sprachraum liegen bisher neu folgende Werke vor
"Falsche Zeugen stehen wider mich
- dreißig Jahre ein Sklave des Wachtturms", W. J. Schnell, 1959 -
"Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi", H.
J. Twisselmann, 1961 -
"Ich war Zeuge Jehovas", G. Pape, 1961 -
"Hirten ohne Erbarmen. Ich war eine Zeugin
Jehovas", Josy Doyon, 1967, 1973 -
"Die Wahrheit über Jehovas Zeugen", G. Pape,
1970 -
"Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die
Wachtturmgesellschaft", M. Gebhard, 1970 -
"Geschichte der Zeugen Jehovas", D. Hellmund,
1971 -
"Viele von uns werden niemals sterben. Geschichte der
Zeugen Jehovas", A. Rogerson, 1972
Mehrere dieser Werke haben bereits Neuauflagen erlebt und liegen auch in anderen Sprachen vor, z. B. in Englisch und Italienisch. Andere Arbeiten liegen in Englisch, Polnisch und Russisch vor.
Zur Ausrüstung in den jetzt fälligen
WTG-Fragen in der DDR gehören unbedingt folgende Materialien, die jeder, der damit
befaßt ist, kennen sollte:
1. Das 1970 vom Urania-Verlag in der DDR veröffentlichte
Werk "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft",
M. Gebhard. Öffentliche Beurteilungen dieses Werkes in der BRD finden Bezeichnungen wie,
"ein Buch, das man nicht ohne Spannung in die Hand nimmt", oder
"hochbrisanter politischer Sprengstoff", hochinteressant, bisher unbekanntes
oder unbeachtet gelassenes Quellenmaterial in Hülle und Fülle, wichtige
Denkanstöße" u. a. m.
2. Aus Anlaß des auf "Frühherbst des Jahres
1975" weltweit von der WTG proklamierten erneuten Weltendetermins veröffentlichte
die Zeitschrift Christliche Verantwortung" Nr. 73, August 1975 - den regelmäßigen
CV-Lesern bekannt - als Sonderausgabe eine Dokumentation über die Haltlosigkeit und
Unglaubwürdigkeit der gesamten WTG-Endzeitverkündigung von Anbeginn an.
3. Letztlich ist es unerläßlich, laufend die Zeitschrift
"Christliche Verantwortung" zu verfolgen. Eine Beurteilung aus der. BRD besagt,
CV "beobachtet sehr genau alle Vorgänge und Äußerungen der WTG, dokumentiert sie
und versucht, ihre Bedeutung zu erfassen. Diese kritische und dokumentarische Funktion
übt sonst keine Stelle im deutschen Sprachraum aus".
Die jetzt fällige Auseinandersetzung mit der durch "1975" wieder erwiesenen Unglaubwürdigkeit der WT-Endzeitverkündigung stellt natürlich sofort auch die Frage nach dem verantwortungsbewußten Weitergehen, vor allem in "irdischer" Hinsicht. Aus der falschen Weltendeverkündigung resultiert doch die ganze negative Verhaltensweise in den notwendigen "irdischen" Fragen des Lebens, in die auch die Christen durch ihre schöpfungsbedingten sozialen Lebensbedürfnisse eingebunden sind. Auch die WTG hatte deshalb in Wirklichkeit nicht daraus entbinden können, was letztlich nur dazu geführt hatte, sozial und gesellschaftlich in Konflikte zu geraten bis hin zu Gesetzesverletzung und Straffälligkeit. Wurde doch dieser Mißbrauch der Bibel so weit getrieben, daß man glaubte, nicht einmal mehr die Finanzgesetze des Staates respektieren zu brauchen. Mit dem 1975-Fehlschlag dürfte die staatspolitische Endzeit-Irreführung, die "Herrscher" hätten "kein Recht" mehr, auch dem Begriffstutzigsten einsichtig sein.
Die falsche Weltendeverkündigung unter der dazu eingeführten staatsfeindlichen Alternative "Christentum oder Kommunismus" bewirkte auch, den Grundsatz der Schrift, "aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan zu sein" (l. Petr. 2:13) mit Bezug auf die sozialistische Gesellschaftsordnung gröblichst zu mißachten, gegen sie zu kämpfen und zu hetzen. Die WT-Schriften mit ihren antikommunistischen Ausfällen dokumentieren das. Auch das sollte mit "1975" endgültig einsichtig sein.
So muß besonders in diesen "irdischen" Fragen eine neue Verhaltensweise Platz greifen. Rechte und Pflichten müssen erkannt werden. Ein Weg dazu ist, zur Hand zu nehmen, was unsere gesellschaftlichen Verhältnisse und die Verantwortung als christlicher Staatsbürger darin verstehen hilft. Es muß gefordert werden zu beachten, was dazu von "obrigkeitlicher" Seite gesagt und getan wird. In der DDR ist hierbei speziell die CDU als "obrigkeitliche" Partei maßgebend, was die Christen betrifft. Es muß Schluß gemacht werden mit der Mißachtung dessen, was hier "zu deinem Besten" geschieht. Römer 13:1-7 ist ein eindeutiges göttliches Gebot, das man nicht drehen und deuteln kann, wie man will. Die WTG hat hinreichend Schindluder damit getrieben, wie ihre Obrigkeitsauslegungen beweisen. Um die richtige Verhaltensweise zu finden, müssen speziell die "obrigkeitlichen" Kommunikationsmittel besser beachtet werden. Wir wollen ein Beispiel sehen.
Unter dem Thema "Von Liebe und Verständnis zu den Kranken erfüllt" wurde in der CDU-Zeitung "Neue Zeit" vom 14. Aug. 1975 ein Bericht über Prof. Dr. sc. med. Joachim Arndt, Direktor der Radiologischen Klinik in Jena, veröffentlicht. Wir lesen, wie Prof. Arndt als hervorragender Krebsspezialist tätig ist. "Die Kraft für seinen schweren Beruf schöpft er wohl vor allem aus seinem tiefen Glauben. Sein tatbereites Christsein prägte seine Persönlichkeit, die erfüllt ist von dar Erkenntnis, für andere dazusein, Frieden zu stiften, dem Nächsten zu dienen und nach Kräften für das Gemeinwohl zu wirken. Aus der christlichen Ethik erwuchs auch sein gesellschaftliches Engagement. Jetzt ist Prof. Arndt schon viele Jahre Mitglied unserer Partei. Er hat hier Anteil an der Verwirklichung des gesellschaftlichen Auftrages der CDU. Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Gesundheits- und Sozialpolitik des Hauptvorstandes unserer Partei. In der Radiologischen Klinik in Jena wurden international stark beachtete Erfolge erzielt. Unser Melde- und Überwachungssystem für Krebskrankheiten in der DDR ist international vorbildlich, erklärt Prof. Arndt. Ich lernte einen Arzt kennen mit großer Menschenkenntnis, mit tiefem Verständnis für jene, die Sorgen und Kummer haben, der erfuhr ist von der Liebe zu den Menschen", sagt die Reporterin Marianne Waterstadt zum Schluß.
Was können Jehovas Zeugen hier sehen? Zum Beispiel, wie die "obrigkeitliche" Gesundheits- und Sozialpolitik in unserem Lande zustande kommt, wer ihre Träger oder die Beteiligten sind. Das soziale und gesellschaftliche Eingebundensein wird bewußt die Unumgänglichkeit der Mitverantwortung und Mitarbeit von "unten nach oben", weil es sonst keine solche Politik gibt, die den Bedürfnissen gerecht wird. Wir wünschen keinem Zeugen Jehovas eine Krebskrankheit, um erst dadurch zu begreifen, was die "obrigkeitliche" Gesundheitspolitik in unserem Lande bedeutet. Wir sehen aber auch das andere, nämlich wie verantwortungs- und gewissenlos die WT-These von der "schmutzigen Politik" ist (WT 15. 4. 75, S. 249, Abs. 13, dt.). Wie verantwortungsbewußte Menschen damit verleumdet werden, wie dadurch mit Füßen getreten und besudelt wird, was "obrigkeitlich" zu "deinem Besten" geschieht, geschehen muß.
In den Versammlungen und Studiengruppen
sollten darum auch die "obrigkeitlichen" Kommunikationsmittel auf den Tisch
gelegt werden. Besonders das darin sollte Gegenstand der Betrachtung sein, was die
staatsbürgerlichen und sozialen bzw. gesellschaftlichen Rechte und Pflichten der Christen
betrifft. Die Weisungen in Römer 13:1-7 verpflichten uns geradezu, das zu tun. Die
gründliche Vergewisserung über das, was der 1975-Endzeitfehlschlag der WTG bedeutet und
die aufmerksame Prüfung dessen, was sich aus den doch bleibenden schöpfungsbedingten
sozialen Lebensbedürfnissen in christlicher Verantwortung ergibt, ist das Gebot der
Stunde.
P.
ZUSCHRIFTEN / BERICHTE / INFORMATIONEN
Veränderte Neuauflage von "Vergewissert euch!"
Mit 9 Jahren Verzögerung hat die WTG nunmehr in deutscher
Sprache eine Neuauflage des Buches "Vergewissert euch über aller Dinge" 1974
herausgebracht. Die Neuauflage in den USA bzw. für den englischen Sprachraum erschien
schon 1965. Die Neuauflage wurde in den USA gedruckt und unter Umgehung des
BRD-Zweigbüros von der WTG in Wien, Österreich, im "Selbstverlag" für den
deutschen Sprachraum herausgegeben. Auffälligste Veränderung der Neuauflage ist eine
starke Reduzierung der bisherigen unter dem Stichwort "Kommunismus" in diesem Lehrbuch
vorgetragenen, antikommunistischen hetzerischen Ausfälle und Verleumdungen. Damit ist
erwiesen, daß der deutsche WTG-Zweig an der Grenze zu den sozialistischen Ländern fast
ein Jahrzehnt lang verschärft zu antikommunistischem Vorgehen angehalten und mißbraucht
wurde. Ein ausführlicher Bericht hierzu. ist in Vorbereitung.
Weltende im "Eulenspiegel"
Im "Eulenspiegel", der Zeitschrift für Satire
und Humor, Berlin, Nr. 31/75, erschien auf der Rückseite eine ganzseitige satirische
Darstellung der auch von den Zeugen Jehovas verkündeten endzeitlichen apokalyptischen
Reiter. "Jedem sein Stück Apokalypse", heißt es u. a. dazu. Die Darstellung
zusammenbrechender Hochhäuser könnte fast aus einem WTG-Buch entnommen sein. Angesichts
der mit den kapitalistischen Krisen gegenwärtig aufwallenden Hoffnungslosigkeiten, in der
auch die WTG kräftig "jagt und fischt", wird diese Darstellung ohne Zweifel
einst ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument aus dem Jahre 1975 sein. Sicher wird
das Zweigbüro in Wiesbaden jemanden beauftragen, es zu beschaffen.
Neues katholisches Traktat in der BRD
über 1975
Mit dem Titel "Jehovas Zeugen und das Jahr 1975"
verbreitet das Katholische Informations-Büro Glaubensgemeinschaften in Bad
Waldsee-Haisterkirch, BRD, ein Traktat, in dem es u. a. heißt: "Die Hoffnungen, die
sie in den Menschen (mit 1975) erweckten, denen sie im Namen Gottes, im Namen der Bibel
verkündigten, interessieren nicht mehr! Die,
die ihnen glaubten und enttäuscht waren, wurden
verdammt! Jehovas Zeugen aber beanspruchen nach wie vor, "in der Wahrheit" zu
sein."
Freie christliche Zusammenkünfte in
der DDR
WTG-freie christliche Zusammenkünfte, in denen auch
Jehovas Zeugen mit ihrer Bibel willkommen sind, finden statt:
Gemeinde Dresden, Robert-Blum-Straße 6 (b. Adv.-Gem.)
sonntags, Mai/Sept. 9.00-10.30, Okt./April 14.30-16.00
Uhr-
Gemeinde Leipzig, Witzgallstraße 10 (Jgd. Zi. St.
Laurentius),
sonnabends 14.00-16.00 Uhr -
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Gießerstraße 36 (Jgd.-Zi. St.
Joseph),
sonnabends 13.30-15.30 Uhr -
Gemeinde Leipzig, Blumenstraße 74 (b. meth. Gem.)
sonntags, 14.00-15.30 Uhr -
Gemeinde Magdeburg, Bärstraße 9 (Raumgem.)
sonntags, 13.30-15.00 Uhr -
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Schloßstraße 4-6 (Raumgem.)
sonntags, 14.00-16.00 Uhr -
Gemeinde Leipzig, Maurice-Thorez-Straße 22 (Raumgem.),
sonnabends 16.00-17.30 Uhr -
Verbindungaufnahme kann auch über CV vermittelt werden.
CV DURCH DEN WTG-FEHLSCHLAG VON 1975
ALS WAHRHAFTIG UND IM RECHT ERWIESEN
Liebe Leser,
Zum Inhalt dieser Ausgabe laßt uns zurückschauen auf die
erste Stellungnahme von CV im Jahre 1967, nachdem die WTG "1975" proklamiert
hatte. "1975 - Neues WT-Endzeitdatum!" hieß unser Thema (CV 9/1967). Wir
druckten aus einem Brief ab, den damals unter dem Datum vom 16. 1. 67 eine Schwester,
Überrestglied, ehemals KZ-Häftling, tätig im Sonderdienst des WTG-Zweigbüros in
Wiesbaden in der BRD, schrieb: "Es ist etwas Beruhigendes, zu wissen, daß wir mit
Riesenschritten dieser Zeit entgegengehen. Eins steht fest: 1975 sind 6000 Jahre seit der
Erschaffung Adams um und anschließend beginnt die Tausendjahrherrschaft Christi. Da gibt
es nichts daran zu rütteln, denn das steht biblisch und chronologisch fest, außerdem
lügt Gott nicht". Es war erschütternd. Wir schrieben in der ersten Stellungnahme:
"Herr vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun, möchte man mit Luk. 23:34
ausrufen. Aber die WTG weiß, was sie tut. Es ist nämlich nicht ihre erste
Endzeitberechnung". Und: "So muß 1975 die Katastrophe wieder über alle kommen,
die die, Augen vor der wiederholt bewiesenen Unglaubwürdigkeit der WTG verschließen und
sich erneut dem Taumel der Einfalt der WT-Versprechungen hingeben".
Nun ist das Jahr 1975 da und bald schon wieder vergangen. Kein Tausendjahrreich ist in Sicht, von dem vorangehenden Harmagedon ganz zu schweigen. Es liegt buchstäblich am Beispiel der zitierten Schwester auf der Hand, wie die WTG mit dieser falschen Christusverkündigung auch den Überrest, die Auserwählten verführte! Was muß noch geschehen?
Wieviele haben damals CV nicht nur nicht ernst genommen, sondern haßerfüllt verdammt und verbannt. Christus sagte einmal: "Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?" (Joh. 8:46), daran muß man unwillkürlich denken. Wir wissen, daß solche ideologischen Prozesse wie die Entwicklung des Bewußtseins oder der Erkenntnis langwierig und kompliziert sind, die vieler Anstöße bedürfen. So tragisch wie das ist, es wird eben nicht nur Wahrheit geglaubt. Mitunter helfen dann erst die härtesten Auseinandersetzungen.
Langsam aber sicher ändert sich die Lage. Die WTG bedroht zwar jeden CV-Leser gegebenenfalls weiter mit schwersten Sanktionen. Doch wird das langsam wirkungslos, denn Tatsachen lassen sich auf lange Sicht nicht unterdrücken, dazu muß man Stellung nehmen, sonst macht man sich selbst unglaubwürdig. So wird CV immer mehr sorgfältig aufbewahrt Gar mancher sagt: "CV? So etwas gibt es nur einmal, das kann man doch nicht vernichten. Das ist unersetzbar!" Und sie haben nur zu wahr gesprochen. Auch in Wiesbaden weiß man das. Es gibt hier kaum noch eine Studiengruppe, wo CV kein Begriff ist.
Nun ist 1975 da und mit Fug und Recht
kann man sagen, CV ist als wahrhaftig erwiesen. Und CV wird, wie es einmal treffend beobachtet
wurde, weiter "sehr genau alle Vorgänge und Äußerungen der WTG beobachten, sie
dokumentieren und versuchen, ihre Bedeutung zu erfassen", eine einmalige
"kritische und dokumentarische Funktion. im deutschen Sprachraum". Die guten
Wünsche und Hoffnungen aller Mitarbeiter und Mitverbundenen begleiten auch diese
CV-Ausgabe.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung"; Monatsschrift der
Studiengruppe Christliche Verantwortung Herausgeber. Wolfgang Daum, DDR 65 Gera,
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Kto.-Nr: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera
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