Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 72
Ausgehend von einer laufenden Beobachtung der WTG-Veröffentlichungen, notiert diese CV-Ausgabe auch:
"Für die Abergläubischen unter den Zeugen. Obendrein sich selbst widersprechend. Eine Zeugin in New York litt unter 'gelegentlichen Anfällen von Lähmungserscheinungen'. WTG-Älteste stellten fest, daß sie irgendwann von einer Spiritistin 'ein Paar Handschuhe und eine Perlenkette' geschenkt bekam. 'Diese wurden dann ausfindig gemacht und in den Ofen geworfen. Die Frau erholte sich sofort und hat seitdem keinen solchen Anfall mehr erlebt.' Andererseits hätten Zauberfetische, bei Zeugen aufgestellt, um sie zu bannen, 'zur Bestürzung der Medizinmänner ihnen kein Leid' antun können. Der WT verneint, daß diese Ältesten hier als 'Exorzisten dienen'. Aber so etwas ist natürlich Exorzismus."

Aus der polnischen Bibelforscherzeitschrift "Swit" zitiert diese CV-Ausgabe eine Episode, die mit einem Fragesatz endet, auf den allerdings keine Antwort folgt. Die Frage ist demzufolge offen. Auch die WTG ist bis heute eine plausible Erklärung dazu schuldig geblieben. Offenbar schwebte ihr nach dem Vorbild von Lenin und Stalin eine Einbalsamierung ihres großen Führers Rutherford vor. Pech für sie, dass die "satanischen amerikanischen Behörden" diesen Plan vereitelten.

Swit notiert nach der Wiedergabe von CV:
"Rutherford starb am 8. Januar 1942, wurde aber erst am 25. April 1942 beerdigt, also erst nach 3 Monaten und 17 Tagen. Ist das für normale Verhältnisse nicht sonderbar? Ein Vierteljahr lang kommt die Leiche nicht unter die Erde? Was war da los? Wie hat er den Tod gefunden? Was ging da in der WTG-Führung vor?"


CV Christliche Verantwortung

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTGbedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu Ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 72 Gera Juli 1975

ES GIBT KEIN ENDE, ES SOLL "JAHR FÜR JAHR" WEITERGEHEN!
Liebe Leser
Kann man sich das vorstellen? In keinem Leitartikel des WT im ersten Halbjahr 1975 wird jene Endzeit-Jahreszahl, deren Proklamation auf den Kongressen 1966 alles andere überschattete, die Jahreszahl 1975, noch erwähnt. Der WT hat keine Hemmungen mehr, offen entsprechende Zurechtweisungen zu erteilen. Den Pionier-Verkündigern, die sich im Glauben an das, was 1966 da proklamiert wurde, nur noch bis 1975 eingerichtet haben, wird unverblümt erklärt: "…nicht, daß man gerade genügend Geldmittel beiseite legt, um bis zu einem bestimmen Datum in der Mitte der 1970er Jahre auszukommen. Vielmehr bedeutet es, daß man seine Angelegenheiten so einrichtet, daß man im Vollzeitdienst bleiben kann und das Jahr für Jahr." (WT 15. 6. 75, S. 379)

So sieht es also aus! Was werden wir erleben, wenn das Jahr 1975 abgelaufen ist?
Was kann geschehen? Es kann passieren, daß die 300 000, die sich seit 1947 abgewandt haben (Jahrbuch 1974, S.254), nichts sind im Vergleich zu dem Auszug aus der Organisation, der dann beginnen mag. Eine große "Gefahr" sieht die WTG darin, daß sich viele den Brüdern und Schwestern und ihren Versammlungen zuwenden oder ähnliche freie Versammlungen bilden, wie sie sich schon vielfach aus diesen 300 000 und auch ihren Vorgängern gebildet haben, um weiter in Gemeinschaft in der Nachfolge Jesu zu bleiben. Der WT vom 15. Januar 1975 macht das deutlich sichtbar mit seinen Angriffen gegen die "Gruppen", die sich seit 1931 speziell in Abwendung von der WTG entwickelt haben (S. 49). Diese CV-Ausgabe geht in verschiedenen Beiträgen auf diese Thematik ein. Kritische amerikanische Brüder sprachen von Hunderttausenden, die bereits "auf dem Zaun sitzen", das Jahr 1975 noch abwartend.

So gehen wir wirklich in eine Zeit hinein, die von allen eine Neuorientierung erfordert, wenn sie - wir wiederholen das noch einmal - nicht absinken wollen zu einer Gruppe, die als solche völlig unglaubwürdig geworden ist, christlich bzw. biblisch nicht mehr ernst genommen werden und sozial nur noch als verantwortungslos und unzurechnungsfähig betrachtet und behandelt werden kann. Man kann nicht die ganze Menschheit im Namen Gottes und Christi mit 1975 auf eine Lösung aller Probleme durch Gott orientieren, was schon bei seiner Proklamierung 1966 für die WTG nichts weiter war, als ein Mittel zur Wiederhochtreibung absinkender Zahlen und damit letztlich sinkenden Literaturabsatzes (Jahrbuch 1975, "Eine Vorkehrung zur richtigen Zeit", Abs. 1, 2 - S. 240). Zwar zieht der WT jetzt alle Register praktischer Bibelauslegung für das tägliche Leben, der Schwarzmalerei und Abschreckung von allem außerhalb der eigenen Reihen und der Bindung an die WTG - 1975 verdrängend - um aus der 1975-Krise herauszukommen und "Jahr für Jahr" weitermachen zu können. Doch damit kann sie nur "die Herzen der Arglosen täusche", denen vielleicht die WTG-Endzeit-Unglaubwürdigkeit aus dem Blick gerät. Doch man kann nicht einen Endzeittermin mit solchen religiösen und gesellschaftspolitischen Konsequenzen in die Welt posaunen, wie die WTG das - nicht das erste Mal getan hat, ihn dann einfach wieder verschwinden lassen und dann noch erwarten, irgendwo ernstgenommen zu werden. Die WTG-Opposition nach 1975 nimmt ganz andere Dimensionen an! Drei Generationen seit 100 Jahren zum Narren gehalten ist zuviel.

Wir tun darum gut, die erforderliche Neuorientierung in allen berührten Fragen als Christen fest ins Auge zu fassen. Daß es auch unabhängig von der WTG im Glauben weitergehen kann, veranschaulichen die Gemeinschaften, die sich in der Tat seit 1931 schon als Bibelforscher-Vereinigungen gebildet haben. Sie sind ein Weg, für viele schon. Die Ältesten dieser freien Christengemeinden, wie sie sich in unserem Lande nennen, sind schriftgemäß zu Rat und Hilfe bereit. Möge dies jeder angesichts der Endzeitunglaubwürdigkeit der WTG aufrichtigen Herzens erwägen, sich entscheiden und mutig vorwärtsgehen.

Lies, was, die WTG auf dem "theokratischen Kongreß" in Zürich, Schweiz, 1945 verkündigte, um auch in Europa die Harmagedon-Hoffnung von 1939/45 wieder zu "verscheuchen" (Dein Name werde geheiligt, S. 329): "Es wurde ausgeführt, daß wir weder Tag noch Stunde kennen, daß aber die Bibel uns versichert: 'Dieses Geschlecht wird nicht vergehen . . . ' Matth. 24:34. Es ist daher belanglos, ob man nun sagt 'bald' oder 'nicht so bald'. Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, daß es wirklich so sein wird - so muß doch . . . mit aller Kraft allen Nationen verkündigt werden. Dauert es jemand zu lange, dann sei daran erinnert, daß Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun? Die Errichtung der Theokratie ist etwas so Wunderbares, daß man leicht ein ganzes Leben lang darauf warten kann. Bist du im Königreichsdienst vielleicht über deine Kräfte gegangen, weil du die Zeitspanne zu knapp eingeschätzt hast?" (Trost, 1. Juni 1945, Nr. 545, WTG Bern/Schweiz). Wer sich nach 1975 nicht ebenfalls so verhöhnen lassen will, muß jetzt handeln. Wir freuen uns, wenn auch diese CV-Ausgabe dabei weiterhilft.
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Sind sie "träge Sklaven" oder "böse Knechte"? Schau den Tatsachen ins Auge!
"Die Verwüstungen des Heiligtums" -
Eine Zusammenkunft der selbständigen Versammlungen
Pfingsten in Leipzig -
Aus der Bibelforscherbewegung in Polen -
Die ständige kritische WT-Prüfung. WT 4/1975, 5/1975
DIE CV-SONDERAUSGABE 1975!
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SIND SIE "TRÄGE SKLAVEN" ODER "BÖSE KNECHTE"?
SCHAU DEN TATSACHEN INS AUGE
Heftiger denn je zuvor schlägt die WTG jetzt in ihrem Krisenjahr 1975 gegen jene, die sie seit Anfang der dreißiger Jahre mit der Abschaffung des Ältestenamtes als "widerspenstig, selbstsüchtig, blind geworden, mit juckenden Ohren, rebellisch, die Träume träumen, Heuchler, Handlanger des Teufels, die die obrigkeitlichen Gewalten als die Regierungen dieser Welt betrachten, stößig, rücksichtslose Böcke, hochnäsige und riechende Böcke, fett geworden, alle gute Speise vom Tisch des Herrn durchkauen, beschmieren. unwillig und faul, und sie mit ihren schmutzigen Füßen besudeln", aus den von ihr beherrschten Versammlungen vertrieb. Wir können diese Anklagen und Schmähungen nachprüfen in den WTG-Büchern "Rechtfertigung" I, II von 1931. Wir wollen jetzt nicht ausführen, wie recht diese Vertriebenen hatten, wenn sie sich solchen gefährlichen Falschlehren widersetzten, die Obrigkeiten seien nicht die politischen Regierungen. sondern die Führer der WTG selbst, oder das Ältestenamt sei unbiblisch.

Hatte die WTG hiermit doch für Christen lebenswichtige Glaubensfragen allein aus Gründen einer völligen Unterwerfung aller Versammlungen unter ihre unkritisierbare Führung außer Kraft gesetzt. Die Lehrveränderungen in diesen Fragen 1962 und 1971 beweisen und bestätigen das. Die Schläge, die im WT vom 15. Januar 1975, S. 49 dt. jetzt wieder mit einer völlig oberflächlichen, die Kernfragen umgehenden Argumentation ausgeteilt werden, zeigen nach wie vor eine erschreckende Unbußfertigkeit und Reuelosigkeit. Nicht jene, die sie vertrieb und schmähte, hatten fundamentale christliche Lehren verlassen, sondern die WTG selbst, zu denen sie erst nach 30-40 Jahren in etwa zurückkehrte, wie wir sahen. Unfreiwillig hat die WTG jene Vertriebenen selbst als wahrhaftig erwiesen. Oh, würden doch alle nur die Augen in diesen Fragen öffnen und selbst prüfen!

Viele dieser von der WTG unschuldig geschlagenen und geschmähten Brüder und Schwestern sind in unserem Lande in der Vereinigung freistehender Christen (VfC) weiter im Glauben verbunden. Wer ihre Ältesten kennengelernt hat, weiß. daß sie treue, gottergebene Brüder sind, in Hoffnung und Nachfolge Jesu, wie allein die Schrift es lehrt. Nur in Unwissenheit oder Bosheit kann das geleugnet werden. Fehler, Schwächen und Gebrechen kennzeichnen alle Christen. Aber "Gott sieht ja nicht das an, worauf Menschen sehen, die Menschen sehen auf das Äußere, der Herr aber sieht auf das Herz". 1. Samuel 16:7. Möchten wir die Tatsachen sehen.

Im WT vom 15. Januar 1975, S. 49, erhebt die WTG die Anklage jene Vertriebenen seien u. a. deswegen "träge Sklaven" oder "böse Knechte", weil sie "nicht für den Namen des allmächtigen Gottes, Jehova, eintraten". Natürlich lehnten sie als Christen den alttestamentlichen Namen "Jehovas Zeugen" als offiziellen und amtlichen Gemeinschaftsnamen ab, nicht zuletzt wegen der unlöslichen Verknüpfung mit den genannten Falschlehren. Wurde doch auch damit jedes selbständige Bibelforschen abgeschafft zugunsten eines bedingungslosen Zeugens mit dem, was der WT fortan vorschrieb. Der WT selbst hat inzwischen diesen "neuen Namen" modifiziert, indem jetzt nicht von ungefähr gesagt wird, "Jehovas christliche Zeugen" oder ähnlich. Die jetzigen Anklagen kann man daher nur. als unehrlich bezeichnen. um ein mildes Wort zu gebrauchen. Wir wollen dagegen die Wirklichkeit sehen. Einer der bekannten Ältesten, die dann in der Vereinigung freistehender Christen (VfC) wirkten, aber auch darüber hinaus, war Br. Karl Labuszewski aus Berlin, in den letzten Jahren auch Mitarbeiter und Berater von CV. Die Aufzeichnung der Einleitung einer Predigt. die er im. Juli 1966 mehrfach hielt, lautete: "Liebe Geschwister, ich schätze es als ein großes Vorrecht, mit meinen durch des Herrn Gnade vollendeten 84 Jahren noch einmal zu Kindern Gottes sprechen zu dürfen. Was ich tun will, lesen wir in Ps. 9:1,2: 'Ich will Jehova preisen mit meinem ganzen Herzen, will erzählen alle seine Wundertaten. In dir will ich mich freuen und frohlocken, will deinen Namen besingen, o Höchster! Jehova!' Wie Gott genannt sein will, liebe Geschwister, das kann nur Gott selbst bestimmen. In 2.- Mose 6:2 lesen wir: 'Und Gott redete zu Mose und sprach zu ihm: Ich bin Jehova.' Hosea 12:6 sagt: Und Jehova, der Gott der Heerscharen - Jehova ist sein Gedenkname. (Elb.) Eigentlich, sein Gedächtnis. Dieser Name unterrichtet über Gottes ewiges Tun. In Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Der ich war - bin - und bleibe. Das soll auch unsere heutige Betrachtung unter Beweis stellen…"

Wie kann die WTG im Angesicht all dieser Tatsachen die Behauptung weltweit im WT verbreiten, jene Brüder treten nicht für den Namen Jehova ein? Ist das nicht eine große Verleumdung? Und die WT-Leser glauben sie?

Die WTG erhebt weiter Anklage, jene Brüder verkündigten "nicht freimütig das Königreich Gottes" (desgl.), Allenfalls verkündigten sie das Königreich Gottes nicht so, wie es der WT wollte, der z. B. für den zweiten Weltkrieg Harmagedon proklamierte, nachdem des für 1925 vergeblich im Namen Jehovas verkündigt worden war (Dein Name werde geheiligt, S. 329, Abs. 14), wodurch sich jeder mit der WTG nur unglaubhaft machte. Wie tief das Reich Gottes dagegen Denken und Tun jener Angeklagten bestimmte, ja zutiefst Herz und Sinn bewegte, veranschaulichen folgende in poetischer Form zum Ausdruck gebrachten Gedanken unseres Ältesten Br. Karl Labuszewski: "Der heilige Geist - ja gibt es denn den? Nicht als Person, o nein, keinesfalls. Er wirkt im Denken und im Wollen aus lichtesten Höhen im Menschen, als Energie im Kosmos, in der Materie des Alls. Von Urewigkeit her und von des Schöpfers Throne durchwirkt er alles, was ist und was denkt. Als Logos. als Wort, ward Gesetz er im Sohne, das Atome, die Psyche und die Schicksale lenkt. Wohin führst du, o Geist? Und Antwort gab Pfingsten in feurigen Zungen auf den Auserwählten, strömend in die Ferne vom Höchsten zum Geringsten, bis sich Himmel und Erde zum Reich Gottes vermählten." (1955). Was sind die WT-Behauptungen angesichts solcher Glaubensbekundungen?

Mögen diese Ausführungen dazu beitragen, daß wir das intolerante und rechthaberische Verhalten des WT überwinden, um die Wege zu finden, die von nun an gesucht und. gefunden werden müssen. -

"DIE VERWÜSTUNGEN DES HEILIGTUMS" - II
Von Emil und Otto Sadlack
Wir setzen hiermit die Darstellung bedeutsamer Auszüge aus dem 1928 in Deutschland erschienenen Buch "Die Verwüstungen des Heiligtums" von E. und 0. Sadlack aus Angerburg/ Ostpreußen fort. Das Buch behandelt aus eigenem Erleben, wie die Abwege der WTG begannen, was dann zur Bildung vieler freier christlichen Gemeinden und von der WTG unabhängiger Bibelforscher-Vereinigungen führte. Die Herausgeber sind heute Mitarbeiter und Älteste der Freien Bibelgemeinden in der BRD. Auf über 350 Seiten erleben wir, was auch zur WTG-Geschichte gehört. Wer die Vergangenheit einer Sache nicht wirklich kennt, kann sich darin in der Gegenwart nicht richtig orientieren. Wir wollen wenigstens die schwerwiegendsten Aussagen dieses sehr umfangreichen Buches bekanntmachen. Wir glauben, daß sie für sich sprechen.

"Wir erinnern uns eines Gotteskindes unserer eigenen Tage, dem, als es zu dem abwärts führenden Weg der Kirche nicht mehr Ja sagen konnte. dies Wort öffentlich nachgeworfen wurde: 'Ich lenke die Aufmerksamkeit der Geschwister jetzt darauf. und mögen sie nun . . . (hier folgt, der Name eines bekannten Bruders) als einen der Verbündeten der Ränke des Feindes (!) betrachten und sich dementsprechend verhalten.' (WT 1926:352). 'Und sich dementsprechend verhalten' - also noch eine Aufforderung an Gottes Volk. diesen Protestanten als einen Gesetzlosen zu hassen, den betreffenden Wahrheitszeugen als einen Verbündeten des Feindes zu betrachten." S. 28

Der hier erwähnte "bekannte Bruder" war kein geringerer als der Leiter des Zentraleuropäischen Büros der WTG in der Schweiz, Conrad C. Binkele aus den USA. Der entscheidende Anstoß für ihn war der jetzt 50 Jahre, mehr als eine Generation zurückliegende WTG-Endzeittermin von 1925, den WTG-Präsident J. F. Rutherford "von Gott" verkündet hatte.

"Trotz aller Erfolge blieb Bruder Russell 'klein', demütig. Nicht, daß er nie einen Fehler machte, aber wenn wir bedenken. daß er nicht ein oder zwei oder fünf oder zehn Jahre, sondern fast ein halbes Jahrhundert der gesegneten Bewegung 'vorstand', dann werden wir ehrlicherweise sagen, daß er während dieser langen Zeit wenig Fehler machte, und daß er seine Gottergebenheit, seine Demut, seine Nachsicht 'anderen' gegenüber in einer Weise bewies, wie selten jemand. Wissend, daß selbst beim Gottesvolke die Neigung besteht, den Führern einer Bewegung zuviel Ehre entgegenzubringen, war er mit Sorgfalt darauf bedacht, über das zulässige Maß hinausgehende Ehrungen und Anerkennungen bescheiden, manchmal auch deutlich abzulehnen. Das gerade machte ihn groß in den Augen der ähnlich Treuen und Demütigen. Dies ist unser Bekenntnis über ihn, nachdem er die Bühne dieses Erdenlebens verlassen hat … Noch heute hört man von solchen, die die Wahrheit kennen und wertschätzen, das Bekenntnis: 'Wie schön sind die alten Wachttürme!' Wir bezeichnen es nicht nur als unanständig, sondern als im höchsten Grade verwerflich. wenn solche, die diesen Mann noch außen zu achten vorgeben, sagen, daß sich der Teufel hinter den alten Wachttürmen verstecke! (WT 1925:272). 0, wie lieblos und bitter". S. 35f.

"Wenngleich nicht behauptet werden kann, daß Bruder Russell in jedem Punkt der biblischen Lehre klar sah, oder klarer sah, als irgendein anderes Gotteskind seiner Tage, so muß doch die Tatsache erwähnt werden, daß er einen besonders dunklen Punkt, eine besonders gefahrdrohende Sache früh und deutlich sah. Der 'Wachtturm' ist der offenkundige Beweis dafür. Wenn 'wir seine Seiten lesen, so finden wir, daß Bruder Russell von Zeit zu Zeit gegen unnüchterne Gedanken im Schoß der Kirche auftreten mußte. Nicht nur das. Gleichzeitig mit den mancherlei abwegigen Gedanken kam das uralte Übel auf: Ehrgeiz. Bruder Russell sagt ganz richtig, daß ehrgeizige Führer 'auch meist die falschen Lehren aufbringen' ", (WT 1917:59) - S. 38.

"Dies sind Mahnworte, die Bruder Russell sechs Jahre vor seinem Tode schrieb. Wie bedeutungsvoll sind sie! Wie gesagt, fast mit Seherblick sah dieser demütige Diener der Kirche des lebendigen Gottes im Kreise der Gläubigen die Dinge, die schneller und schneller aufkamen, um noch seinem Tode, in unseren gegenwärtigen Tagen , das Heiligtum Gottes ungehemmt zu verwüsten. Mit ihrer Autorität erstickten neue Führer dieser so einst segensreichen Bewegung das Wahrheitsleben der Kirche und die gottgewollte Freiheit, und jede Wahrheit wurde durch wieder hervorgebrachte alte und auch völlig neue Irrtümer entweiht, die man noch als neues Licht ausgab. Freilich schliefen die Wächter auf Zions Warte nicht, aber jeder Widerspruch, den diese wahrhaft Ihm Geweihten aus Liebe zu Ihm und zu Seiner Wahrheit gegen die angemaßte Autorität und gegen die Verdrehung der kostbaren Wahrheit erhoben. ward und wird mit Machtmitteln, über die die Beherrscher der Gewissen des Volkes Gottes in so reichem Maße verfügen, als Kritik 'am Herrn' (!), als Verleumdung niedergeschrien." S. 48f.

"Wenn Gottes Knechte gegen falsche Methoden oder Lehren oder angemaßte Autorität auftraten, so geschah das nicht aus eitler Oppositionslust oder aus der Sucht, zu verleumden, sondern aus heißer Liebe zum Herrn, dessen Güter ihnen über alles gingen. Das Bloßstellen falscher Lehren ist unter Umständen eine unumgängliche Pflicht, und wir würden uns einer Unterlassungssünde schuldig machen, wen wir schweigen würden, während das Übel unter Gottes Volk wütet." S. 49.

"Aus den Zitaten aus Bruder Russells Feder kann ersehen werden (das betonen wir immer wieder), daß Bruder Russell das Emporsteigen dieser üblen Dinge immer deutlicher sah. Das geht auch schon daraus hervor, daß manchmal Artikel, in denen er sie beschrieb, mehrmals nachgedruckt wurden. Und mit ihm empfanden auch andere Gottergebene die Notwendigkeit, stetsfort auf diese Dinge aufmerksam zu machen." S. 51.

"Ach, daß doch alle vom Volke Gottes frei und willens wären, die Dinge so zu sehen und zu nehmen, wie sie wirklich sind! Die meisten werden sie nicht sehen. Die meisten werden die ihnen angelegten geistigen Fesseln nicht als solche ansehen, sondern sie als Schmuck, als Ehrenzeichen und Ausweis von Charakterstärke betrachten und tragen!

Ja, die Rechtglaubigkeit wird von dem Besitz solcher zweifelhaften Zitate abhängig gemacht. Wir empfehlen, die sehr treffenden Ausführungen Bruder Russells hierüber in Bd. 3:174-178 (Schriftstudien) nachzulesen."

"Neun Jahre vor seinem Tode hielt es Bruder Russell für weise, etwas von den Dingen, die wir auf den vorigen Seiten anführten, sogar in seinem Testament zu erwähnen. Diese Feststellung ist außerordentlich wichtig. In diesem seinem letzten Willen und Testament gab er als Grund für eine dort erwähnte Forderung an, 'das Komitee und die Zeitschrift (den W. T.) vor jedem Geist des Ehrgeizes, des Hochmutes und der FÜHRERSCHAFT zu schützen, damit die Wahrheit um ihres eigenen Wertes willen erkannt und wertgeschätzt werden möge, und damit der Herr in immer besserer Weise als das Haupt der Kirche und die Quelle der Wahrheit erkannt werde." (WT 1917:22).;S. 52.

Alle diese Mahnungen und Warnungen fruchteten bei einem Teil der Führerschaft nichts. Für diesen Teil der Diener in der Herauswahl waren die Mahnungen nur dazu da, um weggeworfen zu werden. Wären die lieben Geschwister als wirklich ernste Bibelforscher allgemein solchen Bestrebungen entgegengetreten, dann hatte das Feuer unter der Oberfläche nie und nimmer so rapide um sich greifen können. Aber nur wenige wachten und wagten. Die meisten taten in dieser Hinsicht nichts oder nicht viel. Man meinte, daß das doch alles Brüder seien, durch die uns die Wahrheit zuteil geworden, man meinte ferner, daß. sie über unsere Seelen wachten. Ja, man meinte noch viel mehr, zunächst schüchtern, bald aber sicherer. Und jetzt gilt es als eine Selbstverständlichkeit, "daß es nicht Brüder sind, die uns den Wachtturm schreiben." (WT 1927:32). Wenn uns daher ausdrücklich gesagt wird, daß die den Wachtturm schreibenden Brüder göttlich inspiriert seien, so bestätigt dies nur, daß der in der angeführten Wachtturmstelle ausgesprochene Gedanke von uns richtig aufgefaßt worden ist. Man sah auch, daß die, die gegen solche üblen Erscheinungen auftraten, manchen Bannstrahl empfingen, aber man wollte doch in Ruhe und Frieden leben. Man fühlte zeitweise auch deutlich, daß manches wirklich nicht stimmt, und daß die "Protestanten" für wirkliche Wahrheit eintraten, aber man ließ sie, diese wenigen Mutigen, allein kämpfen. Natürlich kämpften sie und sahen nicht auf ihre schwachbesetzten Reihen, schauten sie doch allein auf Ihn, der ihre Stärke war. War man eine Zeitlang geneigt, die Bestrebungen dieser Protestanten noch Reinigung der Lehren von fremden Bestandteilen wenigstens gutzuheißen, so schwand auch dies nach und nach, weil die Einflüsse von jener Seite, die mit großem Schneid am Werke waren, überwogen und schließlich - "überzeugten". Und nicht nur einmal haben wir es erlebt, daß Geschwister, die eine Zeitlang schon soviel Unterscheidungvermögen hatten, um das Bedenkliche des Kurses der Leitung in Methode und Lehre sehen zu können, so befestigt wurden, daß sie mutig, unüberlegt gegen die auftraten, deren Bedenken ob der neuen Methoden und Lehren sie noch kurz vorher teilten." S. 52f.

"Hat das Volk Gottes seine Autorität gewahrt? Ist es den Machtlüsternen entgegengetreten? Im allgemeinen nicht, nur einzelne stehn auf Wacht'. Man kann heute mit viel Berechtigung wieder jene über das vorbildliche Gottesvolk gesprochenen Tadelsworte gebrauchen, die davon reden, daß Entsetzliches geschieht: Falsche Weissagung, Beherrschung des Volkes durch Priester unter der Leitung der falschen Weissager, und - das Volk liebt es so! (Jer. 5:31).

Das Volk, eingefangen und eingespannt in goldene und edelsteinbesetzte Fesseln, des Denkens und klaren Forschergeistes. beraubt, kann fast nichts mehr. Wie traurig!' S. 56f.
Wir brauchen jetzt nur an die falsche Weissagung der WTG mit 1975 zu denken, an die Furcht den WT zu kritisieren, oder daran, die Organisation sei ein "geistiges Paradies". Immer noch der gleiche falsche Glanz eines "goldenen" Zustandes, da kann es doch keine geistige Vollkommenheit geben. Wird der klare Forschergeist jetzt wiederkehren? -
Fortsetzung folgt

DER FEIGENBAUM BLÜHT NICHT, DIE WTG-ENDZEIT IST EIN FEHLSCHLAG
Die ständige kritische WT-Prüfung
Der Wachtturm, 15. Februar 1975 Nr. 4
"Interesse an Mitmenschen nötiger denn je" -
Nebenartikel
Rücksichtnahme in den zwischenmenschlichen Beziehungen ist nicht "allein" bei den Zeugen Jehovas. Einen solchen Eindruck zu erwecken ist unehrlich. Die 300 000, die, ohne von Glauben abgefallen zu sein, die Organisation allein seit 1947 wieder verlassen haben (Jahrbuch 1974, S. 254), signalisieren in Wahrheit innere Zwietracht ohne Zahl. Ermordet haben sich Zeugen Jehovas untereinander schon! (Wuppertal 1971). Für sozialistische Verhältnisse ist der Artikel zusätzlich verleumdend, weil gerade die sozialistische Presse, anstatt es "schwinden" zu lassen, das "Interesse an den Mitmenschen" fördert wie kein anderes Pressewesen. Also wieder politische Verleumdung. Natürlich "treiben sie keinen Scherz", wenn sie "die kommende große Drangsal" verkünden. Sie glauben das ernstlich. Die vielen Drangsalverschiebungen beweisen jedoch, daß auch das unglaubwürdig ist. Der "mitmenschliche" Artikel soll helfen, das zu verdecken, damit alle weiter mitlaufen.

"Afrikas Kirchen diskutieren über ihre Vergangenheit und Zukunft"
Nebenartikel
Es ist wahr, die Rolle vieler Christen im Dienste der Kolonialherrschaft war unmenschlich. Aber das begreifen sie selbst, wie die zitierte Allafrikanische Kirchenkonferenz beweist. Die WTG schwärzt die Kirchen hier nur an, um durch "Angriff nach außen" von der eigenen "Vergangenheit und Zukunft" angesichts ihrer 1975-Endzeitmisere abzulenken.

"Das Ende eines Systems der Dinge"
Nebenartikel
Das endzeitliche Denken soll auf jeden Fall erhalten werden, wenn mit 1975 weiter verschoben wird. Der WT muß zugeben, daß sich alle Endzeitstellen dem Text nach tatsächlich auf ein Ende des damaligen jüdischen Systems bezogen (von Heeren umzingelt, Drangsal, Tage verkürzt, Fleisch gerettet, Zeichen der Gegenwart) u. a. m. Es bleibt eine bloße Behauptung, daß noch ein "größeres System der Dinge" gemeint sei. Wir sind gespannt, wie das "besprochen" wird, angesichts der vierten Generation ab 1975!

"Das Hochzeitsfest des Königs in Gottes Vorsatz" "Andere Gäste als Ersatz zum Fest versammelt"
Hauptartikel
Jesu Gleichnis vom Hochzeitsfest (Mt. 22) angepaßt und auf den WT-Überrest hingedeutet. Schon die Einleitung ist unwahrhaftig. "Die ganze Welt" ist nicht nur in Schwierigkeiten. Das ist Schwarzmalerei und politische Verleumdung, Irreführung. Auch hat die WTG nicht "sechzig Jahre", sondern seit 1874 100 Jahre gepredigt, drei Generationen. Auch nicht "in allen Gegenden der Erde". Allein in Frankreich gab es noch 1969 "Gebiete" mit 5 376 276 Menschen, die noch nie erreicht waren (WT 6/75 S. 170). Abgesehen von den Milliarden in Afrika, Lateinamerika und Asien! Was für WT-Täuschungen und Illusionen über die wirkliche Lage! Dann der Vorwurf, die Menschen hätten das von der WTG gepredigte "Königreich" als "göttliches Heilmittel" abgelehnt und "menschliche Pläne und Einrichtungen" vorgezogen. Wer hätte wohl seit 1874 die notwendigen sozialen, wirtschaftlichen und obrigkeitlichen Aufgaben erledigt, die doch der Gegenstand dieser "menschlichen Pläne und Einrichtungen" sind? Verbreitet die WTG hier nicht Bluff und Hirngespinst angesichts der sozialen Bedürfnisse aller Menschen?

Die Gleichnisdeutung soll vor allem den Überrest jetzt. inmitten des 1975-Fehlschlags unter der WTG zusammenhalten, der, anstatt abzunehmen, von 10 523 gefährlich auf 10 723 angestiegen ist! (Jahrbuch 1975). Merken sie, daß sie die Masse der anderen eigentlich in einer gemäß dem Evangelium unzulässigen "irdischen Ausrichtung" halten? Phil. 3:17-20, Eph. 4:1-6. "Ihr Anspruch dabeizusein überzeugt nicht", schlägt der WT gegen die anderen Christen, um dann auch in diesen Fragen von der eigenen Unglaubwürdigkeit abzulenken.

"Lernen, auf Jehova zu vertrauen" -
Nebenartikel
" . . . sind Jehova Zeugen bestrebt, den Menschen erkennen zu helfen, daß menschliche Bemühungen, eine Lösung herbeizuführen, fehlschlagen werden und daß nur Gott den Menschen Hilfe bieten kann". Sorgt Gott für Arbeitsplätze, Wohnungsbau, Forschung und Entwicklung, Volksbildung, Handel und Wandel, Verkehr, Export, Import, Abkommen und Verträge hierfür und tausend andere soziale Fragen, die ständig gelöst werden müssen? Der alte politische Bluff, den die WTG schon Jahrzehnte in die Welt setzt! Liebe alte Schwester, die du das predigen sollst! Du hattest nicht eine einzige Mark Rente, wenn alle Menschen diese WT-Verkündigung ernstnehmen würden! Worum es der WTG jedoch eigentlich geht: " . . . deiner Verpflichtungen in der Versammlung besser anzunehmen … nach größeren Dienstvorrechten streben"! Und wie zum Trost: " . . . . außerdem wird dieses gesamte System der-Dinge nicht mehr lange bestehen", während sie ihre Endzeit in Wahrheit weiter verschiebt. Merkt denn das keiner?

Der Wachtturm 1. März 1975 Nr. 5 "Rassendiskriminierung, wird sie je enden? Ist Revolution eine Lösung?" -
Nebenartikel
Bericht einer jungen Farbigen, deren Vater ermordet wurde, wie sie zu den "Black Panthers" ging, einer anfangs halbmilitärischen, dann parteipolitischen Bewegung gegen die Rassendiskriminierung in den USA. Sie wurde hier ausgebildet "Seite an Seite mit Kämpfern aus Vietnam, Afrika, Korea und Rußland, die mit Leib und Seele Kommunisten waren" (S. 134). Sie begann dann "subversive Tätigkeit unter Armeeangehörigen", um "schwarze Soldaten als Revolutionäre zu gewinnen". Dann geriet sie in eine Krise, persönlich wie durch Zweifel an den Methoden der Bewegung überhaupt, die sich schließlich in ständiger Fortentwicklung befand. In dieser Krisensituation wurde sie von einer Zeugin Jehovas gefunden und am Ende gewonnen. Der WT empfiehlt nun ihr Zeugnis als Anleitung zum Handeln in diesen Punkten wie folgt: " . . . bin ich davon überzeugt daß jeder, der weiterhin von menschlichen Regierungen die Beseitigung der Rassendiskrimierung erwartet, nicht nur enttäuscht werden wird, sondern auch Gefahr lauft, vernichtet zu werden . . . Deshalb unterstütze ich jetzt nicht mehr menschliche Versuche, Unterdrückung und Diskriminierung auszumerzen, sondern warte, bis Gott dies tut . . . Mögen die Verhältnisse noch so schlecht sein, so berechtigen sie doch nicht zu einer Revolution". Damit bestätigt der WT erneut seine Rolle auch darin, revolutionäres Denken und Handeln auszumerzen, mag die kapitalistische Unterdrückung und Diskriminierung auch noch so schlecht sein.

"Die Vereinten Nationen, Freund oder Feind der Religion?"
Nebenartikel
Eine einzige Zumutung! Es ist nämlich schon die dritte Auslegung des "Tieres" seitens der WTG, die ersten verschweigend. Die erste: Papsttum 1799 "in den Abgrund", dann wiederhergestellt (Das vollendete Geheimnis, WTG 1917). Die zweite: Haager Weltgericht, "1914 in den Abgrund" 1919 als Völkerbund wieder da (Licht II., WTG 1930). Jetzt: "Völkerbund 1939 in den Abgrund" 1945 als Vereinte Nationen, UNO, wieder herauf. (S. 141). Was der WT hier sodann über Religionsvernichtung durch die UNO verkündigt, setzt dem die Krone auf. Es kann, abgesehen von der unabsehbaren Zeit, die das erfordert, auf Grund der UNO-Charta, die Religionsfreiheit garantiert, ja dazu verpflichtet, niemals erfolgen. Was stiftet der WT für die religiös-politische Verwirrung!

"Sind Geschenke von Okkultisten gefährlich?"-
Nebenartikel
Für die Abergläubischen unter den Zeugen. Obendrein sich selbst widersprechend. Eine Zeugin in New York litt unter "gelegentlichen Anfällen von Lähmungserscheinungen". WTG-Älteste stellten fest, daß sie irgendwann von einer Spiritistin "ein Paar Handschuhe und eine Perlenkette" geschenkt bekam. "Diese wurden dann ausfindig gemacht und in den Ofen geworfen. Die Frau erholte sich sofort und hat seitdem keinen solchen Anfall mehr erlebt." Andererseits hätten Zauberfetische, bei Zeugen aufgestellt, um sie zu bannen, "zur Bestürzung der Medizinmänner ihnen kein Leid" antun können. Der WT verneint, daß diese Ältesten hier als "Exorzisten dienen". Aber so etwas ist natürlich Exorzismus.

"Der geistige Schutz, den Gott uns bietet"
"Freiheit von der Furcht vor geistigen Gefahren" -
Hauptartikel
Es geht um den Text des Endzeitfehlschlagjahres 1975. Göttlichen Schutz gäbe es nur unter der WTG. als ob Psalm 91 für die WTG und ihre Organisation geschrieben wäre. Bis auf den WT 1904 wird zurückgegriffen. Dabei erklärte der WT (1925, S. 272) selbst. "der Teufel" verstecke sich hinter den alten WTs. gegen C. T. Russell gerichtet. Die "zwölf Jahre Hitlerregierung" beweisen dann Gottes Schutz? Die damaligen Hauptverantwortlichen waren in Wirklichkeit in solch ein System von Versagen, Kollaboration und Verrat mit dem Hitlerfaschismus verstrickt, daß man sie von späteren Zweigaufseherposten herunterholen mußte und Brooklyn kein Vertrauen in einen deutschen Zweigaufseher mehr hat. Es gab unter der WTG weder Schutz vor Krankheit, Siechtum, Unglück, Katastrophen, Schicksalsschläge aller Art, geschweige denn vor Irrtümern, Fehlschlägen, Bibelverdrehungen (Obrigkeit), ungerechten Ausschlüssen, falschen Daten und Chronologien, schwerwiegenden Begriffsentstellungen (Religion) und damit verbunden sinnlosen Verteufelungen, Verbrechen wie Antisemitismus, Profaschismus, Gesetzesübertretung (Geldschmuggel), Intoleranz und Schmähgeist (Älteste 1930 "riechende hochnäsige Böcke"), falschen Prophezeiungen, Unsittlichkeit, Hurerei, Verzweiflung (Selbstmord), Diebstahl unter Brüdern und sogar Mord unter Brüdern (Doppelmord 1971 in der Vers. Wuppertal). 300 000 verließen allein seit 1947 wieder die Organisation, ohne daß man ihnen Abfall vom Glauben vorwerfen konnte! (Jahrbuch 1974, S. 254). Gott bietet durch die WTG nichts! Die Organisation ist nicht sein Werkzeug. Er könnte sein Werkzeug nicht zu derartigen Fehlleistungen ansetzen. Ein halbes Dutzend wird schließlich beschworen, "bald" käme das Ende, die Fortsetzung dessen, durch Vorgeben einer unmittelbaren Naherwartung immer weiter hinzuhalten.

EINE ZUSAMMENKUNFT DER SELBSTÄNDIGEN VERSAMMLUNGEN
PFINGSTEN IN LEIPZIG
Pfingsten ist ein beliebter Zeitpunkt für besondere Zusammenkünfte. Gar mancher denkt da sogar bis in die zwanziger Jahre zurück an Leipzig, Berlin, Magdeburg und andere Orte. Tausende waren beisammen. Mit den zersprengenden Endzeitfalschlehren wie Harmagedon 1925, staatliche Regierung keine Obrigkeit von Gott 1929, Beseitigung des Ältestenamtes 1930, "neuer Name" 1931 verbunden mit Abschaffung des selbständigen Bibelforschens und mit geistiger Entmündigung der Versammlung unter kritiklosen WT-Gehorsam u. a. m. wurde alles anders. Als dann unter der falschen Obrigkeitslehre gar nach 1947 von der Organisation die Politik des kalten Krieges gegen Sozialismus und Kommunismus übernommen wurde, begann die große gesellschaftliche Konfrontation, die nun das Schicksal geworden ist.

Doch gibt es weltweit viele, die die Abwege der WTG nicht mitgegangen sind, oder die sich im Laufe der Jahre von diesen Wegen abwandten, um "in der ersten Liebe" zu bleiben. Es waren solche, die sich nicht in Entmündigung und Bevormundung unter eine "obrigkeitliche" WTG-Autorität beugen lassen wollten, von der WTG schriftwidrig angemaßt. Dies sind heute die Brüder und Schwestern in den freien christlichen Versammlungen und Gemeinden verschiedener Art in der DDR, in den Bibelforscher-Vereinigungen in Polen, in den freien Bibelgemeinden in der BRD, in der Schweiz und in anderen Ländern.

In der DDR wurden die Pfingsttage zum Anlaß genommen, daß sich hier u. a. die Brüder und Schwestern der Freien Christengemeinde in Leipzig in ihrer Versammlungsstätte Blumenstraße 74 in besonderer Weise versammelten. Es waren verschiedene Gäste anwesend. Aus anderen freien Gemeinden, u. a. Dresden, aus der Vereinigung der freien Bibelforscher in Polen, auch von CV, und von den Freien Bibelgemeinden in der BRD. Alle freuten sich über den internationalen Charakter dieser Zusammenkunft. Der am Wort dienende Älteste überließ dem Gast, einem Ältesten der Freien Bibelgemeinden der BRD, an diesem Nachmittag das Wort.

Es waren glaubensstärkende Darlegungen über das biblische Pfingsten und die Wirksamkeit des Geistes Gottes bis auf den heutigen Tag. Jeder aufrichtige Zeuge Jehovas, der vorurteilsfrei diese Darlegungen gehört hätte, wäre überzeugt, daß hier keine "bösen Knechte" oder "trägen Sklaven zusammenkommen. Sondern Christen "denen der einmal den Heiligen überlieferte Glaube" Herzensanliegen ist, wie unvollkommen es auch sei. Sie hätten sich überzeugen können, daß hier kein Bestreiten christlichen Glaubens oder kein böser Geist des Verdammens wegen Erkenntnisunterschieden herrscht. Müßte sich ein wahrer Zeuge nicht von allem zuerst selbst überzeugen?

Vielleicht würde auch dieses bewußt werden, nämlich daß Jehovas Zeugen leider mit der Bibel gar nicht in echter Weise arbeiten. Daß sie die Bibel nur unter WT-Bevormundung handhaben. Daß sie ihre Erkenntnis gar nicht in echter Weise aus der Bibel haben oder bekommen, sondern zunächst durch das WT-Sieb, die WT-Brille oder ähnlich verglichen. Daß sie die Bibel nicht frei, sondern WT-abhängig betrachten. Der WT bestätigte das jüngst zur Unterdrückung von Zweifel und Kritik auf seine Weise: "Vielleicht hat in einer Wachtturm-Publikation etwas gestanden, was du nicht verstehst, oder wodurch unser früheres Verständnis über eine Sache berichtigt wurde. Läßt du Zweifel aufkommen? Verlierst du das Vertrauen und wirst skeptisch?

Frage dich: Woher habe ich die Bibelkenntnis, die ich bereits besitze? Hat mir nicht die geistige Speise aus den Wachtturm-Schriften geholfen … ?" (WT 15. 1. 75, S. 57, Abs. 21 dt.).. Ist es nicht wie eine unfreiwillige Selbstentblößung, daß hier unumwunden gesagt wird, "aus den Wachtturm-Schriften" anstatt aus der Bibel? Ja, der WT ist in Wirklichkeit als maßgebliche Autorität über die Bibel gesetzt, um zu bestimmen, was in ihr wie zu verstehen und anzuwenden sei.

Nichts von alledem in den freien christlichen Gemeinden. Sie sind wieder unmittelbar und echt der Schrift zugewandt, ohne eine menschliche Autorität daneben, die in Wirklichkeit darübersteht.
Wer angesichts der WT-Einlassung "unser früheres Verständnis einer Sache berichtigt" noch an "geistige Speise von Gott" glaubt, die der WT darreicht, betrügt sich selbst. Es ist unmöglich für einen aufrichtigen Christen, etwas immer wieder aufs neue als "geistige Speise vom Tisch des Herrn" oder als "Licht von Gott" bei Strafe des Ausschlusses kritiklos befolgen zu müssen, und wenn es das Leben kostet ,und hinterher wird es dann von der WTG einfach als "früheres Verständnis einer Sache" verworfen, wenn es sich als falsch und unhaltbar erwiesen hat!

Die Brüder und Schwestern unserer heutigen freien christlichen Gemeinden, auch wie sie sich Pfingsten wieder in ,Leipzig versammelten, bezeugen dies, wurde dies doch vielfach der Anlaß, dem WT den bedingungslosen Gehorsam aufzukündigen und sich dem Worte Gottes wieder direkt zuzuwenden. Schauen wir zurück, um das zu veranschaulichen.
In der Obrigkeits- und Ältestenfrage z. B. wütete die WTG anfangs der dreißiger Jahre förmlich gegen alle, die ihre "geistige Speise vom Tisch des Herrn" damals nicht annahmen. Die 1929 an den biblischen "Obrigkeiten von Gott" als die politischen Regierungen festhielten, wurden von der WTG verschrien - öffentlich und in aller Welt! - sie würden "dem Worte Gottes und seinem Volke Gewalt antun, Gottes Volk versprengen und es den tierischen Regierungen, der Organisation Satans zur Speise machen"! (Rechtfertigung II S. 232, 1932 dt.) Dabei war es die WTG mit ihrer Obrigkeitsverdrehung selbst, auf die das zutraf! Ihre eigene "Berichtigung" von 1962 beweist das.

Oder die Ältesten, die 1930 das Ältestenamt aufrechterhielten, wurden als "hochnäsige, riechende Böcke, die die gute Speise vom Tisch des Herrn beschmieren, auf ihr herumtrampeln und sie mit ihren schmutzigen Füßen besudeln", verleumdet!
(Rechtfertigung II, S. 239f, 1932 dt.)

Was für übles Verleumden und Schlagen der Brüder, die lediglich bei der Bibel bleiben wollten, d u r c h d i e W T G ! Erst 1972 wurde begonnen, auch in der Ältestenfrage zu "berichtigen". So hat man einst die heutigen Brüder und Schwestern in den freien Gemeinden behandelt. War das nicht unmenschlich, unchristlich und furchtbar? Doch kein Wort der Reue seitens der WTG ihnen gegenüber, bis heute nicht. Statt dessen werden sie weiter als "böser Knecht", als eine "Klasse, die sich träge zurückzog", verleumdet (WT 15. 1. 75. S. 49 dt.). Wohlweislich vermeidet der WT dabei, auf die Gründe einzugehen, warum sie sich von der WTG freimachten! Seitdem die WTG ihre Abwege beschreitet, hat sie immer verhindert, die Gründe bekannt werden zu lassen, um die es wirklich ging, wenn sie jemanden als "bösen Knecht" beiseite schob.

Die Pfingstzusammenkunft in Leipzig lenkte das Augenmerk wieder darauf, daß Jehovas Zeugen in Zukunft wohl ähnliche Wege beschreiten müssen, wie die bereits freien christlichen Gemeinden, wenn sie nicht länger von "Berichtigung" zu "Berichtigung" der "geistigen Speise vorn Tisch des Herrn" zu gut deutsch, von Fehlschlag zu Fehlschlag in einer Endzeitvorstellung hingehalten werden wollen die in Wirklichkeit eine Illusion ist. Sie müssen sich aufraffen und die Initiative ergreifen. Alle Versammlungen müssen sich mit ihren Ältesten verselbständigen, um sich so wieder frei zusammenfinden zu können. Die WTG-Bevormundung muß beendete werden. Die WTG erfindet mit Sicherheit über kurz oder lang einen weiteren Endzeittermin nach 1975. Sie muß das, wenn ihre Endzeitschau nicht zusammenbrechen soll, weil alles weitergeht.

Besucht die Zusammenkünfte der freien christlichen Gemeinden, wo ihr als Brüder und Schwestern empfangen werdet. Sucht die Verbindung, das Gespräch und den Austausch mit ihnen, rnit ihren Ältesten, am Wort dienenden Brüdern. Lernt von ihnen, freie Versammlungen zu bilden und zu "hüten". Dies muß jedoch in dem Geist der Liebe geschehen, wie er biblisch gefordert ist, (l. Kor. 13), in der Einsicht dessen, daß wir alle unvollkommen in der 'Erkenntnis bleiben, weil nicht mehr verheißen ist. Man muß es wiederholen: Wer sind wir, denen nur Erkenntnisstückwerk zugesagt ist, daß wir uns in unduldsamer Rechthaberei mißachten und trennen? Alle Allein-wir-Ansprüche müssen fallen! Denn sie zerreißen das Band der Liebe.

Wir müssen darum aufeinander zugehen, wo immer das möglich ist. Wir dürfen uns nicht von der Größe, der Ausdehnung, der Zahl, den Zeitschriftenauflagen, dem Absatz oder Umsatz, den Gebäuden und Fabriken, der Mehrung, der Macht und Autorität der WT-Organisation beeinflussen lassen. Was beweist das? Gar nichts. Es gibt viel Größeres, was solche Dinge anbelangt. Entscheidend ist allein die Glaubwürdigkeit dieser Endzeitschau, die die WTG da einherträgt. Und die ist haltlos wie nichts anderes,. wie die Zeitspanne von fast 200 Jahren seit 1799, dem ersten Endzeittermin, beweist, wobei jedesmal bei Gott versichert wurde, nur "diese Generation"! Die Glaubwürdigkeit der WT-Endzeitorientierung ist das Entscheidende, damit steht oder fällt alles.

Und wenn der Anfang in eurer Versammlung nur aus zwei oder drei Brüdern und Schwestern besteht, auch da kann der Herr mitten unter ihnen sein, wenn sie sich allein um die Schrift scharen. Seid zuversichtlich. Die WT-Endzeitfahne ist zerschlissen. Sie überzeugt niemanden mehr, der genau hinschaut. Die WTG kann es nicht einmal wagen, die Geschichte ihrer Endzeitauslegungen zur Diskussion zu stellen! Wovon sind denn ihre Schriften darum vordergründig voll! Vor allem von Fragen der Organisation, des Zusammenhalts, der Ausdehnung, des Dienstes, der WTG-Treue, der Erziehung, der WTG-Anerkennung usw.

Alles Fragen, um derentwillen die WTG von niemandem gegründet wurde. Weil sie in erster Linie eine Endzeitgemeinschaft darstellt Was aber gerade jetzt wieder, 1975, nur so allgemein mitbehandelt wird, damit niemand darüber stutzig wird! Wieder einmal wird angesichts der jetzt mit 1975 fälligen Neuverschiebung konkret so gut wie nichts mehr hierzu gesagt. Allenfalls solche Bemerkungen wie, es sei "bestimmt nahe" oder drohend,. keine habe sich doch nur "bis zu einem bestimmten Datum hingegeben".

Die Pfingstzusammenkunft in Leipzig dieses Jahres zeigt daß es Wege der Neuorientierung in der Nachfolge Jesu gibt, sich wieder frei zu versammeln, unter Wahrung alles dessen, was einer Prüfung nach 1. Thess. 5-21 standhält und sich als gut erweist, auch wenn es der WT einst vermittelt hat. Die zerschlissene WT-Endzeitfahne jedoch muß verlassen werden. Auch dies wurde an anderer Stelle schon einmal gesagt. Aufrichtiges Christentum war vor der WTG, besteht neben ihr und wird nach dem Abtritt ihrer Endzeitschau von der Bühne sein. Denn mit jeder Endzeitverschiebung wird mehr Brüdern und Schwestern, mehr Menschen, die Haltlosigkeit dessen bewußt. Das ist ein unaufhaltsamer Prozeß. Beschreitet deshalb den Weg der Neuorientierung, des Verzeihens, des Versöhnens, der Gemeinschaft ungeachtet unserer Unvollkommenheit auch im Geiste und damit unserer Erkenntnisunterschiede, unseres "Stückwerks". Lernen wir es endlich ertragen und mittragen, wenn jemand mit uns im Glauben ist, aber diesen oder jenen Punkt anders sieht und sagt. Wer das nicht kann, sollte die Belehrungen des Paulus in 1. Kor. 13 immer und immer wieder zur Hand nehmen.

Wir haben in der DDR u. a. folgende Möglichkeiten freien Zusammenkommens bzw. des Gedankenaustausches, des Gesprächs, der Beratung, der Hilfe für die fällige Neuorientierung, die jetzt Stand der Dinge, Situation, neue menschliche Ordnung, gesellschaftliche Entwicklung und die allein schriftgemäße jetzige Hoffnung für Jehovas Zeugen als Christen erforderlich machen. Wir haben den Bund freier Christengemeinden (BfC), Vertreter ist Br. Peter Förster, 825 Meißen, Roter Weg 10. Sodann die Freie Christenvereinigung (FC), Vertreter Br. Martin Pützmann, 703 Leipzig, Bürgerstraße 1. Auch die Vereinigung freistehender Christen (VfC), Vertreter Br. Martin Domschke, 8023 Dresden, Großenhainer Straße 51.

Regelmäßige Zusammenkünfte werden abgehalten: Gemeinde Dresden, Robert-Blum-Straße 6 (b. Adv. Gem.)
sonntags Mai/Sept. 9.00-10.30 Uhr, Okt./Apr. 14.30-16.00 Uhr (BfC) -
Gemeinde Leipzig, Witzgallstraßstraße 10 (Jgd.-Zi. St. Laurentius)
sonnabends 14.00-16.00 Uhr (BfC) -
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Gießerstraße 36, (Jgd.Zi. St. Joseph)
sonnabends 13.30-15.30 Uhr (BfC)-
Gemeinde Leipzig, Blumenstraße 74 (b. Meth. Gem.)
sonntags 14.00-15.30 Uhr (FC) -
Gemeinde Magdeburg, Bärstraße 9 (Raumgem.)
sonntags 13.30-15.00 Uhr (VfC) -
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Schloßstraße 4-6 (Raumgem.)
sonntags 14.00-16.00 Uhr (VfC) -
Gemeinde Leipzig, Maurice-Thorez-Straße 22 (Raumgem.) sonnabends 16.00-17.30 Uhr (VfC)

Wäre es nicht etwas Wunderbares, wenn wir einmal eine große Zusammenkunft der Ältesten aller Versammlungen machen könnten, um die Fragen der Neuorientierung unabhängig von der WTG offen und frei zur brüderlichen Beratung zu stellen? Auf einem Kongreß in Leipzig oder Magdeburg? Sicherlich ist es bis dahin noch ein ziemlicher Weg. Dann vielleicht eine große Zusammenkunft für alle Brüder und Schwestern unseres Landes? Zunächst aber müssen wir wohl den Boden bereiten. Eines ist jedoch klar, mit der sich weiter entwickelnden neuen "die Menschen betreffenden Ordnung", wie in unserem Lande tritt die Haltlosigkeit der WTG-Endzeit systematisch religiös und politisch ans Licht. und zwingt zur Neuorientierung.-
P.

ZUSCHRIFTEN/BERICHTE/INFORMATIONEN
Aus den Versammlungen für die Versammlungen
Zuschrift. - Laßt uns nun zuversichtlich mit der Organisation das Jahr 1 der 1000-Jahrherrschaft Christi beginnen, frei von Tyrannei, frei von falscher Religion und frei von der bedrückender Macht der weltlichen Herrscher. Wie lange haben vor uns danach schon gesehnt! Hören wir nun auf zu träumen, schauen wir lieber der Wirklichkeit ins Auge! Was ist Wahrheit an all den Voraussagen der Organisation? Ist es nicht beschämend, nach beinahe 100 Jahren Existenzdasein zugeben zu müssen, "daß alles auf Hoffnung und Glaube aufgebaut" wurde, "daß niemand etwas Genaues weiß"? Warum enttäuschen wir erst Millionen vorn Menschen und quälen abermals Millionen, die Botschaft anzunehmen, sonst gingen sie in Kürze verloren? Es ist an der Zeit aufzuwachen und darüber nachzudenken, ob es sich weiterhin lohnt, der Organisation zu folgen. Deshalb der Rat an alle. Wir müssen ein aufrichtiges Bibelstudium betreiben, wenn wir den Geist Gottes haben, ohne die Beeinflussung durch die Organisation. Was wäre wohl, wenn ab 1. Oktober 1975 alle Herrscher der Welt abtreten würden? Die Organisation stellt Forderungen durch Resolutionen, denen wir einfach zustimmen. Haben wir uns schon einmal Gedanken gemacht, welches Risiko wir dabei eingehen? Was dazu notwendig ist? Was das bedeutet? Doch bestimmt nicht! Deshalb müssen wir uns ermahnen, endlich Vernunft anzunehmen und biblisch zu handeln anstatt uns so anheizen zu lassen. Seid wachsam! (Aus Karl Marx-Stadt, Frühjahr 1975).

CV-Sonderausgabe 1975
Das Unbehagen wegen 1975 nimmt immer größere Ausmaße an. Die unausgesprochen und ausgesprochenen Erwartungen an CV werden immer zahlreicher. Konzeptionen von Artikeln, Flugschriften, Traktaten, Broschüren, ja Büchern werden von verschiedenen Brüdern entworfen und vorgeschlagen, um Auswege zu zeigen. Die nächste CV-Ausgabe wird eine Sonderausgabe sein, ausgerichtet auf das, was die WTG für "Frühherbst" 1975 weltweit verkündigt hat. Es wird eine einmalige Dokumentation sein. Sie wird bestimmt auch über die Versammlungen hinaus große Aufmerksamkeit finden. Vielleicht wird sie sogar eine Art historisches Dokument sein für die und in der Geschichte der WTG, in ihren Wandlungen und Verwandlungen, in ihrem Kommen und Vergehen. Sie wird eine große Erkenntnishilfe für alle sein.

Wie kann man sich in der DDR eine Gesamtübersicht über die WTG verschaffen?
Das ist eine Frage, die vielfach gestellt wird, Das ist richtig, in den CV-Ausgaben kann immer nur dieser oder jener Gesichtspunkt oder Aspekt behandelt werden, zwar fortschreitend, aber doch nur schrittweise. Die ausführlichste und beste bis jetzt vorliegende Gesamtübersicht ist das Buch "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft". M. Gebhard, Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1970. Selbstverständlich hat jedes Werk seine Größe und Grenze. Besonders verwiesen sei auf den einzigartigen Dokumententeil dieses Werkes, der einen Zeitraum von fast einhundert Jahren Entwicklung von Lehre und Organisation der WTG umfaßt. Dieses Buch ist in allen einschlägigen bzw. größeren Bibliotheken auszuleihen oder zu bestellen. Im Handel wird es weitgehend vergriffen sein. Man kann sich in dieser Frage um Hilfe auch an CV wenden.

Mitglied der Leitenden Körperschaft gestorben
John Otto Groh von der Leitenden Körperschaft der WTG in Brooklyn, USA, ist am 23. 1. 75 mit 68 Jahren gestorben. Die Körperschaft wurde 1974 von 11 auf 18 Personen erweitert. Sie Ist das oberste Gremium für die "geistigen Belange" der gesamten Tätigkeit. Wie J. 0. Groh sind alle bisherigen Mitglieder überaltert, bis zu 80 Jahren. Offensichtlich deshalb die Erweiterung. Groh wurde 1953 Mitglied des "Bethel". Er gehörte damit zur Knorr-Administration, der dritten nach Russell und Rutherford, die nun auch zu Ende geht und für eine weitere Generation verändert und verjüngt worden muß.

Aus der Bibelforscherbewegung in Polen
Die vorangeschrittene Zeit und Entwicklung läßt uns immer mehr die Aufmerksamkeit auf jene Brüder und Schwestern richten, die schon seit langem die WTG wegen ihrer Abwege verlassen haben, nachdem C. T. Russell 1916 gestorben war. In Polen ist dies u. a. nun die Vereinigung der Bibelforscher (Stowarzyszenle Badaczy Pisma Swietego). Wie im allgemeinen religiösen Leben mit der Integration der sozialistischen Länder die Verbundenheit zunimmt. so haben sich auch in unserem "konfessionellen Bereich" schon viele besucht, um sich zu verständigen, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Es ist angesichts der unumkehrbaren gesellschaftlichen Entwicklung letztlich unausweichlich, daß die Bibelforscherbewegungen in den sozialistischen Ländern nicht länger rechthaberisch mißachtet werden können, sondern in die Neuorientierung einbezogen werden, die mit dieser Zeit fällig ist. Nicht, indem etwas bedingungslos nachgeahmt wird, sondern um zu lernen, zur Mündigkeit im Umgang mit der Schrift und in den Fragen der Versammlung zurückzufinden. Die WTG möge sich anpassen oder ändern.

Der Beginn ist offensichtlich auch ein gegenseitiges Aufmerksam machen. In "Swit", der Zeitschrift der Vereinigung der Bibelforscher in Polen, wird in Nr. 3/1975 eine Art Dialog veröffentlicht zwischen einem Forscher und einem Zeugen unter dem Titel "Rozmowa badacza ze swiadkiem - Unterhaltung eines Forschers mit einem Zeugen". Laßt uns einiges betrachten.

Ein Gesichtspunkt dieser Unterhaltung ist die Autorität der WTG, wie sie seit J. F. Rutherford nach Russells Tod als "theokratische Organisation" in Abschaffung des Ältestenamtes und Beseitigung der Mündigkeit der Versammlungen, die Geister zu prüfen . (l. Joh. 4:1), errichtet wurde. Es kommt deutlich zum Ausdruck, daß dieser "theokratische" Anspruch unhaltbar ist. Denn er erfordert Unterdrückung jeder Kritik und läuft damit praktisch auf einen Unfehlbarkeitsanspruch hinaus. Einen solchen Anspruch können indes nur Gott und Christus selbst erheben, niemals jedoch eine menschliche Gruppe oder Organisation. "Im Namen Gottes" beweist gar nicht, das ist doch nur im Namen Gottes, nie er selbst! Keiner kann heute mehr, als die Schrift in "Stückwerk" zu deuten. Der Zeuge kann dann auch nicht anders, als sich in die Erklärung zu flüchten, "Nasca centrala - jest pod kierownictwem Bozym w taki sposob, ze bracia, ktorzy tam prajuca, so nieomylni. My mamy ob nich wszystko przyjmowac bez szemranla" - unsere Zentrale - ist unter Gottesführung auf eine Art und Weise, daß die Brüder, welche dort arbeiten, unfehlbar sind. Wir sollen von ihnen alles annehmen ohne zu murren. (S. 26). Wenn man über den "theokratischen" WTG-Anspruch nachdenkt, erkennt man, daß das furchtbar werden muß, weil es in der Tat nur durch Intoleranz und Kritikunterdrückung mit allen geistig inquisitorischen Folgen verwirklicht werden kann, es denn, man steht unter göttlicher Inspiration. Doch das war einmal. In der Unterhaltung kommt auch die sonderbare Beerdigung des WTG-Präsidenten J. F. Rutherford zur Sprache. "Rutherford umarl w dniu 8 stycznia 1942 r., a byl pochowany dopiero 25 kwietnia 1942 r., wiec-po 3 miesiacach i 17 dniach" - Rutherford starb am 8. Januar 1942, wurde aber erst am 25. April 1942 beerdigt, also erst nach 3 Monaten und 17 Tagen. Ist das für normale Verhältnisse nicht sonderbar? Ein Vierteljahr lang kommt die Leiche nicht unter die Erde? Was war da los? Wie hat er den Tod gefunden? Was ging da in der WTG-Führung vor? Dies würde alles unbedeutend sein, würde die Leitung nicht eine Gottesführung beanspruchen und behaupten und jede Kritik unterdrücken. So aber steht mit den personellen Vorgängen in der Leitung auch die Glaubwürdigkeit zur Diskussion.

Es muß erkannt werden, daß der "theokratische" Anspruch der WTG unhaltbar ist. Ja, er ist unmöglich für einen Christen. Sind doch alle ohne Ausnahme nur unvollkommen, irrtumsfähig, fehlerhaft und sündhaft in jeder Hinsicht. Römer 7:14-23. Und keiner steht unter Inspiration! Ob als Einzelperson oder anonyme Gruppe. Warum wird im WT kein Herausgeberkomitee mehr genannt, nachdem J. F. Rutherford ab 15. Dez. 1931 einführte, "alle von Jehova gelehrt", was mit dem WT vom 1. April 1974 wieder ausgemerzt wurde? Warum wird so getan und so formuliert, wie man es liest, als ob Gott und Christus durch den WT sprechen, während anonym gehaltene, fehlbare Menschen die Lehrartikel verfassen? Der in "Swit" 3/1975 geführte Dialog wirft diese Fragen auf.

Es ist ohne Zweifel richtig, daß zunächst dies alles durchgesprochen werden muß, bevor die Einsicht möglich wird; in den Vordergrund zu stellen, wie wenig entscheidend christliche Erkenntnisunterschiede sind. Wieviel wichtiger es dagegen ist, daß der Glaube an den gleichen Gott, den gleichen Christus, die gleiche Schrift die generell einheitlichen Grundlagen und Gemeinsamkeiten sind bzw. sein müssen. Wer die urchristliche Situation wirklich erforscht und beachtet, sieht gar viele Verschiedenheiten in der Erkenntnis, so daß Paulus lehrte, sie im allumfassenden Geist der Liebe letztlich zu ertragen. Denn es ist niemandem mehr in der Erkenntnis zugesagt. als "Stückwerk" und "undeutliche Bilder". 1. Kor. 13:3, 7, 9, 12. Dahin müssen Jehovas Zeugen kommen.

Für Besucher in Polen möchten wir folgende Bibelforscher-Versammlungen bekanntgeben:
WARSZAWA (Warschau), Aleje Jerozolimskie 99
BYDGOSZCZ, ul. Pomorska 41
GDANSK-WRZESZCZ, ul. Pniewskiego 8
KRAKOW, ul. Dajwor 10
POZNAN, ul. Ogrodowa 6
WROCLAW, ul. Lukosinskiego 20
Mit Anfragen kann man sich wenden an Br. Waclaw Stachowicz, Redaktion "Swit", Skrytka pocztowa 94, 00-975 Warszawa 12.

Die Zeit des Aufbruchs ist herbeigekommen.
Weitere Bibelforscher-Bewegungen in Polen. die in Betracht kommen, sind die Vereinigung der freien Bibelforscher (Zrzeszenia Wolnych Badaczy Pisma Swietego) mit der Zeitschrift "Na strazy", Redaktion: 31-150 Krakow, ul. sw. Filipa 13/18a und die Weltmissionsbewegung Epifani (Swiecki Ruch Misyjny Epifani) mit der Zeitschrift "Terazniejsza Prawda" unter der Leitung von Br. Wiktor Stachowiak, Poznan 6, Skrytka pocztowa 24. -
inf.

DIE ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN - WAS IST JETZT ZU TUN?
ZUM INHALT DIESER AUSGABE
Wir müssen den Tatsachen ins Auge schauen. Es beginnt ein neuer Abschnitt in der WTG-Geschichte, denn es gibt mit 1975 kein Ende. Das waren alles reine Zweckverkündigungen, die die WTG nun selbst wieder forträumt. Sie will "Jahr für Jahr" weitermachen. Wie der Stand der Dinge zeigt, mit weiterer Endzeitverschiebung und auch mit weiterem antikommunistischem Mißbrauch des christlichen Glaubens, wie aus dem WT vom 1. März 1975 ersichtlich ist. Sie will so auch ihre bisherige politische Rolle unter den Religionsgemeinschaften weiterspielen. Aufrichtige und ehrliche Christen können der WTG darum nicht länger folgen. Ohnehin waren sie schon gottesfürchtig, bevor sie der Anbetungsform der WTG folgten. Neuentscheidung und Neuorientierung sind darum unvermeidlich. Es ergeben sich folgende Hauptaufgabe. Kritisches Prüfen der WTG, was die WTG leider selbst nicht zuläßt, und was deshalb unter Zuhilfenahme anderer Publikationen erfolgen muß unter Verwendung dessen, was jedem zur Verfügung steht, an Unterlagen, Wissen und Erfahrung, an der Schrift selbst gemessen. Richtige Beachtung der gesellschaftlichen Entwicklung, der "die Menschen betreffenden Ordnung" und "obrigkeitlichen Gewalt" des Sozialismus und Kommunismus, und Entwicklung eines schriftgemäßen Verhältnisses dazu. Rückkehr von allen Abwegen der WTG zur einzigen schriftgemäßen Hoffnung, Abkehr von aller erkenntnismäßigen Rechthaberei, eingedenk dessen, daß niemandem mehr als "unvollkommenes Stückwerk" verheißen ist und das Zeitalter des Christentums und seiner Entfaltung heute nicht in die WTG-Endzeitbibelauslegungen zu zwingen ist. Der 1975-Fehlschlag beweist das erneut.

Das alles erfordert letzten Endes den Entschluß, zur selbständigen Versammlungs- und Gemeindebildung überzugehen. In direktem Versammeln um das Wort Gottes unter Anleitung fähiger Brüder, die der Geist Gottes dazu treibt, Älteste, Dienstamtgehilfen, die sich der Verantwortung bewußt sind. Möchten die Darlegungen und Beispiele in dieser CV-Ausgabe auf diesem Wege weiter helfen.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder, CV-Leitung Gera/Thür
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"Christliche Verantwortung"; Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis. M 0,20. Jahresabonnement M 2.00. Versand auch kostenlos.
Kto.-Nr 4562-43-8015 bei Kreis-und Stadtsparkasse Gera

A 2220-75 V 7 1 14M

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