Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 70

Wieder einmal zitiert die CV (unter anderem) das Rutherford-Buch "Regierung" aus dem Jahre 1928 und dort insbesondere jene sich kritisch zur Sowjetunion äußernden Passagen. Abgesehen davon, dass (außer den Kommunisten) noch etliche andere Zeitgenossen, die Entwicklung in der Sowjetunion kritisch bewerteten, die WTG also bestenfalls nur eine allgemeine Meinung wiedergab, ist Desweiteren festzuhalten, dass im gleichen Rutherford-Buch auch kritische Passagen über das politische System in den USA nachweisbar sind. Die allerdings, werden von der CV geflissentlich nicht mit genannt. Damit wird bewusst ein Zerrbild geschaffen und das gilt es auch so festzuhalten.

Man kann auch noch ein neueres Beispiel aus der gleichen CV-Ausgabe zitieren. In einer sophistischen Wortwahl, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen sollte, liest man dort unter anderem auch:
"Bekanntlich wurden am 13. August 1961 zur Gewährleistung einer friedlichen ökonomischen und politischen Entwicklung der DDR besondere Sicherungen an der DDR-Westgrenze geschaffen. Natürlich traf das auch die Ostarbeit der WTG. Prompt reihte sie sich sogleich in die auflodernde internationale 'Mauer'-Hetze ein, ihre eigene antikommunistische Untergrundarbeit herausstreichend: '...auch die Mauern die der russische Kommunismus errichtete', könnten sie .nicht . 'hindern', solchen 'Feinden' werde 'unteridisch' entgegengetreten. (WT 1. 3. 62, S. 147 dt.)....

Mit einer jüngsten 'Erfahrung' dokumentiert sie das. Diese 'Erfahrung' besage, daß die Berliner Mauer in Ostdeutschland die Sinnlosigkeit des ganzen (kommunistischen) Systems zum Bewußtsein' bringe, (Erwachet 22. 3. 75, S. 18 dt.). Wieder eine abgefeimte rein politische Demagogie, die mit der Evangeliumsverkündigung überhaupt nichts zu tun hat."

Ich erspare es mir, dass hier weiter zu kommentieren. Einen Kommentar allerdings kann ich mir doch nicht "verkneifen". Und der besteht in der Feststellung, dass es kaum Unterschiede in der Verlogenheit der Propaganda gibt. Möge diese ihre Urheber nun in den WTG-Zentralen, oder wie hier zitiert, eben in der CV von Stasi Gnaden haben!

Auch an handfesten Drohungen spart diese CV-Ausgabe nicht (ebenfalls nicht das "erstemal"). Vorgeblich bei den Zeugen Jehovas in der DDR diskutiert, behauptet die CV dazu. Die tatsächlichen Diskutierer dürften indes in den Dienststellen der Stasi zu lokalisieren gewesen sein, die denn auch prompt durch die CV verkünden lässt:
"Die Treffen in den Autobahnraststätten mit Kurieren des Ostbüros. Die Geldschmuggelei. Die Täuschungsmanöver bei den Grenzkontrollen und der ganze damit verbundene Trug und Schwindel und die lebensgefährlichen Herzanfälle der älteren Brüder und Schwestern, wenn sie dabei 'hochgehen', weil eben kein Gott etwas 'überwaltet'"

 


CV Christliche Verantwortung

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 70 Gera Mai 1975

IN DREISSIG JAHREN VOLLZIEHT SICH DER WECHSEL
DER GENERATIONEN
30. Jahrestag der Befreiung - und Jehovas Zeugen?
Liebe Leser
Das Jahr 1975 ist nicht nur der Fehlschlag schon für die dritte Generation der Bibelforscher oder Zeugen Jehovas, seit die WTG tätig ist. Unter C. T. Russell wurde das "Ende" für die Zeit des 1. Weltkrieges verkündigt, unter J. F, Rutherford für die Zeit des 2. Weltkrieges. Nun ist auch unter N. H. Knorr diese Verkündigung für 1975 gescheitert. Wieder sind - seit 1945 - dreißig Jahre, eine Generation, vergangen. Wieder wird alles auf eine weitere Generation umgestellt.

1975 lenkt unseren Blick aber auch aus einem anderen Grunde um 30 Jahre auf 1945 zurück. 1945 brachte den Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus - auch für Jehovas Zeugen. Sicherlich standen damals die größeren Zusammenhänge um die WTG nicht im Vordergrund. Die Befreiungsfreude herrschte vor. Die Wiederherstellungsaufgaben fesselten die Tatkraft. Die unmittelbare materielle und geistige Not erfüllt die Sinne. Und die WTG war politisch zurückhaltend. Sie hatte noch keine umfassende neue Bibelauslegung für die entstandene Weltlage wieder, die nun durch den alliierten Sieg und die reale Weltbedeutung von Sozialismus und Kommunismus mitbestimmt wurde, mit der Sowjetunion als Hauptsiegermacht von nun an. Die weltpolitische "Großwetterlage" war noch bestimmt durch die amerikanisch-sowjetischen Gemeinsamkeiten der Antihitlerkoalition des 2. Weltkrieges. So konzentrierten sich die WTG zunächst auf die praktischen Aufgaben der organisatorischen und geistigen Wiederherstellung ihres Werkes für die Nachkriegszeit. Es war wirklich nur ein Zurückhalten in Unsicherheit über die politische "Großwetterlage". Wie würde sich das Ost-West-Verhaltnis weiterentwickeln? Zunächst jedoch galt es, das durch die Kriegsunterbrechungen ziemlich desorganisierte und auch entglittene Werk (Australien, Deutschland) von Brooklyn aus wieder fest in den Griff zu bekommen.

Andererseits lagen auf Seiten der Sowjetunion bzw. der sowjetischen Besatzungsmacht in Deutschland 1945 kaum Erfahrungen mit der WTG vor. Die baltischen WTG-Zweige waren durch den faschistischen Überfall 1941 auf die Sowjetunion überhaupt nicht zur Wirksamkeit gekommen. Die in den faschistischen Konzentrationslagern von den Zeugen Jehovas im Rahmen einer Konzeption des SS-Führers Himmler zur Ausrottung des Kommunismus bekehrten "Russinnen und russischen Kriegsgefangenen" konnte nur anders, als von den Nazis vorgesehen, in ihre Heimat zurückkehren. Und - wer hatte sich damals, auch in Deutschland, je gründlich mit der religiös-politischen Entstehung, Entwicklung und Bedeutung der WTG, Bibelforscher oder Zeugen Jehovas als Religionsgemeinschaft vertraut gemacht? Schließlich - könnten sie nicht auch aus der Entwicklung Lehren ziehen? So erhielten auch sie ihre Gelegenheit. Die Sowjetische Militär-Administration für Deutschland (SMAD) in Berlin-Karlshorst bestätigte ihnen mit Dokument vom 24. Juni 1947, "daß sie sich unter den in der Sowjetischen Besatzungszone erlaubten Sekten" befinden.

Es wurden keine Lehren gezogen. Das SMAD-Dokument allen damaligen örtlichen Gruppen zur Verfügung gestellt. nahm die WTG ihre alte antikommunistische Politik sofort wieder auf, als die politische "Großwetterlage" 1947 änderte und der wesentliche antikommunistische kalte Krieg des "roll back", der "Zurückrollung des Kommunismus" losging. Die Zeugen Jehovas unter WTG-Führung waren eine der ersten Religionsgemeinschaften, die hier eingereiht wurden. Nahezu ein Vierteljahrhundert lang hat die WTG dieZeugen Jehovas nun in diesem Sinne zu mißbrauchen vermocht. Unvergessen der damalige deutsche Bezirksdiener-Ost, Fritz Adler, als WTG-Hauptvertreter, wie er dem Obersten Gericht der DDR 1950 entgegenschleuderte, die DDR habe allenfalls noch "ein Jahr" zu existieren. F. Adler war einer der Haupteinpeitscher darin gewesen, den "roten Stier bei den Hörnern zu nehmen", wie er sich auszudrücken pflegte. Man hatte in politischer Hinsicht wie gar mancher auf die amerikanische Politik der "Zurückrollung des Kommunismus" vertraut. Doch nun tritt auch die N. H. Knorr-Generation ab.

Werden Jehovas Zeugen jetzt nach weiteren 30 Jahren Lehren ziehen? Nach einer weiteren Generation? Mögen sie es sich anläßlich des 30. Jahrestages der Befreiung durch Bischof D. Dr. Albrecht Schönherr, Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, sagen lassen: "Daten der Vergangenheit erweisen sich als geschichtsträchtig, wenn sie den Nachkommenden Anstoß werden dazu, die zurückgelegte Wegstrecke zu überdenken und die Ziele zu bestimmen, auf die sich ihr Weg in Zukunft richten soll. Wir denken in diesen Monaten in vielerlei Hinsicht an das Jahr 1945, das Jahr der großen geschichlichen Wende in der Mitte dieses Jahrhunderts, der als 8. Mai als 'Tag der Befreiung' steht. Wir befinden uns 30 Jahre danach. In dreißig Jahren vollzieht sich der Wechsel der Generationen". (Ansprache, NZ 17. 4. 1975).

Mit 1975 beginnt unter der WTG die dritte Generation. Ihr antikommunistischer Kurs hat sich längst als Amoklauf erwiesen. Merken Jehovas Zeugen nicht, wie die WTG-Bibelauslegungen nun von 1975 wieder wegrückt und für die nächste Generation zurechtgemacht werden? Wenn wir in diesen Monaten überall 30 Jahre zurück an 1945 erinnert werden, darin sollten auch Jehovas Zeugen die zurückgelegte Wegstrecke überdenken um Lehren zu ziehen, wie es weitergehen soll. Denn es vollzieht sich wieder ein Wechsel der Generationen. Auch diese CV-Ausgabe möchte dabei helfen.
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem was recht ist.
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Schwester McDonald, USA, erinnert sich. -
Zum politischen Weg der WTG und Zeugen Jehovas bis 1945. -
Jehovas Zeugen in Zukunft als antikommunistische Scharfmacher unter WTG-Führung? -
Neue WT-Form für die Untergrundtätigkeit. -
Die Kerngedanken des WT für Studium und Verkündigung geprüft. WT Nr. 1/1975 dt. -
Wenn man jetzt ein von der WTG eingesetzter Ältester ist. -
"Die Verwüstungen des Heiligtums". -
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SCHWESTER MCDONALD ERINNERT SICH -
AN WAS?
Zum Jahrbuch 1975
Was uns zunächst auffiel, ist dies: Daß außergewöhnlich viele Schwestern als Chronisten mit eigenen Zeugnissen über die WTG-Geschichte zu Worte kommen dürfen. Mit dem UNO-"Jahr der Frau 1975" wird das aber nichts zu tun haben.
Was darin noch auffällt, ist die besondere Psychologie speziell dieses Jahrbuches 1975, deren Eigenart man sich nur schwerlich entziehen kann. Welchen Prüfungen Jehovas Zeugen hier unterworfen werden sollen, das mag an zwei Beispielen vorgestellt werden.

"Anna McDonald erinnert sich: Das Jahr 1925 war für viele Brüder ein trauriges Jahr. Einige strauchelten, ihre Hoffnungen waren enttäuscht worden. Sie hatten gehofft, daß einige der 'alttestamentlichen Überwinder' auferstehen würden. Statt dies als eine 'Wahrscheinlichkeit' anzusehen, l a s e n s i e h i n e i n , daß dies mit 'Sicherheit' kommen würde...." .

Wir wissen nicht, wie alt Schwester McDonald Ist. Deshalb sei an dieser Stelle ein Zitat aus dem WTG-Buch "Der Weg zum Paradies" von 1924 mitgeteilt: "Mittels der drahtlosen Telegraphie und des Radios können jetzt Botschaften um die ganze Erde getragen werden, und bis die Fürsten auferstanden sein werden, werden diese Erfindungen nach bedeutend vervollkommnet sein . . . Wir sollten darum kurz nach 1925 dem letzten vorbildlichen Jubeljahr, die Auferweckung von Abel: Henoch. Noah, Moses, Samuel . . . und vielen anderen erwarten." (S. 215 dt.)

Nun weiter Schwester McDonald:
"Die Schwester, die mich in die Wahrheit brachte, schrieb mir einen Brief, in dem sie mir mitteilte, daß sie mir das Falsche gesagt habe … (Aber) ich war froh über meine Befreiung aus Babylon. W o h i n s o l l t e m a n s o n s t g e h e n?'

Solche "Tiefschläge auf die Rücken der Toren" wurden bisher noch nicht ausgeteilt. Hat Schwester Anna ein Gewissen? Sie fragt nur, " w o h i n s o l l t e m a n s o n s t g e h e n ? ". Damit ist für sie die Frage der "Wahrheit" gelöst. Ebensogut könnte sie sich damit auch die Frage gestellt und beantwortet haben, ob sie Mitglied eines Zierfisch-Vereins bleiben wolle. Es wurde ihr erlaubt, uns die Frage der Wahrheit, nach dem "wohin sonst gehen?" nach diesem Muster zu beantworten.

Wenn möglich, dann wollte die WTG diesen Tiefschlag noch steigern, um eine noch stärkere Desillusionierung der Brüder im Jahre 1975 zu erproben. Lies folgendes: "Bruder Rutherford erzählte mir selbst, daß in der Zeit, als er die Vorbereitung für den Kongreß in Columbus (1931 Ohio) traf, er eines Nachts aufwachte und sich fragte: Warum um alles, in der Welt habe ich einen internationalen Kongreß einberufen, wenn ich doch überhaupt keine besondere Rede oder Botschaft habe? W a r u m s i e a l l e h i e r h e r k o m m e n l a s s e n ? … Überall sahen wir die rätselhaften Buchstaben 'JW', aber wir wußten nicht wofür sie standen…" (S. 148, 150).

Das war die Geburtsstunde des Namen "Jehovas Zeugen" (engl. Jehova's Witnesses, JW). Wie nach dem Rezept aus der "Public Relation Branch" für entwaffnete Werbung wurde dieser Name von Präsident Rutherford zur Annahme gebracht. Die Spaltungen waren so groß und verwirrend geworden, daß auch ein neuer Name nötig war. Ein Name, der zugleich ein Programm, mehr aber noch wie eine Zauberformel wirken mußte. Denn übergroße Hoffnung und Erwartung unter uns Zeugen wußte sich diesen Namen immer so auszulegen, als wäre er ein Ehrenname, eigens uns, von Jehova Gott verliehen. Dieser Name war der Einfall zur rechten Zeit. Immer flossen durch ihn nun scheinbare Wahrheitsimpulse, Anzeichenbeweise, heilige, ersehnte Beteuerungen unserer Gotteskindschaft in unsere Sehnsucht noch Gottesnähe. Aus dem Munde der WTG weißt du nun, wie "dieser Name" gemacht wurde, aus welcher geistigen Verlegenheit er entstand. Er entstand wie die Klasse der Jonadabe im Jahre 1935. Sie mußte unbedingt entdeckt werden, weil sonst Jehovas Zeugen kaum mehr als 10 000 "Überrestglieder" repräsentieren würden, die praktisch zum absoluten Aussterben verurteilt wären, dem absoluten Ende der WTG. Unter diesem Wissen wird auch verständlich, warum die WTG im Jahre 1974 daran geht, diesen suggestiven Nimbus um die Organisation etwa durch die Streichungen von "ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova - Jes. 43:12" und "Sie werden alle von Jehova gelehrt sein" im "Wachtturm" abzubauen. Dieser Härtetest im Vorfeld des Jahres 1975 soll Jehovas Zeugen im Feuer gezielter Ernüchterung erproben, wer trotzdem "treu" zur WTG in "Lauterkeit" ausharrt, trotz und mit Schwester Anna McDonald.

Klassisch, diese Stellvertreterfunktion durch das "Selbstzeugnis" von Schwester McDonald. Ganz bewußt entsteht dadurch der Eindruck einer gewissen Distanzierung.- Die Chronisten verbreiten den Hauch von Objektivität. Daraus wiederum die Möglichkeit, wenns kritisch wird und unliebsam Fragen auftauchen, zu erklären: Ja, das sehen die betreffenden Geschwister so, die uns hier ihre Erinnerungen mitgeteilt haben. Im Bedarfsfall kann die WTG auch darauf verweisen, nachdrücklichst, daß nicht sie sich den Spiegel vorgehalten habe, sondern die Chronisten selbst ihr eigenes Verhalten und Denken "so" dargestellt haben. Damit ist eingeräumt, die WTG von der Verantwortung zu entlasten, wenn es sich als erforderlich erweisen sollte. Stellvertretend hat Schwester McDonald allen Zeugen den Spiegel vorgehalten, direkt. Nur indirekt, mittels Schwester McDonald hat das die WTG besorgt. Geläutert Erz, die nackte Wahrheit wurde durch eine Mittelsperson unter die Zeugen gebracht. Ohne Ausnahme, bis auf die, die das so geplant haben, ist jeder Zeuge auf das Niveau von Schwester McDonald gezerrt und zum Anhänger einer Durchschnittsreligion degradiert worden.

Die "Wahrheit" der Zeugen Jehovas wurde durch dieses "Selbstzeugnis" der Schwester Mc Donald zur religiösen Selbstbefriedigung erniedrigt. Aber, wenn man schon einmal Zeuge Jehovas ist, "w o h i n s o l l t e m a n s o n s t
g e h e n?"

Allein durch diese Frage ist die ganze Trostlosigkeit ausgedrückt. Wenn diese Frage so zugelassen und beantwortet werden darf, dann ist der Wahrheitsanspruch der Zeugen zu einer puren Illusion und Anmaßung gemacht. Aus diesem "Selbstzeugnis" spricht nur der nackte Jammer der Kreatur, angesichts aller Spekulationen, Einbildungen und Fehlschläge. Diese geistige und seelische Auslotung der Zeugen durch die WTG weiß mit großer, ausgepichter Erfahrung um die geistige Verkettung eines jeden Zeugen an die WTG. Deshalb kann sie auch diesen Härtetest ohne Gnade, ohne Erbarmen für die Brüder herausfordern. - W. D.

Zum politischen Weg der WTG und Jehovas Zeugen bis 1975
Wer seinen Blick ins gesellschaftliche Leben erhebt, erkennt. daß die Neuzeit - etwa seit dem vorigen Jahrhundert - vor allem durch das Aufkommen der sozialen Frage gekennzeichnet ist. Es begann sozusagen die große Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Kapitalismus und Sozialismus/Kommunismus. Die Zeit für die Herausbildung einer neuen Gesellschaftsordnung war angebrochen. Einige Hauptkennzeichen: Die Entstehung des "Vierten Standes", der Arbeiterschaft, der Sozialdemokratie, das Kommunistische Manifest von 1848, die verlorene proletarische Revolution 1870/71 in Frankreich, die siegreiche sozialistische Revolution 1917 in Rußland, das sozialistische Weltsystem seit 1945 mit der Sowjetunion als Hauptmacht. C. T. Russell hatte die ursprüngliche Weltendevorstellung der Bibelforscherbewegung (später Zeugen Jehovas) in einer anarchistischen Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit gipfeln lassen, (Schriftstudien Bd. 4 von 1897) und damit dokumentiert, wo diese Bewegung oder Gemeinschaft politisch angesiedelt ist, was diese Neuzeit betrifft.

Was auch immer die WTG behauptet, wie es um sie politisch stehe, ihre Äußerungen zeigen, daß sie in diesen neuzeitlichen gesellschaftlichen bzw. sozialen Auseinandersetzungen von Anfang an eine ganz bestimmte Frontstellung bezogen hat. Und wie sie ihre Gemeinschaft, die Bibelforscher und später Zeugen Jehovas auch immer mit religiösen Lehren und Aufgaben der eigenen Erbauung, der Verkündigung oder des eigenen Zusammenhalts und zur Weiterentwicklung bzw. Veränderung beschäftigt hat, diese bestimmte sozialpolitische Frontstellung blieb prinzipiell unverändert.

Wo kommen die Zeugen Jehovas her? Sie kommen von jeher zumeist aus den sozial wie religiös unzufriedenen Kreisen und Schichten. Für die BRD wurde 1974 festgestellt, daß die neugläubigen Zeugen Jehovas etwa zu 78 Prozent ehemalige Katholiken sind. Sozialpolitisch gehören sie zu den Benachteiligten, Enttäuschten, Entwurzelten und Hoffnungslosen. Arbeitslosigkeit, Großstadtelend und die sonstigen sozialen kapitalistischen Miseren und Krisen lassen ihre Zahlen immer wieder anschwellen. Aber auch psychologische Ursachen spielen eine große Rolle. Leid verschiedenster Art, Einsamkeit, Unverstandensein, Schuld, Krankheit, Hilflosigkeit, Gebrechen, Versagen, Verzweiflung und viele andere sog. Schicksalsschläge kommen da infrage. Was die sozialen Gesichtspunkte betrifft, so kann gar mancher Zeuge Jehovas namentlich genannt werden, der drauf und dran war, deswegen Revolutionär und Kommunist zu werden. Doch er wurde es nicht. Damit kommen wir zu unserer Frage.

Wir beobachten, wie die politische Haltung der WTG von früh an durch Antikommunismus und dann Antibolschewismus bzw. Antisowjetismus gekennzeichnet ist. Das heißt, in der sozialen Frage wurde grundsätzlich immer gegen jedes revolutionäre Verändern, gegen Sozialismus und Kommunismus Stellung bezogen, wie die Bibel sonst auch ausgelegt wurde.

Die Anfänge unter C. T. Russell
Die WTG erklärt selbst: "Noch nie standen Jehovas Zeugen auf der Seite des Weltkommunismus. Im ersten Erscheinungsjahr ihrer offiziellen Zeitschrift, die damals den Namen Zion's Watch Tower (Zions Wacht-Turm) trug, brachten sie in der September-Ausgabe des Jahres 1879 in einem Artikel folgende Feststellungen: Sozialisten, Kommunisten und Nihilisten würden gerne ein solches Aufbegehren und einen solchen Umsturz herbeiführen. Doch anerkennt (die Bibel) diesen Kommunismus nicht als das Rechte, sondern weist die Glaubenden vielmehr an, 'den obrigkeitlichen Gewalten' untertan zu sein, solange sie bestehen". (Babylon-Buch S. 536, WTG 1965 dt.). "Von früh an haben die Wachtturm-Schriften den Kommunismus als Weltgefahr bloßgestellt", heißt es hierzu. (WT 1. 11. 50, S. 329 dt.). Im englischen WT vom Juni 1883, S. 8, verkündete die WTG weiter, "der Kommunismus" sei "eine Herrschaft der Anarchie großen Stils" wider "Sittlichkeit und Recht". Und 1886 sei im WTG-Buch "Der göttliche Plan der Zeitalter", Kapitel 15, S. 321 erklärt worden, "daß die schlechte Obrigkeit (Regierung) und die teuerste bei weitem besser ist", als "in die Arme des Kommunismus und der Anarchie getrieben" zu werden, denn dann gäbe es "gar keine" Regierung mehr. (WT 1. 11. 50, S. 329 ff dt.).

So wurden die Zeugen Jehovas schon als Bibelforscher durch ihren Gründer C. T. Russell seit 1879 grundsätzlich politisch darauf festgelegt, neben ihren religiösen Anliegen den Kommunismus unter Verwendung der Bibel zugunsten der bestehenden kapitalistischen Ordnung zu bekämpfen und aus den Köpfen zu vertreiben. Und wenn diese Ordnung die "schlechteste und teuerste", also noch so ausbeuterisch sei! Es gibt hierzu die sehr bemerkenswerte Feststellung eines westdeutschen Historikers. Er, erklärt, daß speziell die amerikanischen "Sekten" seit dem vorigen Jahrhundert zu den "geistigen Kräfte" gehören, die sich als "große Ideen quer durch die Interessenlinien des Proletariats hindurch legen und dort, wo sie ihre Kraft noch nicht verloren haben, die Entwicklung einer sozialistischen Bewegung aufzuhalten vermögen". (Karl-Theo Humbach, Freiburg i. Br., in: Kommunismus, Sozialismus und Arbeiterbewegung in den USA, S. 114 f, Saekulum Xlll/l, 1962).

Der Fortgang unter J. F. Rutherford
Wie sah das nun aus, nachdem Sozialismus bzw. Kommunismus mit dem Sieg der Revolution 1917 in Rußland zu einer realen politischen Macht, Regierung (Obrigkeit), und Gesellschaftsordnung wurde? C. T. Russell war 1916 gestorben. Unter seinem Nachfolger J. F. Rutherford wurde die Internationale Bibelforscher-Vereinigung (IBV), wie sie dann offiziell hieß, zu einer der schärfsten damaligen antikommunistischen, antibolschewistischen bzw. antisowjetischen "Sekten". Zwei typische politische WTG-Erklärungen stehen für die entsprechende politische Generallinie der gesamten Rutherford-Administration bis 1942.

Im WTG-Buch "Regierung", Auflage 1 250 000. wurde t928 proklamiert: "Die Sowjetregierung ist kein Erfolg gewesen und wird es nie sein und.. ist weit entfernt davon, das Volk, das diese Regierungsform anwendet, zu befriedigen … Der Bolschewismus … wird von vielen anderen Nationen und Regierungen der Erde mit Recht gefürchtet" (S. 242 f, dt.). In einer Ansprache großen Stils im Jahre 1938, die über Radio ging … und noch mehr als 50 Städten in den Vereinigten Staaten, Kanada, England, Australien, Neuseeland und Tasmanien übertragen und außerdem … von 118 Radiostationen der Vereinigten Staaten ausgefunkt wurde", proklamierte J. F. Rutherford: "Im Jahre 1917 brachte Satan in Rußland eine kommunistische oder bolschewistische Regierung hervor, die erste Erscheinung einer Totalitäts-Herrschaft" (WT 1. 11. 50, S. 328 dt.). Die WTG wurde mit dieser antikommunistischen Politik nach dem ersten Weltkrieg ein Faktor in der Strategie der damaligen am amerikanischen Politik, überall einen "Damm gegen - das sowjetische Sozialisierungsbestreben" zu schaffen, wobei Kirchen und Religionsgemeinschaften eine wichtige ideologische Rolle unter den Christen zugedacht war. (J. P. Warburg, Deutschland - Brücke oder Schlachtfeld, S. 159, 162, Stuttgart 1949).

Wie geht es heute weiter?
Die Entstehung des sozialistischen Weltsystems, der sozialistischen Staatengemeinschaft nach 1945, der Übergang zur Sozialistischen "die Menschen betreffenden Ordnung" brachte es mit sich, daß in den verschiedenen Ländern auch die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas mit "übernommen" wurde. Nicht aus den religiösen Gründen des Gottesglaubens, sondern auf Grund der traditionellen antikommunistischen politischen WTG-Haltung mußte es damit über kurz oder lang - wenn diese WTG-Politik nicht unterlassen würde - zur Kollision mit dieser neuen gesellschaftlichen Ordnung kommen. Auf Grund der Härte des Klassenkampfes in Deutschland, von hier gingen immerhin zwei Weltkriege aus, mußte auch das hart werden. Während sich die verantwortliche WTG-Führung sich in sicheren westlichen Schutzbereichen hielt, warf sie in "heiliger Allianz" mit allen anderen antikommunistischen Kräften ihre Gemeinschaft tatsächlich in den politischen Kampf, der nun zur Entscheidung zwingt, Lies den folgenden Artikel. -

JEHOVAS ZEUGEN IN ZUKUNFT ALS ANTIKOMMUNISTISCHE
SCHARFMACHER UNTER WTG-FÜHRUNG?
Du mußt dich jetzt entscheiden
Der erste große Höhepunkt der Frontstellung der WTG gegen neu entstandene sozialistische Weltsystem erfolgte mit dem internationalen WTG-Kongreß vom 30. 7. bis 6. 8. 1950 in New York. J. F. Rutherford war am 8. 1. 1942 gestorben. Die mit dem westlichen kalten Krieg seit 1947 auch in der WTG-Verkündigung jetzt unter N. H. Knorr wieder angelaufene antikommunistische Propaganda gipfelte auf diesem Kongreß in einer "enthusiastisch bejubelten Resolution gegen den Kommunismus" gegen die "totalitäre kommunistische Gefahr" (Kongreß-Report vom 6. 8. 50, WT 15. 11. 50, S. 349. dt). Von nun an wurde planmäßig gegen Sozialismus und Kommunismus zufelde gezogen. Zu allen Schwerpunkten der Entwicklung lieferte die WTG fortan ihren aggressiven. antikommunistischen Beitrag zur "Eindämmung" oder "Zurückrollung des Kommunismus", soweit ihr Arm in der Öffentlichkeit und unter der christlichen Bevölkerung reichte.

Ein nächster Höhepunkt war u. a. die historische Entscheidung der SED 1952, in der DDR, in Mitteleuropa, zur Schaffung der Grundlagen des Sozialismus überzugehen. Prompt wartete die WTG mit einer der wüstesten internationalen antikommunistischen Hetzereien auf, die sie jemals vom Stapel: ließ: "Der Kommunismus wurde durch Satan, den Teufel, gezeugt, genährt und zur Reife gebracht … Gleich ungezügelten wilden Tieren zwingen sie dem Volke hinter dem Eisernen Vorhang ihre Idee und wilden Träume auf … Hitler war von einem ähnlichen Wahnsinn besessen". (WT 1. 6. 52 dt.). Der Vergleich mit dem antikommunistischen Verbrecher Hitler war maßlos an Infamie und Demagogie. Doch was kümmert das die WTG. Traf es doch nur die "Schafe". Sie als Führung würde sich schon durch "Kompromisse" retten, wie 1917 in den USA und 1943 in der Schweiz. Doch fühlte sie sich jetzt in der antikommunistischen "heiligen Allianz" sicherer wie nie zuvor.

Wenn festgestellt wurde, wie am Vorabend des konterevolutionären Putschversuches vom 17. Juni 1953 in der DDR antikommunistische Hetze "über viele Kanäle in die DDR eindrang" (Geschichte d. dt. Arbeiterbewegung, Bd. 7, S. 229, Berlin 1966), dann war auch die WTG zu dieser Zeit kräftig mit am Werke. So predigte sie im Frühjahr 1953 - in der DDR mittels besonderer Untergrund-Drucke aus Wiesbaden u.a. "Ein grausames Terror-Regime in dem von den Kommunisten beherrschten Ostdeutschland hält die Bevölkerung vom Staate abhängig und in völliger Sklaverei" (1953, S. 116 dt.). Konnten sich die westlichen "Befreier der Ostzone" eine bessere geistige Vorbereitung auf ihre "Befreiung" unter den Christen in der DDR wünschen? Predigtätigkeit wollte die WTG das genannt haben. Das war ein Jargon, der sich in nichts von der damaligen kontervolutionären Propaganda des kalten Krieges unterschied. Dazu scheute sich der verantwortliche WT-Redakteur Erich Frost in Wiesbaden nicht, Vokabeln über seinen Schreibtisch gehen zu lassen wie "kommunistenverseucht" u. ä (Erwachet, 8. 4. 53 S. 6 dt.), die wörtlich dem Niveau der antikommunistischen "Untermenschen"-Propaganda der über Polen und Sowjetunion herfallenden Hitlerfaschisten entsprachen.

Bekanntlich wurden am 13. August 1961 zur Gewährleistung einer friedlichen ökonomischen und politischen Entwicklung der DDR besondere Sicherungen an der DDR-Westgrenze geschaffen. Natürlich traf das auch die Ostarbeit der WTG. Prompt reihte sie sich sogleich in die auflodernde internationale "Mauer"-Hetze ein, ihre eigene antikommunistische Untergrundarbeit herausstreichend: "…auch die Mauern die der russische Kommunismus errichtete", könnten sie nicht "hindern", solchen "Feinden" werde "unteridisch" entgegengetreten. (WT 1. 3. 62, S. 147 dt.). Bis heute steht die WTG prinzipiell unverändert in dieser "heiligen Allianz" des internationalen Antikommunismus, wie sie es. selbst sagt: "Die Haltung der Zeugen Jehovas gegenüber dem Weltkommunismus hat sich nicht geändert" (Babylon-Buch S. 537 dt.). Mit einer jüngsten "Erfahrung" dokumentiert sie das. Diese "Erfahrung" besage, "daß die Berliner Mauer in Ostdeutschland die Sinnlosigkeit des ganzen (kommunistischen) Systems zum Bewußtsein" bringe, (Erwachet 22. 3. 75, S. 18 dt.). Wieder eine abgefeimte rein politische Demagogie, die mit der Evangeliumsverkündigung überhaupt nichts zu tun hat. Ihre antikommunistische Absicht tritt vor dem Hintergrund der gegenwärtigen kapitalistischen Krisenzustande einerseits und der sozialen Sicherheit in den sozialistischen Ländern andererseits deutlich zutage. Im WTG-Hauptbüro in Brooklyn wird der Sinn der in die Verkündigung eingestreuten politischen Äußerungen und Grundsätze genauestens durchdacht. So auch, wenn es in der "Erfahrung" dann heißt: "Weder die falsche Religion noch der Kommunismus" könnten die "Erkenntnis der Wahrheit" geben, "daß nur Gottes Königreich alle Probleme der Menschen in der nahen Zukunft lösen wird" (a. a. 0.). Die Linie ist deutlich, der Kapitalismus bleibt aus der Diskussion, der Angriff wird gegen die anderen Christen und gegen den Kommunismus gerichtet. Die Bekämpfung jeglichen Bündnisses zwischen Christen und Kommunisten ist hier eingeschlossen.

"Gottes Königreich" löst alle Probleme der Menschen "in der nahen Zukunft"? Daran glaubt ja in Brooklyn selbst keiner! Denn fast hundert Jahre wird das schon versprochen, über drei Generationen lang, "bald, bald, nahe, nahe". Und immer wieder wird dann alles verändert und in die Zukunft geschoben. Sind sie nicht gerade dabei, jetzt auch "1975" wieder zu "verschieben"? (Dein Name werde geheiligt, S. 329 dt.).

Die angewandte List ist schriftwidrig
Wer sich genau vergewissert, erkennt, daß alle von der WTG verlangten Untergrund-Praktiken, die Bibel mißbrauchend "theokratische Kriegslist" genannt, allein in der politischen Rolle der WTG ihre Ursachen haben. Die maßgebliche christliche Lehre der Bibel verbietet, irgend "mit List zu wandeln" (2. Kor. 4:2 NW). Echte christliche Verantwortung verlangt also, mit allen Untergrundmethoden Schluß zu machen und die Gründe dafür völlig auszuräumen. Wer alles ehrlich durchdenkt, muß doch zugeben: Nur wer die Methoden der Täuschung, Verstellung und sonstige Listigkeiten beherrschte, konnte illegal und untergrund einigermaßen sichergehen. Jehova hat hier nie etwas "überwaltet". Das wäre ja auch schlimm. Es ist wirklich nur eine Frage gegenüber Raffiniertheit, wie jede Erfahrung hier lehrt.

Was wird nach Informationen aus Studiengruppen gegenwärtig diskutiert? Rentner wollen sich nicht mehr als Untergrundkuriere für das WTG-Ostbüro in Wiesbaden hergeben. Das Drängen des Ostbüros, Zeugen Jehovas aus der BRD sollten keinen zusammenhängenden Urlaub von 30 Tagen mehr in der DDR verbringen, sondern möglichst 30 Einzeltage, um so oft wie möglich zu reisen und dabei Aufträge der WTG für die Untergrundtätigkeit mitzuerledigen. Die Unruhe der Besuchten. Das Abwerfen von Material auf den Autobahnen. Das Anlegen von Verstecken zum Abholen. Die Treffen in den Autobahnraststätten mit Kurieren des Ostbüros. Die Geldschmuggelei. Die Täuschungsmanöver bei den Grenzkontrollen und der ganze damit verbundene Trug und Schwindel und die lebensgefährlichen Herzanfälle der älteren Brüder und Schwestern, wenn sie dabei "hochgehen", weil eben kein Gott etwas "überwaltet". Es müsse zugegeben werden, daß die WTG durch den Schmuggel staatsfeindlicher Materialien und Valuta (Geld) die Grundgesetze eines Staates kriminell verletzt und die Behörden zum Eingreifen zwingt. Auf den entsprechenden Ebenen in der "Organisation" seien seinerzeit die staatlichen Verträge und Abkommen der DDR mit der BRD und dem Westberliner Senat sofort diskutiert worden, um sie im Interesse der Untergrundarbeit in der DDR auszunutzen oder zu unterlaufen. Was Christus und die Apostel mit der "Zinsgroschenauflage" und hinsichtlich "Obrigkeit" gelehrt haben, müsse jedoch auch für die "die Menschen betreffende Ordnung in der DDR, ihre Gesetze und Regierung gelten.

Bis jetzt aber werde tatsächlich statt dessen Haß und Feindschaft gegen die sozialistischen Staaten gepredigt. Das könne. keiner ehrlicherweise leugnen, wenn er die politischen WT-Aussagen überprüft.

Es wäre nur zu wünschen, daß diese Erkenntnis sich mehrt. Die WTG-Führung ist sich ihrer politischen Rolle und Bedeutung völlig bewußt. Was hier gesagt wird, ist für sie nicht neu. Keine andere Bibelübersetzung nennt es mit 2. Kor. 4:2 so deutlich und wörtlich, wie ihre eigene NW-Übersetzung, daß jegliches "Wandeln in List" unchristlich ist. Ärgerlich für sie ist allein, daß dieser politische Bibelmißbrauch jetzt aufgedeckt wird.

Die WTG im geistigen Kampf in der Koexistenz
1962 brachte die BRD-Zeitschrift "Außenpolitik" (11/62, Stuttgart) einen Artikel "Der geistige Kampf in der Koexistenz". Ein Spezialist der westlichen psychologischen Kriegführung legte dar, welche Bedeutung u. a. auch die religiösen Bindungen im politischen Kampf gegen die sozialistischen Staaten hätten: "Unser Gedankengut ist in das öffentliche Leben der kommunistischen Staaten … auf psychologisch geschickte Art einzuschleusen. Unter Ausnutzung nationaler Verschiedenheiten, r e l i g i ö s e r Ü b e r 1 i e f e r u n g e n … ist die Indifferenz zu den Zielen der kommunistischen Staatsführung zu fördern … Die Menschen in den kommunistischen Staaten werden auf diese Weise zu bewußten oder unbewußten Trägern westlicher Ideen, es wird das Gefühl allgemeinen Unbehagens geschaffen, das Voraussetzung ist für die … innere Veränderung und Umwälzung in diesen Staatswesen. Durch pausenlose, den Gegner ermüdende Arbeit sind diese Entwicklungen zu beschleunigen" (Einheit 9/1968, S. 1088 ff). .

Damit hat die WTG nichts zu tun? Weit gefehlt! Auch hier ist sie auf ihre Weise engagiert! Mit dem WT vom 1. 3. 74 dt. unter dem Thema "Warum ist die Religion um Frieden mit dem Kommunismus bemüht?" hat sie ihren Kampf in der Koexistenz deutlich zum Ausdruck gebracht. Vatikan und katholische Kirche werden in diesem WT angeprangert, "den kalten Krieg mit der kommunistischen Welt eingestellt" zu haben, sich "immer mehr der Koexistenz mit roten Regimen" zu nähern, "Frieden mit dem Kommunismus" zu machen, auf diese Weise "unmoralische Beziehungen" zu pflegen, "Hurerei" zu treiben und "mit Gotteshassern ins Bett zu gehen". Das geringste Nachlassen schon des Antikommunismus bei anderen Christen wird von der WTG hier unnachsichtig angeprangert. Damit hat die WTG dokumentiert, daß es ihre eigene Position ist, unbedingt den psychologischen Krieg gegen "rote Regime" fortzusetzen, die von ihr geführten Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas weiter als "Kampfinstrument" gegen die sozialistischen Staaten wirken zu lassen, wie es der deutsche WTG-Zweigdiener Erich Frost einmal formulierte. Hier liegen die tieferen Hintergründe dafür, daß die WTG bezüglich der sozialistischen Länder keine normalen "obrigkeitlichen Beziehungen" will.

Die Situation ist unerbittlich
Jehovas Zeugen müssen erkennen, daß es mit dem Offenbarwerden der Haltlosigkeit der WTG-Endzeitdeutungen und der politischen Zusammenhänge um die WTG keinen anderen vernünftigen Weg gibt, als sich von dieser WTG-Abhängigkeit freizumachen. Denn die von der WTG selbst durch ihre Rolle in der internationalen "heiligen Allianz" des Antikommunismus bewirkte politische Konfrontation mit einer unaufhaltsamen historischen Entwicklung der "die Menschen betreffenden Ordnung" (l. Petr. 2:13 Me) zum Sozialismus, ist nun ihr Schicksal. Der Zwang zur Entscheidung wird unerbittlich. Die soziale Mitverantwortung des Christen ist hier nicht mehr zu umgehen, geschweige denn, das Christentum antikommunistisch zu mißbrauchen, und dabei unbehelligt zu bleiben. Bedenkt, mit der Anprangerung jeglicher "Koexistenz mit roten Regimen" setzt die WTG nicht bloß ihren pro-imperialistischen politischen Kurs fort. Sie erweist sich damit unter den Kirchen und Religionsgemeinschaften zunehmend als religiös-politischer Scharfmacher gegen Sozialismus und Kommunismus. Wer will auf diese Weise sein Schicksal finden?

Was der Vorsitzende der CDU, Gerald Götting, um 24. 2. 1975 vor Theologen und kirchlichen Amtsträgern anläßlich des 30. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus ausführte, sollten darum auch Jehovas Zeugen ernstlich beachten: Jeglicher Glaubensmißbrauch in der DDR als Instrument gegen die Politik des Friedens und des Sozialismus fand und findet seine Zurückweisung. Für alle hat mit den neuen gesellschaftlichen Bedingungen "ein deutlicher Differenzierungs- und Lernprozeß" begonnen. Das muß zu einem "neuen Selbstverständnis" führen, wo es sein muß, gegen die eigenen "reaktionären leitenden Kreise", in der BRD, in den USA oder anderswo. (NZ 25. 2. 1975). Mögen Jehovas Zeugen das nicht länger mißachten. Das neue Endzeitfehlschlagjahr 1975 macht diese Unerbittlichkeiten unübersehbar. Antikommunistische Scharfmacherei unter den Christen ist ein Amoklauf.
K. O.

"DER WACHTTURM" IN NEUER UNTERGRUND-FORM
Ab 1. 1. 1975 gibt das Ostbüro der WTG in Wiesbaden den WT für die Untergrundtätigkeit in der DDR in einer neuen Form heraus. Der Druck erfolgt auf Dünndruckpapier ohne Impressum oder Herkunftsangabe. Schon ein Vergleich mit dem Original-"Königreichsdienst" beweist jedoch die Herkunft aus dem WTG-Ostbüro. Die Artikel in dem "neuen" WT entsprechen nicht mehr genau dem westdeutschen Original-WT. Auch die Seiten-Numerierung nicht mehr. Es werden in der Regel nur die WT-Hauptartikel gebracht, aber auch in anderer Anordnung. Die Nebenartikel entsprechen auch nicht immer der Originalausgabe, z. T. sind sie aus "Erwachet" entnommen. Die Numerierung erfolgt lediglich mit 175, 275, 375, 475 usw. Das WTG-Ostbüro hat hier offensichtlich für die DDR-Untergrundtätigkeit seitens der BRD gesetzliche Sonderrechte, da normalerweise keine Druckschriften ohne Herkunftsangabe zulässig sind.

Die neue Form hat mehrere Gründe. Das geringfügigste Format wurde gewählt, um vor allem in geringstem Umfang größte Mengen Literatur einschmuggeln zu können.
Sodann soll der ständigem WT-Einschätzung durch CV begegnet werden, indem die Vergleichsmöglichkeiten erschwert bzw. genommen werden. Das 1974-Untergrundformat berücksichtigte das noch nicht.

Die WTG demonstriert mit dieser neuen Methodik, daß sie nicht im geringsten daran denkt, ihre bisherige Funktion bei der Aufrechterhaltung eines religiös-politischen, antikommunistischen Untergrundes auch in der DDR aufzugeben.

Die WT-Einschätzungen in CV werden jedoch weiter den Original-Ausgaben entsprechen. Wir berücksichtigen damit nicht nur erste Bitten aus verschiedenen Studiengruppen, sondern CV bleibt damit auch informativer. Denn mit der "neuen" Form ist die Gefahr der Manipulierung und Desinformation, der Unüberschaubarkeit und des Glaubensmißbrauchs größer geworden.
CVN

Der Feigenbaum blüht nicht, das Werk des Olivenbaumes ist ein Fehlschlag
Die ständige kritische WT-Prüfung
In dieser CV-Ausgabe beginnt die fortlaufende kritische Überprüfung der deutschen Originalausgaben des WT 1975. Sie bleibt weiter unter dem WTG-Jahrestext 1974. Dieser Text am Vorabend des falschen WT-Endzeittermins 1975 steht nunmehr als Symbol für die Halt- und Sinnlosigkeit der gesamten bisherigen WT-Endzeitverkündigung, als Signal für eine irdische Neuorientierung aller Zeugen Jehovas.
W-Ko.

WT Nr. 1 vom 1. Januar 1975
"Das Glücksspiel blüht" -
"Auswirkungen des Glücksspiels auf den Menschen" -
"Ich war von Spielleidenschaft besessen" - (Nebenartikel)
An erster Stelle in der ersten Ausgabe des neuen Jahres das Thema "Glücksspiel"! Was bedeutet das? Ist das in der Organisation schon so tief eingerissen? Da dies gleichzeitig zu einer Hauptanklage gegen Umwelt und andere Christen aufgebauscht wird, liegt wieder der Verdacht nahe, durch Verteufelung anderer von den eigenen Haltlosigkeiten abzulenken:

"Wohin sollte man sonst gehen?" So laut wie möglich soll der eigene Abgrund übertönt und verdeckt werden. Es dokumentiert auch die WT-Funktion, die Menschen in den sozialen Randgruppen der kapitalistischen Welt sozial inaktiv und antikommunistisch mit Weltendeversprechungen hinzuhalten. Nur ist das alles tatsächlich eine Verteufelung und Schwarzmalerei, weil in Wirklichkeit ganz andere Fragen als Glücksspiel in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht auf der Tagesordnung stehen, geschweige denn, was in den sozialistischen Ländern sozial und kulturell das Leben bestimmt.

"Die wahre Anbetung verlangt eindeutige Entscheidungen" (Kurzbeitrag)
Der Bericht zielt darauf ab, die Entscheidung für die WTG und ihren Weg als den besseren Weg zu betrachten, auch wenn "man in den Augen der Welt als Verlierer erscheinen mag " (S. 15).
Wer ehrlich ist, wird jedoch zugeben, daß man nicht unbedingt die WTG braucht, um einen nichtbefriedigenden Beruf und eine fragwürdige sexuelle Beziehung abzubrechen, wie dargestellt. Jeder andere Schein trügt oder verleumdet doch sogar! Mit Speck fängt man Mäuse. Der WT-Bericht dient deshalb dazu, über die tatsächliche Unvorteilhaftigkeit, Torheit und Verlorenheit der WT-Endzeitnachfolge von einer Generation zur anderen hinwegzutäuschen.

"Die Streitfrage um das Eigentumsrecht klären" - (Hauptartikel)
Der Artikel zielt auf die völlige Entmündigung aller Zeugen, um jetzt jede Kritik niederzuhalten. Natürlich gehören Christen sich nicht selbst im Sinne des Loskaufsopfers, das Christus dargebracht hat. Natürlich muß sich der Christ in diesem Sinne "selbst verleugnen" und "beständig folgen". Aber man darf doch nicht übersehen, daß die WTG jegliche Nachfolge Jesu nur unter ihrer unmittelbaren Führung und Anleitung meint! Sie bestimmt doch, in welchem Sinne alle "Eigentum Gottes" zu sein haben und was da zu tun ist! Du hast doch die Bibel nur mittelbar in der Hand! Handhaben darfst du sie doch nur, wie es der WT bestimmt! Merkst du das nicht? Du sollst dich als Eigentum Gottes und Christi fühlen und denken, du verleugnest dich ausschließlich für sie und folgst ihnen, während du in Wirklichkeit der Bibelauslegung der WTG folgen sollst, wohin sie dich auch führt! Darum allein diese Eigentumserörterung jetzt zur Zeit des erneuten Endzeitfehlschlags mit 1975.

"Wem gehörst du?" - (Hauptartikel)
Die Kerngedanken: "Sich selbst verleugnen … sich aufgeben nicht mehr sich selbst gehören … das Eigentumsrecht an sich selbst nicht mehr beanspruchen (Abs. 5) … das ganze Leben hindurch (Abs. 7) … beständig den Marterpfahl tragen (Abs. 8)… Selbstverleugnung (Abs. 9) … du bist erkauft (Abs. 12)… in einem inbrünstigen Gebet … deinen Entschluß, dich unter seinen Bedingungen anzunehmen … das bedeutet auch, daß du ein Jünger, ein Fußstapfennachfolger Jesu Christi wirst (Abs. 15) … deine Glieder als Sklaven (Abs. 16) … du wirst nicht dazu gezwungen und auch nicht unter Druck gesetzt (Abs. 17) … durch selbstsüchtige Überlegungen oder Wünsche davon abhalten? … Genieße das Bewußtsein, ihm zu gehören, indem du ihn zu deinem Gott machst und dich seinem ergebenen Volke anschließt" (Abs. 22). -

Zunächst eine große Lehrverwirrung, oder eine absichtliche Täuschung? Aller Welt jetzt im WT Jüngerschaft und Fußstapfennachfolge Jesu anzubieten bedeutet doch, für weitere "Leibesglieder" Christi zu werben! Was ist da mit der "irdischen" Hoffnung, die andererseits aller Welt gepredigt wird? Wird jetzt Philipper 3:17-20 beherzigt? Will die WTG die "irdische" Orientierung fallen lassen? Wo zielt das hin? - Insgesamt sehen wir weiter die völlige Unterordnung im Namen Gottes und Jesu unter die WTG. Angesichts des 1975-Fehlschlags sind solche Formulierungen wie "das ganze Leben hindurch" besonders verdächtig. Und alle nur "unter seinen Bedingungen", d. h. Gottes, ist die allergrößte Täuschung! Sage einmal der WTG, du hast die Bibel und damit Gottes Wort, du brauchst keinen WT mehr. Darin wirst du gleich merken, wer hier die Bedingungen diktiert, und zwar gnadenlos Was "nicht gezwungen" und "nicht unter Druck" betrifft: Wenn du jemandem sagst, gehe diesen Weg, sonst wirst du vernichtet, ist das kein Zwang, kein Druck? Das ist in Wirklichkeit der schlimmste psychologische Terror, den man auf einen Menschen ausüben kann! Je fester die WTG kettet, desto freier soll man sich fühlen, ja, genießen soll man das! Das kann man doch nur mit gebrochenem Rückgrat, willen- und gedankenlos. Der letzte Satz des Artikels muß im Klartext heißen: Ein "ergebenes Volk", das sich jetzt über 1975 hinaus von der WTG im Namen Gottes weiter führen läßt, wie sie will und wohin sie will. -

"Liegt das Christentum im Sterben?" - (Nebenartikel)
Natürlich nicht, meint der WT, weil sich durch die WTG das allein "wahre Christentum" immer weiter ausbreite. Die frappierendsten Ungereimtheiten dieses Artikels nur. Im WTG-Endzeitfehlschlagjahr 1925 nahmen 90 434 Personen am Gedächtnismahl teil? Da wurde doch gar keine "irdische" Hoffnung gepredigt! Da wurde doch für 1925 die Zertrümmerung der Weltordnung, ihr Wiederaufbau und eine Weltregierung Abrahams über Rundfunk von Jerusalem aus aller Weit proklamiert! 90 434 von ganzen 144 000 aus der Menschheit seit Christus? Dann konnten 1922 gar keine "Vorkehrungen" getroffen werden, um anzukündigen, daß Christus seine Macht 1914 "im Himmel" angetreten habe. Das wurde ja durch den WT erst 1925 "erkannt"! (WT "Die Geburt der Nation", Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben S. 108). Dann ist es einfach nicht wahr, daß "heute praktisch in der ganzen Welt" die WT-Botschaft gepredigt worden ist! Milliarden von Menschen in Asien und Afrika z. B. sind überhaupt noch nie erreicht worden. Und die "Säle der Zeugen Jehovas sind bildlich gesprochen zum Bersten voll"? Das ist doch ein gleicher Taumel. Wenn die gegenwärtige kapitalistische Krise wieder abflaut und eine neue Hochkonjunktur kommt, dann sollten wir diese Frage noch einmal diskutieren. Was für eine Prahlerei, was für Ungereimtheiten! Wahres Christentum? -

WENN MAN JETZT EIN VON DER WTG EINGESETZTER ÄLTESTER IST
Für Alteste und Dienstamtsgehilfen
Älteste, Aufseher oder Dienstamtsgehilfen müssen gemäß der Schrift "auch ein vortreffliches Zeugnis von Außenstehenden haben (sich auch eines guten Rufes bei den Nichtchristen erfreuen, Menge)" - 1. Tim. 3:7 NW. Wie sieht es damit aus? Zunehmende Unruhe greift hier um sich. Gab da die "Gesellschaft" die Weisung, Älteste und Dienstamtsgehilfen sollten sich im Hintergrund halten. Nicht einmal in den Studiengruppen sollten sie persönlich bzw. namentlich bekannt sein. Wer etwas von ihnen will, soll das über die Studienleiter geben. Die Ältesten mit ihren Gehilfen sollen alles unerkannt aus dem "Unterirdischen" im Sinn der "Gesellschaft" lenken und leiten. Das wird nun noch 25 Jahren aussichtslosen Hoffens und Harrens mit zunehmender Unruhe betrachtet.

Am heftigsten wird reagiert, wenn "Dunkelmänner" für Geldschmuggel gesucht werden. Das sei in jedem Land eine kriminelle Sache und werde in jedem Land nach 1. Petr. 4:15 mit Recht bestraft. Damit bröckelt auch das "Feindbild" der WTG, die von ihr verlangte antikommunistische Staatsfeindschaft.

Andere empörte Meinungen haben zum Inhalt, daß bei dem Charakter der Organisation ohnehin die Versammlungen nichts erfahren, was "über ihren Köpfe" beschlossen wird, daß sie nichts überprüfen können, bevor es geschieht. Die Geheimanweisungen für die Ältesten haben nun mit Sicherheit Willkür, Mißbrauch und Günstlingswirtschaft zur Folge. Ist die Versammlung ausgeschaltet, dann zählt tatsächlich nur noch die Gunst, in der jemand steht oder dieser sich "oben" zu verschaffen versteht. Nicht umsonst macht es die Schrift zur unaufgebbaren Pflicht der Versammlung, "die Geister (Lehren und Lehrer) zu prüfen, ob sie aus Gott sind" (l. Joh. 4:1). Die Ausführungen von Paulus-und Titus für Aufseher, Älteste usw. seien doch keine Geheimanweisungen für einen Klüngel sich gegenseitig begünstigender Personen, die unkontrollierbar und unkritisierbar über die Versammlungen herrschen sollen. Es seien Ausführungen für die ganze Versammlung, damit sie ihr Recht und ihre Pflicht zur Prüfung alles dessen wahrnehmen kann, was sie betrifft. 1. Tim. 3:1-15, Titus 1:5-9, 2:1-10.

Unter den Ältesten und Dienstamtsgehilfen wächst die Unsicherheit über ihre Situation. Sie möchten natürlich schriftgemäß handeln. Sie möchten sich eines guten Rufes in der Versammlung, aber auch bei den Außenstehenden oder Nichtchristen erfreuen, wie es schriftgemäß sein soll. Und sie diskutieren darüber, wie die Informationen aus den Versammlungen zeigen. Dabei wird es für gar manchen immer deutlicher, daß es eigentlich gar nicht um "wirkliche Glaubensfragen" geht, sondern allein um den Mißbrauch des Glaubens für staatsfeindlichen Antikommunismus. Nur aus solchen Gründen seien die "untergründigen" und kriminellen Methoden der "Gesellschaft" letztlich zu erklären. Nur deshalb würden die Ältesten und Gehilfen jetzt z. B. so angewiesen, wie es geschieht. Es spricht sich herum, daß der frühere Hauptverantwortliche im Lande, Werner Liebig. Dresden, genau solche Überlegungen in Betracht zog. Nach und nach treten Brüder hervor, die sich in keiner Weise mißbrauchen lassen wollen. So die Dienstamtsgehilfen Klaus-Dieter Lembke, Walter Maaß und Bruno Kruse für Rostock, wo, wie mitgeteilt, keine Ältesten ernannt wurden. Oder als Alteste Götz Schlund und der 75jährige Gustav Effland, als Gehilfe Thomas Rascher, für Ludwigslust. Br. Johannes Maicki, Saßnitz, weist freimütig jeden Antikommunismus zurück. In der Tat, die Neuorientierung muß beginnen, und sie beginnt. Sollten 25 Jahre nicht hinreichen? Und das Jahr 1975 dazu?

Welche Lösung der Probleme sollte durchdacht werden? Eine schriftgemaße "Prüfung der Geister" durch die Versammlung und damit eine Ausschaltung jeglichen Glaubensmißbrauchs wird nur möglich, wenn die Ältestenschaft nicht nur formell da ist, sondern nun auch zu ihren urchristlichen Pflichten und Rechten greift. Die Wiedereinführung des Altestenamtes seit 1971/72 ist nur eine formelle Rückkehr zu dem, was einst 1931/32 beseitigt wurde. Es müßte aber eine echte Rückkehr sein. Das kann erleichtert werden durch eine Beachtung dessen, was C. T. Russell einst in Band 6 der Schriftstudien allgemeingültig über die schriftgemäße Organisation und Leitung christlicher Versammlungen oder Gemeinden darlegte. An gar manchen Orten können sich verantwortungsbewußte Älteste zusammenfinden mit Ältesten von damals. Sie sind, soweit sie noch aktiv sind bzw. leben, in der DDR z. B. als Diener am Wort in den verschiedenen Gemeinden freier Christen tätig.

Wir haben nun die völlige Unglaubwürdiqkeit des WTG-Werkes als Endzeitwerk vor Augen. Mit 1975 verschiebt die WTG nun bereits in die dritte Generation, wenn wir das erste Endzeitdatum 1799 außer Betracht lassen. Die politischen WTG-Verstrickungen sind anderweitig erkennbar. Es gibt offensichtlich keine andere glaubwürdige christliche Lösung für die Zukunft mehr, als in den Versammlungen aufzustehen, die religiös-politische Bevormundung der WTG zurückzuweisen, die urchristlichen Rechte und Pflichten durch die Versammlung zu ergreifen, die Ältesten vor der Versammlung verantwortlich zu machen, die entrechtete Versammlung in eine christlich "mündige" zu verwandeln und wieder zu einem echten Studium der Schrift, einem wirklichen Forschen in ihr, überzugehen, um so den weiteren Weg als Christen neu zu bestimmen. Vielleicht ähnlich den freien christlichen Gemeinden, wie sie Brüder früher schon begründet haben. Das WTG-Werk ist als Endzeitwerk zum Scheitern verurteilt. Je eher daraus die Konsequenzen gezogen werden, desto leichter ist das. -
F. F.

"DIE VERWÜSTUNGEN DES HEILIGTUM"
Von Emil und Otto Sadlack
1928 erschien in Deutschland ein Buch, das einen wichtigen Platz in der kritischen Literatur zur WTG-Geschichte einnimmt. Es ist offensichtlich das umfangreichste und bedeutsamste Werk dieser Art der zwanziger Jahre im deutschen Sprachgebiet: "Die Verwüstungen des Heiligtums". Herausgeber sind die Brüder Emil und Otto Sadlack, damals Angerburg/Ostpreußen. Sie sind heute noch leitende Mitarbeiter der Freien Bibelgemeinden in der BRD (Zentrum Kirchlengern). In Fortsetzungen werden die wichtigsten Aussagen dieses Buches jetzt in CV dargestellt, möglich geworden dank der Zusammenarbeit mit vielen verantwortlichen Mitarbeitern freier Gemeinden. "Die Verwüstungen des Heiligtums" hat eine große Bedeutung vor allem für die innere und lehrmüßige Entwicklung der internationalen Bibelforscher-Bewegung und späteren Zeugen Jehovas. Das Buch hat den Untertitel: "Ein ernster Mahnruf an alle Bibelforscher". Es greift mitten hinein in die lehrmäßigen und organisatorischen Umwälzungen, die der zweite WTG-Präsident J. F. Rutherford "von oben" durchführte, um das von C. T. Russell entfaltete Bibelforschertum nach dem ersten Weltkrieg zu überwinden bzw. umzuändern. J. F. Rutherford hatte aus der Bibelforscher-Bewegung eine Religionsgemeinschaft zu entwickeln, die in Zukunft ganz bestimmte Kreise erfassen und dort eine ganz bestimmte religiös-politische Funktion zu erfüllen hatte. 1928 war diese Entwicklung jedoch weder vollendet noch hinreichend erkennbar. Es zeichnete sich jedoch schon deutlich ab, wie die Bewegung nach und nach einer diktatorischen Struktur unterzogen wurde, die letztlich das von C. T. Russell begründete freie Bibelforschertum im Interesse der von J. F. Rutherford verfolgten Ziele vernichten sollte. Wir wollen nun diese Umwälzungen aus der damaligen Sicht der Betroffenen verfolgen und in wesentlichen Punkten betrachten.

"Wir wissen,. daß es vielen schwer fällt, wirklich zu 'sehen', und die Dinge so zu nehmen, wie sie wirklich sind, aber die Zeit wird die Geschichte schreiben, und aus einer weiteren Entfernung werden alle Zusammenhänge, Ursachen und Wirkungen genauer gesehen werden. Und dann werden viele zugeben, daß wir auf eine Entwicklung von Dingen aufmerksam machten, die, immer machtvoller werdend, nicht zum Nutzen, sondern zum größten Schaden des Heiligtums gereichten". (S. 15)

"Sind nicht in größter Unduldsamkeit bestimmte Dinge als dann und dann geschehend verkündet worden, die nicht eintrafen, weil Gottes Gedanken nicht die Gedanken dieser sehr fehlbaren Menschen waren? Reute es dann die vermessen handelnden Menschen? Nein! Waren sie zerknirscht im Herzen und bereit, jene, die schon längst vor solchen selbstsicheren Verkündigunqen und gefährlichen Herrschaftsgelüsten warnten, wieder freundlich, in Liebe zu behandeln? Nein! Machte sie das vollständige Fehlschlagen ihrer aufsehenerregend unter die Menschen gebrachten Botschaft klein? Bemühten sie sich mit Eifer, sich künftig eine würdige Zurückhaltung aufzuerlegen? Nein! Oder fuhren sie in ihrer stolzen Tätigkeit und Verkündgung fort? Ja! Bestanden sie darauf, daß sie trotz allem Mißlingen in ihrem 'Werke' Recht haben? Blieben sie dabei, die Ernsten und Gegründeten unter dem Volke Gottes, die Nüchternen und Warnenden zu schlagen, zu verletzen, mit Haß zu behandeln? Ja, leider! Ach, daß so etwas kommen mußte" (S. 17)

"Ach - das Geschrei der vielen, die enthusiastisch ein Hosianna singen - sich selbst und ihrer selbsterrichteten pompösen Organisationen, denen sie das schöne Ehrenschild 'Werk des Herrn' vorhängen. Ja, alles, was getan wird, mag es noch so töricht sein, mag die Zeit seine Unhaltbarkeit längst bewiesen haben, geschieht in 'seinem Namen'." (S. 22)

"Mit Unbarmherzigkeit und schließlich mit satanischer Wut und Grausamkeit wurden die verfolgt, die mehr Furcht vor ihrem Gott hatten als vor dessen angeblichen Stellvertretern. Die herrschende Schicht des Gottvolkes, die Nikolaiten, kontrollierten schließlich alles, jede Regung unter den Gliedern der Kirche war ihnen bekannt. Ein großartiges Spionagesystem wurde errichtet, das die Gewissen der Gläubigen erforschte, und wehe dem, der es wagte, solch eine göttliche (?) Organisation zu verdächtigen. Wer konnte da noch widerstehen? Natürlich verfingen Redewendungen der Verteidiger solcher aufs raffinierteste eingerichteten Organisationen, wie: Wenn das nicht des Herrn Werk und Wille wäre, dann würde er es nicht zulassen, dann würde er die Führer einfach hinwegtun',. bei den Gottgeweihten nicht, aber die meisten sahen solche Argumente als einzig richtig an und schauten mehr auf das, was vor Augen war, was Menschen errichteten, als auf Gott und sein Wort". (S. 26)

"Die unheilvolle Bewegung nahm trotz aller Warnungen mehr und mehr zu. Es fanden sie willige Augen und Ohren, denen dieser 'frischere' Geist gefiel. Es war nur die allgemeine große Achtung, die Bruder. Russell genoß, daß die Unterströmung mit ihren neuen Methoden, ihrem neuen Licht (?) nicht mit einem Mal hervorbrach. Bruder Russell mag vielleicht damit gerechnet haben, daß der meist gesunde Sinn der Wahrheitsgesegneten dem Fortschritt des Übels den Weg versperren werde, aber wenn er sich dieser Hoffnung hingegeben haben sollte, dann erfuhr er ihre Verwirklichung nicht. Im Gegenteil, er erlebte es, daß die Begehrlichkeit nach der Beherrschung des Gottesvolkes bei einigen Führern immer leidenschaftlicher wurde. 'Neues Licht' wurde immer aufdringlicher angepriesen. In verführerischer Weise wurden die heiligen Rechte des Volkes Gottes entzogen, das dafür durch gewisse Erleichterungen, wie Abnahme der Pflicht eifriger Schriftforschung usw. entschädigt wurde. Bei seiner bekannten Bescheidenheit fand Bruder Russell doch deutliche Worte gegen diese böse Entwicklung. Den Eigenwillen, Stolz und die Herrschergelüste einiger vom Volke Gottes macht er für die Gefahren verantwortlich. Er beschreibt sehr deutlich die Pläne und zeigt. wie sie in die Bahnen eigener Methoden, eigener Lehren, eigenen neuen Lichtes, kurz in die Bahnen der Verwüstung des Heiligtums steuern." (S. 43-45)

"Aber die Zeit wird die Geschichte schreiben, und aus einer weiteren Entfernung werden alle Zusammenhänge, Ursachen und Wirkungen genauer gesehen werden".

Wie wahr waren diese einleitenden Worte! Schon 1929 erhob sich die WTG selbst zur "Obrigkeit von Gott" über die Bewegung. Nach Änderung des Namens (1931) in "Jehovas Zeugen" wurden ab 1932 alle Ältesten gestürzt und durch WTG-Befehlsempfänger ersetzt. 1935 wurde die verderbliche irdische Orientierunq eingeführt (Phil. 3:17-20). 1938 übernahm die WTG dann "den vollen Befehl und die volle Gewalt" als "Vertreter des Herrn auf Erden". Damit war das strategische Hauptziel J. F. Rutherfords erreicht, die einstmals freien Bibelforscher in eine Gemeinschaft umzuwandeln, die nur noch ein organisatorisches und ideologisches Werkzeug in der Hand der WTG-Führung war.
Fortsetzung folgt

MITTEILUNGEN
Freie christliche Gemeinden in der DDR
Der Bund freier Christengemeinden (BfC), die Vereinigung freistehender Christen (VfC) und die Freie Christenvereinigung (FC) haben in der DDR u. a. folgende Stätten der Zusammenkunft, wo Brüder und Schwestern aus den WT Versammlungen mit ihrer Bibel herzliche Aufnahme finden:
Gemeinde 806 Dresden, Robert-Blum-Straße 6 (Raum Adv. Gemeinde),
sonntags Mai/Sept. 9-10.30 Uhr, Okt./Aprii 14.30-16 Uhr BfC
Gemeinde 705 Leipzig, Witzgallstraße 10, (Jgd-Zi. Laurentiuskirche)
sonnabends 14-16 Uhr BfC
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Gießerstraße 36 (Jgd-Zi. Josephskirche)
sonnabends 13.30-15.30 Uhr BfC
Gemeinde 7022 Leipzig, Blumenstraße 74 (Raumgem.)
sonntags 14-15.30 Uhr FC
Gemeinde Magdeburg, Bärstraße 9 (Raumgem.)
sonntags 15.30-15 Uhr VfC
Gemeinde Karl-Marx-Stadt, Schloßstraße 4-6 (Raumgem.)
sonntags 14-16 Uhr VfC
Gemeinde Leipzig, Maurice-Thorez-Straße 22 (Raumgem.)
sonnabends 16-17.30 Uhr VfC

Weitere Kontaktmöglichkeiten mit Brüdern und Schwestern freier Gemeinden bestehen u. a. in Meißen, Freiberg, Altenburg, Naumburg, Bernburg, Potsdam, Falkensee, Wilthen, Lützschena.
Ergreift die Initiative, die Zeit ist herbeigekommen.

Bedeutsame Entwicklung der Bibelforscher-Bewegung in Polen
Vom 29. - 31. März 1975 hielt die Vereinigung der Bibelforscher in Polen (Stowarzyszenie Badaczy Pisma Swietego w Polsce) in Warschau eine Plenar-Tagung ab. Sie stand unter dem Hauptthema "Die Bibel soll alle Christen vereinigen". Auf der Tagung wurden nach bisherigen Informationen Grundsätze, Richtlinien und eine zukünftige Entwicklung beschlossen, die offensichtlich für die verschiedenen Bibelforschergruppen, Bibelforscher-Gemeinschaften, freien christlichen Gemeinden ehemaliger Zeugen Jehovas und für die Zeugen Jehovas selbst angesichts ihres erneuten Endzeitfehlschlags von außerordentlicher Bedeutung sind. Die gefaßten Beschlüsse sind offensichtlich richtungweisend für die gesamte Bibelforscher-Bewegung und ihre Gemeinschaften bzw. freien Gemeinden und auch für die Zeugen Jehovas im Hinblick auf die anderen Christen wie auch in der sozialistischen Gesellschaft. Die Vereinigung der Bibelforscher in Polen wurde von dem "treuen Freund von Ch. T. Russell", Czeslaw Kasprzykowski (gestorben 1961) begründet. Jetziger Leiter ist Br. Waclaw Stachowicz. Die Vereinigung gibt die Zeitschrift "Swit" heraus. - CV bringt in der nächsten Ausgabe eine ausführliche Darstellung dieser Entwicklung und ihrer Bedeutung.
J. T., CV-Mitarbeiter, Polen

Kritik an der WTG ist keine Rebellion gegen Gott
ZUM INHALT DIESER AUSGABE
Da müßte die WTG ja Gott gleich sein, nicht wahr? Da müßte die WTG ja praktisch unfehlbar sein, wenn das so wäre. Darum muß jegliche Furcht überwunden werden, die in CV aufgeworfenen Fragen und Gesichtspunkte freimütig zur Diskussion zu stellen. Wir befinden uns in einer Situation und Entwicklung, in der ein jeder, unabhängig vom Dienstamt, unbedingt informiert sein muß darüber, was hier gegen die WTG vorgebracht wird. Keiner kann es sich leisten, sich nicht über alles dies zu vergewissern. Wo Entscheidungen zur Neuorientierung fallen, sollte man unbedingt zum sofortigen selbständigen gemeinsamen Bibelstudium übergehen, eingedenk der Worte Jesu, daß er selbst bei zweien oder dreien "mitten unter ihnen" ist. Faßt mutig den Entschluß dazu. Wir sind im Jahre 1975! Erwartet für den Herbst dieses Jahres, wann die 6000 Jahre um sein sollten, eine CV-Sonder-Ausgabe! Seid überzeugt, es gibt im Zweigbüro in Wiesbaden und im Hauptbüro in Brooklyn keine Zeitschrift, die so gründlich verfolgt wird, wie CV. Auch diese Ausgabe wird von der Hoffnung begleitet, daß sie Anstoß zum mutigen Handeln sein möge in dem, was jetzt getan werden muß. Allen CV-Mitarbeitern im In- und Ausland, wo sie um der Sach willen auch stehen, senden wir den Dank aller, die CV schätzen und auch unsere Grüße.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder
CV-Leitung Gera/Thür.
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A 2176-75 V 7 1 1013

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