Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 7

Wo dem DDR-Regime "der Schuh drückte" macht auch diese Folge deutlich. Das Thema des Geldttransfers durch die Zeugen Jehovas von Ost nach West, wird erneut aufgegriffen. Es werden dafür Vokabeln verwandt, die eindeutig die Sache als kriminell darstellen.

Die Fälle Frost und Franke werden gleichfalls wieder angerissen. Dem DDR-Bürger war das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nicht zugänglich. Normale Bibliotheken führten es nicht. Und in den wenigen, die es dennoch hatten, wie die Berliner "Deutsche Staatsbibliothek", war es in die "Abteilung für spezielle Forschungsliteratur" verbannt, zu der Normalsterbliche keinen Zutritt hatten. Dennoch publiziert die CV erneut in dieser Ausgabe vom Januar 1967, daß der "Spiegel" mal im Jahre 1961 einen Artikel über Frost gebracht hatte. Der genaue Wortlaut wird nicht geboten. Er war erst im 1970 erschienenen Uraniabuch enthalten.

Die Taktik der WTG dazu, des "aussitzen allen Unbequemens", wird als Verschwörung des Schweigens interpretiert.

Vollmundig wird der Leserschaft auch in dieser Ausgabe verkündet:

"Im November 1965 wurden die hauptverantwortlichen Brüder wegen feindlicher Nachrichtentätig antikommunistischen Hetze und des Behördenbetruges im Auftrage der WTG, verhaftet." Wenn man sich fragt, warum gerade im Jahre 1965 die Stasi sich dazu berufen fühlte noch einmal im Stil von 1950 zuzuschlagen, dann findet man die Antwort darauf in der Zitierung eines Wachtturmartikels, gleichfalls aus dem Jahre 1965. Es ist evident, dass die Kommunisten ihn als besondere Herausforderung bewerteten und dass die Stasi sich dafür "grünes Licht" zum zurückschlagen, beim SED-Politbüro eingeholt haben dürfte. Die Sätze, die den Kommunisten besonders an die "Nieren" gingen lauteten gemäß dieser CV-Ausgabe:

"Die ZeugenJehovas in Ostdeutschland mußten zuerst auf das Ende der Naziherrschaft Hitlers warten, und jetzt müssen sie das Ende der neuen totalitären Regierung abwarten, die die Naziregierung ablöste, das Ende der kommunistischen Regierung, die von dem zur Zeit von Breshnew beherrschten Sowjetrussland abhängig ist." (WT 15. Februar 1965, S. 110, Abs. 10).

CV Christliche Verantwortung

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung

Nr. 7 Gera Januar 1967

In den nächsten Ausgaben:

Was hat Gottes Königreich seit 1914 getan?

Antwort an WTG-Zweigdiener Konrad Franke auf seine Rede am 7. August 1966 in Essen, Westdeutschland

Sie opferten ihr Kind für Jehova WTG-Blutkult in Wittgensdorf Bezirk Dresden

Ein Bericht für die Geschwister, welche noch Gewissenskonfikte haben

Wir wünschen allen ein gesegnetes Jahr 1967!

Seid furchtlos und freimütig

Liebe Brüder und Schwestern!

Freudigen Herzens danken wir allen, die beitrugen, unsere Schrift fördern zu helfen, sei es durch Spenden oder Mitteilungen über Erlebnisse und Ereignisse in Verbindung mit der Organisation der Zeugen Jehovas. Wir haben volles Verständnis für Eure Zweifel und Gewissenskonflikte und bemühen uns in irgendeiner Form zu beraten und wenn möglich zu helfen. Es ist natürlich nicht möglich, jedem einzelnen öffentlich zu antworten. Entsprechend unserer Verantwortung werden wir jedoch in CV über alle Eure Erfahrungen und Hinweise berichten. Habt keinerlei Hemmungen. Berichtet uns frei und offen, was Euren Glauben irgendwie beeinträchtigt und Euer Gewissen bedrängt. Namen der Einsender werden nicht veröffentlicht.

In einigen Briefen kommt die Furcht vor der WT-Leitung zum Ausdruck. Man glaubt, die von der WTG beanspruchte "göttliche Autorität" sei echt. Man fürchtet den Gemeinschaftsentzug, von dem ein leitender Bruder sagte, er sei im Prinzip das gleiche wie der Bann der Katholischen Kirche. Man fürchtet sogar, sein Leben zu verlieren, wenn man sich gegen die WT-Leitung auflehnt. Wir wissen, dies ist tief in die Geschwister eingedrungen, und das ist der Grund der Furcht. Aber warum die WT-Organisation fürchten? Hat uns diese Organisation durch ihr Blut erkauft oder der Mittler Jesus? Ist etwa Präsident Knorr bereit, sich für uns einzusetzen wie Jesus, - der ohne Bedingungen nach Jerusalem hinaufzog? (Mtth. 16:21-23) Vermag die Organisation zu rechtfertigen und zu heiligen oder nur Jesus? Dies kann nur Jesus. Er allein wird sich für jeden, der an ihn glaubt und ihn anruft, verwenden. (Rö. 8:34) Nicht für eine Organisation setzt er sich ein, sondern für jeden einzelnen. (Hebr. 7:25) Nirgends in den Evangelien wird der hohepriesterliehe Dienst Jesu von der Zugehörigkeit zu einer Organisation abhängig gemacht (Joh. 14:6, 8:36, Rö. 14.22).

Betrachten wir kurz die Organisation. Hier herrscht eine strenge autoritäre Art der Leitung. Da wird angewiesen und gehorcht. Eine Freiheit des Denkens gibt es nicht. Alle Diener sind streng an die Weisungen der vorgeordneten Stellen gebunden. Nichts Entscheidendes kann ohne Genehmigung von oben getan werden. Bei uns in der DDR kommt noch hinzu daß die ganze obere Diener-Hierarchie anonym und unsichtbar gehalten wird, so daß alle Geschwister einem unkontrollierbaren Apparat ausgeliefert sind, dem sie bedingungslos zu gehorchen haben. So ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Als Beispiel nur folgendes. Wir haben in CV 6 die sogenannte theokratische Kriegslist zur Täuschung und Lüge vor Behörden und Polizei behandelt, wie sie in den sog. Lehrstücken der Königreichsdienstschule für Diener der Versammlungen enthalten ist. Was sagt Ihr dazu, daß diese Lehrstücke gar nicht aus Brooklyn kamen, sondern vom Leiter des inzwischen aufgelösten WT-Ostbüros in Westberlin Willy Pohl stammen? 0der dazu die Personalausweisfälschungen für Kreisdiener und Kuriere in der DDR, die jahrelang praktiziert wurden, ein kriminelles Verbrechen der Urkundenfälschung, eine eigenmächtige Sache von Ernst Wauer waren? Präsident Knorr hat sich in einer internen Besprechuung 1956 in Westberlin und auf dem Hamburger Kongreß 1961 eindeutig von diesen Fälschungen distanziert, und doch mußten die Brüder deswegen leiden. So wird mit dem Wort THEOKRATIE, Mißbrauch getrieben. Wie bekannt ist, wird die Leitung in Brooklyn selbst nur von den Geschäftsanteilbesitzern der WTG gewählt, also demokratisch, nicht von Gott.

Deshalb besitzt die Geschäftsleitung nicht die geringste, Befugnis zu solchen Erklärungen wie: "Wenn jemand der Organisation den Rücken kehrt … so wird er einsam fallen". Der Herr, "der durch seine Organisation wirkt", könnte einem solchen Gefallenen nicht wieder aufhelfen. (WT 1. 4. 1948, S. 101) Glaubst Du, lieber Bruder, oder Du, liebe Schwester, daß der Allmächtige unbedingt diese WT-Führung braucht für die Seinen?

Oder glaubst Du, daß er seine gnädige Hilfe davon abhängig macht, daß Du Dich bedingungslos dieser Organisation unterwirfst? Psalm 60:11 sagt: "Menschenrettung ist eitel". Die Schrift sagt weiter: "Die Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheut das Böse. In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander. Laß dich nicht vom Bösen überwinden" (Rö. 12:9:21). "Die Liebe bläht sich nicht auf" (l. Kor. 13:4-8). Wir möchten sagen, daß das Treiben in der unkontrollierbaren oberen Diener-Hierarchie diesen Grundsätzen nicht entspricht. Auch die von uns laufend aufgezeigten Tatsachen zeigen, liebe Geschwister, daß die Organisationsleitung nicht auf dem Boden der reinen biblischen Lehren steht. Wie kann sie da eine von Gott geführte Organisation sein? Wo ist auch nur ein einziger Beweis? Mit den Worten "Wer der Leitung der Organisation widerspricht und ihre Führung nicht anerkennt, ist vom Satan inspiriert!" wird die WTG keine göttliche Organisation. Diese Art Begründung ist zu einfach und beweist nur, daß man keine überzeugenden Beweise für irgendeine göttliche Berufung anführen kann.

Liebe Brüder und Schwestern, wir wünschen daß Euch diese Zeilen zum Nachdenken anregen und Euch frei machen von dem bedenkenlosen WT-Organisationsglauben. "Furcht ist nicht in der Liebe" (l. Joh. 4:18) und Menschenfurcht ist ein Fallstrick. Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen. Das heißt hier, dem Worte Gottes mehr gehorchen als den WT-Führern.

Wir grüßen herzlich mit Jakobus 4:6.

Bruder Willy Müller, 65 Gera, Lutherstr. 16, und Mitarbeiter

Wer ist der treue und kluge Knecht?

Ist es die Leitung der Neuen-Welt-Gesellschaft?

Eine ernste biblische Betrachtung nach Matthäus 24:45-47 und Lukas 12:42-«

Als Jesus Christus seinen Jüngern die Frage vorlegte: "Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur rechten Zeit", verlieh er damit keinem Menschen das Recht, durch das Austeilen geistiger Nahrung sich selbst in diese Stellung zu setzen. Wie könnte, sich auch jemand einen "klugen Knecht" nennen, ohne das besondere Kennzeichen an sich zu tragen, welches die Knechte des Herrn Jesu vor 1900 Jahren vor anderen herausstellte? Dieses Zeichen der Einsetzung über die Hausgenossen des Glaubens waren außergewöhnliche geistige Fähigkeiten, "indem Gott außerdem mitzeugte, sowohl durch Zeichen als durch Wunder und mancherlei Wunderwerke und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen". Hebr. 2:4.

War damals die Verleihung außergewöhnlicher Geistesgaben notwendig, um jene zu kennzeichnen, die als Diener Christi ausgesandt waren, wieviel mehr sind heute solche Merkmale der Erwählung zum Dienste des Herrn erforderlich, ja, wann sollte es notwendiger gewesen sein, als in unserer Zeit, wo eine große Uneinigkeit in Glaubensdingen besteht, wie nie zuvor.

Möchte doch jetzt niemand versuchen, die Notwendigkeit solcher geistiger Gaben mit der Erklärung abzulehnen, daß Wundergaben nur zur Kindheit der christlichen Versammlung gehörten, heute aber infolge der Reife der Erkenntnis nicht mehr benötigt werden. Zu einer derartigen Behauptung gehört jedoch eine biblische Begründung, welche bis jetzt nicht in überzeugender Weise durch die NWG gegeben wurde., Das Fehlen von Wunderkräften heute mit 1. Korinther 13:8 zu erklären, erweist sich bei einer genauen Betrachtung dieses Textes als unrichtig. Jener Vers und Begleittext zeigen deutlich, daß alles, was der Vollendung in Christus vorausgeht, Stückwerk ist und daher zur bestimmten Zeit weggetan wird, seien es nun Prophezeiungen, Sprachen oder Erkenntnisse. Paulus sagte: "Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser Reden aus Eingebung ist Stückwerk. Wenn aber das Vollkommene kommen wird, dann wird das Stückwerk abgetan werden". 1. Kor. 13:9, 10 (Zürch. B.)

Mit dem, was Paulus das "Vollkommene" nennt, ist nicht etwa eine vollständige Erkenntnis in biblischen Dingen gemeint, sondern das Versammeltwerden der Auserwählten zu Christus hin, wenn sie in die Vollkommenheit des himmlischen Reiches aufgenommen werden. Das Erkennen der ihnen verheißenen Herrlichkeit, war selbst für Paulus, trotz seiner überragenden Offenbarungen nur so undeutlich, wie der Blick durch halb durchsichtiges Fensterglas. (Beachte Fußnote 1. Kor. 13:12, Elbf. B.)

Wenn aber zur Zeit der Vereinigung mit Christus "das Vollkommene kommen wird", dann werden alle Treuen die Herrlichkeit ihres Herrn in seinem Reiche "von Angesicht zu Angesicht" schauen. Paulus schreibt dazu: "Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich völlig erkennen, wie ich auch völlig erkannt worden bin". 1. Kor. 13:12. Somit ist "das Vollkommene" die Erfüllung dessen, was die Erwählten zuvor in Vision gesehen und in prophetischen Reden geäußert haben, es ist ihre Vollendung in himmlischer Herrlichkeit. Offenbarung 10:7 sagt: daß zu diesem Zeitpunkte, wenn der 7. Engel posaunt und das Reich Christi beginnt dann das Geheimnis Gottes vollendet sei, wie er seinen Knechten, den Propheten, verkündet hat". Mit dem Erscheinen des "Vollkommenen", der Herrlichkeit des Reiches Christi, sind die Wundergaben des Geistes nicht mehr erforderlich und werden dann als Stückwerk (zeitweiliger Ersatz) weggetan. Somit ist es gewiß, daß Wunderwirkungen des Geistes dem Kommen Christi vorausgehen werden. Bis zu diesem Ereignis sollten besondere Gaben des Geistes bei denen vorhanden sein, die der Herr zu dieser hohen Stellung beruft.

Lange Zeit sind diese Wunderwerke des Geistes nicht mehr beobachtet worden, doch sollte uns dies um so mehr in unserem Glauben bestärken, daß Gott seiner Verheißung getreu in den letzten Tagen aufs Neue ungewöhnliche Kräfte wirksam werden läßt, die in unserem modernem Zeitalter selbst von gläubigen Menschen für unmöglich gehalten werden. Joel 2:28-31, Apg. 2:17-20.

Möchten wir demütig genug sein und ehrlich bekennen, daß wir hinsichtlich vieler biblischer Aussprüche noch vor Rätseln stehen und mit unserem Wissen heute bei weitem nicht an die Erkenntnisse der Apostel und Propheten heranreichen, welche durch direkte Offenbarungen in himmlische Dinge Einblick erhielten Apg. 7:55, 56, 8:10, 11, 2. Kor. 12:2-4, Offbg. 4:1.

Da heute niemand diese außergewöhnliche Befähigung durch den Heiligen Geist besitzt, wie er im ersten Jahrhundert zur Leitung der christlichen Versammlung gegeben wurde, können wir auch nicht annehmen, daß heute schon ein Klasse des "treuen und klugen Knechtes" durch seinen Herrn Jesus Christus eingesetzt worden ist. Jene, die sich selbst dazu ernannten, haben sich oft widersprechen und ihre gewonnene Erkenntnis wieder abändern müssen. Was man einst als "biblische Wahrheit' gepredigt hatte, war man gezwungen, später als einen "Irrtum" zuzugeben. Solche Fehlbotschaften waren möglich, weil sie menschlichen und nicht göttlichen Ursprungs waren. "Nicht ein Mensch ist Gott, darf er lüge, noch ein Menschensohn, daß er bereue. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht aufrecht erhalten? 4. Mose 23:19.

SPEISE ZUR RECHTEN ZEIT!

Das gesprochene Wort ist unabänderlich Es ist eine Kraft Gottes! - Der vom Herrn ernannte Knecht wird zur bestimmten Zeit diese mächtigen, unabänderlichen Wahrheiten kundtun. Er kann sich dabei nicht widersprechen, kann keinen Irrtum lehren, weil er die Speise seines Herrn Jesus Christus austeilt, welche ihm durch Eingebung des Geistes übermittelt wird. Somit werden jene, welche zu diesem Dienste auserwählt sind, die gleiche Erfahrung wie der Apostel Paulus machen, welcher sagte: "Ich tue euch nämlich kund, ihr Brüder, das das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist, denn ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi." Galater 1:11, 12 (Zürch. B.)

In einer Zeit, wo anstatt der angenommenen Errettung sich zunehmende Bedrängnisse einstellen und die frohen Erwartungen vieler sich in bittere Enttäuschung verwandeln, wird der geistige Aufschluß dieser Erwählten tatsächlich "Speise zur rechten Zeit" sein, und zwar für jene, welche dann ein hörendes Ohr haben. Von dieser Speise werden alle gesättigt werden, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten und alle Trauernden werden davon getröstet. Matth. 5:4, 6. Auch werden die treuen Knechte mit von Gott verliehenen Autorität dann alle falschen Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt, wider die Erkenntnis Gottes". 2. Kor. 10:4, 5.

Mit dem Erscheinen des "klugen und treuen Knechtes" wird auch das in Offenbarung 11:3-6 angekündigte Auftreten der 2 Zeugen, welche in der Kraft des Geistes Gottes weissagen werden, eine Erfüllung finden. Der Wortlaut des Textes zeigt mit voller Klarheit, mit welchen machtvollen Werken des Heiligen Geistes der Herr dann seine Knechte auszeichnen wird. Ebenso werden diese auch durch die Verständigen in Daniel 12:3 dargestellt, welche in jener Zeit das Licht ihres Herrn leuchten lassen und "die vielen zur Gerechtigkeit weisen" werden. Der "treue und kluge Knecht" wird somit eine besondere Stellung unter dem Volke Gottes einnehmen. An seinen Werken wird er erkennbar sein.

Als Bestätigung seiner Ernennung zum Verwalter über die Dienerschaft seines Herrn muß und wird er das Siegel des Heiligen Geistes erhalten. Mögen die Wunderwerke des Geistes dann auch von Falschunterrichteten als eine Verführung des Satans bezeichnet werden und die Erwählten Gottes als falsche Christi und falsche Propheten. Jesus hatte auch diese Verkennung vorausgesagt: "Es ist dein Jünger genug, daß er sei wie sein Lehrer, und der Knecht wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt haben, wieviel mehr seine Hausgenossen!" Matthäus 10:25. Trotz aller Anfeindungen, und wenn sie selbst ihr Leben dafür hingeben müssen, werden sie doch in Treue daran festhalten, die Speise zur rechten Zeit auszuteilen.

SEIN HERR WIRD IHN ÜBER SEIN GANZES BESITZTUM SETZEN!

Jesus Christus sagte, er werde bei seinem Kommen den treuen und klugen Knecht als Belohnung für seinen treuen Dienst über seine sämtlichen Güter einsetzen. Anstatt "Güter" gebrauchen einige Übersetzungen die Worte "Habe", andere "Vermögen", "Besitz" oder "Besitztum". Was hatte Jesus mit diesen Worten gemeint? Prüfen wir, ob unsere Auffassung mit der Heiligen Schrift tatsächlich im Einklang ist.

Sollten sich diese Güter oder Besitztümer des Herrn allein auf ein irdisches Werk beziehen? Erstreckt sich die ganze "Habe" Christi nur auf ein organisiertes Zeugniswerk, so daß das Einsetzen der treuen Knechtsklasse über die Habe ihres Herrn für sie die Aufsicht über eine weltweite Predigttätigkeit bedeuten sollte? Würden ihnen damit die Interessen seines Königreiches anvertraut? Nein, niemals hatte Jesus Christus diese Auffassung damit zum Ausdruck gebracht. Die Habe, die Güter oder das Besitztum, über welche der treue und kluge Knecht oder Verwalter beim Kommen Christi gesetzt wird, bezieht sich weder auf eine Organisation von Predigern, noch auf irgendeine Tätigkeit in Verbindung mit diesen. Nicht die Aufsicht über ein Verlündigerwerk der Gegenwart kann für jemanden das Vorrecht darstellen, über die Güter des Herrn bestellt zu sein.

Die Worte Habe, Güter, Vermögen oder Besitztum weisen auf nichts Geringeres hin, als den Herrschaftsbereich Christi bei seinem Erscheinen in Königreichsmacht. Über diese eingesetzt zu werden, bedeutet somit für die treue Knechtsklasse, ihren Anteil an dem Erbe mit Christus zu empfangen, welches ihr himmlischer Vater zubereitet hatte. Dieses Erbteil ist ihre Herrschaft mit ihrem Herrn Jesus Christus "über all seinen Besitz", Himmel und Erde, "wenn er kommen wird, um an jenem Tage verherrlicht zu werden in Verbindung mit seinen Heiligen". 2. Thessl. 1:10. Weil dieser Knecht über Weniges treu war, wird ihn sein Herr über so vieles einsetzen. Matth. 25:21.

Diese höchste Belohnung beschreibt Daniel mit den Worten: "Und das Reich (das Königtum) und die Herrschaft und die Macht über alle Reiche unter dem Himmel wird dem Volke der Heiligen des Höchsten gegeben werden. Ihr Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte müssen ihnen dienen und untertan sein. Dan. 7:27 (Z. B).

Den Worten Jesu lagen somit ganz andere Gedanken zugrunde, als er sprach: "Wohl jenem Knecht, den sein Herr, WENN ER KOMMT, bei solchem Tun finden wird (dem Austeilen der geistigen Speise). Wahrlich ich sage euch: Er wird ihn über sein ganzes Besitztum setzen." Matth. 24:46, 47. Was wir unter diesem Besitztum verstehen sollten, zeigt auch Psalm 2:8. Jehova Gott sagt hier zu Jesus Christus: "Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen, und zum Besitztum DIE ENDEN DER ERDE." Psalm 105:21 (Elb. B.). Dieses Besitztum, welches Jesus Christus als Erbteil erhält, ist genau das gleiche, über das der "treue und kluge Knecht" bei seinem Kommen erhoben wird. Psalm 2:9 schildert, wie der König seine Herrschaft über die Erde beginnen wird. In der gleichen Weise wird er auch der erwählten Knechtsklasse zu jenem Zeitpunkte "Gewalt über die Nationen" geben. Offbg. 2:26, 27. Dies bedeutet aber nichts anderes als daß dann in ihre Hände auch die Macht des Gerichtsvollzuges gelegt wird. 1. Kor. 6:2, 3. Dann wird auch der Satan unter ihren Füßen zertreten werden, dies bestätigt Römer 16:20. Beachte hierzu: Jes. 41:14-1,6, Micha 4:13, 5:7, 8, Sach. 9:13-16, 10:3, 6, 12, 12:6, 8, Kol. 3:4, 2. Tim. 2:12, 1. Petr. 5:4, Offbg. 5:10, 20:6.

Alle diese Bibeltexte beweisen somit eindeutig, daß die Auserwählten Gottes beim Kommen Christi über viel mehr erhöht werden, als nur ein Predigtwerk auf Erden. Dieses hat mit der Habe Christi absolut nichts zu tun, da es auch keine Belohnung darstellt. Es wird weit mehr sein. Alles, was ihrem Herrn und Meister gehört, wird auch ihnen in ganzer Fülle geschenkt werden. Rö. 8:32. Zur Zeit seiner Wiederkunft, wenn alle Treuen mit ihm vereint werden, wird ihnen solche Macht zuteil und mit dem Christus ihnen alles unterworfen sein. Psalm 149:4-9.

Wir mögen uns nun fragen: Wem wird der Herr dieses hohe Vorrecht verleihen, über "alle seine Güter" oder "seine Habe" bestellt zu sein? Wer wird vor seinem Kommen und Offenbarwerden dazu ernannt werden, der Dienerschaft des Herrn die Speise zur rechten Zeit zu geben? Kein Mensch kann dies vor der Zeit wissen und darauf die richtige Antwort geben. Doch eines ist gewiß: Niemals werden jene für den Dienst des Herrn tauglich sein, die sich selbst erhöhen, indem sie durch eigene Anstrengungen oder mit Unterstützung anderer sich einen Namen machen, welche ihnen Anerkennung und Erhöhung von Menschen einträgt. Nicht jene, die sich selbst ehren und Ehre von Menschen lieben und annehmen, können ein brauchbares Werkzeug in der Hand Gottes sein, sondern nur solche, die als Nachahmer Christi von Herzen demütig sind.

Gemäß der Schrift ist ein Mensch ein Sklave dessen, dem er Gehorsam leistet. Rö. 6:16. Hüten wir uns mit aller Vorsicht, Sklaven einer menschlichen Einrichtung zu sein oder zu werden, welche nicht das offenkundige Zeichen göttlicher Autorität an sich trägt. Nicht die mit überredenden Worten geführte Behauptung, ein Knecht des Herrn zu sein, bestätigt jemanden als Diener Christi, sondern die göttliche Kraft. Denn das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft." 1. Kor. 4:20.

Daher kann auf die Frage: "WER IST DER TREUE UND KLUGE KNECHT?" - nicht ein Mensch, - sondern nur Gott in Verbindung mit machtvollen Werken des Geistes die rechte Antwort geben. Möge Jehova diese Frage bald in einer Weise beantworten, die ihm selbst und seinem Sohne Jesus Christus höchsten Ruhm und Ehre eintragen, welche nur ihnen gebührt. Mit den Worten des Psalmisten bitten wir: "Nicht uns, Jehova, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre!" Psalm 115:1.

Alle, die ihr Vertrauen auf Jehova gesetzt haben, bitten wir, anhand der Bibel selbst zu beurteilen, ob die Leitung der WTG diesen biblischen Anforderungen eines "treuen und klugen Knechtes" entspricht.

Es geht um das Geld der Verkündiger!

Gute-Hoffnung-Transaktionen der WTG biblisch untersucht

2. Teil

Wir hatten im 1. Teil unseres Artikels über die WTG-Geldpraxis in CV 6 ausgeführt, daß es bedingungslose Christenpflicht ist, gemäß Matth. 22:15-22 und Römer 13:7 die Finanzgesetze oder Geldverkehrsordnung des Staates zu respektieren, ohne Rücksicht auf die religiöse oder politische Einstellung bzw. organisatorische Bindung eines jeden Bürgers. Wir hatten sodann die WTG-Begründung für den G. H.-Schmuggel bis 1961 nach dem Westen erörtert und gezeigt, daß sich die WTG damit in arroganter Weise über die elementarste staatliche Ordnung hinwegsetzt. Wir möchten nun den Geschwistern einiges aus der kriminellen Praxis dieses Schmuggels unterbreiten. Wie ein ganzes Jahrzehnt lang die biblischen Grundsätze in Geldfragen bewußt mißachtet wurden und Brüder und Schwestern zu kriminellen Schmugglern wurden.

Es war in der Zeit, als der G. H.-Schmuggel in voller Blüte stand. Ein Kurier kam im Ostbüro des Bethel in Westberlin an und machte den zuständigen Bruder Werner Geyer auf den Brief einer Schwester aufmerksam, die erklärte, sie werde kein Geld mehr geben, wenn es in Westberlin weiter zum Schwindelkurs umgetauscht wird. Sie will die Gesetze des Staates achten, die das verbieten. Daraufhin erwiderte Geyer wörtlich: "Was mag man der Schlampe wohl für eine Summe Geld gegeben haben, daß sie so etwas schreibt!" So wurde jeder, der diese kriminellen Sachen nicht mitmachen wollte und Einspruch erhob als "vom Osten gekauft" abgestempelt.

Ein anderer Kurier berichtete, wie in der Informationsmappe, die er einzusehen hatte, angewiesen wurde, sich keine Gedanken über das Geld zu machen. Illegal ist nicht, das Geld nach dem Westen zu bringen. Illegal ist das Verbot in der DDR. Ein ganz gerissener Vergleich, weil die WTG die Geschwister über die wahren politischen Gründe des Verbots unwissend hält.

Wir hatten im 1. Teil dieses Artikels nachgewiesen, daß Einhaltung der Geldgesetze mit dem Verbot der Z. J. nicht das Geringste zu tun hat. Ob legal oder illegal ändert überhaupt nichts daran, daß diese Gesetze unbedingte Rechtsordnung sind für jedermann. Auch legale Organisationen haben sie zu respektieren. Doch in ihrem bedenkenlosen Gehorsam haben sich die Brüder und Schwestern von den Weisungen des Büros übertölpeln und zum kriminellen Schmuggler machen lassen.

Wir fragen uns, was wohl der Grund ist, warum die WTG zu diesen kriminellen Handlungen gegenüber der DDR anleitete. Von WTG-Zweigdiener Frost ist bekannt, daß er sogar der Gestapo erklärte, als sie bei ihm einige Goldstücke fand, daß er diese selbstverständlich bei der Bank eingezahlt hätte, wenn er noch dazu gekommen wäre, trotz allem würden die Geldgesetze auf jeden Fall beachtet. Auch für die USA erklärt die WTG jetzt wieder aufs Neue in ERWACHET vom 8. September 1966 in dem Beitrag "Hast Du alles angegeben?" daß die Geschwister die Sonderbestimmungen der USA, die Einfuhr nicht erlaubten Geldes verbieten, unbedingt zu beachten haben. Gegenüber der DDR jedoch wurden diese Grundsätze rigoros vom Tisch gefegt. Die Sache hat den politischen Grund, daß die WTG weder etwas grundsätzlich gegen den Nazistaat noch gegen die USA hatte bzw. hat. Aber gegen die DDR, wie ihr Antikommunismus zeigt. Wir kommen darauf nochmals zurück.

Jeder Bruder und jede Schwester in der DDR weiß, daß seit 1950 die G. H.-Gelder nach dem Westen geschmuggelt werden. Hunderte Kuriere waren daran beteiligt, fast aus jeder Versammlung. Was soll man da von folgender nachträglichen WT-Erklärung halten:

"Personen, die gegen gute Sitten und die öffentliche Ordnung verstoßen, werden von der weltlichen Obrigkeit verurteilt und bestraft, ob sie nun zur Christenversammlung gehören oder nicht … Die Christenversammlung kann daher kein Glied, das ein Dieb, S c h m u g g 1 e r, Bigamist, Mörder, Verleumder oder B e t r ü g er ist, vor der Bestrafung schützen. Sie muß zulassen daß solche Glieder von der weltlichen Obrigkeit bestraft werden, sie haben das Gesetz des Landes übertreten … und kein Recht, sich zu beklagen." (WT 15. Januar 1963).

Unwillkürlich muß man da wieder an Christi Worte in Matth. 23:28 denken, wo er sagt: "So erscheint ihr den Menschen von außen gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzesbruch!"

Warum mußte die WTG erst durch gerichtliche Verurteilung ihrer Schmugglerkuriere und durch die radikale Unterbindung dieser ganzen Schmuggelei mit der Sicherung der DDR-Staatsgrenze in Berlin am 13. August 1951 belehrt werden, diese Art kriminelle Verbrechen zu unterlagen? Die Antwort ist einfach. Weil es keine göttliche Leitung der WTG gibt. Wie könnte eine Organisation Gottes zehn Jahre lang zusehen, wie die Bibel übertreten wird und aufrichtige Geschwister zu Schmugglern werden?

Im 3. Teil unseres Artikels kommt der Sonderbeauftragte von WTG-Präsident Knorr für das Ostbüro des Bethel in Westberlin bis 1961, Bruder Turner, in dieser Sache zu Wort.

Verschwörung des Schweigens

Konrad Franke, Erich Frost, Günter Künz

Im Juli 1964 vollzog sich im Bibelhaus Wiesbaden ein bedeutsamer Wechsel. WT-Redakteur Erich Frost, öffentlich als Gestapohandlanger entlarvt (Der Spiegel, Hamburg, 19. 7. 1961), mußte zurücktreten. Er wurde durch Günter Künz ersetzt. Zweigdiener Franke hat die Gründe dieses Wechsels im höchsten geistlichen Amt des Bibelhauses bisher verschwiegen. Die Motive Frankes sind ohne Zweifel, daß auch er ein Gestapohandlanger war. In CV Nr. 3 und 4 war nachgewiesen, daß er 1936 den VD von Frankfurt a. M. Steinbach der Gestapo ausgeliefert hat und im Mordfall Ruhnau, Sonderbeauftragter des Zweigbüros Bern, der Gestapo ebenfalls preisgab. Nennt Franke die Gründe für die Absetzung Frosts, so kommt zweifellos auch sein Stein ins Rollen. Der dritte in dieser Verschwörung des Schweigens ist Günter Künz, der neue WT-Redakteur. Er wurde 1962 in Gilead ausgebildet und am 26. November 1962 als Angehöriger der 37. Klasse von Präsident Knorr graduiert. Künz hat sich zum Hehler für die Gestapohandlanger Frost und Franke gemacht. Er hält jeden Bericht über deren Gestapodienste aus dem WT fern. Die Enthüllungen über "verantwortliche Personen in der Organisation" als Gestapodiener bezeichnet er sogar als Verleumdungen des bösen Knechtes. (WT 15. Juli 1964), obwohl die Führung in Wiesbaden durch amtliche Dokumente weiß, daß es sich so verhält. Ohne Zweifel befindet sich die Leitung der WTG in einer zunehmenden gefährlichen Lage, weil dies alles unter den Gliedern der WTG bekanntgeworden ist. Nicht aus Haß oder anderen unchristlichen Beweggründen wurde dies unterbreitet, sondern weil die Leitung selbst in ihrem Gründungsprotokoll vom 9. September 1945 festlegte, alle, die sich zu Werkzeugen der Nazis gemacht haben, aus den Reihen der ZJ zu entfernen oder fernzuhalten. Wörtlich heißt es: "Wir (die Leitung) erkennen eine weitere Verpflichtung dahingehend, Personen, die früher der Vereinigung angehört haben, die aber in der Zeit der Hitler-Diktatur und ihrer Gestapoagenten offensichtlich versagt … die Vereinigung und ihre Mitarbeiter verraten, oder bekämpft oder sich dazu bereit erklärt haben … aus unseren Reihen zu entfernen und fernzuhalten."

Die Leitung sollte nun auch zu ihrem Gründungsprotokoll stehen und nicht versuchen, die Sache totzuschweigen, weil es sich um prominente, in der Leitung stehende Brüder handelt. Je länger sie diese schützt, die sie selbst auszuschließen versprach, sind wir gezwungen, darüber zu sprechen. Oder ist es so, das der Leitung nichts an ihrem selbstverfaßten Protokoll liegt und ihr die Reinheit der Organisation nicht mehr am Herzen liegt? Die Tatsachen sprechen dafür. Frost wirkt für die Organisation in den USA und Franke in Deutschland, trotz der Verpflichtung vom 9. September 1945.

Warum Br. Covington in Brooklyn von Bruder Knorr ausgeschaltet wurde!

Bei Durchsicht des Jahrbuches 1964 war einigen Brüdern aufgefallen, daß der oberste WTG-Rechtsberater, H. C. Covington, Brooklyn, nicht mehr in der Sonderdienerliste zu finden war. Seit dem Jahrbuch 1965 ist diese Sonderdienerliste vollständig verschwunden. Was war mit Br. Covington los? Die Geister begannen sich zu regen. Die WTG selbst schwieg wie immer, wenn es um die Vorgänge hinter ihren Kulissen geht. Doch "nichts ist verborgen, was nicht bekannt werden wird" sagt Christus in Matth. 10:26, wogegen auch die WTG nichts zu tun vermag.

So erhielten wir aus Brooklyn bis jetzt folgende Auskünfte in dieser Sache. Der Streit zwischen Knorr und Covington gehörte schon einige Jahre zum täglichen Brot der Bethelfamilie. Es ging im Grunde genommen um zwei Hauptfragen. Um die Einstellung zum Staat und Befolgung staatlicher Gesetze und um sittliche Probleme im Bethel. Unter den ledigen Brüdern des Bethel sei die Homosexualität sehr verbreitet, und Covington habe darin eine zunehmende Gefahr für seine Tochter gesehen. Covington weigerte sich, die WTG-Politik gegenüber Staat und Regierung weiter bedingungslos nach den Weisungen von Knorr zu vertreten und zu verteidigen. Es kam wiederholt zu heftigsten Auseinandersetzungen zwischen beiden. Das Geschrei sei noch Stockwerke tiefer im Bethel gehört worden. Im Ergebnis hat Covington die Rechtsvertretung der WTG aufgegeben und sich als Privatanwalt zurückgezogen.

Wir werden die Geschwister weiter über den Fall Covington, wenn weitere Mitteilungen eingehen, informieren. Ist es nicht bedeutsam, daß die meisten leitenden Brüder vom Zweigdiener aufwärts sich von der WTG abgewandt haben, nachdem sie an höchster Stelle Einblick erhalten hatten? Wir bringen über einen Teil solcher Bruder demnächst einen interessanten Beitrag!

Pläne des Bibelhauses, wie es in der DDR weitergehen soll

Brüder, seid wachsam!

Unter den höheren Dienern der Untergrundorganisation sind Anzeichen des Beginns einer echten Besinnung auf die eigene, christliche Verantwortung ersichtlich. Es geht um den bisherigen politischen WTG-Kurs, der in der DDR nun wieder zum Verhängnis geführt hat. Die Fragen prallen da hart aufeinander. Im November 1965 wurden die hauptverantwortlichen Brüder wegen feindlicher Nachrichtentätig antikommunistischen Hetze und des Behördenbetruges im Auftrage der WTG, verhaftet. Aus Kreisen anderer leitender Bruder wurden öffentliche Briefe an das Bibelhaus gerichtet, endlich die antikommunistische Hetze gegen die DDR und die anderen sozialistischen Länder zu unterlassen. Wir hatten in CV 5 einen dieser Briefe veröffentlicht. Die WTG dagegen hat folgenden politischen Kurs gegen die DDR festgelegt: "Die Zeugen Jehovas in Ostdeutschland mußten zuerst auf das Ende der Naziherrschaft Hitlers warten, und jetzt müssen sie das Ende der neuen totalitären Regierung abwarten, die die Naziregierung ablöste, das Ende der kommunistischen Regierung, die von dem zur Zeit von Breshnew beherrschten Sowjetrussland abhängig ist." (WT 15. Februar 1965, S. 110, Abs. 10).

Das besagt, daß die WTG-Leitung nicht im entferntesten interessiert ist an einem friedlichen Verhältnis zu Staat und Regierung in der DDR und daran, im Verkehr mit den Nichtchristen ehrbar zu wandeln" (l. Thess. 4:12).

Die WTG-Leitung will kein friedliches Auskommen mit der Ordnung in der DDR. Das propagiert sie offen im gleichen WT, Seite 114. Sinngemäß sagt sie: "Wenn Du Dich vor diesen mörderischen Menschen fürchtest und Deinen Predigtdienst einstellst, wird Dich Gott vernichten auf ewig. Predigst Du aber trotz Verbotes der Organisation weiter und verlierst dabei Dein Leben, dann wird Dich Jehova in seiner ewigen gerechten Neuordnung zum ewigen Leben auferwecken!" Um seine Eigenwünsche zu befriedigen, mißbraucht man die göttliche Liebe und droht ewige Vernichtung an, wenn man die Aufforderung der WTG-Leitung nicht befolgt. Mit Drohungen versucht man die Brüder zu ungesetzlichen Handlungen zu zwingen. Sie behaupten aber auf der ersten Seite des WT: "Der WT verfolgt keine politischen Ziele…". Hieraus ist erkenntlich was man von ihrer politischen Neutralität zu halten hat, gegenüber sozialistischen Staaten.

Inzwischen haben verantwortungsbewußte Brüder eingesehen, daß es so unmöglich weitergehen kann. Es reifte das Vorhaben, mit den Hauptverantwortlichen in Wiesbaden diese Sache zu diskutieren. Die Brüder stützen sich dabei u. a. auf die Staatsratserklärung vom 8. Februar 1961 über die Tätigkeit der Kirchen und kleinen Religionsgemeinschaften in der DDR. Der Staatsratsvorsitzende hatte darin erläutert, die Haltung der DDR in jedem Fall zu überprüfen, wenn die westdeutschen religiösen Führungsgremien ihre DDR-feindliche Politik unterlassen (Schriftenreihe des Staatsrates der DDR 5/1964). Der Grundsatz der Schrift, "seid aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan" (l. Petrus 2:13), also auch der sozialistischen Ordnung, ist für die Brüder die biblische Grundlage ihrer Überlegungen. Die WTG-Politik befindet sich im offenen Widerspruch dazu.

Was ist zu tun? Wir erleben wieder, alle sogenannte theokratische Kriegslist ist umsonst, der Behördenbetrug schützt niemanden,. Von der Brooklyn-Leitung ist es unklug und unbiblisch, wenn sie auf die Vernichtung der DDR-Regierung warten und das verkündigen. Ist das nicht ein Mühlenstein am Hals der Geschwister hier? Es ist die schriftgemäße Pflicht aller Brüder und Schwestern, nach dem Vorbild der urchristlichen Gemeinde Beröa (Apg. 17:11) jedes schriftwidrige Vorgehen entschieden zurückzuweisen und darauf zu drängen, daß in keiner Weise über das, was in der Schrift niedergelegt ist, hinausgegangen wird (l. Kor. 4:6). Dieser Kampf für den Glauben, für politisch reine und unbefleckte Gottesanbetung muß unvermindert fortgesetzt werden!

Seid so frei, uns Eure Überlegungen in dieser Sache mitzuteilen. Wir wollen weiter auf bestmögliche Weise helfen.

Bricht Bluttransfusion Gottes Gesetz?

Antwort auf die Frage einer Schwester im Bezirk Dresden

ja, liebe Schwester, wir verstehen Euch sehr gut. Man hat Euch durch die Anordnung, Bluttransfusion ist zu verweigern, in Gewissenskonflikte gebracht. Die Diener lassen Euch im Ungewissen und geben Euch keine Erklärung dazu. Der Apostel Paulus sagt in solchen Fällen: "Heißt den (Menschen) willkommen, der in seinem Glauben Schwächen hat, doch nicht zu Entscheidungen in bezug auf innere Zweifelsfragen". Rö. 14:1 (NW).

Niemand hat das Recht, Euch in Gewissenskonflikte zu bringen, nach diesen Worten, sondern, wenn möglich zu helfen. Das biblische Zeugnis über die Heiligkeit des Blutes stützt nicht die Auffassung, welche die Leitung der WTG über die Bluttransfusion verbreitet. Die Bibel sagt wohl vieles gegen das Essen von Blut von "Tieren" oder des Fleisches von Tieren, bei denen man das Blut beim Töten nicht hat auslaufen lassen. 1. Mose 9:4, 3. Mose 17:10-14, 5. Mose 12:23, Apg. 15-28, 29. Hier lehrt und gebietet die Bibel Achtung vor der Heiligkeit "tierischen" Lebens. Es steht nicht im geringsten in Berührung mit "menschlichem" Blut oder "menschlichem" Leben. Mit der Verletzung jenes Gesetzes hat eine Bluttransfusion nicht einen Punkt gemeinsam. Sie hat nichts mit tierischem Leben zu tun, nichts mit tierischem Fleisch, tierischem Blut oder das Essen desselben. Es ähnelt oder gleicht in keiner Weise dem Essen von Blut. Eine nähere Betrachtung der Schrift läßt erkennen, daß es hinsichtlich der Menschen darum geht, sein Leben zu schützen und zu erhalten, und nicht wie es die WTG lehrt, sein Leben zu opfern. 1. Mose 9:5, 6. Die Bluttransfusion vernichtet kein Blut, ißt kein Blut, sie verstört weder buchstäblich noch sinnbildlich ein Leben von irgendeiner Art. Es geschieht selbstlos in jeder Hinsicht. Es ist eine kombinierte Handlung aus Liebe, Barmherzigkeit und wissenschaftlicher Geschicklichkeit. Gegen Liebe und Barmherzigkeit gibt es kein göttliches Gesetz, nicht einmal ein menschliches Gesetz.

Somit hat die Leitung der WTG im Widerspruch zur Bibel ein unmenschliches Gesetz erlassen und damit die Gewissen vieler unschuldiger, gläubiger Menschen belastet. Warum tut das die Leitung der WTG? Weil die WT-Führung mit ihren Lehren überall im Mittelpunkt des Interesses stehen will. Sie belastet ihre Brüder, indem sie ihnen kund tut:

"Alle, welche eine Bluttransfusion nehmen, werden in Harmagedon sterben, ohne Hoffnung auf eine Auferstehung!" Ist dies nicht eine Verächtlichmachung der Liebe Gottes'? Treffend sind hier die Worte Jesu: Matth. 23:4, 5:

"Sie binden aber schwere und schwer zu tragende Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen, aber sie wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. Alle ihre Werke aber tun sie, um sich vor den Menschen sehen zu lassen…" (Elbf. B.). Wer ist die WTG-Leitung, daß sie über einen Bruder oder eine Schwester urteilen will? Steht oder fällt doch dieser oder diese dem eignen Herrn. Jehova kann veranlassen, daß er fest steht, jedoch die Leitung der WTG kann mit ihren Belastungen und Beratungen alle zu Fall bringen. Rö. 14:4-9. Welches Recht hat sie, verächtlich auf ihren Nächsten herabzublicken? Wir werden alle einmal vor dem Richterstuhle Gottes stehen, und dann muß jeder für sich selbst Rechenschaft ablegen. Rö. 14:10-12. Wir sollten bemüht sein, einem Bruder keinen Anlaß zum Straucheln zu geben, noch ihm einen Fallstrick zu legen. Betrachte ich etwas, in diesem Falle die Bluttransfusion, als unrichtig und belastet dies mein Gewissen und zerstört gar meinen Glauben, so tue ich nicht, was andere mir anraten, sondern handle so, als es mir mein Gewissen gebietet und meinen Glauben stärkt. Laßt Eure Freiheit im Glauben nicht durch das Gewissen eines anderen in Zweifel bringen, sagt Dank für alles, was Ihr empfangen und Euern Glauben und Gewissen stärkt, dann wird alles lästerliche Reden über Euch zunichte werden. Prüfet alles, und das Gute behaltet, vergewissert Euch aller Dinge, haltet an dem fest, was vortrefflich ist. 1. Thessl. 5:21. Die unverdiente Güte unseres Herrn Jesus Christus sei mit Euch.

Aus eingegangenen Briefen

Aus dem Bezirk Dresden:

In unsere Versammlung in M. kamen schon früher Briefe von Dir, und jetzt kommt CV. Es ist schön, daß man sich an Dich wenden kann, denn endlich ist jemand da, mit dem man reden kann. Hier ist vieles, was unterdrückt wird. Es ist schwer, an die Brüder in der Versammlung Fragen zu stellen, denn es droht da Hinauswurf, wie auch schon geschehen. Wer sich auflehnt, wird isoliert oder er bekommt Gemeinschaftsentzug. Es hat einen großen Streit gegeben um die Frage: Ist Jehova allwissende Sogar Bethel war hier, um den Streit zu schlichten. Es wurde uns nun aufgetragen, in unseren Ausweis einen Zettel zu legen, daraus ersichtlich wird, daß wir, sei es bei Unglücksfällen oder sonstigen Anlässen eine Bluttransfusion verweigern. Kannst Du dazu etwas sagen? Ist es richtig, wenn wir Menschenopfer bringen und uns für Jehova selbst sterben lassen? Nach Bethel wurde berichtet, es sei in unserer Versammlung alles in Ordnung, aber das stimmt nicht. Sie unterdrücken uns nur und drohen mit Gemeinschaftsentzug, wenn er nicht gehorsam ist …"

Dazu berichtet ein Bruder aus Amerika:

"Sterbende Mutter von 5 Kindern verweigert die Bluttransfusion! Mädchen von 17 Jahren stirbt! Lieber sterben als Bluttransfusion nehmen! - So lauten Zeitungsüberschriften Jehovas Zeugen betreffend allein in Ontario, Kanada. Warum opfern diese Leute sich selbst und ihre Kinder so willig auf dem Altar des Widerstandes betreffs der Bluttransfusion? Ich will hier nicht die Würdigkeit oder die Unwürdigkeit eines Heilverfahrens diskutieren, sondern die Unwürdigkeit einer religiösen menschlichen Verordnung, welches man an Stelle von Gottes Gesetz setzte. Ich war 25 Jahre Vollzeitpionier unter dem Befehl der WTG. Ich war ein Vollzeitpionier, als N. H. Knorr noch in Kniehosen herumlief. Ich habe den Vizepräsidenten Fred Franz in England, Wales und Schottland in meinem Wagen gefahren. Ich habe die Bibel seit 1910 intensiv studiert, noch mehr aber seit 1944 ohne die Billigung der WTG. Ich glaube, daß ich da befugt bin, etwas dazu zu sagen. Die WTG-Zeugen sind bereit, diesen Märtyrertod zu sterben, weil sie betrogen wurden hinsichtlich dessen, was die Bibel sagt. Aus Furcht vor göttlicher Vergeltung opfern sie sich und ihre Kinder auf dem Altar des Irrwahns, der von der WTG gelehrt wird. Menschengebote sind ihnen übertragen worden in grober Verletzung des Wortes Gottes. Wenn das Grüßen einer Flagge für sie schlecht ist, darin ist das Niederbeugen im Gehorsam vor Menschengeboten noch viel schlechter. Siehe Matth. 15:7-9, Apg. 4:19, 5:29, 1. Kor. 7:23. Sie benötigen ernstlich einer Transfusion der Wahrheit, des Wortes Gottes. Sie sind geistig todkrank durch die Transfusion menschlichen Mythos!

Wer sagt denn, das Bluttransfusion falsch ist? Nur die Leitung der WTG. Wer oder was ist aber diese WTG? Sie ist eine religiöse Körperschaft. Sie verdankt ihre Existenz einzig und allein einer Urkunde, die dem Leiter der WTG durch einen kleinen weltlichen Gerichtshof bewilligt wurde, als sie darum baten. Durch die Autorität des Staatsgesetzes in USA und dieser Urkunde, ist N. H. Knorr der Präsident und Hauptdirektor auf Lebenszeit, während Fred Franz der Vizepräsident ist. Wie handhaben es aber nun diese Männer, um die Gewissen von Hunderttausenden Christen zu kontrollieren? Indem sie sie zu dem Glauben bringen, daß diese WT-Körperschaft in der Autorität Jehova Gottes durch Christus Jesus zu ihnen spricht. Sie behaupten, dazu ausgewählt zu sein und haben allein Anspruch auf eine direkte, geheime Verbindung (Kanal) mit Christus in der verborgenen Kammer des WT-Büros! Gegen einen solchen Betrug gab Jesus damals eine kurze, knappe Warnung: "Glaubet es nicht!" Matth. 24:26.

Aber leider bedeutet für viele Zeugen diese Behauptung, daß jedes Gebot und jede Belehrung durch den WT, die Autorität Jesu Christi habe. Dem Wachtturmgebot oder Belehrung nicht zu gehorchen oder zu glauben, bedeutet für sie, Gott nicht zu gehorchen. Und dies wiederum bedeutet den Tod in Harmagedon ohne Hoffnung auf Auferstehung. Das sind die Fesseln, die die WTG an die Zeugen gelegt hat. Das ist die grundlegende Ursache, warum die Schriftzeugnisse und die Tatsachen ohne Wirkung an ihnen vorbeigleiten wie Wasser vom Rücken einer Ente! Sie hängen einer falschen Autorität an - dem Wachtturm-Gott von und in Brooklyn! Laßt Euch in Aufrichtigkeit belehren durch Eure Bibel, die Ihr in Euren Händen habt, sie ist Euer unfehlbarer Führer!

Lest den Artikel in CV: "Bricht Bluttransfusion Gottes Gesetz?". Der wichtige Punkt, um den es hier geht, ist nicht die Verteidigung der Bluttransfusion - etwa einem Heilverfahren der Arzte zu widersprechen. Der Punkt, um den es hier geht, ist der, daß ein solches Heilverfahren keine Verletzung des Wortes Gottes ist! Widerstand dagegen in Gottes Namen, ist Gehorsam gegenüber Menschengeboten, was Jesus streng verurteilte. Matth. 15:7-9. Verweigere die Bluttransfusion, wenn Du denkst, daß sie schlecht ist, aber erlaube dem eine zu nehmen, wenn er denkt, daß sie gut ist. Posaune aber nicht hinaus, daß alle Leute, die eine Bluttransfusion nehmen, in Harmagedon sterben werden ohne Hoffnung auf eine Auferstehung für sie und ihre Kinder!

CV unentbehrlich, Freude auf die nächst Nummer

Ein alter Gruppendiener schreibt

… den 6. 10. 66

Lieber Bruder Müller!

Ich bin ein alter Bruder, gehöre seit 1923 der Gesellschaft an, von der Zeit an war ich Gruppendiener. Anfänglich schien mir die Sache gut zu sein, ich war ganz bei der Sache, aber seit Jahren ist mir manches aufgefallen, mir kam es vor, als wenn leitende Brüder Mangel an Glauben hätten, denn ihre Handlungen vereinbaren sich nicht mit der heiligen Schrift. Mir sind verschiedene Punkte aufgefallen. Der WT schrieb vor Jahren einen Artikel: "Gott sei nicht allwissend", was ich natürlich nicht begreifen wollte, und Römer 13 habe ich verschiedene Male betrachtet, mußte dabei immer feststellen, daß es die Obrigkeit dieser Welt ist, was ich auch mit Brüdern besprochen habe, aber immer vertraten diese die Meinung: "Es kommt von der Gesellschaft, und da muß es stimmen". Von der Zeit an habe ich mich etwas zurückgezogen, bis mir Deine Briefe in die Hände kamen, die ich sehr begrüßt habe. Habe mit Brüdern und Schwestern darüber gesprochen, aber immer ergebnislos. Die sind so befangen von der WT-Lehre, daß sie den Worten der WTG-Leitung folgen: Werft sie in den Ofen! -

1948 war ich bereit, Frost einen Brief zu schreiben, brauchte ihn nur noch abzuschicken, aber eine Schwester riet mir, davon Abstand zu nehmen, was ich auch tat. Das war die Zeit, wo die Kleider aus Amerika kamen. Unsere Gruppe bekam kein Lokal zur Verfügung, und wir bauten uns einen Königreichssaal. Als Gruppendiener hatte ich den Vorschlag gemacht und mußte ihn nun auch finanzieren. Niemand hatte Geld. Ich stellte mein Grundstück zur Verfügung. Ich schrieb an Frost einen Brief in aller brüderlichen Liebe, schilderte ihm die Lage und bat ihn, von den Kleidungsstücken etwas zu senden, wir wollten Baumaterial dafür eintauschen. Was bekam ich aber für eine Antwort? Mir kam es vor, als wenn ich von der Polizei einen strengen Verweis bekommen hätte! Ich war empört über diese "brüderliche Liebe"! Es mochte nun ausgehen wie es wollte, ich war bereit, alles hinzunehmen.

1950 wurde ich zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, glaubte damals, um meines Glaubens willen, aber weit gefehlt. Es war wegen der Hetze gegen die Regierung. Wir waren natürlich mitschuldig, denn wir hatten diese Literatur ja unter das Volk gebracht. Das Richten gebührt uns ja nicht, sondern allein dem Herrn. Noch eines, was mich zum Nachdenken gebracht hat, das war, als die Hirten flohen, ein guter Hirte verläßt die Schafe nicht, aber ein Mietling flieht, wenn der Wolf kommt.

Etwas zu veröffentlichen habe ich ja nicht. Ich habe Dir, lieber Bruder Müller, nur einen Überblick gegeben, was ich von der Gesellschaft noch halte. Deine CV ist mir unentbehrlich, ich freue mich immer schon auf die nächste Nummer. Die Wahrheit wird euch freimachen. Ich bin ganz erstaunt über die Nachrichten aus Jena. Daß die Gesellschaft dazu schweigt, ist unerhört. Ich bin überzeugt, das ist des Herrn Wille, eine vollständige Reinigung muß hier geschehen.

Ich denke, Dir lieber Bruder Müller, einen kleinen Überblick gegeben zu haben, wie ich zur Gesellschaft stehe. Möge der Herr Dir Weisheit und Kraft schenken, viele Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken, daß auch sie frei werden. Ich glaubte immer, es sei alles des Herrn Wille, aber diese Hetzartikel waren es nicht. Wir haben auch keinen anderen Herrn über uns, sondern nur einer ist der Herr, das ist der große Gott. Ich freue mich schon auf die nächste Nummer von CV.

Es grüßt Dich in christlicher Verbundenheit Br....

Wir möchten zur Frage "Kleider aus Amerika" hinzufügen:

1950 lagen auf dem Boden im Bibelhaus Magdeburg noch 1239 Paar Damenschuhe von diesen Kleidersendungen!

Wir danken dem Bruder aus einem Thüringer Ort herzlich für seine aufrichtigen Zeilen, die alle über die WTG sehr nachdenklich stimmen sollten.

A 3002/67 V 18 6

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