Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 67
Schwerpunkt auch dieser Ausgabe, das 1975-Endzeitthema. Dazu ein Zitat:
Das "Jahrbuch
1972" der Zeugen Jehovas war insofern herausragend, dass in ihm erstmals ein
umfassender Bericht über ein Ostblockland - die Tschechoslowakei - enthalten war. In ihm
konnte man auch den Satz lesen:
"Die Verhältnisse
besserten sich beträchtlich im Jahre 1960, als eine Generalamnestie den meisten Brüdern,
die im Gefängnis waren, die Freiheit brachte. Von da an ist die Polizei hier und da gegen
einzelne Verkündiger vorgegangen, aber obwohl das Verbot immer noch in Kraft ist, haben
wir bis zu diesem Jahr, dem Jahr 1971, keine ernsthaften Schwierigkeiten gehabt."
Weiter wurde darin
berichtet, dass eine höherer WTG-Funktionär aus jenem Lande im Jahre 1969 in den USA an
einer Kreisdienerschulung teilnehmen konnte.
Wie gesagt, diese Publizierung
erfolgte 1972/73. Erst im Jahre 1975 ging die CV in einem relativ nichtssagenden kleinen
Satz, darauf mal beiläufig mit ein.
Sie vermerkte:
"Das Beispiel Br.
Müller/Prag zeigt, daß unterschiedliche Wege möglich sind."
Meine Anmerkung dazu: Zu wenig,
zu "billig" diese CV-Reminiszenz
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
Nr. 67 Gera Februar 1975
DAS WERK DER WTG IST EIN
"ENDZEIT"-WERK, DANACH MUSS ES BEURTEILT WERDEN!
Liebe Leser!
Das Jahr 1975 hat nun begonnen. Was wird es uns bringen?
Eigentlich hat die WTG das mit dem Jahrestext 1974 längst vorweggenommen: "Mag der
Feigenbaum selbst nicht blühen - dennoch will ich frohlocken in Jehova". Hab.
3:17,18. Die absichtliche Verkürzung dieses Textes um solche Teile wie, "mag das
Werk des Olivenbaumes sich tatsächlich als Fehlschlag erweisen", dokumentiert um so
deutlicher, daß wir mit 1975 tatsächlich vor einem erneuten WTG-Endzeitfehlschlag
stehen., Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, daß die gesamte WT-Endzeithoffnung
wieder falsch ist und "diese Generation" von 1914 doch vergeht und ins Grab
sinkt! Du glaubst es nicht? Du wirst es erleben! Daran ändern weder Ausdehnung noch
Zunahme etwas. Ausdehnung und Zunahme hatten und haben auch andere Werke. Bezüglich
Richtigkeit und Glaubwürdigkeit einer Sache beweist das gar nichts! Je eher wir dieser
Tatsache ins Auge schauen, desto besser ist es. Wir bewahren uns vor Fehlentscheidungen
für uns selbst und unsere Lieben und vor Schuld unseren Mitmenschen gegenüber. Seht die
Beweise.
Im Untergrund-Königreichsdienst für die DDR Nr. IX/74 wurde den Ältesten bekanntgegeben, daß in Wiesbaden ein neues Fabrikgebäude gekauft, eine neue Buchbinderei eingerichtet, zwei neue Rotationsdruckmaschinen aufgestellt und ein neues Bethelheim gebaut wird. 75 000 Bücher sollen pro Arbeitsschicht ausgestoßen werden!
Auf den Kongressen 1974, ließ die WTG durch ihre Beauftragten (u. a. G. Zettel in Frankfurt/M. und R. Jabs in Neumünster) verkünden, es sei "sehr gefährlich", die "große Drangsal" für den Herbst 1975 zu erwarten und sich schlecht vorstellen zu können, daß dieser Zeitpunkt überschritten werden könne!
Und im WT vom 15. 9. 1974, S. 571, heizt es gar, "ob die Drangsal nun in zwei oder drei Jahren" hereinbricht "oder noch später", man solle "Gott einfach weiter dienen!" "statt Mutmaßungen über ein bestimmtes Datum anzustellen". "Und wir werden, wenn wir in die Zukunft blicken, nicht an ein bestimmtes Datum denken, sondern werden Gott dienen in der Hoffnung auf die Ewigkeit". Schauen wir genau hin, so erkennen wir auf die Silbe durchdachte und gezielte Äußerungen der WTG, die von ihr selbst geweckten Erwartungen und Vorstellungen mit Bezug auf "diese Generation" und 1975 wieder zu verscheuchen !
Liebe Brüder und Schwestern! 1914 wurde auf diese Weise als Ende verschoben! Desgleichen 1925! Desgleichen 1945! Und nun auch 1975! Ja, denkt denn die WTG, sie hat es nur mit Unmündigen zu tun, die kein Unterscheidungsvermögen besitzen? Denkt sie denn, man braucht sich nur auf die Bibel zu berufen, dann ist man glaubhaft, wie oft man auch verschiebe, verändere, verwerfe, neuauslege oder anders verkündige? Nicht genug kann jetzt betont werden: Das Wesen des WTG-Werkes ist sein "Endzeit"-Charakter! Zuletzt festgelegt auf "diese Generation" von l914! Doch was erleben wir wieder? "Diese Generation" wird immer wieder verschoben! Das wievielte Mal schon seit dem ersten WTG-Endzeitdatum von 1799? Wer - muß man doch fragen und wird man immer öfter gefragt! - kann da die WTG-Endzeitverkündigung noch ernstnehmen, wenn das jemals überhaupt konnte? Denkt niemand über diese Fragen nach? Ist es dir egal, was du deinen Mitmenschen predigst, ob das für sie glaubhaft ist oder nicht? Nein! Die zitierten gezielten WTG-Äußerungen beweisen, daß immer mehr darüber nachgedacht wird! Würde die WTG etwas verscheuchen, was es nicht gibt?
Wir wiederholen. Das WTG-Werk ist in seinem Wesen ein "Endzeit"-Werk! Die entsprechenden "Endzeit"-Verkündigungen sind das Hauptkriterium für die WTG-Glaubwürdigkeit! Laßt diesen Hauptgesichtspunkt jetzt nicht verdrängen! Daß es generell um die Ewigkeit geht, hat niemand in Frage gestellt! Wenn die WTG also mit diesem Gedanken jetzt operiert, dann soll damit die 1975-Endzeitfestlegung überlagert, überspielt und auf diese Weise verdrängt werden, damit alle weiter bedenkenlos mitgehen! Es wird sogar eine andere Frage gestellt: Wenn man sieht wie die WTG immer wieder Termine setzt und veschiebt, muß man da nicht erkennen, daß es überhaupt keine wirkliche Endzeit im WT-Sinn gibt? Daß solche Termine nur Mittel zum Zweck sind, anzuspornen oder anzukurbeln, um eine immer größere Organisation zu schaffen, wer weiß für was für andere religiös-politische Zwecke, für alles andere denn, als eine wirkliche Zeit des Endes! Sind solche Fragen angesichts der erneuten Verschiebung mit 1975 nicht folgerichtig? Was ist zu tun?
Alle CV-Mitarbeiter sind aufrichtig
bemüht, damit wir immer besser informiert werden als Hauptvorraussetzung für alles, was jetzt getan werden
muß. Der WTG-1975-Fehlschlag ist der Scheideweg. Möge auch diese CV-Ausgabe eine Hilfe
sein.
Vergewissert euch alle Dinge, haltet am dem fest, was
recht ist - 1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Beginnt im Frühherbst 1975 die "große
Drangsal"?
Überzeuge dich selbst! -
Die Kernfragen des WT für Studium und Verkündigung
geprüft.
WT 1974, Nr. 19 und 20 -
Von hinterhältigen Dingen lossagen, nicht mit List
wandeln, sich jedem menschlichen Gewissen vor Gott empfehlen.
Ältestenberatung. -
Voraussetzung für eine "irdische"
Neuorientierung nach dem WTG-Endzeitfehlschlag 1975. -
Aus Zuschriften und Briefen an CV. -
Gottes Barmherzigkeit weist Sündern den Weg zurück.
Einen ausgeglichenen Standpunkt einnehmen, wie? -
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BEGINNT IM FRÜHHERBST DIE "GROSSE DRANGSAL"?
Überzeuge dich selbst
Das Jahr 1975 wird in die Geschichte der WTG eingehen wie
kein Jahr zuvor. Es ist das Jahr, von dem WTG-Vizepräsident F. W. Franz auf den
internationalen Kongressen 1966 ausrief: "Was ist nun mit dem Jahr 1975? Was wird es bedeuten, liebe
Freunde? Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden
ist? Es könnte das bedeuten! Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich!" (WT 1. 1,
67, S. 23). Wenn Wir dazu lesen, "die Generation, die
1914 gesehen hat, ist nun (1974)
bereits sehr alt und nahe daran zu vergehen. Daher muß die Zeit für die große
Drangsal'
sehr nahe herbeigekommen sein" (WT 15. 9. 1974, S. 531), dann sind die Erwartungen, die jetzt
überall die Gemüter beherrschen, nur zu verständlich. Das WTG-Buch "Ewiges Leben
in der Freiheit der Söhne Gottes", S.36, nannte den konkreten Termin: "1975 - im Frühherbst".
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht begreifen oder, einen Baum erkennt man an den Früchten", wie Jesus in Matth. 12:33 sagt. Wir sind sicher, daß sich jeder gern selbst davon überzeugt, was die Tatsachen dazu betrifft.
Die "große Drangsal" 1897
Die WTG 1897 in Bd. 4 der Schriftstudien "Der Krieg von
Harmagedon zur großen Drangsal": "
die alte Ordnung der Dinge mit einem Male ein Ende machen
die Verhältnisse (sind) schon derart, daß die Bewegung jeden Moment ihren Anfang
nehmen könnte, wäre das Ende nicht nach Gottes Plan erst auf 1914 bestimmt
So
groß wird diese Trübsal sein, daß das ganze Menschengeschlecht darin umkommen würde,
wenn diese Tage nicht verkürzt würden durch die Vermittlung einer Macht. Diese von Gott
in Bereitschaft gehaltene Macht sind die Auserwählten, die zur rechten Zeit eingreifen
und in die allgemeine Verwirrung wieder Ordnung bringen." (S. 275, 276, 297,
dt. 1916)
Die "große Drangsal" 1925
Der WT vom 1. Juni 1925, "Der Tag wird verkürzt", schrieb: Unsere
Behauptung ist, daß die Zeit der Drangsal, die wirklich im Jahre 1914 begann, eine
Zeitlang aufgehalten wurde, daß es eine Zeit verhältnismäßigen Friedens gab, und daß
so der Herr die Drangsal zurückhielt und sie. dadurch verkürzte, und dies zu einem
besonderen Zweck
Angenommen, der Krieg hätte nicht plötzlich im Jahre 1918
aufgehört. . . so würde kein Fleisch gerettet worden sein. Scheint es somit nicht
völlig wahr, daß der Herr dazwischentrat und den Krieg zum Stillstand brachte?
Der Herr lies den Weltkrieg im Jahre 1918 plötzlich zu einem Stillstand kommen. Er hatte
eine Absicht dabei. Das Elisa-Werk. Elisa schattete das nach 1918 hinausgeführte Werk der
Kirche vor." (S. 165 ff dt.)
Die "große Drangsal" 1942
"In den
Jahren nach dem 1. Weltkrieg war das Werk der Elia-Klasse viel länger weitergegangen, als
nach menschlichen Erwartungen angenommen worden war
Das Eliawerk verging 1942,
inmitten der Wehen des zweiten Weltkrieges
Der neue Präsident
er
verscheuchte alle Gedanken daran, daß der 2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von
Harmagedon enden würde" (WTG-Buch Dein Name werde geheiligt' 1961, S. 319, 326, 329,
Wiesbaden). - "Die Verkürzung der Tage der Drangsal. Die Tage oder Drangsalperiode
begann für die Organisation des Teufels im Jahre 1914. Christus
begann den "Krieg im
Himmel" wieder die Organisation des Teufels. Doch nachdem er den Teufel und
seine Dämonen aus dem Himmel hinausgetan hatte, kürzte er die Tage der Drangsal ab,
indem er weiteren Kampfhandlungen Einhalt gebot bis zum Höhepunkt der "Zeit der
Drangsal" in Harmagedon. Damit ein großer Erziehungsfeldzug zum Zwecke der
Errettung durchgeführt werden konnte
Laßt uns nicht unachtsam werden, Weil die
Tage der Drangsal durch ein Zwischenspiel abgekürzt wurden". (WT 1. 1. 1950, S.
13f, WTG Magdeburg)
Die "große Drangsal" 1973
Wir brauchen weder Tag noch Stunde noch genau das Jahr zu
wissen, in dem die "große Drangsal" hereinbrechen wird
Von diesen schafähnlichen
Überlebenden der "großen Drangsal" w i r d
gesagt w e r d e n ,"das sind die, die aus
der großen Drangsal k o m m e n" (WTG-Buch "Gottes tausendjähriges Königreich" 1973, S. 291, 329)
"Die große Drangsal" könnte
nichts anderes sein als der Vollzug des göttlichen Gerichts an diesem bösen System der
Dinge" (WT 1. 10. 1972, S. 601)."
jetzt v o r dem K o m m e n der großen Drangsal
" (WT 1. 2.
1973, S. 81) -
Hunderttausende heute lebender Menschen werden die
bevorstehende "große Trübsal" überleben
" (WT 15.4. 1973, S. 243)
Wovon überzeugen uns diese
WTG-Drangsalslehren?
Wir erleben jetzt zu 1975 bereits die 4. Drangsalsdeutung:
1. Die Drangsal beginnt 1914 mit der Schlacht von
Harmagedon. Sie wird abgekürzt durch Eingreifen der Auserwählten zur Herstellung der
neuen Ordnung auf Erden nach 1914.
2. Die Drangsal begann 1914. Sie wurde verkürzt, indem
Gott 1918 den 1. Weltkrieg zum Stillstand brachte. Russells Werk war das "Elia-Werk", Rutherfords
Werk ab 1918 ist das "Elisa-Werk".
3. Das "Elia-Werk" ging bis 1942. Das "Elisa-Werk" beginnt 1942 mit Knorr. Die Drangsal begann 1914 durch den
Kampf im Himmel. D o r t wurden 1918 die Feindseligkeiten seitens Christus eingestellt und
d a m i t die Drangsal verkürzt.
4. Die Drangsal hat 1914 nicht begonnen. Niemand kann das
Datum des Beginns wissen. Die Drangsal steht noch bevor. Das Schlagwort von 1919 "Millionen
jetzt lebender Menschen. .." ist umgeändert in "Hunderttausende heute lebender Menschen
"!
Jede dieser Lehrversionen wurde in
Millionenauflagen als göttliche Wahrheit verbreitet. Diese sich gegenseitig
ausschließenden und widersprechenden "Wahrheiten" beweisen jedoch, daß die WTG hier völlig unglaubwürdig ist,
daß man von keiner zuverlässigen "Erfüllung" heute sprechen kann. Wenn man gar den biblischen Maßstab (5.
Mose 18:20-22) anlegt, dann ist alles noch viel schlimmer! Nichts ist da "übereinstimmend
mit dem, was Jesus gesagt hat", was für eine Dreistigkeit ist doch solche Behauptung!
Und ist das jetzt nicht sogar ein Doppelspiel?
Im WT vom 15. 9. 1974 lasen wir, daß
alles "sehr nahe" sein müsse, weil die 1914-Generation am Ende ist. Im
Zusammenhang mit den Neubauten in Wiesbaden wurde sogar von nur "noch einige Wochen und
Monate" gesprochen! (KRD IX/74) Wer denkt da nicht an die Monate September,
Oktober Frühherbst 1975?
Doch zur gleichen Zeit sagt der WT (S. 517): "Ob die
Drangsal nun in zwei oder drei Jahren oder noch später" hereinbricht, wenn
wir in die Zukunft blicken, nicht an ein bestimmtes Datum denken, in der Hoffnung auf die
Ewigkeit dienen"! Die Kongresse 1974 bestätigten das: 1975 wird überschritten!
Das beides - "sehr nahe", weil
1914-Generation am Ende, und zwei Jahre, drei Jahre, noch später, an die Ewigkeit denken
- das beides predigt der WT in einem Atemzug! Aber eines schließt doch das andere aus!
Eines erklärt doch das andere zur Unglaubwürdigkeit, Unmöglichkeit, Unwahrheit! Für wie
leichtgläubig, oberflächlich, ja einfältig hält die WTG alle WT-Leser? Was bleibt da
von der WT-Verkündigung der "großen Drangsal" als zuverlässig und glaubwürdig übrig?
K. 0.
Der Feigenbaum blüht nicht, das Werk
des Olivenbaumes ist ein Fehlschlag
Die Kernfragen des WT für Studium und Verkündigung
geprüft
WT Nr. 19 vom 1. Oktober 1974
"Wie Frauen wirklich frei werden können" -
Der Bericht einer ehemaligen Frauenrechtlerin,
Mitarbeiterin der Nachrichtenabt. des CBS-Rundfunk, USA. Sie schildert, wie sie sich wegen
der Frauendiskriminierungen speziell in den USA einer Frauenbefreiungsbewegung zuwandte,
wegen negativer Erscheinungen an der Bewegung in Zweifel geriet und :sich dann der WTG
zuwandte, die die einzige Lösung aller Frauendiskriminierung predige. Warum bringt der WT
diesen ausführlichen Bericht und dies an erster Stelle'?
Die überwältigende Mehrheit aller Verkündiger sind Frauen. Sodann gibt es unter der WTG keine Gleichberechtigung für Frauen. Das ist jetzt umso brisanter, da die WTG-Endzeitverkündigung sich wieder als Fehlschlag erweist. Ausgerechnet ist das Jahr 1975 nun auch noch zum internationalen Jahr der Frau erklärt worden. Die Appelle, Aufrufe und Aktionen in Verbindung hiermit beunruhigen die WTG in höchstem Maße, weil sie ja auch an alle christlichen Frauen gerichtet werden. Könnten nicht gar viele Verkündigerinnen Vergleiche ziehen zu dem 1975-Endzeitfehlschlag im Zusammenhang mit ihrer eigenen Unterordnungsmisere? Könnten da nicht mehr als je zuvor aufmucken? Bloß kein soziales Erwachen der Frauen in der Organisation! Und das in der 1975-Misere! Es gäbe keine schlimmere Gefahr unter den Verkündigern als solche Frauen. Das alles steht hinter diesem WT-Artikel gegen die Frauenbewegung.
Sodann werden hier wieder USA-Verhältnisse entstellend für alle anderen Frauenorganisationen verallgemeinert. Besonders wird Feindschaft unter den christlichen Frauen gegen jede Frauenbewegung gestiftet. Die Internationale Frauenbewegung steht jedoch nicht in Feindschaft zum Christsein. In ihr können Frauen auch aus christlichen Motiven wirken (Statut der IDFF und des DFD). Das wird von der WTG alles mißachtet. Und was die Lösung aller Frauenprobleme nach WTG-Verkündigung betrifft, so ist auch das mit dem WTG-1975-Fehlschlag eine Fehlverkündigung und verlangt eine Neuorientierung.
"Wie Gottes Geist dir helfen
kann" -
Dieser Artikel enthält merkwürdige Widersprüche,
Tendenzen des "Gott ist tot"-Denkens und des praktischen Atheismus. "In
bezug auf das, woran uns Gottes Geist erinnern wird", ergäbe sich für uns eine
etwas andere Situation als für die Apostel", die Zeugen seien "nicht direkt von
Jesus belehrt worden", aber alles Wichtige von Jesus "ist in den vier Evangelien
aufgezeichnet", heißt es. Da könnten ja Gott und Jesus tot sein, wir haben ja die
Aufzeichnungen von damals! Wenn weiter der "Geist der Prophezeiung" nichts
weiter bedeuten soll als die Absicht, das Ziel und der Zweck" der Prophezeiung, dann
braucht man ja mit Gott jetzt überhaupt nichts mehr zu tun zu haben, kann von Gott los
sein, atheistisch. Absicht, Ziel und Zweck kann man ja aus den Aufzeichnungen von damals
entnehmen und sich damit identifizieren, dann hat man eben "Gottes Geist"'. Das wäre
ungefähr das gleiche Verfahren, wie man den Geist anderer verstorbener Personen aus ihren
Werken und Büchern in sein Denken aufnimmt.
- Sodann: Wir werden "nötigenfalls" an alles "erinnert" und wie es richtig anzuwenden ist", wir können "überzeugt"' sein, daran "erinnert" zu werden, "was wir benötigen", es würde nicht zugelassen, "daß wir die Wahrheit falsch darstelle"'? Wer ehrlich und nüchtern ist weiß, das es nicht so ist, daß dies eine gefährliche Selbsttäuschung ist! Dies ist nur ein Teil der Bilanz: Dutzende mehrfach falsche Darstellungen können aufgezählt werden wie über Obrigkeit, Fürstenauferstehung, Offenbarungstier, Elia/Elisa, Wiederkunft, ganz zu schweigen von den vielen falschen WT-Endzeitterminen von 1799 bis 1975! "Das Verhältnis zu Jehova nicht zerstören"? Ist die WTG Jehova gleich? - muß man zurückfragen.
"Nach welchen Zeichen halten
Christen Ausschau?" -
Im Hintergrund steht der zunehmende Zweifel an der
"Gegenwart Christi" laut WT. Wenn wir uns wirklich "sorgfältig" mit
diesem "Zeichen", wie es der WT verstanden wissen will, befassen, dann bleibt
von einem "umfassenden und ausreichenden Beweis" nichts mehr übrig. Dieses
"Zeichen" soll sich doch aus den heutigen "Erfüllungen"
zusammensetzen. Was haben wir da inzwischen mit der WTG erlebt? Drei Fndzeitbeginne: 1799,
1874, 1914. Zwei Wiederkünfte Christi: 1874, 1914. Drei Obrigkeitsdeutungen. Mehrere
Fürstenauferstehungen, Offenbarungsdeutungen, Elia/ Elisa-Vorgänge, Drangsalsdeutungen,
Offenbarungspferde und schon vier Harmagedonverschiebungen. Was ist das für ein
"umfassender und ausreichender Beweis"?
Gürtet euch mit Demut"-
Die Bibellehren über Demut sind außer Frage, jedoch
allgemeingültig und nicht vom Verhältnis zur WTG abhängig. Doch der WT behandelt dieses
Thema jetzt nicht zufällig so ausführlich. Die Absicht tritt hervor durch Kerngedanken
wie: "Naaman
tat das, was ihm gesagt worden war", "nicht
Aufsehen erregen oder von sich reden machen", nicht "ichbetont und
hochmütig" sein, "nicht den geringsten Zweifel haben", "nur den
Wunsch haben
(Jehovas) Vorkehrungen richtig zu schätze"', nicht "sich
selbst einen Namen machen", die "Schürze der Demut" anziehen,
"Bereitschaft, sich zu erniedrigen
" Da der WT bestimmt, was zu tun ist,
was nicht bezweifelt werden darf, was Jehovas Vorkehrungen seien, was diese
"Schürze" ist und worunter man sich zu erniedrigen hat, geht es allein um
demütigen WT-Gehorsam, was der WT auch zu tun anweist. Alles andere ist Trugschluß, eben
weil der WT vor jedem steht!
"Demütig in Übereinstimmung mit
Jehovas Weg der Rettung wandeln" -
Die Kerngedanken sind: Die richtige (?) Furcht vor Gott
haben
wissen, daß das, was er (?) von uns verlangt, richtig ist
unsere
Nichtigkeit
Frauen unterwürfig
Demut bei der Ausübung der Tätigkeit
Zucht annehmen
demütige Menschen wissen, das sie Fehler machen und sind
dankbar, wenn sie zurechtgewiesen werden.... vergessen wir auch nicht, daß sich Jehovas
Organisation nicht ändern kann, um sich einzelnen Personen anzupassen (!)
wenn wir
die Ältestenschaft kritisieren, handeln wir der Organisation Jehovas gegenüber illoyal
kritisieren und bemängeln ist Stolz
mit einer gewissen Auflehnung gegen den
heiligen Geist verbunden, denn der heilige Geist ist verantwortlich für die
Ernennung....wirklich falsch vorgegangen, dann Vertrauen das der heilige Geist
zurechtweisen wird
demütig in Übereinstimmung mit Jehovas Weg wandeln".
Dieses WT-Vorgehen verrät ein schon gefährliches Ausmaß von Kritik aus den eigenen
Reihen! Und eine gnadenlose Entschlossenheit der WTG!
Laßt. uns das prüfen. Ist der heilige Geist verantwortlich, wie kann dann überhaupt falsch vorgegangen werden, so daß derselbe heilige Geist wieder zurechtweisen muß? Das ist doch ein haarsträubender Widerspruch! Was sagen die Ältesten selbst dazu? Wird hier nicht der heilige Geist im Munde geführt, um alle kritiklos unter die jeweiligen Weisungen der WTG zu beugen? Das ist jedoch der Gipfel: Die Organisation kann sich nicht ändern, um sich einzelnen Personen anzupassen? Das ist Menschenverachtung in höchster Potenz! Sogar gegen die eigenen Brüder und Schwestern! Mögen sie im einzelnen Recht haben wie sie wollen! Die Organisation macht sie nieder! Sie kann sich nicht ändern! Wer ist denn hier für wen da? Ist das nicht ein erbarmungsloses System, wenn die einzelne Person nichts gilt? Warnte Christus nicht selbst vor der Mißachtung des geringsten seiner Brüder? Wer ist hier stolz, wer hochmütig? Welchen Gesetzen folgt denn diese Organisation? Sind das nicht Gesetze eines kalten Kalküls zur Sicherung einer Organisation um jeden Preis, und wenn dabei auch Recht gebeugt und unschuldige Einzelne zerbrochen werden? Eine Organisation, die unfähig ist einzelne Personen zu berücksichtigen, soll Gottes Werk sein? Was ist die WTG in Wahrheit für ein Moloch geworden? Wie kann sie solche erbarmungslosen Grundsätze für ihre Existenz verkünden? Und was müssen das für Menschen sein, die damit weiter demütig in Übereinstimmung wandeln?
"Wie sich der Gebrauch von Bildern
auf dichauswirken kann" -
Gebrauch von Bildern in abergläubischer Weise ist in der
Tat biblisch nicht zu rechtfertigen. Der Gebrauch von Bildern bei der Anbetung ist jedoch
ein viel größeres Problem. Zwei Seiten WT müssen da oberflächlich bleiben. Der WT
argumentiert z. B. mit dem 2. Gebot, "du sollst dir kein geschnitztes Bild machen . .
.". Aber hatten die Israeliten nicht selbst auf der Bundeslade Gottes geschnitzte
Bilder von dem, "was droben im Himmel ist", von zwei Cherubim? (2. Mose 37:7).
War das Götzendienst? Und was ist mit den Tempelbildern von Rindern, Kälbern und Löwen?
(1. Kön. 7:25,29). Man sollte also besonnener sein, ehe man andere schlägt. Doch der WTG
geht es hier nicht so sehr darum, sondern um so leicht wie möglich zu handhabende Hiebe
weiter gegen die katholische Kirche. Will der WT zum Schluß glauben machen, die zwei
religiösen Bilder in dem geschilderten Fall ständen in Verbindung mit dem Licht, das im
Zimmer umherschwebte? Das ist doch WT-Förderung von Aberglauben! Man lese, was Paulus und
Jakobus zu übernatürlichen Wirksamkeiten sagen! 1. Kor. 13:8, Jak. 1:14.
WT Nr. 20 vom 15. Oktober 1974
"Laß nicht zu, daß Reichtum oder Armut dich
zugrunderichtet" -
Der Kerngedanke: "Laß dich nicht von
gesellschaftlichen und geschäftlichen Interessen so weit gefangennehmen, daß sie dich
geistig erdrosseln". Was für eine pauschale Diffamierung wieder! Auch
gesellschaftliche Interessen erfordern doch z. B. geistige Aktivität. Natürlich,
Reichtum wie Armut können die Bereitschaft für die WTG beeinträchtigen, weil sie
ehrliche Menschen beunruhigen, anstatt alles mitanzusehen und nur auf "eine gerechte
Regierung Gottes" zu warten, was die WTG schon 100 Jahre predigt und mit 1975 wieder
verschiebt! Und bei Gott "spielt es keinem Rolle, ob jemand reich oder arm ist"?
Was für ein Mißbrauch von Spr. 22:2! Schreit nicht der "den Arbeitern vorenthaltene
Lohn zum Himmel empor", und sind nicht ihre "Klagerufe zu den Ohren des Herren
gedrungen"? Jak. 5-.l-6. Und wenn Christen nicht geben, was für die "leiblichen
Bedürfnisse nötig ist", dann ist ihr Glaube sogar tot! Jak. 2:14-20. Verhinderung
sozialen und gesellschaftlichen Denkens soll beitragen, die WTG 1975 zu retten.
"Ist der heilige Geist wirklich
eine Person" -
Die WTG sollte innehalten, "Splitter" wie die
Dreieinigkeit aus den Augen anderer zu ziehen. Sie sollte sich zuerst selbst glaubwürdig
machen und den "Balke"' ihrer Endzeitunglaubwürdigkeit aus den eigenen Augen
ziehen, der jetzt wieder eine "Generation" ins Grab sinken läßt.
"Wenn ihr Jerusalem von
Heerscharen umlagert seht" -
"Wenn ihr Jerusalem von Heerscharen umlagert seht" - Ganz
gleich, in welcher Lage du dich gegenwärtig befindest, solltest du jetzt Schritte
unternehmen, um zu beweisen, daß du ein loyaler Diener Jehovas bist Das ist die
wichtigste Lehre, die wir aus dem Unglück ziehen können, das im ersten Jahrhundert u. Z.
über Jerusalem kam
". Wenn das jetzt die wichtigste Lehre ist, dann war das
WTG-Buch "Die Wahrheit wird euch freimachen" (1943) mit seiner Auslegung für
die 1945-Nachkriegszeit eine weltweit verbreitete Unwahrheit. Es fällt auf, wie die WTG
jetzt ihr bisheriges Vorbild-Gegenbild-Schema verläßt und nur noch gewisse "Lehren
zieht" Bestätigt sich das auch noch an anderen Beispielen?
"Weshalb erzählte Jesus das
Gleichnis von den zehn Jungfrauen"' -
Der WT: Es sollte Christen - vor allem heute lebenden Christen - helfen,
die Gegenwart Christi in Königsmacht zu erkennen". Es sei also erzählt worden im Hinblick auf
die "Gegenwart" Christi seit 1914, und damit hierin keiner schläfrig,
gleichgültig oder nachlässig würde". Auch eine neue Art, allgemeine Lehren zu
ziehen. Aber die WTG ist auch hier unglaubwürdig, ließ sie doch zuerst die
"Endzeit" 1799 beginnen, dann Christus ab 1874 und danach ab 1914
"gegenwärtig" sein. Da nun auch die 1914-Generation vergeht (mit 1975), ist
erwiesen, daß es eben nicht "vor allem" für heute (gemäß WTG) erzählt
wurde.
"Menschenpläne scheitern - Gottes Vorsatz
gelingt"
Es handelt sich um den Hauptvortrag der Kongresse 1974.
Scheitern wirklich sämtliche Pläne der Menschen, "die Erde zu verwalten"?
Sehen wir die Tatsachen, einige nur. Die Produktions- und Wirtschaftspläne der DDR wurden
und werden erfüllt. Die Pläne, jedem Arbeit und soziale Sicherheit zu geben, werden
erfüllt. Die Pläne, in Europa bisher den Frieden seit 1945 zu erhalten, wurden erfüllt,
wir haben schon 30 Jahre keinen Krieg mehr. Die Pläne der internationalen Zusammenarbeit
z. B. der sozialistischen Länder, sind erfolgreich. Die Pläne für Handel, Wandel,
Produktion, Kulturaustausch, Tourismus entwickeln sich, erfüllen sich. Es könnten
Tausende kleine und große Menschenpläne aufgezählt werden. Das fegt die WTG einfach
hinweg! Das gibt es für sie überhaupt nicht! Und doch kann selbst jeder einzelne
WTG-Verkündiger nur physisch existieren, wenn und weil diese vielen großen und kleinen
"Menschenpläne" erfüllt werden und keineswegs scheitern! Die Kongresse der WTG
posaunten hier puren Unsinn in die Welt! Wozu? Sollen alle diese kleinen und großen
"Menschenpläne" aufgegeben werden? Wir würden noch in den Kriegstrümmern von
1914/18 vegetieren, wenn es nach der WTG gegangen wäre! - Und Gottes Vorsatz gelingt? Was
die WTG da bisher gepredigt hat, macht den Namen Gottes eher lächerlich. Erst wußte die
WTG einen "göttlichen Plan der Zeitalter", erst auf 1799 angesetzt, dann auf
1874, dann auf 1914. Dann wurde. das reduziert auf "Gottes Vorhaben", angesetzt
auf 1925, 1939/45, 1975. Nun weiß sie nur noch von einem "Vorsatz Gottes", der
von 1975 nichts mehr wissen will, und den Blick nur noch auf die "Ewigkeit"
richten.läßt. Währenddessen sind schon einige Generationen auf der Strecke geblieben.
"Wie reagierst du auf
Gleichgültigkeit" -
Die Gleichgültigkeit gegenüber der WTG-Verkündigung
wird mit dem WTG-1975-Fehlschlag noch mehr zunehmen. Das ist das Problem. An die
"Langmut Jehovas denken? Dahinter verbirgt sich, daß es wieder "kein nahes
Ende" gibt. Der "Ansporn" gipfelt in einer fanatischen Emotinalisierung:
"Nicht entmutigen
wirkungsvoller werden
tätig bleiben
wie eine
befestigte Stadt, eine eiserne Säule und kupferne Mauer wider das ganze Land
bis
zum Abend laß deine Hände nicht ruhen
die Ergebnisse können deine kühnsten
Vorstellungen übertreffen!" In emsiger Tätigkeit und fanatischer Verhärtung soll
keine Stirn zum kritischen Nachdenken über die WTG-1975-Misere kommen.
W.-Ko.
Von hinterhältigen Dingen lossagen,
nicht mit List wandeln, jedem menschlichen Gewissen vor Gott empfehlen
Ältesten-Beratung
Eine Quelle läßt doch nicht etwa aus derselben Öffnung das
Süße und das Bittere hervorsprudeln (Jak. 3:11). So kann man nicht predigen, "ganz
nahe" vor dem Ende zu sein, weil "diese Generation" von 1914 vergeht, und
andererseits davor warnen, sich nicht vorstellen zu können, daß 1975 mit Blick auf die
Ewigkeit. überschritten wird (Kongresse 1974). Das ist Süßes und Bitteres aus einer
Quelle. So steht es um die WTG-Verkündigung, auf einen kurzen Nenner gebracht. Für uns
kommt etwas Besonderes hinzu. Wie wahr es ist, daß mit der WTG-Endzeitverkündigung kein
Geist Gottes ist, der nicht zuläßt "daß wir die Wahrheit falsch darstellen",
bewies der WTG-"Hauptzeuge" der Bezirksdiener-Ost Friedrich Adler 1950 vor dem
Obersten Gericht der DDR, als er ausrief: "Meine Herren, Sie meinen wohl ein
Jahr!". Das war in dieser entscheidenden Situation nichts als tönende Phrase,
höhnischer Dilettantismus und gefährlich kurzsichtige Arroganz und Ignoranz. Die DDR
beging kürzlich ihr 25. Jubiläum, international anerkannt und gefestigt. Die WTG-Politik
von 1950 wirkt förmlich grotesk. Fünfundzwanzig Jahre sind nun schon ins Land gegangen!
Was die WTG nun heute hereinträgt an Verkündigungsschilderungen von Misere, Elend, Kriminalität, Korruption, sozialer Ungerechtigkeit, Aussichtslosigkeit, Verzweiflung, Preissteigerung, Arbeitslosigkeit und Krisen aus der kapitalistischen Welt als "Beweis", daß die "ganze Welt am Ende" sei, ist ähnlicher Dilettantismus, ähnliche Ignoranz. Die Entwicklung in den sozialistischen Ländern scheint für sie überhaupt nicht zu existieren. Hier sind ganz andere Verhältnisse als die WTG allgemein schildert. Eigenartigerweise stimmt diese Darstellungsweise überein den Reden westlicher kapitalistischer Staatsmänner und Politiker, wenn sie "Weltkrise" sagen, während es in Wahrheit die Krise nur ihrer Welt ist, in keiner Weise der ganzen Welt., Warum wird das ignoriert? Wie können Älteste das verantworten? Wie können sie das übernehmen und weiterverbreiten?
Das betrifft auch die unchristliche antikommunistische staatsfeindliche Frontstellung durch die WTG seit 1947/48 als "Bollwerk gegen Kommunismus" (Br. W. Amann, 26. 7. 1960 in Dortmund). Die WTG hat sich hier in die USA-Außenpolitik eingeordnet, wonach auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften beizutragen hätten, um jede Anfälligkeit für den Kommunismus und seine Ausbreitung zu verhindern' (W-D. Gutsch, NZ 7. 3. 1974). Es gibt bereits demonstrative Empörungen in der Versammlung, antikommunistisch-staatsfeindlich wirken zu sollen, "antikommunistische Persönlichkeit auszustrahlen" und die Kinder antikommunistisch-staatsfeindlich erziehen zu sollen. Es setzt sich immer mehr die christliche Haltung durch, "zu jedem guten Werk" der sozialistischen "obrigkeitlichen Gewalten bereit zu sein und niemanden zu schmähen, sich friedfertig und nachgiebig zu zeigen" (Titus 3:1,2). Die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen unter sozialistischen Verhältnissen, auch für Christen aller Konfessionen, fördern angesichts des erneuten WTG-Endzeitfehlschlags mit 1975 ein realistischeres Denken, nach Wegen zu suchen, aus dem Untergrund herauszukommen. Das Nachdenken über die Probleme, die hier bestehen und gelöst werden müssen, nimmt zu.
Es muß eine grundsätzliche Lösung gefunden werden. Unser Land ist ein Grenzland zur kapitalistischen Welt. Hier hört es auf, die Verhältnisse und ihre Entwicklung unter eine Bibelauslegung zu beugen, die auf Grund kapitalistischer Mißstände und Krisen zusammengestellt und angepaßt wird. Der WTG-Endzeitfehlschlag von 1975 ist nun der große Markstein, der grobe Wendepunkt. Es muß damit im Selbst- und Gesellschaftsverständnis "inmitten des Kommunismus" (WT 15. 2. 1972), unter sozialistischen, kommunistischen Verhältnissen, eine große Änderung vollzogen werden. Die verantwortlichen Ältesten hier haben eine Hauptverantwortung, eine echte christliche Haltung gemäß Titus 3:1,2 überall durchzusetzen.
Dabei muß man den noch bestehenden Tatsachen ins Auge schauen Im WT vom 1. 3.1974, S. 131, hat die WTG ihren Standpunkt wiederholt, daß für sie der "kalte Krieg mit der kommunistischen Welt" nicht eingestellt wird, daß es für sie keine Annäherung an "Koexistenz mit roten Regimen" gibt. Der illegale Königreichsdienst X/74 aus Wiesbaden zum Thema "Bemühungen widerstehen, die uns veranlassen sollten, Kompromisse zu machen", macht das nicht nur erneut für die Untergrundarbeit verbindlich, sondern ist zugleich eine direkte WTG-Reaktion auf die christliche CV-Argumentation in dieser Frage, sowie auf die christlichen Bewußtseinsveränderungen entgegen der WTG-Politik des Antikommunismus. Es muß also ein entscheidender Glaubenskampf geführt werden. Die mit Geheimdienstmethoden aufgezogene antikommunistische Untergrundtätigkeit erfolgt allein im Interesse der erwähnten imperialistischen außenpolitischen Ziele gegen den "Kommunismus und seine Ausbreitung", also gegen neue politische "obrigkeitliche Gewalten"'.
Der politische Mißbrauch unserer Versammlungen. und Studiengruppen für diese Ziele muß beendet werden. Wir dürfen den "Dienst entsprechend der uns erwiesenen Barmherzigkeit" nicht mit "hinterhältigen Dingen" tun, wir dürfen dabei "nicht mit List" wandeln, sondern wir müssen imstande sein, uns selbst "durch das Kundmachen der Wahrheit jedem menschlichen Gewissen vor Gott (zu) empfehlen". 2. Kor. 4:1-2 NW. Die Beharrung der WTG auf dem "kalten Krieg mit der kommunistischen Welt" steht im Gegensatz zur Schrift, die gebietet: "Soviel an euch liegt, so lebt mit allen Menschen in Friede" Rö. 12:18. Mit allen Menschen! Der WTG-Antikommunismus verhindert jede Durchführung des Dienstes auf dieser christlichen Grundlage. Der antikommunistische "kalte Krieg" oder Haß der WTG führt zu einer Feindschaft, die unfähig macht zu jedem sachlichen und höflichen, friedlichen Gespräch und Verhandeln. Der WTG-Endzeitfehlschlag mit 1975 sollte nun jedoch niemanden mehr zögern lassen, sich auch bezüglich der WTG "aller Dinge zu vergewissern".
Zum Beispiel: Bruder Bohumil Müller ist offizieller Zweigdiener in Prag, CSSR. Er besuchte 1969 sogar das Hauptbüro. (Jahrbuch 1972, S. 141 dt.) Wir sehen, es geht auch anders. Wie es im Jahrbuch heißt, konnte unter Überwachung durch das Nachrichtenministerium in der CSSR bis 1948 frei gearbeitet werden. Die WTG-Eingliederung in die große antikommunistische Front seit 1947/48 änderte dann bekanntlich die Lage.
Das Beispiel Br. Müller/Prag zeigt,
daß unterschiedliche Wege möglich sind. Es fällt auch auf, daß der WT weder in
tschechischer noch in slowakischer Sprache gedruckt wird. Eine Änderung der
Verhaltensweise hier wird jetzt erleichtert durch die Streichung des Anspruchs, "von Jehova
gelehrt", aus dem WT. Als "in der Urteilskraft gereifte Menschen" 1. Kor. 14:20,
sollten sich die verantwortungsbewußten Brüder zusammenfinden, den notwendigen
Entwicklungsprozeß einleiten und unbeirrt Schritt um Schritt ausdehnen, um alle zu
erfassen, bei denen die Erkenntnis und Einsicht in die Notwendigkeiten herangereift sind.
Eine Hilfe wird sein, die Verantwortlichkeiten der Ältestenschaft zu studieren, wie sie
durch C. T. Russell wiederhergestellt wurde. Überall sollte auch die Beratung mit den
Ältesten bzw. am Wort dienenden Brüdern gesucht werden, die Versammlungen bzw. Gemeinden
dienen, die sich schon früher aus der WTG-Bevormundung befreit haben. Die WTG steht auf
Grund ihrer früheren Rechthaberei mit falschen Lehren und Ansprüchen diesen freien
Gemeinden gegenüber in tiefer Schuld. Die WT-Artikel über Barmherzigkeit und
Ausgeschlossene (WT 1. Nov. 1974 dt.) können zum Anlaß genommen werden. Die hier
erkennbaren WT-Schritte auf alle Ehemaligen zu, sind nicht zuletzt durch die CV-Kritik an
der Schuld der WTG durch ihre falschen Lehren und Ansprüche veranlaßt. Schließlich
steht in Ermangelung anderer Kommunikationsmittel CV zur Verfügung, um zweckdienliche
Stellungnahmen, Informationen und Aufrufe oder Studienartikel für alle Versammlungen,
Studiengruppen und Ältesten zu übernehmen, was keine Übereinstimmung mit CV insgesamt
bedeutet. Macht davon Gebrauch. Es muß eine neue Verhaltensweise eingeübt werden. Mit
dem erneuten Vergehen einer "Generation" im jetzigen 1975-Endzeitfehlschlag der WTG ist der Wendepunkt
erreicht. Die Ältesten tragen die Hauptverantwortung.
F. F.
VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE
"IRDISCHE" NEUORIENTIERUNG
WTG-ENDZEITFEHLSCHLAG MIT 1975
Auf die schöpfungbedingten sozialen Bedürfnisse besinnen
Wie nie zuvor ist die Zeit herbeigekommen, die Worte zu
Herzen zu nehmen, "vergewissert euch aller Dinge". 1. Thess. 5:21. Es stehen Fragen vor Jehovas Zeugen als
Christen, die gleichsam schicksalhaft sind und jeden tief berühren. Dabei ist es so,
lösen wir sie nicht selbst für uns und unsere Lieben, für die wir verantwortlich sind,
dann werden sie über unseren Kopf hinweg gelöst und entschieden, weil das Leben
weitergeht! Um was geht es?
Nach bisher 100 Jahren WTG-Verkündigung (seit 1874) blüht wieder der Feigenbaum nicht, erweist sich wieder das Werk des Olivenbaumes als Fehlschlag (Jahrestext 1974). Wieder also sinkt "diese Generation" ins Grab und vergeht. Das berührt Wesen und Glaubwürdigkeit der gesamten WT-Endzeitorientierung, die doch allein Sinn und Zweck des Daseins von WTG und ihren Verkündigern überhaupt ist. Damit ist die Notwendigkeit einer grundsätzlich neuen "irdischen" Orientierung aufgebrochen. Niemand lasse sich durch Konzentration auf innerorganisatorische Probleme oder Offensiven aller Art nach außen, gegen andere, von dieser a l l e i n entscheidenden Frage ablenken! Die WTG versucht das jetzt auf jede Weise! Für 1974 stand das unter dem Motto "Menschenpläne scheitern Gottes Vorsatz gelingt" (Kongresse 1974). Was ist die Wahrheit? Was die WTG seit 1799 als Gottes Vorsatz endzeitlicher Art aus der Bibel herausliest, ist nun schon bis 1975 hingeschoben worden, und ist daher völlig unglaubwürdig! Wir können nur froh sein und in Übereinstimmung mit Titus 3:1,2 und 1. Tim. 2:1,2 Gott danken, daß die "obrigkeitlichen Gewalten" gemäß Römer 13:1-7 "Menschenpläne" gemacht haben, "gute Werke" versucht, und so gut wie möglich verwirklicht haben! Wir kommen darauf noch ganz konkret!
Zunächst ein Blick auf den WTG-Antikommunismus, der hiervon nicht zu trennen ist. Alle Verantwortlichen müssen erkennen. Anläßlich des 50. Jahrestages der Sozialistischen Oktoberrevolution erschien im ND vom 7. Oktober 1967 (Dr. G. Kertzscher) ein Artikel. "Warum der Klassenkampf in Deutschland so hart ist", nachweisend, welche Schlüsselstellung Deutschland in der gesamtrevolutionären Entwicklung seit 1917, aber auch in der antikommunistischen, konterrevolutionären, imperialistischen Strategie zur Verhinderung einer sozialistischen Lösung der sozialen Fragen einnimmt. USA-General Allen schrieb 1920 dazu, "das befähigtste Staatswesen, den Bolschewismus erfolgreich abzuwehren", sei Deutschland. Auch nach 1945 sollte hier "ein wirksamer Damm gegen die Flut des bolschewistischen Marxismus errichtet werden". Der USA-Deutschlandexperte J. P. Warburg erklärte 1949 in seinem Buch "Deutschland - Brücke oder Schlachtfeld" dazu, die westalliierte Besetzung habe den Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften darum in Deutschland "eine mächtigere Stellung" gegeben, "als sie sie jemals in der Weimarer Republik innehatten". Demgemäß waren es z. B. amerikanische Besatzungsoffiziere, die der WTG in Wiesbaden unverzüglich eine Druckerei beschafften (Jahrbuch 1947, S. 117 dt.). Die WTG hat dann auch sofort unter Regie des deutschen Zweigdieners Erich Frost hier wieder mit der antikommunistischen Ausrichtung ihrer Bibelauslegung und Verkündigung. begonnen und ihre Einreihung in diese allgemeine antikommunistische Klassenkampffront als Religionsgemeinschaft, sichtbar vollzogen, bis heute. Noch 1965 predigte sie feindselig offen die Vorbereitung in ihrem Bereich auf die "Befreiung Ostdeutschlands" und "auf das Ende der totalitären Regierung in Ostdeutschland" (WT 15. 2. 1965, S. 110 dt.). Und noch immer beherrscht eine im Dienste jener imperialistischen Strategie stehende Gruppe das Hauptbüro in Brooklyn, wie die Verurteilung der "Einstellung des kalten Krieges mit roten Regimen" oder des "Friedens mit dem Kommunismus" als "unmoralisch" und bedeute, "mit Gotteshassern ins Bett zu gehen", erneut beweist (WT 1. 3. 1974, S. 131f). Der WTG-1975-Fehlschlag sollte nun ein letzter Anstoß sein, diesen politischen Mißbrauch der Verkündigung zu Kampf gegen eine sozial bedingte und darum unaufhaltsame politische Entwicklung zu erkennen.
Stellen wir damit allen Zeugen Jehovas die soziale Frage! Um aus den politischen Verstrickungen der WTG herauszukommen, ist die konsequente soziale Besinnung als Christ nötig. Hast du als Zeuge Jehovas mit deiner Familie keine natürlichen sozialen Bedürfnisse? Kannst du dir dein Brot allein backen? Brauchst du keinen gesicherten Arbeitsplatz und Verdienst? Brauchen deine Kinder keine Schulbildung? Brauchst du keine Sozialversicherung, kein Gesundheitswesen? Ihr alten Brüder und Schwestern, braucht ihr keine Rente? Doch wie nur kann das alles geschaffen und gesichert werden? Eben nur durch jene volkswirtschaftlichen, sozialen und sonstigen zweckdienlichen staatlichen und internationalen "Menschenpläne", gegen die die WTG auf ihren internationalen Kongressen 1974 z. B. wieder öffentlich zufelde zog! Wenn man die an alle Menschen gerichteten WT-Verkündigungen gegen jegliche Verantwortung für irgendwelche "Menschenpläne" in Dorf, Stadt, Land oder Staat befolgen würde, dann gäbe es weder Arbeit noch Brot, weder Gesetz noch Ordnung, weder Volksbildung noch Sozialwesen, weder Handel noch Wandel. Ihr: könntet zu keinem Postschalter gehen, um eure Rente abzuholen. Man müßte euch dort erklären, daß auf die WTG-Verkündigung hin, alle politische und staatliche Macht und Souveränität sei seit 1914 an Christus im Himmel abzutreten, die örtlichen und zentralen staatlichen Verwaltungs- oder Machtorgane überall bis hinauf zur Regierung die Macht abgetreten, und im Gebet an Christus im Himmel abgegeben haben. Es gäbe also auch keine P!äne mehr, um die Rente auszuzahlen. Vielleicht übernehmen nun die Engel vom Himmel aus die weitere Planung und Verwaltung, d. h. die staatliche örtliche und zentrale Macht im Lande.
Liebe Brüder und Schwestern! Das ist kein Spott! Das würde ernstlich eintreten, nimmt man die WTG-Verkündigunq ernst! Ist niemand imstande, praktisch zu durchdenken und zu überprüfen, was er da allen Menschen verkündigen soll? Den Glauben erkennt man doch an den Werken! Dies aber ist eine Glaubensverkündigung, die die Angesprochenen gar nicht befolgen können, soll es keinen anarchistischen Zusammenbruch geben. In Brooklyn weiß man genau, was für ein weltpolitischer Unsinn es ist, alle Menschen, Regierungen und Staaten aufzufordern, jegliche "Menschenpläne" zu unterlassen und alle staatliche, politische Verantwortung seit 1914 an Christus im Himmel abzutreten. Das geht nämlich gar nicht! Oder wie sollte das geschehen? Sollte die Volkskammer der DDR den Beschluß des Volkswirtschaftsplanes 1975 besser Christus im Himmel überlassen haben? Das käme doch dabei heraus! Ein Glaube ohne Werke ist tot, und hier ist die Praxis gleich unmöglich! Soll man darüber lachen oder weinen? Ist das nicht ein Hohn auf jede "genaue Erkenntnis"?
Die einfache Besinnung auf die schöpfungsbedingten sozialen Bedürfnisse aller Menschen und was sie erfordern inbegriffen in dem Gebot "füllet die Erde und machet sie euch untertan", das nicht aufgehoben wurde - sollte erkennen lassen, daß man als ernster Christ diese WTG-"Menschenpläne"-Verkündigung unmöglich annehmen, geschweige denn allen anderen Menschen predigen kann. Dein Kind, wenn es in die Schule geht, das Frühstücksbrot, das du ihm mitgibst, jede Stunde Arbeit für den Lebensunterhalt, jede Lohn- oder Gehaltszahlung, jede Rentenausgabe, jeder Besuch eines Krankenhauses, jedes neue Wohnviertel, jedes junge Liebes- oder Ehepaar, das ins Leben geht, jede werdende Mutter - was soll man noch vor Augen führen? - Sollte es dich vor allem als Christ lehren: Die soziale Verantwortung ist unaufgebbar! Es wäre Selbstzerstörung jeder "die Menschen betreffenden Ordnung", die Christen "um des Herrn willen" vielmehr anerkennen sollen (l. Petr. 2:13), wollte man alle "Menschenpläne" unterlassen! Die WTG-Verkündigung, alle staatliche, politische Macht und Verantwortung an Christus im Himmel abzutreten ist ein Hohn auf das, was Paulus im Römer 13:1-7 bezüglich der "obrigkeitlichen Gewalten" gebietet! Merkt denn das keiner? Verlangt die Schrift nicht "in der Urteilskraft gereifte Menschen"? (l. Kor. 14:20). Was kann die WTG da alles im Namen Gottes an den Mann bringen?
Verantwortungsbewußte Christen müssen ihre schöpfungsbedingte soziale Mitverantwortung erkennen und wahrnehmen. Der erneute WTG-Endzeitfehlschlag, jetzt mit 1975, erhellt in grellster Weise, was die WTG hier für einen grotesken "Menschenpläne"-Unsinn zu predigen verlangt! Die Zeit zu einer christlichen Neuorientierung in diesen Dingen i s t herbeigekommen! Reichen 100 - Jahre solcher "Endzeit"-Verkündigung nicht? -
Aus Briefen unserer
Leser
BEMERKENSWERTE GEDANKEN ÜBER DIE BEDEUTUNG VON CV
Die CV-Artikel zeugen von einem ausgeprägten Sinn dafür,
Negatives bei uns aufzuspüren. Traurig und beschämend ist es für uns, wenn es dafür
Gelegenheiten gibt. Es wäre aber überflüssig und nur nachteilig für uns, wenn wir
deswegen schimpfen und verunglimpfen würden. Ein Christ sollte diesem Zwang niemals
unterliegen, wie stark er uns aus nötigen mag. Von welcher geistigen Verfassung würde es
zeugen, dies zu tun? Wir scheinen hier vor einer unerbitterlichen Logik zu stehen, wo kein
Schimpfen hilft. CV ist unloyal zur Wachtturmgesellschaft. Wir selbst sind es, die zur
moralischen Stabilisierung dessen entscheidende Anstöße und sichtlich Beweise liefern,
Diese Tatsache macht Abgeschnittene zu Mahnern, so eigenartig diese Wahrheit auch sein
mag. Mit dem Artikel, "Was Treue von uns fordert", ist diese
Mahnerrolle wieder bestätigt. Es hieß im WT 11 von 1974 zu einer ganz fundamentalen
Frage: "Das Wort vollkommen' wird in der Bibel wie im heutigen Sprachgebrauch in
relativem Sinne angewandt". Dazu wurde in CV gesagt: "Dieser Satz des WT ist
absolut falsch, er darf von Jehovas Zeugen nicht unwidersprochen hingenommen werden". Das ist wie
ein Pfeil mitten ins Herz, wie an die Rampe der Öffentlichkeit, wie an die Klagemauer.
Wenn dieser Satz des WT wirklich falsch ist, dann rettet uns nur schimpfen oder Flucht,
wie anders sollten wir diese Wahrheit ertragen? Ist das nicht ein unerträglicher Zustand,
daß in CV Wahrheiten ausgesprochen werden, die über den WT hinausweisen, die uns
reformieren sollen? Uns hilft weder schimpfen noch Flucht, wenn diese Anklage in CV wahr
ist. Dann rettet uns nur die Bereitschaft des WT, zu erklären, daß sich auf Seite 342 im
WT 11 von 1974 ein bedauerlicher Irrtum eingeschlichen hat, der leider von allen
verantwortlichen Brüdern übersehen wurde. Mit Schweigen kann man diese falsche
Darstellung über das Wort "vollkommen", daß es relativ anzuwenden sei, nicht aus den Gedanken
entfernen. Es wäre abwegig zu glauben, daß eine Korrektur eines Satzes im WT geeignet
wäre, CV aufzuwerten. Wer draußen steht, sieht mitunter leichter einen Fehler. Das ist
oft nur eine Frage des Standortes und der Entfernung, weshalb wir uns nicht freisprechen
sollten. Praktisch ist mit diesem Schreiben an CV bestätigt, daß in CV Wahrheiten über
uns ausgesprochen sind. Es sollte aber so sein, daß dieser Satz im WT nicht gegen uns
zeugen kann. Das ist viel wichtiger, als alle Bedenken.
Ein Zeuge an CV
Wer anstelle sachlicher Argumente nur
Schmähbriefe gegen CV losläßt, ist in einem bedauerlichen Zustand. Es gehen viele
Briefe solcherart ein. Die Sprache und Tatsache dieser Briefe ist und bleibt unwürdig
für einen Christen. Das wollen wir ans Herz legen. CV ist kein Ärgernis für Jehovas
Zeugen, wohl aber für die WTG, solange sie Ärgerliches tut. CV will und kann niemandes
Gnadenstellung vor Gott "anbohren". Allein der Versuch dazu wäre lächerlich, denn darüber
entscheidet Gott. Seine Gnadenstellung vor Gott bringt der WT selbst in Gefahr, wenn er
solche Grundsätze prägt wie: "Das Wort 'vollkommen' wird in der Bibel wie im heutigen
Sprachgebrauch in relativem Sinne angewandt" (WT 11/74 S. 342). Dieser Widerspruch wurde sicher begriffen,
vielleicht noch nicht beim WT-Studium, wohl aber, als CV dazu gelesen wurde. Damit hat
niemand die Meinung von CV übernommen, nein, das war nur der Anstoß, das Übrige
bewältigen Kopf und Herz selbst. Wo nicht, da müßte man ja glauben, daß Gott und
Christus "relativ vollkommen" sind. Der WT macht sich damit einer Relativierung Gottes und
Christi schuldig. CV will helfen, Widersprüche und Fehlentwicklungen bewußt zu machen.
- Redaktion CV -
Zum Königreichsdienst vom September
1974
Wenn wir uns über die Denkweise der Bethelbrüder in
Wiesbaden Gedanken machen, dann muß man doch meinen, die Brüder sehen eben nur ihren
Arbeitsprozeß. Sie müßten sich doch darüber im klaren sein, wenn sie etwas sagen und
schreiben, daß sich andere Brüder darüber Gedanken machen Es heißt z. B. unter "Theokratische
Nachrichten": "Die Brüder meinen, daß selbst, wenn die Maschinen noch einige
Wochen oder Monate arbeiten, sie bereits ihren Zweck erfüllt haben". (Gemeint ist die
jetzige Druckmaschinen-Neuanschaffung in Wiesbaden, CV). Die überwiegende Zahl der
Verkündiger wartet doch mit Spannung auf das bereits angebrochene, und im September 1975
zu Ende gehende Dienstjahr. Sie machen sich gemäß den Kongreßverkündigungen und den
Aussagen der verantwortlichen Brüder Hoffnungen, nämlich, daß damit Harmagedon, auf
jeden Fall aber die "große Drangsal" beginnt! Wer wirft in Anbetracht dieser Aussicht noch 3-4
Millionen für Neuanschaffungen weg? Wenn alles so weit ist? Da stimmt doch etwas nicht?
Doch die Gesellschaft ist einfach unverfroren. Wir lesen weiter: "Und nun haben wir das
neue Dienstjahr begonnen. Es ist das Dienstjahr 1975. Was wird es uns bringen?" Ja was? -
fragt sich nun der wißbegierige Leser, Harmagedon? Die "große Drangsal"? Oder was?
Nichts von alledem! Eine neue Höchstzahl! Eine außergewöhnliche! Dienstaufträge! Murrt
nicht! Nörgelt nicht! Geht ihnen nicht aus dem Wege! Nichts anderes bringt uns 1975. Das
ist von den ganzen hochgespannten Erwartungen auf 1975 übriggeblieben! Wir denken doch
auch nach. Die mehrmals bereits veränderte Endzeit hat tiefe Wunden in die Herzen
Aufrichtiger geschlagen. Zu gut können wir Älteren uns doch erinnern, wie oft verändert
wurde, und wie wir mit der "Dienstpeitsche" auf die neue Verkündigung gebracht wurden. Das drängt doch
jetzt mit Macht wieder in den Sinn. Wir Alten fühlen uns wieder von der Gesellschaft
preisgegeben, damit sie immer weitermachen kann.
- aus Bez. Dresden -
GOTTES BARMHERZIGKEIT WEIST SÜNDERN
DEN WEG ZURÜCK
Einen ausgeglichenen Standpunkt einnehmen - wie?
Ausgeschlossene sollen nicht mehr als Feinde betrachtet
werden, man soll sie wieder grüßen, kann wieder mit ihnen sprechen, kann sie wieder
besuchen. Es sollen positive Schritte auf sie zu getan werden, die Dinge sollen mit ihnen
richtiggestellt werden, Das Extrem, zu streng und hart zu sein, soll überwunden werden.
Man soll zu ihnen anständig, höflich, rücksichtsvoll und menschlich sein, einen "ausgeglichenen
Standpunkt" einnehmen. (WT 1. 11. 1974 dt.)
Leider soll das nur so verstanden werden, bedingungslos
zur WTG zurückzukehren, als sei die WTG immer im Recht gewesen, habe nie selbst als
Sünder Ursache und Grund zum Anstoß und Abwenden gegeben, als sei sie immer der "Vater", gewesen den
"verlorenen
Sohn" aufzunehmen. Ein Bekenntnis zu eigener Sündhaftigkeit, Fehlarbeit und
Schuldhaftigkeit gegenüber den anderen Brüdern sucht man in diesem WT-Artikel vergebens.
Nehmen wir nur die furchtbare Schuld der falschen Obrigkeitslehren von 1929 bis 1962 mit
ihren tödlichen Folgen für viele! Was für eine Selbstgerechtigkeit der WTG! Warum kann
die WTG das nicht demütig bekennen? Dennoch, es dürfen wieder die anderen gegrüßt, es
darf wieder mit ihnen gesprochen werden. Wir freuen uns darüber aufrichtig. Wir wollen es
zum Anlaß nehmen, wieder einen Blick zu den Brüdern und Schwestern zu werfen, die hier
gemeint sind.
Es ist ein völliges verkennen anzunehmen, diese Geschwister hätten Gott verlassen und müßten dazu gebracht werden, "zu ihrem himmlischen Vater umzukehren, wieder in seine Gunst zu gelangen." Trennung von der WTG bedeutet nicht Trennung von Gott. Die Gunst der WTG und die Gunst Gottes sind auch nicht ein und dasselbe, da die WTG selbst sündhaft und fehlbar ist. Sie kann über Gottes Gunst nicht verfügen und sie dem nur verleihen, der sich ihr beugt. Auch außerhalb der WTG wird aufrichtig an Gott geglaubt und Christus nachgefolgt, zugegeben in anderer Form, die anderes "unvollkommenes Stückwerk" sein mag, (l. Kor. 13:9,10) so, wie dies vor der WTG der Fall war und dort sein mag, wo noch niemand die WTG kennt. Hieran Anstoß nehmen offenbart nur, die "größte Gabe, die Liebe", zugunsten von Erkenntnisstückwerksrechthaberei an die letzte Stelle gesetzt zu haben Wenn man sich jetzt wieder spricht, grüßt und besucht, wird man auf gar tiefen Glauben der anderen stoßen.
In der DDR sind das unsere Brüder und Schwestern im Bund freier Christengemeinden (BfC), in der Vereinigung freistehender Christen (VfC) oder in den Freien Bibel-Gemeinden. (FBG). Ihr Weg wurde u. a. bedingt durch fundamentalste WTG-Verfehlungen wie die Ausrottung des Ältestenamtes bis 1972 (durch Rutherford), oder die Obrigkeitsirrlehre von 1929-1962 und die damit verbundene Entmündigung der Versammlungen. Die WT-Schuld ist hier gewaltig, angesichts der Schwere dieser falschen Bibelauslegungen. Das hat sich tief ausgewirkt.
In Polen ist es u. a. die Vereinigung der Bibelforscher (Stowarzyszenie Badaczy Pisma Swietego), Sitz in 00-975 Warszawa 12, Skrytka pocztowa 94. Ein Dokument, "Wir haben Pastor Russell persönlich und vertraulich viele Jahre gekannt", vom Leiter Br. W. Stachowicz CV gern übergeben, zeigt grundsätzliche Gemeinsamkeiten in Glaube, Hoffnung und Liebe, unter Br. Russell begonnen, bis heute. Das Dokument bezeugt, wie C, T. Russell ungeachtet seines "Stückwerks" beitrug, viele zu besseren Menschen, besseren Christen zu machen, das Herz mit größerer Liebe zu Gott und den Menschen erfüllt Es ist überraschend, wie "genaue Erkenntnis" eben nicht fanatisch zum Maßstab aller Dinge gemacht wird, sondern der Grundsatz der Liebe darübersteht! Wie könnte man da angesichts des erneuten WTG-Endzeitfehlschlags WTG-rechthaberisch sein!
Wir stehen jedoch erst am Anfang dieses
neuen Verständnisses der Brüderlichkeit. Die Macht der Gewohnheit ist stark. Der
größte Sieg der Liebe wäre, wenn die WTG sich wirklich wesentlich ändert, die
Rechthaberei für ihr "Stückwerk" aufgibt und sich mit allen anderen Aufrichtigen demütig
zusammensetzt, die Lehren aus der Haltlosigkeit der bisherigen Endzeitverkündigung zu
ziehen, die Einheit im Grundsätzlichen wiederherzustellen und allein gemäß dem einmal
überlieferten Glauben gemeinsam weiter zu wirken.
P.
MITTEILUNGEN
Aus der Sowjetunion
Die Zeitschrift "Wissenschaft und
Religion" Nr. 11/1974 (russ.) herausgegeben in Moskau und Kiew, veröffentlicht
einen Artikel "Schicksale der Zeugen Jehovas", eingesandt aus Irkurtsk. CV wird in der nächsten Ausgabe
darüber ausführlicher berichten.
Aus Polen
In christlichen Kreisen der Volksrepublik Polen nimmt das
Interesse an CV zu. Auch das 1970 in der DDR veröffentlichte Buch "Die Zeugen Jehovas.
Eine Dokumentation über die Wachttturmgesellschaft" - Blaubuch genannt -
findet, selbstverständlich unter kritischer Würdigung, weiteres Interesse.
Information für Älteste
Im Hinblick auf die kommende Entwicklung ist es
zweckmäßig, sich mit den Bedingungen für Christen in der sozialistischen Gesellschaft
konkret vertraut zu machen. Die katholische Zeitschrift "Begegnung", die
evangelische Zeitschrift "Standpunkt" sowie die Tageszeitungen der CDU wie "Neue Zeit" und andere,
im Abonnement und einzeln erhältlich, enthaltenen laufen grundsätzliche wie auch
detaillierte Beiträge, alle Kirchen und Religionsgemeinschaften betreffend.
1975 - EIN JAHR DER NEUORIENTIERUNG WIE
NIE ZUVOR!
ZUM INHALT DIESER AUSGABE
Was wird uns das Jahr 1975 bringen? Das ist wirklich die
große Frage, die alle bewegt. Und weil die Endzeitorientierung der besondere Charakter,
das Wesen, ja der ganze Existenzsinn der Organisation und Verkündigung unter WTG-Regie
ist, ist der Endzeitfehlschlag mit 1975 der Scheideweg, der Wendepunkt. Was wird im "Frühherbst
1975" passieren, wenn die 6000 Jahre um sind? Wir möchten jetzt schon auf die
CV-Sonderausgabe für diesen Zeitpunkt hinweisen! Diese Sonderausgabe wird ein einmaliges
Dokument sein!
Was ist jetzt zu tun? Jeder zu
treffenden Entscheidung muß die Prüfung der Sachlage vorausgehen, das "Vergewissern
über alle Dinge", um an dem "festzuhalten, was recht ist" (l. Thess. 5:21 NW).
Dabei stehen nicht Glaube und Gottesdienst selbst in Frage, sondern allein die
gegenwärtige WTG-endzeitliche Form des Glaubens und Gottesdienstes, die nun mit 1975
wieder haltlos wird. Vergewissern, heißt nicht, gewiß sein, sondern Trachten nach
Gewißheit. Die nun also zum Bewußtsein kommende Ungewißheit mit Bezug auf die bisherige
WTG-Endzeitorientierung ist eine ganz normale Etappe, die zu durchlaufen ist. Das ist bei
jeder neuen Frage so, die sich erhebt, bis sie geklärt ist. lm Vordergrund steht also
jetzt das Vergewissern darüber, was bei der WTG-Orientierung nicht "recht ist", um am Ende
das festhalten zu können, "was recht ist", was auf diese Weise dann nach und nach sichtbar wird. Wir
befinden uns somit gleichsam in einer Übergangsetappe von WTG-Bevormundung zu
christlicher Mündigkeit, festhaltend, worin die WTG bzw. der WT "recht ist", doch
verwerfend, was sich jetzt als haltlos erweist, um uns entsprechend neu zu orientieren.
Mit Bezug auf die WTG sollte CV darum Gegenstand der Betrachtung in jeder Studiengruppe
sein, was uns an "Glaube, Hoffnung und Liebe" für die Zukunft verheißen ist, muß jedoch aus der Schrift
selbst geschöpft werden. Diese CV-Ausgabe, notwendigerweise ganz im Zeichen des WTG-1975,
möchte eine weitere Hilfe auf dem Wege zu dem, "was recht ist", sein.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder, CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche
Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber
Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,00.
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A 2032-73 V 7 1 236