Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 66
Dies ist die erste CV-Ausgabe des Jahres 1975. Verständlich, dass in ihr mit das Thema
des dubiosen 1975-Datum abgehandelt wird.
Auch ein kirchenpolitischer Artikel ist in jener Ausgabe enthalten. Auszugsweise konnte
man in ihm u. a. auch lesen:
"Einer von. denen die empfanden, daß hier etwas auf. Seiten der WTG
nicht in Ordnung ist, daß es gar nicht darum geht, den Zeugen Jehovas den Glauben zu
nehmen, daß man vielmehr der WTG in der Obrigkeitsfrage einiges vorhalten muß, war ein
Bezirksdiener im Bez. Frankfurt. Er hatte das Problem angepackt, "mit den Nachbarn
zurecht zu kommen" und "das Verhältnis zu ihnen. besser zu gestalten", d.
h., er hatte die Frage durchdacht, wie die antisoziale und antikommunistische Politik aus
der Verkündigung entfernt werden könnte. Das WTG-Ostbüro in Wiesbaden ordnete daraufhin
an, daß er unverzüglich "die Sachen zu übergeben" habe. Er schwäche die
Widerstandskraft gegen die Kommunisten, die vielmehr noch mit "harten Botschaften aus
Osten und Norden in großen Grimm versetzt" werden müßten, wie es noch nie der Fall
gewesen sei. Zu gut deutsch, die Zeugen Jehovas sollen weiter eine herausfordernde Rolle
in antikommunistischer Hinsicht spielen. Schließlich schüchterte man den Bezirksdiener
ein mit der grotesken Erklärung: ..Wir haben seit 1957 offiziell erklärt, bereit zu
sein, mit ihnen die Schwierigkeiten zu besprechen, die unsere Verwandten haben, und sogar
bis nach Moskau zu fahren." Wer die "Beweise" dafür in die Hand nimmt (WT
15. 4. 57, Erw. 22. 4. 57). sieht in Wahrheit ein provokatorisches Doppelspiel aus
Verhandlungsangebot und frechster antisowjetischer und antikommunistischer Hetze, wie die
beigefügten Karikaturen eines zähnefletschenden und bluttriefenden "russischen
Bären" und des zertrümmerten Symbols von "Hammer und Sichel"
veranschaulichen, ein bewußtes Scheinangebot."
Soweit die CV-Darstellung. Da ich in den Anfangsjahren
auch mal partiell für die CV mitgearbeitet hatte, sind mir (ausgehend von den jetzigen
erweiterten Kenntnissen) noch ein paar zusätzliche Details dazu bekannt.
Ganz offensichtlich handelte es sich
hierbei um den Fall Harry B. aus Finow-Eisenspalterei (wie richtig festgestellt
im damaligen DDR-Bezirk, Franfurt/Oder gelegen). Auch Herr B. hatte (als höherer WTG-Funktionär)
das zweifelhafte Vergnügen, wie auch die allermeisten seiner Amtskollegen, ungebetenen
"Zersetzungsgesprächen" der Stasi ausgeliefert gewesen sein. Bei den meisten
prallte die Stasi mit ihrem Ansinnen resonanzlos ab. Das Standardrepertoir der Stasi (mit
individuellen Variationen) war vermeintlich antikommunistische Aussagen in der
WTG-Literatur vorzulegen, und den Betreffenden vorzugaukeln, "alles würde gut",
gäbe es diese antikommunistischen Artikel nicht. Wie gesagt. Bei anderen, beispielsweise
dem WTG-Funktionär Egon R., stieß die Stasi vielfach auf Granit. Das
Zersetzungsgespräch der Stasi mit Herrn B. hatte aber doch wohl das Ergebnis, dass er
etwas schwankte und von sich aus auch Meldung nach Wiesbaden machte, was durchaus nicht
alle Betroffenen taten. Das Ergebnis nannte die CV. Amtsenthebung.
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem
Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR
Christliche Verantwortung
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte
Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden
Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft,. (WTG) und WTG-bedingten
Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die
Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer
Lösung.
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 66 Gera Januar 1975
NICHT VON DER ENTSCHEIDENDEN FRAGE
ABLENKEN LASSEN
Liebe Leser!
Wenn wir aufmerksam verfolgen, was der WT zur Endzeitfrage
jetzt immer mehr in das Blickfeld schiebt, dann fällt immer deutlicher dies auf: Nicht,
bis zu einem bestimmten Datum, sondern für die Ewigkeit dienen. Was bedeutet denn das!
Eine kleine Erfahrung aus Polen mag zum Verständnis beitragen, worauf es ankommt.
Es war im Sommer 1974, als CV-Mitarbeiter die Leitung der Vereinigung der Bibelforscher in Polen besuchten. Eine eifrige Diskussion eines Zeugen mit einem Bruder der freien Bibelforscher aus Poznan und mit einer katholischen Frau. Wie der Zeuge beide am Wickel hatte! Gar viele Fehler, Unzulänglichkeiten, Schwächen und Anfechtbarkeiten hatte er zur Hand, um zu zeigen, daß der Weg seiner beiden Gesprächspartner falsch sei. "Hier, Jesus sagt . . . ", hielt unser Zeuge schließlich der Katholikin vor, blätterte in seiner Bibel und las doch allen Ernstes eine Schriftstelle aus 5. Mose vor! Postoj prosze Pan, halt bitte, mischte sich jetzt ein CV-Mitarbeiter ein. Sie zitieren falsche Bibelstellen! Sie zitieren Mose und nicht Jesus! Eine peinliche Situation. Da bat der CV-Mitarbeiter ums Wort.
Prosze moje Panstwo, bitte, das ist doch alles hier nicht das Wesentliche oder Entscheidende, sagte er. Natürlich, was gibt es nicht alles bei anderen zu kritisieren. Aber wenn sie sich von ihren Wegen abwenden sollen, dann ist doch wesentlich und entscheidend, daß die Zeugen erst einmal ihre Glaubwürdigkeit beweisen. Wie sieht es damit aus? Nehmen wir die Kernfrage, die Hauptfrage. Was ist das Wesen der Zeugen-Verkündigung überhaupt? Sind sie nicht in erster Linie eine Endzeitgemeinschaft und ist das Wesentliche, Entscheidende, nicht ihre Endzeitverkündigung? Tak, to tag Jets, ja, das ist so, sagte der Zeuge. Aber was ist mit diesem Ende? Für 1914 wurde es verkündigt, es kam nicht. Für 1925, es kam nicht. Für 1939/45, es kam nicht. 1972 stimmte auch nicht. Nun wird auch von 1975 wieder abgelenkt. Co jest prawda?' Was ist Wahrheit? Wo ist da die Glaubwürdigkeit der Endzeitverkündigung der Zeugen selbst? Ja aber, erwiderte unser Zeuge, Jesus sagte, diese Generation soll nicht vergehen. Stimmt, aber auch das spricht gegen die Zeugen Verkündigung. Es beweist sogar, daß die Zeugen hier in keiner Weise Christus verkündigen! Denn er sprach nun von einer Generation, nicht wahr? Tak, to tak jest, so ist es. Die Zeugen geh aber verkündigen seit 1874 schon über hundert Jahre und damit schon der dritten Generation! Nein, die Zeugen verkündigen deshalb "dieses Evangelium" nicht. Wir sehen also, das Wesen, das Entscheidende der Zeugen-Verkündigung, ihre Endzeitverkündigung, ist völlig unglaubwürdig. Alles andere ist gänzlich untergeordnet. Wenn dieses Entscheidende unglaubwürdig ist, darin sollte man sich zuerst selbst am Wickel nehmen, nieprowda? Nicht wahr? Offensichtlich hatte unser Zeuge die Tragweite dieser einfachen Wahrheiten gar nicht begriffen.
Was wollen wir mit dieser kleinen Erfahrung sagen? Sie soll uns lehren, die entscheidende Frage der gesamten WT-Verkündigung im Auge zu behalten, nämlich, daß das nicht schlechthin eine Verkündiqung ist für christliche Erziehung, Gesinnung und Verhaltensweise. Die WT-Verkündigung ist in erster Linie Endzeitverkündigung! Allein danach muß ihre Glaubwürdigkeit beurteilt werden! Allein damit steht oder fällt sie! Allein das ist entscheidend Die WTG legt es jetzt bewußt darauf an, diesen entscheidenden Gesichtspunkt zu verdrängen, von dieser entscheidenden Frage abzulenken. Sei es durch Heraufbeschwörung neuer äußerer Konflikte, die die ganze Aufmerksamkeit gefangen nehmen sollen, z. B. durch antikirchliche, antikatholische oder antikommunistische Provokationen, durch Diskussion von Gemeinschafts- und Erziehungs- oder Familienfragen, durch Orientierung auf Fleiß, Hingabe und ununterbrochene Arbeit und, was die Zeitfrage betrifft, auf die Ewigkeit. Gleichzeitig wird dabei alle Umwelt außerhalb der Organisation durch einseitige negative Darstellung derartig schwarzgemalt und verteufelt, auf daß niemand auch nur wagen soll, einen Schritt hinaus zu tun. Dabei wird völlig mißachtet, daß auch um der physischen Existenz der Zeugen selbst willen das soziale, volkswirtschaftliche, wissenschaftliche, kulturelle und damit staatliche, politische Leben ununterbrochen gestaltet, gesichert und fortentwickelt werden muß, daß die Menschen vor Gott sogar verpflichtet sind, diese politischen Aufgaben durch Schaffung und Sicherung entsprechender "menschlicher Ordnung" und "Obrigkeitlicher Gewalt" zu erfüllen! 1. Petr. 2:13, Titus 3:1,2, Römer 13:1-7, 1. Tim. 2:l,2.' Daraus ergibt sich doch unabdingbar eine entschiedene Zurückweisung der gesamten bisherigen WT-Endzeitorientierung vor allem in ihren sozialen und politischen und menschlichen Konsequenzen! Haben denn Jehovas Zeuge keine sozialen menschlichen Bedürfnisse, die sie das begreifen lassen können?
Wir sagen darum, niemand lasse sich
jetzt von d er allein entscheidenden Frage ablenken. Die WTG ist nicht als bloße religiöse
Gemeinschaft, sondern als Endzeitgemeinschaft auf den Plan getreten. Sie hat damit einen
Anspruch erhoben, der ihr Untergang sein kann, da sie immer wieder neue Endzeittermine
setzen muß, wie sie das nun schon seit 1799 tut! Wir wünschen sehr, daß auch diese
CV-Ausgabe dazu dient, das jetzt so dringend erforderliche genaue Unterscheidungsvermögen
in allen diesen Fragen zu fördern. In christlicher Verbundenheit
Der Herausgeber und alle Mitarbeiter
----------------------------------------------------------------------------------------
IN DIESER AUSGABE
Das entscheidende Jahr 1975 liegt vor uns. Eine Rückschau
auf bisher 200 Jahre WT-Endzeit. -
Christen nicht neben oder gar gegen, sondern in der
sozialistischen Gesellschaft sein. Wie Jehovas Zeugen? -
Die Kernfragen des WT für Studium und Verkündigung
geprüft. WT Nr. 18/1974, dt. -
Untergrundanweisungen zu verdecktem antikommunistischem
Bibelmißbrauch. -
Die freien christlichen Gemeinden. Eine Alternative.
-----------------------------------------------------------------------------------
DAS ENTSCHEIDENDE JAHR 1975 LIEGT VOR UNS
Eine Rückschau auf bisher 200 Jahre WT-Endzeit
"Während wir jetzt in ein neues Dienstjahr
eingetreten sind, haben wir alle das Gefühl großer Erwartungen. . . Keiner von uns kennt
genau das Datum, wann die große Drangsal hereinbricht, doch wir wissen, daß Jehova es
weiß, und wir haben volles Vertrauen, daß sie genau zu der von Jehova festgesetzten Zeit
kommen wird . . . Doch bevor dieses einmalige Ereignis hereinbricht, haben wir viel Arbeit
zu verrichten - in der Tat, es ist viel Arbeit. Das erkennen wir aus der Mehrung in aller
Welt"' Wenn die WTG hier in X/74 von einem Gefühl großer Erwartungen spricht, so
können wir ruhig sagen, die Situation ist in allen Versammlungen spannungsgeladen! Was
wird 1975 bringen? Niemand kann sich dieser brisanten Frage entziehen. Die hier in X/74
verfolgte Taktik besteht darin, die "großen Erwartungen "mit immer
zutreffenderem Gerede in "viel Arbeit" untergehen zu lassen, zu verdrängen.
Denn, daß "wir wissen, daß Jehova es weiß", das haben wir doch schon immer
gewußt! Viel Arbeit, viel Arbeit, damit soll jede kritische Besinnung verhindert werden.
"Wir haben volles Vertrauen . . ." - von wem spricht die WTG hier? Wir wollen die
Endzeit-Vertrauenswürdigkeit der WTG anhand ihrer bisherigen Endzeittermine überprüfen.
Mögen die Zitate für sich sprechen.
Das Jahr 1799
"Der
Feldzug des großen Feldherrn Napoleon Bonaparte ist eine klare Erfüllung dieser'
Prophezeiung . . . Der Feldzug ist kurz aber anschaulich in dieser Prophezeiung Vers 40-44
(in Daniel 11) beschrieben, und da dieser Feldzug 1799 zu Ende ging, so bezeichnet er,
nach den eigenen Worten des Propheten den Beginn der "Zeit des Endes" . . .
Zwölfhundertsechzig Jahre von 539 nach Chr. bringen uns zum Jahre 1799 - ein weiterer
Beweis, daß das Jahr 1799 genau den Beginn der "Zeit des Endes"
bezeichnet." (Die Harfe Gottes, S. 214 ff, WTG Magdeburg 1922)
Das Jahr 1873
"Biblische
Chronologie Hier erbringen wir nun den Nachweis, daß von der Schöpfung Adams bis zum
Jahre 1873 n. Chr. sechstausend Jahre verflossen sind." (Schriftstudien II,
Die Zeit ist herbeigekommen, S.,37, WTG 1900, Magdeburg)
Das. Jahr 1874
"Indem wir also dieselbe Regel, ein Tag für, ein
Jahr, anwenden. bringen uns 1335 Tage nach Chr. zum Jahre 1874, zu welcher Zeit, gemäß
biblischer Chronologie, des Herrn zweite Gegenwart fällig war
Des Christen
geistige Speise zur "rechten Zeit ist eine rechte Auslegung der Schrift, sobald die
vom Herrn zuvor bestimmte Zeit gekommen ist, sie zu verstehen. Wir bemerken
eine wundervolle Erfüllung dieser Worte des Herrn als weiteren bestätigenden Beweis der zweiten Gegenwart
des Herrn von 1874 an." (Die Harfe Gottes, S. 216 ff, WTG Magdeburg 1922)
Das Jahr 1914
"Man
verwundene sich daher nicht, wenn wir in den nachfolgenden Kapiteln Beweise beibringen . .
. . daß das Jahr 1878 die Zeit sei, da die Ausübung seiner Macht beginnen sollte, und
daß der "Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen" (Offb. 16:14), der
im Jahre 1914 zu Ende gehen soll, bereits angefangen ist." (Schriftstudien 11, Die Zeit
ist herbeigekommen, S. 97, WTG 1900, Magdeburg)
Das Jahr 1925
"Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende
Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt zu Ende geht und deshalb
gänzlich vergehen wird. daß die neue Ordnung hereinbricht, und daß das Jahr 1925 Zeuge
der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaues
der zertrümmerten Weltordnung sein wird." (Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben, S. 103f,
WTG 1920)
Die Jahre 1939/45
"Die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es
scheinen will, besser tun. einige wenige Jahre zu warten bis der feurige Sturm von
Harmagedon vorüber ist und dann die ehelichen Beziehungen aufnehmen." (J, F. Rutherford,
Schau den Tatsachen ins Auge, WTG 1938)
"Der öffentliche Vortrag des Präsidenten" (N.
H. Knorr 1942) verscheuchte alle Gedanken daran, daß der 2. Weltkrieg in dem universellen
Krieg von Harmagedon enden würde." (Dein Name werde geheiligt, S. 329, WTG 1963, Wiesbaden)
Die Jahre 1955/65
"Harmagedon
ist nahe. - Es wurde ausgeführt. daß wir weder Tag noch Stunde kennen, daß die Schrift
uns aber versichert: "Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist" (Matthäus
24:34) . . . Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig
Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, daß es wirklich so sein wird - so muß
doch das Evangelium mit aller Kraft
verkündigt werden . . . Wäre dieses Ergebnis
nicht noch zehn oder sogar zwanzig Jahre tüchtiger Arbeit wert? . . . Dauert es
jemand zu lange, dann sei daran erinnert, daß Zeit niemals lang wird, wenn man alle
Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun?" (Trost 1. Juni 1945, WTG,
Bern, Theokratischer Kongreß Pfingsten 1945 in Zürich, Schweiz)
Das Jahr 1975
"
daß
6000 Jahre
im Jahre 1975, in, ungefähr 9 Jahren enden werden
Was ist, nun mit
dem Jahr 1975?
Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber und Satan bis zum Jahre
1975 gebunden
ist? Es könnte das bedeuten! Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich!" (WT 1. 1.
67, Das Jahr 1975) "Die Generation, die . . 1914 gesehen hat, ist nun bereits sehr
alt und nahe daran "zu vergehen". Daher muß die Zeit
sehr nahe
herbeigekommen sein.' (WT 15. 9. 74, S. 531)
Der Sanktnimmerleinstag
"
ob
die Drangsal nun in zwei oder drei Jahren oder noch später . . . hereinbräche - Gott
einfach weiter dienen . . . Und wir werden, wenn wir in die Zukunft blicken, nicht an ein
bestimmtes Datum denken, sondern werden Gott dienen in der Hoffnung auf die Ewigkeit." (WT 15. 9.
1974, S. 571)
eing.
CHRISTEN NICHT NEBEN ODER GAR GEGEN,
SONDERN IN DER SOZIALISTISCHEN GESELLSCHAFT SEIN
Wie Jehovas Zeugen?
Die "irdische" WT-1975-Fehlorientierung und die
schöpfungsbedingte gesetzmäßige soziale Weiterentwicklung sind die beiden Hauptfaktoren
des Scheideweges, an dem die Zeugen Jehovas als Gemeinschaft unter der Führung der WTG
jetzt angekommen sind. Die WTG-Kongresse 1974 haben das bestätigt, wenn der
WTG-Beauftragte G. Zettel im Vortrag über "Autorität" ausführte, es sei gefährlich, sich schlecht
vorstellen zu können, daß 1975 überschritten wird. Wenn wir die jetzt anhebende
Ewigkeitsorientierung des WT dazunehmen, dann liegt alles klar auf der Hand: Wer ernstlich
mit 1975 irgendwie an ein "Ende" geglaubt hat, wie es die WTG seit 1966 weltweit verkündigte,
ist ein Narr, 1975 wird mit neuem, unbestimmtem Ziel überschritten!
Wenn wir im Lichte dieser Tatsachen das Hauptthema der Kongresse 1974,"Menschenpläne scheitern.- Gottes Vorsatz gelingt" durchdenken, so können wir nur zu dem Schluß kommen, daß dies eine bewußte dreiste Phrase ist um den bisherigen Schein zu wahren und trotz des Fehlschlages mit 1975 weiter alle von der Erkenntnis ihrer sozialen Mitverantwortung. als Christen fernzuhalten.
Wir können mit Sicherheit von der Tatsache ausgehen, daß 1975 eine unglaubwürdige Verkündigung war. Was wäre da, wenn nun kein Mensch mehr seit 1914 Pläne gemacht hätte? Die vorige Generation läge noch in den Trümmern des 1. Weltkrieges, und diese Generation noch in den Trümmern des 2. Weltkrieges!, Haben die Zeugen Jehovas nicht selbst durch die erfolgreichen Fünf-Jahr-Pläne in der DDR z. B. Arbeit, Brot und soziale Sicherheit? Nach der WTG dürfte in der DDR überhaupt keine staatliche Plankommission existieren! Kein Betrieb dürfte Produktionspläne entwickeln. Die gesamte RGW-Planung der sozialistischen Länder müßte unterbleiben. Das Ende wäre eine chaotische Planlosigkeit und krisenhafte Zerrüttung des ganzen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Mit was für einer absurden Anti-Menschenplan-Verkündigung laufen die Zeugen Jehovas da unter ihren Mitmenschen herum? Die erfolgreichen Betriebs-, Arbeits-.und Wirtschaftspläne der sozialistischen Länder bzw. sozialistischen Staatengemeinschaft beweisen den dreisten Unsinn dieser Verkündigung! So sind der WTG-1975-Fehlschlag und die notwendige Planung und Gestaltung des sozialen Lebens hier und heute - auch ein Christ lebt schließlich zuerst vom "Brot" - die große Herausforderung!
Damit ist die Frage nach dem künftigen Weg der Zeugen Jehovas neben den anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften in der sozialistischen Gesellschaft gestellt. Ausgehend von einer Einschätzung anläßlich der VII. Sitzung des .CDU-Hauptvorstandes am 25. Juni 1974 bezüglich Kirchen und Religionsgemeinschaften in der DDR, auch die "parteilosen Christen aller Konfessionen" ansprechend, gehören die Zeugen Jehovas zu den Gruppen, deren "Weg in die sozialistische Gegenwart" nicht nur "in mannigfachen Windungen verlief", sondern bisher geradezu "in Sackgassen". (DNW 25. 8. 74. Halle/S.) Eben auf Grund jener Mißachtung aller schöpfungsbedingten sozialen Notwendigkeiten und Pflichten des Menschen, wie sie in der WT-Anti-Menschenplan-Verkündigung dreist zum Ausdruck kommt, zusätzlich belastet durch die erneute Übernahme der politischen Ideologie des Antikommunismus seit 1947/48. Sollte das nicht zum Nachdenken anregen? In der Tat! Einer von. denen die empfanden, daß hier etwas auf. Seiten der WTG nicht in Ordnung ist, daß es gar nicht darum geht, den Zeugen Jehovas den Glauben zu nehmen, daß man ,vielmehr der WTG in der Obrigkeitsfrage einiges vorhalten muß, war ein Bezirksdiener im Bez. Frankfurt. Er hatte das Problem angepackt, "mit den Nachbarn zurecht zu kommen" und "das Verhältnis zu ihnen. besser zu gestalten", d. h., er hatte die Frage durchdacht, wie die antisoziale und antikommunistische Politik aus der Verkündigung entfernt werden könnte. Das WTG-Ostbüro in Wiesbaden ordnete daraufhin an, daß er unverzüglich "die Sachen zu übergeben" habe. Er schwäche die Widerstandskraft gegen die Kommunisten, die vielmehr noch mit "harten Botschaften aus Osten und Norden in großen Grimm versetzt" werden müßten, wie es noch nie der Fall gewesen sei. Zu gut deutsch, die Zeugen Jehovas sollen weiter eine herausfordernde Rolle in antikommunistischer Hinsicht spielen. Schließlich schüchterte man den Bezirksdiener ein mit der grotesken Erklärung: ..Wir haben seit 1957 offiziell erklärt, bereit zu sein, mit ihnen die Schwierigkeiten zu besprechen, die unsere Verwandten haben, und sogar bis nach Moskau zu fahren." Wer die "Beweise" dafür in die Hand nimmt (WT 15. 4. 57, Erw. 22. 4. 57). sieht in Wahrheit ein provokatorisches Doppelspiel aus Verhandlungsangebot und frechster antisowjetischer und antikommunistischer Hetze, wie die beigefügten Karikaturen eines zähnefletschenden und bluttriefenden "russischen Bären" und des zertrümmerten Symbols von "Hammer und Sichel" veranschaulichen, ein bewußtes Scheinangebot.
Inzwischen steht der
WT-Endzeitfehlschlag mit 1975 vor der Tür, die Haltlosigkeit der gesamten "irdischen"
WTG-Orientierung offenbarend. Die Erfahrungen mit der WTG-Politik können helfen, sich
schneller zu entscheiden.
Wenn hauptverantwortliche Diener, auch der
Untergrundzweigdiener-Ost aus Dresden gehörte dazu, Betrachtungen darüber anstellten,
daß es auch für Jehovas Zeugen eine Möglichkeit geben müßte, wenn es für die anderen
Religionsgemeinschaften
möglich ist, dann sind solche Überlegungen angesichts des 1975-Fehlschlages dringender denn je
zuvor.
Betrachten wir die Möglichkeiten der Gemeinschaft der Siebentags-Adventisten, der Muttergemeinschaft der Zeugen Jehovas, wenn man an die Ursprünge denkt. Der Vizepräsident der Weltadventistenvereinigung, Prediger Henry, USA, besuchte im Dezember 1973 die Adventistengemeinden in der DDR. Dabei gab es auch einen Empfang beim stellv. Vorsitzenden der CDU, W. Heyl, wo beide Seiten berührende Fragen besprochen werden konnten (Der Demokrat, 10. 12. 1973). Wie halten es die Adventisten mit der Endzeitverkündigung? Hierzu führte Prediger W. Hartlapp, Friedensau, u. a. aus, daß Gott dem Menschengeschlecht seit der Sintflut "die Beständigkeit im Ablauf der Jahreszeiten und des Bodenertrages zugesichert hat bis die Zeit erfüllt ist und diese Welt Platz machen muß eine Neuschöpfung Gottes, die das Ziel alles Heilgeschehens ist" (Der Demokrat 4. 10. 70). Hier wird anerkannt, daß, bis die "Zeit erfüllt ist", den Menschen nicht streitig gemacht werden kann und darf, für "Brot" zu sorgen, d. h. das soziale und gesellschaftliche Leben zu planen, zu gestalten und zu sichern. Mit dem Recht auf Bildung "Obrigkeitlicher Gewalt" ist der Mensch dazu nicht nur berechtigt, sondern sogar vor Gott verpflichtet.
Auch WTG-Vizepräsident F. W. Franz könnte zu Besprechungen beiderseitig berührender Fragen kommen, aber nicht mit frechen antisowjetischen und antikommunistischen Hetzschritten in der Hand. Können die Zeugen Jehovas etwa ohne Arbeit und Brot leben? Wohin hat sich die WTG verstiegen, daß sie selbst das ABC der sozialen Rechte und Pflichten aller Menschen so mit Füßen tritt? Hier sind elementare soziale Besinnungen erforderlich bis in die oberste WTG-Führung hinein. Wie könnte man-es jemals unterlassen, obendrein im Blick auf die immer zu verschobenen WT Endzeittermine, Menschenpläne zu machen, damit alle Arbeit und Brot haben? Seid froh, daß, man die WTG da nicht ganz ernst nimmt. Doch unwidersprochen bleiben kann solche Verkündigung nicht.
So markiert 1975 den großen Wendepunkt sowohl für den haltlosen WT-Endzeitglauben wie auch für die negative soziale WT-geprägte Einstellung. Niemand kann Gottes Heilsvorhaben durch Endzeittermine verfügbar machen. Wird die WTG diese Torheit endlich mit 1975 aufgeben? Genügen die "Sackgassen" von 1799, 1874, 1914, 1925 und 1945 nicht?
Die Ältesten sollten nach der Schrift fähig sein, die Verantwortung für eine schriftgemäße Wende selbständig zu übernehmen und durch das "Vorlesen der heiligen Schrift", durch entsprechende "ermahnende Ansprachen" und entsprechende "Lehrtätigkeit"
(l. Tim . 4:13, 14) das Gemeinschaftsleben . neu gestalten. Wirkliche Älteste sollten diese Gnadengaben haben. Sie brauchen keine WT-Brille. Sie können die Schrift selbst lesen. Oder können wir hoffen, daß sich der Autoritätsanspruch des WT ändert, seit der Grundsatz "von Jehova gelehrt" darauf entfernt ist? Schriftgemäß gestalteter Gottesdienst unter rechter Beachtung der Pflichten und Aufgaben sowohl des "himmlischen Bürgertums" als auch des "irdischen Bürgertums" (Joh. 14.2, 3; Apg. 22:28, 25:8) würde völlig unter dem verfassungsmäßigen Schutz der Glaubens und Gewissensfreiheit stehen (Art. 20, 1 u. 39, 1, 2, Verf. DDR 1974).
Wenn in der Versammlung Saßnitz z. B. der Gedanke geäußert wurde, man wolle nicht Antikommunist sein, keine antikommunistische Persönlichkeit ausstrahlen, die Kinder nicht zu Antikommunisten erziehen, oder wenn Br. P. Nickel von der Untergrundleitung sagte, er sei Mitglied des Rotfrontkämpferbundes gewesen, habe sich mit den kommunistischen Ideen befaßt, habe Achtung vor dieser Weltanschauung, sie sei durchaus ideal. dann sind das Ansätze, die man durchdenken sollte. Warum sollten Christen keine positive Einstellung zum Kommunismus haben, wenn der fundamentale Lebensgrundsatz der Kommunistischen Partei der Sowjetunion z. B. "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" (Progr. 1961, S. 113 Dietz) auch ein christlicher Grundsatz für das soziale Leben ist? (2. Thess. 3:10). Alle leben in erster Linie vom "Brot". Oder kann ein Verhungerter Gott dienen?
Die Zeit ist so herbeigekommen, den Weg
zu verlassen, Christ neben oder gegen die sozialistische Gesellschaftsordnung sein zu
wollen. 1. Petr. , 2:13. Es muß ein ehrlicher Weg als Christ in der sozialistischen
Gesellschaft gesucht und beschritten werden in Anerkennung der "die Menschen
betreffenden Ordnung um des Herrn willen". Wann "die Zeit erfüllt" ist, ist nicht unsere
Sorge. Mögen sich alle Verantwortungsbewußten zusammenfinden, um hierüber zu beraten.
1975 bedeutet ohnehin den Scheideweg für alle. -
K. 0.
Der Feigenbaum blüht
nicht, das Werk des Olivenbaumes ist ein Fehlschlag
Die Kernfragen des WT für Studium und
Verkündigung geprüft
WT Nr. 18 vom 15. September 1974
"Die apokalyptischen Reiter. Wie sie unser Leben
berühren!" Es beginnt wieder mit völliger Schwarzmalerei der Weltlage, nichts als
"Krieg, Hunger und Krankheit". Ausschließlich dramatisierende Schlagzeilen der anglo-amerikanischen
Presse. So wird allen wieder eine kapitalistische Brille aufgesetzt. Alle erfolgreiche
friedliche Arbeit, alle sozialen und politischen Verbesserungen und Erfolge, ganz zu
schweigen vom friedlichen und sozialen Aufbau in den sozialistischen Ländern, alles dies
wird einfach mißachtet. Alles Gute und Positive in Leben und Gesellschaft wird einfach
unterschlagen. Eine die Wirklichkeit verzerrende, entstellende, mißachtende,
schwarzmalende, halbwahre und darum verantwortungslose, gewissenlose, verleumderische,
politisch-ideologische, die Bibel hierfür, mißbrauchende Propaganda. So kann man
ehrlicherweise nicht predigen. Gehe doch einmal durch die wiederaufgebauten Städte und
sprich mit den Menschen. Gehe in die Betriebe und Genossenschaften und sprich mit den
Arbeitenden. Schaue doch einmal ehrlich auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in
unserem Lande. Gehe in die Schulen und beobachte die lernenden Kinder. Gehe in die
Universitäten, Forschungsstätten und in die Werkstätten der Kunst und Wissenschaft. Du
wirst die äußerste Unwahrhaftigkeit und Verantwortungslosigkeit dieser WT-Schwarzmalerei
des ganzen gesellschaftlichen Lebens erkennen können!
Sodann legt der WT den nichtsahnenden
Lesern hier schon die dritte Auslegung der 4 Offb.-Pferde vor!
1) Das weiße - "die Lehren des Herrn und der
Apostel". Das rote - "kirchliche Glaubensbekenntnisse". Das schwarze
-"das vollständige Außerachtlassen der Schrift"'. Das fahle -
"entsetzliche gräßliche Lehren". (Schriftstudien VII, S. 133 ff, WTG 1917, Magdeburg 1925)
2) Das weiße - Christus von 1914-1918. Das rote - der
Weltkrieg von 1914 bis 1918. Das schwarze - Profitmacher und Großkaufleute im ersten
Weltkrieg. Das fahle - die todbringenden Begleiter des ersten Weltkrieges. (Licht I, S73
ff, WTG Magdeburg 1930)
3) Das weiße Jesus von 1914 bis heute. Das rote alle
Kriege von 1914 bis heute. Das schwarze - alle Hungersnöte und Knappheiten von 1914 bis
heute. Das fahle - alle Krankheiten von 1914 bis heute, und u. a. "ausgehungerte
Wölfe in den Karpaten" ! (WT 15. 9. 1974)
Bleibt die Frage: Gilt für die WTG 5. Mose 18:20-22
nicht?
"Der 'Feuersee' und sein Zweck' -
Ein Thema zur Ablenkung von 1975 auf das Ende der "tausend Jahre". So etwas
jetzt diskutieren lassen, ist zeitlich ungefährlich und bedeutungslos. Etwas anderes. Die
"sieben
Berge" aus Offb. 17. Das seien die sieben Weltmächte Ägypten, Assyrien,
Babylon; Medo-Persien, Griechenland, Rom, Anglo-Amerika. Warum versteckt sich die WTG
hinter "Bibelkommentatore"? Auch kann die Weltgeschichte nicht auf diese sieben Mächte
reduziert werden. Andere frühe Mächte gab es in Indien und China. Weiter: In
Schriftstudien VII/1917 erklärte die WTG, es seien die "sieben Regierungsformen
des Heiligen Römischen Reiches", Königsperiode, Republik, Dezemvirat,
Triumvirat, Diktatur Cäsars, Herrschaft des Papsttums, ein Schiedsrichter nach 1918.(S.
359 ff.).
Daß die "sieben Berge" (Köpfe)
sich -nur auf das römische Reich bezogen, begründete die WTG damals mit der
Bezeichnung Roms als "Sieben-Hügel-Stadt" (S. 358).
Hier stimmte die WTG überein mit der wissenschaftlichen
Feststellung Friedrich Engels, "daß die große Hure Babylon die Siebenhügelstadt
Rom bedeutet", allerdings sind dann nicht sieben Regierungsformen, sondern die sieben
römischen Herrscher Augustus, Tiberius, Caligula, Claudius, Nero, Galba und ein
wiederkommender Nero gemeint. (Fr. Engels, Zur Geschichte des Urchristentums. In
Marx/Engels, Über Religion, S. 272 ff, Berlin 1958). Was die WTG dagegen heute bis auf
Anglo-Amerika ausdeutet, ist nicht nur ohne jede Begründung, es ist durch die Entwicklung
der Mächte des Sozialismus, der USA, Japans, Westeuropas und der "Dritten Welt" völlig
haltlos. Auch ist es Geschichtsfälschung, Anglo-Amerika als biblische Weltmacht zu
bezeichnen. 1. Kor. 4:6. Es ist förmlich erschreckend, was die WTG alles historisch
zusammenklittert.
"Predigen in den Wolkenkratzern
New Yorks" -
Sollten "Predigtbeispiele" aus dem Geschäfts-
und Finanzzentrum der Weltmacht USA nicht anspornend wirken? Solche "Zugpferd" scheinen
jetzt vor 1975 nötig zu sein. Damit aber bei uns hier "von Haus zu Haus" gehen?
Die Menschen hier mit "Energiekrise, steigender Inflationsrate, Jugend- und
Drogenproblemen, zunehmender Gesetzlosigkeit, Zerfall der Familie und schwindender
Lebensqualität" in den USA und mit der pessimistischen Meinung kleinbürgerlicher New
Yorker Bürovorsteher darüber gewinnen? Die Menschen hier vom Sozialismus abbringen mit
Hilfe der kapitalistischen Misere der USA? Hin zu einer Hoffnung, die nun mit 1975 wieder
einmal zusammenbricht? Das muß man fragen.
"Bist du wirklich zugängig?" -
Die Fassade des "geistigen Paradieses" schwindet
Mangel an "Herzlichkeit und echter Liebe", Unzulänglichkeit, "um die Menschen
besorgt sein" läßt nach, sich "höher als andere" vorkommen, "sich selbst wichtig nehmen", "sich
überlegen vorkommen" - alles dies breite sich aus. Wenn auch ein anderer Eindruck
erweckt wird, die Überschrift "Stellst du dich zur Verfügung?" läßt es erkennen:
Man stellt sich immer weniger bedenkenlos der WTG zur Verfügung. Allein darum geht es
hier. Das soll überwunden werden.
"Nicht mehr für sich selbst leben" -
Das Ziel dieses Artikels ist, die nun mit dem
1975-Fehlschlag erwachende Kritik, Selbständigkeit, Selbstbesinnung, Mündigkeit,
Unabhängigkeit und Freiheit von der WTG-Gängelei mit allen zu Gebote stehenden
psychologischen Mitteln niederzuringen. Geschickt wird mit Halbwahrheiten operiert, mit
Kanonen auf Spatzen geschossen, der Sack geschlagen, um den Esel zu treffen.. Natürlich
kann nicht jeder leben wie er will. Dieses Extrem prügelnd will die WTG die treffen, die
sich allein von ihr freimachen könnten. Natürlich ist niemand unabhängig, jeder ist
irgendwie abhängig. In Wirklichkeit sollen die getroffen werden, die sich allein von der
WTG unabhängig machen wollen. Wenn der WT beschwört, daß Gott und Christus doch gute
Herren seien, rechtmäßige Eigentümer, daß man doch nicht Christus als Eigentümer
verleugnen könne, daß wir doch alles der unverdienten Güte Gottes verdanken, daß wir
Jesus wirklich zu Dank verpflichtet sind, daß Christus alle doch als Freunde und
Vertraute behandelt, daß man doch nicht "eigensinnig noch Unabhängigkeit
streben" oder dem "eigenen Willen den Vorrang geben" dürfe, dann sind das
überhaupt nicht die wirklichen Fragen und Probleme. Immer mehr wollen sich der WTG nicht
mehr bedingungslos beugen, darum geht es! Die Taktik der WTG ist es, die Sache so
hinzustellen, als richte sich das gegen Gott und Christus. Als ginge es weder um sie
herum, noch über sie hinweg, noch an ihr vorbei, sondern nur durch sie zu Gott und
Christus, so will sie weiter die Sinne aller beherrschen und jeden gegen Gott und Christus
ausspielen können, die ihr nicht mehr bedenkenlos gehorchen. Das ist der Sinn dieses
Artikels. Doch nichts ist zu fein gesponnen. Hundert Jahre WT-Endzeitfehlschläge sind
zuviel.
Und auch politisch wird wieder Stellung bezogen. " die Führer von Bürgerrechtsbewegungen, Frauenbewegungen und Organisationen, die sich für die "Rechte" von Minderheiten einsetzen. Sie alle gehen dem gleichen Ende entgegen - dem Tod" (S. 562). Diese Töne gleichen denen der reaktionärsten bürgerlichen Rechtskräfte! Auf welchen WT-Termin sollen denn die unterdrückten Farbigen, Frauen und Minderheiten warten? Auch hier schlägt die WTG den Sack und meint den Esel, nämlich ihre eigene, in Unmündigkeit gehaltene Anhängerschaft, die sich besinnt.
Und schließlich auch erneute antikommunistische und antisowjetische , politische Ausfälle im typischen imperialistischen Jargon des kalten Krieges: " . . . totalitäre Regierungen grausame Behandlung der Zeugen Jehovas in kommunistischen Arbeitslagern . . . atomare Bedrohung durch die Sowjets . . ." (S. 565). Sehnt sich die WTG für ihre Verkündiger noch den fünfziger Jahren zurück? Wer hat denn die ersten Atombomben geworfen? Was für eine verlogene antisowjetische Propaganda! Soll man die Verkündiger solcher öffentlicher politischer Irreführung auf Rosen betten? Oder soll man sie als unzurechnungsfähig betrachten? Offensichtlich möchte die WTG mit ihren verschärften antikommunistischen und antisowjetischen politischen Provokationen unbedingt eine "Verfolgung" ihrer Zeugen erreichen. Alle ihre inneren Probleme wegen des 1975-Fehlschlags wären da unbedeutend und wie hinweggefegt. Das wäre die beste Rettung aus ihrer 1975-Misere. Leider, leider.
"Gott dienen in der Hoffnung auf die Ewigkeit"-
Die Kerngedanken: " . . . ganzes Denken und Handeln
dreht sich nicht um ein begrenztes Dasein, sondern um die Ewigkeit . . . die Ewigkeit als
Mittelpunkt unseres Gottesdienstes
in die Zeitalter der Zeitalter
unser
Denken, unsere Pläne darauf konzentrieren, Jehova in Ewigkeit zu dienen . . . fest
entschlossen, Gott ewig anzubeten . . . daß nicht ein bestimmtes Datum, sondern die
Ewigkeit unser Ziel ist . . . ob nun die Drangsal in zwei oder drei Jahren oder noch
später hereinbräche - Gott einfach weiter dienen . . . statt also Mutmaßungen über ein
bestimmtes Datum anzustellen, als ob wir nur bis zu diesem Datum Gott dienen würden . . .
wir werden, wenn wir in die Zukunft blicken, nicht an ein bestimmtes Datum denken, sondern
werden Gott dienen in der Hoffnung auf die Ewigkeit . . . Gegnerschaft, Krankheit und
hohes Alter können das Ausharren zu einer schweren Prüfung werden lassen . . .". Zu
einer schweren Prüfung? Die hat doch die WTG selbst bewirkt mit ihrem haltlosen
1975-Datum, das sie hier geschickt verschweigt!
Was für ein Hohn für die Alten, die ihr geglaubt haben, und nun am Ende sind! Diese Kerngedanken sagen es eindeutig: Es gibt kein Ende, es geht auf unbestimmte Zeit weiter! Doch vergleiche das mit S. 551 - Alles sei "sehr nahe", sonst stimme Matth. 24:34 nicht, faktisch nur noch Monate! Hier werden die Sinne auf nur noch wenige Monate gelenkt, während andererseits niemand etwas anderes als die Ewigkeit im Sinn haben solle Das ist ein erbarmungsloses und zynisches Doppelspiel der WTG mit allen, die mit "dieser Generation" am Ende sind, daran geglaubt haben, gespielt zu dem Zweck, um 1975 so gut wie möglich zu überstehen.
"Warum es schwierig ist, die Bibel
zu übersetzen" -
Wer die bisherige Kritik an der NW-Übersetzung (der WTG)
verfolgt hat, erkennt hier einen Rückzug der WTG und eine gewisse Anerkennung dieser
Kritik. Die WTG ist nun gezwungen zuzugeben: "Es kann mit Recht gesagt werden, daß
es keine Übersetzung gibt, die anderen Übersetzungen in jeder Hinsicht überlegen wäre
. . . Es ist bestimmt ein Vorteil, daß es so viele verschiedene Übersetzungen
gibt." S. 576 - Damit ist die positive Rolle der. katholischen und evangelischen
Kirchen bei der Überlieferung, Erschließung und Verbreitung des Wortes Gottes bis heute
unfreiwillig anerkannt, ja ohne sie hätte die WTG ihre eigene Übersetzung überhaupt
nicht machen können! Was bedeutet das?
W. Ko.
Die
Untergrundanweisungen in X/74 zu verdecktem antikommunistischem Bibelmißbrauch
Studienleiter-Beratung
In X/74 wird folgende Anweisung gegeben: "Bemühungen
widerstehen, die uns veranlassen sollten, Kompromisse zu machen. Beziehe die Anwesenden
nach kurzen einleitenden Bemerkungen in die Besprechung ein, indem du vorbereitete Fragen
stellst. Teile den Stoff sorgfältig ein, so daß alle Schriftstellen betrachtet werden.
Erbitte kurze Kommentare über das, was die folgenden Schriftstellen in bezug auf das
zeigen, was wir als Christen tun, und was wir bei Berührungen mit der Welt vermeiden
sollten: (1.) Römer 13:1, 7; Apg. 5:20. (2.) 1. Petr. 2.17, vergleiche damit Apg.
12:21-23 und Matth. 4:10. (3.) Joh. 6:15;. Jak. 4:4. Offb. 14:9, 10, 12. (4.) Jes. 4:4;
Matth. 22:39. Jehova erwartet zu Recht ausschließliche Ergebenheit. Wir können nicht
Kompromisse bezüglich seiner gerechten Grundsätze eingehen und ihm dennoch dienen. Er
wird uns helfen, treu zu bleiben, wenn wir dies wirklich von Herzen wünschen."
Jehova erwartet? Er wird uns? Seine gerechten Grundsätze? Es ist die WTG, die hier Bibelstellen auswählt und zu bestimmten Grundsätzen zusammenstellt, und zwar für ein politisches Verhalten, wie sie es haben will. Wenn die WTG Bibelstellen für politisches Verhalten zusammenstellt, ist höchste Wachsamkeit geboten! Die über 30 Jahre währende politische Falschauslegung von Römer 13:1-7 (von 1929 bis 1962) als "von Jehova gelehrt" zu extremster "Obrigkeits" oder Staatsfeindschaft zeigt, was bei der WTG möglich ist! Die Anweisungen in X/74 veranschaulichen, daß angesichts des 1975-Zusammenbruchs der "irdischen" WT-Verkündigungen eine reale soziale Neuorientierung ins Blickfeld kommt, mit der die antisozialen und antikommunistischen Grundsätze der WTG nicht mehr zu vereinbaren sind. Diese Neuorientierung soll verhindert werden. Die WTG scheint da bereits unter starkem Druck zu stehen.
So führte das WTG-Ostbüro Wiesbaden in sog. Ostabteilungen auch der Kongresse 1974 emsige Befragungen von Teilnehmern aus der DDR durch. Lageberichte wurden verlangt, sittliche und politische Einschätzungen über Älteste, Angaben über vorhandene Materialien und Informationen, über den Zustand der Versammlungen. Alles verlief sehr freundlich und liebenswürdig. Offensichtlich liefen heimlich Tonbänder mit. Etwa alle 10 Minuten ein anderer Teilnehmer, den ganzen Tag. Und die WTG weiß, daß es allein um ihre antisoziale und antikommunistische staatsfeindliche Politik geht.
In X/74 liefert die WTG gleichsam eine Antwort. Die Auswahl und Zusammenstellung der entsprechenden Schriftstellen, besagt, daß die Studienleiter jeden Zeugen Jehovas bzw. Verkündiger weiter wie bisher zu antisozialem, antikommunistischem und staatsfeindlichem Bibelmißbrauch anhalten sollen.
Zu welcher politischen Haltung gegenüber der sozialistischen Gesellschaftsordnung bzw. Staat und Regierung in der DDR versucht die WTG nach wie vor die Zeugen Jehovas zu treiben? Wir wollen das kurz dokumentieren. Die entsprechenden Anleitungen zum Handeln besagen: "Rote Marionetten der Ostzone" (WT 1. 4. 50) ."Kommunismus, befremdender unsinniger Wahn ungezügelter wilder Tiere hinter dem Eisernen Vorhang" (WT 1..6. 52). "Zeugen Jehovas in Ostdeutschland das Ende der neuen totalitären Regierung abwarten, die von dem zur Zeit von Breshnew beherrschten Sowjetrußland abhängig ist" (WT 15. 2. 65). "Die Haltung der Zeugen Jehovas gegenüber dem Weltkommunismus hat sich nicht geändert" (Babylonbuch S, 537) "Den kalten Krieg mit der kommunistischen Welt einstellen und sich der Koexistenz mit roten Regimen nähern" bedeutet "mit Gotteshassern ins Bett" gehen (WT 1. 3. 74). Wie gesagt, dies sind die WTG-Grundsätze, im Namen der Zeugen Jehovas proklamiert. Nur wer sie kolportiert, kann damit identifiziert werden.
Wie wird das nun in X/74 weiter "biblisch"
sanktioniert? Oder laßt uns den Bibelmißbrauch zur Fortsetzung dieser staatsfeindlichen
antikommunistischen Haßpropoganda in X/74 aufdecken!
Römer 13:1, 7 und 1. Petr. 2:17 ("untertan der Obrigkeit
von Gott" und "ehrt den Cäsar") bedeuten hier nur irreführende
Aushängeschilder, sahen wir doch, wie der WT anweist, den "Krieg mit roten
Regimes", die antikommunistische Staatsfeindschaft fortzusetzen.
Apg. 5:29 ist eine Falschanwendung. Das
Wort Gottes, die Heilige Schrift, ist in den sozialistischen Ländern frei. Die Frage ist
allein der staatsfeindliche Mißbrauch des Wortes Gottes, hier durch die WTG im Namen
Gottes. Dafür soll man "mehr gehorchen". Doch die WTG ist nicht Gott.
Mit Apg. 12;21-23 wird unterstellt, auch der
kommunistische "Cäsar' mache sich selbst zum Gott. Tatsache ist, daß der
sozialistische Staat ein nichtreligiöser Staat ist, die Anwendung dieser Schriftstelle
also religiös-politische Willkür und Verleumdung ist.
Matth. 4:10 wird ähnlich politisch
mißbraucht. Von den Zeugen Jehovas wird, hier und heute keinerlei Teufelsanbetung
verlangt. Es wird allein verlangt daß sie nicht Gott geben, was der "Obrigkeit von
Gott" gehört und die Christen so zu Staatsfeinden machen.
Auch Joh. 6.15 wird politisch mißbraucht. Natürlich
mußte sich Jesus zurückziehen, hoffte er doch einen anderen Königsauftrag. Allein das
sagt diese Schriftstelle. Doch kein Nachfolger hat solchen Auftrag. Sie konnten darum auch
staatliche oder "obrigkeitliche" Funktionen ausüben, etwa als Offizier (Apg. 10.1. 2)
Regierungsschatzmeister (Apg. 8:27) oder römischer Statthalter (Apg. 13:12). Der Stand
spielte keine Rolle (1. Kor. 7:20). Das alles wird von der WTG wissend hierbei
unterschlagen.
Auch Jak. 4:4 wird politisch mißbraucht. Wenn dort von "Welt" gesprochen wird, so ist damit nicht Staat oder politische Regierung oder die "Obrigkeit" gemeint, denen gegenüber nach Römer 13:1-7, 1. Petr. 2:13 und Titus 3:1, 2 keine feindliche Haltung eingenommen werden soll.
Zu Offb. 14:9, 10, 12: Die jetzige
Anwendung dieses "Tierbildes" durch die WTG ist schon die dritte (Schriftst VII/ 1917,
Licht II/1930, Babylonbuch 1965). Nach 5. Mose 18:20-22 ist das deshalb nicht mehr ernst
zu nehmen.
Zu Jes. 4:4. Jesaja spricht allein vom Zion oder Jerusalem
seiner Zeit. Die Übertragung auf die heutige politische Situation in einem
sozialistischen Staat ist so oberflächlich wie willkürlich, wie immer bedenkenlos
"über das hinausgehend, was geschrieben steht" (l. Kor. 4:6), wenn es der WTG
nützt.
Selbst für ein "Gegenbild" müßte man diese Schriftstelle völlig vergewaltigen.
Zum Schluß verlangt die WTG mit Matth.
22:39 Nächstenliebe. Nichts gegen Nächstenliebe. Doch wenn sie diesen ganzen
staatsfeindlichen antikommunistischen Bibelmißbrauch. verdecken soll, dann ist auch, das
Bibelmißbrauch. Es stimmt, die Haltung der WTG-Führung hat sich politisch nicht
geändert. Sie steht weiter im Dienste antikommunistischer Kräfte, die auch über die
Religionsgemeinschschaften zum Zuge kommen wollen. Die Bibelstellen in X/74 sind so
ausgewählt, daß die politische Ideologie des Antikommunismus weiter
"begründet" erscheint. Durchdenkt deshalb sorgfältig die in dieser Beratung
dazu gegebenen schriftgemäßen Hinweise. Helft in diesem Sinne auch anderen
Studienleitern. Wir erinnern an das WT-Eingeständnis, wenn auch durch den Zusammenbruch
ihrer "Obrigkeitswahrheit" .1962 erzwungen, daß auch revolutionäre und kommunistische
Regierungen als "Obrigkeit von Gott" gesehen werden müssen. (WT 1. 1. 1963, S. 13, Abs. 3) Bis
jetzt ist jene Umkehrung der Dinge, wie sie 1962 erfolgte, nur verbal, in Worten,
vordergründig. Welcher Studienleiter aber will seine Studiengruppe auf diese WTG-Weise in
ein staatsfeindliches antikommunistisches Verhängnis führen? Noch dazu angesichts der
notwendigen Neuorientierung, wie sie mit dem WTG-Endzeitfehlschlag von 1975 für jeden
unabwendbar ist?
F. F.
DIE FREI EN CHRISTLICHEN GEMEINDEN
Eine Alternative
In der DDR sind es der Bund freier Christengemeinden
(BfC), die Vereinigung freistehender Christen (VfC) und weitere freie Gemeinden. In Polen
sind es die Vereinigung der Bibelforscher (Swit), Warszawa, die Gemeinschaft der freien
Bibelforscher (Na strazy), Krakow, und die Missionsbewegung Epifania (Terazniejsza
Prawda), Poznan. In der BRD sind es die freie Bibelgemeinde Kirchlengern, der
Bruderdienst, auch der Augustinus-Kreis. In den USA und international sind es die
Epiphany-Bibelforscher-Vereinigung und die Tagesanbruch-Bibelforscher-Vereinigung. Die
Bezeichnungen. .sind zweitrangig. In diesen Gemeinschaften finden wir die vielen
Tausenden, von denen die WTG spricht, wenn sie zugibt, daß es allein seit 1947 etwa 300
000 sind, die der WTG aus Glaubens- und Gewissensgründen nicht mehr folgen (Jahrbuch
1974, S. 254).
Warum ist es völlig abwegig, diese Brüder- und Schwestern als "böse Knechte" zu betrachten? Weil die Glaubens- und Gewissensgrunde keine Gründe gegen Gott und Christus waren. Es war allein die Ablehnung, jene zahllosen fundamentalen Abwege mitzugehen die die WTG besonders noch dem Tode von C. T. Russell , beschritt, wozu u. a. auch die "Obrigkeits"-Verfälschung bis 1962 gehörte. Weiter die Entmachtung der Ältesten und ihre schließliche Verdammung Ende der zwanziger Jahre, die erst 1971/72 - mit verbaler Wiedereinführung des Ältestenamtes widerrufen wurde. Oder die falsche Religionsdefinition, das Nichtunterscheiden zwischen wahrer und falscher Religion bis in die fünfziger Jahre, ein sinnloses Umsichschlagen in eigener öffentlicher Falschdarstellung und haltloser Aggressivität gegen alle anderen Christen. Viele andere fundamentale Abwege könnten aufgezählt werden, die verantwortungsbewußte Christen, wollten sie nicht hinausgehen über das, was geschrieben steht (l. Kor. 4.:6) nicht mitgehen konnten, so daß sie sich andere oder eigene Formen des Zusammenkommens und des Gottesdienstes suchen mußten.
So sind im Laufe der Jahrzehnte freie christliche Gemeinden und Vereinigungen unvermeidlich geworden, entstanden zu den verschiedensten Zeiten und aus den unterschiedlichsten Anlässen, die die WTG mit ihren Abwegen herbeiführte. Mit dem WTG-1975-Endzeitfehlschlag haben wir nun nicht nur einen weiteren Abweg vor uns, sondern den Zusammenbruch der "irdischen" WTG-Endzeitorientierung überhaupt, denn die 1914-Generation wird endgültig überschritten Amerikanische Brüder schätzen, daß bereits Hunderttausende "auf dem Zaun" der WTG-Hürde sitzen!
Bisher war die WTG recht erfolgreich darin, die freien Gemeinden aus dem Blickfeld ihrer Versammlungen fernzuhalten und sie als "böse Knecht" zu verteufeln, so daß ihnen nicht einmal mehr ein Gruß auf der Straße entboten wurde. Die Zeit ist nun herbeigekommen, diese Situation zu ändern, mit dieser Verteufelung Schluß zu machen. Angesichts der Tragweite des 1975-Endzeitfehlschlages für Tausende aufrichtiger Brüder und Schwestern ist auch die Zeit der Verständigung unter allen freien Gemeinden und Vereinigungen und mit ihnen gekommen. Das alles verbindende Gemeinsame tritt in den Vordergrund, das "Stückwerk aller Erkenntnis" in Liebe tragend. verstehend, duldend und auch verzeihend, wie es im Hohelied der Liebe in 1. Kor. 13:4-10 geboten ist. Wirkliche "Weisheit von oben" kann sich nicht an der Unvollkommenheit irgendeiner Erkenntnis heute stoßen und daraus "parteiische Unterschied" machen, sie ist vielmehr "voller Barmherzigkeit". Jakobus 3:17 NW. Hier ist die Ermahnung von C. T. Russell angebracht, "daß die Liebe, nicht die Erkenntnis, der entscheidende Prüfstein für Jüngerschaft" ist (WT, 1913, S. 54, zit. bei J. B.). Und das muß so ertragen werden, "bis wir alle zur Einheit im Glauben und in der genauen Erkenntnis des Sohnes Gottes, gelangen", sagte Paulus. Eph. 4:13.
Wir möchten an die Tagesversammlung der VfC im Sommer 1973 in Karl-Marx-Stadt erinnern. Ein geistiger Höhepunkt war das Lied "Gott mit dir bis wir uns wiedersehen", einst auch in allen WT-Versammlungen gesungen (Zionslieder Nr. 118, Gesänge zum Preise Jehovas Nr. 67). Es brachte ergreifende christliche Gesinnung zum Ausdruck, ungeachtet allen "Stückwerks" der unvollkommenen Erkenntnis. Übrigens wird dieses Lied auch von den evangelisch-freikirchlichen Gemeinden in der DDR und in der Sowjetunion gesungen (K. Fuhrmann, Wort und Werk 2/1970). Eines der hervorragendsten christlichen Lieder. Menschen, die davon bewegt werden, muß man anders sehen als bisher.
In diesem Zusammenhang sollten die Ältesten der Versammlungen folgendes vor dem Hintergrund des WTG-1975 Endzeitfehlschlages unvoreingenommen prüfen. Auf der II. Bundeskonferenz der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinden der DDR in Leipzig 1972 legte Prediger P. Müller eine Thesenreihe vor, die u. a. dies besagte: Ausschließlichkeitsansprüche unter Christen müssen gerügt werden. Unterschiedlichkeit in den Formen der Gemeindeordnung ist zu berücksichtigen. Zu anderen Christen muß Brüderlichkeit dominieren. Vorurteile müssen überwunden werden. "Denn wir singen auch ihre Lieder, benutzen meist ihre Bibeln." Es gibt keine isolierte Existenz einer christlichen Gruppe ohne Zusammenhänge mit anderen Gemeinden und Kirchen. Denn "es ist uns nicht Einheit der Erkenntnis und des Lobes Gottes hier auf Erden zugesagt, wohl aber ist der Dienst der gegenseitigem Zurüstung zum Zeugnis möglich und nötig." (Wort und Werk, 8/1972)
Wenn auch christliche Toleranz oder Duldsamkeit oder gar Verständnis für andere Wege und Formen der Nachfolge Christi und für die Bedeutung des Stückwerkcharakters aller Erkenntnis und ihre Unterordnung unter die Nächstenliebe beinahe noch total durch die WTG verunmöglicht scheinen - der WTG-Endzeitfehlschlag 1975 wird Tausenden die Augen öffnen. Was dann? Nach dem Grundsatz der Unvollkommenheit aller Erkenntnis und Form der Anbetung gibt es für das Ergreifen der ausgestreckten Hände der Brüder und Schwestern anderer freier Gemeinden kein schriftgemäßes Hindernis, ist mit ihnen doch auf der Grundlage herzlicher früherer Gemeinschaft bzw. gleicher Glaubensgrundlagen das Weitergehen umso leichter.
Indessen, die Erkenntnis wächst
ungleichmäßig, und die Wege der Nachfolge Jesu bleiben unterschiedlich. Markus 9:38-40.
Auch werden diese Unterschiede wie in der Urkirche zeitweilig umstritten sein (l. Kor.
1:10-17, 3:4-9). Dennoch aber gehörten alle zu "Gottes Ackerfeld" und "Gottes
Bauwerk"! Daher ergibt sich natürlich zunächst die Notwendigkeit der
Orientierung auf einen neuen glaubwürdigen Kurs für die WT-Versammlungen und
WT-Studiengruppen selbst in unserem Lande, was in brüderlichen, aber unerbittlichen
Auseinandersetzungen mit den Abwegen der WTG erfolgen muß, wofür es wiederum eine
unschätzbare Hilfe ist, wenn alle freien Gemeinden eine Alternative darstellen. Jeder
kann sich persönlich oder brieflich freimütig an ihre Brüder, Schwestern und Ältesten
wenden.
P.
GEDANKEN, PROBLEME, ANREGUNGEN
Klima für CV sehr günstig.
Ich habe das Vorrecht, viele Versammlungen zu besuchen.
Ich kann mitteilen, daß das Klima für die Aufnahme von CV in den Studiengruppen sehr
günstig ist. Es besteht ein großes Verlangen noch Informationen über die Entwicklung,
die nun kommt. CV greift gut derzeit bewegende Probleme auf. Nach- dem Lesen von CV sind
viele begeistert. Viele wissen nicht mehr, wie weit sie der Gesellschaft glauben sollen.
Aufseher werden beauftragt, CV zu überprüfen. Der Widerspruch zwischen der Gesellschaft
und den Verkündigern wird größer. Die Gesellschaft nimmt CV sehr ernst. Ich werde euch
weiter Schwerpunkte nennen, die uns alle beunruhigen
Fragen an die WTG wiederholen
Liebe Brüder, in CV 63 wurden bestimmte Fragen an die WTG
erhoben. Ihr glaubt ja gar nicht, in welchem Umfang diese Fragen gestellt werden. Ihr
müßt sie wiederholen . . . Hier sind diese Fragen aus CV 63/1974:
1. Warum wurde der Grundsatz "Sie werden alle von
Jehova gelehrt sein", aus dem WT entfernt?
2. Warum. wurde der Name "Jehovas Zeugen" mit
Jesaja 43:12 von der WT-Titelseite gestrichen?
3. Warum wurde das WT-Titelbild geändert?
4. Warum wurde der Unfehlbarkeitsbezug in der
WT-Zweckerklärung gestrichen?
5. Warum wurde ein Jahr vor 1975 ein Jahrestext gewählt,
der von "nicht blühen" und von "Fehlschlag" spricht?
Freie Brüder über WTG-Gebundenheit
Oktober 1974. - Auch der Wille jener alten Schwester, auf
Erden zu bleiben, gehört zu den vielen Ungereimtheiten, ist eine ihr nicht zustehende,
eigenmächtige Entscheidung, u. U. sogar eine bequeme Abdankung, und nachweisbar
schriftwidrig. Bei alledem gibt mir zunehmend zu denken, daß es auch zu Jesu und seiner
Jünger Zeit eine von ihnen getrennt wirkende Bewegung gab, von deren Anführer Jesus u.
a. sagte (irdisch bezogen):"
unter den von Weibern Geborenen ist kein Größerer
aufgestanden als Johannes der Täufer", aber himmlisch bezogen fügte Jesus hinzu:
" . . . der Kleinste aber im Reiche der Himmel ist größer als er. "Sicher hat
das auch noch in unseren-Tagen Bedeutung.
Zur umstrittenen Chronologie: Was für ein vermessenes Unterfangen, göttlich-biblische Voraussagen einfangen zu wollen in mehr oder weniger erspekulierte chronologische Jahreszahlen . . . Es gibt keine überzeugenden chronologischen Voraussagen, keine chronologischen Voraussehbarkeiten Möchten doch Gläubige aller Richtungen die immer nach aktuelle Bedeutung der Verfahrensweisen Gottes für jede Zeitepoche beherzigen . . . Immer dringlicher stellt sich die Frage noch den Hauptverantwortlichen für widersprüchliche, irreführende Lehren und dadurch bei vielen bewirktes Wegwenden von Gott- und Bibelglauben. Vor allem stellt sich diesbezüglich die Frage nach den Urhebern so vieler vermessener falscher chronologischer Voraussagen . . .
Wie dem allen auch sein mag, eines wird in unseren Tagen immer unausweislicher, nämlich klare Stellung zu beziehen Daseinsstufen-Vorstellung: Als Paulus den Tod nahen fühlte, schrieb er an Timotheus: fortan liegt mir bereit die Krone der Gerechtigkeit, welche der Herr, der gerechte Richter, mir zur Vergeltung geben wird" (2. Tim. 4:8).
Welch ein wohltuender Unterschied gegenüber heutzutage schon von Menschen vorgenommenen Einteilungen. für himmlische und irdische Daseinsstufen. Nein, solche Entscheidungen werden einst höherenorts getroffen von dem, der allein die Herzen kennt. (Römer 11:363
Vor dem Hintergrund des
WT-Endzeitfehlschlags 1975
Von W. Schmidt Stuttgart. - Ein Fragen nach der einen
Kirche Jesu Christi ist aufgebrochen, quer durch alle Konfessionen hindurch . . . Es
scheint, daß das Christentum in keiner der bestehenden Konfessionen seine letzt- und
endgültige Ausprägung gefunden hat . . . Es geht heute vielmehr um ein gemeinsames
Ringen aller Konfessionen um die Wahrheit . . . Konfessionelle Absolutheitsansprüche sind
heute ohnedies unhaltbar geworden. Sie können sich nicht einmal auf das neue
Testament berufen. Aus dem neutestamentlichen Kanon läßt sich nicht unmittelbar der
absolute Vorrang einer bestimmten Konfession, sondern vielmehr die Vielfalt mehrerer
Konfessionen geschichtlich erweisen. Von Anbeginn hat es nämlich mehrere Formen des
Christentums gegeben . . . Die echte Kirche ist ja nie fertig, nie im Sein, sondern immer
im Werden
Den Hungernden nicht nur .predigen
Der frühere Generalsekretär des Weltkirchenrates, Dr. E.
C. Blake, USA: Man könne nicht zu Menschen predigen, die zu verhungern drohen, und
gleichzeitig von ihnen erwarten, daß sie dem Evangelium zuhören.
Warum nicht auch Jehovas Zeugen?
Vor einiger Zeit beim Rat des Bezirkes Dresden. Ein
Gespräch über Grundfragen der gesellschaftlichen Entwicklung in der DDR. Teilnehmer
waren: Bund ev.-freikirchl. Gemeinden, Bund Freier Ev. Gemeinden, Christengemeinschaft,
Ev.meth. Kirche, Ev.-reformierte Gemeinde, Gemeinschaft der Siebentages-Adventisten,
Gemeinschaft in Jesu Christo, Herrnhuter Brüdergemeinde. Landeskirchl. Gemeinschaft,
Neuapostolische Kirche. Verband der Jüdischen Gemeinden. Alle völlig gleichberechtigt.
ungeachtet ihrer Unterschiede. Der WTG-1975 Endzeitfehlschlag sollte Jehovas Zeugen
endlich klarmachen, daß man niemandem zumuten kann, die WTG Endzeit ernst zu nehmen. Es
sollte klar machen, daß es verantwortungslos ist, alle sozialen und gesellschaftlichen
Rechte zu beanspruchen, die damit verbundenen Pflichten aber zu negieren und zu mißachten
und alle mit Verteufelung zu bekämpfen. die die notwendige soziale und gesellschaftliche
Ordnung sichern und gewährleisten. Eine Neubesinnung auf die Grundfragen der
"irdischen Verpflichtungen" ist unumgänglich. Tit. 3:1, 2.
MITTEILUNGEN
Wer möchte freie Gemeinden in Polen kennenlernen?
Wer die freien christlichen Gemeinden der Vereinigung der
Bibelforscher in Polen (Stowarzyszenie Badaczy Pisma Swietego w Polsce) kennenlernen
möchte und polnisch lesen kann, kann die Zeitschrift "Swit" erhalten. Man wende
sich an: Redaktion Swit, Skrytka pocztowo 94, 00-975 Warszawo 12, Polen.
Freie Gemeinden in der DDR
Ort und Zeit von Zusammenkünften des Bundes freier
Christengemeinden (BfC) in der DDR sind u. a.:
Freie Christengemeinde Dresden 806, Robert-Blum-Straße 6
(Adventgemeinde). Sonntags. Mai/Sept.: 9-10.30 Uhr, Okt./ April: 14.30-16.00 Uhr.
Freie Christengemeinde Leipzig 705, Witzgallstraße 10
(Jugendzimmer Laurentiuskirche) Sonnabends, 14-16 Uhr. Freie Christengemeinde
Karl-Marx-Stadt,.Giesserstraße 36 (Jugendzimmer Josephkirche) Sonnabends.. 13.30-1,5.30
Uhr. Geschäftsstelle. des. Bundes freier Christengemeinden: Br. Peter Förster, 825
Meißen, Roter Weg 10.
Auch CV vermittelt auf gewünschte Weise Verbindungen zu
freien christlichen Gemeinden.
Beginnt 1975 die "große Drangsal"?
Wir möchten alle Leser und alle CV-Studienkreise darauf
hinweisen, daß die gegenwärtig brennendste Frage behandelt wird: Beginnt 1975 die "große
Drangsal"? Es wird eine überzeugende Beantwortung dieser Frage veröffentlicht.
Bitte macht überall in den Studiengruppen schon im voraus auf diese CV-Ausgabe als Auftakt für
den Beginn des entscheidenden Jahres 1975 aufmerksam!
Was haben wir in CV im Jahre 1975 zu
erwarten?
Zum Inhalt dieser Ausgabe
Dies ist die erste CV-Ausgabe des Jahres 1975. Zwar hat
das "Dienstjahr" 1975 schon begonnen. Doch ist es der tägliche Blick auf den
Kalender, der uns umso unruhiger fragen läßt, je näher der Frühherbst 1975 kommt: Was
wird uns das Jahr 1975 bringen? CV wird völlig im Zeichen dieser entscheidenden Frage
für alle Zeugen Jehovas stehen!
CV wird 1975 alle entscheidenden Fragen behandeln, die mit dem WTG-Endzeitfehlschlag von 1975 auf alle Betroffenen zukommen. Noch nie hat es zu den bisherigen WTG-Endzeitfehlschlägen (z. B. 1914, 1925, 1945) Derartiges gegeben! Vor aller Öffentlichkeit! Inmitten eines entscheidenden Hauptbollwerkes der WTG-Weltorganisation!
Was sind die entscheidenden Grundfragen, die mit dem WTG-Endzeitfehlschlag auf der Tagesordnung stehen? Diese z. B.: Kommt 1975 die "große Drangsal"? Wenn nicht, warum nicht und was dann? Warum ist 1975 für die WTG wieder ein Fehlschlag? Ist die gesamte "irdische" WT-Orientierung etwa falsch? Gibt es überhaupt eine Endzeit im WT-Sinn? Nein? Wäre damit etwa die gesamte WT-Verkündigung zu verwerfen? Sollten wirklich alle Opfer mit der WTG vergeblich gewesen sein? Wäre das nicht furchtbar? Kann sich die WTG wesentlich ändern? Verändert sie sich schon? Soll man dabei helfen? Aber macht ihre Endzeitglaubwürdigkeit sie nicht völlig unglaubwürdig? Wird die WTG neue Chronologien, neue Termine setzen? Könnte sie damit überhaupt jemals aufhören? Beginnt mit 1975 der endgültige WTG-Niedergang? Sollen wir mit der WTG trotzalledem weitergehen? Wie sollte man ohne den WT die Bibel verstehen? Sind wir wirklich so unmündig? War Gott etwa nie mit der WTG? Wie müssen uns die anderen sehen? Sind die anderen Christen etwa nicht "Babylon, die große Hure"? Oder haben gar die '"Rebellen" recht? Ist alles außerhalb der WTG-Organisation etwa nicht die "böse Welt"? Sollen wir da hinein, den Glauben aufgeben und etwa dem Staate dienen?
Ist der Staat nicht Teufelswerk? Die Kommunisten obenan? Kann man etwa Christentum mit Sozialismus und Kommunismus irgendwie vereinbaren? Wären das nicht "Kompromisse"? Müssen Christen nicht Feinde des atheistischen Kommunismus sein? Christentum oder Kommunismus, Christen als Kommunisten? Oder ist das alles ganz anders? Wo sind wir politisch, antikommunistisch gelandet? Wie kämen wir aus der Sackgasse von Illegalität und Untergrund heraus, in die uns die WTG geführt hat, wenn alles ganz anders ist? Was müssen wir tun? Wohin sollen wir uns wenden? Wer kann uns da helfen? Wie sollen wir uns als Christen in der sozialistischen Gesellschaft verhalten? Wie sollten wir neues christliches Gemeinschaftsleben in Freiheit entfalten und gestalten? Mit der WTG? Gegen sie? Ohne sie? Bedingt mit ihr? Was ist da die WTG eigentlich, wenn alles so ist? Wie sollten wir da die Welt, die Entwicklung und die Zukunft verstehen? Wie geht dann alles wirklich weiter? Wie sollten wir dann Gesellschaft, Staat, Politik und das soziale Leben sehen? Glaube, Hoffnung und Liebe, steht und fällt das alles nur mit der WTG? Wenn es das alles aufrichtig auch vor der WTG gab, kann es das nicht auch neben ihr und nach ihr geben? Hat sich Gott an die WTG gebunden? Was ist Wahrheit? 1975 bedeutet fast 100 Jahre WT-Bibelauslegung! War das überhaupt vorgesehen?
Diese Fragen stehen mit WTG-Fehlschlag
von 1975 auf der Tagesordnung. Denn "diese Generation" ist am Ende und es geht
doch wieder weiter! Dennoch muß die WTG-Nachfolge nicht vergeblich gewesen sein. Richtet
beliebig und freimütig Fragen an CV und legt CV in allen Studiengruppen furchtlos auf den
Tisch. Es geht CV allein um die Sache. Wir bitten alle Ältesten und. am Wort dienenden
Brüder insbesondere, ihre Verantwortung zu erkennen. Die Zeit ist herbeigekommen, wie
niemals zuvor.
Eure Brüder
CV-Leitung Gera/Thür.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der
Studiengruppe Christlee Verantwortung. Herausgeber, Wolfgang Daum, DDR, 65 Gera,
Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0.20. Jahresabonnement M 2.00. Versand auch kostenlos.
Kto.-Nr. 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera
A 1324-74 V 7 1 2399