Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 55

Es ist schon bald nicht mehr zählbar, wie oft in der CV das Problem Geldtransfer durch Jehovas Zeugen, angesprochen wurde. Will man den Grundsatz, dass der "Ton die Musik" macht, dabei noch mit zur Anwendung bringen, dann ergibt sich ein düsteres Szenario. Handfeste Drohungen direkter und indirekter Art. Das ist die Substanz der diesbezüglichen Ausführungen. Der DDR-Staat muss es offenbar nötig gehabt haben. Seine Schergen in seinem Dienst, wollten gut leben. Also brauchten sie Buhmänner. Das Thema Geldtransfer war für sie ein solch ergiebiges, bis zum Überdruss ergiebiges Thema.

"Diplomatie oder Konfrontation"? das ist auch im Falle der zeitgenössischen Einschätzung von CV die Frage.

Leute, die die "Weisheit mit Löffel gegessen" haben, wie der Heidelberger Theologieprofessor B..., möchten es aus heutiger Sicht gerne so interpretieren, dass es im Falle CV, und genauer, überhaupt im Falle "DDR", nur eines hätte geben dürfen: Konfrontation und nochmals Konfrontation. Wie man weiß war die Wirklichkeit etwas differenzierter. Jene Möchtegerne-Konfrontäre waren zur fraglichen Zeit nicht immer die "gefragtesten". Auch die evangelische Kirche in der alten Bundesrepublik stand schon zeitgenössisch vor der Frage. Wie soll sie die CV einschätzen. Wichtiger noch. Wie soll sie diese ihre Einschätzung in der Öffentlichkeit artikulieren. Ihr damals zuständiger Referent, Dr. Hans-Diether Reimer entschied sich offenbar für den Weg der "Diplomatie", für das "durch die Blume durchblicken lassen", des zu kritisierenden. In Heft 5/73 des "Materialdienstes" war sein diesbezügliches Statement abgedruckt, dass in dieser CV-Ausgabe genüsslich zitiert wird.

Die Konfrontäre hatten und haben sicherlich keine "Freude" an dieser Stellungnahme. Indes auch das sei noch gesagt. Zeitgenössisch schwiegen die Zeugen Jehovas und ihre genannten Hilfstruppen dazu. Ergo haben sie sich selbst des Rechtes beraubt, heute nun diesbezüglich groß in "Entrüstung" sich zu produzieren.

 


CV Christliche Verantwortung

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte lnformation zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit

Nr. 55 Gera Januar 1974

WORAUF KOMMT ES JETZT AN?
Liebe Leser
Wir stehen wieder vor einer fundamentalen "irdischen" Fehlorientierung durch die WTG. Die Brennpunkte sind:
1. Mit 1975 wurde wieder - wie 1925 - weltweit ein unhaltbarer Zeitpunkt verkündigt, mit dem für jeden ernsten Betrachter die gesamte WT-Endzeitvorstellung steht oder fällt. Nun zeichnet sich immer deutlicher die Verwerfung auch dieses Zeitpunktes durch die WTG selbst wieder ab. Sie ist damit auch für diese Generation weltweit unglaubwürdig geworden, was die Endzeit betrifft. Der "Aufstand" von über 300 Bethelbrüdern in Brooklyn unterstreicht das dramatisch.
2. In der "Resolution" der WTG-Kongresse 1973 mit den Worten: Die Nationen führen ihre Staatsgeschäfte nicht auf der Seite Gottes, indem sie ihre höchste Staatsgewalt dem Königreich Gottes abtraten. Sie stehen auf der Seite des Teufels", setzt die WTG des weiteren ihren grotesken weltpolitischen Unsinn fort, gegen alle notwendige irdische Gesellschaftsordnung oder "Obrigkeit von Gott" gerichtet. Die Staatsgewalt ist laut Bibel "Obrigkeit von Gott". Die WTG stellt weiter unmögliche Forderungen, die zur Staatsfeindschaft führen und die christlich geforderte Verhaltensweise zu Staat und Regierung auf den Kopf stellen. Wie sollte man die Staatsgeschäfte dem Königreich Gottes abtreten?
3. Keiner hat seine Hingabe vollzogen, um sich in den Kampf gegeben die notwendige menschliche Ordnung führen zu lassen, 1. Petr. 2:13, auch nicht unter antikommunistischer Fahne. Die WTG mißachtet völlig die schöpfungsbedingten natürlichen und sozialen Lebensbedürfnisse aller Menschen zu allen Zeiten in allen Ländern unabhängig von Nation, Rasse oder Religion, und die Notwendigkeit ihrer Befriedigung. Auch durch entsprechende Staatsgeschäfte. Die WTG vergiftet dazu die zwischenmenschlichen Beziehungen durch ihre feindliche, antikommunistische Frontbildung, anstatt anzuleiten, mit allen Menschen in Frieden zu leben. Titus 3:1, 2.
4. Die WTG ist dabei, alle einschlägigen Bibelerklärungen wieder abzuändern oder umzudeuten, um zu verhindern, daß auch diesmal - wie 1914 und 1925 - die Haltlosigkeit und Unglaubwürdigkeit ihrer endzeitlichen Wegweisung zum Bewußtsein kommen möge.

Diese fundamentalen "irdischen" Fehlorientierungen verlangen die Entscheidung. Wer könnte es länger verantworten, diesen unhaltbaren WTG-Weg weiter gutgläubig zu gehen und zu lehren? Wer will als solcher erfunden werden, der willig alles glaubt, wenn es nur von der WTG als " von Gott" ausgegeben wird?

Auf der Tagesordnung steht also eine immer dringender werdende christliche Neuorientierung. Was ist dabei die Verantwortung? Es sind die Ältesten, Aufseher und "Hirten der Herde", die vorangehen müssen. Sie haben die "Hand an den Pflug" gelegt, und können vor Gott und Menschen angesichts der WTG-Fehlorientierung nicht daraus entlassen werden, ohne zu helfen, wenn sie nicht schuldig bleiben wollen.

Folgende Schritte müssen getan werden:
Nehmt jede Möglichkeit wahr, euch selbst zu informieren und zu vergewissern, was die Probleme betrifft. Tut dies freimütig oder auch heimlich, wenn es die Umstände zunächst als geboten erscheinen lassen. Laßt euch nicht abhalten, alles zu prüfen, was zur WTG veröffentlicht wurde oder wird. Niemand darf länger einseitig informiert bleiben. Das ist die größte Gefahr.

Wendet euch auf beliebige Weise freimütig an CV. Fragt an, was ihr wissen wollt. CV gibt jede mögliche Information über die WTG aus Vergangenheit und Gegenwart. Lest CV regelmäßig, jede Ausgabe, so oder so. Niemand muß alles bejahen, worüber CV informiert. Unwissenheit führt zur Unmündigkeit.

Wendet euch auch an die Brüder und Schwestern, die schon früher eine kritische Haltung zur WTG eingenommen haben Sprecht mit ihnen, die wahren Gründe kennenzulernen. Viele von ihnen sind in der DDR in der Vereinigung freistehender Christen und im Bund freier Christengemeinden wieder vereint und tätig. Unter ihnen ist mancher Bethelmitarbeiter, erfahrene und noch wie vor hingegebene Brüder und Schwestern weiter in der Nachfolge Jesu stehend.

Wer denkt, unter den anderen Christen gäbe es keine echte Nächstenliebe und Christus-Nachfolge, ist völlig im Irrtum. Man muß angesichts der fundamentalen WTG-Fehlorientierung endlich die Überheblichkeit fallen lassen, allein "in der Wahrheit zu sein", und sich stattdessen mit anderen Christen freimütig austauschen. Auch das WTG-Werk wäre bestenfalls unvollkommenes Stückwerk.

Und schließlich: Angesichts der unmöglichen WT-Endzeit mit 1799, 1874, 1914, 1925, 1938, 1972, 1975 - n i e m a n d, d er
e i n m a l m i t D a t e n a n g e f a n g e n h a t, k a n n
d a m i t w i e d e r a u f h ö r e n, o h n e s e i n e n B a n k r o t t z u e r k l ä r e n - und 1966 (?) muß sich jeder endlich realistisch mit den "irdischen Pflichten" oder der sozialen Mitverantwortung auch des Christen befassen, um aus der antidemokratischen und antikomrnunistischen Staats- u. Gesellschaftsfeindlichkeit der WTG herauszukommen Christen sind auch Staatsbürger. Apg. 22:27 f. Und für DDR-Bürger gilt, daß "Christen verschiedener Konfession und Tradition, jeder auf seine Weise, einen legitimen Zugang zu sozialistischem Staatsbewußtsein finden." (Prof. Dr. H. Trebs, NZ 27. 10. 73 Berlin). Davon sind auch Jehovas Zeugen nicht ausgenommen. Das "irdische" Verhältnis muß biblisch in Ordnung gebracht werden.

Und dann steht auf, nehmt das Heft in die Hand, beratet völlig euch und schart alle um euch, die ihre Verantwortung vor Gott und Menschen ebenfalls erkennen. Tretet hervor und erhebt das Panier.

Ohne Furcht vor der WTG, sie ist nicht Gott. Sie ist am Ende mit ihrer Endzeit. Es muß anders weitergehen. Solange sie das nicht einsieht, ohne oder auch gegen sie. Sie hat sich mit 1975 erneut zur Unglaubwürdigkeit verurteilt, vor Gott und aller Welt.

Wir wollen aber auch andere ernste Seiten der Sache nicht verschweigen. "Nur jeder zehnte Ausgetretene sucht wieder noch einer religiösen Bindung in einer neuen Gruppe. Im Allgemeinen herrscht Enttäuschung und Skepsis vor. Jehovas Zeugen sind von ihrer 'Leitenden Körperschaft' gegenüber Kirche und Gesellschaft ja gänzlich verunsichert worden", sagt der ev. ZJ-Beobachter Dr. H.-D. Reimer, Stuttgart. Ein anderer ZJ-Beobachter in Berlin weist darauf hin, daß vor allem die jüngere Generation der Zeugen Jehovas einem religiösen Jenseitsglauben (himml. Hoffnung) durch die WTG völlig entfremdet ist, sie würde durch die WTG nur noch irdisch denken und glauben können. Alles andere sei für die jungen, aktiven Zeugen völlig belanglos, ein Kapitel, das in ihrem Leben endgültig abgeschlossen sei.

Wie dem auch sei, wir müssen jegliche Entwicklung dem überlassen, was christlicher Glaube und Erkenntnis im Herzen eines jeden bewirken.

Die ersten Schritte aus der verfahrenen WTG-Situation werden Pionier-Arbeit sein. Schritte in Wind und Sturm. Sie erfordern Standhaftigkeit und einen klaren Blick für das, um was es allein geht, nicht um die unantastbaren guten christlichen Grundsätze und Lehren, sondern um die völlig haltlose und aussichtslose WTG-Endzeitorientierung. Ergreift die "ausgestreckten Hände". Niemand steht allein. Und wir wachsen mit den Aufgaben.
In christlicher Verbundenheit
Der Herausgeber und alle Mitarbeiter

Es ist ganz anders als du glauben sollst
Über die "Wissenschaftlichkeit" der WTG
Eigentlich müßte, wer immer die problematischen Artikel der "Wachtturm-Gesellschaft" lesen und studieren mag, ein Universalgelehrter an Bildung und Wissen sein. Die ganze Welt mit ihren Problemen und Konflikten ist hereingenommen in die geistige Auseinandersetzung, die die WTG in ihren Schriften abhandelt und als geistige Speise darlegt. Zur Thematik vieler Artikel müßte man, wenn ehrlich vor sich selbst und letztlich verantwortlich vor Jehova Gott, erklären, daß man ihre hochspezielle Problemstellung nicht verstehe, da das Wissen bezüglich wissenschaftlicher Schlußfolgerungen nicht ausreichend ist.

In ganz besonderem Maße betrifft das die Fragen der Genetik, Mutationsforschung, Bionik und ihrer Grenzgebiete, die wir noch nicht einmal im Original nachlesen könnten, weil sich die Zitierungen der WTG hauptsächlich auf amerikanische und englische Quellen stützen. Es ist so, daß wir mit einer Fülle von Spezialinformationen überladen werden, ohne diese geistig bewältigen zu können.

Die Arbeit vieler Zeugen besteht nun einmal nicht darin, wissenschaftliche Spezialprobleme zu prüfen und zu unterscheiden, diese Lehrmeinung der Wissenschaft ist richtig, jene andere aber falsch. Nur Anmaßung oder dilettantische Selbstüberhebung könnte dazu verführen, zu behaupten, man verstehe Schlußfolgerungen der modernen Genetikforschung oder Astrophysik. Beweise aus irgendeinem beliebigen Gebiet der Wissenschaften kann ich kaum nachprüfen, ob sie wirklich beweisen oder nur schlußfolgernd behaupten, also Gedankenkonstruktionen vorsetzen und diese als "Beweis" ausgeben.

Es müßte die tägliche Arbeit sein, solche Fragen und Probleme zu durchdenken, unsere Werkzeuge müßten dieser Tätigkeit angepaßt sein. Die Spezialisierung der Arbeit in unserer technischen Zeit hat uns nicht ohne weiteres die Möglichkeit gelassen, über Probleme urteilen zu können, die wir von unserer Arbeitsfertigkeit her nicht mehr durchschaubar machen können. Wenn wir dennoch über solche Probleme reden und urteilen, die wir eigentlich gar nicht verstehen, dann wären wir bestenfalls geistige Hochstapler, im schlimmsten Fall aber Scharlatane und Menschenverführer, wenn wir damit auch noch an die Öffentlichkeit treten.

Die Schwierigkeit und Verantwortung beginnt doch schon im Geringen, da wir noch getröstet auf unsere Erkenntnisfähigkeit bauen dürfen. Wie schwer unsere Verantwortung als Christ wiegt, lieber Bruder, versuche ich. uns an einem simplen Beispiel zu zeigen. Ich frage nicht danach, um dich zu beschämen, den Gedanken daran wirst du später selbst aufgeben wollen. Nein, ich will nur sagen, worin und unter welchen Umständen wir bereits voll in unserer Verantwortung gefordert sind.

Mit dem WT 13/72 S. 411 sind wir im Thema:
"… Ferner sind Fachleute auf dem Gebiet der Medizin in vielen Ländern besorgt, weil sich die Geschlechtskrankheiten seuchenartig ausbreiten. In den Vereinigten Staaten steht die Syphilis jetzt unter den ansteckenden Krankheiten, die die meisten Todesfälle verursachen, nach der Tuberkulose gleich an z w e i t e r Stelle.'

Was hältst du davon, wenn du diesen Text im WT liest, da es sich um eine Information aus dem Bereich der Medizin handelt? Laß mich ruhig für dich antworten, wenn du dir noch nicht schlüssig bist. Wir neigen dazu, diese Informationen des WT als völlig erwiesen und damit wahr, auch im Sinne unserer christlichen Wahrheit, anzusehen, so ist das. Lies nun einmal diese Seite in der "internationalen Medizinal-Statistik" nach, hier diese Rubriken, vergleiche die besagte WT-Aussage mit dieser Statistik. Tröste dich, andere Zeugen haben daran auch nichts Auffälliges entdecken können Gewiß doch, in der statistischen Nomenklatur der einzelnen Krankheiten folgt zwar noch der Tuberkulose gleich die Syphilis, aber diese Reihenfolge drückt keine "Häufigkeit der Todesfälle" aus. Die Todesfälle werden unabhängig vom Nummernschlüssel der Krankheiten in einer anderen Spalte der Statistik ausgewiesen, denn Nummernschlüssel und "Häufigkeit der Todesfälle" sind nicht der Rangfolge entsprechend übereinstimmend angeordnet. Die Rangfolge ist eine ungeordnete Wertestaffel. Das gilt auch für die USA und alle Länder, die der WHO angeschlossen sind. Diese Normgebung ist ein Werk der UNO.

Wie heißt demnach die Frucht der vergleichenden Prüfung, wie kann sie nur heißen? Ja, bedauerlich, die WT-Aussage ist absolut falsch, denn Syphilis und Tuberkulose verursachen die wenigsten Todesfälle, das ist die Wahrheit. Niemand hat diese Schlußfolgerungen aufgezwungen, sie ist das Ergebnis der Prüfung der Beweise.

Hat sich der "Wachtturm" geirrt? Gerechterweise muß man die Möglichkeit dazu einräumen. Jeder Artikel in WT oder "Erwachet" wird vom Herausgeberkomitee gebilligt, und natürlich geprüft, nicht nur einmal, auf Wahrheit oder Irrtum. Die fähigsten Brüder entscheiden über die Veröffentlichung eines Artikels, alle haben sich geirrt?

Sag es nur so, wenn du willst, daß auch eine blinde Henne ein Korn finden mag, da will ich dir ganz zustimmen.
W. D.

Die WTG im gesetzwidrigen "Ostgeld"-Geschäft
Der Minister der Finanzen der DDR erließ am 5. 11. 1973 eine "Neuregelung des verbindlichen Mindestumtausches für Besucher aus nichtsozialistischen Staaten und Westberlin". (ND 5. 11. 73, BZ 5. 11. 73) Im Ostbüro der WTG in Wiesbaden ist diese Neuregelung inzwischen sorgfältig zu den Akten genommen worden. Nicht nur, weil die WTG wissen will, wie sie ihre Geheimkuriere in die DDR finanziell "ausrüsten" muß. Die WTG-Ostexperten haben inzwischen auch die Köpfe zusammengesteckt, was die Ursachen und Hintergründe dieser Neuregelung betrifft, weil sie das besonders betrifft.

Was ist gemeint? Die Neuregelung soll u. a. folgende illegale Einfuhr von Mark der DDR verhindern. Es heißt, "daß von Banken kapitalistischer Länder, insbesondere in der BRD und Westberlin, die Mark der DDR illegal gehandelt wird, obwohl ihre Ein- und Ausfuhr aus bzw. nach nichtkapitalistischen Ländern verboten ist". Die dafür willkürlich festgesetzten Kurse würden noch dazu nur einem Drittel der tatsächlichen Kaufkraft der Mark der DDR entsprechen, sind also wirtschaftliche Schädigung. Die WTG fürchtet nun, in diesem Zusammenhang gefährlich in die Schußlinie zu geraten Nicht ohne Grund, wie wir sehen werden.

Die WTG ist einer der "Zulieferer" für den illegalen Handel von Banken kapitalistischer Länder mit Mark der DDR. Befürchtungen wachsen im Zweigbüro, daß ein Gerichtsprozeß in der DDR diese Mittäterschaft aufdecken und zu katastrophalen Folgen für die WTG führen könnte. Wer weiß, was da kommt?

Werden wir konkret. Der illegale "Ost-Königreichsdienst" (I/66, 3) dokumentierte es, daß im Auftrag der WTG "zuverlässige Rentner und auch Besucher aus Westdeutschland" in Zusammenarbeit mit dem Untergrund-"Gebietsbruder" und anderen eingesetzt sind, Mark der DDR illegal in die BRD auszuführen und in Wiesbaden abzugeben. Von dort aus bestehen dann die entsprechenden Beziehungen mit den genannten kapitalistischen Banken.

So ist die WTG über ein Netz "vertrauenswürdiger Verkündiger" in der DDR ein kräftiger "Zulieferer" im gesetzwidrigen "Ostgeld"-Geschäft westlicher Finanzkapitalisten zur wirtschaftlichen Schädigung der DDR. Das "Scherflein der Witwe" wird von der WTG somit dazu mißbraucht, die noch Markus 12:17 zu respektierende Finanzordnung eines jeden "Casars", der "Obrigkeit von Gott", zu hintergehen, zu verletzen und zu brechen. Daß die "Engel des Herrn" hier schützend die Hand darüber halten, glaubt die WTG selbst nicht, denn dann brauchte sie keine List und Tarnmethoden auszuarbeiten, die die Schrift direkt verbietet. 2. Kor. 4:2 NW.

Was wird das Ende sein? Das kann man aus Römer 13:1-5 klar genug ablesen: "Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan, denn es gibt keine Gewalt, außer durch Gott. die bestehenden Gewalten stehen in ihren relativen Stellungen als von Gott angeordnet . . . Denn die Herrschenden sind nicht für die gute Tat ein Gegenstand der Furcht, sondern für die schlechte . . . Fahre fort, Gutes zu tun, und du wirst Lob von ihr haben, denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber Schlechtes tust, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht ohne Zweck, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Kundgabe des Zorns an dem, der Schlechtes treibt. Daher besteht zwingender Grund, daß ihr untertan seid. nicht nur jenes Zornes wegen, sondern auch eures Gewissens wegen". NW.

Aber gerade in diesen Gesetzesfragen herrscht in der Organisation eine Gewissenlosigkeit, die ohne Beispiel ist. Wissen denn die "Zulieferer" nicht, daß sie Schlechtes treiben, wenn sie in Mißachtung der Gesetze des "Cäsars" oder der "Obrigkeit von Gott" Geld in den Westen schmuggeln?

Wissen sie nicht, daß sie damit Römer 13 gröblichst verletzen? Sie wissen das alles! Und doch handeln sie nicht danach! Ja, was gilt für sie eigentlich Ist ihr Gewissen in diesen Dingen nicht durch die WTG-Schmuggelanweisungen ersetzt?
Ja!

Und die WTG ist in diesen Obrigkeitsfragen hinreichend als skrupellos erwiesen, ja, als buchstäblich über Leichen gehend Als sie nach ihren Fehlorientierungen der zwanziger Jahre - 1925! - ihre Macht schwinden sah, erfand sie "im Namen Jehovas" die Bibelauslegung, sie selbst sei sozusagen die einzige "Obrigkeit von Gott", und nicht die politische Regierung. Wer das nicht annehmen wollte, wurde erbarmungslos als "böser Knecht" davongejagt. Was für ein Hohn auf den Namen Gottes. Der ganze antikommunistische kalte politische Krieg der WTG in den fünfziger Jahren war auf diese Erfindung gegründet, ohne Rücksicht auf die Opfer Hat die WTG gewußt, daß diese Obrigkeitsdeutung falsch war? Ja, sie hat es gewußt! Bis 1929 hatte sie es ja selbst richtig praktiziert, und 1962/63 kehrte sie zu diesem früheren Verständnis zurück.

Und die auf diesem dreißigjährigen politischen Irrweg unschuldig verstoßenen und umgekommen Brüder und Schwestern?
Etliche, die noch leben, sind in den freien christlichen Versammlungen, auch in der DDR. Was sollten sie anders tun? Sie werden noch wie vor als "böser Knecht" von der WTG verteufelt, mit denen man nicht einmal reden dürfe.

Wer nun der WTG immer noch bedenkenlos in allem folgt gegenüber der "Obrigkeit", jetzt in den Schmuggel hinein, was hat dieser darin für ein Gewissen? Wahrscheinlich hilft hier erst das Äußerste, das "Schwert der Obrigkeit", das Gesetz und die Strafe, wie es Gott auch vorgesehen und angeordnet hat (Vers 4).

Doch wir dürfen nicht ungerecht sein. Die "Erfinder" wissen, was sie tun. Aber viele kennen die Vergangenheit nicht, und die WTG verschweigt und verdrängt alles, was da die Gewissen aufrütteln könnte. Doch es ist noch nicht zu spät, das eigene Gewissen wieder vor Gott und Menschen so zu schärfen, wie es die Schrift verlangt, wenn es sein muß - wie hier - gegen die WTG. Wenn erst das "Schwert des Gesetzes" der "Obrigkeit" spricht, ist es zu spät. Was wirst du tun?
C. W.

Die kriminelle "Ostgeld"-Zuträgerei der WTG
CVN-Pressekommentar. Im ND vom 5. 11. 1973 wurde in einem ersten Bericht zur neuen Geldumtauschregelung für westliche DDR-Besucher in der Begründung u. a. über den illegalen DDR-Geldhandel informiert, der in diesem Zusammenhang in der BRD und Westberlin betrieben wird. Im ND vom 8. 11. 1973 liegt uns ein weiterer Bericht dazu vor. Das Engagement der WTG bzw. Organisation der Zeugen Jehovas in diesen Dingen macht es erforderlich, näher auf dieses Engagement einzugehen, um vor Schaden zu bewahren. Wir sollten die Deutlichkeit in diesen Fragen mit Genugtuung und Dankbarkeit betrachten, denn nichts kann wichtiger sein, als unsere Rechte und Pflichten auch in unserem gesellschaftlichen Leben klar zu erkennen.

ND schreibt zu der Neuregelung: "Das war ein Schritt, der die Wirtschaft der DDR und jeden einzelnen Bürger unseres sozialistischen Staates angesichts des wachsenden Reiseverkehrs aus den nichtsozialistischen Ländern vor Schädigung schützen soll". Es ist keine Frage, daß die Sicherung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens der Bürger die Pflicht der Regierung ist. Römer 13:1-7, und Christen müssen zur Unterstützung jedes guten Werkes der "obrigkeitlichen Gewalten" bereit sein, Titus 3:1.

Was geschieht aber? "In der Tat werden in der BRD und in Westberlin mit unserer Mark Spekulationen betrieben, die auf eine Schädigung der DDR zielen. Es sind nicht etwa Schieber, die im Halbdunkel Schwarzhandel betreiben. Nein, es sind offizielle Institutionen in der BRD und in Westberlin, Banken, Sparkassen, Wechselstellen und andere Geldinstitute, die einen illegalen Handel unserer Mark zu spekulativen Kursen organisieren. Die Regierung der BRD und der Senat von Westberlin dulden diese öffentlich betriebenen Devisenvergehen . . . Die Banken, die unsere Mark zu ihrem Schwindelkurs verkaufen, weisen selbst auf das Gesetzwidrige ihres Tuns hin . . . Das heißt, die großen Gauner warnen diejenigen, die sich mit ihnen einlassen, vor möglichen Gefahren und raten ihnen, das Geld beim Grenzübertritt gut zu verstecken".

Bei der Beantwortung der Frage, wie diese "großen Gauner" überhaupt in den Besitz von DDR-Geld kommen, wenn Ein- bzw. Ausfuhr laut Devisenbestimmungen der DDR verboten sind, wird es nun heiß, letztlich für jeden einzelnen Verkündiger wegen seines eigenen vielleicht ungewollten derartigen Beitrages. Nicht aber so die WTG, die die Rolle des bewußten Zuträgers für die spielt, die den "illegalen Handel unserer Mark zu spekulativen Kursen zur Schädigung der DDR-Wirtschaft organisieren".

Wie ist die WTG in diesem kriminellen Treiben engagiert? In den Blickpunkt gerät hier das WTG-Ostbüro in Wiesbaden mit den verantwortlichen "Aufsehern" Pohl und Peter. Bis zum 13. August 1961, der Sicherung der DDR-Staatsgrenze zu Westberlin, befand sich dieses Ostbüro dort. Seine Verlegung nach Wiesbaden aus diesem politischen Anlaß ließ schon damals viele stutzig werden im Hinblick auf die politische Rolle der WTG. Das WTG-Ostbüro gibt die einschlägigen Weisungen, um die Zuträgerei im WTG-Einflußbereich zu organisieren.

Die Basis bilden die einzelnen G. H.-Abgaben. Das dürfte fast jeden betreffen. Es sei hier an den Aufruf von 1972 erinnert, die "Spendenfreudigkeit" zu erhöhen und die regelmäßige Geldausfuhr zu sichern. Der Aufruf kam aus dem Ostbüro in Wiesbaden. Im einzelnen besagen die Weisungen daß u. a. kein Kleingeld übermittelt werden soll. 100-Mark- und 50- Mark-Scheine werden bevorzugt. Die 100-Mark-Scheine sollen in Päckchen zu 20 000 Mark und die 50-Mark-Scheine in Päckchen zu 10 000 Mark geschmuggelt werden Bevorzugt sollen Verstecke in Pkw, Kinderspielsachen und Prothesen werden. Kleinere Mengen sollen an bestimmte Deckadressen in der BRD gesandt werden. "Zuverlässige" Schneider nähen Rentner-Kurieren vor ihrer Abreise Geldpäckchen in die Bekleidung ein. Laufend werden Kurierverbindungen und Kuriersysteme eingerichtet und für solche Zwecke genutzt. Bevorzugt läuft das alles über Westberlin. Andere Kuriere geben sich als "Besucher" der Leipziger Messe aus. Zahlreiche Besucher aus dar BRD bei Zeugen in der DDR werden eingeschaltet. Immer mehr müssen jedoch die tragische Erfahrung machen, daß der "Herr"' solche Sachen nicht "überwaltet", wie es ja auch nicht anders sein kann.

Das WTG-Ostbüro ist jedoch nur dann beunruhigt, wenn der illegale Geldstrom geringer zu werden droht, wie z. B. der "Spendenaufruf" von 1972 beweist. Der vor Recht und Gesetz gewissenlose kriminelle Charakter dieser Schmuggelei und die damit verbundene Tragik und Katastrophe für die, welche an die von dar WTG gepredigte "Überwaltung" glauben, beunruhigen keinen der Verantwortlichen. Ihre antikommunistische politische Verblendung verleitet sie dazu, die klaren Weisungen der Schrift bezüglich der Respektierung der Gesetze der "Obrigkeit" gegenüber der DDR und anderen sozialistischen Ländern skrupellos mit Füßen zu treten. Ihre Beteuerungen z. B. im Obrigkeits-WT (l. Jan. 63, S. 13, Abs. 3), daß sie auch die Gesetze der sozialistischen Staaten respektieren würden, sind bis zur Stunde nur ein offizielles Aushängeschild, eine religiös-politische Heuchelei, um umso verdeckter Recht und Gesetz dieser "Obrigkeiten" oder Staaten mißachten zu können.

Was ist von seiten der Regierung der DDR allen gesagt worden, die das betrifft? Es sei "unmißverständlich zum Ausdruck gebracht worden, daß diese Spekulationen (mit DDRGeld) eine bewußte Schädigung der DDR, eine Verletzung ihrer souveränen Rechte und eine Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten darstellen. Seitens unserer Vertreter wurde gefordert, daß die Mark der DDR nicht im Hoheitsgebiet der BRD und in Westberlin gehandelt wird und die illegalen Spekulationen sowie die Ein- und Ausfuhr der Mark der DDR beendet werden. Eindeutig wurde dabei auf die Verantwortung der Behörden der BRD und Westberlins hingewiesen. Staatsssekretär Dr. Kohl erklärte, wer vertragswidrig die Devisengesetzgebung der DDR mißachtet, muß die entsprechenden Konsequenzen hinnehmen". Auch die WTG hat mit ihren Devisenschmugglern diese Warnungen der DDR überhört" (ND).

Die "Aufseher" Pohl und Peter im WTG-Ostbüro in Wiesbaden haben sich nicht im geringsten stören lassen in ihren engen Kontakten mit den einschlägigen Spekulationsbanken und bei der Abstimmung der "Lieferungen aus dem Bereich der WTG. In ihrer Gutgläubigkeit, Einfalt muß man bald sagen haben mißbrauchte Kuriere, die "hochgegangen" sind, sie nicht etwa daran erinnert, daß ein "Hirte Christi" die Anvertrauten nicht zu Verbrechen und "Einmischung in fremde Dinge" mißbrauchen darf, wie es in 1. Petr. 4:15 heißt. Im Gegenteil, hurtig arbeiteten sie noch raffiniertere Anweisungen voll bibelwidriger List aus, 2. Kor. 4:2 NW, um weiter "liefern" zu können.

Das WTG-Ostbüro in Wiesbaden ist somit erneut als eine kriminelle Einrichtung erwiesen, daß gegen die sozialen Interessen der DDR und ihrer Bürger tätig ist. Die WTG wird dadurch eindeutig kriminell belastet. Es werden auch noch einige andere Finanzmanipulationen betrieben. Warum stellt sich die WTG auf diese Weise in den Dienst der "kalten Krieger" und beteiligt sich am politischen Geschäft, die DDR wirtschaftlich zu schädigen? Warum respektiert sie nicht die Gesetze des "Cäsars"? Erinnern wir uns an Christi Verhalten noch Markus 12. "Wessen Bild und Aufschrift" ist auf dem Geld? Was zog Christus daraus für eine Schlußfolgerung? Die WTG macht genau das, was die "Parteigänger des Herodes" von Jesus verlangten, um ihn zu fangen. So ist die WTG zu ihrem eigenen Verderben und zum Verderben aller, die ihr darin folgten, "gefangen" und engagiert in einem Gelddiebstahl en gros, wider Recht und Gesetz. Doch sie weiß, was sie tut. Es ist ihr nichts unbekannt. Kann ihr Werk ein Werk jenes Gottes sein, der uns über "Cäsar" und "Obrigkeit" so belehrt, wie es geschrieben steht? Die Zeit drängt.

Was brachten die WTG-Kongresse des Jahres 1973 über die "Zeit des Endes" und 1975?
Die weltweite Proklamation von 1966/67
Es ist gut, sich zu vergewissern, was die WTG seinerzeit über den Ablauf ihrer Endzeit und über 1975 angeblich "von Jehova belehrt" veröffentlichte. Es geschah auf den internationalen Kongressen 1966 mit dem in erster Auflage von 2 000 000 freigegebenen Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" und im WT vom 1. Jan. 1957 dt. in den Kongreßberichten mit einer Auflage von 4 850 000. Es wurde also buchstäblich millionenfach in die Welt hinausposaunt Was?

"Gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie (die zuvor dargelegt wurde, CV), werden 6000 Jahre, von der Zeit der Erschaffung des Menschen an, mit dem Jahre 1975 enden, und die siebente Periode von eintausend Jahren Menschheitsgeschichte beginnt im Herbst des Jahres 1975 u. Z. Sechstausend Jahre der Existenz des Menschen auf Erden werden bald vorüber sein, ja innerhalb dieser Generation … So erreichen wir in nicht vielen Jahren (9 Jahre, CV) innerhalb unserer Generation das, was Jehova Gott als den siebenten Tag der Existenz des Menschen ansehen könnte. Wie passend es für Jehova Gott sein würde, diese kommende siebente Periode von tausend Jahren zu einer Sabbatperiode der Ruhe und Befreiung zu machen, zu einem großen Jubeljahrsabbat, um Freiheit auf der ganzen Erde allen ihren Bewohnern auszurufen! Das würde für die Menschheit äußerst zeitgemäß sein. Es würde auch von Gott aus sehr zeitgemäß sein … Es würde sich nicht nur lediglich um Zufall oder Wahrscheinlichkeit handeln, sondern es würde gemäß dem liebenden Vorhaben Jehova Gottes sein, daß die Herrschaft Jesu Christi, des Herrn über den Sabbat, parallel mit dem siebenten Millennium der Existenz des Menschen läuft". (Ewiges Leben … S. 30)

Dazu erläuterte WTG-Vizepräsident F. W. Franz: "Was ist nun mit dem Jahr 1975? Was wird es bedeuten, liebe Freunde? Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden ist? Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich. Bedeutet es, daß Babylon, die Große, bis 1975 beseitigt ist? Es könnte das bedeuten. Bedeutet es, daß der Angriff Gogs von Magog auf Jehovas Zeugen stattfinden wird, um sie zu vernichten, und daß Gog dann selbst außer Tätigkeit gesetzt wird? Es könnte das bedeuten. Doch wir sagen das nicht. Alle Dinge sind bei Gott möglich. Doch wir sagen das nicht. Und möge auch niemand von euch sich irgendwie bestimmt äußern und etwas sagen, was zwischen der Gegenwart und dem Jahre 1975 vor sich gehen soll. Doch der wichtigste Gedanke bei all diesem, liebe Freunde, ist der: Die Zeit ist kurz. Die Zeit läuft ab, darüber besteht keine Frage … Und das Ende muß einmal kommen … Wir wissen somit, daß unsere Befreiung, während wir uns dem Jahre 1975 nähern, um so näher rückt". (WT 1. 1. 67, S. 22f)

Diese 1975-Proklamation war eine Sensation! Der Bericht über ihre Aufnahme zeigt, mit welch innerer Spannung alle erfüllt sind bezüglich des jetzt seit 1914 fälligen endgültigen Endes. Ist doch mit 1975 "diese Generation" tatsächlich am Ende, wenn nicht überschritten. Der Bericht sagt:

"An allen Stellen, wo das Buch auf den Versammlungen abgegeben wurde, wurde es mit Begeisterung entgegengenommen. Die Ausgabestände wurden von vielen umringt, und der Vorrat an Büchern war bald erschöpft. Sofort wurde der Inhalt untersucht. Es dauerte nicht sehr lange, bis man die Tabelle fand, die auf Seite 31 beginnt und die zeigt, daß 6000 Jahre des Daseins des Menschen im Jahre 1975 enden. Erörterungen über dieses Jahr 1975 überschatteten nahezu alles andere". (WT 1. 1. 67, S. 20)

Die WTG hat das alles nicht gesagt? So könnte sich doch nur ein Scharlatan winden. Sie hat es gesagt! Und wie! Gemäß einer "zuverlässigen Bibelchronologie" und "passend für Jehova" und "äußerst zeitgemäß für die Menschheit". millionenfach! Und nun ist es soweit! Nächstes Jahr ist 1975! Das überschattet alles andere

Auf den Kongressen in Düsseldorf und München
Tausende sind zu den Kongressen 1973 gefahren, um zu hören, wie die Dinge jetzt 2 Jahre vor 1975 stehen. Der Schatten von 1975 ist allgegenwärtig. Die WTG hat mit 1975 "Geister gerufen", die sie "nicht mehr los wird", bis alles wirklich vorbei ist. Unsere Kongreß-Beobachter in Düsseldorf und München haben alle Ansprachen und Äußerungen beider Kongresse sorgfältig beachtet. Wir wollen nun einen Gang durch dich Ansprachen machen und prüfen, was über oder zu 1975 und einem Ende gesagt wurde.

In der Übersicht über das Kongreßprogramm, die die Brüder P. Wrobel und K. Kuhn gaben, wurde nur von einer "kritischen Zeit der Menschheitsgeschichte" gesprochen. Wann war die Zeit nicht kritisch, wenn nicht so, dann so?

In der Ansprache des Vorsitzenden G. Künz, "Bleibt standhaft, als sähet ihr den Unsichtbaren", wurde lediglich erwähnt, daß so mancher bereits 20, 30 oder 40 und mehr Jahre predigt. Doch niemand solle daran denken, aufzugeben oder nachzulassen. Gott würde bestimmen, "wann das Werk getan ist". Das hat man allerdings vorher auch schon gewußt. Doch was soll damit jetzt 2 Jahre vor 1975 gesagt werden? Und was heißt hier "als sähet…"! Sollen alle nur so tun, als ob? Ist es in Wirklichkeit nicht so? Seid überzeugt, jede Formulierung einer Äußerung auf einem Kongreß ist wohl durchdacht und gezielt! Auf jeden Fall meinte G. Künz natürlich, weiter auszuharren, egal wielange Dann verließ er dieses Thema schnell wieder.

Im Schlüsselvortrag von Präsident N. H. Knorr, in Düsseldorf war es K. Franke, gab es einige aufschlußreiche Bemerkungen Die Botschaft müsse "immer noch weltweit gepredigt werden". Keiner solle sich "daran hindern lassen" zu predigen, "solange das Zeugnis nicht auf der ganzen bewohnten Erde gegeben ist". Auf der ganzen bewohnte Erde?

Ja, genau so sagten es N. H. Knorr und K. Franke. Da kann man wahrlich keine Gedanken an ein 1975-Ende mehr gebrauchen! Man schaue nur nach Asien, Afrika und Lateinamerika. Dort haben Millionen und Abermillionen von Bewohnern von der WTG-Botschaft noch nie etwas gehört!

Wir können aber zu diesem Punkt etwas verraten. Aus Gesprächen mit leitenden Brüdern werden Vorstellungen sichtbar, daß die nächste Zukunft der WTG gerade in diesen Ländern der "Dritten Welt" (Asien, Afrika usw.) liege. Dort sei jungfräulicher Verkündigungsboden, dort könne man mit einer weiteren Generation wieder Glauben finden. Zunahmen dort, machen in dieser Richtung Hoffnung. Möge das "alte übersättigte Europa" für die Verkündigung "zum Teufel gehen", wenn dort keine neue Generation mehr gewonnen werden kann. Die "Dritte Welt" sei Neuland und noch nicht durch die vielen Fehlverkündigungen der WTG "verdorben". Auch wenn die WTG selbst in den USA völlig unglaubwürdig geworden ist, was tut's! "Der Prophet im eigenen Land gilt eben nicht viel", könnte man allen anderen sagen. Es sei in diesem Zusammenhang an das bereits 1966 schon ins Spiel gebrachte Datum 1996 als Ende der 6000 Jahre erinnert! (Buch: Ewiges Leben … S. 28, Abs. 40) Die WTG hat wahrlich genügend Eisen ins Feuer gelegt, könnte man da sagen.

In dem Vortrag "Bleibe in allen Dingen besonnen" von E. Fabian und H. Roschkowski wurde unter Hinweis auf Timotheus von einem "bevorstehenden Abfall" gesprochen. Andererseits wurde jedoch bestritten, daß das WTG-Werk jetzt in "eine Zeitspanne des Abfalls" gerate. Was soll dieses Hin und Her, fragt man sich. Wie K. Franke selbst bei der Einweihung der WTG-Kongreßhalle am 1. Nov. 1972 in Westberlin erklärte, hat es in Amerika einen großen Abfall von Brüdern gegeben, "selbst im Bethel" Brooklyn! Die Brüder haben sich gegen den WTG-Kurs noch 1975 ins Ungewisse erhoben und eine Neuorientierung verlangt. Offensichtlich kam es in diesem Vortrag von E. Fabian und H. Roschkowski darauf an, den bereits begonnenen Abfall durch Verneinen als nicht vorhanden zu erklären. Aber so sicher wie es 1914 und 1925 einen großen Abfall gab, wird es ihn auch 1975 geben! Um so mehr, da die Generation nun tatsächlich am Ende ist. Dann sprachen sie eine eigenartige Warnung aus, daß "die schnell wechselnde Szene der Welt uns verwirren könnte"! Besonders die Ältesten würden dadurch "auf die Probe gestellt". Allerdings, muß man sagen, wechselt die Szene der Welt sehr bald. Es gibt kein 1975-Ende. Und dann sieht in der Tat irdisch alles sehr anders aus, besonders für die Ältesten, die vor den Versammlungen stehen und nicht mehr wissen, was sie sagen sollen. Was heißt da "Probe"? Als ob sie da für die WTG in eine Probe gingen, um sich ihr treu zu erweisen! Die WTG will sie allerdings schon jetzt so festnageln.

Die WTG kommt mit 1975 in den Prüfstand, sie selbst! Davon will sie ablenken, auf die Ältesten! Eine ausgeklügelte Taktik, sich aus der Affäre zu ziehen, die man selbst verschuldet hat!

Viele erwarten, daß in dem Vortrag "Der Zukunft zuversichtlich entgegensehen" von J. Rundel und K. Klein etwas gesagt würde. Stattdessen entwickelten diese Brüder den Gedanken, daß es sehr gefährlich sei, sich jetzt zu sehr mit der Gegenwart zu befassen, man solle in die Zukunft schauen, damit die "Vision" bleibe. Was heißt denn das aber, fragt man sich. Doch auch: Hinweg von 1975! Weit in die Zukunft blicken. Für "treue Diener" sei die "Zukunft hell und sicher"! Keiner werde "enttäuscht", wenn er Gott vertraue und mit der WTG "der Zukunft zuversichtlich entgegensieht", hieß es. Wenn man aber weiß, daß allen die unmittelbare Gegenwart auf den Nägeln brennt, wie steht es um die Endzeit, die seit 1966 "in nicht vielen Jahren" sein sollte, was ist jetzt mit 1975, man kann doch nicht alles immer wieder verschieben, wenn man weiß, daß dies die Fragen sind, die alle bewegen, dann begreift man, daß es äußerst gefährlich ist, aber umgekehrt, für die WTG! Ein verblüffend simples Rezept wurde geboten: Es sei "nicht nötig", über Einzelheiten "Spekulationen" anzustellen, alle sollen "einfach abwarten".

Glauben den J. Rundel und K. Klein, es merke niemand, was sie da für eine geschickte Hinhaltetaktik entwickelten? Da hätte die WTG nicht 1975 in die Welt posaunen dürfen. Wir stehen ein Jahr davor! Es ist ganz natürlich, daß die WTG da zur Kasse gebeten wird. Die Kasse ist leer, sie selbst hat mit 1975 spekuliert, so herum ist es richtig.

Die WTG selbst wartet keineswegs ab, sie handelt, und wie! A. Letonja und R. Lengtat waren beauftragt, über das Thema "ihr sollt heilig sein, weil Jehova heilig ist" zu sprechen Jehova habe "die Versammlungen" immer "rechtzeitig auf Änderungen vorbereitet", natürlich durch die WTG, damit alle immer "heilig" seien. Es würde weitere "wesentliche fortschreitende Änderungen" geben, verbunden mit "weiterem Reinigen in den kommenden Tagen". Die WTG weiß, was mit 1975 auf dem Spiele steht: Ihre Glaubwürdigkeit und damit ihre Existenz, sie unterschätzt das in keiner Weise! Warten heißt hier untätig sein, dazu gilt es die Verkündiger zu zwingen, ohne die sie nicht existieren kann, sie dürfen nicht zum Nachdenken über die Situation kommen. Sie selbst aber muß handeln, sonst ist sie verloren. Ehe sich jemand besinnt, um sich gegen die WTG zu erheben, muß er schon hinausgeworfen sein. Das Gesetz des Handelns in der Hand behalten! Keine Änderung, die nicht von ihr ausgeht, die sie nicht in der Hand hat! Wenn die Änderungen "von unten" kommen, hat sie ausgespielt. Allerdings, möchte man einwerfen, denn dann wären die Versammlungen mündig geworden, wie es biblisch sein müßte. 1. Kor. 14:20, Apg. 17:11. Das ist so gefährlich für die WTG, daß sie hier ihren höchsten Trumpf ausspielt, das Stichwort "Heiligkeit"! Wer will damit in Konflikt kommen? Wer will sich von ihr als unheilig brandmarken lassen? Dazu gehört schon einiges Stehvermögen! Und das haben noch nicht viele, oder doch?

Glaubt die WTG, alle sind immer noch so unmündig, jeder "Änderung" der WTG als Ausdruck der "Heiligkeit Jehovas" zu folgen, wohin es auch geht? Wenn man das auf einen klaren Nenner bringt, dann besagt das doch, daß Gott der Schuldige sei, wenn die WTG alles immer wieder ändern muß! Zu was für einer geistigen Vergewaltigung derer, die bei der Stange gehalten werden sollen, geben sich A. Letonja und R. Lengtat da her?

Dann sprachen "höchste" Repräsentanten, G. Suiter, Mitglied der "Leitenden Körperschaft" in Brooklyn, und W. C. Pohl, Zonenaufseher "Ost", Wiesbaden. 1975 übergingen sie völlig. "Die Wachstumskraft ist nicht verloren", es würden "immer mehr Prediger" gebraucht, "weiterpredigen, bis zum Ende dieser fruchtbaren Säzeit", waren ihre speziellen Leitgedanken. Wielange noch? Diese Frage ließen sie erst gar nicht aufkommen.

In dem Vortrag von E. Anstadt und W. Diehl, "Die gute Botschaft muß zuerst gepredigt werden", wird diese Tendenz fortgesetzt. Mit den Worten, Jehova habe "nicht gesagt, das Werk sei getan", oder es sei "an der Zeit", in der Arbeit "nachzulassen vertreiben auch sie jede Naherwartung.

Auch die letzten wesentliche Endzeit-Aussagen auf den Kongressen haben diesen hintergründigen Sinn. Die Wortführer sind jetzt WTG-Zweigaufseher R. Kelsey und wiederum G. Suiter aus Brooklyn mit dem Thema "Behaltet die Gegenwart des Tages Jehovas fest im Sinn". Niemand solle sich durch "Szenenwechsel" je "bezaubern" lassen. Also durch eine Ankündigung von Änderungen. "Bald" aber würde diese Welt "vollständig verschwunden" sein. "Glaubst du das?", fragen sie schnell dazu. Wer wird da nein sagen?

Dann warnen sie davor, "zurückzubleiben" und eine skeptische Haltung gegenüber den Dingen zu entwickeln", auf die von der WTG jetzt hingewiesen werde. Alles sei "bald zu Ende", die "neue Ordnung" sei "nahe", ja "sehr nahe". Man sehe allerdings noch einen phänomenalen Zustrom" zur "großen Volksmenge". Aber wir seien "in dieser Generation sehr weit vorangeschritten". Dann werden sie deutlicher: "Einige werden ungeduldig und verlieren den Glauben, weil die Dinge nicht so geschehen, wie sie erwartet haben, und weil sich Gottes Handlungsweise zu verzögern scheint". Lieber Bruder Suiter: Seit die WTG ihr erstes Endzeitdatum 1799 aufgeben mußte, wird mit dem "scheinbaren Verzögern Gottes" operiert! Das Maß ist voll! Doch sie räsonieren weiter: "Wenn wir sein Vorhaben kennen und wissen, was sein Wille für uns heute ist, und welche Hoffnung wir für die Zukunft haben, brauchen wir den genauen zeitlichen Ablauf der Ereignisse nicht zu kennen. Ungeachtet, wann 'Jehovas Tag' kommt, werden wir emsig dabei sein, den göttlichen Willen zu tun!" Immer wird Gott beschworen!

Nicht doch! Die WTG war und ist es, die immer alles predigt und "genau" festsetzt, 1975 sogar bis auf den "Frühherbst" dieses Jahres! Jetzt verhöhnt sie alle, die sie je ernst genommen haben und bedroht sie mit Gott! "Emsig" sein sollen alle! Gottes Willen? Wird der nicht aber durch die WTG bzw. den WT bestimmt? So schließt sich der Kreis, in dem die WTG alle gefangen halten möchte, damit sie 1975 überstehen kann.

Die WTG-Kongresse haben CV bestätigt
Man kommt nicht umhin, der WTG zu bestätigen, daß sie eine ausgeklügelte, vielseitige und vielschichtige Taktik entwickelt, um die Organisation über 1975 hinweg in der Hand zu behalten. Andererseits bestätigen die Kongresse in ihren Aussagen bezüglich 1975, Ende usw., was CV sagt: Wir stehen vor fundamentalen Neuorientierungen der WTG. Sie nennt es "wesentliche Änderungen". Will sie darauf vorbereiten, daß sie sogar ihr Wesen ändern wird? Was hat sie in der Schublade? Soviel läßt sich erkennen: Man hat in Brooklyn begriffen, daß man nach 1975 keine solche Endzeit mehr predigen kann, wie es bisher getan wurde. Es gilt nun, weiter den Blick auf das Wesentliche dieser Vorgänge gerichtet zu halten und diese Besinnung n i c h t in "emsiger Tätigkeit" ersticken zu lassen. Wir hoffen, daß dieser CV-Beitrag über die WTG-Kongresse 1973 allen Aufrichtigen weiter darin hilft, gegenüber der WTG christlich mündig zu werden und die "Urteilskraft" zu entwickeln, die die Schrift in 1. Kor. 14:20 (Me) verlangt.
F. F.

CV-Mitarbeiter in Berlin gestorben
Am 4. September 1973 verstarb nach kurzer Krankheit unser Mitarbeiter und Berater in biblischen Fragen Br. Karl Labuszewski, Berlin, im hohen Alter von 91 Jahren. Unser Bruder stammte aus einer Familie mit 16 Kindern. Um 1910 begann er, sich dem Bibelstudium zuzuwenden, In den zwanziger Jahren wurde er Pilgerbruder, was heute etwa einem Bezirksaufseher entspricht. Die weltweiten Irreführungen durch die WTG von 1925 und andere Schriftwidrigkeiten wie die Vernichtung des Ältestenamtes, der christlichen Charakterentwicklung und des christlichen Obrigkeitsverständnisses mit ihren furchtbaren Folgen für Tausende bibeltreuer Geschwister, die Abschaffung aller ernsten Bibelforschung allein nach Apg. 17:10,11 hatten ihm die Augen geöffnet über die Abwegigkeit der WTG noch 1914/18, als auch ein Ende nicht gekommen war.

Ohne jedoch schriftgemäße Erkenntnis, auch des WT, zu verwerfen, setzte er sich mit anderen Brüdern und Schwestern, Ältesten und Pilgerbrüdern, für eine Neuorientierung in freien christlichen Versammlungen ein, wenn auch die WTG kompromißlos verdammte und ausschloß, wer ihre Abwege nicht mitging. Er wurde auf diese Weise einer der Brüder, die äußerst segensreich wirken konnten. Er hatte u. a. einen Hauptanteil an dem Vorrecht, dies besonders in Polen zu tun. Weiter wirkte er in der Schweiz, Österreich und in Frankreich. Er sprach auch polnisch, tschechisch und russisch. Unser Bruder war in erster Linie ein Mann dar Tat, der Arbeit. Auch in seinem beruflichen Leben als Schneidermeister, in seinen irdischen Verpflichtungen, war er bis in sein 82. Lebensjahr tätig. Vor allem ging er allezeit auf Grund seiner Erfahrung mit der WTG aktiv darin voran, alles schriftgemäß selbst zu prüfen und in eigener Verantwortung vor Gott und Menschen zu entscheiden, und diese Gabe der Erkenntnis durch nichts verschütten zu lassen, was es auch sei.

Nachdem die WTG 1966/67 mit der Festlegung des Datums 1975 ähnlich wie 1925 wieder eine weltweite irdische Irreführung begonnen hatte, erschien es unserem Bruder als Vorrecht, auch jetzt mit Rat und Tat beizutragen, Aufrichtigen zu helfen, einen schriftgemäßen Ausweg zu finden und mit schriftgemäßer Beratung der CV-Arbeit unter den Brüdern zu dienen. Als ein am Wort dienender Bruder der freien christlichen Versammlungen in der DDR tat er dies aus einem großen Erkenntnis- und Erfahrungsschatz heraus bis in die letzten Tage seines ungewöhnlich hohen Alters. Die körperlichen Altersbeschwerden ließen es nicht mehr zu, daß er an der jährlichen Tagesversammlung der freien Brüder und Schwestern im August 1973 in Karl-Marx-Stadt teilnahm. So waren es wirklich allerletzte Grüße, die er der Versammlung durch einen anderen Bruder ausrichten ließ. Seine letzten Beratungen und Arbeiten für CV konnte er ebenfalls nicht mehr vollenden. Der Tod brach auch sie ab.

Br. Labuszewski hinterläßt uns in dieser Zeit großer Veränderungen die Einsicht, daß auch die Christen allenthalben auf neue Art gefordert sind, daß wir nicht dogmatisch sein dürfen, auch denen gegenüber nicht, deren Form der Anbetung des einen Gottes und Christus sich von der unsrigen unterscheiden mag. Es können heute nicht alle auf dem gleichen Stand der Erkenntnis sein. Auch heute wächst die Erkenntnis noch überall. Wir müssen einander hierin ertragen lernen und einander in diesem Wachstum annehmen. Organisationen, Gemeinschaften und Vereinigungen sind äußerliche Formen, der Herr aber schaut auf das Herz. So dürfen wir nicht intolerant eifern, nur wir wären in der "Wahrheit". Die Schrift sagt sogar, daß die Gesetze Gottes selbst "den Heiden ins Herz geschrieben" seien. Römer 2:15.

Wir verlieren mit Bruder Labuszewski einen in Leben, Erfahrung, Glauben und Erkenntnis in der Nächstenliebe gereiften und dem Herrn ergebenen Mitarbeiter und Berater. Wir glauben, daß sich auch an ihm Offenbarung 14:13 erfüllt, daß er "ausruht von seinen Mühen, denn seine Werke folgen ihm nach".

In brüderlicher Liebe und Verbundenheit schreibt ein langjähriger Mitstreiter unseres Bruders diese letzte Würdigung seines ungewöhnlichen Christenlebens:
N a c h r u f
dem bis zum Ende seines Lebenslaufes treuen Nachfolger Jesu Karl Labuszewski, 16. 7. 1882 - 4. 7. 1973:
91 Jahre Deiner Lebenszeit flossen ins Meer der Ewigkeit,
wurden geschenkt durch Gottes Gnade.
Er war Dein Führer auf Deinem Pfade.
Wie schnell ist doch die Zeit vergangen
mit hartem Schaffen, Sorgen, Bangen.
Du hattest den Becher des Leides geleert, den Gottes Führung Dir beschert.
Auch nahmst Du von der Freudenschale,
die Gott Dir gab, gar viele Male.
Die Wahrheit erfreute Deinen Sinn,
dem Heiland gabst Du ganz Dich hin.
Er hat Dein Sehnen ganz erfüllt,
hat Deines Geistes Durst gestillt.
Du folgtest willig seinem Rat,
bezeugtest den Glauben durch die Tat.
Hast ausgestreut den guten Samen,
begossen ihn in Jesu Namen.
Zum Wachstum gab der Herr den Segen.
Er war dir nah auf allen Wegen.
Dein Pilgerlauf ist nun zu Ende,
wir falten dankbar unsere Hände.
Denn Dein Pilgerlauf war nicht vergebens.
Dein Name steht im Buch des Lebens.
Hab tausend Dank für Deine Müh',
wenn Du auch von uns bist geschieden,
in unserem Herzen stirbst Du nie.
Dein Mitpilger Joachim Bogatz

Die CV-Leitung ist dankbar für den - oft sehr kritischen - Rat, den Br. Labuszewski andererseits stets von ganzem Herzen gab. Wir glauben, dieser Nachruf zeigt zugleich auch die Liebe, die christliche Nachfolge und die Glaubenstreue Gott und der Schrift gegenüber, die - liebe Zeugen Jehovas - nach wie vor unter den "anderen" herrscht, die euch die WTG immer und immer wieder verteufelt.

Dies zu erkennen, ist sicherlich das Wichtigste und Wertvollste, andernfalls haben wir das, was die Schrift in 1. Kor. 13:4-7 über die Liebe sagt, in seiner tiefen Bedeutung nie verstanden.
CVN

Wie andere CV einschätzen
Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Stuttgart veröffentlichte in ihrem "Materialdienst" 5/73 eine Sicht von CV, in der es im wesentlichen heißt:
CV sei 1959 begründet worden von einem ehemaligen Versammlungsdiener Das Blatt werde heute in viele Länder verschickt. Dann schreibt die Zentralstelle:
"Obwohl die Zeugen Jehovas in der DDR seit 1951 verboten sind, befaßt sich die 'Christliche Verantwortung' fast ausschließlich mit der Verkündigung und Organisation der WTG". Nach eigener Aussage sei dies die erste Schrift dieser Art. "Hier ist also ein Kreis, der sich bewußt an die Zeugen Jehovas wendet. Er stellt jedoch nicht eine Glaubensgemeinschaft dar, die die 'Ehemaligen' sammeln will, sondern eine Gruppe scharfer Kritiker der WTG". Deshalb sei die Zeitschrift auch "kein biblisches oder geistliches Blatt", sie biete vielmehr "eine polemische Aufklärung", weil sie sich die Aufgabe gestellt habe, "die WTG ständig zu entlarven und die antihumanistischen Machenschaften dieser Organisation allen Geschwistern zur Kenntnis zu bringen", wie es in CV 37/'71 heiße. "So wird fortwährend die Leitende Körperschaft' in Brooklyn oder die Zentrale in Wiesbaden aufs Korn genommen. Es werden ihre 'Machenschaften', ihre Verbindung mit dem 'USA-Imperialismus' und dem westlichen Kapitalismus aufgedeckt, ihr militanter 'Antikommunismus' angeprangert. Da es in der DDR durchaus noch Zeugen Jehovas gibt - man kann hier nur von einem Verbot, nicht im eigentlichen Sinne von einer Verfolgung sprechen - wird die Arbeit der Studiengruppe CV von der Führung der DDR begrüßt. Die Studiengruppe beobachtet genau alle Vorgänge und Äußerungen der WTG, dokumentiert sie und versucht, ihre Bedeutung zu erfassen. Diese kritische und dokumentarische Funktion übt sonst keine Stelle im deutschen Sprachraum aus." -

Die Zentralstelle hat hiermit eine sehr interessante CV-Einschätzung vorgelegt, die sicher der notwendigen allgemeinen Orientierung sehr dienlich ist. Zu bemerken ist folgendes: Die WTG wurde schon im Herbst 1950 in der DDR verboten. Ob CV ein biblisches oder geistliches Blatt ist oder nicht, ist sicherlich sehr vom Verständnis der Bibel selbst abhängig, und das ist entwicklungsbedingt unter evangelischen, katholischen oder anderen Christen ungeachtet der Gemeinsamkeiten, die leider noch nicht immer im Vordergrund stehen, unterschiedlich. Die ideologische (politische) Ausrichtung eines jeden dürfte immer bedingt sein durch das soziale Milieu, durch die gesellschaftliche Umwelt und die soziale Verantwortung auch des Christen darin, der er ehrlicherweise nicht ausweichen darf. Das gilt auch für sozialistische Verhältnisse, hier vielleicht mehr denn je zuvor. CV versucht in der Tat, die Dinge in ihrer Bedeutung immer besser und klarer zu erfassen und darzustellen Es stimmt, daß die CV-Funktion einmalig im gesamten deutschen Sprachraum - weltweit - ist. CVN

Konrad Franke vom Mitarbeiterstab der WTG in Wiesbaden politisch im Blickpunkt
Kommentare
DAS, Hannes Burger, Hamburg. - Eine Stunde und 15 Minuten verliest Konrad Franke von Mitarbeiterstab der Wachtturm-Gesellschaft in Wiesbaden mit heiserer Stimme seine programmatische Rede zum Kongreßthema "Göttlicher Sieg - was bedeutet er für die bedrängte Menschheit?" … (Kongreß München 1973, CV)

Seine vielbeklatschte Quintessenz: "Trotz ihrer Religiosität steht die Christenheit als äußerst verwerflicher Feind Gottes da. Zusammen mit dem gottlosen Kommunismus und anderen Elementen der Welt ist sie gegen Gott. Die Christenheit muß weichen".
Frankes Politik aus erster Hand ist ganz auf politische Analphabeten zugeschnitten, kein Thema, das den kleinen Mann beschäftigt, ist ausgelassen, und die Deutung ist primitiv, streckenweise geradezu lächerlich. Aber sie bietet eine Lösung an, die allen Leicht- und Gerngläubigen verblüffend einfach erscheinen muß . . .

Dieses politisch-religiöse Gemisch aus Bibelverdrehung und Weltdeutung aus militanter Intoleranz, Drohung und Verlockung schließt mit der genüßlichen Schilderung des göttlichen Sieges in der entscheidenden Schlacht bei Har-Magedon, bei der herkömmliche Christen und Kommunisten nach der Gebrauchsanweisung aus der geheimen Offenbarung "lebendig in den Feuersee geschleudert werden, der mit Schwefel brennt", oder "mit dem langen Schwert getötet werden", jedenfalls so umkommen, daß "alle Vögel von ihren Fleischteilen gesättigt werden". Überleben werden dagegen nur die Zeugen Jehovas. -

Auf dem WTG-Kongreß "Göttlicher Name" im Juli 1971 in Westberlin hielt Konrad Franke den Vortrag "Die theokratische Organisation inmitten der Demokratien und des Kommunismus". Er wird von der WTG in der Tat immer mehr dazu gebraucht und eingesetzt, ihre antikommunistischen und anderen intoleranten Attacken vorzutragen, und den Einpeitscher des Antikommunismus zu spielen. Nun, er war es schließlich zusammen mit dem damaligen WTG-Zweigdiener Erich Frost, die den gesamten Zweig 1949/50 "als Kampfinstrument gegen den Staat" im WTG-Auftrag gegen die DDR und die dortigen "Gangster in Amt und Würden" führten, die "keine Obrigkeit vor Gott" für Christen seien, wie es in Entstellung der Bibel und übernommenem imperialistischen Sprachgebrauch verkündigt wurde Die "Säule" Erich Frost wurde noch 1961 wegen erwiesener Gestapo-Kollaboration gestürzt. Konrad Franke "steht" trotzdem noch. Siehe dazu "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft", Urania-Verlag Leipzig-Jena-Berlin 1970. Dies sind die "Säulen", die man hinstellt, um zu verhindern, daß es auch für Jehovas Zeugen zur Entspannung kommt, daß sie aufhören, gegen andere Christen und Nichtchristen zu hetzen und stattdessen "ehrbar mit ihnen wandeln". 1. Thess. 4:11, 12, Menge.

Wer immer nur sich selbst hört und nur seine eigene Meinung zur Kenntnis nimmt, wandelt wie jemand, der nichts als seinen eigenen Spiegel vor sich herträgt. -

WAS TUN?
ZUM INHALT DIESER AUSGABE
Von Jeremia wird uns berichtet, wie es angesichts von Unrecht und Vergewaltigung "in seinem Innern war, als wäre ein brennendes Feuer in seinen Gebeinen", was er nur mit Mühe zurückhalten konnte. Jer. 20:9. Aufrichtigen muß es einfach so gehen, wenn sie irgendein Unrecht sehen.

Wenn es göttlicher Grundsatz ist, ohne Ansehen der Person zu urteilen, sollten wir da etwa vor WTG-Kongreßrednern halt machen? Wer kann sich zurückhalten, wenn er z. B. sieht, wie die WTG entgegen den Weisungen Jesu und der Apostel die Finanzgesetze des Staates mißachtet In den Versammlungen selbst wächst die Skepsis, die Ungeduld, ja, der Aufstand und Abfall, weil immer mehr begreifen, daß es aus und vorbei ist mit der WT-Endzeit! Was da in den Kongreßvorträgen in gewissen Äußerungen sichtbar wurde, ist nur die Spitze des Eisberges. Lies noch einmal den Leitartikel dieser Ausgabe "Worauf kommt es jetzt an?". Du wirst ihn jetzt besser verstehen können. Berate dich mit den Brüdern und Schwestern deines Vertrauens. Niemand lasse sich mehr durch die "reichliche Beschäftigung", in der die Organisation jeden halten soll, vom wesentlichen ablenken, das die WTG jetzt selbst ändern will, wie wir sahen!

Doch wer wartet, kann die Dinge nur schwer begreifen und wird mit größter Wahrscheinlichkeit weiter "unmündig bleiben. Diese Zeit der fundamentalen Veränderungen verlangt vielmehr einen forschenden und prüfenden Geist, wie es nie zuvor der Fall war. Sie verlangt Brüder und Schwestern, die die Initiative ergreifen und sich mit den Fragen, die es zu lösen gilt, befassen, die schriftgemäßen Antworten erarbeiten und in den Versammlungen verbreiten. Überall unter den Aufrechten wird und Mus es einen Aufbruch geben zu "neuen Horizonten". Es ist ein Vorrecht, d a r i n jetzt ein Pionier zu sein. Vielleicht erweist es sich, daß die Hinweise, "worauf es jetzt ankommt", wie sie einleitend dargelegt wurden, sehr erweitert und vertieft werden müssen. Die Schaffung einer guten Übersicht, was überall wirklich gedacht wird, kann da sehr helfen. Mehr denn je gilt in dieser Veränderungszeit jetzt das Schriftwort, "mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis" und "gut aber steht's, wenn Ratgeber in großer Zahl da sind". Hosea 4:6, Sprüche 11:14. CV steht darin jedem zur Verfügung Die Zeit drängt.
Eure Brüder
CV-Leitung. Gera Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Böttchergasse 1. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,00. Versand auch kostenlos. A 1008-74 V 7 1 2398

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