Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 40

Diese Ausgabe vom Mai 1972, geht erstmals nach seiner Absetzung auf den Fall Willi Müller ein. Zweierlei ist zu diesem offenbar von Pape verfassten Leitartikel anzumerken.

1.) Y,,,, H... und einige andere Halbinformierte dieses Schlages behaupten, Müller wäre erst 1946 Zeuge Jehovas geworden. Dies habe ich schon früher bestritten und als Beleg dafür, auf einem im "Wachtturm" 1919 veröffentlichten Leserbrief von Müller verwiesen. Pape, der den Müller ja erheblich besser kennt, und schon vor "meiner Zeit" Kontakt mit ihm hatte, erwähnt nun, dass Müller 1912/13 zur Bibelforscherbewegung gekommen sei. Damit ist die Fehlinformation der Halbinformierten, auch auf diesem Wege widerlegt.

2.) Es ist richtig, daß zwischen Müller und Gebhard Spannungen bestanden, die sich als ein Gemisch aus sachlichen Differenzen, die auch ins persönliche umschlugen, erwiesen. Nachdem Müller 1973 verstarb, meint Y... nun sarkastisch konstatieren zu sollen:

"Ironischerweise (war es) Manfred Gebhard, der den Auftrag erhielt, einen Nachruf zu schreiben." Auch das ist sachlich falsch. Da gab es keinen "Auftrag" zu. Das war meine eigenverantwortete Entscheidung diesbezüglich. Überdies. Die "Christliche Verantwortung" hatte einen längeren Vorlauf. Sie musste als Formalie, erst im Ministerium für Kultur zur Genehmigung eingereicht werden. Danach, erst wenn von dort genehmigt und zurückgeschickt, konnte die Druckerei beauftragt werden. Letztere "warteten" unter DDR-Verhältnissen nicht gerade auf neue Aufträge. Das bewirkte, dass dort nochmals ein erheblicher Verzögerungsschub eintrat, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Ausgabe dann tatsächlich gedruckt vorlag. Mit meiner Vervielfältigung "Gespräche und Kommentare" war diese bürokratische Prozedur keinesfalls so ausgefeilt. Das erklärt auch, weshalb mein Nachruf eher vorlag, als der von der "Christlichen Verantwortung".

Dies alles wäre bei vernünftiger Recherche ermittelbar gewesen. Indem diese Fakten verschlammt wurden, sagt dies einiges über ihre Autoren aus.

Ein kleiner sachlicher Fehler in dieser CV-Ausgabe ist zu korrigieren. Es wird unterstellt, dass die Zeitschrift aus der frühen Bibelforscherbewegung in der Schweiz, namens "Die Aussicht", später dann noch die Namen von WTG-Zeitschriften angenommen habe. Dies ist sachlich falsch. "Die Aussicht" blieb zeit ihrer Existenz in organisatorischer Hinsicht, von der WTG unabhängig. Gleichwohl waren besonders in der Frühzeit, "Wachtturm"leser auch Leser der "Aussicht", wie auch umgekehrt.

"Logos Dulos" (ein offensichtliches Pseudonym) nannte sich jener Rezensent, noch heute zum Umkreis der "Brücke zum Menschen" gehörend und selbst Verfasser einer Dissertation über die Zeugen Jehovas, der mit die erste westliche Besprechung zum DDR-Buch von 1970 publizierte. Sehr zum Missfallen der heutigen WTG-Apologeten, hält sich seine damals ausgesprochene Kritik an jenem Buch, in Grenzen. Danach noch eine Referierung des Inhaltes jenes Buches, verfasst vom geographischem Standort DDR aus. Wenn zwei ein gleiches Thema behandeln, so muss das noch lange nicht dasselbe sein. Man kann den Schwerpunkt legen z. B. auf solche Aspekte, wie den Kampf eines zum Tode im NS-Regime verurteilten Zeugen Jehovas um sein Leben (so geschehen in einer früheren CV-Ausgabe). Man kann diesen Zynismus aber auch geflissentlich übersehen (und sei es nur, durch nicht ansprechen) dieser wahrhaft unglückseligen Passagen.

CV Christliche Verantwortung

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Konto-Nr. 4562-43-8015 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Gera

Nr. 40 Gera März 1972

Christliche Verantwortung Jahrgangsmäßig zusammengefasst 1972

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