Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 4
thematisiert insbesondere das vermeintlichen "Unpolitischsein". Der WTG-Funktionär Willi Pohl wird mit seiner Aussage zitiert: "Wenn wir uns nicht mit Politik befassen, dann können wir einen Spruch nach dem anderen aus der Bibel entfernen." Dieser Feststellung ist durchaus zuzustimmen. Der Knackpunkt liegt darin, dass die WTG-Politik den DDR-Machthabern nicht genehm war und sie dies unter der unseriösen These eines angeblichen "Unpolitischseins" noch zu verschleiern suchten. In diesem Kontext werden interne WTG-Anweisungen an die DDR Zeugen Jehovas zitiert sich als "unwissend" hinzustellen, gemäß dem WTG-Grundsatz der "theokratischen Kriegslist". Es ist offensichtlich, dass die DDR-Behörden nicht bereit waren auf dem Leim dieses Dummenfanges zu kriechen. Dies ließen sie also mit dieser CV-Ausgabe den Zeugen Jehovas auch offiziell wissen.
CV Christliche Verantwortung
Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Nr. 4 Gera Juli 1966
In der nächsten Ausgabe:
In den nächsten Ausgaben: Die angekündigten und noch nicht erschienenen Artikel werden nachgeholt. Sie wurden wegen Platzmangels zurückgestellt.
"Es war mein Vorrecht!"
WTG-Zweigdiener Konrad Franke
1933 loyal zum antisemitischen Hitlerfaschismus
Glaubt die WTG an ihre göttliche Leitung?
WT vom 15. September 1965
Wir sollten das Haus unseres Gottes nicht vernachlässigen
Liebe Brüder und Schwestern!
Die obigen Worte aus Nehemia 10:39 NW sind der von der WTG bestimmte Jahrestext für 1966. Der WTG-Kommentar dazu im Jahrbuch 1966 zeigt, daß die WTG es jetzt als Hauptaufgabe ansieht, alle mehr denn je um die WTG-Organisation, als "Haus Gottes" zu scharen und fest an sie zu binden. Bei der zunehmenden Zahl von Brüdern und Schwestern die der WTG nicht mehr bedenkenlos folgen und sich auf ihrer eigene christliche Verantwortung besinnen, ist dieser Jahrestext nur zu verständlich. Br. Olyn R. Moyle, Brooklyn, Oberster WTG-Rechtsberater, von der WTG abgewandt.
Eine Schwester sagte einmal, wenn die WTG nicht Organisation oder Haus sei, dann will sie überhaupt nichts mehr glauben. Das zeigt, daß die eigentliche Bindung unter den Zeugen Jehovas mehr der Organisationsglaube als der persönliche Glaube an Gott und die Bibel ist. Der Gottesglaube ist auf jeden Fall dem Organisationsglauben untergeordnet Das stimmt nicht? Oh doch! Ist es nicht die WTG berichten, oder der WT, der bestimmt, wie Du die Bibel zu erklären weit es nicht schon geschieht. hast? Bestimmt der WT damit nicht die Bibel zu erklären hast? Bestimmt der WT damit nicht die Form Deiner Gottesanbetung und das, was Du als Gottes Willen anzusehen hast? Ist damit nicht in Wirklichkeit die WTG die letzte und höchste Instanz? Nicht die Bibel bestimmt über die WTG, sondern die WTG bestimmt über die Bibel und damit über Gottes Willen. Lies folgende WT-Auszüge um das zu erkennen: "Es mögen der Organisation Dinge geschehen, die wir nicht verstehen. Die Diener mögen einer Handlungsweise folgen, die wir als unrichtig erachten. Deswegen Kritik zu üben, würde eine unvernünftige Haltung verraten." (WT 1. 1957, S. 408, 412)
"Der Sklave (WTG) erfüllt dadurch seine eigene Pflicht vor Jehova, daß er das Werk Jehovas tut Daher ist der Wille des Sklaven der Wille Gottes, Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Gott" (WT 1. 8. 1956, S. 474). "Der Rat (der Organisation) stimmt mit seinem (Jehovas) Willen überein." (WT 15. 9. 1965, S. 560). Der Rat der Organisation bestimmt also, was Jehovas Wille ist. Das ist nicht nur der Sinn dieser WTG-Äußerungen, das ist auch die Praxis. In CV 2 hatten wir von einem Westberliner Bruder berichtet, der ausgeschlossen wurde, weil er darauf beharrte, daß es u. a. nicht Gottes Wille ist, was die WTG über die Obrigkeit verkündigte, sondern was Römer 13 ohne WT-Auslegung sagt.
Der Fälle sind viele, die Bedenken dagegen erheben, die WTG als Haus Gottes anzusehen. Um alle Brüder und Schwestern zu nennen, welche wegen dieser Bedenken ausschieden würde unser Blatt kaum ausreichen, deshalb wollen wir nur einige von den verantwortlichen führenden , Brüdern nennen:
Br. Georg H. Fisher, USA, Verfasser Schriftstudien VII, von der WTG abgewandt.
Br. C. C. Binkele, Leiter des Zentraleuropäischen WTG-Büros in Bern, von der WTG abgewandt.
Br. F. W. Salter, WTG-Zweigdiener von Kanada, von der WTG abgewandt.
Br. Paul Balzereit, WTG-Zweigdiener Deutschland, von der WTG abgewandt.
Br. Jesse Hemery, WTG-Zweigdiener England, von der WTG abgewandt.
Br. Olin R. Moyle, Brooklyn, Oberster WTG-Rechtsberater, von der WTG abgewandt.
Br. Hayden C. Covington, Brooklyn, Oberster WTG-Rechtsberater, aus den WTG-Sonderdienern entfernt.
Br. William J. Schnell, Bethelangehöriger in Magdeburg und später in Brooklyn, wandte sich 1956 von der WTG ab. Wir werden über alle diese Fälle ausführlich berichten, soweit es nicht schon geschieht.
Aber auch in den Versammlungen erkennen immer mehr Brüder und Schwestern, daß die WTG nicht Gottes Haus oder Werk ist. Immer mehr erkennen sie, daß sie ihre eigene christliche Verantwortung angesichts der Tatsachen über die WTG bisher unverantwortlich vernachlässigt haben. Nicht das von Menschen errichtete WTG-Werk ist das Haus oder der Tempel Gottes. Der Herr wohnt nicht in menschlichen Gebilden oder Menschenwerk. (Apg. 4:17) "Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid?" sagt der Apostel Paulus in 1. Korinther 3:16. Das heißt doch wohl, daß nicht eine Organisation entscheidend ist, sondern der einzelne Christ persönlich zählt vor Gott!
Das sollte uns alle mahnen, uns von jedem Organisationsglauben frei zu machen und zu eigener, persönlicher christlicher Verantwortung zurückzukehren. Laßt es nicht zu, daß Ihr dem Organisationsglauben verfallt. Denkt nicht so "theokratisch", wie es die WTG Euch empfiehlt. Kauft und verkauft nicht die WTG-Religion! - Statt dessen tut Gutes, wo immer Ihr könnt. Nicht zu Organisationsglauben mahnte Paulus, sondern zu dieser eigenen, persönlichen christlichen Verantwortung im 2. Tim. 2:7: "Suche dir den Sinn meiner Worte klar zu machen, der Herr wird dir schon Verständnis für alles geben." (Me)
Laßt das Christentum in Eurem Herzen zu einer Macht des Guten werden. Anstelle des theokratischen Denkens der WT-Religion des Kaufens und Verkaufens werdet Ihr jetzt sein Wort studieren und niemand etwas anderes schulden als Liebe. Eure kostbare Zeit werdet Ihr jetzt dazu verwenden, sein Wort zu ergründen. Ihr schuldet niemand eine Abrechnung, einen Zeitbericht oder die Erfüllung von Quoten. "Alle Dinge dienen denen zum Guten, die den Herrn lieben", ohne Erfüllung des Wachtturm-Solls. Ihr könnt sicher sein, daß der Herr weiß, was Ihr tut und lasset! Rö. 8:28.
Liebe Brüder und Schwestern, welch eine Erlösung wird das sein, wenn Ihr dem Versammlungsdiener und anderen Dienern sowie auch der Klasse des sich selbst ernannten "treuen und klugen Knechtes" keine Rechenschaft mehr über Euer Tun zu geben braucht, um von ihnen kritisiert und gerichtet zu werden. Wie glücklich werdet Ihr sein, wenn die Wachtturm-Ketten eines Tages von Euch fallen. Ihr seid Gott und dem Herrn verantwortlich. 1. Petr. 3:8-17. "Und so wollen wir das Haus unseres Gottes nicht verlassen", darauf allein kommt es an, nicht auf die Organisation. in Übereinstimmung damit ist auch unser Anliegen. Dich immer wieder anzusprechen, christliche Verantwortung vor Gott und den Mitmenschen zu fördern.
"So laßt uns denn nicht weiterschlafen wie die übrigen, sondern laßt uns wach und besonnen bleiben." - 1. Thess. 5:6 (NW).
Wir grüßen Euch herzlichst mit 1. Thess. 5:11
Bruder Willy Müller
65 Gera, Lutherstraße 16, und Mitarbeiter
Jehovas Zeugen - Gesellschaftsfeindlich?
Was man in vielen Versammlungen wirklich denkt (I. Teil)
Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß unter verantwortungsbewussten Brüdern und Schwestern allenthalben echtes, urchristliches kritisches Denken bezüglich der gesellschaftlichen Verhaltensweise, die der WT verlangt, im Zunehmen ist. (Apg. 17:11) Zugleich zeigt das auch, was in vielen Versammlungen immer mehr Gegenstand der Sorge und des Nachdenkens wird. Alle bisherigen gesetzlichen Konflikte auf Grund des Verbots, haben nämlich immer wieder offenbar gemacht, dass es um keine religiösen oder christlichen Fragen geht, sondern immer nur um die gesellschaftspolitische Dinge in der WTG-Tätigkeit bzw. -Verkündigung.
Natürlich sieht das auch die Gesellschaft Es bleibt ihr nichts weiter übrig, als zu versuchen, die brechenden Dämme zu halten. Schon eine ganze Reihe von Dienern beharrt jedoch auf den kritischen Positionen in dieser Sache. Es bahnt sich hier eine Auseinandersetzung an, die wir mit einer Anzahl Beiträgen unterstützen könnten, um den Brüdern zu helfen.
Ohne auf die kritischen Gedanken der Brüder im einzelnen einzugehen verneint, der WT jede Art von Gesellschaftsfeindlichkeit ihrer Tätigkeit mit folgenden Worten:
"Wenn Jehovas Zeugen an Handlungen teilnähmen, die zur Vernichtung menschlichen Lebens oder zur Mißachtung von Gesetz und Ordnung beitragen, wären sie allerdings gesellschaftsfeindlich." (WT 15. 9. 65 S. 169).
Wie die Unterhaltungen über diesen WR-Artikel beweisen, löst der WT mit seiner Leugnung jeder Gesellschaftsfeindlichkeit die entstandenen Probleme in den Versammlungen nicht. Brüder äußern sogar, daß die Zeit, Diskussionen zu unterbinden und geistlich zu bevormunden, vorbei ist. Man habe schon zuviele WT-Irrtümer gerade auch mit politischer Bedeutung, wie Obrigkeit usw. hinnehmen müssen.
Ältere Brüder denken auch an das große Umorganisieren in den Jahren 1924-26 in Deutschland. Während dieser Zeit wurden 75 Prozent der leitenden Brüder in den Versammlungen abgesetzt, weil sie für die neue Richtung in der WTG nicht tragbar waren. Einen Präzedenzfall von Gesellschaftsfeindlichkeit schuf die WTG-Leitung dann 1938 in Atlantic City, New Jersey. Auf der Strandpromenade wurde unter Tausenden von Zeugen Provokationen gegen die Obrigkeit durchgeführt, welche den neuen Kurs zur Ausführung brachte. 17 Personen wurden verhaftet, darunter auch Kinder. Weitere Provokationen folgten dann in Ohio und in anderen Ländern. Man wollte in Brooklyn Märtyrer haben zu Propagandazwecken, um das Geschäft des Bücherverkaufs zu heben. Auch damals behauptete man, man sei nicht gesellschaftsfeindlich, genau wie heute. (Falsche Zeugen wider mich, Seite 134-36).
Mit Politik nichts zu tun?
Bevor wir die einzelnen Argumente und Ansichten, vieler Brüder zum WT-Thema Gesellschaftsfeindlichkeit behandeln, möchten wir auf eine Art grundsätzlicher Diskussion in vielen Versammlungen zu dieser Sache eingehen. Eine Anzahl Versammlungsdiener geben, unter vier Augen zu, daß der WT eigentlich doch mit Politik zu tun hat. Es ist ihnen unwohl dabei, vor Außenstehenden immer zu beteuern, man habe mit Politik nicht das Geringste zu tun, wo doch in der Verkündigung und in den Schriften teilweise schärfste politisch Äußerungen und Angriffe vorgetragen werden. Das könne man nicht bestreiten ,und es gehe schon jahrelang so.
Gefragt, wie er das beweisen will, verwies ein älterer Versammlungsdiener, Überrestmitglied, auf viele Einzelheiten. Er entsinne sich z. B. noch, wie Bruder Frost auf dem Berliner Waldbühnenkongreß 1949, vor dem Verbot, die DDR-Regierung als "rote Marionetten der Ostzone" angegriffen und geschmäht hat Dann kam 1953 das Studienbuch "WAS HAT DIE RELIGION DER MENSCHHEIT GEBRACHT?" worin gleich zu Anfang ganz scharfe Politik gemacht wurde, indem die Kommunisten als "rote Faschisten" angegriffen wurden was auch eine politische Schmähung ist. Auch hierbei sei ihm von, Anfang an unwohl gewesen. Dann nannte er das fast allen bekannte Studienbuch "DEIN WILLE GESCHEHE AUF ERDEN". Darin ist wieder von "habgierigen Kommunisten", "kommunistischer Marionettenstaat" und ähnlichem die Rede, was wieder Spott, Hohn und politische Schmähung ist. Wie kann man da vor sich selbst ehrlich der Ansicht sein, man habe mit Politik nicht das G e r i n g s t e zu tun? Das könne man ehrlicherweise nicht. Dazu kommt noch die neue "König-des-Nordens"-Auslegung in diesem Buch, die jetzt politisch auf den Kommunismus bezogen wird. Das hätte die Gesellschaft lieber nicht bringen sollen, wo doch, der Nordkönig schon zwar "endgültig" und doch falsch ausgelegt wurde, zuerst auf Napoleon und dann auf Hitler. Wer will da einem Außenstehenden übelnehmen, die Glaubwürdigkeit des WT anzuzweifeln? Es sei peinlich, sich z. B. 5. Mose 18:20 vorhalten zu lassen, oder Titus 3:2, wo jedes Schmähen vom Apostel untersagt wird.
Es ist so, wie der Bruder zum Ausdruck brachte. Es ist ein Widerspruch zwischen der immer wieder betonten politischen Neutralität des WT und den politischen Äußerungen die vorgebracht werden Man muß doch bedenken, daß das nicht verborgen bleiben kann. Eine Schwester schilderte ihre Situation, als ihr behördlicherseits diese politischen Äußerungen des WT vorgelegt wurde. Sie wußte nichtwas sie machen sollte. Sollte sie den Behörden ins, Gesicht sagen, sie seien "habgierige Kommunisten" und "rote Faschisten", wie es die WTG mit den Schriften gleichsam verlangt? Das konnte sie unmöglich tun, wollte sie nicht umgehend wegen politischer Beleidigung und Diffamierung belangt werden. Mit solchen WT-Äußerungen wird ja den Behörden das Argument gegeben, daß die Zeugen auch politisch vorgehen. Sollte sie sich deshalb von diesen WT-Äußerungen distanzieren? Damit müsste sie die Gesellschaft gewissermaßen verurteilen, die den Verkündiger mit diesen politischen Äußerungen belastet. Müßte sie aber damit nicht die Organisation Jehovas antasten? Sie schwieg also zu allem, innerlich hin- und hergerissen, weil sie merkte, daß sie alles andere vor sich hatte, als ein unpolitisches Problem. Sie fühlte, daß sie mit einem Bekenntnis zu diesen politischen WT-Äußerungen in folgenschwerste politische Fragen geriet, denen sie sich überhaupt nicht gewachsen sah. Sie las ja kaum die Tageszeitung, wie sollte sie sich da in den großen Ost-West-Fragen zurechtfinden. Sie sagte sich, daß es unverantwortlich ist, was der WT dem einfachen Verkündiger an politischen Dingen und Äußerungen zu verantworten aufträgt.
Es ist nicht unsere Absicht, die WTG davon abzubringen sich politisch zu ändern. Wie Jesus trotz noch so scharfer und harter Rede (in Matth. 23) die damaligen Religionsführer nicht umstimmen konnte, so können auch wir die WTG-Führer nicht umstimmen. Aber Jesu Vorgehen lehrt uns dennoch in die Auseinandersetzung mit den WT-Ansichten zu treten, unerbittlich und konsequent. Nicht wegen der WTG,sondern wegen der vielen Brüder und Schwestern, die von ihr in Gewissensnöte gebracht werden und die nach Auswegen suchen
Mögen die Brüder und Schwestern, die uns immer noch entgegnen möchten, Jehovas Zeugen oder die WTG hätten mit Politik nichts zu tun, wir wollten ihnen hier nur Politik aufdrängen, folgendes bedenken. Es gäbe keine gesetzlichen und rechtlichen Konflikte für die Zeugen, und auch wir würden keine Veranlassung haben, die Brüder und Schwestern allenthalben anzusprechen, wenn die WTG nicht selbst politisch vorgehen würde, wie es die Zitate aus den Schriften zeigen. Der WT selbst stellt schließlich die Frage der Gesellschaftsfeindlichkeit, nicht wir. Die Verkündiger verfassen keine Bibelauslegungen und Artikel, Broschüren und Bücher mit politischen Äußerungen und Schmähungen wie "rote Faschisten" usw. Die WTG ist es. Ist es nicht ein Selbstbetrug, sich da dem Glauben hinzugeben, mit Politik nichts zu tun zu haben? Stellt die WTG die Zeugen in Wirklichkeit nicht auch hinein in schärfstes politisches Vergehen?
Es wird aber auch noch genug Diener geben, die in blindem WT-Gehorsam jede in christlicher Verantwortung geführte Diskussion über die WTG-Politik zu unterbinden suchen mit dem Argument, man habe mit Politik nichts zu tun. Entgegnet ihnen folgendes: Wenn wir mit den Schriften die schärfsten politischen Äußerungen, Angriffe und Herausforderungen verbreiten und verfechten sollen, dann ist das in Ordnung? Aber wenn ein Außenstehender die Sache aufdeckt, um es vor Augen zu halten, dann ist es Verleumdung, weil wir mit Politik nichts zu tun haben? Welcher ehrliche Mensch soll uns das abnehmen? Der Apostel mahnt uns: "Liebe Brüder, zeigt euch nicht als Kinder in der Urteilskraft, nein, an Bosheit sollt ihr Kinder sein, aber hinsichtlich der Urteilskraft gereifte Menschen!' 1. Kor. 14-.20. Wir haben die Pflicht, zu einem gereiften Urteil in allen Fragen zu kommen.
Unser nächster Beitrag zum WT-Thema Gesellschaftsfeindlichkeit lautet:
KEIN POLITISCHER WTG-EINFLUSS?
Was zu erwarten ist, mögen die Jüngerworte aus Joh. 6:60 andeuten: "Diese Rede ist hart (anstössig, NW), wer kann sie anhören?'
Wie Du die WTG-Politik verantworten sollst
Zur Untergrund-Königreichsdienstschule (KRDSch)
Königreichslehren - Lehrstück B
Auf Umwegen erhielten wir Einblick in die Lehrstücke der KRDSch. Zuvor dazu einige Worte aus der Vergangenheit von Bruder POHL, damals 'Leiter der WTG für die illegale Tätigkeit in der DDR von Westberlin aus. In der internen Besprechung der Versammlungsdiener am 31. 7. 1959 früh um 9.00 Uhr in der Ostpreußenhalle am Funkturm in Westberlin äußerte er sich sinngemäß nach dem Vorlesen unserer Briefe, welche die WTG-Politik anprangerten. "Wenn wir uns nicht mit Politik befassen, dann können wir einen Spruch nach dem anderen aus der Bibel entfernen, denn alle wahren Christen sind von den Herrschern angegriffen worden und hatten gegen sie zu kämpfen". Diese WTG-Einstellung sei unserem Artikel hier zum besseren Verständnis vorangestellt Es muß dazu natürlich noch bemerkt werden, daß POHL hier wieder einmal eine politische Unwahrheit sprach und die Diener falsch unterrichtete. Erstens waren David, Salomo und andere Gotteszeugen aus dem alten Testament nicht nur Gottesgläubige, sondern zugleich auch Staatsführer, Militärs oder Heerführer und Fürsten, die zwangsläufig auch politische und militärische Konflikte und Kämpfe zu bestehen hatten. Zweitens unterscheiden sich Christen grundsätzlich von solchen früheren Gotteszeugen, da Christen unter, einem Neuen Bund stehen, der in keiner Weise mehr mit dem Alten Bund und seiner nationalen Bedeutung für Israel identisch ist. Deswegen mußte auch Pilatus über Christus, das Vorbild aller Christen, erklären, als ihn die damaligen jüdischen Religionsführer des Kampfes gegen den römischen Staat und Herrscher anklagten. "Ich finde keine Schuld an diesem Manne". (Lukas 23:4) Auch kein Apostel hat den politischen Herrschern seiner Zeit den Kampf angesagt. Römer 13:1-6, 1. Petr. 2:13-17. Im Gegenteil, so viel an euch liegt, haltet mit allen Menschen Frieden. Rö. 8:12.
Wir wollen nun eine die Brüder oft bewegte Frage zum politischen Verhalten der Verkündiger behandeln. Dazu diene das genannte Lehrstück B der KRDSch. Es ist bekannt, daß es der WTG-Leitung seit 1947 angelegen war, die Hetze gegen sozialistische Länder von Jahr zu Jahr immer mehr zu steigern. Diese antikommunistische Hetze in der Verkündigung und die Angriffe und Verleumdungen werden auch in der Jetztzeit mehr oder weniger fortgesetzt. Erinnert sei an die Thesen "Kommunismus ist ein Wahn wilder Tiere" (WT 1. 6. 1952) oder Kommunisten seien "rote Faschisten" (Was hat die Religion der Menschheit gebracht, S. 10) oder "die Arbeiterklasse ist nicht berechtigt", in der DDR zu regieren (WT 1. 3. 1965, S. 144), um nur einige von den vielen zu nennen. Die Bibel verbietet einem Christen solche Schmähungen in Titus 3:1,2. Daher ist es verständlich, wenn Brüder fragen: Sind wir da noch politisch neutral, wie es die WTG-Leitung versichert? Wir als Zeugen Jehovas wollen mit solchen Verleumdungen und Hetzthesen nichts zu tun haben und verurteilen das.'
Das Lehrstück B der KRDSch sagt jedoch dazu: "Wenn Brüder äußerten, daß sie nicht für die Veröffentlichungen der Gesellschaft verantwortlich wären, könnten unsere Gegner das als Distanzierung auffassen und protokollieren, daß auch Jehovas Zeugen meinen, in ihren Veröffentlichungen erscheinen 'Hetzartikel', was aber gar nicht der Fall ist. Jehovas Zeugen veröffentlichen keine tendenziösen Nachrichten, die nur e i n e Regierungsform bloßstellen."
Die Maske der Neutralität wird hier abgelegt. Die WTG-Leitung geht aufs Ganze: Du sollst diese Hetze p e r s ö n 1 i c h verantworten, Du sollst sie billigen! Damit steht grundsätzlich fest: Du hast dich als Verkündiger zu den WTG-Hetzartikeln zu bekennen und sie als Deine Auffassung zu vertreten, das sei Deine Pflicht auch, wenn Du anders denkst. Denken will für Dich die WTG-Leitung, der Pflicht des Denkens sollst Du enthoben sein. Wir sagen, dazu, handelst Du so, wie es Dir von dort geboten wird, dann bist Du zwar für die WTG ein brauchbares Glied, aber nicht als Christ.
Dieweil intern die Maske der Neutralität abgelegt wird, heuchelt man den Behörden laufend weiter politische Neutralität vor. So wurden die GD mit WTG-Information vom 25. 2. 1950 schon damals angewiesen, vor den Behörden zu erklären; Jehovas Zeugen seien völlig neutral und nähmen weder für noch gegen eine Nation, Partei oder Richtung Stellung. 1957 verfaßte die WTG-Leitung eine Petition an die Sowjetregierung mit der Beteuerung, Jehovas Zeugen hätten sich in keiner Weise irgendwie politisch betätigt! (WT 15. 4. 1957) Seit 1947 schon häufen sich indes die besonderen Beweise, daß diese Beteuerung falsch ist. Wir verweisen auf die einleitend genannten WTG-Hetz-Zitate. Hier trifft der Ausspruch Jesu auf die WTG-Leitung besonders zu: "So erscheint ihr von außen zwar vor Menschen gerecht, im Innern aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzesbruch." (Mtth. 23:28)
Die WTG gibt zu, mit ihren politischen Artikeln ganz bestimmte Ziele zu erreichen. Sie gibt an: " . . . ungerechte Handlungen aufzudecken und weltweit zu publizieren, damit die gesetzlosen Herrscher ihre ungerechten Handlungen und Maßnahmen einstellen." (KRDSch.). Bei genauer Betrachtung ist es aber so, daß die sozialistische Entwicklung und Gesellschaft als "ungerecht und gesetzlos" bekämpft wird und das kapitalistische System nicht.
Zum Beispiel bringt die WTG-Leitung in "Erwachet" vom 22. 9. 1965 einen Artikel über Vietnam. Hiermit stellt sie unter Beweis, daß sie immer bereit ist, "tendenziöse Nachrichten" zu verbreiten. Dabei läßt sie auch ihre Versicherung außer acht, daß sie niemals e i n e Regierungsform bloßstelle.
Der Vietnamartikel ist eine einzige Verteidigung der USA-Handlungsweise Die Vertreter der nationalen Interessen Vietnams werden darin als Aufrührer und Rebellen bezeichnet und, die hierfür maßgeblichen antikommunistischen Doktrinen von USA-Präsident Johnson werden anerkannt. Damit stellt die WTG-Leitung klar heraus, daß sie bereit ist eine eindeutige Parteinahme kundzutun, die den Interessen des kapitalistischen Systems dient. Damit beweist sie wieder einmal mehr ihre Einseitigkeit und zeigt klar und deutlich, dar ihre Neutralitätsversicherung erlogen ist.
Du aber, lieber Verkündiger, sollst die WTG-Politik als gerecht anerkennen und verteidigen. Die angeblich von Jehova gebilligte Königreichsdienstschule verlangt das mit den Worten "Wir sollten bestimmt unserer Überzeugung Ausdruck verleihen, daß die Berichte in unserer Literatur der Wahrheit entsprechen. Der Artikel kann uns zwar unbekannt sein." (KRDSch)
Wir aber sagen mit der Schrift, hüte Dich vor Bekenntnissen zu Dir unbekannten Berichten! Vielmehr: "Vergewissert euch aller Dinge"! 1. Thess. 5:21, Spr.. 6.1 Zürch. B.
Nochmals zurück zu den unwahren Worten von Bruder POHL: "Wenn wir uns nicht mit Politik befassen dann könnten wir ja einen Spruch nach dem anderen aus der Bibel entfernen." Wie wirst Du Dich entscheiden, lieber Verkündiger, liebe Verkündigerin? Willst Du trotz aller Warnungen diese WTG-Politik vertreten, dann mußt Du auch die Folgen tragen. Denke daran: "Wenn Du dann nicht zu zahlen vermagst, so wird man Dir das Bett unter dem Leibe wegnehmen!" Spr. 22:27.
Großes Neuausrichten auf eine weitere Generation im Gange!
Jehovas voranschreitende Organisation?
Ein aufmerksamer Überblick über den WT in der jüngsten Zeit läßt uns ein äußerst bedeutsames internes Vorgehen der WTG erkennen. Es ist ein großes Umstellen im Gange, gewissermaßen ein weiteres Verschieben der sog. heutigen Zeit des Endes, ein Ausdehnen oder Erweitern auf eine neue Generation! Die gesellschaftliche Entwicklung geht wieder über die WT-Endzeit-Bibeldeutungen hinweg. Es geht der WTG darum, daß den Verkündigern diese Krise nicht bewußt werden soll. Darum müssen wir diese signalisierenden Vorgänge jetzt ebenfalls betrachten.
Zuvor möchten wir eine Übersicht geben über die gesamte Periode, die von der WTG bisher als sog. Zeit des Endes erklärt worden ist. Das wird speziell für die jungen Geschwister sensationell sein! Wir möchten dazu bemerken, daß all diese Fakten jedesmal als sog. göttliche Wahrheiten gepredigt stets als Licht von Jehova dargestellt wurden, wobei jedesmal betont wurde, daß sie keine private Auslegung sind. Das ist der, entscheidende Gesichtspunkt, den man dabei fest im Sinn behalten muß!
So wurde im Namen Jehova verkündet:
1799 endgültige Nordkönigerfüllung durch Napoleon (Schriftst. 3/1926, S. 34, 37) Beginn der Zeit des Endes (Schriftst. 3/1926 dto.)
1864 Die internationale Erfüllung von Zeph. 3 :8, 9 betr. Versammlung der Nationen (Schriftts. 1/1926, S. 302)
1873 Beginn des 7. Jahrtausends (Schriftftst. 2/1926, S. 31)
1874 Wiederkunft Christi, genaues Datum (Schriftst. 2/1926, S. 165, 203, 225)
1878 Babylon gefallen (Schriftst. 3/1926, S. 140) Christus tritt Herrschaft an (Schriftst. 3/1926, S. 138)
1878 Nationalkongreß Berlin, Rückkehr der Gnade Gottes zu den Juden. (Schriftst. 3/1926, S. 232-292)
Herzl von Jehova erweckt, Zionismus erfüllt Hes. 37: 1-14 (Trost f. d. Juden 1925, S. 98-101)
1881 Ruf zu himml. Herrlichkeit zu Ende (Schriftst. 1/1926, S. 355/57)
1886 Politische Regierungen sind Obrigkeiten von Gott (Schriftst. 3/1926, S. 255)
1890 Pyramide von Gizeh erfüllt Jes. 19: 19, 20 (Schriftst. 3/1926, S. 303-306)
1897 Zionistenkongreß in Basel ein Wunder Jehovas 206-Knochen-Wunder! (Leben 1929, S. 177)
1899 Tier-Erfüllung Offb. 17 (Licht 2/1930, S. 83, 91)
1914 Sturz aller Regierungen (Schriftst. 2/1926 S. 232) 1914
Harmagedon zu Ende! (Schriftst. 2/1926, S. 97) Auferstehung der Fürsten (Schriftst. 4/1916, S. 325) Neue Tier-Erfüllung Offb. 17 (Licht 2/1930. S. 91)
1915 volle Gnadenstellung der Juden bei Jehova. (Schriftst, 2/1926, 8. 212)
1916 Ende des Elia-Werkes (Prophezeiung 1929, S.205/8)
1918 Christus tritt Macht an nach neuer Wiederkunft (Gott bleibt wahrhaftig)
1919 Neue Tier-Erfüllung Offb. 17 (Licht 2/1930, S. 91) Neue Fürstenauferstehung (WT 1. März 1952)
1925 Neue Fürstenauferstehung (Millionen-Brosch. 1920) Harmagedon zu Ende! (Ebenda S. 104)
Weltregierung Abrahams in Jerusalem (Der Weg zum Paradies 1924)
1930 Fürstenvilla in San Diego/USA, Fürstenauferstehung in wenigen Jahren (Die Neue Welt 1942, S 104)
Politische Regierungen keine Obrigkeiten von Gott (JZ in Gottes Vorhaben, 1960 S. 124)
1932 Vertreter der 1886-Obrigkeitswahrheit in den 2. Tod (Bewahrung, 1932, S. 31, 32, 98, Rechtfertigung 2/1932, S. 232)
1939 Neue Tier-Erfüllung Offb. 17 (Babylon-Buch S. 586) Neue endgültige Nordkönigerfüllung (Die Neue Welt, 1942, S. 339)
1939 Einleitung von Harmagedon (Dein Name werde geheiligt, 1963, S. 319, 329)
1942 Neues Ende des Elia-Werkes (Dein Name, werde geheiligt, 1963,S. 326
1945 Harmagedon innerhalb 20 Jahren (Trost/Erwachet 1. Juni 1945, S. 10, 11 - Kongreß Zürich) Neue Tier-Erfüllung-Offb. 17 (Babylon-Buch S. 587)
1962 Politische Regierungen wieder Obrigkeiten von Gott (WT 1963, Nr. 1-3) Harmagedon-Diskussionen unterdrückt (WT 1. August 1962; S. 477)
1964 Der kommenden Generation verkünden (WT 15. Mai 1964, S. 301)
"Unsere Generation" in WT-Zweckerklärung ausgemerzt (WT 1. Febr. und 15 Febr. 1964)
Die Übersicht zeigt, daß der WT sog. Endzeitbeweise schon für einen Zeitraum von ca. 200 Jahren -seit Napoleon - predigt, die kommende Generation einbezogen. Soll das die Erfüllung von Matth. 24:34 NW sein: "Diese Generation wird nicht vergehen"?
Eine biblische Generation ist die Zeit von der Geburt bis zur Mannesreife, wann die nächste Generation ins Dasein tritt, 30 bis 40 Jahre. Dementsprechend erfüllten sich Jesu Voraussagen ca. 40 Jahre später im Jahre 70, als das jüdische System durch die Römer vernichtet wurde.
Die vom WTG heutzutage gepredigten "Erfüllungen", jedesmal angeblich von Jehova herbeigeführt, sind nicht nur widerspruchsvoll, verworfen und wieder hervorgeholt, sondern gehen zudem längst über e i n e Generation hinaus. Sie können deshalb keine Erfüllung von Matth 24:34 sein. Sie erfüllen eher 5. Mose 18:20-22. Ist das nicht sensationell, folgenschwer und signalisierend?
Vergewissert aller Dinge über die WTG !
Zur Beachtung bei Geldspenden:
Neue Bankkonto-Nr. 4564-49-20156 Bank für Handwerk und Gewerbe, 65 Gera, Straße des 7. Oktober
Öffentliche Anfrage an das WTG-Zweigbüro in Wiesbaden
Was ist mit Bruder H. C. Covington, Brooklyn?
Bruder H. C. Covington war seit 1942 als Mitglied der Bethelfamilie Brooklyn oberster Rechtsvertreter aller Zeugen Jehovas. Er gehörte damit zur Gruppe der WTG-Sonderdiener. Seit 1964 ist er aus der WTG-Sonderdienergruppe laut Jahrbuch 1964 entfernt. Seit 1965 werden allen Zeugen Jehovas von der WTG die Sonderdienerlisten gänzlich vorenthalten. Was ist der Grund für die Abschaffung dieser Möglichkeit der Kontrolle darüber, wer die höchsten leitenden Diener der WTG-Organisation sind?
Der Vorgänger von Bruder Covington, Bruder Olyn R. Moyle, wurde von WTG-Präsident Rutherford ausgeschlossen,- weil er öffentlich gegen moralischen und sittlichen Schmutz im Bethel auftrat, nachdem seine internen Mahnungen vergeblich geblieben waren. Wir besitzen darüber die Unterlagen. Unsere Veröffentlichungen zu diesem Fall werden wir uns vorbehalten.
Über Bruder Covington war die WTG in den USA staatspolitisch gebunden, denn Covington war u. a. Mitglied der Staatsanwaltschaft von Texas, USA, und des Staatsanwaltverbandes von New York, USA. Verschwand Covington lediglich, um solche politischen Bindungen aus dem Blickfeld zu nehmen?
Bruder Covington wurde 1942 unter Gebet zu Jehova er "möge Weisheit geben in der Wahl von Dienern nach seinem Willen" (WT 1. 1. 56, Seite 10) demokratisch zum WTG-Vizepräsidenten gewählt. 1945 mußte er als ungeeignet von dieser Funktion, zurücktreten. W. F. Franz nahm seine Stelle ein. Zeigt das nicht, daß es in Wirklichkeit gar keine sog. theokratische Ordnung gibt weil sich die Brüder oben in Brooklyn gegenseitig selbst in die Funktionen wählen?
1947 war es Bruder Covington als oberster Rechtsvertreter 1947 der Zeugen Jehovas, der in Westdeutschland und Westberlin mit den Vertretern des amerikanischen Militärnachrichtendienstes bzw. Geheimdienstes verhandelte. Es wurde beschlossen, alle Korrespondenz bzw. alle Nachrichten für das Brooklyner WTG-Hauptbüro aus Deutschland über die amerikanische Militärpost, d. h. über den amerikanischen Militärnachrichtendienst zu leiten. (WT 15, 2. l948, S. 60) Hat Bruder Covington damit nicht die ganze WTG-Tätigkeit, und ihre Berichterstattung aus Deutschland dem amerikanischen Geheimdienst ausgeliefert?
Warum hat Bruder Covington 1957 die WTG-Petition an die Sowjetregierung nicht mit unterzeichnet, in der die angeblich völlige politische Neutralität der Zeugen Jehovas und der WTG gegenüber der sozialistischen Sowjetunion versichert wurde? (WT 15. 4. 1957, S. 253) Wieso war Covington hier nicht zuständig, während er sonst sämtliche Rechts- und Verbotsfragen zu behandeln hatte? Wie stand Bruder Covington zu der im WT ständig betriebenen antisowjetischen und antikommunistischen Hetze?
Wie stand Bruder Covington zu den neuesten Schwenkungen der WTG-Bibelauslegung Obrigkeit, Eli/Elisa, Tod der Erstgeburt, Plagenausgießung, Endzeitverschiebung?
Ist Bruder Covington etwa gar daran gescheitert daß -WTG-Präsident Knorr die Gestapohandlanger und WTG-Zweigdiener Frost und Franke, Wiesbaden, nicht ausschließt?
Unsere Informationen aus den USA von Brüdern besagen, daß sich Covington von aller Tätigkeit für die WTG zurückgezogen hat und nur noch, privat als Anwalt tätig ist.
Wir fordern alle Brüder und Schwestern in allen Versammlungen auf, auch selbst auf den bekannten Berichtswegen und persönlich von der WTG in diesen höchst bedeutsamen Fragen Auskunft zu verlangen.
Interessante Mitteilungen
Unruhe im WTG-Hauptbüro in Brooklyn
Auf Grund der bisherigen Veröffentlichungen über die Vergangenheit des WTG-Zweigdieners, Konrad Franke, Wiesbaden, und seine Rolle für die Gestapo herrscht im WTG-Hauptbüro in Brooklyn, New York, große Nervosität und Unruhe.
In CHRISTLICHE VERANTWORTUNG Nr. 2 und 3 war nachgewiesen worden, daß Franke 1936 den Dienstleiter Steinbach, Frankfurt/M. der Gestapo ausgeliefert hat und daß er Gestapo-Handlanger war, als Br. Ruhnau, Danzig. von den Nazis umgebracht wurde.
Das WTG-Hauptbüro leitet Untersuchungen ein und ist dringend interessiert an der Erlangung der Original-Dokumente über Frankes Nazi-Dienste.
Zweigdiener Franke selbst überwacht sicher alles, damit dem Hauptbüro keine Unterlagen und Dokumente über seine Rolle in die Hände gelangen.
Treffend ist damit wieder veranschaulicht, daß die WTG nur Menschenwerk ist, deren Glieder kein Gott einsetzt. "Sie behaupten Gott zu kennen, und verleugnen ihn doch mit ihrem ganzen Tun. Sie sind ihm ein Greuel.-" Titus 1:16 Me.
Ungeheuerliche Vorgänge in der Vs. Jena
Uns erreichten weitere Nachrichten aus Jena. Die Brüder baten uns, das wir sie in christlicher Verantwortung weiter unterstützen. Wir danken für die Nachrichten und für das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. In der nächsten Ausgabe von CHRISTLICHE VERANTWORTUNG folgt ein ausführlicherer Bericht über die Vorgänge.
Sie leisten auch Wehrersatzdienst
Zu einem Entscheid des Stuttgarter Oberlandesgerichtes berichtet die Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung (11. 2. 1963), daß bis zu dieser Zeit von 1000 Zeugen Jehovas 300 zum Wehrersatzdienst einberufen wurden. 80 wurden wegen
Verweigerung zu Gefängnisstrafen verurteilt, und 70 haben den Wehrersatzdienst angetreten. Nachdem alle Verfassungsbeschwerden erfolglos waren und auch ein Gesetz zur Verschärfung der Wehrdienstbestimmungen zur Vorlage gelangte, erklärte Zweigdiener K. Franke im August 1964 in Ulm vor Journalisten (Die Welt 31. 8. 1964), "die Zeugen Jehovas stellen es jedem einzelnen ihrer Glaubensbrüder frei, ob er einer Einberufung zum Wehrdienst Folge leisten will oder nicht." Man erkenne solche Gewissensentscheidungen jetzt an.
Dieser Bericht ist gleichzeitig eine Antwort auf den Hinweis von Geschwistern aus dem Bezirk Dresden vom März 1966. Wir danken Euch für den Hinweis und hoffen, Eure Befürchtungen damit widerlegt zu haben.
Wieder gegenseitig in ihr Amt gewählt
Am 7. Oktober 1965 kamen die sieben Direktoren im Büro des Präsidenten in Brooklyn, New York, zusammen, um die Beamten für das nächste Jahr zu wählen. Bei dieser Gelegenheit wurden unter anderem folgende Beamte g e w ä h l t : N. H. Knorr zum Präsidenten P. W. Franz zum Vizepräsidenten, Grant Suiter zum Sekretär und Kassierer, J. O. Groh zum Hilfssekretär und Hilfskassierer. Sie wurden alle einstimmig in ihr Amt gewählt (Jahrbuch 1966, Seite 289).
Unklar bleibt dabei wieder, wie aus diesem "oben" demokratisch gewählten Gremium nach unten eine "theokratische" Herrschaft wird.
Wiesbaden wird signalisiert
Kurz nach Erscheinen von CV 1 im Oktober 1965 ging.
Eilmitteilung aus Thüringen nach Wiesbaden: "Der Mensch der Vernichtung (Müller Gera) schickt jetzt gedruckte-Briefe. Ihre Sprache wird immer offenkundiger."
Weshalb fürchtet man die Wahrheit? Nicht Haß bewegt mich, die Wahrheit den Brüdern zu unterbreiten, sondern brüderliche Liebe. Die Wahrheit dient dazu, um Euch eine Hilfe zu sein. Die Wahrheit wird Euch, frei machen. Joh. 8..32. Nur wer die Wahrheit fürchtet wird Haß in seinem Herzen pflegen. Spr. 101.12.
Über das Paradies
Es gab schon einmal etwas Ähnliches. Das Buch: "Der Weg zum Paradies", WTG 1924. Das Hervorhebende in dem Buche war: daß 1925 das Paradies durch Abraham, Isaak, Jakob
u.a. auf Erden errichtet wird und Abraham von Jerusalem über den Rundfunk an die ganze Welt Ansprachen hält.- Auch dies wurde als göttliche Wahrheit verbreitet.
Alte Leute - und blühende Phantasie
.Bei alten Leuten läßt das Gedächtnis nach, und oft haben sie eine blühende Phantasie. Sie fühlen sich zurückgesetzt Du kannst ihnen jedoch helfen, indem Du sie liebst und ihnen Gelegenheit gibst, Dich und Deine Angehörigen zu lieben. Du kannst ihnen helfen, indem Du sie ermunterst und einlädst , im Predigtdienst mit Dir zusammen zu arbeiten. Diese Bemühungen werden nicht, vergeblich sein Du wirst bestimmt glücklich werden ,doch darüber hinaus verheißt Jehova allen die ihnen gegenüber rücksichtsvoll handeln, Schutz und Rettung. Könnte es etwas Lohnenderes geben?" (WT 1. Oktober 1965, Seite 583).
Die älteren Geschwister benötigen diese Aufforderung zum Predigtdienst bestimmt nicht, denn sie sind durch Erfahrungen wach geworden. Sie werden heute nicht mehr bereit sein, falsche Prophezeiungen den Menschen anzubieten, um damit das Geschäft der WTG zu fördern. Sie haben die blühende Phantasie der WTG abgelegt. Sie lassen sich nicht mehr ausnutzen Sie wollen dem Herrn dienen und nicht einer Organisation für ihre Geschäfte. Ihre Aufgabe wird jetzt sein, den Jüngeren mit ihren Erfahrungen zu dienen.
Aus eingegangenen Briefen an CV
Ein Versammlungsdiener berichtet über das Spitzelsystem der WTG-Leitung gegen CV:
bekam Deine Zeitschrift "Christliche Verantwortung" zu lesen. Habe mich über die Aufmachung und auch Über den Inhalt gefreut. Ich kenne Deine Briefe schon seit mehreren Jahren Damals habe ich Deine Briefe verurteilt mit diesem Brief möchte ich Dir mitteilen, wie höhere Diener und daß Bibelhaus Angst vor der Wirkung der Schriften habe Ich erhielt die Anweisung, dafür zu sorgen, daß alle Deine Briefe verbrannt wurden. Bei den Dienerbesprechungen wurden wir angewiesen, festzustellen, welche Brüder und Schwestern Deine Briefe erhielten. Nach dieser Feststellung mußten wir mit diesen Brüdern und Schwestern vorsichtig Aussprachen führen. Wir sollten bei den Aussprachen feststellen, inwieweit die Brüder und Schwestern von Deinem "Gift" behaftet sind Diese Zeugen sollten sofort isoliert werden. Dabei sollten wir sehr geschickt vorgehen.
Ihnen sollte man sagen, daß die Tätigkeit auf Grund der Gefahr vorläufig eingestellt wird. Man sollte jedoch die Isolierten ständig im Auge behalten und mit ihnen eine Einzelbetreuung durchfuhren. Bei der Einzelbetreuung soll man sie wieder auf die richtige Bahn bringen Ich bin mir klaren, daß das Bibelhaus genau einschätzen kann, in der DDR sind 1000 oder 1200 ZJ., die die Auffassung von Dir teilen. Dies wurde durch ihre straffe Organisation festgestellt. Alle diese Personen werden isoliert, man läßt sie jedoch nicht los, man betreut sie einzeln und immer in der Absicht, sie von Deinem Weg wieder abzubringen. Lieber Bruder, dagegen ist etwas zu tun Die Zeugen, welche in Einzelbetreuung genommen werden, durchschauen das Spiel. Sie werden ihren Betreuer abweisen und werden nicht mehr zu den Zeugen zurückkehren Stell Dir einmal vor, was geschehen würde .... wenn Du das gemeine Spitzelsystem bloßstellst
Wir sagen Dank dein mutigen Bruder und bitten auch andere Geschwister um Mitteilung ihrer Erfahrungen und Erlebnisse, sei es als Diener oder Verkündiger.
Aus dem Bezirk Gera:
Nachdem ich in Besitz Deines Briefes CV 2 gelangt bin, kann ich nicht anders und muß Dir ein paar Zeilen schreiben. Besonders. muß ich zustimmen, was Du über die älteren Brüder geschrieben hast. Ich bewundere an Dir besonders Deinen Mut, mit dem Du die Dinge beim Namen nennst. Ich bringe diesen Mut noch nicht auf Trotzdem gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, daß die WTG nur noch ein Ziel hat, nämlich mit dem Glauben, der Demut, der Gutgläubigkeit und vielleicht auch mit der Dummheit ihrer Anhänger ein gutes Geschäft zu machen....
Wir sagen herzlichen Dank für den Brief, lieber Bruder, auch für die Spende. Wir wünschen Dir weiter alles Gute und gutes Unterscheidungsvermögen zwischen Irrtum und Wahrheit
Ein früherer VD ans Thüringen:
Schon lange hatte ich den Wunsch, mich einmal mit Ihnen zu unterhalten, da ich in vielen Dingen mit ihnen übereinstimme Auch ich war jahrelang Versammlungsdiener, wurde jedoch auf Grund dessen, daß ich nicht mit allem einverstanden war, seit einigen Jahren gemieden. Wenn Sie mir einmal eine Aussprache mit Ihnen gestatten wollen, wäre ich dankbar. - Die Aussprache fand statt, und wir schieden in Harmonie voneinander.
Ein offener Brief an 20 Zeugen in Thüringen
Wer Ohren hat zu hören, der höre. Ich schreibe Dir, lieber Bruder, in aller Aufrichtigkeit und bitte Dich, diesen Brief nicht wegzulegen, sondern klug und weise zu handeln und die Brüder in ihrer Gewissensnot zu verstehen. Es ist eine Anmaßung, wenn sich Brüder über den Herrn stellen und behaupten, die WTG ist der Kanal Gottes. Es ist unmöglich, laufend eine andere Meinung zu haben und ständig die Meinung zu ändern. Jehova irrt sich nie, und aus diesem Grunde treibt mein Gewissen mich dazu, diesen Brief zu verfassen. Ich halte es sogar für meine Pflicht und fürchte mich nicht, einige Wahrheiten darzulegen. Ps. 27:11, 28:2, Mtth. 23:24 wird gesagt: Ihr verblendeten Leiter, die ihr Mücken seihet und Kamele verschluckt. Man könnte viele Bibelsprüche anführen, weil die Bibel rein und wahr ist. jedoch die drei Bibelsprüche geben mir die Kraft, diesen Brief zu schreiben.
Überlegt einmal Brüder und Schwestern, es heißt in der Bibel: Alle ihr seid meine Schafe, und ich will euer Hirte sein,. In vielen WT würde geschrieben, das der Hirte seine Schafe nicht verlassen darf. Immer wieder wurden wir belehrt, daß wir aushalten müssen, daß wir geduldig alle Zeit ertragen sollen, um Jehova zu gefallen
Die letzter Ereignisse zeigten, daß viele ehemalige leitende Brüder, wenn sie aus der Haft kamen, ihre ehemaligen gehüteten Schafe verlassen und nach Westdeutschland gehen. Über diese Handlungsweise sind viele empört, und es ist nicht das Gedankengut der Brüder, denn diese sind gewöhnt, bedingungslos zu gehorchen. Nach unserer Meinung ist das nicht in Ordnung. Wenn die Gesellschaft so etwas anordnet, so ist das eine verwerfliche Tat. Die Schafe sind die Betrogenen Wie lange soll dieses verwerfliche Spiel noch weitergehen Brd. Adler ging nach Westdeutschland und erhielt 30000 Mark. Bruder Buschbeck ging ebenfalls und erhielt 20 000 Mark. Hier kann man sagen, ach, du herrlicher Mammon, du reizendes Geld, oh du herrlicher Judaslohn, oder ist das kein Judaslohn? Liebe Brüder, überprüft doch, wo kommt dieses Geld her? Ihr werdet feststellen, daß es nicht sauber ist, es ist mit Blut besudelt, es ist Geld von Satan, dem Teufel. Was tut der einzelne und was tut die Gesellschaft für dieses Geld?
Liebe Brüder, geht der Sache nach, und Ihr werdet bestürzt sein. Es heißt in der Bibel: Prüfet alles und das Gute haltet fest. Liebe Brüder, wenn Ihr alles überprüft, werdet Ihr bestürzt sein und werdet unserer Meinung sein, daß für so eine Handlungsweise kein vernünftiger Mensch Verständnis aufbringen kann. Wo steht ein solches Gleichnis in der Bibel? Wo steht in der Bibel, daß der Hirte, welcher seine Schafe verrät und verläßt, mit solch schmutzigem Geld bedacht wird? Er wird den ganzen Zorn von Jehova auf sich ziehen. Solche Verräter sollen verflucht sein, sie soll der ganze Zorn treffen.
Liebe Brüder fragt doch im Bethel Wiesbaden an! Fragt doch Buschbeck, warum ging er nach Westdeutschland? Warum hat er seine Schafe verlassen? Woher stammt das Geld und welchen Dienst leistet er dafür? Ist es nicht eine Zuwiderhandlung nach den Worten der Bibel? Nun, lieber Bruder, will ich schließen in der Hoffnung, daß sich einige Brüder und Schwestern darüber Klarheit verschaffen.
Dieses Schreiben haben wir an 20 Zeugen verschickt. Viele Zeugen sind über Buschbeck empört. Wir schicken auch Dir ein Exemplar. Vielleicht kannst Du uns in der CHRISTLICHEN VERANTWORTUNG unterstützen -
Euer Wunsch zu helfen ist uns Verpflichtung. Wunschgemäß veröffentlichen wir das Schreiben. Wir stellen es allen Brüdern und Schwestern anheim, sich dazu furchtlos zu äußern. Beachtet dazu auch die Artikel in den folgenden Ausgaben von CHRISTLICHER VERANTWORTUNG!
A 2065/66 V 18 6