Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 39
Das Thema des bei den Zeugen Jehovas neu wieder eingerichteten Ältestenamtes, beschäftigt auch diese Ausgabe.


CV Christliche Verantwortung

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Konto-Nr. 4562-43-8015 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Gera

Nr. 39 Gera Februar 1972

CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder.

Einsetzung von Ältesten in jeder Versammlung
"Als sie ihnen aber in jeder Versammlung Älteste gewählt hatten, beteten sie mit Fasten und empfahlen sie dem Herrn." Apg. 14:23.

Schriftgemäße Grundsätze
Diese Schriftstelle, wie die vielen anderen, wo von Ältesten in allen Versammlungen die Rede ist, rechtfertigt, daß es allgemein so gehalten wurde, wie es hier von Ikonium (und anderen Versammlungen) gesagt wurde. Es ist wichtig, zu wissen, auf welcher Grundlage die Ältesten sich als gewählt betrachten sollten. Die (Versammlungen) bezeichnen ihre Ältesten durch das Aufheben der Hände in öffentlicher Abstimmung.

Das Wählen durch Handaufheben war damals allgemeiner Brauch. In der Urkirche waren alle frei, ihre Fähigkeiten nach eigenem Ermessen in den Dienst der Sache zu stellen. Die Versammlungen konnten beschließen oder ablehnen.
Aber erwähnt denn das Neue Testament hinsichtlich der Ältesten nichts anderes als deren Wahl durch Handaufheben? (Konnten sie von oben eingesetzt werden?) Auf den ersten Blick scheint Titus (etwas) anzudeuten: "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du in jeglicher Stadt Älteste anstellen möchtest." (1:5) Man sollte meinen, Titus sei ermächtigt gewesen, Älteste einzusetzen, ohne auf die Wünsche der Versammlung Rücksicht zu nehmen.

Genauer betrachtet läßt dieser Vers jedoch erkennen, daß er dies nicht meinen kann. Titus sollte die Ältesten anstellen, wie Paulus es ihm geboten hatte. Wenn nun Paulus selber die Ältesten durch Handaufheben (abstimmen) bezeichnen ließ, Apg. 14:23, so hat er sicherlich Titus nicht geboten, es anders zu machen. Ohne Zweifel war den Brüdern der Rat des Apostels und des Titus sehr erwünscht Gleichwohl suchten die Apostel und die, die ihrem Beispiel folgten, die Verantwortlichkeit da, wo Gott sie hingelegt hatte: nämlich bei der Versammlung. Es war Sache der Versammlung, die Geister (Lehren und Lehrer) zu prüfen, ob sie von Gott seien." (1. Joh. 4:1)

Versammlung für alles verantwortlich
So hoch auch treue Älteste als Diener geehrt und geschätzt werden mochten, so geschah es nicht etwa, weil sie selbst oder andere Älteste sie dieser Ehre würdig gehalten hätten. Die Wahlversammlung mußte sie anerkennen, s i e mußte im Lichte des (geschriebenen) Wortes Gottes erkennen, ob solche sich auch der Eigenschaften, Gaben und Fähigkeiten erfreuten, die sie für die Ältestenstellung kennzeichneten. Wo es an diesen gebracht, sollten die Versammlungen sie dieser Ehre nicht als würdig erachten. Kein Ältester kommt mithin durch Selbstwahl in seine Stellung. Hätte jemand die Neigung, die Versammlung zu übersehen und sich selbst und seine Meinung höher zu schätzen als das Ganze, so wäre er schon an diesem Mangel an Demut als ungeeignet, Ältester zu sein, erkennbar.

Selbst dann, wenn kein Zweifel über die Wählbarkeit eines Bruders möglich ist, sollte ein solcher eine Stellung in der Versammlung nicht anders als nach erfolgter Wahl annehmen. Die schriftgemäße Methode zur (Einsetzung) der Ältesten ist die Wahl durch die Versammlung. Es ist eine Tat des Gehorsams gegen ein Gebot der Schrift, wenn ein Bruder verlangt, daß er in aller Form rechtlich gewählt werde. Dies gibt einerseits den Ältesten einen sicheren Halt, und andererseits erinnert es die Versammlung an ihre Pflicht.

Nach der Schrift bleiben die Glieder der Versammlung für alles Reden und Handeln der Ältesten als ihrer Diener verantwortlich. Dies steht in Gegensatz zu Anschauungen, daß die Ältesten über die Versammlung zu verfügen und zu herrschen hätten.

Gemeinschaftsentzug (Ausschluß)
Warum versteht man diese doch so klaren Angaben der Schrift nicht besser und stellt sie so wenig in den Vordergrund Weil man diesem Hang gern nachgibt, nach Würde und Vorrang zu haschen, weil die bisherigen Verhältnisse Gewohnheit geworden sind. Ein Ältester, der sich als eifersüchtig erweisen sollte, sollte abberufen werden Die Versammlung muß so wählen wie sie denkt, daß es der Herr gern sähe. Vielleicht ist es nicht unnütz davor zu warnen, daß ein Ungeeigneter gewählt werde.

Alle sollten sich an der Wahl beteiligen und jeder mag Vorschläge machen. Das Wahlergebnis, des sei ein jeder eingedenk, ist der Wille des Herrn, der durch die Gliederung der Versammlung nach Maßgabe ihres Könnens und Vermögens zum Ausdruck gelangt ist. Wo die Liebe für die Wahrheit groß ist, wo um die göttliche Führung gebetet wird, wo jeder den anderen höher schätzt als sich selbst, wird eine Einigung darüber, welches wohl der Wille des Herrn sein möge, zu erzielen sein. "Bewahret die Einheit des Geistes in dem Bande des Friedens." (Eph. 4:3)

"Seid in Frieden untereinander" wie der Apostel ermahnt, bedeutet, daß die Versammlung, nachdem sie Älteste zu ihren Vertretern gewählt hat, von ihnen nun auch, erwartet, daß sie die Dienste verrichten, zu denen sie gewählt sind. Wie wir sehen, soll nicht ein jeder den anderen selbst richten, nur die Versammlung als Ganzes kann vor der Gemeinschaft ausschließen. Und auch diese Maßregel soll erst Platz greifen, nachdem die verschiedenen Schritte (mehr vertraulicher Art) getan wurden und alle Bemühungen, Besserung zu erzielen, nutzlos geblieben sind. Die Unordentlichen sollten also so lange zurechtgewiesen werden (in vertraulicher Art), bis es ernst genug wird, um die Entscheidung der Versammlung anzurufen. Ein Ältester hat nicht die Befugnis, irgend jemanden. auszuschließen Eine solche Maßregel steht nur der Versammlung zu. Die Versammlung vertritt den Herrn, der Älteste vertritt nur die Versammlung. Die Versammlung war es, die bei der Ältestenwahl dem Willen des Herrn nach bestem Wissen und Gewissen Ausdruck verlieh. Darum ist auch der Wandel eines Ältesten stets von der Versammlung, deren Anschauung den Willen des Herrn ausdrücken soll, zu beobachten und nötigenfalls zu berichtigen.

Wiederherstellung
Dies sind einige der hauptsächlichsten Grundsätze, die in Übereinstimmung mit dem Worte Gottes in der Organisation zur Zeit von C. T. Russel galten. Sie bringen in der Tat ein Höchstmaß an mündigem Christentum des Volkes (demos) Gottes zum Ausdruck. Es wurde klar erkannt, daß jede Beanspruchung irdischer theokratischer Rechte seit dem Ende des Königtums Israels und des mosaischen Gesetzes durch Christus Anmaßung sein mußte. Unter J. F. Rutherford und von N. H. Knorr fortgesetzt, wurden diese klaren Erkenntnisse zugunsten einer jetzt unschriftgemäßen theokratischen Organisation verworfen. Dies erfolgte in Wirklichkeit nur im Interesse einer geistigen Ausrichtung des Werkes entsprechend der antikommunistischen Politik der USA-Regierung bezüglich Ausnutzung von Kirchen und Religionsgemeinschaften. Denn J. F. Rutherford war als USA-Staatsanwalt und durch seine Verbindungen mit Senat, Kongreß und Generalität der USA-Regierung "ihr Mann". Siehe dazu die treffende Beweisführung in "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft", von M. Gebhard (Urania-Verlag Leipzig, Jena, Berlin 1970).

Sind in der Organisation Kräfte am Werk, die zu den schriftgemäßen Grundsätzen zurückkehren wollen?
Wie dem auch sei, die Versammlungen müssen jetzt wissen, was ihre schriftgemäße Verantwortung ist. Es muß ein volles Maß dieser Verantwortung erlangt werden. Eine völlig schriftgemäße mündige Versammlung mit Ältesten als gewählte Vertreter ist ein entscheidender Schritt. Dies würde natürlich keine Halbheiten dulden.

Wenn man die WTG-Schriften aufmerksam studiert, findet man in vielen Dingen ein Zurückgreifen auf die Grundsätze und Erkenntnisse zur Zeit von C. T. Russell. Die Kräfte, die hinter diesem Bestreben stehen, scheinen immer stärker zu werden. Alle christlich verantwortungsbewußten Glieder der Versammlung sollten hieran wirklich brennend interessiert sein, denn es geht um ihr Geschick Sie sollten vor allem in diesen Dingen eine gründliche zeitgemäße Auswertung und Wiederherstellung dessen verlangen, was schon in Band 6 der Schriftstudien 1904 erkannt worden war, aber wie so vieles (Obrigkeit u. a. m.) unter und seit J. F. Rutherford verworfen wurde, um die Versammlungen im Interesse der Mitverwirklichung fremder Ziele zu entmündigen. Die Wiederherstellung des Ältestenamtes in den Versammlungen mit vollen urchristlichen Rechten der Versammlung ist daher eine Angelegenheit von allerwichtigster Bedeutung, sie ist ein guter Kampf des Glaubens. K. 0.

Weitere Informationen zur Ältestenfrage
Ab 1. Oktober 1972 tritt in den Versammlungen der Zeugen Jehovas folgende Regelung in Kraft:
Je nach Größe der Versammlung werden fünf bis zehn Älteste durch die Wachtturmgesellschaft ernannt. Der Versammlungsdiener, Hilfsversammlungdiener, Bibelstudiendiener, WT-Studienleiter und Schuldiener bilden ein Fünfer-Gremium und alle Jahre ändern sich ihre Aufgaben.

Daß heißt, nach einem Jahr rückt der Versammlungsdiener vom ersten auf den fünften Platz, und die anderen rücken entsprechend nach.
Wie diese Regelung in der DDR praktiziert werden soll, und was sonst noch zu dieser Frage zu sagen wäre, darauf werden wir in späteren Ausgaben noch zurückkommen.
D. D.

Eine Übersicht, wie du sie noch nie vor Augen gehabt hast!
Erfüllt sich hier tatsächlich Matth. 24:34, wo es heißt: "Diese Generation wird nicht vergehen bis. .."?
Jedesmal bisher wurde als "Licht von Gott", als "göttliche Wahrheit" und "im Namen Jehovas" als unwiderlegbar von der WTG verkündigt:

1799
Beginn der Zeit des Endes, endgültige Nordkönigerfüllung durch Kaiser Napoleon
(Schriftstudien III 1891/1926, S. 34, 37)
"Deutung und Auslegung" von Offb. 17, "die nicht mehr bestritten und widerlegt werden kann": Tier ist das Papsttum, bis 1799 Herrschaft,
(Schriftstudien VII 1917, S. 355)
1864
Versammlung der Nationen nach Zeph. 3:8,9 durch Internationale Arbeiter-Assoziation (1. Internationale) erfüllt
(Schriftstudien I 1886/1926, S. 302)
1870
Mit Ende der weltlichen Macht des Papsttums, Tier nach Offb. 17 in den Abgrund
(Schriftstudien VII 1917, S. 355)
1873
Beginn des 7. Jahrtausends, 6000 Jahre zuende (Schriftstudien II 1889/19261 S. 31 - Der Wachtturm, jede Titelseite bis 1. Oktober 1928/seit Adam 6056)
1874
Genaues Datum der Wiederkunft Christi
(Schriftstudien II 1889/1926, S. 165, 203, 225)
1878
Babylon gefallen, Christus tritt Herrschaft an
(Schriftstudien III 1891/1926, S. 138, 140)
Nationalkongreß in Berlin, Kaiser Wilhelm 1.
Rückkehr der Gnade Gottes zu den Juden
(Schriftstudien III 1891/1926, S. 232-292)
Zionistenführer Herzl von Jehova erweckt, politischer Zionismus erfüllt Hesekiel 37:1-14 (Trost für die Juden 1925, S. 98-101)
1879
Beginn des WT-Kampfes gegen den Kommunismus
(WT 1. Januar 1962, S. 21)
1881
Ruf zu himmlischer Hoffnung zuende
(Schriftstudien 1 1886/1926, S. 355-357)
1886
Politische Regierungen sind Obrigkeit von Gott
(Schriftstudien III 1891/1926, S. 255)
1890
Pyramide von Gizeh erfüllt Jesaja 19:19,20 (Schriftstudien III 1891/1926, S. 303-366)
1897
Zionistenkongreß in Basel ein Wunder Gottes, 206 Knochen als göttlicher Beweis
(Leben 1929, S. 177)
1899
(Neue) endgültige Tiererfüllung nach Offb. 17
(Licht II 1930, S. 83,91)
1914
(Neues) genaues Datum der Wiederkunft Christi
(Gott bleibt wahrhaftig 1948, S. 198)
Anarchie, Kampf, Kapital/Arbeit, Sturz aller Regierungen, Harmagedon zuende
(Schriftstudien II 1889/1926, S. 97, 232, IV 1916)
Tier Offb. 17 (erneut) endgültig aus Abgrund
(Licht Il 1930, S. 91)
Auferstehung der Fürsten Abraham u. a.
(Schriftstudien IV 1897/1916, S. 325)
1915
Volle Gnadenstellung der Juden bei Jehova
(Schriftstudien II 1889/1926, S. 212)
1916
Wechsel Russell/Rutherford erfüllt Wechsel
Elia/Elisa
(WT 15. August 1925, Prophezeiung 1929, S. 205-208)
1918
Christus im Himmel (erneut) zur Herrschaft
(Gott bleibt wahrhaftig 1948, S. 198)
1919
(Neueste) Fürstenauferstehung: Die Diener in der Organisation
(WT 1. März 1952)
1925
Harmagedon (erneut) zuende, (neue) Fürstenauferstehung
(Millionen-Broschüre 1920, S. 104)
1925
Weltregierung Abrahams in Jerusalem mit Flugzeug, Automobil und Radio
(Der Weg zum Paradies 1924)
1928
Antisowjetische Propaganda: Die Sowjetregierung werde nie Erfolg haben
(Regierung 1928, S. 239)
1929
Politische Regierungen sind keine Obrigkeit von Gott
(Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben 1960 S. 124)
1930
Fürstenvilla Beth Sarim, San Diego, USA, für Abraham gebaut, von Rutherford bewohnt
(Die neue Welt 1942, S. 104)
1932
Satansbetrug: das Zionismus-Endzeitwunder Gottes (WT 15. Juli 1955, S. 423)
1933
Verbot in Deutschland - Harmagedon vor der Tür
(Dein Name werde geheiligt 1963, S. 319, 329)
1939
(Neue) Nordkönigerfüllung durch Hitlerfaschismus
(Die neue Welt 1942, S. 339)
(Neue) Tiererfüllung nach Offb. 17
(Babylon die Große ist gefallen 1965, S. 586)
1940
Jede Religion ist Teufelswerk, WT keine Religion
(Religion 1940, Theokratische Hilfe . . . 1950)
1942
Wechsel Rutherford/Knorr erfüllt (neu) Wechsel Elia/Elisa
(Dein Name werde geheiligt 1963, S. 326)
1945
Harmagedon spätestens in 10-20 Jahren
(Trost/Erwachet 1. Juni 1945, S. 10, 11)
Tier nach Offb. 17 (erneut) aus dem Abgrund
Babylon die Große ist gefallen 1965, S. 587)
1950
Kongreß New York: Kommunismus, "falsche rote Religion" (Umfälschung des WT-Antikommunismus in "unpolitische" religiöse Tätigkeit), auch WT ist eine Religion
(Erwachet 22. Oktober 1950, Was hat die Religion der Menschheit gebracht 1951/53 S. 10, 339-350)
1958
(Dritte) Nordkönigerfüllung, jetzt antikommunistisch, antisowjetisch (Verschärfung des WT-Antikommunismus)
(Dein Wille geschehe auf Erden 1958, Kap. 10)
1962
Politische Regierungen doch Obrigkeit von Gott
(WT 1. Januar - 15. Februar 1963)
1963
Haltung der Zeugen Jehovas gegen den Kommunismus unverändert
(Babylon die Große ist gefallen 1963/65, S. 537)
1969
"Wahrheit' von 1950, Kommunismus sei "falsche rote Religion" vorsichtig zurückgenommen, politische Fortsetzung des WT-Antikommunismus (WT 1. Febr. 1969, S. 70-72, Erwachet 22. Mai 1970, S. 13 ff)
1972
6000 Jahre (erneut) zuende, Harmagedon (erneut) zuende
(Die Wahrheit wird euch freimachen 1943, Zeitrechnung, Tabellen)
1975
6000 Jahre (erneut) zuende, Harmagedon (erneut) zuende
(WT 1. Januar 1967, Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes 1967, S. 30, 36)
1997
als anderes Datum für Ende der 6000 Jahre zitiert (Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes 1967, S. 28, 29)
Sämtliche Quellenangaben dieser Übersicht sind verbürgt. Soweit die Materialien nicht im Umlauf sind, befinden sie sich in der Bibliothek des Zweigbüros in Wiesbaden.
Was nun?

Eine biblische Generation umfaßt ca. 30 Jahre. Diese Übersicht aber beweist, daß der WT seine Endzeitverkündigung seit 1799 schon über eine Zeit von ca. 200 Jahren ausdehnt! Wieviele Generationen sind das? Kann das eine Erfüllung von Matth. 24:34 sein, wo nur eine einzige Generation genannt und bestimmt ist? Das Herz des Gerechten überlegt, um zu antworten! Sprüche 15:28.
K. 0.

Was war 1914?
Ein Kronzeuge, Dr. Konrad Adenauer, erklärte am 20. 1. 1964:
"Seit 1914 führen die Menschen kein sicheres und ruhiges Leben mehr.
Und der Friede?
Seit 1914 wissen die Deutschen und weiß es ein großer Teil der Menschheit nicht mehr, was Frieden eigentlich ist."
(Zitiert nach "Erwachet" Nr. 7/69, Seite 5)
"Das letzte vollständig 'normale' Jahr in der Geschichte war das Jahr 1913, das Jahr vor Beginn des I. Weltkrieges."
Washington D. C., Times-Herald, vom 13. März 1949.

Es sei uns fern, Herrn Dr. Konrad Adenauer Nachhilfeunterricht in Geschichte erteilen zu wollen.
Treue, redliche Zeugen Jehova Gottes unterziehen sich gern der kleinen Mühe, Weltgeschichte seit 1864 etwa, einmal näher zu betrachten.

Wie sah die Welt damals, vor 1914 aus?:
1864 Krieg Dänemark - Deutschland
1865 Präsident Lincoln, USA ermordet
1866 Krieg Preußen - Österreich
1870 Krieg Deutschland - Frankreich
1873 Krieg Rußland - Turkestan
1879 Krieg Chile - Bolivien/Peru
1881 Krieg Rußland - Turkestan
1881 Krieg Frankreich - Tunesien
1881 Zar Alex. II. ermordet
1894 Krieg Japan - China
1898 Krieg USA - Spanien (Kuba)
1899 Krieg England - Buren (Transvaal)
1900 Krieg in China - Boxer-Aufstand
1900 Krieg Italien - Türkei
1900 König Humbert v. Italien ermordet
1904 Herero-Aufstand in Afrika
1905 Revolution in Rußland
1905 Krieg Rußland - Japan
1910 Krieg Japan - Korea
1911 Krieg Türkei - Italien
1912 I. Balkankrieg

1905/06 Rüstungsausgaben:
Frankreich: 854 Millionen Goldmark
Deutschland: 938 Millionen Goldmark
Rußland: 1063 Millionen Goldmark

Interessante Zahl:
Von 1905/6 bis zum Jahre "1913" steigerte Deutschland seine Militärausgaben um 350 Prozent, auf 3,20 Milliarden Goldmark.
Von 1876 bis 1913 nahmen die kolonialen Weltmächte England, Frankreich, Deutschland und Holland
25 Millionen km 2
fremdes Land in Besitz (Übersee)
Das war ein Kolonialbesitz zweimal größer als ganz Europa. Wir dürfen ganz darauf vertrauen, daß Land und Bodenschätze immer mit Glasperlen und anderen Geschenken eingetauscht wurden.

Im Chor, z. B. mit Herrn Dr. Konrad Adenauer, können wir nun ausrufen:
Ach, wie friedlich und wie schiedlich war doch die gute alte Zeit vor 1914!
Wie zitierte doch "Erwachet" Nr. 7/69 aus der "Times-Herald", USA, vom 13. 3. 1949:
"Das letzte vollständig 'normale' Jahr in der Geschichte war das Jahr 1913."

Wir können indessen sehr wohl verstehen, daß gewisse Zeitungen und Historiker, natürlich auch Staatsmänner, das bißchen 50 Jahre Kanonendonner, etwa seit 1864 - 1913, durchaus für "normal" und notwendig, da tägliche Begleitmusik in dieser Zeit, hielten.

Wer an Raub und Eroberung gewöhnt war, den störte das bißchen Lärm nicht.
Schließlich waren das ja große Zeiten, "normale", bis zum Jahre 1913, danach trat Satan erst seine Herrschaft an.
Daß "Erwachet" solche Geschichtslektionen für uns parat hält, will uns so sehr absonderlich nun wieder nicht erscheinen.

"Erwachet" schrieb doch auch in einem Artikel:
"Der Aufstieg der anglo-amerikanischen Weltmacht"
um diesen Aufstieg zu belegen und zu begründen:

"Die Atombombe, die den Ausgang des II. Weltkrieges entscheidend beeinflußte, war das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen englischer und amerikanischer Wissenschaftler. Aber das ist nicht alles."
Nr. 5/71, Seite 16

Wir sind auch völlig einer Meinung, daß "das nicht alles ist.-"
Als zwei Atombomben über Japan explodierten, war der große Krieg in Europa seit drei Monaten beendet.
Den Federhalter zur Unterzeichnung der Kapitulation hatte der Tenno als Japans Kaiser schon in die Hand genommen.
Japan wurde von drei gigantischen Armeen eingeschlossen, den Heeren der USA, Englands und der Sowjetunion.

Buchstäblich fünf Minuten vor 12, dem bevorstehenden Zusammenbruch Japans, fielen ausprobierend zwei Atombomben auf große Industriestädte, deren Namen heute jedes Kind weiß.
Höchst seltsame Wirkung völlig "un-politischer" A-Bomben

Kleine Frage: Warum will uns "Erwachet" plausibel machen, die Atombomben auf Japan hätten den Ausgang des II. Weltkrieges entscheidend beeinflußt?"

Als Grund dafür bieten sich recht alltägliche Motive an. Als Nebenprodukt, fast unbemerkt, nehmen Jehovas Zeugen falsche geschichtliche Zeugnisse in sich auf. Zumindest versucht die WTG, solche Erzeugnissse in unsere Köpfe zu stecken.
Im allgemeinen gibt es dafür einen besonderen Namen, nämlich Zweckinformationen.

Solcherart Informationen sind Speziallügen, die wir auch ganz natürlich als Rechtfertigungs-Lügen ansprechen können.
Verstehst Du, überlegen wir doch einmal:
Was sollten Jehovas Zeugen hier zu rechtfertigen haben, zum Beispiel den A-Bombenwurf auf Japan?

Warum sollten Jehovas Zeugen ein politisch-militärisches Motiv so auslegen und entscheiden wollen:
"Der Abwurf der A-Bomben auf Japan habe den Ausgang des II. Weltkrieges entscheidend beeinflußt", wie "Erwachet" schreibt?
Es liegt auf der Hand, daß Zeugen Jehova Gottes politisch-militärische Motive der USA gar nicht nachvollziehen können und auch nicht wollen.
Es bleibt also die Frage, warum "Erwachet" sich in diesem Fall zum Nachvollzieher militärischer Überlegungen des USA-Generalstabes macht?

Wir wissen jedoch jetzt wenigstens, warum A-Bomben und die WTG neutral sind. "Wissen" muß man natürlich sagen.
Offen bleibt unter Umständen nur noch, warum Dr. K. Adenauer und andere "Historiker" zu Kronzeugen der "Erwachet"-Redaktion erhoben wurden und für sie "wahrsagen" durften, sollten.

Obgleich geschichtsnotorisch bewiesen werden kann, daß die "Kronzeugen" im vorliegenden Fall in den geistig-wahrhaftigen Notstand gerieten. Ihre geschichtlichen Zeugnisse über die Zeit vor 1914 waren falsch, also nach ihren Erfordernissen bewußte Zweckinformationen, u. U. sogar Lügen.

Wenn "Erwachet" unkritisch absichtliche Zweckinformationen übernimmt und seinen Lesern übermittelt, dann müssen dafür bedeutsam, schwerwiegende Grunde vorliegen.

50 Jahre Kanonendonner - der Mitteilungskanal ertaubt
50 Jahre Kanonendonner, siehe Tabelle, vor 1914, diese Tatsachen müssen den Kronzeugen bekannt gewesen sein, denn Historiker und Staatsmänner, selbst Zeitungen übernehmen keine Daten und Informationen, die nicht vorher genau überprüft wurden.

Weil dem so ist, haben wir alle Veranlassung, in das Geheimnis dieser geschichtlichen Zweckinformationen hineinzuleuchten.
Warum der Kronzeuge Dr. Adenauer und andere so verfuhren, ist für uns von geringem Interesse. Dafür können z. B. Nützlichkeitserwägungen stehen.

Von großem Interesse für uns ist, warum der Mitteilungs-Kanal, die Organisation nach solchen Überlegungen und Zwecken. handeln bzw. schreiben mußte.
"Erwachet" bedient sich der falschen Kronzeugen, um das Jahr 1914 in seinem Endzeit-Wert aufzuwerten und lehrhaft darzutun, wie beweiskräftig die Anzeichen bezüglich "1914" seien.

In diesem Bestreben, hat sich "Erwachet" in der Wahl seiner Mittel verausgabt und ist darin unglaubwürdig geworden, anrüchig.
Beim Sichten und Auswerten von Anzeichenbeweisen hat "Erwachet" 50 Jahre Mord und Totschlag, Krieg und anarchistischen Terror vor 1914 überhört bzw. übersehen.

Nein, das glaube wer will.
Wie jene Chronisten - Kronzeugen, wollte Erwachet' 50 Jahre Kanonendonner überhören, um das Jahr "1914" nicht aufgeben zu müssen, um uns diesen Strohhalm nicht aus der Hand zu nehmen.
An diesem Strohhalm hängt selbstredend auch Brooklyn, dieser Halm ist seine Nabelschnur.
Welche Unsicherheit, welche Widersprüche stehen dahinter, zu einem solchen Mittelchen Zuflucht nehmen zu müssen!

Jeder, der im Geist der Wahrheit denkt und handelt kann nämlich den Beweis führen, daß die Anzeichenbeweise für "1914" zurechtgestutzt wurden.
Mehr noch, wer wie "Erwachet" auf diese Weise "Anzeichen" sammelt und sie seinen Vorstellungen gefügig macht, beweist beiläufig, daß er dem göttlichen Wort Jehovas nicht vertraut. Im Vertrauen auf Jehova Gott müßte eher die Tinte in der Feder stocken, als daß ein Zeuge bereit wäre, wie jene Kronzeugen, geschehene und geschriebene Geschichte vor 1914 zu vergewaltigen und diese in falsche Erwartung und Hoffnung zu "verwandeln".

Dafür gibt Jehova Gott keine Vollmacht, niemals.
Die redliche, menschliche Wahrheit bedarf keiner Brechstange, ganz zu schweigen von der Wahrheit die aus Gott kommt.

Lies deshalb auch die "Erwachet-Zeugnisse" über Erdbeben seit damals, 1914.
Auch diese Geschichte bricht wie mit dem Hackebeil verstümmelt an einer paßgerechten Stelle ab, danach beginnen dann die Anzeichen-Beweise- E r d b e b e n ab 1914.

Den Schein der Wahrheit hat "Erwachet" auch bei den "Beben" für sich, denn vor 1900 gab es noch keine seismischen Stationen, die Erdbeben aufzeichnen konnten.
Dennoch, auch diese Anzeichen sind unwahrhaftig, willkürlich zurechtgebogen, wie die folgende Tabelle zeigt:

1868 Erdbeben in Peru 40 000 Tote
1868 Erdbeben in Ecuador
1868 Erdbeben in Kalifornien
1872 Erdbeben in Kalifornien
1873 Erdbeben in Griechenland
1878 Erdbeben in Griechenland
1883 Erdbeben in Ischia/Italien
1884 Erdbeben in Andalusien
1887 Erdbeben in Alma-Ata
1891 Erdbeben in Mino-Owari 17 000 Tote
1892 Erdbeben in Beludschistan
1894 Erdbeben in Lokris
1896 Erdbeben in Japan 27 000 Tote
1899 Erdbeben in Alaska
1905 Erdbeben in Indien 20 000 Tote
1906 Erdbeben in Chile 21 000 Tote
1906 Erdbeben in San Franzisco
1907 Erdbeben in Mittelasien 11 000 Tote
1908 Erdbeben in Kalabrien 83 000 Tote
1911 Erdbeben in Turkestan

Interessante Zahl:
In 1500 Jahren seiner neueren Geschichte hat Japan 228 schwere und schwerste Erdbebenkatastrophen erlitten.
Aus diesem Leiden der Menschen müßten sich eigentlich noch Spezial-Anzeichenbeweise durch "Erwachet" verfertigen lassen.

Seit 1885 ist die Weltbevölkerung um 2 Milliarden Menschen gewachsen. Es entstanden Ballungszentren menschlicher Siedlungsgebiete.
In strenger Abhängigkeit davon bewegen sich auch die Katastrophenzahlen, d. h. die Wahrscheinlichkeit, wieviel Menschen durch Erdbeben getötet werden können.

Aber das sind Alltagsweisheiten, die jedem "Erwachet-Redakteur" bekannt sind - Bruder Knorr dürfen schließlich keine halbgaren Schreibereien vorgelegt werden.
Was glaubst Du, was man uns vorlegen darf?
Überlege einmal nüchtern und ohne Katastrophenbrille.

Die Millionenstadt San Franzisco ist schon verschiedentlich von Erdbeben heimgesucht worden. Wieviel tausend Menschen mögen dort auf einem km2 wohnen. In Zentralasien, einem Gebiet mit ähnlicher Bebentätigkeit, leben weniger als 200 Menschen auf einem km2.

Nein, mit den Erdbeben geht's wie mit der Atombombe, menschliche Spekulation hat sich einen Vers zurechtgemacht Diesen Vers hat "Erwachet" für uns, die "große Volksmenge" geschrieben.
Nicht anders, diese Atombomben auf Japan waren politische Angst- und Terrorbomben.

Sie sollten einschüchtern, Gegner und Freunde der USA gleichermaßen in den politischen Starrkrampf versetzen. Mit 500 000 toten Japanern war dieser Versuch sicher nicht zu teuer aufgewogen, wenn wir diese Aussage von "Erwachet" ohne Widerspruch hinnehmen.

Diese Toten stehen ja beiläufig hinter der höchst "unpolitischen" Feststellung:
"Die Atombombe, die den Ausgang des II. Weltkrieges entscheidend beeinflußte …". "Erwachet" 5/71, Seite 16.

Wer die Wahrheit Jehova Gottes so betrachten kann, der kann auch solche Phantasien der menschlichen Einbildungskraft ohne Scham und Skrupel anbieten. Deshalb hat die WTG auf die Autorität Jehova Gottes ausweichen müssen. Um welchen Preis.
"Denn der Lohn, den Sünde zahlt ist der Tod, die Gabe aber, die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn".
W. D.

"Nicht die Menschheit soll vernichtet werden, sondern nur die ungerechte Ordnung"
WTG-Zweigdiener R. E. Kelsey, Wiesbaden, in einem Film i. A. des Bayrischen Rundfunks 1971 - Klausurstellungnahme der CV-Leitung:

Am 21. November 1971 wurde im BRD-Fernsehen i. A. des Bayrischen Rundfunks ein Film über die Zeugen Jehovas gesendet. Der Film endete mit folgender Schlußszene: Nachdem jemand die allgemeine Weltende-Vorstellung der Zeugen Jehovas wiedergab, wurde R. E. Kelsey übrigens ein Amerikaner und i. A. des Hauptbüros in Brooklyn Zweigdiener in Wiesbaden - original eingeblendet. Er machte folgende Ausführung:

"Wir erwarten, daß diese Weltordnung vernichtet wird. Die ungerechte Ordnung soll vernichtet werden, nicht die Menschheit sondern nur die ungerechte Ordnung".
Für den Sachkenner ergibt sich sofort, daß hier eine ganz entscheidende Äußerung gefallen ist. Nach Überprüfung des Sachverhalts begab sich die CV-Leitung umgehend in Klausur, um zu einer ersten Einschätzung zu gelangen und die Tragweite der Sache abzustecken. Das Ergebnis ist eine außerordentliche Anregung für alle verantwortungsbewußten Diener und hat folgendes zum Inhalt:

Was bedeutet diese Äußerung von Kelsey?
Diese Äußerung steht in grundsätzlichem Widerspruch zu den Vorstellungen, wie sie die überwiegende Mehrheit der Zeugen heute haben. Es bedeutet die Umwerfung einer ganzen Reihe bisheriger Bibelauslegungen, die im Sinne einer Menschheitsvernichtung in Harmagedon gedeutet wurden. Es ist auch eine bestimmte Rückkehr zu den Vorstellungen zur Zeit von C. T. Russel. Das läßt sich vielfach belegen.

Es bedeutet weiter ein langsames Umorientieren der Organisation, was die gesellschaftspolitischen Aspekte der Verkündigung betrifft. Die WTG ist sich bewußt, daß 1975 eine strategische Änderung vollzogen werden muß. Es zeigt, daß die WTG weit über die Vorstellungen der einfachen Verkündiger hinweg ist. Man denkt und kalkuliert ganz anders.

Das hat weitgehende Folgerungen für die Verkündigung bezüglich Staat und Regierung, da ein untrennbarer Zusammenhang zwischen Menschheit und menschlicher Ordnung besteht. Es kann de facto eine Verschärfung der Verkündigung gegen die Regierung zur Folge haben, die mehr ins Schußfeld genommen werden soll.

Weiter kann es ein Herausgehen aus einer gewissen Isolierung und Sektiererei bedeuten. Wie sollten nun die Christen in anderen Kirchen und Gemeinschaften beurteilt werden, da doch offensichtlich nicht alle mit der Verkündigung erreicht werden können?

Ist das alles die Folge, oder wie weit ist es die Folge der sich immer besser artikulierenden Kritik an der WTG, die ihr wegen ihrer Menschheitsvernichtungs-Bibelauslegung Unmenschlichkeit und Barbarei vorwirft?

Welcher Zusammenhang besteht mit der Einführung des theokratischen Ältestenamtes? Das Ältestenamt war unter C. T. Russel schon einmal da, allerdings ohne Menschheitsvernichtungsideologie. Drängt sich in Brooklyn eine Gruppe an die entscheidenden Hebel, die wegen 1975 um des kleineren Übels willen auf C. T. Russel zurückgreift? Gehört R. E. Kelsey zu diesen "Rettern" der WTG aus 1975?

Und weiter. Der Begriff "System der Dinge" wurde von der WTG erstmals 1950 in Zusammenhang mit der NW-Übersetzung eingeführt. Gleichzeitig verschwanden damit bisherige Begriffe wie "neue Welt" aus dem offiziellen WTG-Vokabular oder wurden zurückgedrängt. Das waren erste Ansätze eines Umfunktionierens der bisherigen materiellen Erwartungen. In "Vom verlorenen zum wiedererlangten Paradies" (1957) wird noch eine grausame Massenabschlachtung als "Ende" in Harmagedon projektiert. Danach schwindet dieser Aspekt mehr und mehr. Das läßt auf eine gewisse Ausschaltung von Fanatikern durch Pragmatiker in Brooklyn schließen, die sich nicht mit unnötigen sektiererischen Engstirnigkeiten zusätzlich belasten wollen. Hier mag auch Kelsey einzuordnen sein, im Vergleich zu Frost und Franke ein pragmatisch gebildeter Manager amerikanischer Prägung, wie sein öffentliches Auftreten erkennen läßt.

Ein Umfrisieren sektiererischer Engstirnigkeit ist auch bezüglich 1975 erkennbar, weshalb sich die WTG immer vorsichtigerer Formulierungen bedient.

Jetzt nur noch von Vernichtung der "Ordnungen" oder Systeme zusprechen, zielt mehr denn je auf die Ausnutzung von Unzufriedenheit mit Regierungen, wobei vermieden wird, abträgliche sektiererische Engstirnigkeiten zu offenbaren.

Unbedingt müssen jedoch die hier vorliegenden Widersprüche zwischen früherer und jetziger Bibelauslegung aufgedeckt werden, desgleichen die Inkonsequenz der WTG. Auch gilt es, die sozialen Gesichtspunkte zu beachten Hat die WTG durch ihr bewußtes Negieren jeglicher sozialen Mitverantwortung nicht auch ein gerütteltes Maß Mitschuld an Weiterbestehen und Nichtabschaffen sozialen Elends? Zum Nachdenken über die Mitverantwortung: Jesus sagte, "alles was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das sollt ihr ihnen tun". Also nicht durch unglaubwürdige Thesen sich der menschlichen Verantwortung entziehen. Allein der konstruktive Beitrag zählt. Diesbezüglich ist die WTG ein erwiesener Versager.

Und schließlich: Hat Kelsey (in dem Film) als unauthorisierte Privatperson gesprochen? Nein. War es ein einsamer Vorstoß von Kelsey? Nein. Besteht ein Zusammenhang zum theokratischen Ältestenamt? Ja. Warum?

Die WTG tritt in eine neue Phase ihrer Verkündigung und Behauptung als Organisation ein. Sie weiß, daß sie im Prinzip vor einer soziologisch bedingten Wachstumsschranke ihrer organisatorischen Erweiterung (Verkündiger) steht. Das heißt, ihre bisherige Verkündigung spricht nur ganz begrenzte soziale Gruppen an, Gruppen, deren Position zu exklusiv ist.

Hat Kelsey im Film eine "neutralisierende" These - nur Vernichtung der Ordnung, nicht der Menschheit - als Testfall zur Reaktionsprüfung der Zeugen angeboten?

Zur Absicht der WTG: Soziologisch bedingte Wachstumsschranke überwinden, die durch eigene Sektiererei gesetzt ist. Vergleiche: Zeugen in 100 Jahren 1 Million, Adventisten z. B. in 100 Jahren 2 Millionen! Und: Die WTG will offensichtlich die "Todeskeime" aus ihren Lehren aussondern und abstoßen, das heißt Tatsachen, die sie unglaubwürdig machen bzw. gemacht haben. Wegen der Gefahr der Selbstvernichtung der Organisation.

Die WTG weiß, daß 1975 eine Krise für sie eintreten wird.

Eine Anmerkung:
Der Film ist offensichtlich im Einvernehmen mit dem Zweigbüro in Wiesbaden gemacht worden. Aus der neuen, von Kelsey hier vorgelegten Vernichtungsauffassung ergibt sich speziell für hier eine neue Akzentuierung der unbiblischen Feindschaft zur sozialistischen Ordnung, unbiblisch, weil nach den Worten "Seid aller menschlichen Ordnung um des Herren willen untertan" (l. Petr. 2:13) nicht Gegnerschaft sondern Einordnung in diese Ordnung erfolgen soll. Wir möchten dazu auf den Artikel "Wegweisung für Jehovas Zeugen in der sozialistischen Gesellschaft" in CV 34 (Dezember 1970) hinweisen.
Die CV-Leitung

Im Tausch gegen ein "Linsengericht"
Im Alten Testament (l. Mose 25:29-34) wird uns bekanntlich jene Begebenheit kurz geschildert, bei der Esau um eines Linsengerichtes willen, seine Erstgeburt verkaufte:

Nun kochte Jakob einst ein Gericht. Da kam Esau müde vom Felde heim, und Esau sprach zu Jakob: Laß mich doch schnell von dem roten Ding essen, dem roten da, denn ich bin müde. Daher heißt er Edom (d. i. Rot). Aber Jakob sprach: Verkaufe mir zuvor deine Erstgeburt! Esau antwortete: Sieh, ich muß ja doch sterben, was soll mir da die Erstgeburt? Jakob sprach: So schwöre mir zuvor! Und er schwur ihm und verkaufte also dem Jakob seine Erstgeburt. Da gab Jakob dem Esau Brot und das Linsengericht, der aß und trank, stand auf und ging davon.

So achtete Esau die Erstgeburt.

Dieser Vergleich bietet sich unmittelbar an, wenn man die folgende Begebenheit zur Kenntnis nimmt. Im Jahrbuch (1971, S. 132) wird im Bericht über Westsamoa ein fast ähnlicher Fall berichtet:

Ein Bruder wollte mit seiner ganzen elfköpfigen Familie, einschließlich einer adoptierten Tochter und eines Pioniers, der bei ihm wohnte, zum internationalen Kongreß nach Suva.

Es gab nur eine einzige Finanzierungsmöglichkeit. Sein Arbeitgeber unterhielt eine Altersversorgungskasse, die man nur bei seinem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis oder in ganz besonderen Ausnahmefällen ausgezahlt bekommt. Da er viele Jahre dort gearbeitet hatte, glaubte der Bruder, daß sein Anteil groß genug wäre, um mit der ganzen Familie zum Kongreß zu kommen.

Er überlegte sich, daß einem Lauterkeit und Glaube an Jehova helfen, die kommende Drangsal zu Überleben, ob man Geld auf einem Konto hat oder nicht, und so beschloß er, dieses Geld dafür zu investieren, daß das zukünftige Überleben seiner Familie in geistiger Hinsicht gesichert sei.

Erst in der Woche seiner Abreise zum Kongreß war er in der Lage, den Direktor der Firma zu sprechen. Natürlich dachte der Direktor wie viele andere auch. Er wunderte sich, wieso ein Familienvater seine einzige Sicherheit für die Zukunft und für unvorgesehene Fälle aufgeben wollte, denn dadurch hätte er ja nichts mehr, wenn ihm irgend etwas zustoßen würde. Der Bruder erklärte ihm, wie wichtig es für ihn und seine ganze Familie als Anbeter Jehovas sei, der Versammlung beizuwohnen, und daß dies die einzige Möglichkeit für sie wäre, auf die Fidschiinseln zu kommen. Da er ein geachteter und vertrauenswürdiger Angestellter war, gewährte ihm der Direktor seine Bitte und machte eine einmalige Ausnahme, indem er ihm alles, was auf seinem Konto war, auszahlen ließ. Glücklich und Jehova dankbar für diesen Segen, ging er am nächsten Tag hin und bezahlte für seine Familie die Schiffsreise zu den Fidschiinseln. Freudig traf die Familie daraufhin Reisevorbereitungen.

Einige Tage später in der gleichen Woche wurde der Bruder jedoch davon in Kenntnis gesetzt, daß das Schiff zufolge eines Streiks in einem anderen Land festliege und nicht wie erwartet abfahren würde. Die einzige Möglichkeit, außer Landes zu gelangen und so rechtzeitig beim Kongreß zu sein, war, die mit höheren Kosten verbundene Reise mit dem Flugzeug. Es mag genügen, zu sagen, daß der Bruder und seine Familie sich des Kongresses erfreuten, ohne etwas zu bedauern. Sie "wissen", daß sie in Zukunft nur bewahrt werden, wenn sie geistig stark sind und Jehova gegenüber Glauben und Gehorsam bekunden, und nicht dadurch, daß sie vergängliche materielle Besitztümer haben.

Das ist also die "Nächstenliebe" der Wachtturmgesellschaft in Aktion. Einer solchen, wahrlich nicht mit materiellen Reichtümern gesegneten Familie auf WTG-Kosten zu helfen ihre Kongresse zu besuchen, das ist offensichtlich "zuviel" verlangt. Statt dessen empfindet sie nicht einmal Skrupel, solche abgeschmackten Gewissenlosigkeiten, sozusagen noch als "Beispiel" in ihren Veröffentlichungen zu publizieren. Was kümmerts auch die WTG, was aus der Altersversorgung dieses Mannes einmal wird!
M. D.

Freie Bibelgemeinden
Mit dem Tode Russells und der sich verschärfenden großen Krise jener Jahre, begannen als Reaktion darauf und auf Rutherford als neuen WTG-Präsidenten, auch einige selbständige Gemeinschaften der bisherigen Bibelforscher sich neu zusammenzufinden. Eine hiervon ist die:

Tagesanbruch Bibelstudien Vereinigung
Hierbei handelt es sich um eine aus der Spaltung von 1917 entstandene Gemeinschaft, die ihre umfassende Reorganisierung 1929 erfuhr. Hatte Russell seine ersten Anhänger in Pittsburgh/Pennsylvanien, USA gesammelt, so trennte sich genau an diesem Ort (1929) die Pittsburgher Bibelforscher-Versammlung von der Brooklyner Leitung. Die zentralistischen Maßnahmen Rutherfords, mit denen er die Selbständigkeit der örtlichen Versammlungen beschnitt, bildeten den äußeren Anlaß.

Neben ihrer Zeitschrift "The Dawn" ("Der Tagesanbruch") wurden vom Tagesanbruch-Verlag, dessen Hauptzentrale in East Rutherford/New York, USA ist, auch die "Schriftstudien" Russells neu herausgegeben. Durch die Wachtturmgesellschaft sind sie bekanntlich nicht mehr erhältlich Das Büro der Tagesanbruch-Bibelstudien-Vereinigung in der BRD, ist in Freiburg/Breisgau (Baden-Württemberg.) Mit ihr geistig verwandt ist in der DDR auch die:

Vereinigung Freistehender Christen
Einer ihrer führenden Repräsentanten war bis zu seinem Tode Paul Balzereit, vormaliger Zweigdiener der WTG in Deutschland. Nach 1945 reorganisierte er besonders im Raum Magdeburg, Dresden, Leipzig, Freiberg/Sa., Naumburg, Karl-Marx-Stadt, Freital diese Gemeinschaft. Zeitweilig wurde von ihr auch eine eigene Zeitschrift herausgegeben mit dem Titel: "Nachdenkliches aus Leben und Christentum".

In ihr fanden besonders religiös besinnliche Gedanken ihren Niederschlag, die in ihrer Grundtendenz mit den "Schriftstudien" Russells übereinstimmten, aber auch kritische Anmerkungen zu den Praktiken der WTG.
Eine weitere erwähnenswerte Gemeinschaft in der BRD ist die:

Freie Bibelgemeinde
Ihr Kristallisationspunkt ist besonders die Zeitschrift "Christliche Warte". Die amerikanische bzw. englische Schwesternzeitschriften dieser Gruppierung sind:
"Herald of Christs Kingdom" und "Watcher of the Morning".

Am 23. 12. 1931 trennte sich unter der Leitung von Wilhelm Trippler in Kirchlengern (Westfalen) eine gesamte Versammlung von der WTG, um als selbständige Gemeinschaft auf einer im Vergleich gemäßigteren, liberalen biblizistisch orientierten Basis weiter zu wirken, sowie mit ähnlichen gleichgesinnten Gruppen Kontakt zu pflegen.

In der DDR findet sie ihr Gegenstück in der:
Freien Christengemeinde
Diese wurde seit 1945, besonders im Raum Dresden, von Alfred Diener gegründet. Charakteristisch für den "Bund Freier Christengemeinden" ist, daß er sich überwiegend aus solchen Christen zusammensetzt die vormals organisationsmäßig mit der WTG verbunden waren, ohne jedoch eine direkte Auseinandersetzung mit ihr zu führen.
Die "Freie Christengemeinde" veröffentlicht in lockerer Folge Abschriften ihrer Vorträge, die einen streng biblizistischen Charakter tragen, ohne jegliche Anspielungen auf die Praktiken der WTG. Ihre Geschäftsstelle ist bislang in:
8046 Dresden, Hosterwitzer Straße 1.
D.D.

Ein Gespräch war es nicht!
Das "Sonntagsblatt für evangelische Gemeinden in der Mark Brandenburg", die "Potsdamer Kirche", veröffentlichte in ihrer Ausgabe 34/71 (22. August) auch folgenden Erlebnisbericht von Leopold Esselbach aus Neuruppin, bei dem man nicht allzuviel Fantasie benötigt, um zu sehen, wer damit konkret gemeint sein könnte.

Er erscheint uns besonders deshalb interessant, weil er einmal mehr verdeutlicht, wie die praktische Resonanz auf die "Verkündigung" von Jehovas Zeugen aussieht.
Im nachfolgenden zitieren wir, die diese Tatsache besonders hervorhebende Passage:

"Heute besuchten mich zwei Glieder einer Sekte. Sie. kamen in der Überzeugung, von Jesus ausgesandt zu sein … Ihr Vorwurf gegen die Kirche gipfelte in der Behauptung, sie warte darauf, daß die Menschen zu ihr kämen, während Jesus gesagt habe, die Christen sollten zu ihnen hingehen und ihnen den bevorstehenden Anbruch des Reiches Gottes bezeugen.

Darauf ließe sich eine Menge erwidern. Ich wollte von der Inneren Mission sprechen und ihrer Sorge für vielerlei Kranke, von Brot für die Welt und Antirassismus-Programm, von der Arbeit unserer Kirchen, wie sie vor wenigen Wochen auf der Synode des Bundes in Eisenach zur Sprache kam. Ich dachte an den Besuchsdienst mancher Gemeinden und an Diakonissen, die von früh bis spät Kranke in deren Wohnungen versorgen. Das alles wollte ich sagen, aber ich kam nicht dazu, und meine Gesprächspartner waren nicht bereit, darauf einzugehen.

Sie priesen ihre Glaubensgemeinschaft an und waren unfähig, sich einer kritischen Anfrage zu stellen, wie es denn bei ihnen damit aussähe. Es wurden noch viele Worte gesprochen, aber ein Gespräch war es nicht."
D. D.

Industriellenlob für die WTG
In ihrem Kommentar zu dem 1969 im Verlag für politische Literatur in Moskau, UdSSR, herausgegebenen Buch über "Jehovas Zeugen", von E. M. Bartoschewitsch und J. D. Borrissoglebski, bemerkt die WTG:
"Unser Werk wird darin so dargestellt, als befreunde es sich mit der kapitalistischen westlichen Welt und helfe ihr durch unsere Lehren, die Massen in ihrem Griff der Ausbeutung zu halten." (Jahrbuch 1971, S. 313).

Ein Beispiel praktischer Interpretation dessen lieferte auch das lobende Zitat einer amerikanischen Industriellen-Zeitschrift, veröffentlicht im "Erwachet" (8/71, Seite 24). Unter der Überschrift "'Wachtturm' und 'Erwachet' - steigende Tendenz" rezitiert die WTG:

"Obige Worte erscheinen in einem Feature-Artikel (Hauptartikel) der Zeitschrift 'Magazine Industry Newsletter'. Darin wurde der rückläufige Trend in der Verbreitung anderer religiöser Zeitschriften dem Trend der Zeitschriften 'Der Wachtturm' und 'Erwachet' gegenübergestellt ....

In dem Artikel wurde auch auf die Tatsache hingewiesen, daß die beiden Zeitschriften für nur 5 Cent das Exemplar abgegeben werden, während andere viel teurer sind.
Es hieß darin: 'Und nun einiges über die erstaunlich niedrigen Preise der Wachtturm-Schriften. Es ist der Gesellschaft möglich, die Zeitschriften zu redigieren, übersetzen, drucken und in der ganzen Welt für einen Betrag, der 5 Cent entspricht, zu verbreiten, weil sie mit ihren Mitarbeitern eine Abmachung hat, die von Herausgebern, die angesichts steigender Kosten Angestellte entlassen, nachgeahmt werden sollte.

Das Rezept dafür lautet: Man flöße dem Angestellten - Drucker oder Redakteur - eine solche Hingabe ein, daß er zufrieden ist mit einem Schlafraum, drei … Mahlzeiten täglich und monatlich 14 Dollar Taschengeld. Versuchen Sie, mit Ihren Gewerkschaften solche Vereinbarungen zu treffen."
D. D.

Wofür darf man beten?
Die WTG kann es nicht unterlassen, immer wieder in ihren "gedruckten Predigten" mit antikommunistischer Politik die DDR-Regierung zu verleumden.

Ein jüngster Anlaß waren die Verhandlungen zwischen dem DDR-Ministerpräsidenten Willy Stoph und Bundeskanzler Willy Brandt im Mai 1970 in Kassel.
Ein westdeutscher evangelischer Pfarrer hatte vor diesem Zusammentreffen beider Staatsmänner Ministerpräsident Willy Stoph in ein Gemeinde-Gebet eingeschlossen, das einem guten Abschluß der Verhandlungen gewidmet war. Darüber hatte sich der bayerische Landtagsvizepräsident und Landessynodale Simon Nüssel heftig entrüstet und empört. Er denke nicht daran, einen Kommunisten in ein Fürbittgebet einzuschließen und "für Stoph zu beten", das sei "eine große christliche Dummheit". Er, Nüssel, halte es eher mit Gebeten, die vor einer "Gefahr aus dem Osten" bewahren.

In der Zeitschrift "Erwachet" vom 22. September 1970, Wiesbaden, mischt sich die WTG mit einem Beitrag unter der Überschrift "Wofür darf man beten?" in diesen religiös-politischen Streit ein. Sie stellt den Fall dar und beendet ihren Beitrag mit den antikommunistischen Äußerungen des Nüssel, ohne die gestellte Frage biblisch zu beantworten. Der Leser erhält dadurch den Eindruck, Nüssel müsse in dieser Frage ohne Zweifel recht haben. Nach der bisherigen politischen Linie in der WTG-Verkündigung kann allerdings nicht anderes erwartet werden. Proklamierte doch die WTG im "Wachtturm" vom 1. Januar 1962, S. 21, Abs. 4, es sei ihre Aufgabe, schon seit der 3. Ausgabe des WT im Jahre 1879, vor der Gefahr des Kommunismus zu warnen. Die antikommunistischen Ausfälle des Nüssel mußten daher bei dieser politischen Zielsetzung in der WTG-Verkündigung Aufnahme in die "gedruckten Predigten" für Jehovas Zeugen finden.

Was jedoch sagt die Bibel dazu? Die WTG konnte die Bibel in ihrem "Erwachet"-Bericht verständlicherweise nicht gebrauchen. Sie beläßt es bei der Beantwortung der gestellten Frage bei den antikommunistischen Ausführungen des Nüssel. Sollte bei einer solch wichtigen Frage doch nicht aber die Bibel zitiert werden? Man erwartet das einfach, wenn man solche Frage liest. Es ist schwer vorstellbar, daß die WTG angesichts dieser Frage nicht auch an eine biblische Antwort gedacht hat. Es gibt da nämlich ganz bekannte einschlägige Schriftstellen. Die allerdings würden der WTG einen dicken Strich durch ihre antikommunistische politische Rechnung machen.

Denn der Apostel Paulus gibt durch Timotheus folgende Vorschrift für das Gebet der Christengemeinde:
"So spreche ich denn zu allererst die Mahnung aus, Bitten, Gebete, F ü r b i t t e n und Danksagungen für alle Menschen zu verrichten, für die Könige und alle o b r i g k e i t 1 i c h e n P e r s o n e n, damit wir ein stilles und ruhiges Leben in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit führen können. Das ist gut und wohlgefällig vor Gott." 1. Timotheus 2:1-3.

Ist die Taktik der WTG in Beantwortung der zu diesem "Erwachet"-Bericht gestellten Frage "Wofür darf man beten?" angesichts der klaren Weisungen des Apostels Paulus nicht unehrbar und ehrlos?
K.- 0.

Studiengruppe Christliche Verantwortung
Leiter: Wolfgang Daum
65 Gera, Böttchergasse 1

A 8004-72 V 7 1 2274
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