Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 37
Als "Sonderausgabe" macht diese Ausgabe auf. Vermeintlicherweise glaubt man ein "Jubiläum" feiern zu dürfen. Von "12 Jahre CV" ist die Rede. Gemäß dieser Rechnung "bereits seit 1959". Nun mag es so sein, dass Müller seinen Briefversand 1959 begonnen hat. Indes in der hier vorliegenden Form und in der fortlaufenden Zählung, die in jeder CV-Ausgabe enthalten ist, existierte sie erst seit Oktober 1965. Es hätte sich angeboten, dass mit zu erwähnen. Nichts von alledem. Also ein ziemlich unseriöses "Jubiläum"

Dann noch gleich einleitend mit der Satz: "Jehova hat unser Werk in liebevoller und wunderbarer Weise unterstützt." Es soll Leute gegeben haben, ich nehme mich da nicht aus; die bei der Lektüre dieses Satzes nur eine Gedankenassoziation hatten: "Man kann gar nicht so viel essen, wie man angesichts dessen kotzen möchte!"

Vorgegeben wurde in dieser Ausgabe auch, dass man in einem relativ umfänglichen Artikel "Leserfragen" beantworten wolle. Also mein Eindruck dazu ist jedoch der, dass es sich da um selbst fabrizierte "Leserfragen" handelte. Erstmals wird in dieser CV-Ausgabe auch auf das DDR-Buch zu den Zeugen Jehovas von 1970/71 hingewiesen. Scheinheilig behauptet man, ein "Leser" habe angefragt, ob es stimme, daß Johann Hörstgen ein Gnadengesuch an die Nazis gestellt habe.

Abgesehen davon, dass keiner der einfachen Zeugen Jehovas, vor diesem Buch je etwas von Johann Hörstgen gehört hat, meint man nun genüsslich zitieren zu sollen, wie er um sein Leben kämpfte. Dies ist die Information, die diese CV-Ausgabe zum Uraniabuch herüberbrachte.
In der Tat, ich kann heute noch nicht soviel essen, wie ich angesichts dessen kotzen möchte!



CV Christliche Verantwortung

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Konto-Nr. 4562-43-8015 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Gera

Nr. 37 Gera November 1971

CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.

S o n d e r a u s g a b e

12 Jahre "Christliche Verantwortung"
Im Jahre 1959 erschien "CV" zum ersten Mal.
Große Mühe und viele fleißige Hände im Verein mit aller Hingabe, die einem guten Werk entgegengebracht werden kann, bewerkstelligten, daß wir in diesem Jahr auf eine zwölfjährige Arbeit zurückblicken können.
Jehova hat unser Werk in liebevoller und wunderbarer Weise unterstützt.
Jehova gibt uns die Kraft, diese herrliche Aufgabe freudig und voller Zuversicht zu erfüllen.
"Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr durch Gutestun das einfältige Gerede der unvernünftigen Menschen zum Verstummen bringt." 1. Pet. 2:15 EB

Wir waren in all den Jahren bemüht und dieses Bemühen trug reiche Früchte, Euch, liebe Geschwister, die Augen in vielerlei Hinsicht zu öffnen.
Viele haben erkannt, daß die WTG eine erbarmungslose unredliche Gesellschaft ist, deren Ziel darin besteht, durch ständiges Irreführen und Belügen vieler Brüder und Schwestern zu einem ungeheueren Reichtum zu kommen. Wie heute ein Wohnungsvermieter in der BRD den Mietpreis ständig erhöht, so verhält sich die WTG im Großen. Die Zentrale versteckt sich hinter Gottes Wort, der biblischen Wahrheit.

Die Zentrale beteuert immer wieder, daß Ihr alles der Gesellschaft geben sollt.
Franke sagte z. B. in Hamburg: "Alles Geld der Organisation."
Das hat doch alles einen Sinn!
Schau doch auf die Schwester, die freudig 10,- M von ihrer Rente der GH anvertraut! Sie weiß nicht, daß dieses Geld in die BRD gebracht wird!

Sie denkt vielleicht nicht daran, daß dieses Tun der Gesellschaft, im Auftrag der Zentrale, gesetzwidrig ist. Die Auftraggeber in der BRD wie z. B. Pohl und Künz wissen, daß Ihr deshalb in der DDR bestraft werden könnt, weil Ihr Geld bereitstellt, das in die BRD gebracht wird, ungesetzlich natürlich.

Ihr könnt nicht sagen, ich werde "um seines Namen Willen verfolgt", nein, es sind Ungesetzlichkeiten, die in jedem Land der Erde unter Strafe stehen.
In der Zentrale weiß man das!

Es ist erwiesen, das in bestimmten Zeitabständen große Geldbeträge, darunter auch Deine Geldspende, illegal, das heißt ungesetzlich, nach Westdeutschland gebracht werden. Jehova schaut noch diesem gemeinen Treiben, der WTG-Zentrale zu, noch!
Wir sind uns mit vielen Lesern darüber einig, daß Jehova diese "Hirten ohne Erbarmen", diese Geldböcke, recht bald in den Abgrund stoßen wird.

Liebe Geschwister! Ist es nicht an der Zeit, daß Ihr alle diese Machenschaften unterbindet?
Jehova wird Euch nicht zürnen! Jehova wird Euch helfen Heb. 13:6 EB.
Diese sog. hohen Diener in der Zentrale sind Menschen! (Lest hierzu auch "Endzeitzitate"). Wir bemühen uns, liebe Geschwister, Euch auch in Zukunft immer getreu zur Seite zu stehen.

Wendet Euch mit Euren Sorgen, Nöten und auch Hinweisen vertrauensvoll an unsere Studiengruppe oder auch an den Leiter der Studiengruppe direkt.
Wir helfen Euch gern mit Rat und Tat.

Es ist uns eine große Freude und ein Vertrauensbeweis zugleich, wenn wir feststellen können, daß viele Geschwister auch uns helfen, indem sie uns Vorschläge für die Verbesserung unserer Zeitschrift und Hinweise zu Artikeln mitteilen. Wir können weiterhin feststellen, daß der Kreis der Geschwister, welcher gemeinsam mit uns, das Unrecht und die Lügen der WTG-Zentrale aufdeckt stetig größer wird.

Es ist wundervoll zu wissen und immer wieder zu fühlen, daß Jehova unser Werk überwaltet, daß Jehovas Segen auf "CV" ruht. Das Wohlwollen und die Güte Jehovas verleiht uns und erneuert unsere Kraft. Habt Teil!

Liebe Geschwister!
Von 1955-1959 wurden viele von Euch von der Zentrale beauftragt, Adressen von Staatsfunktionären in der DDR zu sammeln und diese Adressen an höhere Diener zur Weiterleitung zu übergeben.
Der Widerspruch, der damals erzeugt wurde, hat sich bis heute bei vielen Brüdern und Schwestern festgesetzt und ist oft Anlaß der Zweifel an der Redlichkeit der WTG-Zentrale.
Es ist ungeheuerlich, von Euch derartiges zu verlangen! Diese Adressen wurden, genau wie heute Euer Geld, in dunkle Kanäle gegeben.

Keiner von Euch weiß, was man mit diesen Adressen getan hat. Es wurde zwar oft von leitenden Brüdern mitgeteilt, das diese Adressen für eine Zusendung der Petition benötigt werden, andere sagten, man wolle von der Zentrale aus, diesen Staatsfunktionären die Wahrheit über die "Zeugen Jehovas" vermitteln.

Keiner hatte jedoch einen Beweis. Gefordert wurde Euer Vertrauen! Vertrauen zu erbarmungslosen Hirten! Zu dieser Zeit schlossen sich einige verantwortungsbewußte Brüder zur Studiengruppe "Christliche Verantwortung" zusammen.

Zu eben dieser Zeit sprach Willi P o h l auf einem Kongreß in Westberlin folgende Worte aus:
"Diese Schrift (gemeint ist "CV") besteht höchstens zwei Jahre, länger läßt Jehova das nicht zu!"
Einige unserer Leser haben diese Worte damals selbst gehört.
In diesem Jahr arbeitet CV nun 12 Jahre!

Wir wissen nun alle, Willi Pohl ist nicht nur in diesem Fall leichtfertig in seinen Worten.
Er läßt zu gern den Namen des Herrn durch seinen Mund gleiten, er mißbraucht seinen Namen.
Willi Pohl, der brüllende Manager der Zentrale Wiesbaden, ist nicht dazu berufen, den Namen Jehovas vor seine Wünsche und die der WTG zu stellen.
Willi Pohl will, daß er gefürchtet wird. Er will Eure Unterwerfung zum Selbstzweck.
Er sitzt an den theokratischen Hebeln der Zentrale Wiesbaden. Er lenkt wie er denkt, nämlich rücksichtslos, brutal und herzlos!

Eines sei hierzu noch bemerkt: Die WTG hat schon oft versucht, uns mundtot zu machen.
Die Verbote, die besagen, "CV" muß ungelegen in den Ofen, werden nur noch vereinzelt befolgt!
Die WTG versuchte, "CV" der Lüge zu bezichtigen, das hatte auch keinen Erfolg! Immerhin mußten Frost und Franke ihre Dienstämter niederlegen. "CV" hat bisher immer die Wahrheit geschrieben und kundgetan - wir werden es weiterhin so halten!

Wir wissen, daß Gemeinschaftsentzüge durch Brüderkomitees in der DDR gegen Brüder und Schwestern ausgesprochen wurden, nur weil diese Geschwister "CV" gelesen und darüber gesprochen hatten.

In diesen Brüderkomitees sollte man Matthäus 7:1-5 beherzigen Der WTG-Balken im Auge bedeutet Blindheit "CV" wird, dank der vielseitigen Unterstützung durch unsere Leser, in einer der nächsten Ausgaben beginnen, Anweisungen der Zentrale zu veröffentlichen, die nicht für Verkündiger, Bibelstudiendiener oder Versammlungsdiener gedacht waren!

Es wird Euch, liebe Brüder und Schwestern, dann vieles klar werden.
Ihr erhaltet Einblick in ein System von ungeheuerlicher Lüge und Gottesverachtung.
Wir gehen nicht davon ab, die WTG-Zentrale Wiesbaden ständig zu entlarven und die antihumanistischen Machenschaften dieser Zentrale, offen allen Geschwistern zur Kenntnis zu bringen.
"Denn wir werden tatsächlich nur dann Mitgenossen des Christus, wenn wir an der Zuversicht, die wir zu Anfang hatten, standhaft bis ans Ende festhalten." Heb. 3:14 EB. H. P.

Endzeitzitate

Was bedeuten dir die warnenden Worte der Bibel? "Doch der Prophet, der sich vermisst, in meinem Namen zu reden, was ich nicht geboten habe zu reden, oder der im Namen anderer Götter redet, ein solcher Prophet soll sterben. Wenn du aber bei dir selber denkst: Wie sollen wir erkennen, welches Wort der Herr nicht geredet hat? - so wisse: wenn der Prophet im Namen des Herrn redet, und es erfüllt sich nicht und trifft nicht ein, so ist das ein Wort, dass der Herr nicht geredet hat. In Vermessenheit hat es der Prophet geredet; fürchte dich nicht vor ihm". 5. Mose 18:20-22, Zürcher Bibel.

Wie hältst du es mit dem Ratschlag?

"Euer Wort ja bedeute einfach ja, euer Nein nein; denn was darüber hinausgeht ist von dem, der böse ist." Matthäus 5:37, Neue-Welt-Übersetzung.

Wir möchten dich herzlich einladen, selbst zu prüfen, ob die Endzeitverkündigung der Wachtturmgesellschaft klar und unzweideutig ist. Bedenke auch die Konsequenzen, die das für dich persönlich haben mag. (Mark. 13: 21-23).

Die nachstehenden Zitate mögen dir eine Hilfe sein, einen Überblick zu gewinnen, was in diesem Zusammenhang schon alles gelehrt und gesagt wurde. Es mag auch gut sein, die Auslegung der Worte über "die Generation, die nicht vergehen soll", dabei immer im Sinn zu haben.

Vielleicht - Bestenfalls - Nicht unbedingt.

"Was nützen uns aber diese Berechnungen und der Aufschluss über diese Geschlechtsregister heute? Ist es für uns nicht ebenso uninteressant und nutzlos, uns damit zu befassen, wie wenn wir durch einen Friedhof gingen und uns die Daten auf den alten Grabsteinen abschrieben?

Warum sollte uns denn das Jahr der Erschaffung Adams mehr interessieren als die Geburt des Königs Tutenchamon?" WT 22/68 S. 691.

"Wir können nicht über das Jahr 1975 hinaussehen. Alles, was sie (die Apostel) sehen konnten, war die kurze, vor ihnen liegende Zeit." WT 22/68 S. 693.

"Sollten wir auf Grund dieses Studiums annehmen, dass im Herbst 1975 die Schlacht von Harmagedon vorüber sein und die langersehnte Tausendjahrherrschaft Christi beginnen wird? Vielleicht; wir wollen aber abwarten und sehen." WT 22/68 S. 691.

"Gestützt auf unsere Chronologie (die zwar ziemlich genau, zugegebenermaßen aber nicht unfehlbar ist), wissen wir bestenfalls, dass im Herbst des Jahres 1975 der Mensch 6000 Jahre auf der Erde ist." WT 22/68 S. 691.

"Das heißt aber nicht unbedingt, dass die ersten 6000 Jahre von Jehovas siebenten Schöpfungs-Tag im Jahre 1975 enden. Warum nicht? Weil Adam nach seiner Erschaffung noch einige Zeit am 'sechsten Tag' lebte. Diese unbekannte Zeitspanne müsste man von Adams 930 Jahren abrechnen, um festzustellen, wann der sechste 'Tag' oder die sechste 7000-Jahresperiode endete und wie lange Adam am 'siebenten Tag' lebte." WT 22/68 S. 69'.

Der Wunsch - Vater des Gedankens.

"Sie (Jehovas Zeugen) werden nicht nur bis zum Jahre 1975 laufen... Sie werden auf diesem herrlichen Weg … bleiben … und ihm allezeit dienen." WT 22/68 S. 693.

"Warum ist heute so viel von 1975 die Rede? Um dieses Jahr sind unter ernsthaften Erforschern der Bibel in den letzten Monaten rege, zum Teil von Mutmaßungen ausgehende Debatten entstanden. Das Jahr 1975 interessiert sie deshalb so sehr, weil sie glauben, dass in diesem Jahr 6000 Jahre seit der Erschaffung Adams vergangen sein werden. Die Nähe dieses bedeutenden Jahres regt die Vorstellungskraft an und bildet einen unerschöpflichen Gesprächsstoff." WT 19/68 S. 680.

140 Zeittafeln - Nicht inspiriert.

"In Randbemerkungen der im englischen Sprachgebiet gebräuchlichen protestantische n Bibel (der Authorized oder King James Version) und in Fußnoten gewisser Ausgaben der in diesem Gebiet allgemein anerkannten Douay - Übersetzung wird das Jahr 4004 v. u. Z. als das Jahr der Erschaffung des Menschen angegeben. Diese Jahreszahl gehört jedoch nicht zum inspirierten Text der Heiligen Schrift, denn sie wurde erst über 1500 Jahre nach dem Tode des letzten Bibelschreibers zum ersten Mal erwähnt, und vor 1701 u. Z. war sie in keiner Ausgabe der Bibel zu finden." WT 15/68 S. 686.

"Sie ist ein Zusatz, dem die Schlussfolgerungen James Ussher, eines irischen Erzbischofs der anglikanischen Kirche (1581 bis 1656), zugrunde liegen. Ussher war nur einer der vielen Chronologen, die sich in den vergangenen Jahrhunderten aufrichtig bemühten festzustellen, wann Adam erschaffen wurde." WT 15/68 S. 686.

"Ermittlungen, die vor hundert Jahren angestellt wurden, haben gezeigt, dass von bedeutenden Gelehrten bis dahin nicht weniger als 140 verschiedene Zeittafeln veröffentlicht worden waren. Diese Gelehrten haben für die Erschaffung Adams die verschiedensten Jahreszahlen zwischen 3616 v. u. Z. und 6174 v. u. Z. angegeben, ja einer verlegte sie sogar in das Jahr 20 000 v. u. Z." WT 15/68 S. 686.

1996 - oder auch - in weniger alszehn Jahren.

"Nach Ussher wurde Adam im Jahre 4004 v. u. Z. erschaffen Nach dieser Berechnung wäre die Menschheit im Herbst des Jahres 1996 u. Z. sechstausend Jahre oder sechs Millenien alt, und nach diesem Jahr würde für die Menschheit das siebente Millenium ihres Daseins beginnen. Vor einiger Zeit haben ernsthafte Erforscher der Bibel deren chronologische Angaben neu überprüft. Nach ihren Berechnungen wird die Menschheit um die Mitte der 1970-er Jahre sechs Millenien auf der Erde sein. Das siebente Millenium nach Adams Erschaffung durch Jehova Gott würde somit in weniger als zehn Jahren beginnen."- "Tausend Jahre Frieden nahen" - S. 24, 25.

"Dann wird es nicht mehr nötig sein, mit einer Rakete zum Mond zu fahren." - "Tausend Jahre Frieden nahen" S. 30.

Nochmals Usshers Zeitrechnung.

"Die Bibel verfolgt diese Zeitrechnung oder Chronologie von der Befreiung des Volkes Gottes aus Babylon, im ersten Jahre Kores des Großen, des Perserkönigs, an zurück. 2. Chronika 36:22,23 Esra 1:1-4.

Damit können wir die Zeitrechnung der Bibel mit der Zeitrechnung der Welt bis auf den heutigen Tag festlegen. Indem wir das tun, wird offensichtlich, dass der Mensch sich dem Ende von sechstausend Jahren und dem Beginn des siebenten Abschnittes von tausend Jahren seiner Existenz nähert. Von dem Jahr der Erschaffung des Menschen wird im allgemeinen als vom Jahr der Welt oder Anno Mundi gesprochen, dargestellt durch die Buchstaben A. M. Wenn wir jetzt eine Ausgabe der volkstümlichen Authorized oder King James Version der Bibel, die mit Fußnoten versehen ist, zur Hand nehmen, finden wir, dass sie das Jahr der Erschaffung des Menschen mit 4004 v. u. Z. angibt. Diese Angabe erfolgte auf Grund der Bibelchronologie, die von dem berühmten irisch-anglikanischen Prälaten Erzbischof James Ussher (1581-1656) errechnet wurde." - "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" S. 28.

Falls wir dieses Datum annehmen.

"Falls wir dieses Datum annehmen und falls wir 1996 Jahre zu diesem dazurechnen, dann erhalten wir ein Total von 6000 Jahren. Dann würde die siebente Periode von eintausend Jahren des menschlichen Lebens im Jahre 1997 u. Z. beginnen." - "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" - S. 28.

Eine weitere Reserveberechnung

"Der anerkannte Unterschied zwischen der jüdischen und allgemeinen Chronologie ist 3760 Jahre. Wenn diese Zahl zu dem gegenwärtigen weltlichen Jahr hinzugezählt wird, dann kommt man auf das Jahr des jüdischen Kalenders. Folglich ist das Jahr 1960 u. Z. gleichbedeutend mit dem jüdischen Jahr 5720." - "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", S. 29.

Nur noch ein paar Jahre.

"In der unmittelbaren Zukunft werden sich die Ereignisse überstürzen, denn dieses alte System geht seinem vollständigen Ende entgegen. Es dauert höchstens nur noch ein paar Jahre . . . Heißt das, dass im Jahre 1975 die Schlacht von Harmagedon kommt? Niemand kann mit Sicherheit sagen, was ein bestimmtes Jahr bringen wird. Jesus sagte; 'Von jenem Tag oder der Stunde hat niemand Kenntnis' (Mark. 13:22). Es genügt Gottes Dienern, die Gewissheit zu haben, dass für das gegenwärtige, von Satan beherrschte System die Zeit sehr schnell abläuft." WT 1. 5. 68, S. 464.

Begeisterung - Doch wir sagen das nicht.

"An allen Stellen, wo das Buch ("Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes") auf den Versammlungen abgegeben wurde, wurde es mit Begeisterung entgegengenommen.

Die Ausgabestände wurden von vielen umringt, und Vorrat an Büchern war bald erschöpft. Sofort wurde der Inhalt untersucht. Es dauerte nicht sehr lange, bis man die Tabelle fand, die auf Seite 31 beginnt und die zeigt, dass 6000 Jahre des Daseins des Menschen im Jahre 1975 enden. Erörterungen über dieses Jahr 1975 überschatten nahezu alles andere. Das neue Buch zwingt uns, zu erkennen, dass Harmagedon wirklich nahe ist - sagte ein Kongressbesucher. Das war bestimmt eine der hervorragenden Segnungen, die wir mit nach Hause nehmen konnten." WT 1/67, S. 20.

"Gerade bevor ich (F. W. Franz, Vizeprasident) auf das Podium ging, kam ein junger Mann zu mir und sagte: 'Sag, was bedeutet dieses Jahr 1975?' . . . Was ist nun mit dem Jahr 1975? Was wird es bedeuten, liebe Freunde?, fragte Bruder Franz. Bedeutet es, dass Harmagedon dann vorüber und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden ist? Es könnte das bedeuten! Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich. Bedeutet es, dass Babylon die Große bis 1975 beseitigt ist? Es könnte das bedeuten. Bedeutet es, dass der Angriff Gogs von Magog auf Jehovas Zeugen stattfinden wird um sie zu vernichten, und dass Gog dann selbst außer Tätigkeit gesetzt wird? Es könnte das bedeuten. Doch wir sagen das nicht. Und möge auch niemand von euch irgendwie bestimmt äußern und etwas sagen, was zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1975 vor sich gehen soll. Doch der wichtige Gedanke bei all diesem, liebe Freunde, ist der. Die Zeit ist kurz. Die Zeit läuft ab, darüber besteht keine Frage." WT 1/67, S. 22, 23.

1962 war es - eine unnütze Streitfrage.

"Hast du schon bemerkt, wie oft der Apostel Paulus Christen ermahnte, sich vor Spekulationen und unnützen Streitfragen zu hüten? . . . Ebensoviel wertvolle Zeit könnte man verschwenden, um über die Zukunft nachzugrübeln Man könnte fragen: 'in welchem Jahr kommt Harmagedon?' . . . Uns mit unnützen Streitfragen auseinandersetzen beraubt uns aber nicht nur unserer Zeit, es kann uns sogar das Leben kosten." WT 15/62,

1945 - noch zehn oder zwanzig Jahre.

"Es wurde ausgeführt, dass wir weder Tag noch Stunde kennen, dass aber die Bibel uns versichert: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist." (Matthäus 24:34) Es ist daher belanglos, ob man sagt 'bald' oder 'nicht so bald'. Selbst wenn die Schlussabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, das es wirklich so sein wird - so muss doch das Evangelium mit aller Kraft allen Nationen verkündet werden, so wirksam als nur möglich" "Trost," 1. Juni 1945.

Ein ganzes Leben lang.

"Dauert es jemand zu lange, dann sei daran erinnert, das Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun? Die Errichtung der Theokratie ist etwas Wunderbares, dass man leicht ein ganzes Leben lang darauf warten kann."- "Trost" 1. Juni 1945.

Zweiter Weltkrieg - kein Harmagedon.

"Der öffentliche Vortrag des Präsidenten (Knorr, September 1942) stand unter dem Thema 'Weltfriede, ist er von Bestand?' Er verscheuchte alle Gedanken daran, dass der 2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von Harmagedon enden werde."- "Dein Name werde geheiligt" - S. 329.

Verbot - Harmagedon nahe.

"Zum Beispiel erhielt Präsident Rutherford am 26. April 1933 ein Telegramm, dass besagte, dass die Hitlerbehörden das Zweigbüro der Watch Tower Society in Magdeburg beschlagnahmt hatten. Am gleichen Tag wies Rutherford die Familie im Hauptbüro in Brooklyn, New York, auf die Möglichkeit hin, dass, wenn damit das Werk in Deutschland zu Ende wäre, der große Schlusskampf zwischen Jehova Gott und der Organisation des Teufels nahe wäre."- "Dein Name werde geheiligt" S. 319.

Heiraten - nach Harmagedon - einige wenige Jahre.

"Jonadabe, die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu warten, bis der feurige Sturm Harmagedons vorüber ist, und dann die ehelichen Beziehungen aufzunehmen und die Segnungen zu genießen, die mit einer Anteilnahme am Füllen der Erde mit gerechten und vollkommenen Kindern verbunden sind." - Schau den Tatsachen ins Auge 1938, S. 50.

Es traf nicht alles ein.

"Gottes ergebenes Volk betonte die Wichtigkeit der Daten 1914, 1918 und 1925. Aber es traf nicht alles ein, was es vorausgesagt hatte. Jehova Getreue wurden in ihren Erwartungen für die Jahre 1914, 1918 und 1925 enttäuscht, und ihre Enttäuschung hielt eine Zeitlang an. Später lernten die Treuen, dass, obwohl jene Daten in der Heiligen Schrift in bestimmter Weise festgelegt sind, sie dennoch keine Daten mehr für die Zukunft festsetzen und nicht voraussagen sollen, was sich zu einem gewissen Zeitpunkt ereignen werde, sondern, dass sie sich, was die einzutretenden Ereignisse betrifft, auf Gottes Wort verlassen sollen, was sie auch tun."- Rechtfertigung - Band I, S. 143 und 332.

Der Herr hat dies nicht gesagt.

"Einige dachten, dass das Werk 1925 enden würde, aber der Herr hat dies nicht gesagt." WT 1926 S. 264.

"Das Jahr 1925 ist gekommen. Mit großer Erwartung haben die Christen diesem Jahr entgegen gesehen. Viele haben zuversichtlich erwartet, dass alle Glieder des Leibes Christi während des Jahres zu himmlischer Herrlichkeit verwandelt werden. Dies mag vielleicht erfüllt werden. Es mag vielleicht nicht so sein." WT 1925, S. 35.

"Besonders das Jahr 1925 erwies sich für viele Glieder des Volkes Jehovas als ein Jahr großer Prüfungen. Einige gaben das Warten auf und gingen mit der Welt." - "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" - S. 110.

"Jetzt ist es nicht an der Zeit, Glaubensschwäche zu zeigen oder mutlos zu werden, weil es einigen nicht so scheint, als ob 1925 das bringen wird, was sie erwarten." WT 1924, S. 326.

'Endgültig' von der Schrift festgelegt.

"Ist es wahr, dass vor acht Monaten den Pilgerbrüdern der Auftrag zuging, aufzuhören, über 1925 zu predigen? Haben wir mehr Grund oder ebensoviel um zu glauben, dass das Königreich 1925 errichtet wird, als Noah hatte um zu glauben, dass eine große Flut kommen würde? Es ist überraschend, wie Berichte in die Welt hinausgehen. Den Pilgerbrüdern ist niemals zu irgendeiner Zeit auch nur ein Wink zu gegangen, dass sie aufhören sollten, über 1925 zu predigen . . . Unser Gedanke ist der, dass der Zeitpunkt 1925 endgültig von der Schrift festgelegt ist als ein Markstein des Endes der vorbildlichen Jubeljahre." WT 1923, S. 208

"Manche sind geneigt, zweifelhaft mit Bezug auf 1925 zu werden und darum werden sie lauwarm." WT 1923, S.131.

Was geschehen sollte.

"Der Herbst 1925 wird gewisslich dem symbolischen Babylon den Todesstoß bringen." WT 1924, S. 268.

"Wir erwarten mit voller Gewissheit, dass die jetzige große Drangsal im Jahre 1925, etwa im Herbst, ihren furchtbaren Höhepunkt erreicht und alsdann zum endgültigen Abschluss kommen wird, damit anschließend das Werk der Wiederherstellung aller Dinge unter der gerechten Regierung des Christus und seiner Getreuen beginnen kann." "Das Goldene Zeitalter" - 15. 3. 1924.

"Der Gedanke ist der, dass das Jahr 1925 einen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte bringen werde, indem in der Bibel enthaltene vorbildliche Geschehnisse dann ihr Ende erreicht haben sollen und das Gegenbild beginne, das messianische Königreich der Wiederherstellung der ganzen Menschheit zu Freiheit, Glückseligkeit und ewigem Leben auf der Erde.' - "Das Goldene Zeitalter" 1924.

Abrahamweltregierung.

"Wir können erwarten, im Jahre 1925 Zeugen zu sein von der Rückkehr Abrahams, Isaaks und Jakobs und der anderen Treuen des alten Bundes, indem sie auferweckt werden, um die sichtbaren, gesetzlichen Vertreter der neuen Ordnung der Dinge auf Erden zu sein." - "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" - S. 52.

"Können wir erwarten, im Jahre 1925 Zeuge zu sein von der Rückkehr dieser treuen Männer Israels aus dem Zustande des Todes." - "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" - S. 53.

"Und da andere Schriftstellen der Tatsache bestimmt Ausdruck geben, dass eine Auferstehung Abrahams, Isaaks und Jakobs und anderer Treuen des alten Bundes stattfinden wird." - "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" - S. 69.

Überzeugende Beweise.

"Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, dass die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, dass die neue Ordnung hereinbricht, und dass das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird, und gestützt auf diese Beweise ergibt sich der vernunftgemäße Schluss, das Millionen von Menschen, die jetzt auf der Erde leben, im Jahre 1925 noch auf Erden sein werden. Somit müssen wir, gestützt auf die Verheißungen, die in dem Worte Gottes niedergelegt sind, zu dem positiven und unanfechtbaren Schluss kommen, dass Millionen jetzt lebender Menschen niemals sterben werden." - "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" - S. 103, 104.

Abraham - Weltrundfunk.

"Im Lichte der Heiligen Schrift können wir erwarten, dass Jerusalem die Welthauptstadt sein wird, von der aus auferstandene vollkommene Männer wie Abraham, Isaak, Jakob, Mose, David und andere die Regierungsangelegenheiten der Welt besorgen werden, während andere solcher glaubenstreuer Männer als Herrscher in den verschiedensten Teilen der Erde eingesetzt sein und von denen, die in Jerusalem herrschen, Anweisungen betreffs der Regierungsangelegenheiten empfangen werden. Wir dürfen erwarten, das Abraham mit vollkommenen Radiofunkspruchstationen vom Berge Zion aus, die Angelegenheiten der ganzen Erde leiten kann." - "Eine wünschenswerte Regierung" - 1924, S. 35

1914 - ein Fehler.

"Der Autor (Russell) gibt zu, dass er in diesem Buch (Schriftstudien Band II), den Gedanken nahelegt, dass des Herrn Heilige erwarten dürfen, am Ende der Zeiten der Nationen (1914) bei ihm zu sein in Herrlichkeit. Dies war ein Fehler." - Vorwort, Ausgaben nach 1914.

Eine falsche Chronologie.

"Angenommen, dass Jahr 1914 würde unter ruhigen Weltverhältnissen vorübergehen und es wurde sich herausstellen, dass die 'Auserwählten' noch nicht alle 'verwandelt' wurden, und ohne das die Wiederherstellung des natürlichen Israels in die Gnadenstellung unter dem neuen Bunde eingetreten wäre. (Röm. 11:12,15) Was dann? Würde das nicht beweisen, dass unsere Chronologie falsch ist? Ja bestimmt! Und würde nicht jenes sich als ausgesprochene Fehlerwartung erweisen? Tatsächlich! Es würde nicht wiedergutzumachenden Schiffbruch bewirken für die Parallel-Heilzeitordnungen . . . Keine von diesen könnte weiterhin aufrechterhalten werden. - WT 1. 10. 1901.

Fünfundzwanzig- Jahre später.

"Wir glauben, dass die Chronologie ein Segen ist. Wenn wir durch sie einige Minuten, oder einige Stunden früher am Morgen aufgeweckt worden sind, als es sonst geschehen sein würde, dann ist es gut so . . . Wenn nach der Vorsehung des Herrn die Zeit fünfundzwanzig Jahre später kommen sollte, so würde der Wille des Herrn auch unser Wille sein." WT 1914, S. 36.

Hilfe von wem?

"Die Anstrengung der Massen, sich aus der Herrschaft des Kapitals und der Maschinen zu befreien, wird eine vorzeitige sein." - "Schriftstudien" Band 1 S. 317.

"Wenn ein Farmer sich vornehmen würde, seine Knechte statt 12 Stunden täglich um 30 Dollar monatlich nur acht Stunden täglich um 60 Dollar monatlich arbeiten zu lassen, wie die Arbeiter in den Städten, er wäre bald tief verschuldet . . . Nichts als ein Krieg oder andere schwere Kalamitäten kann der Industrie wieder aufhelfen . . . Die Arbeiter haben nur von einer Seite Hilfe zu erwarten, von Gott.' - "Schriftstudien" Band IV - S. 179, 173.

1914 - Auferstehung.

"Die Einsetzung der irdischen Regenten aber dürfen wir nicht vor Ablauf der Zeiten der Heiden, Nationen, im Okt. 1914 erwarten . . . Zu Beginn des Reiches, am Ende des Jahres 1914, werden also, soweit wir es verstehen, einzig die auferstandenen Heiligen des alten Bundes von Johannes dem Täufer rückwärts bis zu Abel, Abraham, Isaak Jakob und alle Propheten, mit der Herrscherwürde bekleidet sein." - "Schriftstudien" Band IV - S. 325.

Milleniums - "Beginn".

"In diesem Kapitel bringen wir den Schriftbeweis, für die Tatsache, dass mit dem Jahre 1872, sechstausend Jahre, seit der Erschaffung Adams, verflossen sind und das wir daher, seit dem Jahre 1872, der Chronologie oder Zeitrechnung gemäß, in das siebente Jahrtausend oder ins Millenium eingetreten sind." - "Schriftstudien" Band Il S. 50.

Orientierungshilfe.

Angesichts dieser Widersprüchlichkeiten mag es gut sein, abschließend ein klärendes Wort zur Orientierungshilfe zu geben.

Ein Ausspruch des Vorsitzenden des Bundes Evangelischer Kirchen in der DDR, Bischof D. Albrecht Schönherr, vermag, in indirekter Weise, die gesamte Problematik in wenigen Worten klar zu umreißen. Er sagte ("Die Zeichen der Zeit" 5/70, S. 188.):

"Nicht nur einzelne Menschen sind krank oder hilfsbedürftig. Auch Ehen, Familien, auch das Zusammenleben von Menschen in Betrieben in Städten, ja, die menschliche Gemeinschaft überhaupt ist gefährdet. Ungerechtigkeit aller Art, Rassenwahn, Armut, Krieg sind Krankheiten, die zum Himmel schreien. Wir sind uns heute in der Weltchristenheit klar darüber, dass ein Christentum, das nur auf das Jenseits vertröstet, aber hier auf der Erde alles beim alten lässt, den Vorwurf verdient, Opium des Volkes zu sein. Wir bekennen uns in jedem Vaterunser zu der Hoffnung auf das Reich Gottes. Wenn diese Hoffnung aber nicht den Mut hat, ungerechte und kranke Zustände zu bessern, ist sie nicht die in der Heiligen Schrift gemeinte. Sagen wir aber ja dazu, werden wir auch nach möglichst wirksamen Methoden der Hilfe Ausschau halten müssen und uns nicht scheuen, Bundesgenossen auch außerhalb der Grenzen der christlichen Kirche zu suchen und anzunehmen."

Man könnte dies auch mit den Worten Jesu sehr deutlich wiedergeben:

"Alles daher, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun; in der Tat, das ist es, was das Gesetz und die Propheten bedeuten." Matthäus 7:12, Neue-Welt-Übersetzung.
D. D.

"Verkürzte TAGE"
Die nachfolgenden Bemerkungen entnehmen wir dem WT 14/70, Seite 423/33 und wir meinen, daß sie dem aufmerksamen Leser einmal mehr, das lavieren und umfrisieren früherer WTG-Prophezeiungen verdeutlichen:

"Im Jahre 1925 wurde im Wacht-Turm vom 1. Juni in dem Artikel 'Um der Auserwählten willen' gesagt, daß 'jene Tage' der 'großen Drangsal' in der Mitte verkürzt würden. Es hieß in dem Artikel:

Die 'große Drangsal' habe 1914 u. Z. begonnen,
Gott habe aber nicht zugelassen,
daß sie ihren Höhepunkt erreiche,
sondern habe den 1. Weltkrieg im November 1918 zum Stillstand gebracht.
Auf diese Weise habe er seinem gesalbten Überrest
der auserwählten Christen Zeit eingeräumt,
damit sie ihr Werk durchführen könnten, bevor in der Schlacht von Harmagedon der letzte Teil der 'großen Drangsal' hereinbrechen und diese zum Abschluß gebracht werde.

Diese Erklärung hörte sich damals, im Jahre 1925 - nur sieben Jahre nach dem Ende des I. Weltkrieges … -, ganz gut und vernünftig an.
Aber auch der II. Weltkrieg ging nicht in den Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen', den Krieg von Harmagedon über,
wie einige es erwartet hatten. (Offb. 16: 14-16)

Nun sind seit dem Ende des II. Weltkrieges im Jahre 1945, bereits wieder 25 Jahre vergangen…
und der Krieg von Harmagedon steht immer noch bevor.

Wenn der erste Teil der 'großen Drangsal' im Jahre 1914 begann und 1918 endete,
wie das im Jahre 1925 erklärt wurde, dann hat die Zwischenzeit, durch die jene 'Tage der Drangsal' verkürzt wurden, schon über 51 Jahre gedauert und dauert immer noch an.

Angenommen, die Tage der 'großen Drangsal' wären, 'um der Auserwählten willen' Matth. 24:22 tatsächlich, wie man im Jahre 1925 annahm, in der Mitte verkürzt worden, was dann?
Dann wäre der Zeitraum zwischen dem Anfang der 'großen Drangsal' und Harmagedon, ihrem Abschluß, etwa fünfmal so lang wie die 'große Drangsal' selbst.

Doch den Ereignissen entsprechend,
die sich im I. Jahrhundert das heißt, in der Zeit zwischen der Himmelfahrt Jesu im Jahre 33 u. Z. und der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. abspielten, begann die gegenbildliche 'große Drangsal' nicht im Jahre 1914 u. Z. Was in den Jahren 1914 bis 1918 über das neuzeitliche, gegenbildliche Jerusalem und seine politischen Verbündeten kam, war lediglich ein 'Anfang der Bedrängniswehen'!

Die 'große Drangsal' wie es nie mehr eine geben wird, (Wiederholung der Zerstörung Jerusalems?) steht noch bevor, denn es handelt sich dabei um die Vernichtung des Weltreiches der falschen Religion (Einschließlich der Christenheit) und den anschließenden Krieg von Harmagedon, den Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen."

Hier haben wir wieder einmal ein Beispiel dafür, wie die ursprünglichen WTG-Prophezeiungen umfrisiert und mit dem Vertrauen, der einmal dieser Prophezeiung glaubenden, Schindluder getrieben wird.

Durch solche Machenschaften hat es die WTG bisher immer verstanden, ihre Theorien auf einen späteren "Sankt Nimmerleinstag" zu verschieben.

Bliebe noch zu fragen, in welchem Maße die WTG dafür noch kritikloses Vertrauen finden kann?
D. D.

Leserprobleme

. . . Könntet Ihr mir noch ein Frage beantworten? Wer hat bisher Bücher geschrieben, die gegen die Gemeinschaft der "Zeugen Jehova" gerichtet sind? L. F.

Antwort:
Die bisher erschienenen Bücher, welche von unserer Leserin erfragt wurden, beschäftigen sich weniger mit dem Verkündiger, sondern sind vielmehr Beweise, die eindeutig die Machenschaften der "Wachtturmgesellschaft" bloßstellen. Die Autoren der Bücher sind: Günther Pape (BRD), Josy Doyon (Schweiz), Marley Cole (USA), William Schnell (USA), Dieter Pape (DDR) und Manfred Gebhard (DDR) und einige andere. Für unsere Leser in der DDR möchten wir noch hinzufügen, daß das Buch "Die Zeugen Jehovas" von Manfred Gebhard in einigen Buchhandlungen noch erhältlich ist

. . . Wird "Christliche Verantwortung" auch in das Ausland geschickt? E. H. Antwort:
Ja. "Christliche Verantwortung" wird nach den USA, der Schweiz, nach Polen, England, Schweden, CSSR und Österreich verschickt. Des weiteren haben wir einen großen Leserkreis in der BRD und Westberlin.
Auch das Zweigbüro in Wiesbaden und einige der dortigen Verantwortlichen erhalten "Christliche Verantwortung" regelmäßig.

. . . Wie wird "Christliche Verantwortung" denn nun bezahlt . . . ? K.-H Z.
Antwort:
Die Unkosten, welche im Zusammenhang mit "Christlicher Verantwortung" entstehen, werden durch Spenden unserer Leser und finanzielle Spenden der an "Christlicher Verantwortung" mitarbeitenden Brüder und Schwestern gedeckt.

. . . Kann ich mir gut vorstellen, daß Ihr eine Vielzahl von Zuschriften bekommt. Ist es denn für Euch zu schaffen, die Briefe zu beantworten? W. L. Antwort:
Nein. Wir müssen, vor allem seit ungefähr zwei Jahren unsere Leser recht lange auf eine Antwort zu ihrem Brief oder ihre Karte warten lassen. Als Beispiel sei genannt, daß auf "Christliche Verantwortung" Nr. 34 einige Hundert verschiedene Posteingänge zu verzeichnen waren. Noch heute konnten wir nicht alle Sendungen beantworten, da wir gezwungen sind, alle Probleme der "Christlichen Verantwortung" nach der Arbeit in den Betrieben, also in der Freizeit, zu lösen.

. . . Ist es möglich, mit Euch einmal persönlich zu sprechen . . . ? ohne Absender.
Antwort:
Diese Möglichkeit besteht. Wir freuen uns über Besucher, der aufrichtig und mit ehrlicher Absicht zu uns kommt. Besonders erfreut sind wir, wenn wir Anregungen erhalten und wenn auch der Besucher erfreut über die gemeinsamen Stunden ist.
Wir möchten jedoch an dieser Stelle erwähnen, daß die Besucher sich bitte per Post ankündigen. Nur dadurch ist es möglich, daß längere Wartezeiten oder etwa ein vergeblicher Besuch vermieden werden.

. . . Wir haben uns oft über die Artikelserie "Zwölf Jahre meines Lebens" von Gerhard Peters unterhalten. Ist denn alles wahr, was, da geschrieben wurde? Wir können uns das nicht vorstellen. L. W.
Antwort:
Diese Frage wird in ihrem Sinne oft an uns gestellt. Wir versichern Euch, daß die Angaben, die Personen und die schrecklichen Erlebnisse der Wahrheit entsprechen. Wir haben die Fortsetzungsreihe "Zwölf Jahre meines Lebens" mit Gerhard Peters durchgesprochen und diese inhaltlich unverändert abgedruckt.

Viele Brüder und Schwestern sind genau wie wir entsetzt darüber, wie von den Funktionären der WTG mit den Geschwistern umgegangen wird, wie sie seelisch mißhandelt und "gemartert" werden und zu "Sklaven des Wachtturms" gemacht werden sollen. Wir möchten hier anfügen, daß natürlich auch der Lebensbericht des Bruders Kühn aus Zittau den Tatsachen entspricht und ebenso die Machenschaften der WTG brandmarkt wie der von Gerhard Peters.

… Ich habe von einem Bruder aus Ludwigshafen erfahren, daß eine neuüberarbeitete "Neue Welt Übersetzung" 1971 erscheinen soll! Stimmt das? Könnt Ihr mir da Auskunft geben? W. K.
Antwort:
Ja, das entspricht der Wahrheit.
Wir sind gespannt, was die Wachtturmgesellschaft damit an "Neuigkeiten" vermitteln wird.

… Weiterhin habe ich die Frage, ob es stimmt, daß Hörstgen ein Gnadengesuch an die Nazis geschrieben hat? F. F.
Antwort:
Johann Hörstgen hat folgendes Gnadengesuch geschrieben:
"An den
Herrn Senatspräsident
des Volksgerichtshof 6. Senat
Gnadengesuch:
Bin am 2. Juni vom 6. Senat des Volksgerichtshofes zum Tode verurteilt worden und bitte den Senats-Präsident, die Todesstrafe in eine angemessene Zuchthausstrafe mildern oder begnadigen zu wollen.
Wenn ich Sie, Herrn Senats-Präsident bitten dürfte, doch bei der Geheimen Staatspolizei in Essen mal nachfragen zu wollen, in wie weit ich mich für den Deutschen Staat eingesetzt habe, wie ich selbst bei der Geheimen Staatspolizei zur Ermittlung weiterer Festnahme von Bibelforscher geholfen habe und wie ich selbst beim Einsatz mit der Gestapo meinen Dienst am deutschen Volk gezeigt habe. Dieser Bogen wäre zu klein, um alle Einzelheiten aufzuführen, was ich zugunsten des deutschen Volkes getan habe … Ich bitte ganz gehorsams mein Gnadengesuch genehmigen zu wollen.
Johann Hörstgen"
(Aus "Die Zeugen Jehovas" von Manfred Gebhard, Urania-Verlag Leipzig, Jena, Berlin, S. 196/197)
Hörstgen wurde jedoch trotzdem im August 1944 von den Nazis in Brandenburg hingerichtet.

… Kennen Mitarbeiter der Zeitschrift (gemeint ist "CV") auch Willy Pohl persönlich …? V. L.
Antwort:

Ja, ein Mitarbeiter der "CV" kennt Willy Pohl und andere leitende Brüder persönlich.
Dieser Mitarbeiter ist jedoch über die Person von Willy Pohl zu keinem guten Wort zu bewegen. Das ist bei den moralischen und charakterlichen Eigenschaften dieses Herrn Pohl auch kein Wunder.

… so kann ich mir einfach nicht vorstellen, daß "CV" von Brüdern abgelehnt werden könnte. Jeder, der einigermaßen die Augen und Ohren offenhält und sich befleißigt, die Sachen, die Ihr schreibt, mit dem Alltag zu vergleichen, der auf uns einstürmt, der muß doch sagen, hier und da hat "CV" recht. Ich glaube, weil wir in unserem Dienstamt noch zu tief stehen, können wir nicht wissen, was die leitenden Brüder so alles machen. Wenn ich so überlege, was in meinem Gebiet schon an GH-Geld abgeführt worden ist und vergleiche, was ausgezahlt worden ist, dann kommt bei mir immer wieder der Zweifel, ob es denn wirklich Jehovas Wille ist, daß wir Geld spenden, das ohne Wissen der weltlichen Mächte, also gegen den Staat und seine Gesetze nach dem Westen geht. Ich sage Euch ehrlich, ich führe bald kein Geld mehr ab. Ich möchte nur nicht der erste sein. Wenn ein leitender Bruder das Abführen des GH-Geldes verweigert, dann schließe ich mich an.
(Dieser Brief kam aus dem Bezirk Karl-Marx-Stadt.)

. . . Ich habe nun auf der Arbeit diesen Jungen kennengelernt. Er ist ehrlich, fleißig, sauber und sieht auch gut aus. Erst habe ich mich gegen meine Empfindungen und Gefühle für ihn gewehrt. Er ist, wie ich schon eingangs geschrieben habe, kein Bruder. Ich habe meine Mutti gefragt und ihr alles erklärt und auch gesagt daß ich ihn liebe. Meine Mutti hat Verständnis mit mir, aber sie sagt, daß ich auf keinen Fall näher mit diesem Jungen gehen soll, weil er kein Bruder ist. Mutti sagt, daß das Brüderkomitee kein Verständnis für solche Probleme hat. Bitte schreibt mir, wie Ihr darüber denkt. Bitte schreibt keinen Namen oder Wohnort darunter, wenn Ihr meinen Brief veröffentlicht, mein Vati würde mich sonst wieder schlagen,wenn er das liest …!

Antwort:
(Auszug aus dem Antwortschreiben)
Liebe Schwester! Es steht außer Zweifel, daß Du in einer Situation bist, die nicht beneidenswert ist. Die Liebe ist ein schönes, aber sehr oft ein sehr schwieriges Problem, daß in seinen Zusammenhängen erkannt und trotz aller Einflüsse doch nüchtern betrachtet werden muß. Du stehst zwischen zwei Feuern. Gestatte uns, daß wir diese Frage ganz nüchtern beantworten. Ein rechtschaffender, fleißiger, ehrlicher junger Mann, der auch Dich tief und fest liebt, der Dir treu ist und immer sein wird und kein "Zeuge Jehova" ist, warum sollst Du Dir diesen jungen Mann nicht zum Ehemann nehmen?

Warum sollst Du der Verkündigung der "WTG", die sich stetig als erlogen und unwahr erwies, mehr trauen, als dem Dir durch Gottes Fügung bekannt und lieb gewordenen jungen Mann. Er lebt dieser junge, aber die erpresserischen "Ratschläge" der WTG sind deren Eigennutz, die völlig unbegründete 1975-Hoffnung ist genauso haltlos wie die von 1925 und alle anderen, sie existieren nur zum Schein und haben kein Recht darauf, das Glück eines Mädchens und darüber hinaus Hunderttausender zu zerstören. Bitte beachte aber auch Deine Eltern. Sprich mit Deiner Mutter, sprich auch mit Deinem Vater, riskiere für Deine Liebe auch dessen Ohrfeigen, denn er tut das, weil er nicht anders kann. Du solltest aber beachten, daß der Bruch mit den Eltern vermieden wird, denn das würde Dein Eheglück sehr trüben. Wir wünschen Dir, daß Dir Jehova Gott die Kraft gibt, alles zu Eurem Guten zu entscheiden Wir wünschen Dir alles Gute und Gottes Beistand. Unterschrift

. . . ich habe keinen Grund, die Worte der Schwester zu bezweifeln. Ich möchte mich um endgültige Klärung an Euch wenden und Euch fragen, ob Ihr wißt, daß ein Erfurter Bruder in leitender Funktion ein kleines sechsjähriges Mädchen geschlechtlich mißhandelt hat. A. M.
Antwort:
Wir haben in einem Leserbrief aus Erfurt, der uns vor einiger zeit erreichte, von einem widerlichen Vorfall Kenntnis erhalten, der den Angaben aus Deinem Brief ähnlich ist. Da wir jedoch zur Zeit nicht in der Lage sind verbürgte Darlegungen zu erarbeiten, möchten wir von einer Bestätigung des Vorfalles absehen. Sollte sich jedoch eine Bestätigung der Angaben ergeben, werden wir unsere Leser darüber informieren.

. . . ich sollte dieses kleine Päckchen nach Sebnitz bringen Als ich nur einen Moment zögerte, fuhr er mich an, Du hast wohl Angst vor der Polizei, denkst Du Jehova läßt zu, daß sie Dich erwischen? Mir hat dieser barsche Befehlston zu denken gegeben. Es war ja nicht das erste Mal. Immer öfter kommt er in der letzten Zeit zu mir und gibt mir solche Aufträge. Könnt Ihr mir raten, was ich tun soll? R. L.
Antwort:
Auf keinen Fall darfst Du illegale Transporte in Form von Kurierdiensten durchführen. Das ist gegen die staatlichen Gesetze und widerspricht den Gepflogenheiten einer jeden Glaubensgemeinschaft.
Du weist nicht, was Du beförderst. Überzeuge Dich grundsätzlich vom Inhalt der Sendung. Lehne jedoch jede illegale Arbeit ab, denn Du bringst Dich in Gefahr und es kann für Dich böse Folgen haben.

… Ich interessiere mich sehr für den Sport, besonders für den Hallenhandball. Ich besuchte daher eine solche Veranstaltung hier in Magdeburg und erzählte es dem Versammlungsdiener (den Namen "CV" aus der Auszugswiedergabe des Textes gestrichen). Ich dachte nicht anders, als daß er aus den Schuhen springt. Du kennst wohl Gottes Gebote nicht, sagte er zu mir. Was Du machst kann Dich teuer bereuen …! Hat denn der Bruder … recht? H. T.
Antwort:
Wer zum Handball, ins Kino, ins Theater usw. geht, der leistet zu eben dieser Zeit keine Haus-zu-Haus-Besuche, der studiert nicht im "Wachtturm", der könnte ja auch einmal etwas hören oder sehen, das dann auf Befragen der verantwortlichen Brüder nicht "WTG"-gemäß erläutern kann, deshalb sollst Du die "Vergnügungsstätten der Welt" nicht aufsuchen.
Übrigens ist hier das Maß des Verbotes (oder auch "Rates") nicht überall gleich. Es gibt verschiedene leitende Diener, die sich nicht ereifern, wenn Du ihnen sagst, daß Du zu einer Sportveranstaltung oder im Kino warst.
Wir glauben, gerade zu diesem Problem wäre wieder einmal ein "Ratschlag" der WTG-Leitung nötig.

. . . Dazu werde ich von meinen Kollegen im Betrieb nicht für voll genommen. Sie sagen, Du arbeitest zwar gut, aber sonst bist Du ein komischer Kerl. Du spinnst uns zu viel. Es ist für mich sehr schwer, das auszuhalten, ich bin manchmal fertig. Ich habe mich auch schon bei der Gewerkschaft beschwert. Die haben die Kollegen gemaßregelt und sie mußten sich bei mir entschuldigen. Auch das hat mich fertig gemacht. Die Meister und Funktionäre im Betrieb nehmen mich zwar auch nicht ernst aber sie sagen es nicht. In der ganzen Stadt weiß man, daß ich "Zeuge Jehova" bin. Alle lachen, wenn ich ihnen über die Wahrheit berichte. Ich weiß aus der Bibel und dem "Wachtturm", daß ich viel erdulden muß, aber irgendwie gibt mir das alles doch zu denken, denn die Kollegen untereinander sind ja anders als zu mir.
Könnt Ihr mir raten? J. K.
Antwort:
Lieber Bruder, es ist im Denkprozeß eines Menschen so, daß er in der Lage ist zu begreifen, was falsch, was richtig, was Lüge, was Wahrheit usw. ist.
Deine Kollegen werden sich, so sind unsere Erfahrungen, nicht über Dich belustigen, weil Du an Gott glaubst und versuchst nach der Bibel zu leben. Wir glauben, Du wirst verspottet, weil Du den Arbeitskollegen Deine Alltagsprobleme zur Kenntnis bringst, die sie verständlicherweise nicht begreifen können, das wäre sicherlich auch eine Zumutung Sieh einmal an: Du fragst Dich, ob es sich lohnt, Deinen Sohn zur Oberschule zu schicken. Diese Frage ist deinen Kollegen unverständlich, denn sie wissen von Dir, daß Dein Sohn sehr gute Zensuren hat. So schreibst Du uns, daß er bis auf die Fächer Sport und Kunsterziehung in allen die Noten sehr gut hat. Du hast Deinen Kollegen erzählt, daß Dein Sohn auf dem Gebiet der Mathematik besonders begabt ist.

Wir glauben, Deine Kollegen sollten sich ernsthaft mit Dir unterhalten, anstatt zu lästern, denn eine derartige Verhaltensweise steht ihnen nicht zu und hat hier in der DDR auch keine gesellschaftliche Grundlage.
Du solltest jedoch nüchtern denken. Dein Sohn ist ein Talent auf dem Gebiet der Mathematik. Gib ihm, natürlich mit seinem Einverständnis, die Möglichkeit zu studieren. Die Gesellschaft ist nach 1975 nicht bereit, Dich zu entschädigen. 1975 wird Dich die Gesellschaft maßregeln, wenn Du sagst, die "WTG-Ratschläge" befolgt zu haben. Sie werden Dir sagen, "es waren Ratschläge, Du brauchtest sie ja nicht zu befolgen." Das war alles schon da. Der aufmerksame "CV"-Leser ist darüber hinreichend informiert.
Was sagst Du 1975 Deinem Sohn?

Auch wir beobachten die Welt
Bisher unbekannte Mikropflanzen, die vor etwa 1,5 Milliarden Jahren auf unserem Planeten existierten, entdeckte der sowjetische Wissenschaftler Alexander Lopuchin, Leiter des Labors für Polynologie an der Kirgisischen Akademie der Wissenschaften. Die runden, schalenartigen Mikropflanzen weisen eine körnige Struktur auf, haben einen Durchmesser von nur 0,001 bis 0, 04 mm und sind somit für das bloße Auge unsichtbar. Sie gehören zu den Phytoplankton-Algen. Diese Algen müssen nach Meinung sowjetischer Wissenschaftler bei der Entstehung der Erdatmosphäre sowie bei der Konzentration seltener Elemente wie Vanadium und Uran eine wichtige Rolle gespielt haben.
Anmerkung von "Christlicher Verantwortung": Sollte diese Entdeckung nicht zu denken geben?

In den Jahren bis 1975 werden in der DDR 500 000 Wohnungen gebaut. Wir sind gewiß, daß auch viele Brüder und Schwestern eine neue Wohnung bekommen werden. Für Geschwister, die ein Wohnungsangebot bekommen, können wir nur hoffen, daß sie den "Empfehlungen" der WTG-Leitung in Wiesbaden und ihren Lakaien in der DDR nicht auf den bitteren Leim gehen und auf die WTG-Prophezeiungen bauend, auf dieses Angebot verzichten.

Die Theaterdirektionen von New York haben die Anfangszeiten ihrer Aufführungen auf die Zeit zwischen 18.00 und 19.00 Uhr vorverlegt. Die Ursache hierfür sind die Raubüberfälle, Sittlichkeitsdelikte, Morde usw., die in den New Yorker Straßen besonders ab 23.00 Uhr üblich sind. Um also die Theatergäste, welche es ablehnen, um diese Zeit noch auf die Straße zu gehen, nicht aus dem Kundenkreis zu verlieren, mußte man sich zu einer solchen Maßnahme entschließen. Es ist für uns nur zu ahnen, welches Chaos dort herrschen muß. Wir glauben sagen zu können, daß derartige Befürchtungen in der DDR nicht üblich sind, weil sie jeder Notwendigkeit und Grundlage entbehren. Von einer Druckschrift wie dem "Wachtturm" sollte man jedoch u. a. auch erwarten dürfen, daß derartige Unterschiede zumindest beachtet werden, zumal unter der ständigen Rubrik "Der Wachtturm, - Sein Zweck" in der ersten Zeile geschrieben steht: "Er (gemeint ist der 'Wachtturm', Anmerkung von 'CV') dient einem scharfsichtigen Wächter als erhöhter Ausguck …"
In vielen Problemen, Fragen, Artikeln und Machenschaften der WTG muß man sich fragen, ob dieser "scharfsichtige Wächter" mit Blindheit geschlagen ist oder ob sein "erhöhter Ausguck" nicht doch im Tale steht?
Es ist vielen Geschwistern bekannt, daß N. H. Knorr den amerikanischen Präsidenten Nixon als "Friedensapostel" bezeichnete. "Christliche Verantwortung" berichtete jeweils ausführlich über diese eindeutige politische Aussage und Festlegung des Präsidenten und der WTG. Nun dürfte auch der letzte Zweifler an den "CV"-Argumenten zu diesem Thema still geworden sein!

Amerikanische Zeitungen veröffentlichen seit Mitte Juni 1971 die Geheimdokumente des amerikanischen Kriegsministeriums, aus denen zu ersehen ist, wie die USA Krieg führen. Keiner hat die USA, wie bisher von westlicher Seite beteuert wurde, angegriffen. Im Golf von Tonking haben amerikanische Kriegsschiffe bewußt amerikanische Kriegsschiffe beschossen, um somit einen Vorwand für einen Überfall auf Nordvietnam zu haben. Es wurde erklärt, daß nordvietnamesische Schiffe diesen Überfall verübt hätten und der "Plan 34 a" wurde als "Vergeltungsschlag" wirksam. So steht es nun 1971 in den größten amerikanischen Zeitungen geschrieben. Es ist nicht neu, was der USA-Imperialismus hier durchgeführt hat!

Besonders die Älteren wissen, daß am 1. September 1939 Hitler verkündete: "Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen." Der von den Nazis geschaffene Anlaß war der Überfall auf den Sender Gleiwitz. Wie sich doch die Dinge gleichen Der Vorwand von 1939 und der Vorwand von 1964, der Imperialismus und Antikommunismus von 1964 und der von 1939. Die Auftraggeber waren die gleichen. Sie redeten nach außen mit biederer Miene und wohlwolligem Lächeln, während im Hirn die bestialischen Gedanken und Pläne längst ausgereift waren. Der WTG-Führer Knorr bemüht sich indessen, den "Friedensapostel" Nixon zu seiner Amtsübernahme zu beglückwünschen.
Alle Welt weiß seit spätestens Juni 1971, daß die USA-Imperialisten und ihre Helfer ganz gemeine, hemmungslose Mörder sind, viele wissen, daß die WTG mit ihrem Präsidenten an der Spitze diese, Politik offen begrüßt. Sollte N. H. Knorr vielleicht in bezug auf die vietnamesischen Männer, Frauen und Kinder, die getötet, verwundet, obdachlos verstümmelt oder zu Waisen wurden, auch sagen: "Ich finde kein Verbrechen an diesen Menschen." (Luk. 23:4)?

Liebe Geschwister!
Bitte richtet Eure Zuschriften wieder an folgende Anschrift:
Studiengruppe 'Christliche Verantwortung'
Leiter: Wolfgang Daum
65 Gera
Böttchergasse 1

A 7187-71 7 1 1892

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