Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 35

Erneut ist in dieser Ausgabe ein weiterer Bericht der Fortsetzungsserie von Gerhard Peters enthalten. Wer seine Tragödie im Detail verfolgt hat, der wird wissen, dass bei ihm eine ganze Reihe Faktoren zur gleichen Zeit zur Wirkung kamen, die sein Leiden potenzierten. Einmal seine Eheverhältnisse. Seine durchaus anspruchsvolle Frau erachtete es als nicht notwendig, selbst eine Berufstätigkeit auszuüben und hatte für diese Position die volle Rückendeckung der Zeugenorganisation. Dieweil ja auf diesem Wege auch weitere Zeit für den Predigtdienst zur Verfügung stand.

Ihr Ehemann in der permanenten Überlastung. Streßvoller Beruf + Ansprüche der Zeugenorganisation, zuzüglich vielleicht noch gepaart mit einer gewissen Hitzköpfigkeit in Krisensituationen, vermasselt sich seine weiteren beruflichen Perspektiven selbst. Am Boden zerstört, glaubt er nur durch einen Ortswechsel von West- nach Ostdeutschland eine neue berufliche Perspektive zu finden. Seine schon vorher angeschlagene Ehe geht darüber endgültig zu Bruch.

Als Ausgeschlossener verfemt, bemüht wenigstens dieses Manko wieder zu beseitigen, erreicht er eine Aussprache beim damals höchsten Zeugenfunktionär Konrad Franke. Auch die geht für ihn ungünstig aus. Dazu Peters:

"Ich traf auch den Versammlungsdiener von Hamborn, Bruder Kolpatzek. Ich trug meinen Wunsch vor. Er sagte, er wolle mit Bruder Franke sprechen und mir Bescheid geben, ob er sich von mir sprechen lassen will. Ich demütigte mich auch unter diese Überheblichkeit.

Schließlich erhielt ich Bescheid, ich sollte sofort zu Bruder Franke kommen, er habe sich bereit erklärt, mein Anliegen anzuhören. … In einem Vorzimmer mußte ich warten. Welche Distanz. Nach einer halben Stunde öffnete sich die Tür, ein Bruder kam heraus und sagte, bitte schön. Ich folgte ihm ins "Allerheiligste."

Bruder Franke saß am Schreibtisch. Neben ihm 'stand für mich völlig unerwartet - meine Frau. Kein brüderlicher Gruß. Nichts. Sie sind Herr Peters? Ja, sagte ich. Und was wünschen Sie? Ich erklärte ihm nun kurz, daß ich möchte, daß meine Angelegenheit nochmals überprüft wird, weil ich der festen Überzeugung sei, mir ist Unrecht widerfahren. Ich sei extra deswegen aus der DDR auch zu diesem Kongress hergekommen, um ihn sprechen zu können. Ich hatte tatsächlich DDR gesagt, und er hatte das deutlich registriert. Damit hatte ich schon politisch alles verdorben und verloren. Für die Organisation gab es nur eine "Ostzone". Dann sagte Franke: Ich habe Ihren Fall genauestens überprüft, und wenn ich sehe, wie Sie hier sprechen, so erkenne ich, daß Sie nicht die geringste Demut zeigen und noch nicht das mindeste bereut haben. Es ist unmöglich, Sie jemals wieder in die Gemeinschaft Gottes aufzunehmen. Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer. Ich wollte noch etwas sagen, aber er schnitt mir jedes weitere Wort ab mit der nochmaligen Aufforderung: Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich umzudrehen und zu gehen."

Erneut am Boden zerstört, absolviert Peters ein Jahr später (1958) die von den Zeugen Jehovas erwartete Mutprobe, über die er in der vorigen Ausgabe bereits berichtet hat. Wahrhafttig eine tragische Geschichte. Und einmal mehr der Beleg dafür, dass für die Zeugenorganisation der Einzelne nur Manövriermasse ist. Bestimmt dazu, gegebenenfalls auch "verheizt" zu werden!

Ein polemischer Kommentar in dieser Ausgabe befaßt sich auch mit der bundesrepublikanischen Liberalisierung in Sachen Wehrersatzdienst, die bewirkte, dass der Staat zukünftig von Mehrfachverurteilungen für den gleichen Tatbestand absehen wolle.

Dazu behauptet die CV:

"Man vergleiche nun. In den USA gibt es überhaupt keine Möglichkeit des Wehrersatzdienstes. Wer dort als Wehrpflichtiger den Wehrdienst verweigert, erhält bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Das Gewissen interessiert die USA-Regierung auch in dieser Frage überhaupt nicht."

Zu dieser Aussage möchte ich doch ein Fragezeichen hinzufügen. Dies mag Ende der 1940-er Jahre in der Tat so dort gewesen sein. Ohne jetzt die USA-Rechtslage im Detail darlegen zu können, erscheint mir die Generalisierung als dortiger "Dauerzustand", nicht nachweisbar. Wäre es so, wäre die einschlägige Literatur auch voll von entsprechenden Berichten, die aber nicht vorliegen. Daher ist meines Erachtens auch diese CV-Aussage als nicht sachgerechte Polemik zu klassifizieren.

CV Christliche Verantwortung
Nr. 35 Gera Juni 1971

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Konto-Nr. 4562-43-8015 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Gera

CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.

Warum die gegenwärtige WT-Botschaft unannehmbar ist
"Der Weise hört auf Ratschläge" - Sprüche 12:15 Me.
1969 wandte sich die Wachtturmgesellschaft wieder mit einer internationalen Kongreßserie im Rahmen der Verkündigung an die Weltöffentlichkeit, "an alle Bewohner unserer guten Erde", wie es in den Kongreßprogrammen lautete. Bekanntlich jedoch wird diese Verkündigung von der überwiegenden Mehrheit aller Menschen abgelehnt und in entscheidenden Fragen sogar bekämpft. Der Zweck dieser Ausführungen ist, genau diese Frage zu untersuchen. Sollte daran nicht jeder Verkündiger in gleicher Weise interessiert sein?

Es handelt sich um einen Hauptgesichtspunkt der gesamten Verkündigung. Warum ein Hauptgesichtspunkt für jeden? Weil es die Frage oder das Problem des Herantretens an die Mitmenschen zur Gewinnung für die Sache der WTG zum Inhalt hat. Das ist zugleich die Existenzfrage für die Zeugen, weil solche Gewinnung von Mitmenschen "aller Art" ihr Daseinszweck ist.

Wir behaupten, daß eine Untersuchung dieser Frage beweist, daß die gegenwärtige WT-Verkündigung "an alle Bewohner unserer guten Erde" allgemein unannehmbar ist!
Und wir beweisen das auch!

Kannst du dir ausrechnen, was das bedeutet?
Es wäre gleichbedeutend damit, an Hungrige ungenießbare Speise auszuteilen oder Steine statt Brot darzureichen!
Sieh die Beweisführung!
In der Kongreßserie trat die WTG mit folgender Aufforderung vor die Weltöffentlichkeit an alle Menschen:

"Grüße
an alle Bewohner unserer guten Erde!"
Bitte wende deine Ohren von dem Lärm der aufeinanderstoßenden Parteien der Menschen ab und öffne sie weit, um die, ermunternde Botschaft zu hören, daß wir in der "Zeit des Endes" dieses zum Untergang verurteilten Systems der Dinge leben. Höre auf den freudigen Klang, auf "diese gute Botschaft vom Königreich". Hörst du sie nicht? Oh, du mußt sie hören, denn diese tröstende Botschaft wird jetzt von den christlichen Zeugen Jehovas Gottes "auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt, allen Nationen zu einem Zeugnis". (Kongreßprogramm, Nürnberg, 1969)

Dies sind die Worte, mit denen die WTG die Kongreßserie 1969 in Atlanta, Buffalo, New York, Los Angeles, Chicago, Kansas City, Panama, Seoul, Tokio, Taipeh, Hongkong, Port Moresby, Rom, Nürnberg, Kopenhagen, Paris, London, Manila, Melbourne, Auckland, Suva, Papeete, Honolulu, Mexiko und Vancouver eröffnete. Weil man sich genau überlegen muß, wie man eine Sache eröffnet, wie man an die Menschen herantritt, sind diese Worte von ausgesuchter Bedeutung Die Eröffnung, der erste Eindruck, die erste Anrede, kann alles verderben.

"Oh, du mußt sie hören", die Botschaft der WTG? Dann müßte sie auch für "alle Bewohner unserer guten Erde" annehmbar sein! Laßt uns gerade dies sehen!

Politik von der WTG selbst an erste Stelle gesetzt
Womit beginnt die WTG-Aufforderung? Sie beginnt mit einer Forderung von höchster politischer Bedeutung: "Wende deine Ohren ab von dem Lärm der aufeinanderstoßenden Parteien der Menschen"! Damit hat die WTG selbst die politische Seite ihrer Botschaft an die erste Stelle gesetzt! Sie fordert also zuerst und als Ausgang ein ganz bestimmtes politisches Verhalten! Die Frage des Herantretens mit der WT-Botschaft an die Mitmenschen und ihre Gewinnung ist also von ganz bestimmten politischen Verhaltensweisen abhängig!

Die WTG bleibt zwar im allgemeinen, ohne eine bestimmte politische Partei mit Namen zu nennen, ohne eine bestimmte politische Richtung zu erwähnen. Aber jeder Zeuge versteht, daß er diese allgemeine Forderung auf die Situation im eigenen Lande anzuwenden hat. Wer das bestreitet, ist entweder unaufrichtig oder er hat diese Frage nicht hinreichend durchdacht und überprüft. Letzteres kann nachgeholt werden.

Praktisch werden also von der WTG "alle Bewohner unserer guten Erde" aufgefordert, sich als erstes von aller Politik abzuwenden, nicht wahr?
Was wäre die Auswirkung, würden "alle Bewohner der Erde" diese Forderungen erfüllen wollen?

Bekanntlich erfolgt durch die politischen Parteien und Gruppen, die nicht nur aufeinanderstoßen, sondern auch zusammenarbeiten können, die politische Willens- und Regierungsbildung, selbst im kleinsten Dorf.
Die WTG-Forderung würde bedeuten, daß "alle Bewohner unserer Erde" unverzüglich absehen müßten von jeglicher politischer Willensbildung. Im Fall der Annahme dieser WTG-Forderungen durch alle Menschen wäre ab sofort jegliche allein durch solche Willensbildung mögliche politische Verwaltungs- und Regierungstätigkeit durchkreuzt und damit verhindert. Das wäre der Zusammenbruch aller menschlichen Ordnung.

Offensichtlich wird die WTG-Botschaft von den Zeugen in ihrer politischen Bedeutung und Auswirkung im Falle einer allgemeinen Annahme durch "alle Bewohner unserer guten Erde" überhaupt nicht überprüft!

Keine Entstellung!
Diese Feststellungen sind weder Verdrehung noch Entstellung noch Unterstellung. Sie sind einfach das Ergebnis einer praktischen Anwendung, einer Betrachtung der Dinge von den Erfordernissen der notwendigen menschlichen Ordnung her.
Muß denn nicht im buchstäblichen Lebensinteresse "aller Bewohner unserer guten Erde" politische Ordnung, Gesellschafts- und Staatsordnung auf Erden sein? Selbstverständlich muß das sein! Selbst auch im Interesse der Zeugen! Ausschlaggebend indessen ist, daß das sogar die Schrift, das Wort Gottes anerkennt! Lies Römer 13:1-7, 1. Petr. 2:13, 1. Tim. 2:1-3 Wie kann man da alle Menschen öffentlich auffordern, "alle Bewohner unserer guten Erde", sich von aller politischen Willensbildung und damit von all er gesellschaftspolitischen Ordnung abzuwenden? Die WTG ergeht sich hier in globalen politischen Forderungen die angesichts der sozialen Interessen und Bedürfnisse aller Menschen überhaupt nicht durchführbar sind! Die WTG mißachtet einfach die Notwendigkeit politischer Willensbildung in allen Ländern der Erde zur Bildung und Aufrechterhaltung der irdischen "Obrigkeit von Gott".

Was ergibt sich nun für die WTG-Botschaft selbst? Da die WTG eine nicht durchführbare Anwendung "aller Bewohner unserer guten Erde" von politischer Willensbildung zur Vorbedingung der Annahme und Befolgung ihrer Botschaft erklärt, wird diese Botschaft selbst unannehmbar! Die Botschaft der WTG wird damit selbst etwas Politisches, ein Politikum, nämlich eine Botschaft der Durchkreuzung, Behinderung und Bekämpfung politischer Willensbildung zur Schaffung und Aufrechterhaltung gesellschaftspolitischer Ordnunq und "Obrigkeit". Es spielt keine Rolle ob das von den Zeugen selbst zunächst erkannt wird, oder noch nicht. Die praktische Auswirkung in politischer Hinsicht ist einfach so! Jeder verantwortungsbewußt denkende Mensch kann das erkennen.

So führt die WTG "alle Bewohner unserer guten Erde" in Wirklichkeit im Kreise herum. Es ist wie ein Narrenspiel. Die WTG bietet aller Welt und allen Menschen laufend einen Ausweg an, zu dem sie durch ihre erste Bedingung schon allen verantwortungsbewußt Denkenden den Zugang versperrt.

Unterlassung aller politischen Aktivität. Nicht nur, daß das einfach und beim besten Willen, nicht geht! Selbst die Bibel sichert allen Menschen das Recht auf Schaffung und Erhaltung gesellschaftspolitischer Ordnung und "Obrigkeit" die im Zeitalter der Demokratie nun einmal nicht anders gebildet und gesichert werden kann als durch entsprechende politische Willensbildung, durch politische Parteien. Weil schon der erste Schritt nicht gangbar ist, bleibt für "alle Bewohner unserer guten Erde" auch der zweite Schritt, die Annahme der WTG-Botschaft unmöglich. Sie kann nur von den Menschen angenommen werden, die irgendwie die Übersicht verloren haben und die Zusammenhänge nicht sehen.

Der Ausweg
Könntest du ruhig zusehen, wie deinem Nächsten oder gar deinem Kind ein Weg gewiesen wird, der gar nicht zu beschreiten ist? Echte Nächstenliebe würde da einschreiten. So ist es auch hier. Es ist ein ständiges Herausfordern mit Unmöglichkeiten, was die WTG hier betreibt! Wie kann man diesen Teufelskreis durchbrechen? Ganz einfach!

Stelle dich als erstes auf eine feste biblische Grundlage. Darauf mußt du dann allerdings unerschütterlich verharren Welches ist diese Grundlage?
Sie ist in diesem Falle das, was "allen Bewohnern unserer guten Erde" in Jakobus 2:15-24 mit Bezug auf die menschlichen sozialen Interessen und Bedürfnisse zugesagt wird. Du willst doch nicht etwa sagen, daß das nicht für alle Menschen auf Erden gilt?

Jakobus sagt:
"Wenn ein Bruder oder eine Schwester keine Kleidung hat und an der täglichen Nahrung Mangel leidet, und einer von euch zu ihnen sagt: Geht hin in Frieden, wärmt euch und eßt euch satt, ohne ihnen das, was zur Befriedung der leiblichen Bedürfnisse nötig ist, zu geben, welchen Nutzen hat das für sie?

Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne Werke unnütz ist?"
Hier hast du die biblische Grundlage dafür daß es das unerläßliche Werk der Menschen sein muß, zunächst und zuerst für Nahrung, Kleidung, Obdach und alle anderen leiblichen oder sozialen Bedürfnisse zu sorgen! Eine Predigt, die das nicht berücksichtigt, ist nutz- und sinnlos!

Wie aber kann das für "alle Bewohner unserer guten Erde" gesichert werden? Nun, indem sie alle arbeiten, produzieren und tätig sind und dann den nötigen nationalen und internationalen Handel und Wandel, Austausch und Verkehr betreiben, damit jeder so gut wie möglich versorgt werden kann, geordnet durch Gesetz, Verwaltung und entsprechende "Obrigkeit". Das heißt, entsprechend politisch geordnet.

Kannst du diesen Standpunkt unerschütterlich einnehmen? Du mußt dies sogar, sonst bist du in der Tat ein gedankenloser Mensch. Wende die Worte des Jakobus selbst auf dich an! Erkenne, wie diese sozialen oder leiblichen Bedürfnisse aller Menschen selbst schöpfungsbedingt sind! Wieso schöpfungsbedingt? Erstens, weil Gott den Menschen so schuf, daß er soziale Bedürfnisse hat, zu aller Zeit. Und zweitens weil du selbst nach dem Gesetz Gottes ins Dasein getreten bist, das den Menschen und damit seine sozialen Bedürfnisse Generation um Generation hervorbringt, nach dem Gesetz der unüberwindbaren menschlichen Liebe, die im Hohelied des Wortes Gottes mit den Worten beschrieben wird: "Denn stark wie der Tod ist die Liebe und ihre Leidenschaft unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Gottes". (Hohelied 8:6) Allein der Anblick deines dich liebenden Ehepartners und deiner Kinder sollte dich lehren, wie wahr dies alles ist!

Von diesem biblischen Standpunkt aus betrachte die Dinge! Die Verantwortungslosigkeit der WTG besteh darin, daß sie in ihrer Botschaft die sozialen Lebensbedürfnisse "aller Bewohner unserer guten Erde", die doch schöpfungsbedingt sind, einfach ausklammert.

Mann kann aber bei Strafe leidenschaftlichsten Widerspruchs von Seiten aller, die sozialen Fragen nicht beiseite lassen, wenn man sich an alle Menschen. wendet. Kannst du das wirklich nicht begreifen?
So haben auch die WTG-Kongresse des Jahres 1969 rund um die Welt "allen Bewohnern unserer guten Erde" einen einzigen weltpolitischen Bluff vorgesetzt: Selbst wenn alle Menschen aller Nationen und Völker wollten, sie könnten die WTG-Botschaft nicht annehmen, weil diese Botschaft die allererste Frage des menschlichen Daseins, die ständige und möglichst ausreichende Versorgung und Befriedigung der leiblichen oder sozialen Bedürfnisse "aller Bewohner unserer guten Erde" nicht berücksichtigt, eine, Frage, die zu politischer Willensbildung zwingt. Denn Politik ist nichts weiter als die Regelung der Aufgaben, die sich auf Grund der sozialen Bedürfnisse "aller Bewohner unserer guten Erde" ergeben, Aufgaben, von denen man sich aus diesem gleichen Grund nicht abwenden kann.

Du aber mußt nun deine Entscheidung bezüglich Anerkennung und Weiterverkündigung dieser politisch unannehmbaren WT-Botschaft an "alle Bewohner unserer guten Erde treffen. K. 0.

Zwölf Jahre meines Lebens
von Gerhard Peters (9. Teil)
Zum Schluß des 8. Teiles:
Gerhard Peters gehörte zur Versammlung in Hamborn im Ruhrgebiet. Unter dem ständigen Druck der Organisation auch über seine Frau, mehr Felddienst zu leisten, was zu vielen Schwierigkeiten führte, hatte er schließlich seine berufliche Existenz und Perspektive im Bergbau aufgegeben. Der Einfluß der Organisation bis in die intimsten Ehe- und Familienangelegenheiten und die menschliche Unreife seiner jungen Frau, die durch die WT-Lehren bedingte soziale Verständnislosigkeit der verantwortlichen Diener, ihre Autoritätsansprüche, ihre Bevormundungsmethoden, Überheblichkeit und Blindheit, spielten dabei eine verhängnisvolle Rolle.

Als sich Gerhard Peters anfangs, im Einverständnis mit seiner Frau, gar dazu entschloß, sich eventuell, in der DDR eine neue Existenz zu schaffen, sahen diese Diener nur noch "rot".
In die Ostzone'? Das war für sie hinreichend Grund, eine Ehescheidung für richtig zu halten und Gerhard Peters aus der Gemeinschaft auszuschließen. Der WT-Antikommunismus machte sie blind.

Keine jahrelange christliche Demütigung unter diese ungerechten Entscheidungen der Organisation konnte Gerhard Peters helfen. Allein sein WT-bedingtes Auftreten anläßlich einer Wahl in der DDR ließ die Organisation diesen Gerneinschaftsentzug schließlich wieder aufheben. Die Erfahrungen der Ungerechtigkeit der Organisation, die dem vorausgingen und die dann weiter folgen sollten, blieben jedoch nicht ohne Spuren. Sie legten ganz natürlich Grundlagen für das Licht, das später aufgehen sollte. Schließlich muß auch die Organisation ernten, was sie sät.

Tiefe Saat
1957 war ich wieder nach Westdeutschland gefahren in der stillen Hoffnung, anläßlich des Besuches eines Kongresses in Dortmund, mit dem früheren Zweigdiener Erich Frost oder dem ehemaligen Zweigdiener Konrad Franke über meine Angelegenheiten zu sprechen, um aus meinem furchtbaren Zusand herauszukommen, Gewißheit zu erhalten und wieder Gerechtigkeit zu erfahren.

Man muß es sich einmal vorstellen. Wenn ich einen Menschen umgebracht habe und mir wird das Todesurteil verlesen, dann weiß ich warum. Aber hier? Es gab weder Scheidungsgründe noch Gemeinschaftsentzugsgründe. Es war pure Willkür und Voreingenommenheit der verantwortlichen Diener.

Stelle dir vor. Ich glaube an diese Organisation, daß es eine Organisation Gottes ist, daß die Diener von Gott eingesetzt sind und von seinem Geist geleitet werden, daß es eine neue Welt gibt, in der man ewig in Glück und Frieden leben kann und ich habe mich voll und ganz diesem Glauben hingegeben. Plötzlich bekommt, man gesagt, ab heute gehörst du nicht mehr dazu. Du gehörst zu den Böcken, die in die ewige Vernichtung gehen. Das trug ich jahrelang mit mir herum. Im festen Glauben an Harrnagedon und an alles. Ich prüfe und prüfe mich, bohre mich innerlich durch und durch, was habe ich denn alles falsch gemacht? Ich bete und bitte Gott um Verzeihung. Ja ich bitte am Ende um Dinge, die ich gar nicht getan hatte! Es ist Angst! Pure und nackte Angst vor Harmagedon, vor dem Schicksal abseits der großen Herde der Schafe in die Vernichtung zu gehen! Ja, mir wird bewußt, die Organisation will, daß wir dies vor Augen haben. Aber sie hat mich unschuldig dazu bestimmt. Das ist nicht nur ein Tod. Das ist einer, der monate- und jahrelang in der Todeszelle sitzt und jeden Tag wartet, daß sie ihn holen. Und das Schlimme ist, die Organisation wußte, wie ich darunter leiden muß, denn ihre Gründe waren fadenscheinig. Sie haben gesehen, wie ich von Tag zu Tag weniger wurde. Ich habe knapp noch einen Zentner gewogen. Wie eine Vogelscheuche sah ich aus. Die fortdauernde Aufregung und innere Verzweiflung zehrten ununterbrochen. So hoffte ich nun auf Zweigdiener Franke, gewissermaßen die letzte Instanz.

Ich kam an in Dortmund. Ich traf auch den Versammlungsdiener von Hamborn, Bruder Kolpatzek. Ich trug meinen Wunsch vor. Er sagte, er wolle mit Bruder Franke sprechen und mir Bescheid geben, ob er sich von mir sprechen lassen will. Ich demütigte mich auch unter diese Überheblichkeit.

Schließlich erhielt ich Bescheid, ich sollte sofort zu Bruder Franke kommen, er habe sich bereit erklärt, mein Anliegen anzuhören. Wenigstens das, sagte ich mir. Ich demütigte mich auch unter diese Herablassung. Wie hoch thronen doch die Diener. Ich ging nun zu Bruder Franke. In einem Vorzimmer mußte ich warten. Welche Distanz. Nach einer halben Stunde öffnete sich die Tür, ein Bruder kam heraus und sagte, bitte schön. Ich folgte ihm ins "Allerheiligste."

Bruder Franke saß am Schreibtisch. Neben , ihm 'stand für mich völlig unerwartet - meine Frau. Kein brüderlicher Gruß. Nichts. Sie sind Herr Peters? Ja, sagte ich. Und was wünschen Sie? Ich erklärte ihm nun kurz, daß ich möchte, daß meine Angelegenheit nochmals überprüft wird, weil ich der festen Überzeugung sei, mir ist Unrecht widerfahren. Ich sei extra deswegen aus der DDR auch zu diesem Kongress hergekommen, um ihn sprechen zu können. Ich hatte tatsächlich DDR gesagt, und er hatte das deutlich registriert. Damit hatte ich schon politisch alles verdorben und verloren. Für die Organisation gab es nur eine "Ostzone". Dann sagte Franke: Ich habe Ihren Fall genauestens überprüft, und wenn ich sehe, wie Sie hier sprechen, so erkenne ich, daß Sie nicht die geringste Demut zeigen und noch nicht das mindeste bereut haben. Es ist unmöglich, Sie jemals wieder in die Gemeinschaft Gottes aufzunehmen. Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer. Ich wollte noch etwas sagen, aber er schnitt mir jedes weitere Wort ab mit der nochmaligen Aufforderung: Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich umzudrehen und zu gehen.

Unten stand Bruder Kolpatzek. Na, wie ist es ausgegangen? fragte er. Ich winkte nur ab und ging meines Weges. Was sollte es noch?
Ich konnte nichts mehr sagen. Einen Augenblick hielt ich mich noch auf. Ein Redner sprach noch. Aber ich nahm davon kein Wort mehr auf. Als ich mich dann wieder ein bißchen beruhigt hatte, sagte ich mir, hier in Westdeutschland gibt es in der Organisation für mich kein Recht mehr. Ich werde wieder zu den Brüdern in die DDR zurückgehen, vielleicht sind sie zu sprechen und vielleicht kann ich mich dort doch noch würdig erweisen. Innerlich war ich völlig verzweifelt. Ich ging noch an einen Literaturstand, um einige WT, Bücher und Broschüren zur Glaubenswürdigkeit den Bürgern gegenüber in die DDR mitzunehmen.

Es nützte mir auch nichts, daß sich die ganze Hamborner Versammlung über meinen Fall gespalten hatte. Die Ärmeren standen auf meiner Seite. Die aus den besitzenden Kreisen kamen, waren meist gegen mich und hielten die Entscheidung der Diener für richtig. Bei ihnen wohnte auch immer der Kreisdiener, auch er stand gegen mich. Aber die Versammlung hat ja auch nichts zu sagen und zu entscheiden. Sie wird über die Entscheidungen der Diener lediglich informiert, um sie zu befolgen. Die Diener entscheiden auf Grund von zwei oder drei Zeugen. Sind dies aber nun falsche Zeugen, und wie oft sind es falsche Zeugen, dann gibt es eben kein Recht, wie ich es erlebte, bis zur letzten Instanz. Es war zum Verzweifeln. Wie kann das den Glauben an eine göttliche Leitung des Werkes stärken?

Die Erfahrung mit dem damaligen Zweigdiener Franke, seine Selbstherrlichkeit, seine Arroganz und Überheblichkeit, sein Richtgeist mich nicht einmal richtig zu Worte kommen zu lassen, mich nicht einmal anzuhören, hatte mich tiefer erschüttert, als mir zunächst bewußt wurde. Ich konnte sofort hierüber noch gar nicht richtig nachdenken. Seine Entscheidung war wie Keulenschläge. Ist es nicht, die mindeste Gerechtigkeit einen Angeklagten gegenüber, daß man ihm die Möglichkeit gibt, seinen Standpunkt darzulegen und ihn anzuhören? Das machen ja selbst weltliche Gerichte! Ich konnte es nicht fassen, daß in einer Organisation Gottes, die von Gottes Geist geführt wird, ein Menschenleben vor der höchsten Instanz dieser Organisation so wenig, ja nichts mehr gilt, wie in meinem Fall. Und das ohne mich anzuhören! Erst später legte ich mir darüber gründliche Rechenschaft ab. Was geht nicht alles in, den Becher hinein, bevor er überläuft. Sicher ist dies menschlich. Was erträgt man nicht alles in guten Glauben, bevor man sich entschließt, die Dinge einmal von einer anderen Seite zu betrachten, bevor man wirklich Verdacht schöpft. Wie man in der Organisation an höchster Stelle mit einfachen Verkündigern umgeht, ist einfach unmöglich in einer Organisation Gottes. Und dennoch geschieht es. Was ergibt sich daraus? Hat Jesus sich nicht gar um den Geringsten der Brüder gekümmert?

Als dann zu dieser Erfahrung mit dem Zweigbüro und Zweidiener Franke die Erkenntnis und Einsicht kam, daß auch entscheidende "göttliche Wahrheiten" nicht von Gott sind, obwohl sie Freiheit und Leben kosten können, wich in mir die Angst vor Harmagedon. Eins zieht das andere nach sich. Ich begriff, wenn da ein Gott wirkt, dann muß dies anders sein, als durch Organisation und Lehre des WT zum Ausdruck kommt. Aber das war ein Erkenntnisprozeß.

Voller Angst noch vor einer Ungnade Gottes und in der Absicht mich trotz allem als würdig zu erweisen, fuhr ich in die DDR zurück. Äußerlich gefaßt. Wie, es drinnen aussah, ging niemand etwas an.
Die Gelegenheit sollte sich ergeben. Es kamen Wahlen in der DDR. Jetzt trat die Organisation an mich heran mit der Forderung, ich könne nun zeigen, dar ich noch würdig bin. Ich übertraf mich selbst. Die mich nach den Gründen meiner Wahlverweigerung fragten, ließ ich als vernichtungswürdiges Teufelspack abfahren, daß der Organisation das Herz im Leibe hüpfte. Mir war alles egal, wenn sie nur meinen Gemeinschaftsentzug rückgängig machte

Allzuleicht und allzuschnell erfolgte das daraufhin. Keine jahrelange Demut erreichte, was dieser einmalige politische Akt bewirkte. Erst später dachte ich auch hierüber gründlicher nach. War es ein gewaltsames Verdrängen aller bedenklichen Erfahrungen mit der Organisation, daß ich mich nun in den gefährlichsten illegalen Dienst stürzte? Geheimkurierdienst, Polizeibetrug, Grenzschmuggel - "theokratische Kriegslist" nannte es die Organisation. Die Erkenntnis, daß auch hier bei genauem Hinsehen niemandem göttliche Hilfe zuteil wird, darf hier mit letzter Konsequenz allein der trügerische Satz gilt, hilf dir selbst, dann hilft dir Gott,- man sollte das nicht für möglich halten! - wurde der Auftakt zur entscheidenden Auseinandersetzung im zwölften und letzten Jahr meiner Tätigkeit für die Wachtturmgesellschaft. -
Schluß folgt

Zweierlei Maß sind Jehova ein Greuel
Sprüche 20:10
Die WTG-Zeitschrift "Erwachet" wird in Westeuropa in deutscher Sprache vom WTG-Zweigbüro in der Schweiz wie auch vom BRD-Zweigbüro in Wiesbaden herausgegeben. Für die Schweizer Ausgabe ist der Zweigdiener in der Schweiz Franz Zürcher verantwortlich, für die BRD ist Günter Künz, Wiesbaden, redaktionell verantwortlich. Die politische Aufgabe von "Erwachet" ist mit dem Zweck dieser Zeitschrift u. a. in jeder Ausgabe auf Seite 2 erklärt mit den Worten: "Deine Aufmerksamkeit wird auf Vorgänge auf dem Gebiet des Regierungswesens und des Handels gelenkt, von denen du Kenntnis haben solltest".

Bekanntlich wurde in "Christlicher Verantwortung" 13 vom Dezember 1967 ein offener Brief an den WT-Redakteur und "Erwachet"-Redakteur Günter Künz, Wiesbaden, veröffentlicht, worin ernste Hinweise und Bedenken gegen den politisch antikommunistischen Kurs in der WTG-Verkündigung erhoben wurden. Bruder Künz war ernstlich aufgefordert worden, den Glaubenskampf für eine reine und unbefleckte Anbetung aufzunehmen und beizutragen, diesen verhängnisvollen politischen Kurs der WTG zu ändern. Mit "Erwachet" waren in der Vergangenheit einige der schärfsten antikommunistischen Kampagnen durchgeführt worden Man möchte hoffen, daß der offene Brief an Bruder Künz ein Anstoß zur Besinnung war und ist.

Das gilt in gleicher Weise auch für das Schweizer WTG-Büro unter Leitung von Franz Zürcher. Seine Verantwortung für die "Erwachet"-Ausgabe vom 8. 11. 1968 mit ihrem politischen Inhalt ist ein erneuter Grund für ernste Bedenken Es ist offensichtlich, daß es mit der Wahrheit nicht genau genommen wird.

Es ist nicht das erste Mal, daß Franz Zürcher besondere politische Verantwortung übernimmt. In CV 3 vom April 1966 wurde nachgewiesen, daß der ehemalige Zweigdiener Konrad Franke der Gestapo am 9. 9. 1936 in Darmstadt steckbriefliche Auskünfte über Willy Ruhnau, einen damals wichtigen Verbindungsmann des WTG-Hauptbüros, übergab Franz Zürcher hatte in seiner Dokumentation "Kreuzzug gegen das Christentum" S. 197 ff im Jahre 1938 (Europa-Verlag Zürich) zu diesem Fall nachgewiesen, daß Bruder Ruhnau daraufhin am 25. 9. 1936 von der Gestapo in Danzig verhaftet und später umgebracht wurde.

In "Erwachet" vom 8. 11. 1968, deutsch, veröffentlicht Franz Zürcher nun einen Artikel "Hohes Gericht der Bundesrepublik Deutschland fällt wichtige Entscheidung". Dieser Artikel wurde offensichtlich vom Zweigbüro in Wiesbaden übernommen, so daß auch die Zuständigkeit von dem ehemaligen Zweigdiener Konrad Franke gegeben ist. Es geht um einen Entscheid des Bundesverfassungsgerichtes vom 7. 3. 1968, wonach die Zeugen Jehovas nur noch einmal gerichtlich bestraft werden, wenn sie den Wehrersatzdienst verweigern "Nun müssen Jehovas Zeugen in der Bundesrepublik Deutschland, die aus Gewissensgründen den Wehrdienst und Wehrersatzdienst ablehnen, deswegen nicht mehr wiederholt ins Gefängnis", läßt Franz Zürcher vernehmen.

Dann wird über die USA berichtet. Die einfachen Verkündiger - für die Vollzeitdiener und Bethelbrüder, die "Hirten", hat die WTG von der amerikanischen Regierung vollständige Befreiung vom Wehrdienst erhalten - werden einberufen und im Weigerungsfalle zu Freiheitsstrafen von 2 bis 5 Jahren verurteilt. Schweden würde noch weiter gehen in der Anerkennung der Gewissensfreiheit. Daraufhin läßt Franz Zürcher folgendes Urteil in Sachen Gewissensfreiheit über die Bundesrepublik verkünden:
"Die Bundesrepublik zählt somit zu den liberalen Staaten, die jetzt die Rechte, die für die Menschen so kostbar sind, sorgfältig schätzen".

Nun kommen die sozialistischen Länder an die Reihe, obwohl der Entscheid des Bundesverfassungsgerichtes damit überhaupt nichts zu tun hat. Welchem Zwang unterliegt die WTG, bei jeder Gelegenheit ihre antikommunistischen Verleumdungen anzubringen? Franz Zürcher läßt vernehmen: "Es gibt aber auch Länder, die die Religions- oder Gewissensfreiheit gar nicht respektieren. Zu diesen gehören die kommunistischen Länder. Sie anerkennen Jehovas Zeugen weder als Geistliche noch als Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen und verurteilen sie, weil sie keinen Wehrdienst leisten wollen, zu hohen Freiheitsstrafen". Die Verantwortlichen in den WTG-Büros und Redaktionen nehmen von den Zeugen Jehovas als allererste in Anspruch "in der Wahrheit" zu sein. Was Franz Zürcher hier über die sozialistischen Länder verkündigt, ist in Wahrheit jedoch eine böswillige politische Verleumdung und Diffamierung. Denn die Wirklichkeit sieht anders aus. Natürlich sind die Verhältnisse in den jeweiligen sozialistischen Ländern entsprechend den nationalen Besonderheiten unterschiedlich. Das zu mißachten ist schon die erste Unwahrhaftigkeit. Am Beispiel der Verhältnisse in der DDR möge man sodann die Verlogenheit der Vernehmlichkeiten aus Franz Zürchers Redaktionsbüro im Bethel in Bern näher erkennen.

Laut Artikel 20 der Verfassung der DDR ist Glaubens- und Gewissensfreiheit ausdrücklich gewährleistet, und es ist auch der WTG bekannt daß diese Freiheit auch von den Zeugen Jehovas in der DDR persönlich in Anspruch genommen werden kann und wird. Franz Zürcher ignoriert das einfach, als wenn es das nicht gäbe.

Sodann ist allen wehrpflichtigen Bürgern, die glauben, aus Gewissensgründen den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee verweigern zu müssen, gesetzlich die Möglichkeit eines waffenlosen Ersatzdienstes eingeräumt. Damit ist das christliche Gewissen solcher Menschen vollauf respektiert Andererseits muß man doch auch sehen, das das biblische Gebot "Du sollst nicht töten", gar nicht auf Kriege anwendbar ist, denn die Israeliten führten trotz dieses Gebotes zahlreiche Verteidigungs- und Angriffskriege Wehrersatzdienst ist deshalb eine sehr weitgehende Gewissensrespektierung.

Man vergleiche nun. In den USA gibt es überhaupt keine Möglichkeit des Wehrersatzdienstes. Wer dort als Wehrpflichtiger den Wehrdienst verweigert, erhält bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Das Gewissen interessiert die USA-Regierung auch in dieser Frage überhaupt nicht.

In der Bundesrepublik hat man lediglich die Praxis aufgegeben, einen Wehrersatzdienstverweigerer mehrmals oder laufend zu bestrafen. Nach wie vor werden sie aber abgeurteilt Dennoch erklärt die WTG, diese Staaten zählten deshalb "zu den liberalen Staaten", die die Gewissensfreiheit "sorgfältig schützen". Daß die DDR aber in der Wehrdienstfrage der WTG gegenüber sogar noch liberaler ist als die USA, die überhaupt keinen Wehrersatzdienst zulassen, übersieht Franz Zürcher natürlich. In Bausch und Bogen wird sie einfach als "komrnunistisches Land", daß die Gewissensfreiheit" "gar nicht respektiert", verleumdet. Warum dieses zweierlei Maß? Was hat sich Franz Zürcher dabei gedacht, als er diesen Artikel von dem ehemaligen Zweigdiener Franke übernahm? Hat er sich überhaupt etwas dabei gedacht? Daß er diesen Artikel unter seinem eigenen Namen als Redakteur veröffentlicht, zeugt angesichts der Wirklichkeit von einer unglaublichen Verantwortunglosigkeit bezüglich der Wahrheit.

Hat er sich nicht gefragt, ob die Darstellung, die er aus dem Zweigbüro in Wiesbaden erhielt, der Wahrheit entspricht Es ist erstaunlich, wie oberflächlich die "geistige Speise", die den Verkündigern in den Schriften zur Verkündigung dargereicht wird in den WTG-Büros zusammengebraut wird.

Soll man nun die Verkündiger mit solchen politischen Verleumdungen von Haus zu Haus in ihr Unglück rennen lassen? Das kann man nicht, wenn man um die Dinge weit und wirkliche Nächstenliebe empfindet. Doch kann man niemanden von diesem unglückseligen Wege zurückhalten, wenn man die Dinge nicht offen erörtert und die Verantwortlichen beim Namen nennt, die von der WTG meist unter Anonymität verborgen gehalten werden. Es muß aufgerüttelt werden. Es gilt in erster Linie den Dienern in den Versammlungen, wenn es heißt: "So gebt denn Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, bei der euch der heilige Geist zu Aufsehern bestellt hat!" Apg. 20:28. Dazu gehört auch, Acht zu geben auf das, was ihnen als "geistige Speise" dargereicht wird!

Warum mußte Konrad Franke als Zweigdiener abgelöst werden?
Der ehemalige westdeutsche Zweigdiener Konrad Franke, Wiesbaden, über 1975. Berichte aus Hamburg
Am 1. 10. 1969 wurde WTG-Zweigdiener Konrad Franke, Wiesbaden, seines Dienstamtes enthoben. Die WTG hat über alle diese Vorgänge eine Nachrichtensperre verhängt. Die Versammlungen können bisher offiziell nicht erfahren, was über ihren Köpfen in der Leitung vor sich geht. Der neue westdeutsche Zweigdiener ist der Amerikaner Richard E. Kelsey. Das Hauptbüro in den USA will mit dieser Neueinsetzung den westdeutschen Zweig, das Hauptbollwerk der WTG in Europa, für die kommenden Ereignisse fest in der Hand haben. Die deutschen Brüder werden in Leitungsfragen nicht mehr als absolut zuverlässig betrachtet. Die Ablösung von Zweigdiener Franke erfolgte, weil er fest auf 1975 als endgültiges Ende baut und den westdeutschen Zweig entsprechend ausgerichtet hat. Das Hauptbüro der WTG in Brooklyn, USA, dagegen will sich nicht endgültig auf eine Jahreszahl festlegen um manövrierfähig zu bleiben.

Bekanntlich hat die WTG auf den Kongressen des Jahres 1966 unter dem Druck alarmierender Rückgänge in der Organisation und unter dem Druck der Zeit, die die äußerste Grenze "dieser Generation" seit 1914 erreicht hat, das Jahr 1975 als neues Datum für das Ende der 6000 Jahre "dieser Welt" festgesetzt. Diese 1975-Voraussage wurde seither millionenfach und weltweit in der WTG-Verkündigung proklamiert.

Sehr interessant sind nun die öffentlichen Vorträge, die Zweigdiener Franke nach der Bekanntgabe des neuen Termins von 1975 hielt, vor allem die internen Dienstansprachen vor den Dienern der Organisation, die ihm zum Verhängnis wurden.
"Christliche Verantwortung" ist unter anderem in der Lage, die entscheidenden Ausführungen von Zweigdiener Franke vom 20. Januar 1968 in einer Dienstansprache an alle Diener der Versammlungen Hamburgs und Umgebung vorzulegen Für die Übersendung wird hiermit aufrichtig Dank ausgesprochen. In. dieser Dienstansprache setzte sich Franke vor allem mit den jungen Dienern auseinander, die auf Grund der Erklärung von WTG-Vizepräsident und "Chefideologe" F. W. Franz, Brooklyn, "es könnte sein!" in Wanken und Zweifel geraten sind, was 1975 betrifft, und die davor warnen, daß die Organisation eine furchtbare Katastrophe erleben könnte, wenn man 1975 tatsächlich für endgültig hält. Die Erwiderungen von Franke wurden zu einer einzigen Anklage und Herausforderung gegen den WTG-Vizepräsidenten F. W. Franz in Brooklyn.

Wiedergabe der Ausführungen von Zweigdiener Konrad Franke in Hamburg zu 1975.
Es folgt hier der unveränderte Wortlaut dessen, was Zweigdiener Konrad Franke am 20. 1. 1968 vor den versammelten Dienern Hamburgs zu 1975 ausführte. Wir fügen deutlich erkennbar lediglich einige Fragen ein.

"Natürlich wollen wir uns überlegen, wo wir stehen. Wir gehen dem Ende dieses Systems entgegen, liebe Brüder. Wir haben viel in den vergangenen Jahren, und wenn wir lange in der Wahrheit sind, Jahrzehnten, darüber gesprochen. Wir haben darüber gesprochen, daß dieses böse System zu Ende gehen wird, daß 6000 Jahre menschlicher Geschichte vorgesehen sind, und das dann das siebente Jahrtausend Christus als dem Regenten und Richter vorbehalten bleibt, demjenigen, der sich selbst auf der Erde den Herrn des Sabbats nannte, der also diesen Sabbat, diesen Ruhetag, selbst beaufsichtigen wird, als König vom Himmel her, als der Wichtigste des Königreiches.

Er war es also, der diese Dinge klar und unmißverständlich uns vor Augen geführt hat, und nun sehen wir, in diese Lage gekommen, daß wir sehen, wie sich das alles beginnt, sich zu verwirklichen. Wir haben also gewußt, 6000 Jahre, und das siebente bleibt ihm vorbehalten."

Zwischenfrage: Wo hat Christus klar und unmißverständlich von 6000 Jahren gesprochen? Waren nach dem WT 6000 Jahre nicht auch schon einmal 1874 zu Ende?

"Im Laufe der Zeit hat uns Jehova immer mehr verstehen lassen über diese Zeitabschnitte, und vor zwei Jahren schon wurde das erstemal unsere Aufmerksamkeit auf das Jahr 1975 gelenkt. Mancher war zweifelnd und sagte: Da muß man vorsichtig sein, ihr habt euch schon einmal blamiert, und wenn ich an 1925 denke, wer weiß, was da wieder rauskommt, ich werde mich einmal zurückhalten.

Ja, die Gesellschaft oder der treue und verständige Sklave, der ja dazu da ist, uns die Speise zur rechten Zeit zu geben, so sagen wir es doch wohl, ja, der war jetzt und hat uns davon befreit. Es kam nicht von uns, oder ist jemand von euch auf diesen Gedanken gekommen? Es kam doch von dieser Stelle! Auf einmal beginnen einige doch zu zweifeln!

Als ich einmal mit einigen jungen Brüdern darüber sprach, da sagte der eine zu mir: Ach, weißt du, Bruder Franke, ich weiß nicht, ob man das so deutlich sagen kann. Denn stell dir mal vor, die alte Schwester sowieso, die geht jetzt von Haus zu Haus, und die wird das nie so ausdrücken, wie du das sagst, und die wird nun sagen 75, 75, 75 und 75! Und was das unter Umständen für die Organisation für eine Schmach bringen könnte!

Du glaubst, du würdest das viel intelligenter machen? Du sagst: ich warte mal, die haben sich schon einmal blamiert.
Da habe ich ihm gesagt. Weißt du, wenn es ums Blamieren geht, dann blamiere ich mich mit der Organisation! Ich will nicht allein, abseits, stehen!"

Zwischenfrage: Soll man bewußt eine falsche Prophezeiung einkalkulieren wie 1925 und dazu auch noch stehen? Was hat das noch damit zu tun, "in der Wahrheit" zu sein?

Aber wie wohl wir in den letzten Monaten, besonders auch auf den Bezirksversammlungen, sehr viel darauf hingewiesen haben, gibt es noch eine ganze Reihe unter uns, die diesbezüglich noch Vorbehalte haben! Und bei aller Objektivität hier, so gut wie ich das meine, ich habe einen schweren Verdacht. Warum lacht ihr denn? Ich habe ja noch gar nicht ausgesprochen! Ich glaube, ihr habt Gründe zu derselben Annahme wie ich, daß auch hier in unserer Mitte welche sind, die noch Vorbehalte haben. Aber Brüder, tun wir recht, wenn wir so zweifelnd an unsere Aufgaben herangehen? Können wir dann überhaupt noch mit Recht die Publikationen verbreiten?

Wir wollen jetzt nicht alle diese Dinge aufzählen, die in den Wachttürmen kamen. Frühjahr zum Beispiel, auch die Sonderausgabe von Erwachet "Warum läßt Gott das Böse zu?", das Millenium, usw. Nun wollen wir einmal auch das Neue betrachten. Ihr habt ja das Buch jetzt bekommen "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes". Wir haben uns sehr angestrengt, daß ihr es sehr schnell bekommt Aber nicht, daß ihr es nun in eurem Bücherschrank nur unterbringen sollt. Sondern weil wir interessiert daran sind, daß ihr diese Informationen bekommt, liebe Brüder. Und da wird ganz präzise gesagt, wie es übrigens die Publikationen auch früher schon getan haben.

Doch werden bestimmt welche sagen: Na, na, na, die Gesellschaft ist sich selbst nicht ganz sicher.
Sie hat doch auch gesagt "es könnte sein!" Und das ist eigentlich eine Verfälschung des Sachverhalts! Denn wenn wir von dem Jahre 1975 sprechen und damit zum Ausdruck bringen, daß in diesem Jahr 6000 Jahre menschlicher Geschichte zu Ende sind, dann möchte ich euch zeigen, daß diesbezüglich die Gesellschaft nicht den geringsten Zweifel hat! Und wer dieses in den Vordergrund rücken möchte, der sei eingeladen, den Beweis aus der Literatur der Gesellschaft zu erbringen, daß die Gesellschaft gesagt hätte, "es könnte sein", daß 1975 sechstausend Jahre zu Ende sind! Das hat sie nie gesagt! Das steht außer Zweifel fest! Dazu steht die Organisation! Auch die Geschichte soll die Antwort geben!"

Zwischenfrage: Die Literatur der Gesellschaft! Die Geschichte Und die Bibel?

"Aber ich möchte in diesem Zusammenhang einmal dieses hier zitieren, und nur dann, Brüder, könnt ihr es ja mit: ehrlichem Herzen verbreiten, wenn ihr dafür den Beweis antretet, ja. Auf der Seite 28 wird unter anderem auf den amerikanischen Prälaten James Ussher hingewiesen, der ausgerechnet hat, daß 1996 sechstausend Jahre zu Ende seien, also mit dem Jahre 1997 dieses Jahrtausend beginnen würde. Wörtlich heißt es hier nun weiter auf Seite 29: "Seit der Zeit Usshers ist ein intensives Studium der biblischen Chronologie betrieben worden. In diesem 20. Jahrhundert wurde ein unabhängiges Studium durchgeführt, das nicht blindlings den traditionellen chronologischen Berechnungen der Christenheit folgte." Und zufolge dieser Zeittafel, die von diesem unabhängigen Studium herrührt, gibt das Datum der Erschaffung des Menschen mit 4026 vor unserer Zeitrechnung an. Und hier finden wir einen Stern, und da heißt es in der Fußnote: Siehe Tabelle hervorragender Geschichtsdaten auf Seite 290 in dem Kapitel mit dem Thema "Ereignisse in dem Strom der Zeit" in dem Buch "Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich". Da haben wir schon diese Zeittafel und wir finden eine Unmenge Beweise in der letzten Zeit in den Publikationen der Gesellschaft!

Trauen wir dem Sklaven nicht mehr? Oder was ist es, wenn wir plötzlich andere Überlegungen anstellen? Vielleicht sind wir gar nicht so sehr mit dem Königreich verbunden? Vielleicht beten wir gar nicht so inbrünstig, daß es kommen möge? Vielleicht möchten wir noch ein bißchen länger Zeit mit dieser alten Welt haben?"

Zwischenfrage: Sind das nicht förmliche Glaubensbeleidigungen Hatte der "Sklave" die Erschaffung nicht sogar schon mit 4128 v. u. z.T. in Schriftstudien II angegeben? Bewirkt der Sklave hier nicht selbst Spekulationen mit der "Zeit dieser alten Welt"?

"Und würden uns freuen, und würden jeden Gedanken, den die Organisation hier äußert, studieren, und würden uns selber fragen, wie wir uns jetzt am besten in diese ganzen Dinge einordnen.
Es heißt dann weiter und jetzt hört gut zu! "Gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie werden 6000 Jahre von der Erschaffung des Menschen an mit dem Jahr 1975 enden! Und die siebente Periode von tausend Jahren Menschheitsgeschichte beginnt im Herbst des Jahres 1975 unserer Zeitrechnung! Es ist hier kein Wort davon gesagt, "es könnte sein!"

Soweit die unveränderten Ausführungen von Zweigdiener Konrad Franke am 20. l. 1968 in Hamburg zu 1975.

Was WTG-Vizepräsident F. W. Franz, USA, dagegen sagte! Die WT-Gesellschaft hat niemals in Zusammenhang mit 1975 gesagt, "es könnte sein"? Brüder, die das behaupten, fälschen den Sachverhalt?
Und wenn alles mit 1975 tatsächlich nicht stimmen sollte, dann lieber wie 1925 mit der ganzen Organisation blamieren Weiß Zweigdiener Franke eigentlich, was er hiermit ehrlichen Christen zumutet?

Im Gegensatz zu den Ausführungen des ehemaligen Zweigdieners Franke am 20. 1. 1968 in Hamburg hatte der WTG-Vizepräsident F. W. Franz, Brooklyn, genau ein Jahr zuvor im WT vom 1. 1. 1967 folgenden Kommentar zu 1975 veröffentlichen lassen:

"Auf der Versammlung in Baltimore gab Bruder Franz in seinen Schlußworten einige interessante Kommentare über das Jahr 1975. Er begann beiläufig damit, indem er sagte: Gerade bevor ich auf das Podium ging, kam ein junger Mann zu mir und sagt: Sag, was bedeutet das Jahr 1975? Bedeutet es dieses oder jenes oder noch irgend etwas anderes?"

Zwischenfrage: So fragt doch kein vernünftiger Mensch! Oder überall die jungen Brüder als Kritiker?

Auszugsweise wiedergegeben fuhr Bruder Franz fort zu sagen: Ihr werdet die Tabelle (auf den Seiten 31-35 in dem Buch "Life everlasting - in Freedom of the Sons of God") gesehen haben. Sie zeigt, daß 6000 Jahre menschlicher Geschichte im Jahre 1975, in ungefähr neun Jahren, enden werden. Was bedeutet das? Bedeutet es, daß Gottes Ruhetag 4026 v. u. Z. begann? E s k ö n n t e s o g e w e s e n s e i n ! Das Buch "Life everlasting" (Ewiges Leben) sagt nicht, daß es nicht so war. Das Buch gibt lediglich die Chronologie an. Ihr könnt sie annehmen oder ablehnen !

Was ist nun mit dem Jahre 1975? Was wird es bedeuten, liebe Freunde?, fragte Bruder Franz. Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber ist und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden ist? Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich! Bedeutet es, daß Babylon die Große bis 1975 beseitigt ist? Es könnte das bedeuten! Bedeutet das, daß der Angriff Gogs von Magog auf Jehovas Zeugen stattfinden wird, um sie zu vernichten, und daß Gog dann selbst außer Tätigkeit gesetzt wird? Es könnte das bedeuten ! Doch w i r s a g e n d a s n i c h t ! Alle diese Dinge sind bei Gott möglich! Doch wir sagen das nicht ! Und möge auch niemand von euch irgendwie bestimmt äußern und etwas sagen, was zwischen der Gegenwart und dem Jahre 1975 vor sich gehen soll!"
(Der Wachtturm, 1. 1. 1967, S. 22, 23, Wiesbaden)
Hier ist der Beweis erbracht, den Zweigdiener Franke forderte!

Zweigdiener Franke hat im Widerspruch zu diesen Ausführungen des WTG-Vizepräsidenten F. W. Franz, Brooklyn, gefordert, den Beweis anzutreten, daß zur Chronologie der 6000 Jahre in der Literatur der Gesellschaft irgendwo geäußert worden sei, "es könnte sein"!

Hier ist der Beweis: F. W. Franz sagte, es könnte so gewesen sein, daß 4026 v. u. Z. die 6000 Jahre begonnen haben. Und weil das so fragwürdig ist, sagte er sogar, ihr könnt die Chronologie annehmen oder ablehnen ! Siehe WT-Zitat zuvor!
Damit hat sich Zweigdiener Franke in offenen Widerspruch zum "Wachtturm" als dem "göttlichen Kanal" gesetzt, der sich nicht festlegen will. Die gesamte Dienerschaft der Hamburger Versammlungen klatschte lang andauernd Beifall, als Zweigdiener Franke die Brüder, die, behaupteten, es sei gesagt worden, "es könnte sein", als Verfälscher des Sachverhalts verurteilte!
Wie soll nun alles weitergehen? Wie will man alles weiter erklären? K. 0.

Es gibt nur eine christliche Hoffnung in dieser Zeit
Herausforderung
"Wandelt der Berufung würdig, die an euch ergangen ist mit aller Demut und Sanftmut und mit Geduld, als solche, die einander in Liebe ertragend und eifrig bemüht sind, die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens zu bewahren, e i n Leib und e i n Geist, wie ihr ja auch in eurer Berufung zu e i n e r H o f f n u n g berufen seid, e i n Herr, e i n Glaube, e i n e Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen. Dies schrieb der Apostel Paulus an die Christen in Ephesus. (Epheser 4:1-6)

Es war aber auch nötig, diese Glaubensgrundsätze unerbittlich gegen Abweichungen die nichts anderes als eine Verfälschung des Evangeliums Jesu Christi waren, zu verteidigen So mußte Paulus an die Galater schreiben: "Ich mußte mich wundern, daß ihr euch so schnell von dem abbringen laßt, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und euch einem andersartigen Evangelium zuwendet, während es doch kein anderes Evangelium gibt, nur daß gewisse Leute da sind, die euch verwirren und das Evangelium Christi verfälschen möchten. Aber selbst, wenn wir oder ein Engel vom Himmel auch etwas anderes als Evangelium verkünden außer dem, was wir euch verkündigt haben: der sei verflucht. Wie ich es schon früher ausgesprochen habe, so wiederhole ich es jetzt noch einmal: Wenn jemand, euch etwas: anderes als Evangelium verkündigt außer dem, was ihr von mir empfangen habt, der sei verflucht!" (Galater 1:6-9)

Der Glaubenskampf um die Reinheit des christlichen Evangeliums im Sinne eines Geistes und einer Hoffnung ist die Kardinalfrage überhaupt. Die Mahnungen an die Galater zeigen, daß dieser Kampf mit aller Schärfe zu führen ist, da es um die grundsätzlichen Dinge des christlichen Glaubens geht. Allem Anschein nach waren schon damals die Christen in ganz Galatien/Türkei von der e i n e n rechten Hoffnung abgetrieben worden.

Ist es nun notwendig, heute, gestützt auf rechtes Forschen in der Heiligen Schrift, erneut einen solchen Glaubenskampf zu führen? Gibt es Abweichungen, Verwirrungen und Verfälschungen des christlichen Geistes und der christlichen Hoffnung in der WTG ähnlich großen Ausmaßes wie damals? Gibt es irgend ein anderes Evangelium in den heutigen Versammlungen der Zeugen Jehovas als das, was die Apostel Jesu Christi verkündet haben?

Auf diese Fragen muß man mit einem deutlichen Ja antworten Mit der Verfälschung der einen Hoffnung und damit des christlichen Glaubens meinen wir die WT-Verkündigung einer irdischen Hoffnung zu dieser Zeit. Wir lasen in Epheser 6:1-4, daß es für die Zeit der christlichen Evangeliumsverkündigung und damit auch für die heutige Zeit nur e i n e n Glauben, und e i n e Hoffnung gibt! Diese Hoffnung beschreibt Paulus mit den Worten:

"Unser Bürgertum dagegen ist, im Himmel". (Philipper 3:20) Damit grenzt sich Paulus hart und entschieden ab von jeder irdischen Hoffnung für Christen! Er sagt: "Folgt meinem Beispiel allesamt nach, liebe Bruder, und richtet euren Blick auf die, welche ebenso wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn v i e l e wandeln - ich habe es euch schon oft gesagt und wiederhole es jetzt sogar mit Tränen - als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist ihr Bauch, und ihr Ruhm besteht in ihrer Schande: Ihre Gedanken sind auf das I r d i s c h e gerichtet!" (Philipper 3:17-19)
Es ist eine erstaunliche Tatsache, wie sehr das Millionenheer der heutigen WTG-Anhänger den vielen Christen gleicht, die Paulus hier verurteilt!

Bis auf rund 11 000 Überrestglieder hat die WTG die Gedanken aller Zeugen Jehovas auf das Irdische gerichtet Da stimmt doch etwas nicht! Gilt das von Paulus verkündigte Evangelium Jesu Christi für die WTG in der Hauptsache nicht mehr? Man kann die Sache drehen wie man will, es bleibt dabei, die Gedanken der über 1 000 000 heutigen Zeugen Jehovas sind bis auf die wenigen Überrestglieder auf das Irdische gerichtet! Es läßt sich da nichts rechtfertigen, denn Paulus läßt keine Einschränkung und keinen Kompromiß gelten. Man kann sogar sagen, die WTG hat für fast alle Zeugen Jehovas die meisten Bücher des Neuen Testamentes der Bibel im Grunde genommen außer Kraft gesetzt, denn diese Bücher widersprechen jeder irdischen Hoffnung in der Zeit der Evangeliumsverkündigung. Doch die WTG betrachtet das für die Mehrheit der Zeugen Jehovas einfach nicht mehr als verbindlich, und niemand von ihnen stößt sich daran!

Warum nicht? Ihr Gottesglauben hat völlig irdisches Sinnen und Trachten zum Inhalt. Sie haben überhaupt kein Verständnis und inneres Verhältnis mehr zu der e i n e n und einzigen christlichen Berufung und Hoffnung, zum "Kreuz Christi", um mit Paulus zu sprechen. Die WTG hat es verstanden, sie bei ihren natürlichen, materiellen und irdischen Interessen, Wünschen, Sehnsüchten, Verlangen und Sinnen zu packen und zu binden. Das findet fast in jedem WT seinen Ausdruck. So beginnt z. B. der e r s t e Artikel in WT. vom 1. 8. 1968 unter dem Thema: "Wird die Menschheit je auf einer paradiesischen Erde leben?" mit einer sehr hübschen Aufreizung irdischen Verlangens: "Siehst du im Geiste einen prächtigen Garten oder Park mit bunten Blumen, üppigen Sträuchern und gutgepflegten Rasenflächen, mit Springbrunnen und stillen klaren Teichen. Siehst du rauschende Wasserfälle, dahineilende Bäche und saftige Wiesen, von stattlichen Bäumen gesäumt Atmest du die würzige Luft tiefer Wälder und hörst du den Gesang der Vögel? Möchtest du nicht auch in einem solchen Paradies leben, frei von den Sorgen und Gefahren des gegenwärtigen Systems der Dinge?"

Das wurde in einer Auflage von 5 250 000 Exemplaren verbreitet! An erster Stelle! Ist das nicht eine völlige Abkehr fast der gesamten Organisation und Anhängerschaft der WTG von der einen urchristlichen Hoffnung? Ist das überhaupt noch zu reparieren?

Es muß auch einmal darauf aufmerksam gemacht werden. was für eine simple Paradiesvorstellung die WTG verbreitet. Die WTG klammert einfach alles aus, was etwas ernüchtern könnte. Eine Vorstellung vom Paradies als schönen Garten oder Park ist eine Illusion, heute, morgen und in Zukunft. Schon der Springbrunnen, der dort zur Freude sein soll ist eine Frage von Wissenschaft und Technik, von Handwerk und Industrie, in diesen Fall des Bergbaus und Hüttenwesens. Denn das Metall dafür muß doch erst beschafft und bearbeitet werden. Man stelle sich vor, was für eine moderne Großindustrie dazu gehört, auch nur die technische Installation eines einzigen Hauses herzustellen, das dann im Paradies stehen soll. Oder sollen alle zur Einfachheit und Nacktheit von Adam und Eva zurückkehren? Die paradiesischen Gartenvorstellungen sind darum eine einzige Gaukelei. So etwas kann es niemals geben. Das würde bedeuten, Tausende von Jahren technische, wissenschaftliche und industrielle Entwicklung und Errungenschaften zu mißachten. Aber es ist nicht von ungefähr, daß die WTG die Hoffnung auf eine Gartenvorstellung lenkt. Würde sie die wirkliche Problematik aufzeigen, dann würde man gar bald Verständnis für die gegenwärtigen Fragen der Wissenschaft, Technik, Industrie und Forschung und damit natürlich - für die sozialen Fragen. wecken. Das darf aber nicht sein. Wie gesagt, auch hierüber sollte mancher nachdenken! Mit der urchristlichen einen Hoffnung allerdings hat die heutige Massenverkündigung der WTG nichts gemein.

Eine abenteuerliche Geschichte
Paulus sagte, wer irgend von der einen urchristlichen Hoffnung abweicht und das Evangelium verfälscht, gerät unter einen Fluch Gottes. Dementsprechend ist festzustellen, daß sich Gott und Christus zu keiner einzigen Verkündigung der Verwirklichung der i r d i s c h e n WTG-Hoffnung bekannt haben. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Verkündigung ist vom Worte Gottes eindeutig verurteilt und damit verflucht. Wir wollen diese Verkündigung an unserem geistigen Auge vorüberziehen lassen.

In "Schriftstudien" VI von 1904, S. 578, verkündigte die WTG die Verwirklichung der irdischen Hoffnung für das Jahr 1915: "Wir halten dafür, daß die Erfüllung von Matth. 24:21 im Jahre 1915 stattfinden und dann unter großer Drangsal die neue Weltordnung geboren werden wird. Bei dieser Krisis werden der Handel, die Banken, die Versicherungsgesellschaften, die Vermögenstitel alle zusammen von der Sturzflut verschlungen. Dies wird einer der Hauptzüge der großen Drangsal sein." Als sich die Verwirklichung der irdischen Hoffnung für das Jahr 1915 als Irrlehre erwiesen hatte, verkündigte die WTG in der damals Aufsehen erregenden Broschüre "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben!" S. 103 f. ab 1920: "Wir haben überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht, und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und der Beginn eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird."

Als sich 1925 auch als Irrlehre erwiesen hatte, verkündigte WTG-Präsident Rutherford auf der letzten Hauptversammlung vor dem. zweiten Weltkrieg 1938 in London laut Broschüre "Schau den Tatsachen ins Auge", S. 50, WTG Bern 1938: "Jonadabe, die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu warten bis der feurige Sturm Harmagedon vorüber ist und erst dann die ehelichen Beziehungen aufzunehmen." Alle, die seither auf die irdische Hoffnung umorientiert wurden, erhielten damals die Bezeichnung Jonadabe. Im Buch "Dein Name werde geheiligt" S. 319, 329, Wiesbaden 1963 wird die erneute falsche irdische Hoffnung von damals bestätigt.

Als der zweite Weltkrieg vorüber war und wieder keine neue irdische Ordnung begonnen hatte, wurde im Frühjahr 1945 in Zürich/Schweiz ein "theokratischer Kongreß" veranstaltet. Jetzt wurde über die Verwirklichung der irdischen Hoffnung laut Trost (Erwachet) vom 1. Juni 1945, Nr. 545, S. 10 verkündigt:

"Es ist belanglos, ob man nun sagt bald oder nicht so bald. Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, daß es wirklich so sein wird so muß doch das Evangelium mit aller Kraft allen Nationen verkündigt werden."

Zehn Jahre vergingen. Zwanzig Jahre vergingen. Im Buche "Die Wahrheit wird euch freimachen", S 152, wurde die Verwirklichung der irdischen Hoffnung inzwischen auf das Jahr 1972 laut Zeitrechnung, festgesetzt. Die Kette der Katastrophen mit der Verwirklichung. einer irdischen Hoffnung nähert sich nunmehr einem neuen gefährlichen Höhepunkt. Ein neuer Zeitpunkt, des Beginns des irdischen Idylls wurde festgesetzt: 1975! Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", S. 30, 1967. Das s e c h s t e Endzeitfieber hat die Zeugen Jehovas gepackt.

Aber hat sich abgesehen von der biblischen Verneinung jeder anderen Hoffnung - das Kommen einer solchen irdischen Idylle nicht hinreichend seit 1915 als unglaubwürdig erwiesen? Die Schrift selbst soll das Urteil über die Geschichte der irdischen WTG-Hoffnung sprechen:

"Woran sollen wir ein Wort erkennen, das der Herr nicht geredet hat? Wisse: Wenn das, was ein Prophet im Namen des Herrn verkündet, nicht eintrifft, nicht in Erfüllung geht, so ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es ausgesprochen, du brauchst vor ihm nicht bange zu sein. Sollte sich aber ein Prophet vermessen, in meinem Namen etwas zu verkündigen, was ich ihm nicht geboten habe, ein solcher Prophet soll sterben." 5. Mose 18:20-22. Wie lange will die WTG noch ihre vermessene irdische Hoffnung predigen? Wie lange wollen die Zeugen Jehovas das noch glauben? Christen haben die strenge Weisung des Wortes Gottes, nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht. 1. Kor. 4:6.

Konsequenzen
Leider sind die einfachen biblischen Wahrheiten über die e i n e christliche Hoffnung, die keine andere zuläßt, für die WTG eine einzige Ketzerei und Häresie. Denn sie rütteln an den Grundlagen. Laut Jahrbuch 1968 waren 1967 rund l 058 000 Verkünder tätig. Zum Gedächtnismahl waren rund 2 195 000 Personen anwesend. An den Symbolen des Brotes und Weines zur Bekundung der himmlischen Hoffnung nahmen aber nur 10 981 Personen teil. Das sind etwa 1% der Verkündiger! Rund 99 % der Verkündiger, auf die die WTG sich stützt, leben also von der falschen irdischen Hoffnung!

Stellt euch vor, die WTG wurde zu der einen und ausschließlichen urchristlichen Hoffnung zurückkehren! Was wäre dann?

1968 hat Adam wieder einen Bart
Im WT-Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" l966/67 S. 48 hat man Adam auf einem Paradiesbild ohne Bart gelassen. Im WT-Buch "Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt" 1968,S. 30 hat er wieder einen. Offenbar wird im Hauptbüro in Brooklyn ein ständiger Kampf geführt zwischen leitenden Brüdern um die Illustrationen in den WT-Schriften. Das Ergebnis sind die kuriosen Bilder. Bekanntlich hielt sich Jesus als Jude korrekt an die mosaischen Gesetze, um sie zu erfüllen. Nun galt es aber als eine Schande unter den Juden in biblischen Zeiten, wenn man jemandem den Bart abschnitt. 2. Samuel 10:1-5. Jesus einigermaßen korrekt darzustellen würde also erfordern, daß man ihn auf keinen Fall bartlos zeichnet, wie WTG-Präsident Knorr es bis zur Veröffentlichung des Buches "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" bis 1967 angeordnet hat. Wie war es möglich, daß auf diese Weise durch die Organisation selbst das Bild des Sohnes Gottes verfälscht wurde? Wo der Geist Gottes Herrschaft ausübt, könnte es so etwas nicht geben.

Interessante Mitteilungen
Zur 1975-Berechnung der WTG
Bekanntlich hat die Wachtturmgesellschaft das Ende der 6000 Jahre, was sie als "Ende der Welt" bezeichnet, schon mehrere Male vergeblich festgesetzt, 1914, 1925, 1972, 1975. Lies dazu unbedingt 5. Mose 18, Verse 18-20.
Der echte jüdische Kalender der Weltgeschichte dagegen bezeichnet das Jahr 1969, als das Jahr 5730 der Weltgeschichte oder Menschheitsgeschichte. So feierten die die jüdischen Gemeinden der DDR z. B. im September 1969 das Neujahrsfest des Jahres 5730. Das sind bis zum Ende von 6000 Jahren noch 270 Jahre.
Sollte das Jehovas Zeugen nicht recht nachdenklich stimmen angesichts der Fehlberechnungen der WTG?

Wachtturm-Missionare des Landes verwiesen warum?
Im Januar 1968 wurden vom Präsidenten des afrikanischen Staates Sambia, Dr. Kenneth D. Kaunda, 36 Zeugen Jehovas, Wachtturm-Missionare, darunter acht Engländer, zwei Amerikaner und ein Kanadier, des Landes verwiesen. Sie würden den sozial-politischen Interessen des Landes schaden.
Jetzt ist im Union-Verlag Berlin, DDR, von Dr. Kaunda und dem Amerikaner James Baldwin eine Broschüre erschienen mit dem Titel "Menschenwürde und Gerechtigkeit" 1969, Preis, 3,80 M. Es handelt sich um eine harte Anklage gegen die soziale Gleichgültigkeit und Passivität vor allem der Christen in Europa und Nordamerika, die in vollem Maße auch die WTG-Organisation trifft. Das Bitten der Farbigen um Rechte würde bald durch "Schwarze Gewalt" abgelöst.
Wer die Ausweisung der Zeugen Jehovas aus Sambia verstehen will, muß diese Broschüre gelesen haben.

Ein Beobachter der WTG in Westdeutschland über die CV-Wirkung
CV ist eine gute Informationsschrift. Die Zeugenführung schaut voll Sorgen auf das was sich da so entwickelt und ist beunruhigt. Sie braucht nicht nur Märtyrer, sie braucht auch den "bösen Kommunismus", der "aufrichtige arme" Christen "verfolgt". (Wie soll sie sonst ihren Antikommunismus aufrechterhalten?) Da liegt die Behandlung der Sache durch "Christliche Verantwortung" vollkommen richtig Darum paßt den Zeugenführern "Christliche Verantwortung!" in erster Linie nicht, und es paßt ihnen nicht, daß nicht 6000 Zeugen in Zuchthäusern sind. Die Zeugenführung profitiert durch die Verhältnisse in der Bundesrepublik und kann keine Selbstbesinnung (unter ihren Anhängern) gebrauchen.

A 7100/71 V 71 731


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