Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 35
Erneut ist in dieser Ausgabe ein weiterer Bericht der Fortsetzungsserie von Gerhard
Peters enthalten. Wer seine Tragödie im Detail verfolgt hat, der wird wissen, dass bei
ihm eine ganze Reihe Faktoren zur gleichen Zeit zur Wirkung kamen, die sein Leiden
potenzierten. Einmal seine Eheverhältnisse. Seine durchaus anspruchsvolle Frau erachtete
es als nicht notwendig, selbst eine Berufstätigkeit auszuüben und hatte für diese
Position die volle Rückendeckung der Zeugenorganisation. Dieweil ja auf diesem Wege auch
weitere Zeit für den Predigtdienst zur Verfügung stand.
Ihr Ehemann in der permanenten
Überlastung. Streßvoller Beruf + Ansprüche der Zeugenorganisation, zuzüglich
vielleicht noch gepaart mit einer gewissen Hitzköpfigkeit in Krisensituationen,
vermasselt sich seine weiteren beruflichen Perspektiven selbst. Am Boden zerstört, glaubt
er nur durch einen Ortswechsel von West- nach Ostdeutschland eine neue berufliche
Perspektive zu finden. Seine schon vorher angeschlagene Ehe geht darüber endgültig zu
Bruch.
Als Ausgeschlossener verfemt, bemüht
wenigstens dieses Manko wieder zu beseitigen, erreicht er eine Aussprache beim damals
höchsten Zeugenfunktionär Konrad Franke. Auch die geht für ihn ungünstig aus. Dazu
Peters:
"Ich traf auch den
Versammlungsdiener von Hamborn, Bruder Kolpatzek. Ich trug meinen Wunsch vor. Er sagte, er
wolle mit Bruder Franke sprechen und mir Bescheid geben, ob er sich von mir sprechen
lassen will. Ich demütigte mich auch unter diese Überheblichkeit.
Schließlich erhielt ich Bescheid, ich
sollte sofort zu Bruder Franke kommen, er habe sich bereit erklärt, mein Anliegen
anzuhören.
In einem Vorzimmer mußte ich warten. Welche Distanz. Nach einer halben
Stunde öffnete sich die Tür, ein Bruder kam heraus und sagte, bitte schön. Ich folgte
ihm ins "Allerheiligste."
Bruder Franke saß am Schreibtisch.
Neben ihm 'stand für mich völlig unerwartet - meine Frau. Kein brüderlicher Gruß.
Nichts. Sie sind Herr Peters? Ja, sagte ich. Und was wünschen Sie? Ich erklärte ihm nun
kurz, daß ich möchte, daß meine Angelegenheit nochmals überprüft wird, weil ich der
festen Überzeugung sei, mir ist Unrecht widerfahren. Ich sei extra deswegen aus der DDR
auch zu diesem Kongress hergekommen, um ihn sprechen zu können. Ich hatte tatsächlich
DDR gesagt, und er hatte das deutlich registriert. Damit hatte ich schon politisch alles
verdorben und verloren. Für die Organisation gab es nur eine "Ostzone". Dann
sagte Franke: Ich habe Ihren Fall genauestens überprüft, und wenn ich sehe, wie Sie hier
sprechen, so erkenne ich, daß Sie nicht die geringste Demut zeigen und noch nicht das
mindeste bereut haben. Es ist unmöglich, Sie jemals wieder in die Gemeinschaft Gottes
aufzunehmen. Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer. Ich wollte noch etwas sagen, aber er
schnitt mir jedes weitere Wort ab mit der nochmaligen Aufforderung: Bitte verlassen Sie
sofort das Zimmer. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich umzudrehen und zu
gehen."
Erneut am Boden zerstört, absolviert
Peters ein Jahr später (1958) die von den Zeugen Jehovas erwartete Mutprobe, über die er
in der vorigen Ausgabe bereits berichtet hat. Wahrhafttig eine tragische Geschichte. Und
einmal mehr der Beleg dafür, dass für die Zeugenorganisation der Einzelne nur
Manövriermasse ist. Bestimmt dazu, gegebenenfalls auch "verheizt" zu werden!
Ein polemischer Kommentar in dieser
Ausgabe befaßt sich auch mit der bundesrepublikanischen Liberalisierung in Sachen
Wehrersatzdienst, die bewirkte, dass der Staat zukünftig von Mehrfachverurteilungen für
den gleichen Tatbestand absehen wolle.
Dazu behauptet die CV:
"Man vergleiche nun. In den USA
gibt es überhaupt keine Möglichkeit des Wehrersatzdienstes. Wer dort als Wehrpflichtiger
den Wehrdienst verweigert, erhält bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Das Gewissen
interessiert die USA-Regierung auch in dieser Frage überhaupt nicht."
Zu dieser Aussage möchte ich doch ein
Fragezeichen hinzufügen. Dies mag Ende der 1940-er Jahre in der Tat so dort gewesen sein.
Ohne jetzt die USA-Rechtslage im Detail darlegen zu können, erscheint mir die
Generalisierung als dortiger "Dauerzustand", nicht nachweisbar. Wäre es so,
wäre die einschlägige Literatur auch voll von entsprechenden Berichten, die aber nicht
vorliegen. Daher ist meines Erachtens auch diese CV-Aussage als nicht sachgerechte Polemik
zu klassifizieren.
CV Christliche Verantwortung
Nr. 35 Gera Juni 1971
Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Konto-Nr. 4562-43-8015 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Gera
CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen
Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend
damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist
hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der
WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu
helfen.
Warum die gegenwärtige WT-Botschaft unannehmbar ist
"Der Weise hört auf Ratschläge" - Sprüche 12:15 Me.
1969 wandte sich die Wachtturmgesellschaft wieder mit einer internationalen
Kongreßserie im Rahmen der Verkündigung an die Weltöffentlichkeit, "an alle
Bewohner unserer guten Erde", wie es in den Kongreßprogrammen lautete. Bekanntlich
jedoch wird diese Verkündigung von der überwiegenden Mehrheit aller Menschen abgelehnt
und in entscheidenden Fragen sogar bekämpft. Der Zweck dieser Ausführungen ist, genau
diese Frage zu untersuchen. Sollte daran nicht jeder Verkündiger in gleicher Weise
interessiert sein?
Es handelt sich um einen Hauptgesichtspunkt der gesamten Verkündigung.
Warum ein Hauptgesichtspunkt für jeden? Weil es die Frage oder das Problem des
Herantretens an die Mitmenschen zur Gewinnung für die Sache der WTG zum Inhalt hat. Das
ist zugleich die Existenzfrage für die Zeugen, weil solche Gewinnung von Mitmenschen
"aller Art" ihr Daseinszweck ist.
Wir behaupten, daß eine Untersuchung dieser Frage beweist, daß die
gegenwärtige WT-Verkündigung "an alle Bewohner unserer guten Erde" allgemein
unannehmbar ist!
Und wir beweisen das auch!
Kannst du dir ausrechnen, was das bedeutet?
Es wäre gleichbedeutend damit, an Hungrige ungenießbare Speise
auszuteilen oder Steine statt Brot darzureichen!
Sieh die Beweisführung!
In der Kongreßserie trat die WTG mit folgender Aufforderung vor die
Weltöffentlichkeit an alle Menschen:
"Grüße
an alle Bewohner unserer guten Erde!"
Bitte wende deine Ohren von dem Lärm der aufeinanderstoßenden Parteien
der Menschen ab und öffne sie weit, um die, ermunternde Botschaft zu hören, daß wir in
der "Zeit des Endes" dieses zum Untergang verurteilten Systems der Dinge leben.
Höre auf den freudigen Klang, auf "diese gute Botschaft vom Königreich".
Hörst du sie nicht? Oh, du mußt sie hören, denn diese tröstende Botschaft wird jetzt
von den christlichen Zeugen Jehovas Gottes "auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt,
allen Nationen zu einem Zeugnis". (Kongreßprogramm, Nürnberg, 1969)
Dies sind die Worte, mit denen die WTG die Kongreßserie 1969 in Atlanta,
Buffalo, New York, Los Angeles, Chicago, Kansas City, Panama, Seoul, Tokio, Taipeh,
Hongkong, Port Moresby, Rom, Nürnberg, Kopenhagen, Paris, London, Manila, Melbourne,
Auckland, Suva, Papeete, Honolulu, Mexiko und Vancouver eröffnete. Weil man sich genau
überlegen muß, wie man eine Sache eröffnet, wie man an die Menschen herantritt, sind
diese Worte von ausgesuchter Bedeutung Die Eröffnung, der erste Eindruck, die erste
Anrede, kann alles verderben.
"Oh, du mußt sie hören", die Botschaft der WTG? Dann müßte
sie auch für "alle Bewohner unserer guten Erde" annehmbar sein! Laßt uns
gerade dies sehen!
Politik von der WTG selbst an erste Stelle gesetzt
Womit beginnt die WTG-Aufforderung? Sie beginnt mit einer Forderung von
höchster politischer Bedeutung: "Wende deine Ohren ab von dem Lärm der
aufeinanderstoßenden Parteien der Menschen"! Damit hat die WTG selbst die politische
Seite ihrer Botschaft an die erste Stelle gesetzt! Sie fordert also zuerst und als Ausgang
ein ganz bestimmtes politisches Verhalten! Die Frage des Herantretens mit der WT-Botschaft
an die Mitmenschen und ihre Gewinnung ist also von ganz bestimmten politischen
Verhaltensweisen abhängig!
Die WTG bleibt zwar im allgemeinen, ohne eine bestimmte politische Partei
mit Namen zu nennen, ohne eine bestimmte politische Richtung zu erwähnen. Aber jeder
Zeuge versteht, daß er diese allgemeine Forderung auf die Situation im eigenen Lande
anzuwenden hat. Wer das bestreitet, ist entweder unaufrichtig oder er hat diese Frage
nicht hinreichend durchdacht und überprüft. Letzteres kann nachgeholt werden.
Praktisch werden also von der WTG "alle Bewohner unserer guten
Erde" aufgefordert, sich als erstes von aller Politik abzuwenden, nicht wahr?
Was wäre die Auswirkung, würden "alle Bewohner der Erde" diese
Forderungen erfüllen wollen?
Bekanntlich erfolgt durch die politischen Parteien und Gruppen, die nicht
nur aufeinanderstoßen, sondern auch zusammenarbeiten können, die politische Willens- und
Regierungsbildung, selbst im kleinsten Dorf.
Die WTG-Forderung würde bedeuten, daß "alle Bewohner unserer
Erde" unverzüglich absehen müßten von jeglicher politischer Willensbildung. Im
Fall der Annahme dieser WTG-Forderungen durch alle Menschen wäre ab sofort jegliche
allein durch solche Willensbildung mögliche politische Verwaltungs- und
Regierungstätigkeit durchkreuzt und damit verhindert. Das wäre der Zusammenbruch aller
menschlichen Ordnung.
Offensichtlich wird die WTG-Botschaft von den Zeugen in ihrer politischen
Bedeutung und Auswirkung im Falle einer allgemeinen Annahme durch "alle Bewohner
unserer guten Erde" überhaupt nicht überprüft!
Keine Entstellung!
Diese Feststellungen sind weder Verdrehung noch Entstellung noch
Unterstellung. Sie sind einfach das Ergebnis einer praktischen Anwendung, einer
Betrachtung der Dinge von den Erfordernissen der notwendigen menschlichen Ordnung her.
Muß denn nicht im buchstäblichen Lebensinteresse "aller Bewohner
unserer guten Erde" politische Ordnung, Gesellschafts- und Staatsordnung auf Erden
sein? Selbstverständlich muß das sein! Selbst auch im Interesse der Zeugen!
Ausschlaggebend indessen ist, daß das sogar die Schrift, das Wort Gottes anerkennt! Lies
Römer 13:1-7, 1. Petr. 2:13, 1. Tim. 2:1-3 Wie kann man da alle Menschen öffentlich
auffordern, "alle Bewohner unserer guten Erde", sich von aller politischen
Willensbildung und damit von all er gesellschaftspolitischen Ordnung abzuwenden? Die WTG
ergeht sich hier in globalen politischen Forderungen die angesichts der sozialen
Interessen und Bedürfnisse aller Menschen überhaupt nicht durchführbar sind! Die WTG
mißachtet einfach die Notwendigkeit politischer Willensbildung in allen Ländern der Erde
zur Bildung und Aufrechterhaltung der irdischen "Obrigkeit von Gott".
Was ergibt sich nun für die WTG-Botschaft selbst? Da die WTG eine nicht
durchführbare Anwendung "aller Bewohner unserer guten Erde" von politischer
Willensbildung zur Vorbedingung der Annahme und Befolgung ihrer Botschaft erklärt, wird
diese Botschaft selbst unannehmbar! Die Botschaft der WTG wird damit selbst etwas
Politisches, ein Politikum, nämlich eine Botschaft der Durchkreuzung, Behinderung und
Bekämpfung politischer Willensbildung zur Schaffung und Aufrechterhaltung
gesellschaftspolitischer Ordnunq und "Obrigkeit". Es spielt keine Rolle ob das
von den Zeugen selbst zunächst erkannt wird, oder noch nicht. Die praktische Auswirkung
in politischer Hinsicht ist einfach so! Jeder verantwortungsbewußt denkende Mensch kann
das erkennen.
So führt die WTG "alle Bewohner unserer guten Erde" in
Wirklichkeit im Kreise herum. Es ist wie ein Narrenspiel. Die WTG bietet aller Welt und
allen Menschen laufend einen Ausweg an, zu dem sie durch ihre erste Bedingung schon allen
verantwortungsbewußt Denkenden den Zugang versperrt.
Unterlassung aller politischen Aktivität. Nicht nur, daß das einfach und
beim besten Willen, nicht geht! Selbst die Bibel sichert allen Menschen das Recht auf
Schaffung und Erhaltung gesellschaftspolitischer Ordnung und "Obrigkeit" die im
Zeitalter der Demokratie nun einmal nicht anders gebildet und gesichert werden kann als
durch entsprechende politische Willensbildung, durch politische Parteien. Weil schon der
erste Schritt nicht gangbar ist, bleibt für "alle Bewohner unserer guten Erde"
auch der zweite Schritt, die Annahme der WTG-Botschaft unmöglich. Sie kann nur von den
Menschen angenommen werden, die irgendwie die Übersicht verloren haben und die
Zusammenhänge nicht sehen.
Der Ausweg
Könntest du ruhig zusehen, wie deinem Nächsten oder gar deinem Kind ein
Weg gewiesen wird, der gar nicht zu beschreiten ist? Echte Nächstenliebe würde da
einschreiten. So ist es auch hier. Es ist ein ständiges Herausfordern mit
Unmöglichkeiten, was die WTG hier betreibt! Wie kann man diesen Teufelskreis
durchbrechen? Ganz einfach!
Stelle dich als erstes auf eine feste biblische Grundlage. Darauf mußt du
dann allerdings unerschütterlich verharren Welches ist diese Grundlage?
Sie ist in diesem Falle das, was "allen Bewohnern unserer guten
Erde" in Jakobus 2:15-24 mit Bezug auf die menschlichen sozialen Interessen und
Bedürfnisse zugesagt wird. Du willst doch nicht etwa sagen, daß das nicht für alle
Menschen auf Erden gilt?
Jakobus sagt:
"Wenn ein Bruder oder eine Schwester keine Kleidung hat und an der
täglichen Nahrung Mangel leidet, und einer von euch zu ihnen sagt: Geht hin in Frieden,
wärmt euch und eßt euch satt, ohne ihnen das, was zur Befriedung der leiblichen
Bedürfnisse nötig ist, zu geben, welchen Nutzen hat das für sie?
Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne
Werke unnütz ist?"
Hier hast du die biblische Grundlage dafür daß es das unerläßliche Werk
der Menschen sein muß, zunächst und zuerst für Nahrung, Kleidung, Obdach und alle
anderen leiblichen oder sozialen Bedürfnisse zu sorgen! Eine Predigt, die das nicht
berücksichtigt, ist nutz- und sinnlos!
Wie aber kann das für "alle Bewohner unserer guten Erde"
gesichert werden? Nun, indem sie alle arbeiten, produzieren und tätig sind und dann den
nötigen nationalen und internationalen Handel und Wandel, Austausch und Verkehr
betreiben, damit jeder so gut wie möglich versorgt werden kann, geordnet durch Gesetz,
Verwaltung und entsprechende "Obrigkeit". Das heißt, entsprechend politisch
geordnet.
Kannst du diesen Standpunkt unerschütterlich einnehmen? Du mußt dies
sogar, sonst bist du in der Tat ein gedankenloser Mensch. Wende die Worte des Jakobus
selbst auf dich an! Erkenne, wie diese sozialen oder leiblichen Bedürfnisse aller
Menschen selbst schöpfungsbedingt sind! Wieso schöpfungsbedingt? Erstens, weil Gott den
Menschen so schuf, daß er soziale Bedürfnisse hat, zu aller Zeit. Und zweitens weil du
selbst nach dem Gesetz Gottes ins Dasein getreten bist, das den Menschen und damit seine
sozialen Bedürfnisse Generation um Generation hervorbringt, nach dem Gesetz der
unüberwindbaren menschlichen Liebe, die im Hohelied des Wortes Gottes mit den Worten
beschrieben wird: "Denn stark wie der Tod ist die Liebe und ihre Leidenschaft
unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Gottes".
(Hohelied 8:6) Allein der Anblick deines dich liebenden Ehepartners und deiner Kinder
sollte dich lehren, wie wahr dies alles ist!
Von diesem biblischen Standpunkt aus betrachte die Dinge! Die
Verantwortungslosigkeit der WTG besteh darin, daß sie in ihrer Botschaft die sozialen
Lebensbedürfnisse "aller Bewohner unserer guten Erde", die doch
schöpfungsbedingt sind, einfach ausklammert.
Mann kann aber bei Strafe leidenschaftlichsten Widerspruchs von Seiten
aller, die sozialen Fragen nicht beiseite lassen, wenn man sich an alle Menschen. wendet.
Kannst du das wirklich nicht begreifen?
So haben auch die WTG-Kongresse des Jahres 1969 rund um die Welt
"allen Bewohnern unserer guten Erde" einen einzigen weltpolitischen Bluff
vorgesetzt: Selbst wenn alle Menschen aller Nationen und Völker wollten, sie könnten die
WTG-Botschaft nicht annehmen, weil diese Botschaft die allererste Frage des menschlichen
Daseins, die ständige und möglichst ausreichende Versorgung und Befriedigung der
leiblichen oder sozialen Bedürfnisse "aller Bewohner unserer guten Erde" nicht
berücksichtigt, eine, Frage, die zu politischer Willensbildung zwingt. Denn Politik ist
nichts weiter als die Regelung der Aufgaben, die sich auf Grund der sozialen Bedürfnisse
"aller Bewohner unserer guten Erde" ergeben, Aufgaben, von denen man sich aus
diesem gleichen Grund nicht abwenden kann.
Du aber mußt nun deine Entscheidung bezüglich Anerkennung und
Weiterverkündigung dieser politisch unannehmbaren WT-Botschaft an "alle Bewohner
unserer guten Erde treffen. K. 0.
Zwölf Jahre meines Lebens
von Gerhard Peters (9. Teil)
Zum Schluß des 8. Teiles:
Gerhard Peters gehörte zur Versammlung in Hamborn im Ruhrgebiet. Unter dem
ständigen Druck der Organisation auch über seine Frau, mehr Felddienst zu leisten, was
zu vielen Schwierigkeiten führte, hatte er schließlich seine berufliche Existenz und
Perspektive im Bergbau aufgegeben. Der Einfluß der Organisation bis in die intimsten Ehe-
und Familienangelegenheiten und die menschliche Unreife seiner jungen Frau, die durch die
WT-Lehren bedingte soziale Verständnislosigkeit der verantwortlichen Diener, ihre
Autoritätsansprüche, ihre Bevormundungsmethoden, Überheblichkeit und Blindheit,
spielten dabei eine verhängnisvolle Rolle.
Als sich Gerhard Peters anfangs, im Einverständnis mit seiner Frau, gar
dazu entschloß, sich eventuell, in der DDR eine neue Existenz zu schaffen, sahen diese
Diener nur noch "rot".
In die Ostzone'? Das war für sie hinreichend Grund, eine Ehescheidung für
richtig zu halten und Gerhard Peters aus der Gemeinschaft auszuschließen. Der
WT-Antikommunismus machte sie blind.
Keine jahrelange christliche Demütigung unter diese ungerechten
Entscheidungen der Organisation konnte Gerhard Peters helfen. Allein sein WT-bedingtes
Auftreten anläßlich einer Wahl in der DDR ließ die Organisation diesen
Gerneinschaftsentzug schließlich wieder aufheben. Die Erfahrungen der Ungerechtigkeit der
Organisation, die dem vorausgingen und die dann weiter folgen sollten, blieben jedoch
nicht ohne Spuren. Sie legten ganz natürlich Grundlagen für das Licht, das später
aufgehen sollte. Schließlich muß auch die Organisation ernten, was sie sät.
Tiefe Saat
1957 war ich wieder nach Westdeutschland gefahren in der stillen Hoffnung,
anläßlich des Besuches eines Kongresses in Dortmund, mit dem früheren Zweigdiener Erich
Frost oder dem ehemaligen Zweigdiener Konrad Franke über meine Angelegenheiten zu
sprechen, um aus meinem furchtbaren Zusand herauszukommen, Gewißheit zu erhalten und
wieder Gerechtigkeit zu erfahren.
Man muß es sich einmal vorstellen. Wenn ich einen Menschen umgebracht habe
und mir wird das Todesurteil verlesen, dann weiß ich warum. Aber hier? Es gab weder
Scheidungsgründe noch Gemeinschaftsentzugsgründe. Es war pure Willkür und
Voreingenommenheit der verantwortlichen Diener.
Stelle dir vor. Ich glaube an diese Organisation, daß es eine Organisation
Gottes ist, daß die Diener von Gott eingesetzt sind und von seinem Geist geleitet werden,
daß es eine neue Welt gibt, in der man ewig in Glück und Frieden leben kann und ich habe
mich voll und ganz diesem Glauben hingegeben. Plötzlich bekommt, man gesagt, ab heute
gehörst du nicht mehr dazu. Du gehörst zu den Böcken, die in die ewige Vernichtung
gehen. Das trug ich jahrelang mit mir herum. Im festen Glauben an Harrnagedon und an
alles. Ich prüfe und prüfe mich, bohre mich innerlich durch und durch, was habe ich denn
alles falsch gemacht? Ich bete und bitte Gott um Verzeihung. Ja ich bitte am Ende um
Dinge, die ich gar nicht getan hatte! Es ist Angst! Pure und nackte Angst vor Harmagedon,
vor dem Schicksal abseits der großen Herde der Schafe in die Vernichtung zu gehen! Ja,
mir wird bewußt, die Organisation will, daß wir dies vor Augen haben. Aber sie hat mich
unschuldig dazu bestimmt. Das ist nicht nur ein Tod. Das ist einer, der monate- und
jahrelang in der Todeszelle sitzt und jeden Tag wartet, daß sie ihn holen. Und das
Schlimme ist, die Organisation wußte, wie ich darunter leiden muß, denn ihre Gründe
waren fadenscheinig. Sie haben gesehen, wie ich von Tag zu Tag weniger wurde. Ich habe
knapp noch einen Zentner gewogen. Wie eine Vogelscheuche sah ich aus. Die fortdauernde
Aufregung und innere Verzweiflung zehrten ununterbrochen. So hoffte ich nun auf
Zweigdiener Franke, gewissermaßen die letzte Instanz.
Ich kam an in Dortmund. Ich traf auch den Versammlungsdiener von Hamborn,
Bruder Kolpatzek. Ich trug meinen Wunsch vor. Er sagte, er wolle mit Bruder Franke
sprechen und mir Bescheid geben, ob er sich von mir sprechen lassen will. Ich demütigte
mich auch unter diese Überheblichkeit.
Schließlich erhielt ich Bescheid, ich sollte sofort zu Bruder Franke
kommen, er habe sich bereit erklärt, mein Anliegen anzuhören. Wenigstens das, sagte ich
mir. Ich demütigte mich auch unter diese Herablassung. Wie hoch thronen doch die Diener.
Ich ging nun zu Bruder Franke. In einem Vorzimmer mußte ich warten. Welche Distanz. Nach
einer halben Stunde öffnete sich die Tür, ein Bruder kam heraus und sagte, bitte schön.
Ich folgte ihm ins "Allerheiligste."
Bruder Franke saß am Schreibtisch. Neben , ihm 'stand für mich völlig
unerwartet - meine Frau. Kein brüderlicher Gruß. Nichts. Sie sind Herr Peters? Ja, sagte
ich. Und was wünschen Sie? Ich erklärte ihm nun kurz, daß ich möchte, daß meine
Angelegenheit nochmals überprüft wird, weil ich der festen Überzeugung sei, mir ist
Unrecht widerfahren. Ich sei extra deswegen aus der DDR auch zu diesem Kongress
hergekommen, um ihn sprechen zu können. Ich hatte tatsächlich DDR gesagt, und er hatte
das deutlich registriert. Damit hatte ich schon politisch alles verdorben und verloren.
Für die Organisation gab es nur eine "Ostzone". Dann sagte Franke: Ich habe
Ihren Fall genauestens überprüft, und wenn ich sehe, wie Sie hier sprechen, so erkenne
ich, daß Sie nicht die geringste Demut zeigen und noch nicht das mindeste bereut haben.
Es ist unmöglich, Sie jemals wieder in die Gemeinschaft Gottes aufzunehmen. Bitte
verlassen Sie sofort das Zimmer. Ich wollte noch etwas sagen, aber er schnitt mir jedes
weitere Wort ab mit der nochmaligen Aufforderung: Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer.
Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich umzudrehen und zu gehen.
Unten stand Bruder Kolpatzek. Na, wie ist es ausgegangen? fragte er. Ich
winkte nur ab und ging meines Weges. Was sollte es noch?
Ich konnte nichts mehr sagen. Einen Augenblick hielt ich mich noch auf. Ein
Redner sprach noch. Aber ich nahm davon kein Wort mehr auf. Als ich mich dann wieder ein
bißchen beruhigt hatte, sagte ich mir, hier in Westdeutschland gibt es in der
Organisation für mich kein Recht mehr. Ich werde wieder zu den Brüdern in die DDR
zurückgehen, vielleicht sind sie zu sprechen und vielleicht kann ich mich dort doch noch
würdig erweisen. Innerlich war ich völlig verzweifelt. Ich ging noch an einen
Literaturstand, um einige WT, Bücher und Broschüren zur Glaubenswürdigkeit den Bürgern
gegenüber in die DDR mitzunehmen.
Es nützte mir auch nichts, daß sich die ganze Hamborner Versammlung über
meinen Fall gespalten hatte. Die Ärmeren standen auf meiner Seite. Die aus den
besitzenden Kreisen kamen, waren meist gegen mich und hielten die Entscheidung der Diener
für richtig. Bei ihnen wohnte auch immer der Kreisdiener, auch er stand gegen mich. Aber
die Versammlung hat ja auch nichts zu sagen und zu entscheiden. Sie wird über die
Entscheidungen der Diener lediglich informiert, um sie zu befolgen. Die Diener entscheiden
auf Grund von zwei oder drei Zeugen. Sind dies aber nun falsche Zeugen, und wie oft sind
es falsche Zeugen, dann gibt es eben kein Recht, wie ich es erlebte, bis zur letzten
Instanz. Es war zum Verzweifeln. Wie kann das den Glauben an eine göttliche Leitung des
Werkes stärken?
Die Erfahrung mit dem damaligen Zweigdiener Franke, seine
Selbstherrlichkeit, seine Arroganz und Überheblichkeit, sein Richtgeist mich nicht einmal
richtig zu Worte kommen zu lassen, mich nicht einmal anzuhören, hatte mich tiefer
erschüttert, als mir zunächst bewußt wurde. Ich konnte sofort hierüber noch gar nicht
richtig nachdenken. Seine Entscheidung war wie Keulenschläge. Ist es nicht, die mindeste
Gerechtigkeit einen Angeklagten gegenüber, daß man ihm die Möglichkeit gibt, seinen
Standpunkt darzulegen und ihn anzuhören? Das machen ja selbst weltliche Gerichte! Ich
konnte es nicht fassen, daß in einer Organisation Gottes, die von Gottes Geist geführt
wird, ein Menschenleben vor der höchsten Instanz dieser Organisation so wenig, ja nichts
mehr gilt, wie in meinem Fall. Und das ohne mich anzuhören! Erst später legte ich mir
darüber gründliche Rechenschaft ab. Was geht nicht alles in, den Becher hinein, bevor er
überläuft. Sicher ist dies menschlich. Was erträgt man nicht alles in guten Glauben,
bevor man sich entschließt, die Dinge einmal von einer anderen Seite zu betrachten, bevor
man wirklich Verdacht schöpft. Wie man in der Organisation an höchster Stelle mit
einfachen Verkündigern umgeht, ist einfach unmöglich in einer Organisation Gottes. Und
dennoch geschieht es. Was ergibt sich daraus? Hat Jesus sich nicht gar um den Geringsten
der Brüder gekümmert?
Als dann zu dieser Erfahrung mit dem Zweigbüro und Zweidiener Franke die
Erkenntnis und Einsicht kam, daß auch entscheidende "göttliche Wahrheiten"
nicht von Gott sind, obwohl sie Freiheit und Leben kosten können, wich in mir die Angst
vor Harmagedon. Eins zieht das andere nach sich. Ich begriff, wenn da ein Gott wirkt, dann
muß dies anders sein, als durch Organisation und Lehre des WT zum Ausdruck kommt. Aber
das war ein Erkenntnisprozeß.
Voller Angst noch vor einer Ungnade Gottes und in der Absicht mich trotz
allem als würdig zu erweisen, fuhr ich in die DDR zurück. Äußerlich gefaßt. Wie, es
drinnen aussah, ging niemand etwas an.
Die Gelegenheit sollte sich ergeben. Es kamen Wahlen in der DDR. Jetzt trat
die Organisation an mich heran mit der Forderung, ich könne nun zeigen, dar ich noch
würdig bin. Ich übertraf mich selbst. Die mich nach den Gründen meiner Wahlverweigerung
fragten, ließ ich als vernichtungswürdiges Teufelspack abfahren, daß der Organisation
das Herz im Leibe hüpfte. Mir war alles egal, wenn sie nur meinen Gemeinschaftsentzug
rückgängig machte
Allzuleicht und allzuschnell erfolgte das daraufhin. Keine jahrelange Demut
erreichte, was dieser einmalige politische Akt bewirkte. Erst später dachte ich auch
hierüber gründlicher nach. War es ein gewaltsames Verdrängen aller bedenklichen
Erfahrungen mit der Organisation, daß ich mich nun in den gefährlichsten illegalen
Dienst stürzte? Geheimkurierdienst, Polizeibetrug, Grenzschmuggel - "theokratische
Kriegslist" nannte es die Organisation. Die Erkenntnis, daß auch hier bei genauem
Hinsehen niemandem göttliche Hilfe zuteil wird, darf hier mit letzter Konsequenz allein
der trügerische Satz gilt, hilf dir selbst, dann hilft dir Gott,- man sollte das nicht
für möglich halten! - wurde der Auftakt zur entscheidenden Auseinandersetzung im
zwölften und letzten Jahr meiner Tätigkeit für die Wachtturmgesellschaft. -
Schluß folgt
Zweierlei Maß sind Jehova ein Greuel
Sprüche 20:10
Die WTG-Zeitschrift "Erwachet" wird in Westeuropa in deutscher
Sprache vom WTG-Zweigbüro in der Schweiz wie auch vom BRD-Zweigbüro in Wiesbaden
herausgegeben. Für die Schweizer Ausgabe ist der Zweigdiener in der Schweiz Franz
Zürcher verantwortlich, für die BRD ist Günter Künz, Wiesbaden, redaktionell
verantwortlich. Die politische Aufgabe von "Erwachet" ist mit dem Zweck dieser
Zeitschrift u. a. in jeder Ausgabe auf Seite 2 erklärt mit den Worten: "Deine
Aufmerksamkeit wird auf Vorgänge auf dem Gebiet des Regierungswesens und des Handels
gelenkt, von denen du Kenntnis haben solltest".
Bekanntlich wurde in "Christlicher Verantwortung" 13 vom Dezember
1967 ein offener Brief an den WT-Redakteur und "Erwachet"-Redakteur Günter
Künz, Wiesbaden, veröffentlicht, worin ernste Hinweise und Bedenken gegen den politisch
antikommunistischen Kurs in der WTG-Verkündigung erhoben wurden. Bruder Künz war
ernstlich aufgefordert worden, den Glaubenskampf für eine reine und unbefleckte Anbetung
aufzunehmen und beizutragen, diesen verhängnisvollen politischen Kurs der WTG zu ändern.
Mit "Erwachet" waren in der Vergangenheit einige der schärfsten
antikommunistischen Kampagnen durchgeführt worden Man möchte hoffen, daß der offene
Brief an Bruder Künz ein Anstoß zur Besinnung war und ist.
Das gilt in gleicher Weise auch für das Schweizer WTG-Büro unter Leitung
von Franz Zürcher. Seine Verantwortung für die "Erwachet"-Ausgabe vom 8. 11.
1968 mit ihrem politischen Inhalt ist ein erneuter Grund für ernste Bedenken Es ist
offensichtlich, daß es mit der Wahrheit nicht genau genommen wird.
Es ist nicht das erste Mal, daß Franz Zürcher besondere politische
Verantwortung übernimmt. In CV 3 vom April 1966 wurde nachgewiesen, daß der ehemalige
Zweigdiener Konrad Franke der Gestapo am 9. 9. 1936 in Darmstadt steckbriefliche
Auskünfte über Willy Ruhnau, einen damals wichtigen Verbindungsmann des WTG-Hauptbüros,
übergab Franz Zürcher hatte in seiner Dokumentation "Kreuzzug gegen das
Christentum" S. 197 ff im Jahre 1938 (Europa-Verlag Zürich) zu diesem Fall
nachgewiesen, daß Bruder Ruhnau daraufhin am 25. 9. 1936 von der Gestapo in Danzig
verhaftet und später umgebracht wurde.
In "Erwachet" vom 8. 11. 1968, deutsch, veröffentlicht Franz
Zürcher nun einen Artikel "Hohes Gericht der Bundesrepublik Deutschland fällt
wichtige Entscheidung". Dieser Artikel wurde offensichtlich vom Zweigbüro in
Wiesbaden übernommen, so daß auch die Zuständigkeit von dem ehemaligen Zweigdiener
Konrad Franke gegeben ist. Es geht um einen Entscheid des Bundesverfassungsgerichtes vom
7. 3. 1968, wonach die Zeugen Jehovas nur noch einmal gerichtlich bestraft werden, wenn
sie den Wehrersatzdienst verweigern "Nun müssen Jehovas Zeugen in der Bundesrepublik
Deutschland, die aus Gewissensgründen den Wehrdienst und Wehrersatzdienst ablehnen,
deswegen nicht mehr wiederholt ins Gefängnis", läßt Franz Zürcher vernehmen.
Dann wird über die USA berichtet. Die einfachen Verkündiger - für die
Vollzeitdiener und Bethelbrüder, die "Hirten", hat die WTG von der
amerikanischen Regierung vollständige Befreiung vom Wehrdienst erhalten - werden
einberufen und im Weigerungsfalle zu Freiheitsstrafen von 2 bis 5 Jahren verurteilt.
Schweden würde noch weiter gehen in der Anerkennung der Gewissensfreiheit. Daraufhin
läßt Franz Zürcher folgendes Urteil in Sachen Gewissensfreiheit über die
Bundesrepublik verkünden:
"Die Bundesrepublik zählt somit zu den liberalen Staaten, die jetzt
die Rechte, die für die Menschen so kostbar sind, sorgfältig schätzen".
Nun kommen die sozialistischen Länder an die Reihe, obwohl der Entscheid
des Bundesverfassungsgerichtes damit überhaupt nichts zu tun hat. Welchem Zwang
unterliegt die WTG, bei jeder Gelegenheit ihre antikommunistischen Verleumdungen
anzubringen? Franz Zürcher läßt vernehmen: "Es gibt aber auch Länder, die die
Religions- oder Gewissensfreiheit gar nicht respektieren. Zu diesen gehören die
kommunistischen Länder. Sie anerkennen Jehovas Zeugen weder als Geistliche noch als
Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen und verurteilen sie, weil sie keinen
Wehrdienst leisten wollen, zu hohen Freiheitsstrafen". Die Verantwortlichen in den
WTG-Büros und Redaktionen nehmen von den Zeugen Jehovas als allererste in Anspruch
"in der Wahrheit" zu sein. Was Franz Zürcher hier über die sozialistischen
Länder verkündigt, ist in Wahrheit jedoch eine böswillige politische Verleumdung und
Diffamierung. Denn die Wirklichkeit sieht anders aus. Natürlich sind die Verhältnisse in
den jeweiligen sozialistischen Ländern entsprechend den nationalen Besonderheiten
unterschiedlich. Das zu mißachten ist schon die erste Unwahrhaftigkeit. Am Beispiel der
Verhältnisse in der DDR möge man sodann die Verlogenheit der Vernehmlichkeiten aus Franz
Zürchers Redaktionsbüro im Bethel in Bern näher erkennen.
Laut Artikel 20 der Verfassung der DDR ist Glaubens- und Gewissensfreiheit
ausdrücklich gewährleistet, und es ist auch der WTG bekannt daß diese Freiheit auch von
den Zeugen Jehovas in der DDR persönlich in Anspruch genommen werden kann und wird. Franz
Zürcher ignoriert das einfach, als wenn es das nicht gäbe.
Sodann ist allen wehrpflichtigen Bürgern, die glauben, aus
Gewissensgründen den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee verweigern zu müssen,
gesetzlich die Möglichkeit eines waffenlosen Ersatzdienstes eingeräumt. Damit ist das
christliche Gewissen solcher Menschen vollauf respektiert Andererseits muß man doch auch
sehen, das das biblische Gebot "Du sollst nicht töten", gar nicht auf Kriege
anwendbar ist, denn die Israeliten führten trotz dieses Gebotes zahlreiche Verteidigungs-
und Angriffskriege Wehrersatzdienst ist deshalb eine sehr weitgehende
Gewissensrespektierung.
Man vergleiche nun. In den USA gibt es überhaupt keine Möglichkeit des
Wehrersatzdienstes. Wer dort als Wehrpflichtiger den Wehrdienst verweigert, erhält bis zu
fünf Jahren Freiheitsstrafe. Das Gewissen interessiert die USA-Regierung auch in dieser
Frage überhaupt nicht.
In der Bundesrepublik hat man lediglich die Praxis aufgegeben, einen
Wehrersatzdienstverweigerer mehrmals oder laufend zu bestrafen. Nach wie vor werden sie
aber abgeurteilt Dennoch erklärt die WTG, diese Staaten zählten deshalb "zu den
liberalen Staaten", die die Gewissensfreiheit "sorgfältig schützen". Daß
die DDR aber in der Wehrdienstfrage der WTG gegenüber sogar noch liberaler ist als die
USA, die überhaupt keinen Wehrersatzdienst zulassen, übersieht Franz Zürcher
natürlich. In Bausch und Bogen wird sie einfach als "komrnunistisches Land",
daß die Gewissensfreiheit" "gar nicht respektiert", verleumdet. Warum
dieses zweierlei Maß? Was hat sich Franz Zürcher dabei gedacht, als er diesen Artikel
von dem ehemaligen Zweigdiener Franke übernahm? Hat er sich überhaupt etwas dabei
gedacht? Daß er diesen Artikel unter seinem eigenen Namen als Redakteur veröffentlicht,
zeugt angesichts der Wirklichkeit von einer unglaublichen Verantwortunglosigkeit
bezüglich der Wahrheit.
Hat er sich nicht gefragt, ob die Darstellung, die er aus dem Zweigbüro in
Wiesbaden erhielt, der Wahrheit entspricht Es ist erstaunlich, wie oberflächlich die
"geistige Speise", die den Verkündigern in den Schriften zur Verkündigung
dargereicht wird in den WTG-Büros zusammengebraut wird.
Soll man nun die Verkündiger mit solchen politischen Verleumdungen von
Haus zu Haus in ihr Unglück rennen lassen? Das kann man nicht, wenn man um die Dinge weit
und wirkliche Nächstenliebe empfindet. Doch kann man niemanden von diesem unglückseligen
Wege zurückhalten, wenn man die Dinge nicht offen erörtert und die Verantwortlichen beim
Namen nennt, die von der WTG meist unter Anonymität verborgen gehalten werden. Es muß
aufgerüttelt werden. Es gilt in erster Linie den Dienern in den Versammlungen, wenn es
heißt: "So gebt denn Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, bei der euch der
heilige Geist zu Aufsehern bestellt hat!" Apg. 20:28. Dazu gehört auch, Acht zu
geben auf das, was ihnen als "geistige Speise" dargereicht wird!
Warum mußte Konrad Franke als Zweigdiener abgelöst werden?
Der ehemalige westdeutsche Zweigdiener Konrad Franke, Wiesbaden, über
1975. Berichte aus Hamburg
Am 1. 10. 1969 wurde WTG-Zweigdiener Konrad Franke, Wiesbaden, seines
Dienstamtes enthoben. Die WTG hat über alle diese Vorgänge eine Nachrichtensperre
verhängt. Die Versammlungen können bisher offiziell nicht erfahren, was über ihren
Köpfen in der Leitung vor sich geht. Der neue westdeutsche Zweigdiener ist der Amerikaner
Richard E. Kelsey. Das Hauptbüro in den USA will mit dieser Neueinsetzung den
westdeutschen Zweig, das Hauptbollwerk der WTG in Europa, für die kommenden Ereignisse
fest in der Hand haben. Die deutschen Brüder werden in Leitungsfragen nicht mehr als
absolut zuverlässig betrachtet. Die Ablösung von Zweigdiener Franke erfolgte, weil er
fest auf 1975 als endgültiges Ende baut und den westdeutschen Zweig entsprechend
ausgerichtet hat. Das Hauptbüro der WTG in Brooklyn, USA, dagegen will sich nicht
endgültig auf eine Jahreszahl festlegen um manövrierfähig zu bleiben.
Bekanntlich hat die WTG auf den Kongressen des Jahres 1966 unter dem Druck
alarmierender Rückgänge in der Organisation und unter dem Druck der Zeit, die die
äußerste Grenze "dieser Generation" seit 1914 erreicht hat, das Jahr 1975 als
neues Datum für das Ende der 6000 Jahre "dieser Welt" festgesetzt. Diese
1975-Voraussage wurde seither millionenfach und weltweit in der WTG-Verkündigung
proklamiert.
Sehr interessant sind nun die öffentlichen Vorträge, die Zweigdiener
Franke nach der Bekanntgabe des neuen Termins von 1975 hielt, vor allem die internen
Dienstansprachen vor den Dienern der Organisation, die ihm zum Verhängnis wurden.
"Christliche Verantwortung" ist unter anderem in der Lage, die
entscheidenden Ausführungen von Zweigdiener Franke vom 20. Januar 1968 in einer
Dienstansprache an alle Diener der Versammlungen Hamburgs und Umgebung vorzulegen Für die
Übersendung wird hiermit aufrichtig Dank ausgesprochen. In. dieser Dienstansprache setzte
sich Franke vor allem mit den jungen Dienern auseinander, die auf Grund der Erklärung von
WTG-Vizepräsident und "Chefideologe" F. W. Franz, Brooklyn, "es könnte
sein!" in Wanken und Zweifel geraten sind, was 1975 betrifft, und die davor warnen,
daß die Organisation eine furchtbare Katastrophe erleben könnte, wenn man 1975
tatsächlich für endgültig hält. Die Erwiderungen von Franke wurden zu einer einzigen
Anklage und Herausforderung gegen den WTG-Vizepräsidenten F. W. Franz in Brooklyn.
Wiedergabe der Ausführungen von Zweigdiener Konrad Franke in Hamburg zu
1975.
Es folgt hier der unveränderte Wortlaut dessen, was Zweigdiener Konrad
Franke am 20. 1. 1968 vor den versammelten Dienern Hamburgs zu 1975 ausführte. Wir fügen
deutlich erkennbar lediglich einige Fragen ein.
"Natürlich wollen wir uns überlegen, wo wir stehen. Wir gehen dem
Ende dieses Systems entgegen, liebe Brüder. Wir haben viel in den vergangenen Jahren, und
wenn wir lange in der Wahrheit sind, Jahrzehnten, darüber gesprochen. Wir haben darüber
gesprochen, daß dieses böse System zu Ende gehen wird, daß 6000 Jahre menschlicher
Geschichte vorgesehen sind, und das dann das siebente Jahrtausend Christus als dem
Regenten und Richter vorbehalten bleibt, demjenigen, der sich selbst auf der Erde den
Herrn des Sabbats nannte, der also diesen Sabbat, diesen Ruhetag, selbst beaufsichtigen
wird, als König vom Himmel her, als der Wichtigste des Königreiches.
Er war es also, der diese Dinge klar und unmißverständlich uns vor Augen
geführt hat, und nun sehen wir, in diese Lage gekommen, daß wir sehen, wie sich das
alles beginnt, sich zu verwirklichen. Wir haben also gewußt, 6000 Jahre, und das siebente
bleibt ihm vorbehalten."
Zwischenfrage: Wo hat Christus klar und unmißverständlich von 6000 Jahren
gesprochen? Waren nach dem WT 6000 Jahre nicht auch schon einmal 1874 zu Ende?
"Im Laufe der Zeit hat uns Jehova immer mehr verstehen lassen über
diese Zeitabschnitte, und vor zwei Jahren schon wurde das erstemal unsere Aufmerksamkeit
auf das Jahr 1975 gelenkt. Mancher war zweifelnd und sagte: Da muß man vorsichtig sein,
ihr habt euch schon einmal blamiert, und wenn ich an 1925 denke, wer weiß, was da wieder
rauskommt, ich werde mich einmal zurückhalten.
Ja, die Gesellschaft oder der treue und verständige Sklave, der ja dazu da
ist, uns die Speise zur rechten Zeit zu geben, so sagen wir es doch wohl, ja, der war
jetzt und hat uns davon befreit. Es kam nicht von uns, oder ist jemand von euch auf diesen
Gedanken gekommen? Es kam doch von dieser Stelle! Auf einmal beginnen einige doch zu
zweifeln!
Als ich einmal mit einigen jungen Brüdern darüber
sprach, da sagte der eine zu mir: Ach, weißt du, Bruder Franke, ich weiß nicht, ob man
das so deutlich sagen kann. Denn stell dir mal vor, die alte Schwester sowieso, die geht
jetzt von Haus zu Haus, und die wird das nie so ausdrücken, wie du das sagst, und die
wird nun sagen 75, 75, 75 und 75! Und was das unter Umständen für die Organisation für
eine Schmach bringen könnte!
Du glaubst, du würdest das viel intelligenter machen? Du sagst: ich warte mal, die haben
sich schon einmal blamiert.
Da habe ich ihm gesagt. Weißt du, wenn es ums Blamieren geht, dann blamiere ich mich mit
der Organisation! Ich will nicht allein, abseits, stehen!"
Zwischenfrage: Soll man bewußt eine falsche Prophezeiung einkalkulieren wie 1925 und dazu
auch noch stehen? Was hat das noch damit zu tun, "in der Wahrheit" zu sein?
Aber wie wohl wir in den letzten Monaten, besonders auch auf den Bezirksversammlungen,
sehr viel darauf hingewiesen haben, gibt es noch eine ganze Reihe unter uns, die
diesbezüglich noch Vorbehalte haben! Und bei aller Objektivität hier, so gut wie ich das
meine, ich habe einen schweren Verdacht. Warum lacht ihr denn? Ich habe ja noch gar nicht
ausgesprochen! Ich glaube, ihr habt Gründe zu derselben Annahme wie ich, daß auch hier
in unserer Mitte welche sind, die noch Vorbehalte haben. Aber Brüder, tun wir recht, wenn
wir so zweifelnd an unsere Aufgaben herangehen? Können wir dann überhaupt noch mit Recht
die Publikationen verbreiten?
Wir wollen jetzt nicht alle diese Dinge aufzählen, die in den Wachttürmen kamen.
Frühjahr zum Beispiel, auch die Sonderausgabe von Erwachet "Warum läßt Gott das
Böse zu?", das Millenium, usw. Nun wollen wir einmal auch das Neue betrachten. Ihr
habt ja das Buch jetzt bekommen "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne
Gottes". Wir haben uns sehr angestrengt, daß ihr es sehr schnell bekommt Aber nicht,
daß ihr es nun in eurem Bücherschrank nur unterbringen sollt. Sondern weil wir
interessiert daran sind, daß ihr diese Informationen bekommt, liebe Brüder. Und da wird
ganz präzise gesagt, wie es übrigens die Publikationen auch früher schon getan haben.
Doch werden bestimmt welche sagen: Na, na, na, die Gesellschaft ist sich selbst nicht ganz
sicher.
Sie hat doch auch gesagt "es könnte sein!" Und das ist eigentlich eine
Verfälschung des Sachverhalts! Denn wenn wir von dem Jahre 1975 sprechen und damit zum
Ausdruck bringen, daß in diesem Jahr 6000 Jahre menschlicher Geschichte zu Ende sind,
dann möchte ich euch zeigen, daß diesbezüglich die Gesellschaft nicht den geringsten
Zweifel hat! Und wer dieses in den Vordergrund rücken möchte, der sei eingeladen, den
Beweis aus der Literatur der Gesellschaft zu erbringen, daß die Gesellschaft gesagt
hätte, "es könnte sein", daß 1975 sechstausend Jahre zu Ende sind! Das hat
sie nie gesagt! Das steht außer Zweifel fest! Dazu steht die Organisation! Auch die
Geschichte soll die Antwort geben!"
Zwischenfrage: Die Literatur der Gesellschaft! Die Geschichte Und die Bibel?
"Aber ich möchte in diesem Zusammenhang einmal dieses hier zitieren, und nur dann,
Brüder, könnt ihr es ja mit: ehrlichem Herzen verbreiten, wenn ihr dafür den Beweis
antretet, ja. Auf der Seite 28 wird unter anderem auf den amerikanischen Prälaten James
Ussher hingewiesen, der ausgerechnet hat, daß 1996 sechstausend Jahre zu Ende seien, also
mit dem Jahre 1997 dieses Jahrtausend beginnen würde. Wörtlich heißt es hier nun weiter
auf Seite 29: "Seit der Zeit Usshers ist ein intensives Studium der biblischen
Chronologie betrieben worden. In diesem 20. Jahrhundert wurde ein unabhängiges Studium
durchgeführt, das nicht blindlings den traditionellen chronologischen Berechnungen der
Christenheit folgte." Und zufolge dieser Zeittafel, die von diesem unabhängigen
Studium herrührt, gibt das Datum der Erschaffung des Menschen mit 4026 vor unserer
Zeitrechnung an. Und hier finden wir einen Stern, und da heißt es in der Fußnote: Siehe
Tabelle hervorragender Geschichtsdaten auf Seite 290 in dem Kapitel mit dem Thema
"Ereignisse in dem Strom der Zeit" in dem Buch "Die ganze Schrift ist von
Gott inspiriert und nützlich". Da haben wir schon diese Zeittafel und wir finden
eine Unmenge Beweise in der letzten Zeit in den Publikationen der Gesellschaft!
Trauen wir dem Sklaven nicht mehr? Oder was ist es, wenn wir plötzlich andere
Überlegungen anstellen? Vielleicht sind wir gar nicht so sehr mit dem Königreich
verbunden? Vielleicht beten wir gar nicht so inbrünstig, daß es kommen möge? Vielleicht
möchten wir noch ein bißchen länger Zeit mit dieser alten Welt haben?"
Zwischenfrage: Sind das nicht förmliche Glaubensbeleidigungen Hatte der
"Sklave" die Erschaffung nicht sogar schon mit 4128 v. u. z.T. in Schriftstudien
II angegeben? Bewirkt der Sklave hier nicht selbst Spekulationen mit der "Zeit dieser
alten Welt"?
"Und würden uns freuen, und würden jeden Gedanken, den die Organisation hier
äußert, studieren, und würden uns selber fragen, wie wir uns jetzt am besten in diese
ganzen Dinge einordnen.
Es heißt dann weiter und jetzt hört gut zu! "Gemäß dieser zuverlässigen
Bibelchronologie werden 6000 Jahre von der Erschaffung des Menschen an mit dem Jahr 1975
enden! Und die siebente Periode von tausend Jahren Menschheitsgeschichte beginnt im Herbst
des Jahres 1975 unserer Zeitrechnung! Es ist hier kein Wort davon gesagt, "es könnte
sein!"
Soweit die unveränderten Ausführungen von Zweigdiener Konrad Franke am 20. l. 1968 in
Hamburg zu 1975.
Was WTG-Vizepräsident F. W. Franz, USA, dagegen sagte! Die WT-Gesellschaft hat niemals in
Zusammenhang mit 1975 gesagt, "es könnte sein"? Brüder, die das behaupten,
fälschen den Sachverhalt?
Und wenn alles mit 1975 tatsächlich nicht stimmen sollte, dann lieber wie 1925 mit der
ganzen Organisation blamieren Weiß Zweigdiener Franke eigentlich, was er hiermit
ehrlichen Christen zumutet?
Im Gegensatz zu den Ausführungen des ehemaligen Zweigdieners Franke am 20. 1. 1968 in
Hamburg hatte der WTG-Vizepräsident F. W. Franz, Brooklyn, genau ein Jahr zuvor im WT vom
1. 1. 1967 folgenden Kommentar zu 1975 veröffentlichen lassen:
"Auf der Versammlung in Baltimore gab Bruder Franz in seinen Schlußworten einige
interessante Kommentare über das Jahr 1975. Er begann beiläufig damit, indem er sagte:
Gerade bevor ich auf das Podium ging, kam ein junger Mann zu mir und sagt: Sag, was
bedeutet das Jahr 1975? Bedeutet es dieses oder jenes oder noch irgend etwas
anderes?"
Zwischenfrage: So fragt doch kein vernünftiger Mensch! Oder überall die jungen Brüder
als Kritiker?
Auszugsweise wiedergegeben fuhr Bruder Franz fort zu sagen: Ihr werdet die Tabelle (auf
den Seiten 31-35 in dem Buch "Life everlasting - in Freedom of the Sons of God")
gesehen haben. Sie zeigt, daß 6000 Jahre menschlicher Geschichte im Jahre 1975, in
ungefähr neun Jahren, enden werden. Was bedeutet das? Bedeutet es, daß Gottes Ruhetag
4026 v. u. Z. begann? E s k ö n n t e s o g e w e s e n s e i n ! Das Buch "Life
everlasting" (Ewiges Leben) sagt nicht, daß es nicht so war. Das Buch gibt lediglich
die Chronologie an. Ihr könnt sie annehmen oder ablehnen !
Was ist nun mit dem Jahre 1975? Was wird es bedeuten, liebe Freunde?, fragte Bruder Franz.
Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber ist und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden ist?
Es könnte das bedeuten! Alle Dinge sind bei Gott möglich! Bedeutet es, daß Babylon die
Große bis 1975 beseitigt ist? Es könnte das bedeuten! Bedeutet das, daß der Angriff
Gogs von Magog auf Jehovas Zeugen stattfinden wird, um sie zu vernichten, und daß Gog
dann selbst außer Tätigkeit gesetzt wird? Es könnte das bedeuten ! Doch w i r s a g e n
d a s n i c h t ! Alle diese Dinge sind bei Gott möglich! Doch wir sagen das nicht ! Und
möge auch niemand von euch irgendwie bestimmt äußern und etwas sagen, was zwischen der
Gegenwart und dem Jahre 1975 vor sich gehen soll!"
(Der Wachtturm, 1. 1. 1967, S. 22, 23, Wiesbaden)
Hier ist der Beweis erbracht, den Zweigdiener Franke forderte!
Zweigdiener Franke hat im Widerspruch zu diesen Ausführungen des WTG-Vizepräsidenten F.
W. Franz, Brooklyn, gefordert, den Beweis anzutreten, daß zur Chronologie der 6000 Jahre
in der Literatur der Gesellschaft irgendwo geäußert worden sei, "es könnte
sein"!
Hier ist der Beweis: F. W. Franz sagte, es könnte so gewesen sein, daß 4026 v. u. Z. die
6000 Jahre begonnen haben. Und weil das so fragwürdig ist, sagte er sogar, ihr könnt die
Chronologie annehmen oder ablehnen ! Siehe WT-Zitat zuvor!
Damit hat sich Zweigdiener Franke in offenen Widerspruch zum "Wachtturm" als dem
"göttlichen Kanal" gesetzt, der sich nicht festlegen will. Die gesamte
Dienerschaft der Hamburger Versammlungen klatschte lang andauernd Beifall, als Zweigdiener
Franke die Brüder, die, behaupteten, es sei gesagt worden, "es könnte sein",
als Verfälscher des Sachverhalts verurteilte!
Wie soll nun alles weitergehen? Wie will man alles weiter erklären? K. 0.
Es gibt nur eine christliche Hoffnung in dieser Zeit
Herausforderung
"Wandelt der Berufung würdig, die an euch ergangen ist mit aller Demut und Sanftmut
und mit Geduld, als solche, die einander in Liebe ertragend und eifrig bemüht sind, die
Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens zu bewahren, e i n Leib und e i n Geist,
wie ihr ja auch in eurer Berufung zu e i n e r H o f f n u n g berufen seid, e i n Herr, e
i n Glaube, e i n e Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle
und in allen. Dies schrieb der Apostel Paulus an die Christen in Ephesus. (Epheser 4:1-6)
Es war aber auch nötig, diese Glaubensgrundsätze unerbittlich gegen Abweichungen die
nichts anderes als eine Verfälschung des Evangeliums Jesu Christi waren, zu verteidigen
So mußte Paulus an die Galater schreiben: "Ich mußte mich wundern, daß ihr euch so
schnell von dem abbringen laßt, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und euch
einem andersartigen Evangelium zuwendet, während es doch kein anderes Evangelium gibt,
nur daß gewisse Leute da sind, die euch verwirren und das Evangelium Christi verfälschen
möchten. Aber selbst, wenn wir oder ein Engel vom Himmel auch etwas anderes als
Evangelium verkünden außer dem, was wir euch verkündigt haben: der sei verflucht. Wie
ich es schon früher ausgesprochen habe, so wiederhole ich es jetzt noch einmal: Wenn
jemand, euch etwas: anderes als Evangelium verkündigt außer dem, was ihr von mir
empfangen habt, der sei verflucht!" (Galater 1:6-9)
Der Glaubenskampf um die Reinheit des christlichen Evangeliums im Sinne eines Geistes und
einer Hoffnung ist die Kardinalfrage überhaupt. Die Mahnungen an die Galater zeigen, daß
dieser Kampf mit aller Schärfe zu führen ist, da es um die grundsätzlichen Dinge des
christlichen Glaubens geht. Allem Anschein nach waren schon damals die Christen in ganz
Galatien/Türkei von der e i n e n rechten Hoffnung abgetrieben worden.
Ist es nun notwendig, heute, gestützt auf rechtes Forschen in der Heiligen Schrift,
erneut einen solchen Glaubenskampf zu führen? Gibt es Abweichungen, Verwirrungen und
Verfälschungen des christlichen Geistes und der christlichen Hoffnung in der WTG ähnlich
großen Ausmaßes wie damals? Gibt es irgend ein anderes Evangelium in den heutigen
Versammlungen der Zeugen Jehovas als das, was die Apostel Jesu Christi verkündet haben?
Auf diese Fragen muß man mit einem deutlichen Ja antworten Mit der Verfälschung der
einen Hoffnung und damit des christlichen Glaubens meinen wir die WT-Verkündigung einer
irdischen Hoffnung zu dieser Zeit. Wir lasen in Epheser 6:1-4, daß es für die Zeit der
christlichen Evangeliumsverkündigung und damit auch für die heutige Zeit nur e i n e n
Glauben, und e i n e Hoffnung gibt! Diese Hoffnung beschreibt Paulus mit den Worten:
"Unser Bürgertum dagegen ist, im Himmel". (Philipper 3:20) Damit grenzt sich
Paulus hart und entschieden ab von jeder irdischen Hoffnung für Christen! Er sagt:
"Folgt meinem Beispiel allesamt nach, liebe Bruder, und richtet euren Blick auf die,
welche ebenso wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn v i e l e wandeln - ich habe es
euch schon oft gesagt und wiederhole es jetzt sogar mit Tränen - als Feinde des Kreuzes
Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist ihr Bauch, und ihr Ruhm besteht in ihrer
Schande: Ihre Gedanken sind auf das I r d i s c h e gerichtet!" (Philipper 3:17-19)
Es ist eine erstaunliche Tatsache, wie sehr das Millionenheer der heutigen WTG-Anhänger
den vielen Christen gleicht, die Paulus hier verurteilt!
Bis auf rund 11 000 Überrestglieder hat die WTG die Gedanken aller Zeugen Jehovas auf das
Irdische gerichtet Da stimmt doch etwas nicht! Gilt das von Paulus verkündigte Evangelium
Jesu Christi für die WTG in der Hauptsache nicht mehr? Man kann die Sache drehen wie man
will, es bleibt dabei, die Gedanken der über 1 000 000 heutigen Zeugen Jehovas sind bis
auf die wenigen Überrestglieder auf das Irdische gerichtet! Es läßt sich da nichts
rechtfertigen, denn Paulus läßt keine Einschränkung und keinen Kompromiß gelten. Man
kann sogar sagen, die WTG hat für fast alle Zeugen Jehovas die meisten Bücher des Neuen
Testamentes der Bibel im Grunde genommen außer Kraft gesetzt, denn diese Bücher
widersprechen jeder irdischen Hoffnung in der Zeit der Evangeliumsverkündigung. Doch die
WTG betrachtet das für die Mehrheit der Zeugen Jehovas einfach nicht mehr als
verbindlich, und niemand von ihnen stößt sich daran!
Warum nicht? Ihr Gottesglauben hat völlig irdisches Sinnen und Trachten zum Inhalt. Sie
haben überhaupt kein Verständnis und inneres Verhältnis mehr zu der e i n e n und
einzigen christlichen Berufung und Hoffnung, zum "Kreuz Christi", um mit Paulus
zu sprechen. Die WTG hat es verstanden, sie bei ihren natürlichen, materiellen und
irdischen Interessen, Wünschen, Sehnsüchten, Verlangen und Sinnen zu packen und zu
binden. Das findet fast in jedem WT seinen Ausdruck. So beginnt z. B. der e r s t e
Artikel in WT. vom 1. 8. 1968 unter dem Thema: "Wird die Menschheit je auf einer
paradiesischen Erde leben?" mit einer sehr hübschen Aufreizung irdischen Verlangens:
"Siehst du im Geiste einen prächtigen Garten oder Park mit bunten Blumen, üppigen
Sträuchern und gutgepflegten Rasenflächen, mit Springbrunnen und stillen klaren Teichen.
Siehst du rauschende Wasserfälle, dahineilende Bäche und saftige Wiesen, von stattlichen
Bäumen gesäumt Atmest du die würzige Luft tiefer Wälder und hörst du den Gesang der
Vögel? Möchtest du nicht auch in einem solchen Paradies leben, frei von den Sorgen und
Gefahren des gegenwärtigen Systems der Dinge?"
Das wurde in einer Auflage von 5 250 000 Exemplaren verbreitet! An erster Stelle! Ist das
nicht eine völlige Abkehr fast der gesamten Organisation und Anhängerschaft der WTG von
der einen urchristlichen Hoffnung? Ist das überhaupt noch zu reparieren?
Es muß auch einmal darauf aufmerksam gemacht werden. was für eine simple
Paradiesvorstellung die WTG verbreitet. Die WTG klammert einfach alles aus, was etwas
ernüchtern könnte. Eine Vorstellung vom Paradies als schönen Garten oder Park ist eine
Illusion, heute, morgen und in Zukunft. Schon der Springbrunnen, der dort zur Freude sein
soll ist eine Frage von Wissenschaft und Technik, von Handwerk und Industrie, in diesen
Fall des Bergbaus und Hüttenwesens. Denn das Metall dafür muß doch erst beschafft und
bearbeitet werden. Man stelle sich vor, was für eine moderne Großindustrie dazu gehört,
auch nur die technische Installation eines einzigen Hauses herzustellen, das dann im
Paradies stehen soll. Oder sollen alle zur Einfachheit und Nacktheit von Adam und Eva
zurückkehren? Die paradiesischen Gartenvorstellungen sind darum eine einzige Gaukelei. So
etwas kann es niemals geben. Das würde bedeuten, Tausende von Jahren technische,
wissenschaftliche und industrielle Entwicklung und Errungenschaften zu mißachten. Aber es
ist nicht von ungefähr, daß die WTG die Hoffnung auf eine Gartenvorstellung lenkt.
Würde sie die wirkliche Problematik aufzeigen, dann würde man gar bald Verständnis für
die gegenwärtigen Fragen der Wissenschaft, Technik, Industrie und Forschung und damit
natürlich - für die sozialen Fragen. wecken. Das darf aber nicht sein. Wie gesagt, auch
hierüber sollte mancher nachdenken! Mit der urchristlichen einen Hoffnung allerdings hat
die heutige Massenverkündigung der WTG nichts gemein.
Eine abenteuerliche Geschichte
Paulus sagte, wer irgend von der einen urchristlichen Hoffnung abweicht und das Evangelium
verfälscht, gerät unter einen Fluch Gottes. Dementsprechend ist festzustellen, daß sich
Gott und Christus zu keiner einzigen Verkündigung der Verwirklichung der i r d i s c h e
n WTG-Hoffnung bekannt haben. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Verkündigung ist vom
Worte Gottes eindeutig verurteilt und damit verflucht. Wir wollen diese Verkündigung an
unserem geistigen Auge vorüberziehen lassen.
In "Schriftstudien" VI von 1904, S. 578, verkündigte die WTG die Verwirklichung
der irdischen Hoffnung für das Jahr 1915: "Wir halten dafür, daß die Erfüllung
von Matth. 24:21 im Jahre 1915 stattfinden und dann unter großer Drangsal die neue
Weltordnung geboren werden wird. Bei dieser Krisis werden der Handel, die Banken, die
Versicherungsgesellschaften, die Vermögenstitel alle zusammen von der Sturzflut
verschlungen. Dies wird einer der Hauptzüge der großen Drangsal sein." Als sich die
Verwirklichung der irdischen Hoffnung für das Jahr 1915 als Irrlehre erwiesen hatte,
verkündigte die WTG in der damals Aufsehen erregenden Broschüre "Millionen jetzt
lebender Menschen werden niemals sterben!" S. 103 f. ab 1920: "Wir haben
überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt zu Ende geht
und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht, und daß das Jahr
1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und der Beginn eines
Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird."
Als sich 1925 auch als Irrlehre erwiesen hatte, verkündigte WTG-Präsident Rutherford auf
der letzten Hauptversammlung vor dem. zweiten Weltkrieg 1938 in London laut Broschüre
"Schau den Tatsachen ins Auge", S. 50, WTG Bern 1938: "Jonadabe, die jetzt
ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu
warten bis der feurige Sturm Harmagedon vorüber ist und erst dann die ehelichen
Beziehungen aufzunehmen." Alle, die seither auf die irdische Hoffnung umorientiert
wurden, erhielten damals die Bezeichnung Jonadabe. Im Buch "Dein Name werde
geheiligt" S. 319, 329, Wiesbaden 1963 wird die erneute falsche irdische Hoffnung von
damals bestätigt.
Als der zweite Weltkrieg vorüber war und wieder keine neue irdische Ordnung begonnen
hatte, wurde im Frühjahr 1945 in Zürich/Schweiz ein "theokratischer Kongreß"
veranstaltet. Jetzt wurde über die Verwirklichung der irdischen Hoffnung laut Trost
(Erwachet) vom 1. Juni 1945, Nr. 545, S. 10 verkündigt:
"Es ist belanglos, ob man nun sagt bald oder nicht so bald. Selbst wenn die
Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es
wurde nicht gesagt, daß es wirklich so sein wird so muß doch das Evangelium mit aller
Kraft allen Nationen verkündigt werden."
Zehn Jahre vergingen. Zwanzig Jahre vergingen. Im Buche "Die Wahrheit wird euch
freimachen", S 152, wurde die Verwirklichung der irdischen Hoffnung inzwischen auf
das Jahr 1972 laut Zeitrechnung, festgesetzt. Die Kette der Katastrophen mit der
Verwirklichung. einer irdischen Hoffnung nähert sich nunmehr einem neuen gefährlichen
Höhepunkt. Ein neuer Zeitpunkt, des Beginns des irdischen Idylls wurde festgesetzt: 1975!
Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", S. 30, 1967. Das s e c h
s t e Endzeitfieber hat die Zeugen Jehovas gepackt.
Aber hat sich abgesehen von der biblischen Verneinung jeder anderen Hoffnung - das Kommen
einer solchen irdischen Idylle nicht hinreichend seit 1915 als unglaubwürdig erwiesen?
Die Schrift selbst soll das Urteil über die Geschichte der irdischen WTG-Hoffnung
sprechen:
"Woran sollen wir ein Wort erkennen, das der Herr nicht geredet hat? Wisse: Wenn das,
was ein Prophet im Namen des Herrn verkündet, nicht eintrifft, nicht in Erfüllung geht,
so ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es
ausgesprochen, du brauchst vor ihm nicht bange zu sein. Sollte sich aber ein Prophet
vermessen, in meinem Namen etwas zu verkündigen, was ich ihm nicht geboten habe, ein
solcher Prophet soll sterben." 5. Mose 18:20-22. Wie lange will die WTG noch ihre
vermessene irdische Hoffnung predigen? Wie lange wollen die Zeugen Jehovas das noch
glauben? Christen haben die strenge Weisung des Wortes Gottes, nicht über das
hinauszugehen, was geschrieben steht. 1. Kor. 4:6.
Konsequenzen
Leider sind die einfachen biblischen Wahrheiten über die e i n e christliche Hoffnung,
die keine andere zuläßt, für die WTG eine einzige Ketzerei und Häresie. Denn sie
rütteln an den Grundlagen. Laut Jahrbuch 1968 waren 1967 rund l 058 000 Verkünder
tätig. Zum Gedächtnismahl waren rund 2 195 000 Personen anwesend. An den Symbolen des
Brotes und Weines zur Bekundung der himmlischen Hoffnung nahmen aber nur 10 981 Personen
teil. Das sind etwa 1% der Verkündiger! Rund 99 % der Verkündiger, auf die die WTG sich
stützt, leben also von der falschen irdischen Hoffnung!
Stellt euch vor, die WTG wurde zu der einen und ausschließlichen urchristlichen Hoffnung
zurückkehren! Was wäre dann?
1968 hat Adam wieder einen Bart
Im WT-Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne
Gottes" l966/67 S. 48 hat man Adam auf einem Paradiesbild ohne Bart gelassen. Im
WT-Buch "Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt" 1968,S. 30 hat er wieder
einen. Offenbar wird im Hauptbüro in Brooklyn ein ständiger Kampf geführt zwischen
leitenden Brüdern um die Illustrationen in den WT-Schriften. Das Ergebnis sind die
kuriosen Bilder. Bekanntlich hielt sich Jesus als Jude korrekt an die mosaischen Gesetze,
um sie zu erfüllen. Nun galt es aber als eine Schande unter den Juden in biblischen
Zeiten, wenn man jemandem den Bart abschnitt. 2. Samuel 10:1-5. Jesus einigermaßen
korrekt darzustellen würde also erfordern, daß man ihn auf keinen Fall bartlos zeichnet,
wie WTG-Präsident Knorr es bis zur Veröffentlichung des Buches "Ewiges Leben in der
Freiheit der Söhne Gottes" bis 1967 angeordnet hat. Wie war es möglich, daß auf
diese Weise durch die Organisation selbst das Bild des Sohnes Gottes verfälscht wurde? Wo
der Geist Gottes Herrschaft ausübt, könnte es so etwas nicht geben.
Interessante Mitteilungen
Zur 1975-Berechnung der WTG
Bekanntlich hat die Wachtturmgesellschaft das Ende der 6000 Jahre, was sie als "Ende
der Welt" bezeichnet, schon mehrere Male vergeblich festgesetzt, 1914, 1925, 1972,
1975. Lies dazu unbedingt 5. Mose 18, Verse 18-20.
Der echte jüdische Kalender der Weltgeschichte dagegen bezeichnet das Jahr 1969, als das
Jahr 5730 der Weltgeschichte oder Menschheitsgeschichte. So feierten die die jüdischen
Gemeinden der DDR z. B. im September 1969 das Neujahrsfest des Jahres 5730. Das sind bis
zum Ende von 6000 Jahren noch 270 Jahre.
Sollte das Jehovas Zeugen nicht recht nachdenklich stimmen angesichts der Fehlberechnungen
der WTG?
Wachtturm-Missionare des Landes verwiesen warum?
Im Januar 1968 wurden vom Präsidenten des afrikanischen Staates Sambia, Dr. Kenneth D.
Kaunda, 36 Zeugen Jehovas, Wachtturm-Missionare, darunter acht Engländer, zwei Amerikaner
und ein Kanadier, des Landes verwiesen. Sie würden den sozial-politischen Interessen des
Landes schaden.
Jetzt ist im Union-Verlag Berlin, DDR, von Dr. Kaunda und dem Amerikaner James Baldwin
eine Broschüre erschienen mit dem Titel "Menschenwürde und Gerechtigkeit"
1969, Preis, 3,80 M. Es handelt sich um eine harte Anklage gegen die soziale
Gleichgültigkeit und Passivität vor allem der Christen in Europa und Nordamerika, die in
vollem Maße auch die WTG-Organisation trifft. Das Bitten der Farbigen um Rechte würde
bald durch "Schwarze Gewalt" abgelöst.
Wer die Ausweisung der Zeugen Jehovas aus Sambia verstehen will, muß diese Broschüre
gelesen haben.
Ein Beobachter der WTG in Westdeutschland über die CV-Wirkung
CV ist eine gute Informationsschrift. Die Zeugenführung schaut voll Sorgen auf das was
sich da so entwickelt und ist beunruhigt. Sie braucht nicht nur Märtyrer, sie braucht
auch den "bösen Kommunismus", der "aufrichtige arme" Christen
"verfolgt". (Wie soll sie sonst ihren Antikommunismus aufrechterhalten?) Da
liegt die Behandlung der Sache durch "Christliche Verantwortung" vollkommen
richtig Darum paßt den Zeugenführern "Christliche Verantwortung!" in erster
Linie nicht, und es paßt ihnen nicht, daß nicht 6000 Zeugen in Zuchthäusern sind. Die
Zeugenführung profitiert durch die Verhältnisse in der Bundesrepublik und kann keine
Selbstbesinnung (unter ihren Anhängern) gebrauchen.
A 7100/71 V 71 731
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