Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 3
Die dritte Ausgabe kommt auf den "Abwehrkampf" der WTG zu sprechen. Isolation von "Infizierten" und die Parole "alles ungelesen verbrennen" lautet deren Parole. In einer Gesellschaft wie der DDR, in der sich, durch die staatliche Gängelung, viele in unterschwelliger Opposition befanden, mag man einer solchen These eine gewisse Wirksamkeit nicht aberkennen. Wie ja auch für den säkularen DDR-Bürger, der Blick ins Westfernsehen, vieles ihm verklärt erscheinen ließ.
Erneut auf Frost und Franke eingehend, wird die sowjetische "Prawda" als Kronzeuge herangezogen, um mittels ihrer These von der "Kollaboration der Zeugenfunktionäre mit dem Naziregime" dies zu wiederholen. Bekanntlich wurde der diesbezügliche Sachverhalt, dann noch im Uraniabuch lang und breit ausgewalzt. Er ist aber im Ansatz schon in diesen frühen CV-Ausgaben enthalten.
CV Christliche Verantwortung
Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Nr. 3 Gera April 1966
In der nächsten Ausgabe:
Unter anderem:
Keine Irreführung ist ohne positive Mittel möglich. Die psychologischen Methoden der WTG
Wieviele Generationen sollen noch vergehen?
Glaubt die WTG an ihre göttliche Leitung?
"Theokratische Kriegslist"
Untergrund-Königreichsdienstschule
Ungesetzliche Geldtransaktionen
Was ist mit der "Guten Hoffnung"?
Sonderausgabe!
Liebe Brüder und Schwestern!
Für die Berichte aus den Thüringer Versammlungen sagen wir herzlichen Dank. Wir freuen uns sehr über die Entschlossenheit dieser Brüder. Wir kommen der Bitte um Veröffentlichung bzw. Antwort gern nach, damit die Gesellschaft nicht mehr alles unterdrücken kann. Es ist aber technisch und zeitlich nicht möglich, immer alles gleich zu beantworten. Wir bitten deshalb um Verständnis und Geduld.
Erfreulich ist, daß immer mehr Brüder und Schwestern erkennen und Mut fassen, uns ihre Bedrückungen und Erfahrungen mitzuteilen, so daß wir in der Lage sind, auf viele praktische Bedürfnisse einzugehen. Es ist selbstverständlich, daß wir hinsichtlich Namen und Orte jede gewünschte Diskretion wahren. Wir verstellen die Situation unserer Mitverbundenen.
Aus Dienerbesprechungen wird uns bekannt, daß unsere Schrift CHRISTLICHE VERANTWORTUNG, mehr als alles zuvor, die Gesellschaft (WTG) in Furcht und Bestürzung versetzt. Würde sie Micha 6:8 beachten, wäre dies bestimmt nicht der Fall, möchten wir antworten. Über das WTG-Spitzelsystem zur Abwehr unseres Wirkens bringen wir heute einen ausführlichen Bericht Wir fragen, warum sollen die Geschwister, die im täglichen Glaubenskampf wissen müssen, was los ist, unsere Schriften, die ihre Probleme offen behandeln, ungelesen verbrennen? Wo die WTG doch selbst eifert, jede dieser Schriften so schnell wie möglich zu erhalten! Die Brüder verstehen, daß etwas verschwiegen werden soll, und wollen Gewißheit haben. Viele warten darum schon auf CHRISTLICHE VERANTWORTUNG.
Es ist uns nicht neu, von der WTG als Verräter und Abtrünnige bezeichnet zu werden. Wir schauen dem ruhigen Gewissens ins Auge. Das Musterbild des Verräters ist Judas. Wer die Dinge sachlich betrachtet, erkennt, daß wir nichts Unbegründetes gegen die WTG vorbringen. Jesus hat keine Widersprüche und Irrtümer als göttliche Wahrheiten gepredigt, die er hernach verwerfen musste, so daß Judas Grund gehabt hätte, in Jesus einen falschen Propheten zu sehen und ihn zu verlassen. Aber auf die WTG trifft das zu. Aufklärung über ihre Irrwege kann darum niemals Verrat an der Wahrheit sein.
So sind nicht wir es, die Spaltungen in den Versammlungen verschulden, denn der "verkehrte Mensch richtet Hader an" (Spr. 16:28 Lu). Die Ursachen liefert somit die WTG selbst. "Versteckt sich Haß in Trug, seine Bosheit wird sich in der Versammlung enthüllen" (Spr. 26:26 Elbf). Ist es nicht Trug, ständig Irrtümer zu korrigieren und dabei zu behaupten, man-werde immer von Jehova geführt? So muß sich die Bosheit der WTG in den Versammlungen gegen uns enthüllen. Schon andere Gemeinschaften sind, trotzdem ihr Millionen aufrichtig folgten, auf falschem Wege gewesen. Keine Irreführung ist ohne positive Mittel möglich. (2. Kor.. 11:14). Einige Brüder unterbreiten uns Berichte über Probleme in der Ehe, wenn ein Partner gegenüber der WTG eine echte Beröerhaltung einzunehmen beginnt. (Apg. 17:11). Wir möchten hier mit Römer 12:9-17 ermuntern, unter allen Umständen großmütig und weitherzig zu sein und nie ein Gespräch in Heftigkeit ausarten zu lassen. Die Liebe ist auch hier von endloser Geduld, Güte und Freundlichkeit. Wir werden zu diesen Problemen noch ausführlicheren Rat erteilen.
Abschließend danken wir für jeden Rat und Hinweis bezüglich unserer Arbeit und ermuntern alle, mutig und entschlossen mit uns in christlicher Verantwortung wieder echte Christen nach Beröer Art zu werden.
Mit brüderlichen Grüßen nach Hebr. 13:1
Bruder Willy Müller, 65 Gera, Lutherstr. 16, und Mitarbeiter
Bruder Willy Ruhnau aus Danzig, wurde von der Gestapo umgebracht
Zweigdiener Franke war ein Handlanger
Im WTG-Geschichtsbuch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" (S. 280) besitzt die WTG die Stirn, die Feststellungen der sowjetischen Zeitung PRAWDA von 1959, daß die Organisatoren der WTG in Deutschland Kollaborateure der Faschisten sind, als Schmähungen, und Lügen hinzustellen. Wer es wagt, hinter die WTG-Verkündigung christlicher Tugenden zu blicken, um solche Dinge zu überprüfen, wird skrupellos zurückgewiesen: "Es mögen in der Organisation Dinge geschehen, die wir nicht verstehen. Die Diener mögen einer Handlungsweise folgen, die wir als unrichtig erachten. Deswegen Kritik zu üben, würde eine unvernünftige Haltung verraten" (WT 1. Juli 1957, S. 408). Die Verkündiger sind faktisch entrechtet.
Wenn wir die Dinge aber sachlich untersuchen, so tritt zutage, daß die christlichen Tugenden für die WT-Leitung nur ein Aushängeschild sind, hinter dem die Diener gewissenlosen religiösen und politischen Handlungsweisen folgen bzw. zu folgen haben, die nur in einer politischen Hinsicht konsequent sind: im Antikommunismus, wie der WT, 1. Jan. 1962, S. 20, selbst erklärt.
Daß die PRAWDA-Feststellungen mit dem Fall Erich Frost bestätigt sind, ist inzwischen weltbekannt (Der Spiegel, Hamburg, 19. 7. 61). Deswegen ist diese WTG-Säule gefallen (WT 15. 2. 62 Gileadbericht). Auch die WTG-Säule Zweigdiener Franke, Wiesbaden, war ein Kollaborateur der Faschisten, der Gestapo, wie schon in CV/2 im Fall Steinbach, Frankfurt/Main nachgewiesen wurde.
Aber Franke hat gewissermaßen auch Blut an dien Fingern. Laut Bericht des "Sicherheitsdienstes des Reichsführers der SS- (II 1133 S. A. 202 Oberabschnitt Südwest) übergab Franke am 9. September 1936 der Gestapo in Darmstadt eine genaue Personenbeschreibung des Verbindungsbruders zum WTG-Büro Bern, Willy Ruhnau, Danzig-Zoppot, Adolf-Hitler-Str. 809. "Rubau (Ruhnau) habe ich bei einer Zusammenkunft der BDL in Berlin kennengelernt. Er ist etwa 1,65 m groß, hagere Gestalt, schmales Gesicht, bartlos und trägt meines Wissens nach eine Brille. Er ist nach meiner Schätzung 35 Jahre alt". Zweigdiener Zürcher Bern/Schweiz, berichtet dazu in seiner Dokumentation "Kreuzzug gegen das Christentum", S. 197-203, (Europa-Verlag Zürich 1938), daß Ruhnau danach am 25. September 1936 von der Gestapo in Danzig verschleppt und umgebracht wurde. Die WTG hat diesen Fall sogar dem Völkerbundsrat (Generalsekretär Avenol) unterbreitet! Sicher hat Franke nie gedacht, daß sein Anteil an diesem Mordfall ans Tageslicht kommt. 1946 wurde er (nach dem WT) von Jehova zum Dienstleiter in Wiesbaden und 1955 zum Zweigdiener eingesetzt. Hat er Jehova getäuscht?
Somit sind die PRAWDA-Feststellungen von 1959 ein weiteres Mal als wahr erwiesen. Die sogenannte konsequente antifaschistische Haltung der WTG-Führer ist genauso eine politische Heuchelei wie die WTG-Petition 1957 an die Sowjetregierung, die WTG habe sich in keiner Weise irgendwie politisch betätigt (WT 15. 4. 1957, S. 253), dieweil der Kampf gegen Sozialismus und Kommunismus in Wirklichkeit schon seit 1897 geführt wird. Aber das ist noch nicht alles. Franke war auch ein eifriger Verfechter der politischen Kompromisse, die WTG-Präsident Rutherford und Vizepräsident N. H. Knorr (jetzt Präsident) 1934 mit der faschistischen Regierung in Berlin aushandelten. Darüber das nächste Mal.
Was soll man von der WTG-Leitung halten? Lasse sich niemand täuschen. Aufrichtigkeit, Nächstenliebe und christliche Tugenden lehren auch andere religiöse Gemeinschaften. Das alles kann mißbraucht werden. Aber eine Organisation wie die WTG-Führung, die mit dem Faschismus kollaborierte und heute scheinheilig Neutralität beteuert, um Deinen Glauben an Gott und die Bibel jetzt antikommunistisch zu mißbrauchen, ist kein Gotteswerk. Nach Psalm 119:158 und Römer 16.17 verdient eine solche Organisation weder Gehorsam noch Liebe, noch Treue, denn (Spr. 13:5 Me) "der Gerechte haßt Lug und Trug"!
Tragödie aus dem Leben eines VD -
Wie die WTG das Eheleben vieler ruiniert
EIN VD AUS THÜRINGEN BERICHTET UNS SEINE ERFAHRUNGEN - Tatsachenbericht
In meinem Urlaub lernte ich als junger Mensch eine Zeugin Jehovas kennen. Durch sie kam ich zum Glauben und wurde später Versammlungsdiener. Ich gab meinen Beruf, den ich sehr gern ausübte, auf und war bemüht, ein guter Zeuge zu werden. Ich studierte sehr eifrig, wurde bald getauft und war damals glücklich, den richtigen Glauben gefunden zu haben. Ich heiratete diese Zeugin, und wohnte mit bei der Schwiegermutter, welche ebenfalls ZJ war. Meine Frau sowie Schwiegermutter waren mehrere Jahre in Haft, wegen Verbotsübertretung.
Meine Ehe war eine kurze, jedoch desto qualvoller. Viel zu spät merkte ich, daß vieles nicht so im Leben ist, wie es in der Bibel steht. Gar zu bald merkte ich auch, daß die ZJ gar nicht nach der Bibel handeln. Die Bibel gebietet: Die Frau sei dem Manne untertan, jedoch ich wurde von meiner Frau und der Schwiegermutter regiert und wie ein Kind behandelt Dazu später mehr.
Ein verantwortlicher Bruder kam aus B. und setzte mich als Gruppendiener ein für die Gruppe Seinen Namen verschwieg er mir. Von da an nahm ich alle vier Wochen an den illegalen Besprechungen teil, an denen noch mehrere Gruppendiener aus anderen Orten teilnahmen. In diesen .Besprechungen bekamen wir von dem Bruder Instruktionen, Anweisungen und durchzuführende Aufträge. Ich selbst mußte jeden Monat einen Tätigkeitsbericht über ab meine Gruppe erstellen und gab diesen bei dem Kurier ab. Gleichzeitig wurde an ihn die "Gute Hoffnung" abgegeben. Er übergab mir Tagestexte und vervielfältigte Wachttürme sowie schriftliche Anweisungen.
Einiges zu den Anweisungen vom Bibelhaus. Die meisten laufen darauf hinaus, die Brüder und Schwestern von der gesellschaftlichen Arbeit abzubringen Deinen Artikel betreffs Wahl in Deiner CV 1 fand ich sehr gut. Weitere Anweisungen galten dem Pionierdienst. In letzter Zeit verstärken sich die Anweisungen in der Form, Kinder und Jugendliche zu gewinnen und sie im Widerspruch zu unserem Staat zu erziehen. Man geht so weit, das besagt eine Anweisung ganz deutlich, daß es in der Schule genügt, die drei Fächer Rechnen, Schreiben und Lesen zu beherrschen. l0 Klassenschule wird abgelehnt All das sind Fragen Hier sollte geholfen werden.
Meine Tätigkeit als Gruppendiener nahm ich sehr ernst und scheute keine Zeit. Als Dank dafür wurde ich von meiner Frau und Schwiegermutter wie ein Kuli behandelt, ja, ich wurde sogar geschlagen. Da kam ich immer mehr zu der Erkenntnis, so also sieht die Heiligkeit aus. Meine Frau, die jahrelang Gruppendiener war und sich nach außen als Heilige gab, zeigt sich mir gegenüber ganz anders. Das war zuviel für mich, ich zog aus und nahm mir ein Zimmer. Nach wenigen Wochen ging ich zurück mit dem ehrlichen Bemühen, die Ehe zu erhalten. Von meiner Frau erfuhr ich, daß man mir in der Zwischenzeit das Dienstamt genommen hat. Gleichzeitig erfuhr ich von meiner Frau, daß sie von dem verantwortlichen Bruder aus B. den Auftrag habe, mich ständig zu beobachten und zu bespitzeln. Sie mußte alle vier Wochen einen Bericht über mich abgeben. So sieht es aus, die eigene Frau mußte ihren Mann bespitzeln. Das war für mich zuviel. Ich sprach sehr ernst mit meiner Frau, bewarb mich um eine Wohnung um meine Frau von dem Einfluß ihrer Mutter abzubringen. Sie willigte auch ein. Als ich dann eine Wohnung bekam, hatte sie es sich anders überlegt und wollte nicht mit ausziehen, So faßte ich den Entschluß, die Scheidung zu beantragen.
Bei der Ehescheidung wäre es für mich etwas Leichtes gewesen, schuldlos geschieden zu werden. Ich, verzichtete auf Recht und brachte nichts bei dem Prozeß über die Organisation der ZJ vor. Dadurch entstanden für mich finanzielle Schwierigkeiten. Als ich dann den verantwortlichen Bruder aus B. aufsuchte und ihn bat, er möchte mir doch das von mir eingezahlte Geld (Gute Hoffnung) zurückgeben, zeigte sich der Bruder von einer Seite, die ich für ganz gemein halte. Er sagte zu mir: Was wollen S i e von mir, ich kenne Sie ja gar nicht, wenn Sie mir Geld gegeben haben, zeigen Sie mir doch eine Quittung. B. besaß sogar die Frechheit, mir gegenüber zu erwähnen, daß die Zeugen Jehovas doch verboten wären. Wenn ich alles erwartet hätte, daß Menschen, die soviele Personen betreuen so schlecht sind und mit Lügen umgehen, um einer Situation auszuweichen, so gab mir dieses Erlebnis den Rest.
Erst von dieser Zeit an begriff ich und verstand ich Deine Briefe und erkannte, daß unter dem Deckmantel der Religion ein schmutziges Geschäft getrieben wird. Ich erkläre mich bereit "
Dieser tragische Bericht steht als Beispiel für viele andere Z. J. . Er gibt uns eindeutig zu verstehen, das die WTG nicht zu einem glücklichen Leben beiträgt, sondern daß sie es systematisch zerstört und manche glückliche Gemeinschaft im Eheleben unterbindet.
Für diesen Bericht über eine Zeugenehe, welche sich So tragisch gestaltete durch Einwirkung und falsche Beratung verantwortlicher Diener, danken wir dem Bruder herzlich. Wir unterbreiteten den Bericht auf Wunsch des Betroffenen und bitten die Geschwister, sich auch zu diesem Fall zu äußern. Wir hoffen, damit zu ermutigen, immer mehr Berichte und Erfahrungen zur Information durch CV zu unterbreiten. Wir grüßen mit Spr. 16:17: "Die Bahn der Rechtschaffenen ist darauf gerichtet, sich vom Bösen fernzuhalten, wer auf seinen Wandel achtgibt, behütet sein Leben".
Die WTG im Fallstrick der Menschenfurcht
"Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird." Lukas 8:17
Ein weises Bibelwort wird immer seinen Platz behaupten, und sich als Wahrheit bestätigen. "Furcht ist nicht in der Liebe." Dieses eröffnet uns der Apostel Johannes in 1. Johannes 4:18. Mit anderen Worten könnte man sagen: Wo es an wahrer Liebe mangelt, wird auch die Furcht überhandnehmen.
Sollte es nicht nachdenklich stimmen, wenn selbst eine göttliche Organisation von Menschenfurcht befallen wird? Wovor haben die führenden Diener der Wachtturm-Gesellschaft Angst? Lassen wir Tatsachen sprechen.
Fast alle Zeugen in der DDR wissen: Seit langem bestehen Anweisungen durch das Bibelhaus an alle Glieder in der Organisation, diese Schriften ungelesen zu verbrennen. Warum? Handelt es sich wirklich um Lüge und Verleumdung, wie es die Gesellschaft immer wieder bezeichnet, dann wird wohl jeder geschulte Zeuge dies selbst beurteilen und entscheiden können. Warum ungelegen verbrennen? Schon diese Aufforderung zeugte von einem schlechten Gewissen, daß die WTG auf die Dauer nicht verbergen konnte. Die Maßnahmen, die sie gegen die Schriften einleitete, verrieten immer deutlicher ihre große Furcht. Sie fürchtete sich davor, daß von ihren Werken offenbar gemacht wird, daß sie nicht in Gott gewirkt sind. Joh. 3:20, 21. Diese Furcht, erkannt oder durchschaut zu werden, treibt sie ständig dazu an, mit eigentümlichen Methoden die Gesinnung ihrer Anhängerschaft zu überwachen.
Es gibt nun eine Anzahl Zeugen, in der DDR sind es etwa 1000 bis 1200, die sich nicht mehr den Anweisungen der Organisation bedingungslos unterordnen. Die meisten von ihnen haben aus der lieblosen Handlungsweise der Organisations-Leitung selbst viel gelernt. Ihre persönlichen Erfahrungen, ihre Enttäuschungen ließen sie kritischer und nachdenklicher werden. Sie verbrannten die Schriften nicht, obwohl die Leitung alles versucht hat, die Zeugen vom Lesen dieser Schriften abzubringen. Von sich aus hatte die WTG-Leitung keinen Überblick, welche Zeugen die Schriften verbrannten und welche dies nicht taten, Mit folgenden Maßnahmen setzte sie ein ungewöhnliches Spitzelsystem in Gang. Zuerst mußte durch, die Versammlungsdiener festgestellt werden, welche Brüder und Schwestern diese Schriften erhielten. Nach dieser Feststellung sollten die Diener mit diesen Brüdern und Schwestern vorsichtig Aussprachen führen. Es sollte bei den Aussprachen festgestellt werden, inwieweit diese Geschwister von diesem "G i f t" behaftet sind.
Bei allen, wo festgestellt wurde, daß sie die Argumente der Briefe vertraten, mußte folgendes geschehen: Diese Zeugen wurden sofort isoliert. Die Anweisung lautete hier, sehr geschickt vorzugehen, um kein Mißtrauen zu erwecken. Man sollte diesen sagen: Auf Grund der Gefahr wird die Tätigkeit vorläufig eingestellt. Jedoch mußten die Isolierten ständig im Auge behalten und mit ihnen eine Einzelbetreuung durchgeführt werden. Bei der Einzelbetreuung sollte man sie wieder auf die richtige Bahn bringen.
Es ist fast unglaublich, wieviele, die als aufrichtige, wahrheitsliebende Zeugen Gottes gelten, so lange die unaufrichtige Handlungsweise des Bibelhauses unterstützen konnten. Die Gesellschaft hat es nicht nur fertig gebracht, den Vater der Lügen nachzuahmen, sondern auch die Diener der Versammlungen mit hineinzuziehen, den Schafen Unwahrheiten vorzuheucheln. Etwas Besseres haben die Schafe gewiß verdient, als mit Lügen abgespeist zu werden. Können Lüge und Wahrheit Hand in Hand gehen? Das ist unmöglich! Die Schrift sagt dazu: "Die Lippen der Lüge sind Jehova ein Greuel, die aber, welche Wahrheit üben, sein Wohlgefallen". Sprüche. 12:22.
Wir fragen die Diener der Versammlungen: Wollt Ihr weiterhin dieses unehrliche Spiel mit den Schafen treiben? Prüft Euch selbst, ob Ihr Gott oder Menschen gefallen wollt! Wir fordern alle z
Zeugen Jehovas auf, besonders jene, die in Einzelbetreuung genommen wurden: Untersucht selbst, ob dieser Bericht auf Wahrheit beruht. Befragt Eure Versammlungs- oder Gruppendiener. Wenn sie ehrlich sind, werden sie Euch die Wahrheit nicht vorenthalten.
Warum versucht man immer wieder, mit klugen Worten die Herzen der Arglosen irrezuführen? Die Wahrheit wird sich doch stärker erweisen als alle Verleumdungen!
Bei vielen erhebt sich nun die Frage: Warum handelt die Leitung der WT-Organisation nicht aufrichtig? Warum hat sie es nötig, von den Versammlungsdienern schriftliche Berichte über die Gesinnung ihrer Anhänger zu fordern? Hat ihnen Gott statt der Liebe einen Geist der Furchtsamkeit verliehen Oder ist sie gleich einem Manne, der die Worte Gottes hört und nicht tut? Matth. 7:26, 27; Luk. 6:47-49. Hat sie auf Sand gebaut und sieht die Fundamente ihres mächtigen, einflußreichen Glaubensgebäudes nun wanken? Tatsächlich wird niemand ihren Sturz aufhalten können. Ja, der Fall der WTG wird groß sein, da auch ihre Überheblichkeit keine Grenzen kennt. Hoffart geht dem Sturze, und Hochmut dem Falle voraus." Spr. 16:18.
Eine unsaubere Organisation
Jeder Zeuge Jehovas kennt den Ausspruch: "Dein Wort ist Wahrheit!" Joh. 17.-17. Oft genug hat ihn die WTG zitiert. Warum aber besitzt das Wort der Wahrheit nicht in jeder Beziehung Gültigkeit für die führenden Diener der WTG? Es hat sich längst erwiesen, daß diese nicht nach den Worten der Schrift handeln, die sie selbst lehren. Lassen wir einige Beweise sprechen.
Es gab Glieder der urchristlichen Gemeinde, die schwerwiegenden Irrtum nicht nur glaubten, sondern sogar lehrten. Sie sagten, es gäbe keine Auferstehung. 1. Kor. 15:12. Es scheint dem Apostel Paulus nie in den Sinn gekommen zu sein, diese Leute auszuschließen, obgleich er nicht einen Augenblick zögerte, den unsittlichen Menschen hinauszutun. 1. Kor. 5:9-13.
Wie ist die Haltung der WTG in dieser Frage? Die Tatsachen zeigen deutlich, daß die Gesellschaft diese biblischen Grundsätze verdreht und ihnen entgegengesetzt handelt. Wie der jüngste Fall in der Versammlung Jena beweist, wird dein Unsittlichen die Gemeinschaft nicht entzogen, jedoch ergreift sie allerschärfste Maßnahmen gegen jeden Zeugen, der ihre Lehren und ihre Autorität anzuzweifeln beginnt. Die WTG duldet es großzügig wenn führende Diener Hurer, Habsüchtige, Trunkenbolde oder Räuber sind, ist, aber äußerst unduldsam gegen jeden, der ihre Auffassung nicht teilt. Welch ein Widerspruch zur Schrift!
Die Aufseher sollen untadelig und Vorbilder der Herde sein. Tit. 1:7. Wie kann, man noch von Reinheit der Organisation reden, wenn gemeinste Art von Hurerei bei Versammlungsdienern geduldet wird? Kein Wunder, daß die Brüder über ihre Hirten empört sind. Das Ergebnis sind Spaltungen in den Versammlungen, wozu die Worte des Paulus Bedeutung haben: "Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, auf daß die Bewährten unter euch offenbar werden." 1. Kor. 11:19.
Die Schrift fordert, keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis zu haben vielmehr diese bloszustellen und aufzudecken. Eph. 5:3-12. Welchen Grund sollten wohl die zuständigen Brüder noch haben, zu den Vorkommnissen in J. weiterhin zu schweigen??
Viele werden sagen: Wir wissen von Fällen des Ausschlusses bei Hurerei. Gewiß, das stimmt. Aber warum entscheidet die Gesellschaft nicht in jedem Falle gleich?? Ganz einfach: Sie entscheidet nach Gunst, sieht die Person an. Aber gerade das verurteilt die Schrift. 1. Tim. 5;20, 21; Jak. 2:1, 8, 9. - Der Organisationsleitung ist es nicht so wichtig, ob jemand den biblischen Geboten gemäß handelt, vielmehr aber, daß er den Anweisungen der Gesellschaft gehorcht. Unterstützt nun jemand eifrig die oft unbiblischen Maßnahmen der Organisation, dann wird er in jedem Falle von der Gesellschaft gedeckt.
Eine Frage an alle Brüder, welche dieses lesen: Kann man solche Parteilichkeiten noch gutheißen?? - Tatsächlich bewahrheitet sich auch folgender Bibeltext an der Wachtturm-Gesellschaft: "Sie geben vor, Gott zu kennen, aber in ihren Werken verleugnen sie ihn." Titus 1:16.
Sie haben sich Schätze gesammelt
Ein anderes Problem, daß viele Brüder beschäftigt, ist die Frage: Was geschieht mit der "Guten Hoffnung"? Mit Recht fordern sie von der WTG Aufklärung, denn es ist ja ihr gespendetes Geld. Ein Bruder schreibt dazu folgendes: "Wenn man der Annahme war, daß nach Schließung der Grenze in Berlin die "Gute Hoffnung" hinfällig ist, so hat man sich geirrt. Genausoviel wie früher, ja noch mehr wird heute gesammelt. Bei den einzelnen Mitgliedern tauchen solche Fragen auf: Was geschieht mit dem Geld? Es darf doch kein Geld an Bedürftige ausgegeben werden. Alles Geld muß abgegeben werden, wohin kommt das Geld? Allen Mitgliedern ist bekannt, das seit dem 13. 8. 1961 keine Möglichkeit mehr vorhanden ist, daß das Geld, zum Bibelhaus kommt "
Hat die WTG darauf keine Antwort an ihre Glaubensbrüder? Mancher von den Brüdern hat sich schon Gedanken gemacht, daß die WTG niemals Rechenschaft darüber, ablegt, wieviel Geld gesammelt wird und zu welchen Zwecken es Verwendung findet. Aber sie weiß wohl, warum sie dazu schweigt. Denn würde einmal bekannt werden, wieviel Geld allein monatlich zusammenkommt, es würde sich mancher darüber wundern, daß sie niemals eine offene Hand für die Armen hat. Mancher Versammlungsdiener glaubte von sich aus richtig zu handeln, wenn er von dem reichlich vorhandenen Geld den Bedürftigen in der Versammlung etwas spendete. Kam dies aber vor die Ohren der Diener des Bibelhauses, dann mußte er noch einen Verweis einstecken. Nur eine kaltherzige, unbarmherzige Organisationsleitung bringt es zu der Äußerung: Wir sind kein Wohltätigkeitsverein, keine Unterstützungsorganisation!!
Ein Vergleich zwischen der urchristlichen Gemeinde und der heutigen WTG zeigt auch hierin so starke Gegensätze auf, daß sich mancher verwundert fragt, was an dieser Organisation noch göttlich oder christlich ist. - In welcher Armut haben oft die Apostel des 1. Jahrhunderts gelebt. Auch Jesus, der so arm war, daß er nicht wußte, wo er sein Haupt hinlegen sollte, hat so gar keine Ähnlichkeit mit der reichen WTG. 2. Kor. 8:9. Ihre führenden Diener können sich jeden Luxus leisten. Sie bauen sich mächtige Gebäude mit modernsten Anlagen und Einrichtungen. Andere haben sie für sich arbeiten lassen und ihnen den Lohn vorenthalten. Daher sind sie groß und reich geworden. Was wird ihnen aber ihr Reichtum nutzen? Er wird sie nicht erretten können am Tage des Zornes Jehovas. Hes. 7:19.
Sollte sich nicht auch Jakobus 5:1-6 an diesen erfüllen? Die WTG hat es noch niemals interessiert, wovon der einzelne kleine Verkündiger lebt. Aber dafür um so mehr, daß er nicht versäumt, regelmäßig seinen finanziellen Beitrag zu leisten. Sie versteht es dabei ausgezeichnet, zur Bekräftigung ihrer Forderung entsprechende Bibeltexte heranzuziehen Es handelt sich um Berichte über Sammlungen in der Gemeinde. Wohlweislich haben die Schreiber des Wachtturms es stets umgangen, darauf hinzuweisen, daß solche Sammlungen einzig und allein zur Unterstützung der Armen und Bedürftigen dienten. Rö. 15:26; 1. Kor. 16:1-3; 2. Kor. 9:12, 13. Aber das wollte sie unter keinen Umständen erreichen, wie es ja auch die Tatsachen bestätigen. Was kümmert sie die Bedürfnisse ihrer Anhänger. Arbeiten sollen sie für die WTG, die sensationelle Botschaft vom bereits aufgerichteten Königreich Gottes verkündigen. In den westlichen Ländern zu dem Zwecke, mit dem Verbreiten der Schriften die geschäftlichen Interessen zu unterstützen. Hier, um Verfolgung und Drangsale zu fördern und damit die Erfüllung eines Teiles der Prophezeiung willkürlich herbeizuführen. Wie viele Brüder bei dem aufopferungsvollen Dienst ihre Gesundheit, ihre Freizeit und oft all ihren Besitz verloren haben, hat die Leitung der WTG noch nie bewegt. Ganz zu schweigen von den persönlichen und familiären Schwierigkeiten und den Gewissensnöten, in die viele Zeugen durch die Anweisungen der Gesellschaft gebracht wurden.
Im tatsächlichen Leben der Zeugen sieht vieles ganz anders aus, als es der Wachtturm lehrt. Durch den Dienst für die Organisation neben der beruflichen Tätigkeit wird der Haushalt und die Familie oft vernachlässigt. Die persönlichen Bedürfnisse stehen im Hintergrund. Diesen dauernden Belastungen sind die meisten nicht gewachsen. Es kommt zu Reibereien, Entzweiungen, ja oft zu vollständigen Zerwürfnissen in den Ehen. Hier hat die WTG keine Lösung zur Hand. Der Dienst für die WTG ist die Hauptsache. Wieviel Familien darunter leiden, ist nicht ihre Sache. Mancher trägt dabei still sein schweres Los. Nur wenige wagen es, ihre Zweifel zu äußern und die WTG wegen ihrer Nöte zu kritisieren Wer würde sie auch verstehen können?
Wir aber fordern alle Brüder auf, ein offenes Wort in Euren Angelegenheiten, in Euren Problemen nicht zu scheuen. Erleichtert Euer Herz. Wir haben Verständnis für Eure Lage, da auch wir einst mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Wir wissen auch, warum Ihr so lange geschwiegen habt und noch schweigt. Euer ganzes Leben ist ja mit dieser Organisation verbunden, all Euer Hoffen und Wünschen Alles habt Ihr im Glauben hingegeben. Aber Euer Vertrauen und Glaube und Euer guter Wille gegenüber Gott, dem Allmächtigen, ist von dieser Organisation für die Interessen ihrer Geschäfte mißbraucht worden. Im Laufe der Jahre ist das Leben und Lehren der WTG tief mit den einzelnen verwachsen. Daher ist es auch so schwer, diesen harten Tatsachen ins Auge zu schauen und sich selbst den Irrtum einzugestehen. Was aber die meisten Brüder hindert, ihre Stimme zu erheben, das ist die Furcht, das ewige Leben zu verlieren. Damit droht die WTG all denen, die ihre Botschaft nicht hören wollen, aber noch mehr denen, die sich von ihrer Diktatur freimachen. Alle Vernichtungsurteile, die in der Bibel über Ungehorsame und Aufrührer ausgesprochen werden, bietet die WTG auf, um jedem Widerspruch vorzubeugen, und um ihren Anhängern die abtrünnig gewordenen als abschreckendes Beispiel hinzustellen. Solche Abtrünnigen werden zu den schlimmsten und gefährlichsten Feinden erklärt. Daher ist es für den einzelnen schwer, sich von der WTG freizumachen, weil sie ihre Verachtung und ihr Urteil der Vernichtung fürchten. Doch wir fragen: Wer ist Richter über Euch und Euer Leben? Nicht Gott?! Jak. 4:12; Rö. 14:10. Die WTG besitzt keine Vollmacht, um über das Leben anderer zu entscheiden. Wenn sie es trotzdem bisher getan hat, so hat sie sich dieses Recht selbst angemaßt In Wirklichkeit besitzen die Urteilssprüche der WTG keine Kraft. - Sobald jemand die Ketten der Wachtturm-Sklaverei abwirft, beginnt er mit anderen Augen zu sehen. Wie kann auch eine Organisation, die das größte Gebot, das der Liebe, mit Füßen tritt, der Kanal Gottes oder sein Vertreter sein! Rö. 13: 8-10. Laßt uns nicht ihr Beispiel nachahmen! Jakobus 2.13.
"Darum, so spricht der Herr, Jehova, zu ihnen: Siehe, ich bin da, und ich werde richten zwischen fettem Schaf und magerem Schaf. Weil ihr all die Schwachen mit Seite und Schulter verdränget und mit eurem Hörnern stoßet, bis ihr sie nach außen hin zerstreut habt, so will ich meine Schafe retten, damit sie nicht mehr zur Beute seien; und ich werde richten zwischen Schaf und Schaf." - Hes. 34: 20-22 (Elbf. B.).
An die Brüder einer Thüringer VS in Jena
Liebe Bruder, Ihr stelltet die Frage: Die Schafe sind die Betrogenen, wie lange soll dies verwerfliche Spiel noch weitergehen Dazu möchten wir Euch folgendes unterbreiten, was zur Klärung beitragen wird.
Als der Krieg 1945 beendet war und die KZ geöffnet wurden, zeigte. es sich, daß man in, Buchenwald und Sachsenhausen bereits eine Leitung gebildet hatte, welche nun bemüht war, das Werk in Deutschland fortzusetzen. Der frühere Leiter Balzereit war ausgeschlossen worden und kam nicht mehr in Frage. Die Gründe sind nie veröffentlicht worden, sondern gingen nur als Gerüchte um. Es liefen aber nun zwei Leitungen nebeneinander. Eine mußte weichen. Es gelang den Brüdern aus Sachsenhausen unter Erich Frost, sich gegen die Schwächeren aus Buchenwald durchzusetzen. Die Sachsenhausener setzten sich nun zusammen und berieten über die Neugründung, Statuten usw. So konnte am 9. September 1945 bereits das Gründungsprotokoll verfasst werden. Eingesetzt wurden 7 Brüder, jedoch nicht von Gott, wie es die WTG wahrhaben will. Die Brüder setzten sich selber ein. Ihr Leiter Erich Frost war sogar ein Gestapohandlanger Die Namen der 7 Brüder waren: Otto Dathe, Leipzig N 24, Bergerstr. 6 - Erich Frost, Leipzig 0 27, Weißerstr. 15 - Johannes Schindler, Magdeburg, 0.-v.-Guericke-Str. 50 Wilhelm Schumann, Magdeburg, Ulmenweg 20, Erwin Schwafert, Magdeburg, Meyendorfer Weg 34 - Ernst Seliger, Magdeburg, Olvenstedter Chaussee 67, Ernst Wauer, Magdeburg, Olvenstedter Chaussee 67. Jeder von den sieben war verpflichtet, 500 RM als Gründungskapital einzuzahlen.
In dem geheimgehaltenen Gründungsprotokoll heißt es: "Wir erkennen eine weitere Verpflichtung dahingehend, Personen, die früher der Vereinigung angehört haben, die aber in der Zeit der Verfolgung der Hitlerdiktatur und ihrer Gestapo-Agenten offensichtlich versagt, ihren Glauben verleugnet, die Vereinigung und ihre Mitarbeiter verraten oder bekämpft oder sich dazu bereit erklärt haben oder die sonstwie ihren statutenmäßigen Pflichten der Vereinigung gegenüber verstoßen und sich dadurch zu Werkzeugen der Nazis gemacht haben, aus unseren Reihen zu entfernen und fernzuhalten Deswegen ersetzen wir einige frühere Mitglieder durch solche freiwilligen und langjährigen Mitarbeiter der Vereinigung (§ 4,4 und § 5,4 der Satzung), die ausnahmslos ihre Treue und Beständigkeit dadurch unter Beweis gestellt haben, daß sie selbst viele Jahre in Gefängnissen und Konzentrationslagern ausharrten oder zum Tode verurteilt waren, und nur durch den Zusammenbruch der Naziherrschaft frei geworden sind "
Liebe Brüder, beachtet zu diesen Bestimmungen den Fall Frost, der das Protokoll eigenhändig unterschrieben hat und inzwischen als Gestapowerkzeug entlarvt wurde. Kennt Ihr das Gründungsprotokoll? Wahrscheinlich nicht. Kennt Ihr die Satzungen? Auch nicht. Weil Ihr das nicht zu wissen braucht. Ihr könntet den Betrug der WTG dann erkennen, Gott setze die Leitung ein.
Die Leitung in Magdeburg blieb mit Lehren und Anweisungen von 1945 bis 1947 in tragbaren Grenzen. Man kam den Verordnungen bezüglich gottesdienstlicher Belange immer nach. Es gab da keinerlei Störungen und Schwierigkeiten
Ein Beispiel sei erwähnt. Als 1946 der 1. Kongreß in den halbzerstörten Magdeburger Markthallen stattfand, waren der Kommandant der sowjetischen Besatzungsbehörde und der Magdeburger Oberbürgermeister anwesend. Sie sprachen sich lobend über die Zeugen aus, und es wurde angeordnet, zu Ehren der in den KZ umgekommenen Zeugen die Straße am Bibelhaus in Magdeburg in Wachtturmstraße umzubenennen, was von allen Zeugen mit großem Beifall aufgenommen wurde, Frost dankte im Namen aller im Schlußwort. Damit sei gesagt, daß bis l947 alles sehr friedlich verlief Wer dabei war, wird es bestätigen.
1947 wurde es anders. Das Einvernehmen mit den Behörden wurde gestört durch Anordnungen und Artikel in Erwachet, und WT, welche eine antikommunistische Tendenz verfolgten Beweis: Die Schriften seit 1947. Diese Weisungen kamen aus Brooklyn, New York, USA. Als Beweis diene der Brief von Erich Frost vom 24. 12. 1947 an ausgewählte Brüder, welche sich für geheimen Nachrichtendienst bereit erklären sollten. Es wurde verlangt: Beiträge aus Politik, Religion, Handel, Geographie, politische Aufstände, Wahlen, religiöse Störungen, Verwirrungen, Auseinandersetzungen, Revolutionen, Katastrophen, Flugzeuge, Fliegerei, Landschaften usw., kurz alles, was für einen Spionagedienst von Interesse ist. Betont wurde besonders: Brooklyn hat großes Interesse an Vorgängen und Berichten aus Deutschland.
Liebe Brüder, bedarf es da noch weiterer Beweise, daß man damit einen großangelegten Spionagedienst innerhalb der Organisation aufgebaut hat? Im Wachtturm vom 15. Februar 1948, S. 60 (Reisebericht von Knorr), wurde hierzu erklärt, darf all diese Informationen und Nachrichten aus Deutschland über den amerikanischen Militärnachrichtendienst, d. h. über den amerikanischen Geheimdienst, an das Bethel Brooklyn übermittelt wurden. Erich Frost führte diese Aufträge bedenkenlos durch, auch wenn hunderte Brüder dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurden. Das sind die Hirten der Herde. Das damit ein großangelegter Kampf gegen die sozialistischen Staaten begann, ist nicht von der Hand zu weisen. Deshalb erfolgte 1950 das Verbot der WTG. Die Folgen kennen die meisten von Euch.
Wo aber war die Leitung, die 1945 verantwortlich das Gründungsprotokoll unterzeichnete? Sie hatten Magdeburg noch vor dem Verbot verlassen, weil sie genau wußten, daß auf Grund ihrer Machenschaften und Herausforderungen ein Verbot kommen müsste. Man wünschte es sogar, denn man benötigte wieder Märtyrer für Propagandazwecke. Die Oberhirten waren ja in Westberlin und Wiesbaden in Sicherheit. Die zurückgelassenen Brüder konnten ja sehen, wie sie mit der Sache fertig würden.
Daß man mit dem Verbot rechnete, geht aus folgendem hervor: Großmann als Dienstleiter des Bibelhauses in Magdeburg war seit 1949 beauftragt, in der DDR eine Untergrundorganisation zu schaffen, um unterirdisch weiterarbeiten zu können, wenn das Verbot komme. Man steigerte die politischen Angriffe in Erwachet immer mehr, auch der WT blieb nicht ausgenommen, während die geheime Nachrichtentätigkeit über die Organisation lief. Man hatte 1950 alle Hände voll zu tun, alles umzuorganisieren. Großmann war immer unterwegs. Dies blieb den Behörden, nicht unbekannt, und so wurde Großmann noch vor dem Verbot als erster Hauptverantwortlicher verhaftet. Die WTG stellte sich unwissend, man wisse nicht, warum Großmann verhaftet sei, ja, man wisse nicht einmal, ob er überhaupt verhaftet sei. So eine Heuchelei. Man wußte es sehr gut und hatte nun große Eile, schnell in Sicherheit zu kommen. Dies gelang ihnen auch. Nun konnten sie vom Ort der Sicherheit aus die Brüder hier mit weiteren Hetzartikeln und Anweisungen in Gefahr bringen, sie litten ja für Jehova. Größere Heuchelei und größeren Verrat kann es wohl kaum geben Man schändet den Namen Jehovas und hält die Brüder systematisch in Unwissenheit darüber, daß sie keineswegs für ihren Glauben leiden. Diese verlogene Darstellung wird immer mehr verstärkt, um die Verrätereien und Irreführungen nicht offenbar werden zu lassen. Darüber wird noch mehr zu sagen sein!
Liebe Brüder in J., könnt Ihr Euch die Frage nun beantworten, wie lange dieses verwerfliche Spiel weitergehen soll? So lange, liebe Brüder, bis alle Brüder und Schwestern die Machenschaften der WTG-Leitung erkennen. Könnt Ihr von Euren leitenden Brüdem etwas anderes verlangen, wenn es ihnen die Oberhirten so vorleben? Wenn sie dazu auffordern, die Schafe sich selbst zu überlassen, weil sie, es selbst so getan haben und dabei gut gefahren sind? Was aus Euch wird, ist ihnen vorläufig gleichgültig, erst wenn sie Euch wieder brauchen, dann wird man schon Worte finden, Euch zu bewegen, wieder, ihren Aufforderungen zu folgen. Deshalb seid stets wachsam, laßt Euch nicht betören. Überdenkt alles, prüft alles gut! Seid nüchtern! 1. Petr. 5:6. Wir sind gern bereit zu helfen, haben wir doch zum Teil alles selbst erlebt. Die Gnade des Herrn sei mit Euch.
Aus eingegangenen Briefen
Die Lieblosigkeit der WTG-Leitung im besonderen:
Habe Deine herausgegebene Zeitschrift Christliche Verantwortung gelesen. Ich las sie mehrmals und fand dabei eine große Erleichterung Nun zu Deiner Schrift: Noch vor Monaten verwarf ich sie und fand es schmutzig, so etwas zu schreiben. Heute sage ich Dir reinen Herzens, es ist alles wahr, was Du schreibst. Was hat die Gesellschaft alles über die Dinge gesagt, die Du anführst, z. B. FROST, das sei Lüge, das sei Verleumdung usw. Nach drei Jahren zieht die Gesellschaft Frost zurück - wir stellten fest, also hat Müller doch die Wahrheit gesagt. Ich bin überzeugt, daß auch mit Konrad Franke etwas nicht stimmt. Die Gesellschaft sagt, Du seist ein Abtrünniger, ein Verräter, und gab die Anweisung heraus, Deine Schriften zu verbrennen. Wenn man aber alles untersucht und überdenkt, muß man sagen: Das, was Du schreibst, ist die Wahrheit. Verrat haben Frost und Franke geübt, Mißbrauch treibt die Gesellschaft. Mit der Anweisung der Gesellschaft, alle Deine Briefe zu verbrennen, sieht es in der Praxis wie folgt aus: Einige verbrennen Deine Briefe ungeöffnet - das sind jedoch nur wenige. Alle anderen Brüder lesen diese Schriften und lernen daraus. Immer mehr erkennen, genau wie ich, daß mit der Gesellschaft etwas nicht in Ordnung ist.
Es ist nun sehr schwer, solche Bekenntnisse einzugestehen. jahrelang gehorchten wir bedingungslos der Gesellschaft, und der Glaube an das ewige Leben ist tief eingewurzelt. An diesen Punkt klammern sich viele
Kritik und Ratschläge:
Deine Schrift wird teilweise auch deshalb nicht als direkte Hilfe betrachtet, weil Du noch ungenügend auf praktische Probleme des Lebens eingehst;, mit denen sich die Brüder und Schwestern täglich beschäftigen. Hier gibt es auf ganz persönlicher Ebene so viele Widersprüche zu den Weisungen der Gesellschaft und unserem tatsächlichen Leben Ich bin überzeugt, daß Deine Schriften wirkungsvoller würde, wenn Du praktischer aus dem Leben schreibst. Die WTG fürchtet Deine Briefe und hat ein ganzes Spitzelsystem geschaffen, um zu erforschen, wie weit die Brüder mit Deinen Gedanken behaftet sind. So weit geht die Gesellschaft
Mit diesen Vorkommnissen, welche Hurerei, Unterschlagungen und andere Probleme anbelangen, haben wir uns an leitende Brüder - auch an das Bibelhaus - gewandt, jedoch bisher ohne Erfolg. Vielleicht kannst Du uns etwas helfen und etwas dazu sagen. Damit die Gesellschaft nicht alles unterdrücken und verschweigen kann. Wenn Du auch einmal diese Probleme in Deinen Schriften bringst, werden die Brüder Dir ihre Herzen ganz öffnen, und das Bibelhaus wird vor dem Sturm der Wahrheit erzittern
Auch Dir, lieber Bruder, wollen wir gern helfen im Rahmen des Möglichen. In CV 2 ist bereits kurz dazu berichtet und wir bitten, alle weiteren Ausgaben zu diesen Fragen zu beachten. Wir unterbreiten auch diesen Hilferuf den Brüdern und Schwestern und bitten um Eure Mithilfe.
Nachwort
Liebe Brüder! Wir haben uns zu dieser Sonderausgabe entschlossen, um vorerst einen Teil der zugesandten Briefe zu beantworten. In den nächsten Ausgaben werden weitere Veröffentlichungen und Antworten folgen. Wir freuen uns, daß CV so guten Anklang gefunden hat, und freuen uns über Eure Mitarbeit und Ratschläge. Es ist aber unmöglich, in einer Ausgabe alles zu erledigen. Habt bitte Geduld, vergessen werdet Ihr nicht. Bedenkt bitte auch, daß bis zum Erscheinen mancherlei Schwierigkeiten überwunden werden müssen und dadurch auch für uns unliebsame Verzögerungen entstehen. Ihr wißt jedoch selbst. Ohne Fleiß - kein Preis.
Zu den eingesandten Briefen möchten Wir folgendes ergänzen: Nach den internen Anweisungen der WTG-Leitung gibt es dem Namen nach keine VD oder Gr. D. mehr. Selbige Namen der Dienstämter wurden umbenannt zur Tarnung. Eine Zeit lang hieß der VD: Bruder 1 und der HVD: Bruder 2. Da dies aber nicht "geheim" blieb, wurden sie abermals umbenannt Der Bruder 1 heißt jetzt "EINER" der Bruder 2 usw. jetzt "DIE ANDEREN". Ihr seht daraus, daß man immer bemüht ist, die Diener in den Gruppen und nach außen nicht bekannt werden zu lassen. Das Geheimnis bleibt aber immer nur kurze Zeit "geheim", und eine neue Umbenennung muß erfolgen, der Lauf beginnt wieder von neuem. War Euch Verkündigern dies bekannt? Weshalb man das tut, fragt Ihr? Wer es sich nicht beantworten kann, der schreibe CV an, oder befrage "Einer", wenn Du ihn kennst, er weiß es bestimmt.
Nochmals Dank allen, die uns geschrieben haben, und vielen Dank allen, welche Spenden gaben zur Förderung von CV. Wir bitten um weitere Mithilfe und Geduld.
Die noch nicht erschienenen Artikel, welche angekündigt waren, erscheinen in späteren Ausgaben.
Wir grüßen Euch mit Römer 12:9 und 13:10.
A 2031/66 V 18 6