Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben:
CV 28
Das Jahr 1967 ist in die Geschichte der Zeugen Jehovas eingegangen, durch die erstmalige Propagierung des 1975-Datums, als neuem ideellen Anreiz. Offenbar hatte die WTG einen solchen nötig, wie zum Beispiel ihre Klage im "Wachtturm" vom 1. 6. 1967 verrät:
"In den letzten fünf Jahren ließen sich 323 986 neue Königreichsverkündiger taufen . . . In der gleichen Zeit stieg die Durchschnittszahl der Verkündiger jedoch nur um 174 088. Was geschah mit den anderen 149 898?? Wenn durch Tod jährlich ca 1 Prozent ausscheiden, bleiben noch immer 100 000 Ausgeschiedene."
Zum x-ten Mal wird auch in dieser CV-Ausgabe das leidige Thema Geldtransfer nach dem Westen hochgekocht. Es wird unterstellt, dass habe erst nach 1954 so begonnen. Was die Jahre davor demzufolge in der Geldangelegenheit gewesen sein soll, darüber bleibt der entsprechende Artikel eine plausible Erklärung schuldig.
Es wird ausgeführt: "Um also in der DDR verkündigen zu können, muß man Geld nach Westdeutschland schmuggeln? Da stimmt doch etwas nicht, denn das ist schriftwidrig und gesetzlos und wird von der WTG mit allen Mitteln geheim und im Verborgenen gehalten. Doch es kann nicht unsichtbar gehalten werden, es kommt an den Tag. Um in der DDR eine schriftgemäße Verkündigung des Wortes Gottes durchführen zu können, braucht man nicht zu schmuggeln, denn eine solche Verkündigung ist in keiner Weise behindert."
Letzten Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ob der Schreiber das wirklich geglaubt hat, was er da so vollmundig von sich gab? Ich bin mir da nicht so sicher.
Weiter geht es mit der These: "Doch die Verkündigung im Auftrag der WTG ist nicht nur schriftwidrig, sie dient gleichzeitig auch dunklen, gesetzlosen Zwecken. Gelder, die illegal aus der DDR ausgeschleust werden, können der WTG nur Nutzen bringen, wenn sie in Westberlin oder Westdeutschland bei den Kreditinstituten umgetauscht werden. Damit macht sich jedoch die WTG zum aktiven Unterstützer der dunklen Tätigkeit westlicher Geheimdienste, denen solches Geld aus der DDR zur Ausrüstung und Bezahlung ihrer Agenten und damit zur Vorbereitung neuer Kriegsabenteuer zufließt."
Damit wird deutlich, dass (unabhängig von der Frage: Was ist Ursache? Was ist Folge?) auch die Zeugen Jehovas ihren Part im kalten Krieg gespielt haben.
In der Einleitung zu CV 10 hatte ich bereits meine Meinung zu dem auch dort schreibenden "A.Z." kundgetan. Siehe CV10 Anlass dafür gaben namentlich seine dortigen und auch in der CV 12 enthaltenen Ausführungen über einen gewissen Paul S... (Name in der CV ausgeschrieben; hier verkürzt) . Der Artikel endete mit dem Satz. dass es noch eine Fortsetzung dieser beiden Artikel geben solle. Die ist offenbar in dieser Ausgabe enthalten. Immerhin doch ein bemerkenswert langer Zwischenraum. Ich glaube dies dahingehend deuten zu können, dass auch der Willy Müller über diese "A.Z." Beiträge nicht sonderlich "begeistert" war.
Indes die Ausführungen in CV 28 sind eindeutig genug. Da wird dieser Paul S..., der in den vorangegangenen Artikeln gar mit seiner Wohnanschrift bezeichnet wurde, ganz unverblümt als Agent westlicher Geheimdienste bezichtigt.
"Er hatte für den 'CIC', die 'KgU' und den 'UfJ' gearbeitet. Für seinen bezahlten Dienst für den 'CIC' hatte er den Decknamen 'Salzfisch', wie er sagte."
Ich habe meine Einschätzung schon zum Ausdruck gebracht, dass ich diesen "A.Z." als offensichtlichen Hauptamtlichen der Stasi einschätze. Indem er das hier jetzt erneut so prononciert formuliert, ist meines Erachtens damit belegt, dass die Stasi im Falle Paul S... die aktive Zusammenarbeit eines höheren Zeugen Jehovas-Funktionärs aus der DDR, mit westlichen Geheimdiensten glaubt belegen zu können!
Ich kenne die Stasiakten des Falles Paul S... nicht. Aber die Apologeten der WTG sind hiermit aufgefordert sich für sie mal im Detail zu interessieren. Ansonsten bleibt - bis zum Beweis des Gegenteils - der Ruf an sie hängen, aktiv mit westlichen Geheimdiensten zusammengearbeitet zu haben. Ein solcher Fall heißt Paul S...!
CV Christliche Verantwortung
Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Nr. 28 Gera November 1969
CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in
der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger.
Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der
Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift freier Diskussion für alle
Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in
CV kundtun, um zu helfen.
"Hast da die 'wahre Religion'?"
Liebe Brüder und Schwestern!
Die obige Frage stellt der Wachtturm Nr. 19/1968 an seine
Leser. Wir haben in CV Nr. 22, 23, 24 und 25 bereits zu dieser Frage Stellung genommen. Es
gab dazu Antworten, die zustimmend waren, aber auch einige wenige, die Einwände hatten.
Wir wollen deshalb noch einige Hinweise zu dieser Frage bringen.
Diesen unseren Hinweisen möchten wir die
Worte des WT vom 15. 12. 68 unter dem Thema "Die Kunst, andere auf Fehler
hinzuweisen" an Christen voranstellen:
"Sie müssen also ebenfalls in erster Linie gut
unterrichtet sein (über Fehler und Irrtümer), um zu wissen, was sie sagen dürfen. Sie
müssen sich auch von dem richtigen Beweggrund leiten lassen, das heißt, sie müssen die
Warnung aus Liebe, weil ihr gutes Herz sie dazu antreibt, ergehen lassen, selbst wenn es
gewissen Leuten nicht besonders paßt". (Seite 741).
Wir möchten diese Ausführungen des WT völlig für uns in Anspruch nehmen, geschieht doch alles Helfen und Warnen in CV aus guten Herzen, die in tiefer Sorge sind um alle von der Wachtturm-Gesellschaft geleiteten Brüder und Schwestern. Wir wissen aber auch, daß dies "gewissen Leuten nicht besonders paßt". Gemeint ist das Direktorium der Wachtturm-Gesellschaft, das, wie die, nachfolgenden Ausführungen zeigen, geflissentlich den Balken im eigenen Auge übersieht und sich damit selbst charakterisiert.
Mit der Frage "Hast du die wahre Religion?" tritt der WT besonders an Protestanten und Katholiken heran und legt den Gedanken nahe: Ist es möglich, daß in Wirklichkeit ein Unterschied besteht zwischen dem, was die Bibel sagt, und dem, was die Religionsgemeinschaften gelehrt haben? "Es ist doch ganz natürlich", fährt der WT fort, "daß du nicht irregeführt werden möchtest. Wie kannst du es vermeiden? Wie kannst du ganz sicher sein, daß du die wahre 'Religion hast? Du brauchst lediglich festzustellen, ob ihre Lehren auf Gottes Wort beruhen, von dem Jesus sagte, es sei die Wahrheit". (Joh. 17:17).
Guter Rat
Keine Religionsgemeinschaft, die überzeugt ist, in ihrer
Lehre auf biblischem Boden zu stehen, wird eine derartige Prüfung ihren Anhängern
übelnehmen. Wir erinnern daran, daß solche Menschen, die die Lehren der Apostel an den
Maßstäben der Heiligen Schrift überprüften, von den Aposteln selbst als edel
bezeichnet wurden (Apg. 17:11). Darum können wir die Aufforderung des WT, christliche
Lehren im Lichte der Bibel zu prüfen, voll unterstützen. Die Gerechtigkeit und
Unparteilichkeit in dieser Frage erfordert aber eines: Dieser Aufruf zur Prüfung muß
auch an die Anhänger der WTG ergehen, die als Zeugen Jehovas bekannt sind. Sonst muß der
WT als unaufrichtig bezeichnet werden. Darum auch an die Zeugen Jehovas die gestellte
Frage: "Hast du die wahre Religion?" Oder anders ausgedruckt: "Sind die
Bibel und die Lehren deiner Organisation in Übereinstimmung?"
Maßstab zur Prüfung
Die Wachtturm-Gesellschaft hat durch ihre Rechtsvertreter
viele Prozesse geführt, um für Jehovas Zeugen und ihre Religionsausübung die gleichen
Rechte zu erlangen, die andere organisierte Gemeinschaften besitzen. Gewährt sie selbst
aber ihren Anhängern das Recht das zu tun, was sie den Anhängern anderer
Religionsgemeinschaften empfiehlt, nämlich die Frage zu stellen: "Könnte es sein,
daß in Wirklichkeit ein Unterschied zwischen dem besteht, was die Bibel sagt, und dem,
was die Organisation gelehrt hat?" (In diesem Fall die WTG). Wenn in der Bibel
Gläubige lobend erwähnt werden, weil sie die Lehre der Apostel prüften, so muß von der
WTG gleiches erwartet werden. Erhebt sie doch laut den Anspruch, in Lehre und Organisation
"apostolisch", "biblisch" und "theokratisch" zu sein, ja
noch mehr, diese Bezeichnungen nur für sich allein in Anspruch nehmen zu können.
Bezeichnet sie doch die Christen der apostolischen Zeit als die damaligen "Zeugen
Jehovas". (WT 1. 2. 57/75).
Deshalb erwarten wir, daß die WTG ihren Brüdern und Schwestern das Recht gewährt, ihre WT-Lehren zu überprüfen, wie sie es anderen als Pflicht predigt. Wenn die Leitung der WTG es nicht tut, so stellen wir die Gewissenfrage an die Brüder und Schwestern: Sind die Lehren der Organisation der Zeugen Jehovas mit der Bibel im Einklang? Auch empfehlen wir euch zu prüfen, ob die Worte des WT auch auf die "göttliche Organisation" anzuwenden sind. Etwa so: Fragt ihr euch je, Warum die Worte der Apostel, die angeblich so gute Zeugen Jehovas" waren, so wenig danach klingen, da sie doch den Präsidenten kein einziges Mal erwähnen, noch den Namen ihrer Religionsgemeinschaft (Jehovas Zeugen, Neue Welt-Gesellschaft oder theokratische Organisation) noch die "leitende Körperschaft", einen "Mitteilungs- und Verbindungskanal", die Felddienst- und Literaturquoten oder die Felddienstberichte und Tabellen? "Wenn du die Bibel liest, könntest du denken, daß die Apostel eine ganz andere Religion hatten. Tatsächlich ist dies auch der Fall." Wenn dem aber so ist dann sollten alle Brüder und Schwestern in der WTG doch die folgenden Worte aus dem WT vom 15. 4. 55, Seite 240, beherzigen:
"Wenn du für Weizen zahlst, wirst du dich mit Stroh begnügen Wenn du Wein kaufst, wirst du Wasser annehmen?" Was nun, wenn jemand zu dir käme, um zu beweisen, daß du auf diese Art betrogen worden bist? Wärst du wütend über ihn oder eher über den, der dich prellte? Weil dir an deinem Gelde gelegen ist, würdest du den betreffenden Beweis anhören und dich trotz verletzten Stolzes nicht mehr beschwindeln lassen, wenn du anerkennen mußt, daß man dich betrogen hat. Unter diesen sinnbildlichen Ausdrücken offenbart die Bibel, daß viele Menschen, die wähnen, nahrhafte geistige Speise zu bekommen, in Wirklichkeit wertlose verfälschte Ware erhalten Wenn jemand dir beweisen könnte, das du so betrogen worden bist, würdest du ihm zuhören oder würdest du im Zorn über ihn aufbrausen? Weil du dein Leben höher achtest als dein Geld, solltest du um so eher einen solchen Beweis beherzigen, um dem geistigen Betrug Einhalt zu tun, und dies ungeachtet, ob dein Stolz verletzt ist. Weise Menschen überwinden einen solchen Stolz, ehe er sie ins Verderben führt."
Rechtslage
Diese Wachtturm-Hinweise sollten sich alle Brüder und Schwestern zu eigen machen, welche
heute noch glauben, daß die WTG die "wahre Religion" lehrt. Oder glaubt ihr
gar, daß diese Worte nur den Gläubigen in den anderen Gemeinschaften gelten? Nein!
Gleiches Recht für alle! So sollte der Ruf aller derer heißen; die nicht vor den
Schranken weltlicher Gerichte die Rechte einer organisierten Religion erkämpfen, sondern
die auch für persönliches gleiches Recht aller einzutreten wagen! Das Recht, ihre
Religion an Maßstäben der Heiligen Schrift zu prüfen Auch "Jehovas Zeugen"
haben das Recht, alles von der WTG Dargebotene mit der Bibel zu überprüfen! ja, das
Recht kann zur Verpflichtung werden, wenn es sich, wie in den vorherigen CV unterbreitet
wurde, herausstellt, daß auch den Brüdern und Schwestern Wasser für Wein, Stroh für
Weizen und Irrtum für Wahrheit geboten worden ist.
Wenn der WT vom 1. 10. 68 die Liebe in dieser Organisation ganz besonders als Kennzeichen der "wahren Religion" herausstellt, so ist darauf zu erwidern, daß die Liebe in der Organisation sehr mangelhaft ist, weil schon in der Leitung die Liebe fehlt, kann es nach unten nicht besser sein. Durch die Frage: Was tut die Leitung der WTG für ihre Alten, Armen und Gebrechlichen in ihren Reihen? Hier wird es offenbar, daß sie gar nichts für sie tut. Die Leitung läßt das Bibelwort vollständig unbeachtet, was da lautet: "Wer aber der Welt Güter hat und sieht seinen Bruder der Mangel leiden und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?" (l. Joh. 3:17). Unbeachtet bleibt auch das Bibelwort: "Kinder, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit. Und hieran werden wir erkennen, daß wir aus der Wahrheit sind, und werden vor ihm unsere Herzen überzeugen." (l. Joh. 3:18, 19). Mithin hat die WTG nicht die wahre Religion, denn sie hält dieser Prüfung nicht stand, und man findet genau so Fehler, wie bei anderen Religionsgemeinschaften, die aber in diesem Punkte oft vorbildlich sind, indem sie ihren bedürftigen Brüdern materiell beistehen. Dies verschweigt der WT geflissentlich.
Abschirmung
Um sich gegen alle berechtigten Einwände in bezug auf Verkündigung und Lehre
abzusichern, schreibt der WT vom 1. 11. 48/328 und 1954/734 engl. Ausg. folgendes:
"Wir sind nicht befugt, dies irgendwie kritisch zu betrachten Wir sollten es dankbar,
als vom Herrn kommend hinnehmen, es ist seine Speise zur rechten Zeit"
"nicht länger möge jedermann tun, was recht ist in seinen Augen, noch sollten wir
unabhängig handeln oder private Auslegung dulden, sondern wir müssen theokratisch sein
in Gedanken, Anbetung und Organisation." Demnach gilt die Aufforderung zu
überprüfen, ob du die "wahre Religion" hast, doch nur für Andersgläubige.
Was für andere Gläubige als heilige Pflicht hingestellt wird, ist für Jehovas Zeugen
strengstens verboten. Sie dürfen unter gar keinen Umständen in Versuchung kommen, die
Lehren des WT auf die Richtigkeit mit der Bibel zu überprüfen. Es bestände bestimmt die
große Gefahr, daß solches unabhängige Überprüfen der WT-Lehren im Lichte der Bibel zu
dem im WT widersprechenden "eigenen Auslegungen" führt, oder gar zu der
Feststellung, "es ist überraschend, was du alles erfährst, wenn du auf die Apostel
und ihre inspirierten Schriften hörst" (WT 15. 1. .1957).
Warum die Furcht vor einer Prüfung?
Jahre hindurch brachte der WT in jeder Ausgabe auf Seite 2 unter der Überschrift:
"Seine Mission" unter anderem den Satz: "Diese Zeitschrift hält sich
streng an die Bibel . . ." Ferner sagt der WT vom 15. 1. 57/58: "Die Regel der
Schrift ist die Regel, die in Gottes Organisation gilt. Es handelt sich hier um eine reine
Theokratie". Wenn dies wahr wäre, warum ist die WTG-Leitung dann noch so
argwöhnisch, wenn ihre Lehren einer Prüfung an Maßstäben der Heiligen Schrift
unterzogen werden? Warum hat sie bis auf diesen Tag alle, die aus Gewissensgründen ihre
Lehren nicht annehmen konnten, hinausgestoßen und zum ewigen Tode verdammt? Sie
vergleicht solche Christen mit der Rotte Korah, die einst gegen den Mittler des alten
Bundes, Mose, rebellierte und schreibt dazu: "Schaudert es dich vor der Vernichtung,
welche diese alle ereilte? So wisse, daß jene, die sich wider Jehovas theokratische
Anordnungen und Anweisungen für sein organisiertes Volk (gemeint ist: gegen die
Anordnungen der WTG-Leitung) auflehnen, dem Beispiel Korahs, des Rebellen, folgen und
ebenso bestimmt umkommen werden wie er und seine Schar. Wehe ihnen!" (WT 1. 11.
48/327).
Liebe Brüder, wenn die Lehren der WTG biblisch und theokratisch wären, dann sollte doch die Leitung ihren Verkündigern und Dienern das Recht zubilligen, was sie anderen zur Verpflichtung macht, nämlich sich die Frage vorzulegen und zu prüfen: "Hast Du die wahre Religion? Du kannst es herausfinden und weißt jetzt wie!" Weil die Leitung Furcht vor Entdeckung ihrer Irrlehren hat, deshalb die Verdammung für die, welche die Anordnung der WTG-Führung nicht befolgen. Hat aber ein Mensch das Recht - und sei er ein noch so treuer und kluger Sklave, nach eigener Darstellung -, so ein Verbot seinen Brüdern und Schwestern aufzuerlegen, während er es den Gläubigen in anderen Gemeinschaften gebietet? Hat ein Mensch das Recht zu sagen: "Prüfe nicht! Das führt zu eigener Auslegung", wenn Gottes Wort sagt: "Prüfet aber alles. ." (l. Thessl. 5:21)? Wessen Wort gilt mehr, Gottes Wort oder das der Menschen?
Schlußfolgerung
Wenn die WTG-Leitung vergeblich ihrer theokratischen Lehren ein reines Gewissen hätte,
würde sie, keine Ursache haben, sich so hartnäckig zu weigern, ihre Lehren vom Worte
Gottes her beurteilen zu lassen. Es hat schon seine Gründe, wie wir ersehen haben.
Darum liebe Brüder und Schwestern, prüfe das Lehrgebäude deiner Organisation, ob es mit der Bibel in Übereinstimmung ist. Fürchte dich nicht vor Menschen, die dir dieses Recht nehmen wollen, fürchte aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag." (Matth. 10:28). Wir dürfen nicht mit zweierlei Maß messen Bei den anderen Religionsgemeinschaften mit strengem biblischen Maßstab, aber bei der eigenen Organisation mit einem milden, wobei wir noch ein Auge zudrücken, um nicht alles zu sehen. Wie sollten wir dann vor dem bestehen, dessen Augen sind wie Feuerflammen? Bibelgläubige sollten unparteiisch sein. Um Tugenden und Fehler zu erkennen, ist es nötig, sich einem ernsten Bibelstudium zu unterziehen.
Möge Euch, liebe Brüder und Schwestern, alles das, was wir bisher
Euch unterbreiten durften, eine Hilfe sein.
In Liebe und brüderlicher Verbundenheit grüßt Euch mit Jesaja 1:17 Euer Bruder Willy
Müller, 65 Gera, Lutherstraße 16, und Mitverbundene.
"Was die echte Liebe tut - und was sie nicht
tut!"
Oder "Die Gesinnung" nach Römer 12: 9-21
Die Wachtturm-Literatur behauptet, daß die rechte Liebe nur in der Organisation der
Zeugen Jehovas zu finden sei. Ist dem so? Nach der WT-Lehre sollte man bei allen diesen
Fragen den biblischen Maßstab anlegen, der hier unterbreitet werden soll, damit jeder
selbst prüfen kann.
Nach dem Studium des oben angeführten Textes ergibt sich folgendes: Wie unser Gottesverhältnis in dem einen Wort "Glaube", so kann das durch Christus gegebene Verhältnis zu den Menschen in dem einen Wort "Liebe" zusammengefaßt werden. Wenn durch den Glauben die Tür zu Gott hin aufgeschlossen ist, so ist auch die Tür zu den Menschen hin geöffnet. Jeder Christ weiß, und Zeugen Jehovas wollen ja die "besseren Christen" sein, an der Liebe wird der verborgene Glaube offenbar. Deshalb ist die Liebe gar oft der Heuchelei ausgesetzt. Gerade weil sich die Echtheit des Glaubenslebens in der Liebe erweisen muß, liegt die Gefahr einer künstlichen, gemachten Liebe auf der Hand. Wie der Glaube, so muß auch die Liebe immer frisch aus dem Quell Gottes, denn Gott ist die Liebe, hervorsprudeln. (l. Joh. 4:7 und 16). Ist dies nicht der Fall, dann ist sie unecht und schal. Echtheit aber ist Herzlichkeit! Echt ist das, was mit einer Person eins ist oder Personen in Einssein in einer Gemeinschaft bindet Die Person aber in ihrer Einheit heißt in der Bibel Herz. (Hebr. 4:12; 1. Joh. 3:21; Rö. 10:10). Das Wort Herz besagt in der Bibel alles in einfacher und verständlicher Weise, so daß man eine weitere Erklärung dazu nicht zu geben braucht. Nur einiges Wenige soll ganz besonders hervorgehoben werden.
Die Liebe ist ganz persönlich. Jedoch, wenn sie nicht zur Sentimentalität (Gefühlsseligkeit) oder Parteilichkeit entarten soll, so muß sie eine strenge Sachlichkeit in sich schließen, und zwar: Haß gegen das Böse, treues Festhalten am Guten. Liebe gehört mit der Demut zusammen. So gehört es zu ihrem Wesen, mehr auf die Ehrung des anderen als auf die eigene bedacht zu sein. Die Liebe ist das "IM-ANDEREN-LEBEN", darum Anteilnehmen und Anteilgeben. Sie nimmt das Gesetz des Handelns nicht aus dem Verhalten des anderen, sondern aus den Gesetzen Gottes. Sie geht aber im Verstehen auf den anderen ein und will ihn in allem begleiten in Freude und Leid. Die Liebe sucht die Gemeinschaft durch alles hindurch zu bewahren, darum ist aller Vergeltungswille der Liebe entgegengesetzt. Muß nach unserer Ansicht gerichtet und gestraft sein, so ist das Sache Gottes und nicht unsere Sache, wenn es um biblische Dinge geht. Jedoch sollten wir in aller Liebe auf das Unbiblische ihres Handelns hinweisen, das gebietet die Liebe. (Hes. 3:17-21). Darum ist mit der Liebe die Gewißheit verbunden, daß sie die überlegene Macht ist, die auch über das Böse in der Welt sich behaupten und überwinden kann. Die Bosheit mit Wohltat zu besiegen - das ist die Vornehmheit und Freiheit der Liebe.
Im Mittelpunkt des Denkens von Paulus steht die Liebe genau wie die Gnade und der Glaube. Paulus spricht nicht allzuoft von der Liebe Gottes. (Rö. 5:5, 8; 8:35). Er benutzt lieber den Begriff "Barmherzigkeit", (Rö. 12:1; 2. Kor. 1:3) oder auch Gnade. Liebe ist ein vieldeutiges Wort. Bei Paulus ist sie eindeutig das, was sie jedenfalls im philosophischen Denken der Griechen und auch in den meisten Religionen, die hoch von der göttlichen Liebe reden, nicht ist, die grundlos schenkende, die Liebe, die "wegen nichts" liebt. (Rö. 5:8ff). Liebe, die also nicht darum liebt, weil sie etwas Wertvolles findet, was des Geliebtwerdens würdig ist, sondern die gerade das Unwürdige und Wertlose liebt und es erst dadurch wertvoll und liebenswert macht. (Eph. 1:5f). Die göttliche Liebe steigt herab, sie schenkt sich selbst (Rö. 8:32), und zwar nicht um Gegenliebe zu finden, um also etwas dafür zurückzubekommen, sondern bedingungslos ist. (Rö. 9:11-15).
Hier dürfte der Grund liegen, warum Paulus auf Seite der Menschen nicht die Gottesliebe, sondern den Glauben an erste Stelle rückt. Der Glaube ist doch der Empfang der grundlos schenkenden göttlichen Liebe (Rö. 3:22; Eph. 2:8). Und zwar der Empfang der bedingungslosen göttlichen Liebe. Es heißt zunächst nicht: ich liebe euch, wenn ihr mich auch liebt, sondern: ich liebe euch unbedingt und verlange zunächst gar nichts anderes, als daß ihr meine Liebe annehmet, daß ihr euch lieben laßt, "laßt euch versöhnen mit Gott" (2. Kor. 5:20). Glauben heißt demnach - von Gott sich unbedingt lieben lassen (l. Kor. 1:21; Gal. 2:20). Daraus, aus diesem Glauben entsteht dann die Liebe. (Phil. 2:5; Gal. 5:6). Dies alles aber vermag nur der Geist Gottes, der heilige Geist, der zur bestimmten Zeit wirksam werden wird und damit die "göttliche Liebe" schafft. Diese Liebe wird dann ausgegossen sein in die Herzen der Menschen durch den Heiligen Geist, wie es zur Zeit der Apostel war. (Rö. 5:5). Diese Liebe ist des Gesetzes Erfüllung. (Rö. 13:10). Diese Liebe ist es, deren Wesen und Wirken im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes von Paulus beschrieben wird. Es ist nicht menschliche, sondern göttliche Liebe, von der er hier spricht. Man hat nicht unrecht zu sagen, Paulus spreche hier von "letzten Dingen", vom himmlischen, ewigen Leben Nur durch Belehrung durch den Heiligen Geist konnte Paulus solches verkünden. Deshalb benötigen wir diesen auch heute, um in der göttlichen Liebe vollkommen zu werden. Wir bemühen uns, zum rechten Glauben zu kommen, denn wo der rechte Glaube ist, da ist auch die göttliche Liebe, und an dieser Liebe muß sich auch echter Glaube ausweisen. (Gal. 5:6, 22; Eph. 3:17). Da der Heilige Geist damals unter den Aposteln besonders wirksam war, konnte Paulus sich selbst und den urchristlichen Gemeinden oftmals Zeugnisse über rechten Glauben und rechte Liebe ausstellen. (Rö.. 15:14; Kol. 1:4, 8; 1. Thessl. 1:3; 3:6).
Die Liebe Gottes ist nicht begehrend (l. Kor. 13:5), sie strebt nicht nach dem Wertvollen, nach oben, sondern sie ist schenkend und strebt nach unten. (Rö. 12:9-21). Diese Liebe fragt nicht nach der Beschaffenheit des Empfängers, sondern sie fragt nach dem, was er bedarf, Sie liebt ihn nicht, weil er so oder so ist, sondern weil er da ist. In alledem ist sie der natürlichen (menschlichen) Liebe ganz entgegengesetzt, sie "sucht nicht das Ihre". Sie tut gerade das nicht, was den naturhaften Liebes- und Lebenstrieb auszeichnet. Sie ist darum vom Verhalten des anderen grundsätzlich unabhängig. Sie ist nicht bedingt, sondern unbedingt. Sie will nichts für sich, sondern für den anderen. (Phil. 2-4). Darum ist sie auch nicht verletzbar. Die Liebe geht nie auf etwas ein, sie ist immer "spontan", d. h. kommt freiwillig von innen heraus aus eigener Kraft - oder besser aus der Kraft Gottes hervorbrechend. (1. Kor. 13:4ff). Da wir im Bilde Gottes geschaffen sind, ist die Liebe die eigentliche Gottesebenbildlichkeit des Menschen. (Kol. 3:10-14). Sofern diese Liebe im Menschen ist, ist er wirklich Gott ähnlich und erweist sich darin als Kind Gottes. (Matth. 5:43-48; Eph. 5:1). Durch solche Liebe verwirklicht sich wirkliche Gemeinschaft. (Phil. 2:2, 3). In dieser Liebe ist der Mensch wirklich frei und schöpferisch, sie ist das eigentliche Leben. (Eph. 4:15). Darum ist sie auch das, was in der Ewigkeit bleibt, alles andere wird nicht mehr sein, als da ist Glaube und Hoffnung. Die Liebe ist das Leben aus Gott, mit Gott, für Gott, das Leben mit und für den Menschen. (l. Thessl. 4:9). Die Liebe ist deshalb das Köstlichste aller Gaben des Geistes, weil sie das Leben des Geistes selbst ist. (l. Kor. 12:31; Rö. 15:30; Kol. 1:8).
Betrachten wir die Wirklichkeit im Leben, so muß nach diesen Bibelworten noch vieles geschehen und sich umwälzende Ereignisse im Leben jedes einzelnen abspielen, um durch eine neue Gesinnung, die göttliche Liebe oder die Christusliebe zu vollbringen. Nicht aus eigener Kraft ist das zu erreichen, sondern nur mit Hilfe des Heiligen Geistes, der dies vollbringen wird. Es wird eine Zeit des Verstehens und des Erkennens sein, die unseren Glauben stärkt und vervollkommnet und damit auch die Liebe. Die Liebe zu Gott und zu den Menschen, nach göttlichen Maßstäben, so als sie uns Paulus zeigt.
Schlußfolgernd kann deshalb die Organisation der Zeugen Jehovas niemals die sein, die diese Liebe auszuleben vermögen, denn auch sie werden nicht vom Geist Gottes belehrt und geführt, das beweisen die Vorgänge in der Organisation.
Auch gaben sie selbst schon zu, daß sie nicht vom Geiste belehrt sind (WT 15. 2. 63/121), wovon man inzwischen wieder abgekommen ist und das Gegenteil behauptet. Wenn wir die Taten betrachten von seiten der Leitung, so ist von dieser Liebe nichts zu spüren, sie sind eher geneigt, alles, was gegen sie ist, zu verdammen oder gar in den Tod zu treiben. Es liegt hier also eine künstliche Liebe vor, die mit Herzlichkeit nicht identisch ist. Da Glaube die Liebe erzeugt, so muß es in der WTG-Leitung auch schlecht um den Glauben stehen. Dies gilt es auch zu prüfen nach dem gegebenen Maßstab. Im WT Nr. 19/68 lesen wir:
"Wenn wir lernen, demütig und genügsam zu sein, können wir der Habsucht besser widerstehen. Die Bibel sagt, Gottergebenheit zusammen mit Demut und Genügsamkeit ist ein großer Gewinn. Sie gibt uns deshalb den weisen Rat, zufrieden zu sein, wenn wir Nahrung und Obdach haben. Die Anerkennung der einfachen Tatsache, daß "größerer Besitz" nur eine größere Belastung bedeutet und die Furcht erhöht ihn zu verlieren, kann viel zu unserer Zufriedenheit beitragen!" (Seite 580). Wäre es da nicht an der Zeit, den Besitz und das Vermögen an die Brüder zu verteilen?
Möge dieser gegebene biblische Maßstab
dazu helfen, zu prüfen, ob die WTG-Leitung wirklich die göttliche Liebe auslebt und die
neue Gesinnung besitzt, oder ob sie auch hier nicht zu finden ist. An der Liebe wird der
verborgene Glaube offenbar.
E.B. u. B. M.
Erwartungsvolles Hoffen - in
bezug auf 1975 -
Ist dies biblisch begründet?
Aufmerksame Betrachtung der angegebenen Zahlen in den
Jahrbüchern 1967, l968 und 1969.
Zum ersten Male brachte der Jahresbericht der WTG über die Felddiensttätigkeit vom Jahre
1966 keine Lobeshymne über Eifer, Glück und Erfolg der WTG. Jedoch spricht das Jahrbuch
1967 davon, daß der "außergewöhnliche wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland .
. . seinen Tribut bei Jehovas Zeugen gefordert habe" (Jahrb. 1967, Seite 155). Ihr
Diensteifer ließ nach. In jahrelanger Dauerschlacht - bei ständiger Naherwartung des
Endkampfes - sind ihre Kräfte verzehrt. Die Zeugen sind müde geworden.
Es gilt zu beachten, "einige sind gestrauchelt". Eine beachtliche Zahl von Brüdern und Schwestern kehrte der Organisation den Rücken. Der WT vom 1. 4. 67 berichtet dazu: "Es wurden zwar im Jahre 1966 als Frucht der in 199 Ländern durchgeführten Tätigkeit 58 904 Personen getauft, doch stieg die Gesamtverkündigerzahl nur um 24 704. (Von 1 034 268 auf 1 058 675). Wo sind die anderen 34 497 Verkündiger geblieben? (Es ist wohl nicht anzunehmen, daß Neugetaufte sich sofort zurückziehen, mithin muß es sich um ältere Verkündiger handeln). Die Zahl der Pioniere ging sogar um fast 800 zurück. Die Zahl der Ausgeschiedenen in Westdeutschland überstieg sogar den Weltdurchschnitt erheblich. Im Jahre 1968 fehlen laut Jahrbuch 1969 21 296 Verkündiger. Der Zuwachs betrug 61 546 gegenüber 82 842 Getauften. Betrachten wir dazu die angegebenen Zahlen im Jahrbuch 1968. "Im Jahre 1967 beteiligten sich monatlich im Durchschnitt an der Verkündigung der guten Botschaft 35 605 mehr als im Jahre 1968." Es wurden aber laut Bericht im Jahre 1968 getauft: 74 981 Zeugen. 35 605 betrug der Zuwachs, es fehlen mithin im Jahre 1968 wiederum 39 376 Verkündiger, das sind sogar noch fast 5 000 mehr als im Jahre 1967, die da fehlen. Also war der Verlust 1968 noch größer, die sich von der WTG abwandten.
Zweierlei Maßnahmen
Kein Wunder, daß die WTG-Leitung nach Wegen sucht, den zunehmenden
Ermüdungserscheinungen und dem Stillstand in der Mehrung der Theokratie, der Welle der Abgänge und den damit verbundenen "absinkenden Zahlen"
in der Statistik erfolgversprechend zu begegnen. Die WTG-Leitung unternimmt eine -
nachweislich von langer Hand vorbereitete - Doppelaktion. Die abgegangenen Brüder und
Schwestern bekommen eine Einladung zur Rückkehr, die treuen, aber ermüdeten Verkündiger
ein neues Endzeitdatum: 1975! Das Erste dürfte etwas ganz Neues sein in der Geschichte
der WTG, in der bisher kaum etwas anderes als schroffe Verurteilung der
"Ehemaligen" zu hören war. Jetzt wird um sie geworben! Der WT vom 1. 6. 67
schreibt auf Seite 342 unter der Überschrift "Warst DU einst ein
Königreichsverkündiger?" "In den letzten fünf Jahren ließen sich 323 986
neue Königreichsverkündiger taufen . . . In der gleichen Zeit stieg die
Durchschnittszahl der Verkündiger jedoch nur um 174 088. Was geschah mit den anderen 149
898?? Wenn durch Tod jährlich ca 1 Prozent ausscheiden, bleiben noch immer 100 000
Ausgeschiedene. Bist du einer von diesen, die einst Königsreichsverkündiger waren? Wenn
ja, warum bist du es heute nicht mehr? Wir sind um dich besorgt, weil du dich von der
Versammlung zurückgezogen hast und untätig geworden bist." Im
"Königreichsdienst" (früher Informator) wurde die neue Werbungsaktion
gegenüber den Ehemaligen schon im September 1965 psychologisch vorbereitet und mit den
Wachtturmnummern vom 1. 10. und 1. 11. praktisch eingeleitet. Der Sept.-Königreichsdienst
weist unter der Überschrift: "Helft ihnen zurückzukehren" ausdrücklich auf
diese beiden WT-Ausgaben hin. In den WT's vom 1. 10. und 1. 11 1965 lesen wir unter
anderem folgendes, hinweisend auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn: "Wenn jene, die
einst mit Jehovas Volk verbunden waren, ermuntert werden könnten, diese Artikel zu lesen,
wird in ihnen das Verlangen geweckt werden, zum Hause des Vaters zurückzukehren. Da
solche verirrten Schafe meistens geistig unterernährt sind . . . , wird jede Versammlung
Vorkehrung treffen, daß ihnen die laufende Ausgabe des "WT" und
"Erwachet" gebracht wird . . . Seid deshalb ganzherzig um das geistige Wohl
eures abgeirrten Bruders bemüht und versucht, ihn in die schützende Hand
zurückzuführen."
Die im Wachtturm vom 1. 6. 67 angelaufene Werbeaktion zur Rückgewinnung der Ehemaligen "in die schützende Herde" ist keine Augenblickslaune der WT-Herausgeber, sondern eine wohldurchdachte und bestens vorbereitete Sache. Auf Seite 345 lesen wir: "Überlege einmal: Angenommen, du hast dich von der Christenversammlung zurückgezogen, weil du an einer Lehre Anstoß genommen hast. Hat es dir irgendwie genützt? Hast du an einem anderen Ort einen Tisch gefunden, der ebenso reich mit geistiger Speise gedeckt ist? Es gibt keinen! . . . Du kannst dich darauf verlassen, daß Jehova dafür sorgen wird, daß seine Organisation richtig geleitet und etwas, was nicht in Ordnung ist, zu seiner Zeit in Ordnung gebracht wird."
Beachte auch den Brief des Präsidenten Knorr, welcher in CV Nr. 13 vom Dez. 1967 veröffentlicht wurde, welcher Anweisungen an die leitenden Brüder gibt, um Ehemalige zurückzuholen in die Organisation.
Dem Appell an die "Ehemaligen" folgt gleichzeitig die zweite Aktion, die gerichtet ist an die linientreuen Brüder und Schwestern der WTG, um die Ermüdungserscheinungen zu beseitigen. Dazu dient als Anfeuerung die Proklamation des neuen Termins von 1975. Es ist möglich, daß diese Doppelaktion einen gewissen Erfolg haben wird. Verkündiger, die sich aus Gründen des vermehrten Wohlstandes oder der Bequemlichkeit oder aus irgendwelchen anderen als geistlichen Beweggründen zurückgezogen hatten, mögen dem freundlichen Locken folgen. Sie mögen auch von der neuen Botschaft von 1975 beeindruckt sein, um am Ende doch mit unter den Geretteten zu sein, welche die Organisation sicher führt.
Was sollte man darauf anworten?
Wie aber, so fragt man sich, wird auf die Aktion der WT-Leitung die Reaktion derer
aussehen, die aus Glaubens- und Gewissengründen die Organisation verließen?
Wird ihre Antwort auf das Liebeswerben zur Rückkehr "in
die schützende Herde" nur ein eisiges Schweigen sein oder ein geharnischter Protest?
Oder haben sie - und wir schließen uns selbst mit ein: haben wir - eine geistliche
Antwort, ein klärendes, brüderliches, hilfreiches Wort? Und das könnte wohl auch gerade
aus der Liebe zu den Brüdern und Schwestern in der WTG, ein mahnendes, kritisch-ernstes
und warnendes Wort sein
Wir schulden dem anderen die Liebe (Rö. 13:8, 10), aber hilfreich ist sie nun einmal nicht ohne die Wahrheit. Die Wahrheit ist oft schwer zu ertragen, da sie manchmal liebgewordene Gewohnheiten zerstört. Jedoch wir schulden unseren Brüdern und Schwestern in der WTG die Wahrheit, aber überzeugend ist sie nur im Bunde mit der Liebe.
So ist auch Gottes richtendes und rettendes, überführendes und befreiendes Evangelium durch Jesus Christus zu uns gekommen, als Gnade und Wahrheit. (Joh. 1:17). Darum werden wir uns in diesem Sinne mit den beiden Aktionen der Wachtturmgesellschaft zu beschäftigen haben Die zwei Fragen, denen wir uns redlich zu stellen haben, lauten, auf die kürzeste Formel gebracht: "Zur Aktion 1975'! Ist dieser neue Termin der WTG glaubwürdig Ist diese Botschaft von Gott?
Zur Aktion "Zurück in die
Herde" (soweit sie sich nicht durch die Beantwortung der ersten Frage von selbst
erledigt) Kann es überhaupt darum gehen, zu einer Organisation hin umzukehren - oder
haben wir nicht vielmehr hinter dem biblischen Aufruf zur Umkehr eine Umkehr und Hinkehr
zu dem lebendigen Gott zu verstehen? "Kehre um Israel bis zu Jehova, deinem
Gott" (Hos. 14:1). - Was heißt das praktisch für uns?
Fortsetzung folgt.
Brd. D. u. W. M.
Ein Bruder aus Amerika schreibt
an den Präsidenten der Wachtturm-Gesellschaft und stellt die Wahrhaftigkeit der
Wachtturmschreiber in Zweifel
Lieber Bruder Knorr!
Sehr gut erinnere ich mich an das Jahr 1946, als ich erstmals
mit Brüdern der Wachtturm-Gesellschaft in Berührung kam und die Verkündigungen hörte.
Voller Freude höre ich noch die besonders betonten Worte aus Römer 3:4 "Gott aber
sei wahrhaftig, jeder Mensch aber Lügner
" Wie wirkten die Worte aus Jesaja
8:20 doch so eindrucksvoll auf mich, die da lauten: "Zum Gesetz und zum Zeugnis! Wenn
sie nicht nach diesen Worten sprechen, so gibt es für sie keine Morgenröte". Jehova
Gott und Jesus Christus wurden als einzige wahre Autoritäten glaubensmäßig in allen
Punkten anerkannt. Dies alles zog mich an.
Im Laufe der Zeit fand ich aber, daß nicht alles so anziehend ist, wie man es erwartete. Nun, Bruder Knorr, frage ich Dich, seid Ihr wirklich so fest entschlossen und bemüht und last nur Jehova wahrhaftig sein? Oder seid Ihr Überlieferungen zum Opfer gefallen? Viele von unseren Brüdern und Schwestern schätzen sich glücklich, daß sie sich durch eifriges Bibelstudium bedeutende Kenntnisse durch Forschung in der Schrift angeeignet haben und somit in der Lage sind, das, was der Wachtturm lehrt, oft nicht mit "wahrhaftig" (Rö. 3:4) im Einklang ist. Wir verlassen uns noch immer viel zu viel auf die Organisation, weil wir als Zeugen Jehovas belehrt worden sind, es sei "seine Organisation, sie ist der einzige Verbindungskanal zu Jehova Gott und daß wir durch diese Organisation beschützt würden, so wie Jehova Noah mit allen Lebewesen in der Arche sicher durch die Flut gebracht hat und wir durch die Organisation aller Gefahren enthoben sind". Bruder Knorr, dies lehrt und verkündet Ihr, jedoch sein Wort redet davon nicht. Bruder Knorr, bist Du in der Lage, diese von Euch aufgestellte Behauptung mit seinem Worte zu beweisen? Es gibt zur Zeit noch wenige, die es wagen, in der Organisation diesen Widerspruch aufzudecken, denn sie befürchten Ausschluß mit Fluchsprüchen, wie es bisher ja schon immer war. Aber es wird bestimmt der Tag kommen, wo Widersprüche in den Gruppen der Zeugen Jehovas auftreten werden, denn die Glaubwürdigkeit Eurer Lehren und Verkündigungen wird immer mehr angezweifelt, je mehr sich die einzelnen Brüder und Schwestern mit der Bibel befassen. Solange sich kein Widerspruch in Euren Reihen erhebt, wiegt Ihr Euch in Sicherheit, denn einzelne Warnungen und Hinweise beachtet Ihr nicht, weil Ihr auf Eure Redegewandheit und Autorität vertraut. Dies alles steht im Widerspruch zu Römer 3:4 und Jesaja 8:20, die für mich so anziehend waren. Jedoch nicht nur für mich, sondern auch für viele andere mehr, für die es nun eine Enttäuschung wird. Ich will Euch nun auf einen Eurer neuesten Wachttürme hinweisen, wo wiederum von wahrhaftig sein nicht viel zu verspüren ist. Es ist der WT vom 15. August 1968 (amerik. Ausg.). Im § 16, Seite 505, wird Astronomie zu Hilfe genommen, um Jesu Tod am 14. Nisan zu bestätigen. Dann sagt der WT an verschiedenen anderen Stellen, daß der 14. Nisan genau auf einen Freitag fiel, welcher nach damaliger Zeitrechnung am Donnerstagabend begann. Dann heißt es, daß der 15. Nisan immer ein Sabbath gewesen wär. "Läßt man hier Gott wahrhaftig sein?" Ist es "Zum Gesetz und Zeugnis" an was ihr Euch haltet? Was ist das für ein Geflüster und Gemurmel, was Ihr da unterbreitet? Jes. 8:19, 20. Wie kommt der WT-Schreiber dazu, Bruder Knorr, zu behaupten, daß der 15. Nisan ein Sabbath war? Seit wann gebot Jehova seinem einstigen aus der Knechtschaft befreiten Volke den 15. Nisan in ewigem Gedächtnis zu behalten Die Schrift sagt im 2. Mose 12:14: "Und dieser Tag soll euch zum Gedächtnis sein", nämlich der Tag, an dem Jehova Ägypten schlug. (Vers 13). Vers 15 lautet: "Sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen..............." und Vers 16: "Und am ersten Tage soll euch eine heilige Versammlung sein . . ." bis Vers 20. Diese Schriftstellen beweisen klar und deutlich, daß der 14. Tag des ersten Monats, das ist der Nisan oder Abib (Nisan ist babylonisch) ein hoher Sabbathtag war, ganz gleich, auf welchen Tag der Woche er auch immer fiel.
Um nun die Lehren des Wachtturms zu bekräftigen, heißt es: "Gewisse astronomische Tatsachen bestätigen ebenfalls, daß es das Jahr 33 n. Chr. war, als Jesus starb. Bruder Knorr, Jehova ist wahrhaftig, weshalb benötigt Ihr da noch die Astronomie zur Bestätigung? Scheinbar wollt Ihr nicht hinter den Weisen aus dem Morgenlande zurückstehen und Euch nach den Sternen richten, um etwas zu beweisen.
Ihr behauptet, Jesu wurde am 14. Nisan gekreuzigt und führt als Beweis an Johannes 19:31. Bei sorgfältigem Lesen findet man aber, daß es ein Rüsttag war. Der Rüst- oder Vorbereitungstag ist aber ein Arbeitstag, welcher diesem hohen Gedächtnistag, dem 14. Nisan oder Abib, vorausging. Mithin war der Rüsttag der 13. Nisan.
Merkst Du, Bruder Knorr, Ihr geratet hier in arge Widersprüche und Bedrängnisse, wenn Ihr Euch an Eure Behauptungen klammert. Haltet Euch an SEIN WORT und Ihr werdet das Durcheinander überwinden. Wie wollt Ihr nun auf die drei Tage kommen, die Jesua im Grabe war, da wird die Zeit nicht ausreichen. (Matth. 12:40). Nach dem WT-Artikel (15. 8. 68, S. 505) war der 14. Nisan ein Freitag, der 6. Tag der Woche. Jesus starb nachmittag 3 Uhr selbigen Tages. Es blieben noch 3 Std. Zeit bis zum Tagesende und vieles war in der Zeit noch zu tun. Joseph von Arimathia mußte erst die Erlaubnis von Pilatus holen, um den Leichnam vom Pfähle nehmen zu können. Dann mußte Nikodemus benachrichtigt werden, der die hundert Pfund Myrrhe und Aloe brachte, womit sie dann den Leib Jesu zur Beerdigung vorbereiteten. Das alles nahm doch Zeit in Anspruch und der Tag war ja fast zu Ende. Jesus wurde dann vorschriftsmäßig begraben und der Abend des siebenten Tages der Woche brach heran, von Abend zu Abend damaliger Zeit gerechnet.
Matthäus 28:1 und 2, berichtet, daß das Erdbeben und die Auferstehung unseres Herrn in der Dämmerung oder am Anfang des ersten Wochentages geschah. Wenn wir die Wachtturm-Darlegung dazu betrachten, würde Jesu nur 24 Stunden im Herzen der Erde verbracht haben. Dies wäre im großen Widerspruch zu Jesu Worten, die in Matthäus 12:40 stehen: "Denn gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, also wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte in dem Herzen der Erde sein."
Du siehst also, Bruder Knorr, daß Eure Darlegung nicht stimmt. Ihr könnt Euch noch so anstrengen und schafft es nicht, denn Gott bleibt wahrhaftig. Oft habt Ihr schon versucht, Eure eigene Meinung zu lehren, die auch oft unwidersprochen blieb, weil es niemand wagte, darauf hinzuweisen, da es die göttliche Organisation verkündet hat. Deshalb empfehle ich Euch und allen Brüdern und Schwestern, ein ersthaftes Bibelstudium, um ernsthafte Fragen stellen zu können und diese dann biblisch begründen zu können, nicht nach Wachtturmbegründungen. Prüft auch meine Schlußfolgerung mit der Bibel genau, welche ich Euch jetzt unterbreite:
Mein Bibelstudium über die letzte ereignisreiche Woche im Leben
unseres Herrn brachte folgende Ergebnisse:
Der Rüsttag war Mittwoch, der 13. Abib oder Nisan. Der Hohe Sabbathtag war am Donnerstag,
den 14. Nisan, Freitag war der 15. Nisan, ein Arbeitstag, und der Sonnabend war der 16.
Nisan, ein wöchentlicher Sabbath, wie er den Juden vorgeschrieben war. Aus dieser
Darlegung läßt sich leicht erkennen, daß Jesus genau drei Tage und drei Nächte im
Grabe lag, so, als er es vorhergesagt hatte.
Bruder Knorr, viele Bibelwahrheiten kamen mir durch Studium der Bibel
zur Kenntnis. jedoch war ich auch durch Literatur von anderen christlichen Gemeinschaften
darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Wachtturm-Literatur nicht immer wahrhaftig ist.
Dies fand ich bestätigt Ich wundere mich, daß die Wachtturmleitung alle andere Literatur
in Mißkredit bringt, die auf Fehler in der Auslegung hinweist und es den Brüdern und
Schwestern verbietet, diese Literatur zu lesen. Fürchtet man sich
vor der Wahrheit, Bruder Knorr? Es dürfte der WT-Leitung nicht unbekannt sein, was in
anderen Gemeinschaften gelehrt und ausgelegt wird, das beweisen des öfteren Zitate aus
dieser fremden Literatur in ihrer Literatur Jedoch ist mir unverständlich, daß alle
anderen Gemeinschaften teuflisch sind und zur bösen Knechtsklasse gehören, nach
WT-Begriffen. Dieser Richterspruch ist unhaltbar, Bruder Knorr, und ich empfehle Dir und
allen Brüdern und Schwestern, in Amerika auch die Literatur von Brd. Schnell und Brd.
Goodrich und anderen zu lesen, Ihr werdet bestimmt daraus lernen. Mein Brief ist in BTTWB
in Amerika veröffentlicht worden und fand guten Anklang.
In ernster Besorgnis
Dein Bruder J. F. August 24. 1968
Offener Brief: An die WTG -
Zweigbüro Wiesbaden
Ist es noch christlich, was geschieht?
Liebe Brüder!
Mit Sicherheit sind Euch die Worte Jesu in Lukas 8:17
bekannt, wo es heißt: "Nichts ist verborgen, was nicht offenbar werden und nichts
geheim, was nicht bekannt werden und an den Tag kommen wird." Christus sprach hier
vom Licht der Verkündigung, die nicht im Verborgenen und Geheimen vollzogen werden soll,
sondern für jedermann sichtbar. Und er fährt fort in Vers 18: "Darum seid wachsam
und achtet darauf, daß ihr recht hört. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wer
nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint". Können die
Brüder und Schwestern in der von der WTG organisierten Art und Weise jedoch guten
Gewissens ihr Licht leuchten lassen gemäß den Worten in 2. Tim 2:15, wo es heißt:
"Sei eifrig bestrebt, vor Gott als bewährt dazustehen als ein Arbeiter, der sich
seiner Arbeit nicht zu schämen braucht?" Nein, sie können das nicht guten
Gewissens! Denn was die WTG da organisiert, trägt keinen reinen glaubensmäßigen
Charakter mehr, sondern wurde schon vielen Brüdern in der DDR zum Verhängnis, weil es
nicht "um des Namens Jehova willen" ist. Was die Diener der WTG an Tätigkeit
organisieren, führt zu keiner Verfolgung um des Glaubens willen, sondern wegen
Gesetzlosigkeit. Für jeden, der die Sache ehrlich betrachtet, ist die Behauptung der WTG
von einer Verfolgung um des Glaubens willen damit längst zerschlagen. Die Arbeit der
WTG-Diener ist unvereinbar mit einem guten Gewissen nach 2. Tim 2:15. Die nachstehend
angeführten Beispiele beweisen das.
Das Hauptanliegen dieses offenen Briefes ist es, das anhand einiger Tatsachen klar und verständlich darzulegen. Denn die Schrift gebietet in Hesekiel 3:17-21, vor jeder Gesetzlosigkeit zu warnen, besonders das "Haus Israel". Damit ist gleichzeitig die Forderung an die WTG gerichtet, die in Anspruch nimmt, das "geistige Israel" zu vertreten, die Maßnahmen der Gesetzlosigkeit zu unterlassen, die die Brüder und Schwestern in der DDR in Widerspruch zum Staat, zur "Obrigkeit von Gott" laut Römer 13:1-7 bringen. Obendrein läßt die WTG dabei in unchristlicher Weise andere für sich zahlen Und damit kommen wir zum Hauptanliegen dieses offenen Briefes.
Seit etwa 1954 begann die WTG damit, Spendengeld der "Guten Hoffnung" aus der DDR nach Westberlin bzw. nach Westdeutschland bringen zu lassen. Man benutzte dazu die verschiedensten Methoden. Nach dem 13. August 1961, als die Grenze in Berlin gesichert wurde, ist der Geldschmuggel noch komplizierter geworden. Anstatt ihn einzustellen, geht man jetzt dazu über, ihn noch zu verstärken Angeblich braucht die WTG dieses Geld für die Verkündigung. Aber jeder Geldschmuggel ist nach 1. Petrus 4:15 als Verbrechen zu betrachten und darf daher von Christen nicht betrieben werden. War es nur scheinheilig, daß auch der WT vom 15. Januar 1963 das anerkannte Um also in der DDR verkündigen zu können, muß man Geld nach Westdeutschland schmuggeln? Da stimmt doch etwas nicht, denn das ist schriftwidrig und gesetzlos und wird von der WTG mit allen Mitteln geheim und im Verborgenen gehalten. Doch es kann nicht unsichtbar gehalten werden, es kommt an den Tag. Und weil die WTG dabei nicht auf die Schrift, auf das Wort Gottes, hört, wird denen, die ihr so folgen, genommen, was sie zu haben meinen, wie es in Lukas 8:17, 18 gesagt wird.
Um in der DDR eine schriftgemäße Verkündigung des Wortes Gottes durchfuhren zu können, braucht man nicht zu schmuggeln, denn eine solche Verkündigung ist in keiner Weise behindert. Doch die Verkündigung im Auftrag der WTG ist nicht nur schriftwidrig, sie dient gleichzeitig auch dunklen, gesetzlosen Zwecken. In verschiedenen Beiträgen wurde in CV schon über den Verwendungszweck der geschmuggelten Gelder berichtet. Unter Hinweis auf die Warnungen vor Gesetzlosigkeit in Hesekiel 3:17-21 möchte ich jedoch einiges nochmal erläutern. Gelder, die illegal aus der DDR ausgeschleust werden, können der WTG nur Nutzen bringen, wenn sie in Westberlin oder Westdeutschland bei den Kreditinstituten umgetauscht werden, Damit macht sich jedoch die WTG zum aktiven Unterstützer der dunklen Tätigkeit westlicher Geheimdienste, denen solches Geld aus der DDR zur Ausrüstung und Bezahlung ihrer Agenten und damit zur Vorbereitung neuer Kriegsabenteuer zufließt. Es dürfte der WTG klar sein, daß sie und die von ihr zu solchem kriminellen Unterfangen gedrängten und mißbrauchten Zeugen Jehovas von den staatlichen Organen der DDR nicht gerade ein Lob zu erwarten haben.
Aus meiner eigenen Erfahrung ist mir bekannt, daß pro Verkündiger monatlich etwa 10,- M gespendet werden. Es gab sogar Geschwister, wie z. B. eine Schwester aus Grünau, die über mehrere Monate hinweg regelmäßig 50,- M spendeten. Wir können uns also vorstellen, daß jährlich hohe Summen auf Veranlassung der WTG aus der DDR geschmuggelt werden.
Nehmen wir ein anderes Beispiel der Schriftwidrigkeit und Gesetzlosigkeit der WTG-Verkündigung. jeder Bruder kann einschätzen, daß auf Grund der ihm laufend angebotenen "Speise" in der DDR ein gut eingespielter illegaler Apparat bestehen muß, der auch über entsprechende Verbindungen nach Westdeutschland verfügt. Verbunden mit dieser Untergrundtätigkeit ist nun eine völlig schriftwidrige und gesetzlose antikommunistische Propaganda gegen die sozialistische Ordnung, was schon damit beginnt, daß die sozialistischen Länder als "totalitäre Regime" gekennzeichnet werden, obwohl die Schrift sagt, "aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen untertan" zu sein, wie es in 1. Petrus 2:13 heißt. Das unmenschliche Regime des Imperialismus, das sich in den Ereignissen vor unserer Tür in Westdeutschland wie durch seine Kriegspolitik in Vietnam als menschenfeindlich und undemokratisch erweist, preist die WTG dagegen als demokratisches System. Man sieht dabei auch, daß die WTG gar nicht so unpolitisch und neutral ist. Man könnte direkt annehmen, daß sie sich in den USA, wo das Hauptbüro ist, bei den dortigen Herren lieb Kind machen will. Könnte es nicht gar so sein, daß die WTG in den USA die Auflage erhalten hat, in mehr oder weniger versteckter Form gegen Sozialismus und Kommunismus zu Felde zu ziehen? Nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein"?
Die ehemals verantwortlichen Bruder Liebig und Bischoff mußten sich bereits 1965 davon überzeugen, daß keiner ungestraft eine Arbeit im Untergrund organisieren kann, ohne von den staatlichen Stellen dafür belangt zu werden. Es ist nicht nur absurd, bei dem heutigen Stand der Entwicklung anerkannt illegal arbeiten zu können. Es ist auch ein einfältiger Selbstbetrug oder Betrug der Brüder und Schwestern, wenn man lehrt oder glaubt, der Herr "überwaltet" oder "beschützt" solches Werk. Das wird zweifach offenbar. Erstens weist die WTG die Diener durch die "theokratische Kriegslist"-Anwendung an, sich in Wirklichkeit selbst zu schützen. Nicht Gott "überwaltet" also, sondern die eigene Beherrschung der Methoden der List und Tarnung entscheidet. Und zweitens verbietet die Heilige Schrift jede List in der Verkündigung. Denn Paulus sagt, daß sich Christen "von hinterhältigen Dingen losgesagt" haben müssen, daß sie "nicht mit List wandeln" dürfen und sich durch das "Kundmachen der Wahrheit jedem menschlichen Gewissen vor Gott empfehlen" müssen, 2. Korinther 4:2, NW.
Was die Einstellung der hinterhältigen und listigen Machenschaften bezüglich des Geldschmuggels betrifft, sind viele Brüder und Schwestern mit mir einer Meinung, daß es richtiger ist, die Spenden in der Höhe zu halten, die ausreicht, um bedürftige Brüder und Schwestern zu unterstützen und die eigenen Ausgaben in den Versammlungen decken zu können. Darüber sollte sich die WTG und jeder Zeuge Jehovas Gedanken machen. Die Urchristen kannten keinen kostspieligen Apparat hauptamtlicher "Diener". Jeder Diener in der Versammlung hatte die Pflicht, einen ordentlichen Beruf auszuüben, Titus 1:7. 2. Thess. 3:11. Es galt sogar: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen"! 2. Thess. 3:10. Selbst die Apostel haben gearbeitet und sich von niemandem aushalten lassen. 2. Thess 3:6-8.
Unseren Brüdern und Schwestern geben wir den Rat:
Spendet kein Geld, über dessen rechte Verwendung ihr keine Kontrolle habt.
Persönliche Hilfe und Unterstützung für Bedürftige dagegen ist das schriftgemäße
"Wohltätigkeitswerk" nach 2. Kor. 9:8, 9 (Menge), der vornehmste Zweck
christlicher Spenden überhaupt. Ist das nicht besser, als Geld zu spenden, das am Ende
den westlichen Geheimdiensten geopfert ist? Ihr könnt nicht erwarten, daß der Staat
tatenlos zusieht, wie er durch den WTG-Geldschmuggel geschädigt wird.
Aus all diesen Erkenntnissen heraus kann es doch nur eins geben, nämlich immer in echter christlicher und schriftgemäßer Verantwortung vor Gott und Menschen zu handeln und zu predigen. Die Tatsachen zeigen, daß das bis jetzt nicht geschieht. Immer mehr Brüder und Schwestern in der DDR unterstützen bewußt diese Forderung an die leitenden Brüder. A. Z.
Die Untergrundorganisation - ein gefährlich
unkontrollierbarer Apparat
Schlußbetrachtung zu den Folgen in CV 10 und 12
Verkündiger in Unmündigkeit gehalten
In CV 10 und 12 waren Vorgänge behandelt worden, Schwierigkeiten,
in die die Versammlung Eisenach seit Jahren durch die Rolle gebracht wurde, die
ein "anderer" namens Paul S... dort spielte. Auch Stellungnahmen von P. S...
wurden veröffentlicht.
P. S... war erst im Sommer 1953 getauft und schon 1954 zum VD in Eisenach ernannt worden. Im Februar 1955 wurde er jedoch verhaftet. 1960 wurde er wieder entlassen und nach Rücksprachen mit Bruder W. G... vom Bibelhaus wurde er wieder Diener in Eisenach und Umgebung. Dann wurde er von Bruder R. aus Steinbach-Hallenberg als dessen Vertreter wieder über 6 Versammlungen eingesetzt, mehreren VD vorgestellt und beauftragt, die Versammlungen Eisenach und Bad Salzungen besonders zu betreuen, wie er sagte.
Aber das ging nicht alles glatt. Schwester A. verbreitete z. B. die Ansicht, es sei kein Felddienst mehr nötig und P. S... dränge sich nur nach Dienstämtern. So mußte er 1964 tatsächlich einen "Aufruhr" in Eisenach niederschlagen. Jemand hatte die ganze Versammlung in Eisenach aufgelöst und alle Diener als abgesetzt erklärt.
P. S... ermittelte die Verbindungsleute dieser Verschwörung. Er stellte sie zur Rede und erzwang kraft seiner "theokratischen" Autorität, seines persönlichen Gefürchtetseins und diverser Drohungen mit Ausschluß die Angabe des Namens dessen, der das inszeniert hatte: P. K. aus Brotterode. Er brachte ihn vor ein Komitee und zwang ihn zur Preisgabe der Namen aller anderen, die an dieser Sache mitgewirkt hatten. Dadurch entstand eine solche Feindschaft unter den Brüdern, daß etliche nicht einmal mehr miteinander sprechen.
Der damals zuständige Gebietsdiener G. Richter aus
Kleinrettbach sagte in seiner Einschätzung:
"Es fällt mir nicht leicht, die rechten Worte zu finden, um Bruder
St. einigermaßen richtig einzuschätzen. Zwei Jahre sind wir zusammen gekommen und
jedesmal kamen mir irgendwelche Zweifel an ihm auf, die dann früher oder später wieder
vergingen oder auch blieben. Seine Undurchsichtigkeit regte mich immer wieder zum
Nachdenken an. Damals vor drei Jahren gab er mir zu verstehen, daß es doch besser wäre,
wenn ein anderer VD wäre. Dieses Streben nach dem Dienstamt war bis heute zu erkennen.
Bruder St. hatte bisher die Kasse, gab jedoch niemals darüber Rechenschaft ab. Als ich
einem Bruder dieses Anliegen vortrug, sollte der 'Eine' die Kasse übernehmen. Es blieb
jedoch so, wie es war. Bruder St. war auf jeden so furchteinflößend, das ihm niemand
widerstand. Die Brüder, die er für gut befand, mußten auch die anderen anerkennen.
Auf Grund seiner Ausbildung kennt er alle Schliche und einen anderen
schnell umgarnen."
Inzwischen waren von der Leitung Weisungen gegeben, wie verfahren werden soll, wie immer, hinter dem Rücken der einfachen Verkündiger, die stets zuletzt oder gar gehört und gefragt werden. In dem schon erwähnten Bericht des ehemaligen Bezirksdieners von Thüringen hieß es: "Wir hatten genauso verfahren, wie du es uns in deiner Mitteilung geraten hast. Der Gebietsdiener hatte den Auftrag, den 'Einen' zu unterrichten. Das geht auch in Ordnung. Bedauerlicherweise hatte ein Bruder seine Kompetenz überschritten und einen Verkündiger der Versammlung Eisenach unterrichtet, ehe der reguläre Weg wirksam wurde. Der 'eine' war also noch im Amt, trotzdem hatte Bruder S... den 'Einen' ausgeschaltet und über seinen Kopf hinweg die Dinge in Gang gesetzt".
Daraufhin wurde P. S... Ende 1964 von seinen Funktionen als stellvertretender VD und "anderer" von Eisenach und als stellvertretender Gebietsdiener von Eisenach, Bad Salzungen und Umgebung abgesetzt. Was waren jedoch die Hintergründe im einzelnen!
Gefährliche Hintergründe
Die Veröffentlichung hierüber in CV 10 und 12 brachten eine Möglichkeit,
in Verbindung mit verschiedenen Brüdern zu erfahren, was sich hinter diesen Vorgängen in
der Organisation zutrug. Die späteren Bethelmitarbeiter Werner G... und Harald K...,
die mit P. S... zusammen in Haft waren, hatten durch Zusammensein mit ihm erfahren, daß
P. S... nicht als VD, der er damals war, sondern als Agent westlicher Geheimdienste
verhaftet worden war. Er hatte für den "CIC", die "KgU" und den
"UfJ" gearbeitet. Für seinen bezahlten Dienst für den "CIC" hatte er den
Decknamen "Salzfisch", wie er sagte. Trotz dieser Tatsachen war P. S... im
Einvernehmen mit dem Bibelhaus nach 1960 wieder in Dienstämter gebracht worden, weil in
Versammlungen niemand davon wußte. Bis 1964 ging das gut, obwohl die Berichte des
ehemaligen Gebietsdiener Richter zeigen, daß ein ständiges Mißtrauen herrschte.
Die Methoden von P. S... rührten die Sache nach und nach auf. Wie erbittert es dabei in Eisenach zuging, zeigte der von P. K. aus Brotterode gegen P. S... inszenierte "Aufruhr". Um ihn endgültig zu stürzen, brachten die Brüder, die das tun wollten, die Rolle von P. S..., die er als VD (GD) einst gespielt hatte, neben anderen Dingen ins Spiel. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen dem ehemaligen Bezirksdiener Kutowski aus Halle und dem ehemaligen Kreisdiener Lange aus Erfurt. Im Ergebnis wurde der ehemalige Gebietsdiener Müller aus Ohrdruf zum Sündenbock, da auch er von der geheimen politischen Rolle des P. S... Kenntnis hatte. In der Auseinandersetzung zwischen Kutowski und Lange wurde entschieden, Müller sofort abzulösen. Lange hob ausdrücklich hervor, daß die Ablösung nicht wegen Unfähigkeit erfolge: "Es geht nicht um den Menschen, sondern um das Dienstamt", erklärte er wörtlich. Die Auseinandersetzung zwischen Kutowski und Lange hatte jedoch zum Inhalt, das Lange mit Müller im Hinblick auf P. S... einen völlig unfähigen Diener eingesetzt habe. Langes Auftrag lautete deshalb doch, Müller wegen Unfähigkeit abzulösen.
Die Versammlung wurde in völliger Unwissenheit gelassen. Die Verkündiger erfahren nichts, um darüber zu befinden, es sei denn, ein Diener überschreitet einmal seine Kompetenz, die "theokratisch" genannt wurde. Es kommt den meisten Dienern schon gar nicht mehr zum Bewußtsein, daß sie die Verkündiger im Widerspruch zur Schrift wie unmündige Kinder behandeln. P. S... war ein Beispiel. Niemand weiß genau, was für dunkle politische Existenzen infolge der Entmündigung der Versammlungen noch in führenden Dienstämtern sitzen und für westliche staatsfeindliche Stellen arbeiten. Wer wundert sich bei diesen Erfahrungen über die Schwierigkeiten?
Der einzige Weg der Abhilfe
Der Apostel Paulus schrieb an Timotheus, damit er es als Richtschnur allen Gliedern der
Versammlung kundtue, damit diese danach handeln:
"Dieses Wort ist zuverlässig. Wenn jemand nach dem Amt eines Aufsehers strebt,
begehrt, er vortreffliche Arbeit Der Aufseher muß daher untadelig sein . . . Ferner muß
er auch ein vortreffliches Urteil (Zeugnis) von Außenstehenden haben, damit er nicht in
Schmach und in eine Schlinge des Teufels gerate . . . . Auch sollen sie zuerst auf ihre
Eignung geprüft werden, darauf la ß t s i e als Diener amten, wenn sie frei von Anklage
sind." 1. Timotheus 3:1-10, NW.
Lies doch einmal die Worte des Paulus: "Darauf l a ß t s i e als Diener amten", (NW). W e r soll sie als Diener amten lassen? Timotheus? Nein, der kannte das gar nicht entscheiden, weil er die Brüder nur ab und zu bei einem Besuch in den Versammlungen sah. Paulus Worte sagen klar, daß sie, die Versammlungen, die Betreffenden nach Überprüfung als Diener amten lassen sollten! Timotheus hatte nur Richtlinien weiterzugehen, nach denen sich die Versammlungsglieder richten sollen, wenn s i e Dienstämter besetzen lassen.
Wenn nicht über das geschriebene Wort hinausgegangen wird, so muß
jeder erkennen, daß die letzte Verantwortung für alle Dienereinsetzungen auf den
Versammlungsgliedern selbst ruht, auf keinem anderen. Wie können ein oder zwei
Diener der Organisation, die sich zumeist anonym halten, die kaum jemand kennt
und die kaum selbst jemand kennen, und wie kann das Zweigbüro, das selbst
überhaupt nie in die Versammlungen kommt, über die Person und Qualität
einzusetzender Diener entscheiden? Der Fall von P. S... zeigt, wie gefährlich für die ganze Organisation das Unvermögen der
Versammlungsglieder ist, das System der Dienerschaft von unten schriftgemäß zu
überprüfen, zu kontrollieren und zu überwachen. Das ist aber der einzige Ausweg.
Für CV von A. Z.
Interessante Mitteilungen
Die Leitung der Wachtturmgesellschaft gibt bekannt: Die Gesellschaft hat sich sehr
gefreut, den Missionaren und Sonderpionieren, die im Felddienst dienen, finanzielle
Unterstützung zu gewähren. 11 673 waren auf der ganzen Erde in diesem Dienst tätig. Die
Ausgaben der Gesellschaft betrugen für sie 4 902 751,16 Dollar.
Um die Versammlungsverkündiger zu ermuntern, wurde ihnen geistige Hilfe von den Kreis- und Bezirksdienern zuteil. 2 302 solcher Kreis- und Bezirksdiener waren 1968 tätig, wofür eine Summe von 767 571,17 Dollar von der Gesellschaft verausgabt wurde. Somit gab die Gesellschaft für geistigen Beistand und um Ermunterung zu bringen während des Jahres 1968 im ganzen die Summe von 5 670 322,33 Dollar aus.
Es ist eigenartig, daß die Leitung nie die Einnahmen bekannt gibt, sondern nur die Ausgaben. Will man damit seine Kapitalien, die sich auf rund 2 Milliarden Dollar belaufen, verheimlichen'? Wenn die Gesellschaft jährlich nach oberflächlicher Rechnung mindestens 100 Millionen einnimmt, verbleibt nach Abzug der Ausgaben, die wir noch höher einsetzen wollen, eine Summe von 80 Millionen zur freien Verfügung.
Auf der Jahresversammlung vom 1. Oktober 1968 unter Leitung von Präsident Knorr, die von 471 Mitgliedern besucht war, was die WTBTS of Pennsylvania betrifft, gab der Präsident einen ausführlichen Bericht über das Predigtwerk. Es folgte eine Wahl zur Ergänzung des Aufsichtsrates, weil zwei Stellen abgelaufen waren, es waren W. Franz und J. O. Groh, beide wurden auf drei Jahre wiedergewählt. Darauf folgte ein Vortrag "Eure Befreiung naht". Hier wurde auch kein Bericht über Einnahmen und Ausgaben gegeben.
Erst am 4. Oktober trafen sich die Vorstandsmitglieder der WTB'I'S of Pennsylvania im Büro des Präsidenten. Hier wurden die Beamten für das nächste Jahr gewählt, im ganzen sieben an der Zahl. Es wurden gewählt und bestätigt: N. H. Knorr zum Präsidenten, F. W. Franz zum Vizepräsidenten, Grant Suiter zum Sekretär und Kassierer. Die anderen Vorstandsmitglieder sind: M. G. Henschel, L. A. Swingle und T. J. Sullivan.
Hier gab der Präsident einen ausführlichen Bericht über Einnahmen und Ausgaben von Geldern der WTBTS of Pennsylvania für 1968. Die Vorstandsmitglieder erklärten, sie seien Jehova für dieses Dienstvorrecht dankbar.
Am 6. Januar 1968 wurde die Jahreshauptversammlung gemäß der Satzung und den Statuten des Staates der Watchtower Bible and Tract Society of New York, Inc. im Büro der Gesellschaft in der Columbia Heights 124, Brooklyn, New York abgehalten. Von 58 Mitgliedern waren 54 anwesend. Der Vorsitzende berichtete über die Einnahmen und Ausgaben für das Dienstjahr und gab einen Rechenschaftsbericht. Direkt nach der Tagung der Versammlung kamen die Vorstandsmitglieder zusammen und wählten einstimmig folgende Vorstandsmitglieder zu Beamten: Knorr zum Präsident, Franz zum Vizepräsident, Grant Suiter zum Sekretär und Kassierer, Groh zum Hilfssekretär und Hilfskassierer. Die anderen Vorstandsmitglieder sind: G. M. Couch, M. H. Larson und L. K. Greenless.
Auffällig ist, daß in beiden Gesellschaften keine Summen über Einnahmen und Ausgaben genannt werden, sondern es nur den Beamten des Vorstandes zu wissen getan wird. Kein Zeuge Jehovas hat einen Anteil am Vermögen der Gesellschaft, es gehört nur dem Direktorium. Sie dürfen nur spenden für die "millionenreiche Gesellschaft". Es wird streng geheim gehalten, über wieviel Kapital die Gesellschaft verfügt.
Weiter ist zu beachten, daß man bei dem ganzen Bericht nichts "Theokratisches" findet, von dem man sonst soviel berichtet. Es geht hier rein menschlich zu bei der Wahl und Verteilung des Vermögens, von "I'heokratie" keine Spur. Keine theokratische Linie ist bemerkbar, nicht einmal irgendeinen Hinweis auf die Pflicht der brüderlichen Hilfe. Im Vordergrund steht Vergrößerung des Werkes durch moderne Gebäude, moderne technische Einrichtungen, gute Kapitalsanlagen, Farmen usw.
Hier taucht wieder die Frage auf: Ist die WTG eine göttliche
Organisation? Eine weitere Frage ist: Haben die Bezirks- und Kreisdiener der Gesellschaft
wirklich geistigen Beistand gebracht? Stimmen dürfte die Ermunterung der Bezirks- und
Kreisdiener zum Literaturverkauf, denn das ist wichtig für die Leitung der Gesellschaft.
Liebe Brüder und Schwestern, wie lange wollt ihr noch den Reichtum der WTG vergrößern
helfen?
(Jahrbuch 1969) B. M.
Aus Amerika:
Die Tätigkeit der Wachtturm-Gesellschaft ist in der Republik Kongo verboten worden. Der
Grund des Verbotes ist: Provokation, Herausforderung und Gesetzesverletzungen Dies ist nun
schon das 11. afrikanische Land, wo die WTG verboten wurde.
Die Christliche Mission gegen Jehovas Zeugen hat eine rege Tätigkeit in Spanien entfaltet. 168 Pioniere der Zeugen Jehovas haben bereits ihre Tätigkeit für die Wachtturmgesellschaft eingestellt. Die Auflage des Buches: "30 Jahre Sklave des Wachtturms" in spanisch war innerhalb zwei Wochen vergriffen. Auch die Auflage in portugiesisch war in zwei Wochen verausgabt. Das Buch: "Ins Licht der Christenheit" war ebenfalls in der gleichen Zeit vergriffen. Die Nachfrage ist weiterhin groß.
Gute Erfolge sind auch zu verzeichnen in Panama, Columbien, Brasilien, wo auch die Verkündiger der WTG arbeiten. Durch unsere Verbreitung der Aufklärungsschrift: "Jehovas Zeugen, wer sind sie?" wurde ihre Arbeit dort sehr behindert. Diese Aufklärungsschrift wird in der 5. Auflage in spanisch, portugiesisch und italienisch gedruckt, so daß wir damit gute Fundamente schaffen.
A 5168-69 V 71 2102