Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 26

Nur äußerst selten, man muss fast schon mit der Lupe suchen, kommt der Herausgeber der CV, Willy Müller auch mal beiläufig auf seine ganz persönlichen Erfahrungen zu sprechen. Eine dieser seltenen Passagen ist auch in dieser CV-Ausgabe mit enthalten. Sie sei hier einmal kommentarlos zitiert. Man mag einwenden. Der entsprechende Artikel ist mit B. M. gezeichnet. Das ist wohl war. Nur war in der Frühzeit der CV die Zahl der aktiven Schreiber in diesem Blatt nicht so übermäßig groß. Sie war durchaus überschaubar. Daher möchte ich doch an meiner These festhalten, der entsprechende Artikel ist Müller zuzuordnen. Dies deckt sich auch mit den Erkenntnissen, die man aus anderen Quellen über seine Biographie gewinnen kann. Er schrieb da also:

"Was die große brüderliche Liebe untereinander anbetrifft, so ist man gezwungen, auch an die leitenden Brüder zu denken, die in der Verbotszeit ihre Brüder verrieten, wie es z. B. die Leiter des Werkes Frost und Franke taten und sie dadurch in Lebensgefahr brachten. Ich selbst durfte ähnliches erleben, daß dienende Brüder mich falsch beschuldigten, trotzdem sie genau wußten, daß ihre Anschuldigung Unwahrheit war. Sie meinten, wenn sie schon wegen Getzesverletzung bestraft würden, könnten es andere Brüder auch mit durchmachen, um den Schein einer Glaubensverfolgung zu vergrößern, denn es geht ja in erster Linie um Förderung seiner Organisation. Außenstehende waren darüber sehr verwundert, daß Brüder versuchen, unschuldige Brüder zu belasten, um die Organisation von ihren Anordnungen und Machenschaften zu entlasten und konnten dies nicht verstehen, daß es in einer "göttlichen Organisation" so etwas gibt. Nach Klärung des Falles standen sie als falsche Ankläger da. Als ich dann wieder unter den Brüdern und Schwestern erschien, wurde ich als Verräter bezeichnet, weil ich die falsche Anschuldigung abwehrte. Das ist die "wirkliche" große Liebe unter den leitenden und dienenden Brüdern. Man muß dies alles selbst erlebt haben, sonst glaubt man es nicht, daß die so viel gepriesene Liebe nicht im geringsten vorhanden ist, sondern ein jeder versucht, für sich irgendwelche Vorteile herauszuholen, auch, wenn man den anderen Bruder dabei irgendwie schädigt."

"Zwölf Jahre meines Lebens", so betitelt der Autor Gerhard Peters, seinen in dieser CV-Ausgabe beginnenden mehrteiligen Bericht. Sicherlich ein aufschlussreicher Bericht, mit einer Einschränkung. Meiner Erinnerung nach handelt es sich hierbei schon um die Zweitfassung seines eingesandten Berichtes. Die Erstfassung hingegen wurde nicht veröffentlicht und ihr Autor wurde aufgefordert sie nochmal umzuschreiben. Bei diesem Umschreiben haben ihm aber ganz offensichtlich einige Pate gestanden und ihm durch deutliche Fingerzeige gesagt, was er mitteilen dürfe und was nicht. Weshalb diese Behauptung? Nun, der Verfasser hatte in der Erstfassung auch davon gesprochen, wie er versucht hatte, dem DDR-Staat wieder zu entkommen. Indem er nämlich versuchte mit einer Taucherausrüstung die Elbe Richtung Westen zu durchschwimmen. Das ist dann aber offensichtlich schief gegangen. Es verstand sich für den DDR-Staat selbstredend, dass dieser "Republikflüchtling" intensiven Verhören unterzogen wurde. Und nachdem man seinen Hintergrund als Zeuge Jehovas wahrgenommen hatte, legte man ihm nahe, in der CV zu berichten. Dies nur als zwar nicht niedergeschriebene, nichtsdesto trotz, notwendige Ergänzung.
 


CV Christliche Verantwortung

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung Konto-Nr. 4564-49-20156 Bank für Handel und Gewerbe 65 Gera Straße des 7. Oktober Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.

Nr. 26 Gera September 1969

CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.

Ungeheurer Reichtum eine Weltorganisation
Ergänzung zu CV Nr. 18 und 19 nach den Darlegungen der Wachtturm-Direktion im Wachtturm vom 15. Juli 1968.
Liebe Brüder und Schwestern!
In "Christlicher Verantwortung" Nr. 17, 18 und 19 berichteten wir über den ungeheuren Reichtum der Wachtturm-Gesellschaft nach dem Jahrbuch 1967. Heute wollen wir diesen Bericht nach neuesten Veröffentlichungen im Wachtturm Nr. 14/68 ergänzen. Hier liegt ein Bericht vor, von der Einweihungsfeier der neuerbauten Druckerei in Brooklyn Die Feier fand in drei Speisesälen des Bethelheimes statt, die durch eine interne Fernsehanlage miteinander verbunden waren.

Am 31. 1. 68 wurde das elfstöckige Druckereigebäude mit einer Grundfläche von 21 000 Quadratmetern seiner Bestimmung übergeben. Die drei bisherigen Gebäude hätten eine Grundfläche von 40 500 qm. Die vier Gebäude zusammen haben jetzt eine Grundfläche von 61 500 qm.

Zu dem genannten Bethelheim gehören zwei stattliche zwölfstöckige Gebäude aus rotem Backstein, die den New Yorker Hafen überragen. Beschäftigt sind 600 Druckereiarbeiter und mehr als 250 Personen, die in Büros, Küche, Wäscherei und anderen Abteilungen tätig sind. Außerdem wohnen noch 101 Studenten der Gileadschule im Heim. Auch wohnen hier noch 50 Studenten des zweiwöchigen Königreichsdienst-Schulkursus, die sonst als Diener in den Versammlungen tätig sind.

Knorr und Franz waren die Hauptredner. Im Jahre 1920 fing man in der Wachtturm-Gesellschaft an, auf ihrer eigenen Rotationsmaschine zu drucken. Die Größe der Druckerei war damals 280 qm. Bereits 1927 hatten sich die Kapitalien so angehäuft, daß man die erste Vergrößerung der Druckerei vornehmen konnte. Man vergrößerte auf 6 500 qm. Der Sekretär-Kassierer Grant Suiter gab einen kurzen Bericht über den Kauf der Grundstücke und ihre Verwendung, nennt aber keine Kaufsummen. Im Jahre 1937 wurde der Druckerei ein kleiner vierstöckiger Bau hinzugefügt. Die Organisation wuchs weiter an und damit auch die Einnahmen. Das gab die Möglichkeit, im Jahre 1949 ein großes neunstöckiges Gebäude zu erstellen. Das Wachsen wurde noch größer und man konnte 1956 auf Grund der erhöhten Verdienste ein weiteres Gebäude mit 13 Stock errichten. Die Grundfläche der Druckerei vergrößerte sich damit auf 17 800 qm. Das schuf wiederum Möglichkeiten für Mehrverdienste. So war es möglich, das man im Oktober 1958, das zu dem nächsten Häuserblock gehörende neunstöckige Gebäude kaufen konnte. Es diente bisher nur als Papierlager. Es war damals, besonders im zweiten Weltkrieg, schwierig, eine solche große Druckerei aufrecht zu erhalten, besonders die Papierversorgung war mangelhaft.

Das neue Druckereigebäude, das vier Millionen Dollar gekostet hat, das sind insgesamt 16 Millionen 800 Mark, ist ein imposantes Gebäude. In ihm ist auch im Parterre ein Königreichssaal mit 20 in Länge und 7,5 in Breite untergebracht zur Benutzung der zwei Ortsversammlungen in Brooklyn. Er ist ausgelegt mit dunkelblauem Teppich und an den Fenstern goldfarbene Vorhänge. Die Wände sind hellbraun getäfelt. Man sparte nicht mit Ausgaben, um alles prunkvoll zu gestalten.

Im 1. Stock befindet sich ein 35 in langes Förderband an der Decke, welches die Verpackungskartons für die Literatur befördert. Diese Literatur wird in erster Linie an die 5317 Versammlungen in den USA versandt. Im vergangenen Jahr wurden nahezu 45 000 Bestellungen und nahezu zehn Millionen Bibeln, Bücher und Broschüren an diese Versammlungen ausgeliefert. Mit dieser jetzt verbesserten Methode können mit Leichtigkeit noch weit mehr Bestellungen erledigt werden. Das ist aber nur ein Teil des 1. Stockwerkes. In einem anderen Teil können sogar noch weit größere Mengen versandt werden. Im Vorjahre wurden 11 Millionen Bibeln, Bücher und Broschüren an die 95 Zweige der Zeugen Jehovas in der ganzen Welt versandt. im 4. Stock ist das Literaturlager. Im 4. und 5. Stock befindet sich die Buchbinderei. Sie ist mit neuen Maschinen ausgerüstet im Werte von 500 000 Dollar. Fünf Buchdeckenmaschinen, fünf Prägepressen, zu denen je eine Abpreßmaschine, eine Rückenleimmaschine, eine Einhängemaschine und eine Stockpresse gehören. Außerdem sind 33 Fadenheftmaschinen vorhanden. Hier werden stündlich Tausende von Büchern hergestellt. Im vergangenen Jahr wurden über eine Million Bibeln und mehr als sieben Millionen anderer Bücher hergestellt, in über 20 Sprachen. Zur Zeit werden im Durchschnitt täglich etwa 50 000 Bücher hergestellt, sogar einmal wurden an einem Tage 82 464 Bücher fabriziert. Das ergäbe, wenn man die Bücher aufeinanderlegen würde, Format: "Dinge, in denen es unmöglich ist, daß Gott lügt", eine Gesamthöhe von 1,5 km. In einem der letzten Monate wurden 1 140 459 Bücher hergestellt. Dadurch wird ein monatlicher Reingewinn von 570,229,50 Mark bei 50 Pfg. Verdienst pro Stück erzielt. Oder pro Tag 19 007 Mark nur an Büchern.

Der 6. Stock des neuen Gebäudes steht zur Zeit noch leer. Jedoch im 6. Stock der anderen Gebäude der Druckerei, die durch Brücken miteinander verbunden sind, stehen gegenwärtig 18 große Rotationsmaschinen. In dem Stock darüber, dessen Boden besonders verstärkt ist, werden weitere 23 solcher großen Rotationsmaschinen aufgestellt, vier davon noch in diesem Jahr (1968) und vier weitere im nächsten Jahr, so daß bis Ende 1969 die Gesamtzahl der Rotationsmaschinen auf 26 gestiegen sein wird. Die WTG hat hier ferner noch 16 kleinere Flach- und Akzidenzpressen, auf denen Handzettel, Traktate, Programme, Formulare usw. gedruckt werden.

Der 7., 8., 9. und 10. Stock des neuen Druckereigebäudes stehen noch leer. In den Gebäuden, die 1927 und 1949 erbaut sind, stehen riesige Druckpressen. Die größten davon wiegen über 50 Tonnen und verbrauchen in 40 Minuten je eine etwa 700 kg schwere, 1,5 m breite Papierrolle. Die 18 Pressen brauchen im Durchschnitt täglich 100 Rollen Papier, die insgesamt über 40 t wiegen und etwa 10 000 Dollar kosten. Also bestimmt hat die WTG keinen kleinen Druckereibetrieb, sondern ist ein Großunternehmen, geführt von Millionären als Eigentümer.

Drei der großen Pressen drucken in einer Stunde im Durchschnitt 25 000 Stück 32-seitige Zeitschriften oder zusammen weit über ½ Million am Tag. Das bringt einen Reinverdienst pro Tag bei nur 10 Pfennig Verdienst von 50 000 Mark nur an Zeitschriften. Es werden ja aber auch noch andere Zeitschriften gedruckt. So wird berichtet, daß die Menge der gedruckten Zeitschriften doppelt so hoch war als 1955, es waren 154 681 710 Stück. Das ergibt eine Gesamtsumme von 15 468 171 Mark Reinverdienst. In dem 1956 erbauten Druckereigebäude befinden sich weitere Rotationsmaschinen, die das Drucken und Versenden von 150 000 Zeitschriften ermöglichen.

Im 13. Stock befindet sich die Abonnementabteilung. Zeitschriftenabonnements gibt es mehr als 1,5 Millionen. Die Verpackungsmaschine verpackt stündlich 6 000 Zeitschriften und adressiert sie gleichzeitig. Im 8. Stock hortet die WTG einen Papiervorrat für sechs Monate. Das bedeutet, daß sie über 5 000 t Papier oder mehr als 200 Eisenbahnwagenladungen von je 25 t auf Lager hat. Im 7. Stock des alten Gebäudes stehen 32 Linotype-Setzmaschinen, genau viermal so viel wie 1948. Hier befindet sich auch die Handsetzerei und die Stereotypie. In den unteren Stockwerken befinden sich die Farbenproduktionsabteilung und die Tischlerei. Die WTG stellt ihre Druckfarben selbst her und spart dadurch jährlich 10 000 von Dollar ein. Im Vorjahre wurden 140 t Druckfarbe hergestellt. Aber nicht nur Druckfarbe wird hier erzeugt, sondern auch Seife und Reinigungsmittel. Letztes Jahr wurden über 20 t Seife und Reinigungsmittel hergestellt, 3 800 1 Farbe und 95 t Klebstoff. In der Tischlerei werden die Möbel für das Bethelheim, Büro usw. hergestellt, so werden auch hier Zehntausende von Dollar eingespart. Gewiß, wie die WTG-Leitung selbst schreibt, kein "kleiner Druckereibetrieb" sondern ein Superbetrieb.

Der Rundgang durch die Gebäude benötigt 2 ½ Stunden. Die Druckerei in Brooklyn ist aber nicht die einzige der Gesellschaft. Weitere befinden sich in der ganzen Welt. Im Vorjahre wurden in diesen Druckereien außerhalb Brooklyns insgesamt 96 Millionen Zeitschriften in 40 Sprachen gedruckt. In Deutschland (W) laufen zwei Rotationsmaschinen Selbige druckten 1967 27 000 000 Zeitschriften und 250 000 Bücher. Das ergibt für die deutsche Druckerei einen Verdienst nach Abzug der Unkosten von 2 825 000 Mark. Dies nur in der deutschen Druckerei. In England wurden 21000 000 Zeitschriften gedruckt, in Kanada 16 Millionen, in der Schweiz 11 Millionen. Dänemark, Schweden und Finnland druckten im Vorjahr ebenfalls über 10 Millionen Zeitschriften. Das ergibt einen Reinverdienst in Europa nur aus Zeitschriften von 8 675 000 Mark.

Was an Nahrungsmitteln im Bethelheim gebraucht wird, erzeugt die WTG selbst auf ihren Farmen, die ein Gebiet von 850 Hektar Land umfassen. Alle Arbeiter sind Zeugen Jehovas und bekommen keinen Lohn, sondern nur ein Taschengeld von 14 Dollar im Monat und Verpflegung. Also Verdienst, wo man hinsieht. Verdienst an den Brüdern, Verdienst an den selbsterzeugten Lebensmitteln, Verdienst am Material, welches man selbst herstellt und Verdienst beim Verkauf der Literatur. Der Verdienst aus Literatur ist nach dieser von der WTG-Leitung selbstgemachten Aufstellung pro Tag an Literatur rund und sehr niedrig eingesetzt, 70 000 Mark. Es ist ein Reinverdienst nach Abzug aller Unkosten, mit dem sich gut leben läßt. Man kann ruhig auf eine jährliche Einnahme aus Literat nur von 35 Millionen schließen, denn 30 500 000 Mark errechneten wir ja schon aus dem alten Druckereibetrieb. Man wird nun weiter investieren, auch in Anbetracht der angeblichen Nähe von Harmagedon, jedoch der armen, kranken und notleidenden Brüder und Schwestern wird man nicht gedenken, denn die WTG, ist ja kein Unterstützungsverein, wie man so schön sagt, sondern die einzige von Gott eingesetzte und geleitete Organisation. Wie der WT Nr. 14/68 Seite 424 schreibt: "Sie verkehren miteinander wie eine einzige, große, glückliche Familie Außenstehende staunen darüber, "daß sie eine solche Liebe unter sich haben"! (Joh. 13:35).

Es ist des Nachdenkens wert, liebe Brüder und Schwestern!
Es grüßt Euch, liebe Brüder, mit Joh. 13:34 Euer Bruder Willy Müller und Mitarbeiter.
65 Gera, Lutherstraße 16

Gott hat eine Organisation die ihn vertritt - hat er die Wachtturm-Gesellschaft erwählt?
Diese Behauptung verkündet der Wachtturm Nr. 14/1968, Seite 422, stellt aber dann die Frage: "Hat Gott heute eine sichtbare Organisation auf der Erde, die ihn vertritt Wenn ja, welche Organisation ist es? Es ist nicht anzunehmen, daß er viele Organisationen hat, die für unterschiedliche Lehren und Glaubenssätze eintreten. (l. Kor. 14:33). Welche Organisation läßt denn am deutlichsten erkennen, daß sie den Gott des Friedens und der Wahrheit vertritt?"

Das Wort Organisation kommt in der Bibel nicht einmal vor. Die Leitung der WTG hat es sich erwählt, um sich besser herausstellen zu können. Man könnte es auch mit Partei bezeichnen, aber dies war der Leitung wohl zu weltlich. Keine der christlichen Gemeinschaften benutzt das Wort Organisation, was schon zum Nachdenken Anlaß geben sollte.

Auf der Suche nach der richtigen Organisation schreibt der WT: "Die großen und kleinen Sekten der Christenheit (die WTG behauptet, keine Sekte zu sein), die beanspruchen heilig zu sein . . ., wirken, von außen betrachtet zwar sehr eindrucksvoll und schön. Wie sieht es aber hinter der Fassade aus? Halten die Kirchenorganisationen der Christenheit einer Prüfung, die im Lichte der göttlichen Forderungen vorgenommen wird, stand? Entsprechen ihre Machttaten den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Wahrheit?" (Warum prüft man immer erst andere und sich nicht selbst zuerst?)

Ist die WTG-Organisationsleitung wirklich so klug, oder wer hat ihr Verständnis gegeben, die Geheimnisse Gottes zu erkennen? Jehova antwortet Hiob und sprach: "Wer ist es, der den Rat verdunkelt mit Worten ohne Erkenntnis Gürte doch wie ein Mann deine Lenden; so will ich dich fragen, und du belehre mich! Wo warst du, als ich die Erde gründete? Tue es kund, wenn du Einsicht, besitzest! Kennst du die Gesetze des Himmels oder bestimmst du die Herrschaft über die Erde?" (Hiob 38:2-4, 33). Möchten wir diese Worte Jehovas beim Lesen des Wachtturmartikels immer im Gedächtnis behalten, um die Anmaßung der WTG-Leitung recht zu erkennen.

Der WT-Artikel nimmt als Maßstab seiner kritischen Stellungnahme an anderen Christengemeinden Job. 13:35, wo es heißt: "Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt". Man weist auf die Verfehlungen dieser Gemeinden hin, welche sich aktiv am ersten und zweiten Weltkrieg beteiligten. Die WTG-Angehörigen haben sich nicht daran beteiligt. Sie hätten den Grundsatz der Liebe beachtet. Dies kann man nicht ganz in Abrede stellen. Jedoch gab es unter den WT-Gliedern welche, die diesen Grundsatz außer acht ließen, wie es andererseits welche gab in anderen Christengemeinden, die diesen Grundsatz beachteten. Im 1., sowie auch im 2. Weltkrieg besonders, hat die WTG-Leitung viele ihrer Brüder und Schwestern auf Grund von Irrlehren in bezug auf Römer 13 in den Tod getrieben, respektiv sie gesundheitlich oder sonstwie zeitlebens schwer geschädigt. Das war nicht nur Verstoß gegen Nächstenliebe, sondern auch gegen "Bruderliebe". Die anderen Christengemeinden geben ihre Verfehlungen wenigstens zu und haben daraus gelernt, wohingegen die WTG-Führung ihr Verschulden nicht zugibt.

Aber gibt es nicht noch andere Handlungen, die man mit dem Maßstab der Liebe prüfen sollte? Ist nicht alles gemeint, das im Laufe eines Lebensalters an uns herantritt, all diesem mit Liebe zu begegnen? Wenn ich nicht Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden. Die Liebe vergeht nimmer. (l. Kor. 13:1, 4-7). Sind wir aber alle heute schon soweit, alles, auch das Böse mit Liebe zu vergelten? Wer könnte heute schon Matthäus 5:45, Lukas 6:27-35 durchführen? Die Leitung der WTG behauptet, das es das heute schon gäbe, und zwar in der WTG, bei den Zeugen Jehovas. Der WT-Artikel geht sogar noch weiter. Er behauptet, es gibt eine Organisation, die den Forderungen des Wortes Gottes der Bibel entspricht, die alle Organisationsangehörigen trotz ihres Standes, Hautfarbe Sprache oder sonstiger Unterschiede in Liebe miteinander verbindet.

"Ja, es gibt eine solche Organisation - nur eine einzige! Es ist die Organisation der Zeugen Jehovas! Die Tatsachen beweisen dies. Betrachten wir einige davon. Es gibt Klassenunterschiede in den Versammlungen der ZJ. Arme und Reiche verkehren ungezwungen miteinander. Sie können alle Prediger und Lehrer sein. Jeder kann sich an Gesprächen über biblische Themen beteiligen. Bei großen Kongressen nehmen sie die Mahlzeiten gemeinsam an einem Tisch ein. Sie sind eine einzige große, glückliche Familie, wie, wenn sie sich schon immer gekannt hätten. Außenstehende staunen darüber, das sie eine solche "Liebe unter sich haben". Außenstehende staunen darüber, wie gut sie die Bibel kennen und damit umgehen lernen. Sie sind als Prediger überall bekannt".

Beweisen die Tatsachen, daß dem so ist?

Die Liebe unter den Zeugen Jehovas wird in diesem Wachtturmartikel als ganz besonders hervorragend herausgestellt Es sollte so sein, ist aber bei weitem nicht so. Bevorzugungen zwischen armen und reichen Brüdern, gut begabten und weniger begabten Brüdern, sind in allen Gruppenversammlungen der ZJ deutlich erkennbar und führt oft zu Streit und Uneinigkeit. Die Liebe ist da nicht bemerkbar. Der reiche Bruder ist der größte Spender in bezug auf Kassenverhältnisse, er wird deshalb mehr geachtet als der arme Bruder, welcher nicht so viel spenden kann. Jeder Versammlungsdiener ist bemüht, möglichst viele Spendengelder im Monat abzuführen, um nach oben gut angeschrieben zu sein. Deshalb werden hier oft bei Verfehlungen beide Augen zugedrückt, um den edlen Spender nicht zu verlieren. Auch die Umgangsformen untereinander sind nicht so herzlich, als es der Artikel versucht herauszustellen zwischen arm und reich, dasselbe trifft zu auf gut begabte und weniger begabte Brüder. Dem gut Begabten räumt man immer irgendwelche Chancen im Dienst ein und ist mehr geachtet als der weniger Begabte. Je redegewandter der Bruder ist, je mehr ist er angesehen und wird die anderen weniger Redegewandten in den Schatten stellen. Dies werden alle ehrlichen Brüder und Schwestern bestätigen müssen. Ausnahmen sind sehr spärlich. Was die biblische Betrachtung anbelangt, so ist der Ausdruck nicht richtig gewählt, es muß heißen "Wachtturmbetrachtung oder Literaturbetrachtung von der WTG". Denn nur dies wird in den Versammlungen behandelt. Die Bibel wird nur benutzt, um eventuell nur angeführte, nicht ausgeschriebene Bibeltexte zu lesen. Es kann sich wohl jeder an Frage und Antwort, die vorgeschrieben ist, beteiligen im Sinne des WT. Fragen und Antworten, die nicht im Sinne des WT gestellt werden, sind verpönt und kennzeichnen die betreffenden Brüder und Schwestern als Außenseiter. Kritische Fragen zum WT-Artikel sind zu vermeiden, denn alles was der WT schreibt, ist göttliche Wahrheit und niemand hat ein Recht, daran zu zweifeln. Tut er es dennoch, so folgt bei Wiederholung der Ausschluß, auf Zeit oder ganz, je nach dem man den Bruder einschätzt. Was die Gemeinsamkeit und die große Familie bei Kongressen betrifft, so gibt es hierzu sehr viele gegenteilige Beweise Ich möchte hier auf den Bericht in Nr. 11 von CV auf Seite 5 hinweisen, übermittelt von einem Bruder, der von Anfang bis Ende am Nürnberger Kongreß teilnahm Leitung und Verkündiger an einem Mittagstisch gab es nicht, auch keine gemeinsame Quartiere für Leitung und Verkündiger. Die Leitung schlief in der Villa am Dutzendteich in Betten, die Verkündiger auf Stroh in Massenquartieren. Die Leitung nahm ihr Mittagessen an weißgedeckten Tafeln ein und wurden bedient von hübschen Schwestern mit weißen Häubchen, der Verkündiger am Stehtisch mit Selbstbedienung. So sieht die große Liebe in der Familie aus. Das sind Tatsachen. Alle die angeführten Behauptungen des WT-Artikels hielten der Prüfung nicht stand und überprüfen wir nun noch die letzte Behauptung.

Der WT-Schreiber meint: "Die Zeugen entsprechen auch in anderer Hinsicht dem Bild, das die Bibel uns von der Organisation vermittelt, die wirklich Gottes Willen auf der Erde tut. Sie predigen das Evangelium nach Matthäus 24:14, was sonst niemand auf der Erde tut". Wir fragen:

Ist der Auftrag von Matth. 24:14 für die Jetztzeit bestimmt oder muß nicht erst noch vieles andere beachtet werden, bis diese Zeit da ist? Ist den Menschen gedient, wenn man sie mit Irrlehren und Fehlprophezeiungen belastet. Ist das der Wille des Herrn, seine eigenen Gedanken als von Gott eingegeben zu verkünden? Da die WTG-Leitung hier schwer versagt hat, kann sie niemals die Organisation sein, die Gott beauftragt hat, ihn auf dieser Erde zu vertreten. Sie ist nicht die "einzige Organisation", die den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Wahrheit entspricht, denn alle ihre Behauptungen, daß sie diese sei, halten einer Prüfung nicht stand. Sie maßt sich nur an, die einzige Organisation zu sein, die heute Gott auf der Erde vertritt, was einer Lästerung sehr nahe kommt. Wenn weiter behauptet wird, die ZJ kennen die Bibel sehr genau und Außenstehende sind verwundert über ihre Bibelkenntniss, so muß man darauf erwidern: Wenn sie die Bibel so kennen würden, als behauptet wird, dann mußten sie die Irrlehren längst erkannt haben, die ihnen der Wachtturm unterstellt. Sie sind aber mit WT-Lehren so belastet, daß sie den Irrtum nicht erkennen. Sie kennen nur einige Endzeittexte der Bibel nach WT-Auslegung, und das genügt zum WT-Studium, reicht aber nicht aus zum Bibelstudium. Somit ist auch diese letzte Behauptung nicht aufrecht zu erhalten.

Was die große brüderliche Liebe untereinander anbetrifft, so ist man gezwungen, auch an die leitenden Brüder zu denken, die in der Verbotszeit ihre Brüder verrieten, wie es z. B. die Leiter des Werkes Frost und Franke taten und sie dadurch in Lebensgefahr brachten. Ich selbst durfte ähnliches erleben, daß dienende Brüder mich falsch beschuldigten, trotzdem sie genau wußten, daß ihre Anschuldigung Unwahrheit war. Sie meinten, wenn sie schon wegen Gesetzesverletzung bestraft würden, könnten es andere Brüder auch mit durchmachen, um den Schein einer Glaubensverfolgung zu vergrößern, denn es geht ja in erster Linie um Förderung seiner Organisation. Außenstehende waren darüber sehr verwundert, daß Brüder versuchen, unschuldige Brüder zu belasten, um die Organisation von ihren Anordnungen und Machenschaften zu entlasten und konnten dies nicht verstehen, daß es in einer "göttlichen Organisation" so etwas gibt. Nach Klärung des Falles standen sie als falsche Ankläger da. Als ich dann wieder unter den Brüdern und Schwestern erschien, wurde ich als Verräter bezeichnet, weil ich die falsche Anschuldigung abwehrte. Das ist die "wirkliche" große Liebe unter den leitenden und dienenden Brüdern. Man muß dies alles selbst erlebt haben, sonst glaubt man es nicht, daß die so viel gepriesene Liebe nicht im geringsten vorhanden ist, sondern ein jeder versucht, für sich irgendwelche Vorteile herauszuholen, auch, wenn man den anderen Bruder dabei irgendwie schädigt.

Wir durften in CV schon viele Berichte von Brüdern unterbreiten, die die mangelnde Liebe beweisen. Weitere werden folgen, auf daß man erkenne, daß es keine Einzelfälle sind.

Somit haben alle angeführten Behauptungen einer Prüfung nicht standgehalten, daß die Wachtturmgesellschaft die Organisation ist, die Gott auf der Erde heute vertritt. Jesus hat bei seinem Erdendasein auch nicht auf die Organisation hingewiesen, die Gott vertreten würde, sondern er sagte zu seinen Jüngern: "Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt". (Joh. 14:16, 17). "Ich werfe keine andere Last auf euch, doch was ihr habt, haltet fest, bis ich komme". (Offbg. 2:24, 25). Möchten wir uns auch besonders der Worte Jehovas an Hiob erinnern: "Kennst du die Gesetze des Himmels oder bestimmst du die Herrschaft über die Erde?" (Hiob 38:33).

Die Wachtturmgesellschaft ist nicht die irdische Organisation Gottes und hat weder Macht noch Recht, Menschen zu führen, dies vermag nur Jehova und sein König Christus Jesus!
B. M.

Zeitgemäße Betrachtung
Über andere Menschen oder menschliche Gemeinschaften abschätzig oder abwertend zu urteilen beziehungsweise sie lächerlich zu machen, ist kein Kunststück und zeugt nicht von geistiger Weite. Das soll auch in diesem und den ihm folgenden Artikeln in keiner Weise geschehen. Vielmehr soll versucht werden, mit Verständnis und Sachlichkeit auf die Probleme einzugehen, die eine bestimmte Gruppe von Menschen, die sich "Zeugen Jehovas" nennen, der heutigen Gesellschaft und damit jedem denkenden Menschen, ganz gleich welcher Religion oder Weltanschauung aufgeben. Es ist wohl kaum zu bestreiten, daß das Reden und Handeln der "Zeugen Jehovas" auch und gerade von uns heute ernsthaftes Nachdenken über ihre Organisation und ihre Lehre erfordert.

Um die religiöse und geistige Beschaffenheit dieser international bekannten Vereinigung sowie ihre politische Verstrickung richtig erkennen zu können, ist es notwendig, sich zunächst über drei Dinge zu informieren:

1. Über den Ursprung der "Zeugen Jehovas",
2. Über die Art ihrer Bibelauslegung
3. Über ihren endzeitlichen Eifer.

Über den Ursprung der "Zeugen Jehovas" braucht im Rahmen der "Christlichen Verantwortung", die schon früher darüber ausführlich berichtet hat, nur weniges gesagt zu werden. Viele Leser der "CV" werden außerdem durch die Lektüre einschlägiger Bücher und Broschüren sehr genaue Kenntnis davon haben. Lediglich als Gedächtnishilfe sei daher noch einmal erwähnt, das der Kaufmann Charles Taze Russel aus Pittsburg (1852-1916) die Vereinigung um das Jahr 1876 in Nordamerika gründete, die sich vom Jahre 1913 ab "Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher" nannte. Die Zentrale in Deutschland war damals in Barmen.

Lassen wir zunächst Russels Nachfolger, den Richter J. F. Rutherford und den heutigen Präsidenten der "Zeugen Jehovas", N. H. Knorr, unberücksichtigt und beschäftigen wir uns weiter mit dem Ursprung dieser weitverbreiteten Organisation.

Die Mitte und das Ende des 19. Jahrhunderts sind insofern sehr interessant, als es eine religiös, kulturell und politisch äußerst bewegte Zeit war. Der damals wahrhaft gebildete Bürger stand der bürgerlichen Gesellschaft, in der er zu leben gezwungen war und deren Fragwürdigkeit er durchschaut hatte, durchaus kritisch gegenüber. Ebenso kritisch aber stand der wahrhaft gläubige Christ einer verbürgerlichten Kirche gegenüber, der er nach Geburt und Stand angehörte. Denn: War diese bürgerliche Gesellschaft noch eine Gemeinschaft der Menschen? War diese verbürgerlichte Kirche noch eine Gemeinde der Christen? Beides also, die bürgerliche Gesellschaft und die verbürgerlichte Kirche schufen auf religiösem Gebiet den Nährboden für das Lautwerden von Protesten - heimlich oder offen - und somit für das Aufkeimen von verschiedenen Glaubensgemeinschaften und Splittergruppen aller Art. Denn soviel durfte wohl klar sein: Wenn sich einzelne oder eine Gruppe von Menschen absplittert, ist sie mit dem Großen und Ganzen, zu dem sie offiziell gehört zu Recht oder Unrecht nicht mehr einverstanden. Dies alles sei. deshalb gesagt, um Russels vielleicht anfänglich echtem Bemühen um wahre Religiosität gerecht zu werden und nicht voreilig zu urteilen oder zu verurteilen Aber was Russel aus einer möglicherweise richtigen Erkenntnis weiterhin entwickelte, kann nur bitter enttäuschen.

Wenn wir recht sehen, geschah doch folgendes: In Russel siegte der Kaufmann über den religiösen Menschen, der ebenso wie seine Nachfolger nicht davor zurückschreckte, seine kaufmännische Erfahrung in religiöse Auffassungen zu kleiden. Und er tat dies mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.

Damit waren ein für allemal die Weichen gestellt: Es ging nicht mehr allein um Religion und um die religiösen Bedürfnisse der Menschen. Es ging und geht heute noch um eigene Auslegungen biblischer Texte, um eigene Interessen zu fördern.

Gerade, wenn man über den Ursprung der "Zeugen Jehovas" nachdenkt, kommt einem dies immer wieder in den Sinn: "Sie reden von Gott, doch ihr Herz ist fern von ihm." Allzu deutlich treten für den scharfen Beobachter diese Tatsachen hervor. So viel zum ersten Präsidenten Russel selbst.

Nun erhebt sich aber die Frage: Wie konnte es Russel gelingen, Tausende und aber Tausende von Menschen um sich zu sammeln und sie irrezuführen? Waren diese Menschen alle mit Blindheit geschlagen? Kannten sie die Bibel, das Wort Gottes tatsächlich so wenig? Russel bediente sich der Bibel und griff ganz besondere Texte heraus für seine Zwecke. (Was übrigens Satan in der Versuchungsgeschichte Jesu Matth. 4 auch tat).

Mit gutem Spürsinn fand Russel die für ihn und seine Interessen richtige Stelle: Die von der damaligen offiziellen Kirche schwer vernachlässigte Verkündigung des Neuen Testamentes von der kommenden Herrschaft Christi, einer Herrschaft der Liebe und der Gerechtigkeit. Dies nutzte Russel aus und machte aus der echten Endzeiterwartung der Christenheit eine Endzeitberechnung. Er mißbrauchte also die berechtigte Hoffnung der Menschen auf Frieden und Gerechtigkeit für seine selbstischen Zwecke. Jahreszahlen für die Endzeitberechnung waren bald gefunden Aber - die Geschichte widerlegte seine Berechnungen im Jahre 1914. Die angeblich prophetischen, doch biblisch einseitigen und damit falschen Voraussagen Russels waren zu Ende, jedoch der Eifer, der von ihm bewegten Menschen war geblieben.

Auch neue Zeitberechnungen seiner Nachfolger, die Russels Termin deutlich als falsch erklärten, haben nur zu weiteren Ereiferungen geführt, zum Haß gegen Menschen, die anderer Auffassung waren, gegen kirchliche und staatliche Ordnung, was auch nicht anders sein konnte, auf Grund ihrer Auffassung und Auslegung von Bibeltexten. Russel wußte sehr wohl, daß die Verkündigung der Bibel lautet: "Kehret um, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen." (Matth. 4:17). Er wußte aber auch, daß in der Apostelgeschichte Kap. 1, Vers 7 geschrieben steht: "Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater in seiner Macht bestimmt hat".

Wie verhängnisvoll ist es, wenn ein Mensch unter Berufung auf die Bibel nur einen Teil der biblischen Wahrheit verkündet und das, was seiner Verkündigung entgegensteht, verschweigt? Unter dieser Irreführung leiden viele, viele Menschen, gerade besonders aufrichtige Menschen, die das freie Feld wahrer Religion und echter Menschlichkeit suchten, nun durch Irreführung in den Dschungel des Fanatismus geraten sind. Wer kann ihnen helfen? Laßt es uns versuchen!
Apostata

Zwölf Jahre meines Lebens
von Gerhard Peters (1. Teil)
Wenn ich heute in CV über meine Erlebnisse innerhalb der WT-Gesellschaft berichte, so möchte ich doch ganz am Anfang darauf hinweisen, dar es nicht Haß- oder Rachegefühle sind, durch die ich mich veranlaßt fühle, über die WT-Gesellschaft zu schreiben. Ich fühle mich einzig und allein verantwortlich dafür, durch meinen Beitrag in CV diejenigen, die wirklich "guten Willens" sind, zu warnen. Mögen sie aus dem lernen, was ich durchleben mußte. Liebe Brüder und Schwestern, es ist so sicher, wie das Wasser bergab fließt, daß für die meisten von Euch das Erwachen kommt, ein Erwachen, das nur dann furchtbar erscheint, wenn man alleine dasteht und noch immer die Furcht in sich fühlt, vielleicht zu den Menschen zu, gehören, die kurz vor "Harmagedon" zu Fall kommen.

Aus diesem Grunde will ich nun berichten, was ich während und nach meiner Zugehörigkeit zur WT-Gesellschaft erlebt habe. Es ist nichts Außergewöhnliches, und gerade deswegen ist es ein reales Spiegelbild von dem, was Ihr irrtümlich noch immer als die "einzige Wahrheit" betrachtet.

Lest doch von heute ab einmal offenen Auges und mit klarem Verstand die "Wachttürme", und dann werdet Ihr gewiß erkennen, wie immer wieder darin der drohend erhobene Zeigefinger eingebaut ist. Ja, man könnte fast über jeden WT die Überschrift setzen: "Vogel friß oder stirb!" Diejenigen, die in der WT-Gesellschaft in erster Linie Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit suchen, werden darum auch bald erkennen, daß sie in dieser Organisation, wie sie heute ist, nie ihren inneren Frieden finden können. Sie werden aber auch erkennen, wie tief die Furcht bereits in ihrem Herzen verankert ist, und wie weit sie sich schon von ihren wirklichen menschlichen Pflichten in der Gesellschaft entfernt haben. Denkt doch in diesem Zusammenhang einmal darüber nach, wie es war, als Ihr zum ersten Mal mit der WT-Gesellschaft in Berührung kamt und welche Gründe Euch am Ende dazu bewogen haben, ein Zeuge Jehovas zu werden.

Bei mir war es so, daß ich 17-jährig Soldat wurde, fast fünf Jahre als Kriegsgefangener im Bergwerk schuften mußte, drei Brüder im Krieg verlor und nach meiner Heimkehr vor den Ruinen meiner Zukunftsträume stand. Damals schwor ich mir, mich nie wieder von einer ungerechten Sache mißbrauchen zu lassen. Ja, es ging sogar so weit. daß ich in meiner Verachtung der menschlichen Gesellschaft gegenüber zu einem richtigen Einzelgänger wurde und doch hörte ich nie auf, unbewußt und trotz allem nach etwas zu suchen, was man schlicht und einfach die "Wahrheit" nennen kann.

Krieg und erste Kontakte mit Zeugen Jehovas
Ich will nun meine Erlebnisse in kurzer Zusammenfassung erzählen. Als Kinder hatten wir daheim sehr viel Freiheit. Wir spielten viel im Wald und waren gesund und munter. Begabt war ich auch, und da meine Eltern für mich das Schulgeld nicht aufbringen konnten, erhielt idi vom Staat eine Freistelle in der Mittelschule. Ja, und dann brach der Krieg aus, und ich brauche wohl nicht näher zu schildern, was er für Leid über uns alle gebracht hat Ich möchte nur noch kurz erwähnen, daß wir zu Hitler aufblickten wie zu einem Gott, und als ich 1944 Soldat wurde, da gingen wir in den Kampf wie in einen Gottesdienst. "Gelobt sei, was hart macht" war unser Leitspruch bei den Fallschirmjägern, und wir haben wahrlich gekämpft bis zur Selbstaufopferung; denn man hatte uns ja oft genug eingehämmert, wie furchtbar unsere Feinde sind. Also haben wir geschossen bis zur letzten Patrone, und was dann noch von uns übrig geblieben war, geriet in englische Kriegsgefangenschaft. Die Behandlung war dort sehr gut und neben sehr guter Ernährung wurde uns im Lager täglich Varieté, Kino und alle Arten von sportlicher Betätigung geboten.

Trotz aller anders lautenden Nachrichten glaubten wir auch jetzt noch unbeirrbar an den Sieg, weil wir uns eine Niederlage gar nicht vorstellen konnten, und so kamen uns diese erholsamen Tage wie ein wohlverdienter Urlaub vor; denn die "Wunderwaffe", die Hitler uns versprochen hatte, konnte jeden Tag zum Einsatz kommen und den endgültigen Sieg bringen.

Ja, liebe Brüder und Schwestern, es war damals ähnlich wie heute, denn genauso klammert auch Ihr Euch fanatisch oder auch verzweifelt an den Glauben, daß die Wunderwaffe "Harmagedon" alle Schwierigkeiten mit einem lauten Knall aus der Welt schaffen wird. Auch Ihr leidet keine materielle Not, und auch Ihr nehmt all die angenehmen Dinge dieser Welt, die Ihr so sehr verachtet, als eine Selbstverständlichkeit entgegen, und keiner von Euch rührt auch nur einen Finger, wenn es darum geht, noch bestehendes Unrecht aus der Welt zu schaffen.

Auch für uns, denen man damals Tag für Tag eingehämmert hatte, daß wir das auserwählte Herrenvolk auf dieser Erde sind, kam eines Tages das böse Erwachen; denn die Glocken, die am 8. Mai 1945 zu uns herüberschallten, verkündeten wohl einen Sieg, aber leider war es nicht der unsrige.

In mir brach damals eine ganze Welt zusammen, und ich konnte es einfach nicht fassen, was da geschehen war. Das seelische Chaos war bei den meisten von uns einfach perfekt. Auch kann ich es nicht in Worten zum Ausdruck bringen, in welcher seelischen Verfassung wir die weiteren Ereignisse über uns ergehen ließen. Der schöne Traum vom tausendjährigen Reich war jedenfalls ausgeträumt und ehe wir richtig wach waren, kamen bereits französische Offiziere zu uns ins Lager, um uns als billige Arbeitssklaven in Empfang zu nehmen. Eng zusammengepfercht in offenen Güterwagen ging nun die Fahrt quer durch Frankreich, und überall, wo der Zug hielt, wurden wir von der Bevölkerung verhöhnt und verspottet. Ja, es kam sogar vor, daß man von den Brücken allerhand Unrat und sogar Eisenbahnschwellen zu uns hinabwarf. All dies mußten wir wehrlos über uns ergehen lassen, und die Wachsoldaten schossen auf jeden von uns, der nur den Kopf über den Wagenrand streckte. Viele von uns waren damals dem Wahnsinn nahe, und wir empfanden es wie eine Erlösung, als wir nach Tagen endlich das für uns vorgesehene Lager im französischen Kohlenrevier "Bassin du Nord" erreichten. Hier haben wir dann jahrelang unter Tage im Schweiße unseres Angesichtes und von Hunger und Heimweh geplagt das wieder gut machen müssen, was uns der große göttliche Führer und seine vielen kleinen und großen Helfershelfer eingebrockt hatten. Ich kann mich noch gut erinnern, daß wir während des ersten Jahres nicht einen Tag richtig satt geworden sind. Während der Frühstückspausen habe ich mich immer möglichst weit von den Franzosen weggesetzt, um nicht den Duft des frischen Weißbrotes riechen zu müssen, und mir sind vor Hunger oft die Tränen gekommen, weil ich diesen verlockenden Duft nicht mehr aushalten konnte. Vor Erschöpfung bin ich oft fest eingeschlafen, und jedesmal wurde ich mit Fußtritten wieder in die Wirklichkeit zurückgerufen.

Zu meinem Glück kam ich dann eines Tages zu einer anderen Brigade, die aus drei Deutschen und sechs älteren Franzosen bestand, und denen verdanke ich es, daß ich heute hier noch sitze und alles niederschreiben kann. Besonders einer, nämlich der Vorarbeiter, ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Er war ein aus dem Ruhrgebiet stammender Pole, und er sprach darum auch ein perfektes Deutsch.

Jeden Tag teilten die Franzosen mit uns ihre Frühstücksbrote, und während einer dieser Frühstückspausen erfuhren wir auch dann von dem Martin - so hieß nämlich der Vorarbeiter-, daß er ein Zeuge Jehovas ist. Zuerst aus Dankbarkeit für die Brote, hörten wir uns alles an, was er uns gerne sagen wollte, doch merkten wir auch bald, daß wir mit unserem Zuhören die Frühstückspausen beträchtlich verlängern konnten. Wenn nämlich Martin einmal in seinem Element war, hörte er nicht so schnell wieder auf, und wenn ihm tatsächlich mal der Redefluß stockte, dann regten wir ihn immer wieder durch neue scheinheilige Fragen zu weiteren Ausführungen an. Wir nahmen ihn nie richtig ernst obwohl wir ihn als Mensch doch sehr geachtet haben. Wir haben ihn auch später, nachdem wir bereits Zivilarbeiter waren, noch oftmals besucht; aber dann haben wir nicht mehr so eifrig zugehört.

Ich schaffe mir eine soziale Grundlage
Ende 1949 war es dann endlich so weit, und ich hatte den Entlassungsschein in der Tasche. Mein Weg führte mich aber nicht zu meinen Eltern in die DDR, sondern ich blieb im Ruhrgebiet bei meiner Schwester. Die Währung war bereits gewesen, und ich erhoffte mir nun dort einen guten Verdienst und eine neue Existenz zu gründen Wohl besaßen wir nur eine Dachkammer als Wohnung, doch waren wir glücklich und zufrieden; denn mein Schwager und ich verdienten sehr gut auf der Zeche und zu kaufen gab es auch wieder alles. Nachdem, was ich in den vergangenen Jahren alles erlebt hatte, glaubte ich nun, im Schlaraffenland zu leben.

Ich war also wieder Bergmann geworden; denn nach der Währung war die Arbeitslosigkeit groß. Ja, man hatte mir sogar großzügig die Zeit als Kriegsgefangener im französischen Bergbau als Praktikum angerechnet, und es bedurfte jetzt nur noch einer kurzen Bewährungszeit von einem halben Jahr, um dann vielleicht vom Betrieb aus zum Bergbaustudium vorgeschlagen zu werden. Ich habe diese Probezeit glänzend bestanden, weil ich oftmals Arbeiten ausgeführt habe, die wohl zu den gefährlichsten im Bergbau zählen.

Der Herr Betriebsführer war also zufrieden mit mir, und mit einem guten Zeugnis in der Tasche, setzte ich meinen Fuß auf die erste Sprosse der Erfolgsleiter. Es galt, nun erst einmal ein Jahr Aufbauklasse in Abendschulungen zu absolvieren, um die Schulkenntnisse in den allgemeinen Grundfächern aufzufrischen. Hiernach kamen weitere zwei Jahre Bergvorschule, wo uns das Wissen in den wichtigsten Fächern eines Abiturienten vermittelt wurde. Auch während dieser zwei Jahre fand der Unterricht abends statt, und das jeweils dreimal in der Woche. Es war oftmals nicht leicht, sich nach der schweren Arbeit unter Tage noch einige Stunden auf die Schulbank zu setzen. Mein jugendlicher Traum, einmal Förster zu werden, war durch den Krieg und die lange Gefangenschaft ausgeträumt, und es galt jetzt für meine Zukunft zu retten, was eben zu retten war. Es ging wieder langsam bergauf mit mir, und dieses Gefühl gab mir auch die Kraft, diese körperlichen Überbeanspruchungen durchzuhalten Die schwerste Hürde musste von mir aber noch genommen werden, und das war nach Abschluß der Bergvorschule die Aufnahmeprüfung für das eigentliche Bergbaustudium. Diese Prüfung fand 1952 in Bochum statt, und von 450 anwesenden Bewerbern waren ca. 40 Mann für ein weiteres Studium vorgesehen. Ich mußte also sehr gute Leistungen in allen Prüfungsfächern bringen, um überhaupt in die engere Wahl zu gelangen.

Ich habe es aber trotzdem geschafft, und einige Tage später lag bereits der Bescheid bei mir auf dem Tisch, mich dann und dann in der Bergschule Hamborn zum Unterricht einzufinden.

Ich gerate in die Familie eines Versammlungsdieners
Im Jahre 1950 lernte ich auf der Strecke zwischen Oebisfelde und Magdeburg - ich hatte meine Eltern in der DDR besucht - im Abteil meine spätere Frau kennen. Es wurden Adressen ausgetauscht, und nach vielen netten Briefen lud sie mich dann auch ein, sie mal bei meinem nächsten Urlaub in Oebisfelde zu besuchen.

Der Urlaub kam, und da ich sowieso über Oebisfelde fahren mußte, nahm ich die Gelegenheit natürlich wahr, um meine Reisebekanntschaft neu aufzufrischen.

An der Haustür wurde ich von meiner späteren Schwiegermutter recht herzlich empfangen. "Guten Tag, Herr Peters, das ist aber sehr nett, daß Sie nun endlich gekommen sind. Bitte kommen Sie doch herein, die Hannelore erwartet Sie schon sehnsüchtig."

Ja, und dann standen wir uns endlich gegenüber, und jetzt erkannte ich, das dieses Mädel ja noch viel hübscher war, als ich sie noch von unserer Bekanntschaft im trüben Licht des Zugabteils in Erinnerung hatte. Mir pochte jedenfalls das Herz bis zum Halse, und es war bei mir wirkliche echte, ehrliche Liebe auf den ersten Blick, was da so machtvoll in mir emporstieg. -

Viele von Euch werden jetzt gewiß denken: "Was sollen diese ganzen Schilderungen, und was hat das alles mit unserem Glauben zu tun?" Ja, ich muß das alles niederschreiben; denn es steht ja alles in engem Zusammenhang mit dem, was mich dazu bewogen hat, eines Tages Mitglied der WT-Gesellschaft zu werden. Auf alle Fälle war es nicht der Heilige Geist, der mich leitete, sondern es waren ganz schlicht und einfach die Lebensumstände und vor allen Dingen meine Mentalität, hervorgerufen durch die schlechten Lebenserfahrungen, die ich gemacht hatte. -

Wie es nun mal bei solchen ersten Begegnungen ist, verging die Zeit wie im Fluge. Es wurde viel erzählt, und es wurden viele Komplimente gemacht. Mit einem Wort, es herrschte eitler Sonnenschein. Bei diesem Gespräch erfuhr ich dann auch, daß mein zukünftiger Schwiegervater während der Hitlerzeit zum Polizeioffizier avanciert war und während der Kriegsjahre in dieser Eigenschaft seinen "unschuldigen Dienst" in Jugoslawien versehen hatte. Beim Zusammenbruch hatte er noch rechtzeitig sein Soldbuch vernichten können und war so als einfacher Landser in Gefangenschaft geraten. Bevor dies aber alles geschah, war es ihm in seiner Stellung als Offizier aber doch noch gelungen, sich bis nach Deutschland durchzuschlagen, und er hatte sogar noch das seltene Glück, nach verhältnismäßig kurzer Zeit entlassen zu werden. Ganze 180,- Mark verdiente er nun im Monat, und es fiel ihm auch gar nicht ein, sich nach einer einträglicheren Arbeit umzusehen. Polizeioffiziere seines Schlages waren ja nun nicht mehr gefragt und Mehrverdienst war in jenen Jahren eben nur durch körperliche Betätigung zu erzielen gewesen. Aber das wäre doch eine zu große Zumutung für einen Mann mit solchen "Kenntnissen" gewesen. Lieber nagte man am Hungertuch, und als dann eines Tages die Zeugen Jehovas an ihre Tür klopften und von der "Neuen Welt" sprachen, die in unabsehbarer Zeit kommen würde, da wollten natürlich auch sie, die keinen anderen Ausweg mehr sahen, Nutznießer dieses ewigen Paradieses sein.

Daß die ganze Familie zur Zeit meines Besuches bereits schon eine ganze Zeit Zeugen Jehovas und mein Schwiegervater sogar Versammlungsdiener war, davon erwähnten sie natürlich vorerst nichts, und es wurde auch bei den Mahlzeiten nicht gebetet, um mich ja nicht zu vergrämen; denn man hatte ja inzwischen von mir erfahren, welche guten beruflichen Aussichten ich in Westdeutschland hatte.

Es war inzwischen Abend geworden, und ich hatte den festen Vorsatz, mit dem letzten Zug nach Hause zu fahren, aber da stieß ich besonders bei meiner späteren Schwiegermutter auf entscheidenden Protest. "Aber, Herr Peters, das dürfen Sie uns doch nicht antun und heute schon wieder wegfahren. Wir haben uns alle so auf Ihren Besuch gefreut, und nun bleiben Sie aber wenigstens noch die Nacht bei uns."

Nach einigem Hin und Her willigte ich dann auch ein, und für mich wurde nun in der Wohnstube auf der Couch das Bett gerichtet. Meine zukünftige Frau hatte ihr Zimmer gleich nebenan, während meine Schwiegereltern weitab im anderen Flügel des Hauses schliefen. Man sperrte sozusagen ihre Tochter mit einem Weltmenschen eine ganze Nacht zusammen, und ich möchte den jungen Mann sehen, der dann den Versuchungen widerstehen kann, zumal er noch zu dem, was dann geschah, von seiner Angebeteten provoziert wird. Einige Jahre später besaßen dann aber meine Schwiegereltern vor dem Brüderkomitee in Hamborn die Frechheit, mich als den bösen Wolf hinzustellen, der das unschuldige Lamm gefressen hat, und das wurde ihnen sogar noch geglaubt. Aber davon werde ich später noch ausführlicher berichten.

Am anderen Morgen bin ich glücklich und zufrieden zu meinen Eltern gefahren und es war wohl die erste Neuigkeit, die ich ihnen mitteilte, daß ich ihnen bald ein sehr hübsches und nettes Mädel als zukünftige Schwiegertochter vorstellen werde.

Als ich dann einige Tage später wieder in Oebisfelde an die Tür klopfte, war es meine spätere Frau, die mir öffnete, und das erste, was sie mir sagte, war: "Du, meine Mutter hat alles gemerkt. Was glaubst Du wohl, was bei uns los war!"

Ja, und nun erzählte sie mir, daß sie und auch ihre Eltern Zeugen Jehovas sind, und daß es in ihren Kreisen eine Todsünde ist, wenn zwei unverheiratete Menschen miteinander geschlechtlichen Verkehr haben. Natürlich war ich im ersten Moment sehr überrascht von dieser Neuigkeit; aber ich hatte ja bereits während meiner Gefangenschaft Bekanntschaft mit Zeugen Jehovas gemacht und wußte darum auch, daß die Zeugen Jehovas gute Menschen sind.
Fortsetzung folgt

Ist die biblische Chronologie zuverlässig?
Die biblische Chronologie des "Alten Testamentes"
Wie jede Geschichte, so hat auch die alttestamentliche ihre Chronik, deren Daten genauso inspiriert waren, wie die Berichte der datierten Begebenheiten. Leider sind aber die ursprünglichen Zahlen nicht erhalten geblieben, weil sie bei der Überlieferung des Textes durch Menschenhand am meisten der Gefahr der Veränderung ausgesetzt waren.

Dies zeigen schon die abweichenden Zahlen in den Geschlechtsregistern der Patriarchen (l. Mose 5:3ff; 11:10ff), die sich für die Zeit der Sintflut aus dem hebräischen Text 1656 Jahre nach Erschaffung des Menschen ergeben, dem samaritanischen Text 1307 Jahre nach Erschaffung des Menschen ergeben, dem griechischen Text 2242 Jahre nach Erschaffung des Menschen ergeben. Das ist ein Unterschied von 935 Jahren.

Ebenso zeigen sich große Differenzen in den Zahlen für Abrahams Berufung:
Im hebräischen Text 367 Jahre nach der Sintflut
Im samaritischen Text 1017 Jahre nach der Sintflut
Im griechischen Text 1247 Jahre nach der Sintflut
Ergibt einen Unterschied von 880 Jahren.

Auch ergeben sich aus dem Text selbst allerlei Bedenken gegen die Richtigkeit der Zahlen. Schon der Umstand, daß in 1. Mose 11:12 (hebräisch und lateinischer Text) nach der Septuaginta (LXX!) und Lukas 3:37 ein Patriarch ausgefallen ist (Kainan). Ebenso Matthäus 1:8, wo ein Abschreiber von "Ochozias" "Ozias" (Elbfd. B.: von Jora auf Osia) übergesprungen ist. Alles dies macht das Geschlechtsregister für die Chronik unbrauchbar!!

Auch die Zahlen von Abraham sind nicht sicher, lassen sich aber mit Hilfe der Assyriologie und Ägyptologie zu einer annähernd richtigen Chronik verwerten.

Von Abrahams Berufung bis zu Jakobs Übersiedlung nach Ägypten zählt die Bibel 215 Jahre, von da an bis zum Auszug Israels aus Ägypten 430 Jahre. Leider steht das Jahr des Auszuges noch nicht fest, das heißt durch die Geschichte.

Die Zeit Josuas und der Ältesten nach der 40-jährigen Wüstenwanderung ist nicht angegeben. Bei den Richtern sind die Zahlen teils genau, teils abgerundet (40; 80), teils nebeneinanderlaufend (Heli ist gleichzeitig mit Jarr, Samson mit Jephta, Samuel mit Abdon usw. angeführt) (siehe: Richter). Die Dauer des Richtertums ist nicht angegeben Die Zahl der Regierungsjahre Sauls unzuverlässig. (Apostelgeschichte 13:21 auf 40 Jahre).

Auch die Zahlen der Königsgeschichte von David an stehen nicht fest. Daher nutzt auch die Angabe (l. Könige 6:1) nichts, zumal das Auszugsjahr nicht feststeht (man schwankt zwischen 1492 und 1437 = 55 Jahre) und die Zahlen der Geschichte Judas mit den Zahlen der Geschichte Israels auch nicht übereinstimmen. Die Ursachen sind: Verwechslung der hebräischen Zahlbuchstaben und Wörter (2. Chronika 15:19; 16:1; die Zahlen 35 und 36 für 15 und 16) sowie der Eigennamen (vergl. 1. Könige 16:2 hebräisch und griechisch). Verschiedene Zählung der Regierungsjahre (In Juda vom 1. Nisan nach dem Regierungsantritt, in Israel vom 1. Tischri (Oktober). Einrechnung der Mitregentschaft (2. Könige 15:5) und Glossierung des Textes.

Im Wachtturm vom 1. Mai 1953, Seite 287, rechts oben, wurde dort folgendes über die Septuaginta geschrieben:

"Die Septuaginta ist eine Übersetzung, die im zweiten und dritten Jahrhundert v. Chr. gemacht wurde und der Teil über den Auszug wurde zweifellos während des dritten Jahrhunderts vollendet und stützte sich auf hebräische Manuskripte, welche älter waren als jene des anerkannten massoretischen Textes. Aus diesem Grunde mag sie in vielen ihrer Wiedergaben genauer sein als der massoretische Standard-Text".

Anstatt nun ihrer Leserschaft ein Bild von diesem "genauer sein" zu geben, hält sie damit zurück. Wir geben daher hier eine Übersicht dieser Septuaginta-Übersetzung und überlassen es dem Leser selbst, sich ein eigenes Bild von der angeblichen "Genauigkeit" zu machen, bezüglich ihrer Chronik.

Die Tabelle gibt die hebräische und griechische Chronik an.

Name Von Geb. z. Geb. Geburtsjahr Alter Todesjahr
Adam 0 0 0 0 930 930 930 930
Seth 130 230 130 230 912 912 1042 1142
Enos 105 205 235 435 905 905 1140 1340
Kenan 90 190 325 625 910 910 1235 1535
Mahalel 70 170 395 765 895 895 1290 1690
Jared 65 165 460 960 962 962 1422 1922
Henoch 162 162 622 1122 365 365 987 1487
Methusala 65 165 687 1287 969 969 1656 2256
Lamech 187 167 874 1454 777 753 1651 2207
Noah 182 188 1056 1642 950 950 2006 2592
Sem 500 500 1556 2142 600 600 2156 1742

Flutanfang: (hebr. Text) am 17. 2. 1656 Jahre nach der Erschaffung Adams
Flutanfang: (Septuaginta) am 17. 2. 2242 nach der Erschaffung Adams
Flutende: (hebr. Text) am 27. 2 1657 Jahre nach der Erschaffung Adams
Flutende: (Septuaginta) am 27. 2. 2243 Jahre nach der Erschaffung Adams

Name Von Geb. z. Geb. Geburtsjahr Alter Todesjahr
Arpaksad 2 2 1657 2245 438 535 2097 2780
Kainan fehlt 135 … 2380 …460 … 2840
Schelach 35 130 1694 2510 433 460 2127 2970
Heber 30 130 1724 2640 464 464 2188 3044
Peleg 30 134 1758 2774 239 339 1997 3113
Raghu 30 130 1788 2904 239 339 2027 3243
Serug 32 132 1820 3036 230 330 2050 3366
Nahor 30 130 1850 3166 148 304 1998 3470
Tarah 29 179 1879 3345 205 205 2084 3540
Ebran 70 70 1949 3415 175 175 2124 3590
Isaak 100 100 2049 3515 180 2229 3695
Jakob 60 60 2109 3575 147 147 2256 3722

Jakobs Geburtsjahr ist das Jahr 3575 nach der Septuaginta; dagegen nach der Hebräischen Bibel 2109. 130 Jahre später kam Jakob nach Ägypten (l. Mose 47:9).

Nach 2. Mose 12:40 war der Aufenthalt der Kinder Israel (nicht der Kinder Abrahams oder Isaaks, sondern Jakobs, der in 1. Mose 32:28, 29 dien Namen Israel erhielt) in Ägypten 430 Jahre! Die Septuaginta sagt: In Ägypten u n d Kanaan = 300 und 130 ergibt = 430 Jahre. Das ergäbe nach der Septuaginta: 3575 und 430 das Jahr 4005!! Dagegen nach dem hebräischen Text: 2109 und 130 das Jahr 2239 nach der Erschaffung Adams. 2239 und 430 ergibt das Jahr 2669!

Diese Angabe von 430 Jahren und das Wohnen der Kinder Israel in Ägypten u n d Kanaan, nimmt die Wachtturm-Gesellschaft aus der Septuaginta heraus und wendet sie auf die Chronik der hebräischen Bibel an. Die "Kinder Israel" können nicht Bezug nehmen auf Abraham und Isaak. Dieser Ausdruck bezieht sich nur auf Jakob und seine Nachkommen, den mit Jakob und seinen Kindern wurde der Bund bestätigt, den Gott mit Abraham gemacht hatte. Siehe Galather 3:17; 2, Mose 12:40 und Jeremia 31:32.

Diese Tabelle stand der WTG genau so zur Verfügung als uns. Jedoch hatte die WTG-Leitung schon ihren Grund dafür, die Tabelle nicht anzuführen, denn die Tabelle beweist, daß man die biblische Chronologie für eine Zeitberechnung nicht verwenden kann, da sie sehr unzuverlässig ist und die Schwankungen so groß sind, daß man nie ein ganzes Jahr ermitteln kann. Hätte die WTG-Führung dies gezeigt, dann wären sicher viele in Zweifel geraten in bezug auf ihre immerwährenden Zeitberechnungen Da, wie wir ersehen haben, die biblische Chronologie sehr unterschiedlich ist, kann auch die Zeitberechnung der WTG niemals stimmen und werden mithin Trugbilder bleiben.

Vergleichen wir dazu die Tabelle im Buch: "Die Wahrheit wird euch frei machen", Seite 150-152 mit der hier angeführten Tabelle, sehen wir genau, daß die WTG einmal den hebräischen Text als Grundlage ihrer Berechnungen nimmt und andermal wieder die Septuaginta, je nachdem was am günstigsten ist. Mithin ist die Berechnung willkürlich angesetzt und kann nicht zutreffen. Auch die Zeittafel im Buche: "Babylon die Große ist gefallen", Seite 689, zeigt im Vergleich mit der von uns angeführten Tabelle große Unstimmigkeiten, da man auch hier willkürlich die Texte verwendet, die der WTG am günstigsten sind, man wechselt nach Bedarf auf diesen oder jenen Text. Damit fällt auch das Jahr 1914, weil es der Chronologie nicht standhält und man es wohlweißlich auf der Zeittafel im Babylon-Buch nicht anführt. Alles dies sollte doch die Brüder und Schwestern zum Nachdenken anregen und alles mal überprüfen, was wir hier angeführt haben. Man wird da zu erstaunlichen Schlußfolgerungen kommen, die beweisen, daß die WTG-Leitung nicht so wahrhaftig ist, als sie sich darstellt.

Wir möchten hier abschließend auf den Wachtturm vom 15. Mai 1953 verweisen, wo am Schluß folgendes über "unzureichende Erklärungen und Verschleierungen" gesagt wird:

"Wahrlich, unzureichende Erklärungen kommen Lügen gleich"! Sprüche 15:4: "Eine linde Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte bringt Herzleid". (Luth.) Wieviel Herzeleid hat die WTG mit ihren Fehlprophezeiungen schon angerichtet und wieviel wird es in der Zukunft noch sein? wann wird die WTG endlich Apostelgeschichte 1, Vers 7, beachten?

Bestätigung der christlichen Taufe
In der revidierten Ausgabe des langjährigen Standardwerkes "Gott bleibt wahrhaftig" S. 246 lesen wir:
"Jehovas Zeugen führen keine sogenannten Kirchenregister, wie dies konfessionelle Systeme tun …
Ferner schließt man sich dadurch, daß man ein Zeuge Jehovas wird, keine menschlichen Organisation an."

Auf S. 220 des neueren Buches "Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuß" wird dem gegenüber folgende Taufbestätigung abgedruckt:

Bestätigung der christlichen Taufe
Als einer der christlichen Zeugen Jehovas anerkenne ich, daß die Bibel Gottes geschriebene Wort ist und daß sie "eine Leuchte meinem Fuß und ein Licht für meinen Pfad" sein muß. (Ps. 119:105 NW). Ich bin fest überzeugt, davon, daß "Jehova . . . gerecht (ist) in allen seinen Wegen", und ich wünsche aufrichtig, voll und ganz in Harmonie mit seinem Willen, wie er ihn seinen Dienern bekanntgemacht hat, zu leben. (Ps. 145:17). Ich habe mich daher Jehova Gott durch Jesus Christus rückhaltlos hingegeben, um ihm zu gehören und um jetzt und für alle Zeiten seinen Willen zu tun.
Ich habe die "Grundlehren der Bibel", wie sie in diesem Buch dargelegt werden, sorgfältig studiert.
(Name).........................................................................................................................................
hat sie persönlich mit mir durchgesprochen, um sich zu vergewissern, ob ich sie verstehe, ich stimme ihnen völlig zu. Jetzt möchte ich weiterhin in der Erkenntnis wachsen, weil ich den Worten Jesu Christi, die in Johannes 17:3 aufgezeichnet sind, glaube: "Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus." Ich habe auch den Wunsch, eng mit Jehovas sichtbarer Organisation zusammenzuarbeiten.

Ich wurde gemäß dem Beispiel und dem Gebot, das unser Herr Jesus Christus gegeben hat, am
(Datum)....................................................... in (Ort).................................... im Wasser getauft.
(Matth. 3:13-17; 28:19). jetzt bin ich ein ordinierter Diener Jehovas Gottes und werde mich bemühen, mich mit Jehovas Segen so viel als möglich am Werk zu beteiligen, außerdem zu helfen, den wahren Gott zu erkennen, so daß auch sie anfangen, ihn zu lieben und ihm zu dienen.
Unterschrift des Getauften .........................................................................................................
Versammlungsaufseher .............................................................................................................
Name der Versammlung ............................................................................................................
Datum ..........................................................................................................................................

Diese Taufbestätigung verdeutlicht, daß auch die "Neue Welt Gesellschaft der Zeugen Jehovas", trotz gegenteiliger Autoritätsansprüche ihrer Leitung, eine menschliche Organisation ist.

Taufdokumente, die zum Predigtdienst für die WTG moralisch verpflichten, wurden von anderen Gemeinschaften, wenn auch nicht in solch krasser Form, schon früher verwendet.

Wieder einmal wird so indirekt, ein Stück der bisherigen Wachtturm-"Wahrheit" aus Nützlichkeitserwägungen heraus zu Grabe getragen.

Der exklusiv, oftmals künstlich betonte WTG-Anspruch, nur allein in der Gegenwart "die Wahrheit" zu besitzen, wird so, und das nicht nur bei diesem Beispiel, ein weiteres
Mal in Frage gestellt.
M. G.

Aus eingegangenen Briefen
Aus Amerika:
Besten Dank für CV und Deinen Brief. In Afrika geschehen wunderbare Dinge. 5 000 Zeugen, die im Herbst 1967 nach Mazambique geflohen waren, kommen jetzt langsam zurück. Sie dürfen das Land aber nur betreten, wenn sie den gesetzlichen Indientiracations-Schein erwerben Die Wachtturm-Gesellschaft erkennt sie aber nicht mehr als Zeugen Jehovas an, wenn sie diesen Schein erwerben. Dies gibt eine wunderbare Gelegenheit, diese Zeugen über die Irrtümer und Machenschaften der WTG-Leitung zu belehren, damit sie frei werden. Hunderte konnten schon in den dort bestehenden Versammlungen der "Christian Mission To Jehovas Witnesses" eingereiht werden.

Ein neuer Schlag traf die WTG. in Zambia. 300 Zeugen Jehovas mußten nach dem Kongo fliehen. Im Januar fand dort eine Wahl der neuen Regierung statt. Die ZJ verweigerten nicht nur die Wahlbeteiligung, sondern stellten sich in der Nähe der Wahllokale auf und sprachen gegen die Wahl. Die Bevölkerung lehnte sich dagegen auf und ging gegen die Zeugen vor. Dabei gab es auch Tote, weil die Bewohner sich beeinträchtigt fühlten, waren die Zusammenstöße mit den ZJ nicht zu vermeiden Was die weiteren Folgen sein werden, werden wir Euch berichten.

Euer Bericht über Hemery war für mich interessant, denn ich kannte ihn persönlich von Deutschland her. Ich traf ihn 1925 auf dem Magdeburger Hauptbahnhof und geleitete ihn zu Rutherford, welcher in Magdeburg weilte. Hemery übersetzte alle Ansprachen von Rutherford. Am Tage darauf unterbreitete ich in den Dienerbesprechungen die Vorträge von Rutherford. Hemery war enttäuscht über mich, als das Buch von mir erschien: "30 Jahre ein Sklave des Wachtturms". Er meinte, es sei nicht gut, daß alles bekannt würde. Drei Jahre später teilte er mir mit, das er nun erkannt hat, daß mein Vorgehen richtig sei und ich nicht aufhören soll, weiter gegen die Leitung zu arbeiten.

Hier in Amerika ist ein heißer Kampf entbrannt und die Verkündiger von Jehovas Zeugen arbeiten Tag und Nacht, um die 144 898 Verkündiger wieder zurückzugewinnen.

Aber auch wir arbeiten, und es zeigen sich Erfolge. Brüder erwachen, von denen man es kaum erwartete. Zeugnisse kommen ans Licht, die vor einigen Monaten undenkbar waren.

Seit 1922 ist man in der WTG dabei, die Verkündiger und ihre Leistungen zu zählen. Seit 1924 gibt es ein Jahrbuch mit Zahlen und Berichten. Ist das biblisch richtig Ich denke hier besonders an 2. Samuel Kap. 24.
Mit christlichen Grüßen

Aus Polen:
Besten Dank für CV Nr. 22. Besten Dank für die Bekanntmachung meines Erlebnisberichtes. Hoffe, das viele Brüder und Schwestern darüber nachdenken und daraus lernen, alles ist wahrheitsgemäß berichtet. Sehr interessiert hat mich der Artikel "Ist die Zeit des Endes gegenwärtig?" Möge die WTG-Leitung daraus zur Kenntnis nehmen, daß unsere Hoffnung und Glaube gestützt ist auf die Verheißungen des lebendigen Gottes "Jehova und seines lieben Sohnes, unseres Heilandes und Erlösers Jesus Christus". Niemals auf eine von Menschen gegründete irdische Organisation, die versucht, "ihr Königreich" unter dem Namen Jehovas mit Untergrundmethoden aufzurichten, um die Menschen im Bann der Geistes-Versklavung sich untertänig zu machen. Die beste Waffe gegen dieses Vorhaben ist und bleibt die "Heilige Schrift", denn hier ist die Wahrheit. Wenn die WTG-Leitung diese Waffe auch benutzt, so geschieht das durch verschleierte Irrlehren, gerichtet gegen die wirklichen Prophezeiungen und Verheißungen Gottes. Nach dem Willen des Allmächtigen wird alles zu seiner Zeit in Erfüllung gehen, niemals aber nach dem Willen der Leitung der WT-Organisation! . . .

Möge uns allen zum Segen gereichen die Verse 5 und 6 aus Sprüche Kapitel 3. Mit brüderlichen Grüßen . . . . Es grüßen Euch alle Brüder und Schwestern und die Redaktion "Swit" aus Polen und wünschen des Herrn Segen in der Aufklärungsarbeit.

Aus Rostock:
CV Nr. 21 fährt ja darin ein schweres Geschütz gegen die WTG auf. Die Schlußfolgerungen auf Seite 5/6 vom Artikel Franke sind mir unverständlich. Auf das Reich Gottes mit den Händen im Schoß zu warten, ist doch wohl absurd. Übrigens hat doch die WTG, wie CV berichtete, Römer 13 als weltliche von Gott eingesetzte Obrigkeiten anerkannt, wie ist da der Vortrag von Franke damit in Einklang zu bringen?

Gewiß hat die Leitung der WTG Römer 13 als die darin benannten Obrigkeiten als die weltlichen anerkannt, das hat der WT von 1962/63 deutlich zum Ausdruck gebracht. Jedoch ist es bei der Leitung der WTG so, daß man Römer 13 nur bedingt anerkennt und zwar, wenn es ihr nützlich erscheint, sind Römer 13 die weltlichen von Gott eingesesetzten Obrigkeiten, die ihnen nach Recht und Gesetz helfen müssen. Geht es aber gegen ihre Interessen, dann sind sie nicht berechtigt, eine Entscheidung herbeizuführen, denn dann sind sie nicht mehr von Gott eingesetzt. Dieser Begriff ist Außenstehenden schwer verständlich, das versteht nur die "Theokratische Organisation" und kann dies nur allein entscheiden.

A 5146-69 V 7 1 1538

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