CV 253/254
Nun also hatte die DDR als juristisch selbstständiger Staat ihr Leben ausgehaucht.
Und siehe da die CV Nr. 253/254 (August/September 1990), kommt entgegen früheren Gepflogenheiten, die ein monatliches Erscheinen ermöglichten, als Doppelnummer daher.
Dann gab es im Jahre 1990 noch eine CV-Ausgabe, die noch folgen sollte, die Nr. 255. Die aber wurde gleich als Vierteljahresausgabe für die Monate Oktober - Dezember 1990 bezeichnet.
Und der Vierteljahresrhytmus wurde dann auch nachfolgende (1991 und 1992) beibehalten.
Hatte man schon ab Juni 1990, die Angabe des Bezugspreises von 2,-- M jährlich, auf 1 DM pro Heft verändert; so jetzt eben den Preis für das Doppelhelft auf 2, -- DM, der dann auch für die nachfolgenden vierteljährlichen Ausgaben beibehalten wurde.
Die fetten Zeiten" am staatlichen finanziellen Futtertrog sitzen zu können, waren nunmehr unwiderbringlich vorbei.
In dieser Ausgabe auch ein Artikel überschrieben. Der okkult-esoterische Hintergrund der WTG". Und sein zugehöriger Verfasser, wird auch gleich namentlich mit genannt: Erich Brüning.
Herr Brüning mag auch individuelle Negativerfahrungen mit der WTG gesammelt haben (was auch für andere zutrifft). Diese Erfahrungen spreche ich ihm ja auch nicht ab.
Was ich ihm allerdings dezidiert abspreche ist, dass seinen heruntergeleierten Ideologiethesen annehmbar" wären.
Die Unterbelichtheit" diesbezüglicher Thesen, äußert sich zum Beispiel in dem Hinweis. Die frühe WTG habe auch den Freimaurern gehörende Immobilien als (zeitweilige) Versammlungsstätte angemietet. Reflektionen darüber, wer zur gleichen Zeit, der WTG auch noch Immobilien, zu tragbaren Konditionen, als Versammlungsstätte, dort örtlich vermietet hätte, werden nicht angestellt.
Dann könnte man ebenso auf das Fallbeispiel Neuseeland verweisen. Dort hat die WTG in Gerichtsverfahren, bis hinauf zum Obersten Gerichtshof, sich das Recht erklagt War Memorial Säle" als Versammlungsstätte benutzen zu dürfen.
Versammlungsstätten, die von ihrer Bestimmung den Kriegstoten und deren ehrendem Angedenken gewidmet sind. Auch dort wäre zu fragen. Bestanden Alternativen? Wenn ja zu welchen Konditionen? Und wären diese Konditionen dem Bereich des zumutbaren zuzuordnen?
Zu den unzumutbaren von Brüning kolportierten Thesen gehört auch die; Zitat:
die Rolle, die ihnen (den Bibelforschern) in diesem Jüdischen Superstaat zugeteilt würden."
Herrn Brüning mag man seine geschichtliche Unbildung als Entschuldigung" zubilligen, da er offenbar nicht mit bekommt, dass er damit im Windschatten, alter und neuer Nazis segelt.
Diese Brünimg mit Ach und Krach noch zugebilligte Narrenfreiheit, würde ich dann allerdings nicht mehr auf andere Super-Narren übertragen, die sich ihrerseits wiederum auf Brüning berufen.
Brüning ist diesbezüglich, bestenfalls ein Papagei, andernorts im Sektenflügel der Noch Großkirchen aufgeschnappter Thesen, die er dann vielleicht noch etwas ausweitet. Noch liest man ja nicht den Namen eines Herrn Gassmann. Das kommt dann ja erst ein paar Jahre später. Aber will man den Sektenflügel" der Noch Großkirchen etwas näher lokalisieren, ist man dort wohl da wohl nicht weit von entfernt.
Man vergleiche auch: Parsimony.24535
Brüning erinnert mich in etlicher Beziehung an den Ewald Vorsteher aus den 1920er Jahren. Der hatte ja auch - umständehalber - der WTG Ade" gesagt.
Indes ein Sektierer Marke hoch zehn" blieb er auch noch danach.
Damit soll nicht in Abrede gestellt werden, dass auch Vorsteher schon relativ früh die Nazi-Rattenfänger als solche klassifizierte (und dafür auch einen teuren Preis zahlen müsste).
Es kann also nicht um einen Total-Zerriss" dieser Persönlichkeiten, gehen. Sehr wohl aber um einen Detail-Zerriss"!
Dann sehe man sich mal einen in dieser CV-Ausgabe mit abgedruckten Brief aus der Schweiz" an. Es wird zwar eingeräumt, dass Leserbriefe nicht gleich Redaktionsmeinung ist. Damit ist dann allerdings noch nicht die Frage beantwortet, warum landete dieser Brief nicht im Papierkorb?
In dem Forderungskatalog dieses Herrn aus der Schweiz findet sich unter anderem (ohne Anspruch auf Vollständigkeit") Frauen haben in der Versammlung zu schweigen, Schwestern haben lange Haartracht zu realisieren. Ach ja Bluttransfusionen lehnt ja der Herr auch noch ab, und noch ein paar mehr Schmankerl".
Zu dem umwerfenden Erkenntnissen dieses Herrn, die wohl noch nicht allzu vielen vordem schon bekannt gewesen sein dürften, gehört dann auch die Angabe: Rasieren sei ein babylonischer Brauch. Und derart belehrt verwundert es auch nicht mehr, dass er seinen Forderungskatalog mit der Forderung ausklingen lässt. Bitte keine Ökumene.
Da ist also ein Sektierer Marke hoch zehn, auf der Suche nach Gleichgesinnten.
Ob man den gleichen Brief indes, auch schon zu DDR-Zeiten in der CV abgedruckt hätte, erscheint mir allerdings keineswegs so ausgemacht.
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 253/254 GERA AUGUST/SEPTEMBER 1990
TOLERANZ - AUCH FÜR CHRISTEN?
Sollten wir das Wort Toleranz erklären, wäre dies nicht schwer, denn es bedeutet schlicht und einfach: das Geltenlassen anderer Meinungen.
Wer tolerant ist, dem sagt man nach, er ist versöhnlich, duldsam und weitherzig. Das sind nun alles Eigenschaften die christliche Menschen verkörpern sollten, aber hier fangen die Schwierigkeiten auch schon an.
Duldsam:
Bin ich es immer, auch wenn mein Glaubensbruder anderer Meinung ist? Toleriere ich seine Meinung?
Versöhnlich:
Liegt mir daran, meinem Bruder eine Brücke zu bauen, um wenigstens die menschlichen Beziehungen zu ihm zu erhalten, um das Aufkommen trennender Schranken, möglichst zu vermeiden? Weitherzig:
Hat mein Herz soviel Raum, Menschen und deren Religion und Kultur, auch wenn sie nicht meinen Vorstellungen entsprechen, zu akzeptieren?
Die Ermahnung des Apostel Paulus, nachzulesen in Römer 12:10.
"Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem anderen, mit Ehrerbietung zuvor", ist nicht immer so leicht zu erfüllen. Der Schöpfer kannte das Herz des Menschen und läßt uns durch seinen Propheten sagen:
"Es ist das Herz ein trotzig und verzagtes Ding; wer kann es ergründen?" (Jeremia 17:9)
Das ist gewiß kein Freibrief für unser Handeln. Im Gegenteil, wir werden ermahnt zur Bruderliebe und zur Betätigung christlicher Gesinnung und dies wieder vom Apostel Paulus in Römer 12:9-21. Da Menschen ja bekanntlich verschieden sind, kann man nicht erwarten, daß sie alle das gleiche geistige Niveau aufweisen. Genau dies berücksichtigt Paulus, daher auch seine eindringlichen Worte an jeden einzelnen:
"nicht höher (von sich) zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, daß er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat. Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder, nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir, die vielen ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander ..."
Oft ist darüber geschrieben worden, daß die Christengemeinde ein Leib ist, aber viele Glieder hat. Die Glieder verrichten nicht alle denselben Dienst. Kein Glied darf darum geringschätzig auf das andere blicken, denn jedes erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Wer will hier anzweifeln, ob dieses oder jenes Glied seinen Dienst nicht aus vollster Überzeugung dem Herrn gegenüber tut? (Verse 3-8)
Dem König David wird ein sehr enges Verhältnis zu Gott nachgesagt. Im Psalm 86, der ja eigentlich ein Gebet ist, spricht David auch dieses zu Gott:
"Du bist von großer Güte allen, die dich anrufen." (Psalm 86:5)
Wenn König David hier von allen spricht, dann sind bestimmt auch alle gemeint. Wer ist da berechtigt, die Art zu kritisieren, wie Brüder ihre Zusammenkünfte gestalten. Kommt es unbedingt auf Äußerlichkeiten an? Sicher vielmehr auf den inneren Beweggrund und der Aufrichtigkeit dem Herrn gegenüber.
Wieviel Gültigkeit hat heute noch Goethes Ausspruch:
"Die Menschen werden durch Gesinnungen vereinigt, durch Meinungen getrennt."
Warum beharren manche so hartnäckig auf ihren Standpunkt, als hätten sie ganz allein den Stein des Weisen gefunden?
Da fällt mir ein Wort von Salvadore de Madariaga ein. Er sagte:
"Das ist eines der tragischen Mißverständnisse unserer Zeit: Wir glauben, wenn etwas unzweifelhaft als falsch bewiesen ist, müsse das Gegenteil richtig sein."
Hüten wir uns also davor, von einem Extrem ins andere zu fallen. Das Glaubensspektrum ist so groß und wer will hier Richter sein und beweisen welcher Weg der allein WAHRE ist? Warum etwas komplizieren, was im Grunde so einfach ist! Wieder ist es der Prophet Jeremia, durch den Gott zu seinem Volk spricht:
"So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, will ich mich von euch finden lassen," (Kapitel 29:13)
Zur Zeit des Apostel Paulus waren die Christen mit den gleichen menschlichen Schwächen behaftet, wie wir, darum auch sein Rat an die Christen in Philippi:
"Nichts tut durch Zank oder eitle Rede, sondern durch Demut, achte einer den anderen höher denn sich selbst." (Kap. 2:3) Da für Christen ja die Bibel der Leitfaden des Handelns ist, sollte doch die Vergebung, die Bedingung für ein christliches Gemeinschaftsleben sein. Ist nicht die Summe des Gesetzes die Liebe? Das drückt Paulus in Römer 13:10 konkret aus, wenn er sagt:
"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut den Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung."
Lassen sich Christen von diesen Worten leiten? Lehrte uns Jesus nicht auch beten: "Unser Vater der du bist in den Himmeln?" Soll dies nicht ausdrücken, wir beten alle zu einem Vater? Folglich sind wir auch alle Brüder und Schwestern.
Wiederum muß aber Paulus seine Mitchristen in Rom erinnern:
"Darum laßt uns nicht mehr einer den anderen richten, sondern haltet vielmehr das für das Richtige, dem Bruder keinen Anstoß und kein Ärgernis zu geben." (Römer 14:13)
Ja, Paulus kannte die Menschen und nicht nur die zu seiner Zeit, denn heute stoßen sich Glaubensbrüder untereinander an Kleinigkeiten. Deckt sich die Auffassung eines anderen nicht mit der eigenen, glaubt man stets, der andere kann nur unrecht haben. Was hindert uns eigentlich daran, die andere Meinung zu tolerieren und seine eigene einmal zu überprüfen?
Ist man allerdings sicher, der eigene Standpunkt ist der Richtige, weil er durch Argumente untermauert ist, die der andere Bruder nicht kennt oder wissen kann, würde ein gutgemeinter Rat, den anderen bestimmt weiterhelfen. Es kommt dabei auf das WIE an. Gurt Goetz sieht es so:
"Takt ist die Fähigkeit, einem anderen auf die Beine zu helfen, ohne ihn dabei auf die Zehen zu treten."
-B.I.H.-
DER OKKULT-ESOTERISCHE HINTERGRUND DER WTG
Die Entstehung der WTG weist unmißverständlich auf einen okkult-esoterischen Hintergrund hin.
Wenn man bis in die Gründerjahre Ch. T. Russells zurückgreift, entdeckt man gute Beziehungen zum Zionismus, zum Judentum und damit auch zu den Freimaurern. War Russell selbst Freimaurer? Ist in seinen Lehren zionistisches/freimaurerisch-esoterisches Gedankengut zu finden? Wie weit oder wie gut waren seine Verbindungen zu diesen Bereichen?
Die historische Vergangenheit der ZJ liegt tatsächlich zum Teil in den Räumen der Freimaurer. Das Jahrbuch der ZJ von 1973, S.89, schreibt, daß in Schottland/Glasgow, Zusammenkünfte in den Sälen der Freimaurer stattfanden. Auch die an späterer Stelle beschriebene Ansprache über den "Tempel Gottes", fand in den Räumen der Freimaurer statt.
Es ist kaum anzunehmen, daß die Freimaurer ausgerechnet den ZJ ihre Logen zur Verfügung gestellt hätten, wenn nicht grundsätzlich irgendwelche geistigen Verbindungen bestanden hätten.
Eine historische Dokumentation über Russells okkult-esoterische Ambitionen, liefert ein amerikanisches 2bändiges Dictionary "OCCULT THEOKRASY". Im 98. Kapitel, S.539-40, unter der Überschrift: "DIE RUSSELITEN oder die INTERNATIONALEN BIBELFORSCHER", wird die Weltanschauung und Ziele der damaligen "ERNSTEN BIBELFORSCHER", jetzt ZJ, beschrieben. Im Anhang des Werkes, auf S. 737, wird Russell unter der Nr. 539 als Freimaurer aufgeführt. Ein weiterer Beweis okkult-esoterischen Denkens, war die "Pyramidenlehre" Russells, die bis etwa um 1926/29, von den Bibelforschern geglaubt werden mußte. Nun zur Übersetzung des amerikanischen Dictionary. Sie lautet:
"Die Bewegung der I.B.F. wurde von C.T. R. vornehmlich mit dem Ziel gegründet die untere Mittelklasse der Intelligenz der christlichen Gemeinschaften anzusprechen, also z.B. bestimmte Büroarbeiter, Lehrer, Dienstpersonal und Personen, die mit direkten Formen der Propaganda nicht erreichbar waren. Die Bewegung hatte auch großen Einfluß auf die Negerschaft.
1879 gründete Russell den "WACHTTURM", dessen alleiniger Herausgeber er war. Die Lehren der Russeliten und ihre Schlußfolgerungen werden willkürlich gezogen und als Endgültig hingestellt und Erklären, aus der Bibel heraus zu Beweisen, daß alle christlichen Kirchen böse und korrupt sind, daß die Heidenzeit 1914 endete und daß die Juden von nun an über die ganze Erde herrschen sollten. In Russells Lehren wird auch sorgfältig ein okkultes Dogma entwickelt, welches angeblich auf biblischen Voraussetzungen beruhen soll.
Die römisch katholische Kirche wird verdammt, von Rom spricht man nur in echt esoterisch-freimaurerischer Art als Babylon. Der Papst und seine gesamte Priesterschaft werden zu Bevollmächtigten des Antichristen gerechnet, die nach der bekannten freimaurerischen Formel von Albert Pike, Mazzini und anderen der Vernichtung geweiht sind.
Weiterhin wird uns mit biblischer Autorität in einer Interpretation von Offenbarung 2,24 gesagt, daß dies bedeutet, daß "Satan ein Name ist, der auf Rom (Insofern) angewandt werden kann (als) er ihre Eigenschaften beschreibt". (Aus: Das Vollendete Geheimnis, S. 43)
Die protestantische Episcopal Kirche und andere christliche Kirchen sind in Russells sehr bildhafter Sprache die "Hurentöchter der römischen Kirche" und "Haben Hurerei getrieben". Russell interpretiert diese Ausdrücke als Vereinigung von Kirche und Staat, dem sich die Juden in aller Welt so erbittert widersetzen. Diese Kirchen kommen nach Meinung des vielbeschäftigten Autors nicht besser weg. Er sagt uns voraus, daß unter der Herrschaft der alten Würdenträger (der jüdische Sanhedrin) die Heiden, die dann noch an Christus glauben, Christi Herrschaft als eine Unsichtbare anerkennen werden. Gleichzeitig unterwerfen sie sich als Christen all der Mühsal, welche diese jüdischen Fürsten ihnen auferlegen werden. Bruder Russell macht uns wenig Hoffnung für die Zeit der Drangsal, die nun über uns kommt, denn auf Seite 122 des Buches "Das vollendete Geheimnis" zerstört er jegliche Hoffnung, die wir noch bezüglich wohltätigen Gesellschaften (Bruderschaften,) hegen könnten mit folgendem Satz:
"Da die Schwierigkeiten immer größer werden, werden die Menschen vergeblich nach Schutz in den großen Felsen und Festungen der Gesellschaft (Freimaurerei. Oldfellowship, Gewerkschaften, Treuhandgesellschaften und alle weltlichen und kirchlichen Gesellschaften) und in den Bergen der Erde (Regierungen) suchen.
Die Veröffentlichungen der IBF-Vereinigung sind interessante Proben politischer Propaganda und sie sind scheinbar gut geeignet, potentielle Tendenzen des Aufbegehrens unter solchen Mitgliedern der christlichen Gemeinschaften zu unterdrücken, die gegen die Rolle, die ihnen in diesem Jüdischen Superstaat zugeteilt würden, protestieren könnten.
Das gegenwärtige Haupt der Bewegung ist John Rutherford."
Soweit das Kapitel "Russelliten". Es kann nach alldem kaum bestritten werden, daß Russell politisch-weltanschauliche Interessen und zudem esoterisch-okkulte Ambitionen hatte. Denken wir dabei nur an seine Interpretationen der "PYRAMIDENLEHRE". Darin erklärt Russell, daß Jesus Christus die Spitze der Pyramide darstelle
und der übrige Teil die Gemeinde symbolisiere. In der erwähnten Tempelrede erwähnte er betont, daß die Pyramide auch ein bekanntes Symbol der Freimaurer sei. Vielsagend ist denn auch die Kapitelüberschrift zur Pyramidenlehre. Sie lautet:
"DAS ZEUGNIS DES STEIN-ZEUGEN UND PROPHETEN GOTTES. DER GROSSEN PYRAMIDE IN ÄGYPTEN."
Die "Erkenntnisse" und "Geheimnisse" des Bauwerks und seiner "planvollen" Abmessungen, sollten nur "Eingeweihten" (Freimaurern) und Bibelforschern zu Teil werden, an etwa 1000 seiner freimaurerischen Freunde versandte Russell eine Broschüre seiner "Pyramiden Offenbarungen". So wurden denn die damaligen "Bibelforscher" bis in die 1920er Jahre esoterisch unterwandert. Sie lernten "Bibelprophetie" mit Russells okkult-esoterischen "Erkenntnissen" zu verbinden...-.
Hintergrundinformationen von E. Brüning
INHALTSVERZEICHNIS
Seite:
2 Okkult-esoterischer Hintergrund der WTG
3 Arbeitskreis chr. Sondergemeinschaften.
4 Seid ohne Furcht (Matthäus 28:5)
6 Wie den ZJ christlich begegnen?
7 Ein Brief über die ZJ in Essen
7 ...treffen des "Kreises freier Brüder"
8 Nachdenken über den WT-Harmagedonkrieg
9 Von Jesus lernen
10 Edler gesinnt sein und prüfen
11 Was kann uns Maria, ....... lehren?
13 Der Pluralismus und die Bibel
14 Zwei Kernfragen
15 Glaubensbekenntnis eines Christen ...
16 Ehemalige Zeugen Jehovas berichten
ARBEITSKREIS
CHRISTLICHE SONDERGEMEINSCHAFTEN UND FUNDAMENTALISMUS
In der Bundesrepublik bekennen sich nach einer Meldung des Evangelischen Pressedienstes vom Januar 1989 1,4 Millionen Menschen zu christlichen Sondergemeinschaften und fundamentalistischen Gruppen. Die Zahl der Aussteiger/innen wird dagegen in keiner Statistik festgehalten, bzw. von den einzelnen Sondergemeinschaften geheimgehalten. Es dürften aber einige Zehntausend Menschen in der Bundesrepublik christliche Sondergemeinschaften/ Sekten oder fundamentalistische Gruppen verlassen haben. Viele dieser Aussteiger/innen sind nach dem Austritt oder Ausschluß sozialisoliert und befinden sich in einer existenziellen Krisensituation.
Der Arbeitskreis christliche Sondergemeinschaften und Fundamentalismus, der aus der 1987 gegründeten Gesprächsselbsthilfegruppe ehem. Sektenmitglieder hervorging, setzt hier auf verschiedenen Ebenen heilend an:
- Informations- und Aufklärungsarbeit
- Psychosoziale Auseinandersetzung mit Sekten/Fundamentalismus Erfahrungen
- Anregung interdisziplinärer wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Bereich christlicher Sondergemeinschaften und fundamentalistischer Gruppen
- Anregung literarischer und künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Themenkreis.
Kennzeichen einer Sekten/Fundamentalismus-Sozialisation sind vielfach:
Elite- und Erwählungsbewußtsein, Intoleranz gegenüber anderen Glaubens- und Denkrichtungen, Arbeit mit psychischem bzw. sozialem Druck und Angst, Vermittlung eines dämonisierten Glaubens, Geringschätzung der Frau, Förderung eines antidemokratischen Denkens und Verhaltens, Rückzug aus gesellschaftspolitischer Verantwortlichkeit, Verzicht auf die Selbstverwirklichung des Individuums, Bildungs- und
Kulturfeindlichkeit, Körper- und Sexualfeindlichkeit.
Es sollte nicht unerwähnt bleiben, daß viele christlichen Sondergemeinschaften/ Sekten und fundamentalistische Gruppen ein soziales und caritatives Engagement ablehnen. Kaum eine Sektengemeinschaft trägt Kindergärten, Jugendheime, Seniorenheime, Krankenhäuser und Beratungsstellen. Statt dessen werden selbstverständlich immer neue Kirchengebäude, Kongreßzentren, Tempel und Versammlungsräume, teilweise als prunkvolle Prestigeobjekte errichtet, ohne sich einer sozialen und gesellschaftspolitischen Verpflichtung bewußt zu sein.
Die psychosoziale Auseinandersetzung mit den eigenen Sekten/Fundamentalismus Erfahrungen erfolgt in einer sich regelmäßig treffenden Selbsthilfe-Gesprächsgruppe, die aus ähnlich betroffenen Menschen besteht. Die soziale Isolation wird in einer Gruppe ähnlich Betroffener aufgehoben und Handlungs- bzw. Lösungsmöglichkeiten für die eigene Situation erarbeitet.
Den sehr destruktiven und dämonisierten Wirklichkeitskonstruktionen der christlichen Sondergemeinschaften und fundamentalistischen Gruppen werden hoffnungsvollere, positivere Wirklichkeitskonstruktionen entgegengehalten, die auf ein selbstbestimmtes, selbstverwirklichendes Leben in sozialer und gesellschaftlicher Verantwortlichkeit abzielen. Selbstverständlich kann die Selbsthilfe-Gesprächsgruppe kein Ersatz, wohl aber eine Begleitung einer oft notwendigen psychotherapeutischen Behandlung sein.
Personen, sie sich aus christlichen Sondergemeinschaften oder fundamentalistischen Gruppen gelöst haben, bzw. z.Zt. im Begriff sind, sich aus diesen Glaubensgemeinschaften zu befreien, sind in der Gesprächsselbsthilfegruppe herzlichst eingeladen. Ebenso gilt unsere Einladung auch sensiblen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen, Bekannte u. a.) sensibilisiert sind, das Ausmaß des Einflusses der o.g. Gruppen auf das Leben ihrer Mitglieder wahrzunehmen, Menschen, die sich durch o.g. Phänomene betroffen fühlen, sind zur Teilnahme an den Gruppensitzungen/Arbeitskreisen eingeladen. Ebenso sind uns auch Menschen willkommen, die zunächst "nur" ihren Informations-Background bezüglich der genannten religiösen Gruppen erweitern wollen und an Gesprächen mit Betroffenen interessiert sind.
Die Selbsthilfe-Initiative baut ein Archiv und eine Bibliothek mit dem Schwerpunkt Sekten und fundamentalistische Gruppen auf und sucht dafür noch wissenschaftliche Arbeiten (Dissertationen, Diplomarbeiten, Staatsarbeiten, Magisterarbeiten, wissenschaftliche Veröffentlichungen u.a.) und sekteninterne Schriften, die von den Sekten teilweise gern geheimgehalten werden.
Kontakt: SELBSTHILFEGRUPPENZENTRUM OASE, BUSCHEYPLATZ 3, 4630 BOCHUM-QUERENBURG, TELEFON 0234 / 700 23 32
SEID OHNE FURCHT (Matthäus 28:5)
Sicher kennt jeder den Spruch: "Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt"! Ist der Anlass geringfügig, kümmert es uns wenig, wenn etwas "anders kommt", als wir dachten. Handelt es sich aber um unsere Lebensinteressen, interessiert es uns sehr wohl, ob, wie, oder wann "etwas kommt".
Versuchen wir doch einmal, uns in die Lage des Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835 -1910) zu versetzen. Er beschrieb die nach ihm benannten "Marskanäle", fertigte entsprechende Karten an etc. Er war davon überzeugt, daß es sich bei den "Kanälen" um etwas real existierendes handeln müsse. In dem Buch "Unser Kosmos" von Carl Sagan lesen wir auf Seite 147:
"... wo unsere Gefühle ins Spiel kommen, sind wir wahre Meister der Selbsttäuschung ...".
Ich kann mir vorstellen, daß Schiaparelli davon überzeugt war, daß spätere, mit vollkommeneren Mitteln betriebene Forschungen immer neue Details der "Kanäle" erkennbar machen müßten. Wir alle wissen, welche Riesenfortschritte die Astronomie seit Schiaparelli gemacht hat. Doch in Gegensatz zu den Erwartungen am Beginn unseres Jahrhunderts, haben die mit modernsten Mitteln betriebenen Forschungen ein ganz unerwartetes Resultat gezeitigt: die exakt gezeichneten "Kanäle" existieren nicht auf dem Mars, sondern bestanden nur in der Phantasie einiger Astronomen.
Ähnlich verhält es sich mit so mancher Lehre der Zeugen Jehovas. Die Gewißheiten, deren man sich im Bewußtsein dessen, über Gottes Vorhaben eine genaue Erkenntnis zu besitzen, z.B. vor etwa fünfundvierzig Jahren rühmte, haben sich als nicht zutreffend erwiesen.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war man sich in Zeugenkreisen darüber sicher, daß dar Krieg nur darum nicht sofort, wie erst erwartet, in die "Schlacht von Harmagedon" einmündete, weil Jehova wollte, daß der Welt noch ein kurzes, aber eindringliches "Schlußzeugnis" gegeben werden sollte. Ob das den jungen Leuten, die in unseren Tagen eifrig die "Gute Botschaft von Jehovas Königreich" von Tür zu Tür predigen, bekannt und bewußt ist? Sie sagen, daß sie sich nicht von der WT-Gesellschaft in Brooklyn, sondern einzig und allein von der Bibel selbst leiten lassen. Dabei entgeht ihnen aber, daß sie zuvor die Bibel durch die Brille Brooklyns betrachten müssen. Vom gefärbten Bibelverständnis her nicht aber von der Bibel, wie sie meinen, lassen sie sich leiten!
In einem Interview, veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 21./22. Juli 1990, heißt es:
''Unsere Autoritär ist Gott, und NICHT DIE ZENTRALE IN BROOKLYN". (Hervorhebung vom Autor)
Kurz zuvor heißt es aber bezüglich einer Frage, die Versammlungen .betreffend: "Die wichtigste (Versammlung, H. G.) ist unser wöchentliches Wachtturmstudium. Der Wachtturm ist neben der Bibel unsere wichtigste Studiengrundlage."
Vom Brooklyner WT her wird ein ständig verändertes und sich änderndes "Verständnis" in die Bibel hineinprojiziert, das dann als "biblische", und nicht etwa wahrheitsgemäß als Brooklyner-Wahrheit, den Zuhörern angeboten wird. Die jungen Leute, ohne Kenntnis der Vergangenheit, glauben sicher, ehrlichen Herzens, daß ihr augenblickliches "Verständnis" der seit jeher verkündeten Botschaft der Zeugen entspricht. Wüßten sie, daß es sich um das soundsovielte "Verständnis" handelt, würde ihnen bewußt werden daß es sich in diesem Falle bei der Bibel um ein vieldeutiges Buch handeln müßte, das dann keine sichere Wegleitung sein könnte!
Kommen wir also noch einmal auf den Zeitraum der letzten 45 .Jahre zurück: wäre das "Verständnis" der späten 40er und der frühen 50er Jahre biblisch begründet gewesen, könnte es heute, im Jahre 1990, keinen Neuanfang geben. Mehr noch: schon wird für die kommenden Jahre der Bau neuer Königreichssäle ins Auge gefaßt! Also, am Ende der 40er Jahre nur noch ein kurzes Schlußzeugnis, aber an der Schwelle des dritten Jahrtausends der Bau neuer Königreichssäle! Das alles, und noch vieles mehr soll auf der von Gott inspirierten biblischen Botschaft beruhen! Nicht etwa auf dem phantasievollen Blick der Watch-Tower-Bible and Trakt Society? Mit dem Sitz -nicht im Himmel- sondern in Brooklyn.
Die Linie der immer "neuen", die alten "Erkenntnisse" außer acht lassenden Botschaften zurückverfolgend, kann man den Menschen, denen mit der "Schlacht von Harmagedon" gedroht wurde und noch immer wird, wohl zurufen: FÜRCHTET EUCH NICHT!
Nicht etwa, daß Gott nicht zu fürchten wäre!! Im Gegenteil, ER allein ist WIRKLICH zu fürchten! Richtet ER doch einen jeden nach seinem eigenen Rechtsempfinden! Ein jeder erhält ein gerütteltes, .gedrücktes und gehäuftes Maß dessen, was er selbst für Recht hält. (Lukas 6:38). Jeder Mensch wird unwiderruflich mit einem Über-Maß an eigener Münze bedacht. Diese "Münze" MUSS er annehmen, niemand kann der Gerechtigkeit Gottes, die uns -negativ oder positiv- belohnt, ausweichen! ER ist sehr zu fürchten, aber wir selbst bestimmen unser Ziel, sind uns selbst Freund oder Feind, je nachdem, welche Ansicht wir über den Wert des Wortes Gottes haben, und ob wir bereit sind, Jesu helfende Hand anzunehmen oder sie von uns zu weisen. Im Unterschied zu den Auffassungen der "Zeugen Jehovas" ist ihre Botschaft nicht identisch mit dem Evangelium. Im Gegensatz zu Gott, der sehr zu fürchten ist, braucht einem also bei den seit fast hundertzwanzig Jahren ertönenden Bekanntmachungen der "Zeugen" nicht bange zu sein. Die wirklich ernsten Zustände in der Welt, die in den WT-Schriften als Beweis herangezogen werden, sind allgemein bekannt und kein denkender Mensch unterschätzt sie. Daß der Welt ein Ende gesetzt ist, sagen sowohl das geschriebene wie auch das fleischgewordene Wort Gottes mit aller Deutlichkeit. Doch Gott will, daß allen (Menschen) geholfen werde. "Gut" im absoluten Sinne ist nur Gott allein, der Mensch ist nur im relativen Sinne des Guten fähig. Die Sehnsucht nach der Fülle der Gerechtigkeit, die im Menschen gepaart ist mit der Unfähigkeit, dieses Verlangen auch zu verwirklichen, hat zur Schaffung eines Hilfsmittels geführt, das wir "Moral" nennen. Gestützt auf die Krücken der Moral, schleppt sich die Menschheit ziemlich mühsam dahin und bleibt hinter ihrem Wollen weit zurück. Die Anforderungen, denen sich der Mensch gegenübersieht, wachsen mit der komplizierter werdenden Lebensweise, zugleich vermindert sich aber die Fähigkeit, mit den wachsenden Anforderungen Schritt zu halten. Aus diesem Widerspruch entsteht eine gefährliche Situation, weil sich aus ihr eine immer deutlicher wahrnehmbare Inkompetenz immer größerer Teile der Erdbevölkerung ergeben wird.
Wer will entscheiden, was hier Wirkung und was Ursache ist, doch schon früh machte die Bibel auf die üblen Folgen der Inkompetenz aufmerksam. Sie sieht die letzte Ursache im Ungehorsam gegen Gott. Ein Geschöpf manipuliert sich auf einen Posten den es nicht auszufüllen vermag.
1. Beispiel:
Die Grundlehre des Teufelkultes, "ihr werdet SEIN WIE GOTT". (1. Mose 3:5)
2. Beispiel;
"Du aber hattest in deinem Herzen gedacht, ich ersteige den Himmel, dort oben stelle ich meinen Thron auf, ÜBER DEN STERNEN GOTTES". (Jesaja 14:13) Gott wußte zu jeder Zeit, welche Möglichkeiten sich aus der Entscheidungsfreiheit Seiner Geschöpfe ergeben können. ER weiß auch, daß jeder Mensch in bereits bestehende Verhältnisse hineingeboren wird, denen er nur geistlich entkommen kann, wenn er bereit ist, sich von Gott durch Jesum Christum helfen zu lassen.
Die WTG hat es durch Verschweigen von Fakten stets verstanden, arglose Menschen über den Charakter ihrer "Erkenntnisse" zu täuschen. Doch nicht allein durch Verschweigen, sondern auch durch Umdeuten konnte der Zweck erreicht werden. Es macht einen sehr optimistischen und progressiven Eindruck, wenn jetzt auf den Bau von Königreichssälen hingewiesen wird. Viel optimistischer jedenfalls, als würde man, anstatt über diesen Neuanfang über die Erwartungen und Orientierungen der späten 40er Jahre sprechen. Man müßte dann den jungen Leuten sagen, daß es vor Jahrzehnten schon "später als du denkst" gewesen ist.
Seit Beginn der Organisation in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird die Praktik des Vergessens und Umdeutens geübt, darum fällt es heute nicht schwer, im Ausüben dieser Praktiken das eigentliche Wesen der WTG zu erkennen. Die Jungen Leute aus dem bereits zitierten Interview täten wirklich gut daran, nicht auf Brooklyn, sondern auf die Bibel zu hören.
Es wäre eine Fleißarbeit wert, einmal alles das aufzulisten, was schon vom "Kanal" als "göttliche Wahrheit" erkannt wurde, um das Erkannte nach einiger Zeit als etwas abzutun, das von "einigen" gedacht, geglaubt und erwartet wurde. Im Gegensatz zum unveränderlichen Wesen Gottes gehört es zum Wesen der Welt, daß sich ihr Erscheinungsbild fortwährend ändert. Und immer gab es Leute, die die Vergangenheit konservieren wollten, weil sie diese für die "gute, alte Zeit" hielten. So haben religiöse Schwärmer, Scharlatane, Übereifrige, kurz "Falsche Propheten", immer Konjunktur gehabt.
Die Bibel spricht freimütig vom Ende der Welt als von etwas unausbleiblichem. Was ist für Schwarmgeister näherliegender, als sich der Bibel zur Untermauerung der eigenen Ansicht zu bedienen? Ein solcher Eifer sieht in allem, was die Welt gerade bewegt, ein sicheres Zeichen des nahen Unterganges. Indem Jesus mit allem gebotenen Ernst auf den vergänglichen Charakter unserer Welt hinwies, wollte ER uns davor bewahren, einen ihrer augenblicklichen Zustände überzubewerten, oder sich gar von menschlichen Bemühungen das Heil zu erhoffen.
Er lehrte uns, mit Blick auf die Neue Welt, in der "alten" Welt würdig zu leben. Das heißt, soweit es unsere Kräfte und Fähigkeiten zulassen. Wir sollten Gott und dem Herrn Jesus Christus Glauben schenken, indem wir Sein Wort zu unserer Wegleitung machen. (Psalm 119:105) Was jemand im Gehorsam gegen Gott tut, wird bleiben, es wird nicht mit der "Welt" vergehen. Wer sich bemüht, Jesus nachzufolgen, ist zwar noch immer IN, doch nicht mehr VON dieser Welt.
Ein Kennzeichen der Schwärmer aller Zeiten war, daß sie eine Vorliebe für das Düster-Geheimnisvolle hatten. "Die Schlacht von Harmagedon", wie düster und geheimnisvoll klingt das für einen religiösen Neuling! Christen, die nicht nur, wie alle Menschen, um die Vergänglichkeit aller Dinge wissen, sondern an das unvergängliche Reich Gottes glauben, sind vom Zwang, alles vollkommen machen zu müssen, nicht geplagt. Sie helfen mit, wo es möglich ist, die Dinge zum besseren zu verändern, und können so, in Zeit und Vergänglichkeit, doch ihr Licht leuchten lassen, für Gott und Menschen das Gute wirken.
Jesus Christus ist unser geistliches Oberhaupt, ER warnte uns ernstlich davor, einem augenblicklichen, scheinbar kalkulierbaren Erfolg in der "Welt" nachzujagen. Statt dessen riet Er uns, vor allem auf Ihn zu hoffen, was zugegebenerweise aber großen Glauben erfordert..
Es müßte jeden abschrecken, sich auf eine Verkündigung des nahen Endes in Harmagedon einzulassen, wenn er daran dächte, wieviele "Propheten" sich allein in unserem Jahrhundert aufs Glatteis begeben haben. Sie haben allesamt mit ihren Voraussagen Schiffbruch erlitten.
Manch ein Zeuge mag in den 30er- und 40er Jahren gedacht haben, wenn ich nur alt genug würde, erlebte ich gewiß die Erfüllung der von den Brooklynern gemachten und geweckten Hoffnungen. Diejenigen, die heute noch am Leben sind, wurden aber nicht mit der Erfüllung, sondern mit dem Scheitern ihrer Hoffnungen konfrontiert. Ob sie sich dessen bewußt sind? Vielleicht haben sie in früheren Jahren auf den Hinweis von Skeptikern, daß ja in der Vergangenheit schon viele Prophezeiungen gemacht wurden, ohne sich zu erfüllen, geantwortet, daß jene, die einen Reinfall erlebten, eben keinen Auftrag von Jehova hatten, und daß, vor allem, die Zeit noch nicht gekommen war. Diese Antwort wäre im Sinne des WT gewesen, doch müßte bei einigem Nachdenken die Schlußfolgerungen, die sich daraus für unsere Zeit ergeben, wahrlich verheerend sein!
Und doch fühlen sich immer wieder Menschen dazu angereizt, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen. Denn irgendwie glaubt man, zum Mittelpunkt zu werden, irgendwie glaubt man, alles drehe sich um die Gruppe, der man selbst angehört. Dem, der so empfindet, hilft keine noch so böse Erfahrung der Vergangenheit und der Gegenwart, ihm kann niemand helfen.
Wenn es im Laufe der Weltgeschichte schon so oft Grund zu geben schien anzunehmen, das Ende der Welt sei da, kann man daraus schließen, daß Krisen und Veränderungen aller Art einfach zum Wesen der Welt gehören.
Als Jesus vor Zweitausend Jahren Seine Jünger vor einem zu innigen Verhältnis mit der "Welt" warnte, tat er das nicht, weil die "Welt" kurz vor ihrem Ende gestanden hätte, sondern weil ein Liebäugeln mit ihr Seinen Jüngern, für deren geistiges Wohl sich Jesus verantwortlich fühlte, den Blick für den neuen Anfang, den Beginn des Reiches Gottes, hätte verdunkeln können. Die schwankende "Welt" war zu keiner Zeit ein Fundament von genügender Tragfähigkeit, um darauf das Haus bauen zu können, in dem der Mensch im "Schatten des Allmächtigen" für alle Zeit wohnen könnte. In ihrer Wandelbarkeit ist die "Welt" eher dem Treibsand zu vergleichen. Das Haus von Dauer muß von Gott selbst errichtet werden, es muß auf dem Grund ruhen, den Er selbst gelegt hat, auf Seinem lieben Sohn! Jesus sprach zu Seinen Jüngern über ernste Wahrheiten und lehrte sie durch Gleichnisse und durch Sein eigenes Vorbild. Er öffnete ihnen die Augen für die fundamentalen Grundsätze des Reiches und für seine Unerschütterlichkeit. Sie erkannten, daß diese Unerschütterlichkeit den krassesten Gegensatz zur "Welt" bildet.
Fundamentale Grundsätze Menschen gleichermaßen, ob wir uns dessen bewußt sind, oder nicht. Unsere Einstellung ist für ihre Wirksamkeit ohne Belang. Jesus, der immer die Wahrheit sagte und lehrte, hat aber niemanden gezwungen, sie anzunehmen. Seine Wahrheit ist schwer zu ertragen, aber sie geht einher mit seiner Verheißung:
"Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!" (Matthäus 28:20)
-H.G.-
WIE DEN ZEUGEN JEHOVAS" HEUTE CHRISTLICH BEGEGNEN?
WAS DIE KIRCHEN NICHT NÖTIG HABEN
Andere Christen und ihre Kirchen und Gemeinschaften haben es zunächst überhaupt nicht nötig, sich gegen die sog. Bloßstellungen und Entlarvungen als "Hure Babylon" zu verteidigen, wie sie in den bunten Massenmedien der Wachtturm-Gesellschaft vorgetragen und verbreitet werden. Warum nicht?
Nicht die anderen Christen, ihre Kirchen und Gemeinschaften, wollen etwas von den Zeugen Jehovas. Es ist vielmehr umgekehrt. Die Zeugen sind es unter ihrer WTG-Führung, die gegen alle anderen Christen und ihre Kirchen losziehen, sinnigerweise militärisch "Felddienst" genannt. Sie sollen und wollen, daß die Wachtturm-Verkündigung als eine "gute Botschaft für die ganze Menschheit" (Wachtturm 1.1.1990) von allen anderen Menschen unter Preisgabe ihrer anderen religiösen, sozialen und gesellschaftlichen Auffassungen auf Leben oder Tod angenommen wird. So müssen zuerst die Zeugen die Glaubwürdigkeit und allgemeine Annehmbarkeit dieser "Botschaft" nachweisen, ehe sie erwarten können, daß Angesprochene aus ihren bisherigen Kirchen "hinausgehen" und ihren Halt preisgeben.
So steht in der Tat nicht eine Verteidigung des von der WTG angegriffenen eigenen bisherigen kirchlichen Glaubensgutes an erster Stelle. Es muß zuvor die anzunehmende WTG-"Botschaft" geprüft werden. Eher kann nichts anderes aufgegeben oder preisgegeben werden.
WIE PRIMAR NICHT VORGEGANGEN WERDEN SOLLTE
Gemäß dem Bibelwort in Römer 2:11, nicht die Person anzuschauen, ist auch bei den Zeugen nichts vorrangig an Personen festzumachen. Zudem werden "schwarze" oder "schwarz gewordene Schafe" von der WTG selbst ausgeschlossen. Wie dem auch sei, es muß vorrangig um die Sache gehen, nicht um die Personen, die dieser Sache dienen. Es muß auch bedacht werden, daß ein Zeuge sehr wohl aufrichtig ist und denkt und glaubt, das Beste für seine Mitmenschen zu verfechten und selbst ein wahrer Christ sein möchte.
Auch die Wachtturm-Gesellschaft als Einrichtung ist zunächst zweitrangig. Organisation, System, materielle und finanzielle Mittel sind letztlich nur das Mittel zum Zwecke, haben der Sache zu dienen, wie fragwürdig dies alles einem auch erscheinen mag.
Auch was, sittlich oder moralisch von ihr betont oder herausgestellt wird, ist nicht das Wesentliche. Ehrlichkeit, Treue, Liebe, Opferbereitschaft oder Bescheidenheit sind kein Privileg der Wachtturm-Zeugen. Das alles und noch viel mehr, haben auch andere aufzuweisen.
Auch falschen Wegen wurde treu bis in den Tod gedient. Zudem ist es wie bekannt nicht das WTG-ZJ-Ziel, eine Tugendgemeinschaft für soziale Weltverbesserung zu sein. Hingabe und Treue für eine Sache, wie hochherzig das auch eingeschätzt werden muß, beweisen noch lange nicht die Richtigkeit dieser Sache.
WORAUF ES IN ERSTER LINIE ANKOMMT
Ja, es kommt auf die Sache selbst an, ob jene "gute Botschaft für die ganze Menschenheit" , glaubhaft und annehmbar, also wirklich gut ist oder nicht. Allerdings ist es eine Hauptmethode der WTG, im Widerspruch zu Jesu bekannten Worten immer zuerst den Splitter im Auge der anderen zu suchen.
Zur Sache selbst:
Es steht völlig außer Diskussion, daß es sich bei der WTG-"Botschaft" um eine Weltende- oder Endzeitverkündigung für heute handelt :
In "dieser Generation" noch ein Paradies auf Erden, vorangehend aber die physische Vernichtung aller Andersglaubenden, die diese "Botschaft" nicht annehmen und nicht befolgen ...
Für die Folgsamen also eine "Botschaft" paradiesischen Lebens, für alle anderen eine Massenvernichtung durch Gott, vom Säugling bis zum Greis.
Also keineswegs "eine gute Botschaft für die ganze Menschheit".
Man muß zu allererst die Frage nach der Glaubwürdigkeit und Annehmbarkeit dieser "Botschaft" stellen, ehe man sich darauf einlassen kann. Daran darf man sich durch nichts ablenken lassen. Man kann den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun.
UNGLAUBWÜRDIG!
Hierzu müssen nachweisbar folgende Feststellungen getroffen werden:
Die WTG-Endzeit-"Botschaft" ist völlig unglaubwürdig, weil sie schon über zwei Jahrhunderte und mehrere "vergangene" Generationen hin falsch prophezeit wurde:
1. Endzeit 115 Jahre von 1799-1914.
2. Ende dann auf 1918 verschoben.
3. Ende und Paradies dann auf 1925.
4. Endzeit dann erst von 1914 an.
5. Ende dann auf den 2. Weltkrieg verschoben.
6. Ende 1946 um 10-20 Jahre verschoben.
7. Ende und Paradies dann auf 1975.
8. Ende jetzt bis 1994 verschoben.
9. 200 Jahre immer wieder Falschdeutung der religiösen und politischen Ereignisse als angebliche ZEICHEN DER ZEIT.
Für alles dies schließlich Mißbrauch der Generationsworte Jesu Christi für seine Zeit in Matthäus 24:24.
Nach 5. Mose 18:20-22 ist das alles eher eine Falschprophetie im Namen Gottes.
UNANNEHMBAR!
Schon aus der erwiesenen Unglaubwürdigkeit dieser Endzeit-Botschaft ergibt sich auch ihre Unannehmbarkeit. Nicht nur endet jeder damit früher oder später in bitterer Enttäuschung, es ist auch ein sinnloser Verlust zahlreicher familiärer und freundschaftlicher Beziehungen.
Der zweite entscheidende Gesichtspunkt sind die praktischen Bedingungen dieser "Botschaft" für alle Fragen des Lebens:
Keine Teilnahme an sozialpolitische oder demokratischer Mitverantwortung als Christ in Stadt und Land.
Nichts im Sinne von Diakonie oder Caritas der anderen Christen und Kirchen.
Da es für die ganze Menschheit unmöglich ist, die sozialpolitische und demokratische Verantwortung für das eigene und gesellschaftliche Leben zu verneinen und aufzugeben, ist auch aus diesen Gründen diese WTG-Botschaft unannehmbar und folglich zu verwerfen.
WAS ALSO TUN?
Angesichts des erwiesenen Sachverhaltes kann man seinen bisherigen Glaubensinhalt für diese WTG-"Botschaft" nicht aufgeben. Eher muß man seinen bisherigen Glauben festigen und in seiner Kirche und Gemeinschaft mitarbeiten, besonders an ihren Mängeln und Defiziten, ja diese eher als eine gute Herausforderung dafür betrachten. Und dies zugleich im Sinne des Evangeliums für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. -
-D.P.-
EIN BRIEF AUS ESSEN
Im Stadtbild fallen sie erst beim näheren Hinsehen ins Auge, da auch andere Sektenmitglieder mit ihren jeweils "hauseigenen" Schriften herumstehen. Erst ein genauerer Blick auf die bunten Hefte läßt erkennen, ob es ein Zeuge Jehovas oder ein Mormone, Scientologyst oder sonst wer ist. Die "Wachtturm-Anbieter" im Stadtbild sind durchweg ältere und alte Personen. Das hat aber nicht seinen Grund darin, daß man den jüngeren Leuten den Hausdienst überlässt. Nein, der wahre Grund dafür ist die Überalterung der Zeugen Jehovas. Diese Tatsache 'haben mit übrigens sogar meine beiden "Heimbibelstudium-ZJ" bestätigt.
In diesem Zusammenhang muß ich auch sagen, daß sich die ZJ der BRD in einem gewissen Sinne von denen in der DDR unterscheiden. Dieser Unterschied ist zwangsläufig bedingt durch das jeweilige gesellschaftliche Umfeld.
Der durchschnittliche BRD-ZJ ist durchweg gutbürgerlich, stets akurat und modisch gekleidet, zumeist Besitzer eines Mittelklasse-Autos (also der Auto-Typen, die erst so ab DM 40.000,-- zu haben sind) und auch im allgemeinen gebildeter als die ZJ der DDR. Letzteres ist mir immer wieder aufgefallen. Warum das so ist, weiß ich aber inzwischen aus meinen Gesprächen mit meinen Hausbesuchern. Und was auch noch auffällig ist: Die hiesigen ZJ geben sich ein wenig unverkrampfter und lockerer. Das ist keine aufgesetzte Maske, sondern gründet im bundesdeutschen Lebensgefühl (was sich in der Tat sehr von dem in der DDR unterscheidet).
Interessant halte ich folgende Eingeständnisse meiner beiden "Königreichs-Prediger"
1. Der Haustürdienst in Essen ist so erfolglos wie nie ( !) ; statistisch kommen auf 269 Haushalte ein einziger (!) Interessent. (Jahresdurchschnitt 1989)
2. Über 70 von Hundert Königreichsaal-Besucher sind älter als 50 Jahre!
3. Die recht gute Allgemeinbildung des einzelnen ZJ hat ganz einfach damit zu tun, daß man aus dem (ohnehin winzigen) Interessen-Kreis jüngerer Leute nur die mit einem Heimbibelstudium beglückt, die "augenscheinlich über Intelligenz verfügen"! Bei älteren und alten Leuten spielt dieser Aspekt keine Rolle mehr, da deren Heimbibelstudium nicht mehr nach obengenannten "Auswahlprinzip" durchgeführt wird (im Klartext heißt das: Mit alten Interessenten gibt man sich keine allzu große Mühe mehr)!
Diese Dinge kamen im Nebenbei "auf dem Tisch", vielleicht sogar unfreiwilligerweise. Es ist nämlich hierzulande bei den ZJ üblich, nach dem Bibelstudium noch ein wenig "Plauderei" zu betreiben. Bei dieser Plauderei spielt "Jehova" keine Rolle mehr, sondern es geht um recht alltägliche Dinge, um mancherlei Frust und um dieses oder jene Problemchen. Und spätestens bei dieser recht zwanglosen Plauderei offenbart sich, daß die ZJ über ganz normalmenschliche Eigenschaften verfügen. Sobald der "Wachtturm" oder sonstige WTG-Broschüren vom Tisch geräumt sind, kommt bei den Leutchen regelrechte Gemütlichkeit auf (was mich innerlich immer sehr belustigt). Und eben bei dieser Gemütlichkeit kamen nach und nach auch die Dinge ans Licht, die ich unter Punkt l bis 3 aufgeführt habe. Vielleicht geschah das unfreiwilligerweise, vielleicht war es aber auch der im Inneren nagende Frust, der diese Geständnisse bloßlegte. - Zum Abschluß noch eine "Notiz", die ich Ihnen nicht vorenthalten will. Als ich meinen beiden ZJ zu verstehen gab, daß ich recht gern einige ältere Jahrgänge "Wachttürme" kaufen würde (die ich ja aus
Ihnen bekannten Gründen benötige), waren sie beide sofort dazu bereit, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Der Reinfall für die beiden ZJ kam schnurstracks...
Beim nächsten Treffen gestanden sie mir mit betretenen Gesichtern, daß in der "Königreichsaal-Bibliothek" außer Jahrgang 1989 keine weiteren Hefte als Verkaufsexemplare mehr vorhanden wären. Das hat die beiden ZJ echt überrascht (die Überraschung war nicht gespielt). Sie konnten das nicht verstehen, "da doch", wie sie mit sagten, "die Gesellschaft so sehr viele Exemplare drucke!"
Dieses Beispiel zeigte mir recht deutlich, daß die ZJ über die Gepflogenheiten der WTG in Unwissenheit sind. Für Sie und für mich erklärt sich die Sache von selbst: Die älteren Jahrgänge könnten einen aufmerksamen Leser Aufschluß darüber geben, daß man in der WTG vor drei oder vier Jahren so manches "Licht" noch ganz anders sah ...
-T.S.-
FRÜHLINGSTREFFEN DES KREISES FREIER BRÜDER"
"GOTT ABER IST ES, DER UNS MIT EUCH ZUSAMMEN EINEN FESTEN STAND IN CHRISTUS GEGEBEN UND UNS GESALBT HAT".
Unter diesem Leitwort fand in der Zeit vom 17. - 20. Mai 1990, das diesjährige Frühjahrstreffen in Siegen Haus Patmos, statt.
Am Abend des 17. Mai begrüßte Br. Wiedemann die Teilnehmer mit Psalm 113,1.3. Br. Wiechoczek gab daran anschließend einige Hinweise für den Ablauf der diesjährigen Zusammenkunft.
Der 18. Mai wurde von Br. Segert mit der Ansprache "STEHE ICH IN DER SOHNSCHAFT GOTTES" (Gal., Kap. 3,26-29) begonnen. Nach dem Mittagessen war dann freie Begegnungszeit. Bei Wanderungen, Unterhaltungen und Kaffeetrinken war die Gelegenheit gegeben alles Gehörte, noch im Gespräch zu vertiefen, aber auch persönliches auszutauschen.
Der Tag klang aus, mit der Ansprache von Br. Hohls über das Thema "CHRISTEN STEHEN IM NEUEN BUND". Seine Ansprache gründete sich auf die Worte in Jeremia 31,31-34 und Hebräer 8,6-13.
Den 19. Mai begann Br. Wiedemann. Er erzählte wie er vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi wurde. Mit praktischen Beispielen demonstrierte er, wie man Zeugen Jehovas zur Besinnung bringen kann. Nach dem Mittagessen war dann wieder Freizeit die jeder nach seinen Wünschen gestalten konnte. Die Abendansprache hielt Br. Wiechoczek.
Das Thema lautete: "SIND JEHOVAS ZEUGEN CHRISTEN?". Er gründete seine Ansprache auf den zweiten Korintherbrief, Kapitel l,21.22 und auf den ersten Johannesbrief, Kapitel 2,15-27.
Da dieses eine ziemlich herausfordernde Frage war, versuchte er auch nicht auf diese Frage eine persönliche Antwort zu geben. Er bat einen Bruder die Artikel, die die WTG über dieses Thema veröffentlicht hatte, zu verlesen, so daß die Zuhörer, auf diese Frage, die Antwort durch die WTG-Literatur selbst bekamen.
Der letzte Tag war davon geprägt, daß das Programm des "KREISES FREIER BRÜDER", voll in die Ortsgemeinde von Siegen eingebracht wurde. Ausser der Ortsgemeinde waren noch 2 weitere Gruppen anwesend, die im Haus Patmos ihre Zusammenkünfte hatten. Br. Elle hielt die Predigt. Er sprach über das Johannes-Evangelium, Kapitel 6.50-57. Im Anschluß an den Gottesdienst war dann das Gedächtnismahl.
Nach dem Gedächtnismahl sprach Br. Meier die Schlußgedanken zu dem diesjährigen Frühlingstreffen im Haus Patmos in Siegen.
ES GIBT FÜR ALLE VORTRÄGE KASSETTEN! - DER PREIS BETRÄGT 7.- DM. ZU BEZIEHEN ÜBER DIE ADRESSE: JOACHIM WIECHOCZEK, PEPERMÖLENBEK 9, 2000 HAMBURG 50!
DAS "HERBSTTREFFEN" DES "KREISES FREIER BRÜDER" FINDET VOM 24. - 28. OKTOBER 1990, IN BLEKENDORF AN DER OSTSEE STATT!
-H.W.-
ZUM NACHDENKEN ÜBER DEN WACHTTURM-HARMAGEDONKRIEG
Begreift ihr nicht
schamrot im Gesicht,
daß ihr erdenweit,
das Atomschwert zur Hand
gar Geiselnehmer seid
für alles Volk im Land
mit Greis und Frau und kleinstem Kind,
die keines Blutes schuldig sind?
Begreift man nicht
schamrot im Gesicht,
daß, die mit Atomschwertführen
Todesängste schüren,
wie verhinderte Mörder Unschuldiger sind,
von Greis und Frau und kleinstem Kind?
Welch Hohn und Spott
auf den lebendigen Gott,
der Unschuld behütet
und darum gebietet -
über Zeit und Land:
Nur wer Menschenblut vergießt,
nur wer selber tötet, schießt,
dessen eigenes rotes Blut -
mordet er doch höchstes Gut -
soll wiederum vergossen werden,
durch Menschenhand.
Doch was ist da schier
atomar im Visier?
Nicht, die aus Bunkern und Verliesen
unschuldig Blut atomar vergießen!
Sondern Greis und Frau bis kleinstes Kind, die keines Blutes schuldig sind! Alles gar, was lebt auf Erden!
Mit atomarem Massenmordgraben
sich gar zum Humenum erhoben haben?
Ist man hier
mit atomarem Schwert,
alle Unschuld nichts wert,
nicht noch unter dem Tier?
Sind fromme atomare Unschuldsmeuchler
nicht Gottesheuchler?
Hiroshima, Euroshima, Terroshima -
gibt's für Christen da ein Ja
auch nur mit dem Wort
für Massenmord
an erdenweit Unschuldigen -
und dabei Gott noch huldigen?
Nein, stattdessen Salz der Erde,
daß kein atomarer Friedhof werde,
und als Lied der Lieder:
Die Atomwaffen nieder!
UND NUN DAS WACHTTURM-HARMAGEDON
Der Wachtturm-Harmagedonkrieg,
Atombomben grausam im Spiel,
Milliarden unschuldig im Ziel
mit Greis und Frau bis Kinder klein,
das soll Gottes Gerechtigkeit sein?
So mit Wachtturmfahnenschwingen.
der ganzer Menschheit Frieden bringen?
Befreit
durch Leichen erdenweit?
War das nicht ein Massenmordsieg
mit Gott als Tyrann,
der nichts anderes kann,
als zu seiner Rechtfertigung morden,
die keines Blutes schuldig geworden?
Der sein eigenes Gebot zerstampft
bis seine Erde von Menschenblut dampft?
Ein globaler Scheiterhaufen,
wo sie in ihrem Blut ersaufen?
Es blieb einsam: Die Waffen nieder! Weltweit nunmehr fomm und bieder solche Harmagedonlieder? Dazu als Christ von Herzen Ja, inbrünstiges Halleluja?
ZEIT DER ENTSCHEIDUNG
Man lebt zuerst vom Brot,
sonst ist der Glaube tot.
Frieden, Wärmen, Essen, Kleiden
ist erdenweit
zu jeder Zeit
der Lebensnotdurft Geisterscheiden!
Das am Ende jeden erfaßt,
was für Glauben Du auch hast!
Milliarden nur als Erdendung
ist pure Gotteslästerung.
Der Mensch trägt selbst Verantwortung
hinieden
für täglich Brot und Frieden.
-P.-
VON JESUS LERNEN
Das Geltungsbedürfnis vieler Menschen ist in unseren Tagen sehr stark ausgeprägt, entsprechend ist auch ihr Auftreten ihren Mitmenschen gegenüber. Doch ganz so neu ist das gar nicht, denn ausgangs des 18. Jahrhunderte schrieb der Freiherr von Knigge in seinem Buch "Über den Umgang mit Menschen" :
"Die Kunst des Umgangs mit Menschen besteht darin, sich geltend zu machen, ohne andere unerlaubt zurückzudrängen," Geht man in der Geschichte noch weiter zurück, so stellt man sehr schnell fest, es gab sie eigentlich zu allen Zeiten, jene Menschen, die glaubten, durch Erwählung oder persönliches Verdienst über ihren Mitmenschen zu stehen.
In den Evangelien wird uns berichtet, wie unser Herr mit den Zöllnern und Sündern im Hause des Levi zu Tisch lag. Wir lesen:
"Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen seine Jünger und sprachen: Warum eßt und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?"
Ihr Protest zeigt deutlich, welch tiefe Kluft zwischen ihnen und jenen bestand, waren sie doch in ihren Augen verächtlich. Schon allein dadurch, das Jesus mit ihnen zu Tische lag, genügte, um ihn mit diesen Verachteten gleichzustellen. Und wie steht es mit uns? Führen wir nicht auch viel zu oft und leichtfertig das Wort Goethe's im Mund:
"Sage, mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist"?
Unser Herr sah das sicher anders. Hier seine Erwiderung:
"Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße." (Lukas 5,27-22)
Halten wir zu unserem Nutzen doch einmal fest: Jesus ging es nicht um die (scheinbar) Gesunden, nicht um die Starken, die keiner Hilfe bedurften. Sie glaubten ohnehin nicht an Widrigkeiten, mit denen sie nicht selbst fertig würden. Mein, ihm ging es um die Schwachen der Gesellschaft, um die Kranken und Verlassenen, um die Menschen, die an den täglich auf sie einstürmenden Lebenssorgen und Nöten zu zerbrechen drohten. Ihnen galt seine ganze liebe und Fürsorge.
Auch war er nicht gekommen, Gerechte zu rufen, oder solche, die sich dafür hielten. Sie bedurften keiner Buße, wähnten sie sich doch frei von Sünde. Ihm ging es um die Sünder, diese suchte er, um sie zur Buße zu bewegen, auf daß sie mit Gott versöhnt würden. (2. Korinther 5,20) Jahre später bezeugte der Apostel Paulus nachdem er mit Gott versöhnt war - in aller Eindringlichkeit:
"daß Christus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu erretten", und er fügt an anderer Stelle hinzu, daß ausnahmslos alle Menschen unter der Herrschaft der Sünde stehen, (l. Timotheus 1,15; Römer 3,9.10.) Der Apostel Johannes ergänzt die Worte des Paulus:
"Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit." (1. Johannes 1,8.9)
Es muß doch nachdenklich stimmen, daß trotz einer so klaren Aussage der Schrift noch immer etliche unter den Nachfolgern des Herrn sich über dieses Schriftzeugnis hinwegsetzen und glauben, auf ihre Mitbrüder mit Geringschätzung herabblicken zu können. Dabei sollte gerade ihnen Jesu Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Tempel Grund genug sein über ihre eigene Fehlbarkeit und Unzulänglichkeit nachzusinnen. (Lukas 18,9-14)
Bei einer anderen Gelegenheit wandte sich Jesus den Niedergebeugten mit den Worten zu :
"Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen", und er fügte hinzu:
"Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig." (Matthäus 11,28.29)
Und es gibt viel zu lernen von Jesus. Die Frage ist nur, sind wir dazu auch aus tiefstem Herzen bereit?
Am Ende seiner irdischen Dienstzeit, bevor er mit ihnen das Passah feierte, wusch Jesus seinen Jüngern die Füße, obwohl er doch ihr Lehrer war. Doch achten wir auf seine abschließenden Worte:
"Wenn nun ich, der Herr und Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, daß auch ihr tut, wie ich euch getan habe." Jesus ergänzt:
"Ein Sklave ist rächt großer als sein Herr, noch ein Gesandter größer, als der ihn gesandt hat. Wenn ihr dies wißt, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut." (Johannes 13,14-17)
Jesus beläßt es also nicht dabei, ihnen lediglich eine Lektion in Sachen Demut und Bruderliebe zu erteilen, sondern er weist sie auch mit Nachdruck auf das Tun dessen hin, was er gerade eben erst an ihnen getan hatte.
Schauen wir uns aufmerksam und vorurteilsfrei um, dann sehen wir erfreulich viele, die nach den Worten unseres Herrn tun und ihren Brüdern willig dienen, übersehen sollten wir dabei aber auch nicht, es sind nicht wenige, die eher dazu bereit sind ihren Brüdern den Kopf zu waschen, statt der Füße. Sicher wäre es völlig verkehrt, würde man nun pauschal allen falsche Beweggründe unterstellen. Bestimmt haben auch sie Eifer für Gott, wie auch die eingangs erwähnten Pharisäer und wie das auch der Apostel Paulus für sich beansprucht für die Zeit, da er noch im Judentum wandelte. (Apostelgeschichte 22,3-5) Ist solcher Eifer aber genug und ist er gar im Einklang mit Jesu Wirken und Lehren? Der Eiferer Saulus kam durch des Herrn Gnade zum Glauben an ihn (l. Timotheus 1,12.16) und ist uns heute als der von Gott berufene Apostel unseres Herrn eine Hilfe auf unserem Weg zu IHM und mit IHM. Nachdem er den Gläubigen in Korinth bezeugte, daß nicht alle Apostel, Propheten, Lehrer usw. sein können, machte er sie auf einen "vorzüglicheren Weg" (NW) aufmerksam und zeigte ihnen, daß vor Gott und unserem Herrn Jesus weder wohltönende Rede, noch die Gabe des Prophezeiens, noch das Wissen um alle Geheimnisse, noch alle Erkenntnis oder ein Glaube, der gar Berge zu versetzen vermag, etwas zählen, als allein ein Glaube, der durch Liebe wirkt. (l. Korinther 12,27-13.3; Galater 5,6) Jesus, der um die kleinen Schwächen unter seinen Jüngern wußte, erinnert sei nur an den Rangstreit unter ihnen (Lukas 22,24), gab ihnen das Gebot, das sich sehr bald als das wichtigste aller biblischen Gebote erweisen solle. Wir lesen:
"Ein .neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Dünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt" (Johannes 13,34.35) So zu lieben zeigt sich nicht zuletzt darin, die eigene Person zu verleugnen und den anderen in Demut höher zu achten als sich selbst. Es bedeutet auch, nicht aus Eigennutz nur auf die eigenen Interessen bedacht zu sein, sondern auch auf die der anderen. (Philipper 2,3.4; 1. Korinther 10.33) Das kann mit Sicherheit aber nur, wer sich seiner eigenen Fehlbarkeit und Sündhaftigkeit bewußt ist. Keineswegs zeugt es von Liebe, das Glaubensverständnis eines anderen zu hinterfragen, in der Absicht, sich darüber Klarheit zu verschaffen, ob man ihn als Bruder akzeptieren oder besser auf Distanz zu ihm gehen sollte. Auch der Eifer alles berichtigen zu wollen, was nicht ins eigene Konzept paßt, vielleicht weil der Gedanke neu ist, oder persönlich anders verstanden wird, ist kein ausreichender Beweis von Liebe zu unserem Nächsten und Bruder. Bedenken wir bei unserem Umgang mit unseren Brüdern und Schwestern doch stets: Jesus gebot uns, daß wir einander lieben sollen und zwar so, WIE ER UNS GELIEBT HAT! Und weiter gebot er uns: LERNT VON MIR!
Gewiß mag es für den Einzelnen nicht immer leicht sein, auszuloten, wie weit die Spanne der uns von Christus gebotenen Liebe zu unserem Bruder reicht, wo die Grenze der Duldsamkeit liegt, wenn er andere Christen in ihrem Reden und Tun beobachtet. Kritisch wird es, wenn deren Gewissen ihnen einen größeren Freiraum in ihren Handlungen läßt und sie Dinge tun, wo das eigene Gewissen ihm schon längst ein energisches Halt geboten hat. Doch sicher gehört es noch in die erwähnte Spanne, daß man die Äußerungen und das Wirken anderer gelten läßt, solange es nicht den Grundsätzen der Schrift und dem erklärten Willen Gottes widerspricht.
Um nicht schuldig zu werden ist es da wohl schon besser, auch einmal dem eigenen Bibelverständnis zu mißtrauen und es neu, anhand der Schrift, zu hinterfragen, als durch übermäßigen und falschen Eifer den zu verderben, für den unser Herr ja auch gestorben ist (Römer 14, l0-15). Dazu gehört aber auch, die uns innewohnende Neigung, einander zu richten, abzulegen, wissend, daß daraus nur Bitterkeit, Bosheit, Spaltungen und Parteiungen entstehen, die keineswegs dazu beitragen, den Namen unseres Retters zu verherrlichen. Wissen sollten wir aber auch, daß jedes Richten eine Mißachtung unseres himmlischen Vaters und unseres Herrn Jesus Christus, "des von Gott verordneten Richters der Lebenden und der Toten", ist (Apostelgeschichte 10,42). Jakobus, der Bruder unseres Herrn, faßt die Summe aller Gedanken in den Worten zusammen:
"Demütigt euch vor dem Herrn, und er wird euch erhöhen. Redet nicht Übles gegeneinander, Brüder. Wer gegen einen Bruder Übles redet oder seinen Bruder richtet, redet Übles gegen das Gesetz und richtet das Gesetz, Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. EINER ist Gesetzgeber und Richter, der zu erretten und zu verderben vermag. Du aber, wer bist du, der du den Nächsten richtest?" (Jakobus 4,10-12)
Wenn schon "Richten" sein soll, liebe Brüder, dann doch besser gemäß dem Wort des Apostels:
"Richtet vielmehr darüber, daß dem Bruder kein Anstoß oder Ärgernis gegeben wird," (Römer 14,13)
-R.I.H.-
DER WACHTTURM
EDLER GESINNT SEIN
UND PRÜFEN APG 17:11
AUS DEM WACHTTURM NR. 6/1990
WACHTTURM ÜBERPRÜFEN GANZ WICHTIG
Das ständige überprüfen, des Hauptorgans der Wachtturmgesellschaft, des WACHTTURMS, ist für Außenstehende, Christen, wie für die Zeugen Jehovas selbst von entscheidender Bedeutung. Die WTG unterliegt schließlich ebenfalls dem, was in Matthäus 7:3-5; Luk. 14:28; Apg. 7:11 und in l. Tess. 5:21 steht.
Leider haben die ZJ nur so zu glauben, zu predigen, zu lehren, sich nur so zu verhalten, die Bibel nur so zu erklären, wie die WTG das will: Ihr WT bringe schließlich die unanfechtbare göttliche Wahrheit, als geistige Speise vom "Tisch des Herrn", die abzulehnen am Ende den physischen Tod bedeute.
So ist der WT und damit die WTG selbst die eigentliche Autorität über die Bibel, dem Worte Gottes.
WIE IST DIE WTG WIRKLICH ANGETRETEN?
Mit dem erhobenen Anspruch heute der in Matthäus 24:45 genannte "treue Sklave" zu sein, soll vor allem der göttliche oder theokratische Lehr- d.h. Machtanspruch der WTG gerechtfertigt werden. Der Anspruch konkret:
Es wird gesagt, die WTG sei seit dem WT-Erscheinen 1979 bis 1918, wann der 1914 wiedergekommene Christus "zum Tempel kam", d. h. sich prüfend der WTG zugewandt habe, durch ihre Lehren als jener "treue Sklave" sich erwiesen hat. Sie habe "zu jener Zeit aufrichtigen Wahrheitssuchern ein richtiges Verständnis" über folgende Grundlehren "vermittelt":
- Über das Loskaufopfer,
- den Namen Gottes,
- die unsichtbare Gegenwart Christi,
- die Bedeutung des Jahres 1914,
- die Dreieinigkeit,
- die Unsterblichkeit der Menschenseele,
- die Gefahren der Evolutionstheorie und des Spiritismus.
Die WTG habe damit "die Wahrheiten, die Gott durch Christus als 'Speise zur rechten Zeit' vorsah", herausgegeben. Die Tatsachen über den WTG-Lehrstand von 1918 sagen jedoch etwas ganz anderes:
- Es gab kein "richtiges Verständnis über das Loskaufopfer". Man predigte vielmehr den "anderen Schafen" auch eine himmlische Errettung, bis 1935 noch.
- Der richtigere Name Gottes ist bekanntlich JAHWEH, was die WTG erst mit ihrer NW-Übersetzung 1950 zugibt!
(Vorwort, nur in englisch!)
- Die unsichtbare Gegenwart Christi wurde noch bis 1926 ab 1874 datiert und verkündigt, mit allen Folgen.
(Die Harfe Gottes, 1926, S. 220 Abs. 409)
- Das Jahr 1914 wurde als letztes Jahr der schon 1799 begonnenen Endzeit von 115 Jahren verkündigt und nicht als erstes Jahr einer erst 1914 begonnenen Endzeit. (Die Harfe Gottes, desgl.)
- Die Lehre von der Dreieinigkeit wird seit Arius um 320 n. Chr. bestritten.
- Zur Unsterblichkeit der Seele:
Nach Prediger 12:) kehrt beim Tode des Leibes der Geist des Lebens zu Gott zurück, der ihn gegeben hat (1. Mose 2:7). Zudem wird auch auf protestantischer Seite eine Unsterblichkeit verneint. (Theol. Lexikon, Herder)
- Auch betr. Höllenfeuer ist die WTG nicht allein "richtig" und "entlarvt"!
- Bis 1925 lehrte die WTG selbst die Evolution der Tiere.
(Fotodrama der Schöpfung, 5. Tag, 1925)
- Auch vor Spiritismus wurde schon lange vor der WTG von anderen gewarnt.
Damit (S. 13/14, Abs. 18-19) ist die WTG über ihre Lehren bis 1918, "getrennt von den hierarchischen und Geistlichkeits-Organisationen", in allen wesentlichen Fragen.
WORAUF SOLLTE MAN ORIENTIEREN?
Die WTG vollzog schon viele Lehrwendungen. Oft sehr radikal. (Obrigkeit, Daten, Zeichen der Zeit u.a.m.) seit 1799. Aber selbst blutrote Sünden können vergeben werden (Des. 1:18-20). Sind 200 Jahre Endzeitirrgang wirklich noch nicht genug? Was für ein Ende soll denn das einmal nehmen? Nur so viel schon: Die ganze WT-Deutung der Danielkönige auf Ost-West bricht jetzt endgültig zusammen, das Nord-Süd-Verhältnis kommt in die Diskussion. Sollten die ZJ nicht mit oder ohne die WTG bescheiden unter die anderen Christen zurückkehren, um vielleicht noch einen wirklich nützlichen moralischen, diakonischen oder caritativen Beitrag zum Wohle Bedürftiger zu leisten? Das bisherige WTG-Werk kann so nicht länger glaubwürdig angeboten werden. (5. Mose 18:20-22) -D.P.-
WAS KANN UNS MARIA, DIE MUTTER JESU, LEHREN?
Alle Religion ist irdischer Natur, der Gegenstand aber, auf den sie zielt, ist es nicht. Religion ist unser Bemühen, etwas in die Nähe des menschlichen Fassungsvermögens zu bringen, das eigentlich außerhalb dessen liegt, und ist der Versuch, unaussprechliches auszusprechen!
Die Schrift sagt:
"Wir haben diesen Schatz in irdenen (zerbrechlichen gem. Einheitsübersetzung) Gefäßen." (2. Korinther 4:7) Religion entspringt dem Bewußtsein, daß menschliches Dasein und Wirken nicht den Höhepunkt allen Daseins darstellt, sondern daß es eingebettet ist ins eigentliche Sein, dessen höchster Ausdruck Gott selbst ist, dessen unsichtbares Wesen sie im erfaßbaren Bereich wahrnehmbar machen möchte. Dieses Streben hat es zu allen Zeiten und bei allen Völkern gegeben. In der Person Jesu, davon sind wir als Christen überzeugt, erreichte dieses geistliche Lernprogramm seinen absoluten Höhepunkt. Christus ließ Vermutungen, Hoffnung und Glauben zur Gewißheit werden. Gott offenbarte Sich im Menschen Jesu. Er tat das auf eine ganz natürlich anmutende Weise, und dieses Tun Gottes ist wohl das größte aller Wunder! Gott handelte auf eine solche Weise für die Menschen, daß Er von Menschen verstanden werden konnte. Indem Gott so verfuhr, ließ Er Seine Souveränität erkennen, denn deutlicher konnte die Tatsache, daß Er in Wahrheit der Schöpfer aller Dinge ist, nicht bekräftigt werden, als daß Er Sein Vorhaben, die Welt zu retten, unter Berücksichtigung irdischer Gegebenheiten ins Werk setzte. Gott bediente sich der menschlichen Welt, um etwas zu tun, das jedes menschliche Maß überstieg! Mit dem Menschen Jesus tat Er ein Werk, das nicht menschlichen Maßstäben faßbar ist, und erwies Sich so für alle Zeiten als wahrer Gott.
Jesus wurde geboren wie jeder Mensch. Er wurde beschnitten wie jeder jüdische Knabe. Bei dieser Gelegenheit wurde im Tempel zu Jerusalem auf Ihn als den Retter hingewiesen. Simeon bezeugte Jesus als DAS Heil für alle Völker, und Hanna pries Gott um dieses Kindes willen. (Lukas 2:21-38) Von allen Menschen, mit denen Jesus in Berührung kam, hatte von Natur aus niemand eine so enge Beziehung zu Ihm, wie Maria, Seine leibliche Mutter, die Ihn geboren hatte.
Allein die Tatsache, daß sie von Gott selbst zu diesem hohen Amt ausersehen worden war, genügt völlig, Maria und die Rolle, die sie spielte, mit tiefer Ehrfurcht zu betrachten. Gruß und Verheißung des Engels (Lukas 1:28), die Reaktion des Kindes Johannes im Leibe seiner Mutter Elisabeth, sowie deren prophetischer Ausspruch "gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes", zeigen deutlich und schriftgemäß die Bedeutung Marias. (Lukas 1:41-45) Maria ihrerseits preist Gott in einem Lobgesang, in dem sie Psalmworte auf das, was ihr geschah, anwendete. (Lukas 1:47-55) Die WTG scheint zu befürchten, daß jegliche Verehrung von Menschen, die doch von Gott selbst so mannigfach geehrt wurden, einem Götzendienst gleichkommt. Sie scheint zu diesen Menschen ein unnatürliches, rein sachliches Verhältnis zu haben, und als Vermittler zwischen Gott und Menschen nur sich selbst zuzulassen, den "Kanal". Wenn es aber Gottes Wunsch ist, Menschen zu retten, dann muß es auch mannigfache Beziehungen zwischen Gott und Menschen geben. Sie werden in der Bibel angedeutet durch den Vergleich des Verhältnisses Gottes zu Seinem Volke mit der Beziehung einer Mutter zu ihrem Kinde oder mit der engen Beziehung von Eheleuten. In ihrer übertriebenen Furcht vor Götzendienst meiden Jehovas Zeugen die "Heiligen" und machen Maria zu einer Randfigur. Die heilige Schrift spricht freimütig über Heilige und bezeichnet alle Gläubigen so. (2. Tim. 2:21) Ferner im Hebr. 2:11; 10:10; 13:12. Die Bibel betrachtet zusammengehörendes im Zusammenhang und macht so für uns das scheinbar abstrakte konkret und verständlich.
Es gehört zum Wesen eines Grundsatzes, dato er sich nie allein auf die eine Sache bezieht, die aus einem gegebenen Anlaß als Beispiel für die Anwendung dieses Grundsatzes dient. So sagte Jesus einmal, daß der Mensch nicht scheiden solle, was Gott zusammengefügt hat. Der konkrete Anlaß war die Frage der Ehescheidung. Doch gibt es weit mehr Dinge, die "von Gott zusammengefügt" wurden. Das trifft nämlich auf alle Dinge und Personen zu, die mit der Heilsgeschichte verbunden sind, und nur dann, wenn sie "ungetrennt" betrachtet wird, kann der Betrachter aus dem Studium den vollen Nutzen ziehen. (Matthaus 19:6) Alles, was von Gott berührt wird, wird heilig. Die alte Geschichte vom König Midas, dem alles, was er berührte, zu Gold wurde, zeigt das auf gleichnishafte Weise. Aus eigener Sicht war Maria ein Mädchen in Israel wie viele andere. Sie sah an sich selbst gewiß nichts besonderes. Ihre Vorstellungen von Leben und Glück werden sich kaum von allgemeinen Vorstellungen unterschieden haben: ein guter Ehemann, Kindersegen, ein bescheidenes Heim und das tägliche Brot. Das mochte ihr erreichbar erscheinen und entsprach der Vorstellung "kleiner Leute" vom möglichen Lebensglück. Sie ahnte nicht, daß sich die Aufmerksamkeit des höchsten Gottes auf sie richtete, daß Er Großes mit ihr vorhatte, das sie zu einer Frau ohnegleichen machen würde! Sie gelangte in eine Sonderstellung, die sie über alle Frauen erhob. Das zu erfassen war ihr aber zum Zeitpunkt der Ansprache durch den Engel nicht möglich. Eines aber wurde ihr sofort klar: sie sollte ihr kleines Glück, das für sie doch das große Glück zu sein schien, opfern. Sie war reinen Herzens und brachte Gott dieses große Opfer dar. Die Liebe zu Gott war in ihrem .Leben bestimmend. Alle Entscheidungen traf sie im Hinblick auf ihr Verhältnis zu Gott.
Wenn das, was sie wünschte zu kollidieren schien mit dem, was sie glaubte, traf sie stets eine vom Glauben bestimmte Entscheidung. Mochten für sie auch ihre Wünsche und Erwartungen wichtig sein, wichtiger war.es für Maria, Gottes Willen zu tun. (Lukas 1:38) So wurde sie zu einem Vorbild für alle Christen.
Ihr Leben war geprägt von Freude und Leid, vom Empfangen und vom Loslassen-müssen. Ihr war es gegeben, Mutter dessen zu sein, der "Sohn des Höchsten" genannt wurde, doch lebte sie nicht als Herrscherin, sondern als dienende Magd. Ihrem Bekenntnis, "ich bin die Magd des Herrn" blieb sie ihr Leben lang treu. Alles Geschehen in ihrem schicksalhaften Dasein war einmalig, und doch schien es sich bei oberflächlicher Betrachtung nicht viel von anderen Geschehnissen zu unterscheiden. Jesus wurde wie viele arme, heimatlose Kinder in einem Stall geboren, auf Stroh und inmitten von Tieren. Doch um welches Kindes willen sind Magier, einer Lichterscheinung folgend, aufgebrochen, um sich auf eine lange, beschwerliche Reise zu begeben, um einem armen Kindlein königliche Geschenke und Huldigungen darzubringen? Doch des Wunderbaren geschah noch mehr: Hirten erhielten Weisungen von Engeln, himmlische Botschaften ergingen sowohl an die Magier wie auch an Josef.
"Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach." (Lukas 2:19). So trug sie in sich, in ihrem Herzen, die ganze Heilsgeschichte, das ganze Heilsgeschehen. Als sich das irdische Geschick ihres Sohnes erfüllte, war sie nicht nur eine um ihren Sohn trauernde Mutter, sondern durch Ihn und in Gemeinschaft mit vielen anderen auf dem Wege zur Erfüllung dessen, was ihr, Jahrzehnte zuvor, als Weissagung zuteil geworden war. Obwohl Jesus eine menschliche Mutter hatte, ererbte Er von ihr nicht die Sünde. Gott machte in diesem einen Falle die Aussage, daß die Sünde zu allen Menschen durchdringt, durch einen außerordentlichen Akt ungültig. Er schuf somit die eine große Ausnahme, die die Regel bestätigt. (1. Korinther 5:21)
Wie immer jemand, ob Zeuge Jehovas, oder nicht, über die Rolle Marias denken mag, verdient es das Leben der Mutter Jesu, daß man der Aussage der Kirche, Maria sei ohne Erbsünde gewesen, Aufmerksamkeit widmen, und sie nicht nur mit einer wegwerfenden Handbewegung abtun sollte.
Es lohnt sich, einmal vorurteilsfrei darüber nachzudenken.
-H.G.-
DER PLURALISMUS UND DIE BIBEL
Wir leben heute in einer pluralistischen Gesellschaft, mit einer Vielfalt an Meinungen, Auffassungen und Ansichten, die oft grundverschieden sind und zuweilen recht seltsame Blüten treiben. Irgendwie erinnert das an ein Wort Mao tse-tungs: "Laßt hundert Blumen blühen". Hinzu kommt ein unersättliches Bedürfnis nach Information und Kommunikation, dem Rechnung getragen wird durch ein schier erdrückendes Medienangebot. Unser Alltag wird geradezu überschwemmt von einer wahren Angebotsflut. Wer sich ihr entgegenstemmt, wird schonungslos hinweggespült. Denken wir blos an die aktuellen Nachrichten, Kommentare, Perspektiven und Prognosen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, mit denen wir laufend konfrontiert, teils manipuliert werden, durch Presse, Rundfunk und allen voran, das Fernsehen. Alles, was wissenswert und interessant scheint, wird werbefreundlich und geschmackvoll verpackt, wie ein appetitlicher Happen, den es gierig zu verschlingen gilt. Wer will da schon hinten anstehen, ergattern was übrig bleibt, dumm aus der Wäsche gucken und nicht informiert sein, etwa wie ein Hinterwäldler?
Auch auf dem Gebiet der Religionen und Weltanschauungen macht diese Entwicklung keinen Halt. Wie auf einem zünftigen Flohmarkt wird dort alles feilgeboten, was billig und zu haben ist. Manchmal wird es auch teuer bezahlt. Brauchbares und Unbrauchbares, Kitsch und Plunder, vom alten Ladenhüter, bis zum letzten Modeschrei. Ganz gleich, ob es sich beispielsweise um das traditionelle Kirchenchristentum handelt, um die modernen Sekten der Gegenwart, um Esoterik und New Age, um charismatische Schwarmgeisterei, oder die Weisheitslehren fernöstlicher Gurus. Die unterschiedlichsten Meinungen, Auffassungen Und Ansichten werden auf marktschreierische Weise unter das Volk gebracht und dazu fleissig die Werbetrommel gerührt, getreu dem Motto: "Wer allen etwas gibt, hat jedem was gegeben". Die Möglichkeiten dazu sind zahlreich und vielfältig. Dadurch fällt es zuweilen schwer, zwischen Wahn und Wirklichkeit, Irrtum und Wahrheit zu unterscheiden. Daß dies mehr zu Verwirrung führt, denn Klarheit, ist verständlich.
Wenn einem Arzt, der nach hippokratischem Eid zu besonderer Sorgfalt verpflichtet ist, auf dem Operationstisch ein Fehler unterläuft, kann dies unter Umständen, für den Patienten den Tod bedeuten. Der Nachweis eines Kunstfehlers gelingt selten, um ihn dafür zur Verantwortung zu ziehen und haftbar zu machen. Ähnlich ist es mit einem Weichensteller, der irrtümlich die Weiche falsch stellt, der heranbrausende Zug in die falsche Richtung fährt und es dadurch zur unausweichlichen Katastrophe kommt. Die lapidare Erklärung der zuständigen Stellen "es habe sich um menschliches Versagen gehandelt", macht die Katastrophe nicht rückgängig, die Verletzten nicht heil, die Toten nicht lebendig. Das gleiche gilt in unserem Falle.
Eine unersättliche Wissbegierde, die dazu führt, alles was angeboten wird, ungeprüft und bedenkenlos zu übernehmen und weiterzugeben, ohne vorher die nötige Sorgfalt walten zu lassen, macht sich ebenso schuldig. Häufig lassen wir uns durch Äußerlichkeiten beeindrucken, durch große Namen, wohlklingende Titel und akademische Würden und gewähren ihnen einen Vorschuß an Vertrauen. Wir lassen uns von ihren wohlartikulierten, süßen frommen Reden und ihren salbungsvollen Worten betören, meist ist es nichtssagendes philosophisches Geschwätz, dennoch sind wir davon fasziniert, manche sogar berauscht wie von einer Droge, die sie in ihren Bann zieht und nicht mehr los läßt.
Einige Beispiele: Die einen versprechen das Paradies auf Erden, zeichnen einen phantastischen Wonnegarten, wo Löwe und Rind friedlich zusammen weiden, dazwischen leuchtende Kinderaugen und Völker ohne Zahl. Andere lehren den Himmel für die Heiligen, das Fegefeuer für die Unheiligen, die Feuerhölle für die Verdammten. Dann gibt es welche, die setzen das Verdammnisurteil zeitweilig außer Kraft, um denen eine Bewährung zu geben, die zeitlebens versäumt haben, auf die gute Botschaft zu hören. Wiederum andere leugnen überhaupt, daß es eine Verdammnis gibt, versöhnen am Ende von Äonen alle mit Gott, die Frommen wie die Unfrommen, samt dem Teufel. Hinzu kommen noch die glühenden Verfechter des alttestamentlichen christusfeindlichen Judaismus, die Ausschau halten nach der Wiederherstellung der verfallenen Hütte Davids, mit Jerusalem als Welthauptstadt, in einem tausendjährigen Friedensreich.
Natürlich steht es mündigen Christen frei, aus diesem vielfältigen Angebot, eine Auswahl zu treffen, herauszufinden, zu entscheiden und sicherzugehen, was davon die Wahrheit ist. Doch wer kann das schon in diesem wirren babylonischen Durcheinander und in einem Zustand der Orientierungslosigkeit, die uns letztlich der Pluralismus beschert hat. Gewiß ist der Pluralismus in einer freiheitlichen Gesellschaft, im Unterschied zu einer autoritären Gewaltherrschaft, sei sie politisch, weltanschaulich oder religiös, eine ehrsame Tugend, die wir schätzen. Meinungsvielfalt ist nun einmal die natürliche Folge von Meinungsfreiheit. Ihre Grenzen sind jedoch dort gezogen, wo die Frage nach der Wahrheit aufbricht, der sich der Pluralismus zu stellen hat. Dann allerdings gilt es Farbe zu bekennen; da helfen weder Ausflüchte noch tausend wenn und aber.
Was sind jedoch die Kriterien und Maßstäbe, nach denen die Wahrheit beurteilt werden muß? Schließlich können die vielen Meinungen, Auffassungen und Ansichten, die oft grundverschieden sind und sich zum Teil heftig widersprechen, nicht zugleich zusammen Wahrheit sein. Was ist Wahrheit? Einer, der diese Frage stellte, war Pontius Pilatus, Prokurator des Imperium Romanum in Judäa, beim Verhör des Rabbi Jeschua, eines jüdischen Wanderpredigers aus Nazareth, der von den Obersten seines Volkes angeklagt war, ein Aufrührer und Verführer zu sein. Er sagte: "Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, damit ich der Wahrheit Zeugnis gebe, wer immer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme" (Joh. 18,37-38). Folglich kommt es jetzt darauf an, auf ihn zu hören, nicht mehr auf Mose und die Propheten wie vormals, ihre Zeit war vorbei (Luk. 16,16, Joh. 1,17). Er ist der Sohn Gottes und daher größer als alle, was er sagt, gilt, er hat das letzte Wort (Joh. 8,31-32; Hebr. 1,1). Die Kriterien und Maßstäbe, nach denen daher heutzutage im Zeitalter des Pluralismus beurteilt werden muß, was Wahrheit ist, sind die Bibel, Gottes Wort (Joh. 17,17), die Lehre Jesu Christi und die Lehre der Apostel. (2. Joh. 9-11; Apo. 2,42)
Wenn wir uns an diese Regel halten, nicht darüber hinaus gehen und eigenen Auslegungs- und Interpretationskünsten folgen, werden wir uns davor bewahren, einer Vielfalt von Meinungen, Auffassungen und Ansichten aufzusitzen, die oft grundverschieden sind und einander heftig widersprechen. Wir werden nicht gespalten sein, sondern vielmehr einer Meinung und eines Sinnes ( 1. Kor. l,10; 2. Kor. 13,11). Die Wahrheit spricht nur mit einer Zunge und einem Munde (Rom. 15,6), der Pluralismus dagegen mit vielen. Unsere einleitende Frage sollte deshalb lauten, die Bibel oder der Pluralismus, was meinst du?
-J.G.-
ZWEI KERNFRAGEN
Lieber Hanspeter!
Du hattest anlässlich unseres zufälligen Zusammentreffens in der KONGRESSHALLE zwei bemerkenswerte Aeusserungen gemacht und erwartetest sicher schon lange meine Stellungnahme. Die zwei Kernfragen unseres Gesprächs waren Deine Argumente;
- man muss sich der "Wahrheit" anpassen,
- und wer ist der "verständige Sklave" oder der "kluge und treue Knecht".
Zum ersten
Wenn wir davon ausgehen, dass die Bibel die Wahrheit ist, muss man leider feststellen, dass die "Neue Weltübersetzung" an einigen Stellen falsch ist, aber nur deshalb, weil es der "Wachtturm-Wahrheit" nicht ins Konzept passt bei ihren oft weit her geholten Auslegungen bzw. Deutungen von Schrifttexten. (So hat mir ein kompetenter Bruder kürzlich erklärt, dass in einem ganz neuen Buch, das z. Zt. studiert wird, etwa 20 Kommentare nicht richtig seien).
Es ist also gerade umgekehrt bei gewissen Leuten in Brooklyn; Die Bibel sollte sich "ihrer Wahrheit." anpassen! Z.B., ein Bruder der u. a. auf der richtigen Uebersetzung eines umstrittenen Textes bestand, wurde aus dem Uebersetzungskomitee ausgeschlossen!
Als weiteres konkretes Beispiel; Johannes 6:53 usf. (siehe Elberfelder-Bibel, Fussnote) enthält die Aussage Jesu, unter welchen Voraussetzungen bzw. Bedingungen das ewige Leben erlangt werden kann. Aus dieser Regel geht klar und deutlich hervor, dass alle, die ewiges Leben erlangen wollen, die Symbole des Gedächtnismahls einnehmen müssen! Rutherford hat ohne Ermächtigung diese Regel Jesu ignoriert und umgestossen, indem er zwei Klassen gebildet hat. Wer die Bibel unvoreingenommen liest, merkt genau, dass Jesus vorerst den Juden zu predigen hatte und mit den "Anderen Schafen" nicht eine von den Symbolen ausgeschlossene Klasse meinte, sondern die nicht dem "Hause Israel" angehörenden bekehrten Menschen aus den Nationen (Heiden). Auch Paulus hat diese Klassifikation vorgenommen, hat aber niemanden vom Genuss der Symbole des Gedächtnismahles ausgeschlossen.
Im Hinblick auf diese Tatsache sind die heutigen Gedächtnismahlfeiern in den Versammlungen etwas makaberes, um nicht zu sagen, etwas ganz absurdes und damit unchristliches! Allzu oft sind alle Teilnehmer von dem ausgeschlossen, was Jesus zur Bedingung zum Empfang des ewigen Lebens unzweideutig statuiert hat! Hat Rutherford von Jehova mehr, oder etwas anderes empfangen, dass er eine überwältigende Mehrheit der "Verkündiger" zu Statisten degradiert hat? Kannst Du diesen unverzeihlichen Verstoss Rutherfords akzeptieren und mittragen, indem Du Dich der "Wachtturm-Wahrheit" anpasst?! Ich kann mir in etwa vorstellen, was Du jetzt denkst; "Der arme Kurt" ist schon ganz bös auf dem Holzweg und schon weit weg von der "Wahrheit". Jawohl, wenn der angeblich "verständige Sklave" bzw. "treue und kluge Knecht" nicht zur biblischen Wahrheit zurückfindet und nicht alle am Gedächtnismahl aktiv teilnehmen lässt, indem es an seiner anmessend konstruierten, oder mit Deinen Worten "angepassten Wahrheit" festhält, muss ich mich für das biblische Prinzip entscheiden. Auch Du wirst früher oder später dieser Alternative nicht ausweichen können!
Und damit zum zweiten:
Da möchte ich vorerst mit einer Gegenfrage antworten: Ist es die "Organisation" die den "verständigen Sklaven" repräsentiert? Ich frage Dich: Ist es jene Organisation, die uns Kreisdiener von der Sorte BISCHOF schickte, um aus den Brüdern so viel als möglich herauszupressen, was den Interessen der Gesellschaft diente? Ich erinnere an ein Zitat von KD BISCHOF; in bezug auf mehr "Bibelstudien": "wie Du das machst, ist nicht meine sondern Deine Sache und Du bist dafür verantwortlich, dass es gemacht wird"!
Ist so etwas die Sprache Jesu? Hat er nicht gesagt: "Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht"! Lies auch Gal. 5:1 und Römer 8:15! Ich habe - und viele andere auch - in den vielen Jahren von der Gesellschaft Schläge wie Verständnislosigkeit, Ignoranz, Arroganz und Lieblosigkeit empfangen, auch vom späteren Ex-Nazi W. D. und dem überheblichen, hochnäsigen "Rechtsgelehrten" F. K., dass ich beurteilen kann, ob hier ein verständiger Sklave am Werk ist oder ein böser Knecht, der durch seine Handlungsweise selbst das Brot des Lebens zu ungeniessbaren Steinen degeneriert! (Matthäus 7:9)
Nun könntest Du Dich fragen, ob ich an der Existenz des Verständigen Sklaven zweifle. Nein, im Gegenteil! Ich glaube fest, dass diese Klasse existiert und zwar inmitten der statistisch so grossen Menge, mit der sich die Wachtturmgesellschaft bei passenden und noch mehr unpassenden Gelegenheiten gern brüstet. Es sind jene Brüder, die trotz grossen intelektuellen Druck, die Bibel - nicht den Wachtturm - als die einzige Autorität hochhalten und sich das Recht, alles zu prüfen wie es sich in Tat und Wahrheit verhält, nicht beschneiden lassen durch diktatorische Intoleranz, Rechthaberei und inquisitorische Jurisdiktion mit ihren vielen Gemeinschaftsentzugs-Justizirrtümern, die obendrein noch vom Geiste Jehovas geleitet worden sein sollen. Auch dies sind Fakten, die unchristlich sind.
Wären in früheren Jahren nicht mutige Männer als überzeugte Christen gegen intolerante Despoten, Religionsführer und Inquisitoren aufgetreten, hätten wir heute nichts mehr von der wahren Freiheit in Christo. Die Wachtturmgesellschaft hat einen gefährlichen Weg eingeschlagen mit ihrem intoleranten Machtanspruch, das persönliche Denken Prüfen und Erkennen zu unterdrücken; ihre diktatorischen Weisungen und Monopolansprüche, was zu lehren und zu glauben sei, haben keine biblische Basis! Und Deine Anpassungsthese ebenfalls nicht! Du kannst gewiss sein: Der Weizen wird noch vom Scheinweizen getrennt, der letztere Haufen wird bestimmt viel grösser sein!
Ich sehne mich nach der Zeit, wo alle Fesseln der Wachtturmgesellschaft fallen und Denken, Prüfen und biblisches Handeln Allgemeingut werden und nicht mehr unterdrückt werden, Jesus sagt: Die Wahrheit wird euch frei machen. Anpasserei ist die Folge von Menschenfurcht und nach der Bibel ist das ein Fallstrick! Deshalb mein Rat an Dich: ERGREIFE DAS LEBEN DURCH DIE FREIHEIT IN CHRISTO! Herzliche Grüsse an Dich und Deine Familie
- KURT KELLER -
GLAUBENSBEKENNTNIS EINES CHRISTEN
EIN BRIEF AUS DER SCHWEIZ
Es ist erstaunlich wieviele Menschen, die doch Christen sein wollen sich in Glaubensfragen - nebst der Bibel und in letzter Instanz - auf persönliche Auslegungen eines "GURU" oder irgend einer menschlichen "Führung", einem sog. "Hauptquartier" oder einer (in aller Regel sehr reichen) "Organisation" abstützen. In anderen Worten, man unterwirft sich freiwillig einer "Vormundschafts-Behörde" als ob man selbst nicht denken könnte. Dabei kann doch jeder die Bibel selbst studieren und sie genügt vollkommen. (Johannes 17:17)
Jesus Christus hat gesagt, dass sein Vater im Himmel Jedem, der darum bittet, seinen Heiligen Geist geben wird. (Lukas 11:13) Heute braucht niemand einem anderen Sünder nachzulaufen, denn es gibt heute keinen einzigen Menschen auf Erden, der eine von Gott inspirierte Auslegung der Heiligen Schrift erhält. Niemand. Und schliesslich könnte ja jeder Mensch eines oder mehrere Bücher als sogenannte "Leitfaden zum Verständnis der Bibel" schreiben. Welcher Auslegung soll man dann glauben? Die Antwort heisst: keiner. Die Bibel legt sich nämlich selbst aus. Darum ist es auch heute noch jedem aufrichtigen Menschen möglich, die biblische Wahrheit zu erkennen: aber es braucht Mut dazu, denn Christsein bedeutet schwimmen gegen einen starken Strom und einen harten Kampf führen gegen die finsteren Mächte der Bosheit und ihre falschen Lehren.
Vieles, was nun folgt, wird den meisten Leuten nicht "schmecken", aber das spielt überhaupt keine Rolle, denn das wahre Christentum ist keine Demokratie; es sucht nicht die Zustimmung der Massen. Das Christentum untersteht einer theokratischen Regierung.
Es würde mich - ein einfacher Mann aus dem Volke - sehr freuen zu erfahren, ob es unter den Lesern der "CHRISTLICHEN VERANTWORTUNG" noch Christen gibt, die das folgende Glaubensbekenntnis unterschreiben könnten, oder ob es gar in (D), (A), (CH), (FL) (Internationale Kennzeichen) oder anderswo bereits christliche Gemeinden gibt, die den nachstehenden biblischen Anforderungen entsprechen. Das wahre Christentum ist eben sehr konsequent und die Wahrheit kann nun mal mit der Lüge keinen Kompromiss eingehen.
Sind sie nicht auch der Meinung, dass in der Heiligen Schrift die folgenden Lehrpunkte klar verankert sind:
1.) GLAUBE AN DEN HIMMLISCHEN VATER (JAHWE); SEINEN EINZIGGEZEUGTEN SOHN JESUS CHRISTUS UND AN DEN HEILIGEN GEIST.
(Matthäus 28:19)
2.) GLAUBENSTAUFE IM NAMEN DES VATERS, DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES.
(Matthäus 28:19)
3.) ERWACHSENENTAUFE, ALSO GLAUBENSTAUFE.
(Matthäus 28:19)
4.) ABENDMAHL FÜR ALLE ERWACHSENEN.
(Johannes 6:53-57)
5.) GLAUBE AN DIE GÖTTLICHE INSPIRATION DER GANZEN HEILIGEN SCHRIFT OHNE DIE APOKRYPHEN.
(2. Timotheus 3:16)
6.) AUTONOME GEMEINDE.
(Matthäus 18:20)
7.) DIE 10 GEBOTE ALS MORALISCHE RICHTLINIE. (Christen stehen natürlich unter dem neuen Bund)
(2. Mose 20)
8.) PRESBYTER & DIAKONE ERST AB 50 JAHRE.
(1. Timotheus 3 und Titus 1)
9.) WER GESCHIEDEN IST DARF NICHT WIEDER HEIRATEN SOLANGE DER EHEPARTNER NOCH LEBT; AUCH DARF ER NICHT EIN AMT AUSÜBEN IN EINER CHRISTLICHEN GEMEINDE.
(Mattheus 19:9)
10.) NUR DIE BIBEL - SOLA SCRIPTURA.
(Offenbarung 22:18,19)
11.) KEINE EINMISCHUNG IN DIE POLITIK.
(Johannes 18:36)
12.) KEIN GESCHAEFT MACHEN MIT BIBLISCHER LITERATUR.
(Mattheus 10:8)
13.) ABLEHNUNG DER VIVISEKTION
(Sprüche 12:10)
14.) NIE BLUT ESSEN - NIE BLUTTRANSFUSION.
(Apostelgeschichte 15:29) 15.)
FRAUEN MÜSSEN SCHWEIGEN
IN DEN VERSAMMLUNGEN
(l. Korinther l:34) 16.)
FRAUEN MÜSSEN IHREN MÄNNERN
UNTERTAN SEIN (Epheser 5:24)
17.) ABLEHNUNG DER EVOLUTIONSTHEORIE
(1. Mose l:1)
18.) ABLEHNUNG DER ABTREIBUNG
(2. Mose 21:22-25)
19.) SCHWESTERN MÜSSEN LANGE HAARE TRAGEN
(1. Korinther 11)
20.) FRAUEN DÜRFEN KEINE DIENSTÄMTER
BEKLEIDEN (PHOEBE AUS KENCHREA IST KEIN GEGENBEWEIS)
(1. Timotheus 2:12)
21.) KEINE PATRIOTISCHE GESINNUNG
(Apostelgeschichte 10:35)
22.) AUSTRITT AUS DEN FALSCHEN RELIGIONEN UND ABLEHNUNG DER HEIDNISCHEN FESTE.
(1. Korinther 5:7, Offenbarung.18:4)
23.) G E M E I N D E Z U C H T .......
(1. Korinther 5:1,2)
24.) NUR JESUS ALS MITTLER .-
KEIN "G U R U"
(1. Timotheus 2:5)
25. ) NICHT RAUCHEN ......
(Mar. 12:30)
26.) BRÜDER SOLLEN KURZE HAARE UND EINEN BART TRAGEN (Als Empfehlung)
RASIEREN IST EIN WELTLICHER BABYLONISCHER KULT!
(1. Korinther 11)
27.) DER CHRIST GREIFT NICHT ZU DEN WAFFEN
(2. Korinther 10:4)
28.) ABLEHNUNG DER GEISTLICHKEIT (DES KLERUS) ALLER SOGENANNT CHRISTLICHEN UND NATÜRLICH ERST RECHT DER NICHTCHRISTLICHEN RELIGIONEN! ABLEHNUNG ALLER RELIGIONEN, DIE JESUS CHRISTUS NICHT ALS ERLÖSER UND SOHN JAHWES AKZEPTIEREN!
TOTALE ABLEHNUNG DER OEKUMENE.
-O.E.S.-
LESERBRIEFE (ZUSCHRIFTEN) STELLEN KEINE REDAKTIONELLEN MEINUNGSÄUSSERUNGEN DAR!
EHEMALIGE ZEUGEN JEHOVAS BERICHTEN
Rechtsabteilung der Wachtturm- Bibel-und Traktatgesellschaft 6251 Selters/Ts.
EINSCHREIBEN Absender Datum ..
Berufung gegen den Beschluß des Rechtskomitees der Zeugen Jehovas (Namen) mir die Gemeinschaft zu entziehen.
Dieses Komitee habe ich schriftlich bereits am (2 Daten) aus wichtigen Gründen abgelehnt.
Die Herren (Namen) entzogen mir am (Datum) die Gemeinschaft, wegen .... weswegen eigentlich?
Sehr geehrte Herren,
es war einmal ein Schaf, das von seinem Besitzer, der es liebte, einem Hirten anvertraut wurde.
Der Hirte handelte hirtenunüblich. Dies bemerkte das Schaf und sagte es dem Hirten, was dieser dem Schaf übel anrechnete. Daraufhin begann der Hirte das Schaf zu stoßen, und es so geschickt zu verletzen, daß die schweren, ihm zugefügten Verletzungen äußerlich nicht zu erkennen waren und so, daß das Schaf keine zwei zusätzlichen Zeugen beibringen konnte.
Das Schaf schleppte sich lange am Rande der Herde mühsam und kraftlos mit, bis es eines Tages wegen der hirtenunüblichen Handlungsweise des Hirten, und seiner schweren Verletzungen wegen, bei anderen Hirten laut und schmerzgeplagt um Hilfe flehte.
Diese herbeigeeilten Hirten sahen, daß das kranke Schaf, weder seine Verletzungen, noch die hirtenunübliche Handlungsweise einem der ihren, durch zwei zusätzliche Zeugen belegen konnte.
Sie beschloßen, daß das Schaf seinerseits dem Hirten Schaden zugefügt habe, durch sein lautes Hilfeschreien.
Der Hirte dachte nicht daran, die Sache richtig zustellen, ehrlich zu sein und Frieden mit dem Schaf zu schließen. So beschlossen die herbeigeeilten Hirten, das Schaf müsse offen kundtun, daß es überhaupt keine Verletzungen zugefügt erhalten habe. (Es habe seinerseits den Hirten verletzt!) Es müsse sonst totgeschlagen werden.
Was wird aber der Besitzer des Schafes dazu sagen?
Ich bitte Sie um eine Ersatzverhandlung für die Rechtskomiteeverhandlung, aus ihnen bereits dargelegten Gründen. Sollte dies nicht möglich sein bitte ich um eine Berufungsverhandlung.
TÄUSCHUNG;
Vor der Komiteeverhandlung befanden sich in einem Raum am (Datum) 3 Br. des Rechtskomitees und ich mit meinen 2 Zeugen. Das Komitee, bestehend aus den Brüdern (Namen) fragte mich vor meinen zusätzlichen zwei Zeugen, ob ich mit ihnen als Komitee einverstanden sei.
Daraufhin stellte ich erst einmal eine ganz spezifische unmißverständliche Frage an das Komitee vor meinen zwei zusätzlichen Zeugen.
Die Antwort, die ich vom Komitee erhielt, vor meinen zwei zusätzlichen Zeugen ließ unmißverständlich nur einen Schluß zu, völlig eindeutig, wie auch meine zwei zusätzlichen Zeugen belegen können.
(Nicht gegen mich!)
Im sehr viel späteren Verlauf der Komiteeverhandlung stellte sich heraus, daß man mich am Beginn der Verhandlung bewußt und unmißverständlich anders, hinsichtlich der Person gegen die die Verhandlung geführt wurde, informierte. Ich bitte dazu meine zwei zusätzlichen Zeugen zu hören. Fühle mich getäuscht.
N i e m a 1 s, und das war allen Beteiligten bekannt, hätte ich einem Komitee gegen mich in der Zusammensetzung der Br. (Namen) zugestimmt, da seit Wochen keine Vertrauensbasis vorhanden war, da u. a. (Name eines Bruders) erwiesenermaßen Telefonate zwischen ihm und mir auf Tonband aufgenommen hat, um sie gegen mich zu verwenden unter Zustimmung des Bruder (Name). (Mein Schreiben vom ...)
Am (Datum) hatte ich über Bruder K. dem Bruder B. die Bereitschaft mitteilen lassen, die ganze Angelegenheit unter dem Aspekt der Vergebung zu sehen - Bruder B. teilte mir mit, ich habe ihm nichts zu vergeben, nur er habe mir etwas zu vergeben ...
Ich wende Weh an Euch und bitte flehent1ich um eine liebevolle Entscheidung und um Antwort.
-Unterschrift-
"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Straße der Republik 46; Tel.: 51109; Einzelpreis: 2, DM Konto-Nr: 3219526; Volksbank Gera eG, Gera, BLZ: 83094564
DG 1567/90 N2