Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 252

Nun denn, dass die DDR ihr Ende erreicht hat, kann man indirekt, auch dieser CV-Ausgabe entnehmen. Findet man in ihr doch zwei umfängliche Zitierungen eindeutig westlicher Herkunft (Erich Brüning und H. J. Runne).

Ob die den nun die „Weisheit im Löffel gefressen", wäre eine Frage zu der ich persönlich nur eine Kurzantwort hätte, welche aus vier Buchstaben besteht: Nein!

Aber sicher ist die CV wendig genug, sich dem neuen Zeitgeist anzupassen. Man sieht es auch in dieser Ausgabe.

Unter Zitierung einer katholischen Kirchenzeitung, liest man denn auch in dieser CV-Ausgabe den denkwürdigen Satz:

„Der Kirchenlehrer Gregor von Byssa sagte...".

A ja, das ist dann wohl auch so eine Info, auf „welche die Welt wartete". In der Sicht der Zeugen Jehovas, die ja wohl als Leser dieses Blattes erwünscht gewesen sein sollen, hervorragend von der Qualität „ab in den Müll ..."

Als Toilettenpapier zu verwenden, wäre wohl noch zu viel, der nicht verdienten Ehre.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 252 GERA JUL1 1990

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN

Aus dem WT Nr. 15/1989

BLICK ZU ANDEREN CHRISTEN

Was die WTG nicht aufzuweisen hat

DIE GLEICHNISSE JESU

Eine Brücke in die Zukunft

SO ERGING ES MIR

Ehemalige Zeugen Jehovas berichten

WIE DIE WACHTTURMGESELLSCHAFT AUS JESUS CHRISTUS EIN SCHRECKGESPENST MACHT

Matthäus 14,26, Markus 6,49

HINTERGRUNDINFORMATIONEN,

DIE SELBST JEHOVAS ZEUGEN NICHT KENNEN

In der 100jährigen Geschichte der Wachtturmgesellschaft der Zeugen Jehovas entstanden zwei politische Konzepte. Das erste war die PROPAGIERUNG DES POLITISCHEN ZIONISMUS als Erfüllung biblischer Prophetie. Das zweite Konzept entstand im Jahre 1931 in Columbien/Ohio, als die INTERNATIONALEN BIBELFORSCHER den Namen JEHOVAS ZEUGEN annahmen. Die Annahme dieses Namens, war zugleich die Proklamation als VOLK FÜR GOTTES NAMEN. Damit wurde das natürliche Volk Gottes, Israel, als von Gott verworfen erklärt. Die WTG stellte sich damit als eine Nation mit politischem Konzept und Eigenstaatlichkeit dar. Für den Durchschnittszeugen war das jedoch nicht erkennbar.

DIE BEDEUTUNG DES POLITISCHEN ZIONISMUS.

Diese Bewegung entstand aus der Judennot und aus den antisemitischen Erfahrungen. Auslösendes Moment für die Begründung des politischen Zionismus durch Theodor Herzl, war insbesondere die Dreyfussaffäre in Frankreich. Für Herzl war die Judenfrage eine nationale, von den Juden selbst zu lösende Präge. Sie sollten zu einem politischen Machtfaktor zusammengeschlossen werden, um sich auf politischem Weg das Land für einen eigenen Staat zu sichern und mit aller Kraft zu besiedeln und anzubauen. (Aus RGG-Reihe/Bd. 6/S. 1917)

1897 fand ein erster ZIONISTISCHER KONGRESS in Basel statt, bei dem folgende Beschlüsse gefaßt wurden:

"Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen gesicherten Heimstätte in Palästina."

Die Balfour-Erklärung von 1917 brachte den Juden zunächst diese nationale Heimstätte. 1948 kam es zur Staatsgründung. Die Bemühungen Herzls lagen unbestreitbar auf politischer Ebene. Die Wiederherstellung und Rückführung der Juden nach Palästina, unter dem Einfluß politisch-zionistischer Anstrengungen, konnte man noch nicht als die Endphase biblischer Erfüllung an Israel bezeichnen. Es konnten im Höchstfall die ersten Anfänge davon sein.

DAS ERSTE POLITISCHE WT-KONZEPT PROPAGIERUNG DES POLITISCHEN ZIONISMUS

CH. T. Russell, der Gründer der WTG, brachte sich selbst und seine Anhänger wohlwollend in diese Bestrebungen ein. Denn er sah in den Wiederaufbaubemühungen in Palästina die Erfüllung seiner "prophetischen Vorhersagen" bezüglich Wiederherstellung Israels (Schriftstudien, Bd. 2, S. 78-80). Daher bekam sein 3. Bd. "Schriftstudien", mit den Erfolgsberichten aus Palästina, den Charakter einer "Werbeschrift für den Zionismus". Auch Russells ganz persönlicher Einsatz für den politischen Zionismus war beachtlich. Hierfür folgendes Beispiel:

In der Chikago-Denkschrift von 1891 werden Länder erwähnt; die man für die Lösung der Judenfrage in Palästina gewinnen wollte. Russell inspizierte noch im selben Jahr eine Reihe dieser Länder (Schriftstudien, Bd. 3, S. 274 und WT-Schrift "Jehovas Zeugen In Gottes Vorhaben", S.32, Fn.) Er ging selbst bis hinab nach Kischinew/ Südrußland.

Der oben erwähnte 3. Band rühmt in besonderer Weise die hervorragenden Leistungen und Erfolge der Wiederaufbaubemühungen in Palästina.

Auf Seite. 251 werden sehr ausführlich und detailliert die finanziellen Investitionen der LIONNEL-ROTHSCHILD-INSTITUTIONEN, des MONTEFIORE-TESTIMONIAL FOND, die MONTE-FIORE-HIRSCH und eine weiteres Mal die ROTHSCHILD KAPITALIEN, als wertvolle Aufbauhilfe gewürdigt. Gewiß waren diese Maßnahmen zum Wiederaufbau Israels vonnöten. Nur durften sie nicht in überzogener Weise biblisch strapaziert werden. Daß Russell politischer Zionist war, geht aus seiner Rede während seiner Kontinental-Reise um 1911-13 hervor. Das Thema seiner Ansprache lautete: "Zionismus - Hoffnung, der Welt" (aus "Report der internationalen Bibelforscher Versammlung", 1913, S. 156). Es hieß darin unter anderem:

"Wir glauben, daß der Herr heute unter den Juden den Zionismus entfacht, eine Vorbereitung für das natürliche Israel auf die große Segnung, die bald vor der Tür stehen wird ... Die Gnade ist schon am zurückkehren."

Das war eine überzogene Bibelinterpretation. Denn nicht der Zionismus ist das Heil der Welt, sondern allein Christus, dem sich das Volk Israel erst einmal beugen muß, um ihn als Messias anzuerkennen. An dieser Stelle soll besonders darauf hingewiesen werden, daß Russell eine, wenn auch späte, Ehrung als Zionist zuteil wurde. Im „United Israel Bulletin" (Vol. 2. 1123 Brodway/Winter 1985/86) wurde Russell als "Prophet" und Gönner des Zionismus bezeichnet. Die Überschrift lautet: "Charles T. Russell - ein früher amerikanischer Zionist".

Russell starb 1916 auf einer Vortragsreise. Sein Nachfolger wurde der Rechtsanwalt J. F. Rutherford. Auch er deutete den Zionismus zunächst "biblisch" (?) Seine Schriften waren bis 1929 absolut prozionistisch und projüdisch. Er interpretierte den ersten Zionisten-Kongreß in Basel auf eine besondere Weise, indem er in den 206 (?) Anwesenden symbolhaft die Anzahl der Knochen eines menschlichen Skeletts sah. Dazu ein Zitat aus seiner Broschüre "Trost für die Juden", Seite 100:

"Das war kein Zufall, sondern vom Herrn so angeordnet."

So erklärte er denn die zionistische Organisation als eine von Gott gewollte Bewegung. Diese Auffassung vertrat Rutherford noch in seiner 1929 herausgegebenen Schrift "Leben". Darin wirbt er noch auf moralisch emotionale Weise für den Zionismus. Die Schrift ist ausgesprochen projüdisch. Bereits 3 Jahre später wendet sich das Blatt völlig. Von nun an agiert die WTG gegen Israel und den Zionismus massiv. Damit beginnt zugleich das zweite politische Konzept. Die kontroverse Haltung sah in etwa so aus:

Während es in der Schrift "Leben", Ausgabe 1929, Seite 319 noch heißt:

"Da es wahr ist, daß Gott die Israeliten nicht für immer verstoßen hat, so muß die von Gott zur Wiederherstellung dieses Volkes bestimmte Zeit einmal kommen ... Hieraus ergibt sich für den Christen die Pflicht und das Vorrecht, an der Wiederherstellung der Juden auf das glaubhafteste interessiert zu sein."

Nur 3 Jahre später heißt es in der Schrift "Rechtfertigung", Band 3, S. 321 und 322:

"Man hat gedacht, daß das jetzt als Juden bezeichnete Volk im Königreich einen besonderen Vorzug genießen werde, doch wird diese Annahme von der Bibel nicht gestutzt ... Es wäre, kaum zu erwarten, daß Menschen, die Gottes Gnade so oft verachtet haben, wie viele der natürlichen Nachkommen Abrahams, etwas Besseres als andere Glieder des Menschengeschlechts empfangen werden."

Zwei absolut kontroverse Aussagen.

UNSER ZWISCHENKOMMENTAR

Wir sehen in dem organisierten, politischen Zionismus, der unter Theodor Herzl seinen Anfang nahm, keine "Endphase" biblischer Erfüllung, jedoch eine politische Voraussetzung zur Errichtung eines jüdischen Staatswesen.

Biblische Erfüllung liegt nicht in den Errungenschaften des politischen Zionismus. Sie liegt allein in der persönlichen Wiederkunft Christi. Das derzeitige Erscheinungsbild des politischen Zionismus ist objektiv kaum zu beurteilen. Eine Relativierung der Vorgänge in Israel kann kaum jemand wagen. Beurteilung dessen, was in Israel vor sich geht und vor sich gegangen ist, obliegt ausschließlich unserem HERRN bei seiner Wiederkunft. Uns bleibt indessen das Gebet für Israel.

DAS ZWEITE POLITISCHE KONZEPT:

DIE WTG PROKLAMIERT SICH ALS VOLK GOTTES UND NAHM DEN NAMEN "ZEUGEN JEHOVAS" AN!

Der WT 1.10.1982 schreibt auf Seite 12:

"Vor mehr als einem halben Jahrhundert - am Sonntagnachmittag, den 26. Juli 1931 trat ein Volk als Verfechter eines Namens auf die Weltbühne."

Das geschah in Ohio/Columbien. In usurpatorischer Weise erklärte sich die WTG als "ZEUGEN JEHOVAS-VOLK FÜR GOTTES NAMEN" und setzte sich an die Stelle des natürlichen Volkes Israel. Nachdem die WTG 40 Jahre lang dem Volk Israel die baldige Wiederherstellung in Verbindung mit dem Zionismus verkündet hatte, dreht sie den Spieß um und verteufelt die Aufbaubestrebungen in Palästina.

Hierzu ein recht drastischer Kommentar aus "Rechtfertigung" Band 2, Seite 259:

"Im Jahre 1917 wurde die von den heidnischen Regierungen der Organisation Satans verbürgte Balfour-Deklaration herausgegeben, wodurch die Juden anerkannt und ihnen große Begünstigungen zugesprochen wurden ... Gottes Volk (damit meint die WT-Schrift Jehovas Zeugen) hat den Juden mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als sie wirklich verdient haben."

Von nun an wurde die AT-Prophetie allegorisch umgedeutet und auf Jehovas Zeugen, als das "Volk für Gottes Namen", angewandt. Dieses zweite politische Konzept besitzt einen ausgesprochenen eigenstaatlichen Charakter, der sich in deutlicher Passivität gegenüber den weltlichen Regierungen offenbart. Die verheerenden Folgen der ideologischen Vereinnahmung sind aus der politischen Ära des 3. Reiches bekannt. Die militante Haltung, die subversiven Schriften und ihre Verbreitung unter das Volk durch organisierte Untergrundaktionen, brachten Jehovas Zeugen als Staatsfeinde in Verruf. Die auslösenden Faktoren für die Verfolgung im 3. Reich waren daher nicht christlicher Natur, sondern politischer.

Am 1. April 1935 wurde das Werk der Zeugen Jehovas in Deutschland verboten. Das "POLITISCHE KONZEPT" verlangte seinen Tribut. Die Standhaftigkeit der Zeugen Jehovas war heroisch. Sie standen für ihre Idee ein bis zum Tod in den KZ der Hitlerära.

Wo aber war bei aller Verkündigung die "Kreuzesbotschaft" eines Paulus? Die "WT-BOTSCHAFT" war eine einzige Kampfansage gegen Staat und Kirche. Dafür ist die WI-Literatur ein beredtes Zeugnis. Wir erinnern nur an die Schriften "Rüstung", "Rechtfertigung" oder "Feinde". Das christlich-ethische Empfinden läßt ein Studium dieser Schriften kaum zu. Für die vorliegenden Ausführungen waren diese Schriften eine "harte Pflichtlektüre". Die permanenten Agitationen in ihrer Haß- und Geschmacklosigkeit gegenüber Staat und Kirche sind kein Renomee für eine Gemeinschaft, die sich noch dazu "christlich" nennt.

Daß solche Unbotmäßigkeiten nicht nur im Nazideutschland Verfolgung bewirkten, muß einleuchten. Es entbehrt daher der historischen Aufrichtigkeit, wenn ZJ sich als "Märtyrer christlichen Glaubens" bezeichnen. Nicht die christliche Botschaft machte Jehovas Zeugen zu Märtyrern, sondern die Ideologie Russells und Rutherfords macht sie zu Verfolgten... (Auszugsweise)

-Erich Brüning-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11 DER WACHTTURM

Aus dem WT Nr. 15/1989. Seite 26:

ADAM: DAS ERSTE GESCHÖPF GOTTES. WEGEN SCHWÄCHLICHEN ERBGUTS NICHT LEBENSWÜRDIG!

12 Würden Adams Kinder Gottes Gesetz vollkommen halten können, so wie er früher in seiner menschlichen Vollkommenheit dazu in der Lage war? Würde er nicht nach den Vererbungsgesetzen seine Schwäche und seine Neigung, der Stimme Gottes nicht zu gehorchen und auf eine andere Stimme zu hören, an seine Kinder weitergeben? Die geschichtlichen Tatsachen geben die Antwort auf diese Fragen (Römer 5:12).

13 Verdiente es ein Mann, der sich zugunsten eines Menschengeschöpfes von dem vollkommenen Gehorsam gegenüber Gott als Ausdruck einer vollkommenen Liebe zu Gott abwandte, für immer im Paradies, ja überhaupt auf der Erde zu leben? Wäre es nicht gefährlich, ihn ewig auf der Erde leben zu lassen? Würde durch die Erlaubnis für immer als Übertreter zu leben, Gottes Gesetz verherrlicht und Gottes absolute Gerechtigkeit offenbart werden ...

Obige Äußerung ist wohl der absolute Höhepunkt in dem ohnehin sehr emotional und spekulativ gehaltenen Artikel. Sie zeigt, wie Menschen in die Irre gehen, wenn Ihnen der rechte Zugang zum Verständnis der Bilder der Urgeschichte der Bibel fehlt und sie von einer gesetzlich-fundamentalen Richtung her eigene Deutungen machen, und der Bibel damit Dinge hinzufügen, von denen sie nicht spricht.

Wie anmaßend, ja verächtlich ist es doch, wenn die Wachtturm-Schreiber das erste Geschöpf Gottes, von dem er selber in der Schrift sagte: und siehe, es war sehr gut als von dem Erbgut her für schwach und des paradiesischen Lebens nicht für tauglich bezeichnen.

Gottes erstes Geschöpf - quasi eine genetische Fehlkonstruktion?

Ihr Mund ist voller Lästerungen, möchte man darauf erwidern!

Der WT nun resümiert, ein solch gefährlicher Mensch wie Adam habe kein Recht auf paradiesisches Leben, ja überhaupt kein Recht auf irdisches Leben, zumal er auch nach den Vererbungsgesetzen seine schlechten Neigungen weitergeben könnte. Das heißt doch, er hätte nach der WT-Vorstellung gar keine Nachkommen zeugen dürfen, nur dann hätte diese Aussage einen Sinn.

Sollte denn dem Wachtturm entgangen sein, daß Adam seine Kinder Kain, Abel und Seth erst nach dem Sündenfall zeugte, trotz seines unvollkomnenen Erbgutes? Dann wären doch die obigen Zitate auch noch sinnlos.

Ja, so weit kann es kommen, wenn man mit seinem gesetzlichen Denken noch am Berge Horeb steht, wenn man einer "Siegreichen Organisation" vertraut, und nicht Ihm, der als Gottes Sohn seine Liebe an uns schon erwies, als wir noch Sünder waren (laut Apostel Paulus)

Obige Schreiber stellen im WT vom 1.7.1989 Gottes Geist als mit Kamelen vergleichbar dar (Abs. 177 und Euch, liebe Zeugen Jehovas der "Großen Volksmenge", machen sie zu "loyalen Dienerinnen der Braut" (also ihrer selbst)! Abs. 18-21

Ihr habt aber nun lt. Römer 8 keinen Geist der Kamelschaft, sondern einen der Sohnschaft erhalten, und dürft freiheraus ABBA, Vater, rufen.

Nehmt doch Euer Erbe an und werdet Zeugen Jesu Christi!

Lest 1. Johannes 2:24-29

H.J. Runne

WAS DIE WTG NICHT AUFZUWEISEN HAT

BLICK ZU DEN ANDEREN CHRISTEN

Die Pressestelle beim Sekretariat der Berliner Bischofskonferenz der katholischen Kirche, Ostteil des Bistums Berlin veröffentlichte per 31.12.1988 folgende Angaben zur Arbeit des Caritasverbandes:

Einrichtungen: Anzahl/Kapazität/Pers/Jahr

Kinderhorte         3         82            106

Kinderheime        2         45              20

Jugendwohnheim  1        10              14

Erholungsheime    5      130 ´         1407

Kurheim               1      240           2997

Altershelme und Altenpflegeheime

                         19       542            608

Ambulante Alten-u. Krankenpflege

                         22

Krankenhäuser    8      1697       22327

Behindertenheime5         254          270

Tagesstätten für geistig Behinderte

                           2          38            38

Caritashelfergruppen

                         67              Helfer 550

Wer die Caritasgrundsätze der katholischen Christen kennt, weiß, daß hier im Fall der Bedürftigkeit primär nicht zuerst nach dem Glauben gefragt wird. Es sind Dienste der Nächstenliebe, echt Im Sinne des Samariterbeispiels, das Jesus in Lukas 10:25-37 seinen Nachfolgern vor Augen führte. Viele nichtchristliche junge Frauen kennen z. B. das kath. Entbindungsheim und Klinik für Gynäkologie in Berlin-Pankow "Maria Heimsuchung", weil sie dort ihr Kind zur Welt gebracht haben. Der Glaube spielt da keine Rolle, wo einem Menschen sozial geholfen werden muß. und genau hier liegt eines der ungeheuren Defizite der WTG.

WORTE. WORTE. NICHTS ALS WORTE

Bald, in kurzer Zeit, in Kürze, nur noch wenige Jahre, ja Monate, in Bälde, ohne Verzug, es steht vor der Tür. So und ähnlich geht es unter der WTG für alle anderen Menschen und alle sozialen Nöte überall nun schon die zweite sog. Endzeit seit 1914 (die erste wurde für 1739-1914 prophezeit). Weder kam die "Lösung" noch beteiligte man sich wenigstens an "Notlösungen" bis dahin. Zerschlagen wurde und wird vielmehr jede soziale und demokratische Mitverantwortung im Sinne von Diakonie oder Caritas, verteufelt als "babylonische Hurerei" angeblich falscher Christen.

Stattdessen wird mit allen WTG-Schriften nichts als Worte angeboten, Schriften sind eben nur Worte.

-D.P.-

DIE GLEICHNISSE JESU, EINE BRÜCKE IN DIE ZUKUNFT

Aus aller Rede Jesu, ob sie direkt oder als Gleichnis gesprochen wurde, ob sie "an alle'' oder an den engeren Kreis Seiner Jünger gerichtet war, geht hervor, daß Jesus das Reich Gottes als unumstößliche Wirklichkeit voraussetzte!

Seine Rede diente nicht der Findung von Beweisen für das Reich der Himmel, sondern als Hilfe für die Menschen, sich in rechter, auferbauender Weise mit der Neuen Welt zu befassen und ihren außerordentlichen Wert zu erfassen.

Alles, was Gott, der Vater, tut, zielt auf Leben! Der Sohn, mit dem Vater völlig eins, treibt in die gleiche Richtung wie jener. Er ist der Mittler zwischen Gott und Menschen, und als solcher diskutiert oder polemisiert Er nicht darüber. Ob es das Reich Gottes gibt oder geben könnte, sondern Er geht in medias res, indem Er die kurze Zeit seines Erdendaseins nutzt, um den Menschen im allgemeinen und denen, die auf Ihn hören, im besonderen, den Weg ins Ewige Leben zu zeigen, zu bahnen und zu ermöglichen.

"Das ist das ewige Leben, dich, den einzig wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast." (Johannes 17:3)

Jesus, die Wahrheit in Person, hat das Reich Gottes als Realität vorausgesetzt und damit denen, die Ihm glauben, eine Sicht auf Leben eröffnet, wie es vor Ihm niemand getan hat!

Er gab uns zu verstehen, daß es nicht der Sinn unseres Daseins als Menschen ist, auf vermeintliche Rechte zu pochen und diese durchzusetzen, sondern die unendliche Fülle von Möglichkeiten zu erkennen, die Gott, in das Dasein von Geschöpfen legte, die nach Seinem Bilde geschaffen worden sind. Im Lichte des Wortes Gottes lernt es der Mensch, zu erahnen, daß "jetziges" und "künftiges" Leben nicht einander ausschließende Zustände sind, sondern als Ganzes zusammengehören wie zwei Seiten einer Sache, oder wie die Existenz des Menschen vor und nach seiner Geburt.

Der Kirchenlehrer Gregor von Byssa sagte:

"Der Mensch schreitet von einem Anfang bis zu einem neuen Anfang, ehe er zu dem Auftrag kommt, dem kein Ende beschieden ist." ("Tag des Herrn", Nr. 51/52 Seite 16)

Indem sich Jesus - an die Tradition anknüpfend - der Gleichnisrede bediente, zeigte Er schon allein durch die Wahl dieses Mittels, wie eng ALLES Leben miteinander verknüpft ist und daß man unbedingt jetzt den Grund für später legt.

"Mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden!" (Matthäus 7:2)

Salopp ausgedrückt wollte Jesus sagen, auch in der kommenden Welt ist Eins plus Eins gleich Zwei!

Die Wahrheiten, mit denen Jesus die Volksmengen, und besonders jene, die aufmerkten und so Seine Jünger, Seine Schüler wurden, vertraut machte sind allgemeine Wahrheiten. Jesus offenbarte keine Geheimlehre, sondern machte Seine Zuhörer wahrheitsgemäß darauf aufmerksam, daß eine Wahrheit immer und überall, "im Himmel und auf Erden", wirksam ist. Der Wahrheit begegnen wir täglich, und sich ihr zu stellen, ist einfach und schwer zugleich.

Es scheint ja ziemlich einfach zu sein, allen Besitz zu verkaufen, um in den Besitz einer "kostbaren Perle" zu kommen. (Matth. 13:44-46) Beides ist sofort greifbar, dazu kommt der Mehrwert der Perle, der in ihrer Einmaligkeit liegt. Aber, das ganze Leben hingeben, d. h., es dazu zu verwenden, im Tausch für die Hoffnung hingegeben zu werden, von der Jesus spricht!? Da bekommt die eine Wahrheit doch ganz andere Dimensionen.

Nun fragt sich der Mensch, der Christ, ist das, was Er verheißt, Wirklichkeit, und ist es wirklich so viel mehr wert, als alles, was ich habe? Verstehe ich, was es bedeutet, "viele Propheten haben sich danach gesehnt, zu hören, was ihr hört?" (Matthäus 13:17)

Das ist die große Glaubensprüfung, das, was im "kleinen Leben" gilt, auch im großen anzuerkennen und gelten zu lassen. Und schrieb nicht schon der große Denker und Dichter Friedrich Schiller:

"Und setzt ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein!"?

Besonders in Jesu "Denn-Reden" ist der Zusammenhang, die Allgemeingültigkeit aller wirklichen Prozesse deutlich erkennbar. Jederzeit und von jedem kann nachgeprüft werden, daß es sich so verhält. Die scheinbar naive Hineinnahme dieser "simplen" Erkenntnisse in die Gedankenwelt des Reiches Gottes bezeugt Jesu Autorität. Das spüren alle Seine Zuhörer, denn, Er "lehrte nicht wie die Schriftgelehrten." Jene lasen die Schriften, Er aber, Jesus, war vor jeder Schrift! Er sagte:

"Ehe Abraham ward, war ich!" (Johannes 8:58)

Hier sei nur auf einige Seiner Denn-Reden hingewiesen:

Denn, wenn ihr vergebt ...

Matthäus 6:15)

Denn, wo dein Schatz ist, ist dein Herz.

Matthäus 6:21)

Denn, wie ihr richtet ...

(Matthäus 7:2)

Denn, wer hat, dem wird gegeben werden.

Matthäus 13:12)

Vielleicht könnte man dieses "denn" in weniger knapper Form auch so wiedergeben:

weil es sich so verhält, weil Ihr alle schon diese Erfahrung gemacht habt, lernt daraus, daß es sich auch in bezug auf Gottes Reich nicht anders verhalten kann. Richtet auch danach, indem ihr es sehr ernst nehmt. Nehmt es euch zu Herzen!

Wer wollte bestreiten, daß niemand (ehrlich) zwei Herren dienen kann? (Matthäus 6:24) Vor allem nicht zur Zeit Jesu, der sich auf den Dienst vom Sklaven bezog, die dem einen Herrn, dem sie dienten, vierundzwanzig Stunden am Tage zur Verfügung stehen mußten) so können wir auch als Sklaven Gottes, als Christen, nicht Gott UND dem Mammon dienen.

Wenn wir als "Christen diesen Gedanken einmal nachspüren, wenn Jesu Worte uns zum geistigen Schatz, d. h., zum Besitz werden, dann dürfen wir Seine Gleichnisse nicht in einer sektiererischen Weise als Waffe gegen andere benutzen, um sie damit zu schlagen. Schlechte Beispiele für diese Verfahrensweise finden wir reichlich auf den Seiten vieler Wachtturm-Schriften.

Nein. Jesu bildliche Reden sind ein Spiegel, in den WIR SELBST schauen müssen. Wenn wir ehrlich sind, werden wir feststellen. Jeder für sich, daß wir genug mit uns selbst zu tun haben.

Wir werden erkennen, daß wir den herrlichen Bilde Jesu nicht in entferntesten gleichen, aber auch das werden wir sehen können, daß Er alles zum Guten lenkt, daß Er uns nicht durch die Erkenntnis unserer Sündhaftigkeit niederdrücken, sondern uns vielmehr seine auferbauende Gnade schenken will! Vergessen wir niemals, daß Gottes Absichten immer auf Leben und Aufrichtung zielen, "nach oben", denn Er ist der Gott des Lebens.

Nicht ohne Grund beginnen so viele Apostelbriefe mit den Worten:

„Gnade sei mit euch und Frieden".

(Römer 1:7; l. Korinther 1:3; 2. Korinther 1:2; Galater 1:3; Epheser 1:2; u. a.)

-H.G.-

WIE DIE WTG AUS JESUS CHRISTUS EIN SCHRECKGESPENST MACHT

Als Grundlage dieser Darlegung dient das Wachtturmbuch "DU kannst für immer im Paradies auf Erden leben" (1982), Seite 143-146. Das Kapitel "Fleischesleib nicht mit in den Himmel genommen" ist ein Musterbeispiel der Wachtturmdialektik, die mit semantischen Sprüngen, für Uneingeweihte nicht offensichtlich, Tatsachen auf den Kopf stellt. Unter Semantik versteht man, daß ein Wort, einen bestimmten oder einen ganz andersartigen Inhalt hat.

Das heißt, wenn ein biblisch klingender Begriff in der Wachttum-Literatur auftaucht, muß es gewöhnlich nicht bedeuten, daß damit auch der biblische Inhalt gemeint ist.

Das zu unterscheiden ist hier die Aufgabe.

Wir wissen (1. Korinther 15,50), "daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können". Und doch erschien Jesus nach seiner Auferstehung seinen Jüngern in Gestalt von "Fleisch und Bein". (Lukas 24,39)

Liegt hier ein Widerspruch vor? Nein, deshalb nicht, weil alle verwandelt werden müssen "dieses Verwesliche muß Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche Unsterblichkeit" (l. Korinther 15,51+53), und gerade von Christi Fleisch heißt es, daß es nicht die Verwesung sehen soll (Apostelgeschichte 2,31). Bekanntlich wurde Jesu am 3. Tage auferweckt, bevor sein Fleisch in Verwesung übergehen konnte.

Wir unsererseits erwarten vom Herrn Jesus Christus, daß er "unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinen Leibe der Herrlichkeit" (Philipper 3,21).

Es ist derselbe, aber verwandelte Leib; gesät in Verwesung, Unehre, Schwachheit als natürlicher Leib, aber auferweckt in Unverweslichkeit, Herrlichkeit, Kraft als geistiger Leib (1. Korinther 15,42-44). Soweit die Klärung biblischer Begriffe und Inhalte.

Besagte Wachtturm-Publikation versteigt sich zu folgender Argumentation:

"Was geschah denn dann mit dem Fleischesleib Jesu? Fanden die Jünger sein Grab nicht leer vor? Ja, denn Gott hatte den Leib Jesu entfernt" (S. 144, Abs. 8).

Das ist nicht weit entfernt von der Judaischen Lüget "sprecht; seine Jünger kamen bei Nacht und stahlen ihn" (Matthäus 28,13+15). Damit wird Gott zum Dieb an Jesu Leib, um seine Auferstehung unmöglich zu machen: "Jehova erachtete es somit für passend, den Leib Jesu zu entfernen". (Seite 144, Absatz 8)

Was bleibt bei der Wachtturm-Lehre vom auferstandenen Jesus? "Nur Geistpersonen mit einem geistigen Leib können im Himmel leben" (Seite 144, Absatz 7). Das erinnert an Spiritismus von Geistern mit sogenannten Astralleibern. Oder auch an Geister, die sich materialisieren: "Um Thomas davon zu überzeugen, wer er war, verwandte er einen Leib mit Wunden" (Seite 145, Abs.9). Damit haben wir eine völlig andere Deutung von Jesu auferstandenem geistigen Leib, als die Bibel es lehrt.

Gerade diese Wachtturm-Lehre, Jesus sei eine Geistperson (= ein Gespenst) lehnt der Auferstandene selber ab:

"Sehet meine Hände und meine Füße, daß ich es selbst bin; betastet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe". (Lukas 24,39)

Was meinten denn die Jünger, als sie den Auferstandenen sahen? Sie erschraken und fürchteten sich; denn sie "meinten, sie sähen einen Geist" (Lukas 24,37), genauso wie heute den Zeugen Jehovas glauben gemacht wird, aber "ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe" (Lukas 24,39).

Jesus lehrt, eine Geistperson hat nicht "Fleisch und Bein". Da er aber "Fleisch und Bein" hat, ist er keine Geistperson im Sinne der Wachtturm-lndoktrination, die mit diesen semantischen Sprung jede Erwartung auf die sichtbare Parusie (= Erscheinung) Christi diabolisch bekämpft. Sonst wäre ja das andere Evangelium vom 1914 aufgerichteten Königreich nicht mehr haltbar. Und um letzteres aufrechtzuerhalten, muß man auch „einen anderen Jesus" verkündigen, der nicht von den biblischen Schreibern verkündigt wurde (2. Korinther 11,4). Zu deutlich bleibt uns in den Ohren, was Paulus in Galater l, Vers 9 sagt:

"Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt außer den, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!"

-H.J. Schultz-

FÜR DEN BIBELFORSCHER:

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME

Fast 2000 Jahre sind vergangen, seit Jesus seine Jünger, das als "Vaterunser" bekannte Mustergebet lehrte. Er sprach in seinen Reden oft in Gleichnissen, aber nicht in Rätseln; schon gar nicht im Gebet an den "Vater im Himmel". Deshalb bleibt es aber rätselhaft, warum einigen Brüdern die Worte Jesu in diesem Gebet nicht genügen. "Vater im Himmel" ist bei ihnen kein Name, sondern nur ein Titel oder ein Begriff. So ist man der Meinung, wie es im "Jahrbuch der Zeugen Jehovas" Seite 5, Absatz II heißt:

"Als Jesus seine Jünger beten lehrte, brachte er die Heiligung des Namens Jehovas mit dem Kommenden Königreich und dem Tun des Willens Gottes in Verbindung." Andere wären für Jehova den Namen Jahwe. Man beruft sich auf Mose, der diesen Namen von Gott selbst erhalten habe. (2. Mose 3:6-16)

WELCHE FEHLER MACHT MAN HIER?

Ich möchte nicht näher auf das Tetragrammaton JHWH eingehen, denn es bringt auch keine klaren Beweise und hat für Christen nicht die große Bedeutung, die ihm immer beigemessen wird. Aber wenn man schon als Christ bis zu Moses zurückgeht, um die Worte Jesu richtig deuten zu können, dann liegt das wohl nicht am Lehrer, sondern am Schüler. Doch etwas kann man schon bei Mose lernen, nämlich:

"Einen Propheten wie mich wird der Herr, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern, dem sollt ihr gehorchen." (5. Mose 18:15,18)

Auch Luther versuchte vergeblich von Mose aus, den er als eine Art Zentralfigur ansah, Wort und Werk Gottes erkenntlich und verständlich zu machen. Erst als er sich voll und ganz auf Jesus Christus konzentrierte, wurde ihm die Decke von den Augen genommen, wie es Paulus in 2. Kor. 3:6-8 und 15-17 so schön beschreibt.

Weitere Fehler entstehen durch Nichtbeachtung der Sprachlehre. Außer Rechtschreibung und Satzbau, sind besonders Namen, Worte und Begriffe von großer Bedeutung, wie es die Beispiele noch zeigen werden.

ARGUMENTE, DIE SICH AUF DIE WÖRTER NAME UND NAMEN STÜTZEN

Viele Brüder berufen sich auf die Schriftstelle Joh. 5:43: "Ich bin im Namen meines Vaters gekommen". Und meinen nun, der Name müsse einfach Jehova oder Jahwe sein.

Doch das ist ein Scheinargument! Wir sind doch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft worden?

Für den Vater und den Sohn hätten wir ja einige Namen zur Auswahl, aber wie heißt der Heilige Geist? Weitere Beispiele zeigen den Sinn oder auch Unsinn solcher Argumente. - "Im Namen des Volkes" - "Im Namen des Gesetzes" - "Im Namen aller Anwesenden".- Alle diese Beispiele zeigen doch deutlich, daß es sich nicht um einen einfachen Namen handelt, sondern um die Begriffe: "Im Auftrag, in Übereinstimmung oder Zustimmung" mit dem Vater, dem Gesetz, dem Volk usw., handelt. Ähnlich deutet die Sprachlehre den Ausspruch "Der Name Gottes sei gepriesen" - "Gottes Ruhm sei verkündet". Und "Gottes Namen mißbrauchen" heißt Unehre statt Ruhm auf ihn zu häufen, er ist auf einen guten Ruf bedacht.

(Spr. 22:1 und Pre. 7:1; 2. Mose 20:7)

"ICH HABE IHNEN DEINEN NAMEN GEOFFENBART ODER KUNDGETAN!"

Ein Hauptargument, nicht nur für Zeugen Jehovas, hier hätte Jesus deutlich für den persönlichen Namen Gottes gesprochen. Aber weit gefehlt, denn Jesus hatte einen größeren Auftrag, als den Jüngern nur einen Namen zu nennen, nämlich: den "Vater" zu offenbaren und kundzutun. So wie im "Vaterunser" beginnt er sein großes Gebet mit dem Wort "Vater" die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrlicht; du hast ihm ja die Macht über die ganze Menschheit verliehen, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe". (Johannes 17:1,2)

Schon aus den wenigen Worten kann man entnehmen, daß seine ganze Sorge den Menschen galt, die er vom "Vater" erhalten hatte; die er auch zum "Vater" bringen sollte um ihnen ewiges Leben zu geben. So wurde er der "Ewigvater" für sie werden, wie es von ihm in Jes. 5:9 geschrieben steht. Deshalb auch sein Eifer für den Namen "Vater"; die Kapitel 14, 15,16 und 17 sind voll an Beispielen in Johannes Evangelium, wie er seinen Jüngern den "Vaternamen" offenbarte und kundtat.

Ich zitiere absichtlich die N. W.-Übersetzung, Johannes 15:15:

"... Ich habe euch aber Freunde genannt, weil ich euch alle Dinge, die ich von meinem "Vater" gehört habe, bekanntgegeben habe".

Und in Johannes 16:25 heißt es:

"Ich habe diese Dinge in bildlichen Reden zu euch gesprochen. Die Stunde kommt, da ich nicht mehr in bildlichen Reden zu euch sprechen werde, sondern ich will euch klar und deutlich über den "Vater" berichten." - Deutlicher geht es kaum!

DER "EWIGVATER" UND DIE SCHRIFTEN DES ALTEN BUNDES

Was sagte Jesus über die Handhabung der Schriften durch die Priesterschaft. Er erkannte die Schriften des A. T. voll an, berief sich auf ihre Prophezeiungen, und hatte kein Wort der Kritik, gegen den Gebrauch der Wörter "Herr" und "Gott" für das IHWH, einzuwenden. Und da die Apostel und Jünger es auch so hielten, besteht für Christen überhaupt kein Anlaß, es besser machen zu wollen. Denn:

"Der Jünger steht nicht über seinem Meister, und der Knecht nicht über seinem Herrn." (Matthäus 10: 24)

Außerdem zitierte Jesus gerade die umstrittene Schriftstelle aus 2. Mose 3:6, 15.16 und nennt ihn nur den "Gott Abrahams, Gott Isaaks und Gott Jakobs."

(Matth. 22:32; Mark. 12:26; Luk. 20:37)

So kann man aus den bisher angeführten und zitierten Schriftstellen auch entnehmen, daß es für den "himmlischen Vater" keinen besonderen persönlichen Namen gibt. Alle seine Namen, mit denen wir ihn ansprechen können, haben eine Bedeutung auf seine Stellung und seine guten Eigenschaften. Ob "Gott", "Schöpfer", "der Allmächtige", "der Ewige", "der Höchste", "der Barmherzige", "der Liebe", "der Hoffnung", "der Weisheit" usw., paßt doch zu allen Anreden das Wort "Gott"; auch zum "Vater", den uns der Sohn schenkte, und auch zum Sohn, den uns der "Vater" schenkte.

DER NAME "VATER IM HIMMEL" SOLL GEHEILIGT WERDEN!

So wie es geschrieben steht,- so sollen wir es auch annehmen; nichts hinzufügen, auch nicht darüber hinausgehen, was geschrieben steht. (5. Mose 4:2; Kap. 13:1; Spr. 30:6; 1. Kor. 4:6; Offb. 22:18,19)

Wie ernst Jesu die Heiligung des "Vaters im Himmel" nahm, geht aus den Worten in Matthäus 23:9 hervor:

"Ihr sollt niemand von euch auf Erden euren Vater nennen, denn einer ist euer "Vater", der im Himmel."

(Nach von Eß). Auch der Apostel unterstreicht diesen Gedanken mit den Worten:

"... Wir haben nur einen Gott, den "Vater". (1. Korinther 8:6)

Weil ich so wenig wie möglich meine eigene Meinung kundtun möchte, sondern die Bibel, als das Wort Gottes, für sich selbst Zeugnis ablegen zu lassen, kann ich mir keinen schöneren Abschluß vorstellen, als einen weiteren Ausspruch des Apostel Paulus zum "Vatergedanken", der Stuttgarter Jubiläumsbibel, mit Fußnote:

"Derhalben beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden."

(Epheser 3:14,15)

Fußnote:

Die Zuversicht zu seinen Bitten schöpft Paulus aus dem Vaternamen Gottes; denn fürs erste ist er der Vater unseres Herrn Jesu Christi (Joh. 3:16) und fürs andere ist er das Urbild und der Urquell aller Vaterliebe.

Die Söhne Gottes (Engel) im Himmel, die Kinder Gottes auf Erden bilden eine Familie, von Gott mit gleicher Liebe umfaßt."

Ich hoffe, daß diese biblische Argumentation nicht nur zeigt, welcher Name im "Vaterunser" gemeint ist, sondern auch au der Erkenntnis führt, daß der Name "Zeugen Jehovas" für eine christliche Gemeinschaft ebenso unbiblisch ist, wie das Heiligen des Namens Jehova im "Vaterunser".

Die eigene N. W.-Übersetzung überführt sie der Lüge!

-E.A.B.-

AN ALLE (EHEMALIGEN) ZEUGEN JEHOVAS

Wer Jahrzehnte in der WTG gewesen ist und ihr geglaubt hat, der hat in jedem Fall einen großen Schaden davongetragen. Hier rede ich aus Erfahrung und führe deshalb meinen eigenen Lebensbericht an:

Ich war erst 19 Jahre alt, als ich 1934 durch die Nazis aus meinem Dienstverhältnis beim Kulturamt Frankenberg, Hessen, entlassen wurde.

Als damaliger ernster Bibelforscher war ich fest davon überzeugt, daß die WTG im Namen Gottes das Ende der Welt richtig vorausgesagt habe.

In dieser Siegesgewißheit zerriß ich die mir ausgehändigte Angest.-Vers.-Karte und warf sie vor den Augen des Büropersonals in den Papierkorb.

Mein eigener Vater aber ging zur Polizei und meldete ihnen, daß ich die Versammlungen der Bibelforscher besuchte. Und so wurde ich während einer privaten Zusammenkunft von der Polizei aus dem Haue geholt und davongejagt. Zum Verhaften reichte es damals noch nicht aus, weil das offizielle Verbot der WTG noch nicht bekannt gemacht worden war.

Doch der eigene Vater drohte mir, mich tot zu schlagen, wenn ich weiter zu den Bibelforschern gehen würde. Und da ich obendrein eine böse Stiefmutter hatte, mußte ich aus dem Elternhaus die Flucht ergreifen.

Zum Glück kannte ich eine junge Glaubensschwester, bei deren Eltern ich eine Unterkunft fand. Hier wohne ich auch heute noch, denn wir haben etwas später geheiratet. Doch ehe wir unsere Ehe öffentlich schließen konnten, wurde ich wegen Verbreitung biblischer Schriften und wegen Militärdienstverweigerung verhaftet und eingesperrt. Man brachte mich in das Untersuchungsgefängnis nach Kassel. Kurz entschlossen nahm meine Frau zwei Trauzeugen und den Standesbeamten mit ins Gefängnis, wo wir dann standesamtlich getraut wurden.

Meine Frau kam etwas später ins Gefängnis, zuerst nach Frankfurt, und von dort nach Würzburg, während man mich In ein Gefangenen-Straflager nach Norddeutschland verfrachtete.

Nach etwa 18 Monaten wurde ich entlassen, kam aber kurz darauf in eine Militär-Sonderabteilung nach Grafenwöhr.

Meine Frau mußte eine neunmonatige Strafe verbüßen, war aber nach ihrer Entlassung zu Hause nicht mehr vor dem Naziterror sicher. Darum stellte, ich einen Antrag bei der Militärbehörde, und bat um Versetzung zur regulären Truppe. Der Antrag wurde genehmigt, und ich wurde nach Marburg/Lahn versetzt. Dort meldete ich mich zum Spielmannszug, um nicht an der Waffe dienen zu müssen. Nun hatte ich die Gelegenheit, für meine Frau und Söhnchen in Marburg eine Wohnung zu mieten, weil wir dort unbekannt waren. Dort hat meine Familie den Krieg ohne Naziterror überlebt.

Ich selbst überlebte den Krieg zuerst als Melder, später als Funker und Fernsprecher, und konnte mich kurz vor Ende des Krieges unbemerkt nach Hause schleichen. Das erzählt sich heute alles sehr leicht. Aber damals, wenn Gott nicht mit uns gewesen wäre, so hätten weder ich, noch meine Familie diese Zeit überlebt. In unzähligen ausweglosen Gefahren haben wir immer die schützende Hand des Höchsten verspürt, und wo kein Ausweg war, da fand sich einer für uns.

Mit dem Ende des Krieges kam auch der Neubeginn der Wachtturm-Versammlungen. Ich half beim Aufbau von 3 Versammlungen, damals Gruppen genannt. Doch schon bald erkannten meine Frau und ich, daß wir die Bibel anders verstanden, als die Wachtturm-Oberen. Aber auch diese waren hellhörig genug zu erkennen, daß wir uns allein auf die Bibel beriefen und nicht zuerst auf den WT. Und so versuchte man schon gegen Ende der vierziger Jahre, uns aus der Versammlung, und sogar aus dem angestammten Wohnort meiner Frau zu drücken.

Was wir damals noch nicht merkten war dies, daß es in Wirklichkeit die falschen WT-Lehren waren, welche die Spannungen hervorrufen mußten. So nahmen wir an, die Schwierigkeiten wären nur örtlicher Natur. Und in der Tat wurden wir in einen Erbbetrug verwickelt, ausgelöst von dem Bruder meiner Frau. Dieser zog sich von 1950 bis 1974 hin.

Auch hier versuchten wir, nicht vor Gericht zu gehen, sondern nach der Anweisung der Bibel (1. Kor. 6, 1-7) zu handeln. Die Zweigbüros der WTG waren damals angewiesen, für solche Fälle Rechtskomitees zu entsenden. Diese Komitees vom Zweigbüro Wiesbaden versuchten aber wieder, anstatt das biblische Recht zu suchen, uns aus der Versammlung zu drücken. Aber sie fanden lange keine Handhabe, nur verriet mir der Bezirksdiener Rachuba in seinem Zorn, daß wir beide in Brooklyn auf der schwarzen Liste stünden.

Und so mutet denn auch der Schluß dieser Szenerie wie der Rat Bileams an, dem es auch nicht möglich war, das Volk Israel zu verfluchen. Darum gab er dem König von Moab den Rat, dem Volk Israel einen Fallstrick zu legen.

Das Rechtskomitee von Wiesbaden sprach nach 24 Jahren Verhandlung den Bruder meiner Frau schuldig und uns frei. Danach aber klagte uns das örtliche Komitee erneut an: Wir hätten lieblos gegen den Bruder gehandelt, und schloß uns 1975 aus der WT-Organisation aus.

Nun zeigte auch das Zweigbüro von Wiesbaden sein wahres Gesicht, indem es den Ausschluß bestätigte und nicht mehr bereit war, mit uns zu sprechen.

Kehren wir jetzt noch einmal zum Anfang zurück, weil die WTG behauptet: "Da hast doch keinen Schaden gehabt, sondern doch einen Nutzen!", wie ich es in dem beigefügten Artikel angeführt habe. Hier könnte man schreien vor Zorn, wenn man so etwas liest. Es ist doch nicht genug damit, daß man auf Grund der falschen WT-Endzeitprophezeiungen während der ganzen Nazizeit in steter Gefahr war, sondern auch der materielle Schaden ist ungeheuerlich groß gewesen.

Bis 1950 stellte ich mich weiter der WTG zur Verfügung, ohne mich um einen beruflichen Neuanfang zu kümmern. Es wurde uns ja eingetrichtert, daß das Ende der Welt jetzt ganz nahe vor der Türe stände. Also warum noch Sorgen machen für eine Altersversorgung? Ich übernahm Vertreter-Tätigkeiten ohne Versicherungsschutz, bis mir dann am Ende der fünfziger Jahre doch Zweifel kamen. Aber meinen erlernten Beruf hatte ich längst verloren. Und 1979 war meine Arbeitszeit zu Ende, und jetzt fehlten mir für meine Altersversorgung 26 Arbeitsjahre, und das nur deshalb, weil da das Ende der Welt die ganzen Jahrzehnte immer ganz nahe war. Und jetzt fehlte auch meine 1934 zerrissene Angest.-Vers.-Karte. Hieß es doch jetzt, den Nachweis zu erbringen, daß damals überhaupt ein versicherungspflichtiges Verhältnis bestanden hat.

Gewiß, es waren noch einige alte Bibelforscher da, die alles genau wußten und auch hätten bezeugen können. Aber ich war ja ausgeschlossen, und nach WT-Lehre dem Satan zur Vernichtung übergeben worden. Niemand von Ihnen würde es wagen, dieses Tabu zu brechen. Trotzdem wandte ich mich an den Bruder, der mir im Alter von 18 Jahren die WT-Lehren" beigebracht hatte, und der mir immer gut gesonnen gewesen war. Ich sprach zu ihm:

"Heinrich, ich brauche heute mal Deine Hilfe. Ich muß vor dem Sozialgericht durch zwei Zeugen den Nachweis erbringen, daß ich als Bibelforscher 1934 aus meinem Beruf entlassen worden bin. Du hast damals ja alles miterlebt und kennst den ganzen Werdelauf, und ich bitte Dich, mir das schriftlich zu bestätigen."

Seine Antwort:

"Woher soll ich wissen, warum Du damals aus Deinem Beruf entlassen worden bist?

Vielleicht bist Du kriminell gewesen?"

Bei dieser Antwort meinte ich, daß mich der Schlag getroffen hätte. Das war nun der liebe Bruder, der mich bis zu meiner Amtsentlassung in der Bibel und dem Wachtturm unterwiesen hatte, und wo ich täglich ein und aus gegangen war. Da brauchte ich zu den anderen ehemaligen lieben Brüdern gar nicht hinzugehen, denn die hätten mich noch nicht einmal ins Haus gelassen, geschweige denn mit mir gesprochen.

Aber dieser genannte Bruder Heinrich hatte noch einen leiblichen Bruder, der kein Bibelforscher geworden war. Aber er wohnte jetzt in Bad Herzfeld. Doch als ich ihn anrief sprach er sogleich:

"Gewiß, Hermann, Ich weiß noch alles, als ob es gestern gewesen wäre, und Ich werde Dir heute noch die gewünschte Bescheinigung ausfertigen und durch die Post zusenden."

Der zweite Zeuge, den ich fand, war unser ehemaliger Nazi-Bürgermeister; der sich trotz seiner 90 Jahre noch sehr genau erinnerte, denn er trug damals eine große Schuld an meiner Entlassung.

Jetzt aber, wo es galt, dieses zu bescheinigen, war er auch bereit, seine eigene Schuld einzusehen.

So waren es keine Wachtturmbürger, sondern Menschen aus der alltäglichen Welt, die mich in dieser Lage nicht allein ließen.

Wenn ich dieses als ein Beispiel erzähle, so will ich damit etwas erreichen, nämlich: Ich weiß, daß Tausende von ehemaligen Wachtturm-Pionieren in einer ähnlichen Lage sind, wie ich es war. Manche haben überhaupt keinen Anspruch auf irgendeine Altersversorgung und leben im Alter von der Sozialfürsorge, oder müssen in ein Altersheim gehen, wo sie vom Sozialamt unterhalten werden müssen.

Ich habe mir noch eine kleine Rente erstreiten können, und der Staat hat die mir angetane Verfolgungszeit voll in meine Rente mit einbezogen.

Aber die WTG distanziert sich von allen Schaden, den sie heute noch am laufenden Band produziert. Sie läßt den Staat, den sie für Satans Werk erklärt, für den eigenen angerichteten Schaden zahlen, und kassiert weiter jährlich ungeheure Millionenbeträge steuerfrei unter dem Privileg der "Gemeinnützigkeit".

Wer will diesem satanischen Treiben ein Ende setzen? Ich bedaure sehr, daß meine eigenen, und die Bemühungen vieler anderer geschädigter Brüder, bis heute keinen Erfolg verbuchen konnten im Kampf gegen diese religiöse Schwindelgesellschaft.

Aber lassen wir nicht den Mut sinken, wir haben einen Herrn über uns, der das alles sieht und bestimmt auch registriert. Darum wollen wir auf ihn unsere Hoffnung und unser Vertrauen setzen, bis seine Stunde gekommen sein wird.

- Hermann Balz -

"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera.

Straße der Republik 46; Tel.: 51109; Einzelpreis: 1,00 DM

Konto-Nr.: 4564-30-1952; Volksbank e.G. Gera

DG 1372/90 N2

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