Je mehr einer dieser Sorte das in Vollendung
beherrscht, um so höher seine Karrierechanchen innerhalb dieser
Organisation.
Einem diesbezüglichen "Prachtexemplar" namens Kelsey, begegnete
auch mal Herr Tjaden und berichtete, dies (und noch ein paar Sachen
mehr) in seinem seinerzeitigen Buch "An ihren Früchten ..."
Quasi als zeitnahe Berichterstattung zitiert aus ihm, diese CV-Ausgabe
auch die Kelsey-Episode
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 249 GERA APRIL 1990
DAS KELSEY-INTERVIEW
Keine Suppenschüsseln
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 20-24/1989
WEM KANN MAN VERTRAUEN?
Eine gefährliche Werbemethode
MISSIONSBRIEF
Eine Kreisaufseherfrau schreibt
HASST DU DAS GEWUSST?
Glasnost. Perestroika und die WTG
ZJ-URLAUBSWÜNSCHE
AUS der Welt der Zeugen
NACH DER
WTG-1914-ENDZEIT - 1994 EINE GROSSE WENDE?
WIESO 1994?
Der weltweit erklärte Sinn der Tätigkeit der WTG ist ihre
Endzeitverkündigung. Damit steht und fällt alles. Nachdem die
ursprüngliche Endzeitprophetie von 1799 bis 1914 als falsche
Prophetie zusammengebrochen war, wurde unter dem WTG-Präsidenten
Rutherford eine nächste Endzeit konstruiert. ab 1914. Inzwischen
ist diese Endzeit nun schon über eine biblische Generation von 30
fahren längst auf das Lebensalter des Menschen weitergeschoben
worden. Psalm 90:10 gibt, dieses Lebensalter mit 70-80 Jahren an. Und
diese Zeit geht 1994 zu Ende.
Die für die WTG verhängnisvollen 1990er Jahre haben begonnen. Immer und immer wieder muß man dies den WTG-Neulingen vor Augen führen! Sie kennen nämlich die wirkliche Vergangenheit der WTG in dieser alles entscheidenden Frage nicht! Wer kann schon die alten WTG-Falschprophetien einsehen! Es gab und gibt keine Endzeit im WT-Sinne! Wird die WTG im Jahre 2000 noch da sein? Das mobile und immobile Kapital dafür hat sie allerdings zusammengebracht, wenn man ihren materiellen Reichtum betrachtet. Doch damit kann sie sich auch in Zukunft endzeitlich nicht glaubhaft machen, immer und immer wieder muß die Vergangenheit der WTG vor Augen geführt werden, damit die gegenwärtige endzeitliche Unglaubwürdigkeit. begriffen wird und die Betroffenen ihr Leben jetzt und für die Zukunft vernünftig einrichten. Je näher 1914 kommt, desto dringlicher wird diese Frage. Man kann sicher sein; Alle sind immer nur wegen der WTG-Endzeiten folgsam geworden und geblieben. Wurde ihnen dieser "Schwindel" bewußt, dann gingen sie oder wurden rechtzeitig ausgeschlossen, um enttäuscht zu "vergehen". Die persönlichen Katastrophen waren z. T. schlimm. Nun zieht das mit 1994 wieder herauf!
DIE CHRISTLICHEN
TUGENDEN!
Soll man alle christlichen Tugenden unter der WTG
leugnen? Nein, das kann man nicht und darf man nicht. Doch die
WTG-Organisation hat doch nicht zum Hauptzweck, eine Tugendgemeinschaft
zu sein. Zudem ist es ein großer Trugschluß, die WTG allein
würde die wahren christlichen Tugenden predigen, weswegen man sie
nur unter ihr finde. Nicht nur beweisen die WTG-Rechtskomitees, was
überall unter der WTG wirklich los ist, verbunden und beruhend auf
einem umfassenden Überwachungs-, Spitzel- und
Denunzierungssystems, wie es von hörigen "Aufsehern" gehandhabt
wird. Die völlige Abwesenheit von echtem christlichen
"Samariterdienst" der Diakonie oder Caritas zeigt ein Defizit an
uneigennütziger Nächstenliebe, das die WTG-Organisation weit
unter die kleinste christliche Gemeinschaft oder Kirche stellt!
Wird sich das
ändern, wenn die 1914-Endzeitkonstruktion 1994 endgültig
zusammengebrochen ist! Wird dann uneigennützige christliche
Nächstenliebe der Hauptzweck werden? - Demütig neben den
anderen Christen? - Oder ist die WTG tatsächlich dazu verdammt, so
weiterzumachen, wie sie angetreten ist; eine Endzeitkonstruktion nach
der anderen durch unsere heutige Zeit zu schieben, komme, was da wolle?
Der Sinn dessen wäre dann ein Extrathema. Auch als die
Konstruktion 1799-1914 zusammenbrach, ging es endzeitlich trotzdem
weiter, nun auf 1994 zu. Der Kollaps ist unvermeidlich. Es
müßte wirklich eine gewaltige Wende geben.
Was auch kommt, mit Sicherheit haben sie es in Brooklyn schon in der
Schublade, weil sie weiterexistieren wollen.
WAS TUN, WENN KEINE
WTG-WENDE KOMMT?
Die wenigen Jahre bis 1994 gehen schnell dahin. Aber der fällige
WTG-Endzeitkollaps braucht keinen vor den Abgrund zu stellen. Das
wirkliche Leben geht weiter, mit und ohne WTG. Die persönlichen
und familiären sozialen Lebensbedürfnisse zwingen jeden dazu.
Schließlich kann keiner sein Brot allein backen, und Gott ist
damit auch nicht entthront. Auch sein Wort ist weiter da, und viele
andere, die auch daran glauben und danach leben wollen. Keiner
muß also allein dastehen!
Ohne die WTG-Endzeit als
Christ weitergehen erfordert jedoch ein radikales Einlassen auf das
Wort Gottes, auf das oberste seiner Gebote der Nächstenliebe in
Matth. 22:37-40. Das WIE, das erläutert der Apostel Paulus in 1.
Korinther 13. Praktische Nächstenliebe obenan, über alle
Erkenntnisse hinweg, d. h. unterschiedliche Bekenntnisse zu dem
gleichen Gott und gleichen Christus, also ökumenisch glauben, ohne
Erkenntnisrechthaberei.
Leider aber besteht hier das Problem, denn die WTG hat alle anderen
Christen gnadenlos verteufelt.
"HERR, WOHIN SOLLEN WIR
GEHEN?"
Die WTG mißbraucht diese Frage an Jesus! Sie
läßt diese Frage praktisch an sich und ihre Organisation
stellen, als wäre sie Jesus! Auf daß man denke, man wende
sich von Jesus ab, wenn man sich von ihr abwendet! Soweit man unter der
WTG an Jesus geglaubt hat, ihm nachzufolgen, wendet man sich doch nicht
von Jesus ab, wenn man die WTG-Bevormundung darin abstreift. Wer das
Neue Testament, die Evangelien ohne WTG-Brille liest, merkt, wie man
als "anderes Schaf" in Wirklichkeit zu Jesus als Nachfolger in einer
ganz bestimmten Distanz gehalten wurde! Die Abkehr von der
WTG-Bevormundung ermöglicht die volle Hinwendung in die Nachfolge
Jesu, in die Fußstapfen des Herrn.
Grundsätzlich ist
das Christsein die alleinige Angelegenheit eines Menschen. Wenn du
beten willst, "gehe in deine Kammer", um "im Verborgenen" zu beten,
sagte der Herr (Matth. 6;6). Und wenn dann auch nur "zwei oder drei
versammelt sind" in Jesu Namen, auch da ist der Herr schon mitten
darunter (Matth. 18:19,20). Und 1. Korinther 13 zeigt, wie schon
gesagt, dann die ganze Breite, das ganze Ausmaß der christlichen
Praxis, des tätigen Glaubens, der möglichen
Nächstenliebe. Geht also ruhig unter die anderen Christen, um
weiter beim Herrn zu bleiben. Und wenn es nur ein "Scherflein" ist, was
man an diakonischen oder caritativen Werken der Nächstenliebe
beitragen kann, es genügt, um dereinst von Christus gesagt zu
bekommen;
"Alles, was ihr einem von diesen meinen geringsten
Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan." (Matth. 25:31-46)
-D.P.-
DAS KELSEY-INTERVIEW
KEINE .SUPPENSCHÜSSELN
Richard E. Kelsey .unterhält sich mit Kritikern, erzählt am
Telefon, daß er Bücher und Broschüren liest, in denen
gefeuerte Zeugen Jehovas über ihre Erfahrungen berichten, sogar
den "Gewissenskonflikt" von Raymond Franz, der nach neun Jahren Arbeit
in der Führungsspitze in Ungnade gefallen ist, hat Kelsey nicht
ungelesen in den Papierkorb geworfen. Was denkt er über diese
Dokumentation der Verleumdungskampagnen und Intrigen in der
Weltzentrale? Gilt für ihn die Anweisung aus dem "Wachtturm" vom
1. November 1987 nicht: "Irreführende religiöse Propaganda -
ganz gleich .woher sie stammt - sollte man meiden wie Gift." Richard E.
Kelsey, der die Zeugen Jehovas bei Vortragsreisen auf Linie bringt,
will vor dem Wiesbadener Bahnhof stehen, den "Wachtturm" als
Erkennungszeichen in der Hand.
Diese Nachricht
elektrisiert ehemalige Zeugen Jehovas. sie schicken Fragen, Briefe,
kommen aus Nord und Süd, Kopien, Buchauszüge, Zeitschriften.
"Ich frage mich, welches spiel Herr Kelsey spielt", steht unter einem
der Fragenkataloge. "Fürchtet er nicht, daß sich andere
Mitglieder das gleiche Recht herausnehmen?" Richard E. Kelsey, der zu
einer Gruppe gehört, "die ... durch ein Band brüderlicher
Zuneigung vereint (ist und weiß), daß ihr Predigtwerk
dringend verrichtet werden muß" ("Die Offenbarung - ihr
großartige« Höhepunkt ist nahe!" 1988, S. 64) und in
der Gehorsam erste Mitglieder-Pflicht ist, will alle Fragen
beantworten. Richard E. Kelsey steht nicht mit dem "Wachtturm" vor dem
Wiesbadener Bahnhof, er taucht aus einem Menschenpulk auf und will erst
einmal wissen: "Haben sie das Ziel, religiöse Organisationen zu
zermahlen?"
Richard E. Kelsey, 59 Jahre alt, Mitglied des
Zweigkomitees in Selters, am Telefon humorvoll plaudernd, reagiert nun
auf Fragen wie ein Sprechautomat und streitet plötzlich ab,
daß er kritische Schriften gelesen hat: "Das Buch von Raymond
Franz kenne ich nicht." Dafür kenne er neben dem hinausgeworfenen
Neffen des Präsidenten der Wachtturmgesellschaft alle Mitglieder
der Leitenden Körperschaft'; "ich weiß, wer ehrlich ist."
Den Rest läßt er offen.
"Mit ehemaligen Zeugen
Jehovas sprechen wir nicht", sagt Richard E. Kelsey und wischt Berichte
über Gewissensbisse und Selbstmordgedanken vom Tisch;
"Beschäftigen sie sich auch mit Menschen, die Probleme mit der
evangelischen und der katholischen Kirche haben?",
Die einfachsten Antworten sind die besten. Richard E.
Kelsey: "Wer sein Leben nach der Bibel, wie wir sie verstehen,
ausrichtet, fängt ein neues Leben an. Dem geht es gut." Und geht
von Tür zu Tür, steht mit dem "Wachtturm" und "Erwachet!" auf
der Straße und besucht die Versammlungen. Auch Kinder müssen
mit; "Sie werden im Sinne der Bibel erzogen." Was die Bibel im Sinn
hat, wissen Richard E. Kelsey und die Weltzentrale; "Unvollkommene
Menschen brauchen Zucht. Sie brauchen sie von Kindheit an."
("Wachtturm"; 1. Oktober 1987) Jede andere Erziehungsmethode ist von
Übel; Die "Freizügigkeit der Kinderpsychologen" führt
".zu einer Welle von Jugendkriminalität." (ebenda)
Aber auch Zucht macht
nicht jedes Schäfchen weiß. Richard E. Kelsey: "Wer Ehebruch
begeht, Rauschgift nimmt, zuviel trinkt oder raucht, und das nicht
lassen will, wird ausgeschlossen." Das Ergebnis dieser Härte: "Wir
haben große Erfolge bei der Bekämpfung des Alkoholismus und
der Rauschgiftsucht."
Andernfalls zerreißt das "Band brüderlicher Zuneigung". Und
die Zukunft hätte so rosig sein können! Besonders für
die Frauen, arbeiten sie doch "gern unter einer gewissen
Autorität" ("Das Familienleben glücklich gestalten", 1978, S.
51) und zu Hause, die Jungen aber müssen vor die Tür, um zu
"lernen, was es bedeutet zu arbeiten." (ebenda, Seite 159)
Gesellig Jedoch sollen
auch sie nicht sein; "... einige lassen diesen inspirierten Rat
außer acht und pflegen mit weltlichen Personen auf der
Arbeitsstelle oder in der Schule engen Kontakt."
("Wachtturm, 15. August 1988)
Die Folgen sind absehbar: Zechtouren, Ehebruch mit Arbeitskolleginnen,
schlampige Kleidung, ungekämmte Haare. Da mußte auch in
jenen August-Tagen ein leuchtendes Vorbild her: "In Kalifornien (USA)
erhielt eine Junge Schwester namens Angela ein verlockendes
Stellenangebot, das die Ausbildung an einem College ihrer Wahl
einschloß. Angela entschied sich für den Vollzeitdienst."
Wie Richard E. Kelsey
vor 40 Jahren, der eines allerdings nicht tut: "Wir stellen uns nicht
mit Suppenschüsseln auf die Straße, damit jemand satt wird."
Die Zeugen Jehovas "schicken zwar mal was in Katastrophengebiete",
richtig satt wird man aber nur vom "Wachtturm", und guter Rat ist nicht
teuer: "Vermeide unabhängiges Denken."
("Wachtturm", 15. April 1983)
Unabhängig ist auch
Richard E. Kelsey nicht: "Ich muß zu einer Besprechung nach
Selters. Anordnung von oben. Wir wollen bauen." Ein Händedruck,
weg ist er. Eine Einladung läßt er zurück; "Die Zeugen
Jehovas kann man nur richtig beurteilen, wenn man die Versammlungen
besucht."
Folgt man dieser Einladung, besucht die Versammlungen, wird eines Tages
Zeuge Jehovas, bekommt schließlich Zweifel und geht wieder, dann
lehnt Kelsey Gespräche ab ...
Buch; "An ihren Früchten ...!" von
-Heinz-Peter Tjaden-
DER WACHTTURM
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
Vor mir liegt ein Wachtturm, auf den ich nachdenklich schaue. Eben habe
ich ihn durchgelesen, und wenn ich nicht wüßte, daß
die Wachtturmgesellschaft ihn selbst geschrieben hat, würde ich
diesen Wachtturm zuallererst gerade dieser Gesellschaft und ihren
verantwortlichen Schreibern zu lesen geben. Mir ist nämlich sehr
daran gelegen, daß gerade in der Wachtturmgesellschaft der Zeugen
Jehovas die Zunge stets verantwortungsbewußt und richtig
gebraucht wird, weil ich mich selbst zu ihnen zähle. Aber leider!
Es wird viel anderen
gepredigt, wie sie sein sollen; es wird viel, ja sogar sehr viel
darüber geschrieben in Wachttürmen. Es wird wöchentlich
viel studiert, sehr gründlich, mit abfragen und antworten und
Wiederholungen, daß man meinen müßte. Zeugen Jehovas
können kaum noch etwas falsch machen, aber dem ist nicht so !
Angesichts trauriger Tatsachen fragen sich viele gleich mir, warum ist
das so im Leben des Menschen? Wir wissen, was gut und was böse ist
und erwählen trotzdem oft das Böse zu tun, warum? Zum
Beispiel, warum lügt derjenige, der weiß, daß man
nicht lügen soll? Besonders schwer und durch nichts zu
entschuldigen ist eine Lüge gegen seinen Bruder zu seinem Schaden.
Sowas nennt man auch Verleumdung. Dieser Wachtturm versteht es so
schön zu definieren, schon auf S. 10 Abs. 3, aber was tut er
selbst?
Verleumdungen sind
schwere Sünden, weil man etwas tut. was Gott äußerst
mißfällt. Die Schlange tat es schon im Paradies und erhielt
dafür augenblicklich ihr Urteil und ihre Strafe von Gott: Auf dem
Bauche sollte sie hinfort kriechen! Ist nicht einer, der verleumdet,
nicht auch wie ein auf dem Bauch kriechender, der wie ein
unterwürfiger Hund zu seinem Herrn aufschaut, was er wohl für
einen Lohn für seine Dienste bekommt?
Es ist schier unglaublich, wie der Wachtturm selbst das verleumden
praktiziert und wen wundert es, wenn Zeugen Jehovas, die solche
Wachttürme studieren, das gleiche selbst gerne tun. ich denke
jetzt speziell daran, wie Zeugen Jehovas mit denen umgehen, die die
Wachtturmgesellschaft der Zeugen Jehovas wieder verlassen haben, oder
aus ihr ausgeschlossen wurden, von den einzelnen Gründen
dafür will ich hier nicht reden, aber durchweg werden diejenigen
von der Wachtturmgsellschaft und ihren Zeugen als Übeltäter
bzw. Abtrünnige bezeichnet, vor denen gewarnt wird; ja es wird
sogar gewarnt, sie zu grüßen oder ihren Gruß zu
erwidern!
Ja, sind denn solche
keine Menschen mehr, daß man alles Böse von ihnen behauptet
und ihnen gewisse menschliche Rechte verwehrt? Wenn das keine
Verleumdung ist, was ist dann Verleumdung?
Wenn Halbwahrheiten über jemanden ausgesprochen werden, kann sich
der Zuhörer dann etwa ein reales Bild von demjenigen machen? Wie
schnell verallgemeinert der Wachtturm z. B. die Geistlichkeit der
anderen christlichen Gemeinschaften gemäß hin und wieder
vorkommenden schlechten Taten solcher, was unter Menschen immer wieder
vorkommen wird. Aber damit schafft er doch ein Zerrbild der objektiven
Wirklichkeit, die nicht so ist. Und jetzt schreibt der Wachtturm
selbst, in dem Sinne, daß man keine üble Nachrede
führen soll! Natürlich soll man es nicht, aber warum macht es
der Wachtturm nun selbst?
So behauptet dieser Wachtturm z. B. auf S. 19 in Abs. 15, daß Abtrünnige lügnerisch sind und verleumden. Nun, auf einige mag es wohl zutreffen, aber nicht auf alle. Doch gerade die Sorgen um die Wahrheit hat sehr viele von den zeugen Jehovas veranlaßt, nicht zu schweigen, wenn Unwahrheiten verbreitet werden, auch wenn das schmerzlich sein kann. Es kann vorkommen, daß man gegen seine Brüder auftreten muß, und wer kann schon immer seine Zunge zügeln? Wie Jakobus (3:2) sagt, wäre derjenige ein vollkommener Mann. Das soll aber doch wohl nicht so verstanden werden, wir sollten uns übereinander nicht mal unterhalten? Dieser Wachtturm nennt jedoch sowas auf S. 18 Abs. 11 schwatzen und geht demzufolge sicher in seinen Forderungen zu weit, wenn er meint, "gesalbte Brüder" wären sozusagen tabu d. h, unantastbar und es gehört sich nicht, über sie zu reden. Ich bin hier nicht der gleichen Meinung. Wer stets das Gute tut, braucht nicht zu scheuen, daß böse über ihn geredet wird. Auch Brüder aus der Leitenden Körperschaft brauchten das nicht, wenn sie stets vernünftig gehandelt hätten. (Beachtenswert und interessant ist dazu die Anmerkung auf S. 5 unten.)
Es wird trotzdem immer
wieder vorkommen, daß böse Menschen viel Verleumderisches
über andere, die sie nicht mögen, reden und berichten werden.
Warum? Welche Erfolge wollen sie damit erreichen? Es sind jedesmal
schreckliche Erfolge. Auch Zeugen Jehovas hatten auf Grund von
Verleumdungen schon viel zu leiden, aber warum müssen sie es nun
auch selber tun? Es würde auch anders gehen, wenn man es
bloß wolltet.
-J.M.-
WACHTTURM NUMMER 21/1989
Die GOLDENE REGEL - Was besagt sie? Wieso immer noch
gültig?
Alles was ihr wollt daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr
ihnen tun (Mt. 7:12), wird in dem WT als die Grundregel für das
rechte Handeln bezeichnet. Wahrhaftig, eine goldene Regel und viele
aufrichtige Zeugen Jehovas bemühen sich im ehrlichen Glauben an
Jehova, danach zu leben. An vielen schönen Beispielen konnte ich
das selbst schon erfahren.
Wenn ich aber an meine Wachtturm-Studien denke, kommen mir Zweifel, ob uns die Autoren in Brooklyn wirklich zum Handeln in diesem Sinne anhalten. Wollen sie oder wir etwa ebenso beschimpft und verleumdet werden, wie es in den WT mit den Vertretern der anderen Religionen geschieht? Selbst wenn sie Sünder sind, und wer ist das denn nicht, haben nicht Menschen, sondern nur Jehova das Recht, zu verurteilen, in Berichten über Katastrophen konnten wir lesen, wie selbstlos sich Brüder und Schwestern untereinander halfen. Wo aber blieb die Unterstützung für die anderen Betroffenen? Sie kam. von Vertretern verschiedener Religionen oder von Atheisten. Wollen wir uns von jenen ein Beispiel geben lassen? Warum denken wir in den Gebeten nur an unsere Brüder und Schwestern und nicht an alle Menschen? Von evangelischen und katholischen Christen hörte ich das schon anders.
Im WT 2/87 werden die
sozialen Werke der Kirchen als Werbe- und Ködermittel bewertet.
Meiner Meinung nach wird aber gerade mit diesem sozialen Missionsdienst
der goldenen Regel Leben gegeben.
Was mir, wie schon sooft, auch in diesem Artikel
auffällt.
Muß für den Dienst an Jehova wirklich immer
persönlicher Nutzen in Dingen dieser Welt versprochen werden?
Undenkbar, daß Jesus Christus, unser vortreffliches Vorbild, nur
einmal solche Gedanken hegte.
Ganz richtig wird geschrieben, daß er das aktive Haupt der
neuzeitlichen Christenversammlung ist und seine Anweisungen gültig
sind. Hüten wir uns deshalb verfälschen Propheten und
versuchen wir, diese an ihren Früchten zu erkennen.
Begebt euch nicht in ein
Joch
MIT UNGLÄUBIGEN
Der Behauptung, daß die Ehe einem Joch gleiche, kann ich nicht
zustimmen. "Unter dem Joch
sein", wird für vieles zum Sinnbild, von der Sklaverei,
Unterdrückung und Fremdherrschaft über die mannigfaltigsten
Arten der Belastung bis hin zum sanften Joch, zu dessen Aufnahme uns
Jesus Christus ermahnt (Matth. 11:29,30). An keiner Stelle in der Bibel
konnte ich eine Bestätigung des obengenannten Vergleiches finden.
Wie könnte es auch sein? ist doch die Grundlage einer Ehe nicht
das Bewältigen einer Last, sondern gegenseitige Liebe, Glück
und Respekt.
Aber worum geht es denn
in diesem Artikel? Es soll unbedingt verhindert werden, daß ein
gläubiger Christ einen Ungläubigen heiratet. Natürlich
sind hier gute, reale Gedanken enthalten, denn eine Ehe zwischen einer
Christin und einem Atheisten, Moslem oder Hindu oder umgekehrt, bringt
zwangsläufig kaum zu lösende Schwierigkeiten mit sich, wenn
beide Partner ihrem Glauben treu bleiben wollen. Hier ist jedoch das
Schlimme und Gefährliche, daß von der WTG auch alle
Christen, die Gott in festem Glauben und voller Ehrfurcht anbeten und
dienen, den Ungläubigen zugeordnet werden, wenn sie nicht der
Gesellschaft hörig sind. Es könnte ja passieren, daß
ein Zeuge Jehovas von seinem Ehepartner einen unbeeinflußten
reinen Gottesglauben annimmt und auf die ununterbrochene Bevormundung
plötzlich verzichten kann. Das darf aber um keinen Preis
passieren, die Gesellschaft braucht jeden Zeugen. Deshalb die
beschwörenden Ermahnungen, bei denen auch vor falschen
Bibelauslegungen nicht zurückgeschreckt wird. Denn wenn der
Apostel Paulus von Ungläubigen sprach, meinte er auf keinen Fall
dem Herrn ehrlich ergebene Christen.
Übrigens scheint man in diesem Artikel die vielen
WT-Beiträge vergessen zu haben, in denen erzählt wurde, wie
Zeugen Jehovas ihren ungläubigen Ehepartner durch das eigene
Beispiel zum Glauben brachten. Oder hat man da etwa übertrieben?
WACHTTURM NUMMER 22/1989
WAS BEDEUTEN DIE ZEHN GEBOTE FÜR DICH?
Nun, es ist schon recht, so wie es auf Seite 5 vermerkt ist, daß
die zehn Gebote für Christen in ihrer gesamten Form nicht mehr
bindend sind, dennoch aber sinnvolle Richtlinien enthalten.
Natürlich offenbaren sie den Standpunkt Jehovas zu bestimmten
Dingen, zustimmen kann man auch dem letzten Satz dieses Artikels, der
da lautet: Da sie auf göttlichen Grundsätzen beruhen, die nie
überholt sind, sollten wir sie als kostbare Erinnerungen an unsere
Verpflichtung schätzen, Gott und unseren Nächsten zu lieben."
(Matthaus 22:37-39)
Nun stellt sich, aber
für jeden, der lange genug Zeuge Jehovas ist und für jeden,
der lange genug die WTG kennt, die Frage: warum handelt die WTG nicht
gemäß dem, was sie in diesem Artikel, wie schon
erwähnt, ganz richtig zum Ausdruck gebracht hat?
Sind Beispiele gefällig? Gut, nehmen wir doch das zehnte Gebot: Du
sollst nicht falsch zeugen gegen deinen Mitmenschen.
Ist es kein falsches
Zeugnis, wenn die WTG mit dem Finger auf Andersgläubige zeigt, die
herkömmliche Religionsgemeinschaften als "Hure Babylon"
beschimpft, obwohl gerade die WTG sich in puncto soziales Werk und
tätiger Nächstenliebe ein gehöriges Beispiel nehmen
könnte?
Drittes Gebot ... den Namen Jehovas nicht in unwürdiger Art und
Weise gebrauchen.
Wie viele falsche Prophezeiungen hat die WTG im Laufe der Jahre schon
in ihren Büchern und Wachttürmen herausgebracht, angeblich
vom heiligen Geist bzw. Jehova kommend, die sich als erbärmliche
Hirngespinste anonymer Schreiber aus Brooklyn erwiesen haben? Genauso
verhält es sich mit den immer wieder neu aufgestellten Endzeit-
und Harmagedon-Daten, wovon das bisher letzte Datum 1975 war. Sollte
die WTG da nicht lieber ein bißchen kürzer treten und Jehova
dieses Datum überlassen? Denn wie heißt es doch so
schön in der Bibel; "Vom Tag und der Stunde weiß niemand,
weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater."
(Matthäus 24:36)
TUT ALLES FÜR DIE
GUTE BOTSCHAFT
Neben einigen Beispielen, wie die Apostel im Predigen
der guten Botschaft verfuhren, gibt es ab Abschnitt 10 recht gute und
wirkungsvolle Hinweise, wie ein Zeuge Jehovas heute im Predigen
verfahren sollte. So wird unter anderem gesagt, daß der Zeuge
Jehovas gegenüber dem Wohnungsinhaber freundlich,
rücksichtsvoll und höflich sein sollte und auch die
persönlichen Lebensumstände des Wohnungsinhabers
berücksichtigen sollte. Alles richtige und gute Ratschläge,
die aber allesamt nur dem Ziel dienen denjenigen zur Taufe zu
führen, damit wiederum ein Beitrag zur Erhöhung der
Erfolgszahlen geleistet wurde, aus reiner Menschenliebe passiert das
nicht. Entsprechend weiter umworben und achtungsvoll behandelt wird der
dann Getaufte nur, wenn er entsprechend zahlungskräftig ist, damit
er dann auch in Form von "Zahlen" für die WTG tätig sein
kann. Dies ist eine Tatsache, die man wohl nicht weiter zu kommentieren
braucht, hat doch jeder Zeuge Jehovas, der mit offenen Augen durch die
Welt geht, schon diese Erfahrung machen müssen.
-R.S.W.-
WACHTTURM NUMMER 23/1989
WTG-1914-KARTENHAUS AM ENDE
Der Titel ist nur Blickfang. Denn nach wie vor ist die WTG-Güte
Gottes, daß er alle vernichte, die anders an ihn glauben, als der
WT will, also ev. und kath. Christen, Juden, Moslems usw. Nur die
"genaue Erkenntnis" gemäß WT sei der "Schlüssel zur
Rettung" (S. 11). Und die Millionen bzw. Milliarden, die absehbar nicht
einmal lesen lernen können, geschweige, von der WTG nicht einmal
erreicht werden? Also nach wie vor intolerante
WT-Erkenntnisrechthaberei! Und es seien jetzt die "letzten Tage" (S.
12). Kann man getrost vergessen.
Diese Tage sollten schon
1799 begonnen haben (Die Harfe Gottes). Mit ihrer Vernichtungslehre
stempelt der WT Gott eher zu einem Barbaren und Despoten.
Nach Ps. 90:l0 ist die WTG-1914-Endzeit ab 1994 auch als Trug offenbar.
So schlägt der WT förmlich um sich: "Angriff von allen
Seiten", von einer hassenden "Geistlichkeit der Christenheit, von
Abtrünnigen, die mit der Geistlichkeit der Christenheit
zusammenarbeiten", womit auch CV gemeint ist. Nur, es gibt nach 1. Kor.
13 und dem WTG-Endzeitirrgang über 200 Jahre schon christlich
nichts anderes als einander ertragend mit den anderen Christen,
"Angriff auch von Medizinern" (WTG-Blutkultfrage), und "in bezug auf
unsere Neutralität". Alles "von Satan inszeniert" (S. 13). Es
drohe die "glitschige Rutschbahn des Zweifels und falscher
Informationen in die Abtrünnigkeit", wo man dem Hunde gleiche, der
sein Gespei frißt und der Sau, die sich wieder im Schlamm
wälzt (S. 13). "Negatives" nicht "aufkommen lassen", also
unterdrücken. Der "satanische" politische Höhepunkt: "0 welch
eine Freiheit! Jetzt können sie sogar einen Vertreter der
politischen Parteien des 'wilden Tieres' wählen" (S. 14).
WT-hörig darf das in der Tat keiner. In 40 Ländern ist diese
WTG-Tätigkeit inzwischen verboten. Herrscht in Brooklyn
Altersstarrsinn? WTG-Präsident F. W. Franz ist 96 Jahre alt!
Stellt überall die Frage, was Psalm 90:10 für die
WTG-1914-Endzeit bedeutet!
-D.P.-
WACHTTURM NUMMER 24/1989
FRIEDEN - DURCH ABRÜSTUNG?
FRIEDEN - DIE REALITÄT
Man kann schon nachdenklich werden, wenn man erfährt, daß in
einer Welt, die durch Hunger und katastrophale Umweltschäden
gezeichnet ist, in jeder Minute eine Million britische Pfund für
die Rüstung verschleudert werden.
Im vorliegenden Artikel wird die Frage gestellt: "Wofür
würdest du vorrangig dieses Geld verwenden, wenn es dir zur
Verfügung stünde?" Der Schreiber hatte nicht bedacht,
daß solche Fragen oft auf den Fragesteller zurückkommen,
denn auch die WTG muß sich die Frage gefallen lassen, was sie mit
ihren Millionen tut, um wenigstens den ärgsten Hunger in der Welt
zu stillen. Ihr Argument, gegen den 'geistigen Hunger' in der Welt zu
Felde zu ziehen, überzeugt nicht, macht es doch niemanden satt.
Unser Herr würde ihnen sagen:
"Diese Dinge hätte
man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen
sollen." (Matthäus 23,23b. NW)
Der Absatz schließt mit dem Satz: "Es gibt so vieles, was zu tun
wäre." Dem kann ich voll zustimmen, wenn ich an die vielen kahlen
Berge und Höhen denke, die einst herrliche Wälder zierten.
Warum aber tut SIE nichts?
Es macht sich gut, in einem Beitrag über den Frieden zu
erwähnen, daß in einem, führenden Land des Ostens ein
Programm mit dem ansprechenden Titel 'Panzer zu Traktoren'
angekündigt wurde, schade nur, daß die gute Absicht dieser
Initiative dann auch gleich wieder in Frage gestellt wurde, weiter
heißt es dann noch; "Außerdem wird dadurch die
Waffenproduktion insgesamt gesehen nur unerheblich berührt." Das
mag schon stimmen, daß aber auch andere Länder solche
"unerheblichen" Schritte vollziehen und dadurch "insgesamt gesehen"
doch erhebliche Mittel freigesetzt werden, wird wohl nicht
zufällig übergangen. - und noch etwas; Diese Länder tun
etwas!
Machen wir uns nichts
vor, Frieden mit Gott ist die eine Sache, und jeder Mensch ist gut
beraten, diesen Frieden mit Gott zu suchen und zu bewahren.
(1. Petrus 3,10-12)
Die andere Sache aber ist der Frieden mit unseren Mitmenschen, wo immer
sie auf dieser Erde leben mögen, und dazu ist jeder aufgerufen
(Römer 12,18; Jeremia 29.7), allen voran die Regierenden. Solange
also Gott nicht selbst eingreift und für die entzweite Menschheit
die Weichen endgültig auf Frieden stellt, ist jede Polemik wenig
hilfreich und sollte daher besser unterbleiben. Die WTG täte gut
daran vor ihrer eigenen Tür zu kehren, bzw. den Frieden im eigenen
Haus zu wahren, denn welchen Wert hat ein Friede,- wenn jährlich
mehrere zehntausend dieses Haus wieder freiwillig verlassen oder
einfach vor die Tür gesetzt werden?
FÜR JEHOVA ZEUGNIS
ABLEGEN
UND NICHT ERMATTEN
Dieser Artikel und die beiden folgenden bieten nichts wesentlich Neues,
sie sind vor allem Ansporn für die WT-Zeugen in ihrer
Tätigkeit nicht nachzulassen. Der Absatz 3 (S. 10/11) verdient es
aber, besonders von den Zeugen etwas aufmerksamer gelesen zu werden.
Hier ist es besonders die Antwort Jesu auf die Frage seiner
Jünger, ob er das Königreich für Israel noch in dieser
Zeit wiederherstellen würde. Jesu Antwort lautet:
"Es ist nicht eure
Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen,
die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat; aber ... ihr
werdet Zeugen von mir sein." (Apg. 1,6-8)
Über diesen Bibeltext sind die Zeugen schon wiederholt gestrauchelt, so
auch, als sie Ende der sechziger Jahre aller Welt lautstark und mit
untrüglicher Gewißheit den Beginn des 1000jährigen
Friedensreiches unter Jesus Christus ankündigten. Erst Jahre
später, als sie von der Realität längst eingeholt waren,
entsannen sie sich wieder der Worte unseres Herrn, daß es nicht
Sache der Menschen sei, über Zeiten und Zeitabschnitte zu
bestimmen. Wann aber werden sie zur Kenntnis nehmen, daß Jesus in
seiner Antwort an die Jünger geboten hatte, ihn selbst, den
Christus, aller Welt zu bezeugen? Gerade das sollte man
konsequenterweise tun, wenn man sich auf das Beispiel der Apostel und
der ersten Christen beruft, denn diese wurden zu Recht Christen
genannt, weil sie den Menschen den auferstandenen Christus
verkündigten. (Apg. 11,20.26; 17,3; Rom. 10.9)
Als 'Zeugen Jehovas', so
befremdlich das für die meisten Menschen in jenen Tagen auch
gewesen wäre, hätten sie wohl kaum Verfolgung erleiden
müssen. (Apg. 4,18-20.33; 5,27.28)
Sie wären neben den Pharisäern, Sadduzäer u.a. lediglich
eine Sekte mehr gewesen im Judentum und hätten Jesu Auftrag, von
ihm zu zeugen, verfehlt.
-R.I.H.-
VORSICHT VOR DEM
BUMERANG!
"Von katholischer Seite wurde behauptet, die
Tausendjahrherrschaft Jesu Christi sei im Jahre 1799 zu Ende gegangen,
als französische Truppen Rom einnahmen, den Papst als Herrscher
absetzten und gefangen nach Frankreich brachten, wo er dann starb." Und
weiter spottet der WT:
"Wenn das stimmte, würde die 'kurze Zeit' bereits 190 Jahre
andauern, ohne daß sich ein Ende (des Wirken Satans und seiner
Dämonen; Anm. d. CV-Red.) abzeichnet." Gerade der "Wachtturm" hat
es nötig, sich über die Fehler anderer zu mokieren! Dabei
rechnet er gleichzeitig mit der Unwissenheit seiner Anhänger.
Hatte doch die WTG (welch ein Zufall) gerade diesen Termin benutzt, um
ihre Lehre zu stützen, zwar mit einer anderen Blickrichtung, aber die Ähnlichkeit in
der Argumentation ist nicht zu übersehen.
"Der Feldzug des
großen Feldherrn Napoleon Bonaparte ist kurz, aber anschaulich in
dieser Prophezeiung (Daniel 11) Vers 40-44 beschrieben, und da dieser
Feldzug 1799 zu Ende ging, so bezeichnet er nach den eigenen Worten des
Propheten, den Beginn der Zeit des Endes." (Harfe Gottes) Man braucht
an dieser Stelle sicher nicht extra zu betonen, daß sich auch
diese Auslegung als falsch erwies und von der WTG längst verworfen
wurde. Wie heißt es so schön; "WER SELBER IM GLASHAUS SITZT,
SOLL NICHT MIT STEINEN NACH ANDEREN WERFEN."
-G.R.-
EINE GEFÄHRLICHE
WERBEMETHODE
WEM KANN MAN VERTRAUEN?
"Rechtsanwä1ten, Politikern, Geistlichen? Überall im Leben
stößt man auf Unehrlichkeit. Zweifellos benötigen wir
jemand, auf den wir vertrauen können.
DER WACHTTURM ist eine solch zuverlässige Quelle der Wahrheit.
Wieso? Er stützt sich nur auf die Bibel. Lies ihn
regelmäßig. Sende lediglich 10 DM ein. Du erhältst
monatlich 2 Ausgaben, also insgesamt 24." DAZU UNSEREN STANDPUNKT
Es ist an der Zeit, Jehovas Zeugen daran zu erinnern, daß so eine
Werbung für die Zeitschrift "DER WACHTTURM" ein Spiel mit dem Feuer ist.
Dem Herausgeber des
Wachtturms empfehlen wir, zukünftig gründlicher über das
nachzudenken, was sie veröffentlichen, wären
Rechtsanwälte und Politiker wirklich solche unfähigen
Personen, wie sie die Wachtturmschreiber hinstellen, dann wäre in
der Vergangenheit den Zeugen Jehovas so manches nicht möglich
gewesen.
Und was die Lobhudelei über den Wachtturm anbetrifft, dazu
wäre noch zu sagen; "Zeugen stehen, wider dich auf, aus
Vergangenheit und Gegenwart und stempeln dich zum Lügner."
-W.W.-
MISSIONSBRIEF EINER
KREISAUFSEHERFRAU
Liebe
Frau Sch...!
Sicherlich sind Sie überrascht, von wem Sie heute Post bekommen.
Da man sich aber meistens freut, wenn man Post erhält, will ich
ihnen heute ein paar Zeilen schreiben.
Ob sie mich mit Namen noch kennen, weiß ich nicht? vor ca. 3
Monaten, es war Ende Dezember, hatten wir zusammen mit Frau Ue. ein
Gespräch über biblische Fragen. Ja, jetzt können Sie
sich vielleicht wieder erinnern?
Wie geht es ihnen, liebe Frau Sch. und Ihrer Familie? Ich hoffe,
daß Sie wohlauf sind, was ich auch von uns, meinem Mann und mir
sagen kann.
In der Zwischenzeit haben wir schon wieder viel Versammlungen besucht
...
Überall trafen wir nette Personen, die so wie sie, Ib. Frau Sch.,
gerne mit uns die Bibel betrachten und auch bereit sind, das Gelernte
in ihrem Leben anzuwenden.
Wie geht es ihnen dabei,
liebe Frau Sch.? Mit wem betrachten Sie nun die Bibel. Wie weit sind
sie denn im roten Paradiesbuch? Bestimmt macht es ihnen Freude, so nach
und nach den Vorsatz Jehovas kennenzulernen und dadurch eine Hoffnung
für die Zukunft zu bekommen. Wenn wir so von Haus zu Haus
unterwegs sind, stellen wir immer wieder fest, wie hoffnungslos die
meisten Menschen in die Zukunft blicken.
Da kommen mir oft die Worte Jesu in den Sinn; "... auf der Erde wird es
Angst und Bangen unter den Nationen geben ... sie werden weder aus noch
ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht
und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen."
(Lukas 21:25,26)
Trifft diese
Prophezeiung nicht haargenau ein?
Wenn diese Vorhersagen eintreffen, dann muß sich
auch der Vers 28 erfüllen: "Wenn diese Dinge zu geschehen
anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn
eure Befreiung naht." Wie glücklich können wir doch sein,
daß wir nicht mehr im dunkeln tappen müssen bezüglich
der Zukunft, sondern eine Hoffnung haben. Die Zusammenkünfte im
Königreichssaal sind für uns auch immer wieder so eine
Möglichkeit, wo wir unseren Glauben stärken können.
Deshalb ermuntert uns der Apostel Paulus zum Besuch dieser
.Zusammenkünfte mit folgenden Worten: "Und laßt uns
aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen
Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei
einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, als
ihr den Tag herannahen seht." (Hebräer 10:24.25)
... So hoffe ich,
daß ich sie mit meinen Zeilen nicht gelangweilt habe, sondern Sie
etwas ermuntern konnte, auf dem Weg zum Leben weitere Fortschritte zu
machen. Ich wünsche ihnen und ihrer Familie weiterhin alles Gute
und viel Kraft von Jehova Gott und grüße sie herzlich
Ihre Christa S.
Soweit, auszugsweise,
der Brief der Frau des WTG-Kreisaufsehers S., der als
Missionsbrief-Muster beliebig versandt wird.
DAZU DRINGENDE FRAGEN
Christa S. schreibt ohne Zweifel lieb und nett und sicher in
aufrichtigem Glauben an die Organisation. Doch jeder weiß,
daß man aufrichtig auch auf einem falschen Wege sein und
aufrichtig falschen Propheten folgen kann.
Ist es nicht in gewisser Hinsicht eine Täuschung, wenn von
Bibelbetrachtung gesprochen wird? Müßte es nicht ehrlicher
Bibelbetrachtung im WTG-Sinne heißen? Natürlich, per Hinweis
auf das rote WTG-Paradiesbuch beweist das.
Christa S. verweist auf "den VORSATZ Jehovas" als "Hoffnung für
die Zukunft". Weiß sie nicht, daß es zuvor PLAN und
VORHABEN hieß, nun auf VORSATZ reduziert?
Wie kann sie die meisten
Menschen als hoffnungslos bezeichnen? Die meisten Menschen haben ihre
Hoffnung, natürlich anders als die WTG.
Ist es nicht auch eine Übertölpelung zu sagen,
Paulus habe damals von den WTG-Zusammenkünften heute gesprochen?
Noch dazu, wo die WTG "den Tag" schon ca. 200 Jahre lang "herannahen"
und wieder verschieben läßt?
Jesus wird in dem Brief nur zitiert, für diesen Brief könnte
er somit seit 2000 Jahren tot sein, eine literarische Quelle also.
"Kraft von Jehova" allein wird gewünscht. Jesu Mittlerrolle, wo
bleibt sie? Das "Gelernte im Leben anwenden"? Heißt das hier
nicht am Ende, die Jeweilige WTG-Bibelauslegung anderen predigen, um
nicht nur dafür zu leben, sondern auch zu sterben, jegliches Opfer
zu bringen?
WAS WIR DAMIT SAGEN
WOLLEN
Ob aufrichtig oder nicht. mit und unter der WTG, jedoch "täuschen
sie mit glatten Worten die Herzen der Arglosen". (Römer 16:18)
Der "Missionsbrief" zeigt das mit seiner liebenswürdigen Form,
aber inhaltlichen Oberflächlichkeit auf deutliche Weise. Christa
S. mag sich auf ihren Mann als ihr "Haupt" berufen und dieser auf die
WTG. Die Schrift sagt eindeutig, daß die "Lehrer" das "strengere
Urteil empfangen" werden. (Jakobus 3:1) Darum ist jeder, der die
WTG-Lehren aufnimmt und seinerseits andere lehrt, voll dafür
verantwortlich. Vor dem Gesetz ist man ohnehin als Erwachsener
verantwortlich für alles, was man in Wort und Schrift vertritt und
weitergibt. Die WTG ist weder eure "Mütter" noch vertritt sie
Gott, Christen haben vielmehr selbst mündig zu sein. (Epheser
4:14-16)
HAST DU DAS GEWUSST?
Glasnost, Perestroika und die WTG
... Sie wußte nicht, daß die Angst nicht der Herrscher des
Lebens, sondern das größte Gefängnis ist, in dem du
Gefangener und Aufseher in einer Person bist. Die Angst ist das
größte Konzentrationslager, aus dem dir keine Armee hilft,
wenn du nicht selbst wieder frei werden willst.
Nein, nein, die Angst ist kein Herrscher des Lebens, sondern sein
Feind. Die Angst ist eine Quelle, aus der Schmeichelei und Gehorsam,
Opportunismus und Kriecherei entstehen. Der Kriecher kann aber nicht
treu sein. Man muß gestehen, daß Gehorsam und Schmeichelei
im Gegensatz zur Treue bei uns zu lange als wertvoll galten
(übrigens nicht nur bei uns). Das ist nur natürlich, denn die Treue setzt nicht nur Mut und
selbstlosen Dienst, sondern Nicht-einverstandensein, d. h. ein
Andersdenken voraus. Meiner Ansicht nach verdienen jene, die mit allem
einverstanden und bestrebt sind, von diesem "Einverständnis" zu
profitieren, am wenigsten, mit Orden geehrt zu werden.
Daher muß man, wie
ich glaube, nicht nur die Toten und ihr Werk, sondern auch die Lebenden
zu einem neuen Leben erwecken. Darin besteht kein Paradox, denn die
Lebenden waren im Laufe von mehreren Jahrzehntelang tot, obwohl sie zu
den Lebenden gezählt wurden. Ehrlich gesagt, wundere ich mich
manchmal darüber, wie viele Lebende immer noch tot sind und als
Gefangene der Toten leben, die nur damit beschäftigt waren,
ihresgleichen zur Welt zu bringen. Die toten Lebenden widersprechen
nicht, sie machen sich keine Gedanken und lassen sich leicht regieren.
Gregori Kanowitsch
Hier spricht ein Mensch
aus vollem und bewegten Herzen, von Ängsten und anderen
Erscheinungen aus der Zeit vor der Umgestaltung und des
Durchschaubarmachens seines Systems, seiner staatlichen und
ideologischen Organisation.
Wo nur Gehorchen und nicht Mitdenken angesagt ist, wo
alles nur von "oben" diktiert
wird, machen sich Frust und Ängste breit.
Angst aber ist ein Gefängnis, ein Feind des Lebens. Kriechertum
und Schmeicheleien sind deren Folge. Echte Treue setzt
Auseinandersetzung und Andersdenken voraus.
So werden über
Jahrzehnte lebende Tote hervorgebracht.
Was hat das alles aber mit der Wachtturm-Gesellschaft
der Zeugen Jehovas zu tun, wird nun der wenig informierte Leser fragen
- während ein Zeuge Jehovas - sollte er entgegen den Anweisungen
seiner Organisation bis hierher gelesen haben, sehr wohl Parallelen
erkennt ...
-H.J. Runne-
AKTUELLES IN KURZE
ZJ IN MOCAMBIQUE AUF VERLORENEM POSTEN
Im Bericht des Präsidenten von Mocambique, Chissano
(Frelimo-Kongreß 1989) wurde u. a. gesagt, daß die
Hauptaufgabe im Lande der "Kampf gegen Destabilisierung" sei. "Alle
Klassen und Schichten müßten dabei gleichermaßen
engagiert wirken." und "zwischen der Partei- und Staatsführung und
den Vertretern der religiösen Konfessionen habe sich ein
konstruktiver Dialog in Richtung auf die Stärkung des
patriotischen Bewußtseins entwickelt." Beide Seiten seien
aufeinander zugegangen.
Da die WTG nach wie vor
trotz über 110 Jahre endzeitlicher Falschprophetie in
Mißbrauch des Evangeliums auf politischer Destruktivität,
Verneinung jeglicher demokratischer Mitarbeit und Vernichtung des
Vertrauens der Menschen auf jegliche politische Regierung beharrt,
stehen ihre Zeugen auch in Mocambique auf verlorenem Posten. Die
Erhebung aus der sozialen Not im Lande verlangt die Zurückweisung
der unglaubwürdigen WTG-Prophetie mit ihrer
gesellschaftspolitischen Destruktivität, wie dies auch in diesem
Land mehrheitlich und überwältigend geschieht.
-CVN-
DIE WTG UND DIE POLITIK
IN
Geistliche und kirchliche Mitarbeiter werden in Guatemala nach wie vor
der Subversion beschuldigt, wenn sie sich im Lande für Entrechtete
einsetzen. Zahlreiche Priester und Ordensgeistliche sowie fast 3000
Katecheten fielen diesen Beschuldigungen inzwischen zum Opfer. In
diesem Zusammenhang sieht sich die katholische Kirche einer
"zunehmenden Missionstätigkeit fundamentalistischer Sekten"
gegenüber, denen sie mit einer "Inkulturation" unter den
Betroffenen entgegenzuwirken versucht, "Jene (Sekten) haben sich in
jüngster Zeit in Guatemala fast explosionsartig entwickelt.
Begünstigt wird dieser Prozeß durch Militär und
Landoligarchie, die damit ein Gegengewicht zur mißliebigen
(katholischen) Ortskirche installieren wollen." (NZ 26.7.1989)
Bekanntlich bietet sich die WTG überall auch als ein
antikatholisches Bollwerk, wo sich das machen läßt, den
interessierten Regierungen an, ein Bollwerk, zugleich auch gegen das
Aufbegehren oder Erheben von Entrechteten gerichtet. Objektiv werden
die WT-Zeugen zu den fundamentalistischen Sekten gerechnet.
-CVN-
AUS DER WELT DER ZEUGEN
ZJ-URLAUBSWÜNSCHE
Nun, Einsamkeit muß nicht sein und es ist sicher auch nicht
Jedermanns Sache, allein den Urlaub zu verbringen.
Kompliziert stellt sich die Sache allerdings für Zeugen Jehovas
dar. Es muß ja alles, was Partnerwahl, Ehe und
Urlaubsbekanntschaften anbetrifft, immer gemäß den
Richtlinien der Bibel ausgerichtet sein. So gibt es - wiewohl jedem
Christen bekannt - laut Bibel Dinge, die nur Verheirateten erlaubt sind.
Nimmt man aber die seit einiger zeit in der BRD erscheinende
ZJ-Heiratspost zur Hand, was muß man staunend zur Kenntnis
nehmen? Es werden nicht nur Ehepartner vermittelt, sondern auch
Urlaubsbekanntschaften! Nehmen wir einmal den Auszug aus so einem
Inserat;
SCHÖNE URLAUBSTAGE
IM MAI
WELCHE LIEBENSWERTE GLAUBENSSCHWESTER, JUNG UND
HÜBSCH, MÖCHTE MIT MIR (28 JAHRE, 1,78 m/72 kg,
SCHWARZHAARIG, GUTAUSSEHEND, SPORTLICH, NATURLIEB) EINEN SCHÖNEN
URLAUB ZU ZWEIT IM MAI MACHEN? ...
FREUE MICH AUF DEINE ZUSCHRIFT UNTER NR...
Nun, die Sache ist wohl eindeutig!
Es gibt einige Fragen,
die sich dem Leser zwangsläufig dabei stellen; würde dieser
gutaussehende, schwarzhaarige Zeuge mit der Glaubensschwester nur um
Händchen zu halten in den Urlaub fahren - dazu noch im "Wonnemonat
Mai"?!
Wie würden sie schlafen, in Einzelzimmern, doch
nicht etwa in einem Zweibettzimmer??? Seit wann ist die WTG so
tolerant, daß sie Vorschub zur Hurerei duldet, denn die
ZJ-Heiratspost erscheint ja mit Duldung der WTG. Sonst hätte sie
ja schon längst etwas dagegen unternommen, oder zählen
für die WTG einige biblische Grundsätze nicht mehr und sie
hat es nur vergessen, das öffentlich bekanntzumachen? Wer wie die
WTG behauptet, sich streng nach der Bibel zu richten, für den gibt
es kein sowohl als auch, sondern nur ein Entweder - Oder! Oder
mißt die WTG jetzt auch in diesen Dingen mit zweierlei Maß?
Konsequent wäre, wenn die WTG solche Urlaubsannoncen verbieten
würde, oder ist sie der Ansicht, daß ihr Ansehen ohnehin
schon so ramponiert ist, daß es daran nichts mehr zu reparieren
gäbe?
-R.S.W.-
"Christliche
Verantwortung"; Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera,
Straße der Republik 46; Tel.; 51109;
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Konto-Nr.; 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und
Gewerbe Gera
V 7 1 822/90 N2