Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 247

Eine theologische Differenz meint diese CV-Ausgabe bei der Besprechung der damals aktuellen "Wachtturm"-Ausgabe wahrzunehmen, welche sie dann zu dem Ausruf veranlasst:
"Wollen die neuen Männer in der WTG-Führung, die schon angetreten sind, in dieser Frage wieder zu Russell zurück? Ja, das sollten sie tun."
Ohne mich in die Tiefen jenes Disputes einzulassen, bleibt zumindest bei mir der Eindruck zurück. "Überzeugt" hat mich die CV-Argumentation dazu nicht. Es mag ja gut sein, vermag einer "das Gras wachsen zu hören".
Pech nur, wenn es eben nicht wächst!


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 247 GERA FEBRUAR 1990

WER VON EUCH OHNE SÜNDE IST...
(Johannes 8:7)
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 14 - 16/1989
APOSTEL PAULUS
Ein Vorbild für Jehovas Zeugen?
WAS ZAHLEN ERZÄHLEN...
Wissenswertes aus der Bibel
"ALLE RECHTE VORBEHALTEN"
Was bedeutet das?
AUS DER WELT DER ZEUGEN
Ehefrau reicht Scheidung ein

APPELL EINES VOM CHRISTLICHEN GEIST UND TOLERANZ ERFASSTEN ZEUGEN
LASST UNS FOLGENDES ABLEGEN BZW. RICHTIGSTELLEN:
- Ständiges Androhen von Gewalt (seit 100 Jahren) Harmagedon, die blutige Schlacht Gottes mit Feuer und Schwärt, Vernichtung ohne Mitleid und Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Ständiges Hervorheben von Negativerscheinungen unserer Welt.
- Isolierung (auch der Kinder) von anderen Christen durch das Verwerfen sämtlicher christlichen Tradition und der Feste (Weihnachten, Ostern usw.)
- Das Negativurteil zu Sport- und Kulturveranstaltungen, insbesondere für die Kinder, aufheben.
- Verherrlichung von Organisation und Führung (treuer Sklave) mäßigen, um keinen Götzen aufzubauen. Kanal-Gottes Theorie, Kadavergehorsam, Machtbeschneidung der Ältesten.
- Prahlerei, Überheblichkeit, Richtgeist und Werkgerechtigkeit.
- Unwürdige Darstellung des Kyrios in der Literatur und in Bildern - angegrauter Christus mit Schwert, ihn zum "fleißigen Mitarbeiter des Werks", degradieren, Jehova zum "Beweislieferanten", bzw. "himmlischen Großvater" zu erklären.
- Das Turmsymbol ist wieder durch das stauros, das Kreuz oder Pfahl zu ersetzen, die abgebildete Bibel soll wieder mit Zeilen "reden".
- Aufhebung des Leseverbots anderer Literatur, Auseinandersetzung auch mit Literatur von Dissidenten aus Gewissensgründen, wie dem Neffen des WT-Präsidenten Raymond Franz,
- Der eigenen Literatur ist ehrlichkeitshalber der Nymbus als "von Gott direkt kommend", zu nehmen.
- Unbiblische Tauffragen (die auf die Organisation festlegen) ändern.'
- Offenheit zu Irrtümern und Fehlberechnungen der Endzeitdaten 1884, 1914, 1925, 1975, obrigkeitliche Gewalten usw.
- Toleranz und Milde gegenüber Andersdenkenden, auch in den eigenen Reihen.
- Einstellung der Verunglimpfung von Staat und UNO als Werkzeuge des Teufels bzw. kolossale Weltverschwörung.
- Korrektur der Einstellung: "Somit ist Satans Welt die organisierte menschliche Gesellschaft, die außerhalb der sichtbaren Organisation Gottes existiert." Buch: Für immer im Paradies auf Erden leben, S. 209.
- Irreführungen wie "wir bauen für die ewige Zukunft, nur für Satans Organisation ist Ladenschluß", um im gleichen Atemzug um Geldspenden anzuhalten.
- Aufhebung von Organisationsverboten zur lebensrettenden Bluttransfusion und des Rauchens, um dieses dem eigenen Gewissen zur Entscheidung zu überlassen.
- Langsamer mit Gemeinschaftsausschlüssen zu sein und das überhebliche und teilweise unmenschliche Verhalten solchen gegenüber zu überdenken, insbesondere gegenüber Familienangehörigen.
- ständige Geldbetteleien und Aufrufe zu unterlassen.
- Doppelzüngigkeiten wie das Ermuntern Andersgläubiger zum Lesen von Wachtturm-Schriften, den eigenen Mitverbundenen solches zu verweigern "Alles was ihr auf dem Büchermarkt findet ist vom Tisch der Dämonen".. (Bezirkskongreß 1984)
- Zweiklassensystem des Himmlischen .oder Irdischen "Erbes (bei ewigem Leben in physischer Natur) als unbiblisch erklären.
- Zulassung der Mitverbundenen zum traditionellen Abendmahl für alle Christen (und nicht nur für die ca. 9000 der "Königsklasse", die allein sich bei uns Brüder Christi nennen dürfen).
- Bespitzelungen und Aufforderung zum Denunzieren - sogar von Familienangehörigen - vor den Ältesten verbietet).

WIR FORDERN DES WEITEREM:
- Echte eingetragene Mitgliedschaft mit Regelung aller Rechte und Pflichten,
- Daß Rechte aus dem Grundgesetz« die die WT-Gesellschaft für sich selbst beansprucht ~ z:. B. freie Religionsausübung und Rede- und Gewissensfreiheit - sie auch ihren Mitverbundenen gewährt.
- Schaffung caritativer Einrichtungen als Werke der Liebe, anstelle des Werbedienstes als einziges "liebes Werk".
- Belehrung über Kirchengeschichte und Tradition, um besser die Hintergründe und andere kirchliche Institutionen kennenzulernen.
- Unsanktioniertes Nachkommen staatsbürgerlicher Pflichten wie Wehrersatzdienst und Beteiligung am politischen Leben.
- Offenlegung der Wachtturm-Vermögensverhältnisse und -Strukturen, z. B. demokratische Wahl des Präsidenten, danach Theo-Despotismus.
- Erziehung der Jugend auf das reale Leben hin, und nicht die Verführung zu einem unbezahlten Werkzeug in WT-Druckereien.
- Offenheit zu den Anbiederungsversuchen des WT-Präsidenten Rutherford gegenüber dem Nazi-Regime, zu den WT-Verunglimpfungen zu Juden jener Zeit, die wahren Hintergründe der Zeugen-(Bibelforscher) Verfolgungen und die Schweizer Wachtturm-Führungs-Erklärung zur Loyalität zum Waffendienst
- Haus zu Haus-Dienst muß freiwillig und unkontrolliert durchgeführt werden können.
- Einführen eines echten Bibelstudiums und nicht WT-Literaturstudium.
- Betrachten des anderserkennenden Christen als Mitbruder.
- Die Einheit in und Loyalität zur Wachtturm-Organisation darf nicht über der Einheit in Christus stehen!
Furcht ist nicht in der Liebe. Wo der Geist ist, da ist Freiheit!
Jeder heutige Zeuge Jehovas, der nach den erklärten Grundsätzen der Toleranz und Demokratie heute schon zu leben beginnt, wird eine heilsame Befreiung - nicht nur von Angst - durchmachen und ein verantwortlicher Christ und Bürger werden, im gemeinsamen Haus der weltlichen Belange und im Reiche Gottes, welches bekanntlich "viele Wohnungen," hat.
(Auszug aus 4/88, H. J. Runne, Diekholzen)

WER VON EUCH OHNE SÜNDE IST... (JOH. 8:7)
Im Wachtturm vom 1. April 1989 beginnt eine Artikelserie, in der sich die WTG, gestützt auf das Buch der Offenbarung, mit den weltweiten Religionen auseinandersetzt. Dabei ist "auseinandersetzen" schon ein falsches Wort, denn alles, was nicht Wachtturmgesellschaft ist, wird selbstherrlich und unsachlich verunglimpft, beleidigt, beschimpft. Als Babylon die Grosse, die trunkene, habgierige, kriegstreibende Hure werden sie symbolisiert. Kein guter Faden bleibt an ihnen, trotz unbestreitbarer christlicher Eigenschaften und Werke wie Nächstenliebe und soziales Engagement (auch für Andersgläubige), aufopferungsvoller Missionsdienst (ohne Literatur zu verkaufen) sowie weltweiter Einsatz für Frieden und Sicherheit.

Natürlich ist nicht zu bestreiten, daß die Religionen in der Geschichte wiederholt von weltlichen und kirchlichen Fürsten mißbraucht und die Gläubigen ausgenutzt wurden. Verheerende Religionskriege, Ausplünderung der Armen oder Mißbrauch der Menschen in der Politik sind unbiblisch und können nicht gutgeheißen werden. Aber wo Menschen wirken, werden Fehler gemacht, denn Satan versucht seinen Einfluß überall auszuüben.

Davon werden auch die Zeugen Jehovas nicht verschont, das zeigen die Verfehlungen, die auch unter ihnen auftreten, und was letztlich auch die in diesem WT genannte Zahl von 40 000 Ausschlüssen im letzten Jahr belegt. Nicht auszudenken dabei, es gäbe so viel Zeugen wie Andersgläubige, was da alles auftreten könnte, selbst die Obersten der Organisation haben schwere Schuld auf sich geladen, indem sie durch ständige Lehränderungen, wie z. B. in der Obrigkeitsfrage, dem Problem der Ältesten, dem Sexualleben in der Ehe, aber auch den wiederholt verschobenen Endzeitterminen, viele treue und gläubige Verkündiger in tiefes seelisches Leid stürzten, das sogar bis zum Selbstmord führte.

Und ist die fortwährende Behauptung, nur die eigene Lehre, und nur diese sei die Wahrheit, nicht schon Sünde genug? Zurückhaltung und Bescheidenheit gebietet Jesus seinen Düngern.
Auf Seite 9 des vorliegenden Heftes wird das Buch "Das vollendete Geheimnis" erwähnt, sehen wir uns nur ein paar Beispiele an, was dort alles als Wahrheit dargelegt wird: Russell "beweist" in diesem Werk, das nach eigener Aussage unter des Herrn Führung entstanden war, mit 88 (!) Bibelstellen, daß Christi unsichtbare 2. Wiederkunft auf das Jähr 1874 fiel. In der gleichen Schrift versinnbildlicht der Erzengel Michael aus Offb. 12:7 den Papst, während er nach heutigen Auslegungen Jesus Christus darstellt. Russell und Rutherford (in ".Licht") bezogen Offb. 13:1 auf Johannes, heute wird von der WTG an dieser Stelle Satan genannt. Aus dem Papst wurde also Jesus Christus und aus Johannes Satan gemacht, kann man Wahrheiten noch schlimmer auf den Kopf stellen? Muß man an dieser Stelle daran erinnern, was die Bibel über falsche Propheten sagt?

Unverfroren wird im Offenbarungsbuch von 1988 behauptet, daß die Bibelforscher die Verehrung des Kreuzes schon ablehnten, als der Tag des Herrn herannahte. In Wirklichkeit verkündeten sie selbst bis 1931, daß Christus am Kreuz starb, was neben anderen Schriften aus dieser Zeit auch durch "Das vollendete Geheimnis" zu belegen ist.
Aber man ist vorsichtiger geworden, Im neuesten Offenbarungsbuch schließt die WTG Unfehlbarkeit nicht mehr gänzlich aus und spricht von der ".gegenwärtigen Wahrheit". Damit sind Tür und Tor geöffnet, auch in Zukunft die Bibelauslegungen nach eigenem Bedarf und Gutdünken zu ändern und zu verdrehen und das alles als alleinige Wahrheit zu verkaufen.

Liebe Brüder und Schwestern, werdet ihr da nicht mißtrauisch? Ahnt ihr nicht, was da alles auf euch zukommen kann? Bitte versteht mich richtig! Die WTG lehrt uns auch Gutes und Lobenswertes und in vielen Hinsichten führen zahlreiche Zeugen Jehovas einen wirklich nachahmenswerten Lebenswandel. Trotzdem dürfen wir nicht übersehen, daß die Wachtturmgesellschaft mit ihrem Alleinvertretungsanspruch und mit ihrer gnadenlosen und demagogischen Verurteilung aller anderen Religionen nur von den eigenen Fehlern und Schwächen ablenken will. Bitte denkt daran, wenn ihr die Ausführungen über Babylon die Große und das Buch der Offenbarung lest und auswertet. Nicht umsonst sagt uns der Apostel Johannes:
"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie."

Der Wachtturm
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
WELCHE ARBEIT MACHT GLÜCKLICH?
MACHT ES GLÜCKLICH, HART ZU ARBEITEN
Für besonders hart arbeitende Menschen nimmt in diesem Artikel die WTG die Japaner zum Beispiel und nennt auch die Deutschen, die für hartes und strebsames Arbeiten bekannt sind. Gleichzeitig wird kritisiert, daß zum großen Teil zu hart gearbeitet wird. Es werden Leute angeführt, die hart arbeiten, um zu Wohlstand und Reichtum zu kommen bzw. Solche, die durch harte Arbeit ihre Karriere beschleunigen wollen. Warum sich die WTG mit diesem Thema befaßt, geht aus dem nächsten Artikel hervor,

ARBEIT, die GLÜCKLICH MACHT
Hier werden einzelne Personen genannt, die eine befriedigende Arbeit haben, auch zu Wohlstand und beruflichen Aufstieg gekommen sind, aber nicht wirklich glücklich waren.
Und dann ist die Rede von Antonio aus Genua, der eine Beförderung auf der Arbeitsstelle ablehnte, seine bisherige Arbeit kündigte und eine niedrigere Arbeit annahm, die es ihm ermöglicht, nun das meiste seiner Zeit für die WTG im Predigtdienst einzusetzen.

Dann folgt mit Untertitelung des Bildes auf Seite 7 der Anspruch der WTG, die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben:
"Das Familienleben auf das Studium der Bibel und das Tun des Willens Gottes auszurichten, ist der Schlüssel, um die Früchte harter Arbeit wirklich genießen zu können."
Hier sind doch, denkt man die Sache konsequent zu Ende, nur die Früchte harter Arbeit für die WTG gemeint, genauer gesagt: Irgendeine Halbtags- oder stundenweise Arbeit für ein Butterbrot und dann den überwiegenden Teil der Zeit für die WTG zu schuften, damit sie neue Erfolgszahlen berichten kann. Dann, wenn derjenige sich nach etlichen Jahren verausgabt hat im "Dienst für Jehova", wird er abgeschoben, d. h. dem Staat obliegt dann die Fürsorge bei Alter, Krankheit oder Invalidität.

Von der WTG bekommt derjenige noch nicht einmal ein Dankeschön, sondern wird noch beschimpft, wie etwa er habe "nicht das rechte Maß gefunden", oder er hätte nicht mehr die "richtige Wertschätzung" usw. Das alles kennt man doch schon zur Genüge.
Wenn diese Maßstäbe, in erster Linie für die WTG tätig zu sein und seinen Lebensunterhalt "so nebenbei" mit verdienen, so segensreich sind, warum verließen dann allein in den letzten Jahren Hunderttausende die WTG, die nicht etwa wegen eines Vergehens ausgeschlossen wurden, sondern weil sie es ganz einfach satt hatten, sich ständig nach Kindergartenart bevormunden zu lassen, ständig neue Menschenlehren aus Brooklyn zu verkünden und sich damit vor der übrigen Welt lächerlich machen zu lassen. Sie sind bestimmt nicht gegangen, weil sie unter der WTG so glücklich waren, sondern weil sie wie unmündige Kinder behandelt wurden und jetzt ihr Leben in eigene Hände nehmen wollten und mithelfen wollen, durch harte Arbeit auch für die Mitmenschen Gutes zu schaffen. Die WTG sorgt schon dafür, daß ja nichts in dieser Welt mitverbessert wird durch harte Arbeit, deshalb auch ihre ständigen Ermahnungen, sich nicht unnütz mit "dieser Welt" zu befassen, sondern verstärkt in den Predigtdienst zu gehen. Dann kann die WTG nämlich wieder über neue Erfolgzahlen berichten und mit Fingern auf Mißstände in der übrigen Welt zeigen. Das ist ohnehin eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Eben das haben Hundertausende, die der WTG den Rücken kehrten, erkannt.
Erkennen auch wir es und ziehen die Schlußfolgerung daraus.
-R.S.W.-

WO SUCHST DU RAT?
Wachtturm Nummer 15/1989
WO SUCHST DU RAT?
Der Sinn dieses Artikels ist, alles andere als religiöses "Falschgeld" zu meiden und allein den "Rat" der WTG als "gute Botschaft" laut Bibel anzunehmen. Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, lieber WT! Bücher sind inzwischen vollgeschrieben worden über das religiöse, moralische und politische FALSCHGELD, das die WTG seit ihrem ersten Endzeitfalschlehren von 1799 in der eigenen Tasche hat! Leider sind die WT-Worte:

"Schweigen wir, wenn Dinge zur Sprache gebracht werden, die aufdecken könnten, daß wir im Unrecht sind" (S. 5) wieder nur Splittersuche im Auge der anderen. Über ihr eigenes Unrecht schweigt die WTG nicht nur, sie versucht auch jeden zum Schweigen zu bringen, der es zur Sprache bringt.
Ihre Methoden reichen bekanntlich bis zum Rufmord als "Schweine, die sich im eigenen Dreck wälzen" und "Hunde, die ihr eigenes Gespei fressen."

Alle WTG-Kritiker haben das so oder so erfahren. So werden mit den Worten "Würdest du auf Gott hören?" Nur weiter die Herzen der Arglosen getäuscht, kritiklos auf die WTG zu hören, die gerade in diesem vorliegenden WT wieder eine Vertuschung vornimmt.

WO IST DIE "GROSSE STREITFRAGE" ZWISCHEN JEHOVA UND DEM TEUFEL GEBLIEBEN?
Die 3 Hauptartikel des WT über das Paradies sind nicht zu fassen! Oh ihr arglosen Neulinge unter der WTG! Der vorhergehende "Falschgeld"-Artikel mußte wohl kommen, um von dem Falschspiel ablenkend mit dem Finger auf andere zu zeigen, das die WTG mit diesen 3 Artikeln selbst betreibt!
Einige Ungereimtheiten in diesen Artikeln:
Das weitere Beharren auf 6000 Jahren (S. 10 Abs. 2) ignoriert die gesamte archäologische, geologische und anthropologische Forschung. Hat das WTG-"1975" nicht selbst den 6000-Jahrglauben in Frage gestellt?

Im Zusammenhang mit der Behauptung, Mose habe das 1. Buch Mose geschrieben (S. 12). Die WTG-"Hilfe zum Verständnis der Bibel" (S. 1060) sagt, Mose habe alle 5 Bücher Mose geschrieben. Da hätte er als Toter auch über seinen eigenen Tod und sein eigenes Begräbnis schreiben müssen. Geht das? Lies 5. Mose 34:1-8.
Wäre das Alleinbleiben für Adam entgegen dem WT nicht unerträglich geworden, weil er biologisch normalerweise von Anfang an auch eine sexuelle Bestimmung hatte?
Lies Hohelied 8:6,7. (WT S. 15 Abs. 20)

Man stelle sich die Zeit vor für die Tierstudien Adams (S. 16 Abs. 4). Man denke nur an die Wassertiere vom Einzeller bis zu den Walen. Braucht die WTG da eine möglichst lange Zeit, weil nach den 6000 Jahren (bis 1975) bald wieder 20 Jahre vergangen sind. Lies CV 100 S. 4 und WT 15. 11, 68 S. 691 über die Zwischenzeit bis zu Eva! Und war Eva nicht unschuldig, wenn biblisch feststeht, daß sie betrogen wurde (S. 22 Abs. 5)

Und was den Frieden unter den Tieren betrifft (S. 20 Abs. 18), so wäre nach den Sauriern zuvor zu fragen, nach allen Tieren, die nur von anderen Tieren leben können, und anzumerken, daß die WTG-Präsidenten, Russell und Rutherford, die Evolution der Tiere lehrten (Fotodrama der Schöpfung 5. Tag, WTG 1925). Dies auch 2. Petr. 2:12!

KOMMEN WIR NUN ZU DEM "FALSCHGELD"
IN DIESEN BEITRÄGEN!
Millionenfach wurde in der Nachkriegsgeneration das WTG-Buch "Die Neue Welt" verbreitet. In Auslegung von Hiob wurde die "große Streitfrage" zwischen Jehova und dem Teufel in der Engelwelt des Himmels über die Gottestreue der Menschen im Zusammenhang mit dem Sündenfall in Eden proklamiert. Das große Thema über die eigentliche Ursache des Bösen! Die Logik dieses himmlischen Streites mußte zwangsläufig zu der ungeheuerlichen WT-"Wahrheit" führen, "Gott ließ (Satan) sozusagen wie einen Verbrecher gewähren" (WT 1. 12. 1978 S. 12). Wer einen Verbrecher gewähren läßt, ist der nicht ein Oberverbrecher? Hätte Gott da nicht die unschuldig Gemordeten aller Zeiten auf dem Gewissen? In diesem WT ist nichts mehr über diese "große Streitfrage" zwischen Gott und Satan dem Teufel drin! Das Buch "Die Neue Welt" kann man einstampfen! Es war "Falschgeld" für die ganze Menschheit! Jetzt ist die buchstäbliche Schlange in Eden strafrechtlich verantwortlich! (S. 23 Abs. 6,7) Die Urschlangen-Fußnote dazu und die Werkzeugkennzeichnung sind nur noch Rückzugsgefecht, um von dieser Verbrecher-Theorie loszukommen und den paar Alten der Nachkriegsgeneration in ihren Reihen, die noch leben, nicht zu radikal den Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Die WTG-Verbrechertheorie wird sich nicht halten lassen! Denn danach hat Gott den Teufel vorsätzlich auf die Menschheit losgelassen, auf Milliarden am Sündenfall Unschuldige! Knorr und Franz haben die jetzige WTG-Begründung erst 1942 mit dem Buch "Die Neue Welt" in die Welt gesetzt. C. T. Russell lehrte anders. - Wollen die neuen Männer in der WTG-Führung, die schon angetreten sind, in dieser Frage wieder zu Russell zurück? Ja, das sollten sie tun. -

BALD KEINE VERBRECHEN MEHR!
Wachtturm Nummer 16/1989
BALD KEINE VERBRECHEN MEHR!
Hoffnungmachend ist schon die Titelseite und berechtigt wohl somit hohe Erwartungen zu ,stellen an eine Antwort auf die Frage, welche schon auf Seite 3 als Überschrift erscheint "Warum so viele Verbrechen?" Gewiß ist viel Wahres als Antwort darauf zu lesen, aber es ist nichts Neues. Dennoch find ich es schön, daß auch der Wachtturm diesen Fragen mal nachgeht. Doch ich will hoffen, daß er objektiv dabei bleibt und auch sich selbst real sieht - aber leider!

Schon im Inhalt des nächsten Artikels unter der Überschrift "Bald keine Verbrechen mehr!" beginnen Verzerrungen. Jehovas Zeugen dermaßen hervorzuheben und zu idealisieren, wie es z. B. auf Seite 6 und 7 geschieht, als wären bloß sie und ihre Gesellschaft etwas ganz Besonderes gegenwärtig auf Erden und nur sie wüßten den richtigen Weg zum glücklichen Leben, sollte lieber vermieden werden. Es ist nämlich mittlerweile in aller Welt bekannt geworden, daß auch die Wachtturmgesellschaft erhebliche Mängel aufzuweisen hat, angefangen von Halbwahrheiten, die sie als "Speise" zur angeblich rechten Zeit auf den Tisch stellt, bis zu faustdicken Lügen und Verdrehungen, wenn es darum geht, sich selbst in ein günstiges Licht zu rücken und ihre Gegner zu bekämpfen. Besonders wenn es darum geht, ihre sog. Abtrünnigen schlechtzumachen, sind Zeugen Jehovas nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel. Aus eigener Erfahrung kann ich ein Lied davon singen und viele andere sicher auch. Das könnte man auch als eine Art Verbrechen betrachten, denn ebenfalls mit einer erst harmlos aussehenden Lüge fing die Sünde gegen Gott an, wie die Bibel berichtet, und mit Rauben und Morden ging und geht es weiter bis auf den heutigen Tag, und da hat auch der Wachtturm, nicht mal in den eigenen Reihen der Zeugen Jehovas, nicht viel ändern können.

Weitere Artikel, wie z. B. "Den Weg zurück ins Paradies ermöglichen" und "Das wiederhergestellte Paradies verherrlicht Gott", welche zum obligatorischen Studium mit Frage und Antwort vorgesehen sind, bieten nichts besonderes - zumindestens mir nicht, der ich schon seit vierzig Jahren den Wachtturm aufmerksam studiere. Wie gewöhnlich, unterscheidet sich auch diese Wachtturmauslegung der Bibel zum Thema Paradies auf Erden erheblich von den Auslegungen der übrigen Christenheit, was ich dem Wachtturm allerdings auch nicht vorwerfe. Aber immer noch am Jahre 1914 festzuhalten und daran zu glauben, zu lehren und von Beweisen zu sprechen, die man nie hatte so richtig bringen können, daß es jeden überzeugt hätte, ist eine Zumutung sogar an Leichtgläubigkeit, die trotz aller Aufgeklärtheit noch heute im 20. Jahrhundert, und besonders unter Zeugen Jehovas, noch zu finden ist«

Aber ein Satz auf Seite 14 ist mir doch besonders aufgefallen wegen seiner komischen Formulierung, er lautet: "Man ist vielleicht geneigt, zu erwarten, daß sich die an Zahl relativ wenigen Überlebenden des Krieges von Harmagedon überfordert fühlen werden angesichts der gewaltigen. Aufgabe, das Paradies über die gesamte Erde auszudehnen." Wie sollen Zeugen Jehovas, und auch andere Leser, bloß diesen Satz verstehen? Sollen sie erwarten, daß sie sich, falls sie Harmagedon wirklich überleben, überfordert fühlen werden gestellte Aufgaben zu lösen oder nicht? Ja oder nein? Werden sie dann etwa keinen Glauben an Gott mehr haben, der ihnen helfen könnte? Der nächstfolgende Satz in diesem Absatz gibt zwar die Antwort, aber was soll eigentlich solche Polemik mit sich selbst? Ich dagegen bin, und das nicht vielleicht, sondern absolut sicher, geneigt zu erwarten, daß die Wachtturmschreiber sich überfordert fühlen möchten und sollten, wirklich gute Artikel zu schreiben, denn Beweise für schlechte Belehrungen in ihren Aufsätzen im Wachtturm gibt es genug, angefangen vom Abraten eine Höhere Schule zu besuchen bis hin zum Verbot Literatur zu lesen, die nicht Wachtturmfreundlich ist. Man könnte noch mehr erwähnen, aber ich persönlich fühle mich tatsächlich überfordert dies alles zu tun, was auch sicher keiner von mir verlangt. Es soll auch noch für andere was zu tun übrig bleiben.

Der Bericht in diesem Wachtturm über die Verfolgung von Zeugen in Burundi (Afrika) ist wirklich erschütternd; ich wünsche sehr, daß es da bald damit aufhört, aber an den Präsidenten werde ich dennoch nicht schreiben, wie die Wachtturmgesellschaft es gerne sähe. Wer weiß, ob Zeugen Jehovas in jenem Lande nicht selbst etwas Schuld daran haben, wenn sie verfolgt werden!?

Die "Fragen von Lesern" auf Seite 30 und 31 sind sicher nie gestellte Fragen von Lesern oder ich möchte die erst mal sehen, die solche Fragen stellen können angesichts der klaren Aussagen der Bibel. Es scheint mir hier wie Haarspalterei am Barte des Kaisers, und er hat gar keinen oder will man uns etwas Unterricht im Griechischen geben? Nützlicher wäre uns im einfachen deutsch. Nichtgeistgesalbte Christen sollen doch sowieso mehr Schwierigkeiten haben im richtigen Verständnis der Schrift, wie aus einem Satz auf Seite 31 hervorgeht. Oder, der diesen Wachtturm in seine Hände bekommt, möge ihn selbst finden und lesen. Ich möchte ihn lieber nicht zitieren - aus Taktgefühl.
-J.M.-

APOSTEL PAULUS
Von der WTG mit Recht als Vorbild in Anspruch genommen?
Bei jeder sich bietenden Gelegenheit vergleicht die WTG sich und ihr "Werk" mit dem Wirken des Apostels Paulus. Es kann nicht übersehen werden, daß sie damit beabsichtigt, zwischen Paulus und der Urkirche einerseits, und sich selbst andererseits eine geistliche Verbindung herzustellen, so, als wäre die WTG die Verwalterin des Erbes jener Urkirche und auch deren legitime Nachfolgerin. Ist die WTG zu einem solchen Vergleich berechtigt? Wohl kaum, denn Paulus Treue, Erkenntnis und damit auch sein Eifer, entsprangen nicht der Zugehörigkeit zu einer Sekte, die nach Bedarf ihre Lehren ändert, sondern dem Umstand, daß er von Christus so völlig erfaßt worden war, und daß er sich ihm so ganz und gar geöffnet hatte, daß er sein Wort ohne jeden Vorbehalt verkünden konnte. Das zu tun, bedeutete für den Apostel die Erfüllung seines Lebens. Er verstand sich selbst als das irdene Gefäß für den herrlichen Schatz des Evangeliums. Nicht "Paulus für sich selbst", sondern "Paulus für Christus" war hinfort seine Bestimmung. Er lebte nun wahrhaft, weil Christus in ihm lebte. Die Einvernahme des Paulus durch die WTG ist das eine, das Festhalten an menschlichen Erfindungen ist das andere, und so MÜSSEN sich hier die Geister scheiden. JZ sind nicht willig, dem Völkerapostel SO WEIT zu folgen, daß sie die Lehre eigener Machart zugunsten der Lehre Christi aufgäben.

Spüren es denn die angeblichen Nachahmer Paulus nicht, wie weltenweit sie mit ihren Lehren von dem entfernt sind, was jener glaubte und lehrte?
Nein, sie haben kein Gespür für diesen Widerspruch, sonst würden sie nicht immer aufs neue versuchen, diesen gewaltigen Glaubenszeugen aus innigster Christusnähe vor ihren "Karren zu spannen". Des hl. Paulus Erkenntnis, seine Liebe zu Christus, sein Bekennermutr werden zwar anerkannt und zur Nachahmung empfohlen, aber seine Worte aus 1. Kor. 15:44 ff werden, obwohl sie in ihrer Aussage kategorisch und definitiv sind, nicht ernst genommen, ihr Anwendungsbereich wird stark eingeschränkt und damit ihre Kraft und ihr Wert gemindert.

Weil jene Worte des Korintherbriefes nicht gestrichen werden können, behilft man sich damit, daß man ihre Allgemeingültigkeit in Frage stellt. Der WT lehrt demgemäß, daß sie nur für buchstäbliche 144 000 gelten. Dieser Personenkreis gehört nun aber, so wie er von der WTG "verstanden" wird, fast gänzlich der Vergangenheit an. Das Ersatzheer wird, nach demselben "Verständnis", von den sogenannten "Anderen Schafen" gebildet. Für sie soll aber nicht gelten, wes Paulus geschrieben hat. so wird Gottes Wort bis zur Bedeutungslosigkeit reduziert und verstümmelt. Jene "Anderen Schafe" werden in Wirklichkeit von Christus weggelockt und dann, allein gelassen, dem geistigen Hungertod preisgegeben. Anders gesagt, werden sie zur höheren Ehre einer menschlichen Organisation geopfert.!

Der den Neuinteressierten eingepflanzte kindische Glaube an ein ewiges Leben in einem irdischen Paradies ist für die WTG so dominierend, daß sie bereit ist, an der Bedeutung dessen, was Paulus geschrieben hat, derartige Abstriche zu machen, daß Sinn und Absicht des paulinischen Bekenntnisses völlig entstellt werden. Dem Apostel Paulus werden offenbar nicht genügend Weisheit und christliche Erkenntnis zugestanden, um seinen Gedankengang vorbehaltlos folgen zu können. Die Übereinstimmung von Denken und Handeln, wie sie gerade bei Paulus in einer selten erreichten Übereinstimmung zu finden ist, wird nicht zum Maßstab genommen. Der treue Zeuge schreibt in 2. Kor, 5;1:

"Wir WISSEN, wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschen errichtetes ewiges Haus im Himmel". Hier bekommt das irdische Dasein durch den Vergleich mit dem Zelt grundsätzlich die Bedeutung von etwas vorübergehendem, in unverkennbarer Deutlichkeit schreibt Paulus gemäß Phil. 1:21,23:
"Denn für mich ist Christus das Leben, und sterben ist Gewinn ... ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein; um wieviel besser wäre das."

Der hl. Paulus ging ohne zu zögern und in An-Erkennung der ihm vom Herrn offenbarten Tatsachen auf das Ziel zu: ... vergessend, was dahinten ist! Er erträumte sich keine Utopie von einem ewigen Leben auf Erden, ohne je zu altern. In ihm herrschte nicht die Furcht vor dem irdischen Tod, sondern die Gewißheit, daß das Leben bei Gott durch Christus zu finden ist und daß man Seiner, Gottes, Verheißung völlig vertrauen kann, daß Er der einzige Weg zum Leben ist, der über das irdische Dasein hinaus führt.

Dieser große Apostel hat Gottes Wort nie ignoriert, nie die Augen vor Tatsachen geschlossen, und darum verlor er auch niemals die Orientierung, Er wußte und glaubte, daß in allen Widrigkeiten, in allen Zufälligkeiten unserer Welt, Christus unerschütterlich wie ein Fels in der Brandung steht,
Welchen Sinn doch das Leben auch unter den Bedingungen "dieser Welt" bekommt, wenn es nicht als auf sich selbst beruhend betrachtet wird, sondern als eingefügt in die so sehr viel größere Welt Gottes, die über unsere Erfahrung weit hinausgeht. In der uns faßbaren Welt herrschen Ursache und Wirkung, doch sind wir dadurch nicht getrennt von Gottes Liebe, mit der Er uns doch zu Sich ziehen will. Er gebrauchte Seinen Sohn als den Schlüssel, um uns den Zugang zum Vater zu öffnen, Er gebrauchte Ihn als das Lösegeld, um jedes Hindernis auf dem Wege zu beseitigen, Gott hat, ohne Seine eigenen Gesetze zu verletzen, seine Macht gebraucht, um seiner Liebe als dem höheren Prinzip, zum Sieg zu helfen, EWIG im letzten Sinn ist nur der unerschaffene Gott selbst. Alles Gewordene aber muß vergehen, selbst das Universum, wie wir es kennen, Sterbenmüssen ist für den Menschen eine bittere und unentrinnbare Tatsache, der er sich nicht entziehen kann. Trotz dieses Wissens ist es für den "natürlichen Menschen" normal, mit einer gewissen Bangigkeit dem Altern und auch dem unvermeidlichen Ende entgegenzusehen. Den echten Trost aber, wie ihn uns die Jünger und Apostel des Herrn übermittelten, machen jene gleichen Sektierer, die vorgeben in Paulus ein Vorbild zu sehen, mit ihrer Lehre zunichte.

Sie stärken die menschliche Furcht vor dem Tod und bauen darauf ihre Phantasmen. Sie bekräftigen diejenigen, denen sie predigen, in einer Denkweise, die nicht "von oben", und daher auch zu nichts nütze ist. Sie nehmen den von ihnen ernannten "Anderen Schafen" die Hoffnung weg, die Christus den Menschen gab und die von seinen Düngern getreulich weitergegeben wurde. Die Fälschung führte zwar dazu, daß viele Menschen getäuscht werden konnten, doch änderte sich nichts an der Tatsache des Sterbenmüssens. Das Vorgehen der Organisation ist doppelt betrügerisch, weil sich die Irrlehrer dabei auf die Schrift und damit letzten Endes auf Gott selbst berufen.

Tausende und Abertausende sind im Laufe der Zeit mit der von der WTG vermittelten Scheinhoffnung gestorben. Sie haben genau das erlitten, was sie doch durchaus nicht erleiden wollten. Diejenigen, die noch am Leben sind, klammern sich an den Gedanken - wie der Ertrinkende an den sprichwörtlichen Strohhalm - daß wenigstens SIE SELBST jenes Geschick nicht zu erleiden brauchen. Es stört sie anscheinend nicht, daß ungezählte "Andere Schafe" schon gestorben sind. Wenn Tatsachen für sie eine Bedeutung hätten, müßte das Ableben so vieler "Anderer Schafe" sie lehren, daß die ihnen vom WT gegebene "Hoffnung" keine ist, daß sie durch die Wirklichkeit längst und schlüssig widerlegt wurde. Es gibt keinen Weg zum Leben, der an Jesus Christus, dem menschgewordenen Gott, vorbeiführt. Er hat uns in seiner Güte und Liebe, gepaart mit Anerkennung der Realitäten, den einzigen gangbaren Weg zur Vollendung gewiesen. Er, der selbst die Wahrheit ist, hat uns Menschen gegenüber nichts verschwiegen, was wir wissen müssen, weder die Tatsache selbst noch die Art und Weise, wie Er mit ihnen durch jene größere, höhere Tatsache, durch sich selbst, fertig werden wird. Er allein ist es, der alles zum guten Ende führen wird und führen kann.

Er hat der Hölle den Sieg und dem Tod den Stachel genommen, so daß Paulus triumphierend schreiben kann;
"So ist es auch mit der Auferstehung der Toten; was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, herrlich." 1. Kor. 15:42. (Einheitsübersetzung)
-H.G.-

WAS ZAHLEN ERZÄHLEN...
WISSENSWERTES AUS DER BIBEL
Methusehelach (Metussalem) - dieser Name wird landläufig als Synonym für ein enorm hohes Alter verwendet. Und auch die Redewendung "ein biblisches Alter" kommt nicht von ungefähr. In Gen 5 wird berichtet, daß Adam 930 Jahre alt wurde, Methuschelach gar 969, und ihre Nachkommen sollen ein nicht weniger "gesegnetes Alter" erreicht haben. So manchem werden solche Angaben ein Schmunzeln entlocken - aber auch die Frage, was sich hinter diesen Zahlen verbirgt.

Schriften und Inschriften der Nachbarvölker Israels zeigen, daß die Zahlen im alten Orient nicht nur in ihrem Zählwert, sondern auch in sinnbildlicher Bedeutung verwendet wurden.
Um die Würde ihrer frühesten Könige besonders hervorzuheben, schrieben z. B. die Babylonier diesen eine Regierungszeit von 18 000 bis 72 000 Jahren zu. Sicher müssen, beeinflußt vom babylonischen Kulturkreis, die hohen Altersangaben im Alten Testament in ähnlicher Weise gewertet werden. Sie wollen den überreichen Segen Gottes über die Väter zum Ausdruck bringen. Möglich ist aber auch, daß es gar nicht um eine Umschreibung des Lebensalters einzelner Menschen geht, sondern - zumindest an einigen Stellen - einfach Zeitepochen genannt werden. Das könnte u. a. für das fünfte Kapitel der Genesis zutreffen, welches den Stammbaum von Adam bis Noah nennt und mit zehn Generationsfolgen den Zeitraum zwischen Schöpfung und Sintflut überbrückt. In den Geschlechtsregistern des Altertums ist die Zehnerreihe häufig zu finden. Die Zahl "10" drückt symbolhaft Vollständigkeit aus.

Zahlen werden in der Bibel oft in einem allgemeinen Sinn gebraucht. "Zwei" kann für "ein paar" oder "einige" stehen, "vierzig" gibt die Jahre einer Generation oder einer langen Periode an, deren genaue Dauer nicht bekannt ist (unser Tausendfüßler heißt im Persischen und Türkischen Vierzigfüßler). Sechzig, siebzig, hundert und tausend gelten als ansehnliche Größen. Von daher werden auch viele unglaubhaft wirkende Zahlenangaben im Alten Testament verständlicher, wie die Siege der Israeliten über 120 000 Midianiter, 10 000 Moabiter und 10 000 Kanaaniter. Das hebräische Wort "tausend", kann auch eine militärische Einheit oder Gruppe bedeuten oder einfach "sehr viele". Anders wäre es auch nicht zu verstehen, wie eine einzige einstürzende Stadtmauer 27 000 Mann erschlagen haben kann oder Salomo 1000 Frauen besaß. Zu hoch sind auch die Zahlenangaben für das aus Ägypten auswandernde Volk: 600 000 wehrfähige Männer mit ihren Familien würden 2 bis 3 Millionen Menschen ausmachen, die auf der Sinai-Halbinsel nicht hätten leben können. Vermutlich geht die Zählung auf eine viel spätere Zeit zurück oder ist Ausdruck der Bedeutung der stamme für die spätere Volkwerdung Israels.

Bedacht werden muß immer, daß das Alte Testament den Weg Gottes mit seinem Volk Israel darstellen will. Die Berichte wollen Zeugnis geben von Gottes schützender Hand über seinem Volk und so zum Lobpreis werden, je größer in den Kriegsberichten die besiegte feindliche. Macht ist, um so mehr leuchtet Gottes Hilfe auf
Die geheimnisvoll-religiöse Deutung der Zahl über ihren Rechenwert hinaus resultiert aus dem Nachsinnen über die nach Maß und zahl geordnete Vielgestalt der Dinge und Naturerscheinungen. Der die alten Kulturen und Religionen in Indien, Persien, Griechenland und Alt-Israel beeinflussende babylonische Kulturkreis erklärte die Zahlen aus göttlichem Ursprung. Dieser Einfluß wirkte, fort in der auf dem Alten und Neuen Testament beruhenden christlichen Zahlensymbolik. Für die einzelnen Zahlen sind verschiedene Deutungen bekannt. Einige Beispiele seien genannt:

3 - Diese Zahl hat den Sinn von "das Umfassende", gewonnen, u. a. im Hinblick auf die Dreiheit von Vater, Mutter und Kind in der Urzelle des menschlichen Zusammenlebens. Als "die umfassende" ist sie auch Zahl der Heiligkeit und Vollkommenheit. Im Christentum wird sie zur Zahl des trinitarisehen Gottesbegriffes.
4 - Sie gilt als die Zahl des Kosmos, sie steht für die Wind- und Himmelsrichtungen, die Jahreszeiten und die Weltelemente. Das Alte Testament spricht von vier Paradiesströmen.
7 - sie ist in der babylonischen und israelitischen Tradition Zeichen der Ganzheit, Fülle und Vollkommenheit. Fünf Planeten mit Sonne und Mond ergeben z. B. die Vollkommenheit des Universums. Die christliche Tradition bleibt in dieser Linie mit sieben Sakramenten und sieben Gaben des Heiligen Geistes.
12 - Ihre Bedeutung resultiert aus der Einteilung des Jahres in zwölf Monate und des Tages in zwölf Stunden. sie gilt auch als Zahl der Erwählung und Vollendung. Erinnert sei hier an die zwölf Stämme Israels und die zwölf Propheten.

Voll von Zahlenangaben dieser Art ist das Buch der Offenbarung des Johannes. Der Text spricht vom siebenfach versiegelten Buch des Lammes mit sieben Hörnern, von sieben Augen, von zwölf Toren im neuen Jerusalem und von zwölf Engeln. Das heißt; "Wunderbar ist Gottes Schöpfung geordnet. Noch wunderbarer wird ihre Vollendung sein".
Beate Jonkisch
(aus "Begegnung", Nr. 7/89)

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HAST DU DAS GEWUSST?
"ALLE RECHTE VORBEHALTEN" -
WAS BEDEUTET DAS?
Mit "Wachtturm" Nr. 13/1988 und "Erwachet" Nr. 13/1988 gibt es eine neue Situation, in beider Impressum erscheint seitdem die Eintragung "ALLE RECKTE VORBEHALTEN". im WT dazu noch "F. W. Franz, Präsident".
Allgemein bedeutet dies, daß niemand mehr ein Recht hat, frei aus diesen Zeitschriften zu zitieren, um diese oder jene Beweise anzutreten. Es sei denn, der Herausgeber, die WTG erlaubt es dem Betreffenden. Mißachtet jemand das, so kann er strafrechtlich belangt und vor Gericht gebracht werden.

Für die WTG ist das etwas ungeheuerliches, soll der WT doch eine nicht gewöhnliche Zeitschrift sein, sondern "Kanal Gottes", oder die "Speise zur rechten Zeit", sein!
Ehe wir diese Eintragung "ALLE RECHTE VORBEHALTEN", näher und schriftgemäß überprüfen, wollen wir zunächst nur Fragen stellen. Wir fragen;
Wenn die Bibel nicht unter dem weltlichen "ALLE RECHTE VORBEHALTEN"- steht, um zu verbieten, frei daraus zu zitieren, wie kann das dann die nur fehlerhafte bibelerklärende WTG für sich beanspruchen. Erhebt sie sich hier nicht über die Bibel? Ist das nicht Vermessenheit, unantastbar über Gottes Wort zu stehen?
Soll in Zukunft keiner mehr den WT mit dessen eigenen falschen Aussagen konfrontieren dürfen, ohne durch das Landesgesetz bedroht werden zu können?

Will sich die WTG angesichts ihrer l00jährigen Endzeitfalschprophetie per weltliche Gesetze unangreifbar machen?
Steht da nunmehr nicht die WTG-Rechthaberei gar unter weltlichen Gesetzesschutz? Soll die Strafjustiz eines Landes fortan die WTG-Verkündigung schützen?
Ist diese Gesetzesdrohung nicht die Einführung einer Inquisition gegen alle WTG-Kritiker?
Verbreitet die WTG hiermit nicht Furcht und Schrecken vor weltlicher Bestrafung, wenn jemand ihre Falschheiten beweisen will?
Ist da nicht jede Beweisführung gegen die WTG von ihr selbst, abhängig und daher für einen anderen unmöglich?
Ist das nicht ein Mittel zur Unterdrückung jeglicher Kritik?
Vielleicht aber steht die WTG selbst jetzt unter einem Druck ganz anderer Art?
Dennoch muß man fragen, warum die Wachtturmgesellschaft jetzt alle, die sie kritisch überprüfen wollen, mit dem weltlichen "ALLE RECHTE VORBEHALTEN" bedroht. Von der WTG gibt es bis jetzt keine Erklärung für diese Bedrohung.
-D.P.-

AKTUELLES IN KURZE
WIE BARMHERZIG IST DIE WTG?
"In der Neuzeit haben Jehovas Zeugen oft Leidenden oder in Not geratenen großzügig Hilfe geleistet" Als beispielsweise in jüngster Zeit in Mocambique, das von einem Bürgerkrieg verwüstet wurde, eine furchtbare Knappheit an Nahrungsmitteln, Kleidung, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Dingen entstand, kamen Jehovas Zeugen aus dem benachbarten Südafrika ihren notleidenden Brüdern zu Hilfe.
Beträchtliche Mengen an Nahrungsmitteln, Kleidung und anderen Sachen wurden gesammelt und mit großen Lastwagen in die Hauptstadt Maputo gebracht."
(WT 5/89, S. 7)

Schon mit dem Begriff "Bürgerkrieg" trifft die WTG eine unzulässige - tendenziös politische - Aussage.
Ebenso falsch die Behauptung, Jehovas Zeugen haben in der Neuzeit "oft Leidenden oder in Not geratenen großzügig Hilfe geleistet." zumindest für die "Weltmenschen" hatte die WTG noch nie einen Penny übrig. Wozu auch? Sie sollen ja nach eigener Lehrmeinung sowieso über kurz oder lang in Harmagedon vernichtet werden. Und selbst die in Not geratenen eigenen Anhänger erhalten nicht automatisch die angesprochene Hilfeleistung. Da gilt es erst zu prüfen, ob nicht vielleicht Verwandte (die nun durchaus auch aus der "Welt", stammen können) oder der ansonsten so verteufelte "Vater Staat" helfen können. Sollten diese Recherchen negativ ausfallen, sehen sich erfahrungsgemäß die leitenden Brüder vorher die Dienstberichte der Betroffenen an, um überzeugt zu sein, daß sich die Investition auch lohnt. Ein untätiges "Schaf" geht selbstverständlich leer aus.
Zu verschenken hat die WTG nichts.

AUS DER WELT DER ZEUGEN
DIE SCHEIDUNG HAT DIE EHEFRAU EINGEREICHT
Sie begründete den Antrag wie folgt:
Mein Mann ließ mich in vielen Dingen alleine. Er war der Meinung, eine Frau dürfe nicht arbeiten. Um den Haushalt kümmerte er sich nicht. Wegen Nichtigkeiten schlug mein Mann mich sowie unsere Tochter. Wir waren auch zusammen in derselben Studiengruppe. Mein Mann war der Leiter, so sagte er auch zur Gruppe, eine Ehefrau dürfe nicht arbeiten und meinte mich damit. Ich wurde in der Studiengruppe überhaupt nicht von meinem Mann beachtet. Gab ich Antworten, so waren sie falsch, oder wurden nicht beachtet. Des öfteren wurde ich ausgeschlossen vom Studium.

Nach jahrelangem Kampf konnte ich wieder in meinem Beruf arbeiten.
Nun kann man aber in jedem Wachtturm lesen, was für ein auserwähltes Volk doch die Zeugen sind. Dort herrscht Friede, Freude, Einigkeit. Aber wie ist es wirklich? Man muß sagen, sie unterscheiden sich überhaupt nicht von anderen Menschen. Warum aber nun der Glorienschein, wir sind Zeugen Jehovas, wir haben die Laster der Welt abgelegt. Alle, die ihr die CV lest, seid ihr besser als andere?

Es gab nun hin und wieder Brigadefeste, welche ich mitmachte. Mein Mann sagte, als Zeugin gehöre es sich nicht, dort mitzumachen. Mein Mann sagte auch offen zu anderen Zeugen, er habe keine Zuneigung mehr für seine Frau. Auch die Probleme, welche mit der Ehe zusammenhängen, interessieren ihn nicht. Er spielte sich als völliger Diktator bei uns auf. Auch finanziell beteiligte er sich nicht mehr an dem Haushalt, sein Geld gab er für persönliche Dinge aus, zum Beispiel fürs Auto, für Alkohol und Schallplatten. Geld, um gemeinsam etwas zu unternehmen, war nie vorhanden, so mußte ich alles bestreiten.

Er kümmerte sich auch nicht um die Erziehung unserer Tochter. Obwohl dies doch als Vater sein Hauptanliegen sein müßte. Unsere Tochter sollte keine Freundin und keine Bindung zu anderen Kindern haben. Ja, auch darum gab es Schläge. Bei allem, was der Mann vorhatte, spannte er immer einen ZJ-Auftrag ein. Ja, er blieb auch manchmal tagelang weg, ohne daß wir wußten, wo er steckt. Über diese Eheangelegenheit wußte auch der Versammlungsaufseher und der Kreisdiener Bescheid. Beide aber gaben ihrem Bruder recht und duldeten die Mißhandlung. Sie erklärten, der Bruder sei ein eifriger Zeuge Jehovas.
So wurde die Frau ausgeschlossen und er darf ruhig weiter Alkohol trinken, Auto fahren und Frauen und Kinder schlagen.
-EBT

"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera,
Straße der Republik 46; Tel.: 51109; Jahresabonnement: 2.— M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe Gera

A 150/90 V 7 1 248 N2

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