Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 244

Über ein Konfessionskundliches Begegnungsseminar, diesmal mit Beteiligung von WTG-Funktionären, der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, berichtet auch diese CV-Ausgabe. (Als Zitierung aus dem "Materialdienst" der EZW). In ihm auch die Sätze: "Selbst den aufmerksam zuhörenden Studenten wurde zum Teil erst nachträglich in der kritischen Reflexion ganz deutlich, welch harte Glaubensposition hier mit freundlicher Miene vorgetragen wurde; und sie fragten sich: Wie sollen jene meist einfacheren Menschen dies erkennen, die von den eifrigen Zeugen in ihren Wohnungen besucht und belehrt werden? ... Was auf die Heidelberger Studenten besonders stark wirkte, war das völlig geschlossene Glaubenssystem, aus dem heraus argumentiert wurde. Das hatte die Folge, daß die Antworten meist an den Fragen vorbeigingen                                                                                                                                   

30 JAHRE
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 244 GERA NOVEMBER 1989

DAS WAR VOR 20 JAHREN
Gehört das auch zum Evangelium?
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 7 und 8/1989
CHRISTEN UND DER NEUE BUND (II)
... Was zählt vor Gott?
EINE BEGEGNUNG
Im Theologischen Seminar
HAST DU DAS GEWUSST?
Es gibt eine "ZJ Heiratspost"
AUS DER WELT DER ZEUGEN
"Jubel unter Gottes Volk"

"SELBSTERNENNUNGEN"
Ein Brief an die Wachtturmgesellschaft
Liebe Brüder!
Des öfteren bezeichnet ihr Euch in Euren Schriften als "der treue und kluge Knecht" nach Matth. 24:44 und Luk. 12:42. Ihr bezeichnet Euch durch Euch selbst als den "treuen und klugen Knecht", erbringt aber keinerlei biblischen Beweis dafür, daß Ihr es tatsächlich seid.

Aus diesem Grunde möchten wir mit diesem Schreiben Euch und den Geschwistern unsere Auffassung auf Grund ernsten Bibelstudiums unterbreiten. Absichtlich haben wir im beigefügten Schreiben Eure Behauptungen in den verschiedenen Schriften, bezüglich der Behauptung die WTG sei der "treue und kluge Knecht", nicht angeführt, da die biblische Begründung fehlt und Menschenmeinungen allein immer Irrtum sind. Wenn Ihr aber wünscht, daß wir Eure darin veröffentlichten Meinungen unterbreiten, so holen wir es gern nach. Ihr selbst kennt ja die Veröffentlichungen in all den Jahren in Euren Schriften, wo behauptet wird, daß Euch der Herr Christus Jesus schon jetzt über "seine ganze Habe" gesetzt hat. Ja, Ihr behauptet sogar, daß sonst "niemand in der ganzen Welt für diese "Habe" eingesetzt worden ist. Wo bleibt aber der biblische Beweis dafür? Weshalb solch irreführende Lehren verbreiten, die sehr hinken bei näherer Betrachtung. Ihr behauptet weiter in Euren Veröffentlichungen, daß nur der Überrest den Geist Gottes besitzt und sie, diese Gesalbten haben die Führung in der WTG. Hier entsteht die Frage: Wer hat sie an die Leitung gesetzt? Sind diese nicht durch das Direktorium der 3 Körperschaften gewählt worden?

Ihr behauptet weiter, diese halten sich fern von der Welt, doch liebe Brüder im Glauben, lehren und zeigen die Tatsachen nicht das Gegenteil? Weshalb die Behauptung, daß der, welcher nicht in der Organisation der Zeugen Jehovas ist, den Geist Gottes nicht empfangen kann? Einmal behauptet Ihr, nur die Gesalbten haben diesen Geist, aber es kann auch der den Geist erhalten, der zur WTG übertritt. Ihr widersprecht Euch doch selbst!
Eine weitere Frage: Wie kann jemand sagen er habe den Geist Gottes? Denken wir an die 1. Christen. Die Apg. übermittelt uns viele damals geschehene Zeichen und Wunder. Dies war nur möglich durch den Geist Gottes. Gleichzeitig war es der Beweis dafür, daß sie von Jehova Gott dazu berufen und auserwählt waren, sie wirkten in der Autorität Gottes, das Evangelium der Wahrheit zu verkünden.

Liebe Brüder im Glauben, die Frage kann wohl mit Recht gestellt werden: Wer von den leitenden, gesalbten Führern kann von sich behaupten, er besitze den Geist Gottes? Wenn wir in der Schrift betrachten, mit welch ungewöhnlicher Kraft die Apostel das Zeugnis über Jesu Christi ablegten, wobei große Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschahen, so sollten wir uns doch ernstlich fragen, welche Kräfte die Gesalbten oder andere heute von Gott besitzen, um daraus beauftragt zu sein, das Evangelium der Wahrheit in der Autorität Gottes zu verkündigen. Niemals reichen diese Taten an die Gott verherrlichenden Werke des ersten Jahrhunderts heran.

Diese Feststellung sollte doch eigentlich jeden bewegen, in freimütigem Bekennen unserer Unfähigkeit zu bezeugen, daß niemand heute die Gaben des Geistes von damals besitzt. Aber es ist unmöglich ohne diesen Geist in die Geheimnisse des Wortes Gottes völlig einzudringen. Wenn die Leitung der WTG wirklich diesen Geist besitzen sollte, weshalb die vielen Fehlprophezeiungen?
Der Geist Gottes irrt sich nie. (Rö. 3:4)

Die ersten Christen erkannten durch den Geist Gottes viel mehr als wir heute durch Aufzeichnungen der Schrift erkennen dürfen, durch die Gnade Gottes. Sie sehen und hörten Dinge, die heute unserem Sinn verschlossen bleiben. (1. Kor. 12: 2-4; Apg: 7:55,56; Offb. 10:4)
Besitzt doch vielleicht jemand von Euch solche außergewöhnlichen Fähigkeiten des Geistes Gottes? Vielleicht die Schreiber Eurer Literatur? Welche Beweise dafür kann ein Gesalbter oder sonst jemand von Euch anführen, mit dem Geiste Gottes gesalbt zu sein? Nur auf Grund der Hoffnung der Heiligen Schrift? Oder besitzt er eine persönliche Zusage von Gott durch die Eingabe des Geistes? Kennt er die treibende Kraft des Geistes, hat er unter Inspiration gestanden? Das heißt, hat er Gedanken aufgezeichnet, die nicht seinem Wissen entsprungen sind? Weiß er selbst völlig, was sich unter der Bezeichnung HEILIGER GEIST verbirgt? Welche Antwort kann er geben?

Wenn Ihr zu Eurer Entschuldigung anführt, daß der Geist heute anders wirkt als damals, so steht aber geschrieben, daß es bei Gott keine Veränderung gibt. Jak. 1:17.
Eurer weiteren Entschuldigung: "Es ist nur vernünftig anzunehmen, daß er auch heute auf Christen einwirkt", fehlt jeder biblische Beweis. Entgegen steht dem: Kol. 2:4; 1. Kor. 2:4; 1. Petr. 2:2.
Bedenkt: Wer und was durch den Geist gelehrt ist, wird niemals durch eigene menschliche Anstrengung hervorgebracht, sondern der Geist lehrt mit einer solch gewaltigen unwiderstehlichen Kraft und Überzeugung, daß daraus die göttliche Beauftragung erkannt wird. (Matth. 7:29; Luk. 4:32; Joh. 7:46; Apg. 4:13, 33; 6:10)

Eure Behauptung, auf die Durchführung des Werkes der weltweiten Organisation der neuzeitlichen Zeugen Jehovas wirkt der Geist heute ähnlich, ist biblisch untragbar, entweder wirkt der Geist, wenn er da ist, oder er wirkt nicht, dann ist er nicht vorhanden. Weshalb widersprecht Ihr Euch immer selber? Nur wer die Zugehörigkeit zu der Organisation der Zeugen Jehovas besitzt, kann den Geist Gottes erhalten schreibt Ihr, jedoch jetzt mit der Einschränkung ÄHNLICH! Was heißt ähnlich? Gott ist ewig, bei ihm gibts keine Veränderung. (Ps. 119:152; 45.7; Jak. 1:17)

Möchte dieses Schreiben Euch zur Anregung dienen. Es soll anregen, sich besser und gründlicher mit dem Worte Gottes zu befassen, um der Wahrheit die Ehre zu geben.
Möge der Gott des Friedens mit Euch sein und Euch gute Einsicht und Weisheit und Verstehen in allen Dingen schenken.
Es grüßt Euch, die Jehova und den Brüdern in Liebe dienen möchten
Bruder Willy Müller

DAS WAR VOR 20 JAHREN
Gehört das auch zum Evangelium?

ZITAT NR. 1
"Wenn du ein junger Mensch bist, so mußt du dir auch über die Tatsache im klaren sein, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst. Wieso nicht? - Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen, daß dieses verderbte System in einigen, wenigen Jahren enden soll."

ZITAT NR. 2
"Als junger Mensch wirst du daher nie das Ende einer Laufbahn erreichen, die dir dieses System bietet; Wenn du zum Beispiel zur Mittelschule gehst und eine Hochschulbildung in Erwägung ziehst, so bedeutet das Wenigstens vier, vielleicht auch fünf, sechs oder acht weitere Jahre bis zum Abschluß in einem besonderen Fach.
Aber wo wird sich dieses System der Dinge dann befinden? Es wird auf seinem Weg zu seinem Ende weit vorangeschritten sein, wenn es nicht sogar schon verschwunden sein wird."

Liebe Brüder und Schwestern!
Diese beiden Zitate stammen nicht von eifrigen Zeugen Jehovas, die solche Zitate bedenkenlos weitererzählen, wenn es so wörtlich in ihren Lehrzeitschriften steht: Diese Zitate stammen direkt aus der Weltzentrale der Zeugen Jehovas, von der leitenden Körperschaft aus Brooklyn, USA.
Nachzulesen "Erwachet" 22. 8. 69, S. 15/16.

20 JAHRE DANACH!
Wir schreiben das Jahr 1989. Seit 1969 sind 20 Jahre vergangen, was ist inzwischen geschehen? Nichts hat sich so erfüllt wie es Jehovas Zeugen glaubten und der Welt weismachen wollten. Hätten all die jungen Menschen, die damals ein Hochschulstudium aufgenommen hatten, auf Jehovas Zeugen gehört, dann wäre eine katastrophale Lage entstanden. Alle jungen Studenten hätten nämlich das Hochschulstudium aufgegeben, und der Nachwuchs wäre in Frage gestellt worden.
Glücklicherweise, kann man nur sagen, behielten die jungen Studenten den Kopf oben und studierten weiter. Heute, 20 Jahre danach, sind diese jungen Studenten bereits hochqualifizierte Doktoren, Ingenieure, Meister bzw. Spezialisten für irgendeine Fachrichtung. Heute widmen sie sich den kompliziertesten Aufgaben, wovon man 1969 erst die Anfänge erkannte.

Heute macht sich die leitende Körperschaft die Forschungsergebnisse und Forschungsprodukte zu eigen und nimmt sogar diese Studenten aus der Vergangenheit als Berater in Anspruch, weil sie ohne diese hochqualifizierten Hochschulabsolventen überhaupt nicht einmal die elektronisch gesteuerten Druckmaschinen in Betrieb setzen könnte.
So sieht die Wirklichkeit aus. Jehovas Zeugen sollten bei ihrer Missionsarbeit stets daran denken, daß alles, was sie bedenkenlos an den Türen erzählen, für sie auch zum Verhängnis werden kann.
-GBJP-

Liebe Brüder und Schwestern!
Unseren ganz herzlichen Dank allen, die durch ihre Spenden uns geholfen haben, unser Werk zu verrichten
Im Auftrag aller CV-Mitstreiter
Henry Werner

Der Wachtturm EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
EIN GEHEIMNIS
wer ist
Babylon die Grosse?
Wachtturm Nr. 7/1989
Die WTG hat keine Hemmungen, gleich im ersten Artikel in der ersten Zeile den ins Visier genommenen Gegner gnaden- und rücksichtslos in den moralischen Schmutz zu treten, so liest man u.a. folgendes:
"berüchtigte Prostituierte, nackt gemacht, ihr Fleisch verschlingt, Mutter der Huren, Leiterin des Bordells, verführerische Hure, bereitwillig ins Bett der Hure gestiegen ..." (S. 3 und 4) Jeder aufrichtige Katholik kann sich hier berechtigterweise empören. Man hat den Eindruck, daß diese WT-Schreiber sich nicht genug tun können, sich in solchen schlüpfrigen Anprangerungen zu ergehen. Man stelle sich die fragenden Kinder bei einem solchen WT-Familienstudium vor!

DIE BISHERIGE FRAGLICHE WT-AUSLEGUNG
In den 110 Jahren seiner Weltpolitischen Auslegung der Offenbarung hat der WT inzwischen schon die vierte Falschprophetie in die Welt setzen müssen:
"Das vollendete Geheimnis" 1917, "Licht" I, II 1930, "Babylon die Große ist gefallen", "Dann ist das Geheimnis Gottes vollendet" 1963 und 1969 und "Die Offenbarung, ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!" 1988. War die besondere Huren-Thematik ursprünglich "überwaltet durch den Herrn" (Vorwort 1917, dt. 1925 S. 9) allein auf das Papsttum gemünzt, so ist nunmehr außerhalb des WTG-Bereiches alles einbezogen.

RÖM.-KATH. KIRCHE WIRKLICH GEMEINT? Was konkret die HURE betrifft, so muß die WTG 1917 zugeben, daß die sieben Berge, auf denen das Weib sitzt, die "Siebenhügelstadt" Rom ist. Woraus zu sehen ist, daß mit dem Weib die damaligen römischen kaiserlichen Herrscher "über die Könige auf Erden", über das römische Weltreich, gemeint sind.
Aus den sieben Bergen gleich sieben Königen oder Herrschern modelt die WTG 1917 jedoch zunächst "sieben Regierungsformen des Heiligen Römischen Reiches" von 753 v. Chr. bis ca. 1918 n. Chr. (a.a.O. S.359f). Mit "Licht" II von 1930 wird auch das wieder verworfen und umgemodelt in die sieben Weltreiche Rom, Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Großbritannien (S. 103). Letzteres wird 1963 weiterumgemodelt in Anglo-Amerika (S. 592). Auf Grund der Wortgleichheiten wird bei all diesem aus römische Regierung (Rom) einfach römische (katholische) Kirche (Rom) gemacht.

WAS WILL DIE WTG WIRKLICH?

Auffällig kommen die sozialistischen Länder heute in diesen WT-Deutungen ziemlich "gut" weg.
Als die "drei hauptsächlichsten Elemente Satans" benennt der WT nur das Dollargroßkapital, die Hitlerpolitik und das vatikanische Papsttum. Die "katholische Geheimorganisation Opus Dei, die gegenwärtig die Gunst des Papstes genießt", wird als "völlig dem Antikommunismus und der rechtsgerichteten Politik verschrieben" dargestellt (S.6). Kennt die WTG sich so gut in Geheimdiensten aus?

Will die WTG sagen, sie stehe bezüglich Religion doch auch auf seiten der sozialistischen Länder in deren angeblichem Kampf gegen Religion? Und, die WTG kämpfe doch auch gegen Religion als "Hure Babylon" sogar, was den sozialistischen Ländern doch nützlich erscheinen müßte? Will die WTG so in diesen Ländern wieder "zu Stuhle" kommen? Während durch entsprechende Mißverständnisse im Westen ruhig Angriffe auf ihre Anhängerschaft kommen mögen? Könnte sie dann doch auch dort mal wieder von "Verfolgung" reden. -D.P.-

Babylon Die Grosse spielt die HURE
Wachttürm Nr. 8/1989
'Die falsche Religion spielt die Hure, diese berüchtigte Hure, diese verrufene Frauensperson' usw. in dieser Art!
Schon die ersten Seiten dieses Wachtturms bedienen uns mit solchen Sätzen - und dazu bunte Bilder, worauf u.a. eine auffallend schöne Frau abgebildet ist. Dies alles soll wohl diesem WT einen reißenden Absatz garantieren! Da wird wohl so mancher einem Zeugen Jehovas im Straßendienst diesen WT schon abkaufen. Aber ob er dann beim Lesen auch auf seine Kosten kommen und die 50 Pfennig, die er ausgegeben hat, nicht bedauern wird, ist eine andere Sache.

Zeugen Jehovas sollen aber diesen WT studieren, und das gründlich sogar! Also tat ich es auch, fast zweimal sogar, um gründlich zu sein. Nahm aber sicherheitshalber auch die Bibel zur Hand und habe mir aus der Offenbarung des Johannes etwas mehr durchgelesen als nur die Bibelzitate, die angegeben waren. Nein, solche massiven Äußerungen gegen Religionen wie im WT fand ich in ihr nicht. Die Bibel hat mich nicht enttäuscht, aber der Wachtturm! Wollen denn die Wachtturmschreiber wirklich nicht endlich aufhören, die Bibel zu verdrehen und die geschichtlichen Tatsachen zu entstellen?

Zu eigenen Gunsten steht auf Seite 6, daß in den 1870er Jahren Jehova seinen Boten sandte, um biblischen Wahrheiten Geltung zu verschaffen und nächste Seite steht, daß Babylon die Große sie dafür wegen erfundener Volksverhetzung ins Gefängnis beförderte, anstatt dem himmlischen Königreiche zuzujubeln! Mag das alles verstehen wer da will und glauben wieviel Wahres an allem ist, aber ich kenne aus persönlichem Erleben mehr von der WTG und ihrer Vergangenheit, als die heutige, gesamte WTG-Literatur anführt, und habe ein anderes Bild von allem.

Weiter, auf S. 9 bietet dieser WT ein Bild von fetten Schweinen zum Betrachten. Einem Fleischer könnte das Bild wohl schon gefallen, aber wozu soll es im Wachtturm gut sein? Geschmacklos wie die WTG biblische Vergleiche gebraucht. Aber es ist eine altbekannte Methode der Wachtturmgesellschaft, andere, die ihr nicht so ganz passen, vorher im Dreck zu wälzen und dann erst dem Publikum zu präsentieren. Auf S. 13 fällt wieder die Behauptung auf, daß die Geistlichen Babylons der Großen Hunderte von Millionen Menschen in den Religionsorganisationen der großen Hure gefangen halten! Also kaum zu glauben! Aber daß die WTG selbst an den Brüsten dieser großen, schönen und doch als abscheulich bezeichneten Hure saugt, steht natürlich nicht drin, und doch ist es wahr - wie es kein Geringerer als ein leitendes Mitglied in der WTG sich selbst so ausdrückte. (R. Franz bezeugt es in seinem Buch "Krise des Gewissens".) Übrigens haben es auch andere ZJ schon längst festgestellt. Die Wachttürme, besonders ab 1. Januar d. J., strotzen nur so von Ungereimtheiten und Verdrehungen, und das wird wohl bis Ende des Jahres so anhalten, denn die Hurenserien haben ja erst begonnen - wir sind erst bei Nummer 8.

Und die Resolution erst, die auf S. 18,19 abgedruckt ist! Wir, wir, wir, heißt es nur so, verabscheuen, verabscheuen, verabscheuen! Siebenmal! Wenn sich doch ZJ bloß erst selbst an die Nase fassen wollten, dann würden sie sich hoffentlich schämen, andere da anzurühren! Denn wie sie mit ihren eigenen Brüdern umgehen, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, ist auch verabscheuungswürdig; da dürfen Kinder nicht mal ihre eigenen Eltern grüßen, wenn sie ausgeschlossen wurden, statt solche Resolutionen abzufassen, sollte die WTG lieber mal Stellung nehmen zur eigenen Verlogenheit und offen sagen, warum ihr so viele wieder den Rücken kehren. Es ist eine Unverschämtheit, über andere herzufallen, sich selbst aber zu vergessen. Auch ist nicht jeder ZJ ein Unschuldsengel, auch dann nicht, wenn er für seinen Glauben ins Gefängnis kommt. Die Kinder der Großen Hure sind oft besser, denn sie sagen wenigstens, 'Gott sei mir Sünder gnädig', ZJ sagen es nicht.
-J.M.-

CHRISTEN UND DER NEUE BUND (II)
Alter Bund - Neuer Bund - Was zählt vor Gott?
Mose wurde von Gott mit Vollmacht ausgestattet und nach Ägypten gesandt, um vom Pharao zu fordern, dieses Volk ziehen zu lassen, damit es Gott in der Wüste dienen könne. Nach hartem Widerstand gab der Pharao das Volk frei und es wurde von Mose durch das Rote Meer in die Wüste, an den Berg Sinai geführt. Hier sprach Gott durch den Mund Moses zu dem Volk:

"Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; ... und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine Heilige Nation sein." (2. Mo. 19,4-6)

Schon der Hinweis, willig auf Gottes Stimme zu hören und den Bund zu halten, zeigt, hier gab es nichts zum "0-Tarif". Hier war vielmehr jeder einzelne im Volk gefordert, denn dieser Bund glich mehr einem Vertrag mit Rechten und Pflichten für beide Seiten. Und die Grundlage dieses Vertrages war gewissermaßen der Dekalog, obwohl die Liste der Gebote und Vorschriften, die es für die Priester und das Volk zu beachten galt, weit umfassender war, so blieb es dann auch nicht aus, daß sie sich sehr schnell in den Maschen dieses (Gesetzes)-Bundes verfingen und den Bund brachen.

Liest man Gottes Worte zum Propheten Jeremia (Kap.11), dann offenbart sich die ganze Geschichte Israels als eine Kette fortgesetzter Bundesbrüche.
Wenn Gott sein Volk auch nicht an seinen Missetaten zugrundegehen ließ, sondern das ihnen zugedachte Unheil immer wieder in Strafe wandelte, um sie auf den Weg der Reue und Buße zu führen; ja, wenn es überhaupt mit diesem Volk weitergehen sollte, dann war er selbst gerufen einen neuen Anfang zu setzen. Durch den Propheten Jeremia teilte Gott seinen Beschluß mit, indem er einen neuen Bund verheißt. (Jeremia 31,31-34)

Dieser neue Bund war so ganz anders, als der am Sinai mit ihren Vätern geschlossene Bund. Jener glich eher einem Vertrag, dieser aber ist ein ungeschuldeter Gnadenakt Gottes. Und ruhte jener erste Bund auf der Verpflichtung der beiden Bundespartner, so ruht der neue Bund einzig auf der an die Patriarchen ergangenen Verheißung. Drei Merkmale sind es, die diesen neuen Bund besonders vor jenem ersten Bund auszeichnen:

1. Im alten Bund wurden die Forderungen Gottes sozusagen von außen an die Menschen herangetragen, durch Gebote und Satzungen. Unter dem neuen Bund wird das Gesetz in die Herzen und Sinne der Menschen geschrieben und wird so zu ihrem inneren Besitz und unlösbar mit ihrem Wesen, ihrer Natur, verbunden. Der Gehorsam diesem Bund gegenüber wird nun nicht mehr erzwungen, sondern wird, da von Herzen bejaht und aus freiem Entschluß geleistet, zum Bürgen, daß die von Gott gewollte neue Ordnung verwirklicht wird.
2. Der neue Bund trägt das Zeichen der unmittelbaren Gotteserkenntnis. Die unter diesem neuen Bund mit unserem Herrn eins sind, werden

EINE PERSÖNLICHE GLAUBENSERFAHRUNG,
EINE PERSÖNLICHE HEILSGEWISSHEIT,
EINE PERSÖNLICHE GOTTESERKENNTNIS haben.

3. Was den neuen Bund jedoch besonders auszeichnet, ist die Sündenvergebung. Gott wird den ganzen Reichtum seiner Gnade offenbaren, indem er die Sünden der Menschen aus seinem Gedächtnis tilgt und damit sein Verhältnis zu ihnen auf eine völlig neue und bessere Grundlage stellt.
Mit diesen Gedanken im Sinn können wir auch verstehen, wenn der Schreiber des Hebräer-Briefes von unserem Herrn Jesus sagt, daß er
"Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund besserer Verheißungen gestiftet worden ist, denn wenn jener erste Bund tadellos wäre, so wäre kein Raum für einen zweiten gesucht worden."

Und er kommt, nachdem er die Ankündigung des neuen Bundes durch den Propheten Jeremia ausführlich zitiert, zu dem Schluß; "Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber alt ist und sich überlebt hat, ist dem verschwinden nahe." (Hebräer 8,6-13)
Machen wir aber nicht den Fehler, mit dem Begriff "alter Bund" die ganze hebräische Schrift, das alte Testament, gleichzusetzen. In diesem alten Testament ist von vielen Bünden die Rede, so auch vom Bund Gottes mit dem treuen Abraham. Dieser Bund hat sich keineswegs überlebt, vielmehr bildet er, aufgrund der ihm innewohnenden Verheißung, die Grundlage für den neuen Bund. Der Apostel Paulus, der in seinem Brief an die Galater ähnliche Überlegungen anstellt, erklärt unmißverständlich:

"Brüder, ich rede nach Menschenweise: selbst bei eines Menschen rechtskräftig bestätigtem Testament hebt niemand es auf oder fügt etwas hinzu. Dem Abraham aber wurden die Verheißungen zugesagt und seiner Nachkommenschaft (wörtlich: und seinem Samen). ... Dies aber sage ich: Einen vorher von Gott bestätigten Bund macht das 430 Jahre später entstandene Gesetz nicht ungültig, so daß die Verheißung unwirksam geworden wäre." (Galater 3,15-17)

Einige Verse zuvor zeigt der Apostel, daß Abrahams Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde, und er kommt zu dem Schluß;
"Erkennet daraus: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Söhne" und das, wie der folgende Vers zeigt, ungeachtet der Tatsache, ob sie Juden sind oder Menschen aus den Nationen. Diesen Gedanken noch einmal unterstreichend schließt er mit den Worten ab:

"Folglich werden die, die aus Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet." (Galater 3,6-9)
Wer aber glaubt, auch weiterhin dem Gesetz verpflichtet zu sein, dem bescheinigt der Apostel, daß er unter einem Fluch steht. Er schreibt:
"Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun." (Vers 10) Jakobus, der Bruder des Herrn, bestätigt diesen Gedanken:

"Wer das ganze Gesetz hält, aber in einem strauchelt, ist aller (Gebote) schuldig geworden", er ist also zum "Gesetzesübertreter" geworden", (Jakobus 2,10.11)
Die Frage drängt sich auf:

"WAS SOLL NUN DAS GESETZ?"
Paulus antwortet:
"Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt, bis der Nachkomme (oder Same) käme, dem die Verheißung galt." (Galater 3,19; Römer 3,20b) Und einige Verse weiter:

"Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christus Jesus." (Galater 3,24-26)
Die christlichen Schreiber der Bibel zeigen also ganz eindeutig, daß die Ära des Gesetzes ihren Abschluß gefunden hatte. Das Gesetz hatte seinem Zweck gedient und war mit Christus zu seinem Ziel gelangt, in den Jahren, als Jesus auf Erden wirkte, tat er viele Zeichen und Wunder, die ihn als von Gott legitimiert und mit Vollmacht ausgestattet auswiesen.

In einer Auseinandersetzung mit den Juden sagte er:
"Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht; wenn ich sie aber tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, daß der Vater in mir ist und ich in ihm." (Johannes 10,37.38)
Sie aber nahmen es nicht zur Kenntnis, wollten es wohl auch nicht, denn, dieser Mann aus Galiläa entsprach so gar nicht ihrem Ideal vom verheißenen Messias. Für sie war der Messias-Begriff gleichbedeutend mit der nationalen Erlösung ihres Volkes. (Lukas 24,21) -R.I.H.
Fortsetzung und Schluß in CV 245/89.

NICHT IN DIE FALLE DER ÜBERHEBLICHKEIT TAPPEN (II)
Am Verhalten Jesu können wir ablesen, daß Gott kein Rachegott ist, der "brüllen wird aus Zion", obwohl seine Stimme, die die Stimme der Liebe ist, überall vernommen werden wird. Mit Gott als ihrem Vertreter ist die Liebe allmächtig und kann nicht beiseite geschoben werden.

Anstatt Rache zu nehmen, trägt Gott bis zur letzten Konsequenz die volle Verantwortung für Seine Schöpfung. ER war es, der den Menschen schuf, ER war es, der ihm den freien Willen gab. Indem der Mensch die ihm gegebenen Möglichkeiten zum Guten UND zum Bösen nutzen kann und auch nutzt, schuf Gott, gewissermaßen, das Gute und das Böse, so, wie ER mit dem Licht auch den Schatten machte.
Wird die WTG jemals darauf hinweisen, daß Gott seine Welt, Seine schuldig gewordene Welt, so sehr liebte, daß ER Sich in Jesus als menschgewordener Gott für alle Schuld der Menschen ans Kreuz schlagen ließ!? Nicht nur, um das Lösegeld zu erbringen, sondern darum, weil ER die Schuld Seiner Menschenkinder als die Seine ansieht, um alle Schuld von uns zu nehmen, so hat sich Gott gewissermaßen die akademische Schuld aufgeladen, und den Menschen außerdem verheißen, ihnen die persönliche Schuld zu vergeben, wenn sie im Namen Jesu darum bitten. Auch wenn ihre Sünden rot wären wie Blut, weiß wie Wolle sollten sie werden ...

So groß ist seine Liebe, daß ER Sein Leben für seine Freunde, Seine Schafe, ließ. ER nahm unsere Sünden mit an Sein Kreuz. ER löscht nicht den glimmenden Docht, bricht nicht das schwankende Rohr, sondern tut das Äußerste, daß ein Mensch, gemäß dem "vor Erschaffung der Welt" gefaßten Entschluß, leben kann. Wenn nur das Rohr noch nicht geknickt und abgestorben ist, wenn nur der Funke noch nicht verloschen ist, so kann und so will Gott das Rohr wieder aufrichten und den Funken wieder zur lebendigen Flamme entfachen. Aber niemand wird von Gott dazu gezwungen, Ihn zu lieben und sich von ihm retten zu lassen. Wer aber voller Betroffenheit erkennt, daß er vor Gott ein Sünder ist, erkennt auch, daß er diesem Zustand gegenüber nicht gleichgültig bleiben kann, daß er sein Wohlgefallen suchen muß. Er muß zur Mitte des Lebens, zu Gott, finden. Weil Gott alle schuld - Verantwortung – auf sich nahm, kann jeder Mensch von der ihm neu geschenkten Freiheit Gebrauch machen. (Jes. 42:3)

Gott wurde in Jesum Mensch, ER kam herab in die Welt der Menschen. ER ließ Sich kreuzigen! Strafe, Rache, Vergeltung, das sind Begriffe, die einer menschlichen Rechtsauffassung und den menschlichen Mitteln entsprechen. Es sind nicht die Rechtsmittel Gottes, auch würden sie unendlich weit hinter Seinen Möglichkeiten zurückbleiben. Was an den diesbezüglichen biblischen Aussagen das Eigentliche ist, ist der Grundgedanke, daß Gott auf jeden Fall gerechte Verhältnisse schaffen wird. Aber: ER wird es mit seinen Mitteln tun, und nicht gemäß den armseligen Vorstellungen, die ein Mensch über Gottes Tun haben kann. In Gottes mächtiger Hand ist auch das sanfteste Mittel mächtig genug! Gott bietet das Leben an und ER zieht Seine Hand niemals zurück. "Strafen" kann sich ein Mensch nur selbst, wenn er das liebevolle Angebot des himmlischen Vaters ablehnt. Gottes Liebe ist absolut und sie wird nicht von der Einstellung deren beeinflußt, denen sie zugedacht ist. Wir können sie ablehnen, aber wir können sie nicht mindern. Von seiner Seite ist Gottes Liebe unbegrenzt, wir allein richten Schranken auf. (Jesaja 53; Römer 8:38,39) Wir haben nur eine Möglichkeit, mit unserem menschlichen Wahrnehmungsvermögen Gott zu sehen: indem wir Jesum anschauen und in Ihm, dem wahren Menschen, auch den wahren Gott sehen und erkennen. Tun wir das, dann können wir voller Freude in Ihm nicht den Rachegott, sondern den Gott der Liebe sehen.

Wir haben nicht das Recht, dem Gericht Gottes vorzugreifen und unsere Mitmenschen so zu betrachten, als wären sie samt und sonders schon verloren, sondern uns obliegt die Pflicht, sie zuerst als von Gott Geliebte zu sehen. Was sonst will uns denn Jesus mit seinem Gleichnis von jenem Sklaven, dem eine große Schuld vergeben wurde, der aber selbst nicht vergab, sagen? Matth. 18:23-35. Was will ER sagen, wenn ER vom Unkraut und dem Weizen spricht, die miteinander bis zur Ernte wachsen sollen? (Matth. 13:24-30)

Gottes Liebe neu zu betrachten und unsere eigene Position mit Bescheidenheit zu sehen, könnte uns helfen, die Gleichnisse Jesu mit neuem, tieferen Verständnis gewinnbringend zu lesen. Wir würden uns selbst als die Betroffenen sehen und nicht als solche, die über allem stehen.
-H .G.-

EINE BEGEGNUNG IM THEOLOGISCHEN SEMINAR
An der Universität Heidelberg findet seit 1976 in jedem Sommersemester ein konfessionskundliches Begegnungsseminar statt. Die Theologiestudenten können hierbei Vertreter der verschiedenen christlichen und auch außerchristlichen Gruppierungen kennenlernen, können ihnen ihre Fragen stellen und im Gegenüber zu dem ihnen begegnenden Glauben ihre eigene Glaubensposition klären.

In diesem Jahr begann die Folge der Begegnungen mit den Zeugen Jehovas - ein etwas gewagtes Unternehmen, da gerade hier die innere Befangenheit auf beiden Seiten groß ist: Nicht nur weil die Glaubensunterschiede gravierend sind; es stehen vielmehr harte Vorwürfe im Raum, die gegeneinander erhoben werden, - und nun soll plötzlich ein dialogisches Gespräch im akademischen Rahmen geführt werden!

Als Vertreter der "Wachtturm-Gesellschaft" waren zwei Zeugen Jehovas gekommen, die schon mehrere Jahrzehnte lang vollzeitig im Reisedienst stehen, sie besuchen die zahlreichen Ortsversammlungen im Land und übermitteln die Wachtturm-Lehre auch nach außen. Zwar hatten sie noch kaum eine Begegnung im Universitätsbereich gehabt, doch waren sie schon öfter in höheren Gymnasialklassen gewesen, wo es dann zuweilen "sehr turbulent" zuging, wie sie berichteten.

Die Heidelberger Begegnung war insofern geglückt, als die Studenten die Ambivalenz von persönlicher Gläubigkeit der Zeugen Jehovas und ihrem Glaubensinhalt ganz unmittelbar erleben konnten. Der liebenswüdige weißhaarige Herr, der als Gesprächsführer vom Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft in Selters/Taunus gekommen war, entsprach in keiner Weise der Klischeevorstellung von einem doktrinären und aggressiven ZJ-Funktionär. Ruhig und im guten Kontakt zu den Studenten trug er seine Dinge vor und vermittelte einen gefestigten, unangefochtenen Glauben. Von neuem bestätigte sich auch die Erfahrung, daß Jehovas Zeugen klar und gerade heraus das sagen, was sie glauben. Auch war beachtlich, wie präzise die Sprecher auf das ihnen gestellte Thema "Das Menschenbild im Zusammenhang mit der Lehre der Zeugen Jehovas" eingingen und jeden Punkt mit Hilfe einer dicken Heiligen Schrift biblisch belegten. Selbst den aufmerksam zuhörenden Studenten wurde zum Teil erst nachträglich in der kritischen Reflexion ganz deutlich, welch harte Glaubensposition hier mit freundlicher Miene vorgetragen wurde; und sie fragten sich: Wie sollen jene meist einfacheren Menschen dies erkennen, die von den eifrigen Zeugen in ihren Wohnungen besucht und belehrt werden? Was auf die Heidelberger Studenten besonders stark wirkte, war das völlig geschlossene Glaubenssystem, aus dem heraus argumentiert wurde. Das hatte die Folge, daß die Antworten meist an den Fragen vorbeigingen. Aufs Ganze gesehen blieb der Eindruck zurück, daß selbst so erfahrene und sichere Interpreten der Wachtturmlehre, wie es die Gäste in Heidelberg waren, gänzlich dialogunfähig sind - wenn "Dialog" als ein gemeinsamer, beide Seiten verbindender Prozeß der Wahrheitsfindung verstanden wird. Wenn die heutigen Theologiestudenten vielleicht mehr denn je nach der lebendigen Wahrheit fragen, die im biblischen Zeugnis vermittelt wird, dann muß ihnen ein derart in sich stimmiges System von Wahrheiten als die Gefangensetzung des biblischen Evangeliums erscheinen. Und der Umgang mit der Schrift als Belegsammlung für die eigenen Lehrpunkte, was aufs erste so perfektioniert und beeindruckend wirkt, wurde von ihnen als der Bibel gänzlich unangemessen bewertet - ein Urteil, welches wiederum den Zeugen Jehovas von ihrem Standpunkt der Rechtgläubigkeit aus ganz unverständlich war. "Ständig auf die rechte Glaubenslinie gebracht, ist es ja gar nicht möglich, selbständig zu fragen und frei nach Antworten zu suchen, um dann von der Gültigkeit und Tiefe biblischer Aussagen überzeugt zu werden", sagte ein Student und offenbarte damit seine eigene Glaubenserfahrung. Wo ist hier die "Freiheit eines Christenmenschen"?

Natürlich propagieren auch die Zeugen Jehovas die Toleranz; ein jeder darf glauben, was er will, wurde versichert; niemand werde zu irgend etwas gezwungen. Aber doch ist nach ihrer Meinung keiner, der etwas anderes glaubt, "in der Wahrheit"; und wer die "rechte Anbetung" nicht übt, der geht verloren. Das Bild ist holzschnittartig in harten Kontrasten gezeichnet: entweder ist man ein "Diener Jehovas" oder man steht unter der Herrschaft Satans in "diesem bösen System der Dinge". Für die Missionare der Wachtturm-Gesellschaft, ist der Nicht-Zeuge kein ernstzunehmender Glaubender und damit Partner und auch kein freier und eigenständiger Mensch, sondern allein Missionsobjekt. Das tangiert unmittelbar das Menschenbild. Wo das eigene Verständnis ganz selbstverständlich für die biblische Wahrheit ausgegeben wird, die eigene Zielsetzung mit dem Willen Gottes einfach gleichgesetzt wird, da wird eine subtile Form von Herrschaft ausgeübt, und der Mensch wird zum Untergebenen, der zu Gehorsam und Leistung verpflichtet ist, der eingepaßt werden muß.

"Dies ist ein Glaubenssystem - der Mensch gerät dabei außer Blick", lautete das abschließende Urteil nach dieser Begegnung mit Vertretern der zweitgrößten Sondergemeinschaft in der Bundesrepublik. Wobei man sich jedoch bewußt wurde, daß es sich hierbei um den Prototyp einer bestimmten religiösen Grundhaltung handelt, einer Haltung, die mehr oder minder scharf ausgeprägt in vielen Glaubensgemeinschaften anzutreffen ist. Dieser "Ordnungstyp" von Religion ist Ausdruck eines Versicherungsstrebens, geboren aus Angst vor der Freiheit und Kreativität des Geistes und der ständig neuen Herausforderung durch Gott.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Erinnerung an dunkle Abschnitte in der Geschichte der Kirche wach, die auch immer wieder der Versuchung erlegen ist, den Glauben zu reglementieren und damit Herrschaft über die Seelen auszuüben. (MD der EZW, 6/1989) rei

HAST DU DAS GEWUSST?
ES GIBT EINE "ZJ HEIRATSPOST"
JEHOVA HAT DIE EHE FÜR DEN MANN UND DIE FRAU GESCHAFFEN.
EIN JEDER KANN IN DER EHE ECHTE FREUDE UND ECHTES GLÜCK FINDEN.
DER EHEBUND IST GUT, WENN BEIDE PARTNER BESTÄNDIG GEBEN UND NEHMEN, IN STETER LIEBE EINANDER UMSORGEN UND EIN JEDER FÜR DEN ANDEREN PARTNER IN TREUER LIEBE DA IST.

Liebe Ehesuchende!
Wer der "ZJ Heiratspost" seine Aufmerksamkeit schenkt - ist in der Regel auch immer an einer guten, theokratischen Ehe, d. h., auch wirklich an einer 'ehelichen Verbindung' echt interessiert.
Es ist ja. eine bekannte Tatsache, um so ausführlicher man seinen Ehewunsch, sich selbst und auch die 'erwünschten' Eigenschaften des ersehnten Ehepartners, zur Darstellung bringt - je eher ist der Erfolg gegeben, auch den theokratischen Ehepartner seiner Vorstellungen von wirklich aufrichtig echter Treue und einem harmonischen Eheglück, in gegenseitiger Liebe und häuslicher Geborgenheit, schneller zu finden.

Die weithin, in Deutschland und in vielen europäischen Ländern, beliebte "ZJ Heiratspost" bietet auch ihnen die gute Möglichkeit, die entsprechenden Verbindungen zu anderen theokratischen Ehesuchenden aufzunehmen! - Und beachtenswert ist auch, daß alle Leistungen, der "ZJ Heiratspost" zu einem garantiert wirklich sehr günstigen Pauschalpreis geboten werden.

Das ganz Besondere an den in so großer Zahl veröffentlichten Ehewünschen vieler Zeuginnen und Zeugen Jehovas (und auch von immer mehr theokratisch 'echt ' Interessierten) in der bekannten "ZJ Heiratspost" ist, daß diese alle, durch die Einmaligkeit der 'besonderen' Möglichkeit "bester Ausführlichkeit" - eine ganz vorzügliche 'Aussagekraft' erlangen können. Ein 'Foto' kann hierzu ebenfalls bestens beitragen. Je 'ausführlicher' sie schreiben und um so ehrlicher Ihre persönlichen Angaben sind, je eher ist auch Ihnen die Möglichkeit eines baldigen Erfolges ihres Wunsches gegeben. - Nur Ehrlichkeit und Offenheit kann auch Ihnen bald das ersehnte Glück einer theokratischen Ehe bringen!...

EINSAMKEIT MUSS NICHT SEIN!
Auch Sie können bald, durch die weithin bekannte und so beliebte "ZJ Heiratspost" (nicht zuletzt auch durch die weite Verbreitung 'in vielen europäischen Ländern' bedingt), Freude und ein echtes, theokratisches Eheglück finden.
Wenn sie heiraten möchten und einen theokratischen Ehepartner suchen, dann senden Sie mir doch bitte recht bald Ihre diesbezüglichen Wünsche. - Es ist mir wirklich ein 'echtes' Herzensanliegen - wenn ich Ihnen helfen darf, in einer theokratischen Ehe recht glücklich zu werden.
Ein neueres Foto (möglichst in schwarzweiß, Paßbild oder Bildausschnitt) kann eine Erfolgsaussicht Ihres Ehewunsches noch ganz besonders steigern! - Auch kann es zu Ihrem Vorteil sein, den Ehewunsch-Fragebogen recht 'ausführlich' zu beantworten. Damit können Sie, 'ohne jede Extra-Kosten', das mögliche Interesse an ihrem Ehewunsch noch weiter vermehren; weil dieser Fragebogen für eine evtl. von Ihnen gewünschte Erstellung Ihres Ehewunsches durch mich - und als mögliche Ergänzung Ihres eigenen Textes, sehr hilfreich sein kann.

WARUM LÄNGER WARTEN?
Warten Sie nicht länger auf den Zufall einer Begegnung - sondern nehmen Sie Ihre Hoffnung auf ein schönes, theokratisches Eheglück, doch einmal selbst "fest in beide Hände" - und vertrauen auch sie 'ihren Ehewunsch' der wirklich sehr beachtenswerten und weitverbreiteten "ZJ Heiratspost" an. Es wäre doch wirklich wunderschön, wenn - 'der gute Mittler für theokratische Ehen' - die "ZJ Heiratspost", dann schon bald ein liebes Echo, ja vielleicht sogar bereits die Erfüllung auch all Ihrer Wünsche bringen könnte. Von Herzen kommend, wünsche ich Ihnen, daß Sie recht bald Ihre Einsamkeit beenden können und auch in einer nur guten, theokratischen Ehe glücklich werden.
Wünsche Ihnen, ganz herzlichst, 'Jehovas reichen Segen' und bin mit theokratischen Grüßen freundlichst Ihr ... (Mehr darüber in der nächsten CV-Ausgabe.)

CV-Anmerkung
Es ist nicht bekannt, ob diese ZJ-Heiratsvermittlung von der WTG offiziell anerkannt wird oder ob sie der Initiator ist.

AKTUELLES IN KÜRZE
GROSSER STREIT UM FANATISMUS
Da ist unter den WT-Zeugen ein so großer Streit darüber ausgebrochen, ob sie unterm WT Fanatiker sind, daß der WT vom 15. Juli 1989 mit einem Artikel auf den Plan treten mußte, um die Gemüter wieder zu beruhigen. Ein Hauptkennzeichen des Fanatismus sei gewesen, "in fremde Länder zu ziehen, um alle, die die christliche Taufe ablehnten, zu martern, zu vergewaltigen oder niederzumetzeln". Das wahre Christentum könne keine Fanatiker hervorbringen. Was der WT aber dabei geschickt umging, war, daß eine solche Niedermetzelung aller, die die christliche Taufe (lt. WT) ablehnen, im WT-Harmagedon stattfinden soll, woran sich die WT-Zeugen vom Himmel her, soweit sie dann schon oben sind, beteiligen würden. Ist das kein Glaubensfanatismus? Gibt es eine schlimmere Intoleranz? Ist das WT-Harmagedon nicht wie ein riesiger Scheiterhaufen für alle Andersglaubenden und Andersdenkenden? Und wer das für rechtens hält, ist kein Fanatiker?

Der religiös begründete Mord oder Massenmord an "Säuglingen, Frauen, Jungfrauen und Greisen" im WT-Harmagedon ist kein Fanatismus derer, die das ausdenken und predigen? Wenn unvollkommene Menschen behaupten, allein "in der Wahrheit" zu sein, dann werden sie zu Fanatikern: ist es am Ende nicht so unterm WT, "willst du nicht unsere Schwester, unser Bruder sein, dann schlägt man dir in Harmagedon den Schädel ein"? -
Ja, so ist es! Oder nicht? -

FÄLSCHUNGEN IM WACHTTURM
Ein jüngstes Beispiel dafür, wie die WTG für ihre Zeugen und die Öffentlichkeit ihre eigene Geschichte frisiert bzw. direkt fälscht, ist ein Foto von einer WTG-ZJ-Plakat-Demonstration im Jahre 1938, offensichtlich aus den USA. Auf einem herumgetragenen Plakat lautet der Text: "Religion is a snare and a racket", zu deutsch: "Religion ist eine Schlinge und ein Gimpelfang". Unter dem Foto liest man dazu;

"Im Jahre 1938 prangerten Jehovas Zeugen die falsche Religion öffentlich an".
(WT 1.4.1988, Seite 16, dt.)
Die Wahrheit ist, daß 1938 nicht "die falsche Religion", sondern alle Religion oder Religion überhaupt als Schlinge und Gimpelfang angeprangert wurde, wie das Plakat selbst beweist, daß also Foto und Untertext nicht übereinstimmen, die Sache heute also eine WTG-Geschichtsfälschung darstellt. Die WTG ließ damals nämlich öffentlich verkündigen, daß sie und ihre Zeugen mit Religion überhaupt nichts zu ton haben. Den Beweis liefert auch das heute verworfene WTG-Lehrbuch von 1945/50 "Theokratische Hilfe für Königreichsverkündiger", wo es auf S. 303 "theokratisch" also "von Gott" heißt: "Religion1 ist jedes Tun, das Jehovas Willen widerspricht". -

AUS DER WELT DER ZEUGEN
KOMME, WAS DA WOLLE - AUF UNABSEHBARE ZEIT
Ein WTG-Missionar", wie die WTG ihn haben will, Eric Britten aus Coventry, England!
Lachend stellt er sich im WT (1.8.85) vor. Wenn man seinen Schlachtruf "KOMME, WAS DA WOLLE!" liest, denkt man unwillkürlich an alte, bedenkenlose Haudegen oder Draufgänger, Fremdenlegionäre, die nichts erschüttert und erschreckt, die nicht nach ihrem Leben fragen, wenn es um ihren Lohn geht. Er geht von England nach Portugal, wo er illegal arbeitet, dann nach Brasilien, dann wieder zurück nach England, dann wieder nach Brasilien "an den Amazonas". Was die WTG in den Jahrzehnten seines Dienstes auch gepredigt haben wollte, er tat es, ob es stimmte oder nicht, fragte er nicht. Ja, so will die WTG es haben. Zum Schluß zitiert er Psalm 100:5 "... auf unabsehbare Zeit". Ja, solche bedenkenlosen und nichtfragenden Haudegen braucht man, wenn man Generation um Generation immer weiter verschieben muß. -

JUBEL UNTER GOTTES VOLK
"... Aus Mexiko kommt folgender Bericht:
Überall im Land sprudeln die Verkündiger geradezu über vor Begeisterung, und das ganze Land scheint Feuer und Flamme für die Wahrheit zu sein. Die Brüder gehen in der Wahrheit auf, ja, ihr Leben ist völlig darauf ausgerichtet. Ganze Familien kommen in die Wahrheit."
(WT 1.1.1987, S. 4)

Dieser Bericht ist ein Musterbeispiel für die Unsachlichkeit, Überspanntheit, Phantasterei, Irrealität, Euphorie und geistige Hochstapelei, in die von der WTG geführt wird, was sich ihr hingibt. Man verliert den Sinn für die Wirklichkeit. Kein "ganzes Land" war und ist je "Feuer und Flamme" für die WTG-Lehren gewesen, und auch Mexiko ist das nicht. Die die Last der Verkündigung von Haus zu Haus zu tragen haben, wissen dies doch, oder sollten es wissen. Und was "Feuer und Flamme für die Wahrheit" betrifft, dies noch: Sachlich wäre, wenn man sagen würde, ... für das, was die WTG als Wahrheit verkündigen läßt, und zwar heute. Denn die Liste der Halbwahrheiten, Unwahrheiten, Irrtümer und Lügen in der 110jährigen WTG-Verkündigung ist inzwischen Legion, schließlich gibt es, das kommt dazu, auch Wahrheit außerhalb der WT-Organisation, es ist ja nicht jedermann außerhalb nur in der Lüge. Wir sehen an dem zitierten WT-Bericht wieder, was für ein unsachlicher Taumel da erzeugt wird, um darin zu wandeln, in was für einem Zustand muß man sein, um das ohne Widerspruch zu schlucken? -

- "Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner -
DDR 6500 Gera, Straße der Republik 46; Jahresabonnement: 2.— M; Versand auch kostenlos

Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe Gera

A 414 V 7 1 2115 N2

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