Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 244
Über ein Konfessionskundliches Begegnungsseminar, diesmal mit Beteiligung von WTG-Funktionären, der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, berichtet auch diese CV-Ausgabe. (Als Zitierung aus dem "Materialdienst" der EZW). In ihm auch die Sätze: "Selbst den aufmerksam zuhörenden Studenten wurde zum Teil erst nachträglich in der kritischen Reflexion ganz deutlich, welch harte Glaubensposition hier mit freundlicher Miene vorgetragen wurde; und sie fragten sich: Wie sollen jene meist einfacheren Menschen dies erkennen, die von den eifrigen Zeugen in ihren Wohnungen besucht und belehrt werden? ... Was auf die Heidelberger Studenten besonders stark wirkte, war das völlig geschlossene Glaubenssystem, aus dem heraus argumentiert wurde. Das hatte die Folge, daß die Antworten meist an den Fragen vorbeigingen
30 JAHRE
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
Nr. 244 GERA NOVEMBER 1989
DAS WAR VOR 20 JAHREN
Gehört das auch zum Evangelium?
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 7 und 8/1989
CHRISTEN UND DER NEUE BUND (II)
... Was zählt vor Gott?
EINE BEGEGNUNG
Im Theologischen Seminar
HAST DU DAS GEWUSST?
Es gibt eine "ZJ Heiratspost"
AUS DER WELT DER ZEUGEN
"Jubel unter Gottes Volk"
"SELBSTERNENNUNGEN"
Ein Brief an die Wachtturmgesellschaft
Liebe Brüder!
Des öfteren bezeichnet ihr Euch in Euren Schriften als "der treue und kluge
Knecht" nach Matth. 24:44 und Luk. 12:42. Ihr bezeichnet Euch durch Euch selbst
als den "treuen und klugen Knecht", erbringt aber keinerlei biblischen Beweis
dafür, daß Ihr es tatsächlich seid.
Aus diesem Grunde möchten wir mit diesem Schreiben Euch und den Geschwistern unsere Auffassung auf Grund ernsten Bibelstudiums unterbreiten. Absichtlich haben wir im beigefügten Schreiben Eure Behauptungen in den verschiedenen Schriften, bezüglich der Behauptung die WTG sei der "treue und kluge Knecht", nicht angeführt, da die biblische Begründung fehlt und Menschenmeinungen allein immer Irrtum sind. Wenn Ihr aber wünscht, daß wir Eure darin veröffentlichten Meinungen unterbreiten, so holen wir es gern nach. Ihr selbst kennt ja die Veröffentlichungen in all den Jahren in Euren Schriften, wo behauptet wird, daß Euch der Herr Christus Jesus schon jetzt über "seine ganze Habe" gesetzt hat. Ja, Ihr behauptet sogar, daß sonst "niemand in der ganzen Welt für diese "Habe" eingesetzt worden ist. Wo bleibt aber der biblische Beweis dafür? Weshalb solch irreführende Lehren verbreiten, die sehr hinken bei näherer Betrachtung. Ihr behauptet weiter in Euren Veröffentlichungen, daß nur der Überrest den Geist Gottes besitzt und sie, diese Gesalbten haben die Führung in der WTG. Hier entsteht die Frage: Wer hat sie an die Leitung gesetzt? Sind diese nicht durch das Direktorium der 3 Körperschaften gewählt worden?
Ihr behauptet weiter, diese halten
sich fern von der Welt, doch liebe Brüder im Glauben, lehren und zeigen die
Tatsachen nicht das Gegenteil? Weshalb die Behauptung, daß der, welcher nicht in
der Organisation der Zeugen Jehovas ist, den Geist Gottes nicht empfangen kann?
Einmal behauptet Ihr, nur die Gesalbten haben diesen Geist, aber es kann auch
der den Geist erhalten, der zur WTG übertritt. Ihr widersprecht Euch doch
selbst!
Eine weitere Frage: Wie kann jemand sagen er habe den Geist Gottes? Denken wir
an die 1. Christen. Die Apg. übermittelt uns viele damals geschehene Zeichen und
Wunder. Dies war nur möglich durch den Geist Gottes. Gleichzeitig war es der
Beweis dafür, daß sie von Jehova Gott dazu berufen und auserwählt waren, sie
wirkten in der Autorität Gottes, das Evangelium der Wahrheit zu verkünden.
Liebe Brüder im Glauben, die Frage kann wohl mit Recht gestellt werden: Wer von den leitenden, gesalbten Führern kann von sich behaupten, er besitze den Geist Gottes? Wenn wir in der Schrift betrachten, mit welch ungewöhnlicher Kraft die Apostel das Zeugnis über Jesu Christi ablegten, wobei große Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschahen, so sollten wir uns doch ernstlich fragen, welche Kräfte die Gesalbten oder andere heute von Gott besitzen, um daraus beauftragt zu sein, das Evangelium der Wahrheit in der Autorität Gottes zu verkündigen. Niemals reichen diese Taten an die Gott verherrlichenden Werke des ersten Jahrhunderts heran.
Diese Feststellung sollte doch
eigentlich jeden bewegen, in freimütigem Bekennen unserer Unfähigkeit zu
bezeugen, daß niemand heute die Gaben des Geistes von damals besitzt. Aber es
ist unmöglich ohne diesen Geist in die Geheimnisse des Wortes Gottes völlig
einzudringen. Wenn die Leitung der WTG wirklich diesen Geist besitzen sollte,
weshalb die vielen Fehlprophezeiungen?
Der Geist Gottes irrt sich nie. (Rö. 3:4)
Die ersten Christen erkannten
durch den Geist Gottes viel mehr als wir heute durch Aufzeichnungen der Schrift
erkennen dürfen, durch die Gnade Gottes. Sie sehen und hörten Dinge, die heute
unserem Sinn verschlossen bleiben. (1. Kor. 12: 2-4; Apg: 7:55,56; Offb. 10:4)
Besitzt doch vielleicht jemand von Euch solche außergewöhnlichen Fähigkeiten des
Geistes Gottes? Vielleicht die Schreiber Eurer Literatur? Welche Beweise dafür
kann ein Gesalbter oder sonst jemand von Euch anführen, mit dem Geiste Gottes
gesalbt zu sein? Nur auf Grund der Hoffnung der Heiligen Schrift? Oder besitzt
er eine persönliche Zusage von Gott durch die Eingabe des Geistes? Kennt er die
treibende Kraft des Geistes, hat er unter Inspiration gestanden? Das heißt, hat
er Gedanken aufgezeichnet, die nicht seinem Wissen entsprungen sind? Weiß er
selbst völlig, was sich unter der Bezeichnung HEILIGER GEIST verbirgt? Welche
Antwort kann er geben?
Wenn Ihr zu Eurer Entschuldigung
anführt, daß der Geist heute anders wirkt als damals, so steht aber geschrieben,
daß es bei Gott keine Veränderung gibt. Jak. 1:17.
Eurer weiteren Entschuldigung: "Es ist nur vernünftig anzunehmen, daß er auch
heute auf Christen einwirkt", fehlt jeder biblische Beweis. Entgegen steht dem:
Kol. 2:4; 1. Kor. 2:4; 1. Petr. 2:2.
Bedenkt: Wer und was durch den Geist gelehrt ist, wird niemals durch eigene
menschliche Anstrengung hervorgebracht, sondern der Geist lehrt mit einer solch
gewaltigen unwiderstehlichen Kraft und Überzeugung, daß daraus die göttliche
Beauftragung erkannt wird. (Matth. 7:29; Luk. 4:32; Joh. 7:46; Apg. 4:13, 33;
6:10)
Eure Behauptung, auf die Durchführung des Werkes der weltweiten Organisation der neuzeitlichen Zeugen Jehovas wirkt der Geist heute ähnlich, ist biblisch untragbar, entweder wirkt der Geist, wenn er da ist, oder er wirkt nicht, dann ist er nicht vorhanden. Weshalb widersprecht Ihr Euch immer selber? Nur wer die Zugehörigkeit zu der Organisation der Zeugen Jehovas besitzt, kann den Geist Gottes erhalten schreibt Ihr, jedoch jetzt mit der Einschränkung ÄHNLICH! Was heißt ähnlich? Gott ist ewig, bei ihm gibts keine Veränderung. (Ps. 119:152; 45.7; Jak. 1:17)
Möchte dieses Schreiben Euch zur
Anregung dienen. Es soll anregen, sich besser und gründlicher mit dem Worte
Gottes zu befassen, um der Wahrheit die Ehre zu geben.
Möge der Gott des Friedens mit Euch sein und Euch gute Einsicht und Weisheit und
Verstehen in allen Dingen schenken.
Es grüßt Euch, die Jehova und den Brüdern in Liebe dienen möchten
Bruder Willy Müller
DAS WAR VOR 20 JAHREN
Gehört das auch zum Evangelium?
ZITAT NR. 1
"Wenn du ein junger Mensch bist, so mußt du dir auch über die Tatsache im klaren
sein, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst.
Wieso nicht? - Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer Prophezeiungen
anzeigen, daß dieses verderbte System in einigen, wenigen Jahren enden soll."
ZITAT NR. 2
"Als junger Mensch wirst du daher nie das Ende einer Laufbahn erreichen, die dir
dieses System bietet; Wenn du zum Beispiel zur Mittelschule gehst und eine
Hochschulbildung in Erwägung ziehst, so bedeutet das Wenigstens vier, vielleicht
auch fünf, sechs oder acht weitere Jahre bis zum Abschluß in einem besonderen
Fach.
Aber wo wird sich dieses System der Dinge dann befinden? Es wird auf seinem Weg
zu seinem Ende weit vorangeschritten sein, wenn es nicht sogar schon
verschwunden sein wird."
Liebe Brüder und Schwestern!
Diese beiden Zitate stammen nicht von eifrigen Zeugen Jehovas, die solche Zitate
bedenkenlos weitererzählen, wenn es so wörtlich in ihren Lehrzeitschriften
steht: Diese Zitate stammen direkt aus der Weltzentrale der Zeugen Jehovas, von
der leitenden Körperschaft aus Brooklyn, USA.
Nachzulesen "Erwachet" 22. 8. 69, S. 15/16.
20 JAHRE DANACH!
Wir schreiben das Jahr 1989. Seit 1969 sind 20 Jahre vergangen, was ist
inzwischen geschehen? Nichts hat sich so erfüllt wie es Jehovas Zeugen glaubten
und der Welt weismachen wollten. Hätten all die jungen Menschen, die damals ein
Hochschulstudium aufgenommen hatten, auf Jehovas Zeugen gehört, dann wäre eine
katastrophale Lage entstanden. Alle jungen Studenten hätten nämlich das
Hochschulstudium aufgegeben, und der Nachwuchs wäre in Frage gestellt worden.
Glücklicherweise, kann man nur sagen, behielten die jungen Studenten den Kopf
oben und studierten weiter. Heute, 20 Jahre danach, sind diese jungen Studenten
bereits hochqualifizierte Doktoren, Ingenieure, Meister bzw. Spezialisten für
irgendeine Fachrichtung. Heute widmen sie sich den kompliziertesten Aufgaben,
wovon man 1969 erst die Anfänge erkannte.
Heute macht sich die leitende
Körperschaft die Forschungsergebnisse und Forschungsprodukte zu eigen und nimmt
sogar diese Studenten aus der Vergangenheit als Berater in Anspruch, weil sie
ohne diese hochqualifizierten Hochschulabsolventen überhaupt nicht einmal die
elektronisch gesteuerten Druckmaschinen in Betrieb setzen könnte.
So sieht die Wirklichkeit aus. Jehovas Zeugen sollten bei ihrer Missionsarbeit
stets daran denken, daß alles, was sie bedenkenlos an den Türen erzählen, für
sie auch zum Verhängnis werden kann.
-GBJP-
Liebe Brüder und Schwestern!
Unseren ganz herzlichen Dank allen, die durch ihre Spenden uns geholfen haben,
unser Werk zu verrichten
Im Auftrag aller CV-Mitstreiter
Henry Werner
Der Wachtturm EDLER GESINNT SEIN
UND PRÜFEN APG 17:11
EIN GEHEIMNIS
wer ist
Babylon die Grosse?
Wachtturm Nr. 7/1989
Die WTG hat keine Hemmungen, gleich im ersten Artikel in der ersten Zeile den
ins Visier genommenen Gegner gnaden- und rücksichtslos in den moralischen
Schmutz zu treten, so liest man u.a. folgendes:
"berüchtigte Prostituierte, nackt gemacht, ihr Fleisch verschlingt, Mutter der
Huren, Leiterin des Bordells, verführerische Hure, bereitwillig ins Bett der
Hure gestiegen ..." (S. 3 und 4) Jeder aufrichtige Katholik kann sich hier
berechtigterweise empören. Man hat den Eindruck, daß diese WT-Schreiber sich
nicht genug tun können, sich in solchen schlüpfrigen Anprangerungen zu ergehen.
Man stelle sich die fragenden Kinder bei einem solchen WT-Familienstudium vor!
DIE BISHERIGE FRAGLICHE
WT-AUSLEGUNG
In den 110 Jahren seiner Weltpolitischen Auslegung der Offenbarung hat der WT
inzwischen schon die vierte Falschprophetie in die Welt setzen müssen:
"Das vollendete Geheimnis" 1917, "Licht" I, II 1930, "Babylon die Große ist
gefallen", "Dann ist das Geheimnis Gottes vollendet" 1963 und 1969 und "Die
Offenbarung, ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!" 1988. War die besondere
Huren-Thematik ursprünglich "überwaltet durch den Herrn" (Vorwort 1917, dt. 1925
S. 9) allein auf das Papsttum gemünzt, so ist nunmehr außerhalb des
WTG-Bereiches alles einbezogen.
RÖM.-KATH. KIRCHE WIRKLICH
GEMEINT? Was konkret die HURE betrifft, so muß die WTG 1917 zugeben, daß die
sieben Berge, auf denen das Weib sitzt, die "Siebenhügelstadt" Rom ist. Woraus
zu sehen ist, daß mit dem Weib die damaligen römischen kaiserlichen Herrscher
"über die Könige auf Erden", über das römische Weltreich, gemeint sind.
Aus den sieben Bergen gleich sieben Königen oder Herrschern modelt die WTG 1917
jedoch zunächst "sieben Regierungsformen des Heiligen Römischen Reiches" von 753
v. Chr. bis ca. 1918 n. Chr. (a.a.O. S.359f). Mit "Licht" II von 1930 wird auch
das wieder verworfen und umgemodelt in die sieben Weltreiche Rom, Ägypten,
Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Großbritannien (S. 103).
Letzteres wird 1963 weiterumgemodelt in Anglo-Amerika (S. 592). Auf Grund der
Wortgleichheiten wird bei all diesem aus römische Regierung (Rom) einfach
römische (katholische) Kirche (Rom) gemacht.
WAS WILL DIE WTG WIRKLICH?
Auffällig kommen die
sozialistischen Länder heute in diesen WT-Deutungen ziemlich "gut" weg.
Als die "drei hauptsächlichsten Elemente Satans" benennt der WT nur das
Dollargroßkapital, die Hitlerpolitik und das vatikanische Papsttum. Die
"katholische Geheimorganisation Opus Dei, die gegenwärtig die Gunst des Papstes
genießt", wird als "völlig dem Antikommunismus und der rechtsgerichteten Politik
verschrieben" dargestellt (S.6). Kennt die WTG sich so gut in Geheimdiensten
aus?
Will die WTG sagen, sie stehe bezüglich Religion doch auch auf seiten der sozialistischen Länder in deren angeblichem Kampf gegen Religion? Und, die WTG kämpfe doch auch gegen Religion als "Hure Babylon" sogar, was den sozialistischen Ländern doch nützlich erscheinen müßte? Will die WTG so in diesen Ländern wieder "zu Stuhle" kommen? Während durch entsprechende Mißverständnisse im Westen ruhig Angriffe auf ihre Anhängerschaft kommen mögen? Könnte sie dann doch auch dort mal wieder von "Verfolgung" reden. -D.P.-
Babylon Die Grosse
spielt die HURE
Wachttürm Nr. 8/1989
'Die falsche Religion spielt die Hure, diese berüchtigte Hure, diese verrufene
Frauensperson' usw. in dieser Art!
Schon die ersten Seiten dieses Wachtturms bedienen uns mit solchen Sätzen - und
dazu bunte Bilder, worauf u.a. eine auffallend schöne Frau abgebildet ist. Dies
alles soll wohl diesem WT einen reißenden Absatz garantieren! Da wird wohl so
mancher einem Zeugen Jehovas im Straßendienst diesen WT schon abkaufen. Aber ob
er dann beim Lesen auch auf seine Kosten kommen und die 50 Pfennig, die er
ausgegeben hat, nicht bedauern wird, ist eine andere Sache.
Zeugen Jehovas sollen aber diesen WT studieren, und das gründlich sogar! Also tat ich es auch, fast zweimal sogar, um gründlich zu sein. Nahm aber sicherheitshalber auch die Bibel zur Hand und habe mir aus der Offenbarung des Johannes etwas mehr durchgelesen als nur die Bibelzitate, die angegeben waren. Nein, solche massiven Äußerungen gegen Religionen wie im WT fand ich in ihr nicht. Die Bibel hat mich nicht enttäuscht, aber der Wachtturm! Wollen denn die Wachtturmschreiber wirklich nicht endlich aufhören, die Bibel zu verdrehen und die geschichtlichen Tatsachen zu entstellen?
Zu eigenen Gunsten steht auf Seite 6, daß in den 1870er Jahren Jehova seinen Boten sandte, um biblischen Wahrheiten Geltung zu verschaffen und nächste Seite steht, daß Babylon die Große sie dafür wegen erfundener Volksverhetzung ins Gefängnis beförderte, anstatt dem himmlischen Königreiche zuzujubeln! Mag das alles verstehen wer da will und glauben wieviel Wahres an allem ist, aber ich kenne aus persönlichem Erleben mehr von der WTG und ihrer Vergangenheit, als die heutige, gesamte WTG-Literatur anführt, und habe ein anderes Bild von allem.
Weiter, auf S. 9 bietet dieser WT ein Bild von fetten Schweinen zum Betrachten. Einem Fleischer könnte das Bild wohl schon gefallen, aber wozu soll es im Wachtturm gut sein? Geschmacklos wie die WTG biblische Vergleiche gebraucht. Aber es ist eine altbekannte Methode der Wachtturmgesellschaft, andere, die ihr nicht so ganz passen, vorher im Dreck zu wälzen und dann erst dem Publikum zu präsentieren. Auf S. 13 fällt wieder die Behauptung auf, daß die Geistlichen Babylons der Großen Hunderte von Millionen Menschen in den Religionsorganisationen der großen Hure gefangen halten! Also kaum zu glauben! Aber daß die WTG selbst an den Brüsten dieser großen, schönen und doch als abscheulich bezeichneten Hure saugt, steht natürlich nicht drin, und doch ist es wahr - wie es kein Geringerer als ein leitendes Mitglied in der WTG sich selbst so ausdrückte. (R. Franz bezeugt es in seinem Buch "Krise des Gewissens".) Übrigens haben es auch andere ZJ schon längst festgestellt. Die Wachttürme, besonders ab 1. Januar d. J., strotzen nur so von Ungereimtheiten und Verdrehungen, und das wird wohl bis Ende des Jahres so anhalten, denn die Hurenserien haben ja erst begonnen - wir sind erst bei Nummer 8.
Und die Resolution erst, die auf
S. 18,19 abgedruckt ist! Wir, wir, wir, heißt es nur so, verabscheuen,
verabscheuen, verabscheuen! Siebenmal! Wenn sich doch ZJ bloß erst selbst an die
Nase fassen wollten, dann würden sie sich hoffentlich schämen, andere da
anzurühren! Denn wie sie mit ihren eigenen Brüdern umgehen, wenn es
Meinungsverschiedenheiten gibt, ist auch verabscheuungswürdig; da dürfen Kinder
nicht mal ihre eigenen Eltern grüßen, wenn sie ausgeschlossen wurden, statt
solche Resolutionen abzufassen, sollte die WTG lieber mal Stellung nehmen zur
eigenen Verlogenheit und offen sagen, warum ihr so viele wieder den Rücken
kehren. Es ist eine Unverschämtheit, über andere herzufallen, sich selbst aber
zu vergessen. Auch ist nicht jeder ZJ ein Unschuldsengel, auch dann nicht, wenn
er für seinen Glauben ins Gefängnis kommt. Die Kinder der Großen Hure sind oft
besser, denn sie sagen wenigstens, 'Gott sei mir Sünder gnädig', ZJ sagen es
nicht.
-J.M.-
CHRISTEN UND DER NEUE BUND (II)
Alter Bund - Neuer Bund - Was zählt vor Gott?
Mose wurde von Gott mit Vollmacht ausgestattet und nach Ägypten gesandt, um vom
Pharao zu fordern, dieses Volk ziehen zu lassen, damit es Gott in der Wüste
dienen könne. Nach hartem Widerstand gab der Pharao das Volk frei und es wurde
von Mose durch das Rote Meer in die Wüste, an den Berg Sinai geführt. Hier
sprach Gott durch den Mund Moses zu dem Volk:
"Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; ... und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine Heilige Nation sein." (2. Mo. 19,4-6)
Schon der Hinweis, willig auf Gottes Stimme zu hören und den Bund zu halten, zeigt, hier gab es nichts zum "0-Tarif". Hier war vielmehr jeder einzelne im Volk gefordert, denn dieser Bund glich mehr einem Vertrag mit Rechten und Pflichten für beide Seiten. Und die Grundlage dieses Vertrages war gewissermaßen der Dekalog, obwohl die Liste der Gebote und Vorschriften, die es für die Priester und das Volk zu beachten galt, weit umfassender war, so blieb es dann auch nicht aus, daß sie sich sehr schnell in den Maschen dieses (Gesetzes)-Bundes verfingen und den Bund brachen.
Liest man Gottes Worte zum
Propheten Jeremia (Kap.11), dann offenbart sich die ganze Geschichte Israels als
eine Kette fortgesetzter Bundesbrüche.
Wenn Gott sein Volk auch nicht an seinen Missetaten zugrundegehen ließ, sondern
das ihnen zugedachte Unheil immer wieder in Strafe wandelte, um sie auf den Weg
der Reue und Buße zu führen; ja, wenn es überhaupt mit diesem Volk weitergehen
sollte, dann war er selbst gerufen einen neuen Anfang zu setzen. Durch den
Propheten Jeremia teilte Gott seinen Beschluß mit, indem er einen neuen Bund
verheißt. (Jeremia 31,31-34)
Dieser neue Bund war so ganz anders, als der am Sinai mit ihren Vätern geschlossene Bund. Jener glich eher einem Vertrag, dieser aber ist ein ungeschuldeter Gnadenakt Gottes. Und ruhte jener erste Bund auf der Verpflichtung der beiden Bundespartner, so ruht der neue Bund einzig auf der an die Patriarchen ergangenen Verheißung. Drei Merkmale sind es, die diesen neuen Bund besonders vor jenem ersten Bund auszeichnen:
1. Im alten Bund wurden die
Forderungen Gottes sozusagen von außen an die Menschen herangetragen, durch
Gebote und Satzungen. Unter dem neuen Bund wird das Gesetz in die Herzen und
Sinne der Menschen geschrieben und wird so zu ihrem inneren Besitz und unlösbar
mit ihrem Wesen, ihrer Natur, verbunden. Der Gehorsam diesem Bund gegenüber wird
nun nicht mehr erzwungen, sondern wird, da von Herzen bejaht und aus freiem
Entschluß geleistet, zum Bürgen, daß die von Gott gewollte neue Ordnung
verwirklicht wird.
2. Der neue Bund trägt das Zeichen der unmittelbaren Gotteserkenntnis. Die unter
diesem neuen Bund mit unserem Herrn eins sind, werden
EINE PERSÖNLICHE GLAUBENSERFAHRUNG,
EINE PERSÖNLICHE HEILSGEWISSHEIT,
EINE PERSÖNLICHE GOTTESERKENNTNIS haben.
3. Was den neuen Bund jedoch
besonders auszeichnet, ist die Sündenvergebung. Gott wird den ganzen Reichtum
seiner Gnade offenbaren, indem er die Sünden der Menschen aus seinem Gedächtnis
tilgt und damit sein Verhältnis zu ihnen auf eine völlig neue und bessere
Grundlage stellt.
Mit diesen Gedanken im Sinn können wir auch verstehen, wenn der Schreiber des
Hebräer-Briefes von unserem Herrn Jesus sagt, daß er
"Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund besserer Verheißungen gestiftet
worden ist, denn wenn jener erste Bund tadellos wäre, so wäre kein Raum für
einen zweiten gesucht worden."
Und er kommt, nachdem er die
Ankündigung des neuen Bundes durch den Propheten Jeremia ausführlich zitiert, zu
dem Schluß; "Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für
veraltet erklärt; was aber alt ist und sich überlebt hat, ist dem verschwinden
nahe." (Hebräer 8,6-13)
Machen wir aber nicht den Fehler, mit dem Begriff "alter Bund" die ganze
hebräische Schrift, das alte Testament, gleichzusetzen. In diesem alten
Testament ist von vielen Bünden die Rede, so auch vom Bund Gottes mit dem treuen
Abraham. Dieser Bund hat sich keineswegs überlebt, vielmehr bildet er, aufgrund
der ihm innewohnenden Verheißung, die Grundlage für den neuen Bund. Der Apostel
Paulus, der in seinem Brief an die Galater ähnliche Überlegungen anstellt,
erklärt unmißverständlich:
"Brüder, ich rede nach Menschenweise: selbst bei eines Menschen rechtskräftig bestätigtem Testament hebt niemand es auf oder fügt etwas hinzu. Dem Abraham aber wurden die Verheißungen zugesagt und seiner Nachkommenschaft (wörtlich: und seinem Samen). ... Dies aber sage ich: Einen vorher von Gott bestätigten Bund macht das 430 Jahre später entstandene Gesetz nicht ungültig, so daß die Verheißung unwirksam geworden wäre." (Galater 3,15-17)
Einige Verse zuvor zeigt der
Apostel, daß Abrahams Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde, und er kommt
zu dem Schluß;
"Erkennet daraus: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Söhne" und das, wie
der folgende Vers zeigt, ungeachtet der Tatsache, ob sie Juden sind oder
Menschen aus den Nationen. Diesen Gedanken noch einmal unterstreichend schließt
er mit den Worten ab:
"Folglich werden die, die aus
Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet." (Galater 3,6-9)
Wer aber glaubt, auch weiterhin dem Gesetz verpflichtet zu sein, dem bescheinigt
der Apostel, daß er unter einem Fluch steht. Er schreibt:
"Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes
geschrieben ist, um es zu tun." (Vers 10) Jakobus, der Bruder des Herrn,
bestätigt diesen Gedanken:
"Wer das ganze Gesetz hält, aber
in einem strauchelt, ist aller (Gebote) schuldig geworden", er ist also zum
"Gesetzesübertreter" geworden", (Jakobus 2,10.11)
Die Frage drängt sich auf:
"WAS SOLL NUN DAS GESETZ?"
Paulus antwortet:
"Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt, bis der Nachkomme (oder Same)
käme, dem die Verheißung galt." (Galater 3,19; Römer 3,20b) Und einige Verse
weiter:
"Also ist das Gesetz unser
Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt
würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem
Zuchtmeister; denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christus
Jesus." (Galater 3,24-26)
Die christlichen Schreiber der Bibel zeigen also ganz eindeutig, daß die Ära des
Gesetzes ihren Abschluß gefunden hatte. Das Gesetz hatte seinem Zweck gedient
und war mit Christus zu seinem Ziel gelangt, in den Jahren, als Jesus auf Erden
wirkte, tat er viele Zeichen und Wunder, die ihn als von Gott legitimiert und
mit Vollmacht ausgestattet auswiesen.
In einer Auseinandersetzung mit
den Juden sagte er:
"Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht; wenn ich sie
aber tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr
erkennt und glaubt, daß der Vater in mir ist und ich in ihm." (Johannes
10,37.38)
Sie aber nahmen es nicht zur Kenntnis, wollten es wohl auch nicht, denn, dieser
Mann aus Galiläa entsprach so gar nicht ihrem Ideal vom verheißenen Messias. Für
sie war der Messias-Begriff gleichbedeutend mit der nationalen Erlösung ihres
Volkes. (Lukas 24,21) -R.I.H.
Fortsetzung und Schluß in CV 245/89.
NICHT IN DIE FALLE DER
ÜBERHEBLICHKEIT TAPPEN (II)
Am Verhalten Jesu können wir ablesen, daß Gott kein Rachegott ist, der "brüllen
wird aus Zion", obwohl seine Stimme, die die Stimme der Liebe ist, überall
vernommen werden wird. Mit Gott als ihrem Vertreter ist die Liebe allmächtig und
kann nicht beiseite geschoben werden.
Anstatt Rache zu nehmen, trägt
Gott bis zur letzten Konsequenz die volle Verantwortung für Seine Schöpfung. ER
war es, der den Menschen schuf, ER war es, der ihm den freien Willen gab. Indem
der Mensch die ihm gegebenen Möglichkeiten zum Guten UND zum Bösen nutzen kann
und auch nutzt, schuf Gott, gewissermaßen, das Gute und das Böse, so, wie ER mit
dem Licht auch den Schatten machte.
Wird die WTG jemals darauf hinweisen, daß Gott seine Welt, Seine schuldig
gewordene Welt, so sehr liebte, daß ER Sich in Jesus als menschgewordener Gott
für alle Schuld der Menschen ans Kreuz schlagen ließ!? Nicht nur, um das
Lösegeld zu erbringen, sondern darum, weil ER die Schuld Seiner Menschenkinder
als die Seine ansieht, um alle Schuld von uns zu nehmen, so hat sich Gott
gewissermaßen die akademische Schuld aufgeladen, und den Menschen außerdem
verheißen, ihnen die persönliche Schuld zu vergeben, wenn sie im Namen Jesu
darum bitten. Auch wenn ihre Sünden rot wären wie Blut, weiß wie Wolle sollten
sie werden ...
So groß ist seine Liebe, daß ER Sein Leben für seine Freunde, Seine Schafe, ließ. ER nahm unsere Sünden mit an Sein Kreuz. ER löscht nicht den glimmenden Docht, bricht nicht das schwankende Rohr, sondern tut das Äußerste, daß ein Mensch, gemäß dem "vor Erschaffung der Welt" gefaßten Entschluß, leben kann. Wenn nur das Rohr noch nicht geknickt und abgestorben ist, wenn nur der Funke noch nicht verloschen ist, so kann und so will Gott das Rohr wieder aufrichten und den Funken wieder zur lebendigen Flamme entfachen. Aber niemand wird von Gott dazu gezwungen, Ihn zu lieben und sich von ihm retten zu lassen. Wer aber voller Betroffenheit erkennt, daß er vor Gott ein Sünder ist, erkennt auch, daß er diesem Zustand gegenüber nicht gleichgültig bleiben kann, daß er sein Wohlgefallen suchen muß. Er muß zur Mitte des Lebens, zu Gott, finden. Weil Gott alle schuld - Verantwortung – auf sich nahm, kann jeder Mensch von der ihm neu geschenkten Freiheit Gebrauch machen. (Jes. 42:3)
Gott wurde in Jesum Mensch, ER kam herab in die Welt der Menschen. ER ließ Sich kreuzigen! Strafe, Rache, Vergeltung, das sind Begriffe, die einer menschlichen Rechtsauffassung und den menschlichen Mitteln entsprechen. Es sind nicht die Rechtsmittel Gottes, auch würden sie unendlich weit hinter Seinen Möglichkeiten zurückbleiben. Was an den diesbezüglichen biblischen Aussagen das Eigentliche ist, ist der Grundgedanke, daß Gott auf jeden Fall gerechte Verhältnisse schaffen wird. Aber: ER wird es mit seinen Mitteln tun, und nicht gemäß den armseligen Vorstellungen, die ein Mensch über Gottes Tun haben kann. In Gottes mächtiger Hand ist auch das sanfteste Mittel mächtig genug! Gott bietet das Leben an und ER zieht Seine Hand niemals zurück. "Strafen" kann sich ein Mensch nur selbst, wenn er das liebevolle Angebot des himmlischen Vaters ablehnt. Gottes Liebe ist absolut und sie wird nicht von der Einstellung deren beeinflußt, denen sie zugedacht ist. Wir können sie ablehnen, aber wir können sie nicht mindern. Von seiner Seite ist Gottes Liebe unbegrenzt, wir allein richten Schranken auf. (Jesaja 53; Römer 8:38,39) Wir haben nur eine Möglichkeit, mit unserem menschlichen Wahrnehmungsvermögen Gott zu sehen: indem wir Jesum anschauen und in Ihm, dem wahren Menschen, auch den wahren Gott sehen und erkennen. Tun wir das, dann können wir voller Freude in Ihm nicht den Rachegott, sondern den Gott der Liebe sehen.
Wir haben nicht das Recht, dem Gericht Gottes vorzugreifen und unsere Mitmenschen so zu betrachten, als wären sie samt und sonders schon verloren, sondern uns obliegt die Pflicht, sie zuerst als von Gott Geliebte zu sehen. Was sonst will uns denn Jesus mit seinem Gleichnis von jenem Sklaven, dem eine große Schuld vergeben wurde, der aber selbst nicht vergab, sagen? Matth. 18:23-35. Was will ER sagen, wenn ER vom Unkraut und dem Weizen spricht, die miteinander bis zur Ernte wachsen sollen? (Matth. 13:24-30)
Gottes Liebe neu zu betrachten und
unsere eigene Position mit Bescheidenheit zu sehen, könnte uns helfen, die
Gleichnisse Jesu mit neuem, tieferen Verständnis gewinnbringend zu lesen. Wir
würden uns selbst als die Betroffenen sehen und nicht als solche, die über allem
stehen.
-H .G.-
EINE BEGEGNUNG IM THEOLOGISCHEN
SEMINAR
An der Universität Heidelberg findet seit 1976 in jedem Sommersemester ein
konfessionskundliches Begegnungsseminar statt. Die Theologiestudenten können
hierbei Vertreter der verschiedenen christlichen und auch außerchristlichen
Gruppierungen kennenlernen, können ihnen ihre Fragen stellen und im Gegenüber zu
dem ihnen begegnenden Glauben ihre eigene Glaubensposition klären.
In diesem Jahr begann die Folge der Begegnungen mit den Zeugen Jehovas - ein etwas gewagtes Unternehmen, da gerade hier die innere Befangenheit auf beiden Seiten groß ist: Nicht nur weil die Glaubensunterschiede gravierend sind; es stehen vielmehr harte Vorwürfe im Raum, die gegeneinander erhoben werden, - und nun soll plötzlich ein dialogisches Gespräch im akademischen Rahmen geführt werden!
Als Vertreter der "Wachtturm-Gesellschaft" waren zwei Zeugen Jehovas gekommen, die schon mehrere Jahrzehnte lang vollzeitig im Reisedienst stehen, sie besuchen die zahlreichen Ortsversammlungen im Land und übermitteln die Wachtturm-Lehre auch nach außen. Zwar hatten sie noch kaum eine Begegnung im Universitätsbereich gehabt, doch waren sie schon öfter in höheren Gymnasialklassen gewesen, wo es dann zuweilen "sehr turbulent" zuging, wie sie berichteten.
Die Heidelberger Begegnung war insofern geglückt, als die Studenten die Ambivalenz von persönlicher Gläubigkeit der Zeugen Jehovas und ihrem Glaubensinhalt ganz unmittelbar erleben konnten. Der liebenswüdige weißhaarige Herr, der als Gesprächsführer vom Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft in Selters/Taunus gekommen war, entsprach in keiner Weise der Klischeevorstellung von einem doktrinären und aggressiven ZJ-Funktionär. Ruhig und im guten Kontakt zu den Studenten trug er seine Dinge vor und vermittelte einen gefestigten, unangefochtenen Glauben. Von neuem bestätigte sich auch die Erfahrung, daß Jehovas Zeugen klar und gerade heraus das sagen, was sie glauben. Auch war beachtlich, wie präzise die Sprecher auf das ihnen gestellte Thema "Das Menschenbild im Zusammenhang mit der Lehre der Zeugen Jehovas" eingingen und jeden Punkt mit Hilfe einer dicken Heiligen Schrift biblisch belegten. Selbst den aufmerksam zuhörenden Studenten wurde zum Teil erst nachträglich in der kritischen Reflexion ganz deutlich, welch harte Glaubensposition hier mit freundlicher Miene vorgetragen wurde; und sie fragten sich: Wie sollen jene meist einfacheren Menschen dies erkennen, die von den eifrigen Zeugen in ihren Wohnungen besucht und belehrt werden? Was auf die Heidelberger Studenten besonders stark wirkte, war das völlig geschlossene Glaubenssystem, aus dem heraus argumentiert wurde. Das hatte die Folge, daß die Antworten meist an den Fragen vorbeigingen. Aufs Ganze gesehen blieb der Eindruck zurück, daß selbst so erfahrene und sichere Interpreten der Wachtturmlehre, wie es die Gäste in Heidelberg waren, gänzlich dialogunfähig sind - wenn "Dialog" als ein gemeinsamer, beide Seiten verbindender Prozeß der Wahrheitsfindung verstanden wird. Wenn die heutigen Theologiestudenten vielleicht mehr denn je nach der lebendigen Wahrheit fragen, die im biblischen Zeugnis vermittelt wird, dann muß ihnen ein derart in sich stimmiges System von Wahrheiten als die Gefangensetzung des biblischen Evangeliums erscheinen. Und der Umgang mit der Schrift als Belegsammlung für die eigenen Lehrpunkte, was aufs erste so perfektioniert und beeindruckend wirkt, wurde von ihnen als der Bibel gänzlich unangemessen bewertet - ein Urteil, welches wiederum den Zeugen Jehovas von ihrem Standpunkt der Rechtgläubigkeit aus ganz unverständlich war. "Ständig auf die rechte Glaubenslinie gebracht, ist es ja gar nicht möglich, selbständig zu fragen und frei nach Antworten zu suchen, um dann von der Gültigkeit und Tiefe biblischer Aussagen überzeugt zu werden", sagte ein Student und offenbarte damit seine eigene Glaubenserfahrung. Wo ist hier die "Freiheit eines Christenmenschen"?
Natürlich propagieren auch die Zeugen Jehovas die Toleranz; ein jeder darf glauben, was er will, wurde versichert; niemand werde zu irgend etwas gezwungen. Aber doch ist nach ihrer Meinung keiner, der etwas anderes glaubt, "in der Wahrheit"; und wer die "rechte Anbetung" nicht übt, der geht verloren. Das Bild ist holzschnittartig in harten Kontrasten gezeichnet: entweder ist man ein "Diener Jehovas" oder man steht unter der Herrschaft Satans in "diesem bösen System der Dinge". Für die Missionare der Wachtturm-Gesellschaft, ist der Nicht-Zeuge kein ernstzunehmender Glaubender und damit Partner und auch kein freier und eigenständiger Mensch, sondern allein Missionsobjekt. Das tangiert unmittelbar das Menschenbild. Wo das eigene Verständnis ganz selbstverständlich für die biblische Wahrheit ausgegeben wird, die eigene Zielsetzung mit dem Willen Gottes einfach gleichgesetzt wird, da wird eine subtile Form von Herrschaft ausgeübt, und der Mensch wird zum Untergebenen, der zu Gehorsam und Leistung verpflichtet ist, der eingepaßt werden muß.
"Dies ist ein Glaubenssystem - der Mensch gerät dabei außer Blick", lautete das abschließende Urteil nach dieser Begegnung mit Vertretern der zweitgrößten Sondergemeinschaft in der Bundesrepublik. Wobei man sich jedoch bewußt wurde, daß es sich hierbei um den Prototyp einer bestimmten religiösen Grundhaltung handelt, einer Haltung, die mehr oder minder scharf ausgeprägt in vielen Glaubensgemeinschaften anzutreffen ist. Dieser "Ordnungstyp" von Religion ist Ausdruck eines Versicherungsstrebens, geboren aus Angst vor der Freiheit und Kreativität des Geistes und der ständig neuen Herausforderung durch Gott.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Erinnerung an dunkle Abschnitte in der Geschichte der Kirche wach, die auch immer wieder der Versuchung erlegen ist, den Glauben zu reglementieren und damit Herrschaft über die Seelen auszuüben. (MD der EZW, 6/1989) rei
HAST DU DAS GEWUSST?
ES GIBT EINE "ZJ HEIRATSPOST"
JEHOVA HAT DIE EHE FÜR DEN MANN UND DIE FRAU GESCHAFFEN.
EIN JEDER KANN IN DER EHE ECHTE FREUDE UND ECHTES GLÜCK FINDEN.
DER EHEBUND IST GUT, WENN BEIDE PARTNER BESTÄNDIG GEBEN UND NEHMEN, IN STETER
LIEBE EINANDER UMSORGEN UND EIN JEDER FÜR DEN ANDEREN PARTNER IN TREUER LIEBE DA
IST.
Liebe Ehesuchende!
Wer der "ZJ Heiratspost" seine Aufmerksamkeit schenkt - ist in der Regel auch
immer an einer guten, theokratischen Ehe, d. h., auch wirklich an einer
'ehelichen Verbindung' echt interessiert.
Es ist ja. eine bekannte Tatsache, um so ausführlicher man seinen Ehewunsch,
sich selbst und auch die 'erwünschten' Eigenschaften des ersehnten Ehepartners,
zur Darstellung bringt - je eher ist der Erfolg gegeben, auch den theokratischen
Ehepartner seiner Vorstellungen von wirklich aufrichtig echter Treue und einem
harmonischen Eheglück, in gegenseitiger Liebe und häuslicher Geborgenheit,
schneller zu finden.
Die weithin, in Deutschland und in vielen europäischen Ländern, beliebte "ZJ Heiratspost" bietet auch ihnen die gute Möglichkeit, die entsprechenden Verbindungen zu anderen theokratischen Ehesuchenden aufzunehmen! - Und beachtenswert ist auch, daß alle Leistungen, der "ZJ Heiratspost" zu einem garantiert wirklich sehr günstigen Pauschalpreis geboten werden.
Das ganz Besondere an den in so großer Zahl veröffentlichten Ehewünschen vieler Zeuginnen und Zeugen Jehovas (und auch von immer mehr theokratisch 'echt ' Interessierten) in der bekannten "ZJ Heiratspost" ist, daß diese alle, durch die Einmaligkeit der 'besonderen' Möglichkeit "bester Ausführlichkeit" - eine ganz vorzügliche 'Aussagekraft' erlangen können. Ein 'Foto' kann hierzu ebenfalls bestens beitragen. Je 'ausführlicher' sie schreiben und um so ehrlicher Ihre persönlichen Angaben sind, je eher ist auch Ihnen die Möglichkeit eines baldigen Erfolges ihres Wunsches gegeben. - Nur Ehrlichkeit und Offenheit kann auch Ihnen bald das ersehnte Glück einer theokratischen Ehe bringen!...
EINSAMKEIT MUSS NICHT SEIN!
Auch Sie können bald, durch die weithin bekannte und so beliebte "ZJ
Heiratspost" (nicht zuletzt auch durch die weite Verbreitung 'in vielen
europäischen Ländern' bedingt), Freude und ein echtes, theokratisches
Eheglück finden.
Wenn sie heiraten möchten und einen theokratischen Ehepartner suchen, dann
senden Sie mir doch bitte recht bald Ihre diesbezüglichen Wünsche. - Es ist mir
wirklich ein 'echtes' Herzensanliegen - wenn ich Ihnen helfen darf, in einer
theokratischen Ehe recht glücklich zu werden.
Ein neueres Foto (möglichst in schwarzweiß, Paßbild oder Bildausschnitt) kann
eine Erfolgsaussicht Ihres Ehewunsches noch ganz besonders steigern! - Auch kann
es zu Ihrem Vorteil sein, den Ehewunsch-Fragebogen recht 'ausführlich' zu
beantworten. Damit können Sie, 'ohne jede Extra-Kosten', das mögliche Interesse
an ihrem Ehewunsch noch weiter vermehren; weil dieser Fragebogen für eine evtl.
von Ihnen gewünschte Erstellung Ihres Ehewunsches durch mich - und als mögliche
Ergänzung Ihres eigenen Textes, sehr hilfreich sein kann.
WARUM LÄNGER WARTEN?
Warten Sie nicht länger auf den Zufall einer Begegnung - sondern nehmen Sie Ihre
Hoffnung auf ein schönes, theokratisches Eheglück, doch einmal selbst "fest in
beide Hände" - und vertrauen auch sie 'ihren Ehewunsch' der wirklich sehr
beachtenswerten und weitverbreiteten "ZJ Heiratspost" an. Es wäre doch wirklich
wunderschön, wenn - 'der gute Mittler für theokratische Ehen' - die "ZJ
Heiratspost", dann schon bald ein liebes Echo, ja vielleicht sogar bereits die
Erfüllung auch all Ihrer Wünsche bringen könnte. Von Herzen kommend, wünsche ich
Ihnen, daß Sie recht bald Ihre Einsamkeit beenden können und auch in einer nur
guten, theokratischen Ehe glücklich werden.
Wünsche Ihnen, ganz herzlichst, 'Jehovas reichen Segen' und bin mit
theokratischen Grüßen freundlichst Ihr ... (Mehr darüber in der nächsten
CV-Ausgabe.)
CV-Anmerkung
Es ist nicht bekannt, ob diese ZJ-Heiratsvermittlung von der WTG offiziell
anerkannt wird oder ob sie der Initiator ist.
AKTUELLES IN KÜRZE
GROSSER STREIT UM FANATISMUS
Da ist unter den WT-Zeugen ein so großer Streit darüber ausgebrochen, ob sie
unterm WT Fanatiker sind, daß der WT vom 15. Juli 1989 mit einem Artikel auf den
Plan treten mußte, um die Gemüter wieder zu beruhigen. Ein Hauptkennzeichen des
Fanatismus sei gewesen, "in fremde Länder zu ziehen, um alle, die die
christliche Taufe ablehnten, zu martern, zu vergewaltigen oder niederzumetzeln".
Das wahre Christentum könne keine Fanatiker hervorbringen. Was der WT aber dabei
geschickt umging, war, daß eine solche Niedermetzelung aller, die die
christliche Taufe (lt. WT) ablehnen, im WT-Harmagedon stattfinden soll, woran
sich die WT-Zeugen vom Himmel her, soweit sie dann schon oben sind, beteiligen
würden. Ist das kein Glaubensfanatismus? Gibt es eine schlimmere Intoleranz? Ist
das WT-Harmagedon nicht wie ein riesiger Scheiterhaufen für alle
Andersglaubenden und Andersdenkenden? Und wer das für rechtens hält, ist kein
Fanatiker?
Der religiös begründete Mord oder
Massenmord an "Säuglingen, Frauen, Jungfrauen und Greisen" im WT-Harmagedon ist
kein Fanatismus derer, die das ausdenken und predigen? Wenn unvollkommene
Menschen behaupten, allein "in der Wahrheit" zu sein, dann werden sie zu
Fanatikern: ist es am Ende nicht so unterm WT, "willst du nicht unsere
Schwester, unser Bruder sein, dann schlägt man dir in Harmagedon den Schädel
ein"? -
Ja, so ist es! Oder nicht? -
FÄLSCHUNGEN IM WACHTTURM
Ein jüngstes Beispiel dafür, wie die WTG für ihre Zeugen und die Öffentlichkeit
ihre eigene Geschichte frisiert bzw. direkt fälscht, ist ein Foto von einer
WTG-ZJ-Plakat-Demonstration im Jahre 1938, offensichtlich aus den USA. Auf einem
herumgetragenen Plakat lautet der Text: "Religion is a snare and a racket", zu
deutsch: "Religion ist eine Schlinge und ein Gimpelfang". Unter dem Foto liest
man dazu;
"Im Jahre 1938 prangerten Jehovas
Zeugen die falsche Religion öffentlich an".
(WT 1.4.1988, Seite 16, dt.)
Die Wahrheit ist, daß 1938 nicht "die falsche Religion", sondern alle Religion
oder Religion überhaupt als Schlinge und Gimpelfang angeprangert wurde, wie das
Plakat selbst beweist, daß also Foto und Untertext nicht übereinstimmen, die
Sache heute also eine WTG-Geschichtsfälschung darstellt. Die WTG ließ damals
nämlich öffentlich verkündigen, daß sie und ihre Zeugen mit Religion überhaupt
nichts zu ton haben. Den Beweis liefert auch das heute verworfene WTG-Lehrbuch
von 1945/50 "Theokratische Hilfe für Königreichsverkündiger", wo es auf S. 303
"theokratisch" also "von Gott" heißt: "Religion1 ist jedes Tun, das
Jehovas Willen widerspricht". -
AUS DER WELT DER ZEUGEN
KOMME, WAS DA WOLLE - AUF UNABSEHBARE ZEIT
Ein WTG-Missionar", wie die WTG ihn haben will, Eric Britten aus Coventry,
England!
Lachend stellt er sich im WT (1.8.85) vor. Wenn man seinen Schlachtruf "KOMME,
WAS DA WOLLE!" liest, denkt man unwillkürlich an alte, bedenkenlose Haudegen
oder Draufgänger, Fremdenlegionäre, die nichts erschüttert und erschreckt, die
nicht nach ihrem Leben fragen, wenn es um ihren Lohn geht. Er geht von England
nach Portugal, wo er illegal arbeitet, dann nach Brasilien, dann wieder zurück
nach England, dann wieder nach Brasilien "an den Amazonas". Was die WTG in den
Jahrzehnten seines Dienstes auch gepredigt haben wollte, er tat es, ob es
stimmte oder nicht, fragte er nicht. Ja, so will die WTG es haben. Zum Schluß
zitiert er Psalm 100:5 "... auf unabsehbare Zeit". Ja, solche bedenkenlosen und
nichtfragenden Haudegen braucht man, wenn man Generation um Generation immer
weiter verschieben muß. -
JUBEL UNTER GOTTES VOLK
"... Aus Mexiko kommt folgender Bericht:
Überall im Land sprudeln die Verkündiger geradezu über vor Begeisterung, und das
ganze Land scheint Feuer und Flamme für die Wahrheit zu sein. Die Brüder gehen
in der Wahrheit auf, ja, ihr Leben ist völlig darauf ausgerichtet. Ganze
Familien kommen in die Wahrheit."
(WT 1.1.1987, S. 4)
Dieser Bericht ist ein Musterbeispiel für die Unsachlichkeit, Überspanntheit, Phantasterei, Irrealität, Euphorie und geistige Hochstapelei, in die von der WTG geführt wird, was sich ihr hingibt. Man verliert den Sinn für die Wirklichkeit. Kein "ganzes Land" war und ist je "Feuer und Flamme" für die WTG-Lehren gewesen, und auch Mexiko ist das nicht. Die die Last der Verkündigung von Haus zu Haus zu tragen haben, wissen dies doch, oder sollten es wissen. Und was "Feuer und Flamme für die Wahrheit" betrifft, dies noch: Sachlich wäre, wenn man sagen würde, ... für das, was die WTG als Wahrheit verkündigen läßt, und zwar heute. Denn die Liste der Halbwahrheiten, Unwahrheiten, Irrtümer und Lügen in der 110jährigen WTG-Verkündigung ist inzwischen Legion, schließlich gibt es, das kommt dazu, auch Wahrheit außerhalb der WT-Organisation, es ist ja nicht jedermann außerhalb nur in der Lüge. Wir sehen an dem zitierten WT-Bericht wieder, was für ein unsachlicher Taumel da erzeugt wird, um darin zu wandeln, in was für einem Zustand muß man sein, um das ohne Widerspruch zu schlucken? -
- "Christliche Verantwortung":
Herausgeber Henry Werner -
DDR 6500 Gera, Straße der Republik 46; Jahresabonnement: 2.— M; Versand auch
kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe Gera
A 414 V 7 1 2115 N2