Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 243
In geschraubten Worten, mehr vernebelnd, denn als „erklärend", muss die CV in dieser Ausgabe - faktisch - ihre in der Nr. 238 verbreitete Falschmeldung, bezüglich des WTG-Funktionärs Kelsey nunmehr zurücknehmen. Es ist immer problematisch, wenn nicht bestätigte Gerüchte sofort auf den Markt geworfen werden. Und zwischen Wunschdenken und Realität, klafft halt manchmal eine nicht geringe Kluft!


 30 JAHRE
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 243 GERA OKTOBER 1989

WIE STEHT ES UM R. E. KELSEY?
Weitere Informationen
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 5 und 6/1989
CHRISTEN UND DER NEUE BUND
... Was zählt vor Gott?
"BLUTTRANSFUSION"?
Leserfragen an die WTG
40 JAHRE DDR
Die Zeugen Jehovas in unserem Land
HAST DU DAS GEWUSST?
Wie kann ich mich von der WTG trennen?

BEWEIST DER AUFBAU DER ORGANISATION DER ZEUGEN JEHOVAS, DASS SIE EINE GÖTTLICHE ORGANISATION IST?
Jehovas zeugen sind zur Durchführung ihrer Aufgaben entsprechend organisiert. Sie bedienen sich dabei einiger Körperschaften. ... Die "Prediger-Organisation der Zeugen Jehovas" ist keine Körperschaft, sie unterstehen in allen Dingen den 3 Körperschaften oder der WTG. Jedes der 3 Körperschaften hat ein eigenes Vorstandsdirektorium, eigene Buchführung und tätigt eigene Aufzeichnungen. Aller Besitz gehört der WTG, auch die Gilead-Schule mit Farm und die Besitzungen auf Staten Island.

Alle eingehenden Gelder der Zeugen Jehovas sind an die WTG zu überweisen und werden von dort verwaltet und verteilt. Jehovas Zeugen haben weder Besitz noch Vermögen.
Von Zeit zu Zeit wird es nötig, daß sich das Direktorium der 3 Körperschaften versammelt, um Wahlen durchzuführen oder neue Richtlinien zu beschließen. Wie kommt das Direktorium zustande? Durch Wahl nach Mehrheitsverhältnis, wie in demokratischen Organisationen. Wahlberechtigt sind bestimmte Mitglieder der 3 Körperschaften und auch wählbar. Die Satzungen der Wachtturm-Gesellschaft besagen: "Daß der Präsident auf Lebenszeit gewählt wird. Präsident Knorr wurde 1942 auf Lebenszeit gewählt, ist dies biblisch? Es taucht dabei die Frage auf:

"Ist der gewählte Präsident so unfehlbar, daß bei ihm ein Versagen unmöglich ist? Kann jemand vorher wissen, daß er bis zum Lebensende treu bleibt und in den kommenden Drangsalen ausharrt?" Matth. 24:13. Der Präsident gibt die Richtung für Vorgehen und Verhalten an. Die 3 Körperschaften unter Vorsitz des Präsidenten bilden die gesetzliche Vertretung der Predigtorganisation der Zeugen Jehova. Sie erstellen die Satzungen und organisieren den Predigtdienst .
Eine wichtige Satzung davon lautet: "Aber sie (die Zeugen) müssen sich den Gesetzen der verschiedenen Länder anpassen ..."

Die gesetzlichen Vertreter treten nur dort auf, wo sie gesetzlich anerkannt sind. In Verbotsländern ziehen sie sich sofort zurück. Trotzdem wird erwartet, daß die Zeugen ihr Predigtwerk uneingeschränkt fortsetzen. Dies muß auf eigene Verantwortung geschehen, da die gesetzliche Vertretung nicht mehr im Lande ist. Warum anderen eine Last auflegen, die man selbst nicht tragen will? Matth. 23:4. Weiter sagt sein Wort: "Einer trage des anderen Lasten und also erfüllet das Gesetz des Christus, welches das der Nächstenliebe ist." (Gal. 6:2; Jak. 2:8; Rö. 13:8) Dieses Gebot der Nächstenliebe lehrt uns, selbst das Leben für die Brüder niederzulegen. (1. Joh. 3:16; Joh. 13:35) Warum sich also furchtvoll zurückziehen? Wiederum ermahnt Gottes Wort: "Kinder laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit", und "Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus... Wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe." (1. Joh. 3:18; 4:18).

Liebe Brüder, leider ist der Raum zu beschränkt, um Euch alles zu unterbreiten, doch dürftet Ihr aus dem wenigen ersehen,daß man wohl kaum von einer göttlichen Organisation sprechen kann, deren oberste Leitung von Gott eingesetzt und von Jesus Christus geführt wird. Es geht bei der Einsetzung rein menschlich zu, d.h. nach menschlicher Ordnung, wie in anderen religiösen Organisationen auch. Es ist nichts Außergewöhnliches vorhanden, was ihre Behauptung stützen könnte.
Wie steht es aber mit der "Theokratisehen Herrschaft"? Nach Darstellung der Leitung begann die theokratische Herrschaft in der Organisation im Jahre 1938 (l) Wieso? Folgende Veröffentlichung möge es erklären:

"Als die Bewegung wuchs, wurde sie mehr und mehr organisationsbewußt und immer weniger persönlichkeitsbewußt. Deshalb stellte die Londoner Gemeinschaft der Zeugen Jehova im Jahre 1938 die revolutionierende (wörtlich) Forderung an das Hauptquartier: Daß sie wünsche, daß die Leitung ihrer Gruppen von der Gesellschaft ernannt würden. Bis dahin waren die lokalen Funktionäre (wörtlich) oder Wahlältesten auf demokratischem Wege durch Abstimmung innerhalb der Gemeinschaft gewählt worden. Jetzt lautet die Frage: 'Wenn das Königreich da ist und wir unter der Herrschaft des Königreiches stehen, leitet dann der Herr unsere Gemeinschaft? Oder leiten wir sie? Ist das Königreich eine Theokratie oder Gottesherrschaft? Wirkt das Königreich von unten nach oben? Oder von oben nach unten?' Die Zeugen fühlten, daß dies ein gottgewolltes Werk war. Es sollte ein Volk auf die herankommende Herrschaft des Königreiches vorbereiten .. . So vertrauten sie zuversichtlich darauf, daß die Gesellschaft die Organisation des Herrn war. Sie war nur durch Menschenhand (!) entstandene Körperschaften, sie waren aufgebaut worden, um den Forderungen des bürgerlichen Staates zu genügen. Da aber Jehovas Segen auf dieser Einrichtung ruhte, warum sollte dann die Gesellschaft nicht auch die lokalen Zeugenkongregationen überwachen? (!) Die Londoner Gemeinschaft lehnte die demokratische Herrschaft ab, sie wünschte ein theokratisches Vorgehen, indem die Gesellschaft die lokalen Funktionäre oder Diener ernenne und wollte diesen Akt als einen Akt der 'theokratischen Regierung' anerkennen."

Präsident, Direktorium und alle Kongregationen waren einverstanden. Die Organisationszentrale ernannte die Funktionäre in allen Kongregationen rund um die Welt.
Jetzt heißt es wörtlich: "Die theokratische Herrschaft hatte begonnen."
Liebe Geschwister, wir hoffen, Euch mit dieser Unterbreitung gedient zu haben, ihr habt gehört, wieso die theokratische Herrschaft 1938 in der Organisation begann.

Leider hat man aber vergessen, dies biblisch zu beweisen, wohl weil man diesen Beweis nicht erbringen kann. Trotzdem propagiert man dies weiter, aber jedem sollte es wohl jetzt verständlich sein, daß diese Ausführungen der Leitung mit Theokratie nicht das geringste zu tun haben. Die Leitung ist und bleibt eine von Menschen gewählte und hat mit göttlicher Herrschaft nichts zu tun. Sie gibt es auch zu.
Nicht um etwas verächtlich zu machen oder zu verunglimpfen, wie es böse Zungen behaupten, unterbreiten wir Euch dies, sondern um Euch zu helfen. Reife Geschwister besitzen gemäß der Bibel Unterscheidungsvermögen und wissen Gottes Wort recht zu handhaben, so unterscheidet auch Ihr mit gesundem Sinn, und bemüht Euch, in allen Dingen ein gutes Gewissen vor Gott und Menschen zu haben.
Wir grüßen alle mit Psalm 119:165. Im Namen vieler Geschwister - Willy Müller -

WIE STEHT ES UM RICHARD E. KELSEY?
In CV 238 und 239 wurde gemäß Mitteilung aus WTG-Kreisen in der BRD informiert, daß einem hohen Mitarbeiter des WTG-Zweigbüros in Selters die Gemeinschaft entzogen wurde. Genannt wurde Richard E. Kelsey, der zweithöchste dortige Leiter (2. Vors. der WTG, lt. e. V.)

Inzwischen konnte mit ihm darüber gesprochen werden.
Das demokratisch unkontrollierbare Regime der WTG macht es zunächst immer schwierig, genaue Auskünfte in kritischen Fragen zu bekommen. So wird z. B. seit dem WTG-Jahrbuch 1965 keine WTG-Sonderdienerliste mehr veröffentlicht, über den Tod von WTG-Präsident Knorr am 8.6.1977 informierte die WTG tatsächlich "mit gemischten Gefühlen" (!) erst Monate später im WT vom 1.9.1977. Seit den Kongressen 1987 sind die Kongreßredner von den Programmen verschwunden. Schließlich wurde das Mitglied der Leitenden Körperschaft, Raymond Franz, nur auf "UMWEGEN" ausgeschlossen, um das Gesicht nicht zu verlieren, wie man in seinen Enthüllungen in "Krise des Gewissens" nachlesen kann.

Natürlich nahm CV die Mitteilung über den Ausschluß von Richard Kelsey mit Vorbehalt auf, mit der Bemerkung, "wenn Richard E. Kelsey nun ausgeschlossen wurde, wie uns mitgeteilt wird, dann...", um zunächst einen ersten kurzen Überblick zu geben, in welchen Problemen er in seiner hohen Funktion tatsächlich steckt, die ihn ehrlicherweise veranlassen müßten, der WTG ebenfalls den Rücken zu kehren. Es war klar, daß mit diesen CV-Veröffentlichungen eine beträchtliche Zahl von Anfragen in Selters eingehen würden, wozu in CV auch direkt aufgefordert worden war. So geschah es auch.

Es kam zu verschiedenen Gesprächen mit Richard Kelsey selbst. Soweit darüber berichtet wurde, ergibt sich folgendes. Auf die CV-lnformation angesprochen erwiderte er, er sei nicht ausgeschlossen worden. Natürlich habe er große Probleme, mit dem, was Raymond Franz mit seinem Buch aus Brooklyn enthüllt. Das bedrückt ihn sehr. Auf die CV-Veröffentlichungen werde er nicht reagieren. Er verurteilte CV nicht äußerte aber ein gewisses Bedauern darüber, womit er sich über CV als gut informiert erwies.

Natürlich ist man bei CV nicht böse darüber, wenn es um R. E. Kelsey nicht ganz so steht, wie uns zunächst mitgeteilt wurde. Es wäre sogar sehr gut, wenn er sich noch eine Zeitlang den WTG-Betrieb von innen ansehen würde, kritisch nunmehr, wie Ray Franz vor ihm.
Hinzu kommt, daß man oft zunächst schwerlich klar genug unterscheiden kann auf Grund seiner Äußerungen, ob jemand Gemeinschaftsentzug hat, ausgeschlossen ist, selbst weggegangen, isoliert ist, zurückgezogen. - Raymond Franz hat gezeigt, wie kompliziert und schwierig es in hoher WTG-Stellung ist, wenn jemand die Dinge zu durchschauen beginnt. Alles das müssen
wir den Brüdern zugute halten, die uns über die Vorgänge in der WTG-Führung berichteten. Auf Jeden Fall wird die WTG gezwungen, sich immer mehr kontrollieren zu lassen, sie dürfen sich dort nicht wundern angesichts ihres "theokratisch " verkappten Geheim-Regimes, wenn sie dabei ins Zwielicht geraten. - Wo Rauch aufsteigt, muß doch was brennen oder glimmen. Wenn Richard Kelsey ehrlich ist, dann kann er sich den Erkenntnissen von Raymond Franz, die ihm zu schaffen machen, auf die Dauer nicht entziehen. Möglicherweise hat er sich da und dort in diesem Sinne geäußert, so daß man ihn schon für ausgeschlossen hielt.

CV wird fortfahren, auf die Vorgänge in der WTG-Führung hinzuweisen, wie sie uns bekannt werden.
Über kurz oder lang werden sich die Dinge immer klären. Kelsey ist US-Amerikaner wie Franz. Vielleicht befindet er sich, ebenfalls schon auf seinem "UMWEG", damit man in Selters nicht das Gesicht verliert?
- Vielleicht können wir dann auch ein Buch von Richard Kelsey erwarten? - Vielleicht steht er schon mit Raymond, Franz in Verbindung? - Wer weiß das?
Die "theokratische Kriegslist läßt sich auch umdrehen! Und Kelsey ist einer ihrer besten Kenner!
-CVN-

Der Wachtturm
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
APG 17:11
Wer ist ein DIENER GOTTES?
WACHTTURM NR. 5/1989
Es geht uns bei den WT-Überprüfungen immer wieder darum, nachzuweisen, daß die WTG mit ihrem WT nicht von Gott, kein „Kanal Gottes" ist, dem man gehorsam und unkritisch folgen muß, sondern bloßes Menschenwerk, an dem sich immer wieder bestätigt: "Durch glatte Worte und schmeichelhafte Reden verführen sie die Herzen der Arglosen" (Römer 16:18).

"WORAN SIND WAHRE DIENER GOTTES ZU ERKENNEN? -
FRAGT DER WACHTTURM
Das negative Beispiel eines kath. Priesters in Spanien muß herhalten, um sogleich mit dem Finger auf andere zu zeigen. - Man könnte mit der WT-Obrigkeits-Irrlehre von 1929 bis 1962 kontern oder mit dem Alkoholismus des ehemaligen WTG-Vizepräsidenten Hayden Cooper, Covington.

"WER IST WIRKLICH l EIN DIENER GOTTES?"
SO FRAGT DER WACHTTURM WEITER
Wieder wird eingangs mit dem Finger auf fragwürdiges katholisches Verhalten gezeigt, diesmal auf kath. Soldaten, für und gegen Hitler. Die ZJ hätten überall den Militärdienst verweigert. Hier nur soviel: Das stimmt zu der Zeit von C. T. Russell und auch für die Schweiz nicht. So auch hier "glatte Worte", im übrigen haben die Mennoniten schon vor Jahrhunderten Militärdienst verweigert.

Also auch kein WTG-Zeugen-Vorrecht.
Was "Glauben an die Bibel" betrifft, so herrscht doch in Wirklichkeit der Glaube an WTG und WT vor: Jeder darf doch nur so der Bibel glauben, wie der WT es auslegt und bestimmt!
"... und die Moral"?
Es gibt keine „sexuellen Verfehlungen", die es nicht auch unter den ZJ gibt, aber mit dem Unterschied, daß man sie dann "der Welt" zuschiebt und sich an die Brust schlägt, wie "rein" man sei.

Und „wahre Lehren" hat die WTG zuerst bei sich selbst nachzuweisen, wenn sie da andere „jagt und fischt".
"Armen, Kranken und Betagten helfen", heißt es auch. Hier wird in Wahrheit purer Gruppenegoismus gepredigt!
Die Armen, Kranken und Betagten außerhalb der WT-Organisation können am Straßenrand verkommen! „Nicht helfen, die Zustände zu verbessern", ist das wahre Gesicht der WTG!

STUDIENARTIKEL; „RECHT UND GERECHTIGKEIT KENNZEICHNET ALLE WEGE GOTTES."
In Wahrheit geht es um den Weg, den die WTG da geht und führt. Man wird unruhig. Schließlich ist auch die 1914-Generation bis auf ein paar Uralte tot, vergangen.
„Vergessen wir nicht, daß der Mensch nicht so erschaffen wurde, daß er unabhängig von seinem Schöpfer handeln sollte", wird warnend gesagt. Im Klartext: Wer sich gegen die WTG erhebt, wird als Rebell gegen Gott vernichtet, er hat sich Satan, dem Teufel und seinen Komplizen, den Dämonen unterstellt".
Die eiserne Faust im WT-Samthandschuh, schön hinter Jeremia 10:23 verborgen.

"BALD GERECHTIGKEIT FÜR ALLE NATIONEN"
Merkt man es wirklich nicht mehr? „Allen Nationen unausweichliche Vernichtung!" ist doch die WTG-Verkündigung für alle Nationen. - So ist das nicht gemeint?
Um so schlimmer, wenn man was sagt, was man nicht meint!
Die verpackte Bemerkung (Abs. 21), daß es sich nur um „eine anscheinende Verzögerung" handele, offenbart, daß dieser Artikel nur eine weitere Hinhalteabsicht verfolgt, um den nach Psalm 90:10 bevorstehenden Zusammenbruch auch der 1914-Endzeit nicht zum Bewußtsein kommen zu lassen. Was in diesem Artikel auch sonst gesagt wird, heraus kommt praktisch nur „treues Handeln" im WT-Sinne (Abs. 2l).
-D.P.-

Du kannst kostbare Schätze finden
WACHTTURM NR. 6/1989
STUDIENARTIKEL:
"ERLANGE VON JEHOVA EINSICHT"
In den Abschnitten 1-4 wird gesagt, daß ein Mensch nur von Jehova Einsicht erhalten kann. Einsicht, die es ihm ermöglicht, in der rechten Art und Weise zu handeln und sein Leben in die richtige Bahn zu lenken.
Nun ist gegen so eine Absicht nichts einzuwenden, aber tut die WTG auch tatsächlich das, was sie versucht anderen weiszumachen? Wir werden sehen. Es wird insbesondere betont, daß es wichtig ist, sich vom "treuen und verständigen Sklaven", leiten zu lassen und die Veröffentlichungen der Sklavenklasse fleißig zu studieren (S. 14, Abschnitt 12).

Wo bilden denn heute noch die ca. 9000 Symbolteilnehmer die "Sklavenklasse", die die geistige Speise zum Verständnis der Bibel ausgibt? Die Wirklichkeit sieht doch ganz anders aus. Den Wachtturm und andere WTG-Schriften verfassen doch nur andere Personen, die im Hintergrund gehalten werden und die für die Öffentlichkeit absolut anonym bleiben. Diejenigen, die eigentlich die "Sklavenklasse", den Überrest darstellen, werden doch überhaupt nicht nach geistiger Speise gefragt, denn auch sie müssen geistig gesehen von dem leben, was anonyme Leute in Brooklyn produzieren! Sie haben noch nicht einmal eine beratende Funktion bei der Abfassung von WTG-Schriften. Die Überrest- und Sklavenklasse wird doch nur zur Verschleierung des wirklichen Sachverhaltes vorgeschoben, wenn nämlich die WTG im ureigensten Interesse durch beauftragte Leute "neues Licht" machen läßt. Oder wie man es auch immer nennen mag. Die Verfasser der WTG-Schriften fühlen sich nämlich nicht von einem Gott, bzw. Jehova in die Pflicht genommen, ganz einfach deshalb, weil sie zuallererst den WTG-lnteressen dienen müssen. Und die bestehen darin, die einfachen Zeugen nicht zum Nachdenken kommen zu lassen und sie bestmöglichst in Unterwürfigkeit auf der Jagd nach neuen Erfolgszahlen für die WTG beschäftigt zu halten, so kann man mit Fug und Recht sagen, daß der im Abschnitt 21 angeführte Satz "Die Worte seines Mundes sind fortwährend Schändlichkeit und Trug" in erster Linie auf die WTG anzuwenden ist, da sie die Menschen bewußt in voller Absicht täuscht.

"EINSICHT. DIE VON JEHOVA STAMMT".
Statt sich selbst zu überprüfen, verlegt die WTG sich wieder einmal darauf, mit Fingern auf Andersgläubige zu zeigen. (Seite 18, Abschnitt 3)
Statt gegen christliche Kirchen zu polemisieren, sollte die WTG sich lieber ein Beispiel an ihnen nehmen, ganz besonders in Sachen der tätigen Nächstenliebe, oder hat die WTG vielleicht schon ein Krankenhaus, ein Altersheim oder ähnliches errichtet, um bedürftigen Menschen zu helfen? Bisher ist dergleichen nicht bekannt. Derartige Arbeiten überläßt man dem Staat oder den Kirchen und beschimpft diese dann auch noch dafür!

Meint die WTG etwa, daß so eine Handlungsweise der richtigen Einsicht entspricht, die von Jehova stammt?
Jedermann, der unvoreingenommen diese Tatsachen prüft, wird zu der Einsicht gelangen, daß die WTG nicht die richtige Einsicht von Jehova hat, sondern nur ihre eigenen egoistischen und zutiefst menschenfeindlichen Ziele verfolgt.
—R.S.W.—

CHRISTEN UND DER NEUE BUND
Alter Bund - Neuer Bund - Was zählt vor Gott?
WER MIT GOTT IM NEUEN BUND STEHT, DER IST KEIN FEIND GOTTES, WER ABER IM ALTEN BUND VERHARRT, DER BLEIBT EIN FEIND GOTTES UND AUCH ALLER MENSCHEN. (1. Thess. 2,14-16; Phil. 3,1-9)
Als Jesus vor nunmehr knapp 2000 Jahren zu predigen begann, da fand er eine gespaltene Nation vor. Auf der einen Seite die Pharisäer und Schriftgelehrten, die eifersüchtig darüber wachten, daß das ihnen durch Mose gegebene Gesetz und die Überlieferungen der Väter peinlichst genau befolgt würden. Und auf der anderen Seite das einfache Volk, das unter der Last, besonders, aber unter der Last der Überlieferungen stöhnte.

Im Matthäus-Evangelium, im I5. Kap., wird uns anhand eines Disputs zwischen Jesus und den Schriftgelehrten und Pharisäern deutlich vor Augen geführt, wie weit sich gerade jene, die sich gern als die Hüter des Gesetzes in Szene setzten, in Wirklichkeit doch vom Gesetz Gottes schon entfernt hatten. Als sie zu Jesus sagten:

"WARUM ÜBERTRETEN DEINE JÜNGER DIE ÜBERLIEFERUNGEN DER ÄLTESTEN? DENN SIE WASCHEN IHRE HÄNDE NICHT, WENN SIE BROT ESSEN."
Antwortete ihnen Jesus:
"WARUM ÜBERTRETET IHR DAS GEBOT GOTTES UM EURER ÜBERLIEFERUNGEN WILLEN?" Und nachdem er sie der Übertretung des Gebots 'Vater und Mutter zu ehren' überführt hatte, fügte er hinzu:
",IHR HABT DAS GEBOT GOTTES UNGÜLTIG GEMACHT UM EURER ÜBERLIEFERUNGEN WILLEN."
Halten wir hier fest: Wenn auch der Apostel Paulus in seinen Briefen wiederholt davon spricht, daß er den (Gläubigen getreulich das überlieferte, was er vom Herrn empfangen hatte, so spricht Jesus doch hier ganz eindeutig von menschlichen Vorschriften, die über den Rahmen des Gesetzes hinaus das Leben bis ins einzelne regelten und einengten.

Sich auf die Schrift berufend schloß er die Auseinandersetzung mit den Worten:
"TREFFLICH HAT JESAJA ÜBER EUCH GEWEISSAGT, INDEM ER SPRICHT: DIESES VOLK EHRT MICH MIT DEN LIPPEN, ABER IHR HERZ IST WEIT ENTFERNT VON MIR. VERGEBLICH ABER VEREHREN SIE MICH, INDEM SIE ALS LEHREN MENSCHENGEBOTE LEHREN." (Matthäus 15,1-9)
Wen wundert es da, daß es gerade Menschen aus den unteren und unterdrückten Schichten waren, die sich dem Herrn zuwandten und ihm nachfolgten?
Er sprach so ganz anders, ihn verstanden sie, und sie spürten, er versteht auch uns, und so vertrauten sie ihm. Einen gläubigen Christen auf die Bergpredigt aufmerksam zu machen, hieße gleichsam 'Eulen nach Athen tragen', doch eine Frage sei erlaubt. Wie wirkungsvoll war diese Predigt unseres Herrn im Urteil seiner Zuhörer? Matthäus hat dieses Urteil der Menschen jener Zeit für uns aufbewahrt.

Wir lesen:
"DA ERSTAUNTEN DIE VOLKSMENGEN SEHR ÜBER SEINE LEHRE; DENN ER LEHRTE SIE WIE EINER, DER VOLLMACHT HAT, UND NICHT WIE IHRE SCHRIFTGELEHRTEN." (Matthäus 7,28.29)
Wir sehen, mit dem Auftreten Jesu änderte sich so einiges im Bewußtsein der Menschen; die Schriftgelehrten kamen im Urteil des Volkes nicht mehr so gut weg. Es entstand auf Seiten der Hohenpriester und Schriftgelehrten eine gewisse Rivalität und sie sahen in Jesus eine Gefahr, der es zu begegnen galt. Der Evangelist Lukas berichtet
uns (Kapitel 20,20):
„SIE BEOBACHTETEN IHN UND SANDTEN AUFLAUERER AUS, DIE SICH STELLTEN, ALS OB SIE FROMM WÄREN, UM IHN IN DER REDE ZU FANGEN, DAMIT SIE IHN DER OBRIGKEIT UND DER MACHT DES STATTHALTERS ÜBERLIEFERN KÖNNTEN."
Dabei war Jesus gar nicht daran gelegen, das durch Mose gegebene Gesetz willkürlich außer Kraft zu setzen. Einigen unter dem Volk, das ihm zuhörte, die mit diesem Gedanken vielleicht gespielt haben mögen, sagte er:

„MEINT NICHT, DASS ICH GEKOMMEN SEI, DAS GESETZ ODER DIE PROPHETEN AUFZULÖSEN; ICH BIN NICHT GEKOMMEN, AUFZULÖSEN, SONDERN ZU ERFÜLLEN."
(Matthäus 5,17)
Und er erfüllte das Gesetz. Mehr noch, er selbst war die Erfüllung des Gesetzes! Hören wir zur Bestätigung das Wort des Ap. Paulus an die Christengemeinde in Rom:

"CHRISTUS IST DES GESETZES ENDE, JEDEM GLAUBENDEN ZUR GERECHTIGKEIT."
(Römer 10,4)
In der Fußnote der Rev. Elb. 1986 heißt es noch, "oder Ziel".
Das Gesetz war mit Christus also zu seinem Ziel gekommen, es hatte seinen Zweck erfüllt und bedurfte keiner gewaltsamen Auflösung.
Wir erleben es immer wieder, ganz gleich, ob im gesellschaftlichen oder im privaten Bereich des Lebens; alles, was neu ist, hat es zunächst schwer, sich durchzusetzen. Und je weiter etwas von unserem gewohnten Denkschema abweicht, um so hartnäckiger widersetzen wir uns erst einmal. Erinnern wir uns doch einmal, wie schwer wir uns taten, die alten, untauglichen Denkschablonen dar Wachtturm-Gesellschaft abzulegen, sie uns gewissermaßen aus Herzen und sinnen zu reißen.

Und seien wir einmal ehrlich, bricht nicht noch hin und wieder, im Umgang mit unseren Brüdern, der Wachtturm-Richtgeist hinter unseren Worten hervor? Das, liebe Brüder und Schwestern, sind die faulen Früchte jener menschlichen Überlieferungen oder Vorschriften, von denen unser Herr sprach, die über das geschriebene Wort hinaus, das Leben der Gläubigen bis ins einzelne regeln und einengen und so jede christliche Freiheit unterdrücken.
Ich meine, mit dem persönlichen Erleben im Ringen um christliche Freiheit sollten wir wohl verstehen, was in den Köpfen der Menschen jener Tage vor sich ging, als sie, erzogen in jahrhundertealter Tradition, sich plötzlich so gänzlich Neuem gegenüber sahen. Es waren ja in erster Linie die Obersten unter den Juden sowie jene, die unter ihrem Einfluß standen, die sich dem Neuen, das mit Jesus gekommen war, widersetzten und dagegen ankämpften.

Da sie sich stolz auf Abraham, als ihren Vater, beriefen, Jesus ihnen aber entgegenhielt:
"WENN IHR ABRAHAMS KINDER WÄRET, SO WÜRDET IHR DIE WERKE ABRAHAMS TUN."
(Johannes 8,39)
Wir sollten uns der kleinen Mühe unterziehen und einen Ausflug in die Geschichte unternehmen, um den .Mann zu besuchen, von dem Jakobus schreibt;
„ABRAHAM ABER GLAUBTE GOTT, UND ES WURDE IHM ZUR GERECHTIGKEIT GERECHNET, UND ER WURDE EIN FREUND GOTTES GENANNT."
(Jakobus 2,23; 1. Mose 15,6; 2. Chro. 20,7)
Dieser Abraham, richtiger zunächst Abram, kam, wie wir heute sagen würden, aus gesicherten Verhältnissen. Und doch verließ er auf Geheiß Gottes sein Vaterhaus und seine Verwandtschaft, um in eine ferne, unbekannte Zukunft zu reisen, allein im Vertrauen auf Gottes Schutz und Führung. Selbst im hohen Alter noch kinderlos, verhieß ihm Gott eine zahlreiche Nachkommenschaft - und Abraham glaubte.

Jahre später, Abram war inzwischen 99 Jahre, änderte Gott seinen Namen in Abraham, sollte er doch der Vater einer Menge von Nationen werden. Wörtlich heißt es dann in 1. Mose 17,7:
„UND ICH WERDE MEINEN BUND AUFRICHTEN ZWISCHEN MIR UND DIR UND DEINEN NACHKOMMEN NACH DIR DURCH ALLE IHRE GENERATIONEN ZU EINEM EWIGEN BUND, UM DIR GOTT ZU SEIN UND DEINEN NACHKOMMEN NACH DIR."

Noch einmal verheißt ihm Gott, seinen Samen überaus zahlreich zu machen, "wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist", weil er nicht zögerte, als Gottes Aufforderung an ihn erging, seinen einzigen Sohn ihm als ein Brandopfer darzubringen. Anschließend dann die Zusicherung:
"UND IN DEINEM SAMEN WERDEN SICH SEGNEN ALLE NATIONEN DER ERDE DAFÜR, DASS DU MEINER STIMME GEHORCHT HAST."
(1. Mose 22,15-18)
Und Gott stand zu seinem Wort, seinem Bund mit Abraham, wenn es zuweilen auch schien, als hätte Gott den Abraham und seine Nachkommen längst vergessen. Wie zuvor angekündigt (l. Mose 15,13) mußten sie in einem fremden Land, das ihnen nicht gehörte, Frondienste verrichten und sie schrien zu Gott. Der biblische Bericht sagt:
"DA HÖRTE GOTT IHR ÄCHZEN, UND GOTT DACHTE AN SEINEN BUND MIT ABRAHAM, ISAAK UND JAKOB. UND GOTT SAH NACH DEN SÖHNEN ISRAEL, UND GOTT KÜMMERTE SICH UM SIE."
(2. Mose 2,23-25)
-R.I.H.-
(Fortsetzung in der nächsten CV.)

UND IMMER WIEDER "BLUTTRANSFUSION"
SIND JEHOVAS ZEUGEN MIT DER VERWENDUNG VON AUTOLOGEM BLUT (mit einer Autotransfusion) EINVERSTANDEN, DAS HEISST DAMIT, DASS IHNEN BLUT ENTNOMMEN, DIESES GELAGERT UND IHNEN SPÄTER WIEDER ZUGEFÜHRT WIRD? (WT, vom 1.3.1989, Seite 30f)

Als erstes fällt auf, daß der Artikel in einem sehr suggestiven Ton gehalten ist. Der Autor bzw. die WTG-Leitung sagen nicht "Wir meinen" oder "die Bibel sagt", sondern Formulierungen wie "Jehovas Zeugen sind ..." manipulieren einen WT-Anhänger dahingehend, daß er nicht mehr daselbst die Bibel fragt, ob sie wirklich das sagt, was der WT da behauptet, sondern ja und amen sagen muß, wenn er nicht als schlechter Zeuge Jehovas dastehen will.

Des weiteren ist die souveräne Art mit der die WTG Bibelstellen aus dem Zusammenhang reißt wieder einmal deutlich. So wird auf Gal. 6,5 "Denn jeder wird seine eigene Last tragen". (NW-Übersetzung) hingewiesen, nachdem erklärt worden ist, daß jeder ZJ nach seinem eigenen Gewissen entscheiden muß, ob sein Blut, das durch eine Herz-Lungen-Maschine geleitet wird, noch zu seinem Kreislauf gehört oder nicht. Daß Paulus in Gal. 6,5 nicht vom Blut spricht und nicht einmal im entferntesten daran denkt, wird schon beim einfachen Zitat deutlich und der Zusammenhang in Kapitel 6 des Galaterbriefes bestärkt das nur noch. Für mich zeigt ein solches Umgehen mit der Bibel, daß die WTG keinerlei Ehrfurcht vor Gott, Jesus Christus und der Bibel hat, denn sonst würde sie die Bibel nicht so verdrehen.

Das führt mich zu einem Widerspruch, den der Artikel in sich selbst enthält: Erst wird erklärt, daß auf keinen Fall das Blut des Patienten, das in der Klinik gelagert wurde, ihm wieder zugeführt werden darf, denn "solches Blut (ist) kein Bestandteil des Betreffenden mehr ..." Mit anderen Worten: Was außerhalb des Menschen ist, darf ihm nicht mehr zugeführt werden. Aber im nächsten Abschnitt wird das Blut, das außerhalb des Menschen durch eine Herz-Lungen-Maschine geleitet wird, als dem Menschen noch zugehörig gerechnet.

Also: entweder ist das Blut außerhalb des Menschen noch sein eigenes, oder es ist es nicht, wie das an den Haaren herbeigezogene Gebot für erlegte Tiere zu Nahrungszwecken deutlich machen soll. Alles andere ist in sich widersprüchlich.
Natürlich nimmt die Bibel zur Frage der Bluttransfusion überhaupt nicht Stellung.
Das wird sogar zugegeben. Denn in dem Artikel heißt es: "Selbstverständlich wußte man zur Zeit der Niederschrift der Bibel nichts von Bluttransfusion oder von irgendeiner anderen medizinischen Verwendung des Blutes. "Das heißt doch nichts anderes, als daß die Bibel auch kein Verbot von Bluttransfusion kennt, denn auch die wieder einmal fälschlich angeführte Stelle Apg. 15,28-1-29 sagt nichts anderes, als daß der Genuß von Blut untersagt wurde. Und da es sich hier um einen Beschluß der Apostel handelt und nicht um eine Prophetie, können sie auch die ganze Tragweite ihrer Aussage erfassen! Das läßt aber keine Möglichkeit offen, daraus ein Verbot v. Bluttransfusion zu machen und zeigt wieder einmal den Bibelmißbrauch der WTG. Nach Off. 22,18 steht die WTG damit unter dem Gericht Gottes, und ich kann nur für jeden ihrer linientreuen Anhänger hoffen und beten, daß sie die Wahrheit über diese sogenannte Neue-Welt-Gesellschaft erkennen!

Allen Lesern dieser Stellungnahme wünsche ich, daß sie die Bibel lesen im Vertrauen auf ihren Herrn und Heiland Jesus Christus, der versprochen hat, sie (und auch mich) in alle Wahrheit zu leiten, und daß sie sich nicht auf den Sauerteig der Pharisäer und Schriftgelehrten verlassen.
Richard Ristow

EIN KLEINER REISEBERICHT
CHRISTUS AM KREUZ UND AM PFAHL
Die alte prunkvolle Katherinen-Kirche in Gdansk wird täglich von vielen Menschen - gläubigen Katholiken, aber auch nur Kunstinteressierten und Neugierigen - besucht. Beeindruckt von dem ehrfurchtseinflößendem Bau und den wertvollen Kunstwerken verlassen die meisten das Gebäude. Mich hat ein Bild besonders nachdenklich gemacht. Neben einer ganzen Reihe Darstellungen von Jesu Opfertod am Kreuz findet man ein Gemälde, das ihn am Pfahl zeigt. Die katholische Kirche lehrt aber, daß Jesus gekreuzigt wurde, und dann dieses Bild? Man hat hier wohl etwas ganz Entscheidendes getan: Es wird Wert auf die Hauptsache und nicht auf die Nebensächlichkeit gelegt. Wichtig für uns Christen, ja für alle Menschen, ist doch, daß Jesus Christus sein vollkommenes menschliches Leben als Lösegeld für uns alle gab, damit wir das ewige Leben erlangen können. Aus dieser Tatsache dürfen wir doch Kraft und Hoffnung schöpfen, spielt es dabei wirklich eine so große Rolle, ob er am Kreuz oder Pfahl starb? An unserer Erlösung ändert das nichts. Selbst den Einwand, daß das Kreuz in alten Zeiten ein Symbol heidnischer Anbetungen und abergläubischer Vorstellungen war, kann ich hier nicht gelten lassen, denn gestaltete und bemalte Pfähle sind auch Gegenstände der Kulthandlungen mancher Naturvölker.

Nur mit Unbehagen kann ich mich deshalb an die absolutistische Bevormundung der WTG in allen Glaubensfragen erinnern und achte die Toleranz der katholischen Verantwortlichen der Katherinen-Kirche um so mehr.
Machen wir es deshalb so wie sie und lenken unsere ganze Aufmerksamkeit und vor allem unsere Dankbarkeit auf die Hauptsache, auf den Opfertod Christi, und lassen wir uns nicht durch das weniger Wichtige ablenken. -

NICHT IN DIE FALLE DER ÜBERHEBLICHKEIT TAPPEN (I)
Mark Twain erzählt, wie der Knabe Tom seiner Tante eine Geschichte von einer Havarie auf einem Mississippi-Dampfer auftischt. Das geht so:
Tom; "Ach, das Festfahren war gar nicht die Hauptsache ..., aber es ist ein Kessel explodiert".
Tante; "Du lieber Gott, es ist doch hoffentlich niemand dabei verletzt worden?"
Tom: "Nein, bloß ein Nigger ist getötet worden".
Tante; "Das ist ja ein wahres Glück, es werden so oft Menschen dabei verletzt!"

Dieser erdachten Tante hat Twain die ganz konkrete Redeweise von durchaus wirklichen Personen in den Mund gelegt, die in ihrem Dünkel und Hochmut nur sich selbst gelten lassen. Diese "Tante" spiegelt auch das Denken vieler ZJ wider. Wie oft schon wurde, wenn über Katastrophen berichtet wird, erwähnt, daß zwar viele Menschen dabei umgekommen wären, daß aber von den Brüdern niemand zu Schaden gekommen sei. Alles, was den Menschen widerfahren kann, hat, wenn es einem Zeugen geschieht, einen viel höheren Stellenwert. Der Abschlußkommentar zu den Ereignissen in der Welt lautet dann sinngemäß so:

"Und es wird noch viel schlimmer kommen. Wartet nur ab, ihr werdet es schon sehen!"
Das sagt man oft so recht genüßlich, doch hängt bei manch einem ZJ der Haussegen schon schief, wenn er mal irgendeine nicht lebensnotwendige Kleinigkeit nicht zu kaufen bekommt.
Der Menschenliebe Gottes wird ein sektiererischer Haß entgegengestellt. Die WTG, die Gott gern als einen Rachegott darstellt, hält sich selbst für den "Spitzenreiter"
in der Erkenntnis, doch ist sie geistlich gesprochen, auf einer kindlichen Stufe stehengeblieben.

Entgegen den Tatsachen behauptet die WTG, daß die Bibel aus einem Guß sei. Dieser demagogische Trick gibt den Meinungsmachern in Brooklyn die Möglichkeit, Gott in unseren Tagen so darzustellen, wie man ihn mit den Augen einer längst vergangenen Zeit, der Zeit vor dem Kommen Jesu als Mensch, gesehen hat. Aus dieser Sicht heraus baut die Gesellschaft das Überlegenheitsdenken auf, mit dem sie ihre Anhänger an sich bindet. So braucht es niemanden zu verwundern, daß es zur Denkweise vieler Zeugen gehört, über Nichtangehörige ihrer Gemeinschaft mit mitleidiger Geringschätzung zu sprechen. Wie man denkt, so ist man!

Heilige Männer Gottes schrieben und redeten von Gott in der Weise ihrer Zeit, aber, und das war das Besondere, sie stellten Ihn immer an die erste Stelle. In ihrem Gottesbild spiegelte sich ihr Weltverständnis,
Ein Beispiel, wie menschliche Erfahrung in das Gottesbild hineinprojiziert wurde, finden wir in der "Schöpfungsgeschichte", Sie besagt u. a., daß Gott Sonne, Mond und Sterne dazu geschaffen hätte, damit der Mensch mit ihrer Hilfe imstande sei, die Zeit zu messen.
In Wahrheit haben Menschen schon lange vor der Niederschrift des Pentateuchs die Zeit auf diese Weise gemessen. Indem die Schreiber alles, selbst menschliche Verhaltensweisen, auf Gott zurückführten, "unterstellten" sie Gott in frommer Absicht, ER habe die Himmelskörper geschaffen, damit sich Menschen in der oben erwähnten Weise ihrer bedienen könnten. Viel wichtiger als diese Folgerung ist das, was zwischen den Zeilen steht: nämlich die Entgötterung der Himmelskörper! Sie, die in der heidnischen Mythologie die Rolle von Göttern spielten, wurden zu bloßen "Lampen" degradiert, die von dem einen, wahren Gott GESCHAFFEN worden waren.
Wir aber, die wir in der Endzeit, der Zeit nach dem Kommen Christi als Mensch, leben, brauchen nicht mehr über Gott zu spekulieren, denn in Christo hat ER Sich den Menschen offenbart, -
-H.G.-

40 JAHRE DDR UND DIE ZEUGEN JEHOVAS
"MEINE HERREN, SIE MEINEN WOHL l JAHR!"
So sprach der WTG-Bezirksdiener Ost, Friedrich Adler, 1951 vor dem Obersten Gericht der DDR.
Seine gehegten Erwartungen; die DDR bestehe nur noch l Jahr, haben sich nicht erfüllt. Bruder Adler, geb, 1898, der die WTG-Endzeit-Irrlehre allen Ernstes vor dem Obersten Gericht vertrat, mußte enttäuscht und von der WTG getäuscht "vergehen".
Ja, auch 40 Jahre DDR haben die WTG-Endzeit-lrrlehre als überholt und haltlos ad absurdum geführt.

Liebe Brüder und Schwestern!
In den vergangenen 40 Jahren unseres Staates habt natürlich auch ihr als Zeugen Jehovas Euren Anteil geleistet. Zuerst habt ihr Euch gegen ihn gestellt, Euch dann abseits gehalten und dann Euch langsam eingefügt.
Heute, kann man sagen, leistet ihr in unterschiedlichsten Berufen, Stellungen und Funktionen Euren vollen Anteil an der Arbeit, aber leider noch nicht Euren vollen Anteil an allen Pflichten als Bürger unseres Landes.
Ihr habt 40 Jahre die Entwicklung mitgetragen, Ihr habt aber auch 40 Jahre lang alle Vorteile, die Euch dieser Staat geboten hat, in Anspruch genommen. - ob verdient oder unverdient, möget Ihr selbst einschätzen.

Unser Wunsch ist es, daß Euch "Jehova" in den nächsten Jahren so viel "helles Licht" geben möge, daß Ihr auch den restlichen Weg in die Gemeinschaft der Bürger unseres Landes finden möget.
Wir Brüder und Schwestern der CV werden Euch auch dabei immer hilfreich zur Seite stehen, -CVR-

HAST DU DAS GEWUSST?
WIE KANN ICH MICH VON DER WTG TRENNEN?
Nach jahrzehntelangen Erfahrungen mit der Ausschlußpraxis der Zeugen Jehovas gebe ich allen Austrittswilligen folgende Ratschläge:
1. Teile Deinen Wunsch, die Organisation der Zeugen Jehovas zu verlassen, schriftlich mit, und zwar der örtlichen "Versammlung", der Du bisher angehörst.
Der - eingeschriebene - Brief ist am besten zu richten an den aufsichtführenden Ältesten der Versammlung.
2. Als Christ kannst Du diesen Schritt unter Hinweis auf Aussagen der Heiligen Schrift und nachgewiesene Fakten begründen, niemals jedoch mir Vermutungen, vagen Behauptungen oder mit bloßen Anklagen.
3. Bringe deutlich zum Ausdruck, daß Du freiwillig aus der Organisation ausscheiden willst und auch erwartest, daß die Freiwilligkeit Deines Entschlusses auch im Antwortschreiben der Versammlung ausdrücklich Erwähnung findet, (sonst erfolgt möglicherweise ein "Gemeinschaftsentzug" mit der sehr dehnbaren Begründung: "... wegen Verletzung biblischer Grundsätze wurde dem / der ... die Gemeinschaft des Volkes Gottes entzogen.")
Du dürftest aus eigenen Beobachtungen wissen, wie bald ein mit solchen Begründungen Ausgeschlossener auf jede nur mögliche Art und Weise in der Folgezeit verdächtigt und diffamiert werden kann.
4. Verlange deshalb auf Dein Schreiben stets eine schriftliche Antwort.
5. Fertige von aller Korrespondenz einen Durchschlag an bzw. eine Fotokopie und hebe sie gut auf, um Dich nötigenfalls gegen Rufmord schützen und unwahren Behauptungen entgegentreten zu können.
6. Verwende bei Deinem Briefwechsel Begriffe, die seitens der ZJ unanfechtbar sind. Sprich also nicht vom "Austritt" (Du hast ja in der Tat nie Deinen "Eintritt" erklärt).
Sprich nicht von "Mitgliedschaft" (Du wurdest ja nie Mitglied).
Sage nicht, Du möchtest aus der Wachtturm-Gesellschaft aussteigen (ihr gehörst Du ja nicht an).
Weil Du aber - und sei es noch so fest - mit der Ortsversammlung der .Zeugen Jehovas verbunden bist, kannst „Du diese Verbindung lösen", "aus dieser Gemeinschaft ausscheiden". Du kannst sagen:
"Ich möchte nicht mehr dazugehören".
Auf diese Weise können wir zwar die prinzipielle Rechtsunsicherheit der ZJ nicht aufheben (das zu tun ist - dringendste - Aufgabe der Wachtturm-Gesellschaft), wohl aber die negativen Folgen dieser Sachlage für den einzelnen vermindern. Übrigens: in jüngerer Zeit haben die Versammlungen der ZJ in einigen wenigen Fällen Brüder und Schwestern, die sich freiwillig von ihr lösen wollten, gehen lassen - auch ohne "Gemeinschaftsentzug". Das ist gegenüber der bisherigen Praxis ein Novum.
Wenn Austrittswillige die hier aufgeführten Ratschläge beachten, kann aus Sonderfällen eine gute Regel werden. Das würde auch das "Klima" zwischen den ZJ und "ihren" aus freien Stücken Davongelaufenen erträglicher machen.
Denn daß den freiwillig Ausscheidenden der diffamierende "Gemeinschaftsentzug" angehängt wird, ist vom religiösen, vom menschlichen, wie auch vom Rechtsstandpunkt her eine unerhörte Zumutung.
H.-J.T.

AKTUELLES IN KÜRZE
AUSSCHLUSS VON RAYMOND FRANZ BESTÄTIGT
Da Zweifel ausgestreut werden, ob Raymond Victor Franz, der Verfasser des Buches "Krise des Gewissens", in dem die WTG-Führung als Menschenwerk enthüllt wird, ein Mitglied der leitenden Körperschaft der WTG war, folgt hier der Text, den die WTG im BRD-Königreichsdienst Nr. 9 vom September 1980 veröffentlichen ließ:

"Hiermit geben wir bekannt, daß Raymond Victor Franz seit dem 22. Mai 1980 kein Glied der leitenden Körperschaft oder der Brooklyner Bethelfamilie mehr ist."
Im WT vom 1.4. 1979, S. 11 wurde Raymond Franz letztmalig anläßlich der Einweihung eines neuen Zweigbürogebäudes in Frankreich als ein "Glied der leitenden Körperschaft" öffentlich ausgewiesen. -

IMMER WIEDER DONNERNDER APPLAUS Wie man im WT vom l. 8.88, S.23 lesen kann, gab es "donnernden Applaus"., als WTG-Präsident F. W. Franz vor der 84. Klasse von Gilead eingestand, daß die WTG die Welt irregeführt habe, als sie einst den Zweiten Weltkrieg als Harmagedon deutete.

Zuvor las man im WT vom 1.5. 88, S. 23 von einem anderen "donnernden Applaus", als WTG-Präsident J. F. Rutherford 1931 den damaligen Bibelforschern den unchristlichen Namen "Zeugen Jehovas" auferlegte.
Offenbar ist die Inszenierung von "donnerndem Applaus", eine wirksame Methode, den gesunden Sinn auszuschalten und Ungereimtheiten schlucken zu lassen.
-CVN-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
EIN GEISTIGES PARADIES?
Da gab es in einer Versammlung folgenden Vorfall. Der alte Vater, evangelischen christlichen Glaubens, starb. Seine Lieblingstochter, inzwischen zum WT-Glauben gekommen, erklärte der Familie, sie könne an der Beerdigung durch einen evangelischen Pfarrer nicht teilnehmen, da Oesus gesagt habe, "laß die Toten ihre Toten begraben", und ihr Vater sei ein Toter der Toten im WTG-Sinne. So blieb sie der Beerdigung in Schockierung der ganzen Familie fern. Riß und Zwietracht in der Familie waren fortan perfekt. Eine Blüte der bekannten antikirchlichen WTG-Hetze.

In einer anderen Versammlung tritt ein Sohn seinem Vater entgegen und erklärt, er könne ihn nicht mehr Vater nennen bzw. mit Vater anreden, weil Jesus gesagt habe, auf Erden "soll niemand Vater heißen". Auch hier war der Konflikt perfekt. Eine Folge der bekannten WT-Methode, Bibelverse aus ihrem Zusammenhang zu reißen und heute dies und morgen das Gegenteil davon als biblisch zu erklären.
In ihrem Buch "Weltweite Sicherheit ..." von 1986, S. 169/Abs. 19 hat die WTG keine Probleme, Gott "gleichsam zum himmlischen 'Großvater', zu erklären. Warum dann nicht auch zum himmlischen Urgroßvater usw.? Wie ernst sind diese "Bibelforscher" da in Brooklyn? Kann man mit Gott alles mögliche machen?

WEDER REBELLION, NOCH BESCHWERDEN i
"Zugegeben", auch Ehemänner, Eltern und Älteste irren sich manchmal. (Römer 3:23) Wirkt es sich jedoch positiv aus, wenn auf wohlgemeinten Rat mit Rebellion, Beschwerden oder Widerstand reagiert wird? Wieviel besser ist es doch, an dem uns von Gott zugewiesenen Platz zu bleiben und den Frieden zu suchen!" (WT 15.8.1988, S. 19) Gegen Irrtum keine Beschwerde und keinen Widerstand? Keine Auflehnung? Eine Frau, ein Kind, ein Bruder, eine Schwester erkennen, wie sie einen Irrweg gewiesen bekommen - die da Anweisungen geben, können sich ja irren - dann haben sie diesen Weg zu gehen, in die Irre, ins Verderben, in die Katastrophe gar vielleicht? Unvollkommenen, irrenden Menschen kann man solche Weisungsbefugnisse nicht geben. Das ist die nackte Diktatur im Namen Gottes. Für das Jahr 1986 wurden von diesen Ältesten 37 426 Gemeinschaftsentzüge vollzogen (WT 18/1987), wobei man wohlweislich die Anzahl derer verschweigt, die wegen Rebellion, Beschwerden oder Widerstand gegen Irrlehren ausgeschlossen wurden. Man erwähnt nur "Unsittlichkeit" und rückt sie damit an deren Seite. Eine Infamie ohnegleichen. Und alle Ältesten machen das unkritisch mit! Was für ein "geistiges Paradies". Immer mehr betrachten den WT genauer, nicht bloß nach der Kindergarten-Methode der vorgeschriebenen Fragen!
-CVN-

- "Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner -
DDR 6500 Gera, Straße der Republik 46; Jahresabonnement: 2.— M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952: Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe Gera

A 461/89 V 7 1 1666 N2

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