30 JAHRE
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR., DDR
Nr. 242 GERA SEPTEMBER 1989
AUF VERLORENEM POSTEN
WTG-Jahresbericht 1988
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 3 und 4/1989
....DIE HIRTEN SEIN WOLLTEN
(Johannes 10:l2,13)
DER BLUTKULT
Wirkung und Hintergrund
DER MANN, DAS HAUPT DER FRAU
Hat sich etwas geändert?
EIN LUTHERWORT
- Zum Nachdenken
JEHOVAS ZEUGEN UND DAS
EVANGELIUM DER BIBEL
WELCHES IST DAS EVANGELIUM DER ZEUGEN JEHOVAS?
Der Wacht türm hebt immer wieder hervor, daß das Evangelium
der Zeugen Jehovas die "Gute Botschaft vom 1914 aufgerichteten
Königreich" ist.
Wir lesen z. B. im WT vom 15.12.1954/757:
"Auf der ganzen Erde predigen ... Jehovas Zeugen diese gute Botschaft
vom (1914) aufgerichteten Königreich... Sie ist die einzige gute
Botschaft..."
Jedoch war das
Evangelium der apostolischen
Urgemeinde das Wort von dem für die Erlösung der
sündigen Welt gekreuzigten Jesus Christus wie Paulus
verkündet im l. Korinther 1 ;23: "Wir aber predigen Christum als
gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine,
Torheit." (Vergleiche 5, Mose 30: 12-14 mit Römer 10, 8 und 9.)
"Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit; uns
aber, die wir errettet werden,- ist es Gottes Kraft." (Elberfelder
Bibel)
Aus diesen Bibelstellen
ist zu erkennen, daß
auch heute noch das Evangelium der Apostel die einzige frohe Botschaft
derer sein muß, die am ursprünglichen Christentum festhalten.
Die Apostel lehrten nicht, daß im Jahre 1914 das Königreich
aufgerichtet werde und dies als Evangelium oder "Frohe Botschaft" um
diese Zeit verkündet werden solle, im Gegenteil: Die Apostel
warnen vor jedem anderen Evangelium in Galater l:8:
"Aber wenn auch wir oder wenn ein Engel aus dem Himmel auch etwas als
Evangelium verkündigte, außer dem, was wir euch als
Evangelium verkündigt haben, er sei verflucht."
Im Vers 10:
"Denn suche ich jetzt Menschen zufriedenzustellen oder Gott? Oder suche
ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre
ich Christi Knecht nicht"
(lies von Vers 8-12 zum Verständnis).
Kann man da noch behaupten, die "einzige gute Botschaft" der Zeugen
Jehovas vom "1914 aufgerichteten Königreich" sei
"ursprüngliches Christentum"?
Nein, die WTG geht über das hinaus, was geschrieben steht. (l.
Korinther 4;6)
WIRD DAS REICH .GOTTES
ERST IN UNSEREM ZEITALTER
GEPREDIGT?
Der WT vom 1.2.1957/75 schreibt:
"Dann sagte Jesus das Werk seiner Nachfolger voraus, das sie dann -
also in unserer Zeit - tun würden... Und diese gute Botschaft vom
Königreich wird (nach dem ersten Weltkrieg) gepredigt werden auf
der ganzen bewohnten Erde..."
Jesu Auftrag in Matth. 24;14 zur Verkündigung des Evangeliums vom
Reich wird jedoch nicht erst „seit dem ersten Weltkrieg" erfüllt.
Hören wir die Worte unseres Herrn selbst:
"Das Gesetz und die Propheten waren bis auf Johannes: von da an (!)
wird das Evangelium des Reiches Gottes verkündigt..."
(Lukas 16:l6)
Weil das Evangelium von der Erlösung durch Christus zugleich ein
Ruf Gottes ist "zu seinem Reich" (l. Thessl. 2:12) und eine
Ankündigung der Oberherrschaft Christi in seinem Reich (Dan. 2:44,
Jes. 9;6,7), bezeichnete Jeeus selbst "das Evangelium vom Reich". Mithin hat die Verkündigung des "aufgerichteten
Königreiches" nach dem ersten Weltkrieg durch die WT-Zeugen gar
nichts mit Jesu Auftrag (Matth. 24:14 und Luk. 16;16) zu tun.
IST DIE BOTSCHAFT VOM
KOMMENDEN REICH HEUTE
UNZEITGEMÄSS?
Das apostolische Evangelium vom Reiche Gottes kündigt das
zukünftige Gottesreich an. Jesus lehrte seine Jünger zu
beten: "Dein Reich komme." (Matth. 6:10) Dieses Gebet gilt nach wie
vor. Das Evangelium der WTG verkündet dagegen ein
gegenwärtiges Gottesreich, das seit 1914 da sein soll. Das
urchristliche Evangelium vom kommenden Reich wurde als "alt und
unzeitgemäß" abgetan.
Im WT vom 15, April 1958, Seite 239, wird verkündet:
"Somit war vom Jahre 1914 an die gute Botschaft eines kommenden Reiches
Gottes alt und unzeitgemäß geworden. Die Botschaft muß
fortan die Botschaft eines gekommenen Königreiches Gottes sein. Es
muß die Botschaft eines bereits geborenen Reiches Gottes sein,
das in den Himmeln aufgerichtet und inmitten aller seiner Feinde im
Himmel und auf Erden in Tätigkeit ist."
Was sind das für eigenartige Christen, die das Evangelium des
ursprünglichen Christentum als "alt und unzeitgemäß"
verwerfen. Kann die Leitung der WTG von ihrem Evangelium wie Paulus
sagen:
"Denn ich habe es weder von einem Menschen empfangen noch erlernt,
sondern durch Offenbarung Jesu Christi."
(Galater 1:12)?
Wie will die WTG ihr Evangelium rechtfertigen?
DIE
WACHTTURM-GESELLSCHAFT MITTLER ZWISCHEN GOTT UND
MENSCHEN?
Der "gesalbte Überrest" in der WTG beansprucht, der
von Gott eingesetzte "Mitteilungs- und Verbindungskanal" zu sein.
Hierzu erklärt der WT vom 15.8.1957:
"Jehova hat einen ganz bestimmten Mitteilungskanal geschaffen, durch
den er mit seinem Volk verkehrt..." (Mit den ZJ.)
Wenn dies zutrifft, so ist dieser Kanal, der Mittler zwischen Gott und
den Menschen. Das Wort Gottes sagt aber ganz
unmißverständlich (l. Tim. 2:5,6).
"Denn Gott ist einer, und ein Mittler zwischen Gott und Menschen .der
Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als Lösegeld für
alle ..."
Das ursprüngliche
Christentum kennt
überhaupt keinen "Mitteilungs- und Verbindungskanal". Dieser Kanal
ist von der Zeugenleitung frei erfunden, besonders zu dem Zweck, in
dieser angemaßten Rolle ihre Anhänger; in immer
größere Abhängigkeit und Furcht zu bringen.
Der WT ruft: "Dem Kanal folgen wie der Stimme Gottes!" - Wörtlich
heißt es im WT vom 15.8.1957, Seite 498:
"Laßt uns nun den
Mitteilungskanal
unmißverständlich erkennen, dessen sich Jehova in unseren
Tagen bedient, damit wir in seiner Gunst bleiben mögen. ...
Besonders seit dem Jahre 1919 hat er die kollektive Körperschaft
des gesalbten Überrestes über all die sichtbaren Interessen
des Königreiches gesetzt ...Es ist höchst wichtig, daß
wir diese Tatsache verstehen und den Anweisungen des Sklaven so folgen
wie wir der Stimme Gottes folgen würden, weil es Gottes Vorkehrung
ist."
Die Gegenwart der Gesalbten, die den WT-Kanal bilden, ist für
Jehovas Zeugen gleichbedeutend mit der Gegenwart Gottes. Hören wir
die WT-Stimme vom 15.1.1957/58:
"Jehova Gott wohnt bei
euch, weil seine Gesalbten
sein sichtbarer Tempel sind!" Deshalb sollen die Anhänger der
"Gesalbten" ihnen auch so gehorchen, wie sie Gott gehorchen würden.
Die Apostel des ursprünglichen Christentums würden sicherlich
solchen Vertretern hypermodernen Christentums mit Jes. 42:8 antworten:
"Ich bin Jehova, das ist mein Name; und meine Ehre gebe ich keinem
anderen noch meinen Ruhm den geschnitzten Bildern." Jehova teilt seine
Macht nicht mit diesem Kanal! Gibt nicht auch die
übermäßige "Selbstempfehlung" dieser „Gesalbten" sehr
zu denken? Jesus warnt in Joh. 5:31 mit den Worten: "Wenn ich von mir
selbst zeuge so ist mein Zeugnis nicht wahr."
Auch die Apostel betonen, daß sie sich nicht selbst empfehlen.
(2. Korinther 3:1;5:12)
WAR DIE ERSTE
AUFERSTEHUNG IM JAHRE 1918?
Die WTG behauptet: Jesu Kommen war 1914, die Auferstehung der im Herrn
Entschlafenen war 1918, und die, Entrückung der lebenden Gemeinde
geschehe nach und nach, und zwar durch das natürliche Ableben
ihrer Glieder.
Die Bibel sagt aber im 1. Thessl. 4:l5-17, daß "die Entschlafenen
mit der lebend angetroffenen Gemeinde 'zugleich' entrückt werden,
wenn der Herr kommt".
Ist die im Jahre 1914 lebende Gemeinde im Jahre 1914 oder 1918
entrückt worden?
Selbst die WTG gibt zu, daß die Gemeinde noch auf .Erden ist.
Dann ist aber auch die Auferstehung der in Christo Entschlafenen nicht
gewesen und steht mithin auch die Wiederkunft Jesu noch bevor!!
Die "gesalbten WT-Schreiber" sollten das Wort Gottes ernster nehmen und
dem Urquell der christlichen Lehre mehr Glauben schenken.
Euer Bruder
Willy Müller
AUF VERLORENEM POSTEN
Der WTG-Jahresbericht 1988 beweist es!
Die WTG läßt nun schon seit 1879, also 110 Jahre lang; ihre
Botschaft verkündigen. In diesem 110. Jahr 1989 sind aber immer
hoch so viele Menschen zu erreichen, und jedes; Jahr werden
Millionen hinzugeboren, daß man sich nur wundern kann, wie man
der WTG glauben kann, sie betreibe eine für heute vorausgesagte
Endzeitverkündigung, begrenzt auf diese Generation seit 1914.
Zuvor hatte sie ihre Endzeit bereits 1799 beginnen lassen.
(„Die Harfe Gottes")
Wir, wollen nur einige
Länder nennen, "die die
Unmöglichkeit zeigen, daß die WTG je solche, Voraussagen :erfüllea
könnte =, wenn es sie gäbe, weil es unmöglich ist, alle
Menschen zu erreichen.
Laut Bericht über das „Dienstjahr 1988" ist das Verhältnis
eines (1) Verkündigers zur Anzahl der Einwohner wie folgt:
Auf einen (1) Verkündiger kommen in
Algerien - 534 091 Einwohner
Bangladesh - 3 455 484
Guinea-Bissau - 77 500
Indien - 99 048
Komoren - 330 000
Libyen - 279 807
Mali - 121 212
Marokko - 393 548
Nepal - 349 780
Niger - 72 204
Pakistan - 374 532
Thailand - 51 245
Tunesien - 158 333
Türkei - 62 201
In der von der WTG noch
vorgesehenen Endzeit (1914),
nun ausgedehnt auf ein Menschenalter, bleiben nur noch einige wenige
Jahre. (Psalm 90:10)
Es ist unmöglich, daß ein Verkündiger in der nur noch
"verbleibenden" Zeit die Menschen erreichen kann, die da laut
WTG-Bericht auf ihn kommen, es sei denn, er ist ein Naivling.
Man kann sogar sagen, daß die absolute Mehrheit der Menschen auf
Erden von der WTG überhaupt noch nicht erreicht worden ist. Allein
China mit l Milliarde Menschen wäre für die WTG ein
hoffnungsloses Unternehmen.
Es sollte uns nicht
wundern, wenn die WTG
künftig ihre Vergleiche Verkündiger zu Einwohnerzahl
wegläßt, wie sie schon vieles weggelassen hat, was ihre
Unglaubwürdigkeit offenbarte.
Wer diese Vergleiche durchdenkt und das in Beziehung zur nur
möglichen WTG-Endzeit setzt, muß erkennen, wie man unter der
WTG auf verlorenem Posten steht, mit einem geglaubten Auftrag, der
niemals erfüllt werden kann.
-D.P.-
Der Wachtturm
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
APG 17:11
GOTTES GABE DER SCHÖNHEIT
Wachtturm 3/1989
Auf dem Titelbild werden besonders schöne Frauen verschiedener
Rassen gezeigt.
Was will die WTG damit erreichen?
Nun, schöne Frauen wirken immer anziehend, nicht nur auf die
Männer. So soll sich also jeder durch diesen Wachtturm angezogen
fühlen, ihn kaufen und lesen.
WAHRE SCHÖNHEIT, DU
KANNST SIE ENTWICKELN
Hier wird beschrieben, wie man durch Einhaltung von christlichen
Grundsätzen diese wahre Schönheit erreichen kann. Dazu werden
folgende Bibelstellen angeführt:
Galater 5 : 22, 23
Die Früchte des Geistes an den Tag legen.
Kolosser 3:8-l0
Anziehen der neuen Persönlichkeit:
Nun aber kommt es, was dem unvoreingenomenen Leser eingetrichtert
werden soll.
Auf Seite 6 lesen wir:
"Jehovas Zeugen helfen
immer gern bei diesem
Bemühen."
Das würde also bedeuten, daß die WTG im Besitz der wahren
Erkenntnis wäre und es innerhalb der Organisation der Zeugen
Jehovas Schlechtigkeiten jeder Art nicht gibt. Nun, dem ist beileibe
nicht so, denn auch in der WTG-Organisation gibt es alle Arten von
Verbrechen und Boshaftigkeiten, wie Lüge, Ehebruch, Diebstahl,
Verleumdung; Menschen, die durch harte Behandlung in den Selbstmord
getrieben werden, zerrüttete Ehen und Familien, Bestechung usw.
Das aber verschweigt die WTG wohlweislich und stellt sich hin und
schlägt sich an die Brust: Seht, wie sauber wir sind!
So schieben sie dem Staat alle ihre Probleme in die Schuhe und zeigen
dann noch mit den Fingern auf ihn, wenn er Polizei und Justiz
unterhalten muß. Die WTG bringt nicht wahre Weisheit, Frieden und
Glück, sondern soziale Irreführung und Unfrieden und erzieht
ihre Anhänger zum Haß und zur Frustation gegenüber dem
Staat und Andersdenkenden
WIRST DU NUTZEN ZIEHEN
AUS GOTTES BÜNDNISSEN?
"Durch dich werden alle Nationen gesegnet werden. Somit werden alle,
die am Glauben festhalten, zusammen mit dem glaubenden Abraham gesegnet,
(Galater 3:8,9)
Nun, wie wahr ist doch dieser Bibelspruch, denn er gilt für alle
Christen auf der Welt, nicht nur für die, die der WTG nachfolgen,
wie uns in diesem Artikel weisgemacht werden soll.
Sehen wir uns doch nur
einmal an, was Offenbarung 7
:9-l sagt. Dort heißt es, alle Christen aus den Nationen sind
diejenigen, die in weißen Kleidern vor dem Throne Gottes stehen
und ihm dienen. Mit Menschen aus den Nationen, die Christus annahmen,
begann mit der Berufung von Cornelius zum Christentum eine
glückliche Zeit, wie in Apg. Kapitel 10 nachzulesen ist.
Aber es gilt folgendes:
Nur der ist ein Christ, der den heiligen Geist auch annimmt, denn
allesamt sind auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen
Geistes getauft. (Matth. 28:19)
Damit haben sie auch Christus als Erlöser angenommen. (Galater
3:27)
"Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus
angezogen."
So ergibt sich schließlich, daß ein getaufter Christ,
gleich welcher Herkunft, auch ein aktiver Teilnehmer am Abendmahl sein
muß. Wie aber soll ein Zeuge Jehovas, der beim Abendmahl, auf das
ja in diesem Artikel hingewiesen wird, ein aktiver Bekenner zu Christus
sein, wenn er Brot und Wein welterreicht und so Christi Leib und Blut
ablehnt? Man bedenke, daß Jesus darauf hinwies, daß das
Teilhaben an seinem Leib und Blut der einzige weg zum Leben ist.
(Johannes 6:53-56)
Wollt IHR, liebe Zeugen,
weiterhin EUER ewiges Leben
verschenken? Ergreift es und laßt es EUCH nicht durch die WTG
wieder nehmen, wie heißt es doch in Apg. 5:29:
"MAN MUSS GOTT MEHR GEHORCHEN ALS DEN MENSCHEN."
-R.S.W.-
GERECHTIGKEIT FÜR
ALLE
Wird es das je geben?
Wachtturm Nr. 4/1989
Es lohnt sich, diesen Wachtturm sehr aufmerksam zu studieren. Hat ein
ZJ die letzte Seite zugeschlagen, ist er bestimmt etwas klüger
geworden. Besonders auf S. 29, Fragen von Lesern, werden Zeugen Jehovas
belehrt, daß sie von nun an Ausgeschlossene wieder zu
grüßen haben und mit ihnen wieder sprechen dürfen;
bislang drohte jedem selbst der Ausschluß, wenn er das tat, Was
wird man jetzt bloß mit denen machen, die noch im alten Licht
wandeln wollen?, frag ich mich. Sicher wird darüber noch der
Wachtturm schreiben; was in der Bibel steht, ist ja nicht so wichtig.
Ausgeschlossene "anerkannte Mitverbundene" - so eine Benennung kommt zwar in der Bibel nicht, aber es ist so eine Neuerung der WTG - sollen von dem "geänderten Standpunkt", der im Wachtturm-Artikel (WT 22/88) veröffentlicht wurde, freundlich auf diesen Wachtturm aufmerksam gemacht werden. Da kann man nur sagen: Hoffentlich, wollen die noch den Wachtturm lesen und ziehen, nicht die Bibel direkt vor.
Wie wichtig sich die Wachtturmgesellschaft selbst sieht, zeigt sich S. 22-24. In der Tat - sie hat was zu bieten! Sogar blaue Bomben liefert sie! Kann es sich auch leisten, ihre Zusammenkunftstätten, d. h. Königreichssäle, direkt neben katholischen Kirchen zu bauen - sehr zum Ärger dar Geistlichen und in ein Fenster ein aufgeschlagenes Buch - aber nicht die Bibel - zu legen, und jeden Tag wird eine Seite weitergeblättert. Einfälle hat sie!, da kann man nur staunen. Wie wärs, wenn in einem Fenster der Kirche ; gleiches geschehen würde und z. B. ein aufgeschlagenes Büchlein gegen die WTG lege?
Bin gespannt, wo sich
mehr neugierige Leser sammeln
würden.
Einen besonderen Leckerbissen liefert S, 21 unter der Überschrift:
"Abartiger Unterrieht. Das ist eine Nachricht mit :
tieferer Bedeutung! Hoffentlich bekommt keiner sexuelle Gelüste,
wenn er das liest! Das ist bestimmt nicht die Absicht der Gesellschaft.
Daß Bürgermeister Edward Koch aus New York sich auch schon
mehr auf die Seite der Neuen Welt der Wachtturmgesellschaft geschlagen
hat, ist auch eine phantastische Neuigkeit auf dieser Seite. Zeugen
Jehovas aus New York sollten - so meine ich - nun doch dafür
sorgen, indem sie sich an Wahlen beteiligen, daß er die
nächsten Wahlen wieder gewinnt, einen besseren Bürgermeister
würden sie sonst nicht bekommen.
Nun kommt etwas sehr Interessantes: Seite 18-20 behandelt daß Thema: "Läßt du stets nur deine Meinung gelten?". Bei gut erzogenen Zeugen Jehovas gibt es so etwas nicht! Unmöglich, daß sie wegen homosexueller Ältesten gespalten wären! Dafür sorgt eine „zentrale Lehrkörperschaft" auch so eine unbiblische Bezeichnung - daß so was nicht passiert. Sie gibt eindeutige Anweisungen, die anstelle persönlicher Ansichten treten, wie zur Zeit der ersten Christen. Bloß frag ich mich, wessen Ansichten lehrte denn der Wachtturm als es hieß, mit Abtrünnigen - ganz gleich, ob getauft oder ungetauft, ob Eltern oder Kinder - weder zu sprechen, zu essen oder sie zu grüßen? Jetzt hat ja der Wachtturm seinen Standpunkt geändert. Wir können es vermeiden, Fehler zu begehen, wenn wir die Entscheidungen und Anweisungen der Versammlung Gottes befolgen, heißt es so schön - aber ich bin total verwirrt: Wie kommt es, daß der Wachtturm selbst Fehler macht, hat Gott denn gar nichts mehr zu sagen?
Wo bleibt bloß die
Gerechtigkeit?
Gerade darüber wollte ja dieser Wachtturm mit dem
vielversprechenden Titel "Gerechtigkeit für alle - Wird es das je
geben?" Auskunft geben. Doch wie weit darf man
überhaupt Erwartungen an eine befriedigende Beantwortung, ob es je
Gerechtigkeit geben wird, stellen? schon allein die Vorstellung von
Gerechtigkeit ist doch sehr subjektiv. Es gibt doch sogar Menschen, die
sogar mit der Gerechtigkeit Gottes nicht zufrieden sind und wie sie sie
sehen, für sich in Anspruch genommen, sogar mit Recht.
Aber wenn jemand, z. B. auch die Wachtturmgesellschaft von Gerechtigkeit soviel redet und recht gut in vielem gerechter handeln könnte und es trotzdem nicht tut, weil es weniger einbringt als ungerecht zu sein, ist es geradezu grotesk. Es ist eine alt bekannte Tatsache, daß wer Macht hat, auch immer recht haben, wird; selbst wenn er nicht im Recht ist. Da macht die WTG leider auch keine Ausnahme. Oder ist es etwa gerecht, wenn die WTG zu Kritik an anderen schnell bereit ist, aber an sich selbst keine duldet? Viele Ausschlüsse sind doch gerade deswegen erfolgt, weil sich mancher Bruder zur Kritik an unrechtmäßigen Praktiken der Gesellschaft gewissensmäßig gezwungen sah!
Und Zeugen Jehovas
jemandem zu empfehlen, wenn er
Beweise für das Ende dieses "ungerechten Systems" kennenlernen
will, wie auf S. 13 zu lesen ist, ist soviel wie einem Süchtigen
zu fragen, warum das, wonach er ein so unstillbares Verlangen hat, so
gut ist. Denn in der Tat: Die Wachtturmgesellschaft und mit ihr alle
Zeugen Jehovas sind ja schon förmlich süchtig nach Beweisen
für ein nahes Ende dieser Welt; kein Wunder, wenn sie oft nicht
mehr klarsehen. In diesem Wachtturm ist es wohl wieder so geschehen. Ob
man dafür immer Verständnis aufbringen muß?
-J.M.-
FÜR DEN, DER SICH
ÜBER ANDERE CHRISTLICHE
KIRCHEN .UND GEMEINSCHAFTEN ORIENTIEREN MÖCHTE:
Evangelische Zeitschriften
Die Kirche, Glaube und Heimat, Potsdamer Kirche, Frohe Botschaft,
Standpunkt.
Katholische Zeitschriften:
St. Hedwigsblatt, Tag des Herrn, Begegnung,
Andere Gemeinschaften
Wort und Werk (ev. freikirchlich/bapt.) Friedensglocke (ev.
Methodistisch)
Glaube :und Dienst (fr. ev. Gemeinde) Adventgemeinde
(Gmd. Bl. d. Siebenten-Tags-Adventisten)
Stimme der Orthodoxie (russ. Orthodox)
Die kirchlichen Zeitschriften sind in der Regel von den betreffenden
Kirchen und Gemeinden zu beziehen oder auszuleihen.
30 JAHRE CV 1959 - 1989
MIETLINGE, DIE HIRTEN SEIN WOLLTEN (JOH. 10:12,13)
"ALLES NUN, WAS IHR WOLLT, DASS EUCH DIE MENSCHEN TUN; SOLLEN, DAS TUT
IHR IHNEN AUCH! DENN DARIN BESTEHT DAS GESETZ UND DIE PROPHETEN.-
(Matthäus 7:12)
Diese Worte von Jesus sollten für alle Christen Maßstab und
Richtschnur im Umgang mit anderen Menschen sein. Wer es auch sei, ob
arm oder reich, angesehen oder weniger beachtet, in hoher oder
niedriger Stellung, alle haben ein Anrecht auf diese Behandlung. Es ist
keine leichte Aufgabe, die ein Christ zu erfüllen hat, aber was
uns leicht fällt ist ja auch kaum der Rede wert, es zu
erwähnen. Was unter Schwierigkeiten vollbracht wird, kann man wohl
als ein Opfer bezeichnen, das von einem Christen erwartet wird.
AUCH DIE WTG HÄLT
OPFERBEREITSCHAFT FÜR
NÖTIG
Das wird auch jeder bestätigen, der jemals in ihren Diensten
stand. Doch werden die geforderten Opfer in erster :Linie
für die Interessen der WTG benötigt, wie
Propaganda-Verkündigung, Literatur-Bücher und Zeitschriften
abzusetzen, dazu die zahlreichen Zusammenkünfte besuchen. Aber
auch durch die Fehler der Organisation werden große Opfer
für alle Beteiligten nötig sein. Was macht man da am besten?
Man läßt die anderen die Opfer bringen! Im Notfall opfert
man eben auch mal die anderen! Denn Märtyrer sind eine gute
Propaganda, sie beleben das Geschäft! Und viele Zeugen Jehovas
waren bereit, Opfer zu bringen, für Gott und Christus!
Ich war es auch! - Daß die Opfer für die Fehler der WTG
gebracht wurden, sahen wir erst viel später ein.
WAS WAR GESCHEHEN UND
WARUM?
Die politische Lage erforderte für die Sicherheit des
Landes nach 1945, eine andere Regelung durch Gesetze und Bestimmungen,
denen auch die Zeugen Jehovas unterworfen waren, wie: die
Kirchen und alle Religionsgemeinschaften. Doch die WTG saß auf
einem hohen Roß. Durch ihren Widerstand gegen Hitler-Deutschland
hochmütig geworden und blind, sahen die sich selbst nur als
Sieger, und waren nicht bereit, Verträge und Bestimmungen zu
unterschreiben, die ihre Tätigkeit und Sicherheit als
Glaubensgemeinschaft gewährleisten würde. Die WTG erkannte
die Regierung nicht als Obrigkeit an, sie unterzeichnete nicht und
setzten sich nach Westdeutschland ab. Die Zeugen Jehovas in unserem
Land enttäuscht und verbittert vor einem Scherbenhäufen
zurücklassend.
FALSCHE LEHREN UND
FALSCHE LEHRER!
Kaum zu glauben, so sagt man sich und fragt man sich! Wenn man
überlegt, unter welchen Lehren damals verkündigt wurde! Es
sind Irrlehren mit dem Hang zur Utopie. Wie auch schon 40 Jahre
früher, war Jesus Christus nun 1914 unsichtbar auf den Thron
erhoben, und regiert als König im Himmel. Herrscher und Regenten
sind den Heiden-Nationen gleich und nicht unsere Obrigkeiten, denen wir
gehorchen müssen, sondern unsere Obrigkeiten sind Jehova-Gott und
Jesus Christus!
Die in Römer 13;l-10 für alle Christen geltenden Richtlinien in bezug auf die Obrigkeit, waren jahrzehntelang ohne Gültigkeit für die Zeugen Jehovas. Die WTG, der kluge und treue Knecht, waren die einzigen Vertreter Gottes auf der Erde, eine Gottesorganisation, die sich vieles anmaßte, und Gewalt ausübte gegen die Widersprechenden.
ES GAB GRÜNDE UND
NOTWENDIGKEITEN ZU
WIDERSPRECHEN
Denn es gab eine ganze Anzahl unbiblischer Lehren, wie die
Endzeitberechnung, die Abendmahlfeier mit Überrest und
Symbolenkult, die Verwendung des Namens "Jehova", der niemals so in der
Bibel stand wurde auch ins Neue Testament eingesetzt. Das gesamte
Verhalten der WTG mit Literatur- und Devisenschmuggel, dazu die
Thematik in WT und Erwachet, mit beleidigenden Parolen und
Äußerungen gegen den Kommunismus und ihre Regierungen,
wirkten, sich nur nachteilig für die Zeugen Jehovas aus.
Welch ein kluger und treuer Knecht" kann man da nur sagen. Er tat immer
das Gegenteil von dem, was Jesus geraten und getan hat. (Lukas
6:31-35).
DAS GROSSE DILEMMA
Es gab genügend Stimmen gegen den unbiblischen Kurs der WTG, aber
man hörte nicht auf sie. Während man anfänglich noch mit
Ausschluß jede Diskussion im Keime erstickt. Warum? Weil sich die
leitende, Körperschaft darüber im klaren war, dabei den
kürzeren zu ziehen. Sie fürchtete sich demütigen zu
müssen und ihren Nimbus, sprich "Heiligenschein" zu verlieren.
Demut: ist eine von Christen; geforderte Eigenschaft, d. h. auf jeden
Vorteil, jede Ehre, jeden Lohn zugunsten der Wahrheit, verzichten zu
können. Doch das war noch nie eine Stärk«, der WTG,
denn dazu gehört Liebe, große Liebe zur Wahrheit, biblische
Wahrheit im Sinne Gottes und Jesu Christi. Sie drückt sich dadurch
aus, daß wir christliche Verantwortung bekunden, ohne etwas
dafür zu erwarten.
Die WTG maßt sich an, allein das Hirtenamt zu
besitzen, doch bisher hat sie sich hur als Mietling, erwiesen.
-E.A.B.-
DER BLUTKULT - WIRKUNG
UND HINTERGRUND
Daß schon so viel über den Transfusions-Horror der WTG
geschrieben wurde, beweist sowohl die mangelnde Überzeugungskraft
der Wachtturmargumente als auch die Folgenschwere dieses Psychoterrors.
Über die abwegige Auslegung der einschlägigen Bibelstellen
durch den WT brauchen wir hier nicht nochmals zu streiten: Unter den
Bibelkundigen aller Konfessionen man keinen finden, der das Verbot des
Blutes als Nahrungsmittel für auch auf Transfusionen anwendbar
hielte. Sogar die Klassiker der Wachtturmlehren, Russell und Rutherford
kamen nicht auf solche Gedanken. Selbst unter den heutigen Zeugen
Jehovas sind sehr viele, denen die Blut-Lehre der WTG durchaus nicht
einleuchtet, die nur in der Hoffnung dazu schweigen, daß ihnen
eine Konfrontation mit der Entscheidung auf Leben oder Tod erspart
bleibt. Mit Sicherheit haben auch die Schreiber der bewußten
Schriftstellen nicht im entferntesten an Transfusionen gedacht, denn
damals kannte noch niemand dergleichen.
An ihrer Wortwahl ist zu
erkennen, daß sie
allein an die Verwendung des Blutes als Nahrungsmittel dachten, nur
daran.
Die Sinnbildlichkeit des Blutes für die Heiligkeit des Lebens zur
Begründung eines Verbotes für Lebensrettung durch Blutspende
heranzuziehen, ist ein grotesker Widerspruch in sich.
Bei so schwachbrüstiger theologischer Begründung der
Wachtturm-Blutlehre wird erklärlich, warum in allen WT-Schriften
weit mehr auf medizinischen Horror als auf religiöse
Überlegungen gebaut wird. Für eine medizinische Beurteilung
sind aber die WT-Schreiber nicht kompetent. Außerdem ist es auch
schäbig, einerseits die „fälschlich sogenannte Wissenschaft"
verächtlich zu machen, wenn sie (wie meistens) nicht zur WT-Lehre
paßt, andererseits jede brauchbare Äußerung von
Gelehrten als Beweis zu frisieren. Neben hochgespielten Fakten handelt
es sich dabei vor allem um eine planmäßige Verekelung.
Ein typisches Beispiel
ist der Bericht im ERWACHET
Nr. 20/87, Seite 17 über die 12jährige Lisa aus Kanada, die
am 17.11.85 durch Transfusionsverweigerung an Leukämie starb, sie
sagte: „Mir wurde übel bei dem Gedanken, daß ich das Blut
von jemand anders erhielt, weil immer die Gefahr besteht, Aids oder
Hepatitis oder eine andere Infektion zu bekommen, und alles, was ich in
dieser Nacht tat, war, immer und immer wieder auf dieses Blut zu
starren."
Nicht religiöse Überzeugung, sondern suggerierte Angst und
Ekel sind Mittel zum Zweck! Worin dieser Zweck besteht, beantwortet der
WT 15.8.88, Seite 27 selbst:
"- Welches sind vier
auffallende Unterschiede
zwischen wahren Christen und Namenschristen?
Wahre Christen enthalten sich des Blutes (Apg. 15:28,29). Sie halten
sich an einen hohen Sittenmaßstab (l .Kor. 6:9,10). Wahre
Christen verhalten sich in bezug auf Politik und in den vielen
nationalen Auseinandersetzungen neutral (Joh. 17:16).
Jesu Nachfolger ahmen im Familienleben sein Beispiel nach (Eph.
5:21-25)." Das allererste Merkmal ist also "die Enthaltung vom Blut"!
Die danach angeführten Merkmale haben schließlich auch
andere Christen. Also nur, um ihre Sonderstellung zu beweisen,
kalkuliert die WTG kaltschnäuzig einen sinnlosen Opfertod jungen
Lebens ein! (Die Greise in Brooklyn werden selbst wohl keine Blutspende
mehr brauchen.) Jesus war allerdings der Meinung:
"Daran werden alle
erkennen, daß ihr meine
Jünger seid, daß ihr einander liebt." (Johannes 13:35)
Nach dem Willen des WT hätte er sagen müssen: "... daß
ihr vor allem jede Bluttransfusion verweigert." Vielleicht sollte man
die nächste Ausgabe der NW-Bibel dahingehend korrigieren? Liebe
Brüder und Schwestern!
Laßt Euch nicht mit den unerträglichen Lasten der
Pharisäer in Brooklyn beladen! Nach dem Für und Wider der
Blutspende befragt die Ärzte. Als wahre Christen aber erweist Euch
nach den Merkmalen Jesu und nicht nach denen der Besserwisser der WTG!
-E.K.-
DER MANN, DAS HAUPT DER
FRAU
Hat sich an der Lebensweise der Menschen in unserem Jahrhundert
gegenüber der Zeit, die die Bibel beschreibt, etwas geändert?
Sehr viel, wenn wir an Fortschritt, Technik und auch Umwelt denken. Wie
sieht es aber mit der Verhaltensweise des Menschen gegenüber einem
Schwächeren aus? Kann unsere Zeit eich rühmen, viel besser zu
sein als z. B. zu Jesu Zeiten? Die Medien sprechen eine andere Sprache.
Wie ist die Haltung der Christen? Wie meistern sie ihr Verhältnis
zu Schwächeren und ganz besonders zu dem schwachen Geschlecht; der
Frau?
Jesus, das Vorbild aller
Christen, betonte nicht
ständig, daß er das Haupt des Mannes sei. Nein, das hatte er
nicht nötig. Im Gegenteil, denn in Matth. 11:29 sagte er:
"Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin
sanftmütig und von Herzen demütig."
Ein richtiger Mann
muß nicht ständig auf
sich aufmerksam machen, daß er der Herr im Haus ist. Das tun doch
nur Männchen. Ein Ehemann braucht nicht gleich um sein Image
fürchten, wenn er einmal großzügig über .einen
Fehler seiner Frau hinwegsieht. Eine verständnisvolle Frau wird es
wohl zu schätzen wissen. Sie weiß aber auch, daß
Männer ausnahmslos unvollkommene Geschöpfe sind.
Warum glauben Männer so oft, nur ihre Meinung wäre die
richtige und nur sie könnten recht haben? Dabei würde es
ihnen nicht schlecht stehen, zuzugeben, wenn sie sich geirrt haben. Sie
wären glaubwürdiger.
Da das Zusammenleben der Menschen oft mit Schwierigkeiten verbunden ist, rüstet die WTG ihre Schäfchen für alle Lebensbereiche aus. Ein von ihr herausgebrachtes Buch; "Das Familienleben glücklich gestalten" machte mich neugierig. Hierin scheint wirklich der Schlüssel zur Lösung zu liegen. Alle Probleme der Ehe werden angesprochen. Würde alles, was in diesem Buch steht, von den Zeugen wirklich befolgt, müßten sie die besten Ehen der Welt führen. Da aber dem nicht so ist, sei mir eine kleine Kostprobe gewährt, was die WTG den Herren der Schöpfung im Umgang mit den Frauen rät.
Auf Seite 42 lesen wir:
"Einige Frauen verurteilen den sogenannten männlichen
Chauvinismus, das heißt, die selbstherrliche und
übertriebene Ansicht, die einige Männer über ihre
Stellung im Verhältnis zu Frauen haben. Wir möchten aber von
Anfang an klarstellen. daß die Lehren der Bibel keinen
männlichen Chauvinismus fördern. Die Bibel hebt die Tatsache
hervor, daß nicht nur die Frau, sondern auch der Mann einem Haupt
untersteht." (1. Korinther 11:3)
Weiter auf Seite 51:
"Die Frau wurde als 'Gehilfin' des Mannes erschaffen, als sein
'Gegenstück' 1. Mose 2:18. Doch wenn die Aufsicht übertrieben
wird, wenn man der Frau die Möglichkeit nimmt, Eigeninitiative zu
entwickeln und ihre Fähigkeiten zu entfalten, verliert sie die
Freude und es können Haßgefühle aufkommen."
Diesen letzten Satz kann ich nicht einfach im Raum stehen lassen. Ist es nicht gerade die WTG, die den Mann in eine dominierende Rolle gedrückt hat und die Frau in der Gesellschaft der Zeugen Jehovas so gut wie kein Mitspracherecht hat? Demzufolge nahmen viele Brüder das Wort H A U P T allzu wörtlich. Dafür sprechen viele Beispiele.
Gleich weiter auf
derselben Seite:
"Du wirst die Loyalität deiner Frau
gewinnen, wenn du gütig und dankbar bist und sie wissen
läßt, daß du sie brauchst, wenn du sie ehrst, wenn ihr
als Team zusammenarbeitet und wenn du 'wir' und 'unser' sagst
und nicht 'ich', 'du' oder 'mein' und 'dein'. Läßt du deine
Frau wirklich wissen, wie sehr du sie schätzt und auf sie
angewiesen bist?"
Nun, liebe Brüder,
das sind Worte vom treuen und
verständigen Sklaven. Vor lauter Eifer, für den Herrn andere
Schafe einzusammeln, wird oft die treusorgende Gattin vergessen.
Irgendwie paßt doch da etwas nicht zusammen.
Wenden wir uns aber noch einmal dem Buch zu, denn die Ratschläge
sind noch nicht erschöpft. Auf Seite 52 wird festgestellt:
"Aufgrund der Veranlagung etwas gefühlvoller zu sein und aufgrund
des starken Interesses an Menschen, spricht die Frau oft mehr als der
Mann. Und sie braucht jemand, der auf sie eingeht. Hierin versagen
viele Ehemänner. Sprichst du mit deiner Frau? Nicht nur über
deine Arbeit, sondern auch über die ihre?"
Auf Seite 54 wird
gefragt:
"Mache ich es meiner Frau leicht, mich als Haupt zu respektieren? Liebe
ich sie wie mich selbst? Bitte ich sie um ihre Meinung und
berücksichtige ich ihre Wünsche, bevor ich eine Entscheidung
in bezug auf die Familie treffe? Erkenne ich ihr Ehre zu als einem
schwächeren Gefäß, dem weiblichen? Es wird dir nicht
gelingen, ein vollkommener Ehemann zu sein."
Die vollkommene Ehefrau
gibt es allerdings auch
nicht; doch wenn sich beide Partner bemühen, Jesu goldene Regel:
"Alles was ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, das tut
ihnen auch!" ... zur Grundlage ihrer Ehe zu machen, wird sie bestimmt
mit Erfolg gekrönt sein.
-B.I.H.-
EIN LUTHERWORT - ZUM
NACHDENKEN
Luther in seiner Vorrede zu seinen deutschen Schriften im Jahre 1539:
"Gern hätte ich's gesehen, daß meine Bücher allesamt
wären dahinten geblieben und untergegangen".
Er wisse, wohin es geführt habe, große Bibliotheken zu
sammeln. Damit werde die Zeit für das Studium der Schrift
versäumt und die reine Erkenntnis des göttlichen Wortes
schließlich verloren, bis die Bibel "unter der Bank im Staube
vergessen ist"
Das ist genau auch unter
der WTG mit ihren vielen
Büchern über die Bibel eingetreten! Echtes Bibelforschen nach
Apg. 17:11 ist spätestens mit der Namensgebung "Jehovas Zeugen"
durch WTG-Präsident J. F. Rutherford 1931 unter der WTG
abgeschafft. Allein in Brooklyn wird noch für die ZJ "geforscht",
die das dann lediglich noch zu kolportieren haben, in Millionen
Büchern und anderen Schriften, wie bekannt. Allein die Bücher
und Schriften der WTG sind noch maßgebend. Nicht glaubst du an
die Bibel, sondern glaubst du an die Organisation, ist die für die
ZJ heute über Leben und Tod entscheidende Frage. Im Grunde braucht
man unter der WTG als ZJ überhäuft keine Bibel mehr. Ob man
darin nachschlägt oder nicht, an der WTG-Aussage über die
Bibel kann man damit nicht das geringste ändern. Man
kann in der Tat die Bibel "unter der (WTG)-Bank im Staube vergessen".
Es ist so, daß man unter der WTG ihre Bücher und Schriften
in der Hand hat und die Bibel nur daneben oder darunter, hin und wieder
zum Nachschlagen oder auch nicht. Nicht hat da die Bibel den WT im,
Griff, sondern der WT hat die Bibel im Griff. Mit Sicherheit würde
die gesamte WTG-Organisation über kurz oder lang zerfallen und
zusammenbrechen, nähme man allen ihren ZJ die WTG-Literatur, die
WTG-Bücher weg und ließe sie wirklich allein mit der Bibel.
-CVR-
HAST DU DAS GEWUSST?
WAS IST DIE BIBEL?
Die Bibel ist eine Sammlung von 68 verschiedenartigen Einzelschriften
(Griech.: biblin - "die Bücher").
Glaubende Menschen berichten von Erfahrungen, die sie im Laufe der
Geschichte mit Gott machten. Was sie als Gottes Handeln und Gottes
Willen erkannt haben. Gott benutzte die Schreiber, um uns durch sie
anzureden. Insofern ist die Bibel "Wort Gottes". Das läßt
sich nicht beweisen, nur probieren, so spricht Jesus:
"Ich habe mein Wissen
nicht aus mir selbst. Ich habe
es von Gott, der mich gesandt hat. Wer bereit ist Gott zu gehorchen,
wird merken, ob meine Lehre von Gott ist oder ob ich meine eigenen
Gedanken vortrage."
Die Verfasser des Neuen Testamentes rücken Jesus Christus in den
Mittelpunkt. Sein Leben hat ihnen gezeigt, wie ein Mensch aussieht, den
Gott in jeder Hinsicht ernst nimmt. An seinem Sterben und Auferstehen
vom Tod haben sie erkannt, wie Gott mit dem Ungehorsam und der Schuld
der Menschen fertig wird, und wie er in ihrem Leben eine neue Hoffnung
und ein klares Ziel gibt. So gibt uns die Bibel Auskunft über den
Plan, den Gott mit uns Menschen hat und zeigt uns den Weg dazu.
WAS IST DIE BIBEL NICHT?
Die Bibel redet vom Glauben. Sie ist kein Geschichtsbuch oder
naturwissenschaftliches Werk und kann deshalb auch nicht gegen solche
ausgespielt werden.
Wozu BRAUCHE ICH DIE BIBEL?
Jesus hat zu recht behauptet, daß der Mensch von Brot allein
nicht leben kann, sondern zu einem Leben, das diesen Namen wirklich
verdient Gottes Wort braucht (Matthäus 4,4). Deshalb:
Willst Du etwas wissen
über geschichtliche
Ereignisse?
Frage ein Lehrbuch der Geschichte!
Willst Du etwas wissen über Gott und Dich selbst? - Frage die
Bibel!
Suchst Du nach dem Sinn und Ziel Deines Lebens? - Frage die Bibel!
Brauchst du einen Kompaß für Dein Leben? -
Lies die Bibel!
Das Reden Gottes in der Bibel erkennt nur der, der sich auf ihre
Aussagen einläßt und sie befolgt. Wer sich von ihr zum
Glauben rufen läßt, zum völligen Vertrauen auf Gott,
der macht überraschende Erfahrungen mit ihm. Er wird feststellen,
daß die Bibel ein einzigartiges Buch ist. Sie wird auch für
ihn zum Buch der Bücher werden, zum Buch des Lebens ...
-H.M.-
AKTUELLES IN KÜRZE
RAYMOND FRANZ
WEITER IM INTERNATIONALEN GESPRÄCH In der polnischen christlichen
Zeitschrift DUCH CZASOW 8-9/1988 erscheint diesmal ein Dialog über
das Buch "Krise des Gewissens" von Raymond Franz. Dieser Dialog ist
überschrieben; "Ein Buch, das die Kulissen hochzieht". Der Dialog,
ist übernommen von Good News Unlimited, März 1988, Roy Gee,
USA. Die Thematik lautet: "Der Kampf zwischen Loyalität
gegenüber Gott und gegenüber einer Religion".
Wie bekannt, hatte Raymond Franz sein Buch 1983 veröffentlicht durch viele Kommentare den CV-Lesern inzwischen sehr bekannt. Es ist außer Zweifel, dieses Buch ist der bisherige Höhepunkt der Enthüllungen aus dem WTG-"Heiligtum" selbst. Es ist gleichsam ein unauslöschliches Menetekel für die WTG selbst, ein Kronzeugnis gegen sie für alle Zeit. Viele ZJ mögen nach wie vor den Kopf in den Sand stecken gegenüber allem, was über die WTG kritisch veröffentlicht würde und wird, oder nach dem Grundsatz gehen, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Dann müssen sie eben als die 3. oder 4. Generation schon am Ende ihres Lebens enttäuscht und desillusioniert wie die anderen vor ihnen "vergehen", sie können aber nicht erwarten, daß ihnen die anderen Menschen öder Mitmenschen angesichts dieses Sachverhaltes folgen. U. a. auch deshalb ist Raymond Franz auch für CV ein nicht mehr wegzudenkendes Thema. -
ZUM NACHDENKEN ÜBER
DIE WTG-MORAL
Da wurde im Mai 1988 vom Stadtgericht in Berlin ein Telefonmörder
verurteilt, der per Telefon Beleidigungen ausstieß und Kinder
nötigte, Tötungen zu begehen. Das Oberste Gericht der DDR
verschärfte im Juli 1988 die verhängte Strafe von 13 Jahren
auf 15 Jahre Freiheitsentzug, im Urteil des Senats des Obersten
Gerichts wird u. a. festgestellt: "Die Tötungsversuche waren
weitgehend beendet. Nur glückliche Umstände verhinderten das
Allerschlimmste.
Die Arglosigkeit der
Kinder und ihre Furcht,
daß den Eltern bei Nichtbefolgen der Anweisungen Böses
geschieht, wurde vom Täter auf gemeinste Art und Weise
ausgenutzt," (ND 12.7.88)
Als ich diesen Gerichtsbericht las, mußte ich zwangsläufig
an die Methoden der WTG denken, über die Kinder die Eltern zu
nötigen, WTG-hörig zu werden.
Wird doch den Kindern
mit entsprechenden
WTG-Kinderbüchern beigebracht, daß den Eltern Böses
geschieht und sie als Kinder auch nicht am Leben bleiben, wenn die
Eltern nicht machen, was die WTG sagt. Auch hier benutzt die WTG die
Arglosigkeit und Kritikunfähigkeit der Kinder, die
WTG-Vernichtungslehren zu verbreiten.
Natürlich erscheint das alles ein bißchen weit hergeholt.
Aber warum kommt man auf die WTG-Vernichtungslehre, wenn man von
solchen Vorkommnissen liest? Ist es nicht eine glatte seelische
Erpressung, wenn du anderen verkündigen mußt, wenn sie nicht
machen, was die WTG sagt, werden sie vernichtet? Da könnte man
doch das bekannte Sprichwort abgewandelt zitieren: Willst du nicht
unser Bruder sein, dann schlägt dir Gott (in Harmagedon) den
Schädel ein. Ist das etwa nicht so? wenn die WTG das Recht
beansprucht, ihre Ansichten über die Vernichtung anderer,
bloß weil sie anders denken und glauben, zu veröffentlichen,
dann hat man doch wohl das Recht zu sagen, wie man das moralisch sieht!
Ein CV-Leser aus Berlin
AUS DER WELT DER ZEUGEN
ALS ZEUGE JEHOVAS WILL ER EHRLICH LEBEN
Als Erwin K. (31) von der Kripo zum ersten Verhör geholt wurde,
ging es erstmal nur um einen Diebstehl. Dann wurden es immer mehr,
schließlich waren es 16 - und das war noch nicht alles ...
In seinem Prozeß gestand der Seemann über 200 Straftaten!
Er hatte in vier Jahren 100 Taschendiebstähle und 100
Einbrüche begangen Tresore geknackt. Die Kripo konnte nicht mal
alle Tatorte wiederfinden.
Der Richter verurteilte
ihn erstmal zu 18 Monaten,
Gefängnis, der Staatsanwalt schrieb eine neue Anklage für die
große Serie. Gestern saß der Seriendieb wieder auf der
Anklagebank. Mit seltsam entrücktem Lächeln, als wäre er
nicht von dieser Welt Warum hat der Seemann plötzlich Verbrechen
gestanden, die ihm die Kripo nie nachgewiesen hätte?
"Ich möchte endlich ehrlich leben können. Ich bin Zeuge
Jehovas geworden, will ein neues Leben ohne Straftaten beginnen. Ich
glaube an die Bibel. Wenn ich nicht alles offenbart hätte,
könnte ich nicht mehr leben" - so begründete der Einbrecher
seine Beichte.
Richter Klaus-Ulrich Tempke:
„Ihr Fall ist einmalig in der Hamburger Justizgeschichte. Daß
einer aus Religiosität Straftaten zugibt, die man ihm nie
hätte nachweisen können ..."
Der Richter wollte das Strafverfahren einstellen, aber der Staatsanwalt
war dagegen. Deshalb bildete das Gericht eine Gesamtstrafe von zwei
Jahren.
Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Jürgen Wohldorf, BILD,
14.4.1989
'"Christliche
Verantwortung" Herausgeber Henry Werner
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