Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 241

Man kennt die „Argumentation" auch andernorts. Die da aus WTG-Bilddarstellungen in Kaffeesatzmanier, „erschreckliche" Dinge herauslesen wollen. Ein besonders beliebtes Objekt dazu ist offenbar das WTG-"Offenbarungs"-Buch.

Nun hat in dieser CV-Ausgabe diese „Welle" selbige auch erreicht.

Dazu wird aus dem „Offenbarungs"-Buch (S. 52) ein Bildausriß vorgestellt.

Bedingt durch die technischen Optionen der CV nur in Schwarz-weiss. Für diese Scann-Aufbereitung, mag denn jener Bildausriß durch das farbige Original ersetzt werden. Es tut mir aber leid sagen zu müssen. Sowohl bei der Schwarz-weiss-Variante, als auch bei der farbigen Variante, fällt mir zu dieser (auch) CV-Argumentation nur der eine Satz ein:
„Wenn es nichts mehr auszulegen gibt - wird halt etwas untergelegt"!
Offenbar haben es einige Leute nötig (von ihrem fragwürdigen Bildungslevel her), sich auf solche Stellvertreterkriege zu stürzen.
Wenn denn die Kritik an der WTG-Religion sich an solchen Punkten „entscheiden" sollte, dann wäre es wohl besser für die diesbezüglichen Protagonisten, sie verblieben in den WTG-Gefilden (so denn möglich). Denn sie benötigen weiterhin einen Blindenhund der sie führt.
Zitat:
„Ist dies die Kralle des Teufels?"
Wirklich erstaunlich! Da wissen also diese Kaffeesatzleser wie eine „Kralle des Teufels" auszusehen habe ...
Noch „besser" aber wird es, nimmt man dem Umstand zur Kenntnis. Das ist ja gar kein Eigenbericht der CV; sondern eine Flugschrift, die von ihr zitiert wird. Und siehe da, sie nennt sogar am Artikelende den zugehörigen Verfassernamen:
„Auszugsweise, stark gekürzt von Ludwig Neidhart, Seelze".
O ho sage ich dazu nur. Herr Neidhart ist ja nicht ganz unbekannt. Jedenfalls ist er definitiv der katholischen Kirche zuzuordnen.
Nun ja. Da haben sich dann die passenden Kaffeesatzleser gesucht und gefunden!


30 JAHRE
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR., DDR

Nr. 241 GERA AUGUST 1989

UNHEIMLICHES UND DÄMONISCHES
Bilder des "Offenbarungsbuches"
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT l und 2/1989
DIE KLEINEN WERDEN GEHENKT. . . .
Die WTG über Fehler und Unfehlbarkeit
ZJ UND DAS VATERUNSER
Eine Betrachtung
HAST DU DAS GEWUSST?
Austreten kannst du nicht, ...
AUS DER WELT DER ZEUGEN
Neue Richtlinien für "Aussteiger"

WER IST DER TREUE UND KLUGE KNECHT?
Matthäus 24:45-47; Lukas 12:42-44
AN ALLE FREUNDE DER WAHRHEIT!
Als Jesus Christus seinen Jüngern die Frage vorlegte: "Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur rechten Zeit", verlieh er damit keinem Menschen das Recht, durch das Austeilen geistiger Nahrung sich selbst in diese Stellung zu setzen. Wie könnte sich auch jemand einen "klugen Knecht" nennen, ohne das besondere Kennzeichen an sich zu tragen, welches die Knechte des Herrn Jesu vor 1900 Jahren vor anderen herausstellte? Dieses Zeichen der Einsetzung über die Hausgenossen des Glaubens waren außergewöhnliche geistige Fähigkeiten, "indem Gott außerdem mitzeugte, sowohl durch Zeichen als durch Wunder und mancherlei Wunderwerke und Austeilen des Heiligen Geistes nach seinem Willen". (Hebr. 2:4)

War damals die Verleihung außergewöhnlicher Geistesgaben notwendig, um jene zu kennzeichnen, die als Diener Christi ausgesandt waren, wieviel mehr sind heute solche Merkmale der Erwählung zum Dienste des Herrn erforderlich, ja, wann sollte es notwendiger gewesen sein, als in unserer Zeit, da eine große Uneinigkeit in Glaubensdingen besteht, wie nie zuvor.
Möchte doch jetzt niemand versuchen, die Notwendigkeit solch geistiger Gaben mit der Erklärung abzulehnen, daß Wundergaben nur zur Kindheit der christlichen Versammlung gehörten, heute aber infolge der Reife der Erkenntnis nicht mehr benötigt werden. Zu einer derartigen Behauptung gehört jedoch eine biblische Begründung, welche bis jetzt nicht in überzeugender Weise gegeben wurde. Das Fehlen von Wunderkräften heute mit l. Kor. 13:8 zu erklären, erweist sich bei genauer Betrachtung dieses Textes als unrichtig. Jener Vers und Begleittext zeigen deutlich, daß alles, was der Vollendung in Christus vorausgeht, Stückwerk ist und daher zur bestimmten Zeit weggetan wird, seien es nun Prophezeiungen, Sprachen oder Erkenntnisse. Paulus sagte?
"Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser Reden ist Eingebung, ist Stückwerk. Wenn aber das Vollkommene kommen wird, dann wird das Stückwerk abgetan werden."
(1. Korinther 13:9,10, Zürch. Bibel) Mit dem, was Paulus das VOLLKOMMENE nennt, ist nicht etwa eine vollständige Erkenntnis in biblischen Dingen gemeint, sondern das Versammeltwerden der Auserwählten zu Christus hin, wenn sie in der Vollkommenheit des himmlischen Reiches aufgenommen werden. Das Erkennen der ihnen verheißenen Herrlichkeit war selbst für Paulus trotz seiner überragenden Offenbarungen nur so undeutlich, wie der Blick durch halb durchsichtiges Fensterglas. (Beachte Fußnote 1. Kor. 13:12, Elbf. Bibel.)
Wenn aber zur Zeit der Vereinigung mit Christus "das Vollkommene kommen wird", dann werden alle Treuen die Herrlichkeit ihres Herrn in seinem Reiche "von Angesicht zu Angesicht" schauen. Paulus sagte;
"Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich völlig erkennen, wie ich völlig erkannt worden bin." (1. Kor. 13:12)
Somit ist "das Vollkommene" die Erfüllung dessen, was die Erwählten zuvor in Vision gesehen und in prophetischen Reden geäußert haben, es ist ihre Vollendung in himmlischer Herrlichkeit. Offenbarung 10:7 sagt, daß zu diesem Zeitpunkte, wenn der 7. Engel posaunt und das Reich Christi beginnt, dann "das Geheimnis Gottes vollendet sei, wie er seinen Knechten, den Propheten, verkündigt hat". Mit dem Erscheinen des "Vollkommenen", der Herrlichkeit des Reiches Christi, sind die Wundergaben des Geistes nicht mehr erforderlich und werden dann als Stückwerk (zeitweiliger Ersatz) weggetan, somit ist gewiß, daß Wunderwirkungen des Geistes dem Kommen Christi vorausgehen werden. Bis zu diesem Ereignis sollten besondere Gaben des Geistes bei denen vorhanden sein, die der Herr zu dieser hohen Stellung ruft. Lange Zeit sind diese Wunderwerke des Geistes nicht mehr beobachtet worden, doch sollte uns dies um so mehr in unserem Glauben bestärken, daß Gott seiner Verheißung getreu in den letzten Tagen aufs neue ungewöhnliche Kräfte wirksam werden läßt, die in unserem modernen Zeitalter selbst von gläubigen Menschen für unmöglich gehalten werden.

(Joel 2:28-31; Apostelgeschichte 2:17-20) Möchten wir demütig genug sein und ehrlich bekennen, daß wir hinsichtlich vieler biblischer Aussprüche noch vor Rätseln stehen und mit unserem Wissen heute bei weitem nicht an die Erkenntnisse der Apostel und Propheten heranreichen, welche durch direkte Offenbarungen in himmlische Dinge Einblick erhielten. (Apg. 7:55,56; 8;10,11; 2. Kor. 12:2-4; Offb. 4:1)
Da heute niemand diese außergewöhnliche Befähigung durch den Heiligen Geist besitzt, wie er im l. Jahrhundert zur Leitung der christlichen Versammlung gegeben wurde, können wir auch nicht annehmen, daß heute schon eine Klasse des treuen und klugen Knechtes durch seinen Herrn Jesus Christus eingesetzt worden ist. Jene, die sich selbst dazu ernannten, haben sich oft widersprochen, ihre gewonnene Erkenntnis wieder abändern müssen. Was man einst als biblische Wahrheit gepredigt hatte, war man gezwungen später als einen Irrtum zuzugeben. Solche Fehlbotschaften waren möglich, weil sie menschlichen und nicht göttlichen Ursprungs waren. "Nicht ein Mensch ist Gott, daß er lüge, noch ein Menschensohn, daß er bereue. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht aufrechterhalten?" (4. Mose 23:19)
Euer Bruder
Willy Müller

UNHEIMLICHES UND DÄMONISCHES
Die Bilder des neuen "Offenbarungsbuches"
Des öfteren hört man in den letzten Jahren, daß bei Jehovas Zeugen hier und dort die Bilder in den Wachtturm-Schriften für Beunruhigung sorgten. Man entdeckte nämlich in einigen Bildern (an Stellen, wo man es nicht erwartete) geschickt eingearbeitete dämonische oder gespensterhafte Objekte (vor allem Köpfe). Diese Objekte waren meist so dezent eingemalt, daß man sie auf den ersten Blick nicht sah; manchmal konnte man sie nur sehen, wenn man das Bild auf den Kopf stellte oder von der Seite in einem bestimmten Blickwinkel betrachtete. - Womöglich Zufall? - ...

Jedenfalls wurde aufgrund solcher Bilder vermutet, daß die Wachtturm-Gesellschaft als Zeichner Spiritisten beschäftigt!
Immer wieder lösten solche Beobachtungen Angst und Bestürzung aus. Viele Zeugen Jehovas schrieben an die Wachtturm-Gesellschaft. Sie erhielten die Antwort, alles sei nur Zufall oder Einbildung. Tatsächlich kann in einigen Fällen die Einbildung schuld sein, wenn man solche "Gespenster" sieht. Daher muß man mit Recht vor unvorsichtigen und leichtfertigen Behauptungen warnen. Mich hat jedoch das neue "Offenbarungsbuch" restlos überzeugt, daß das Unbehagen berechtigt war. Denn dieses neue Buch scheint voll von spiritistisch-dämonischer Kunst zu sein und es dürfte in dieser Hinsicht alle früheren Wachtturm-Publikationen übertreffen. Ich weise auf folgende Punkte hin, und empfehle jedem Besitzer des Buches, sich die Bilder anzusehen und das Gesagte nachzuprüfen.

1. GEWALTTÄTIGER ZEUGE JEHOVAS mit TEUFELSKRALLE Seite 52
. . . man sehe man sich einmal näher die Hände der keulenschwingenden Zeugen Jehovas an und vergleiche sie! Der Zeuge, der links neben Jesus steht, hat eine Hand, die vollkommen anders aussieht als die anderen Hände im Bild: sie ist doppelt so groß, hat eine gräßliche graue Farbe und gleicht - einer Kralle! „Ist dies die Kralle des Teufels?" -

2. OFFENBARUNGS-ENGEL
mit einem DÄMONENKOPF in der Hand Seite 159
... man sieht den Riesenengel, der dem Johannes die prophetische Buchrolle überreicht (gemäß Offb. 10:8-11). Aus der geöffneten rechten Hand des Engels schaut nun ganz klar ein häßlicher Kopf heraus (man sieht dies, ohne das Buch zu drehen!). Offensichtlich gibt also nicht der Engel dem Johannes das Buch, sondern der rätselhafte Besitzer des koboldhaften Kopfes. Ist es der Teufel, der sich hier buchstäblich ins Fäustchen lacht?

Weitere Bilder;
Seite 78: Die "vier Wesen vor dem Throne Gottes" ... Besonders sei darauf hingewiesen, daß das vierte Wesen der Offenbarung (der "fliegende Adler") hier anscheinend ein Uhu ist (Nachtvogel, Symbol der dämonischen Mächte).
Seite 86: Betrachte die 7 Feuerfackeln!

Seite 206; Die ockerbleichen Engel haben schuppenartige Raubvogelflügel!
Seite 213; Schmutzige Farben um JESUS.
Seite 277; Hochzeit im Himmel. Organisation der Zeugen Jehovas wird als Frau dargestellt. - Anbetung der Organisation?

Betrachte weiter die Bilder der Seiten 163 und 219 sowie 128 und 214. Die Seiten 145 und 151 sowie die Seiten 57, 69, 70 und 180-181.
Folgende Schriftworte mögen dem Bilderspuk nun ein Ende setzen - Worte des Lebens, die weder durch tödliche Gerichtsbotschaften noch durch Alptraum-Bilder außer Kraft gesetzt werden können. (Joh. 12:47; Lk. 19;10; Joh. 10;10; l .Joh. 4:8-9)
So spricht der Herr;
"Ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt rette."
"Denn der Menschensohn ist gekommen, um das Verlorene zu suchen und zu retten."
"Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben."
"Gott ist die Liebe. Darin ist die Liebe Gottes unter uns erschienen, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben." Auszugsweise, stark gekürzt von Ludwig Neidhart, Seelze.

CV-Anmerkung studiert nicht nur die Texte, sondern genauso intensiv die WTG-Bilder! Die komplette Schrift (4 Seiten) sind wir gerne bereit zu vermitteln.

EDLER GESINNT SEIN
und prüfen apg 17:11
Der Wachtturm
"Ihr Schall Ist zur ganzen Erde ausgegangen"
WT 1/1989
IHR SCHALL IST ZUR GANZEN ERDE AUSGEGANGEN UND IHRE REDEN BIS ZU DEN ÄUSSERSTEN ENDEN DER BEWOHNTEN ERDE.
Ja, so ist es in der Tat, der "Schall der WTG" ist bis zu den äußersten Enden der Erde ausgegangen. Das zeigt wieder einmal eindrucksvoll die vier Seiten lange Tabelle auf den Seiten 4-7. Dort kann wie jedes Jahr über eine Zunahme der WTG-Verkündiger berichtet werden, ausgenommen einige kleinere Länder wie Azoren, Bermudas, Brunei usw., wo insgesamt aber ein für die WTG nicht erheblicher Rückgang zu verzeichnen ist. Auch ist in diesem Jahr wieder zu erkennen, daß die japanischen Verkündiger (pro Kopf gerechnet) wieder fleißiger waren als die Verkündiger in der übrigen Welt, was in der Mentalität der Japaner begründet sein mag. Alles in allem ein eindrucksvolles Zahlenspiel, aber wohlgemerkt nur für den der WTG wohlwollenden Leser. Jemand aber, der die WTG seit Jahrzehnten kennt und der die Möglichkeit hat, hinter die Kulissen zu sehen, der auch über die unrühmliche WTG-Geschichte informiert ist, der wird sich andere, notwendigere Fragen stellen.

Die über Zuwachs in allen möglichen Dingen berichtende Tabelle ist die eine Seite. Die andere Seite aber ist, daß die WTG wohlweislich alles das, was sie an unschönen mit Christsein nicht gleichzusetzenden Dingen fabriziert hat, absolut verschweigt, sonst müßte die WTG wohl, wenn sie es ehrlich meinen würde, die Tabelle um einige Punkte erweitern. So zum Beispiel, wie groß die Anzahl der Leute war, die der WTG in den letzten 40 Jahren den Rücken kehrten. Aber darüber veröffentlicht sie keine zahlen! Seit 1948 waren es runde 2 Millionen!!! Das würde den "Bericht" doch wohl in ein anderes Licht rücken, oder?
Außerdem könnte es einige bisher arglose Menschen ja zum Nachdenken, anregen und sie könnten unangenehme Fragen stellen: "Warum kehrten der WTG so viele Menschen den Rücken?" Oder: "Waren das alles nur böse und verderbte Menschen, oder hatten sie andere Gründe?"

Diese Fragen einmal unvoreingenommen aufzuarbeiten und die wirklichen Tatsachen darüber bekanntzumachen, das wäre die WTG den einfachen Verkündigern mehr als schuldig.
Statistiken könnte man auch über andere Dinge führen, wie zum Beispiel wieviel Zeugen Jehovas verübten Selbstmord, und warum taten sie dies? Wie wir wissen, sind Selbstmorde unter Zeugen Jehovas nicht gerade seltene Ausnahmen. Sie taten das bestimmt nicht, weil die von der WTG verbreitete Meinung wirklich "die gute Botschaft" ist. Da spielen wohl andere Dinge eine erhebliche Rolle. Zurr, Beispiel das, was die WTG in sozialer Hinsicht für ihre Verkündiger tut oder besser gesagt nicht tut. Denn auch das ist für diesen Wachtturm bezeichnend, nicht mit einem Wort berichtet die WTG darüber, was sie für das persönliche Wohlergehen der einzelnen tut und in welcher Form sie an den Menschen, nicht nur an Zahlen, interessiert war.

Auffällig ist dagegen - es zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Wachtturm -, daß die WTG ständig betont, an Menschen interessiert zu sein, die für höhere Predigtdienstzahlen sorgen. Das ist der WTG also wichtiger als der einzelne Mensch, denn sonst gibt es ja keine neuen Erfolgszahlen mehr. Gerade im sozialen, menschlichen Bereich sollte die WTG sich einmal ein Beispiel an der, von ihr so verdammten und "heuchlerischen Kirchen" nehmen, denn die errichten Altenheime, Krankenhäuser usw., um bedürftigen Menschen wirklich zu helfen, ohne nach "Predigtdienstzahlen" zu fragen.
-R.S.W.-

BIST DU FÜR NEUE GEDANKEN AUFGESCHLOSSEN?
WT 2/1989

Gehen wir doch einmal etwas näher auf das Beispiel der Beröer ein. Wissen die Schreiber des Wachtturms, auf was sie sich einlassen, wenn sie die Einstellung der Beröer in ihrer Zeitschrift so lobend hervorheben und sogar als nachahmenswert empfehlen? - Wir lesen:
"Wir tun gut, die Beröer nachzuahmen, die 'täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese (von Paulus gelehrten) Dinge so verhielten'" (S. 6).
Diese - von Paulus gelehrten - Dinge sind zu einem festen Bestandteil der Bibel geworden, sie bedürfen keiner kritischen Überprüfung. Was mir hier wesentlich scheint, ist folgendes:
Wer in unseren Tagen die Gläubigen in Beröa so lobend erwähnt, der muß auch bereit sein, den Hörern seiner biblischen Unterweisung zu gestatten, anhand der Schrift deren Richtigkeit sorgfältig und unabhängig zu überprüfen!
Sind die Schreiber des Wachtturms und jene, in deren Auftrag sie das tun, auch "so edel gesinnt", wie der Apostel Paulus?

WAS HINDERT DICH, GETAUFT ZU WERDEN? UND WIESO WIR DURCH DIE TAUFTE GERETTET WERDEN KÖNNEN
„Bevor jemand getauft wird, muß er genaue Erkenntnis erwerben ..." (S. 12)
Auf Seite 15 stellt man dann mit Erstaunen fest, daß das wohl doch nicht so ernst gemeint war, heißt es doch im Absatz 24:
"Nicht ein Kopf, der mit Antworten gefüllt ist, sondern ein Herz, das von Liebe erfüllt ist, treibt einen an, sich Gott hinzugeben und sich taufen zu lassen."
Bevor wir lange rätseln, fragen wir doch den Herrn, indem wir seinen, an die Jünger ergangenen Auftrag (Matthäus 28,19.20) untersuchen. Wir stellen drei Hauptpunkte fest;

1. "Geht ... hin, und macht Jünger", was soviel heißt, wie, sucht euch Schüler oder Lernende, denn genau das ist die Bedeutung des Wortes "Jünger".
2. "tauft sie ...,"
3. "und lehret sie, alles zu halten, was ich ... geboten habe."
Von einer genauen Erkenntnis, als Voraussetzung für die Taufe, hat Jesus in diesem Zusammenhang nicht gesprochen. Vielmehr ging es zunächst darum, durch das Predigen der guten Botschaft über den Christus und das durch ihn gekommene Heil, in den Menschen den Glauben zu wecken. Fiel der Same ihrer Predigt auf guten Boden, dann wurden diese Menschen dem Christus zugeführt, warum sie also nicht taufen?

Auf Seite 12, Absatz 15 ist zu lesen:
„Nicht die Taufe, sondern das vergossene Blut Jesu und das 'Anrufen seines Namens' ermöglichen Vergebung." (1. Korinther 1,2) Für Zeugen Jehovas sicher nicht uninteressant, gilt ihnen doch noch immer die Hinwendung im Gebet zu Jesus als Götzendienst.
Die Tauffragen (S. 13) zeigen einmal mehr, wohin die Reise in Wahrheit geht, - in die "Organisation"! Jesu Worte:
"Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen",
ist heute nur noch Kulisse in ihrem "Endzeit-Theater". So stellte der WT 22/88 auf Seite 17 dann auch eindeutig fest, daß jeder Zeuge Jehovas, der einen Predigtdienstbericht abgibt, damit seiner Bereitschaft Ausdruck verleiht, sich der theokratischen Organisation unterzuordnen, das ist aber in Wirklichkeit nichts anderes, als die Bereitschaft jedes Zeugen Jehovas, sich unter das "Joch" der WTG zu beugen!
Jesu Ruf: "Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir ..." (Matthäus 11,28-30), verhallt bei den Zeugen ungehört - leider!

Unter der Überschrift: "Die Voraussetzungen für die Taufe erfüllen" beruft sich die WTG auf "gewisse Namenchristen", die in der nachapostolischen Zeit der Ansicht waren, "daß Personen, die zur Taufe erschienen, strenge Anforderungen erfüllen müßten." Diese Anforderungen werden dann aus "nichtbiblischen Schriften" zitiert.
(Seite 17, Absatz 8)
"Jehovas Zeugen richten sich zwar nicht nach unbiblischen Schriften ..., doch führen Älteste mit Personen, die sich taufen lassen möchten, Besprechungen durch."
Dabei bedienen sie sich des WTG-Buches: "Organisiert, unseren Dienst durchzuführen". Hier wurde in einem Anhang von fast 50 Seiten alles zusammengetragen, was ein künftiger Zeuge Jehovas schon vor seiner Taufe alles wissen und verstehen sollte.
Zählt man in Brooklyn gar schon die eigenen biblischen Hilfsmittel zu den biblischen Schriften?
Noch eine Frage drängt sich auf:
Wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen? - (Sprüche 20,10!)
-R.I.H.-

JESUS SPRICHT ZU IHM: ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN; NIEMAND KOMMT ZUM VATER DENN DURCH MICH.
(Johannes 14,5)

DIE WTG ÜBER FEHLER UND UNFEHLBARKEIT
Die Kleinen werden gehenkt, die Großen läßt man laufen, ist ein bekanntes geflügeltes Wort, das sich schon furchtbar bewahrheitet hat.
Es war die 85. Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead in Brooklyn, Abschlußfeier am 11. September 1988 im WTG-Kongreßsaal in Jersey City. Der 95jährige WTG-Präsident F. W. Franz, sonst der Hauptredner für solche Graduierungsfeiern, war nur noch in der Lage, "ein inbrünstiges abschließendes Gebet zu sprechen, das alle tief berührte" (WT 1.12.88, S. 23). Die Redneraufführung kann bedeuten, daß nunmehr A. D. Schroeder der "mächtige Mann" ist.

Das heißeste Eisen behandelte indessen der Schulunterweiser 0. D. Redford. Sein Thema lautete "Gebt eure Fehler zu", natürlich nicht an die WTG-Führung gerichtet, sondern an die Absolventen, die man nun ausschließlich in Länder der 3. Welt aussendet. J. D. Redford:
"Unsere Fehler nicht zugeben zu wollen wäre so, als ob wir für uns Unfehlbarkeit beanspruchten. Niemand kann sich die Achtung anderer erwerben, wenn er behauptet, er sei im Recht, obwohl ihm ein offenkundiger Fehler vor Augen geführt wird. Wie kann man jemandem vertrauen, von dem man aus Erfahrung weiß, daß er sogar auf Kosten der Wahrheit den Anschein wahren will, im Recht zu sein? Fehler zuzugeben fördert in uns Charakterstärke und Selbstachtung. Es nicht zu tun ist hingegen feige und schwächt uns in moralischer Hinsicht." - So könnten die Absolventen gut mit anderen auskommen.
 Natürlich ist das ein sehr guter Rat, den
man den Kleinen hier erteilt, die da die Last der Verkündigung draußen tragen sollen. Und die Sanktionen der WTG folgen ihnen alsbald, wenn sie das mißachten.

Doch wie steht es mit den Großen, mit der WTG-Führung selbst? Sollte sich J. D. Redford nicht herumdrehen und das auch an die Adresse der Leitenden Körperschaft bzw. hauptverantwortlichen WTG-Führung richten? Man stelle sich das vor! - Die 110jährige WT-Geschichte" ist voll von Fehlern in den Voraussagungen von Erfüllungen, Daten, Endzeitterminen, voll von falschen Prophezeiungen also. Dennoch wird hartnäckig bestritten, ein falscher Prophet zu sein, wie oft die Fehler auch vor Augen geführt wurden und werden. Immer weiter wird so auf Kosten der Wahrheit der Anschein erweckt, im Recht zu sein.

Man wundere sich also nicht, wenn diejenigen, die sich ihre eigene Urteilsfähigkeit bewahren möchten, angesichts solch langjähriger Erfahrungen unter der WTG, gehen. Sie gehen, um nicht ihre Charakterstärke, Selbstachtung und moralische Integrität zu verlieren, um sich nicht als feige zu fühlen.

Die auf dem Klassenfoto lächelnden Gileadabsolventen sind noch jung und daher sehr WTG-unerfahren. Sicher werden wir nur per Zufall erfahren können, wie viele von ihnen, oder wer von ihnen, eines Tages ebenfalls ernüchtert geht. Vielleicht sind es die beiden Brüder G. und U. Grischkewitz? Allen empfehlen wir, unbedingt das Buch des Neffen ihres Präsidenten, R. Franz "Krise des Gewissens" zu lesen. Wie keiner zuvor bestätigt er, daß die Großen in der WTG-Führung nicht angetastet werden dürfen, was sie auch für Fehler und Falschheiten begehen:

Für das, was sie sich in der Leitenden Körperschaft leisten, würde jeder andere aus der Organisation unweigerlich ausgeschlossen und dem "zweiten Tod" überliefert! Aber soll nicht "das Gericht anfangen beim Hause Gottes"?
Wende 5. Mose 18:20-22 auf die WTG und ihre 110jährige Geschichte an und du wirst finden, wie es um deine Charakterstärke, Selbstachtung und Moral steht und welche Achtung du von anderen erwarten kannst!
-D.P.-

BIST DU DIR KLAR, WAS DIE WTG VON DIR ERWARTET?
Liebe Brüder und Schwestern!
Im Wachtturm vom 1. April 1986, Leserfrage, liest sich das so:

"Eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen erfordert, daß man die Gesamtheit der wahren Lehren der Bibel akzeptiert, einschließlich jener biblischen Glaubensinhalte, die nur Jehovas Zeugen vertreten."

Zwei Fragen zum Selbstbeantworten:
1. Gibt es neben den "wahren Lehren" der Bibel noch andere - unwahre Lehren?
2. Was sind das für "Glaubensinhalte", die da neben den Lehren der Bibel erwähnt werden und doch mit diesen zusammen zu einen Paket verschnürt werden?
Auch für die Wachtturmgesellschaft gilt noch immer Offenbarung 22:18,19!
Oder habt ihr das gelesen, vielleicht auch mal darüber nachgedacht?

Ich zitiere wieder wörtlich:
"Der folgende Gedanke mag dich überraschen. In erster Linie haben viele religiöse Führer den Zwecken des Teufels gedient. Inwiefern? Nun, sie haben ihre Macht mißbraucht, indem sie die Menschen mit falschen Lehren versklavten." (WT vom 15.8.1986, Seite 4)
Und das schreibt ausgerechnet die WTG angesichts des unübersehbaren Scherbenhaufens ihrer mehr als 100jährigen Falschprophetie. Der Apostel Paulus spricht über Menschen, die sich solcher Praktiken bedienen, ein vernichtendes Urteil. (Römer 2:1,2)

Sagt mal, merkt das keiner bei euch? Seid ihr alle schon so manipuliert, daß ihr nur noch die Fehler anderer seht?
Eure Bibel muß doch stöhnen, wenn ihr sie im Felddienst oder bei den Zusammenkünften derart mißbraucht, um Gedanken oder gar ganze Lehrgebilde zu stützen, die unser Gott und unser Herr Jesus "SO" nicht gelehrt haben! ! !
-R.I.H.-

JEHOVAS ZEUGEN UND DAS VATERUNSER
Treffsicher beschreibt der Leitartikel in CV 12/88 die "Heidenangst", die Sektierer davor haben, irgendeine Vorschrift zu verletzen. Diese Furcht beschränkt sich, wie bei den JZ, nicht allein auf solche Dinge wie Weihnachtsmann, Kerzen, Stollen oder auf das Feiern von Geburtstagen, um nur einiges zu nennen. Das Mißtrauen erstreckt sich sogar auf Aussagen der Bibel, und macht auch vor dem Anfänger und Vollender des Glaubens, dem Herrn Jesus Christus, nicht halt.

Wie wäre sonst die offensichtliche Scheu vor dem Gebrauch des Vater-unser-Gebetes in den Versammlungen zu erklären? Allein der Umstand, daß das Gebet in den Kirchen verwendet wird, läßt es für die Zeugen allem Anschein nach zu etwas Verdächtigem werden. Man mag die Kirchen nicht, man mag ihre Lehren nicht. So entsteht zwangsläufig das Problem: wie soll man sich zum Namen Jesu und zum Gebet, das ER uns beten lehrte, verhalten? Aus ähnlichen Erwägungen heraus lehnte man in der WTG früher den Begriff "Religion", für die eigene Form der Anbetung ab. Später unterschied man dann zwischen "wahrer" und "falscher" Religion.
Die in den Augen der geschulten ZJ "babylonische" Kirche aber verwendet den Namen Jesu, sie betet in jedem Gottesdienst das "Gebet, das der Herr uns beten lehrte". Aber, weder der Name Jesus, noch das Vaterunser lassen sich aus der Bibel entfernen. Diese aber wird von JZ anerkannt, und sei es nur als Mittel, um damit die eigenen Ansichten zu befördern.

So wurde der Name Jesus natürlich nicht abgeschafft, aber mehr und mehr von der Bezeichnung "Jehova" in den Hintergrund gedrängt. Obwohl Jehova (Jahwe) streng genommen gar kein Name ist. Dieser "Name" ist vielmehr eine Umschreibung dafür, daß Gott keinen Namen hat, mit dem man Ihn "fassen" könnte. Die Alten sagten, "hast du den Namen, hast du die Sache". Gott aber ist nicht zu "fassen", wäre das der Fall, wäre ER nicht Gott! Das an Ihm Faßbare aber tritt uns in Jesum Christum entgegen.
Das Vaterunser wurde, um aus dem Dilemma herauszukommen, von der WTG zum "Mustergebet" erklärt, denn an ihm könne man erkennen, worum zu beten recht sei. Mit dieser Erklärung wurde das Gebet selbst nicht verworfen, doch zugleich wurde der Freiraum geschaffen, der es ermöglicht, die eigenen Lehren im Namen Jesu vortragen zu können. Denn, obwohl man sich in Wachtturmkreisen dem Vaterunser gegenüber sehr reserviert verhält, kommt man doch im geeigneten Moment immer wieder darauf zurück, vor allem, um den "Kirchenchristen" zu beweisen, daß das Reich Gottes, um das wir beten, eine irdische Einrichtung sein wird, bzw, daß das WT-spezifische "irdische Paradies" ein wesentlicher Bestandteil dieses Gottesreiches sein würde. Bei der Verkündigung der WT-Botschaft werden die Zuhörer gern darauf aufmerksam gemacht, daß sie in der Kirche doch auch beten würden, "dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden". Die Erfüllung dieser Bitte aber sei die Aufrichtung des irdischen Paradieses, wie es Jehovas Zeugen schon so lange verkündigten. Dieses Paradies auf Erden sei dann Gottes Antwort auf die Bitten, die so lange schon an ihn im Gebet gerichtet würden. Bis das aber vollends geschehen würde, sind es JZ selbst, die durch ihr, ihnen von Gott aufgetragenes Werk, seinen Willen auf der Erde tun, indem sie alle die einsammeln, die ewig unter Gottes Königreich auf Erden zu leben wünschten. So entsteht der Eindruck, als wäre die Erhörung des Gebetes zu einem nicht bekannten, zukünftigem Zeitpunkt, ein plötzlich eintretendes Ereignis, derart, als würde ein dunkler Raum durch Einschalten des Lichtes von einem Augenblick zum andern in Helligkeit getaucht.

So wäre das Gebet nur der Ausdruck des Einverständnisses des Beters mit dem zu erwartendem göttlichen Vorgehen. JZ aber wären die autorisierten Interpreten des noch künftigen göttlichen Handelns.
Der Wille Gottes aber ist, daß ALLEN Menschen geholfen werde. Sein Wille ist Liebe und Heiligkeit als Ausdruck Seines Wesens. Sein Wille, Seine Liebe und Seine Heiligkeit aber sind immer wirksam, wenn ich bete, dann öffne ich mich dem Willen Gottes, Seiner Liebe und Seiner Heiligkeit!
"Mein Vater wirkt fortwährend", sagte Jesus von Gott. Seit der Herr am Kreuz die Worte sprach "es ist vollbracht", wirkt Gottes Reich, ist es gegenwärtig in der Person Oesu, der "derselbe (ist) gestern, heute und in Ewigkeit." In dem Maße, wie sich ein Mensch dem Reiche Gottes gegenüber zu öffnen bereit ist, ist es für diesen Menschen auch gekommen, so geschieht Gottes Willen fortwährend auf der Erde, bis er in Vollendung im Himmel geschieht. Dieses Gebet wird nicht in der Finsternis gesprochen, in der Hoffnung darauf, daß irgendwann einmal Licht werden würde, sondern im Wissen darum, daß das Licht in der Welt ist, und daß seit Jesu Tod und Auferstehung jeder dieses Lichtes und der Segnungen Seines Reiches teilhaftig werden kann.

Das Reich kommt nicht, weil wir darum bitten. Es kommt ohne unser Zutun, weil Gott es ist, der es will, unser Bitten aber ist Zeichen unseres Offenseins für Gott und Sein Reich. Durch die Wirkung, die es auf uns hat, "kommt" es zu uns! Es wird uns in seinen Wirkungen wahrnehmbar, wir verspüren als einzelne seine Kraft!
Alle Beter aller Zeiten, seit Jesus in die Welt gekommen ist, hätten ja vergeblich gebetet, wenn die Ansicht der ZJ zuträfe, daß Gottes Reich in "unseren Tagen" aufgerichtet würde, selbst Hunderttausende von ZJ, die inzwischen verstorben sind, hätten vergeblich gebetet und gehofft, denn sie alle erhofften es im Vertrauen auf die WT-Lehre in "Ihren Tagen"., zu "ihrer Zeit", Vergeblich hätten auch Millionen Hungernder die zentrale Bitte des Herrngebetes, "unser täglich Brot gib uns heute" ausgesprochen, wenn es sich dabei um buchstäbliche Sättigung mit buchstäblicher Nahrung handeln würde. In Wahrheit bitten wir um das Brot des Lebens selbst, um den Leib des Herrn.

Jesus lehrte beten im Hinblick auf Sein sicheres Wissen um Erhörung und Erfüllung, nicht mit dem Gedanken an Vertröstung.
Er wußte, daß niemand, der glaubt, enttäuscht werden würde. ER wußte, daß es Gottes Wille ist, die Betenden zu erhören, wenn sie sich im Namen Jesu nähern. Vorzüglich zur Verdrehung geeignet fanden die WT-Verantwortlichen die letzte Bitte im Vaterunser "und erlöse uns vom Bösen". Dieser Passus wird von JZ gewöhnlich so interpretiert, daß Gott sie, die - guten - Zeugen, von der bösen Welt Satans befreien würde, indem ER diese Welt in "Harmagedon" vernichte! "Vernichten" ist bei JZ, wie seinerzeit bei den Nazis, eine gern und oft gebrauchte Vokabel.

Doch so, wie Schatten untrennbar zum Licht gehören, ist das Böse die Kehrseite, die Alternative des Guten. Mit der sehr guten Schöpfung Gottes entstand auch, die Möglichkeit, Böses zu tun. Diese Möglichkeit liegt beständig "auf der Lauer". Daß das Böse in der Welt Wirklichkeit wurde, schildert die Bibel als das Auftreten Satans.
Worum bitten wir denn nun wirklich, wenn wir um Erlösung vom Bösen beten? Doch darum, daß das permanent als Möglichkeit vorhandene Böse auf uns, die wir Christi Nachfolger sein wollen, keinen Reiz mehr ausüben möge, so wie es auf Ihn keinen Reiz ausübte. Daß wir in Ihm, in dessen Namen wir beten und bitten, frei werden mögen von dem Drang, es zu erproben, daß es uns nicht mehr locke und verführe. Die Freiheit beginnt mit dem Wunsche, frei zu werden. Böse aber ist für einen Christenmenschen alles, was dem guten und heiligen Willen Gottes entgegensteht. Wer begonnen hat, mit Christus gegen das, was böse ist, anzukämpfen, bei dem hat das Reich Gottes auch zu herrschen begonnen. Es ist zu ihm "gekommen", es bestimmt fortan sein Leben. Auch in bezug auf die siebente Bitte gilt: Wenn Jesus uns um die im Vaterunser genannten Dinge beten lehrte, dann darum, weil ER die Menschen liebt und weiß, daß kein Betender je leer ausgehen würde.

Jeder, der betet, kann den Segen des Reiches Gottes verspüren, auch ehe es im Vollsinne des Wortes "kommt". Es wird in allen denen wirksam, die reinen Herzens sind, die das Gebet des Herrn, das eine köstliche Verheißung ist, beten, sie gehen ein in dieses Reich, schritt für Schritt, denn was Jesus uns hinterließ, ist nicht Vertröstung auf eine ferne Zukunft, sondern Verheißung und Gewißheit für die Gegenwart. -
-H.G.-

HAST DU DAS GEWUSST?
.AUSTRETEN KANNST DU NICHT - DU BIST JA AUCH NICHT EINGETRETEN'
Diese Auskunft erhielten schon manche Zeugen Jehovas, als sie ihren Austritt zu erklären versuchten (nicht aus der Kirche, sondern nur aus der "theokratischen Organisation"). Denn der von dem angehenden Z.J. geforderte Kirchenaustritt verläuft völlig reibungslos; das Verfahren ist ja geregelt. Auch der Anschluß an die Z.J. ist bis in die kleinsten Einzelheiten geordnet. Doch alles, was dann kommt, bleibt im Nebel. Wie groß die Rechtsunsicherheit ist, bemerkt ein zeuge zumeist jedoch erst dann, wenn er aus der "theokratischen Organisation" austreten will und die in unserer Überschrift genannte Antwort bekommt (so o.a.). Vorher denkt der einzelne darüber auch kaum nach. Er hat ja, wie es in einem Brief heißt, "sich Gott hingegeben, um ihm zu dienen. Er glaubt ja, die Wahrheit und den Weg gefunden zu haben", was interessiert ihn da die Rechtslage als Glied der "theokratischen Organisation"? Daher müssen wir einschränkend sagen;

Austrittswillige in Schwierigkeiten
Solche Zeugen Jehovas "berichten uns in ihren Zuschriften, wie bedrohlich sie diese Rechtsunsicherheit empfinden, wie empörend die ihnen erteilte Auskunft - einen Austritt gibt es nicht! Eine Zeugin aus Nürnberg schildert es uns so:
"Allmählich beginnen wir zu verzweifeln in Anbetracht solcher Winkelzüge. Was soll man auf diese abgefeimten Spitzfindigkeiten antworten? Uns kommt die Sache wie ein schlechter Witz vor. Man sei ja kein Mitglied und könne daher nicht austreten (so wurde uns geschrieben). Trotzdem untersteht man dem imaginären 'treuen Sklaven' (der leitenden Körperschaft an der Spitze) und kann nach Belieben von den Wachtturm-Inquisitoren ausgeschlossen werden". Ein Ausgeschlossenwerden also ist möglich; ein freiwilliger Austritt nicht! Doch nicht allein das ist es, was die Zeugin aus Nürnberg so verzweifelt machte. Vielmehr schockiert sie die ironisch anmutende Antwort, die ihr die "Brüder" vom deutschen Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft erteilt hatten auf ihr Begehren, ihr zu bescheinigen, daß sie aus dem "Verein" Jehovas Zeugen ausgetreten sei.

"Wir können unseren Unterlagen nicht entnehmen, daß Du bei uns als Mitglied geführt wirst."
Hier stellt sich die Frage: Wer ist denn Mitglied der Wachtturm-Gesellschaft?
Das allerdings "stimmt": Wer sich den Z.J. anschließt, wird damit nicht Mitglied der Watch Tower Bible & Tract Society. Das ist auch nie so gewesen. Wer aber konnte denn bei ihr Mitglied werden?
Antwort: Die zum Aktienkapital dieses Unternehmens beigetragen haben!

Ich zitiere aus dem Wachtturm von 1945, Seite 12, Absatz 7:
"Im Dezember 1884 wurde gemäß den Gesetzen des Staates Pennsylvanien, USA, die Korporation gegründet und gesetzlich eingetragen, die damals 'Zion's Watch Tower Tract Society' hieß, später aber, nach 1896 'Watch Tower Bible and Tract Society' genannt wurde ...
Diese gesetzliche Korporation oder 'Gesellschaft' schloß als Mitglieder nicht alle ein, die zum wahrhaft geweihten Volke Jehovas gehörten ...
Weshalb nicht? Weil sie bis dahin durch freiwillige Beiträge von Menschen guten Willens unterstützt wurde, und Personen, die einen gewissen Beitrag beisteuerten, erhielten, gemäß Gesetz und Statuten, die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft sowie entsprechende Stimmrechte in bezug auf die Wahl ihrer Direktoren und Beamten."

In Absatz 8 sagt es diese Wachtturm-Ausgabe noch einmal mit aller wünschenswerten Klarheit:
"Aus den Bestimmungen der Gründungsurkunde der Gemeinschaft geht hervor, daß die Mitgliedschaft in der leitenden Körperschaft von den Beiträgen an die legale Gesellschaft abhängig war."

Später, so fügt der Wachtturm hinzu, "konnte dies unter seinem erwählten Volk nicht so bleiben".
Er weist dann auf eine gewisse beherrschende Stellung des ersten Präsidenten, C. T. Russell, hin, die nach der Regel von 1. Kor. 12, 18 nicht sein dürfe. Und dann fährt der Wachtturm fort:

"Da aber die Gründungsurkunde der Gesellschaft 'Stimm-Anteilscheine' vorsah, die an Personen ausgegeben werden sollten, welche für das Werk der Gesellschaft Geld beigesteuert hatten, trug dies dazu bei, diesen theokratischen Grundsatz (gemeint ist l. Kor. 12, 18) mit Bezug auf die leitende Körperschaft zu verdunkeln ..." (WT 1945, Seite 13, Absatz 8)
Leider verrät der Wachtturm bis auf diesen Tag nicht, was sich denn inzwischen an dieser Verfahrensweise geändert hat.

Gibt es jetzt über den Kreis derer hinaus, die zum Aktienkapital dieser Gesellschaft beigetragen haben und also Mitgliedschaft und "Stimmanteilscheine" erlangten (siehe Anhang, die Redaktion), weitere Mitglieder in dieser Gesellschaft? (Engl. "Inc." - So der Zusatz zum Namen der Gesellschaft, Abkürzung von "incorporated", was dem Sinn nach im Deutschen als "eingetragene Körperschaft" wiedergegeben werden könnte.) Da der Wachtturm seit der hier zitierten Ausgabe von 1945 über die Art und Weise, wie man Mitglied der Watch Tower Bible & Tract Society werden könne, meines Wissens nichts mehr verlauten ließ, bleibt das ganze Gebiet für die einzelnen Zeugen Jehovas völlig im dunkeln. Dies erklärt dann auch, warum zeugen, die sich von ihrer Organisation trennen möchten, an "die Gesellschaft", schreiben, denn mit ihr assoziieren sie alles, was sie von der "leitenden Körperschaft" dem "treuen und verständigen Sklaven", dem "Mitteilungs- und Verbindungskanal Jehovas" usw. in tausend Vorträgen gehört bzw. im Wachtturm und in den Z.J.-Büchern gelesen haben, auch wenn der Wachtturm heutzutage sagt, daß "die Gesellschaft" nur das "gesetzliche Werkzeug" sei, dessen sich die "leitende Körperschaft", der "Sklave" oder der "Kanal Jehovas" bediene ...

Noch verwirrender muß es einem kleinen "Versammlungsverkündiger" (so die offizielle Sprachregelung) erscheinen, wenn er. feststellt, daß es im Lauf der 100jährigen Watchtower-Geschichte zur Gründung von drei Körperschaften gekommen ist:

1. die erwähnte "Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania" mit Sitz in Brooklyn, N. Y.
- Eigentümerin des gesamten Besitzes der Wachtturm-Organisation•
2. "Waten Tower Bible and Tract Society of New York, Inc." -
für den Bereich der USA zuständige Verwaltungsorganisation.
3. "International Bible Students Association" -
zuständig u.a. für die Verwaltung des Watch Tower-Grundbesitzes in England.

Nach dem Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1983 haben - im Unterschied zu früheren Jahren - alle drei Körperschaften eine gemeinsame Adresse:
25. Columbia Heights, Brooklyn, New York 11201, USA.

Vergleicht man die Namen der ihren Leitungsgremien angehörenden Personen, so fällt auf, daß es sich fast ausschließlich um die gleichen Persönlichkeiten handelt. Wenn von der Wachtturm-Gesellschaft die Rede ist, wird man vor allem an die erste der genannten Gesellschaften denken müssen; die anderen Gründungen erfolgten aus Zweckmäßigkeitsgründen.
H.-J. T.

Anmerkung
Weitere Erklärungen in dem WTG-Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben", Seite 48 und 49.
ANHANG
Veränderung der Satzungen der WTG von vor 1962. Magdeburg - Wiesbaden am 21.4.1962.

AKTUELLES IN KÜRZE
BESCHÄMEND FÜR ALLE UNTER DER WTG
Zum ersten Mal wurden Mitarbeiter eines kirchlichen Werkes aus der DDR zur Beteiligung an einem Dorfprojekt nach Afrika entsandt. Ein Team der Gossner-Mission in der DDR ist nach Sambia gegangen, um bei der Verbesserung der Lebensbedingungen im Gebiet von Nalianda mitzuwirken. Es gab dort bisher weder Elektrizität noch Trinkwasserversorgung. Ernährung, hygienische und medizinische Betreuung und Bildung sind nicht ausreichend entwickelt.

In ihrer Broschüre "ZJ IM ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT" (1978) machte die WTG ihre ZJ mit der Proklamation unmöglich, daß sie nicht beizutragen hätten, die "Verhältnisse zu verbessern". Wäre es nach dem jüngsten falschen WTG-Termin für ihr "Paradies" 1975 nicht höchste Zeit, sich durch echte soziale Mithilfe endlich glaubhaft zu machen? Nein, die ZJ sollen weiter in dieser Frage Amok laufen, immer mit dem Kopf gegen die Wand. Wem allein dient das wohl? Denkt nach!
Jesus lebte mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, Elenden und Ausgeraubten real zu helfen, ohne nach dem Glauben zu fragen. -

TSE-TSE-FLIEGE STICHT DIE WTG!
Vier afrikanische Staaten, Simbabwe, Malawi, Mocambique und Sambia, wollen gemeinsam gegen die todbringende Tse-Tse-Fliege vorgehen. Gegenwärtig bedroht das Insekt in Afrika noch 35 Millionen Menschen und 25 Millionen Rinder auf einer Fläche von etwa 10 Millionen Quadratkilometern.
Die Tse-Tse-Fliege überträgt bekanntlich die tödliche Schlafkrankheit. Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert die Zusammenarbeit aller betroffenen Staaten.

Der Kampf gegen die Stechfliege soll zum kooperativen Anliegen aller Mitgliedstaaten der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) werden.
Nun die WTG. Bekanntlich sollen gemäß ihrer Endzeitlegende alle Staaten und Regierungen seit 1914 ihre Macht an Christus im Himmel abtreten, wenn sie nicht vernichtet werden wollen. Man stelle sich das praktisch vor. Das geht doch gar nicht! Hält die WTG ihre ZJ für staatsbürgerliche Naivlinge? Würde Christus z.B. die erforderliche Tse-Tse-Fliegenbekämpfung in Afrika übernehmen? Er müßte es, wollten die Regierungen die WTG ernst nehmen. -
-CVN-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
NEUE RICHTLINIEN FÜR "AUSSTEIGER"
... Ein freiwilliger Bruch mit der Organisation ist nach den neuesten Richtlinien jetzt endlich möglich. Der Wachtturm vom 15. Oktober 1986 beantwortet auf Seite 31 eine Leserfrage so:
Wenn ein Zeuge Jehovas sich von seiner Organisation lossagt und sich einer anderen Gemeinschaft anschließt - und die "Hilfe" der Ältesten von diesem "streunenden Schaf" (so wörtlich) nicht angenommen wird -, dann soll "in der Versammlung lediglich bekanntgegeben werden, daß er die Gemeinschaft verlassen hat und daher kein Zeuge Jehovas mehr ist. Er hat sich von einer 'bestehenden Bindung' losgesagt. Es ist nicht notwendig, daß ein formaler Gemeinschaftsentzug durchgeführt wird."

ER WOLLTE KEINEN KÄSE MEHR HERSTELLEN
"Da ich ledig, jung und kräftig war, fühlte ich mich durch meine Arbeit in der Käserei am Ort zu sehr eingeschränkt. Ich arbeitete sechs Tage in der Woche für einen geringen Lohn und konnte nur einen Tag in der Woche dafür verwenden, Jehova ein wenig zu dienen, von dem ich ewiges Leben erwartete. Warum sollte ich mich weiterhin mit der Herstellung von Käse beschäftigen, wenn ich doch kostbare Wahrheiten besaß, die Leben retten konnten? Mein Wunsch war es, Vollzeitdiener zu werden ...(P. J. Wentzel/WT 1.7.1986)

Natürlich wurde er Vollzeitdiener! Nun, alle Arten von Käse sind bekanntlich ebenfalls ein hochwertvolles Lebensmittel und für die Ernährung unentbehrlich. Warum Käse herstellen, wenn man die WT-Wahrheit hat, ist also nicht nur eine unmögliche Begründung, sondern auch eine verächtliche. Auch die Zeugen wollen ja Käse essen. Man kann vernünftigerweise nicht Käse gegen die WTG-Wahrheiten setzen, ohne sich lächerlich zu machen.

- "Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner -
DDR 6500 Gera, Straße der Republik 46; Jahresabonnement; 2.— M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe Gera

A 412/89 V 7 1 1559 N2

ZurIndexseite