Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 240

Im Gegensatz zu der überwiegenden Zahl der anderen CV-Ausgaben, firmiert diese als „Sonderausgabe" (auch mit doppeltem Druckinhalt. Anstatt der sonst üblichen 8 Druckseiten; diesmal 16).

Ein mit „H.P." gezeichneter Artikel in dieser Ausgabe, der da ein rosorotes Licht über den Willy Müller zu zaubern versucht, erscheint zumindest mir mehr als fragwürdig - um nicht zu sagen „aus den Fingern gesogen".

Müller verstarb Anfang 1973. In dieser Zeit habe ich jedenfalls nie einen „H.P." kennen gelernt. Wenn es den doch gegeben haben sollte, hat er jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt die Rolle eines „Nulkommanichts" gespielt, der jetzt aber im Jahre 1989, die Klaviatur der großen Laudatio anschlägt.

Hochstaplerisch - anders ist das kaum bezeichenbar - auch der Beitrag von P(ape) in dieser Ausgabe, der da selbst die Herren Balzereit, Binkele, Sadlack, für das CV-Unternehmen mit vereinnahmen will. Nun gerieten genannte zwar auch in Opposition zur WTG. Das wiederum ist keineswegs „identisch" mit einem „Mitmachen" bei dem CV-Projekt.


 

SONDERAUSGABE

30 JAHRE

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 240 GERA JULI 1989

"DIESE SCHRIFT BESTEHT HÖCHSTENS 2 JAHRE, LÄNGER LÄSST JEHOVA DAS NICHT ZU!"

'"CV'? DENEN WIRD BALD DER ATEM AUSGEHEN. DIESE PFLANZE WIRD DER HERR BALD VERDORREN LASSEN. SIE WIRD BALD VERSCHWUNDEN SEIN, SO DASS JEDER SEHEN KANN, MIT WEM DER HERR IST."


WillyMueller.jpg (51780 Byte)

Liebe

Brüder und Schwestern! Diese Meinungen vertrat anfangs der Leiter des Ostbüros Wiesbaden Willy Pohl. Bald stellte sich jedoch heraus, daß sie - wie auch andere Vorhersagen der Wachtturm - Gesellschaft - nicht zutrafen.
Bruder Willy Müller, Gruppendiener von Gera, Ronneburg und Schmölln, ließ sich nicht beirren. Im Sinne seines ersten Schreibens, dem "OFFENEN BRIEF" an die Wachtturm - Gesellschaft anläßlich der WTG-Bezirksversammlung im Juli 1959 in Westberlin, trat er weiter für die "reine Anbetung innerhalb der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas" ein.
Angriffe auf seine Person konnten ihn nicht schrecken. Er sei "ein Rebell gleich der Rotte Korah ... eine Kreatur, die die Organisation beschmutzt".

Noch im Oktober 1965, als seine Zeitschrift in gedruckter Aufmachung erstmals unter dem Namen "Christliche Verantwortung" herauskam, wurde er in einem internen WTG-Schreiben als "Mensch der Vernichtung" beschimpft.
Trotz allem fielen seine Bemühungen auf fruchtbaren Boden. Gleichgesinnte Brüder und Schwestern unterstützten ihn nach Kräften. Als Bruder Willy Müller am 8.1.1973 in seinem 80. Lebensjahr starb, wußte er sein Vermächtnis in guten Händen.
Die Zeitschrift "Christliche Verantwortung" profilierte sich zu einem wirksamen MENETEKEL für die Organisation der Zeugen Jehovas (siehe Daniel 5:26,27). Geliebt und gehaßt, heimlich auf der Toilette gelesen oder furchtlos in der Versammlung diskutiert, hat dieses Blatt die Zeugen über 30 Jahre lang begleitet.
Und es wird weiter existieren!
ZUR ERKENNTNIS DES EINEN, ZUR WARNUNG DES ANDEREN! - UND SO BEGANN ES ...

IM NAMEN REINER GOTTESANBETUNG
An die Wachtturm-Gesellschaft!
Wir sind mehr oder minder langjährige Verkündiger und Glieder der Neuen-Welt-Gesellschaft. Als Diener haben wir besondere Verantwortlichkeiten in der Theokratischen Organisation inne.
In dieser Zeit erhöhter politischer Spannungen dieser Systeme der Dinge lenken wir die besondere Aufmerksamkeit aller Glieder der Theokratischen Organisation, aller sich versammelnden Verkündiger, auf folgende grundsätzliche Erklärungen und Ziele der Wachtturm-Gesellschaft, als der verantwortlichen Dienerin aller "Jehovas Zeugen".

Aus den Satzungen;
„Sie wurde zu dem Zweck gegründet, die moralische und geistige Fortbildung von Männern und Frauen und die Verbreitung biblischer Wahrheiten in verschiedenen Sprachen zu fördern durch die Veröffentlichung von Abhandlungen, Flugschriften, Zeitschriften und anderen religiösen Schriften, sowie durch die Anwendung aller gesetzlichen Mittel, welche ihr ordnungsgemäß konstituierter Direktoren-Ausschuß zu obenerwähnten Zwecken und zur religiösen Missionstätigkeit für geeignet hält.":

Der Wachtturm - sein Zweck:
"... Das erhebt sie über nationale, politische und Rassenpropaganda und Vorurteile und macht sie frei von selbstsüchtiger Voreingenommenheit." Erwachet - ihre Mission:
„ ... von jeder Zensur frei und von selbstsüchtigen Interessen unbeeinflußt, ... Sie ist nicht durch politische Bestrebungen oder Verpflichtungen gebunden."

Information an alle Verkündiger
vom 25.2.1950:
"... in allen nationalen und auch parteipolitischen Streitigkeiten bewahren Jehovas Zeugen völlige Neutralität ...
Sie nehmen weder für noch gegen eine Nation, Partei oder Richtung Stellung ..."
Auf Grund unserer persönlichen Verantwortung gemäß 1. Joh. 4:1 vor Jehova und vor unserem eigenen Gewissen, registrieren wir mit wachsender Besorgnis die Tatsache, daß die Wachtturm-Gesellschaft die erklärten Positionen der ausschließlichen religiösen und politisch neutralen Verkündigung verlassen hat.
Obwohl wir selbst unter der Herrschaft der Kommunisten große Entbehrungen tragen, lehnen wir es ab, uns auf das Gebiet politischer Betätigung und Propaganda zu begeben, wie es die Wachtturm-Gesellschaft mit folgenden Beispielen laufend tut:

Sie schreibt über die Kommunisten und betitelt sie als:
- "Rote Faschisten",
- "Brutale Herren des Volksparadieses",
- "Rücksichtslose Mörder",
- "Sklavenhalter",
- "die eine verderbte Nation aufbauen",
- daß "der kommunistische Block auf Welteroberung abzielt, wenn nicht durch Täuschung, Infiltration und Umsturz, dann durch die entsetzliche Gewalt des Atomkrieges."
("Was hat die Religion der Menschheit gebracht?", Wachtturm 1956/57, Broschüre, Weltbesiegung nahe)

Entspricht eine solche antikommunistische, politische Propaganda dem Grundsatz für Christen in Titus 3:1,2:
"niemanden zu lästern, nicht streitsüchtig zu sein, gelinde, Sanftmut erweisend gegen alle Menschen"?
Entspricht das den erklärten Grundsätzen politischer Neutralität, weder für noch gegen eine Nation, Partei oder Richtung Stellung zu nehmen? Nein, im Gegenteil.
Diente folgende Anweisung des ehemaligen Zweigdieners, Erich Frost, aus dem Jahre 1947 dazu, ein stilles und ruhiges Leben in aller Gottergebenheit führen zu können? In dieser Anweisung, die von Frost unterschrieben ist, heißt es:
" ... Außerdem gilt es, plötzliche Vorkommnisse, politische Aufstände, Wahlen, ... Auseinandersetzungen, Revolutionen, Katastrophen, Flugzeuge und Fliegerei, ... festzuhalten ..."
"... überlege, welchen großen Wert gute Berichte aus unserem Lande haben ..."

Im Oktober 1958 verlangte die Gesellschaft wieder das Sammeln von Adressen von Staatsmännern und anderen Personen des öffentlichen Lebens. Wir fragen;
Was hat das sammeln von Informationen über das Flugwesen und anderen gesellschaftlichen Ereignissen, die Stimmung der Bevölkerung, Anschriften politischer Personen, mit der Verkündigung selbst zu tun? ... Hat die Gesellschaft da irgendwelche Verpflichtungen? -
Unsere aufrichtige Sorge gilt der reinen Gottesanbetung, rein auch von der Politik dieser Welt und ihrer Methoden.

Wir verlangen darum:
Ihr verantwortlichen Diener und Vertreter der Gesellschaft, nehmt Stellung zu der im Widerspruch zur erklärten Neutralität stehenden politischen Propaganda in der Wachtturmliteratur. Im Interesse Tausender Verkündiger in der DDR, die in sorgenvoller Unruhe über diese unbiblischen politischen Verwicklungen sind, weil sie sich keinem Kampf gegen politische Systeme geweiht traben, sondern einem religiösen Werk politischer Neutralität und Gottesanbetung, verlangen wir, die hier aufgeworfenen Fragen öffentlich zur Aussprache zu stellen und klar zu beantworten.

Für reine Anbetung innerhalb der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas.
Im gemeinsamen Bemühen, unseren Reichtum an guten Werken zu offenbaren, grüßen wir herzlich
Euer Bruder
im Auftrag vieler Brüder und Schwestern - Willy Müller
Gera, Juli 1959

WILLY MÜLLER
CV zu begründen, es war und ist Bruder Willy Müllers Verdienst. Nur wenige Schwestern und Brüder wissen noch aus direktem Erleben, wie kompliziert und beschwerlich die Wege zur CV Nummer l waren, der ersten, gedruckten Ausgabe.
Willys Energie, sein Willen und seine Kraft haben mit Jehovas Schutz und Hilfe die Existenz der weltweit einzigen Monatsperiodika zur christlich verantwortlichen Unterrichtung von WTG-Zeugen begründet.
Schon die nun so langjährige erfolgreiche Existenz der CV, ihrer Studiengruppe, Arbeitskreise, Mitverbundene, mögliche Übersicht zum Gesamtwerk, haben viel Nachdenken im Bereich der Zeugen veranlaßt.
Es sind nicht nur die vielen aufmerksamen und realistischeren Zeugen, die nach den Gründen für das Erreichen des doch recht beträchtlichen CV-"Alters" fragen.

Vielen ist erinnerlich, was zu CV auf so manchem Kongreß, insbesondere der 60er Jahre, prophezeit wurde.
Danach wußten seinerzeit z. B. die Brüder Pohl und Franke, daß Jehova CV nur zwei Jahre gewähren lassen würde. Aber kein CV-Mitverbundener hatte jemals Respekt vor WTG-Rechenexempeln. Diese Verantwortlichen haben sich bei viel wesentlicheren Dingen ganz einfach verrechnet. Sie "machen ihre Rechnungen eben ohne Gott, ohne Jehova".
Dieser Ausdruck von Willy Müller ist mir sehr gegenwärtig geblieben. Eine wesentliche Denkhaltung unseres Bruders kam damit zum Ausdruck, sie wurde Handlungsmaxime für Schrift und Wort von CV. Nichts ist ohne Jehovas Wille möglich.
Hieraus schlußfolgerten wir zudem über die Jahre unser Existenzrecht. Wenn Jehova CV nicht mag, wenn er sie ablehnen würde, dann und nur dann gäbe es sie nicht.

Die WTG ist auch heute etwas Zweites und für die CV-Mitverbundenen nicht maßgebend. Es ist eine geübte WTG-Unart, ständig über das hinaus zu reden, "was geschrieben steht". Willy Müller sagte mir einmal, daß die WTG förmlich davon lebe.
Ich war seinerzeit ein blutjunger Zeuge Jehovas und hatte über Jahre mit solch Formulierungen zu kämpfen, wollte ich das "alles prüfen" und dabei das Gute nur und ausschließlich in der WTG sehen. Dabei wurde mir natürlich zunehmend klarer, daß die WTG verantwortungslos mit der Schrift umgeht. Für Bruder Willy war es beschämend, daß eine Organisation dies tut und es war für ihn noch schlimmer, einstmals ein doch mit Verantwortung verbundenes Dienstamt in der Organisation innegehabt zu haben, schmerzlich empfand er, daß er immer im Brustton tiefster Überzeugung WTG-Lehren als biblisch begründete Tatsache offenbarte.

Einen Teil des von ihm somit angerichteten Schadens in den Köpfen vieler Zeugen Jehovas glaubte er mit CV und seinem Wirken dafür begleichen zu können.
Viele Jahre nach seinem Tod sind ihm viele ehemalige Zeugen Jehovas dankbar und wohl noch mehr, die durch CV betreut, vor dem Schritt aus der WTG stehen.
Mir imponierte sein Fleiß und seine Beharrlichkeit. Wie oft saß er bis tief in die Nacht und mußte förmlich im Archiv zwischen den Büchern gesucht werden. Es tat ihm sichtlich gut, all seine Kraft von Jehova geleitet auszuschöpfen, um irregeleiteten WTG-Zeugen auf den rechten Weg zu helfen und solchen, die es geschafft hatten, Stärkung zu geben.

Oft saß er mit Autoren zusammen und suchte nach Wegen, um die Wahrheit klar und deutlich auszudrücken, verständlich und annehmbar für alle Leser.
Er leitete die Arbeit von Redaktion und Versand, er empfing Besucher und besuchte selbst. Er freute sich mit Schwestern und Brüdern und litt mit ihnen. Es war ihm somit vergönnt, mit CV zu leben und mit CV zu erleben noch das alles mit seines Herzens Tiefe, mit der ganzen Wärme seiner christlichen Liebe. Solcherart Umgang mit ihnen war vielen Zeugen nicht vertraut und sie erwarteten diesen von Bruder Willy Müller nicht von vornherein. Als junger CV-Mitverbundener habe ich mich an ihm aufgerichtet, seine Hilfe gesucht und ihm meine Hilfe gegeben. Er hat sie angenommen. Willy lebt in meiner Erinnerung. -h.p.-

INHALTSVERZEICHNIS DER SONDERAUSGABE
30 Jahre "Christliche Verantwortung"
Im Namen reiner Gottesanbetung
Willy Müller, Begründer der CV
Wir die "Christliche Verantwortung
... Ratgeber in großer Zahl
Aus unserer Arbeit
Jeder willkommen
30 Jahre Aufklärungsarbeit für CV
10 Jahre mit CV
Prüfet in unseren CV-Archiven
Warum arbeite ich mit der CV
Älteste, seid auf der Hut!
Wir raten, Gott mehr zu gehorchen
Schuldig oder mitschuldig
Hirten und Herren
Die Belastung der Frau unter der WTG
Begegnungen auf der Straße
mit Onkel Herrmann
mit Schwester Rosi
Anderen helfen heißt sich helfen
Warum "Christliche Verantwortung"?
Das "eine" und das andere Evangelium
Ein Dankeschön an alle
WTG - "Drehtür" für Millionen
ZJ fragen CV: "Wohin gehen?"
Eine ausgestreckte Hand

WIR - DIE "CHRISTLICHE VERANTWORTUNG"
Warum und für wen tun wir das?
Sehr oft schon wurden uns diese Fragen gestellt. Ja, warum tun wir das.
Wir könnten hier großartige Antworten geben, nach WTG-Art. Da wären wir die edelsten, die einzigsten, die sich im Besitz der "Wahrheit" befinden. - Sind wir das?
Nein, wir sind einfache, christliche Menschen mit allen Fehlern und Schwächen. Unseren Brüdern und Schwestern, die sich noch unter dem Wachtturm befinden, wollen wir helfen, den Mißbrauch zu erkennen, den die WTG mit ihrem Glauben treibt. Wir wollen sie davor bewahren, willenlose Sklaven dieser Organisation zu werden.

30 Jahre verfolgen wir nun schon, wie diese Organisation bedenkenlos ihre Lehren immer wieder verändert, durch ihr "helleres Licht". Wie sie alles und alle verteufelt. Wie sie gnadenlos mit den Zeugen umspringt, die sich, nicht bedingungslos der Wachtturmgesellschaft unterwerfen. Wir erarbeiten uns christliche Standpunkte zu den Veröffentlichungen der WTG und veröffentlichen sie in unserer Zeitschrift. Wir fahren in Städte und Gemeinden, um mit den Menschen zu sprechen, die in geistige Not geraten sind, die von uns Hilfe erbitten oder auch nur einen Rat. Wir fahren in Krankenhäuser und Nervenkliniken, um mit den Menschen zu sprechen, die durch die Methoden der WTG in körperliche und seelische Bedrängnis geraten sind. Die Angst haben, sich an ihre "Ältesten" zu wenden, weil sie dort kein Verständnis finden, sondern Ermahnungen und Strafen, bis hin zum Gemeinschaftsentzug.

Wir beantworten viele Telefongespräche und Briefe aus dem In- und Ausland, die um Hilfe oder Auskunft bitten. Unsere Brüder und Schwestern, die nie zuvor einen Artikel geschrieben haben, setzen sich immer wieder hin und versuchen die gewonnenen Erkenntnisse in ihren Artikeln weiter zu vermitteln. - Für sie ist es Schwerstarbeit, denn keiner von ihnen ist journalistisch vorgebildet. - Viele Stunden ihrer Freizeit wenden sie dafür auf. Ohne Anspruch auf eine Belohnung. Alle zusammen aber wissen wir eines ganz bestimmt, daß wir noch viel lernen müssen, um uns noch besser verständlich zu machen. Wir wissen aber auch, daß Gott uns die Kraft geben wird, weiter unser Werk zu verrichten.
Henry Werner

„GUT ABER STEHT'S, WENN RATGEBER IN GROSSER ZAHL DA SIND"
(Sprüche 11:14)
Es war 1959, als unser Bruder Willy Müller von Gera aus mit offenen Briefen an die Wachtturmgesellschaft mit der christlich begründeten Forderung "Für reine Anbetung innerhalb der Neuen-Welt-Gesellschaft" das CV-Werk begründete. Die WTG selbst sorgte mit ihrer haltlosen Erkenntnisrechthaberei dafür, daß aus dieser herangereiften inneren Opposition gegen die damaligen WTG-Irrwege und Falschprophetien das wurde, was CV heute ist: Ein "MENETEKEL".
Ohne Übertreibung läßt sich sagen, daß CV in diesen 30 Jahren ein Hilfsmittel geworden und im deutschen Sprachraum in dieser Hinsicht einmalig ist.

CV WIRD VON VIELEN GETRAGEN
Wenn wir auf die CV-Gründerjahre zurückschauen, so ließen sich viele Personen aufzählen, die diesem Werk als Mitbegründer, Förderer, Berater und Unterstützer aktiv dienten. Dafür stehen die Namen wie: Alfred Diener und Alfred Zimmer aus Dresden, Otto Wansky aus Freital, der das Werk von Paul Balzereit, ehemaliger WTG-Zweigdiener, fortsetzte. Ferner die Brüder Otto und Emil Sadlack, Conrad C. Binkele der ehemalige Leiter des zentraleuropäischen WTG-Büros in der Schweiz ... Sie alle und viele andere hatten in ihrer Zeit und nach ihrer Erkenntnis das mögliche getan.

Natürlich sind gar manche treue Helfer inzwischen gestorben. Der Kreis der aktiven Ratgeber ist aber noch größer geworden. Eine große Schar von Mitverbundenen hilft uns, unsere materielle Basis abzusichern. Der CV-Einfluß, durch unsere Brüder in die WTG hinein, ist so stark, daß die Organisation zu den schärfsten Abwehrmethoden greifen muß, wie das im WT vom 15. 3.1986 (Seite 20) zum Ausdruck kommt:
"Sei daher in deinem Herzen fest entschlossen, niemals mit dem Gift in Berührung zu kommen, das Abtrünnige dir anbieten wollen."
Es dürfe "kein Raum frei bleiben, in den Gedanken der Abtrünnigkeit eindringen können". Und:
"Wir werden 'dem Teufel nicht Raum geben' und nicht den Wunsch haben, uns anderswo umzusehen."

Ohnmächtig, CV vor ihrer ZJ-Anhängerschaft sachlich entgegentreten zu können, greift die WTG mit "Abtrünnige", "Teufel" und "Gift" zu den schärfsten Mitteln der Abschreckung, des psychologischen Terrors... Mitherausgeber an der Seite von Willy Müller wurden u. a. Eduard Tork, Neumühle, Matthias Bermes, Trier, der dort auch selbst über die WTG aufklärte, und Kurt Görlich, ehemals Verantwortlicher für die WTG in Magdeburg/Stadtfeld.
Ein biblischer Berater wurde auch Johannes Hummel, Prediger der Freien Christlichen Gemeinde in St. Gangloff.
Für die Forschungsarbeiten die WTG betreffend wurde Diplomhistoriker Dieter Pape aus Thale ständiger Mitarbeiter. Aus einer Zeugen-Familie in der dritten Generation, durch KZ-Haft der Eltern als Kind schon Opfer des Feschismus.
In fruchtbarem Austausch stand Brd. Willy Müller auch mit dem WTG-Kritiker Rudolf Körner in Rostock.
Unermüdliche Helfer bei der praktischen Bewältigung der nicht einfachen Aufgaben waren u.a. Liddi Trommer und Gertrud Hörn aus Schmölln.
Über alles dies hinaus schöpft CV auch aus vielen Quellen weltweit. Es könnten hier über 50 internationale Verbindungen und Beziehungen aufgezählt werden, von den USA, Kanada, England, Australien, Afrika, Frankreich, Schweiz, BRD, Dänemark bis Polen und Sowjetunion, um einige Länder zu nennen. Auch hier werden viele Mittel zur Verfügung gestellt, kostenlos, in gegenseitiger Hilfe .

DIE WEITERE ENTWICKLUNG
Sechs Jahre, bis 1965 dauerte es, ehe die "Müller-Briefe" in eine Zeitschrift umgewandelt werden konnten.
Langsam und stetig entstand ein beträchtlicher Korrespondenz- und Autorenkreis, ein Kreis von Mitverbundenen, Förderern und Helfern. Es wurden Beziehungen auch zu anderen christlichen Kreisen und Institutionen aufgenommen. Es seien u.a. Genannt:
- Konfessionskundliche Forschungsstelle des Evangelischen Bundes der ev. Kirchen in der DDR,
- Theologische Sektion der Luther-Universität Halle-Wittenberg, Professor Dr. Helmut Obst,
- Dr. Reinhold Pietz, Berlin,
- der christliche Weißenseer Arbeitskreis, Prof. Hanfried Müller.

Nachdem Willy Müller wegen Krankheit und Alter den Stab aus der Hand legen mußte - er starb am 8.1.1973 im 80. Lebensjahr - übernahm Wolfgang Daum, Gera, die CV-Herausgabe. Seit dieser 1980 aus gesundheitlichen Gründen ausschied, ist bis heute Henry Werner, Gera, CV-Herausgeber.
Es wären noch viele Namen zu nennen, aber angesichts des Psychoterrors und der sog. "theokratischen Kriegslist" der WTG müssen persönliche und familiäre Rücksichten genommen werden. -

Im Geiste Gottes und Christi, wie ihn die Schrift vermittelt, wuchs CV heraus aus dem mühsamen Beginnen von "unten", mit der begrenzten Erfahrung "vor Ort" und ständig begleitet vom vernichtenden Haß der WTG. Deren Führung das damit erscheinende "MENETEKEL" längst begriffen hat.
-P.-

ZU DEN CV-BERATUNGEN IST JEDER WILLKOMMEN
Immer im Frühjahr und Herbst treffen sich die Mitverbundenen der CV-Studiengruppe zu einer Beratung, die in der Regel im CV-Büro Berlin stattfindet. Jeder, der an dieser Arbeit interessiert ist, kann ebenfalls, auch als Gast, teilnehmen. Er muß sich an die CV-Büros in Gera oder Berlin wenden und bekommt dann eine Einladung mit entsprechenden Beratungsunterlagen, oder man kommt als Gast eines CV-Verbundenen mit.
Natürlich kommen nicht immer alle Mitverbundenen zusammen. Es trifft sich, wer sich zum gegebenen Termin freimachen kann, so daß die Arbeit immer kontinuierlich fortgesetzt werden kann.

DIE HERBSTBERATUNGEN
Diese Beratungen sind immer den gerade abgehaltenen WTG-Sommer-Kongressen gewidmet -, wie sie international als sog. Bezirkskongresse der Zeugen Jehovas von der WTG veranstaltet werden, um die Marschrichtung für ein weiteres Jahr zu bestimmen. Die CV-Beratung gibt hier sozusagen die notwendige Antwort, solange diese WTG-Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird.
Die WTG nimmt die CV-Antworten bitter ernst. Sie hat ihre Beauftragten, die schnellstens berichten müssen, was da von CV kommt.

IN CHRISTLICHER VERANTWORTUNG
Die Beratungen beginnen mit einer auferbauenden Bibelbetrachtung, einer christlichen Besinnung, ausgerichtet auf das persönliche christliche Leben und Wirken der Teilnehmer. Es dienen Brüder mit langjährigen Erfahrungen. Immer wieder so innere Kraft zu schöpfen, ist uns unverzichtbar.
FREIE DISKUSSIONEN
Wie immer auf CV-Beratungen, kommt es zu jedem auf die Tagesordnung gesetzten Thema zu freien Diskussionen. Jedem ist das Für und Wider freigestellt. Manches bleibt gegensätzlich oder kontrovers im Raum stehen oder bis zum nächsten Mal, weil noch keine Antwort erarbeitet werden konnte. Manches dient erst dem Anstoß zum weiteren Überprüfen und Bedenken.

Wer an einer CV-Beratung teilnimmt, wird merken, wie da zwischen der WTG und ihren Zeugen Jehovas unterschieden wird. Es wird immer wieder geradegerückt, wo den ZJ als Menschen oder in ihrem Christseinwollen Unrecht widerfährt. Die "Strenge des Gerichts" trifft in erster Linie die "Lehrer" nach Jakobus 3:1, die WTG also.
Das Problem entsteht allein, wenn man sich auf Gedeih und Verderb mit der WTG identifiziert, anstatt mit dem, was tatsächlich geschrieben steht. (1. Korinther 4:6) - Es hätte am Ende keinen Zweck, nicht offen zu sein, die Unterscheidung zwischen WTG und ZJ vermeiden zu wollen, sie verdecken zu wollen. Ein Zeuge Jehovas merkt sehr bald, wohin CV zielt. Und er soll es auch. Aber wie einer auch heute noch auf die WTG hört und schwört, er kann auf einer CV-Beratung frei reden, wenn er frei ist, auch die Gegenrede, die Antwort anzuhören.

So nimmt jeder freimütig wie er kann an unseren Beratungen teil, um zu sagen, was und wie er es auf dem Herzen hat. Selbst bei den gemeinsamen Mahlzeiten vormittags, mittags und nachmittags ist solch Freimut der Rede. Jede "Gabe" ist gefragt, jedes "Talent" soll "wuchern", wo es darum geht, in christlicher Verantwortung zu helfen.
Wir haben es vielfach erlebt, wie sie dankbar aufatmeten. Und wir selbst können dem gerecht werden, was die Schrift von dem um die Sache Wissenden verlangt!
(Sprüche 24;11,12, Menge)
Eure CV-Geschwister

30 JAHRE AUFKLÄRUNGSARBEIT FÜR JEHOVAS ZEUGEN
30 JAHRE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
"WER NUN WEISS, GUTES ZU TUN, UND TUT ES NICHT, DEM IST ES SÜNDE." (Jakobus 4:17)
Es gehört sehr viel Überzeugungskraft und Beweismaterial dazu, um Falsches richtigzustellen. Haß abbauen zu helfen und Wissenswertes dem Leser zugänglich zu machen. Wir, die Verantwortlichen und Mitverbundenen der Studiengruppe "Christliche Verantwortung", bemühen uns nun schon 30 Jahre lang, diese Arbeit durchzuführen.
Aus christlicher Verantwortung heraus haben wir als ehemalige und leidgeprüfte Zeugen Jehovas und andere Betroffene alles Erdenkliche getan, um unseren Glaubensbrüdern wahrheitsgetreu mit Beweismaterial die Augen zu öffnen. Die Augen zu öffnen über eine Körperschaft, die sich als "Heilige" ausgibt und sich "Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas" nennt.

Ja, wir hielten es sogar für notwendig, auf schwerwiegende Fehler in der gesamten Organisation hinzuweisen. Alles, was wir aufklärend in diesen 30 Jahren taten, kann man unmöglich in diesem Artikel unterbringen. Auch nicht in einer Monatsausgabe, dennoch werden wir uns bemühen, auf das Wichtigste kurz einzugehen.

EIN KURZER EINBLICK
Im Zeitraum von 30 Jahren, das heißt von 1959-1989, bemühten wir uns mit Hilfe der Literatur der Wachtturmgesellschaft nachzuweisen, daß die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas ein Werkzeug des Teufels ist.
Diese Körperschaft maßt sich sogar an, Gottes Stellvertreter auf Erden zu sein. Sie maßt sich außerdem an, Gottes Geist zu besitzen, um wahrheitsgetreu die Bibel auslegen zu können.
Die Wahrheit jedoch ist, so haben wir es nachweisen können, daß diese Leitende Körperschaft der von Jesus vorausgesagte falsche Prophet ist. Die Beweise dafür wurden sorgfältig zusammengetragen und in Sonderausgaben veröffentlicht.

Weiter berichteten wir in all den Jahren mehrmals darüber, wie gemein ausartend diese falsche Prophetenklasse werden kann, wenn man als Zeuge Jehovas sich gegen ihr falsches Prophezeien zu äußern wagt. - Erschütternde Erlebnisberichte wurden mehrmals in CV veröffentlicht.

WORÜBER BERICHTETEN WIR AUSSERDEM NOCH?
Diese Körperschaftsklasse wurde von uns auch als ein gefährliches Machtinstrument in der Hand des US-Finanzkapitals bloßgestellt.
Wir wiesen mit Dokumenten nach, wie raffiniert diese Körperschaft den Glauben dazu benutzt, um Jehovas Zeugen soweit zu beeinflussen, daß sie auch den Kampf gegen den Kommunismus mitmachten. Wir legten besonders den Zeugen Jehovas in unserem Lande beweiskräftig vor Augen, worauf sie sich hier eingelassen haben. Wir appellierten an den gesunden Menschenverstand und erinnerten daran, daß das nicht christlich ist und nicht zum Evangelium gehört.

Einen breiten Raum räumten wir in unserer Zeitschrift den Vorgängen in der Organisation der Zeugen Jehovas ein. Berichte über die Wachtturmgesellschaft, Unruhen, Gemeinschaftsentzüge und Dienerabsetzungen sowie Austrittserklärungen war gefragter Lesestoff.
Auch Leserfragen wurden gewissenhaft beantwortet. Aber auch über Skandale, Geldschmuggel und Wirtschaftsvergehen wurde ausführlich berichtet.

All das tun wir, um Jehovas Zeugen zu erinnern, daß die Wachtturmscheinheiligkeit irgendwann an's Tageslicht kommt.
Was noch zu erinnern wäre, sind die Artikel nach 1975. Als 1975 das von der Leitenden Körperschaft vorausgesagte Weltende nicht eintraf, häuften sich die Massenaustritte aus der Organisation, wovon wir laufend berichteten. Wir berichteten auch über Tragödien, die sich besonders im Zeitraum von 1975-1980 in der Weltzentrale und in der Organisation abspielten.

UND NUN KOMMT EIN NEUER HÖHEPUNKT
Ab 1981 wurde vorwiegend über die schlimmste Aufruhrwelle seit Bestehen der Organisation berichtet. Bewährte Mitarbeiter in der Weltzentrale gingen in den Aufstand und wurden entlassen, unter anderem auch der Neffe des Präsidenten der Wachtturmgesellschaft, Raymond Victor Franz. Wer mehr über diese Vorgänge erfahren möchte, der kann in den Besitz eines Buches kommen, das wir ihm gerne vermitteln. Soweit eine kleine Übersicht aus dem Berichtszeitraum von 1959-1989.
-W.W.-

10 JAHRE MIT CV
"... DENN JEDER, DER SICH SELBST ERHÖHT, WIRD ERNIEDRIGT WERDEN; WER ABER SICH SELBST ERNIEDRIGT, WIRD ERHÖHT WERDEN." (Lukas 18:9-14)
... aber schon viel früher begann ich von alleine die Wachtturmliteratur etwas kritischer zu studieren.
Es waren die Jahre nach 1975, die bei mir - und sicher auch bei vielen anderen Zeugen Jehovas - ein langsames Erwachen einleiteten. Dabei spielte die Enttäuschung über das nichtgekommene Ende dieser Welt im Herbst 1975 eigentlich die geringste Rolle, so genau und selbstsicher waren die Aussagen der WTG zum Jahre 1975 ja ohnehin nicht, um sich darauf verlassen zu können, ganz im Gegensatz zu 1914, welches Oahr immer noch eine Schlüsselstellung in der ganzen Endzeitlehre der Wachtturmgesellschaft innehat. Aber ihre Aggressivität gegenüber gewissen politischen Entwicklungen in der Welt machten mich langsam stutzig. Was geht es eigentlich die, die Wachttürme schreiben wollen, an, was in bestimmten Ländern der Erde politisch geschieht, z.B. die Befreiungsbewegungen zur nationalen Unabhängigkeit, daß sie dazu ihre Kommentare machen, und das keineswegs so neutral, wie es im Wachtturm stets behauptet wird. So las ich z. B. in WT-Studienartikeln jener Jahre, daß die Sandinisten in Nikaragua gottlose Rebellen sind und die Guerillas in einem afrikanischen Land, gewöhnlich Dörfer überfallen, junge Mädchen rauben und sie dann vergewaltigen. Wenn so was in Tageszeitungen stünde, hätte ich mich nicht gewundert - aber im Wachtturm? Und dazu noch in Artikeln, die pflichtgemäß zum studieren vorgesehen waren, das war mir doch ein bißchen zuviel. Ich sprach mit anderen reifen Brüdern, Ältesten darüber und brachte meine Bedenken über das zum Ausdruck. Es wäre nicht klug, meinte ich, so was im Wachtturm zu schreiben, es wird sich doch früher oder später bestimmt negativ auf uns zurückschlagen, und es kann dann sein, daß wir verfolgt werden, nicht weil wir das Evangelium Gottes predigen, sondern unsere Nase in Angelegenheiten der Welt hineinstecken, wo es nicht unsere Aufgabe ist, darüber zu urteilen oder dazu öffentlich so Stellung zu nehmen, wie der Wachtturm es tut. Aber leider traf ich auf kein Verständnis für meine Bedenken.

Zwar gaben einige zu, daß es für uns, die wir noch immer unter Verbot stehen, bestimmt besser wäre, wenn so was nicht drin stünde, aber die Gesellschaft wird schon wissen, wozu sie so was druckt.
Ich schlug vor, daß wir uns gemeinsam gegen solche Äußerungen im Wachtturm wehren und an's Zweigbüro schreiben sollten, daß man doch mehr darauf achten möchte, daß Artikel, die uns schaden könnten, im Wachtturm nicht geschrieben werden. Aber das war wieder für die anderen, meinen Glaubensbrüdern, mit denen ich sprach, zuviel zugemutet. Soviel Courage, mal gegen die eigene Gesellschaft den Mund aufzutun, besaß keiner. Im Gegenteil, ich mußte bald vor dem Rechtskomitee Rede und Antwort stehen wegen dem, was ich gesagt hatte und im Handumdrehen war auch der Kreisdiener bei mir. Nun, auch seine massiven Drohungen schüchterten mich nicht ein.

Ich weiß nun nicht, wie es kam, aber nicht lange danach bekam ich wieder CV in's Haus geschickt. CV war mir nicht unbekannt. Schon in den sechziger Jahren bekam ich ab und zu CV zugeschickt. Aber weil ich zur damaligen Zeit noch nicht in Konflikt mit der Wachtturmgesellschaft war, beachtete ich zu wenig, wovon die "Christliche Verantwortung" schrieb. Mein Glaube an die Gesellschaft war eben, wie gesagt, damals noch ungetrübt, was ich heute selbst nicht verstehen kann, denn der Wachtturm hatte sich doch eigentlich in seinem Geist auch im Laufe der Zeit ja gar nicht geändert! Es interessierte mich nun, doch mal die kennenzulernen, die für CV Artikel schreiben und fuhr deshalb einmal nach Berlin zu deren Tagung. Es war im Herbst 1982.

Ich war keineswegs enttäuscht! Traf ich doch Glaubensleidensgenossen, die verblüffend ähnlich dachten wie ich. Jeder hatte auch schon seine persönlichen Erfahrungen mit der Gesellschaft, die mir zwar noch weitgehendst fehlten, aber man prophezeite mir, daß ich sie nun bald auch machen werde. Ich hatte all das Gute, was die Zeugen Jehovas-Gesellschaft auch an sich hat, noch nicht aus den Augen verloren, aber auch das Böse begann ich allmählich deutlicher zu sehen. Und tatsächlich - es begann auch mich zu treffen. Meinen Rausschmiß aus der Organisation vermochte ich nun nicht mehr zu verhindern.

Die Begründung von den Ältesten vor der Versammlung war erlogen, denn wenn sie ehrlich gewesen wären, hätten sie sagen müssen, daß man mich wegen meiner Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe nicht brauchen kann.
Wenn es mir auch anfangs etwas leid tat, so bedaure ich es heute nicht mehr. Meine Wachttürme lese ich trotzdem fleißig weiter, aber mehr nebenbei, um zu wissen, was drin steht; habe inzwischen auch eine Menge anderer Bücher über Glaube und über die Bibel gelesen, und ich muß sagen, daß ich in den letzten zehn Jahren meiner Wachtturmuntreue mehr gelernt habe als in den dreißig Jahren meiner Treue.
Natürlich bietet CV zum Wachtturm keine Alternative; auch kann man CV mit dem Wachtturm keinesfalls vergleichen.
Der Wachtturm beansprucht und behauptet göttlich gelenkt zu sein - CV ist nur ein Werk von Menschen.
Aber ich glaube hier trifft das Gleichnis Jesu vom Pharisäer und dem Zöllner aus Lukas 18:9-14 zu.
-J.M.-

Liebe Brüder und Schwestern!
Immer wieder findet Ihr in unseren Artikeln Hinweise auf die Literatur der Wachtturmgesellschaft. Um prüfen zu können, ob die zitierten Textstellen mit den WTG-Originalen übereinstimmen, braucht man ein gutes Archiv. Da nur wenige von Euch das haben, bieten wir Euch gerne an selbst nachzuschauen und zu prüfen, ob die CV-Veröffentlichungen der Wahrheit entsprechen. Unsere CV-Archive stehen da zu Eurer Verfügung.
Wenn bei Euch der Wunsch vorhanden ist, schreibt an das CV-Büro Gera oder Berlin. Auch telefonisch besteht die Möglichkeit, eine Terminvereinbarung zu treffen. Es ist für uns selbstverständlich, daß alle Anfragen und Besuche vertraulich behandelt werden. - Habt Mut!
Eure Studiengruppe „Christliche Verantwortung"

WARUM ARBEITE ICH MIT DER CV
"PRÜFT DIE GEISTER, OB SIE AUS GOTT SIND; DENN VIELE FALSCHE PROPHETEN SIND IN DIE WELT AUSGEGANGEN." (l. Johannes 4:1)
Seit mehr als 100 Jahren hat die WTG eine Menge raffinierter Praktiken entwickelt, um gläubige Menschen zu täuschen. Viele Menschen, die Zeugen Jehovas sind, merken erst zu spät wie sie durch ein geschicktes System des "Menschenfischens" in das Netz der WTG geraten sind und finden kaum noch einen Weg, um sich dem allseitigen Einfluß dieser Organisation wieder entziehen zu können. Auch gibt es viele arglose Menschen, die gerade von der WTG umgarnt und eingefangen werden und jetzt noch nicht sehen können, was dahinter steckt.

So gibt es genug Menschen, die Leid, Entsagung und Erniedrigung von der WTG erdulden müssen, die aber ehrlichen Herzens und Gewissens sind. Diesen Christen die Augen zu öffnen, die Wege, die sie gehen können, aufzuzeigen, sie von ihrer Ohnmacht gegenüber einer Organisation, der einzelne Menschenschicksale gleichgültig sind, zu befreien und ihnen zu helfen, sich nicht mehr einsam und unverstanden zu fühlen, das habe ich mir zur Aufgabe gemacht.
Auch ich gehörte einmal zu diesen Menschen, die der Irrlehre und Täuschung durch die WTG ausgesetzt waren. Erst in einem längere Jahre dauernden Lernprozeß wurde mir dank CV bewußt, auf welchem irreführenden Weg ich mich als Zeuge Jehovas, Studienleiter und Dienstamtgehilfe befand. Gerade durch diese Aufgaben, die mir als Dienstamtgehilfe, Studienleiter, zeitweise auch im Pionierdienst stehend, oblagen, stieß ich immer mehr auf Widersprüche und Ungereimtheiten gemäß dem, was die WTG sagte und ihren tatsächlichen Handlungen.

So fiel es mir immer leichter, die Zeugen besser zu verstehen, die nicht so unbedingt konform gingen mit der Lehr- und Handlungsweise der Organisation.
Gerade der Spruch in 5. Mose 18:22 mag dafür als gewonnene Erkenntnis stehen:
"Wisse: Wenn das, was ein Prophet im Namen Gottes verkündet, nicht eintrifft und nicht in Erfüllung geht, so ist das ein Wort, was der Herr nicht geredet hat, in Vermessenheit hat der Prophet es ausgesprochen. Du brauchst vor ihm nicht bange zu sein."

So zog ich schließlich Konsequenzen daraus, trat aus der WTG aus und wurde kurz danach Mitarbeiter von CV. Das tat ich nicht etwa aus Selbstzweck oder aus irgendwelchen Rachegelüsten den WTG-Oberen gegenüber, nein, sondern um Menschen helfen zu können, die dringend der Hilfe bedürfen, ihnen aufzuzeigen, welcher Heuchelei eines falschen Propheten sie obliegen, denen Mut zuzusprechen, die als Zeugen Jehovas seit einiger Zeit gewissermaßen auf dem Zaun sitzen und noch mit einer Entscheidung zögern. Außerdem drängt es mich dazu, das, was ich als Zeuge Jehovas seit einiger Zeit mit "eingerissen" hatte, wiedergutzumachen.

Wie vielen Menschen kann man doch helfen zu erkennen, daß das, was sie unter der Obhut der Wachtturmgesellschaft tun und tun müssen, letztlich nutzlos und schädlich für sie selbst und andere ist. Wieviel andere nützlichere Lebenswege gibt es doch, in denen man nicht ständig in Angst und Bevormundung leben muß, auch sogar dann, wenn es kein ausgesprochen christlicher Lebensweg ist, wie zum Beispiel eine Tätigkeit im gesellschaftlichen, oder sozialen Bereich, oder auf sportlichem Gebiet. Denen aber, die sich weiterhin eine Form von Glauben erhalten wollen, sei gesagt, daß sie in jeder anderen in unserem Staat existierenden Glaubensgemeinschaft besser aufgehoben sind als in der WTG. Sollten sie einmal zufolge von Alter oder Krankheit wirklich der Hilfe bedürfen, wird man ihnen dort tätig helfen und nicht beiseite schieben, wenn sie nicht mehr die erforderlichen Predigtzahlen erbringen können.

So werde ich wie alle CV-Mitarbeiter weiterhin daran arbeiten Menschen zu helfen, nicht mehr bedingungslos einer Organisation zu folgen, die am einzelnen Menschenschicksal nicht interessiert ist, sondern ihnen Hoffnung zu machen, daß es nie zu spät ist, einen falschen Weg aufzugeben.
-R.S.W.-

INFORMATIONEN FÜR ÄLTESTE:
ÄLTESTE, SEID AUF DER HUT!
Wir, als eure ehemaligen Mitverbundenen und Älteste der Organisation der Zeugen Jehovas, weisen auch nochmals darauf hin, daß auf Beschluß der Leitenden Körperschaft alle Wachtturmausgaben ab 1966 -1976 eingezogen werden. Was hat das zu bedeuten? Eingeweihte Brüder sagen:
"Diese Jahrgänge werden überarbeitet und erscheinen dann in neuem Licht."
Älteste, seid also auf der Hut und prüft als Verantwortliche, die die Schafe des Herrn zu betreuen haben, was diese geistige Speise wert ist.

Wir erinnern euch frühzeitig daran, ehe es erneut in den Versammlungen zu Unruhen kommt. Geht gesunden Sinnes an die bevorstehenden Aufgaben. Denkt daran, daß die euch anvertrauten Schafe endlich einen Anspruch auf gesunde geistige Speise haben. Ihr als Älteste glaubt bestimmt fest daran, Hüter der Herde Gottes zu sein, laßt euch nicht durch Gedankenlosigkeit davon ablenken.

ES IST JETZT AN DER ZEIT ZU HANDELN
Die Zeit der Leichtgläubigkeit sollte nun endlich vorbei sein. Über ein Jahrhundert hat sich die Mehrzahl der Brüder und Schwestern mit den Bibelfalschauslegungen abfinden müssen, um mit der Organisation weiter verbunden zu bleiben. Nun aber ist es an der Zeit, als Älteste gegen neue Falschauslegungen etwas zu tun. Schon wieder haben die Gesalbten der Leitenden Körperschaft die Überarbeitung der gesamten Offenbarung Johannes zugelassen und bedenkenlos in Buchform in eure Hände gegeben. Was war denn eigentlich falsch in den bereits Jahrzehnte alten Auslegungen, soll das immer gedankenlos so weitergehen? Fragen wir uns doch endlich einmal, gibt es unter den Gesalbten in der Leitenden Körperschaft überhaupt noch geistig gesunde Bibelausleger? Und wenn es solche Gesalbten in der Organisation jemals gab, warum sind ihnen soviel schwerwiegende Auslegefehler unterlaufen?
-W.W.-

WIR RATEN, GOTT MEHR ZU GEHORCHEN
Älteste, seid ihr euch darüber im klaren, daß ihr am Scheideweg angelangt seid? Neue Bibelausleger treten an die Stelle der Gesalbten und dann bilden die fähigsten Ältesten aus der Klasse der "anderen Schafe" das Herausgeber-Komitee. Sollten in den nächsten Jahren alle betagten Gesalbten gestorben sein, so werden keine gesalbten Glieder mehr da sein, die die Leitende Körperschaft vertreten. Dann werden Älteste aus den "anderen Schafen" die Leitung übernehmen müssen. Dann wird die gesamte Organisation vollkommen neu umdenken müssen. Dann seid ihr dran und werdet für alles Neue gerade stehen müssen. Was wird dann aus dem Abendmahl? Wer wird es sich dann anmaßen, der treue und verständige Sklave zu sein? Und wer wird dann behaupten können, mit dem Geist Gottes gesalbt zu sein? Dann werden Zweifel über Zweifel euch beunruhigen. Deshalb geben wir euch frühzeitig den Rat: "Legt schon jetzt großen Wert darauf, die Schafe des Herrn darauf vorzubereiten."

SCHWER WIRD ES FÜR EUCH SEIN
Ja, ihr Ältesten, wenn das eintritt, werdet ihr es wirklich schwer haben. Wir als CV-Studiengruppe sind der Meinung, daß ihr als Organisation zusammenbleiben solltet, um gemeinsam mit den Schafen Gott weiter dienen zu können. Etwas müßt ihr als Älteste allerdings in Zukunft aus eurem Sinn vertreiben, nämlich, daß ihr alles besser wißt. Denkt schon heute darüber nach, was zukünftig für die Schafe des Herrn an geistige Speise vorbereitet werden sollte. Denkt über die Fehler der Vergangenheit nach und fragt euch als Älteste untereinander, ob es ratsam ist, die Schafe weiterhin dazu zu zwingen an alles zu glauben, was die Leitende Körperschaft in Brooklyn euch und den Schafen zu glauben vorschreibt.
-W.W.-

SCHULDIG ODER MITSCHULDIG
Um den Sinn dieses Artikels leichter verstehen zu können, lassen wir erst einmal Gesalbte zu Wort kommen. Gesalbte, die Krisensituationen in der Organisation miterlebt haben und als Gesalbte geistig dazu in der Lage sein müßten, sich einen Standpunkt zu bilden, sie sagen:
"Wenn Gottes Knechte gegen falsche Methoden oder Lehren oder angemaßte Autorität auftraten, so geschah das nicht aus eitler Oppositionslust oder aus der Sucht zu verleumden, sondern aus heißer Liebe zum Herrn, dessen Güter ihnen über alles gingen. Das Bloßstellen falscher Lehren ist unter Umständen eine unumgängliche Pflicht, und wir würden uns einer Unterlassungssünde schuldig machen, wenn wir schweigen würden, während das Übel unter Gottes Volk wütet."

VERSETZT EUCH NUN IN FOLGENDE LAGE
Jemand aus euren Versammlungen maßt es sich an, zu wissen, daß im Jahre 2001 die Welt untergehen wird. Er behauptet sogar "er habe überzeugende Beweise dafür", wie würdet ihr als Älteste darauf reagieren? Ja, er geht noch einen Schritt weiter und veröffentlicht seine Forschungsergebnisse. Viele Verkündiger in Stadt und Land lesen nun diese Schriften und glauben es auch. Die Zeit rückt näher, das Jahr 2001 ist da, es vergeht ohne welterschütternde Ereignisse, Auch die Jahre 2002 und 2003 vergehen. Nun, liebe Älteste, wie würdet ihr mit so einem Versammlungsangehörigen verfahren? Würdet ihr ihm die Gemeinschaft entziehen, denn er könnte ja neue Spekulationen unter die Verkündiger verbreiten?

WAS ABER - WENN
Was aber, wenn dieser Versammlungsangehörige: Russell, Rutherford, Knorr, Franz oder Henschel heißen würde? Würdet ihr ihnen ebenfalls mißtrauen und die Verkündiger davor warnen? Würdet ihr euch schützend vor die Herde Gottes stellen und Mitentscheiden, ob dieser Lesestoff wirklich vollständig den Schafen angeboten werden sollte? Denkt daran, Hoffnung machen ist ein freudiges Ereignis, aber enttäuscht zu werden ist ein Stich in's Herz, und das kann schwere Folgen haben. Unsere Archivberichte zeigen eindeutig, daß solche Enttäuschungen, wie sie Jehovas Zeugen erlebt haben, sehr lange wirksam bleiben können.

Älteste, stellt euch zukünftig die Frage:
Inwieweit seid ihr mitschuldig daran gewesen, daß die Schafe des Herrn in der Vergangenheit soviel erdulden mußten, weil ihre Hoffnungen zu einer Enttäuschung wurde? Fragt euch: Warum haben wir wie Sklavenhalter die Schafe dazu gezwungen, alles zu glauben, was vom angeblichen "treuen und verständigen Sklaven" kam?
-W.W.-

HIRTEN UND HERREN IM WANDEL DER ZEIT
"... SIE HERRSCHEN ÜBER DIE HERDE, STATT VORBILDER ZU SEIN." (1. Petrus 5:3)
Vor mehr als einem Menschenalter, zur Zeit des Begründers der "Internationalen Bibelforschervereinigung" Charles Russell, der sich selbst den Titel "Pastor" (Hirte) zugelegt hatte, dachte noch niemand an die "anderen Schafe". Alle ernsten Bibelforscher glaubten sich zu himmlischer Gemeinschaft mit Jesus berufen. Selbstverständlich nahm auch jeder beim Gedächtnismahl vom Brot und Wein. Auch waren alle von der besonderen persönlichen Berufung Pastor Russells zum "treuen und klugen Knecht" überzeugt, wie Überlebende aus jener Zeit noch wußten, schon damals erwarteten sie Harmagedon und die Übernahme der Leitung auf Erden durch die "treuen Überwinder" der Vorchristlichen Zeit, die "Fürsten", deren Auferstehung man noch Anfang der zwanziger Jahre erwartete. Sogar ein Haus wurde ihnen schon eingerichtet, das "Beth Sarim" (Haus der Fürsten).

Die Verwaltung der örtlichen Versammlungsangelegenheiten oblag damals "Dienern", die von den Versammlungsmitgliedern gewählt wurden.
Pastor Russell starb, die Erwartungen erfüllten sich nicht. Neues Oberhaupt der inzwischen etablierten juristischen Organisation wurde Joseph Rutherford, der sich den Titel "Richter" zulegte, um sich mit den Führern Israels aus der Zeit vor den Königen zu identifizieren. Er mußte nun die Wachtturm-Organisation den neuen Umständen anpassen. Unter anderem war die Zahl von 144000 "Gesalbten" kumulativ längst überschritten, viele waren schon nicht mehr am Leben. So wurde 1933 die "Jonadab-Klasse" mit irdischer Hoffnung proklamiert. Immer öfter wurden Dienstämter mit solchen "anderen Schafen" besetzt, auch auf höherer Ebene, oft sogar, obwohl noch ältere "Gesalbte" zur Verfügung standen. Noch im "Organisationsbuch" von 1972 wird im Kapitel 2 ausdrücklich gesagt, daß der "treue und verständige Sklave" durch die Gesalbten gebildet wird. Nach heutigen Vorstellungen ist dies jedoch die "Gesellschaft", genauer die "Leitende Körperschaft", oder im Klartext das Direktorium der Watchtower Bible and Tract-Society of New York Inc., wobei unwichtig geworden ist, ob ein Mitglied desselben "Gesalbter" oder "anderes Schaf" ist.

Die Besetzung von Dienstämtern erfolgt schon lange nicht mehr durch Wahl, sondern durch Ernennung durch die Zweigbüros der WTG, die sich nicht einmal an die möglichen Empfehlungen von den Versammlungen gebunden fühlt. Kriterium für die Auswahl ist in erster Linie die absolute Hörigkeit des Kandidaten gegenüber den jeweils gültigen Wachtturm-Normen. Echte christliche Liebe und langjährige Erfahrungen in der Wachtturmgeschichte sind eher hinderlich, da beide leicht zu Zweifeln führen, so kommt es, daß oft menschlich und im Glauben Gereifte, die viele Jahre ihres Lebens der WTG geopfert haben, durch neue, unerfahrene Eiferer verdrängt werden, nur weil letztere der WTG kritiklos ergeben sind. Wie oft schon saßen solche zu Gericht über Menschen, denen sie eigentlich nicht das Wasser reichen können. Sie herrschen über die Herde, statt Vorbilder zu sein.
(1. Petrus 5:3)

Sie gleichen nicht dem guten Hirten, der von sich sagt; "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig." Eher den Pharisäern, wie sie Jesus gemäß Matthäus 23 beschrieb.
Es wird wenig Zeugen Jehovas geben, die nach einiger Zeit der Zugehörigkeit zu einer Versammlung nicht schon schmerzliche Erfahrungen mit den eiskalt gerechten Aufsehern mit dem korrekt sitzenden Schlips gemacht haben. Besonders wenn jemand in Not ist, erfährt er, daß die WTG keine Wohlfahrtseinrichtung ist, sondern eine "Organisation zum Predigen des Königreiches und zum Jüngermachen". Auch die neuzeitlichen Kongresse zeigen es: Gehorsam, Disziplin und eine erdrückende Last unaufhörlichen Dienens und Opferns wird den Schafen aufgebürdet. Die christliche Liebe aber bleibt auf der Strecke. An diesen Früchten ist zu erkennen: Gute Hirten sind die Führer und Aufseher der Wachtturm-Ge-sellschaft sicher nicht.
-E.K.-

FRAUEN UNTER DER WACHTTURMGESELLSCHAFT
"WEHE EUCH, ...WEIL IHR DEN MENSCHEN LASTEN AUFLADET, DIE SCHWER ZU TRAGEN SIND".
(Lukas 11:46 NW)
Liebe Schwestern!
Da ich mir schon oft Gedanken gemacht habe, welche Rolle die Frau in der WTG spielt, graste ich in deren Literatur und wurde auch sofort fündig. Im Erwachet vom 8.8.1982, mit der Titelseite "Die Frau im 20. Jahrhundert - ihre Probleme, ihre Perspektiven", widmete die Gesellschaft der Frau mehrere Artikel auf insgesamt 16 Seiten. Es wurden die Probleme der Menschen in den weniger entwickelten Ländern deutlich gemacht, und vor allem das harte Leben der Frauen.

Im nächsten Artikel wurden die Frauen in den wohlhabenden Ländern beleuchtet, wie sie Beruf und Mutterschaft miteinander in Einklang bringen. Von sexuellen Belästigungen wird berichtet, denen die Frauen an ihrem Arbeitsplatz durch ihre männlichen Kollegen ausgesetzt sind, aber auch die Schwierigkeit, Hausarbeit und Kinderbetreuung unter einen 'Hut' zu bringen, wird nicht ausgelassen.
Dann wird die Frage gestellt, ob und wie die Probleme zu lösen wären, und als Antwort folgen sofort passende Beispiele und ein Lebensbericht.
Doch hierüber habe ich meine eigenen Gedanken, die kurz zu schildern wären.
In unserer heutigen Zeit ist die Frau zwangsläufig berufstätig, zum einen hat sie gegenwärtig Berufschancen, wie sie für Frauen zuvor nie bestanden. Zum anderen trägt sie durch ihren Verdienst zur Aufbesserung des Familienetats bei, und zu guter Letzt ist auch sie persönlich finanziell abgesichert bei einem etwaigen Schadensfall.

Natürlich hat alles seinen Preis -, und das ist in diesem Fall die Zeit, die genau eingeteilt werden muß. Die Hausarbeit wird ja nicht weniger, fällt sie doch kontinuierlich an, ebenso fordern auch die Kinder weiterhin ihr Recht. Da kann es schon mal ein wenig enge werden in puncto Zeit.
So soll es im wesentlichen bei einer 'Normalfamilie' aussehen:
Am 22.10.88 wurde in Erwachet eine Zeitstudie veröffentlicht, die einer in Easten (Pennsylvanien/USA) erscheinenden Zeitung, "The Express", entnommen war. Dort war zu lesen, daß "ein Ehepaar durchschnittlich nur vier Minuten am Tag Gespräche führt, die über Oberflächlichkeiten hinausgehen; nur 30 Sekunden am Tag spricht ein berufstätiges Ehepaar mit den Kindern."
Wenn sogenannte 'weltliche Ehepaare' schon so schlecht abschneiden, wäre es doch interessant, eine Zeitstudie für Zeugen Jehovas zu erstellen - sie kämen dabei sicher noch schlechter weg!

Allein die Literaturflut, die jeden Monat über sie hereinbricht. Sie soll nicht nur gelesen, sondern vielmehr studiert werden. Bei der Fülle des Materials und der Nebenbeschäftigung, die ja bei einer Hausfrau und Mutter nicht ausbleibt, ist es aber kaum möglich - sicher auch nicht erwünscht -, daß alles tiefgründig betrachtet wird. Die Widersprüche würden nur allzuleicht offenbar!
Der Besuch der fünf wöchentlichen Zusammenkünfte wird von jedem Zeugen Jehovas erwartet, dabei soll er stets gut darauf vorbereitet sein. Weiter wird von ihm erwartet, daß er sich regelmäßig am Predigtdienst beteiligt. Ob es nun der Zeitschriftendienst ist, Erstarbeit von Tür zu Tür, Rückbesuche oder Heimbibelstudien, alles bedarf der Vorbereitung.

Ein schlecht oder gar nicht vorbereiteter Verkündiger gleicht einem Fleischer, der mit einem stumpfen Messer arbeitet. Und alles kostet Zeit, Zeit, die einer Zeugenfamilie dann an anderer Stelle wieder fehlt. Was bleibt da noch für die so nötige Kommunikation in der Familie?
Haben sich die Verantwortlichen in der WTG jemals die Frage vorgelegt: Wie meistert das eine Frau neben ihren täglichen Pflichten, wie Saubermachen, die Wäsche, einkaufen, kochen, einwecken usw.? Dazu kommen die Kinder mit ihren Sorgen und Wünschen, die ein offenes Ohr verlangen, ihnen bei ihren Hausaufgaben für die Schule helfen und vieles andere mehr. - Alles das liegt auf den Schultern einer Frau!

Ist sie dann noch berufstätig und vielleicht gar Alleinerzieher, dann müssen hier Abstriche gemacht werden, denn ein Tag hat nun mal nur 24 Stunden.
Die Frage ist nur, wo streichen? Hier sind Konflikte vorprogrammiert, denn entscheidet sie zugunsten der Familie, dann geht das nur zu Lasten des Predigtdienstes und der Zusammenkünfte, Das hieße aber - nach dem ihr eingeimpften Bibelverständnis - ihr Leben und das ihrer Kinder ernsthaft zu gefährden, ist es doch, nach Aussage der Bibel (?), untrennbar mit der Wachtturm-Gesellschaft verknüpft.
Wie sehr recht scheint doch "The Guardian", London, zu haben:
"Man könnte ohne weiteres sagen, daß die Frauen heute unfreier sind als vor 40 Jahren" - und ich finde, ganz besonders unter der WTG!
-B.I.H.-

BEGEGNUNG: AUF DER STRASSE
Trotz des Menschengewimmels sehe ich sie schon von weitem. Eine nicht mehr ganz junge Frau mit ihrer vielleicht sechs Jahre alten Tochter. Beide tragen sie Kleider, dem Alter und der Tageszeit nach zu lang und zu dunkel. Etwas Fremdländisches geht von ihnen aus. Irgendwie passen sie nicht in das Straßenbild. Hand in Hand kommen sie mir entgegen. Nun erkennt mich die Frau. Deutlich beobachte ich ihr Erschrecken. Mit leicht zusammengekniffenen Augen, den Blick geradeaus gerichtet, zieht die Mutter im Vorbeigehen das Mädchen unwillkürlich (oder ist das Absicht?) an sich heran. Hat sie davor Angst, daß ich ihr das Kind entreißen könnte? Ich bleibe stehen und muß mich einfach umblicken. Hastig eilen die beiden weiter, bestrebt, in dem Menschenstrom einer Feierabend-Großstadt unterzutauchen.
Noch immer sehe ich das kleine Mädchen vor mir: blondschöpfig mit seitlich abstehenden Zopfstummeln und einer niedlichen Stupsnase, die von einem pausbäckigen Gesicht umrahmt wird. Nicht vergessen kann ich ihre großen runden, braunen Augen, die - nachdem die Mutter einige Worte an sie gerichtet hatte - mich mit einer Mischung aus Furcht, Neugierde und Mitleid anblickten. -
-G.R.-

BEGEGNUNG: MIT "ONKEL HERRMANN"
Ein Sonntagnachmittag im Herbst. Gemeinsam sitzen wir in unserer kleinen Wohnstube im dritten Stock eines alten Mietshauses um den großen, ovalen Tisch. Mutter hat selbstgebackenen Pflaumenkuchen und Malzkaffee serviert. Den Malzkaffee mag ich nicht. Widerwillig schlürfte ich ihn aus meiner emaillierten Blechtasse. Gegen Brause, weiß ich, hätte Vater was gehabt, "Sie sei schädlich für den Magen." Naja, dann muß eben der Pflaumenkuchen dran glauben. Als ich angestrengt am Überlegen war, wie ich ohne Aufsehen zu einem vierten Stück kommen könnte, hörte ich hastige, schwere Schritte auf der steilen und knarrenden Holztreppe. Schon klopft es an der Wohnzimmertür, Ohne auf ein "Herein" zu warten, steht "Onkel Herrmann" in der Stube. Leider übersieht er diesmal meinen eintrainierten Diener, auf den er sonst solch großen Wert legt. In dem niedrigen Zimmer reicht er fast bis an die Decke. Und einen Schlips trägt er auch, Vater fast nie, Vater und Mutter sagen, daß er ein "geistiger Polizist" sei.

Ich muß in die Küche. "Onkel Herrmann" will es so. Eigentlich ist es mir ganz recht. Jetzt kann er wenigstens keine Fragen stellen, die ich nicht beantworten kann. Beim letzten Mal wollte er wissen, wie die drei Männer im Feuerofen hießen. Ich wußte es nicht. Daraufhin rügte er meine Eltern. "Ein sechsjähriger muß solche einfachen Antworten geben können, ihr belehrt eure Kinder zu wenig." Danach mußte ich die Namen auswendig lernen: Schadrach, Meschach und Abednego. Vater hat sehr viel Geduld ...
"Onkel Herrmann" scheint heute besonders böse zu sein. Ohne an der Tür zu lauschen, verstehe ich: Vater kann den fälligen Verkündiger-Monatsbericht nicht abgeben. "Ihr habt Jehovas Botschaft nicht verbreitet. Und das in einer Zeit, wo wir täglich mit Harmagedon rechnen müssen. Damit seid ihr nicht wert, Jehovas Zeugen genannt zu werden." Ich erschrecke. Heißt das nun, daß wir von Jehova vernichtet werden?

Ich möchte doch so gern in dem verheißenen Paradies ewig leben und mit den Löwen und Elefanten spielen, wie dies auf einem Bild in dem Buch "Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies" zu sehen ist. Was mit der bösen Welt in Harmagedon geschieht, haben mir Vati und Mutti auch gezeigt: Brennende und einstürzende Häuser; Personen, die sich gegenseitig töten; Männer, Frauen, Kinder und Autos, die in eine Erdspalte fallen. Solche Zeichnungen findet man ebenfalls in diesem Buch. Und alles ist gut zu erkennen, "Onkel Herrmann" hat mir erzählt, daß unsere liebe Organisation die schönen Bilder gerade für die Kinder gemalt hätte.

Ein Krachen und Poltern reißt mich aus meinen Gedanken. Nichts kann mich mehr in der Küche halten. Ich renne aus der Wohnung, Im Hausflur sehe ich die Bescherung. "Onkel Herrmann" ist die steile Treppe hinuntergefallen, stöhnend und wimmernd liegt er in der unteren Etage. Krampfhaft umklammert seine Hand eine herausgerissene Treppensprosse. Mutti scheucht mich wieder in die Wohnstube. Ich höre nur noch, wie der Krankenwagen kommt und "Onkel Herrmann" abtransportiert wird. Lange kommen wir nicht zur Ruhe. Aus den Gesprächen meiner Eltern kann ich mir ein Bild vom Unfallhergang machen. Erbost über das Fehlen des Monatsberichtes hatte "Onkel Herrmann" unsere Wohnung grußlos verlassen. Rückwärts gehend und dabei wild gestikulierend zeigte er Vater, der ihn anstandshalber zur Treppe begleitete, die möglichen Folgen dieses Versäumnisses auf. Dabei verfehlte er den ersten Treppenabsatz. Meinem Vater hatte er keine Chance gelassen, ihn rechtzeitig zu warnen.

Der damalige Versammlungsaufseher, Bruder Herrmann, besuchte uns nie wieder. Zwar war er mit einem Bein- und mehreren Rippenbrüchen noch recht glimpflich davongekommen. Jedenfalls stand er zwei Monate später wieder im Predigtdienst. Bis zu seinem Tode konnte er meinen Eltern nicht verzeihen, daß sie der staatlichen Versicherung wahrheitsgetreu zu Protokoll gegeben hatten: zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens war die Treppe durch das einfallende Tageslicht ausreichend beleuchtet.
Somit konnte Bruder Herrmann nicht die erhoffte Versicherungssumme kassieren. Seiner Meinung nach wäre in diesem Fall eine "theokratische Kriegslist" angebracht gewesen ...
-G.R.-

BEGEGNUNG: MIT "SCHWESTER ROSI"
Zusammen mit meinen Eltern schlief ich als Kind in einem kleinen nicht heizbaren Zimmer, welches von der Wohnstube durch den Hausflur getrennt lag. Dicke, prachtvolle Eisblumen blühten im Winter am Fenster, während ich mich eiligst in mein klammes Federbett einwickelte. Ein idealer Lagerraum für Äpfel und Birnen, die wir in unserem Garten im Herbst ernteten.
Vorsichtig in Stiegen verpackt waren sie verführerisch anzusehen und verbreiteten einen aromatischen Geruch. Irgendwie erschien mir die Kälte durch den intensiven Duft des Obstes gemildert.

Zu meinem Kummer waren meine Eltern immer darauf bedacht, zuerst das schadhafte Obst zu verbrauchen. Und so gnatschte ich pfundweise die schrumpligen und ausgeschnittenen Falläpfel.
Aber auch andere hatten ihre Vorliebe für die Früchte unseres Gartens entdeckt. Im Herbst und im Winter konnten wir uns niemals über ausbleibenden Besuch beklagen. Brüder und Schwestern, die sich sonst das ganze Jahr über nicht sehen ließen, erinnerten sich nun wieder an uns. Ich war nicht etwa geizig. Aber es ärgerte mich schon, wenn sie zufrieden mit prallen Beuteln und Netzen voll erstklassiger Äpfel nach Hause gingen. Meine Eltern waren darin unerbittlich: Den Geschwistern könne man nur einwandfreies Obst anbieten, und offensichtlich wußten jene es auch zu schätzen, denn wir konnten uns vor ihren berechnenden Freundlichkeiten kaum noch retten.

Besonders arg trieb es "Schwester Rosi". Zugegeben, sie war schon ein bemitleidenswertes Geschöpf. Von kleinauf zuckerkrank, hatte sie mit ihren knapp dreißig Jahren mehrere schwere Operationen an diversen Organen hinter sich. Ihre Gebrechen konnten sie aber nicht davon abhalten, etwa dreimal wöchentlich mit zwei bis drei ausgesucht großen Taschen bei uns zu erscheinen. Prompt wurden sie dann auch von meinen Eltern zu ihrer Zufriedenheit gefüllt. Noch heute ist es mir ein Rätsel, wie diese kranke und schwächliche Person den jeweils halben Zentner Obst nach Hause transportieren konnte.

Gegen Jahresende wurden zwangsläufig die Äpfel unansehlicher und dann war der Zeitpunkt gekommen, daß Rosi ihre Mutter mitbrachte. Schwester Eleonore war eine kleine und dickliche Frau, der jede Freude im Gesicht fehlte. Dieser Eindruck wurde durch die fast fehlenden Augenbrauen und das am Hinterkopf streng zusammengeknotete spärliche Haar noch verstärkt. Ihre in der Jugend vielleicht noch vorhandene menschliche Wärme hatte ihr herrschsüchtiger Mann - ein gefürchteter Versammlungsaufseher - total abgetötet. Psychisch bestand sie nur noch aus Predigtdienst, Haushalt und Etikette. Umständlich begann sie alsbald, den mitgebrachten Lohn für die zentnerschweren Apfeltaschen und -beutel auszupacken. Dieser bestand stets aus "Westsachen" wie sie nie vergaß, zu betonen. Und zum Vorschein kamen Röcke, Kleider und Hosen, die, nachdemsie in "Westdeutschland" und danach eine erkleckliche Zeit auch in der "Ostzone" ihrem Zweck gedient hatten, uns beglücken sollten. Eifersüchtig wachte Schwester Eleonore nun darüber, daß von uns jedes Kleidungsstück gebührend bestaunt wurde. Mit hundertfachem Dank und weiteren vier Taschen voller Äpfel ausgestattet, verließen die beiden Schwestern unsere Wohnung. Uns war klar, daß wir sie im Herbst des nächsten Jahres wiedersehen würden ...
-G.R.-

ANDEREN HELFEN HEISST SICH SELBST HELFEN
Ein Bruder beantwortet Fragen einer Schwester
Liebe Schwester!
Ganz besonders freut mich, daß Du die "CV gelesen hast. Ich kann mir ganz gut vorstellen, wie Du auf dies und jenes abwehrend manchmal vielleicht neugierig und sehr oft auch mit Ablehnung reagiert hast. Wir haben uns anfangs ja auch schwer getan mit dieser Schrift. Das ist auch nicht unnatürlich, wenn man bedenkt, daß in dieser Schrift viele Lehren der WTG, die für uns den gleichen Stellenwert hatten wie die Bibel, plötzlich in Frage gestellt werden. Dabei haben die Schreiber der einzelnen Artikel nichts anderes getan, als alles zusammenzutragen, was die Organisation in den etwas über 100 Jahren ihres Bestehens als "von Gott empfangenes Licht" bisher verkündigt hat. Dazu zählt auch ihre Endzeiterfüllung von Daniel 11 über den König des Nordens. ("Die Harfe Gottes")

Du fragst wegen des Jahres 1799, dieses Datum stammt aus der Feder der WTG und wurde mit dem König des Nordens in Verbindung gebracht. Wir lesen:
"1799 bezeichnet nach den eigenen Worten des Propheten den Beginn der Zeit des Endes." ("Die Harfe Gottes", S. 215f)
Zu jener Zeit war es Großbritannien, später dann der Hitler-Faschismus und jetzt - nach dem Buch "Dein Wille geschehe" - die Sowjetunion. Von dem Unsinn, den die Gesellschaft in dem Buch "Die neue Welt" (S. 339f, 347 ff) schreibt, gar nicht zu reden! Kann man angesichts solcher Fehlleistungen wirklich noch reinen Gewissens Andersgläubige verdammen? Und das nur deshalb, weil sie gewisse biblische Prophezeiungen anders sehen und interpretieren? Die WTG aber schlägt sich stolz an die Brust und verkündet lautstark aller Welt, daß "der große Urheber aller wahren Prophezeiungen jetzt den forschenden Sinn erleuchtet", oder auch, daß "Jehova die Schleusen des Himmels öffnet, um seinem Volk ein Verständnis über diese wunderbaren Prophezeiungen zu geben"!

Wie heißt es gleich im 3. Gebot (gemäß der rev. NW von 1985)?
"Du sollst den Namen Jehovas, deines Gottes, nicht in unwürdiger Weise gebrauchen, denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen in unwürdiger Weise gebraucht." (2. Mose 20:7) ... Ja, es stimmt, die WTG und ihre sogenannte "geistige Speise" werden scharf unter die Lupe genommen. Aber wundert Dich das? Sagt nicht der Volksmund: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen?

Noch wesentlicher aber scheint mir Jesu Rat aus der Bergpredigt, Matthäus 7:1-5 !! Würden die verantwortlichen Aufseher in der Organisation dies beachten und zur Richtschnur ihres Handelns machen, dann hätten sie gar keine Zeit mehr, sich um die ungelegten Eier anderer Christen und ihrer Gemeinschaften zu kümmern. Auch wollen wir nicht vergessen, daß er - der Christus - es ist, dem Gott das Gericht über die Menschen übertragen hat, von einer WTG steht da nichts. (Johannes 5:22)

Du fragst, was die CV-Brüder glauben und lehren. Nun, das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn dazu müßte ich jeden einzeln beschreiben.
Der Bruder, der für CV verantwortlich zeichnet, ist evangelischer Christ, einige andere auch (Kirche und Freikirchliche Gemeinden).
Von anderen weiß ich, daß sie sich weiterhin Zeugen Jehovas nennen - zum Teil sogar noch mit Versammlungen verbunden sind.
Wieder andere - und dazu zähle auch ich - sind mehr für eine Rückbesinnung auf die Bibel.
Eine Organisation ehemaliger Zeugen Jehovas gibt es nicht bei uns. Wir sind lediglich eine Gruppe von Brüdern und Schwestern, die mithelfen möchten, Licht in den undurchdringlichen Dschungel falscher und sich allzuoft widersprechender Lehren der WTG zu bringen. Damit helfen wir nicht nur den Brüdern, die die WTG bereits verlassen haben, sondern auch den Brüdern, die noch mit den Versammlungen verbunden sind und das auch weiterhin möchten. Wir wollen die Zeugen nicht aus der Organisation herausbrechen, wozu auch, denn Licht und Schatten ist überall. Was wir möchten ist, daß sie ihre persönliche Verantwortung vor Gott und Christus erkennen und nicht mehr blindlings ihren blinden Führern nachlaufen, wohin die Reise auch geht. -

Nachdem ich mein bisher Geschriebenes noch mal überlesen habe, komme ich zu dem Schluß, daß, wer mich nicht kennt, glauben muß, ich sei wirklich ein "Abtrünniger" - auch wieder so ein Modewort der WTG - und zudem ein fanatischer Gegner der Organisation der Zeugen Jehovas.
Weißt Du, ich habe unter den Brüdern, die ich durch CV kennengelernt habe, einige, denen ich mich besonders verbunden fühle. Das Besondere daran ist, meine Hinneigung zu ihnen ist nicht einseitig, sondern es fließt auch wieder zu mir zurück. Nur zwei Sätze aus einem Brief dieser Brüder:

"Denn im Herzen fühle ich mich noch immer mehr zu den treuen Zeugen Jehovas hingezogen, als zu den Abtrünnigen, ich glaube, daß das auch bei dir so ist". Ja, es ist wahr, ich fühle mich noch immer hingezogen zu meinen einfachen Brüdern und Schwestern unter den Zeugen, aber zurück unter all die Zwänge des selbsternannten Sklaven kriegen mich keine 10 Pferde! Wie andächtig habe ich oft Jesu Worte gesprochen: "Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." (Johannes 8:31,32)

Ich denke nicht ungern an jene Zeit zurück, wohl wissend, daß ich der Gesellschaft viel zu verdanken habe, und trotzdem verbleibt mir immer ein bitterer Nachgeschmack. Denn heute erkenne ich, daß wir durch oft mehr als fragwürdige Lehren der WTG nicht nur einmal vom Wort Jesu abgewichen sind. Und schaust Du Dich unter den Geschwistern um, dann entsteht oft genug der Eindruck, daß viele eher in der WTG ihren geistigen Führer sehen, statt in der Person des "Guten Hirten" Jesu Christi.
Wie oft habe ich es erlebt, daß Brüder, wenn sie über ein biblisches Thema stritten, dann ihren vermeintlichen Trumpf ausspielten und sagten:
"Aber im Wachtturm steht es!"
Sollten wir als Christen nicht dem Beispiel Jesu und seiner Apostel folgen? Sie verwiesen stets auf die Schrift, wenn sie sagten: "Es steht geschrieben"!!!

Nein, heute fühle ich mich wirklich frei als Christ, auch angesichts der Tatsache, daß ich unvollkommen und daher Fehlern und der Sünde unterworfen bin.
Ich bin frei, das Wort unseres gütigen "Vaters" in seinem Frieden zu lesen, ohne daß der erhobene Zeigefinger eines Dritten, der mir gebieterisch sagt, wie dies oder jenes verstanden und weitergegeben werden muß.

Ja, ich bin frei, das Wort an andere zu richten, wenn mich mein Herz dazu drängt; und nicht, weil ich meine "Monatsschuld" noch nicht erfüllt habe und die Schelte der Altesten fürchte, die die Gaben ewigen Lebens zu einem bloßen Verdienst herabgewürdigt haben! (Epheser 2:8,9)
Zu dieser Freiheit hat Christus alle Menschen berufen und es liegt an jedem einzelnen, sich diese Freiheit zu bewahren! (Galater 5:1)
Dein Bruder R. l. H.

WARUM "CHRISTLICHE VERANTWORTUNG"?
"WENN IHR IN MEINEM WORT BLEIBT ..." (Johannes 8:31,32)
Wir waren in Boltenhagen zur Kur. Dort lasen wir im Speisesaal unsere CV. Ein Ehepaar setzte sich zu uns und sagte:
"Die 'Christliche Verantwortung' kennen wir, die habe ich heimlich bei meinem Sohn gelesen. Lesen sie das Blatt nur so, oder haben sie damit zu tun?"
Wir sind CV-Autoren, also Mitgestalter.
Das Ehepaar sagte, sie würden gerne über CV einige Fragen stellen.
Fragen sie, war unsere Antwort.
Sie sagten dann:
"Unser Sohn ist ein Zeuge Jehovas. Das macht uns viele sorgen. Denn er ist nun fast nicht mehr unser Sohn, sondern ein Fremder. Das bedrückt uns sehr. Wir hätten gerne gewußt, was bedeutet CV?"
Das sagt es doch schon "Verantwortung", alle Mitarbeiter fühlen sich verantwortlich für unsere Zeitschrift.
Frage: "Wofür verantwortlich?"
Sie müssen wissen, daß alle Mitarbeiter längere oder kürzere Zeit Zeugen Jehovas waren. Wir haben von ehemals leitenden Dienern, bis zum einfachen Zeugen alles bei uns. Auch engagierte Christen helfen uns unsere Aufgaben zu lösen.
Die meisten der ehemaligen Zeugen Jehovas haben von sich aus die Organisation verlassen, weil ihnen so nach und nach die Erkenntnis kam, daß es nicht die Wahrheit ist, was da an geistiger Nahrung geboten wurde. Von da an wurde kritisch geprüft. So stellte sich heraus, daß die WT-Leitung nicht nach der Bibel lehrte, sondern nur das brachte, was in ihr Konzept paßte. Die Wachtturmgesellschaft sagt, alle Abtrünnigen wären Satan anheimgefallen. Wir sagen, alle CV-Mithelfer sind treue Christen geblieben.
Frage: "Ja, aber wofür fühlen sie sich nun verantwortlich?"
Da wir wissen, was den Zeugen an geistiger Nahrung geboten wird, wollen wir durch CV mithelfen, viele Dinge beim richtigen Namen zu nennen. Auch durch Beispiele die Geschwister zum Nachdenken zu bewegen. Wir wissen ja, daß ein überzeugter Zeuge Jehovas kaum ansprechbar ist. Er ist nicht mehr er selbst, sondern nur noch ein Befehlsempfänger.
Fast alle Zeugen Jehovas erhalten die CV monatlich. Wir wollen damit erreichen, daß die Geschwister zum Prüfen und zum Nachdenken angeregt werden, so daß sie die rosarote Brille beiseite legen.
Wenn von Geschehnissen aus ihren Versamlungen berichtet wird, so haben sie ja mehr oder weniger alles gesehen oder miterlebt. Das aber gibt ihnen Grund, besonders gut nachzudenken. So hat die CV schon viele Zeugen wieder zurückgeholt. Frage: "Wenn sie dort Autor sind, wieviel verdienen sie?"
Wir mußten lachen.
"Warum lachen sie, es ist doch so, nichts gibt es umsonst, alles hat seinen Preis."
Das stimmt im allgemeinen, sagten wir. Aber bei uns gilt der Grundsatz, wir tun alles freiwillig. Geld erhalten wir nicht für unsere Arbeit.
Die "Christliche Verantwortung" trägt sich nur durch spenden. Ja, auch Spenden aus den Reihen der Zeugen Jehovas.
Frage: "Wie lange gibt es die CV-Schrift?"
Das ist eine gute Frage, in diesem Jahr werden es 30 Jahre. Angefangen hat diese Schrift ein Zeuge Jehovas, Bruder Willy Müller in Gera. Er verfaßte Briefe an die WTG-Leitung in Wiesbaden. Er wies auf Fehler hin, die man dringend korrigieren sollte. Eine offizielle Antwort bekam er nie. Die WTG reagierte auf ihre Weise.
So nach und nach schlössen sich viele ehemalige Zeugen Jehovas ihm an und sie fingen an zu schreiben. Nun haben wir einen hohen Anteil von Brüdern, die für die "Christliche Verantwortung" schreiben. Unsere Schrift ist mittlerweile in vielen Ländern bekannt und wir arbeiten mit ehemaligen Zeugen in diesen Ländern zusammen.
Nun noch eine Frage: "Unser Sohn behauptet, nur die Zeugen Jehovas sagen in allen Dingen die Wahrheit. Es ist so, als hätten sie die Wahrheit gepachtet!"
Betrachten wir doch einmal, ob die ZJ die Wahrheit sagen:
Sie behaupten, sie seien die einzigen Menschen, die in Harmagedon überleben werden.
Woher wissen sie das?
Sie haben sich den Namen "Zeugen Jehovas" gegeben.

Wie rechtfertigen sie diesen Namen?
Bei den Zeugen wird Jesu als Handlanger oder Gottes Hilfsarbeiter hingestellt. Einen Herr Jesu gibt es für sie nicht.
Wer sich die Mühe macht und die Bibel der Zeugen mit einer allgemeinen Bibel vergleicht, muß feststellen, daß Sätze und Worte verändert wurden. Alles wurde so gebogen, wie es die WTG für sich braucht.
Ja, ganze Abschnitte der Bibel haben einen ganz anderen Sinn erhalten.
So etwas wird nun als Wahrheit verkündet!
Da weisen sie mal ihren Sohn darauf hin. Denn das sind handfeste Beweise.
Unsere "Christliche Verantwortung" haben wir diesem Ehepaar überlassen.
-E.B.T.-

DAS "EINE" UND DAS ANDERE EVANGELIUM
"DENN SO SEHR HAT GOTT DIE WELT GELIEBT, DASS ER SEINEN EINGEBORENEN SOHN GAB, DAMIT JEDER, DER AN IHN GLAUBT, NICHT VERLOREN GEHE, SONDERN EWIGES LEBEN HABE,"
(Johannes 3:16)
Mit etwa 20 Jahren hatte ich das erste Mal Berührung mit den damals noch Bibelforscher genannten ZJ. Was ich dabei empfand, durch Hören und Bibellesen, hatte noch was mit einer guten Botschaft zu tun. Aber als ich etwas später anfing, das Gehörte und Gelesene auch auf mich zu beziehen und anzuwenden, bekam ich gleich einen Schuß vor den Bug des Evangeliumschiffes der WTG. So wie ich das sähe, sei das nicht zu verstehen, die Zahl der 144 000 sei schon voll, ich könnte nur die Jonadabklasse erreichen. Meine Enttäuschung war natürlich sehr groß, ich kam mir wie ein Dieb vor, der sich was aneignen wolle, was ihm gar nicht gehört noch zusteht. Deshalb sagte ich, bei mir geht es nicht um 144 000 oder sonst was, sondern ich glaube an die Bibel als Gottes Wort, und das verheißt uns ewiges Leben. Alles andere ist erst mal nebensächlich. -

Aber dann kam ja bald das Verbot und der 2. Weltkrieg, und etwa 10 Jahre später nahm die alte Evangelium-Geschichte einen neuen, größeren Umfang an.

DIE NEUE WELT! DAS THEMA MIT ZUGKRAFT
Nach dem katastrophalen Ausgang des 2. Weltkrieges sehnten sich natürlich viele Menschen nach einer besseren Welt. Und die Zeugen Jehovas hatten sie in vielerlei Farben anzupreisen. Man wagte sogar zu bezweifeln, daß Jesus in Johannes 3:16 nicht die alte, sondern die neue, gerechte Welt gemeint hätte, für die er sein Leben gelassen hätte. Obwohl geschrieben steht, daß er für Sünder und nicht für Gerechte gestorben sei. Es gab eine Anzahl von solchen Behauptungen und Argumenten, die aber alle einer biblischen Prüfung nicht standhielten.

DAS ENDE DER ALTEN WELT
Die von Jesus angekündigten „Zeiten der Heiden" Lukas 21:24 gingen 1914, nach einer komplizierten biblischen Berechnung, zu Ende. Die Zustände und Ereignisse auf der Erde seit dieser Zeit sind der beste Beweis dafür, und die damalige Generation sollte das Ende miterleben. Aber auch den Beginn der gerechten neuen Welt, denn Jesus Christus sei 1914, für uns zwar unsichtbar, aber nach allen Anzeichen, im Himmel als König inthronisiert worden, und regiert seit dieser Zeit! Rund 80 Jahre sind seit dieser Behauptung vergangen, die Generation von damals so gut wie ausgestorben. Es beweist doch nur, daß solche Behauptungen von Menschen stammen und nicht von Gott. Es ist ein anderes Evangelium, das keines ist.

EINE NEUE OBRIGKEIT
Zu einer unsichtbaren Regierung im Himmel paßt doch keine sichtbare, unvollkommene, menschliche Obrigkeit. Obwohl vollkommen gegen die biblischen Anordnungen gerichtet (Römer 13:1-5), lehrt und gebietet man; "Unsere Obrigkeiten sind nicht menschliche Regierungen, sondern Jehova Gott und Jesus Christus."
20 Jahre lang lehrte man diesen Unsinn nicht nur, sondern er wurde auch so praktiziert, für viele Brüder und Schwestern zum Nachteil, weil es große Schwierigkeiten und zum Teil lange Haftstrafen zur Folge hatte. - In den 1960er Jahren wurde diese Ansicht zwar als nicht mehr zutreffend erklärt, aber immer noch mit der Einschränkung Der Obrigkeit sei nur bedingt zu gehorchen.

NEUE WELT GESELLSCHAFT
Da man schon zu der Ansicht neigte, etwas anderes und besseres zu sein, als die übrige Menschheit, ja die allein wahre und christliche Religion zu besitzen, die für die neue Welt lebt und wirkt, war der Name NWG verständlich, wenn auch anmaßend. Kein Wunder, daß man auch bald anfing, sich eine eigene Bibelübersetzung zu schaffen; natürlich heißt sie "Neue-Welt"-Übersetzung (NW). - Ohne bissige Kritik kann man aber sagen, daß sie für Laien wenig Vorteile hat. Einmal verwendet sie in ihren Begriffen ein befremdendes, geschraubtes Deutsch, das der eigenen Evangeliumlehre der WTG zuträglich ist, und vor allem den Namen Jehova bis ins NT hinein gebraucht, was man als Bibelfälschung bezeichnen könnte. Doch für die WTG ist der Name Jehova eine sehr wichtige Angelegenheit in ihrem Evangelium. So lügt man den eigenen Anhängern einfach vor, daß Jesus, als er seine Jünger beten lehrte: "Vater, der du bist im Himmel, dein Name werde geheiligt." der Name Jehova gemeint sei! - Jesus hat in diesem Gebet aber nicht Jehova, sondern Vater gesagt. Er hat niemals Jehova gesagt, auch seine Jünger und Apostel nicht. Wenn dieser Name so wichtig wäre, wie von der WTG behauptet, dann wäre er bestimmt nicht verlorengegangen, eine Unterstellung, die man sonst dem allmächtigen Träger dieses Namens und Jesus Christus anlasten müßte. Aber in allen Worten Jesu geht es nicht um einen Eigennamen des Vaters, sondern um den guten Ruf, der zum Ruhm und zur Ehre, Gottes des Vaters, gefordert wird.

WÜRDIG OPER UNWÜRDIG?
Nach dieser Regel heißt das, bei der Abendmahlfeier der Zeugen Jehovas, gehörst du zum Überrest der 144 000, so bist du würdig, die Symbole zu nehmen. Gehörst du nur zur großen Volksmenge, dann bist du nicht würdig, sie zu nehmen. Das ist die Auslegung der Bibelstelle l. Kor. 11;27 von der WTG Was aber veranlaßte den Apostel Paulus, von Unwürdigkeit zu schreiben? Er schrieb doch überhaupt nichts von Überrest und großer Volksmenge, sondern vom unwürdigen Lebenswandel und Verhalten einzelner, die eine Schande für die Christen-Versammlung bedeuteten. Aber das kann man, trotz einiger Außenseiter, doch von der großen Volksmenge nicht behaupten. Sie ist ja 400mal größer an Zahl und leitet die WTG beinahe allein, da doch die meisten der rund 8000 Überrestglieder altersmäßig überfordert würden.

Wie kann man da nur von unwürdig sprechen, wenn doch solchen Brüdern und Schwestern hohe Dienstämter und Verantwortung anvertraut werden. Und nicht nur das. Die Unwürdigen sind sehr gut für alle wichtigen Aufgaben der WTG, zum Beispiel Herstellung und Verbreitung der vielseitigen Literatur. Verkündigung des unbiblischen Evangeliums, ohne Kritik und Widerspruch, was aber viele Felddienststunden, Heimbibelstudien und die vielen Zusammenkünfte nach sich zieht. Die Unwürdigen sehen es aber nicht ein, daß sie mißbraucht werden, als Komiteemitglied z. B. jemand auszuschließen, da sind sie würdig; auch Verfolgung, Haft und Tod, ja alle Erschwernisse und Schwierigkeiten erleiden.
Dafür dürfen sie zuschauen, wenn die vom Herrn befohlenen für alle Christen geltenden Symbole für ein paar Männer und Frauen gereicht werden. Ein Mahl .aber, bei dem fast 98 % der Anwesenden nichts genießt, hat diese Bezeichnung nicht verdient.

MENSCHENLEHRE ÜBER DAS WORT GOTTES GESTELLT
Die einzige Erklärung für die großen Fehler der WTG liegen in der Mißachtung der heiligen Schrift. Besonders aber der Worte Jesu und der Apostel, die uns immer Ratgeber und Wegweiser sind und bleiben, Dann werden nicht solche Fehler vorkommen, wie gelehrt wird, daß die 144 000 Unsterblichkeit erhalten, und die übrigen Menschen nur ewiges Leben haben werden.

Unsterblichkeit ist ja nur ein anderer Begriff für ewiges Leben, und Jesus hat nur ewiges Leben verheißen. (Joh. 3:16) sein Jünger Johannes hat das in seinen Briefen geschrieben:
1. Joh. 2:25; "Und dies ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben."
1. Joh; 5:11-13; „Und dies ist das Zeugnis, daß Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wißt, daß ihr ewiges Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt."
-E.B.-

Liebe Brüder und Schwestern!
Da zu einer christlichen Haltung auch Dankbarkeit gehört, Danksagung für alle Hilfe und Unterstützung, Förderung und Beratung, soll das auch hier zum Ausdruck kommen. Dies betrifft in erster Linie die geistige Hilfe aller Art, um das CV-Werk in seinem christlichen Inhalt, in seiner christlichen Aussage im Hinblick auf die WTG immer zutreffender und gründlicher zu gestalten.

Neben unseren WTG-versierten Schwestern und Brüdern, die letztlich alles in der Hand haben, sei auch alle Hilfe gewürdigt, die von anderen Christen kam und kommt, evangelischen, katholischen, freikirchlichen und anderen, sei sie geistig oder materiell, ohne jede dogmatische und intolerante Bedingung gegeben.
Auch die zuständigen obrigkeitlichen Behörden müssen wir hier benennen, das Staatssekretariat für Kirchenfragen und das Ministerium für Kultur, die alles tun, was man ihnen berechtigterweise antragen bzw. abverlangen kann, und das in völliger Respektierung der religiösen, christlichen Eigenständigkeit des CV-Werkes.
-CVR-

DIE WTG - "DREHTÜR" FÜR MILLIONEN
ZAHLEN SPRECHEN BÄNDE
In seinen Enthüllungen über die Wachtturmgesellschaft nennt Raymond Franz für den Zeitraum von 1970 - 1979 die Zahl von 768304 Personen, die die WTG-Organisation wieder verlassen haben. Das wären jährlich etwa 77 000.
Er kam angesichts dieser Feststellung zu dem Schluß, daß man es hier mit einer "Drehtür"-Situation der WTG zu tun hat:
Vorne rein und hinten wieder raus.
Wir wollen uns in diesem 110. WT-Jahr 1989 einmal eine Übersicht verschaffen, wie es um die WTG steht, wie viele Menschen sie schon "durchgedreht" hat.
Soweit uns die Zahlen bei der Geheimhalterei der WTG zugänglich sind, kommen wir zu einer ungeheuerlichen Feststellung, sie hat im Laufe ihrer sog. Endzeit mehr Menschen hinten wieder ausgestoßen, als sie 1988 an Verkündigern beisammen hat! -
Die Dunkelziffer der "Durchgedrehten" liegt natürlich sehr viel höher, haben wir doch immer nur bestimmte Zwischen-Einblicke in die 110 Jahre ihres Einsammelns und Wiederausstoßes. Ehe wir zu einer Wertung dieser "Drehtür"-Situation kommen, wollen wir uns die Zahlen ansehen.

DER STAND DER DINGE HEUTE
Zeitraum Weggang/Ausschluß; Situation
1917-19 3313 „1914"
1925-26 1156 „1925"
1926-28 71898 (Diff.) „1925"
1947-73 300000 (etwa) „1939/45"
- 1979 768304 „1975"
1986 37426

Das ergibt einen Weggang oder Ausschluß nur seit 1917 etwa von l 182 099 Personen! Allein schon das veranschaulicht, wie die WTG mit einem ungeheuerlichen "Menschenverschleiß" arbeitet.
Die WTG-Taufzahlen (lt. Jahrbücher 1968 -1988) ergeben ein noch schlimmeres Bild:
Taufen in der Zeit von 1968-1988:
3 506 696 Personen
Verkündiger-Stand, Jahrbuch 1989;
3 430 962 Personen
Das heißt, abgesehen von etwa l % Toten pro Jahr, die WT-Organisation ist wirklich eine "Drehtür"! Was bis 1968 drin war, ist 1988 alles "durchgedreht". "Wie gewonnen, so zerronnen".

HÖRT AUF, EUCH AN DIE BRUST ZU SCHLAGEN!
Wie registriert die WTG doch überall triumphierend die Kirchenaustritte! Wie wird da mit dem Finger auf andere gezeigt! Was woanders auch passiert, es ist vergleichsweise harmlos gegenüber dem, was unter der WTG geschieht! Man kann sagen, daß die 3,4 Millionen, die die WTG heute beisammen hat, im wesentlichen die sind, die seit 1968 "gejagt und gefischt" worden sind! Die ungezählten Millionen zuvor seit über 100 Jahren nach 1879, als die WTG begann, die seit 1920 "nicht mehr sterben" sollten, sind "vergangen"!

Gearbeitet wird mit denen, die drin hängen bleiben bzw. mit denen, die sich gerade immer im "Durchgang" befinden. Vergleichsweise übertroffen wird die Organisation nur von solchen Gemeinschaften oder "Sekten", die der Zeitgeist immer kurzfristig hochtreibt, um sie alsbald wieder fast total abtreten zu lassen.
Daß dies der WTG bisher nicht widerfahren ist, liegt mehr oder weniger daran, daß sich die WTG mit ihrer Endzeitlegende so auf das Auf und Ab des weltweiten Krisengeschehens eingestellt hat, Generation um Generation seit sie angetreten ist, daß sie immer zeitweilig bestimmten Kreisen Betroffener einen gewissen Halt bietet. -
Wir sagen in CV mit absoluter Sicherheit voraus, daß die 3 430 962 Verkündiger, die die WTG 1988/89 beisammen hat, spätestens auf ihrem Sterbebett von der WTG durch ihrer "Drehtür" ebenfalls durchgedreht worden sind, um genauso zu "vergehen", wie die Millionen zuvor in der 110jährigen WTG-Ge-schichte "vergehen" mußten!
-D.P.-

ZEUGEN JEHOVAS FRAGEN CV: WOHIN SOLLEN WIR GEHEN?
Weil viele die WTG wieder verlassen, wird diese Frage immer wieder gestellt. Einsichtig wird die CV-Antwort jedoch nur, wenn man den Organisationsglauben innerlich auch wirklich überwunden hat. Schon in vielen CV-Beiträgen wurde umrissen, wie die Zukunft nach Überwindung des WTG-Glaubens für das weitere Christsein aussieht.

Hat jemand die WTG hinter sich gelassen, so droht ihm keine Vernichtung zusammen mit allen Andersglaubenden und Andersdenkenden, wie das barbarische Feindbild der WTG besagt. Gott und Christus sind keine Massenmörder an Milliarden Unschuldiger und Unwissender vom Säugling bis zum Greis. Es gibt keine Endzeit gemäß WT. Nimm dir die Zeit, das alles an Hand von CV und anderen Schriften nachzuprüfen. so hat dann jeder hinreichend Zeit, gründlich zu erwägen, wie er die Zukunft fortan gestalten möchte.
Kann man in CV nun konkret empfehlen, wohin man gehen sollte?

Eigentlich tut das CV schon immer; zu Jesus als Herrn gehen bzw. bei ihm bleiben, wie diese Frage in der Schrift doch beantwortet ist und so beim Herrn sein und bleiben kann man selbst alleinstehend.
Die gestellte Frage zielt jedoch auf etwas anderes. Es geht um eine neue förmliche Gemeinschaftsbindung. Also zur evangelischen Kirche? zur katholischen Kirche? Zu einer evangelischen Freikirche? zur Gemeinschaft der Mormonen? Der Neuapostolischen? Der Adventisten? Der Mennoniten? Man könnte noch mehr aufzählen, die alle auf unterschiedlicher Weise Christus nachfolgen.

In CV kann keine andere christliche Kirche oder Gemeinschaft besonders empfohlen werden. Dies unanfechtbar oder wenigsten hinreichend zu tun, können diese Kirchen und Gemeinschaften selbst nur am besten. Was da jemand näher kennenlernen möchte, muß er bei diesen Kirchen und Gemeinschaften selbst hören und lesen. CV kann hier niemanden bevormunden, niemandem das selbständige Prüfen der Dinge abnehmen. Alle anderen christlichen Kirchen und Gemeinden sind von selbst hinreichend zugänglich, wo man nur will. Was in CV dazu gesagt werden sollte, ist dies: IN ALLEN CHRISTLICHEN KIRCHEN UND GEMEINSCHAFTEN IST ECHTES CHRISTSEIN MÖGLICH!

Das kann aber nur jeder selbst entscheiden gemäß den "geistigen Gaben", über die er verfügt. Natürlich steht es jedem CV-Mitverbundenen frei, persönlich eine christliche Kirche oder Gemeinschaft zu empfehlen, auch selbst anzugehören, wenn sie die entsprechende Gemeinschaft bietet.
Das muß so anerkannt werden, weil, wie gesagt, auch eine verschiedene Nachfolge Jesu laut Markus 9:38-41 möglich ist.
-CVR-

EINE AUSGESTRECKTE HAND
Liebe Brüder und Schwestern!
Unsere Studiengruppe CV ist ein freiwilliger Arbeitskreis, eine Gruppe miteinander Verbundener, von der WTG durch ihre Verantwortungslosigkeit vor Gott und Menschen selbst auf den Plan gerufen. (Was man sät, muß man ernten. Galater 6;7) Solange die WTG derartig verantwortungslos ist, werden sich Betroffene so oder so in christlicher Verantwortung zusammenfinden, um etwas dagegen zu tun. Dieser Aufstand des Gewissens hat längst internationales Ausmaß, ein Netzwerk, in dem man sich gegenseitig immer weiter hilft, von der WTG mit Argusaugen verfolgt.
CV will keinerlei neue Kirche oder Religionsgemeinschaft schaffen, denn Christsein ist überall möglich, da schwerer und da leichter.
Die CV-Gemeinschaft soll eine Station sein, eine ausgestreckte Hand, für jeden Betroffenen, um sich nach dem Irrgang in den WTG-Falschlehren, wieder im Leben und unter den Mitmenschen und Mitchristen zurechtzufinden.
Wer sich berufen und in der Lage fühlt, dabei mitzuhelfen, ist, so wie er kann und möchte, herzlich willkommen. Jedes Prüfen dauert seine Zeit. Auch anhand von CV.
Nach und nach ergibt sich jedoch mit Sicherheit der Ausweg - ein verändertes, aber nunmehr sinnvolles Leben. Ergreift diese ausgestreckte Hand!

- "Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner -
DDR 6500 Gera, Straße der Republik 46; Jahresabonnement: 2,- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe Gera

A 358/89 V 7 1 1297 N2

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