Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 233

In dieser Ausgabe gelesen, in einem, man kann schon zu sagen, dununziatorischen Bericht, welcher auch den Satz enthält:

„Seine Doppelgesichtigkeit geht aber noch weiter
Von seinen Zeugen verlangt er (ein Ältester), kein Geburtstag zu feiern. Er selbst aber stellte einen Besuchsantrag zu seinem Bruder in der BRD, um mit ihm seinen 50. Geburtstag zu feiern."

Aua, mag man dazu nur noch sagen. „Doppelgesichtigkeit" soll es ja vielerorts geben; und das keineswegs nur bei den Zeugen in der DDR. Wenn da also dessen Besuchsantrag herhalten muss, erübrigt sich wohl ein Detailkommentar. Das ist dann wohl auch ein „Zeichen der seinerzeitigen Zeit". Wer da eigentlich mehr im „schiefen Lichte" steht, wäre allerdings eine Frage, die der Beantwortung noch bedarf. Gezeichnet ist dieser Zwielichtige Beitrag mit - eingesandt -. Angenommen es wäre so, dann muss sich die CV-Redaktion schon fragen lassen, warum sie denn ausgerechnet diesen üblen Stil, der Veröffentlichung für Wert erachtete.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 233 GERA DEZEMBER 1988

 

DIE GEBURT UND KINDHEIT JESU
Aus dem Wachtturm vom 1.2.1923
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 13 und 14/1988
HALTE DIR DEN SPIEGEL VOR'S GESICHT
... keine Dienstleistungseinrichtung?
ZUCHT -
die eine friedsame Frucht eintragen kann
PORTRÄT EINES "ÄLTESTEN"
Ein selbstherrlicher Studienleiter
NEIN. MEINE MIETE ZAHL ICH NICHT
Aus der Welt der Zeugen

CV233.jpg (101593 Byte)

Liebe Brüder und Schwestern!
Durch Jesus Christus kommt es zu einer UMWERTUNG ALLER WERTE !
Weil nun die Liebe die Hauptsache ist, werden die alten Grundfragen (von Juden und Heiden) zu Nebensachen.
Der Apostel Paulus räumt daher dem Feiern oder Nichtfeiern von heiligen Tagen den gleichen -untergeordneten- Rang ein wie den Speise- und Trankvorschriften. Paulus hat niemals heilige Tage zu feiern geboten, weil er keine unheiligen gelten lassen wollte; aber er hat sie auch niemandem verboten. (Rö. 14,1-5)

WAS SAGT DAS UNS HEUTE?
- Das Feiern oder Nichtfeiern heiliger Tage gehört - weil davon unser Heil nicht abhängt - zu den "Mitteldingen", in denen jeder Christ in der Freiheit des Glaubens seine eigene Entscheidung treffen muß und gleichzeitig die des Andersdenkenden tolerieren soll. Die Wachtturm-Religion jedoch stellt sich gegen Paulus, indem sie das N i c h t f e i e r n christlicher Feiertage (einschließlich des wöchentlichen Sonntags) zu einem Gesetz für alle erhebt und jede davon abweichende Ansicht nicht toleriert.
- Auf diese Weise - und durch das Gewicht, das die Wachtturm-Gesellschaft in Wort und Schrift etwa dem Weihnachtenfeiern beimißt! - bekommen diese Rand- und Nebenfragen wieder wie bei Juden und Heiden den Charakter von Hauptsachen. Jehovas Zeugen begründen das mit der "heidnischen" Herkunft der christlichen Feste.
- Für Paulus sind gerade das die Glaubens"schwachen", die überall Heidentum wittern! Damals verzichteten diese "Schwachen" lieber auf Fleisch, als daß sie das, in der Regel den heidnischen Göttern geweihte Opferfleisch auf dem Markt kauften.) Für die Wachtturm-Religion stellt es dagegen einen Erweis besonderer Glaubensstärke dar, alles "Heidnische" aus Wohnzimmer und Küche fernzuhalten. Damit, daß sie das Nichtfeiern der christlichen Feste, für alle Zeugen Jehovas und "Menschen guten Willens" zum verbindlichen Gesetz gemacht hat, handelt sie dem paulinischen Denken genau entgegengesetzt und übernimmt in radikalster Form die Position der damaligen "Schwachen". - Vorsicht vor der Diktatur der "Schwachen"! Vielmehr gilt:
- Wir entsprechen der paulinischen Botschaft von Rom. 14,
- indem wir die Hauptsache die Hauptsache sein lassen und der Überschätzung von Randfragen widerstehen;
- indem wir in der Freiheit festbleiben, für die uns Christus befreit hat und uns nicht wieder in das Joch eines Gesetzes zwingen lassen (Gal. 5,1);
indem wir - im kindlichen Vertrauen - zu Gott, dem Vater, leben und darum den Geist der Angst nicht mehr aufkommen lassen (Rom. 8,15), auch nicht vor angeblich "heidnischen" Dingen, die uns schaden könnten. Solche Angst ist wirklich heidnisch. Wir sprechen nicht umsonst von einer "Heidenangst"! Und schließlich: Wir entsprechen der paulinischen Botschaft - von unserer Errettung "allein durch Christus", "allein aus Gnade", "allein durch den Glauben" (1. Tim. 2,5; 1,15; Rom. 3,28; Eph. 2,8 f.) - indem wir die angeblich heidnischen christlichen Feste daraufhin überprüfen, ob sie uns von ihrer ursprünglichen Zielsetzung her diesem Herrn Jesus Christus näherbringen, uns helfen in der Gnade zu wachsen und im Glauben an ihn gewiß zu werden. Von einer solchen Prüfung sollten wir uns auch nicht durch die Argumente derer abhalten lassen, die darauf hinweisen:
"Die Massen der christlichen Völker wissen von der ursprünglichen Zielsetzung der christlichen Feste nichts mehr oder wollen davon auch nichts wissen. Durch sie werden diese Feste nur mißbraucht!" -
Sollen wir die christlichen Feste abschaffen, weil sie von vielen mißbraucht werden? Dann müssen wir das Christentum abschaffen, denn es wird ständig von den gleichen Leuten mißbraucht! Dann müssen wir die Religion überhaupt abschaffen, denn für welche schrecklichen Ziele hat man sie mißbraucht! ...
Doch wir wissen es alle:
Der Mißbrauch einer Sache hebt den, rechten Gebrauch nicht auf, nötigt vielmehr, gerade nach ihm neu zu fragen.
(Auszugsweise: "Brücke zum Menschen", 79)

DIE GEBURT UND KINDHEIT JESU
Aus dem Wachtturm vom 1. Februar 1923
... Die Erde wurde nicht bewegt bei der Ankunft des Kindes, das zu dem Zweck geboren wurde, ihr Erretter und Heiland zu sein. Der Himmel aber wurde bewegt. In dem nicht weit entfernten Felde fiel ein Lichtstrahl des Himmels auf mehrere dort weilende Hirten. Die Stimme eines Engels wurde gehört, und bald war der ganze Himmelsdom .erfüllt mit lieblichem Engelsgesang. Den Hirten wurde erklärt, was alles dieses bedeute, und sie sprachen einer zum anderen: "Laßt uns hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die geschehen ist, welche der Herr uns kundgetan hat." (Lukas 2:15). Die Ankunft der Hirten, einige Zeit nachdem das Kind in die Welt kam, war für Maria die erste Zusicherung Gottes, daß er über sie wache; daß er wußte, daß sie dort war, wo sie sich befand, und daß er den Hirten auf dem Felde die Geburt ihres Sohnes verkündet hatte, des Heilandes dieser Hirten und der ganzen Menschheit.

Der Lauf der Ereignisse ist soweit gekommen, daß er, der in Bethlehem geboren wurde und jetzt der Herr in Herrlichkeit ist, wiedergekommen ist zu denen, die bereit sein sollten, ihn zu empfangen; aber jetzt, wie auch damals, ist seine Ankunft der großen Menge unbekannt. Denjenigen, die zu hören bereit sind, erklingen frohe Engelsstimmen; und für diejenigen, welche zu sehen wünschen, erglühen die Himmel vom Lichtglanz der Gegenwart des Herrn.
"Glückselig das Volk, das den Jubelschrei kennt. Jehova, im Lichte deines Angesichts wandeln sie." - Psalm 89:15.
Am achten Tage wurde das Knäblein Jesus beschnitten, eine Gelegenheit, bei der die Eltern des Kindes ihre Armut dadurch bekundeten, daß sie nur die geringste zulässige Opfergabe darzubringen vermochten.

Hinsichtlich dieser Zeremonie hat jemand treffend mit Bezug auf Jesum gesagt, daß "er bei seiner Beschneidung seinen Namen mit Blut in das Urkundenbuch der Menschheit hineingeschrieben hat".
Als die Tage der Reinigung Marias beendet waren und sie sich wieder in den Tempelhöfen befand, um das Kind dem Herrn darzustellen, trat der betagte Simeon zu ihr, nahm das Knäblein in seine Arme und segnete das Kind sowohl als auch seine Mutter. Auch Anna, eine Prophetin, kam hinzu, und zusammen priesen sie den Herrn wegen der seinem Volke erwiesenen Gnade. Die wenigen getreuen Seelen, die in diesem biblischen Bericht erwähnt sind, mit Ausnahme Marias alle hochbetagt, waren die einzigen, die von Gott besonders gesegnet wurden.

Sie erinnern uns an Maleachis Worte: "Da unterredeten sich die Jehova fürchten miteinander". (Maleachi 3:16) Es gab in ganz Israel nur sehr wenige, die "auf den Trost Israels warteten" (Lukas 2:25), und diesen wurden die Segnungen des Herrn zuteil. Die große Mehrzahl war ganz verstrickt in Formalismus und Bekenntnissen nach außen hin und hatten keine Zeit, zu sehen, was Gott wollte, ob sie ihm dienen konnten oder nicht ... (Seite 45/46)

LIEBE BRÜDER UND SCHWESTERN!
EIN FROHES UND GESEGNETES WEIHNACHTSFEST UND EIN GESUNDES NEUES JAHR WÜNSCHEN ALLEN MITVERBUNDENEN UND CV-LESERN
DIE GESCHWISTER DER STUDIENGRUPPE "CHRISTLICHE VERANTWORTUNG"

GEDANKEN ZUM BUCH „KRISE DES GEWISSENS"
Der Verfasser weist in seinen Ausführungen nach, daß die WTG-Funktionäre auch vor Textfälschungen nicht zurückschrecken, wie besonders die Gegenüberstellungen von Zitaten aus Russells Buch "Die Zeit ist herbeigekommen" zeigen.
So wird in einer Ausgabe von 1889 zu den prognostizierten Ereignissen für 1914 mit absoluter Gewißheit prophezeit:
- "Das Königreich Gottes hat die volle, universelle Kontrolle erlangt!"
- " ... schlägt die heidnischen Regierunge in Stücke!" (S, 104)
In einer Ausgabe nach 1914, im Jahre 1924 heißt es an gleicher Stelle:
- "Das Königreich Gottes beginnen wird, Kontrolle auszuüben und dann in Kürze aufgerichtet sein wird." (S. 104)

Russell selbst hat die Fehlerhaftigkeit der Voraussagen für 1914 in einem Vorwort für eine Neuausgabe des genannten Buches eingesehen, die er selbst 37 Jahre lang nit Nachdruck und verbindlich für alle Anhänger vertreten hat. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf den Charakter dieses ersten Präsidenten, wenn er nichtsdestoweniger behauptet, daß Gott ihm diese Fehler "überwaltet" hätte und im übrigen zu preisen wären, weil sie einen "anspornenden und heiligenden Einfluß" bewirkt hätten. Der Verfasser kommentiert dazu auf Seite 112 sehr treffend:
- "Gott in die gemachten Fehler zu verwickeln ..."
- "... eine bequeme Flucht vor Verantwortung"
- "... menschliche Spekulationen als Gottes Daten dargeboten."
Für solche menschlichen Fehler auch noch
... "den Herrn preisen?"

Das Charakterbild dieses ersten Präsidenten der WTG wird noch deutlicher, wenn man zu dieser Variante demagogischer Falschheit auf Seite 112 lesen kann:
- "C. T. Russell, der von sich selbst als von Gottes Mundstück sprach"
und weiter weiß, daß er seit 1897 (46jährig) von seiner Frau getrennt lebte und sich 1906 von ihr scheiden ließ. (Seite 44 Punkt 17)
In der Dokumentation "Die Zeugen Jehova's" (Urania-Verlag) kann man auf S. 64 lesen:
"Wären die WTG-Führer ehrlich, so hätten sie schon längst ihren weltanschaulichen Bankrott erklären müssen."

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NUMMER 13 UND 14/1988
STUDIENARTIKEL: "Erweist euch als DANKBAR"
Es muß wohl brennend aktuell und notwendig sein, einen Wachtturm als geistige Speise auf den Tisch der Versammlungen der Zeugen Jehovas zu legen, der auf die Dringlichkeit, sich dankbar zu zeigen, hinweist.
Geschickt wird auf das alte Gottesvolk Israel hingewiesen und gezeigt, daß an allem Unglück, bis hin zur Vertreibung aus ihrem Land, ihre Undankbarkeit gegenüber Jehova schuld war. Statt sich großzügig gegenüber ihrem Gott zu zeigen, waren Geiz und Habgier an der Tagesordnung. Zu schnell vergaß das Volk alle guten Taten Jehovas und wurde undankbar.

Aber beim Weiterstudieren dieses Wachtturms begreift sofort der eifrige Zeuge Jehovas, worauf es jetzt ankommt, was gegenwärtig für ihn die Hauptsache ist. Zeugen Jehovas sind jetzt das Volk Gottes, wie damals Israel. Da es tatsächlich so viele Ähnlichkeiten zum alten Israel aufweist, muß unbedingt etwas unternommen werden, das ist klar! Da es manche wohl mehr und mehr vergessen, was sie auch müssen, darum steht auf S.11 im Abschnitt 14:
"Wir müssen uns regelmäßig versammeln, wir müssen die gute Botschaft öffentlich predigen und anderen helfen, Jünger Christi zu werden."
(Jünger der Wachtturmgesellschaft müßte da richtiger stehen, denn das ist gemeint.) Auf der gleichen Seite, aber zweiten Spalte im Abschnitt 16 die bohrende Frage:
"Verspürst du diesen Wunsch?"
Und weiter im Abschnitt 17:
"Zu bestimmten Zeiten des Jahres ermuntert die Christenversammlung jeweils zu außergewöhnlichen Anstrengungen im Predigtdienst."
Daß hier "Christenversammlung" steht, mag wohl manchen Studierer dieses Wachtturms befremden, deshalb zum besseren Verständnis der Wahrheit: müßte richtiger "Wachtturm" bzw. "Königreichsdienst" und "Älteste" stehen, denn sie sind in Wahrheit die ewigen Antreiber zum Dienst für die Wachtturmgesellschaft, nicht für Christus, denn seine Interessen an Menschen sind doch wohl anderer Art als die der Gesellschaft. Wer noch deutlicher angesprochen werden möchte, um zu wissen, worum es in Wirklichkeit geht und was dankbar sein heißt, lese aufmerksam den Abschn. 18, da steht:

"Eine weitere Möglichkeit, sich als dankbar zu erweisen, besteht in der Unterstützung des weltweiten theokratischen Bauprogramms. In vielen Ländern werden neue Königreichssäle gebaut ..."
Also es wird viel gebaut, die WTG hat deutliche Perspektiven für Zukunft noch in dieser Welt. Da braucht sie viel Geld, viel Spenden.
Ein vortreffliches Beispiel gab die arme Witwe aus dem Lukasevangelium. Das steht auf Seite 12 und außerdem noch im Abschritt 20, daß Jehovas Zeugen mit ihrer Wachtturnorganisaticn die Organisation Jehovas sind und wer ihr etwas spendet, Jehova spendet.
Na wenn diese Reklame nicht zieht! Dann zieht gar nichts mehr.
Aber einsn wichtigen Bibelvers, der zu diesem "begeisternden" Wachtturmartikel unbedingt dazugehört, damit Zeugen Jehovas ausgeglichen bleiben, zitiert jetzt die CV noch, und zwar Jer. 29: 5-7.
Wir wünschen viel Spaß beim Studium!

STUDIENARTIKEL: "Jehova ist mein Hirte"
Aber wichtiger sind die Unterhirten, die liebevollen Altesten in den Versammlungen lehrt Abschnitt 3 und 9, daß die Organisation tatsächlich leitet und unterweist. Abschnitt 10 warnt, Schmach auf den Namen Jehovas zu bringen. Aber fragt man sich, hat nicht die Organisation selbst schon Schmach auf den Namen Jehovas gebracht, durch ihre häufigen Fehlinterpretationen der Bibel in seinem Namen? Irgend etwas stimmt doch nicht in den Köpfen der Wachtturmschreiber, muß man sich unwillkürlich sagen. Wenn man diesen ganzen Pflichtartikel so studiert, soll der ganze 23. Psalm tatsächlich nur des Wachtturms wegen geschrieben worden sein? Sollte Jehova wirklich die Ältesten in den Versammlungen be auftragt haben, die Versammlungen vor geistigen. Räubern zu schützen, z. B. vor Abtrünnigen, wie Abschnitt 14 es lehrt. Da wären sie doch gewaltig überfordert, denn sie können nicht in's Herz sehen. Mit einem Satz nur kann man die Kommentare zu diesem ach so bestaunenswerten wie beklagenswerten Artikels beenden:
Schade für das schöne Papier, worauf alles gedruckt wurde!
-J. M.-

WACHTTURM NUMMER 14/1988
STUDIENARTIKEL:
Laß nicht nach, das zu tun, was vortrefflich ist
Müßiggang und Gleichgültigkeit unter den Nationen färbt offenbar zunehmend auch auf die innere Einstellung zum "Jünger-machen", vieler Zeugen Jehovas in aller Welt, ab.
Die Interpretation dieser Entwicklung wird durch die WTG aber raffiniert in das "positive" Gegenteil verkehrt, was durch mathematische Zahlenspielereien beeindruckend belegt werden soll.
"Über 3.000.000 Königreichsverkündiger sind jetzt in 210 Ländern und Inselgebieten tätig",
läßt man pauschal verlautbaren.

Genauer wird man mit der Zahl der Neugetauften, nämlich 1.246.204 in den letzten sieben Jahren (!). Rein optisch also fast eine Verdoppelung, allein durch Neugetaufte, deren Ohr und Herz in dieser Zeitspanne "empfänglich" gemacht wurde ..., das Wort Jehovas, aus dem Munde der WTG, hinzunehmen.
Zwangsläufig ergeben sich nun gewisse Probleme, zu denen der Verkündiger die "richtige Einstellung", bewahren sollte, insbesondere auch dann, wenn man sein betreffendes Gebiet schon mehrfach nach denen durchforscht hat, die für die Botschaft "empfänglich" scheinen.
Selbst den "Schwerhörigen" soll unerbittlich verkündet werden, denn es könnte ja sein, daß steter Tropfen den Stein doch höhlt ...?!?!

Hierzu kann man nun Matthäus 13:14 und 15 pflichtgemäß nachlesen, doch sollte man im selben Kapitel Vers 18-23 tunlichst ignorieren! Andernfalls käme man nämlich dahinter, daß denen "unter Dornen gesäten" keine Frucht bescheret sein kann ..., was in der Tat für viele Verkündiger entmutigend ist.
Warum also diesem biblischen Hinweis zuwider handeln, mag sich mancher aufrichtige Zeuge Jehovas fragen, ja, kann man mit dieser offenbar "vergeudeten Zeit" nicht etwas Sinnvolleres, anfangen? Ein paar Stunden mehr für die Familie, etwas mehr Zeit zum intensiveren Studium der Bibel, etwas mehr Zeit für sich allein ... zum Denken, oder auch zum Nachprüfen?!?
Aber genau dem soll und muß Einhalt geboten werden, soll Müßiggang und Gleichgültigkeit nicht noch weiter um sich greifen, als dies ohnehin schon der Fall ist!

Nun, die gewählten Begriffe Müßiggang und Gleichgültigkeit entsprechen dem Vokabular der WTG und sollen den wahren Sachverhalt lediglich verschleiern. Die Wirklichkeit sieht man in der WTG sehr genau und man fürchtet sich vor ihr!
Aufbruch und Hoffnung unter den Nationen zwingen die WTG in der Tat dazu, diese Gedanken unter ihren Jüngern durch noch eklatanteren Zeitdruck, das natürliche Fundament zu entziehen.
Nur aus diesem Grunde wird verständlich, warum - sich den biblischen Hinweisen (Matth. 13:18-23) widersetzend - das Zeugnisgeben auch, in schon zig-fach durchpflügten Gebieten, um jeden Preis zu aktivieren ist. Daß dabei die älteren Zeugen nicht ausgespart werden, verdeutlicht die Bebilderung des WT 14/88 mehrfach. Daß es schließlich um mehr geht, als um den Auftrag Jesu, im Namen Jehovas Jünger zu machen, um die Frohe Botschaft zu verkünden, wird in diesem Lehrstück auch nicht verschwiegen.

Eine "nichtentmutigte" Schwester aus Kanada vollbrachte in Beherzigung von Galater 6:9 das Kunststück, in einer gewissen Zeit 430 Bücher und Bibeln sowie 2015 Zeitschriften "zurückzulassen"!!!
Für wahr, ein vortreffliches Ergebnis christlicher Nächstenliebe! Ein "Gotteslästerer", wer hierbei die Preisliste für diese Schriften zur Diskussion stellen würde!
Als Christ jedoch sollte man bei Galater 6:9 nicht abbrechen, sondern weiterlesen. In Vers 10 heißt es nämlich:
"In der Tat, laßt uns denn, solange wir günstige Zeit dafür haben, gegenüber allen das Gute wirken, besonders aber gegenüber denen, die (uns) im Glauben verwandt sind." (NW-Übersetzung)
Es ist jetzt günstige Zeit, uns selbst im Glauben Gutes zu tun.
—H.J..H.—

HALTE DIR DEN SPIEGEL VOR'S GESICHT
"Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!", so lesen wir in einem Psalm König Davids; einem Psalm, der mit der Verheißung endet, "dort hat Jahwe den Segen verordnet. Leben bis in Ewigkeit." (Psalm 133, 1.3)
Da Eintracht eine so große Verheißung in sich birgt, tun wir gut daran, einem solchen Wandel ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Im Synonymwörterbuch finden wir genügend sinnverwandte Ausdrücke zum Stichwort "Eintracht", so z. B.: Harmonie; Friede; einhellig; in einem guten Verhältnis (miteinander leben). Sie alle weisen auf die Notwendigkeit hin, in Liebe nicht allein auf das Eigene bedacht zu sein, sondern sich auch der Bedürfnisse anderer anzunehmen, - besonders wenn sie alt sind und sich nicht mehr selbst zu helfen wissen. (Philipper 2, 1-4)

Mit dem Beitrag "Christen müssen die Bedürfnisse der Älteren berücksichtigen" (15. Juli 1988), hält der Wachtturm in lobenswerter Weise allen seinen Lesern den "Spiegel" vor's Gesicht, denn nicht nur in Südafrika warten alte und betagte Menschen vergebens auf einen Besuch, auf ein freundliches Wort, auf Hilfe! Und wer immer es mit dem Helfen ernst meint, der muß nicht unbedingt in ein Gebiet ziehen, wo Hilfe not tut, denn Alte und Kranke, die der Hilfe bedürfen, die gibt es überall - auch in eurer Versammlung am Ort.
Der Apostel Johannes spricht alle an, die sich gern mit dem Etikett "Christlich" schmücken und ermahnt:
"Kindlein, laßt uns lieben, nicht mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit." (1. Johannes 3,18)
Ihr Ältesten solltet gerade hier mit gutem Beispiel vorangehen, seid ihr es doch, die der Apostel Petrus in besonderer Weise anspricht:

"Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet." (1. Petrus 5,2.3)
Leider viel zu oft kam aber statt der erbetenen Hilfe aus eurem Mund ein Gott und Christus entehrendes;

WIR SIND KEINE DIENSTLEISTUNGSEINRICHTUNG!
Freilich, einen solchen Dienst an den "Geringsten" eurer Versammlung könnt ihr nicht in Stunden und Nachbesuchen abrechnen, aber zählt so etwas denn überhaupt bei Gott?
Der Bericht wohl kaum, denn euer Dienst bleibt ihm ja nicht verborgen. Was vor Gott zählt, ist, wenn ihr denen Liebe erweist, die sich selbst nicht mehr behelfen können. So nachzulesen in Jakobus 1,2.7; 2,15-17, denn ein "Glaube, wenn er keine Werke hat, (ist) in sich selbst tot."

Wer nun aber meint, nur jene in den Kreis seiner Liebe einbinden zu können, die mit ihm gleichen Glaubens sind, der verleugnet unseren Herrn, der für ALLE auf Golgatha gestorben ist. Hören wir seine Worte aus der Bergpredigt, die in Lukas 6:32.33.36 aufgezeichnet sind:
"Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Denn selbst die Sünder lieben die, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, zu welchem Verdienst gereicht euch dies in Wirklichkeit? Selbst die Sünder tun dasselbe. Fahrt fort, barmherzig zu werden, wie euer Vater barmherzig ist."

Noch ein Wort aus der Sprüchen. In Kapitel 19,17 lesen wir:
"Wer dem Geringsten Gunst erweist, leiht Jahwe, und ER wird ihm sein Tun vergelten."
Ein solch Geringer war auch jener, der unter die Räuber gefallen war und von dem Samariter gepflegt und versorgt wurde.
Jesus erteilte mit diesem Gleichnis nicht nur dem Gesetzeskundigen seiner Tage eine Lektion in Sachen Nächstenliebe, sondern auch all denen heute, die glauben, mit dem Hinweis auf "geistiges Heilen", sich ihrer Christenpflicht dem Andersglaubenden gegenüber entziehen zu können!
(Lukas 10, 25-37)
Ein solches Handeln aber verstößt ganz offensichtlich gegen Geist und Buchstaben der Schrift, und die so handeln, sollten aufmerken, wenn Jesus sagt:
"Warum denn nennt ihr mich .'Herr! Herr!, tut aber die Dinge nicht die ich sage?" (Lukas 6,46)

Liebe Brüder und Schwestern, den "Spiegel" hat euch die WTG vorgehalten, und sie tat das sicher nicht ohne Grund. Ihr solltet euch also seiner bedienen, zum Segen der Älteren und Bedürftigen in euren Versammlungen. Aber auch, damit ihr weiterhin in Eintracht beieinander wohnen könnt und Erben der Verheißung werdet.
Unser Teil war es, den "Spiegel" ein wenig zu putzen, damit ihr ein klareres Bild von euch und eurer Verantwortung allen Menschen gegenüber gewinnen möget, um nicht als vergebliche Hörer, sondern als Täter des Wortes vor unserem Herrn zu bestehen.
(Jakobus l , 22- 25)
-R.I.H.-

WAS IST UND WAS WILL
DIE "CHRISTLICHE VERANTWORTUNG"
ERFAHRUNGEN VON MEHR ALS 30 JAHREN Entstehung der CV - Notwendigkeit des Auftretens gegen die WTG - grundsätzliche Erkenntnisse über die WTG - Auftreten gegen eine Organisation, nicht gegen den Glauben.
... HABEN BRÜDER UND SCHWESTERN ZUSAMMENGEFÜHRT
Über die Zusammenarbeit von ehemaligen Zeugen in der CV-Studiengruppe.
... UM GEGEN DEN "FALSCHEN PROPHETEN" ZU FELDE ZU ZIEHEN . . .
Über die gefährlichen, bibel- und menschenfeindlichen Praktiken der WTG.
... UND ALLEN ZU HELFEN, DIE EINEN NEUEN UND BESSEREN WEG SUCHEN ...
CV als Zwischenstation zwischen WTG und der Hinwendung zu einem neuen festen Glauben - Auffang und Halt für alle ZJ -Hilfe und Rat, damit keiner sich einsam und verlassen fühlt.

SEKTIERERTUM
Sektierertum überführt und überlebt sich über kurz oder lang von selbst. Und von den Anhängern der Sektenlehren kann gesagt werden, daß sie sich gegenüber Gott und Jesus Christus in einer unhaltbaren Stellung befinden.
Daran ändert auch persönliche Ehrlichkeit und Güte nichts, weil das, woran sie "ehrlich glauben", mit Gottes Wort unvereinbar ist. Die Interpretation eigener Überlegungen als "Offenbarungen Gottes" muß als eine Form der Sünde erkannt werden, damit sich jemand von dieser Einstellung trennen kann. Damit wäre dann die Sünde kein Bestandteil mehr der eigenen Persönlichkeit, wenn auch das einmal Geschehene weiterhin negative Folgen für sich selbst und andere haben mag.

Wer seiner Sünde gegenübertreten kann, indem er sie benennt und bekennt, kann sie natürlich damit nicht ungeschehen machen, aber sie kann ihm nun von Gott vergeben werden, und damit hört sie auf, als Ballast zu wirken, der uns daran hindert, dem heiligen, dreieinigen Gott entgegenzugehen.
Wenn ich nicht bekenne, "hätschele" ich meine Sünde, und sie bleibt ein integrierter Teil meiner Persönlichkeit. Schließlich wird sie dominieren und "in mir herrschen zum Tode".
Es wird aber immer wieder Menschen geben, die sich aus ihrer Stellung gegen Gott, die sich aus persönlicher Eitelkeit ergab, lösen möchten. Es ist mein Wunsch, mitzuhelfen, diesen zu helfen. Dazu beizutragen, daß sie zu der Erkenntnis kommen, daß man mit der Lehre der Sekte nicht "selig werden" kann, ja, mehr noch, daß das Beharren auf dieser Lehre ein
unüberwindbares Hindernis auf dem Wege zu Gott ist.
Es ist für die Menschen, die noch umkehren können und es auch wollen, durchschaubar zu machen, wie schwankend sich alles das erwiesen hat, was im Lauf von über Einhundert Jahren, in NUR reichlich Hundert Jahren!!! als "Licht aus dem Tempel Jehovas" offeriert worden ist ...

Was ich fragen möchte ist:
Seht den Dingen ins Auge. Solange jemand dazu fähig ist, ist noch nichts verloren. Nur Sensationshascherei ist die Ursache für die sich widersprechenden Sektenlehren, nicht Gottes Wunsch, daß allen Menschen geholfen werde. Vertraut auf Gottes tragfähige Barmherzigkeit, sie macht .uns leicht, denn sie befreit und entledigt, uns von drückender Last. (Matth. 11:2-30. EU)
-H.G.-

ZUCHT, DIE EINE FRIEDSAME FRUCHT EINTRAGEN KANN
So hieß ein Studienartikel im WT 8/88, der zu entsprechender kritischer Stellungnahme geradezu provoziert. Die Wachtturmgesellschaft, oder genauer, ihre leitende Körperschaft, die ja für alle ihre Veröffentlichungen verantwortlich zeichnet, kann es doch nicht bleiben lassen, dauernd ihre sog Abtrünnigen schlechtzumachen und vor ihnen zu warnen. Angeblich geht es ihr um die "geistige Reinheit" in der Organisation. Doch was versteht sie unter „geistiger Reinheit"? Bestimmt nicht das was wir!

Aufmerksame Studierer der Wachttürme haben längst begriffen, daß Wachtturmlehren nicht unbedingt immer auch Bibellehren sind; ja oft sind sie der Bibel geradezu entgegengesetzt!
Zum Beispiel gebietet "Gott, Vater und Mutter zu ehren, und der Apostel Paulus verlangt, daß gläubige Christen für ihre verwandten Angehörigen sorgen, wenn es nötig ist. Doch der Wachtturm lehrt gebieterisch, Vater und Mutter zu verachten, falls die sich von der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas wieder zurückziehen sollten, sog. Abtrünnige werden sollten.

Nicht mal Enkeln soll man mehr erlauben, Kontakt zu ihren Großeltern zu haben. Angeblich will man auf diese Weise Abtrünnige veranlaßen wieder in die Gemeinschaft zurückzukehren als reuige Sünder natürlich! So zu handeln ist ja eine glatte Erpressung.
Ja wissen denn nicht: die Herren in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas - denn Brüder kann man die wohl kaum noch nennen, daß in der Bibel geschrieben steht, daß Erpresser keineswegs in dass Reich Gottes eingehen werden? Glänzend verstanden die es zwar Jesu Worte zu gebrauchen - oder auch zu - mißbrauchen, wie man's nimmt -, daß Jesus gekommen ist Familien zu entzweien, aber sie vergaßen, daß er auch unmißverständlich deutlich sagte, er sei gekommen die Menschen zu retten und nicht zu verdammen.

Es kann somit nicht dringend genug empfohlen werden, daß die, die die Studienartikel für den Wachtturm schreiben, doch zuerst selbst die ganze Bibel durchlesen, statt vielleicht nur in Konkordanzen entsprechende Bibelstellen nur für ihre eigenen Gedanken zu suchen. Ganz nebenbei würden sie dann auch geschrieben finden, daß Jesus sagte: was habt ihr denn schon Besonderes getan, wenn ihr nur die grüßt die auch euch grüßen? das tun die Heiden und Zöllner auch!
Und doch, im krassen Gegensatz zu den Worten Jesu, lehrt der Wachtturm nicht zu grüßen, also noch schlimmer zu sein wie Heiden und Zöllner Hier muß wieder der Apostel Johannes herhalten, denn er schrieb, die nicht in's Haus aufzunehmen und zu grüßen, die die Lehre der Apostel verdrehen.

Nun gibt es aber gegenwärtig Fälle - und das sicher nicht wenige - wo manche, nachdem sie Zeuge Jehovas geworden waren, diese Gemeinschaft wieder verlassen, weil sie sich aus Gewissensgrunden darin nicht mehr wohl fühlen, weil sie z.B. beim Gedächtnisabendmahl nicht vom Brot und Wein genießen dürfen. Würden sie es trotzdem tun, dann würde man sie ausschließen, also gehen sie lieber selber, so wie sie gekommen sind freiwillig!

Aber sie trifft, jetzt ein hartes Schicksal: Niemand von Zeugen Jehovas, darf sie mehr grüßen, auch nicht die eigenen Kinder noch Enkel! Sie sind ja jetzt Abtrünnige, haben den Glauben an Gott verleugnet, sind reuelose Sünder. So lehrt der Wachtturm, dies ist sein Geist, den er in die Welt schickt! Er sagt: "Was Wahrheit ist, bestimmen wir! Unsere Anordnungen sind Gottes Anordnungen! Wir und Jehova sind eins!"
Welche Perversion menschlichen Denkens hier doch zutage tritt, ist bei der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas doch eingekehrt! Es ist schrecklich und tragisch zugleich. Wie wollen die Gott lieben, wo sie doch ihre Brüder hassen!

Darf denn keiner mehr unter Zeugen Jehovas gemäß seinem Gewissen handeln und z. B. alles prüfen, was der Wachtturm lehrt, ob so auch in der Schrift geschrieben steht und dann entsprechende eigene Konsequenzen ziehen?
Dummerweise gab es einige sog. Abtrünnige in den USA, die sich an die Gerichte wandten und die WTG wegen seelischer Grausamkeit verklagten, aber - wie konnte es auch anders sein - sie bekamen nicht recht; die WTG bekam recht! Auch dies alles steht in diesem Studienartikel! Die Bibel alleine genügt eben der 'Wachtturm-Organisation nicht mehr, um ihr eigenes Lehrgebäude zu stützen Was soll man zu all dem bloß noch sagen? Man kann nur ausrufen:
HERR, VERGIB IHNEN, DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE SCHREIBEN!

PORTRAT EINES „ÄLTESTEN"
Viele Jahre dient er nun schon seiner Wachtturm-Gsellschaft. Seine Studiengruppe hat er im Griff. Alle spuren und wagen nicht ihn und seine Handlungsweisen zu kritisieren. Die, die es wagen sollten, müßten da mit Gemeinschaftsentzug rechnen. Es ist seine persönliche Studiengruppe!
Wer ist nun dieser Studiengruppenleiter, der da so selbstherrlich seine Zeugen Jehovas regiert?
Er ist schon älter und verheiratet. Seine Frau, eine ehemalige Lehrerin, wurde nach ihrer Meinung schon seit Jahren nicht mehr gefragt. Ihr ehemaliges geistiges Engagement an gesellschaftlichen Prozessen mußte sie aufgeben. Er duldete es nicht.

Die Ehe ist kinderlos.
Er arbeitet als Uhrmacher in einem Dienstleistungskombinat. Seine betrieblichen Aufgaben erledigt er nebenbei und verbindet sie immer mit seinen Aufgaben als Studienleiter. Auch seine Dienstreisen, z. B. nach Osterburg, Merseburg u. a. Städten, benutzt er zu seiner Zeugenarbeit. Er lehnt Jede betriebliche Verantwortung ab, da sie ja zu Lasten der "Organisation" geht. Die Leistung von Überstunden wird von ihm als Frevel am Glauben bezeichnet. Andererseits begrüßt er alles, was seine Brüder unternehmen, um vom Staat zu bekommen, was zu bekommen ist.
Seine Doppelgesichtigkeit geht aber noch weiter:
Von seinen Zeugen verlangt er, kein Geburtstag zu feiern. Er selbst aber stellte einen Besuchsantrag zu seinem Bruder in der BRD, um mit ihm seinen 50. Geburtstag zu feiern.

Er predigt die totale Unterwerfung unter die Organisation. Selbst aber betätigt er sich als "Prophet" und prophezeite 1985 die Vernichtung der Menschheit durch AIDS.
Er ist bekannt dafür, anfällig zu sein für weibliche Reize. Seine Frau aber weist er streng zurecht, wenn sie einmal . ihren Rock über die Knie zieht.
Er läßt sich gerne von Brüdern und Schwestern einladen und auch bewirten. Selbst aber bietet er seinen Besuchern kaum etwas an.
Ohne Skrupel läßt er sich von den Brüdern und Schwestern Hilfsdienste leisten wie z. B. Kräutersammeln, Ausrichten von Essen, Wochenendaufenthalte auf Datschen, sich von seinen Brüdern mit dem PKW fahren lassen (auch weite Strecken) usw. Alles selbstverständlich, ohne auch nur einen Pfennig dafür zu bezahlen. Sie sollten doch glücklich sein, ihm dienen zu dürfen.

Allen jüngeren Brüdern und Schwestern empfiehlt er, sich keine Kinder anzuschaffen. Kinder beeinträchtigten doch die Arbeit für die Organisation.
Er duldet auch, daß Kinder geschlagen .werden, denn sie brauchen ja, seiner Meinung nach, auch Schläge zu ihrer Erziehung.
Die Studientermine verlegt er willkürlieh. Gründe dafür nennt er nicht. Auf die Bitten aus der Studiengruppen, doch Rücksicht zu nehmen, reagiert er nicht.
Schwestern, deren Ehemänner keine Zeugen Jehovas sind, werden, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, zu Wochenenden eingesetzt. Familiäre Zwangssituationen bleiben, dadurch nicht aus.
In unsinnigster Weise werden die Versammlungsorte verlegt. Das Gedächtnismahl wurde ebenfalls ständig bei anderen gefeiert. 1986 sogar morgens um 5 Uhr.

Angeblich diente das alles der Konspiration. In Wirklichkeit aber war es reine Schikane. Besonders schlimm bei ihm ist seine "Hochstapler"-Art:
Einen Königreichssaal wollte er bauen. Als Untergrundkämpfer, mit konspirativen Ersatzmann für ihn, möchte er gerne erscheinen.
Bei seinen Schilderungen der Auseinandersetzungen mit den Staatsorganen - ist er immer der Riese, der vor Zwergen sitzt und der aus jeder Diskussion als Sieger hervorgeht.
Die Kasse der "Guten Hoffnung" verwahrt er natürlich auch, aber Rechenschaft darüber gibt er keinem.

So gäbe es noch viel über ihn zu berichten. Sicherlich hat er auch gute Seiten, aber gezeigt hat er sie bisher leider noch nicht.
Schade, es gibt so viele ehrliche und aufrichtige Zeugen Jehovas und sicherlich auch "Älteste". Die "Organisation" ist aber leider nie bereit, schlechte Hirten abzulösen, denn auf sie kann sie sich immer verlassen, denn sie befolgen bedingungslos alle Befehle.
Sollte nun einer, der dieses gelesen hat, meinen, so einen Studienleitejf. gibt.es nicht bei, den, Zeugen Jehovas, dann muß ich ihm sagen: ES GIBT IHN!
Dieser Bruder G. wohnt und waltet in einer Kreisstadt im Bezirk Potsdam.
- eingesandt -

HAST DU DAS GEWUSST?
Das weltweite Werk der WTG im Spiegel der Zahlen (II)
Etwa 60 % gingen von der WTG. Kann man da von einem kleinen Prozentsatz sprechen?
Wir fragen: Warum gingen sie?
Wohin gingen sie?
Was tun sie jetzt nachdem ihre Glaubensfähigkeit angeschlagen ist?
Wer kommt für entstandenen sozialen Schaden auf? .
Wer vermag diesen Menschen zum wahren christlichen Glauben zu verhelfen?
Den Schaden, der durch den Dogmatismus dieser Organisation schon entstanden ist, wissen die Betroffenen sehr wohl zu bestätigen. Wir zitieren hier auszugsweise einen Psychiatrischen Bericht aus dem SOCIAL KOMPASS 1977/1

Es heißt dort (u. a.)
"Es gibt zur Zeit wenig psychologische Studien übör die genaue Rate von Geisteskranken bei denZeugen Jehovas.
Eine der Neuesten ist von Spencer 1975 geschrieben. Spencer untersuchte von 1971 bis 1973 etwa 7046 Patientenaufnahmen aller Westaustralischen psychiatrischen Kliniken. Die Statistik stellt 1068469 Personen aus der Bevölkerung den 4000 Zeugen Jehovas in diesem Gebiet gegenüber.

GEISTESKRANKHEITEN
unter der Bevölkerung 2.54 zu 1000
unter den Zeugen 4.17 zu 1000
SCHIZOPHRENIE
Unter der Bevölkerung 0,38 zu1000
unter den Zeugen 1,40 zu1000
NEUROTISCHE TESTS
Unter der Bevölkerung 0,39 zu 1000
unter den Zeugen 0.76 zu 1000
SCHIZOPHENIE UND PARANOIA
Ist bei Jugendlichen unter den Zeugen Jehovas 4mal höher
Als unter der Bevölkerung."
Der Schreiber des Berichtes hat mit einer großen Anzahl Zeugen Jehovas zusammen gearbeitet, die psychotisch waren, unter harter Depression litten und sogar Gehirnschädigungen davon getragen hatten. Die WT-Gesellschaft. sieht es nicht gern, daß von ihren Mitgliedern psychiatrische Krankenhäuser oder Ärzte aufgesucht werden ...
-E. Brüning, Meran-

ERSTAUNLICHES
ZEUGE JEHOVAS EMPFIEHLT DEN KREIS "FREIER BRÜDER"
Als im Herbst 1987 die zwei Treffen des Kreises Freier Brüder in einigen Versammlungen der Zeugen Jehovas rege und beunruhigende Warnungen auslösten, wurde ein verantwortlicher Bruder des Kreises freier Brüder, der Bruder Joachim W., in Hamburg von einem aktiven Zeugen Jehovas angesprochen. Der Zeuge war daran interessiert, zu erfahren, was der Kreis freier Brüder tut und was er bezwecken will.

Als Bruder W. ihm sagte, daß sie in erster Linie für Enttäuschte und auch für solche, die einen Fehltritt begangen haben und diesen bereuen, eine Hilfe sein wollen, da sagte der Zeuge Jehovas: Warum seid ihr denn so wenigen bekannt? Wenn dies der Bruder, der sich erhängt hat, aus der Schellingstraße gewußt hätte, so hatte er sich an euch wenden können und hätte keinen Selbstmord begehen brauchen, denn ihr hättet ihm doch vom Selbstmord abgeraten und eure Gemeinschaft angeboten. Ich meine, daß Rauchen noch keine so große Sünde ist.

Als Bruder W. dem Zeuge Jehovas das Traktat mit dem Titel „Das Angebot einer Alternative" gab, sagte der Zeuge:
Dies sollte doch an jeden unserer Brüder gegeben werden, denn wenn einer mal Probleme hat, so weiß er, an wen, er sich wenden kann.
Bruder W. machte den Vorschlag, daß der Zeuge ihm einige Adressen solcher Zeugen geben soll, die seiner Meinung nach ein Traktat bekommen sollen.
Etwa zwei Wochen später machte dieser Zeuge Jehovas diesen Vorschlag wahr und übergab einige Anschriften dem Bruder.
-H.W.-

AKTUELLES IN KÜRZE
BEZIRKSKONGRESS DER WTG 1988 IN HAMBURG
Vor den Toren des Volksparkstadions in Hamburg herrschte großer Betrieb. In diesem; Betrieb verteilten 4 Brüder (ehemalige Zeugen Jehovas) ihre Traktate an die Zeugen Jehovas, die zum Kongreß eilten; unter ihnen auch der Bruder Joachim W. 2 Traktate zusamengelegt und 2mal gefaltet. Über 700 solcher Traktate haben sie an die Kongreßbesucher abgegeben.

Einer der Brüder berichtete, daß jeder zweite, der angesprochenen Zeugen Jehovas, die Traktate angenommen hat, trotz der Warnung der Aufseher.
Bruder W. berichtete, daß ihm 2 Zeugen gleich ihre Adresse gegeben hätten, um noch mehr Informationen zu bekommen. Bei ihm zu Hause klingelte dann laufend das Telefon. Viele Zeugen, die anriefen, taten das heimlich, denn ihre Ehepartner durften davon nichts wissen. Ein Zeuge, der schon 35 Jahre dabei ist; wollte vieles fragen, aber er mußte es heimlich tun, damit seine Frau nichts merkte.

In einem anderen Fall rief eine Frau am Sonntag (der letzte Kongreßtag) kurz vor 23 Uhr an. Sie sagte, daß sie mit ihrem Mann auf dem Weg ins Stadion die Traktate bekam. Ihr Mann versuchte gleich abends anzurufen, aber Bruder W. war nicht zu Hause. Dann wurde er ängstlich, zerriß die Traktate und warf sie weg.
Als er eingeschlafen war, konnte aber seine Frau noch aus den Fetzen die Telefonnummer erkennen und rief den Bruder W. an. Sie hatte so viele Fragen, daß dieses Telefonat mehr als 3 Stunden dauerte.
Es sind auch schon viele schriftliche Bestellungen eingegangen« Einige wollten das "Raymond Franz-Buch", andere weiteres Informationsmaterial.
Nun will und muß er sich einen Anrufbeantworter kaufen, denn die meisten Anrufer wollen anonym bleiben.
So hat sich ihr gemeinsamer Einsatz doch gelohnt und sie können sagen: Der Herr hat uns und unser Vorhaben gesegnet!
-H.W.-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
NEIN,- MEINE MIETE ZAHL ICH NICHT Karl-Marx-Stadt, Joh.- Seb.-Bach-Str. 24.
Es klingelt an der Wohnungstür - Niemand öffnete.
Die Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft Mitte/Nord mußten, hier eine gerichtlich erwirkte Zwangsräumung durchführen.
Der Grund: Roswitha hatte, trotz mehrfacher Aufforderungen, ihre Miete nicht; bezahlt. 2000 Mark Mietschulden hatte sie und dachte nicht daran, sie zu bezahlen.
Da niemand öffnete mußte man in Anwesenheit des ABV, die Tür mit leichter Gewalt öffnen, um die Räumung: durchführen zu können. Roswitha fing nun an zu zetern:
Sie habe jetzt keine Wohnung mehr und müßte in Zukunft auf der Straße leben.
Aber muß nun Roswitha auf der Straße leben? Mitnichten! Sie hat nämlich im schönen Thüringerland ihre Hauptwohnung.
Als man sie darauf hinwies, sagte sie:

Ich lebe dort; bei einem Bruder. Er ist Dachdecker und bei Reparaturarbeiten an seinem Haus vom Dach gestürzt. Er hat dadurch Schwierigkeiten beim Umbau. Deshalb kann er mir auch keine Unterkunft mehr gewähren. Er habe ihretwegen bisher schon in einem Zelt gewohnt. -
Soweit die Roswitha K. Aber wie soll es weitergehen mit ihr?
Da sie eine überzeugte Zeugin Jehovas ist, wird sie sich auch an ihre Brüder wenden. Die werden ihr sicherlich erst einmal sagen, daß sie durch ihr Tun die „Organisation" in ein schlechtes Licht gebracht hat und daß sie doch wissen müßte, daß man dem Cäsar geben müßte, was des Cäsars ist. Das werden sie ihr u.a. sagen und sie auffordern, Ordnung in ihr Leben zu bringen. Oder irre ich mich?
-H.W.-

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis 0,20 M; Jahresabonnement; 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952, Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe; Gera.

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