Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 231

Eine Spekulation der CV, die sich so nicht erfüllt hat, kann man in dieser Ausgabe lesen.

Die CV spekulierte darüber, wer wohl dem F W. Franz als WTG-Präsident nachfolgen würde. Heute weis man, es war der Milton G. Henschel.

Die CV hingegen spekulierte, es würde der Albert D. Schroeder sein. In diesem Kontext werden dann einige Biografische Daten zu besagtem Schroeder zusammen getragen, die so konzentriert, bislang andernorts nicht lesbar sind. Unter anderem der Aspekt, dass er als 26jähriger von den USA nach England gesandt wurde, als dortiger WTG-Zweigdiener. Letzteres ist ja die höchste WTG-Funktion in einem Lande. Und dann vergegenwärtige man sich, in welchem Alter in anderen Religionsgemeinschaften, dortige Funktionäre den höchsten Posten erreichen. Insofern ist ein 26jähriger auf solch einem Posten, schon ein Novum. Offenbar aber von Rutherford mit Bedacht so arrangiert. Als Antreiber gedacht!


CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 231 GERA OKTOBER 1988

DER MANN MIT DEN ZWEI GESICHTERN

R. Franz bricht sein Schweigen (20)

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN

Wir prüfen die WT Nr. 7 bis 9/1988

GEDANKEN ÜBER DIE "NEUE ERDE"

Idealbild der "neuen Welt"

ZWEI FRAGEN AN TAUFBEWERBER

WTG tauft in die "Organisation"

DIE LIEBE ALS FRUCHT DES GEISTES

Galather 15;22

AUS LEITENDEN WTG-KREISEN

WT-Jahrgänge 1966-1976 neu gedruckt

OKTOBERGEDANKEN

Gottes Macht ist Seine Liebe, und Seine Liebe ist Seine Macht

Alle Jahre zum Oktoberbeginn muß ich daran denken, welche Erwartungen für Jehovas Zeugen mit diesem Datum verbunden sind, und welchen Zauber es auch dreißig Jahre lang auf mich ausgeübt hat. Denn, so lautet die aus Brooklyn stammende "Erkenntnis", am ersten Oktober 1914 begann Jesus Christus im Himmel zu herrschen, während auf Erden die "Heidenzeiten", später als "Zeiten der Nationen" bezeichnet, endeten. So mehrten sich mit jeder Wiederkehr dieses ominösen Datums die Erwartungen der Zeugen. Die Hoffnungen wurden naturgemäß immer größer, je mehr Jahre vergangen waren. Nicht mehr lange, und der Herr würde kommen "inmitten seiner Zehntausende", er wird kommen und die "Kelter" treten, und aller Ungerechtigkeit auf der Erde wird er ein Ende machen. Kurz vor 1975 konnten viele erwartungsvolle Zeugen "es schon mit Händen greifen".

Menschen, die 1914 geboren wurden, sind nun, falls sie noch leben, vierundsiebzig Jahre alt!

Gerade war man in der WT-Zentrale zur "Erkenntnis" gelangt, daß Christus 1914 seine Herrschaft angetreten habe, begann auch schon ein Feldzug gegen alle jene, die dieser Auslegung nicht folgen wollten oder folgen konnten. Verbalinjurien wie '"Diener Satans", "Hure Babylon" waren die Wurfgeschosse, deren man sich bediente. Die Weigerung, mit den Lehren der Zeugen konform zu gehen, wurde gleichgesetzt mit der Feindschaft gegen Gott und seinen Gesalbten. Diesen "Feinden Gottes" wurde der Psalm 2 wie eine Kriegserklärung entgegengeschleudert. Die so konstruierte Feindschaft war der erste und Hauptgrund, weshalb nach Ansicht des WT die Nationen in Gottes Augen ohne Unterschied ihr ferneres Daseinsrecht verwirkt haben sollten. Ein anderer, nicht minder schwerwiegender Grund dafür sollte der sein, daß alle weltlichen Systeme unfähig gewesen wären, auf Erden Frieden und Gerechtigkeit, zu schaffen.

Welcher Zeuge hat im Rausche der Begeisterung jemals empfunden, daß gerade mit DIESEM "Argument" Gott lächerlich gemacht und in Grund und Boden verdammt wird?! Würde nicht Gott sündige, unvollkommene, fehlbare Menschen für etwas bestrafen, was ER selbst, der ewige, allermächtige, gerechte Gott selbst in nunmehr vierundsiebzig Jahren seiner Herrschaft durch Christus nicht willens oder nicht fähig war, zu vollbringen, wenn er es schon gewollt hätte? Gott müßte also schwachen Menschen weit mehr zutrauen und abverlangen als sich selbst, wenn er wirklich 1914 in der von Zu beschriebenen Weise zu herrschen begonnen hätte.

Als Gott in Jesus Christus Mensch wurde, entsprach; er so gar nicht dem Bild, das sich fromme Juden vom künftigen Messias gemacht hatten. Sie erwarteten die Wiederkehr eines Königs wie David oder Salomo in Herrlichkeit. Ähnliche Erwartungen gab es lange Zeit im Deutschen Volke, geknüpft an die Rückkehr Barbarossas, der, aus dem Kyffhäuser hervorbrechend, im Lande Ordnung schaffen sollte. In ähnlicher Weise wie vor Zweitausend Jahren die Juden, so wünschen sich JZ heute, einen König der alten Art, nur in größeren Dimensionen, der mit Brachialgewalt, mit Feuer und Schwert, die "Feinde" zerschmettert. Doch würde ein solches Vorgehen nicht eher von Gewalttätigkeit als von echter Macht zeugen? Wäre es in Übereinstimmung mit dem, was Er selbst gesagt hat, daß Sein Reich nicht von dieser Welt ist?! Er hat es wahrhaftig nicht nötig, sich mit Mitteln schwacher Menschen Respekt zu verschaffen!

Jesus wußte genau, daß derartige Erwartungen immer wieder gehegt werden würden, und daß Betrüger deshalb immer ein reiches Betätigungsfeld vorfinden würden. So, wie es "falsche Neros" gab, würde es auch falsche Christusse, Messiasse, falsche Könige des Himmels geben, die sich als Erlöser aufspielen würden. Nebenbei bemerkt, den Titel "Messias" trug in Israel jeder König. Nun gibt sich zwar die WTG nicht direkt selbst als Der Gesalbte aus, doch der, den sie als solchen verkündet, ist ein "Falscher Christus", weil er nichts mit dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus gemein hat, denn er spiegelt nichts wider von Seiner Liebe und Seinem Erbarmen. Dazu käme noch, daß dieser sogenannte Christus ein Versager wäre, wenn es ihm in vierundsiebzig Jahren der Herrschaft, wenn man dem "Kanal" Glauben schenken kann, nicht gelungen ist, im vom "Kanal" vorhergesagten Sinne erfolgreich zu sein. Und wie zum Hohn will der die relativ weniger erfolglosen Erdenmenschen vernichten. Aus Konkurrenzneid etwa?

Die WT-Sicht ist so falsch, wie sie nur sein kann. Sie entspricht in nichts den tatsächlichen Relationen, was sie als gottverhöhnendes Machwerk auch nicht kann. Jene Könige Israels, und wir wollen mal nur an die "besten" und berühmtesten denken, wie David und Salomo, sind doch eigentlich keine Vorbilder des künftigen, sondern seine Schatten! Er, den man erwartete, den nur das Auge des Glaubens schauen konnte, war das Ideal, das Vorbild für den noch unbekannten königlichen Herrscher. So ist ja auch der Himmel selbst nicht eine Weiterführung des Tempeldienstes, sondern der Tempel mit seinen Einrichtungen eine schattenhafte Darstellung des Himmels, mit unzulänglichen Mitteln. Alle Schattenbilder sind eine Manifestation der Hoffnung auf Dinge, die zu jener Zeit "noch kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat",

Erst jener Kommende würde König in des Wortes reinster und tiefster Bedeutung . sein, ausgestattet mit Macht und Herrlichkeit, mit Liebe und Güte. Als Er auf die Erde kam, stellte Er alles vom Kopf auf die Füße und lehrte: "Wer der Größte unter euch sein will, soll euer aller Diener sein." Jesus lebte nach Seiner eigenen Weisung. So zeigte Er in Wort und Tat, wie Seine Herrschaft beschaffen sein würde. -

II. in CV Nummer 232/1988.

-H. G.-

DER MANN MIT DEN ZWEI GESICHTERN

Raymond Franz bricht sein Schweigen (20)

Albert Schroeder der nächste Präsident der WTG?

Der jetzige WTG-Präsident Frederic William Franz würde am 12. September 1988 95 Jahre alt. Wer kommt nach ihm und was kommt nach ihm? So wird in der Organisation gefragt. Als Nachfolger im Gespräch ist mit an erster Stelle der "Gesalbte" Albert D. Schroeder, Mitglied der leitenden Körperschaft, 1911 in Saginaw/Michigan, USA, geboren, "1914" also schon 3 Jahre alt. Ehe wir aufzeigen, was von ihm als Präsident zu erwarten ist, wollen wir sehen, wie er sich selbst vorstellt.

DER "GESALBTE"

Auf Geheiß der Eltern besuchte er die lutherische Sonntagsschule, wurde aber nebenbei von der Großmutter, die sich den Bibelforschern angeschlossen hatte, vor allem anhand des Buches "Die Harfe Gottes" im WT-Glauben belehrt. So hat er noch an das erste WTG-Enddatum 1799 glauben müssen. 1928 besuchte er den ersten Kongreß in Detroit", wo er freudig der "öffentlichen Erklärung gegen Satan und für Jehova" zustimmte, womit die sinnlose Forderung an die "Obrigkeitlichen Gewalten" begann, ihre Macht abzutreten. Im September 1929 wurde er Student an der Universität Ann Abor von Michigan, um Sprachen, Ökonomie und Technik zu studieren.

Aus dieser Studienzeit berichtet er über Diskussionen sozialistischer, faschistischer, kommunistischer und demokratischer Regierungsformen. Er will dort Winston Churchill über Demokratie, Bertrand Russell über Pazifismus und Hjalmar Schacht über "Nationalsozialismus" gehört haben. Das habe ihn überzeugt, an die von der WTG verkündete messianische Regierung zu glauben. Am 15. Juni 1932 hat er sein Studium abgebrochen, um in den WTG-Pionierdienst zu gehen. Nach seiner Taufe am 24. Juli 1932 empfand er, zu den "Gesalbten" zu gehören, 21 Jahre alt.

Am 13. September 1932 schon holte Präsident Rutherford ihn ins Bethel Brooklyn. Er arbeitete zunächst in der Druckerei und in der Dienstabteilung. 1934 wurde er zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt, unter der Anklage, ohne Lizenz hausiert zu haben.

Als dann 1935 die irdischen "andere Schafe" proklamiert wurden, wurde er "Aufseher" einer solchen "Schafe"-Versammlung. ´

1937 schickte ihn Präsident Rutherford mit 26 Jahren als WTG-Zweigdiener nach London. Er wurde u. a. verpflichtet, "fest für die Verfahrensweise der Organisation einzutreten, Gehorsam zu leisten und nichts hinauszuzögern". Aus nur 200 Pionieren sollte er 1000 machen.

Als die USA am 8.12.41 in den 2C Weltkrieg eintraten, verlor er die Freistellung vom britischen Militärdienst als USA-Bürger und wurde von der britischen Regierung als unerwünschte Person erklärt und aufgefordert, das Land zu verlassen. Am 24.8.1942 kam er in Abschiebehaft, für eine Nacht. Das stellte er mit Bild großartig heraus, so daß man denkt, auch ein "Verfolgter". In den USA paßte er sich schnell den veränderten Lehren und Methoden unter Präsident Knorr an. 1956, mit 45 Jahren, heiratete er eine WTG-Missionarin0 Ab 1959 war er Unterweiser in der "Königreichsdienstschule" für Älteste. 1974 wurde er dann Mitglied der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT.

WENN ER WTG-PRÄSIDENT WIRD . ..

Was die WTG über Albert Schroeder veröffentlicht hat, ist im Grunde unkritische Schönfärberei. Raymond Franz hat ihn jahrelang in der LK persönlich erlebt. Wie hat er sich da wirklich benommen und verhalten? Aus den Enthüllungen von R. Franz folgende für die WTG-Zukunft wesentliche Punkte:

Vor allem gehört er mit Klein und Suiter zu der Gruppe in der LK, die nicht mehr an "1914" glaubt und dieses Datum durch 1957, Sputnik-Start, Beginn des Raumfahrtzeitalters, ersetzen wollte.

Er war es auch, der auf seinen Europa-Reisen abweichende Äußerungen über das bisherige Verständnis von "Generation" machte.

Schroeder berichtete auch, daß in der "Gilead"-Schule das Datum 1984 diskutiert wurde. Das hängt auch mit dem Zusammenbruch der 1914-Endzeit zusammen. 1984/94 sind nämlich nach Psalm 90:10 die 70/80 Jahre um, auf die man die WT-Endzeit höchstens ausdehnen kann, damit noch welche am Leben sind, um "niemals zu sterben", wie seit 1920 "Millionen" gepredigt wird. Schroeder versuchte in der LK auch, das bisherige Verbot des Wehrersatzdienstes zu ändern, kam damit jedoch nicht durch. Er war u. a. beauftragt gewesen, die WTG-Verhaltensweise in Mexiko zu untersuchen, wo die WTG erlaubt, Bestechungsgelder an Militärs zu zahlen, um eine Fälschung in die Personalpapiere zu bekommen, man habe die gesetzlichen Militär-Übungen geleistet. Werden die ganzen Opfer für die WTG in der Wehrdienstfrage sinnlos, wenn A. D. Schroeder WTG-Präsident wird?

Daß er ein Doppelspiel treibt, ist daran zu erkennen, daß er selbst grundlegende Veränderungen anstrebt, um die WTG vor ihrem "endzeitlichen" Zusammenbruch zu bewahren, sie weiter "anzupassen". Andererseits war er der entscheidende Mann der LK in den Ermittlungen gegen Raymond Franz in der LK, um ihn, der gleiches wollte, auszuschalten. Es ist nur folgerichtig, daß sein Vorgehen gegen ihn unehrlich und betrügerisch sein mußte, wie Raymond Franz es erschütternd darstellt.

Dem Alter nach, (77 Jahre), würde er noch für 10-15 Jahre WTG-Präsident sein können. Auch daß er sich als "Universitäts-Gebildeter" und "Verfolgter" herausstellt, könnte dies bedeuten. Und ein "Gesalbter" müßte es ohnehin sein. Auch 1914 hat er noch "erlebt"! Als 3jährig zwar, aber er hat! Und würde er es werden, dann müßte man mit seinen dargelegten Veränderungen rechnen. Und die wären in den Konsequenzen gewaltig, wie sich leicht erkennen läßt. Daß er in der LK bei den "demokratischen" Abstimmungen darüber, was jeweils "von Gott" zu sein hatte, zur Gruppe der Anpasser an die Mehrheit gehörte, wäre kein Hindernis.

Er ist andererseits ein großer Individualist und kann sehr autoritär auftreten. So leitete er z. B. die Vollsitzung der LK gegen Raymond Franz, um diesen aus der LK auszuschalten.

Schroeder gehörte auch zu der Gruppe, dem "Komitee der Fünf", die schließlich Präsident N. H. Knorr "stürzte" und 1975 der LK ein- bzw. unterordnete, wogegen sich Knorr mit den Worten gewehrt hatte, das würde "über meine Leiche gemacht werden".

Mit seinen Enthüllungen hilft Raymond V. Franz außerordentlich, das ganze WTG-Werk als bloßes Menschenwerk zu erkennen, . hier anhand des Falles Albert Schroeder.

-P.-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11

DER WACHTTÜRM

WIR PRÜFEN DIE WT NUMMER 7 BIS 9/1988

STUDIENARTIKEL: Jeremia, ein unbeliebter Verkündiger der Urteilssprüche Gottes

DIE Z3 UNTERM WT WIE JEREMIA? Die Betonung von ""unbeliebt" soll vom kritischen Nachdenken darüber abhalten, warum man unterm WT sich bei den Mitmenschen unbeliebt machen muß. Die religiöse WT-Intoleranz könnte sonst zum Bewußtsein kommen. Du sollst bei dem WT-Fanatismus bleiben, jeden Andersglaubenden und Andersdenkenden als vernichtungswürdig zu betrachten und hinzustellen.

Die nächste bibelentstellende theokratische Kriegslist ist, Jeremia an das "Ende des 20. Jahrhunderts" zu bringen. Dazu wird 1. Kor. 10:6,11 zitiert, "diese Dinge" seien "Vorbilder für uns ... auf welche die Enden der Systeme der Dinge gekommen sind". "Was sich in Israel und Juda ereignete", sei deshalb Beispiel, Vorbild, Parallele für heute. (Abs. 4,5)

Wir haben hier einen Brief des Paulus an die Korinther zu seiner Zeit vor uns und keinen Brief aus heutiger Zeit an die heutigen Zeugen Jehovas.

Das ist auch hier die erste "Täuschung der Herzen Argloser". durch den WT. Sodann spricht Paulus hier überhaupt nicht von Jeremia, sondern von Zeit und Ereignissen der Wüstenwanderung Israels, als es

überhaupt noch keinen Propheten Jeremia gab! So ist schon die mit diesem Artikel gelegte "Grundlage" für die nachfolgende Veremia-Verwendung eine Verfälschung.

Die Christenheit als Unterstützer der falschen Anbetung bloßgestellt

WER STELLT SICH HIER BLOSS?

Nehmen wir nur den angeblichen "neuzeitlichen Jeremia", die angebliche "neuzeitliche Jeremia-Klasse", womit man übrigens in die schon haarsträubenden "Klassen"-Konstruktionen unter Rutherford zurückfällt. Es heißt in diesem Sinne von den ZJ heute:

"Wie aus einem Munde prangern sie die falsche Religion öffentlich als eine Schlinge und einen Gimpelfang an und erfüllen so gemeinsam ihre Jeremia-Rolle". Dazu wird ein Bild gezeigt: WT-Zeugen von 1938 unter Rutherford u. a. mit Plakaton "Religion ist eine Schlinge und ein Gimpelfang", (S. 16)

Allein diese WT-Verkündigung von 1938 war selbst übelste falsche Anbetung! Prangerte die WTG da doch Religion insgesamt, generell und allgemein an! Auch alle wahre Religion, ohne zwischen wahrer und falscher Religion zu unterscheiden!

Erst 1951/53 wurden diese sinnlosen Diffamierungen aller anderen u. a. mit dem Buch "Was hat die Religion der Menschheit gebracht?11 öffentlich eingestellt! So stellt der WT sich selbst als jahrelangen Verbreiter falscher Anbetung bloß!

Gottes Urteilssprüche

müssen bekanntgemacht werden

... KOSTE ES, WAS ES WOLLE?

Werden die ZJ hier nun schon ins 110. Jahr des WT getrieben! - zu dem Lob einer südafrikanischen Zeitung über die Zeugen "im Reich des Holocaust" hier nur soviel:

Die ZJ waren damals keineswegs die alles überragende antifaschistische Widerstandsgruppe, wie der WT (Abs. 1) das hier zitiert. Die Juden z. B. mochten für die WT-Zeugen damals durchaus im Holocaust untergehen. Die Geschichte muß hier noch geschrieben werden.

Damit du "nicht mit Schrecken erfüllt" zurückweichst davor WTG-Kolporteur zu sein, wird dir dann unbarmherzig vor Augen gestellt, wie Terroristen irgendwo in Sri Lanka einen mutigen Zeugen niederschossen und töteten'.

Für die WTG zum Sterben bereit sein?

Aber da ist noch ein ungeheuerliches politisches Täuschungsmanöver. Nicht nur daß die ZJ als "der friedfertigste und gesetzestreueste Teil eines jeden Gemeinwesens" hingestellt werden (Abs. 5) - die Methoden der "theokratischen Kriegslist" widersprechen dem eindeutig, bis hin zu Geldschmuggel und Verfassungsbruch. - Auch die hier angegriffenen "politischen, kommerziellen und religiösen Elemente" werden Recht und Gesetz verletzend verleumdet. Denn sie sind nicht nur durch "Selbstsucht und Unaufrichtigkeit" geprägt. Willst du etwa behaupten, daß alle in unserem Land religiös und politisch tätigen Menschen das unaufrichtig tun? Da muß man dich entweder als Narr oder Verleumder behandeln.

Inhalt einer gesetzwidrigen öffentlichen Verleumdung ist es ja gerade, andere Menschen nur schlecht zu machen und ihre guten Seiten zu unterschlagen.

Lies im Strafgesetzbuch über Verleumdung nach! Es müßten noch viele Fragwürdigkeiten dieses Artikels genannt werden, doch es soll diesmal genug sein zum Nachdenken.

WACHTTURM NUMMER 8/1988

NEBENARTIKEL

Zucht, die eine friedsame Frucht eintragen kann

DER GEMEINSCHAFTSENTZUG

ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT

Jährlich werden ca. 30 000 bis 40 000 Personen aus den Reihen der Zeugen Jehovas ausgeschlossen. Die dabei von der WTG praktizierten Methoden stoßen auf das Unverständnis der breiten Öffentlichkeit. Auch viele Zeugen sind nicht bereit, die Weisungen ihrer leitenden Körperschaft zu befolgen.

Tatsächlich hat es die Brooklyner Zentrale schwer, die biblische Rechtmäßigkeit des Gemeinschaftsentzuges mit dessen Folgeerscheinungen zu erläutern.

Mit welchen Argumenten operiert die WTG?

L. WTG UNTERSCHLÄGT BIBELSTELLEN

Ausgeschlossene dürfen angeblich nicht mehr gegrüßt werden.

Als "biblischen Beweis" führt man 2. Johannes 9-11 an (S.27). Unterschlagen tut dabei die WTG aber den unbedingt im Zusammenhang stehenden Vers 7:

"Denn viele Verführer sind in die Welt

hinausgegangen, die nicht bekennen, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Wider-Christ." (Luther}

Es ging dem Johannes daher nicht um irgendeinen Sünder (z.B. um eine Person, die zur Zigarette greift). Seinen Gruß sollte man demjenigen versagen, der wider besseres Wissen Christus verleugnete. Ein himmelweiter Unterschied zu der zur Zeit von den Zeugen Jehovas geübten Praxis.

2. DIE BIBEL WIE EIN KARTENSPIEL GEMISCHT

"Nach der Hinrichtung war es .niemandem mehr möglich - selbst den Verwandten nicht -, mit dem Gesetzesbrecher zu sprechen." Eine mehr als banale Feststellung! Mit einem Toten kann man sich auch heute nicht mehr unterhalten.

Aber weiter: Es ist einfach historisch unzulässig, eine Hinrichtung, die auf den Gesetzen des Alten Testaments fußte, mit dem heutigen Gemeinschaftsentzug der Zeugen Jehovas zu vergleichen. Im 20. Jahrhundert haben die Gesetze des alten Bundes keine Gültigkeit mehr! Ein angebliches Sprechverbot mit einem Ausgeschlossenen findet auf dieser Grundlage also keine Bestätigung!

3. EIN MAULKORB FÜR KRITIKER

"Auch solche Personen zu meiden, die von sich aus die Gemeinschaft verlassen haben, ist für Christen ein Schutz vor möglicherweise kritischen oder verständnislosen Äußerungen oder vor irgendwelchen Ansichten Abtrünniger (Hebräer 12:15,16)."

(Seite 27)

Hier läßt die WTG "einen gucken". Das ist nämlich das, vor was sie sich am meisten fürchtet: Kritik!

Denn kritikwürdiges gibt es genug in ihren derzeitigen Lehren, in dem Verhalten vieler Ältester, in der Geschichte der Wachtturm-Gesellschaft. Dies mußte Brooklyn schon öfters zähneknirschend zugeben.. Trotzdem verbittet sich die WTG bei Androhung des Gemeinschaftsentzuges jede kritische Äußerung. Und nach dem Prinzip "Was ich nicht höre und sehe, gibt es auch nicht" verbietet die leitende Körperschaft ihren Untergebenen einfach den Kontakt mit Andersdenkenden.

4. DIE WAHREN AUSWIRKUNGEN DES GE

Die Meinung der WTG:

"Ausgeschlossene, die zu ihren ehemaligen Geschwistern keinen Kontakt mehr bekommen, besinnen sich eher, und kehren reumütig in die Arme der Zeugen Jehovas wieder zurück"

Daran ist tatsächlich etwas WAHRES. Einige halten diesem psychologischen. Druck nicht stand und ergeben sich wieder in das Schicksal eines Zeugen Jehovas.

Was dieser Wachtturm aber verschweigt:

Andere begehen Selbstmord oder müssen in psychiatrische Kliniken eingeliefert werden! Dies sind dann letztendlich die Folgen eines unmenschlichen WTG-Regimes und haben mit biblischer Nächstenliebe nichts gemein.

5. UNRECHTMÄSSIGE ANORDNUNGEN DER WTG

"Die Gemeinschaft ... völlig abzubrechen stellte unsere Loyalität gegenüber der Anordnung Jehovas auf die Probe " (26)

Stellen wir abschließend dazu fest:

Es gibt keine Anordnung Jehovas, die fordert, relativ geringfügige Vergehen mit dem Gemeinschaftsentzug zu ahnden. Es gibt, erst recht keine Anordnung Jehovas, die verbietet, menschliche Organisationen (und um eine solche handelt es sich bei der WTG!) zu kritisieren. Geschweige denn, Menschen, die kritisieren, auszuschließen. Und wenn dies doch geschieht, gibt es keine Anordnung Jehovas, solche Menschen nicht mehr zu grüßen. Es gibt nur diesbezügliche Anordnungen der WTG.

Sie aber ist im Unrecht!

-Gerd Rhode-

WACHTTURM NUMMER 9/1988

Erfolg bei der Kindererziehung - Wie?

Wer wünscht sich nicht Erfolg in der Kindererziehung! Dabei geht es doch bestenfalls um eine WT-gemäße Kindererziehung. Was im Blickfang verschwiegen wird.

Kommen wir zu den wichtigsten Unwahrheiten in diesem Artikel. Paulus wird mit 2. Tim. 3:1-5 zitiert, er habe da "über unsere Tage" heute geschrieben. Nein. Er schrieb an die Korinther damals, in seinen Tagen. Die Endzeit begann nämlich damals, nicht 1799, 1874 und 1914, wie die WTG bisher ausgelegt hat. (1. Kor. 10:11)

Sodann gibt es grobe politische Verfälschungen:

"Der heutigen Gesellschaft fehlt es auch an der Charakterstärke ..."

"... einer sozialen Umwelt gegenüber, die die Werte ablehnt, die sie ihren Kindern vermitteln möchten".

"In der Vergangenheit konnten sie auf die Hilfe der Schule zählen ... Das ist jetzt nicht mehr der Fall."

Das mag alles auf die USA weitgehend zutreffen, darüber wollen wir nicht streiten. Unsere Gesellschaftsordnung hier ist jedenfalls nicht ohne Charakterstärke, um Kinder "auf ein verantwortungsbewußtes Erwachsenendasein in der richtigen Weise" vorzubereiten.

Und die soziale Umwelt bei uns lehnt auch keineswegs christliche Werte ab.

Schließlich beweist jede Elternversammlung in der Schule, wie jeder auf die Hilfe der Schule rechnen kann, allerdings nicht für die WT-Verleumdungspolitik.

Auch die Verallgemeinerung des Drogenproblems in den USA-Schulen ist eine Verfälschung der Gesamtlage.

Auch auf "Großeltern und andere Verwandte" können Eltern bei uns zählen, entgegen dieser WT-Darstellung.

Nein, solche WT-Artikel müssen zurückgewiesen werden. Das ist ein höchst verantwortungsloser Journalismus, muß man dem WT-Redakteur Günter Künz in Selters hinters Ohr schreiben. Hier wird ja eine ganze Gesellschaft, ein ganzes Volk verleumdet. So schürt ihr mit dem WT überall Streit. (Sprüche 26:20 NW) -

STUDIENARTIKEL; Die Herausforderung, in seine Fußstapfen zu treten

Ein Volk, das in Jesu Fußstapfen wandelt;

FUSSTAPFENNACHFOLGER? TEMPELSKLAVEN UND WASSERTRÄGER!

Hier haben wir in Wahrheit einen geistigen Betrug an der überwältigenden Mehrheit aller ZJ vor uns, Sämtliche noch vorhandenen 8 808 Glieder der 144000 (Jahrbuch 1988) müßten hier gegen die WTG rebellieren. Daß sie es nicht tun zeigt, wie sie völlig entrechtet sind und nur als Aushängeschild dienen, Und die Masse der rund 3 230 000 übrigen Zeugen? Sie verbreiten diesen Betrug unkritisch und unbesehen!

Die WTG weiß genau, worum es hier geht!

Laut 1. Petr. 2:4,5 und 21 können die Millionenmassen der ZJ überhaupt keine Fußstapfennachfolger Jesu sein l Das ist allein den zur "himmlischen Berufung", zur "Priesterschaft" Berufenen vorbehalten.

Bekanntlich, hat die WTG die Masse der ZJ davon jedoch seit 1935 als "andere Schafe" ausgeschlossen. In den 50er Jahren war man da noch offener. So wird in dem Buch "Auch du kannst Harmagedon überleben" (1958), unter "Neuzeitliche Tempelsklaven" (S.142) erklärt, daß die "anderen Schafe" keine Fußstapfennachfolger sind, sondern nur "Tempelsklaven, Holzhauer und Wasserschöpfer" für den "Überrest" der Fußstapfennachfolger Jesu, daß sie kein geistiges Israel sind, sondern den "Nichtisraeliten" gleichen (S. 146). Es liegt hier also eine ungeheuerliche Falschanwendung des Hauptinhaltes des Evangeliums insgesamt vor, die Masse der ZJ wie Fußstapfennachfolger Jesu hinzustellen.

Ansonsten dienen diese Artikel dazu, in Mißbrauch von geeigneten Bibelversen, unterm WT "gehorsam" zu sein. "Abtrünnige und falsche Brüder" zu meiden. "Nörgelei und Kritik" zu unterlassen, dem "Sklaven" weder "hinterherzuhinken" noch "vorauszueilen", auf die WTG "zu warten", bis sie korrigiert, den WTG-Blutkult einzuhalten, politische Neutralität vorzutäuschen, und sich mit "überdurchschnittlichen Familiengemeinschaften" anzubieten, dieweil die Familienzerrüttungen durch die WTG-Politik vielerorts zum Himmel schreien.

Mit der Forderung schließlich der WTG nicht "vorauszueilen", sondern auf sie "zu warten", weil "oftmals genau das, was sie aufregte, später geändert wurde, und zwar zu Jehovas bestimmter Zeit" (S.13 Abs. 14), entlarvt sich die WTG für jeden Nachdenklichen selbst als bloßes Menschenwerk. -

GEDANKEN ÜBER DIE "NEUE ERDE"

Immer wieder sieht man in der WT-Literatur das Idealbild der "neuen Welt": In einer weiträumigen Parklandschaft eine gemischte Gruppe lächelnder Menschen, die Blumen und Früchte in den Händen halten und friedliche Großkatzen streicheln. Im Hintergrund ein schönes Einfamilienhaus. Nach der WT-Lehre werden außer den Harmagedon Überlebenden und deren Nachkommen auch die meisten Menschen, die seit Adam und Eva gelebt haben, als Auferstandene im Millennium leben. Da allein in den letzten 1400 Jahren mindestens 16 Milliarden Menschen gelebt haben, müßte mit etwa 20 Milliarden Neue-Welt-Bürgern auf den 510 Millionen Quadratkilometer der Festlandsfläche der Erde gerechnet werden, also mit 135 Personen je Quadratkilometer! So viele sind auf den WT-Bildern nicht zu sehen. Es ist auch nicht zu erkennen, wie die vielen Bedürfnisse der Menschen erfüllt werden? Woher kommt die Nahrung für so viele Menschen und die Tiere, die ja nicht nur aus den paar Früchten bestehen kann, woher die Häuser, die Bekleidung, die Geräte? Allein diese Dinge erfordern eine Vielfalt von Materialien und Werkzeugen, deren Gewinnung und Herstellung ebenfalls offen bleibt. Woher kommt die Energie, mit welcher die Menschen ihre Nahrung zubereiten, ihre Arbeit erleichtern und ihre Häuser heizen? Denn da Gott nach Erschaffung der Welt vor dem Sündenfall alles für sehr gut befand und auch in 1. Mose 8:22 bestätigt wird, daß Sommer und Winter nicht aufhören werden, wird es außer tropischen auch gemäßigte und kalte Zonen geben. Wie ist es ferner mit der Wasserversorgung und der Abwasser- und Fäkalienentsorgung? Und wie werden die Leute miteinander korrespondieren, wenn es keine Verkehrsmittel, keine Post, keine Druckereien, keine Nachrichtenmedien mehr gibt? Wird es keine Königreichssäle, Kongreßgelände, Bibelhäuser mehr geben?

Stelle dir vor, wenn nur diese Dinge auf den Paradiesbildern sachlich angedeutet wären, was für eine Fülle!

Allein Wohnhäuser, wenn jedes eine Familie von 4 Personen beherbergte, stünden 34 auf jedem Quadratkilometer, vom Äquator bis zu den Polen. Auf allen Bergen und Inseln, in allen Binnengewässern und Wäldern in jeder Richtung alle 171 Meter ein Haus! Wollte man jetzt sagen, "Gott mache alle Dinge neu, also auch die Natur", so müßte man den Schöpfer bezichtigen, er habe es am Anfang eben nicht "sehr gut" eingerichtet, sondern Fehler gemacht, die korrigiert werden müssen! Soll aber die Schöpfung so bleiben, wie sie am Anfang war, ist wohl das Paradiesgemälde der WTG ebenso falsch wie ihre Anmaßung, nach ihren Maßstäben über den Einzug in die "neue Welt" oder den Ausschluß vom ewigen Leben zu urteilen. Denke darüber nach!

-E. K.-

ZWEI FRAGEN AN TAUFBEWERBER

DER WACHTTURM - l. JUNI 1985, SEITE 30:

1. Hast du auf der Grundlage des Opfers Jesu Christi deine Sünden bereut und dich Jehova hingegeben, um seinen Willen zu tun?

2. Bist du dir darüber im klaren, daß du dich durch deine Hingabe und Taufe als ein Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, der mit der VOM GEIST GELEITETEN ORGANISATION GOTTES verbunden ist?

(Mit dem Ja auf diese Fragen wird ‘bestätigt’, "daß sie verstehen, was damit verbunden ist, Christi Beispiel zu folgen.")

VORHER WURDEN DIE FRAGEN GESTELLT:

1. Hast du erkannt, daß du ein Sünder bist und der Rettung durch Jehova Gott bedarfst, und hast du erkannt, daß diese Rettung von ihm kommt, und zwar durch den von ihm gesandten Erlöser, Christus Jesus?

2. Hast du dich aufgrund dieses Glaubens an Gott und an seine Loskaufsvorkehrung Jehova Gott rückhaltlos hingegeben, um fortan seinen Willen zu tun, wie dieser dir durch Christus Jesus und durch Gottes Wort geoffenbart und durch Gottes heiligen Geist verständlich gemacht wird?

DIE UNVERÄNDERTE TAUFFORMEL NACH DER BIBEL

"... und tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes".. (Matthäus 28;19-20)

ANMERKUNG:

Wenn man sagt:

Ich taufe dich im Bodensee, dann ist der Bodensee in den ich getauft werde.

Wenn man sagt:

Ich taufe dich in den vom Rhein gespeisten Bodensee, dann ist der Rhein zweitrangig oder nebensächlich. So wie der Bodensee vom Wasser des Rheins gefüllt wird, so will man sagen, die Organisation vom Geist gefüllt wissen. Aber dies ändert nichts an der Tatsache, daß in die Organisation getauft wird.

Ob die Organisation wirklich vom Geiste Gottes erfüllt ist, ist eine Frage, die ja wieder auf einem anderen Blatt steht.

SO TAUFEN JEHOVAS ZEUGEN AUF DIESEM SCHLAUEN UMWEG IN DIE ORGANISATION.

Die Jüngste Religiös-Politische Zukunftsdeutung der WTG

GEGEN STAAT UND KIRCHE

"Die populären Religionen befinden sich wie nie zuvor in der Defensive, werden sozusagen an die Wand gedrückt. Ihr entzweiender Einfluß muß beseitigt werden. Wie die Bibel zeigt, werden die herrschenden Elemente ihre Überlegenheit behaupten und sich von den parasitären Religionen trennen, die schon von jeher bestrebt gewesen sind, das weltliche System der Dinge so weit wie möglich auszusaugen. Das Vorgehen der politischen Elemente wird daher nicht überraschen. Daß sie bei ihrem Angriff auf die Religion ungeschoren davonkommen, deutet aus ihrer Sicht darauf hin, daß es keinen Gott gibt, dem Anbetung und Dienst gebühren. Wie biblische Prophezeiungen erkennen lassen, werden sie sich dann gegen Gottes Zeugen wenden, die noch übrig sind. Sie werden damit rechnen, als Finale ihres gottfeindlichen Feldzuges über Jehovas Zeugen einen leichten Sieg zu erringen. (Offenbarung 17;12-17; Hesekiel 38:10-23.). Aber sie werden eine schmachvolle Niederlage erleiden, eine Niederlage, wie sie jemand verdient, der es wagt, sich mit Jehova der Heerscharen, der noch nie eine Schlacht verloren hat, auf eine Auseinandersetzung einzulassen." (WT 15.12.87, Seite 14, Absatz 22-23)

Kurz: Der Staat wird die Kirchen angreifen und vernichten, bis nur noch die WTG-Zeugen übrig sind. Dann wird der Staat die Zeugen angreifen, um auch sie zu besiegen. Damit hat er sich aber mit Gott eingelassen und wird selbst vernichtet.

FESTSTELLUNG UND FRAGEN DAZU.

Was bewirkt diese Art WTG-Verkündigung unter den Menschen?

(Offenbarung und Hesekiel selbst besagen da für heute überhaupt nichts, es ist wieder nur eine - in sich haltlose - WTG-Auslegung.)

Einen Baum erkennt man schließlich an seinen Früchten. (Matthäus 7:16-20)

Was kommt also dabei heraus? Von parasitären und aussaugenden Religionen so zu sprechen, bedeutet Glaubens- und Kirchenhaß zu verbreiten und Andersglaubende zu beleidigen. Es bedeutet auch zwischen Kirche und Staat Feindschaft zu stiften. Es bedeutet auch Staatsverleumdung, denn ein Staat ist nicht gottfeindlich, nur weil er der WTG nicht gefällt. Gibt es doch auch gläubige Staatsmänner, allerdings nicht WTG-gemäß.

Speziell für unser Land bedeutet diese WTG-Verkündigung und ein entsprechendes Verhalten Bibelmißbrauch, gegen ein gutes Verhältnis zwischen Kirchen und Staat, gegen demokratische Mitverantwortung des Christen in der Gesellschaft und es be-bzw. verhindert jeden konstruktiven Dialog in diesem Zusammenhang.

WOHIN GEHT DIE ENTWICKLUNG WIRKLICH?

Die Satzung der Vereinten Nationen, die auch die Menschenrechte beinhalten, beinhaltet auch die Religionsfreiheit. In diese Richtung geht die wirkliche Entwicklung für jedes Land. Überall geht es um ein tragbares Verhältnis zwischen Kirchen, Religionen und Staat, was natürlich unterschiedlich ist.

Wer die Kirchenpolitik unserer "obrigkeitlichen Personen" verfolgt, erkennt den absoluten und verleumderischen Unsinn jener WTG-Deutung von "gottfeindlichen Feldzügen der politischen Elemente" gegen die "populären Religionen", bis nichts mehr davon übrig ist außer den Zeugen, die dann auch drankommen sollen, aber als einzige überleben würden.

Wer sich wirklich ehrlich über die Zukunft der Religion in unserem Land informieren will, lese u. a. die Rede des Staatsratsvorsitzenden 1980 vor dem Martin-Luther-Komitee der DDR für die Luther-Ehrungen 1983:

"In der DDR wird die historische Leistung Martin Luthers bewahrt."

Aber wer hat das .von den Wachtturm-Hörigen wohl gelesen!

So ist das Ieider.

-D.P.-

HEXENKONVENTE

EIN BRIEF AUS DER BRD

Die Sekten nehmen bei uns in der BRD immer noch zu. Die okkulten (geheim) Wellen haben hier die Oberhand. Das Okkulte hat bei uns Hochkonjunktur.

Es gibt in 70 Städten in der BRD Hexenkonvente mit etwa 10 000 Anhängerinnen. 12 Verlage haben sich auf Okkultes und Esoterik spezialisiert. Es gibt 90 000 steuerpflichtige Wahrsager und Hellseher. Demgegenüber stehen etwa nur 35 000 Geistliche beider Konfessionen (Katholiken und Evangelische) ,

Gefährlich sind manche Sekten, die sich sehr geschickt christlich tarnen (z. B. die Rosenkreuzler und New Age Neues Zeitalter). Hinzukommen noch Satansanbeter, schwarze Magie und viele, viele Dämonenkreise. Sie alle haben ein bedenkliches Ausmaß angenommen. Vieles kommt aus USA zu uns. Es ist bedauerlich. Wir halten uns an die Heilige Schrift allein.

Wir hören nicht auf den Wachtturm.. Unser Heil liegt nur in Jesus Christus.

(Apostelgeschichte 4:12)

-W.S.-

DIE LIEBE ALS FRUCHT DES GEISTES (GAL 5:22)

Die Bibel erzählt uns viel über Gottes Wirksamkeit. So erfahren wir z. B. in den Schriften des alten Testaments, wie Gott zu Mose und den Propheten spricht. Bei der Befreiungstat aus Ägypten greift Gott auf eindrückliche Weise in die Geschicke der Menschen ein. An dieser Stelle könnte man eine ganze Reihe von Beispielen nennen.

In der Fortsetzung wird dann im neuen Testament an Jesus und seinen Jüngern das Wirken Gottes transparent.

Gott wirkt im Großen und im Kleinen. Er wirkte früher und er wirkt auch noch heute. Seine Liebe zu den Menschen bewies er uns im Loskaufopfer seines lieben Sohnes Jesus Christus. Das Kernstück von Jesu Verkündigung ist die Liebe.

Allein durch die Liebe können wir uns auch heute in Dimensionen bewegen, die uns etwas von Gottes Wirksamkeit ahnen lassen. Die Liebe als Frucht des Geistes (Galater 5:22) ist die für gute Werke. Ein Zeichen der Nächstenliebe ist z.B. der Einsatz von selbstlosen Menschen, die sich mitverantwortlich fühlen und zum Nachdenken anregen wollen, um irrende Schafe heimzuholen.

"Dies ist das erklärte Ziel von CV".

Sicher gehen die Artikel thematisch und qualitativ auseinander. Nicht jeder wird von allem angesprochen.

Eines aber ist gewiß:

Alles, was von CV veröffentlicht wird, ist von Menschen geschrieben, die Jesus Christus als ihren Herrn anerkannt haben und nicht eine menschliche Gesellschaft, deren Streben ausschließlich im kommerziellen Bereich liegt.

Die Unterstützung der organisierten Nächstenliebe, der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ist gewiß segensreicher als die Verkündigung des mehrfach verschobenen Harmagedon.

-Thomas-

HAST DU DAS GEWUSST?

EIN ATHEISTISCHER STAAT?

Daß die Frage nach dem Verhältnis von Staat und Atheismus in der DDR keine selten gestellte ist, belegt der Brief eines christlichen Lesers, den die "Zeitschrift für Deutsche Philosophie" in ihrer April-Ausgabe veröffentlichte. Der marxistische Philosophieprofessor Dr. Olof Klohr nimmt ihn zum Anlaß grundsätzlicher Ausführungen. Er stellt in der gleichen Ausgabe fest, daß "Überlegungen über einen 'atheistischen Staat’ im Selbstverständnis unserer Arbeiter-und-Bauern-Macht zu keiner Zeit eine Rolle gespielt haben".

Der sozialistische Staat habe "politische Aufgaben zu erfüllen". Es sei nicht die Funktion eines Staates, "weltanschauliche Probleme der Bürger zu regeln oder eine bestimmte Weltanschauung zwangsweise durchzusetzen". ".Folglich",, so erklärt Prof. Dr. Klohr, "kann es nach marxistischer Auffassung weder einen 'christlichen' noch einen 'atheistischen' Staat geben", - auch wenn die Geschichte durchaus Beispiele verzeichnet, "wo sich eine Staatsmacht .auch weltanschauliche Funktionen zugeordnet hat".

Prof. Dr. Klohr weist darauf hin, daß ein sozialistischer Staat keineswegs deshalb zu einem atheistischen Staat wird, weil die Mehrzahl der .führenden Politiker Marxisten-Leninisten sind. "Die Lösung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufgaben ist in der sozialistischen Gesellschaft eine Angelegenheit aller Bürger - unabhängig von ihrer Weltanschauung,". Der Autor erinnert daran, daß unter den Abgeordneten auf allen Ebenen auch zahlreiche Gläubige sind und unterstreicht:

"Die führende Rolle der SED schließt also keineswegs aus, daß in Staat und Gesellschaft der DDR eine große Zahl von Gläubigen verantwortungsvolle Leitungstätigkeiten ausüben und die gesellschaftlichen Belange mitgestalten. Denn die Motivation für eine staatliche Tätigkeit im Interesse der sozialistischen Gesellschaft kann auch aus religiös geprägtem Verantwortungsbewußtsein abgeleitet werden."

"Die dominierende Rolle der Theorie des Marxismus-Leninismus in unserer Gesellschaft", schreibt Prof. Dr. Klohr, "liegt überhaupt nicht im Bestreben begründet, Religion und Kirche zurückzudrängen oder dem Atheismus zum 'Siege’ zu verhelfen." Die Kenntnis der marxistischen Gesellschaftstheorie sei zwar ein generelles Erfordernis in Staat und Gesellschaft, um die gesellschaftliche Entwicklung auf der theoretischen Grundlage einer wissenschaftlichen Theorie der gesellschaftlichen Verhältnisse zu planen, zu prognostizieren und zu leiten, "nicht aber das 'Bekenntnis’ zu ihren philosophischen Grundlagen oder zum Atheismus".

Aus "begegnung" 5/83

AKTUELLES IN KÜRZE

SOLANGE IHR DEN WTG-ATOMKRIEG PREDIGT

Das geschieht mit dem WTG- Buch WELTWEITE SICHERHEIT UNTER DEM FÜRSTEN DES FRIEDENS! Schaut Euch nur die Bilder an! Da seht Ihr die Atombomben explodieren und Städte und Menschen vernichten. In skrupelloser Deutung und in menschenfeindlichem Mißbrauch von Hesekiel 33:21-23 wird hier ein unvermeidlicher Atomkrieg "gegen seinen eigenen Bruder" gepredigt.

Den getreuen Wachtturm-Zeugen interessierte das "Internationale Treffen für kernwaffenfreie Zonen", was vom 20. -22. 6. 1988 in Berlin stattfand, überhaupt nicht. Selbst wenn die WTG eine Extraeinladung erhalten hätte, sie hätte, ihrer Lehre gemäß, diese aus Überheblichkeit ignoriert. Dem Vorbereitungskomitee des Treffens gehörten u. a. auch die Vertreter der Religiösen Gesellschaft der Freunde "Quäker", der Christlichen Friedenskonferenz, der Siebenten-Tags-Adventisten und des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der DDR an.

WTG-getreu richtet sich das Zeugnis der ZJ nicht nur gegen diese menschlichen

Friedensbestrebungen, sie als sinn- und zwecklos verurteilend.

Mit dem genannten Buch läßt die WTG ihre ZJ sogar Gott "voran"-schreiben "in die Schlacht", damit sie "freudige Zeugen" dieses gepredigten Gemetzels sein können: Merkt Ihr nicht, wie die WTG Euch hier einem Völker- und Massenmordwahn ausliefert, indem Ihr das gepredigte atomare und andere Gemetzel als richtig und gerecht, als "freudiges" Ereignis verherrlichen sollt!? Wieso empört Ihr Euch nicht dagegen, alle Andersdenkenden und Andersglaubenden deswegen gar atomar als ausrottungswürdig hinzustellen? Wo seid Ihr unter der WTG hingekommen?

Der Kampf für Frieden und Abrüstung, bis hin zur atomaren Abrüstung, macht es unvermeidlich, auch mit der WTG ins Gericht zu gehen, wo sie in Erscheinung tritt und ihre barbarische Massenvernichtung predigt, die Arglosen täuschend. (Rö. 16:18)

Das Internationale Treffen für kernwaffenfreie Zonen 1988 in Berlin sollte für alle Betroffenen ein Anlaß sein, über diese Dinge nachzudenken.

-P.-

AUS DER WELT DER ZEUGEN

Die WT-Jahrgänge 1966-1976 werden neu gedruckt

Aus leitenden WTG-Kreisen in der BRD wird mitgeteilt, daß die Wachtturm-Jahrgänge 1966 bis 1976 neu bzw. nachgedruckt werden sollen. Alle alten Ausgaben dieser Jahrgänge würden eingezogen. Die Versammlungen sollen entsprechende Bestellungen für die Neuauflage aufgeben. Als Grund für diese WTG-Maßnahme wird erklärt, die alten Ausgaben 1966 bis 1976 hätten viele Mißverständnisse hervorgerufen. Was ist der Grund für solchen Neudruck? Neudrucke, Nachdrucke oder Reprints bzw. revidierte Neuausgaben sind bei der WTG nichts Neues. Eine jüngste Revidierung geschah mit der WTG-Broschüre "JZ im zwanzigsten Jahrhundert" von 1973, in deren Neudruck von 1979 die Äußerungen über Politik und Wehrdienst weggelassen wurden, ohne jeden Kommentar. Schon die Schriftstudien von C. T. Russell aus der Zeit vor 1916 wurden bis 1926 verschiedentlich nachgedruckt, wobei jedesmal die belastenden Äußerungen von zuvor stillschweigend weggelassen wurden, die späteren arglosen Leser täuschend.

Was ist jetzt wieder der Fall? Die Jahrgänge 1966 bis 1976 des Wachtturm betreffen das Jahrzehnt, in dem das 1975-Weltende kommen sollte, wodurch die WTG neuerdings als falscher Prophet entlarvt ist. Wer das heute liest, kommt in der Tat zu gewaltigen "Mißverständnissen". So wäre es für die WTG nur folgerichtig, erneut zu einem Neudruck zu greifen, um diese "Mißverständnisse" aus der Welt zu schaffen, d" h. die jetzt belastenden Äußerungen zu vertuschen, wegzulassen oder geschickt zu verändern, um immer wieder als "Engel des Lichtes" dazustehenc (2. Kor. 11:13-15; 5. Mose 18:20-22)

"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6

Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 395/88 V 7 1 1617 N2

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