Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 227

Ein gewisser „W. W." singt in dieser CV-Ausgabe das Loblied auf das Raymond Franz-Buch, das er noch unter dem DDR-Titel „Krises des Gewissens" zitiert (Die westdeutsche Ausgabe als „Der Gewissenskonflikt" kam offenbar erst später heraus, und fraglich ist zudem, ob sie auch dem „Durchschnittsbürger" aus dem CV-Kreis, je zu DDR-Zeiten zugänglich gewesen ist. Man könnte also zur Tagesordnung übergehen. Nicht ganz. Besagter W. W. versteigt sich dahin, Franz als Werkzeug Gottes, etwa einem Propheten Hesekiel gleich, zu interpretieren.

Ich für meine Person würde auch dabei noch zur „Tagesordnung" übergehen. Aber bedenklich und zugleich charakteristisch, mutet solcherlei Überhöhung schon an. Sicherlich hat Franz einen geschichtlich bedeutsamen Part gespielt. Indessen ihn nun gar zum „Papst" zu küren, ist etwas zuviel des „Guten". Jedenfalls für meinen Geschmack.
Ein weiterer beachtlicher Kommentar dieser Ausgabe nimmt auf einen Zeugen Jehovas bezüglichen Selbstmordfall Bezug. Lediglich weil das Opfer beim Rauchen erwischt wurde - mit Folgewirkungen.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 227 GERA JUNI 1988

DIE LK - VON GOTT GELEITET?
R. Franz bricht sein Schweigen (17)
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 1 und 2/1988
DAS BETEN ZU JESUS
ZJ - ihr gestörtes Verhältnis zu Jesus
VERTRAUEN (II)
Probleme mit ehrlichen Brüdern
GEDANKEN ZU EINEM BILD
Was würde wohl Jesus dazu sagen?
DAS JAHR 1975
Aus der Welt der Zeugen

DIE GROSSE VERANTWORTUNG DER ELTERN
Berechne vorher die Kosten, um christliche Verantwortung zu tragen
Liebe Brüder und Schwestern!
Wenn ein Christ und Familienvater für sich und seine Familie beschließt, Zeuge Jehovas zu sein und auch seine Kinder im Sinne der WTG aufzuziehen, dann übernimmt er eine große Verantwortung.
Diese Verantwortung ist riesengroß, beeinflußt seine Erziehung und Wirken doch das Leben und Handeln seiner Familie, ja auch insbesondere den Werdegang der Kinder und prägt für sie das Leben. Was sagt die Bibel dazu? Sie warnt davor, unbedacht zu sein und es sich vorher genau zu überlegen, was man tut und welche Verantwortung man auf sich nimmt und sagt, man solle vorher die Kosten berechnen. (Lukas 14:28) Wer nicht so handelt, handelt also eindeutig entgegen der Bibel. Und welcher Christ oder Zeuge Jehovas möchte sich das wohl zu Recht nachsagen lassen? Wohl keiner. Wissen wir, ob wir den Kindern tatsächlich Gutes tun, wenn wir sie im Sinne der WTG aufziehen? Wissen wir, ob sie nicht später sogar einmal unglücklich darüber sind? Die Bibel mahnt uns hinsichtlich des Kommenden: "Denn da ist keiner, der weiß, was werden wird, denn so, wie es werden wird, wer kann es ihm kundtun?" (Prediger 8:7) Wie sieht es heute in den meisten ZJ-Familien aus? Die Eltern sagen:

"Ich erziehe meine Kinder im Sinne der WTG und dann, wenn sie erwachsen sind, sollen sie selbst entscheiden." Aber machen wir uns doch nichts vor, ist das nicht eine Alibi-Ausrede? Mir als Vater gab es zu denken, als kürzlich mein 16jähriger Sohn kam und sagte:
"Ein Glück, daß wir nicht mehr bei den Zeugen Jehovas sind, denn dieses Theater würde ich heute nicht mehr mitmachen. Jede Woche zwei Zusammenkünfte, dann noch Predigtdienst und was das schlimmste wäre, ich könnte noch nicht einmal den Beruf erwählen, der mir gefällt. Nein, wären wir damals nicht von den Zeugen weggegangen, ich wäre dir ganz offen gesagt böse."
Möchten wir nicht alle ein gutes Familienleben führen, geprägt von gegenseitiger Achtung und Toleranz?

Daß man es auch ohne WTG kann, beweist gegebenes Beispiel. Es gibt aber auch andere Beispiele, wie sich die Erziehung der Kinder zu Zeugen Jehovas später als Bumerang erweisen kann.
Ein Ältester, der seine Kinder streng zu Zeugen Jehovas erzog, wurde später wegen Hurerei ausgeschlossen. Seine Frau verließ daraufhin auf eigenen Wunsch die WTG, blieb aber bei ihrem Mann. Die beiden erwachsenen Kinder dieses Ehepaares waren inzwischen in einer anderen Stadt verheiratet und hatten selbst bereits Kinder, blieben aber beim Glauben der Zeugen Jehovas.

Bestand vorher ein inniges Verhältnis des älteren Ehepaares zu den Kindern und Enkelkindern, nun verkehrte es sich ins Gegenteil. Die Enkelkinder dürfen die Großeltern nicht mehr besuchen und auch keine Geschenke mehr von ihnen annehmen. Auf die Frage der Kleinen, warum sie dies nicht mehr dürfen, bekommen sie gesagt, daß die Großeltern böse sind und Jehova haßt böse Menschen und deshalb will Jehova nicht, daß man böse Menschen besucht. So wurden alle Kontakte innerhalb der Familie durch die ZJ-Eltern unterbunden und die Enkelkinder den Großeltern ferngehalten. Das Gebot der Bibel "Ehre deinen Vater und deine Mutter" (Luk. 18:20; Eph. 6:2) interessiert sie dabei nicht, trotzdem behaupten sie aber, sich an die Bibel zu halten. Auch scheint es für sie dabei keine Rolle zu spielen, einfach die Familienbande zu zerbrechen, denn sie handeln ja im Sinne der Wachtturmgesellschaft. Auf die Anfrage des Großvaters an einen Ältesten der WTG, ob dies alles rechtens sei, bekam er lediglich die spitzfindige Antwort: "Du selbst hast deine Kinder doch zu Zeugen Jehovas erzogen, also finde dich auch damit ab, wenn sie als ZJ handeln." Die WTG macht sich kein Gewissen um Menschenschicksale, sie ist nur an neuen Erfolgszahlen interessiert, nicht am Zusammenhalt einer Familie.

So sollte also jeder Zeuge Jehovas vorher berechnen, ob er tatsächlich die Verantwortung tragen kann, seine Kinder im Sinne der Organisation zu erziehen. Es könnte sich als Bumerang erweisen, auch bei den Zeugen, die jetzt noch sagen:
"Wenn meine Kinder erwachsen sind, können sie ja selbst entscheiden."
Darum, liebe Brüder und Schwestern, vergewissert euch aller Dinge (1. Thess. 5:21, 22) und erwerbt Unterscheidungsvermögen und rechte Erkenntnis (Spr. 2:6-9), denn nicht der Anfang einer Sache ist wichtig, wohl aber der Abschluß (Prediger 12:13).
—R.S.W.—

DIE LEITENDE KÖRPERSCHAFT - VON GOTT GELEITET?
Raymond Franz bricht sein Schweigen (17)
DER ERHOBENE ANSPRUCH
"Wir können nicht hoffen, den heiligen Geist zu empfangen, wenn wir den irdischen Kanal übergehen, dessen Jehova sich heute bedient, nämlich den 'treuen und verständigen Sklaven', vertreten durch die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas." (WT 17.7.1987, S. 19)
D. h. die genannte leitende Körperschaft (LK) ist das maßgebende Werkzeug Gottes und damit die irdische Vertretung Gottes. Praktisch ist diese LK damit die letzte Instanz für die ZJ, gar über Leben und Tod entscheidend mit dem, was sie zur verbindlichen "Wahrheit" oder Lehre erhebt. Doch wer und was ist das für ein Gremium in Wirklichkeit? R. V. Franz, 9 Jahre selbst LK-Mitglied, enthüllt uns Erschreckendes über dieses heute aus 13 Personen (nur alte Männer) bestehende Gremium. Man muß das natürlich ausführlicher nachlesen.

WIR BLICKEN HINTER DIE LK-TÜR
Wir können da u. a. folgendes entdecken:
Es gab bis 1971 überhaupt keine LK. Die Präsidenten Russell, Rutherford und Knorr herrschten wie "Monarchen". Unter Knorr erst kam der LK-Begriff ins Gespräch. Die rückblickenden WT-Darstellungen sind damit unwahr.
Die LK-Sitzungen haben einen geheimen Charakter, man tagt hinter verschlossenen Türen. Auch die Protokolle sind geheim, auch für außenstehende ZJ. Die von der LK regierten ZJ haben keine Ahnung über die Entscheidungsfindungen in der LK. Die LK kommt jeden Mittwoch zusammen. Einige folgenschwere Einzelheiten nun.

Nur wenige LK-Mitglieder sind über Finanzen genauer informiert. Man kam zusammen ohne vorherige Kenntnis dessen, was zu diskutieren und zu entscheiden war. Es gab Abstimmungen in lebenswichtigen Ehefragen ohne Sachkenntnis, ohne Bibelbefragen, ohne Gebet. Einige waren anstehenden Fragen nicht gewachsen, weil sie keine Zeit zum Studieren und Durchdenken hatten. Sie sind in Papierkram erstickt, stecken in "halbsäkularer" WTG-Arbeit (Fabrik, Küche, Finanzen und Rechtsfragen). Ein LK-Durchschnittsmitglied hat weniger Zeit zum Bibelstudium als ein einfacher ZJ. Die meisten LK-Mitglieder sind in der Schrift nicht versiert.

Wertschätzung in der LK genießt, wer sich konform verhält und sich bei Abstimmung der Mehrheit anschließt. Es wurde die Absurdität vorgetragen, Mehrheitsentscheidungen zu "geoffenbarten" Wahrheiten zu erheben, was nicht akzeptiert wurde. Es ist eine falsche Annahme, die LK-Sitzungen hätten ein hohes Niveau. Es gibt verschiedene Machtgruppen in der LK. Die einflußreichste ist die Gruppe Henschel, Jaracz, Barry. Pötzinger aus der BRD gehört zu den Konformisten. Die gesamte LK ist überaltert, alles alte Männer. Es gibt große Nachfolgeschwierigkeiten, die "Gesalbten" sterben weg. Organisations- und Lehrfragen werden nur geheim diskutiert, "nach außen das Gesicht wahren". Manches wird nur deswegen weitergemacht und weitergelehrt, weil sonst vergangenes entsprechendes Verhalten als sinnloses Opfer und Martyrium offenbar werden und man "das Gesicht verlieren" würde. Man hat Furcht vor dem Eingeständnis von Irrtum und sinnlosem Leid, das man verursacht hat.

Sind diese Feststellungen und Erkenntnisse von Ray Franz nicht erschütternd? Das ganze WT-Gerede, "von Gott geleitet" usw. ist wirklich nur ein äußerer Nymbus. Die Zu werden wirklich nur "in nebligen Vorstellungen" gehalten, was ihre LK betrifft.

WAS WAR WEGEN 1975 IN DER LK LOS?
Dies wird unser nächstes Thema sein. Ray Franz war mitten dabei.
Für 1975 hatte die WTG bekanntlich letztmalig das Ende von "Harmagedon" und den Beginn der "Tausendjahrherrschaft" Christi, der "neuen Welt" von den ZJ weltweit verkündigen lassen.
Im Glauben an diese WTG-Falschprophetie wurden u. a. Häuser verkauft, Schulden gemacht, um sie nicht mehr abzuzahlen. Heiraten unterlassen, Heilbehandlungen nicht mehr vorgenommen. Was ging in der LK vor, als der 1975-Schwindel vor aller Augen stand? Wer hat sich wie verhalten? Was haben sie beschlossen? Wir werden staunen!

Schreibt doch inzwischen einmal und sendet es uns zu, was hier alles um "1975" los war. Falsche Weltenden sind doch falsche Prophetien. 5. Mose 18:20-22. Wir könnten aus solchen Einsendungen eine Dokumentation für alle machen! Und die LK würde dies bestimmt auf den Tisch bekommen! Und viele Menschen würden den Weltendeirrweg gar nicht erst beschreiten. Wer um diese Irrwege weiß, sollte dies wirklich tun.
-D.P.-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
Der Wachtturm
WIR PRÜFEN DIE WT NR. l UND 2/1988
TITELBILD: Die letzten Tage - eine Zeit der Ernte
WTG-Literaturkolportage mitten auf einem reifen Kornfeld, das gerade abgeerntet wird. Worin besteht das Trügerische mit diesem lockenden Bild?
Es wird so das WTG-Werk fälschlich mit dem biblischen Ernte-Schnitter begründet. Auch folgender Gedanke drängt sich auf:
Ermöglicht nicht der Landmann auf dem Bild mit seiner Arbeit jene Ernährungs-, Wirtschafts-, Sozial- und damit Staatspolitik seines Landes, die die WTG andererseits zu. Teufelswerk erklärt, woran man sich nicht beteiligen dürfe?

NEBENARTIKEL;
Wer sind die wahren Evangelisten?
Die christliche Evangelisation "sollte nicht eine Art geistiger Imperialismus sein, bei dem die Prediger als Agenten kolonisierender Weltmächte dienen würden."? Zunächst: Was für eine politische Sprache des WT. Sodann: Dient die WTG-Predigt mit ihrer Verweigerung demokratischer Mitverantwortung christlicher Bürger nicht allen Arten undemokratischer Imperien? Das wird sogleich mit dem Ansinnen bestätigt, "keine sogenannte Befreiungstheologie" und keine "radikale Veränderung des politischen und gesellschaftlichen Systems" zu befürworten. Einen besseren Dienst können sich doch die lateinamerikanischen Gewaltimperien oder das rassistische Südafrika nicht wünschen, oder etwa nicht?

NEBENARTIKEL;
Evangelisten bringen auf der ganzen Erde die Ernte ein
Zwei Einwände nur: Die Überschrift ist Hochstapelei, die WTG-Kolporteure sind so in allen Ländern verstreut, daß sie die ganze Erde noch nie bearbeitet haben und nie bearbeiten können. Man denke nur über China, Indien oder die Islamländer nach.
Sodann nur noch der einleitende Satz: "Da Harmagedon immer näher rückt ..."
Im Namen Gottes wurden so schon mehrere Generationen getäuscht und enttäuscht, für die 1890er Jahre, für 1914, 1918, 1925, 1939/45 und 1975.

STUDIENARTIKEL;
Die letzten Tage eine Zeit der Ernte
Nehmen wir nur folgenden Kernpunkt:
"Die ganze Menschheit wird einer eingehenden Prüfung unterzogen, um festzustellen, wer ein 'Schaf1 und wer ein 'Bock' ist." (Abs. 10, S. 16)
Ein Blick auf die Bevölkerungszahlen und die WTG-Kolporteurzahlen pro Land zeigt, wie absurd und damit trügerisch dieses Vorhaben ist. Es ist den anderen Kirchen in 2000 Jahren nicht möglich gewesen, jeden Menschen auf Erden anzusprechen, denn jeder müßte ja persönlich erreicht werden für solche Feststellungen. Allein das Bevölkerungswachstum läuft der WTG ständig davon. In etwa 100 Jahren WTG sind nicht einmal alle anderen Christen erreicht worden. So betreibt die WTG hier ein riesiges Schaf-Bock-Gaukelspiel, das einen ganz anderen Zweck verfolgt. Da es seit der Apostel Zeiten keine anderen "Gaben" mehr außer Glaube, Hoffnung und Liebe gibt (l. Kor. 13), ist auch die wieder behauptete Engel-Leitung (Abs. 10) ein Glaubensbetrug. Jeder soll "weiterhin harte Arbeit leisten" unter der WTG, allein darum geht es. (Abs. 21) Immer wurde dazu gesagt, es werde "bald zu Ende sein. (Abs. 19).

Damit können wir auch die weiteren Artikel dieses WT ad acta legen, die im wesentlichen die Methoden behandeln, wie weiter hart gearbeitet und hingehalten werden soll.

WACHTTURM NUMMER 2/1988
TITELBILD; Sprechen sie wirklich mit den Toten?
Der WT hat sich in den letzten Monaten oft mit Okkultismus und Spiritismus befaßt. Er hat natürlich recht, diese Frage zu verneinen. Die WT-Absicht ist, Menschen aus diesem okkulten Bereich zu gewinnen. Was den Vorteil hat, es mit ziemlich Leichtgläubigen zu tun zu haben, die in ihrer Leichtgläubigkeit dann nur umzusatteln haben auf den Glauben an die Organisation (WT 1.6.79). Reduziert sich doch die WTG-Leitung "durch Gott", geht man dem nach, auf die WT-Schreiber in Brooklyn mit einer unsichtbaren, geheimen oder okkulten Beziehung "nach oben". Oder? Im Grunde verlangt der WT eine ähnliche Leichtgläubigkeit, ihr abzunehmen, sie betreibe kein Menschenwerk, sondern Gotteswerk.

STUDIENARTIKEL; Jehova - unsere Stärke
Nichts als eindrucksvolle Behauptungen und Emotionalisierungen. "Jehova" ist wie bekannt nicht der "großartigste aller Namen", sondern wurde vom franziskanischen Beichtvater Papst Leo X., Petrus Galatinus, um 1518 aufgebracht, ist also ein Produkt der "Hure Babylon". Er ist bis jetzt eine umstrittene Mißbildung. Es müßte richtiger "Jahwe" heißen. (NW-Übersetzung, NT Vorwort engl. 1950. Wird in den deutschen Übersetzungen unterschlagen.) D

Ja, die WTG muß sich nun "an Jehova Gott klammern", seit sie 1931 alle mit diesem Namen im Widerspruch zu Apg. l;8 belegt und publik gemacht hat, "Was immer unsere Gegner unternehmen mögen" (Abs. 5). "Gegner", die helfen wollen, nicht wieder bis ans Lebensende dem WTG-Endzeitschwindel aufzusitzen? Wird doch auch wieder geschwindelt, "Jetzt steht unsere endgültige Rettung - kurz bevor." - Dabei wird wie immer kräftig mit Angriffen, Diffamierungen und Lügen pauschal gegen alle anderen Gläubigen vorgegangen. Wobei "heute die verwerflichste Gruppe der 'Mensch der Gesetzlosigkeit'" sei, "der aus der Geistlichkeit der Christenheit besteht", weil sie der WTG widersteht (Abs. 9).

Ihr werdet allen noch dankbar sein, denen, die heute dem widerstehen, wenn ihr dann an der Reihe seid, auch enttäuscht und getäuscht zu "vergehen"! Und ihr müßt euch ob dieses WT-Vorgehens gar nicht wundern, der Verbreitung von Glaubenshaß angeklagt zu werden. Aber die WTG braucht diese Feindbilder von anderen, um euch abzuschrecken und zusammenzuhalten.

STUDIENARTIKEL;
Vertraue auf Jah, Jehova!
Es fällt auf, wie oft der Begriff auf "unabsehbare Zeiten" eingeschoben ist. Im Widerspruch dazu sollst du "in freudiger Erwartung der mit Riesenschritten herannahenden Zeit entgegensehen". Das bekannte WTG-Doppelspiel "Bald, bald, bald, in Wahrheit werd'n sie alt". Das Vertrauensthema scheint jedoch auf ernste Unruhe hinzudeuten. 1975 ist immerhin bald 15 Jahre her. Man zitiert Jes. 26:20, "in die Gemächer zu gehen, die Tür zu schließen und sich nur einen Augenblick zu verbergen"! (Abs.8) Und die "inneren Gemächer" werden mit den WTG-ZJ-Versammlungsstätten (54 000) verglichen! Geheimnisvoll wird dazu gemunkelt: "Es bleibt abzuwarten, was Jehova im Sinn hat"! Sie haben längst in der Schublade, worauf sie dich abwarten heißen; werden die WT-Inhalte doch langfristig vorgeplant.

Dann schubsen sie dich wieder zurück, vor Harmagedon kämen noch Prüfungen und deine persönliche Rettung sei ja zweitrangig. (Abs. 10) Zum Schluß ziehen sie dich wieder herbei, dein Vertrauen bedeute natürlich Rettung. - Wechselbäder und Abrichtung. -
-D. P.-

JEHOVAS ZEUGEN UND IHR GESTÖRTES VERHÄLTNIS ZU JESUS CHRISTUS
Es klingelt an der Tür ...
Es sind die Zeugen Jehovas. Ich bitte sie herein. Nach einiger Zeit lenke ich das Gespräch auf das Beten zu Jesus. Da sagt mir doch einer von den 2 Besuchern:
"Wir beten nicht zu Jesus-, das ist Götzendienst!" (WT 15.12.1984): "... daß man Jesus anstelle seines Vaters, Jehova Gott anbetet. Das ist eine weitere Form des Götzendienstes ..."
Behutsam fordere ich sie auf: "Lesen Sie uns doch mal in Ihrer 'Neue-Welt-Übersetzung' der Heiligen Schrift Lukas 8, Vers 41 und Lukas 17, Vers 16 laut vor."
Jeder von den beiden liest einen Vers:

"Und er fiel Jesus zu Füßen und begann ihn inständig zu bitten". "Und er fiel zu den Füßen Jesu auf sein Angesicht und dankte ihm".
"Da", sage ich, "haben wir's!" Doch wie aus einem Mund entgegnen sie:
"Es war damals üblich, daß man einer höher gestellten Person, die Jesus ohne Zweifel war zu Füßen fiel." Ein bißchen in Verlegenheit kommen sie, wo ich ihnen entgegenhalte:
"Ist Jesus das denn heute nicht mehr und nicht mehr wert, zumal er, wie Sie doch lehren, seit 1914 unsichtbar gegenwärtig sein soll?"
Nun meinen sie, mir die Schriftstelle aus Johannes 4, Vers 20-24 ausführlich darlegen zu müssen, wo Jesus auf die "wahren Anbeter" hinweist, die "Gott mit Geist und Wahrheit anbeten".

"Ja", sage ich, "genau richtig. Diese höchste Form der Anbetung - im griechischen Grundtext steht da das Wort pros-kyneo - finden wir 5 Kapitel weiter auch auf Jesus Christus angewandt. Lesen Sie mal Johannes 9, Vers 38!" Und dann liest der eine:
"Und er huldigte ihm".
"Daß der Wachtturm hier 'huldigen' und nicht 'anbeten' für dasselbe Wort übersetzt, ist nicht meine Sache", ergänze ich. Darauf der andere Zeuge Jehovas:
"Daß man damals Jesus gehuldigt hat, hängt damit zusammen, daß er ein König war."
"War?!" rufe ich aus, "ich denke, Sie lehren, er regiert seit 1914 im Himmel als König; dann war er nicht nur ein König, dann ist er auch jetzt ein König, und Sie sind ihm die Huldigung schuldig."

Er meint darauf :
"Es steht nirgends in der Bibel, daß Jesus selbst seine Anhänger aufgefordert hat, ihn anzubeten".
"Doch", sage ich, "lesen Sie mal Johannes 5, Vers 23!"
"Damit alle den Sohn ehren, so, wie sie den Vater ehren."
"Ja, danke, das reicht", sage ich, "das 'so, wie', darauf kommt es an! Nun lesen Sie mal Offenbarung 5, Vers 13!"
"Und jedes Geschöpf ... hörte ich sagen: 'Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei der Segen und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht für immer und ewig.'"

Dann kommentiert er diesen Vers selber:
"Offenbarung 5, Vers 13 ist insoweit für uns interessant, um zu erkennen, wer dort angebetet wird, nämlich in erster Linie Gott."
"Ja", sage ich, "in erster Linie Gott, aber auch Jesus Christus. Und selbst die Engel werden Jesus Christus huldigen, wie Sie in Ihrer 'Neue-Welt-Übersetzung' lesen können im Hebräerbrief l, Vers 6. Und auch hier steht im Grundtext dasselbe Wort, wie wir es in der Passage von denen finden, die Gott mit Geist und Wahrheit anbeten. -
Aber nun wollen wir mal sehen, wie die ersten Christen zu Jesus beteten, lesen Sie mal Apostelgeschichte 7, Vers 59 und vor!"
"Und sie fuhren fort, Stephanus zu steinigen, während er flehte und sprach: 'Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.'"

Doch dann fährt er ergänzend fort:
"Daß Stephanus Jesus anrief, geschah aufgrund einer Vision, die er hatte, genauso wie bei Johannes in der Offenbarung 22, Vers 20: 'Amen! Komm, Herr Jesus.'" "Das ist mir aber neu", entgegne ich; "daß man erst eine Vision haben muß, um Jesus anzurufen. Die ersten Christen riefen Jesus auch ohne Visionen an; denn Paulus richtete seinen 1. Korintherbrief (l, Vers 2) 'an die Versammlung Gottes ... samt allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus ... überall anrufen.' Das gleiche können Sie ebenfalls auch in Apostelgeschichte 9, Verse 14 und 21 nachlesen, wo von Saulus die Rede ist, der die Befugnis hatte, alle in Fesseln zu legen, die den Namen Jesu anriefen." Meine Gesprächspartner scheinen nicht recht glücklich zu sein und eher in Aufbruchstimmung begriffen. So will ich ihnen noch schnell ein Wort auf den Weg zum Bedenken mitgeben.

Ich sage ihnen:
"Ihre Organisation hat Sie gelehrt zu glauben, daß man nach der Zeit der Apostel aus dem Neuen Testament den Namen Jehova entfernte und durch das Wort 'Herr' ersetzte. Stellen Sie sich das mal allen Ernstes vor. Überall im Römischen Reich sind ungezählte Abschriften der neutestamentlichen Bücher zerstreut vorhanden. So ein Vorhaben ist genauso unmöglich, wie wenn heute jemand auf den Gedanken käme, in allen Bibeln der ganzen Welt das Wort 'Gott' durch 'Allah' zu ersetzen. Ihre Organisation hat nur eines im Sinne, Sie von der Anrufung Jesu zwecks Ihrer Errettung abzuhalten; denn sonst könnte das wahr werden, was wir in Römer 10, Verse 9 bis 14 lesen - und in diesem Zusammenhang ist von Jesus Christus die Rede, wie auch alle Handschriftenfunde bezeugen: 'Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.'"

"Damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren" (Johannes 5:23). "Küßt den Sohn, daß er nicht zürne". (Psalm 2:12)
Und auch zu Dir, Zeuge Jehovas, sagt Jesus: "Du hast mir keinen Kuß gegeben; sie aber hat, seitdem ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zärtlich zu küssen" (Lukas 7:45).
—H . J. S. —

EIN BUCH, DAS DIE ZEUGENWELT ERSCHÜTTERT
Nachdem der Inhalt des Buches "Krise des Gewissens" unter Jehovas Zeugen Erstaunen und zugleich auch Erschütterung ausgelöst hat, kommt es vielerorts zu Auseinandersetzungen in ihren Versammlungen.
Dieses Buch enthüllt nämlich Besonderheiten, wovon der einfache Zeuge Jehovas sehr wenig oder so gut wie gar nichts wußte. Es wurden in der Vergangenheit schon einige Bücher über die Organisation der Zeugen Jehovas geschrieben und darin die leitende Körperschaft als der falsche Prophet in unserer Zeit bloßgestellt. Raymond Franz tut jedoch mehr. Er rüttelt mit seinem Buch das Gewissen aller Zeugen Jehovas wach. Der Inhalt ist so ergreifend, daß man dazu einfach nicht mehr schweigen darf. Mit diesem Buch wird nicht nur die Zeugenwelt zum Handeln aufgerufen, sondern alle christlich denkenden Menschen.

WURDE RAYMOND FRANZ VON GOTT GEBRAUCHT?
Manch ein nachdenklich gewordener Zeuge Jehovas, der dieses Buch bereits gelesen hat und auch ich, stellen sich die Frage:
"Ob Raymond Franz nicht doch von Gott dazu angeregt wurde, so ein Buch zu schreiben?"
Alle Anzeichen deuten darauf hin. Die Bibel zeigt an vielen Stellen, daß Gott in Krisensituationen oft durch einen einzigen Menschen sein Volk und die Führerschaft seines Volkes etwas mitteilte. Am Ende dieses Artikels werde ich einige Bibelstellen anführen, die das bestätigen. Vorerst ist es für Christen und Freunde der Wahrheit wichtig, zu erfahren, was Ray Franz selbst in seinem Buch dazu schreibt. Auf Seite 6 stellt er dem Leser die Frage:

"Was für eine Verpflichtung hat jeder von uns vor Gott und vor den Menschen, wenn er sieht, daß Menschen Informationen vorenthalten werden, die für sie ernsteste Konsequenzen haben können?" Diese Frage bestätigt dem Leser, daß Raymond Franz sich gegenüber seinem Gott dazu verpflichtet fühlte, all das in ein Buch zu schreiben, worüber Christen, speziell
seine Glaubensbrüder, ernsthaft nachdenken sollten.

RAYMOND FRANZ SCHREIBT WEITER
"Wenn einiges von dem, was dargelegt wird, schmerzhaft zu lesen ist, so war es auch schmerzhaft zu schreiben." (B1. 3)
"Was dieses Buch enthält, ist geschrieben aus einem Pflichtgefühl gegenüber Menschen, die ich aufrichtig liebe." (Bl. 3) All diese Auszüge bestätigen eindeutig, daß Raymond Franz aus Gewissensgründen dazu veranlaßt wurde, das Buch zu schreiben. Das heißt, Gott beunruhigte das Gewissen und Raymond Franz fing an zu schreiben. Wenn er auch nicht offiziell als ein Prophet Gottes bekannt war, handelte er dennoch als ein Diener Gottes, um seine Glaubensbrüder wachzurütteln. Genau so taten es die Wächter und Propheten zur Zeit als Israel noch die Nation Gottes war.

BEWEISE ZUM NACHDENKEN
Meine Bitte lautet nun:
Prüft selbst, mit Hilfe der Bibelstellen, ob Raymond Franz nicht doch von Gott dazu angeregt wurde, das Erlebte und Tadelnswerte in ein Buch zu schreiben, damit es dem Volke Gottes mitgeteilt werden kann. Lies selbst nach und urteile;
Maleachi 2:1-10. Dieser Bibelbericht zeigt eindeutig, daß Gott nur einen einzigen Menschen dazu benutzte, um die Schandtaten, der Priesterklasse bloßzustellen. Dieser Mensch hieß Maleachi.
(Maleachi 1:1 Lu.)

Hesekiel 2:1-10. Auch hier wird wiederum. Bestätigt, daß Gott nur einen einzigen Menschen dazu benutzte, um einer ganzen Nation Gottes Unwillen zu verkündigen. Dieser Mensch hieß Hesekiel.
(Hesekiel 1:1-3 Lu.)
Hosea 4;1-14. Wieder benutzt Gott nur einen einzigen Menschen dazu, um Sünden einer ganzen Nation aufzudecken. Dieser Mensch hieß Hosea.
(Hosea 1:1 Lu.)
-W.W.-

VERTRAUEN? (II)
...Es gibt zwar ab und zu auch Probleme mit ehrlichen Brüdern, aber damit und mit ihnen macht man kurzen Prozeß. Damit sie die Einheit nicht stören, werden sie durch Ausschluß kurzerhand aus den Versammlungen entfernt. Er ist eben ein Rebell wie Korah, den Mose aussonderte, und er wird Jehova zur Vernichtung übergeben. Da jeder selbstverständlich Angst vor einer Vernichtung hat, wo man doch gerade als gewordener Zeuge Jehovas der Verdammung entronnen ist, bleibt jeder schön brav (außer einigen). Es lohnt sich nicht über die Bibel zu diskutieren, die Ältesten haben doch immer Recht! "Vertraue den Ältesten, vertraue dem Wachtturm, vertraue der leitenden Körperschaft, dann vertraust du Jehova"! So einfach ist das.

Auf den Kongressen "Vertraue auf Jehova" sprach - ein Foto beweist es - auch Bruder Franz, Mitglied der leitenden Körperschaft und Präsident der Gesellschaft. Muß wohl ein besonderer Knüller gewesen sein, ihn zu hören. Bruder Franz ist schon fast legendär. Er ist für uns wie ein Prophet, der letztendlich vielleicht bekanntgeben wird, wann Harmagedon beginnt und er und alle anderen noch Lebenden vom Überrest werden die große Volksmenge in die neue Welt hinüberleiten und dann entrückt. Ich weiß das alles, weil ich den Wachtturm immer fleißig studiere. Ich weiß noch viel mehr. Auch daß Bruder Franz schon sehr alt ist und fast blind. Er mag wohl gut wissen, was da oben los ist, aber hier unten, bei mir? Ich zweifele das stark an.

Ich weiß auch, daß unsere Ältesten völlig unfähig sind, mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen. Völlig hilflos würden sie dastehen, hätten sie die Gesellschaft nicht mehr; Für sie ist die Gesellschaft = Jehova und Jehova = Gesellschaft. Die Bibel hat nur ihren Wert in Verbindung mit dem Wachtturm; Wachtturm ist mehr wert als die Bibel, das weiß mittlerweile jeder Zeuge Jehovas. Und ich weiß mittlerweile, daß der Wachtturm völlig untauglich ist, um zu gesunden, konstruktiven Denken zu erziehen, vielmehr ist er an dem beklagenswerten geistigen Zustand unserer Zeugen Jehovas schuld. Wir sind zwar ein bißchen anders, aber genauso schlecht wie die Welt, die der Wachtturm so sehr verdammt.

Was ich in diesem Wachtturm lese (2/88), besonders auf S, 17 Abs. 7, ist wie ein Hohn auf die Wirklichkeit; wie eine Gotteslästerung empfinde ich es, wenn ich da "Jehova" lese, doch man sich selbst damit meint. Würde die Neue-Welt-Wachtturmgesellschaft mit ihren über 3 Millionen Bürgern nicht auch gut in die UNO passen? Wenn sie sich schon mit weltlichen Nationen vergleicht, so sollte sie auch ihren Antrag stellen, vielleicht würde man sie freudig aufnehmen und sie hätte ihren gesicherten Platz. Ich glaube nämlich nicht, daß Christus, der König des kommenden Reiches Gottes, die Wachtturmgesellschaft gebrauchen kann, um die Welt mit ihrer Hilfe zu regieren. Es würde passieren, daß sie alles besser weiß und er dann wenig zu sagen hätte. Sie hat es zwar erreicht, ihre Anhänger dazu zu erziehen, daß auf den großen Kongressen Ordnung und Sauberkeit herrscht, auch schafft sie es Königreichssäle nur in zwei Tagen komplett aufzubauen, was ihr keine Baufirma nachmachen kann (Jesus selbst wollte den Tempel in drei Tagen aufbauen), aber die große Masse der Zeugen sind doch nur Namenszeugen geblieben, wie die Namenschristenheit. Die vielgepriesene neue Persönlichkeit sind die meisten nicht geworden, trotz in manchen Fällen schon lebenslangen Wachtturmstudiums. Im Gegenteil: Engstirnigkeit und Intoleranz ist in den Reihen von Zeugen Jehovas mehr zu finden als anderswo, und darunter leiden viele ehrliche Gläubige. Diese und noch viele andere böse Gedanken kamen mir beim Lesen dieses Wachtturms in den Sinn. Ich kann einfach nichts dafür, daß ich gut und böse voneinander unterscheiden kann.

Gut ist auf Jehova tatsächlich zu vertrauen, schlecht auf den Wachtturm.
-J.M.-

WAS WÜRDE WOHL JESUS DAZU SAGEN?
LIEBE BRÜDER UND SCHWESTERN UNTER DEN ZEUGEN JEHOVAS!
Ich wende mich an jene unter Euch, zu denen unser Herr Jesus nicht vergebens geredet hat durch sein Wort: "Wer Ohren hat, höre zu!" (Matthäus 13:9 NW) Vor mir liegt eine Fotokopie aus einer Hamburger Zeitung vom 21. Okt. 87, Auf einem Bild sieht man Männer mit einer Trage, aber erst der Text zum Bild verrät eindeutig, wen sie da wegtragen. Wir lesen:
"Das Ende: Feuerwehrmänner tragen den Toten vom Alsterdampferanleger an der Saarlandstraße."
Genaueres erfahren wir dann unter der Schlagzeile: "ZEUGE JEHOVAS BEIM RAUCHEN ERWISCHT - ERHÄNGT".

Es handelt sich um einen jungen Bruder (22), der sich erst wenige Jahre zuvor den Zeugen Jehovas angeschlossen hatte. Dazu die Mutter: "Hans-Jürgen schloß sich mit 19 Jahren den Zeugen Jehovas an. Das hat ihn völlig verändert."
Er brach seine Lehre als Landschaftsgärtner ab und sah seine Aufgabe vor allem darin, schweigend am Hauptbahnhof zu stehen und eiligen Passanten den "Wachtturm" anzubieten.
Das zeigte doch, daß er seinen neugewonnenen Glauben ernst nahm und nicht aus einem Überschwang der Gefühle heraus ein Zeuge Jehovas wurde. Er war nun ein Bruder unter Brüdern - so sah er das jedenfalls. Sahen es die anderen, vor allem die reiferen Brüder, auch so?

Hier kommen mir doch ernste Zweifel. Die Wachtturm-Gesellschaft schmückt sich gern mit dem Titel einer "Weltweiten Bruderschaft" mit allen Attributen christlicher Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Wo aber waren dann diese Nächstenliebe und Barmherzigkeit im Falle des Bruders Hans-Jürgen S.?
Der Bruder hatte, neben anderen alten Gewohnheiten, vor allem "eine" noch längst nicht überwunden. Er hatte - trotz Verbot - geraucht, wurde dabei gesehen, die "Übertretung" wurde den Altesten gemeldet und es drohte der Ausschluß aus der Gemeinschaft .

Gab es denn niemanden in der Versammlung, der bereit gewesen wäre, diesem Bruder die Hand zu reichen, um ihm zu helfen, mit dieser "unreinen Gewohnheit" zu brechen? Aus Erfahrung wissen wir, diese "Hand" gibt es bestenfalls für Interessierte, aber nicht für getaufte Zeugen Jehovas, da Menschlichkeit und Zuneigung dem Bruder gegenüber nicht berichtswürdig sind.
Er aber muß Stunden vorweisen! In der Schrift finden wir ein vergleichbares Beispiel im Handeln Jesu. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer brachten eine Frau zu ihm, die sie auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt hatten. "Nach dem Gesetz mußte sie gesteinigt werden, aber was sagst du?" - redeten diese Selbstherrlichen zu Jesus. Und seine Entgegnung?

"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie."
Bei einer anderen Gelegenheit sagte unser Herr zu ihnen.:
"Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das ist: 'Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer.1 Denn ich bin nicht gekommen Gerechte zu rufen, sondern Sünder"
(Joh. 8:1-11, Fußn.; Matth. 9:12,13)
Wie aber war das in Hamburg? Hören wir den Ältesten Gerhard Lienauer:

"Jede Religionsgemeinschaft hat ihre Maßstäbe. Das Rauchverbot ist einer unserer Grundsätze. Da muß sich jeder dran halten, oder die Konsequenzen ziehen." Ob er wohl den Rat des Apostels Johannes kannte? Zumindest wollen wir ihn daran erinnern, auch jene, die, statt zu helfen, den unglückseligen Stein erst in's Rollen brachten. Der Apostel schreibt:
"Wenn jemand seinen Bruder beim Begehen einer Sünde erblickt, die nicht den Tod nach sich zieht, so wird er bitten, und er wird ihm Leben geben, ja denen, die nicht so sündigen, daß sie sich den Tod zuziehen." (1e Joh. 5:16 NW)
Gehört das Rauchen bei den Zeugen Jehovas etwa schon zu den Sünden, die den Tod nach sich ziehen?
Betrachten wir doch einmal ganz nüchtern folgende Situation.

Du, der Du gerade diesen Artikel hier liest, sitzt im Zug, im Nichtraucher-Abteil und plötzlich steckt sich einer der Mitreisenden eine Zigarette an. Dir mag das lästig sein, und so bittest du ihn, das Rauchen im Abteil einzustellen, oder seine Zigarette draußen, auf dem Gang, weiter zu rauchen. Was aber, wenn er auf Deinen Einwand gar nicht reagiert? Sicher wärest Du darüber verärgert, aber käme Dir deshalb der Gedanke, diesen unfreundlichen Zeitgenossen aus dem fahrenden Zug zu stoßen? Gewiß nicht, bist Du Dir doch bewußt, dies könnte seinen Tod bedeuten und Du hättest Blutschuld auf Dich geladen.

Jesus schalt einmal zwei seiner Jünger wegen ihres Richtgeistes. Einige alte Textzeugen fügen hier hinzu:
"Und (Jesus) sprach: 'Ihr wißt nicht, welches Geistes ihr seid. Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, Menschenleben zu verderben, sondern zu retten.'"
(Luk. 9:51-56 Zürcher Bibel, Fußnote). Mit Recht konnte er also am Ende seiner irdischen Laufbahn sagen, "ich habe sie behütet und keiner von ihnen ist verloren, als nur der Sohn des Verderbens." (Joh. 17:12; 6:39; 18:9)

Was aber geschah in Hamburg?
Hier wurde nicht im Namen Gottes, nein, im Namen der Wachtturm-Organisation, ein Todesurteil gesprochen, ein Todesurteil wegen einer Zigarette! wurde zerstört, nicht weil es ein bibl. Gebot übertreten hätte, einem jener "biblischen (?) Glaubensinhalte", die nur Jehovas Zeugen vertreten, nicht voll entsprach!

Du meinst, das wäre zu hart formuliert? Keineswegs, denn ein Ausschluß aus der WT-Organisation ist - nach dem Selbstverständnis der Zeugen Jehovas - einem Todesurteil gleichzusetzen, das in Harmagedon ohne Aussicht auf Revision oder Milde vollstreckt wird.
Nebenbei bemerkt, wenn hier ein biblisches Gebot übertreten wurde, dann nicht von dem Opfer, sondern von seinen Richtern - der Wachtturm-Gesellschaft und ihren Gefolgsleuten in Hamburg!
(1. Kor. 4:6; Offb. 22:18)
Dabei war Hans-Jürgen S. gewiß nicht ohne Reue. Er brauchte jetzt Hilfe und suchte sie, u. a. auch bei Gerhard Lienauer, dem Zeugen Jehovas.

Dazu noch einmal seine Mutter:
"Danach war er sehr deprimiert. Ging ohne Abschiedswort aus dem Haus."
Liebe Geschwister, ich kann nicht glauben, daß Euer Herz schon so verhärtet ist, daß Euch der Tod Eures Bruders völlig gleichgültig ist. Wacht auf und besinnt Euch der wahren christlichen Tugenden, und orientiert Euch nicht länger an den von der WTG gepriesenen Vorbildern, sondern am Leben und Wirken Jesu und seiner Apostel. Das wird Euch helfen, zur christlichen Reife voranzuschreiten und frei zu sein für eigene persönliche Entscheidungen in christlicher Freiheit und Verantwortung.

Mögen folgende Worte aus dem Munde des Jakobus Euch stets mahnende Wegleitung sein:
"Für den, der nicht Barmherzigkeit übt, wird das Gericht ohne Barmherzigkeit sein. Barmherzigkeit frohlockt triumphierend über das Gericht." (Kap. 2:13 NW)
-Rei-

HAST DU DAS GEWUSST?
ÄLTESTEN- UND DIAKONENWAHL
Bei einigen Ortsgruppen haben sich in bezug auf die Stimmenabgabe Schwierigkeiten ergeben. Wenn eine Abstimmung vorgeschlagen wird, so wird ein Bruder als Ältester oder Diakon in Vorschlag gebracht, ohne daß zunächst seine diesbezüglichen Fähigkeiten erörtert werden. Der Vorschlag wird unterstützt, und die ganze Ortsgruppe, die den Bruder lieb hat, möchte nicht gegen seine Wahl stimmen, um nicht mißverstanden zu werden.

Es sollte stets ein Grund dafür vorhanden sein, warum man den einen oder den anderen Bruder für irgendeinen Dienst in der Versammlung wählt. Ein Ältester soll ein fähiger Lehrer mit weitem Blick sein, der auch fähig ist, denen, die eines Rates bedürfen, in der rechten Weise beizustehen. Er sollte einen tiefen Einblick in das Wort Gottes haben, in der Versammlung einen guten Einfluß ausüben und ein weiser Berater sein. Es könnte wohl kaum jemand alle diese guten Eigenschaften in gleichem Maße besitzen. Der eine besitzt ein größeres Maß von der Eigenschaft, der andere ein größeres Maß von der andern. Aber alle Ältesten sollten wenigstens einige von den genannten Eigenschaften besitzen, denn sonst würde die Wahl keine Berechtigung, haben. Gleicherweise sollte auch ein Diakon sowohl die nötige Zeit, als auch einige Fähigkeiten als angehender Ältester haben, sowie die Geneigtheit, der Herauswahl Christi zu dienen.

Nach unserm Dafürhalten ist die Methode, Älteste, Diakone usw. durch Stimmzettel zu wählen, eine sehr gute, besonders wenn Schwierigkeiten vorhanden gewesen sind, oder wenn die Abstimmung durch Stimmzettel der Mehrzahl als wünschenswert erscheint. Wenn nach dieser Methode gewählt werden soll, müssen Papierzettel und Bleistifte vorhanden sein. Ein jeder, der zur Abgabe seiner Stimme berechtigt ist, sollte schreiben:

"Ich stimme für die Wahl folgender Brüder zu Ältesten der Ortsgruppe zu ... für die Dauer von ... Monaten."
Darunter sollte er die Namen von so vielen Brüdern setzen, wie die Ortsgruppe bis dahin Älteste gehabt hat. Wenn die Ortsgruppe wünscht, die Zahl der Ältesten zu mehren oder zu vermindern, so kann dies nach der Stimmenabgabe bei der eigentlichen Wahl tun ...
Wachtturm 15.11.1923
CV-Anmerkung;
Da hatten die Zeugen noch mitzubestimmen! Und heute???

AKTUELLES IN KÜRZE
LESERZUSCHRIFT ZUM ARTIKEL "VON HARMAGEDON ZUM CHRISTUS IN JEDEM MENSCHEN" (CV 218)
... Zur Ausgabe von CV von September 87 möchten wir Euch noch schreiben, daß Euer Vermerk auf der letzten Seite unten uns zusagte:
"Die Beiträge der einzelnen Verfasser decken sich nicht in jedem Fall mit der Auffassung der Redaktion." In diesem Sinne ist nach unserer Meinung der Empfehlung des Apostels Paulus von 1. Thessalonicher 5,21 Raum gegeben: "prüfet aber alles, und das Gute behaltet".

Die Beiträge von Schwester M. S. aus S. in CV werden wohl allen ehemaligen Zeugen Jehovas aus dem Herzen gesprochen haben. Den Artikel im letzten CV "Von Harmagedon zum Christus in jedem Menschen" halten wir hingegen nicht für akzeptabel; angesichts Matth. 7,14; Joh. 14,6.

Wir vermuten dahinter den Zeitgeist, wie er durch die New Age-Bewegung = "Neues Zeitalter" dargestellt wird. Da fällt nämlich nach unserer Sicht die Mission gemäß Johannes 3,16 und Matthäus 28,19/20 unter den Tisch, weil man in jeder Religion und Weltanschauung das Gute zu sehen wünscht und dadurch nur noch der Dialog bleibt. Man überdenke hierzu noch einmal den Eingangstext dieses Briefes bezügl. Römer 8,l und lese in der Bibel bis zum 11. Verse weiter. Daran schließt sich dann das Hohelied der Sohnschaft bis Vers 30 an. Im Zusammenhang mit Joh. 1,12 ist ja nur der ein Sohn Gottes (Kind Gottes), der "in Christo ist". Alle anderen sind Geschöpfe Gottes, bei denen die Kindschaft noch aussteht und durch die Verkündigung vom Evangelium des Christus zwecks Versöhnung mit dem Vater erreicht werden soll. (1. Timotheus 2,4)
(Bei New Age soll der Mensch selbst zu Gott erklärt werden; - Erlösung durch Identifikation)
C. u. A. Seh. aus C.

AUS DER WELT DER ZEUGEN
DAS JAHR 1975
Nun war es also soweit. In diesem Jahr sollte das Ende dieser Welt kommen. Wer wollte da wohl verreisen? Oder zu einem Kongreß fahren? Unsere Ältesten bereiteten uns auf Harmagedon vor. Sie sagten, ihr müßt nicht traurig sein, wenn viele Milliarden Menschen dahingeschlachtet werden. Ihr müßt darüber lachen, jauchzen und springen, wenn ihr das Sterben um euch seht. Diese Menschen wollten ja nicht auf uns hören, also müssen sie sterben. Wer aber von euch Mitleid hat, wird auch dahingerafft. Nun nannte unser Ältester ein hartes Beispiel:

Sollte das Ende ganz überraschend kommen und ihr nicht bei eurem Kinde sein, so dürft ihr nicht hinlaufen, um es zu retten.. Euer Vertrauen muß so groß sein zu Jehova, daß ihr wißt, er rettet es. Wollt ihr es retten, seid ihr beide des Todes. Welche Auswirkungen hatte nun 1975 für uns Zeugen?

Lustlosigkeit betreffs Arbeit. Am liebsten gar nicht arbeiten.
Heiraten, wer tut das dann noch, wo doch die neue Welt kommt.
Kinder zeugen schon gar nicht. Denn wenn alles vorüber ist, werden die Kinder ja ohne Schmerzen geboren.
Lernen in der Schule wozu, wir holen alles nach in der neuen Welt. Da haben wir ja Zeit, denn wir leben dann ja ewig.
Alle jahrelangen Mitläufer, die von uns betreut wurden, wollten nun getauft werden. Sie wollten also noch schnell auf das rettende Schiff springen. Wir hatten welche, die ließen sich schon zehn Jahre betreuen. Das alles wurde gut geheißen.

Kam aber nun ein Zeuge, der noch Verstand hatte und die Bibel kannte und sagte, Brüder, laut Bibel kennt nicht einmal Jesu Zeit und Stunde des Endes der Erde. Alle, die es verkünden, versündigen sich wider den heiligen Geist. Darauf aber ist die Todesstrafe verhängt. Der Bruder wurde ausgelacht. Dazu sagten die Ältesten, unser Wachtturm und Erwachet sagen nicht, daß das Ende nicht kommt, sondern sie bestärken unsere Annahme. Beide werden durch Inspiration über unsere leitenden Brüder durch den heiligen Geist geschrieben. Jehova aber irrt nie. Also halte ein mit deinem Unglauben,

Ja, so stark waren damals die Ältesten, Nehmen wir an, daß die Ältesten gestützt auf die Organisation so handeln durften. Wer aber trägt dann die Schuld an der Verbreitung der Lüge? Nun, das Jahr verging und nichts geschah. Die Ältesten und Brüder wurden ruhiger. Da, es kam der Bescheid. Ihr dürft wieder heiraten und Kinder haben. Jehova wollte nur euer Vertrauen zu ihm prüfen. Vorläufig bleibt alles beim alten. Denn das Leben geht ja weiter. So, nun ist die Parole - 1975 kommt Harmagedon - als dicke Lüge geplatzt.

Die Jahre danach zeigten großen Abfall bei den Zeugen. Nun waren wir aber gespannt, was die Kongreßleitung über das Jahr 1975 sagen würde.
Warum wir noch einmal über das Jahr 1975 schreiben. Brüder, es kann gar nicht genug darüber gesagt werden. Ihr älteren Brüder schämt euch darüber zu reden. Aber es sind so viele Junge hinzugekommen, die kaum etwas davon wissen.
-E.B.T.-

"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 267/88 V 7 1 877 N2

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