Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 221

In einer für Zeugen Jehovas-Verhältnisse (geschichtlich betrachtet) spektakulären Kurskorrektur, ist es nunmehr auch den Zeugen Jehovas ab 1996 möglich (und wird auch weitgehend praktiziert) Ersatzdienste zu leisten, für ansonsten vom Staat geforderten Militärdienst.Offenbar gab es schon zu einem früheren Zeitpunkt, Ansätze dazu, die gerade in dieser Frage sich besonders offenbarende Rigorosität der Zeugen zu „kippen". Diesem Anliegen war allerdings, damals kein Erfolg beschieden. Raymond Franz - als Zeit- und Augenzeuge - berichtet in seinem Buch auch darüber. Da selbiges schon vor der Ausgabe des Claudius-Verlages in der CV inhaltlich vorgestellt wurde, ist in dieser CV-Ausgabe die Referierung diesbezüglicher Aspekte zu registrieren.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 221 GERA DEZEMBER 1987

„GÖTTLICHE WAHRHEIT"?
R. Franz bricht sein Schweigen (11)
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen WT Nr. 11 bis 13/1987
DAS GEBET
Ein Wort zum Nachdenken
EIN EHEMANN UND VATER
Fragen an die Wachtturm-Gesellschaft
ERINNERUNGEN
Ein Kongreßbesuch in Düsseldorf
EIN FROHES WEIHNACHTSFEST
Ohne Zeugen Jehovas

CV221.jpg (55788 Byte)

ANSICHTEN MEINUNGEN
Obwohl die christlichen Glaubensgemeinschaften im allgemeinen sehr zerstritten sind, in ihren Ansichten und Lehren, sind sie sich in bezug auf das Weihnachtsfest und seine Bedeutung doch nicht so uneins. Es gibt natürlich auch Vertreter anderer Ansichten, die das Feiern der Geburt Christi ablehnen. Einmal. weil es nicht das richtige Datum sei, an dem Jesus geboren wurde, und zum anderen, weil es auf ein heidnisches Fest der Wintersonnenwende datiert ist und gefeiert wird.
Das entspricht zwar den Tatsachen, aber man kann es auch anders betrachten, denn es gibt ja keine konkreten Angaben in der
Bibel für eine solche Feier, wie es auch keine l00%igen Daten dafür gibt. Spekulativ und unvollkommen bleiben alle Angaben von Forschern, weil sie auch nichts an den Tatsachen ändern können.

Auch der Vorwurf, was aus diesem Fest gemacht worden ist, mit seinem übermäßigen Prassen und Schenken, ist kein Argument gegen Weihnachten.
DER BUCHSTABE TÖTET -
ABER DER GEIST IST LEBEN! (2. Kor. 3:6)

Wenn aus einer guten Sache, wie sie das Christentum ist, keine guten Früchte hervorkommen, kann man doch nicht sagen, das Christentum taugt nichts. Ebenso verhält es sich mit Weihnachten! Die Geburt Jesu wurde mit großer Freude im Himmel und auch auf der Erde gefeiert. Von Engeln, Hirten und vielen anderen, warum nicht auch von uns? Es gibt jedenfalls kein Verbot noch Hinweis in der Bibel. Auch bei den Zeugen Jehovas wurde früher Weihnachten gefeiert.
Nachdem die Buchstabenmenschen in der WTG die Oberhand gewannen, verlor man den Geist, der notwendig ist, die Dinge und ihren Sinn zu sehen, nicht den Buchstaben.

MEHR TOLERANZ STATT VERBOTE
Es gibt ja kaum Tätigkeiten und Handlungen im Leben eines Zeugen Jehovas, die von der WTG nicht überwacht werden. Das trifft nicht nur auf Weihnachten zu, wo man den Tannenbaum und ähnliche Gegenstände gleich als Götzenkult bezeichnet, sondern erfaßt alle Lebensbereiche. Man übersieht dabei aber den eigenen unbiblischen Kult, wie mit dem Überrest der 144 000, der durch das separate Nehmen der Symbole einiger wenige dieser Klasse, einer Verhöhnung der vielen anderen ZJ gleichkommt. Ebenso das Jahr 1914, ein Datum, daß es in der Bibel nicht gibt, wird trotz vieler Blamagen weiter als Kultzeichen hochgehalten. Wenn das echtes Christentum sein soll, dann hat uns Christus vergeblich vom Buchstabengesetz Moses freigemacht, wir sind einem neuen, von Menschen gemachten Gesetz des Buchstabens aufgesessen und ausgeliefert. Darum mehr Toleranz und Verständnis für andere mit kleinen Splittern in den Augen, zumal noch, wenn ich selbst noch einen viel größeren drin habe.
Das gilt besonders auch zum Weihnachtsfest, denn wir können das Datum sowohl, als auch das Drumherum nicht ändern.

WEIHNACHTEN EIN FEST DES FRIEDENS
Wenden wir uns dem Hauptbeteiligten zu, Jesus Christus, der in der Prophezeiung Jesaja 9:5-7 gleich zweimal mit Frieden, Ewig-Vater und Friede-Fürst angekündigt wird. Was bei der Geburt Jesu von den Engeln bestätigt wird, mit den Worten: "und Frieden auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen!" (Lukas 2:14)
So verhielt er sich auch später in seiner Tätigkeit und im Umgang mit den Menschen. Er ritt nie auf einem Buchstaben herum, sondern hatte Verständnis für alle Fehler und Schwächen, der Ärmsten und der Sünder, die da ehrlich waren und nicht heuchelten. Durch sein Verhalten stiftete er den Frieden, den die .Menschen benötigen. Auf diese Weise hat er in allen Dingen uns ein Beispiel hinterlassen, seinen Fußtapfen nachzufolgen, (l. Petrus 2:21)

Das bedeutet für uns, die gleiche Toleranz gegen alle Mitmenschen zu praktizieren, wie sie Jesus anwendete. Und statt des Buchstabens, doch mehr mit dem Geist, den Sinn und die Bedeutung einer Sache zu sehen. Dann gäbe es auch eine Möglichkeit, mit allen Menschen guten Willens, der Dinge dankbar zu gedenken, die vor nunmehr 1990 Jahren zu unserem Nutzen, von Gott aus geschahen, und so gemeinsam ein friedliches, frohes Fest der Liebe zu feiern.

HINDERNISSE - DIE ES UNMÖGLICH MACHEN
Es gibt sie sehr zahlreich sogar, da ist einmal der Eigendünkel der WTG und ZJ, nur sie allein seien die von Gott erwählte und geleitete Organisation auf der Erde, durch die man vor der Vernichtung gerettet werden kann. - Dann lautet eine Parole: Reinerhaltung der Organisation! Eine Utopie, wenn man bedenkt, daß es ja auch nur unvollkommene und sündige Menschen sind. Was sich deshalb auch an der hohen Zahl der ungerechten Ausschlüsse widerspiegelt. Wer es erlebt hat, wie ich selbst auch, versteht die Zeiten der Inquisition dann noch besser, denn es gibt kein Pardon, wenn man auch im Recht ist. -

Die WT-Literatur wird höher eingestuft als die Heilige Schrift selbst. Das wird deutlich, wenn Widersprüche zwischen diesen auftreten, was nicht selten ist. dann darf niemand die Bibel als Beweisstück gegen die WT-Lehren gebrauchen. Auf diese Weise werden erwachsene Menschen auf Lebenszeit zu geistigen Kindern degradiert. -

So könnte man fortfahren mit Beispielen wie Abendmahl, Zeitrechnung 1914, Andere Schafe, Nur eine Hoffnung für Christen u. a. Damit wollte ich auch nur andeuten, welche Schwierigkeiten für ein gemeinsames, christliches Weihnachtsfest bestehen. Trotzdem sollte sich niemand durch Fanatiker und ihre Organisationen von Religionsgemeinschaften beirren lassen, und Weihnachten, das Fest der Liebe und des Friedens, so gestalten und feiern, wie er es vor Gott und seinen Mitmenschen und der Familie verantworten kann.
-E.A.B.-

WIE DIE „GÖTTLICHE" WAHRHEIT GEMACHT WIRD
Raymond Franz bricht sein Schweigen (11)
EINE ZWEIDRITTEL-MEHRHEIT ENTSCHEIDET
Man sollte es nicht glauben! Aber es ist so! Eine Zweidrittel-Mehrheit der Mitglieder der leitenden Körperschaft der WTG in Brooklyn entscheidet darüber, was zu einer "göttlichen Wahrheit" erhoben wird oder nicht, wofür die "Verkündiger" draußen also "loyal" zu leben oder zu sterben haben. Bis also eine Zweidrittel-Mehrheit unter den LK-Mitgliedern irgendwie erreicht ist, um etwas zu verändern, haben alle der bis dahin aufrechterhaltenen WTG-Ansicht zu folgen, wenn sie auch falsch ist. Es gab Abstimmungen in der LK, wo eine Neuentscheidung beinahe erreicht war bzw. wieder umkippte, weil es um eine Stimme ging! Andere Fragen wurden nicht entschieden, blieben also in der Schwebe. weil es gleich zu gleich stand. Man überlege sich, was eine solche "Wahrheits"-Findung alles bedeuten kann.
Ehe wir hierüber nachdenken, wollen wir uns von Raymond Franz, ehemals Mitglied der LK, einige Vorgänge vor Augen führen lassen nach dem, was er in "Krise des Gewissens" schildert.

WIE ES DA IN DER LK HERGEHT
Es geschahen da die befremdlichsten Dinge. Die Zweidrittel-Mehrheit erlaubte u.a. Die Stimmenthaltung, die Weigerung eines LK- Mitgliedes, ja zu etwas zu sagen. Das sei aber kein Veto-Recht gewesen. Eine Minderheit konnte also nichts verhindern, auch Falsches nicht. Oder sie blockierte etwas. Bei weniger bedeutenden Fragen wurde auch bei nicht vollständiger Übereinstimmung, wider besseres Wissen also, allgemein mit der Mehrheit gestimmt. Mit der Zeit aber, so Ray Franz, waren die Fragen, die echt sein Gewissen berührten. Dann waren sie meist 2 oder 3. die sich aus Gewissensgründen der Stimme enthielten.Oft genug sei es um die "Todesurteile", um die Frage Gemeinschaftsentzug, ja oder nein, gegangen. Da passierte folgendes:
Von 14 LK-Mitgliedern waren 9, die in einer Sache keinen GE wollten. Aber das waren keine Zweidrittel. Was die Mehrheit also für richtig hielt, geschah dennoch nicht.

MENSCHEN FÜR DIE LK WIE SPIELBÄLLE
Nehmen wir als konkretes Beispiel die Frage des Wehrersatzdienstes. 1977 wurde von einem Bruder aus Belgien die WTG-Politik des faktischen Verbots dieses Dienstes biblisch in Frage gestellt. Diese Politik sei nicht klar mit der Schrift begründet. So kam es darüber in der LK zur Diskussion und Abstimmung. Die entscheidende Abstimmung fand am 15. November 1978 statt.
Alle 16 LK-Mitglieder waren anwesend.

11 von ihnen stimmten für eine Änderung der WTG-Politik, damit ein Zeuge, der diesen Ersatzdienst leistet, nicht als treulos gegenüber Gott abgeschnitten wird.
Dies war eine Zweidrittel-Mehrheit. Damit hätte diese Frage positiv für Ersatzdienst entschieden werden können. Da änderte ein Mitglied der LK seine Meinung, so daß es keine Zweidrittel-Mehrheit mehr dafür gab. Es wurde erneut abgestimmt. Jetzt stimmten nur noch 15 ab, 9 für Wehrersatzdienst, 5 dagegen, l Stimmenthaltung. Obwohl in allen Abstimmungen eine klare Mehrheit für Ersatzdienst war, wurde nichts geändert. Es gab keine Zweidrittel-Mehrheit mehr. Somit müssen alle Betroffenen weiter ins Gefängnis, mit allen Folgen für Freiheit und Leben, obwohl sie die Mehrheit der LK hinter sich haben für Ersatzdienst,

Raymond Franz empfand dies als eine unglaubliche Position, die nicht aufgestört werden sollte.
In der Tat sind hier Menschen wie Spielbälle für die LK. Hin und her geht es mit ihrer Freiheit, und wenn es das Leben kostet, das zeitliche wie das ewige, wenn sie die WTG oder LK als "treulos" einstuft. Nein, nicht die LK, sondern nur eine Minderheit in der LK. Das ist mehr als ein Skandal im Namen Gottes!

DIE LK SPIELT GOTT!
Obwohl die Mehrheit in der LK der Ansicht war, daß die aufrechterhaltene WTG-Position keine klare Stütze in der Schrift hatte, wurde diese WTG-Politik "der weltweiten Bruderschaft auferlegt mit allen Konsequenzen".
Raymond Franz kam zu keinem geringeren Urteil, als Jesu Verurteilungen der Pharisäer und Schriftgelehrten über diese LK zu zitieren: "Sie binden schwere Lasten und laden sie auf der Menschen Schultern, aber selbst sind sie nicht gewillt, einen Finger zu heben, um sie zu "bewegen."
(Matthäus 23:4)

Schließlich sah er sich gezwungen, vor der leitenden Körperschaft die Frage zu erheben: "Wenn die Sache nicht klar in der Schrift ist, warum sollten wir versuchen, Gott zu spielen?" Wiederholt erhob er diese Frage. Vergeblich!
Er kam zu der Erkenntnis, daß man der Ansicht war, die Interessen der einzelnen können für die Organisation geopfert werden, ohne jede schriftgemäße Begründung, rein nach Tradition und pharisäischer Gesetzesgerechtigkeit, die Jesus verurteilte. Nein, die WTG betreibt kein Werk Gottes. Was da aus der LK als unbiblische Last weltweit auferlegt wird, wäre eine Vergewaltigung des Geistes Gottes, über den sie mit Mehrheiten oder Minderheiten befinden und entscheiden. Man kann Raymond Franz nur zustimmen: Sie spielen Gott!

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
WIR PRÜFEN DIE WT NR. 11 BIS 13/1987
NEBENARTIKEL: Düstere Aussichten für alte
Menschen? Wahre Christen ehren Ältere -
Zunächst muß folgende Schwarzmalerei zurückgewiesen werden: "Die Aussichten der alten Menschen ... sind jedoch alles andere als gut. Alarmierend ist schon heute die Zahl derjenigen, die mittellos und ohne feste Bleibe sind." (S. 3)

Das mag für die USA zutreffen, auch für die noch ausgebeuteten Länder. Aber so etwas auch hier verkündigen? Haben sie kein Unterscheidungsvermögen? Sie haben es! Es ist ihre Absicht, alles möglichst düster erscheinen zu lassen, damit alle WT-folgsam bleiben. Die soziale Sicherheit allein in unserem Lande straft diese WT-Verkündigung Lügen.

Was ist jedoch der Hintergrund dieser WT-Themen? Das ist ohne Zweifel der erneute Endzeitbankrott, mit dem seit 1975 nun schon die 3. Generation "vergeht". Die Enttäuschungen unter den erneuten Alten, die wiederum "niemals sterben" sollten, sind gewaltig. Wieder schlachtet die WTG für sie nun die Bibel aus, wie einst für die Alten von 1874, 1914, 1925 oder 1945,- um sie bis zu ihrem "vergehen" möglichst noch zu halten, für die Kolportage zu nutzen oder wenigstens zu "trösten", alle guten Dinge der Bibel wieder mißbrauchend.

Die reale Last hält sie sich als Organisation allerdings dabei vom Halse. In erster Linie sollen sich die Angehörigen kümmern, denen die Bibel da in erster Linie zitiert wird. Können sie beim besten Willen nicht, oder wollen nicht, dann soll man die Fürsorge des Staates etwa in Anspruch nehmen. Da ist er dann gut. Und wenn er aber auf die WTG hören würde und abtreten würde, weil er seit 1914 "kein Recht zu herrschen mehr" habe? Über diese Ungereimtheiten denkt dabei keiner nach. Eine Hauptansicht des WT ist, die Alten möglichst vielfältig in der Organisation beschäftigt zu halten. In den WT-Schlußworten wird allen, die ihre "betagten Eltern" pflegen, versprochen, "daß sie reich belohnt werden von dem Gott, der denen, die ihre Eltern ehren verheißt, daß sie 'lange auf der Erde bleiben'". Damit ist der Betrug perfekt:
Die Jungen "bleiben", die Alten haben wieder zu "vergehen".

Anzumerken wäre, daß die christlich diakonische und karitative Fürsorge der Kirchen für alte Menschen vom WT völlig totgeschwiegen wird, die nämlich gegen die WTG zeugt. -

WACHTTURM NR. 12/1987
TITELBILD: GOTT - Eine Person oder drei?
Der Blickfang wendet sich gegen die Vorstellung von Gott als Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit, die altbekannte Kirchenfeindlichkeit der WTG also. Niemand hat Gott bisher gesehen und kann oder wird ihn jemals sehen. Und als Bibel haben wir nur unvollkommene Übersetzungen. Nicht die Erkenntnis über Gott ist entscheidend, sondern die Liebe zu Gott. l. Kor. 13. Damit ist die ganze WT-Erkenntnisrechthaberei über Gott erledigt. Auch über Gott ist nur Erkenntnisstückwerk möglich. Was sollten gar die machen, die wegen irgendwelcher Unzulänglichkeiten fast nichts über Gott erkennen können? Gott schaut auf das Herz, nicht auf einen Erkenntnisstand über ihn. Ob man sich Gott dreieinig vorstellt, oder nicht, ist eine Erkenntnisfrage, die Liebe zu Gott ist davon nicht abhängig. Die WTG will hier allein von den anderen Christen und ihren Kirchen abziehen und fernhalten, wohin man angesichts des WTG-Endzeitbankrotts gehen könnte. -

STUDIENARTIKEL: Eine Zeit der Prüfung und Sichtung und Prüfung und Sichtung in der Neuzeit
Natürlich gab es in der vorchristlichen und urchristlichen Zeit Prüfungen und Sichtungen. Darüber braucht man keinen WT, man kann es in der Bibel selbst lesen.
Allerdings waren Propheten und Apostel damals keine falschen Propheten. Wir werden sehen, was das bedeutet.

ZUNEHMENDES LICHT
Wir brauchen uns bloß auf die Kernfrage zu konzentrieren; Seite 19. Damit steht oder fällt alles. Alle "neuen Lichter", die da von 1919 bis 1986 aufgeführt werden, sind haltlose WTG-Konstruktionen, nachweisbar. Nehmen wir den folgenschwersten Schwindel davon:
"1962; Die "obrigkeitlichen Gewalten' aus Römer 13:1 wurden passenderweise mit den weltlichen Regierungen gleichgesetzt, denen Christen relative Unterordnung schulden."

Das ist ganz raffiniert formuliert! Das hat wie alles andere überhaupt nichts mit "zunehmendem Licht" zu tun! Das wurde nämlich bis 1929 längst so verstanden und gepredigt! Seitdem aber als "falsche Religion" mit fürchterlichen, feindseligen und haßerfüllten Beschuldigungen gegen die anderen Kirchen und mit z. T. Tödlichen Folgen für die WTG-Hörigen selbst verworfen! Siehe CV 73 und 200!
"Täuschung der Herzen der Arglosen" ist das jetzt wieder! Mit "glatten Worten"!
(Römer 16:18)

Nein! Nicht Gott prüft und sichtet alle unter der WTG! Der Abfall unter der WTG erfolgt völlig berechtigt! Es ist ein Abfall von einem "neuzeitlichen falschen Propheten", der hier im Namen Gottes auftritt! Denn die WTG erfüllt mit ihrem angeblich "zunehmenden Licht" haargenau 5. Mose 18:20-22. Das ist längst über die 100 Jahre WT-Geschichte dokumentiert und nachlesbar, u. a. CV 73 und 100.
Wie eindrucksvoll die WTG ansonsten auch mit allerlei Zahlen und Zunahmen operiert, mit Leistungen und Mehrungen - andere haben da noch viel mehr aufzuweisen. Das besagt überhaupt nichts! Nicht Größe und Quantität zählen, sondern allein die Qualität. Und die ist nachweislich falsche Prophetie. So ist jeder WT in seinem Kern so oder so haltlos. -

WACHTTURM NR. 13/1987
TITELBILD:
Sich beherrschen in einer unbeherrschten Welt
Schon diese Schlagzeile ist Irreführung, weil sie eine Halbwahrheit ist, eine Halblüge. Die Menschen in der Welt sind nicht alle unbeherrscht. Eine verleumderische Verkündigung also, die man in dieser Form zurückweisen muß. Man wird durch den WT also dahin gebracht, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen.

STUDIENARTIKEL: "Kein Frieden für die Bösen' - Michael, der große Fürst, steht auf Göttliche Segnungen für "die, die Einsicht haben."
Es handelt sich in der Hauptsache um eine neuzeitlich angepaßte Wiederholung der WT-Deutungen des Nord- und Südkönigs aus Daniel 11 und 12. Es ist unerhört, was dem Leser hier zugemutet wird. Eine religiös-politische Geschichtsvergewaltigung ohnegleichen, die nur in der Sache Unwissende und Naive schlucken können. Du bist über solche Feststellung empört? Dann verschaffe dir das "Licht", daß die WTG zuvor in dieser Danieldeutung ebenfalls "von Gott" bekommen haben wollte: Schriftstudien (3) von 1890, "Dein Königreich komme", "Die Harfe Gottes" von 1922, "Die neue Welt" von 1942.

Ein Vergleich dieser "Lichter" mit dem heutigen zeigt, daß die WTG auch in dieser Frage ein falscher Prophet ist. Die WTG wird da allerdings schwerlich ihr Archiv öffnen. Wir haben dies alles ausführlich in CV 73 und CV 200 dokumentiert. Es ist unverantwortlich, dies zu ignorieren und einfach das heutige WTG-"Licht" zu kolportieren. Tut man dies dennoch, dann muß man sich über die Reaktion bei einem Sachkenner nicht wundern.

EINIGE BEMERKUNGE
ZUR NUN VORLIEGENDEN DANIELDEUTUNG
Frage 3, S.10:"Warum ist es nicht möglich, daß die Menschen mit ihren Friedensbemühungen Erfolg haben?" ist nicht nur Verkündigung gegen den realen Friedenskampf, sondern auch Unwahrheit. Denn viele Friedensbemühungen haben Erfolg gehabt! Z. B. seit dem 2. Weltkrieg in Europa. Andere allerdings auch nicht. Also wieder eine Halbwahrheit oder Lüge, was der WT da sagt.

UND WO WILL DIE WTG HIN?
Da lautet die Fußnote auf Seite 13;

"Beachte auch, daß gemäß Vers 35 die 'Zeit des Endes' noch in der Zukunft liegt."
Nun ja, die 1914-Generation ist vergangen, auch in "Erwachet" seit 1/1987 gestrichen. (Präambel) Der Verweis auf das WTG-Buch "Dein Wille geschehe auf Erden" zu Absatz 15, S.14 von 1958 beweist uns, daß in diesen Danieldeutungen die antikommunistische Hetze der WTG der 50er Jahre nach wie vor gilt. Von "strikter Neutralität" (Abs.14. S.l9) kann also keine Rede sein.

Ein Punkt noch. Nach Abs. 4, S. 21 ist das "wilde Tier" (Offb. 11:7) doch 1918 "aus dem Abgrund" wieder 'heraufgestiegen'!
Wird nicht im Widerspruch dazu mit dem WT vom 1.Oktober 1985, S. 15 mit der WTG-UNO- Feindschaft '1945 aus dem Abgrund' verkündet? - Was für eine Verworrenheit!
-D.P.-

DAS GEBET
Liebe Brüder, liebe Schwestern!
Welche Rolle spielt das Gebet im christlichen Glauben, das ist die Frage? Im Zusammenhang mit der Begegnung Jesu mir der Samariterin am Jakobsbrunnen heißt es:
"Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten" (Johannes 4,24).

Das setzt allerdings voraus, daß wir auch Gottes Geist haben, wie könnten wir ihn sonst in Geist und Wahrheit anbeten? Auch war Jesus selbst vor seiner Menschwerdung Geist und ist nach seiner Auferstehung von den Toten wieder dort zurückgekehrt, wo er vorher war, in das geistliche Reich. Und wie ist es mit dem Heiligen Geist? Er ist die Kraft und der Teil, der von Gott ausgeht. So gesehen haben wir es mit beiden zu tun, wenn wir zu Gott beten. Wir haben es immer mit dem Geist zu tun; er ist beim Gebet der aktivste Teil. Aus diesem Grunde lesen wir im Hebräerbrief von Gott:
"Sollen wir nicht dem Vater der Geister unterwürfig sein und leben?"
(Hebräer 12,9)

Der Kern unseres Gebetes ist daher unsere geistliche Kommunikation mit Gott dem Vater. Mit ihm, im Geiste zu reden und zu ihm zu beten, bedarf es nicht einmal der Worte oder einer bestimmten Körperhaltung. Wir werden dabei an ein Wort des Apostel Paulus erinnert, das er an die Christen in Rom richtete. Er meint, daß sich zuweilen der Geist unserer Schwachheit annimmt; denn wir wissen meist gar nicht, wie wir beten und was wir bitten sollen, aber der Geist ist es, der sich für uns verwendet in unaussprechlichen Seufzern (Rö. 8,26). Da aber unser Körper dem Geist untertan ist, ist es durchaus angebracht, wenn wir zuweilen eine Haltung einnehmen, die Ehrerbietung verrät, indem wir "heilige Hände erheben oder unsere Knie beugen".

Natürlich können wir auch laut beten und dadurch unseren Mitbruder mit in das Gebet einschließen oder selbst dazu ermuntern. Schon die uns von Gott geschenkte Gabe der Sprache zeigt, daß wir das Bedürfnis haben, damit unsere Gedanken auszudrücken und anderen mitzuteilen. Dazu gehört in erster Linie, daß wir Gott dafür danken, daß er uns überhaupt mit dieser Fähigkeit ausgerüstet hat.

Menschen, die oft einsam sind, empfinden in den zwischenmenschlichen Beziehungen eine gewisse Leere. Menschen, die zu Gott keine Beziehung haben und daher des Gebetes ermangeln, empfinden meist das gleiche. Es ist alles leer um sie. In beiden Fällen sind sie nicht glücklich, sondern unzufrieden, neigen zu Lethargie und zu Depressionen. Sie merken, daß ihnen etwas fehlt und fühlen sich geistlich arm und bloß. Allein die Zuflucht zu ihren Mitmenschen und der Austausch und das Reden mit ihnen, ersetzt nicht den Austausch und das Reden mit Gott. Das Reden und der Austausch mit Gott ist weit mehr; es ist das Gebet.
-M.H.-
(Auszugsweise aus
"Ein Wort zum Nachdenket " )

HAST DU DAS GEWUSST?
ANFRAGE AN CV.:

"... In unserer Stadt gibt es einen Ältesten, den wir als vorbildlich einschätzen. Aber man sagt ihm nach, daß er im Betrieb die Funktion als Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzobmann bekleidet.
Ist das mit unserem Glauben vertretbar?"

CV-ANTWORT:
Es ist für uns nichts Neues, daß es so etwas gibt. Uns ist seit langem bekannt, daß sogar hauptverantwortliche Älteste solche Funktionen ausüben.
Zum Beispiel sind einige aktiv in der Konfliktkommission ihres Betriebes, Vertrauensmann in der Gewerkschaft, ja sie lassen sich sogar als Gesellschaftlicher Verteidiger vor Gericht einsetzen, und sie beteiligen sich sogar an Gewerkschaftswahlen, und lassen sich auch immer wieder, in ihre Funktionen, neu wählen.

Die WTG duldet es stillschweigend, weil es für sie von Nutzen ist.
Im Jahrbuch der WTG von-1986 ist nachzulesen, was die Gesellschaft alles duldet. Auf Seite 236 stehen unter der Überschrift "Krisenmaßnahmen von Jehova" 2 Sätze; und die lauten so :

„Im Frühjahr 1968 setzten die biafranischen Behörden zwei Staatsangestellte in wichtige Vertrauensposten ein, und zwar in Europa und an biafranischen Behelfsflugplatz. Zufällig waren die beiden gute Freunde und außerdem Zeugen Jehovas."
Am Ende des Artikels heißt es:
"... und Brooklyn wurde informiert und eine ständige Nachrichtenübermittlung setzte ein."
Dieser Vorfall beweist eindeutig, daß die Gesellschaft vieles erlaubt, wenn sie den Nutzen davon hat.
Sollten jedoch diese beiden Zeugen-Staatsangestellten jemals an den Lehren der WTG Kritik üben, dann sind sie die längste Zeit "IHRE" Zeugen Jehovas gewesen.
-WW-

BRIEF EINES EHEMANNES UND VATERS AN DIE WTG
Sehr geehrte Herren,
ich bin kein Zeuge Jehovas, aber der wohl am meisten Betroffene durch mir unbegreifliche Ereignisse beim Besuch unseres Sohnes. Deshalb wende ich mich um Beantwortung für mich wichtiger Fragen bezüglich Familienfriede und Gastfreundschaft an Sie.
Während der 25 Jahre der Zugehörigkeit meiner Frau zu den Zeugen hatten wir anläßlich der Kongresse in unserer Stadt immer Gäste aus ihren Reihen, u. a. auch ein Kreisdiener-Ehepaar zusammen mit einem Herrn aus dem Bethel/Wiesbaden für mehrere Wochen, da diese den Kongreß organisierten. An den Tagen verschiedener Kongresse stellte ich mein Haus mehrmals bis zu 9 Personen zur Verfügung.

Damals nahm niemand Anstoß daran, daß ich - der Gastgeber - kein Zeuge Jehovas, sondern ein Katholik war.Ich selbst tolerierte und toleriere noch immer den Glauben anderer.
Seit dem Tag, an dem meine Frau freiwillig die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas verließ, ist von gegenseitiger Toleranz nichts mehr zu merken und unser familiärer Friede und die bis dahin vollkommene Einigkeit sind gestört.

Unsere Kinder wurden durch meine Frau im Glauben der Zeugen erzogen und unser ältester Sohn mit seiner Frau und den zwei Kindern gehören Ihrer Glaubensgemeinschaft noch immer an.
Vor dem erstem Besuch unseres Sohnes und seiner Familie (er wohnt in einer ca. 200 km von uns entfernten Stadt) nach dem Austritt meiner Frau wurde uns telefonisch mitgeteilt, daß sie ihre Besuche nun reduzieren und auch nicht mehr bei uns übernachten würden.
Während des ersten Besuchs nun geschahen mir unbegreifliche Dinge:

Die von meiner Frau als Geschenk für die Kleinen gedachten Spielzeuge wurden von den Kindern abgelehnt, mit den Worten. "Nein, das will Jehova nicht." Die Kinder wurden von den Eltern nicht aufgefordert, es anzunehmen.
Auch die etwas später angebotenen Süßigkeiten wurden abgelehnt.
Bei der darauffolgenden Aussprache wurde uns gesagt, daß ich selbst und unser zweiter Sohn als Gäste in ihrer Wohnung willkommen wären, der Besuch meiner Frau aber nicht erwünscht sei.
Einige Tage später wurden wir schriftlich gebeten, ihre Einstellung zu akzeptieren, da sie nicht gegen Jehova sündigen können.
Also mit anderen Worten:
Ich als Wohnungsinhaber muß in meinem Haus das respektieren, was meine Gäste fordern.Ich als Gast muß in der Wohnung meiner Gastgeber das respektieren, was meine Gastgeber fordern (sogar mit der Möglichkeit rechnen, daß meine Frau nicht eingelassen wird).Das hängt mir zu hoch!
Bisher war ich sehr gern Gastgeber meines Sohnes und seiner Familie und ich weiß mit Sicherheit, daß sie auch sehr gerne Gäste bei uns waren.
Deshalb bitte ich Sie um klare Antworten auf meine folgenden Fragen.

Wie müssen sich Anhänger Ihrer Glaubensgemeinschaft verhalten, wenn sie ihre Eltern besuchen, von denen einer die Gemeinschaft der Zeugen verlassen hat?
1. Müssen sie die Anzahl ihrer Besuche einschränken?
Ja oder nein?
2. Dürfen sie im Elternhaus übernachten?
Ja oder nein?
3. Dürfen sie mit den Eltern gemeinsame Mahlzeiten einnehmen?
Ja oder nein?
4. Dürfen sie kleine Zwischenmahlzeiten annehmen und essen?
Ja oder nein?
5. Dürfen sie Geschenke annehmen?
Ja oder nein?
6. Bestehen die gleichen Anweisungen auch für ihre kleinen Kinder?
Ja oder nein?
Diese Fragen stelle ich, weil sie bei dem Gespräch mit Sohn und Schwiegertochter aufgeworfen wurden.

Verzichten Sie in Ihrer Antwort auf die Aussage, jeder solle seinem Gewissen gemäß handeln. Es ist eine Bibelauslegung, wenn Sie Ihre Anhänger lehren, sie würden gegen Gott sündigen, wenn sie Vater und Mutter. die keine Zeugen Jehovas mehr sind, ehren und lieben. Das Gewissen jedes Menschen kann man manipulieren. Im Falle unseres Sohnes und unserer Schwiegertochter ist dies in großem Maße geschehen.

Ich habe in diesem Brief die gefühlsmäßigen Äußerungen unserer Kinder nicht erwähnt und auch nicht ihre große Verzweiflung, die aus Ihrer Lehre resultiert. Sie lieben mich und meine Frau und deshalb ist die derzeitige Situation für sie sehr schlimm.
Ihre Gewissensqualen können nur Sie beenden.
Meine Familie ist für mich das höchste Gut, das ich besitze und ich lasse mir von nichts und niemandem die Liebe in unserer Familie zerstören.
Merken Sie sich das gut, meine Herren!
Höflichst
A. S. aus S.

CV-Anmerkunq
Aus persönlichen Gründen haben wir an dem Brief unwesentliche Änderungen vorgenommen! - Zu erwähnen wäre noch, daß auf diesen Brief hin der vorsitzführende Aufseher der örtlichen Versammlung sich i. A. der WTG um ein Gespräch mit dem Briefschreiber bemüht hat, was dieser jedoch ablehnte, da er die Antwort von der WTG erwartete.

Erst nach einem Erinnerungsschreiben bekam er von der WTG eine Antwort.
Man machte ihn, ohne auf seine Fragen einzugehen, auf den WT vom 15. Dezember 1981 aufmerksam.
So einfach machte es sich diese "Organisation" der Zeugen Jehovas!
Was interessiert sie Menschenschicksale!!!

DER „TOM-SAWYER-EFFEKT"
Wenn wir von einem Gleichnis hören oder lesen, wird uns als Christen wohl zuerst eine der Sinngeschichten Jesu in Erinnerung kommen. Der cantus firmus dieser Gleichnisse ist das Reich Gottes und unser Verhältnis zu diesem. Ein hervorragendes Merkmal dieser Herrngeschichten ist die Allgemeingültigkeit der in ihnen dargelegten Grundsätze. Die höchsten und letzten Dinge kommen in ihnen zur Sprache, doch spüren wir die Gültigkeit des Gesagten in allen Lebensbereichen.
Das Gleichnis, von dem ich hier sprechen möchte, steht nicht in der Bibel, sondern in Mark Twains Buch "Tom Sawyer". Worum geht es?

Tom soll zur Strafe an einem schönen Sonnabendnachmittag den Plankenzaun tünchen, Seine Tante Polly will es so. Für Tom ist das höchst blamabel, denn bald werden seine frohgelaunten Schulkameraden vorbeikommen und ihn ganz sicher verspotten. Um sein Image zu retten, beschließt der clevere Tom die Flucht nach vorn zu wagen und verfällt auf eine List. Er tut nun so, als sei er derartig eifrig und mit Lust und Liebe am Werke, daß er darüber seine Umgebung völlig vergißt.

Einem Künstler gleich, tritt er von Zeit zu Zeit zurück, betrachtet sinnend sein Werk, fährt bessernd mit dem Pinsel über schlecht getünchte Stellen. Damit weckt er, wie von ihm vorausberechnet, nicht den Spott, sondern die Neugier seiner Kameraden. Die wollen nun auch mal! Am liebsten würde Tom ihnen gleich den Pinsel in die Hand drücken. Doch er hat sich in der Gewalt. Er sagt; "Ich möchte schon, aber es geht nicht! Die Tante ist so schrecklich heikel mit dem Zaun." So gelingt es ihm, seine Pinselei als „etwas Besonderes hinzustellen, und damit auch sich selbst.
Denn wer Besonderes vermag, ist, das versteht sich von selbst, auch was besonderes.

Nun hat Tom seine Mitschüler da, wo er sie haben will. Sie lassen ihre Freizeitpläne sausen und wollen nur noch eines, nämlich, diesen strahlenden Nachmittag mit Pinseln verbringen. Sie drängeln sich förmlich zur Arbeit. Aber ... sie dürfen noch immer nicht. Erst müssen sie für das Vorrecht, am freien Nachmittag arbeiten zu dürfen, Tom ihre Schulbubenschätze abliefern.
Tom schwimmt in Wonne. Er besitzt nun die Schätze seiner Kameraden, sie machen ihm seine Arbeit doppelt und dreifach (wofür er das Lob seiner Tante einheimst).

Für Toms Abwechslung und Unterhaltung ist gesorgt, er. er allein, hat nun jede Menge Freizeit. Er, der zur Arbeit verpflichtet ist, ist der einzige, der nichts zu tun braucht und dafür noch als Wohltäter angesehen wird.

Die pinselnden Knaben sind noch immer dieselben Durchschnittsjungen, die sie waren, bevor sie für Tom tätig wurden. ABER: Tom verleiht ihnen das wunderbare Gefühl, ETWAS BESONDERES zu sein. Für dieses Gefühl lassen sie sich von ihm nach Strich und Faden ausnützen.

Jesus schmeichelte den Menschen nie, so, als ob sie etwas Besonderes wären. Im Gegenteil, er machte sie, d. h. uns, auf die Sünde aufmerksam. Doch gerade Er, der uns als Sünder betrachtet, sagte:
"Ich bin nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen".

Der Herr gab uns Menschen nie das Gefühl, daß wir einsame Spitze sind, sondern vielmehr die Gewißheit, daß Er retten kann, retten will und retten wird.
Der "Tom-Sawyer-Effekt" wird von den Verführern angewandt, um auf diese Weise Menschen von sich abhängig zu machen.

Aber muß man denn nicht erwarten, von Gott gemäß dem gerichtet zu werden, was man zu sein vorgibt? Und wird uns das fadenscheinige Mäntelchen der Selbstgerechtigkeit genügend bedecken können am Tage des Gerichtes? Der GERECHTE kann nicht auf Gnade hoffen, sondern nur GERECHTIGKEIT erwarten. Mit der Gnade kann nur der rechnen, der ehrlich sagt:
"Gott, sei mir armen Sünder gnädig!"
"Ja", sagte der Herr Jesus, "wenn ihr zugeben würdet, daß ihr blind seid, dann würde euch geholfen werden.
Weil ihr aber sagt, 'wir sehen', bleibe eure Sünde auf euch!
-H.G.-

ERINNERUNGEN AN EINEN KONGRESSBESUC
1973 fuhren wir zu Besuch in die BRD und nutzten die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Kongreß in Düsseldorf.
Als wir uns anmeldeten, um die Essenkarten zu erhalten, erlebten wir gleich eine Überraschung.
Der Bruder Peter wollte unser Westgeld haben. Er meinte, die WTG schwimme in Ostgeld, aber sie könne es nicht gebrauchen. Sie wollten auf diese Weise versuchen, das Ostgeld wieder loszuwerden. Wir sagten, wir haben uns noch nicht angemeldet, also haben wir noch kein Westgeld. Bruder Peter war sehr enttäuscht.

Nun überlegen wir mal: Geschwister aus der DDR haben illegal das Geld über die Grenze gebracht. Haben das Risiko der Devisenschiebung, unter großen Gefahren für ihre Freiheit, auf sich genommen.
Sollte da nicht lieber die WTG sagen, da verzichten wir lieber auf euer Geld?

Aber nein, laßt sie es nur bringen, zu gebrauchen ist alles. Sie sagt zwar immer, daß sie an Reichtümer nicht interessiert ist, aber kann man es danach noch glauben?
Wir hatten bei der Anmeldung die üblichen Fragen zu beantworten, dann bekamen wir die Essenmarken.

Besonders war man interessiert, zu erfahren, wie es in unseren Versammlungen zugeht, Man könnte meinen, die WTG-Leitung traut den Berichten unserer Altesten nicht so recht, oder doppelte Kontrolle sei besser. Überhaupt, bei der WTG und den Zeugen gibt es kein gegenseitiges Vertrauen.

Es ist doch nicht so, daß allein durch die Taufe die Menschen eine andere Persönlichkeit anziehen. Nein, sie sind nach der Taufe noch dieselben Sünder.

Übrigens lief ein Tonband, daß alle unsere Gespräche, wie auch die der anderen Besucher aus der DDR, aufzeichnete. Nach unserer Schätzung waren es ca. 50 Personen. Schlafen durften wir in einem großen Saal auf einer Luftmatratze. Alles war so staubig, daß man sich gar nicht hinlegen mochte. Wir waren von den anderen, es waren Schwestern, durch eine Leinwand getrennt.

Unser Teil war für Behinderte gedacht.
Wir mußten feststellen, daß es mit der so groß gepriesenen Organisation nicht weit her war. Es waren ca. 500 Schwestern im Saal. Die Betten standen nebeneinander.

Wenn nun Abends alles beendet war, wuschen sich die Schwestern fast nackend. Daß die Brüder zusehen konnten, störte sie nicht. Wir empfanden das als sehr abstoßend. Wo bleibt da die Sittlichkeit der Schwestern den Brüdern gegenüber?

Bruder Franke sagte auf dem Kongreß, die Brüder in der DDR müßten noch mehr tun, denn Harmagedon sei sehr nahe. Siehe 1975.
Bruder Knorr berichtete vom großen Zuwachs in den USA. Er sagte aber auch, eine Anzahl Zeugen mußten entfernt werden wegen Rauchen, Homosexualität und Ehebruch. Zahlen wurden nicht genannt, denn so ein Kongreß soll ja alle ermutigen, noch mehr für die Organisation zu tun.

Die Dramen liefen wie gewohnt. Eigentlich Neues gab es nur an Büchern. Aber, dieser Kongreß hatte auch etwas Gutes, denn wir konnten Bekanntschaften schließen. Das war für uns zum Vorteil, denn nun wurden wir zu den Kongressen eingeladen. Es herrschte Hochstimmung, denn 1975 war ja greifbar nahe.

Wer wollte da wohl nicht dabeisein. Es war ja sehr nahe, das große Ereignis. Da riß man sich zusammen, um als treu den Richtlinien der WTG Ergebener zu gelten.
So ging auch dieser Kongreß zu Ende.
-E.B.T.-

„KRISE DES GEWISSENS" - EIN BUCH GEHT UM DIE WELT
Unter diesem Titel ist seit 1983 ein Buch bekannt geworden, das bereits seine Weltreise angetreten hat.
Sein Autor ist wie bekannt, Raymond Victor Franz (Ray), der Neffe des Präsidenten der WTG. Er war sogar für den neuen Präsidenten der Zeugen Jehovas im Gespräch.
Was veranlaßte so einen wertvollen Menschen eigentlich dazu, ein Buch zu schreiben mit dem Titel
"KRISE DES GEWISSENS"
Er schrieb:
Ich hatte genug erlebt, mein Gewissen ließ mir keine Ruhe mehr!

WIE SCHÄTZE ICH DIESES BUCH EIN?
Das, was Raymond Franz Jahrzehnte in der Organisation miterlebte und sogar mit belastetem Gewissen mitverantworten mußte, war für ihn einfach zuviel. Die ewige Ba steiei an den Endzeitvoraussagen der Bibel, das ständige Belügen der weltweit existierenden Zeugen Jehovas und ihrer Mitverbundenen, konnte er einfach nicht mehr länger ertragen. Er entschloß sich deshalb, dem Präsidenten und der leitenden Körperschaft seinen Rücktritt anzukündigen. Am 22. Mai 1980 schrieb er kurz und bündig:

"Mittels dieses Briefes unterbreite ich meinen Rücktritt als Mitglied der leitenden Körperschaft. Ich werde auch einen Betheldienst beenden."

Ab nun begann frontal das Kesseltreiben, durch Nachspionieren gegen ihn.
All diese Vorgänge und vieles andere mehr kann man in diesem Buch nachlesen.
Raymond Franz schildert in seinen Niederschriften bewegende Vorgänge und bringt Vorkommnisse ans Tageslicht, die selbst einen "WT-glaubigen" Zeugen Jehovas immer wieder in Staunen versetzen.

Ray Franz ist ein Mensch, der Tatsachen der Öffentlichkeit zugänglich macht, die nie zuvor so zuverlässig übermittelt wurden. Was besonders erwähnt werden muß, ist die Art, wie er bisher Unbekanntes bekannt macht. Er geht nicht haßerfüllt vor, sondern stellt es dem Leser frei, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Wie auch immer der Inhalt des Buches von den Lesern eingeschätzt wird, für mich ist der Inhalt: EIN FINGERZEIG GOTTES!
Wenn es Jehovas Zeugen auch nicht wahrhaben wollen, der Schreiber Raymond Victor Franz ist von Gott dazu angeregt worden, dieses Buch zu schreiben.
-Walter Warnke-

AKTUELLES IN KÜRZE
BIBELN FÜR SOWJETBÜRGER
Die bisher größte Bibelsendung wird die Union der Evangeliumschristen-Baptisten in der UdSSR im nächsten Jahr erhalten. Der Baptistische Weltbund hatte die Verbindung mit dem Weltbund der Bibelgesellschaften angeboten, anläßlich der 1988 stattfindenden Tausend-Jahr-Feier des Christentums in Rußland eine Gabe von 100 000 Bibeln für die christlichen Gemeinden in der Sowjetunion zur Verfügung zu stellen. Nach Mitteilung des Weltbundes der Bibelgesellschaften haben die zuständigen Behörden jetzt dafür die Einfuhrgenehmigung erteilt. Finanziert werden soll die große Bibelspende gemeinsam vom Baptistischen Weltbund und den Bibelgesellschaften. Die erste Teillieferung nach Moskau wurde für Januar 1980 angekündigt.

Auch die Russische Orthodoxe Kirche wird im Jahr des Millenniums eine Bibelausgabe mit 100 000 Exemplaren herausbringen. Diese Auflage wird im Lande selbst gedruckt.
"Glaube und Heimat" Nr. 30

EIN FROHES WEIHNACHTSFEST - OHNE ZEUGEN JEHOVAS
Rene war ein kleiner Junge im Alter von sechs Jahren, ein aufgewecktes Kind, wie viele andere auch. Im Sommer 1982 wurden seine Eltern von Zeugen besucht, die Neuarbeit machten und Interessierte suchten. Zu dieser Zeit waren Renes Eltern sehr traurig und deprimiert, da die Großeltern durch einen tragischen Unglücksfall ums Leben gekommen waren.

Daß die Leute in so einem traurigen Zustand oft besonders gut auf die angebliche "gute Botschaft" der Zeugen anzusprechen sind, ist kein Geheimnis. Sie ließen das Zeugenehepaar herein und waren erfreut, so viel "Gutes" und "Verheißungsvolles" für die nächste Zukunft zu hören. Von allem möglichen an Verboten, die ja für viele Lebensbereiche der ZJ gelten, erzählte man ihnen natürlich nichts. So wurde bald ein Heimbibelstudium aufgenommen und Renes Eltern auch mit anderen Zeugen bekannt gemacht. Es erfreute sie, überall so nette und freundliche Menschen kennenzulernen, die, so meinten sie, ihnen nur helfen wollten. Es nahm also alles seinen gewohnten, von den Zeugen geplanten Gang. Denn nach sechs Monaten wurden Renes Eltern getauft.

Nun war es aber kurz vor Weihnachten und Rene wunderte sich, warum seine Eltern nicht wie sonst einen Weihnachtsbaum kauften. Noch größer wurde sein Erstaunen, aber auch seine Enttäuschung, als es am Heiligabend nicht wie sonst gewohnt Geschenke gab und auch der nächste Tag wie jeder andere wurde. Traurig und deprimiert fragte er: "Was habe ich denn getan, daß ich nichts zu Weihnachten bekomme, alle Kinder in der Straße haben so schöne Sachen bekommen und ich bekomme nichts."

Nun erfuhr er von den Eltern, daß es für ihn kein Weihnachten und auch keine Geburtstagsfeier mehr geben würde, da Jehova es so von ihnen verlange.
Richtig begreifen konnte es Rene nicht und so sonderte er sich auch von seinen Spielgefährten ab, weil er unsicher war, wie sie sich ihm gegenüber verhalten würden. Auch der Lehrerin in der Schule fiel Rene durch verändertes Verhalten auf, denn auch in der Pionierorganisation durfte er kein Mitglied werden und sein sonstiges Verhalten war eindeutig das eines Außenseiters.
Etliche Monate passierte nichts Außergewöhnliches, bis der zuständige Studienleiter auftauchte und Renes Eltern zur Verhandlung vor das Rechtskomitee vorlud.

Was war passiert?
Renes Eltern hatten auf der Straße einen ausgeschlossenen Zeugen gegrüßt und mit ihm gesprochen. Dabei waren sie genau von dem Zeugenehepaar gesehen worden, von denen sie anfangs besucht wurden. Die beiden hatten natürlich nichts Eiligeres zu tun, als den nächsten Ältesten darüber zu informieren. Zehn Tage später kam es so, wie es kommen mußte. Das Urteil des Rechtskomitees lautete; Gemeinschaftsentzug!
Aber auch Renes Eltern waren zu einem Urteil gekommen :

ZEUGEN JEHOVAS - NIE WIEDER;
Rene durfte nun Mitglied der Pionierorganisation werden, brauchte nicht mehr abseits zu stehen und auch beim nächsten Weihnachtsfest bekam er wieder Geschenke und seine Augen leuchteten beim Anblick des geschmückten Weihnachtsbaumes.
Alle Familienmitglieder waren jetzt wieder glücklich, aber ohne Zeugen Jehovas und Wachtturmgesellschaft.
-R.S.W.-

"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gers, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

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