Kommentare zu den eingescannten
CV-Ausgaben
CV 220
In dieser CV-Ausgabe unter anderem auch ein Kommentar zu den provokativen Sätzen
aus dem „Wachtturm" Nr. 7/1986 (S. 31)
"Offensichtlich kann eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen nicht
lediglich auf einem Glauben an Gott, an die Bibel und an Jesus Christus beruhen.
... Eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen erfordert, daß man die
Gesamtheit der wahren Lehren der Bibel akzeptiert, einschließlich jener
biblischen Glaubensinhalte, die nur Jehovas Zeugen vertreten."
Als Novum ist weiter zu registrieren, dass der CV-Mitarbeiter Dieter Pape, in
dieser Ausgabe - erstmalig - direkt namentlich erscheint. Das selbiger der
eigentliche Strippenzieher dieses „Unternehmens" ist, wusste man schon vorher.
Nur da beliebte er, sich hinter anderen zu verstecken.
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 220 GERA NOVEMBER 1987
DAS "WATERGATE" VON BROOKLYN
R. Franz bricht sein Schweigen (10)
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen WT Nr. 9 und 10/1987
NICHT NUR "PRÜFEN"!
1. Thessalonicher 5:21
HAST DU DAS GEWUSST?
Dokumente, die zum Nachdenken anregen
FRAGEN AN DAS WTG-HAUPTBÜRO SELTERS
Gebt mir klare, verständliche Antworten
HOMOSEXUALITÄT
Aus der Welt der Zeugen
BEZIRKSKONGRESSE 1987 "VERTRAUE AUF JEHOVA"
Im Schatten der WTG-Krise
Nun spiegeln auch die WTG-Bezirkskongresse 1987 die fundamentale Krise wider, in
die die ganze WTG-Bewegung mit ihrer 1914-Endzeit zwangsläufig geraten ist. 70
Jahre sind für "diese Generation" seit 1914 tödlich vergangen (Psalm 90:10), und
auch 1975 kam nichts, so daß sie wie zuvor die WTG-1874-Generation enttäuscht
und betrogen um Erwartung und Hoffnung "vergeht". Was für ein gigantischer
WT-Mißbrauch der Worte Jesu in Matthäus 24:34 ist das doch wieder! Der in der
leitenden Körperschaft der WTG gescheiterte Versuch, zur Täuschung der Herzen
der Arglosen (Rö. 16:18), 1914 durch das Sputnikjahr 1957 zu ersetzen und die
verstärkte Hochspielung des Jahres 1935 bestätigen nur den sich nun
abzeichnenden völligen Bankrott der WTG-Endzeit. Natürlich gab und gibt die WTG
nicht auf, wie die Kongresse 1987 zeigten. Die täuschenden Endzeitkonstruktionen
werden weitergehen. Die Kongresse 1987 waren gang darauf ausgerichtet. Werden
sie doch in der westlichen Krisenszene weiter dringend benötigt, um etwa
aufstehende "Weltverbesserer", die das System ändern wollen, mit Hilfe der
WTG-Neue-Welt-Utopien vor allem politisch zu neutralisieren. Der 1957-Versuch
zeigt, wie sie am Neukonstruieren sind, neue "Gegenbilder" oder "Erfüllungen" zu
schaffen. Droht doch sonst der Kollaps. Mit Sicherheit liegen einige schon in
der Schublade. Vielleicht geht es nun nach den 1987-Kongressen schon los! Wieso?
Die WTG-Kongresse 1987 "Vertraue auf Jehova" hatten ganz offensichtlich die Aufgabe zu erfüllen, auf sog. "neues Licht", auf die nötigen Neukonstruktionen vorzubereiten, ihre Aufnahme bei den WT-Zeugen zu sichern. Und zwar durch nochmaliges Einschwören auf radikalste "Absage an die böse Welt", Abbruch aller Rückwege zu ihr, und andererseits auf völlige, bedingungslose und kritiklose Unterwürfigkeit unter die WT-Organisation und das, was immer sie in Zukunft tut und lehrt. Die folgenden Kongreßthemen zeigen das:
"Ein Volk, getrennt von der Welt"
"Loyale Unterwürfigkeit gegenüber Jehova und seiner Organisation"
"Verabscheue die schändliche Handlungsweise der Welt voll und ganz"
"Mit vollem Vertrauen auf Jehova in die Zukunft blicken"
Alle anderen Themen sind im Grunde nur das Beiwerk zur Gewährleistung dieser
Unterwürfigkeit und des völligen Aufgehens in ihr, um jegliche Freizeit völlig
für die weitere Kolportage der gegenwärtigen und künftigen WTG-Konstruktionen
"auszukaufen" wie die WTG das bibelmißbräuchlich sagt. Ein Wort zur forcierte
"Absage an die böse Welt". Wer ehrlich ist, sieht doch, daß es außerhalb der
WTG-Organisation sehr wohl herzliche Kindererziehung, sauberes Liebesleben, gute
Elternschaft, friedsames Leben, Vertrauen in die Zukunft, also ehrbare
Handlungsweise gibt. Daß das nicht von einer WTG-Unterwürfigkeit abhängt. Auch
die WTG-Führung weiß das natürlich. Darum ist ihre Darstellung Andersdenkender
und Andersglaubender um so schändlicher. Sie ist Verleumdung und damit
kriminell. Würde die WTG sich hier nicht hinter Anonymität verstecken, sondern
konkret sein, so gehörte sie wegen öffentlicher Verleumdung anderer vor Gericht.
Nein, die anderen Menschen in der Welt sind nicht nur Verabscheuungswürdige,
vernichtungswürdige Verbrecher. Darauf läuft das doch hinaus! Das eigentliche
Schlüssel-Thema war das Drama "Loyale Unterwürfigkeit gegenüber Jehova und
seiner Organisation". Der Hinweis auf Jehova ist natürlich Täuschung. Jeder
weiß, daß sein Vertrauen auf Gott für die WTG nichts gilt. wann er nicht der
WTG-Organisation vertraut. An Gott glauben ist für die WTG zweitrangig. "Glaube
an die siegreiche Organisation" (WT 1.6.1979) ist das Entscheidende. Oder: "Der
Wille des Sklaven ist der Wille Gottes. Rebellion gegen den Sklaven ist
Rebellion gegen Gott" (WT 1.8.1956). Oder: Ein Gott-gleich oder Gottspielen, das
biblisch nur verurteilt werden kann. Wie dem auch sei, der Kern und Hauptzweck
der Kongresse 1987 war ein nochmaliges Einschwören auf absolute
WTG-Unterwürfigkeit.
Nun ja, sie müssen sehr bald mit "neuem Licht" kommen, bevor allen die Überziehung der bisherigen 1914-Endzeit voll zum Bewußtsein kommt und der Kollaps eintritt. Auch der kurz bevorstehende Tod des 94 Jahre alten WTG-Präsidenten Franz spielt eine Rolle. Wie sagten sie in Brooklyn zu seinem Neffen in der LK. Raymond V, Franz:
"Wenn König Saul stirbt, ändere sich alles". Oder ist er schon tot? Auch den Tod von Präsident N. H. Knorr hatte man zunächst verschwiegen (CV 95. 97, 99, 103), so daß CV empörte Zuschriften erhielt. CV hatte wiederholt gesagt, daß diese WTG-Krise kommen mußte.
Ein Wort zu den verlangten "Anstrengungen im Predigtdienst". Jeder soll "sich bemühen, stets in vollem Maß zu geben". In der Tat, darin soll sich letztlich alles niederschlagen! Oder anders, im Dienst immer "auf dem letzten Loch pfeifen", Vergleichen wir mit den Kongressen von 1945, als auch Harmagedon nicht gekommen war, wie zuvor aller Welt verkündigt, wie damals mit Antreibungen zum Dienst alle überrollt und in die nächsten zehn bis zwanzig Jahre Dienst geschubst wurden, damit sie nicht zur Besinnung kommen! Wir lesen in Trost (Erwachet!) vom l. Juni 1945 Nr. 545:
"Harmagedon ist nahe.
Es wurde ausgeführt, daß wir weder Tag noch Stunde kennen, daß aber die Bibel
uns versichert: "Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen
ist". (Matthäus 24:34). Es ist daher belanglos, ob man nun sagt "bald" oder
"nicht so bald". Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn
oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, daß es wirklich so
sein wird - so muß doch das Evangelium mit aller Kraft allen Nationen verkündigt
werden. Dauert es jemand zu lange, dann sei daran erinnert, daß Zeit niemals
lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu
tun?" (Berichte vom Theokratischen Kongreß in Zürich. Schweiz, Pfingsten 1945.)
Nachzulesen in "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die
Wachtturmgesellschaft" 1970, Urania-Verlag, S. 55.
Keine 10 oder gar 20 Jahre mehr nach 1945 sollten vergehen! Über 40 sind vergangen! Ja, die Vergangenheit muß man kennen! Sonst kann man mit Sicherheit von der WTG in der Gegenwart und Zukunft irrgeführt werden! So sollen sie 1987 nun wieder "in vollem Maße geben"! Wieder soll jeder "alle Hände voll zu tun haben", damit er nicht nachdenkt!
Ja, die 1914-Endzeit ist längst überzogen.
1980/1990 sind 70 bzw. 80 Jahre um! Der Kollaps droht! Die Krise sitzt der WTG
im Nacken! Eine letzte Einschwörung auf die WTG-Unterwürfigkeit, damit das die
WTG rettende "neue Licht" genügend geschluckt wird und alles weitergehen kann,
So stellten sich in der Tat die Kongresse 1987 dar, Jehova vorgeschoben,
WTG-Unterwürfigkeit gemeint. -
-Dieter Pape-
DAS „WATERGATE" VON BROOKLYN
Raymond Franz bricht sein Schweigen (10)
DER WTG-1975-SCHWINDEL
Ray Franz macht es uns in seinen Enthüllungen "Krise des Gewissens" wiederholt
deutlich: Das falsche WTG-1975-Weltende kann nicht zu den Akten gelegt werden.
Er beschreibt uns, wie Mitglieder des Stabes des WTG-Hauptbüros in den
Auseinandersetzungen um den 1975-Schwindel hinter verschlossenen Türen diesen
wie einen Albatros, einen Sturmvogel, um den Nacken der Organisation sehen.
Robert Wallen, ein Sekretär der LK, warf der LK
offen Unehrlichkeit vor:
"Ich bin als ein getaufter Zeuge gut über 39 Jahre mitverbunden gewesen, und mit
Jehovas Hilfe will ich fortfahren, ein loyaler Diener zu sein. Aber zu sagen,
ich bin nicht enttäuscht, würde unwahr sein, denn, wenn ich weiß, daß meine
Empfindungen hinsichtlich i975 genährt wurden von dem, was ich in verschiedenen
Publikationen las, und dann wird mir praktisch gesagt, daß ich selbständig zu
falschen Schlüssen gekommen bin, das, empfinde ich, ist nicht gerecht und
ehrlich".
(Wir finden dieses unehrliche Sich-rein-waschen der WTG im WT vom 15. Juni 1980,
Seite l7f, Absatz 6, dt.)
Ähnliche Kritik an dem WTG-1975-Schwindel
äußerten Raymond Richardson und Fred Rusk von der WTG-Schreibabteilung und
Merton Camphell und Harold Jackson von der WTG-Dienstabteilung.
Letzterer forderte von der LK:
"Was jetzt nötig ist, ist keine Erklärung, daß wir falsch waren über 1975,
sondern eher eine Erklärung, warum die ganze Sache so lange ignoriert worden
ist, im Hinblick auf die Tatsache, daß so viele Leben davon berührt worden sind.
Nun ist es eine Lücke der Glaubwürdigkeit, der wir gegenübergestellt sind, und
das kann sich als unheilvoll erweisen. Wenn wir überhaupt etwas sagen, laßt uns
aufrichtig sprechen und offen und ehrlich mit den Brüdern sein".
Das war 1979. Vier Jahre dauerte dieses unheilvolle LK-Verhalten nun schon.
Es wurde noch schlimmer.
EIN "WATERGATE" DER WTG!
Howard Zenke von der Dienstabteilung der WTG prangerte diese LK-Moral
schließlich mit einer nicht mehr zu übertreffenden Härte an, wenn er an die LK
schreibt:
"Wir möchten gewißlich nicht, daß die Brüder etwas lesen oder etwas hören, und
dann in ihrem eigenen Sinn sagen, daß das Herangehen, das wir unternommen haben,
auf ein "Watergate" hinausläuft".
Andere machten ähnliche Bemerkungen.
Was meint Howard Zenke mit diesem "Watergate"-Vergleich? Was ist ein Watergate"?: Anläßlich der USA-Präsidentschaftswahlen veranlaßte der republikanische USA-Präsident Nixon am 17. Juni 1972 einen Einbruch in das Watergate-Hotel, das Hauptquartier der konkurrierenden demokratischen Partei der USA, ein Verbrechen, über das Nixon bekanntlich einige Jahre später, 1974 sozusagen stürzte.
"Watergate" ist damit zum Inbegriff geworden für
verfassungswidriges Verhalten, Korruption, totales Fehlen von sozialem
Bewußtsein, Gangstermoral. Verzweiflungshandlung. Machtmißbrauch zur
"Geheimhaltung" und Abschirmung vor Kongreß, Justiz und Öffentlichkeit. (R.
Dahl, 1960)
Howard Zenke hat in der Tat Recht:
Auch der 1975-Schwindel sollte vertuscht den Glaubenden selbst in die Schuhe geschoben werden. Die "Lücke der Glaubwürdigkeit" der WTG sollte nicht bekannt werden. Man sprach nicht "aufrichtig und offen und ehrlich mit den Brüdern" draußen. Man versuchte die WTG-Macht, vor allem auch aus Furcht vor "weiterer Kritik von Opponenten", wie R. Franz eingesteht, dazu zu mißbrauchen, weiterhin alles nach außen abzuschirmen, mochten noch "so viele Leben davon berührt" sein.
Man denke zurück, was es für das persönliche Leben hinsichtlich Ehe, Familie, Kinder, Entwicklung, Beruf und Ausbildung, ja auch Schulden, Verpflichtung und Eigentum bedeutet hat. ernsthaft an das WTG-1975 zu glauben! (Die sich da heute hinstellen, sie hätten nicht an 1975 geglaubt, müssen noch nachträglich als Heuchler bezeichnet werden legten sie doch anderen jenen 1975-Schwindel in die Hände, um daran zu glauben!)
Für Ray Franz wurde das Maß voll, indem er dazu
bestimmt wurde, die "Erklärung" zu schreiben, mit der die LK dann ihre
heuchlerische "Reinwaschung" vor den Brüdern hinsichtlich 1975 vornehmen wollte.
Wie in ähnlichen Fällen vorher schon habe er sich dabei leiten lassen müssen,
nicht von dem, was er für richtig hielt, daß es die Brüder draußen wissen müßten,
sondern er mußte sich davon leiten lassen, was man sagen könnte, um dafür eine
Zweidrittelmehrheit in der LK zu bekommen!
Ist das nicht ungeheuerlich?
Am Ende waren die Brüder und Schwestern draußen selbst schuld, wenn sie an das
WTG-1975 geglaubt haben!
HEUTE KEINE BEDEUTUNG MEHR!
Nun, der WTG-1975-Schwindel hat heute noch solche Bedeutung, daß er ein
entscheidender Schwerpunkt in den Enthüllungen von Ray Franz in "Krise des
Gewissens" spielt. Enthüllungen, die das Hauptwerk aller Opponenten gegen die
WTG in den 80er Jahren sind! Nicht umsonst warnt er selbst davor, daß die WTG es
darauf angelegt hat, ihren jahrzehntelangen Aufbau der Hoffnungen auf 1975
nunmehr als bedeutungslos zu übergehen.
Und: Ist das etwa bedeutungslos für jene vielen, die das ehrlich glaubten und im Blick auf 1975 Heim und Eigentum verkauften, um die letzten paar Jahre vollzeitlich der WTG zu dienen und dafür im WTG-Königreichsdienst sogar als vorbildlich gelobt wurden? Die dann nach 1975 ohne Heim und Eigentum dastanden? Für sie hat das gar Bedeutung bis an ihr Lebensende!
Natürlich möchte die WTG, daß ihr 1975-Schwindel
in der Vergangenheit versinkt, ist das doch einer der gräßlichsten Beweise für
ihre verbrecherische Falschprophetie im Namen Gottes. Man kann verstehen, daß
sie da die Opposition wie einen Sturmvogel in ihrem Nacken empfindet,
gefürchtet, da diese Opposition alles offenlegt.
Sollte man da zum Mitverschwörer werden, zum Komplizen, der die Dinge vertuscht
und verschwinden läßt?
Der 1975-Weltende-Schwindel war in der Tat ihr "Watergate", der jüngste Beweis
ihrer endzeitlichen "Lücke der Glaubwürdigkeit" oder Unglaubwürdigkeit, ihres
endzeitlichen Bankrotts, der sie als bloßes und unheilvolles Menschenwerk
offenbart. -
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT 9 UND 10/1987
STUDIENARTIKEL:
"Leben retten in einer Zeit des Hungers"
EINE FRAGWÜRDIGE BIBELAUSLEGUNG
Nach der Devise "Die Bibel ist ein Kartenspiel" mischt die
Wachtturm-Gesellschaft das Alte und Neue Testament durcheinander und schmuggelt
- sozusagen als Joker - eigene Gedanken und Auslegungen zusätzlich hinein.
Entstanden ist nun ein bibelverbrämtes, aber grell schillerndes WTG-Puzzle,
welches sich nach näherem Hinsehen als äußerst geschmacklos erweist.
Weshalb diese harten Worte?
Jedem Zeugen Jehovas-Kenner ist deren Vorbild - Gegenbild - Methode geläufig,
wonach sie gegenwärtige bzw. zukünftige Ereignisse biblisch untermauert wissen
wollen. In den meisten Fällen ein sinnloses Unterfangen! Dieser Wachtturm lehrt
nun ein weiteres Konglomerat diesbezüglicher Ansichten.
VORWEG EINIGE "KOSTPROBEN"
"Der treue Überrest dieser Klasse des "verständigen Sklaven" unternimmt alles
was im Einklang mit der heiligen Schrift ist, um dafür zu sorgen, daß sowohl
Jehovas getaufte Zeugen als auch interessierte Außenstehende lebensrettende
geistige Speise erhalten ... Außerdem hat er Vesammlungen organisiert und
versorgt sie mit biblischer Literatur in solch einer Menge, daß sie über
genügend Königreichs-"samen" verfügen, um ihn auf dem ihnen zugeteilten Feld in
der Öffentlichkeit auszustreuen. Das entspricht dem, was Joseph seinerzeit
unternahm, indem er die Bevölkerung in Städte versetzte und sie mit Getreide
versorgte, und zwar nicht nur für den Lebensunterhalt, sondern auch zum Aussäen
im Hinblick auf eine spätere Ernte."
"Jesus versammelt seine Nachfolger in mit Städten vergleichbare Versammlungen - heute weltweit über 52 000 an der Zahl -, wo sie mit einer Fülle geistiger Nahrung gespeist werden und noch zusätzliches "Getreide" als "Saatkorn" für das Feld erhalten." (S. 15 und S. l9) "Stellt nicht Benjamin sehr gut (?) den Überrest der gesalbten Zeugen in der heutigen Zeit dar, von denen die meisten, die noch am Leben sind, von 1919 an auf der Seite des Herrn versammelt worden sind.
... Als Pharao dafür sorgte, daß Jakob und seine
Hausgemeinschaften nach Ägypten gebracht wurden, belief sich die Zahl der
männlichen "Seelen" interessanterweise auf 70 - ein Vielfaches sowohl von 7 als
auch von 10. Diese beiden Zahlen werden in der heiligen Schrift sinnbildlich
gebraucht, und zwar "7" für himmlische und "10" für irdische Vollständigkeit
(Offenbarung 1:4,12, 16; 2:10; 17;12).
Dieses Geschehen findet eine Parallele in der heutigen Zeit, wo wir damit
rechnen dürfen, daß Jehova jedes einzelne Glied seiner Familie von Zeugen in
sein "Land" bringt - in das geistige Paradies, dessen wir uns jetzt erfreuen ...
In den Tagen Josephs folgten die Jahre des Hungers auf die Jahre des
Überflusses. Heute laufen sie parallel. Im Gegensatz zu der geistigen
Hungersnot, die außerhalb des Landes der Gunst Jehovas herrscht, gibt es an der
Stätte der Anbetung Jehovas Überfluß an geistiger Nahrung." (S. 20)
OFFENSICHTLICHE FÄLSCHUNG WIRD DEUTLICH
Der unvoreingenommene Leser erkennt die Willkür solcher Betrachtung unschwer. Da
wird von der WTG der Bibeltext solange ge- bzw. verbogen, bis er auf heutige
Verhältnisse anwendbar erscheint. Klar erkennbar wird der Schwindel in folgendem
Fakt:
Den sieben Jahren mit großem Überfluß folgten in Ägypten sieben Jahre der
Hungersnot (l. Mose 41:25-32).
Selbst den gewieften Brooklyner Bibelauslegern fiel dazu kein neuzeitliches
Gegenstück ein. Mit einer einzigen kurzen und vagen Behauptung entledigt man
sich dieses Problems: "Heute laufen sie (die sieben "fetten" und sieben
"mageren" Jahre; Anm. d. Red.) parallel." (S. 20)
Nur vier Wörter - leicht zu überlesen - aber mit
fundamentaler Bedeutung! Wer gibt der WTG das Recht, solche bibelverdrehenden
Aussagen zu lehren?
"Wenn jemand einen Zusatz zu diesen Dingen macht, wird Gott ihm die Plagen
hinzufügen, die in dieser Buchrolle geschrieben stehen ..." (Offenbarung 22:18;
NW)
WACHTTURM NR. 10/1987
"FRAGEN VON LESERN"
AUF DER SUCHE NACH DER WAHRHEIT
Einen interessanten Aufschluß erhält man durch die Beantwortung einer
Leserfrage, die auf Seite 31 abgedruckt wird.
Allerdings: Es bedarf schon eines gründlichen Studiums, um hinter den Sinn
dieses Artikels zu steigen. Sicher nicht ohne Hintergrund wurde Frage und
Antwort recht umständlich formuliert. Einfacher wäre es durchaus gegangen. So
aber wird ein gestreßter Zeuge wohl kaum den Sinn der WTG-Niederschrift
entschlüsseln?!
"Moses sagte zu den Israeliten: "Die
geoffenbarten Dinge gehören uns und unseren Söhnen auf unabsehbare Zeit" (5.
Mose 29: 29). Schließen diese "geoffenbarten Dinge" das Licht ein. das in
unserer Zeit. in den letzten Tagen, auf Gottes Wort geworfen worden ist?"
Zu gut deutsch: Sind Jehovas Prophezeiungen nur zur Zeit Moses qualitativ
vergleichbar mit dem heller werdenden Licht, welches die Wachtturm-Gesellschaft
in der Gegenwart verkündet?
Bevor wir uns dazu die Wachtturm-Antwort ansehen, zwei Vorbemerkungen:
1. Möglichkeit:
Jehova gibt durch seinen heiligen Geist der heutigen Klasse des "treuen und
verständigen Sklaven" tatsächlich seinen Willen bekannt. Da Gott nicht lügt,
kann man sich auf seinen Rat 100prozentig verlassen. Jeder Irrtum ist
ausgeschlossen. Ob nun dieser Rat "Inspiration", "helleres Licht", "neues
Verständnis" oder anders genannt wird ist unwichtig. Eines steht fest: Jehova
bzw. sein heiliger Geist sind unfehlbar!
2. Möglichkeit
Menschen erzeugen das "hellere Licht", indem sie nach bestem (menschlichen)
Gewissen die Bibel studieren und daraus Schlußfolgerungen ableiten. Dies ist und
bleibt zwangsläufig unvollkommenes Menschenwerk! (Jeremia 10:23)
Jehova dann in irgendeiner Weise mit ins Spiel zu bringen ist hochmütig und
grenzt an Gotteslästerei.
SIE "STREIFEN UMHER"
Sehen wir uns endlich die WTG-Antwort an:
"Jehova hat in unserer Zeit auf dieses geoffenbarten Dinge" viel Licht geworfen.
Wie Daniel prophezeite, sind Jehovas Diener im inspirierten Wort
'umhergestreift' und 'die wahre Erkenntnis ist überströmend geworden' (Daniel
12:4) ... Vielmehr sind Jehovas Zeugen bemüht, durch ein intensives Studium der
Bibel und durch Gebet ein genaues Verständnis Dinge" zu erlangen."
Und man kommt zu der durchaus akzeptablen
Feststellung:
"Nein, es wäre nicht korrekt, das Verständnis der Prophezeiungen, das uns heute,
in den letzten Tagen, gewährt wird, auf die gleiche Stufe zu stellen wie die "geoffenbarten
Dinge", von denen Moses sprach." Im gleichen Atemzug wird aber in bezug auf die
Gegenwart behauptet: "Dieses Verständnis gibt Jehova durch seinen heiligen Geist
zu seiner eigenen Zeit."
Was soll man nun mit dieser Behauptung anfangen?
So richtig von Jehova stammen die ZJ-Lehren offensichtlich nicht (eine Anzahl
Falschprophezeiungen und Fehler in der Lehre untermauern diese Schlußfolgerung).
Rein menschliche Lehren sollen es nach Möglichkeit aber auch nicht sein (die WTG
würde sich energisch gegen eine solche Ansicht verwahren!). Sollte die Wahrheit
tatsächlich in der Mitte liegen?
Dann wäre zwangsläufig zwar nicht Jehova, doch sein heiliger Geist daran Schuld,
wenn ab und an eine Unwahrheit verkündet wird, die später berichtigt werden muß?!
Sollte das des Rätsels Lösung sein?
Leider gibt es aber nur die oben genannten zwei Möglichkeiten.
Sich zu entscheiden überlassen wir den Lesern ...
-Gerd R...-
Liebe Brüder und Schwestern!
Christliche Verantwortung und christliche Wahrheit bilden ein Ganzes!
Ihr habt die Möglichkeit, jederzeit nach vorheriger Anmeldung im CV-Büro Gera
und Berlin Original-Dokumente der WTG, die wir in unseren Artikeln zitieren,
einzusehen und zu prüfen. NICHT NUR „PRÜFEN"!
Wer kennt sie wohl nicht, die Worte des Apostel Paulus: "Prüft aber alles, das
Gute haltet fest." (l. Thess. 5:21) Und wer hat sich ihrer noch nicht bedient,
wenn es darum ging, die Schafe des Herrn zu weiden? Das ist durchaus auch in
Ordnung, nur sollte jeder, der zur Unterstützung seiner Äußerungen zur Bibel
greift, dies aus einem ehrlichen und aufrichtigen Beweggrund heraus tun. Jetzt
höre ich schon den Einwand einiger:
Was heißt hier ehrlich und aufrichtig? Fordert der Wachtturm seine Leser nicht immer wieder auf, alle angeführten Bibeltexte zur Überprüfung des zuvor geschriebenen Textes in seiner eigenen Bibel nachzuschlagen? Und hat der "treue und verständige Sklave" nicht schon wiederholt die positive Einstellung der Beröer lobend hervorgehoben, weil sie das Wort des Apostels mit aller Bereitwilligkeit aufnahmen und täglich in den Schriften forschten, ob es sich auch so verhielt?
Hier kann ich guten Gewissens sagen: ja, das stimmt. Und doch fällt es mir persönlich sehr schwer, an die Aufrichtigkeit derer zu glauben, die für die Literatur der WTG verantwortlich zeichnen, wenn sie im WT und anderen Publikationen solche Hinweise zur Überprüfung ihrer Schriften plazieren. Was soll ich auch von einem Bauherrn halten, der ein prachtvolles Gebäude errichtet - das kann durchaus auch ein Glaubens- oder Lehrgebäude sein - und dann bei der Abnahme den Prüfern seine eigene "Elle" in die Hand drückt und ihnen dann gar noch vorschreibt, WIE und WO sie zu messen haben?! Diese Prüfer und Abnehmer seid ihr, Brüder, und das Lehrgebäude ist das WT-Evangelium von der "besseren Botschaft", das euch Woche für Woche in ständig wechselnden Variationen zur Überprüfung und Abnahme an Glaubens Statt vorgelegt wird.
Wie aber hieß es doch von den Beröern?
Sie "untersuchten täglich die Schriften".
Merkt ihr was? Ihre „Meßelle" waren nicht lediglich zwei oder drei sorgfältig
ausgewählte Bibelverse, etwa noch vom Apostel selbst vorgeschlagen, nein Brüder,
ihre "Elle" war das ganze Wort Gottes, soweit es damals vorhanden und ihnen
zugänglich war. Sollte das heute etwa anders sein? Haben die Worte des Apostels
heute keine
Gültigkeit für die Schreiber der WTG?
Mit Einschränkungen schon, würde ich sagen, immer dann nämlich, wenn es gilt,
die sogenannte "Hure Babylon" an den Pranger zu stellen.
Was aber, wenn mal jemand von euch ans "Eingemachte" der Organisation rührt?
Nun, da verstehen sie keinen Spaß! Dann wird der organisationseigene Geist der
Liebe gerade von denen, die ihn immer wieder beschwörend herbeirufen, hinter
dicken Mauern und Riegeln verwahrt und es werden harte Bandagen angelegt.
Ausschluß aus der Gemeinschaft, und in seinem Gefolge Verketzerung und üble
Nachrede bis hin zur Zerrüttung ganzer Familien, sind jetzt das Instrumentarium
derer, die noch eben anderen Liebe predigten. Das haben schon viele von euch
erfahren müssen. Nun nennt man sie "abtrünnig", die ihr, gleich den .Aussätzigen
in biblischen Zeiten, wegen der von ihnen ausgehenden tödlichen Gefahr, zu
meiden habt.
ZWEI FRAGEN
1. Wem sind diese Brüder abtrünnig geworden?
Gott nicht, seinem Christus auch nicht, auch nicht der Bibel.
Ja, aber wem dann?
2. Für wen sind sie eine tödliche Gefahr?
Bestimmt nicht für euch, Brüder.
Ja, aber für wen dann?
Wie kamen diese Brüder eigentlich zu ihrem Aussatz? Haben sie sich etwa doch angesteckt, weil sie mit "Abtrünnigen" Umgang pflegten? Keineswegs, sie wurden zu "Aussätzigen" gemacht, weil sie die "Elle", deren sich die WTG selbst so gern bedient, mal nicht an die "Hure", sondern an die WTG und an ihre hausgemachten Lehren angelegt haben! Dabei haben sie nichts anderes getan, als der Aufforderung im "Wachtturm" zu folgen.
Am besten ist wohl, wir lesen das mal gemeinsam
nach. Unter der Überschrift "Die eine richtige Religion" lesen wir im WT vom
15.4.1955 auf Seite 252 im Abschnitt 20 und andere:
"Aber unser Glaube sollte eine feste Grundlage haben; er soll nicht auf
religiöse Führer gegründet sein und nicht auf Religionssysteme, sondern auf die
Bibel."
"Wenn wir erfahren, daß unsere Religion lehrt, was nicht stimmt, sollten wir sie
aufgeben." Noch 2 Hinweise aus Abschn. 21:
"Jehovas Wort ist wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert, und mit ihm müssen
wir die Steine zerschmettern, die uns zum Anstoß werden könnten, wenn wir mit
Gott zu wandeln suchen."
"Wenn Hinzufügungen zur Bibel uns zu Fall bringen, so daß wir glauben die Bibel
sei unvollständig und unfertig ... können wir die Bibel gleichsam als Hammer
gebrauchen, um diese Hindernisse zu zerschmettern."
Bedarf es hier noch irgendeines Kommentares? Sicher nicht, denn des ist eine Sprache, die jeder von euch versteht. Eine Sprache, die es nicht dabei bewenden läßt, euch auf Mißstände, wie Bibelmißbrauch durch falsche Auslegung, Hinzufügungen, Textveränderungen usw. aufmerksam zu machen. Nein, es ist eine klare Sprache, die euch zwingend auffordert, aufgrund der angeführten Tatbestände zum "Hammer" zu greifen zugunsten der reinen Anbetung unseres Gottes und unseres Herrn.
Nur eins hat man vergessen, zu erwähnen, Brüder,
daß man den Hammer zuerst bei sich selbst ansetzen muß, will man nicht als
Heuchler entlarvt werden! (Matth. 7:1-5)
Ihr glaubt, das sei nicht nötig? Na dann nehmt mal bitte den WT 7/1986 zur Hand
und schlagt die S. 31 auf. Dort lesen wir:
"Offensichtlich kann eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen nicht
lediglich auf einem Glauben an Gott, an die Bibel und an Jesus Christus
beruhen."
Und noch etwas könnt ihr dort lesen;
"Eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen erfordert, daß man die
Gesamtheit der wahren Lehren der Bibel akzeptiert, einschließlich jener
biblischen Glaubensinhalte, die nur Jehovas Zeugen vertreten."
Nun Brüder, denkt doch mal ernsthaft darüber nach
und prüft die sogenannten "biblischen Glaubensinhalte", die die WTG da
gleichberechtigt neben die Bibel gestellt hat, ob sie sich nicht gar als
Überlieferung entpuppen! (Matth. 15:3-9)
Im "Erwachet!" vom 22.11.85, S. l4 könnt ihr nachlesen, daß eine Überprüfung
jedes Glaubens sowohl biblisch, als auch moralisch gerechtfertigt ist. Wir
lesen:
"Die Bibel ist der Maßstab, an dem sich jeder Glaube messen lassen muß, der den Anspruch erhebt, christlich zu sein." Warum eigentlich nicht auch das eigene Glaubensverständnis einer biblischen Tiefenprüfung unterziehen? Wir sollten, ja wir müssen es von Zeit zu Zeit tun, damit wir nicht abgleiten und am Ende gar vergeblich geglaubt haben (2. Kor. 13:5; Hebr. 2:1)! Aber gerade das wird eintreten, wenn ihr weiter diesen, von der WTG geprägten "Glaubensinhalten" urteilslos und unkritisch nachfolgt.
Dabei ist das doch gar nicht so schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Alle Lehre, woher sie auch immer kommen mag, läßt sie sich biblisch nicht einwandfrei begründen. dann ist sie nicht das Evangelium unseres Herrn und seiner Apostel. Wir sollten solchen Heilsbotschaften gegenüber kritisch sein! und das umsomehr, als der Apostel Paulus uns zeigt, es gibt kein anderes Evangelium, nur gewisse Leute die die gute Botschaft über den Christus verdrehen wollen (Gal. 1:6-9).
Noch ein Wort in eigener Sache:
Ich mag mich verschiedentlich nicht klar genug ausgedrückt haben, so daß Fragen
offenbleiben, oder neue Fragen entstehen. Über das CV-Büro Gera bin ich zu
erreichen und bereit, dem ehrlich Suchenden zu helfen, auf seine Fragen eine
ehrliche bzw. biblisch begründete Antwort zu finden.
-Rei-
A 507/87 V 7 1 2001 N 3
HAST DU DAS GEWUSST?
DOKUMENTE. DIE ZUM NACHDENKEN ANREGEN
Jehovas Zeugen lassen es sich immer noch von ihrer leitenden Körperschaft
einreden, daß nur durch ihre Organisation Gott zu allen Menschen redet. In ihren
Schriften kann man es deutlich nachlesen.
Wir zitieren:
"Um dem Souverän des ganzen Universums zu dienen
und ihn zu preisen, muß man mit der Organisation der christlichen Zeugen Jehovas
verbunden sein."
"Wir sollten auch daran denken, daß Jehovas Organisation die einzige
Organisation in der ganzen Welt ist, die durch Jehovas heiligen Geist ...
geleitet wird."
(WT l. Oktober 1973, Seite 593)
WIR ERINNERN DARAN
Ehe die Organisation gegründet wurde, gab es auch schon gottesfürchtige
Menschen, die sich in Gruppen zusammenfanden und Gottesdienste durchführten.
Auch sie predigten schon damals in aller Öffentlichkeit. Auch sie benutzten die
Bibel und halfen den Menschen, Gott und sein Vorhaben besser verstehen zu
lernen.
WIR ERINNERN DARAN
Russell, der Gründer der Vereinigung "Ernste Bibelforscher", später auch als
"Jehovas Zeugen" bekannt, holte sich seine geistige Nahrung lange Zeit aus den
Reihen der Adventisten. In einer Schilderung über seinen Lebenslauf heißt es:
"Wegen der Ähnlichkeit ihrer Ansichten las er noch mehr von dieser Publikation
... Obwohl er sie als eine Schrift der Adventisten erkannte, für deren Lehren er
bis zu jener Zeit wenig übrig hatte. Russell war jedoch geneigt, von jeder
Richtung das zu lernen, was Gott ihm lehren wollte."
WIR FRAGEN NUN
Warum verachten Jehovas Zeugen überhaupt alle anderen Religionsgemeinschaften
und prahlen damit, was sie alles wissen?
Was wissen sie denn eigentlich wirklich?
Hat es die Vergangenheit nicht eindeutig bestätigt, daß sie von anderen
Religionsgemeinschaften noch sehr viel lernen können? Es liegt doch klar auf der
Hand, daß alle Endzeitbibelauslegungen der WTG bis zum heutigen Tage nicht der
Wahrheit entsprechen. Trotz mehrmaliger Überarbeitung haben sie damit weiter
nichts als Schaden angerichtet. Millionen und abermals Millionen von gläubigen
Menschen haben sie dadurch den Glauben an Gott geschwächt und ihre Hoffnungen
getrübt. War das der Wunsch Gottes und Christus Jesus?
WACHT ENDLICH AUF!
Verschließt nicht weiterhin willentlich euer Herz vor der Wahrheit. Überdenkt
mal in Ruhe, was ihr Gott und Christus Jesus vor dem Richterstuhl sagen werdet,
wenn er euch die Frage stellt:
"Warum hast du dich nicht von meinem Geist und den Worten der Bibel leiten
lassen. Waren dir die Worte von falschen Propheten mehr wert als mein Wort und
das Wort meines Sohnes?"
-W.W.-
... GEBT MIR KLARE UND VERSTÄNDLICHE ANTWORTEN
An die
Bibel- und Traktat-Gesellschaft ...
Liebe Brüder!
Seit 21 Jahren bin ich Eure Schwester im Glauben und überzeugt, die Wahrheit
gefunden zu haben. Jetzt aber habe ich ein Problem, mit dem ich allein nicht
fertig werde und mich deshalb vertrauensvoll an Euch wenden möchte.
Ich gehöre der Generation (1925) an. welcher Gehorsam eine der größten Tugenden
war. Gehorsam vor allem auch während des Krieges. Wir hätten nie gewagt, während
dieser Zeit einen ausländischen Sender zu hören, weil es der Staat verboten
hatte.
Hätten wir es doch nur alle getan - wieviel Leid
wäre uns erspart geblieben! Später wußten wir, warum die Regierung nicht
wünschte, daß sich das Volk anderweitig informierte.
Zu jener Zeit nahm ich mir vor, in meinem Leben immer ein rechtes
Unterscheidungsvermögen zu bewahren und alles, was auf mich zukommen mag, auf 2
Seiten abzuwägen.
Im Sommer 1960 kam ich dann mit Jehovas Zeugen in Berührung und all das, was ich
über die Bibel hörte, erfreute mich.
Am 23.3.1963 ließ ich mich taufen, und ich kann sagen, daß ich alles, aber auch alles, bereitwillig lernte und es als Speise vom treuen und verständigen Sklaven annahm und in meinem Leben anwandte - vertrauensvoll und trotz Schwierigkeiten im geteilten Haus. 24 Jahre war ich in allem dem Sklaven gehorsam, und das prägt einen Menschen. Mein "Prüfen" war eingeengt. Ich prüfte nur noch die Unterschiede zwischen den anderen Religionen und unserer Organisation. Da ich gläubig und gehorsam war, dachte ich in all den Jahren gar nicht daran, unsere Lehre und unsere Organisation kritisch zu prüfen.
Kürzlich wurde mir nun eine Kassette gegeben mit
dem Titel "Was geschah in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas im Frühjahr 1980?"
Da ich überzeugt war, daß wir die Wahrheit haben und uns nichts biblisch
widerlegt werden kann, hörte ich mir diese Kassette an. Mir war durchaus klar.
daß ich damit das Gebot des Sklaven übertrat, niemals etwas zur Kenntnis zu
nehmen, was von ehemaligen Brüdern verbreitet wird. Aber wir haben ja die
Wahrheit und deshalb kann diese Kassette nur unsachliche, üble Hetze beinhalten
- so war meine Meinung, bevor ich das Band hörte.
Nachdem ich es gehört hatte, war ich erschüttert.
Ich nehme an, daß auch Ihr über den Inhalt dieser Kassette informiert seid (falls nicht, bin ich gerne bereit, sie Euch zu senden) und mir die folgenden Fragen beantworten könnt, um meinen Glauben wieder herzustellen:
1. Ist es völlig unmöglich, daß die
jahrzehntelang treuen (vielleicht auch gesalbten) und intelligenten Brüder des
Schreibkomitees gravierende Widersprüche zwischen der Lehre der
Wachtturm-Gesellschaft und der Bibel entdecken konnten?
2. Sind Zweifel an unserer Lehre unverständlich, wenn man bedenkt, daß die
Schreiber vieler Bücher, aus denen wir heute lernen, nicht mehr glauben, daß die
leitende Körperschaft der alleinige Kanal Jehovas ist?
Wenn sie selbst zugeben, daß alles, was sie über die für uns so wichtige
Chronologie geschrieben haben, falsch ist?
3. Anhand welcher deutschsprachigen Veröffentlichung (unabhängig von der
Wachtturm-Literatur) kann ich mich vergewissern, daß im Jahr 607 v. u. Z. das
israelitische Königtum endete (und somit das Jahr 1914 als Datum der Wiederkunft
Christi korrekt ist)?
4. Wie ist der Text Offb. 7:9-15 zu verstehen?
Wo befand sich in der Vision des Johannes die große Volksmenge zusammen mit
himmlischen Wesen, die vor dem Thron Gottes und vor dem Lamm stand?
Befand sich der Thron Gottes, vor dem sie stand, im Himmel oder auf der Erde?
5. Sind wirklich nur die 144.000 aus Gott geboren, wenn es doch in 1. Joh. 5:1
heißt, daß jeder, der glaubt, daß Jesus der Christus ist, aus Gott geboren ist?
6. Ehren wir als Zeugen Jehovas wirklich den Sohn so, wie wir den Vater ehren (Joh.
5:23)?
7. Ist unsere Errettung abhängig von dem errichten von Gesetzeswerken oder
allein von unserem Glauben an Jesus Christus (Gal. 2:15-21; Rö. 8:1)?-
8. Haben die Apostel zu Jesus gebetet(... samt allen, die den Namen unseres
Herrn Jesus Christus, ihres Herrn und des unseren, überall anrufen - l. Kor 1:2
-)?
9. Beweist Joh. 14:13+14 nicht, daß Jesus hört, wenn wir beten, und daß er es
ist, der unsere Gebete beantwortet?
10. Warum wurde die Übersetzung des Textes Joh. 14:14 in der
Interlinear-Übersetzung (Wenn ihr mich um etwas ...), die von der
Wachtturm-Gesellschaft herausgegeben wurde, nicht in die Neue-Welt-Übersetzung
übernommen, wenn es doch so im griechischen Urtext heißt, auf den sich die
Wachtturm-Gesellschaft beruft?
Liebe Brüder, ich bitte Euch herzlich, mir auf
meine Fragen klare und verständliche Antworten zu geben und meine Zweifel
auszuräumen.
Durch die Antwort auf die beiden Leserbriefe im Erwachet vom 22. Dez. 1984
("Eine Organisation, die diesen Standpunkt einnimmt - für Menschen der Weg zum
Heil zu sein - sollte bereit sein, sich einer kritischen Prüfung zu
unterziehen") wurde ich nach langem Zögern ermutigt. Euch zu schreiben.
Ich habe mich mit meinem Problem direkt an Euch gewandt, um nicht auch noch
unsere Ältesten in Konflikte zu bringen, die gewiß entstanden wären, hätten sie
von dem Inhalt der Kassette Kenntnis erlangt.
Außerdem fürchte ich, das gute Einvernehmen
zwischen mir und den Brüdern in unserer Versammlung zu gefährden.
Auch möchte ich mit meinem Gesuch um schriftliche Antwort diesbezügliche Besuche
bei mir wegen meines Mannes, der Rentner und immer zu Hause ist, vermeiden. Er
ist nicht in der Wahrheit und ich habe mich in der Vergangenheit mit Erfolg
bemüht, das wenige Negative in bezug auf meinen Glauben von ihm fernzuhalten und
die Schwierigkeiten, die in unserem geteilten Haus bestehen, in einem
erträglichen Maß zu halten.
Ich habe volles Vertrauen zu Euch und bitte
darum, daß dieser Brief auch vertraulich behandelt wird und ich durch Eure
Antwort eine gläubige Zeugin Jehovas bleiben kann.
Ich danke Euch im voraus recht herzlich für Eure Mühe und hoffe auf baldige
Antwort In brüderlicher Liebe
Eure Schwester
Schlussbemerkung
Die WTG beantwortete dieses Schreiben mit Datum vom 8.1.1985 sehr ausführlich
und bemühte sich sehr, mir auf drei Seiten "biblische" Antworten zu geben, dies
allerdings häufig mit Hinweisen auf ihre Literatur. in der die meisten meiner
Fragen schon beantwortet worden seien.
Der Schlußsatz ihres Briefes lautete:
"Wir hoffen, Dir mit diesen Zeilen eine Hilfe gewesen zu sein und senden Dir
unsere Grüße der Liebe.
Deine Brüder - WTG-Stempel"
Ihre Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht ihre Zeilen vermochten meine Zweifel
nicht auszuräumen.
Einige Zeit später - nach einem überraschenden Besuch des Kreisdieners, in
dessen Verlauf das Zitat von den Hunden, die zu ihrem eigenen Gespei
zurückkehren, fiel - sandte ich an unsere Ortsversammlung ein Schreiben, in dem
ich erklärte, daß ich die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas aus Gewissensgründen
verlasse. Damit kam ich mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Gemeinschaftsentzug
zuvor.
Ich bin Gott dankbar, daß er mir die Augen geöffnet und den Weg in die herrliche
Freiheit der Kinder Gottes gezeigt hat.
H. S. aus S.
AKTUELLES IN KÜRZE
AUS VERZWEIFLUNG ERHÄNGT
Unsere WT/ZJ-Schwester hatte ihrer Versammlung in Radolfzell/BRD zum Bau ihres
WTG-Königreichssaales 30 000 Mark Darlehn gegeben. Allerdings in vollem
Vertrauen zur Organisation darüber keine Papiere ausfertigen lassen. Dann starb
ihr Mann. So kam große Not ins Haus. Unsere Schwester. Katharina S. L.. wollte
nun wenigstens einen Teil des Geldes zurückhaben.
Die Organisation verweigerte jedoch jede Rückzahlung. Verzweifelt über eine
solche Herzlosigkeit angesichts ihrer persönlichen Situation hat sich unsere
Schwester daraufhin am 19.5.1987 im Speicher ihrer Wohnung in Radolfzell
erhängt.
Sie war 68 Jahre alt. Die Sache ist nun ein um sich greifendes Thema. Wie könnte
es auch anders sein.
DAS JAHR 2000 UND DIE WTG IN AFRIKA
Pläne zur Beseitigung des Analphabetentums in Afrika bis zum Jahre 2000 wurden
Anfang Juli 1982 von der 5. Konferenz der Minister für Bildung und
Wirtschaftsplanung afrikanischer Länder in Harare/Simbabwe beschlossen. An der
Konferenz beteiligten sich 44 Staaten. Seit der ersten derartigen
Ministerkonferenz 1961 ist ein bedeutender Fortschritt erreicht worden.
1960 besuchten nur 41.2% der Kinder eine Schule. 1980 waren es schon 76,9 %. Die
Regierungen der afrikanischen Länder wurden aufgerufen, nationale
Bildungprogramme zu erstellen.
Hätten diese Regierungen oder "Herrscher der Nationen" besser auf die WTG-Weltende-Verkündigung der 60er Jahre hören und keine Pläne mehr machen sollen, um die "Zustände zu verbessern"? Verkündigte die WTG doch für 1975 das Harmagadon-Weltende und den Beginn des 1000jährigen Gottesreiches auf Erden als Lösung aller sozialen Fragen und Probleme. Wahrscheinlich hätte man jene Regierungen so schnell wie möglich als sozial verantwortungslose Dummköpfe, die auf falsche Propheten hören, davonjagen müssen. Oder? 5. Mose 18:20-22.
Die Geißel des Analphabetentums ist eine der
Hauptursachen der Rückständigkeit und des Elends, der nationalen
Unterentwicklung, wofür man lt. WT keine "menschlichen Pläne" machen darf, um
das zu überwinden.
Darüber müssen sich normale Menschen empören. Die Kinder Afrikas können froh
sein.
Gelingen die geplanten Vorhaben, dann müssen sie als Erwachsene keine
Analphabeten mehr sein.
Die WTG konnte und kann deshalb niemand wirklich ernst nehmen, wenn sie jetzt
auf das Jahr 2000 spekuliert, seit 1975 als "falsche Prophetie" offenbar ist.-
Liebe Brüder und Schwestern!
Wir danken Euch ganz herzlich für die uns zugesandten Spenden, die uns immer
wieder helfen, unser Werk zu verrichten.
Studiengruppe CV
AUS DER WELT DER ZEUGEN
HOMOSEXUALITÄT
Schon zweimal habe ich in meiner 18jährigen Zeugenzugehörigkeit erfahren, daß
man Geschwistern oder Interessierten, die sich von der Organisation abgewandt
hatten, Homosexualität nachsagte.
Das erste Mal, da war ich ganz neu in der Organisation, da sagte mir die
Schwester Elfriede, als sie in Haft gewesen wäre, da hätte sich ein junges
Mädchen von der WTG getrennt und dann später studiert und hätte ihren Ingenieur
gemacht.
Auf meine Frage, warum sie raus sei, antwortete sie: Homosexualität. Nach ca. l0
Jahren, als wir mal auf die Zeit der Haft
zu sprechen kamen und ich noch mal nach der betreffenden Schwester fragte,
erzählte sie mir es ganz anders. Das wäre nie bewiesen, man könnte es nur
vermuten usw.
Sie wußte scheinbar nicht mehr ganz genau. was sie vor Jahren erzählt hatte.
Ein anderer Fall stammt aus Dresden. Bruder Heinz und Schwester Gerda kamen oft zu mir auf Besuch und erzählten von ihren Erfahrungen aus dem Felddienst. Na. und da hatten sie auch ein paar nette Mädels, die Freundinnen waren, für die Wahrheit gewinnen können. Sie waren eifrige Zeugen geworden. Nach einem Jahr waren die Dresdner Geschwister mal wieder bei mir. Ich fragte nach den Mädels. Ach, sagte man mir, die haben sich von der Wahrheit zurückgezogen, die wollten nichts mehr davon wissen. Ich fragte nach dem Grund; Homosexualität war die Antwort.
Dann hatten sich die beiden Mädels wieder der Wahrheit zugewandt, und auf meine Frage nach der Homosexualität, die man ihnen doch nachgesagt hatte, meinte man, das wäre ein Irrtum gewesen, das wäre gar nicht wahr gewesen. Wären sie nicht zurückgekommen, hätte man das gewiß nicht revidiert.
Und da hat man die WTG für das Edelste gehalten,
was es auf der Erde gibt.
Ich glaube nicht, daß die Geschwister so boshaft sind und verleumderisch und nur
falsches Zeugnis reden. Ich glaube, das liegt an der Instruktion von oben, von
der Leitung. Es darf einfach nicht wahr sein, daß es Geschwister gibt, die ein
Haar in der Suppe finden. Wer weiß, was man mir nachredet. Ich bin ja auch nicht
verheiratet, wie viele Zeugen Jehovas.
Das war meine Erfahrung zum Buch von Raymond Franz. Wenn man denkt, wie ich
früher auch dachte, daß viele Sachen lokaler Natur sind und aus den
Unvollkommenheiten der Gattung Homo Sapiens entspringen, dann ist man im Irrtum.
Durch das Buch "Krise des Gewissens" zieht ein roter Faden, den man auf der
ganzen Welt, .auch in den australischen Versammlungen wiederfinden kann. -
M. Strohbach
"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry
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