Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 218
In Fortsetzung ihrer Berichte über den Fall des Raymond Franz, kann man dieser Ausgabe
entnehmen, dass offenbar die schon vor Franz angefertigten Ausführungen des Carl Olof
Jonsson, zum WTG-Dogma-Datum 1914, mit denen sich auch Franz beschäftigen konnte
(musste), eine Art Intitalzündung für seinen eigenen, späteren Weg bewirkten.
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
GERA NR. 218 SEPTEMBER 1987
1914, DIE HALTLOSE JAHRESZAHL
R. Franz bricht sein Schweigen (8)
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 6 und 7/1987
HELLERES LICHT?!
Die WT gründlich" studieren
ES IST SPÄTER ALS DU DENKST
Brooklyn kommt nicht zur Ruhe
... NICHT LANGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
4. "Org. Jehovas" und Schlußbemerkungen
VON HARMAGEDON ZUM CHRISTUS ...
Trennung von Jehovas Zeugen
FEHLER, WER SIEHT SIE EIN?
Was meinst Du?
Es ist in der Tat immer schmerzlich, wenn wir darauf aufmerksam gemacht werden, oder beim
Lesen Dinge wahrnehmen, die gegen unsere herkömmlichen Denkgewohnheiten verstoßen. Das
macht uns dann meist betroffen und wir empfinden es als eine unzumutbare Herausforderung,
die sofort höchst richterlich geahndet werden muß, ohne sie vorher gründlich zu
überdenken. Ebenso schmerzlich ist es zuweilen für den Schreiber selbst, auf Fehler
hinzuweisen und herkömmliche Denkgewohnheiten in Frage zu stellen, wissend, daß er damit
in das berühmte "Fettnäpfchen" tritt, Anstoß erregt und Mißmut hervorruft.
Wenn aber Menschen, die guten Willens sind, oft über Jahre hinaus, oder gar zeitlebens
falsch belehrt wurden, darauf aufmerksam gemacht werden, sollten sie es denen nicht
übelnehmen, die ihnen auf diese Weise zu helfen suchen. Vielmehr sollten sie es ihnen
zugute halten, daß dies aus einer gewissen moralischen Verantwortung heraus geschieht und
sehr oft auch aufgrund gemeinsamer, leidvoller Erfahrungen. Freilich, welche Konsequenzen
das für den einzelnen hat, muß derjenige selbst entscheiden und es liegt ganz in der
Verantwortung seines Gewissens, das an Gottes Wort gebunden ist. Sie ist der Maßstab
aller Dinge, nicht die Meinung der Menschen.
Errare humanum est - irren ist menschlich, mit diesem geflügelten Wort der alten Lateiner versuchen wir allerdings gerne unsere eigenen menschlichen Unzulänglichkeiten und Versäumnisse vornehm zu umschreiben, statt sich ehrlich dazu zu bekennen, doch Fehler, wer sieht sie ein? Übrigens ein Wort aus dem Munde Davids. Bedenklich wird es, wenn Unterlassungssünden oder gar grobe Fahrlässigkeit dazu kommen, dann kann das mitunter sogar tödliche Folgen haben. Wenn beispielsweise dem Arzt, der dem hippokratischen Eid nach zu besonderer Sorgfalt verpflichtet ist, auf dem Operationstisch ein Fehler unterläuft, kann das unter Umständen für den Patienten den Tod bedeuten. Der Nachweis eines "Kunstfehlers" gelingt selten, um ihn dafür haftbar zu machen. Ähnlich ist es mit dem Weichensteiler, der irrtümlich die Weiche falsch stellt, der heranbrausende Zug in die falsche Richtung fährt und es dadurch zur unausweichlichen Katastrophe kommt. Die lapidare Erklärung der zuständigen Stellen, daß es sich um ein menschliches Versagen gehandelt hat, macht die Katastrophe nicht rückgängig, die Verletzten nicht heil, die Toten nicht lebendig. Ebenso verhält es sich auf geistiger Ebene.
Eine schier unersättliche Wißbegierde, die dazu führt, alles, was angeboten wird, ungebrochen und ungeprüft bedenkenlos zu übernehmen, ohne vorher die, nötige Sorgfalt walten zu lassen und weiterzugeben, kann die gleichen schlimmen Folgen haben. Häufig lassen wir uns durch Äußerlichkeiten beeindrucken, durch bloße wirkungsvolle Schlagworte, oder wohlklingende Titel, fromme Reden, oder geschwollene Phrasen, die nichtssagend sind, weil sie ohnedies mehr versprechen, als sie, halten und sind trotzdem davon fasziniert und berauscht. Das kann mit einer angeblich frohen Botschaft vom "Paradies auf Erden" beginnen und mit "der Hölle, in der kein Feuer brennt", enden.
Zum einen wird ein phantastisches Gemälde
gepinselt vom zukünftigen Wonnegarten, wo Wolf und Bär und Lamm und Kuh friedlich
nebeneinander weiden,- dazwischen leuchtende Kinderaugen und Völker ohne Zahl.
Zum anderen nimmt man die Angst und den Schrecken vor der mittelalterlichen Pein, beweist
ihren inneren Widerspruch, indem man sich vordergründig auf die Bibel beruft,
hintergründig zieht man sie in Zweifel und wertet sie ganz einfach ab. Wer daher über
alle diese Dinge oberflächlich hinwegeht, ohne ihnen auf den Grund zu gehen, merkt selten
den Pferdefuß, der dazwischen steht. Deshalb ermuntert uns der Apostel "alles zu
prüfen und an dem, was recht ist, festzuhalten und das Böse zu meiden", (l.
Thessalonicher 5,20-22)
Wenn wir das zu tun versäumen, gefährden
wir uns nicht nur selbst, sondern auch jene, die auf uns hören.
Zu sagen, wir machen keine Fehler, wäre vermessen. Vielleicht nicht diesen, dafür
sicherlich einen anderen. Auch der Schreiber dieser Zeilen ist nicht dagegen gefeit, er
weiß darum und sieht sie ein. Im Englischen gibt es dafür ein bekanntes Sprichwort:
"nobody is perfect - keiner ist vollkommen". Also wenn schon, dann bitten wir
Gott, daß er uns die Weisheit und die Einsicht verleihen möge, das Unabwägbare mit
Würde und Gelassenheit anzunehmen und zu ertragen.
-J.G.-
WER IST RAYMOND VICTOR FRANZ?
Die Bedeutung seines Buches über die WTG "Krise des Gewissens" macht es
erforderlich, darüber etwas zu sagen.
Fast alle ZJ der WTG kennen, zumindest namentlich, den WTG-Präsidenten Frederic William
Franz. Namen aber besagen schließlich nicht viel oder auch nichts. Man muß schon
Näheres wissen. Also:
Raymond Victor Franz (RVF) ist der Neffe des WTG-Präsidenten Frederic William Franz (FWF). Geboren 1922, Cincinnati/USA, war R. V. Franz zunächst WTG-Missionar, Absolvent der WTG-Gileadschule. Im WTG-Kreis- und Bezirksdienst, dann Zweigaufseher und schließlich von 197l bis 1980 Mitglied des höchsten und letztentscheidenden WTG-Leitungsgremiums, der leitenden Körperschaft (LK). Er war schließlich auch als ein Nachfolger für den WTG-Präsidenten im Gespräch. Als LK-Mitglied war er Mitglied des LK-Dienstkomitees und des LK-Schreibkomitees, wo die "geistige Speise" produziert wird. Er war mitverantwortlich für die Bestimmung von WT-Artikeln zu "geistiger Speise", verfaßte selbst WTG-Bücher und beaufsichtigte deren Abfassung.
Er war u.a. Mitverfasser des neuesten WTG-. Nachschlagewerkes "Hilfe zum Verständnis der Bibel". Er war selbstverständlich Teilnehmer an den internen bzw. Geheimen wöchentlichen Sitzungen der leitenden Körperschaft, in denen über Organisation und Lehre entschieden wird sowie im Zusammenhang mit den Ausschlüssen über Leben und Tod betroffener ZJ. Er war auch Mitglied beider WTG-Körperschaften gesetzlicher Art, der New Yorker und der Pennsylvanischen. Und er gehörte zu den "Gesalbten".
In diesen ehemaligen Funktionen der WTG Positionen und mit seinen Erfahrungen ist er faktisch ein "Kronzeuge" der Sache, wie er noch nie aus der höchsten WTG-Führung hervorgetreten ist. Entsprechend ist auch die weltweite Aufmerksamkeit, das weltweite Interesse aller Betroffenen, denkt und handelt er doch in seinen Enthüllungen über die WTG gewissenhaft in christlicher Verantwortung vor Gott und Menschen.
1914, DIE HALTLOSE JAHRESZAHL
Raymond Franz bricht sein Schweigen (8)
VORAUSSAGUNGEN UND VERMESSENHEIT
Dies ist die Überschrift, unter der Raymond Victor Franz, ehemals Mitglied der leitenden
Körperschaft der WTG, eine der erschütternsten Erkenntnisse darlegt, die ihn zwangen,
das WTG-Werk nicht mehr länger mitzuverantworten. Nämlich, daß das zentrale und
fundamentale WTG-Endzeitdatum 1914 absolut haltlos ist. Wie jeder, der mit den Dingen
vertraut ist, weiß, ist das Datum 1914 das Fundament für die gesamte derzeitige
WTG-Endzeitweltanschauung. Wenn das nicht stimmt, stimmt alles nicht: Weder die
Wiederkunft und Gegenwart Christi, noch der Endzeitbeginn, noch das Überleben dieser
Generation, noch die Aufrichtung des Reiches Gottes, noch der Kampf im Himmel, noch
Harmagedon, noch die Einsetzung des "Sklaven" mitsamt seiner ganzen
Verkündigung. Dann ist alles nur ein Kartenhaus, ein hohles Gebäude, ein Trugbild, eine
Legende für irgend etwas anderes. Ist das nicht furchtbar für alle, die immer noch einer
solchen falschen WTG-Prophetie folgen? So hat Bruder Franz guten Grund, diese Darlegungen
unter das Schriftwort in 5. Mose 18:22 über falsche Prophetie zu setzen, woran sich auch
die WTG messen lassen muß, Oder etwa nicht?
Entschieden weist Bruder Franz hier die
Meinung zurück, es sei doch menschlich, Fehler zu machen. Das wäre zu akzeptieren, wenn
die WTG jedem sagen würde, daß sie nur ein Menschenwerk betreibt. Doch sie proklamiert
weltweit, daß sie mit ihren Zeugen Gottes einziger Prophet in dieser Zeit sei, wozu
Bruder Franz den WT vom l. April 1972 zitiert (engl.): "Sie werden wissen, daß ein
Prophet unter ihnen war".
Also muß 5. Mose 18:22 an die WTG angelegt werden. Um so mehr, als Jesus selbst fordert,
den Balken aus den eigenen Augen zu ziehen. (Lukas 6:42)
J. F. RUTHERFORD:
"ICH MACHTE MICH ZU EINEM ESEL"
Es war 1980 bei einer Tagestextbetrachtung im Bethel. WTG-Präsident F. W. Franz, der
Onkel von unserem Bruder Raymond Franz erinnerte an das Geständnis von WTG-Präsident
Rutherford, nachdem das WTG-Weltendedatum von 1925 als falsche Prophetie erwiesen war:
"Ich weiß, ich machte mich zu einem Esel".
Natürlich wurde dieses umwerfende Geständnis vor der Masse der Zeugen verschwiegen. Wir erfahren es erstmals heute durch Bruder Franz. Ist das nicht bezeichnend für die WTG? Man ließ also alle weiter diesem "Esel" folgen. Auch Bruder Franz folgte ihm. Er gesteht, daß er in den ersten Jahrzehnten seiner WTG-Verbundenheit nur eine neblige Vorstellung von irgendwelchen WTG-Fehlschlägen hatte und dem einfach keine große Bedeutung beilegte. Erst nach 1975 erfuhr er genau, "wie weit die Sache ging". Nun ja, da waren 50 Jahre nach 1925 und über 60 nach 1914, wann jedesmal Harmagedon geschlagen sein sollte. Es ist erschütternd zu lesen und tragisch für die arglosen Zeugen draußen, wie sie sich in der WTG-Führung selbst der Eseleien überführten und nach außen in intoleranter Eifersucht als göttlicher Prophet hinstellten. Es ist erstaunlich, wie Bruder Franz versucht, das möglichst gelassen zu schildern. Im Grunde ist das ja furchtbar genug. Auch für ihn selbst als einer, der das bisher international mitverantwortete. Es war zwangsläufig, angesichts dieser fundamentalen Datenfehlschlage, das entscheidende Datum 1914 selbst zu untersuchen. Was wir nun wie nie zuvor vor uns haben!
Bruder Franz räumt ein, sogenannte "Oppositions-Literatur" gekannt zu haben. Offensichtlich hatte er sie damals nicht ernst genommen. Nun bestätigt er sie mit seinen Darlegungen. Auch CV ging von Anfang an nach Brooklyn.
WIE ES NACH 1975 BEGANN
Bekanntlich war 1975 die vorläufig letzte falsche Zeiten-Prophetie der WTG. Siehe u. a.
Erwachet vom 8. April 1969: "Was werden die 1970er Jahre bringen" für die
Weltöffentlichkeit in 26 Sprachen unter dem reißerischen Titel "Ist es später als
du denkst?", eine Abwandlung des Themas der WTG-Kongresse 1949 ihres neuzeitlichen
antikommunistischen kalten Krieges "Es ist später als du denkst!" (Waldbühne
Westberlin 1949 u. a.)
Zwei Jahre nach diesem 1975 nun, 1977 geht in Brooklyn die Forschungsarbeit von Bruder Carl Olof Jonsson aus Schweden ein, die die ganze WTG-Chronologie zur Begründung von 1914 restlos aus den Angeln hebt. Auch Bruder Franz hat sich damit zu befassen, da er ein maßgeblicher Mitverfasser des WTG-Hilfe-Buches ist, in dem er der WTG noch zum Munde redet und schreibt.
Jetzt wird sein Gewissen hellwach!
Er liest erschüttert, woher der erste WTG-Präsident C.T. Russell das Jahr 1914
überhaupt hatte, um die ganze WTG für alle Zeit und mit ihrer ganzen Endzeitkonstruktion
darauf festzunageln: "Dies war mir total nicht bewußt, bevor ich das Material las,
das der Gesellschaft von Schweden zugesandt wurde". Der Originaltitel des Materials:
Carl Olof Jonsson, Slutade hedningardas tider 1914? Copyright by CKI -
Forlaget, Göteborg, Schweden.
Im englischen Sprachraum verbreitet von Good News Defenders (Verteidiger der Guten
Botschaft) La Jolla, Californien, USA.
Bruder Jonsson war WTG-Ältester in
Schweden. Sein Material, seine Forschungsarbeit zu deutsch: "Die Zeiten der Nationen
neu betrachtet".
Erschüttert verfolgt Bruder Franz, wie die WTG zuerst verspricht, alles sorgfältig zu
prüfen, er solle "auf den Herrn warten". Dann haben sie in Brooklyn wenig Zeit
und halten ihn hin. Anstelle einer Antwort setzt die WTG eine Rufmord-Kampagne in Gang, an
deren Ende 1982 der Ausschluß von Bruder Jonsson erfolgt! Und zwar durch ein schwedisches
WTG-Rechtskomitee, das sein Material nicht einmal gelesen hat! Bruder James Penton,
Professor an der Universität Lethbridge in Alberta, Kanada: Sie hatten in Brooklyn
begriffen, daß sie hier einen neuzeitlichen schwedischen Galileo Galilei vor sich haben,
wo nur noch ein Ketzergericht helfen kann! Man muß das lesen!
Im Ergebnis urteilt Raymond Franz als ehemaliges Mitglied der leitenden Körperschaft der WTG und möglicher WTG-Präsidentennachfolger über die trotz allem aufrechterhaltene WTG-"Hauptwahrheit" von 1914. "Indem sie dies sagen, begehen sie wahrscheinlich die größte Falschdarstellung von allem".
WIE DIE INQUISITION EINST
Bitter stellt unser Bruder Franz am Schluß dieses Kapitels fest, daß die WTG allein
schon wegen Zweifel an ihrer Chronologie nichts Geringeres tut, als die Qualität der
Beziehung des Zweifelnden zu Gott in Frage zu stellen, eine WTG-Vermessenheit, Gott gleich
zu sein, ja Gott zu spielen. -
-CVR-
EDLER GESINNT SEIN
UND PRÜFEN APG. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT 6 UND 7/1987
NEBENARTIKEL:
"Bahamainseln mit den Augen eines reisenden Predigers gesehen"
und "Wirst du an der Wahrheit festhalten?"
EIN SCHWUNGHAFTER HANDEL MIT DER RELIGION
"Jehovas Zeugen verkündigen heute dieselben biblischen Wahrheiten über Gottes
Königreich, die Jesus und seine Apostel predigten." (S. 31)
Um es gleich vorweg zu nehmen: Weder die Art und Weise, wie Jehovas Zeugen predigen, noch
was sie predigen entspricht dem Predigtdienst Jesu und seiner Jünger!
Beschäftigen wir uns zuerst einmal damit, wie Jehovas Zeugen predigen. Dieser WT gibt
Auskunft:
"Eine Frau, mit der ich sprach,
interessierte sich sehr für das Buch 'Mein Buch mit biblischen Geschichten', aber sie
hatte kein Geld. Doch in ihrem Kühlschrank stand genau das, was wir brauchten - fünf
Dosen kaltes Getränk. Wir tauschten das Buch gegen ihre gekühlten Erfrischungsgetränke,
und jeder war glücklich." (S. 27)
Nun, man kann sicher sein, daß dieser reisende Prediger (Kreisaufseher), der vorliegenden
Erfahrungsbericht lieferte, sich keinen Ausrutscher erlaubt hat.
Umsonst gibt es nämlich bei der WTG nichts. Jeder Zeuge Jehovas wird streng angewiesen, nur gegen entsprechendes Entgeld die Literatur abzugeben. Im Notfall werden Schriften eben auch gegen Naturalien o. ä. getauscht (natürlich nicht zu Ungunsten des Verkündigers!). Wer auch das nicht kann, bekommt halt nichts, es sei denn, der "barmherzige" Verkündiger hat noch einen verjährten und abgegriffenen WT in der Hinterhand.
Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen darf
sich allerdings die WTG nicht in jedem Land ihre Literatur bezahlen lassen. Durch
"Spenden" wird dieses Manko aber mehr als beglichen. Auch in den
DDR-Versammlungen der Zeugen Jehovas wird nicht vergessen, auf die Kosten des
Literaturvertriebs und somit auf die Notwendigkeit der Spenden mit Nachdruck hinzuweisen.
Wie handelten im Gegensatz dazu Jesu und seine Jünger? Jeder Leser möge sich seine
Gedanken dazu machen!
DIE MILLIONENFACHEN LÜGEN
Zur zweiten Problemstellung: Entspricht das, was Jehovas Zeugen predigen dem, was Jesu und
seine Jünger verkündigten? Um diese Frage zu beantworten, müßte man von dem Grad der
Organisiertheit ausgehen und diesbezüglich die Christen im ersten Jahrhundert mit den
heutigen Zeugen Jehovas vergleichen.
Ein riesiges Hauptbüro und supermodern
eingerichtete Zweigbüros in alter Welt heute - gab es auch nur Ansätze davon in der
Vorzeit?
Zeitschriften und Bücher in Millionen-Auflage heute - was benötigten im Gegensatz dazu
die ersten Christen außer den biblischen Schriften?
Gerade dieser religiöse Medienkonzern, der sich Wachtturm-Gesellschaft nennt, hat sich in
den letzten 100 Jahren aufgrund seiner Falschprophezeiungen und religiösen Irrtümer auf
der Welt lächerlich gemacht.
In obrigkeitliche Gewalten, Sexualität in der Ehe, Endzeittermine, Ältestenfrage (um nur Stichpunkte zu nennen) - die WTG irrte sich und mußte Berichtigungen vornehmen. Ihr treu ergebene Menschen verleumdete sie mit allen nur denkbaren Mitteln, nur weil diese in bestimmten Fragen abweichende Meinungen hatten. Jahre später mußte sich die WTG selber korrigieren, ohne sich aber bei den Betreffenden zu entschuldigen.
Und wieder meine Frage zum Schluß:
Was predigten und wie handelten Jesu und seine Jünger?
Es lohnt sich, darüber Gedanken zu machen!
WACHTTURM NR. 7/1987
STUDIENARTIKEL:
"Weltweite Sicherheit unter dem 'Fürsten des Friedens'"
WIE EGOISTISCH IST EIN WTG-JEHOVA?
Konstruieren wir einmal folgenden Fall:
Der Vater hat sich vorgenommen, sein defektes Fahrrad zu reparieren. Sein Sohn, der es
ebenfalls benutzt, entwickelt Eigeninitiative und kommt dem Vater zuvor. Zwar gelingt es
ihm nicht, den gesamten Schaden zu beheben, doch sie können mit dem Fahrrad vorerst
wieder fahren.
Dürfte nun der Vater seinem Sohn für dessen Bemühungen nicht Dank und Anerkennung
zollen?
Dürfte es nicht normal sein, daß sich Vater und Sohn zusammensetzen und gemeinsam
beraten, wie der restliche Schaden behoben werden kann?
NUR DURCH HARMAGEDON ZUM FRIEDEN?
"Sowohl Staaten innerhalb als auch außerhalb der Organisation der Vereinten Nationen
beziehen Stellung gegen die Regierung des 'Fürsten des Friedens'. Diese Organisation ist
in den Augen Gottes eine kolossale Weltverschwörung. Warum? Weil sie vorgibt, Ziele
erreichen zu können, die gemäß Gottes Willen nur sein 'Fürst des Friedens' erreichen
wird. Und sie fordert die Menschen aller Nationen auf, sie darin zu unterstützen, durch
menschliche Bemühungen weltweite Sicherheit herbeizuführen. Sie hat sogar das Jahr 1986
zum 'Internationalen Friedensjahr' erklärt. Dadurch erweist sie sich als eine
Verschwörung gegen den 'Fürsten des Friedens' und gegen den Bund, den Jehova mit ihm
für sein ewiges Königreich geschlossen hat."
WELCH EIN WIDERSINN
Nur weil die Vereinten Nationen sich für einen weltweiten Frieden engagieren und damit in
ihren Bemühungen u.U. Jesus Christus zuvorkommen würden, ist diese Organisation in den
Augen Gottes "eine kolossale Weltverschwörung"?!
Oder überspitzt ausgedrückt: Dann wäre anscheinend die UNO "ein Freund
Gottes", wenn sie einen dritten Weltbrand schüren würde, der dann Jesus die
Möglichkeit gäbe, sein Harmagedon zu entfesseln!
IHREN VORSTELLUNGEN ENTSPRICHT DER KRIEG!
Doch zurück zu unserer eingangs konstruierten Geschichte. Mit WTG-Augen gesehen müßte
nun der Vater seinen Sohn als Feind betrachten, da dieser ihn des Vergnügens der
Reparatur des Fahrrades "beraubt" hat.
Zwangsläufig erhebt sich die Frage:
Ist die Wachtturm-Gesellschaft in unserer heutigen Zeit an einem weltweiten Frieden
überhaupt interessiert?
Die Antwort zu geben fällt nicht schwer.
Jeder nationale und internationale Konflikt wird im WTG-Hauptbüro in Brooklyn mit kaum
verhohlener Freude registriert. -
-Gerd R ...-
HELLERES LICHT!?
Also, es lohnt sich doch noch, die Wachttürme gründlich zu studieren, denn entgegen
allen Erfahrungen findet man tatsächlich ab und zu etwas Neues. Dachte man als
altgewordener Zeuge Jehovas schon alles zu wissen, so wird man stets eines Besseren
belehrt. Jahrzehntelang war ich der Meinung, daß alle Religionsorganisationen, auch die,
die behaupten christlich zu sein, ein Teil der großen Hure Babylon sind, und nun lese ich
zu meinem großen Erstaunen im Wachtturm 8/87 auf Seite 9, ausgerechnet noch - zufällig
oder beabsichtigt steht es hier drin, wer weiß es - in der Serie "Jesu Leben und
Wirken" unter der Überschrift "Mit weiterer Unterweisung gesegnet", daß
alle Organisationen hier auf der Erde, die behaupten christlich zu sein, in Wirklichkeit
das große Schleppnetz sind, welches Menschen wie Fische fängt und Jesus selbst begann
diesen Fischzug. Auch Engel sollen sogar daran beteiligt sein; sie leiten alles sozusagen.
Es soll schließlich die Zeit kommen, wo das Netz eingezogen wird und die gefangenen
Fische werden sortiert; die unbrauchbaren sind für die Vernichtung bestimmt.
Also, wenn alle christlichen
Religionsorganisationen das Schleppnetz sind, so sind sie ja praktisch das Werkzeug
Christi und können ja gleichzeitig unmöglich die "Große Hure" sein, welche
auch vernichtet werden soll, schlußfolgere ich nun, und ich tippe mich an den Kopf, warum
ich das nicht schon von alleine erkannt habe.
Ich war ja auch schon in diesem großen Schleppnetz und hätte eigentlich darin bleiben
können; denn als Kind christlicher Eltern bin ich geboren und erzogen worden, bis mich
die Wachtturm-Gesellschaft mit ihrem eigenen Netz im großen Schleppnetz noch mal fing.
Als ich noch jung war, ließ sie mich nicht wieder entwischen, doch wo ich jetzt alt
geworden bin, da griff sie vorzeitig unbarmherzig in ihr eigenes Netz und schmiß mich
raus; ich soll angeblich ein schlechter, unbrauchbarer Fisch sein, für die Vernichtung
bestimmt.
Aber noch zappele ich ja, denn so ganz auf
dem Trockenen liege ich trotzdem nicht; ich habe noch ein bißchen Wasser, welches ja noch
aus dem Netz tropft. Aber vielleicht habe ich den ganzen Wachtturmartikel wieder falsch
verstanden.
Würde mich sehr freuen, zu erfahren, wie andere Zeugen Jehovas dieses neue Licht der
Wachtturm-Gesellschaft verkraften.
Hoffentlich liest keiner gedankenlos die Wachttürme, sozusagen mit geschlossenen Augen,
ihm würden sonst solche schönen Appetithäppchen, wie ich jetzt einen erwischt habe,
entgehen.
Also immer schön aufpassen beim Studieren.
Wundert euch nicht, wenn ihr Widersprüche findet; die gibt es anderswo auch, Hauptsache
ihr seid keine unbrauchbaren Fische. Ich selbst allerdings finde mich gar nicht so
unbrauchbar - meint ihr nicht auch so?
Fragt sich nur für wen.
-J.M.-
ES IST SPÄTER ALS DU DENKST
Liebe Mitverbundene!
Die leitende Körperschaft kommt nicht zur Ruhe, ein weiteres Mitglied der LK ist
zurückgetreten, Leo Greenlees. Er war Mitglied des Lehrkomitees und Mitglied des Komitees
des Vorsitzenden der LK. So geht einer nach dem anderen und entledigt sich seiner
Verantwortung.
ENTSCHEIDET EUCH
Diese Bitte geht an die Ältesten, denn weitere Unruhen unter der leitenden Körperschaft
und bei den restlichen Überrestgliedern sind zu erwarten. Fangt endlich an, die Herde,
die EUCH anvertraut ist, mit Einsicht zu weiden. Treibt sie nicht mehr weiterhin dazu an,
die widerliche Speise aus der Hand der leitenden Körperschaft essen, zu müssen. Laßt
EUCH Zeit, untersucht erst einmal selbst inwieweit IHR die Speise den Schafen anbieten
könnt. Seht unsere Ratschläge nicht als vom Satan kommend an, wir haben alles in Ruhe
durchdacht und immer wieder Vergleiche mit Hilfe der Heiligen Schrift gezogen.
DAS JAHR 2000 RUCKT NÄHER
In 13 Jahren ist das Jahr 2000 erreicht. Denkt selbst darüber nach, was für die Schafe
des Herrn 13 Jahre bedeuten? Wenn Harmagedon nicht inzwischen eintritt, bedeutet das, noch
mal 13 Jahre mit einer Körperschaft zusammenzuarbeiten, die nur noch aus Chronologen und
Spekulanten besteht. Haben uns die zurückliegenden Jahrzehnte nicht eindeutig gezeigt,
wozu diese leitende Körperschaft fähig ist?
Haben die Schafe nicht schon genug
gelitten, wozu IHR ebenfalls beigetragen habt? Sind all die Beweise, die weltweit bekannt
geworden sind, nicht genug Belastungsmaterial, um sich von dieser leitenden Körperschaft
zu trennen?
Muß es erst soweit kommen, wie es der Herr einmal sagte, daß EUCH die Steine anschreien
und der Geist Gottes EUCH erst zu Boden ringt und mit Blindheit schlägt, wie bei Paulus,
damit EUCH klargemacht wird, wie IHR EUCH Gott gegenüber versündigt habt? Nein, soweit
darf es nicht kommen, denn noch habt IHR Möglichkeiten, die IHR in Anspruch nehmen
könnt. Wenn IHR unsere Hilfe nicht annehmen wollt, dann beratet EUCH untereinander mit
DENEN, die unter EUCH sind und in der leitenden Körperschaft ebenfalls den vorhergesagten
falschen Propheten erkannt haben.
Versäumt auch nicht, mit den Schafen darüber zu reden, auch unter ihnen gibt es
gottesfürchtige Ratgeber.
-W.W.-
HAST DU DAS GEWUSST?
"UNPOLITISCH"?
Als in Liberia 1963 eine Verfolgungswelle über Jehovas Zeugen hereinbrach, unternahm die
leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas sofort eine Protestaktion.
Diese bewirkte, daß der Präsident Liberias eine Abordnung aus der "Weltzentrale der
WTG" empfing und sie anhörte.
Worüber wurde gesprochen?
Im Dokument kann man folgendes nachlesen:
"Br. Henschel erklärte, daß wir daran interessiert seien, die Liberianer über die
Bibel zu belehren, damit sie tatsächlich den Willen Gottes tun könnten und nicht nur
"Herr, Herr' sagen würden. (Matthäus 7:21)
Außerdem wies er darauf hin, daß die biblische Bildung die beste Verteidigung gegen den
atheistischen Kommunismus sei."
(Siehe Jahrbuch der WTG 1977, S. 180.)
Dieser Auszug beweist eindeutig, daß
Jehovas Zeugen mehr sein sollen als eine Predigergemeinschaft einer frohen Botschaft.
Jehovas Zeugen sollen auch Aufrührer und Widerstandskämpfer gegen den Kommunismus sein.
Wird durch solche Äußerungen wie in Liberia nicht immer wieder bestätigt, daß die
"Gesellschaft" auch ein gewisses Werkzeug gegen den Kommunismus ist?
FALSCHE PANIERE AUFGEPFLANZT
Vor allem unter den Alten, die zu der Generation gehören, die nun wieder
"vergehen" muß, ist Aufbruchsstimmung. Die WTG-Endzeit wird immer mehr als
bloße Legende für andere Zwecke erkannt. Sie sehen, daß sie mit der 1914-Endzeit
betrogen wurden und andere betrogen haben. Das ist bitter. Nach 1945 mußten sie auch mit
der "Theokratischen Konkordanz" der WTG arbeiten.
Sie taten es auf Treu und Glauben. Dieses
"theokratische Werk" gipfelte in dem Thema "Das Panier der Christen",
das ärgerlichste, was darin Christen angeboten werden konnte. Wurden doch allen Ernstes
nur folgende Texte des Alten Bundes als "Panier der Christen" aufgepflanzt:
4. Mose 2:1,2,17; 5. Mose 5:9;
Psalm 20:5; Hohelied 2:4;
Jesaja 49:22,23 und Jesaja 62:10.
Christus wird völlig mißachtet! Dabei stehen Christen in keiner Weise mehr unter
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Lücke
Die Seite 6 und 7 der Druckausgabe lagen für die Einscannung nicht vor.
Es geht weiter mit Seite 8 der Druckausgabe.
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schaft, in der ich meinen Glauben leben
konnte. Ich hatte mittlerweile erfahren, daß Dogmen für mich und eine Gemeinschaft
leicht aufzustellen waren, aber daß diese Festlegung zu einer Erstarrung führt, die es
uns erschwert, neue Erfahrungen und Einsichten aufzunehmen.
So lernte ich etwa ein Jahr später die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker)
kennen. Dort fand und finde ich mein neues geistiges Heim.
Auch wir Quäker haben eine Botschaft an unsere Mitmenschen. Wir glauben, daß in jedem
Menschen das innere Licht, der innere Christus vorhanden ist. Also keine Verteufelung und
Vernichtung Andersgläubiger, sondern die Liebe zu allen Menschen, gleich welcher Religion
oder Weltanschauung, ist die Botschaft Christi an uns.
Auch in jedem Zeugen Jehovas ist der innere
Christus. Hört auf ihn und nicht auf die in Brooklyn fabrizierten Lehren, wenn Ihr ein
Leben im Geiste des Evangeliums führen wollt. Es gibt dabei viele Menschen, die Euch
helfen können, dieses Ziel zu erreichen, auch z. B. die Gruppe, dessen Zeitschrift Ihr
gerade lest.
-Frank Hoffmann-
AKTUELLES IN KÜRZE
WTG-WELTENDE-UNGLAUBWÜRDIGKEIT DARGESTELLT
In der Moskauer Zeitschrift "NAUKA I RELIGIA" 4/1986 wurde unter dem Titel
"Das Ende der Welt versetzt sich" ein Gespräch veröffentlicht zwischen dem
Korrespondenten W. Charasow und dem Dr. der Philosophie P. L. Jarozkij.
In dem Gespräch wurde die Haltlosigkeit der 6000-Jahrbehauptung der WTG für die
Menschheitsgeschichte vor Augen geführt sowie die verschiedenen gescheiterten
WTG-Weltendedaten wie 1874, 1914,1925 und 1975. Dazu wird auf das Buch von Jarozkij
hingewiesen: "Die Krise des Jehovismus",
Kiew 1979, desgleichen "Die Entwicklung des heutigen Jehovismus", Kiew 1981,
EIN BRISANTES ZITAT
"Der Cäsar mag ungerechterweise gewisse Rassen diskriminieren. Aber der Christ
sollte diese Gesetze des Cäsars nicht bekämpfen. Er darf sie auch nicht mißachten,
sondern sollte sich ihnen unterziehen."
(Erwachet 8. Oktober 1957, S. 6)
Wird die WTG wegen dieses jahrzehntelangen Rassismus aus Südafrika hinweggefegt, wenn das
dortige rassistische Regime fällt?
Sie rechtfertigte ihren Rassismus mit dem Fall des Sklaven Onesimus, eine Verfälschung
des Sachverhaltes, denn der Fall Onesimus war eine Klassenfrage, keine Rassenfrage.
AUF VERLORENEM POSTEN
1985 hat das Ev. Bibelwerk in der DDR über 69 200 Bibeln, dazu über 75 700 Neue
Testamente, über 2 100 Bibelteile und über 270 400 Auswahltexte verbreitet (Wort und
Werk 7/86, ena). Da stehen die WTG-Zeugen mit ihrer als größte Verfälschung in der
Geschichte der Bibelübersetzungen entlarvten NW (EZW Stuttgart) trotz Dumpingpreis auf
absolut verlorenem Posten. Das Nichtinformiertsein unter den anderen Christen über die
WTG und ZJ geht rapide zurück! -
-CVN-
AUS DER WELT DER ZEUGEN
EIN BERICHT AUS DEM NORDEN
Seit einigen Jahren haben die Zeugen Jehovas keinen Zuwachs mehr im Kreis Ueckermünde.
Die Zahl der Verkündiger fällt stetig und hat nun einen für die Zeugen beängstigenden
Tiefstand erreicht.
Eine der wesentlichen Ursachen des Verfalls der Zeugenorganisation liegt in der
Erziehung ihrer Kinder. Dogmatisch werden nur WTG-Verhaltensregeln eingepaukt. Für ihre eigenen Probleme finden die Kinder bei ihren Eltern kaum ein offenes Ohr. So kam es wie überall, auch im Kreis Ueckermünde, daß einige Kinder der dortigen Zeugen im Sinne der WTG gestrauchelt sind.
Auch Kinder von Ältesten!
Aber sind sie wirklich gestrauchelt?
Es sind doch keine anderen Kinder, als die Kinder aus der sogenannten "Welt".
Sie wurden von ihren Vätern mit der Rute im Sinne der WTG gestraft. Sie durften keine
eigene Meinung haben, sie durften nicht spielen, sie durften nicht ausgehen, sie mußten
immer nur die WTG-Schriften studieren und "Felddienst" verrichten.
Aber hat eine WTG-Lehre, die mit der Rute
eingebleut wurde, Bestand?
Liegt die Schuld an dieser "Erziehung mit der Rute" allein nur bei den
ZJ-Eltern?
Nein, sie wird von der WTG gefordert!
Die Zeugen-Eltern sind auch Eltern wie andere, sie würden ihre Kinder auch lieber in
Liebe erziehen, aber sie trauen sich nicht, denn der Beauftragte der WTG in ihrem Kreis,
der Älteste A., paßt auf, bestraft und meldet es weiter!
-E.B.T.-
DIE ALTEN GEHEN ALLE
Anläßlich eines Gespräches mit Bekannten kam die Rede auch auf den früheren
Versammlungsdiener K. M. für Thale/Harz. Ja, den kenne ich gut, war die Antwort. Wo ist
er denn abgeblieben. Er hat doch vor 1975 so sicher verkündigt, 1975 komme das Ende. Und
nach 1975 bestritt er, je über 1975 im Sinne der WTG so verkündigt zu haben.
Oh, der ist schon mehrere Jahre nicht mehr
hier. Er ist doch zu den Baptisten gegangen. Hm, so, so. Vielleicht trifft man ihn noch
mal. Die Welt ist doch manchmal nur ein Dorf. -
Es war der Krieg und dann die Wirrnis nach 1945, die K. M. die Hoffnung auf die
WTG-Verkündigung setzen ließen. Eine ganze Generation lang hat er offensichtlich
ausgehalten, um nun zu sehen, wie sie betrogen und enttäuscht "vergehen" muß.
So ging er noch rechtzeitig selbst? Wer weiß.
Was bleibt anderes für die Mitmenschen, als zur Tagesordnung überzugehen?
DIE BEITRÄGE DER EINZELNEN VERFASSER DECKEN SICH NICHT IN JEDEM FALL MIT DER AUFFASSUNG DER REDAKTION.
"Christliche Verantwortung":
Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
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