Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 216
Unter anderem in dieser Ausgabe die Fortsetzung eines Erlebnisberichtes aus Wien (in der CV 215 begonnen). Der „kalte Schauer" ergreift einem bei solchem Bericht.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER. GD. GERA/THÜR. DDR

NR. 216 GERA JULI 1987

WTG-PRÄSIDENT GLAUBTE NICHT AN ,1914'!
Raymond Franz bricht sein Schweigen
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 1 und 2/1987
„HIRTEN, DIE SICH SELBER WEIDEN"
Dem falschen Propheten ...
... NICHT LANGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
"Treue und verständige Sklave" (II)
ZWEIFEL ÜBERALL BERECHTIGT -
auch an den Übersetzungen der WTG
MISSBRAUCH DER MACHT DER .ÄLTESTEN"
Haß und Neid im Rechtskomitee (II)

EIN RAT ZUR RICHTIGEN ZEIT
An die Ältestenschaft der Zeugen Jehovas
Wir machen darauf aufmerksam, daß die leitende Körperschaft wieder einmal ein Spiel mit dem Feuer beginnt. Zur Zeit hat sie vor, "Neues Licht" zu veröffentlichen.
Neues Licht über:
Das Abendmahl
Die Überrestglieder
Die anderen Schafe
Die Zeitrechnung
Den Beginn von Harmagedon
Den Beginn der Tausendjahr-Herrschaft
Unter anderem wagt sie sogar im WT vom 15. Febr. 1986 auf S. 4 eine Uhr abzudrucken, deren Zeigersteilung 3 Minuten vor 12 ist. Dieses Spiel mit Zahlen betreibt die leitende Körperschaft nun schon annähernd 100 Jahre.
Was aber wurde damit erreicht?

Nicht das. was man sich davon versprach. Was man mit Hilfe von Berechnungen beweisen wollte, ging nicht in Erfüllung. Die Folge war: Zank und Streit, Enttäuschung und Weggang von der Organisation.
Was noch tragischer war, war der Ausschluß all der Brüder, aus der Organisation, die der leitenden Körperschaft die Wahrheit offen ins Gesicht sagten.
Wir wollen nicht mehr an die Gemeinheiten erinnern, mit denen sich die leitende Körperschaft damals sowie nach 1975 zu rechtfertigen versuchte, um diese mutigen Brüder auszuschließen. Fest steht jedoch, diese Brüder handelten richtig gegenüber den waghalsigen Rechenkünstlern und Spekulanten in der leitenden Körperschaft.
Ein kleiner Überblick soll dazu dienen, um euch zu beweisen, was man mit Zahlen alles anrichten kann.

Russell schrieb;
"In der Prophezeiung steht aufgezeichnet, daß das Jahr 1878 die Zeit sei, wo die Aufrichtung des Königreiches Gottes begonnen hat, und daß der Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen (Offb. 16:14), im Jahre 1914 zu Ende gehen soll."

Rutherford schrieb;
"Wir erwarten mit voller Gewißheit, daß die jetzige große Drangsal im Jahre 1925, etwa im Herbst, ihren furchtbaren Höhepunkt erreicht und alsdann zum endgültigen Abschluß kommen wird, damit anschließend das Werk der Wiederherstellung aller Dinge, unter der gerechten Regierung des Christus und seiner Getreuen beginnen kann."

Rutherford schrieb 1938;
"Jonadabe, die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu warten, bis der feurige Sturm Harmagedons vorüber ist."

Knorr und Franz schrieben;
"Was werden uns die 1970er Jahre bringen?"
"Unsere Generation wird das Ende der gegenwärtigen Ordnung mit ihren streßerzeugenden Problemen erleben. Wir haben sogar berechtigten Grund zu der Hoffnung, daß eine neue, von Gott geschaffene Ordnung noch im Laufe des gegenwärtigen Jahrzehnts anbrechen wird."

Fassen wir also zusammen, Harmagedon sollte bereits wann vorüber sein?
l.  1914
2. 1925
3. 1940 - 1945
4. 1975
5. 1975 - 1980

Diese wenigen Zahlenbeispiele zeigen eindeutig, mit welchem Wortschatz und in welchen Zeitabständen die leitende Körperschaft unter Anleitung ihrer Präsidenten aufrichtig glaubende und hoffende Menschen zutiefst enttäuscht hat.

WIR FRAGEN EUCH NUN. IHR ÄLTESTEN
Wie lange wollt ihr noch tatenlos zusehen, was die leitende Körperschaft sich alles so erlaubt?
Müssen erst wieder Millionen Brüder und Schwestern eine erneute Enttäuschung hinnehmen?
Muß es erst wieder soweit kommen, daß 1 Million Menschen guten Willens aus Protest die Organisation verlassen? Nein, es braucht nicht erst soweit zu kommen!
Deshalb stellt euch schützend vor die Herde Gottes und versucht gemeinsam darüber zu beraten, wie man der falschen Bibelauslegung ein Ende bereiten kann. Sorgt unter euch schon jetzt dafür, daß eure euch anvertrauten Schafe gesunde geistige Nahrung erhalten .

Geht gebetsvoll an diese Aufgabe und ihr werdet sehen, wie hilfreich der himmlische Vater euch zur Seite steht.
Solltet ihr vor dieser notwendigen Aufgabe Furcht haben, dann denkt täglich darüber nach, was ihr dem himmlischen Vater
und seinem Sohn vor dem Richter-Stuhl sagen werdet.
—w.w.—

WTG-PRÄSIDENT GLAUBTE NICHT MEHR AN „1914"!
Raymond Franz bricht sein Schweigen (6)
N.H. KNORR GLAUBTE NICHT MEHR
Das ist wohl das Ungeheuerlichste, was uns durch Ray Franz aus den geheimen Sitzungen der leitenden Körperschaft der WTG (LK) endlich bekannt wird! Jeder WT-Zeuge versteht ganz sicherlich, was das bedeutet. Man lese den Bericht von Ray Franz über die LK-Sitzung vom 19. Februar 1975.
Der Unglaube von WTG-Präsident N. H. Knorr an "1914", an das Fundament der gesamten WTG-Endzeitkonstruktion. war für Ray Franz offensichtlich das Beunruhigendste, während man die Verkündiger das bedenkenlos weltweit weiter als "göttliche Wahrheit" verbreiten ließ.

Der WTG-Vizepräsident und "Hauptbibelgeehrte" F.W. Franz, jetzt selbst WTG-Präsident, hatte eine Ansprache über das heute als falsche Prophetie erwiesene WT-Endzeitdatum "1975" auf Tonband gesprochen, das der LK am 19. Februar 1975 vorgespielt wurde. Daraufhin kam es unter den LK-Mitgliedern zu einer Diskussion über die Ungewißheit von Zeitprophezeiungen. In dieser Diskussion sagte WTG-Präsident N.H. Knorr vor der LK:

"Es gibt einige Dinge, die ich weiß - ich weiß, daß Jehova Gott ist, daß Christus Jesus sein Sohn ist, daß er .sein Leben gab als ein Lösegeld für uns, daß es eine Auferstehung gibt. Über andere Dinge bin ich nicht gewiß.
1914 - ich weiß nicht. Wir haben für eine lange Zeit über 1914 gesprochen. Wir mögen Recht haben, und ich hoffe, wir haben es". Die Diskussion sollte sich nur um "1975" drehen. Ray Franz empfand es als Überraschung, daß dabei zugleich 1914 als fundamentales Datum auf die Tagesordnung kam. Was sich dann angesichts der Äußerung von Präsident N. H. Knorr darüber als höchst beunruhigend erweisen mußte!
Verständlich, nicht wahr?

AUCH G. M. COUCH GLAUBTE NICHT MEHR
Aber N. H. Knorr war es nicht allein, der' nicht mehr an "1914" glaubte. Ray Franz nennt auch George M. Couch, Vorstandsmitglied und Direktor der New Yorker Körperschaft der WTG und Bethelheimleiter in Brooklyn. Desgleichen auch Gilead-Referent. Eng mit N. H. Knorr verbunden, und schon seit 1947 als "Sonderdiener" der WTG ausgewiesen. (Jahrbuch 1948) Natürlich wurde dies alles vor den Zeugen draußen geheimgehalten. Es wurde jahrelang vertuscht. Immer mehr schwand in der LK aber der Glaube an "1914".

1979 gab es demgemäß im WTG-Schreibkomitee, wo die "geistige Speise" produziert wird, mit den LK-Mitgliedern Lloyd Barry, F.W. Franz (Präsident), Ray Franz, Karl Klein und Lyman Swingle einen Vorschlag, wenigstens damit zurückzuhalten, "1914" weiter so hervorzuheben. Karl Klein verwies hierzu auf die jahrelange WTG-Praxis, etwas, was geändert werden muß, einfach eine Zeitlang nicht mehr zu erwähnen, so daß die Änderung dann nicht mehr so beunruhigt. Das ist allerdings der Gipfel, oder nicht? Das ist doch raffiniert! Eine sehr geschickte Taktik. Eine Übertölpelung! Ja Unehrlichkeit, Trug und Heuchelei! Wie geistige Mafiosi! Buchstäblich eine "Täuschung der Herzen der Arglosen", wie sie in Rö. 16:18 schärfstens verurteilt wird. Man lese selbst nach, wenn man das nicht fassen kann !

Ray Franz stellte schließlich dazu fest, daß diese "1914"-Zweifel in der ganzen WTG-Organisation selbst von vielen in hohen Positionen vorgebracht wurden. Ausgangspunkt war hierfür eine Reise von Ray Franz nach Nigeria in Westafrika. Es muß hier an bisher unbestätigte Berichte erinnert werden, wonach WTG-Präsident N. H. Knorr öffentlich im Bethel kurz vor Ende seiner Laufbahn eine Art Bankrotterklärung für bestimmte WTG-Lehren abgeben wollte, und man ihn vom Podium wegzerrte, um das zu verhindern. Wir kommen darauf noch zurück. Auf jeden Fall haben wir hier eine Hauptursache des hunderttausendfachen Abfalls von der WTG nach "1975", der allerdings inzwischen durch neue Unwissende und auch Naive, die nur zu leicht unter verzweifelten Menschen gewonnen werden können, längst wettgemacht wurde, wenn die WTG-Zunahmezahlen stimmen.

"1914" SOLLTE DURCH "1957" ERSETZT WERDEN
Aber die Folge dieses Unglaubens in der LK an "1914" war etwas noch Ungeheuerlicheres! Die LK-Mitglieder Albert Schroeder, Karl Klein und Franz Suiter legten der LK allen 'Ernstes ein Dokument zur Annahme vor. womit "1914" durch "1957", den Start des ersten sowjetischen Sputnik, ersetzt werden sollte. Es sollte einfach alles um weitere 43 Jahre verschoben werden! Hierüber jedoch das nächste Mal.

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT 1 UND 2/1997
NEBENARTIKEL: "Ruft Freiheit aus!"
DIE LIEBE GEHÖRT DAZU
"Ohne Liebe überwiegt jedoch die falsche Freiheit." (S. 3)

Dieses. WT-Zitat möchte man gern dick unterstreichen. Ebenso die Worte Jesu, die ein paar Sätze weiter abgedruckt werden:
"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Doch nun zeigen die Wachtturm-Autoren mit dem Finger auf die "Welt". In ihr gäbe es Gewalttätigkeit und eine egoistische Einstellung. "Zuerst ich!", sei die vorherrschende Meinung. (S. 3)
Böse Menschen (die griechisch-orthodoxe Kirche auf Zypern) würden den Leuten abraten, sich überhaupt mit Jehovas Zeugen zu unterhalten, (S. 14)

IST WIRKLICH DIE GANZE WELT VERDERBT?
Mir will es nicht einleuchten? Da fordert eine Organisation in Übereinstimmung mit Jesu Worten ihre Anhänger auf, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Im selben Atemzug wird aber kategorisch die gesamte Welt verdammt. Scheinbar sind alle Menschen, die sich nicht mit Jehovas Zeugen verbunden fühlen, abgrundtief schlecht. Belehrt uns die tägliche Praxis nicht eines Besseren?

Ärzte und Krankenhauspersonal, Lehrer, Kommunalpolitiker, Mitarbeiter in Dienstleistungsbetrieben u. v. a. bemühen sich vielfach in aufopferungsvoller Arbeit um ihre "Nächsten", darunter auch um Zeugen Jehovas. Und trotzdem sollen sie alle schlechte Menschen sein, nur weil sie an ein ZJ-Harmagedon nicht glauben?

WIE AUFRICHTIG LIEBT MAN IN DER WT-ORGANISATION?
Andererseits: In meiner jahrelangen Praxis als aktiver Zeuge Jehovas ist mir in dieser Gemeinschaft all das begegnet, was man
leider auch in der Welt beobachten kann. Wobei Klatsch, Tratsch und Verleumdung noch zu den geringsten Übeln zählt. Die sogenannten "Rechtskomitees" müssen sich recht oft mit härteren Brocken beschäftigen: Diebstahl, Alkoholismus, Hurerei, Ehebruch, kriminelle Schlägerei. Aber selbst Brandstiftung, Selbstmord und Mord sind in der Welt derjenigen, "die ihre Gewänder im Blut Jesu Christi rein gewaschen haben", keine fremden Vokabeln.

DIE EIGENE HALTUNG ÜBERPRÜFEN
Doch zurück zum vorliegenden Wachtturm.
Sind etwa Zeugen Jehovas nicht egoistisch? Vertreten sie nicht als Gemeinschaft den Standpunkt: "Zuerst ich l"? (Vergl. S. 3.) Ja mehr noch, vertreten sie nicht den Standpunkt: "Nur ich!", wenn es um das ewige Leben geht? Ein Außenstehender ist doch gerade gut genug für die Gehenna, nicht wahr?! Und was das Unterhalten mit andersdenkenden Personen betrifft (siehe, S. 14), dürfte wohl die WTG den "Vogel abschießen".

Erinnert sei nur daran, daß die Weisung für Zeugen besteht, bei Androhung von Strafe Ausgeschlossene nicht zu grüßen!!
Letztendlich: Was haben "verschlüsselte Mitteilungen, die das Zweigbüro erhielt mit Liebe, geschweige denn mit einer sich als "christlich" bezeichnenden Organisation zu tun?

WACHTTURM NR. 2/1987
STUDIENARTIKEL;
"Eine so große Wolke von Zeugen l"
LOYAL SEIN TROTZ ENTTÄUSCHUNG?
"Der Glaube hilft uns, Jehova gegenüber loyal zu bleiben, selbst wenn wir nicht die unmittelbare Erfüllung seiner Verheißungen sehen. (Lies Hebräer 11:13-16.) Die treuen Patriarchen starben alle, ohne die vollständige Erfüllung der Verheißungen gesehen zu haben, die Gott ihnen gegeben hatte." (S. 12)
"Selbst wenn du schon seit Jahren "in der Wahrheit wandelst' und in Jehovas Dienst alt geworden bist, mußt du dein Vertrauen auf sein verheißenes neues System bewahren (3. Johannes 4; 2. Petrus 3: 11-13)." ...
"Obwohl Jehovas Verheißungen zu Lebzeiten der Patriarchen nicht vollständig erfüllt wurden, war ihr Glaube so stark, daß sie sie ihren Kindern als hochgeschätztes Erbe weitervermitteln." ... ,
"Hilfst du deiner Familie, einen vergleichbaren Glauben an das zu entwickeln, was Jehova verheißen hat?" (S. 13)

Bedürfen diese Zitate noch eines Kommentares? Wie wird einem 70jährigen beim Lesen dieser Zeilen zumute sein, der sein ganzes Leben lang darauf gehofft hatte (und dem es die WTG versprochen hattet), niemals sterben zu müssen, Harmagedon zu erleben und ein wunderbares Leben in einer gerechten neuen Ordnung zu führen?

Ich kenne viele alte Zeugen Jehovas. die sich jetzt in dieser Situation befinden.
Jahrzehntelang sind sie für ihre Organisation durch dick und dünn gegangen, haben viele Enttäuschungen herunterschlucken müssen. Nun alt geworden, macht sich ihre, durch viele Erfahrungen geprägte, Weisheit wohltuend bemerkbar. Sie streben nicht mehr nach (höheren) Dienstämtern. Sie verfügen zumeist über ein enormes, anwendungsbereites Bibelwissen. Trotzdem (oder gerade deshalb?) sind sie im Predigen sehr zurückhaltend geworden.

Und im vertrauten Gespräch erfährt man von ihnen auch den Grund:
"Wann wird endlich das vom klugen und treuen Knecht verkündete Harmagedon kommen? 'Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben', hatte man uns in den dreißiger Jahren zugerufen.
Wann erfüllt sich nun diese Vorhersage?
Wir sind doch schon so alt ..."

EIN VORBILD FÜR DIE JUGEND IM AUSHARREN?
"So habe ich oft erlebt, daß sie ihre Enkel im christlichen Sinne beeinflussen, ohne die Begriffe "Zeugen Jehovas" und "treuer
und verständiger Sklave" allzu häufig zu strapazieren. Sie sollen ein Vorbild für die Jüngeren sein? Man frage die Alten,
ob sie das tatsächlich möchten!

NEBENARTIKEL: "'Das Evangelium predigen" durch soziale Werke" und "Das soziale Evangelium - wie es sich auf die Menschen auswirkt"
GEBEN - OHNE ERWARTUNG!
Mit Hilfe dieser Artikel kann man überdeutlich das Dilemma erkennen,, in dem die WTG steckt. Ist sie doch offensichtlich nicht in der Lage, zu begreifen, daß kirchliche Institutionen bedürftige Menschen, unterstützen, ohne daß damit von jenen die Annahme des entsprechenden Glaubens erwartet wird.

Das Bibelwort "Beglückender ist Geben als Empfangen" (Apg. 20:35) scheint im Gegensatz dazu für die WTG-Leitung ein Fremdwort zu sein. Verteilt sie doch ihre Gaben nur an solche Menschen, von denen sie etwas erwarten kann.
Nur Spott und Verachtung hat sie für andersdenkende Auffassungen übrig:
"Was lernen wir aus diesem Bericht? Er zeigt unter anderem ganz deutlich, daß es relativ leicht ist, die Menschen durch materielle Vorteile anzulocken." (S. 5)
Der begrenzte Horizont der WTG läßt es nicht zu, etwas anderes zu schlußfolgern.
Ein Geben ohne Hintergedanken ist Ihr fremd!
- Gerd R ... -

TATSACHEN. DIE ZUM NACHDENKEN ANREGEN
Liebe Leser! .
Es ist erstaunlich, was man alles entdeckt, wenn man in aller Ruhe die Literatur der Zeugen Jehovas durchstöbert.
Zum Beispiel kann man im WT vom l. Oktober 1973, S. 594, Abs. 5 folgendes lesen:
"Da Jehovas Diener von seinem Geist geleitet werden, empfangen sie von ihm Licht in einer Welt, in der geistige Finsternis herrscht. (2. Kor. 4:4)
So erkannten sie zum Beispiel schon vor längerer Zeit, daß die "bestimmten Zeiten der Nationen", in denen die Nationen ununterbrochen über die Erde herrschen konnten, im Jahre 1914 u. Z. enden würden ... Das kann jenen Bibelforschern nur durch Gottes heiligen Geist solange im voraus geoffenbart worden sein."

Dazu unseren Kommentar;
Wie wir anfangs schon erwähnten, ist es oft sehr nützlich, wenn man hin und wieder die Literatur der Zeugen Jehovas durchstöbert. So war es auch in diesem Fall. Wir konnten in demselben Wachtturm auch feststellen, daß diese frohe Botschaft schon 1880 verkündigt wurde. Interessant ist auch zu wissen, was seit 1880 den damaligen Bibelforschern durch Gottes heiligen Geist noch alles offenbart wurde. Das allerdings kann man nicht in dem Wachtturm vom 1. Oktober 1973 nachlesen, dafür gibt es andere Quellen.

Zum Beispiel die Schriftstudien von C.T. Russell. Da heißt es:
"Mit diesem Kapitel liefern wir den biblischen Nachweis, daß das völlige Ende der Zeiten der Heiden mit dem Jahre 1914 erreicht sein wird, und daß zu diesem Zeitpunkt die Herrschaft unvollkommener Menschen ein Ende nehmen wird."
(Schriftstudien Band 2, Seite 76)

Und noch eine frohe Botschaft:
"Und im Jahre 1914 wird, was Gott Babylon nennt und was die Menschen Christentum nennen, verschwunden sein."
(Schriftstudien Band 3, Seite 146)

Fassen wir also zusammen, was 1914 für alle Menschen sichtbar geschehen sollte.
1. Die Menschheit sollte ab 1914 keine menschlichen Herrscher mehr haben.
2. Alle christlichen Vereinigungen und Kirchen sollten bis 1914 verschwunden sein. Nur die damaligen Bibelforscher würden davon nicht betroffen.

WAR DAS DAMALS GOTTES WILLE?
Die Geschichtsberichte sagen so etwas nicht aus. Die Geschichtsbücher berichten nur davon, daß 1914 ein Krieg ausbrach, aber daß die Kriegführenden keine Regierungen mehr hatten, davon berichten sie nicht. Auch die Gefallenen dieses Krieges wurden nach wie vor von christlichen Pfarrern und Predigern beerdigt. Es herrschte also damals auch keine gottlose bzw. christenlose Welt, und so ist es auch bis heute geblieben.

Es war also nicht Gottes Wille, 1914 die Welt zu vernichten. Sagen wir lieber, die damalige leitende Körperschaft der Bibelforscher (Zeugen Jehovas) hätte es gern gesehen, daß es so gekommen wäre. Bis zum heutigen Tage hat es sich immer wieder, nach 1914, erwiesen, daß die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas nicht das ist, was sie gerne sein möchte. Sie ist nach wie vor der von Gott und Christus vorausgesagte falsche Prophet.
-W.W.-

„HIRTEN, DIE SICH SELBER WEIDEN"
Die Zeit vergeht, das ist normal, doch dem falschen Propheten läuft sie davon, wie einem Schüler, der seine Lektion nicht gelernt hat. Es naht der Augenblick der Wahrheit, da es um "Sein oder Nichtsein" seiner aus dem "göttlichen Kanal" erhaltenen "deutlichen und unwiderlegbaren Wahrheiten" geht, um derentwillen ja Gott selbst das Werk in Bewegung gebracht hat. Denn - darüber dürfte es nie auch nur den geringsten Zweifel geben:

Es war KEIN MENSCHENWERK!
Die Zeit vergeht, die Erfüllung bleibt aus. Was macht da der pfiffige Sklave? Er macht das, was man in einer solchen Situation immer gemacht hat, man offeriert der staunenden Menschheit einfach den bestehenden Zustand oder Erfüllungsstand als die erfüllte Erwartung. Die Gegenwart paßt mit den Verheißungen der Vergangenheit keineswegs zusammen, es sind nicht die zwei Seiten einer Sache. Was also bleibt übrig zu tun, wenn man das Debakel nicht wahrhaben will, wenn DAS WERK doch weitergehen muß? Man korrigiert die Vergangenheit und interpretiert solange an ihr herum, bis sie eine plausible Ursache abgibt für die Resultate der Gegenwart.

Als '"Beth Sarim" im schönen Kalifornien leer blieb, weil die erwarteten "Fürsten, die alttestamentlichen Überwinder" nicht kamen, wie man es so freudestrahlend angekündigt hatte, ließ man die erreichbaren Ältesten in den Fürstenrang avancieren und gab ihnen damit noch das gute Gefühl, daß sich ihr treues Ausharren nun doch noch ausgezahlt hätte. Als die Neue Welt nicht kam, wurde die WT-Anhängerschaft zur Neuen-Welt-Gesellschaft erklärt.

Diese Neue-Welt-Gesellschaft, die sich ohne Unterlaß über die große Ungerechtigkeit in der Welt beschwert, ist nicht in der Lage, das turmhohe Unrecht in der eigenen Argumentation zu erkennen. Ungerechtigkeit im weitesten Sinne ist einfach die Unfähigkeit zu vollkommener Gerechtigkeit, damit müssen wir, wie mit anderen Unzulänglichkeiten unseres leiblichen Seins, leben. Dennoch muß uns das nicht die Fähigkeit rauben, Unrecht zu erkennen.

Man kann sich irren, man kann verführt werden. Wenn aber am Ende eine "Erfüllung" nur noch mit den Mitteln der Lüge herbeigezwungen werden kann, ist das ein Alarmzeichen, das man nicht überhören sollte. Von nun an gibt es keine Entschuldigung mehr, denn nun muß man sich willentlich und bewußt der LOGE HINGEBEN!

Sollte das Millennium wirklich gemäß WT schon begonnen haben, dann kann man von denen, die es verkünden, leicht darauf schließen, von welcher Art ein solches "Reich" wäre. Es wäre eine Herrschaft der Lüge und damit des Bösen, der ja nach Christi Definition der Vater der Lüge ist.

Die Lüge und das Lügen würden in diesem System der Dinge a la WTG zum Gesetz erhoben. Alle, ebenfalls auf den WT gegründeten Hoffnungen der frühen Anhänger, würden lächerlich gemacht werden, Hoffnungen, die bis dato den alleinigen Grund für die Zugehörigkeit der Sekte abgaben.

Alle die schönen Bücher vom "Überleben", alles, was an Treue, Opfern aufgebracht, an Zerwürfnissen in Kauf genommen wurde, etc., etc., das alles wäre dann nur noch ein Trittbrett, von dem aus sich die Leitung in unkontrollierbare Höhen und Weiten davon katapultiert, sozusagen auf Nimmerwiedersehen. Denn, wer will denn wem in Tausend Jahren Rechenschaft geben, wer diese fordern?

Die Stäbe des Gitters, in dem die "Treuen" in Gefangenschaft gehalten werden, heißen geistige Kraftlosigkeit, Apathie, Aufgabe des eigenen Willens, Lähmung aller Aktivität. Niemand hält sie, doch sie stehen wie gebannt.

Ihr, die ihr fasziniert seid von einer gut funktionierenden Organisation, die "Hirten, die sich selbst weiden", sind mitten unter euch!
-H .G.-

.. DARUM KANN ICH NICHT LÄNGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
3. DER "TREUE UND VERSTÄNDIGE SKLAVE" (II)
DIE FALSCHEN PROPHEZEIUNGEN DES "SKLAVEN"
Bevor ich mit meiner Überprüfung der Wachtturm-Literatur begann, war ich davon überzeugt, daß uns der "treue und verständige Sklave" nur "die Wahrheit" vermittelt. Er fordert uns ja auch auf. vertrauensvoll alles zu glauben, was er uns durch den Wachtturm vermittelt:
"Wenn wir Jehova und die Organisation seines Volkes lieben, werden wir nicht mißtrauisch sein, sondern werden, wie die Bibel sagt, 'alles glauben', nämlich alles, was der Wachtturm darreicht, weil er uns treulich Erkenntnis über Gottes Vorhaben geschenkt und uns von der Zeit an, da er das erste Mal erschien, bis heute auf den Weg des Friedens, der Sicherheit und der Wahrheit geführt hat." Wachtturm-Buch: "Zum Predigtdienst befähigt", S. 156 (5).

Der Wachtturm hat uns also treulich Erkenntnis über Gottes Vorhaben geschenkt und von seinem ersten Erscheinen an "den Weg der Wahrheit" geführt? Da kommen mir doch nach dem Lesen des Lebensberichtes von Bruder Herald Toutjian (WT 15.5.1984, S. 21 ff.) leise Zweifel. Ja, ich frage mich: Ist es wirklich klug, 'alles zu glauben', was der "treue und verständige Sklave" darreicht?

Bruder Toutjian hat seinem Lebensbericht den Titel gegeben "Immer auf das Ende gefaßt". Auf Seite 22 schreibt er:
"Was würde 1914 bringen?
Jene beiden Generationen der Familie Toutjian, meine Eltern und meine Großeltern, setzten große Erwartungen in das Jahr 1914.' Schon 1880 hatte es in der englischen Ausgabe des Wachtturms geheißen, daß dieses Jahr durch das Ende der 'bestimmten Zeiten der Nationen' oder 'Zeiten der Heiden' gekennzeichnet wäre (Lukas 21,24; vergleiche Menge).
Würde 1914 das Ende der Herrschaft Satans und die lange erwartete Tausendjahrherrschaft Jesu Christi bringen?"

Diese Hoffnung der Familie Toutjian, daß 1914 die Tausendjahrherrschaft Jesu beginnt, resultierte wahrscheinlich auch aus den Darlegungen des "treuen und verständigen Sklaven" in den Schriftstudien. Bd. 2, S. 73 und 212:,
"In diesem Kapitel liefern wir den biblischen Nachweis, daß das völlige Ende der Zeiten der Heiden (Nationen) d. i. das volle Ende ihrer Herrschaft, mit dem Jahre 1914 erreicht sein wird; und daß dieses Datum die Auflösung der Herrschaft unvollkommener Menschen bringen wird.

Daß dann das Königreich Gottes, für das unser Herr uns beten lehrte: 'Dein Reich komme', anfangen wird, die Herrschaft an sich zu nehmen und 'aufgerichtet' oder auf Erden festgegründet zu werden ...
Daß einige Zeit vor dem Ende des Sturzes das letzte Glied der göttlich anerkannten Kirche Christi mit dem Haupte verherrlicht sein wird."
Die Familie Toutjian war nicht mißtrauisch und glaubte. Seite 23:

"Während dieses Jahr näher rückte, wurde deutlich, daß menschliche Erwartungen nicht immer mit dem Zeitplan Jehovas übereinstimmen. In der englischen Ausgabe des Wachtturms vom l. Januar 1914 (deutsch: März 1914) war zu lesen: 'Es geht über unser Fassungsvermögen hinaus, uns eine Vorstellung davon zu machen, wie in einem Jahr alles zur Vollendung gelangen kann, was nach der Schrift als dem Anfang der Friedensherrschaft vorausgehend erwartet werden kann.' Nach einem Hinweis auf größere künftige Möglichkeiten des Dienstes wurde dann der Rat gegeben: 'Laßt uns daher mehr denn je in Bereitschaft stehen, um im Dienste unseres Königs nützlich zu sein.'. So führte der Wachtturm seinen Lesern die richtige Einstellung vor Augen; standhaft zu sein, wach zu bleiben, auf Jehova zu warten und nicht zuzulassen, daß überängstliche Erwartungen die Einstellung zu Gott und zu seinem Dienst beeinflussen ."

(Diese Einstellung ist richtig. Doch; Wer hatte denn zuvor "diese überängstlichen Erwartungen" erzeugt?)
"Bald erkannte man, daß das Jahr durch die Erfüllung biblischer Prophezeiungen bestätigt worden war. Nation hatte sich gegen Nation erhoben, und die Ereignisse jenes folgenschweren Jahres waren tatsächlich für das System der Dinge "ein Anfang der Bedrängniswehen'."

Daß der "Sklave" doch für 1914 "die Auflösung der Herrschaft unvollkommener Menschen und die Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erden" angekündigt hatte, wurde geflissentlich verschwiegen. Der Wachtturm vom 15.5.1955 (S.302) schreibt sogar - man lese und staune -:

"Die Wachtturm-Gesellschaft der Zeugen für Jehova hatte recht in ihrem dreißigjährigen öffentlichen Feldzug, durch den sie die Heiden-Nationen vor dem verhängnisvollen Jahr 1914 warnte. Einzelne jedoch, die am Geben jener Warnung teilgenommen hatten, waren enttäuscht, da sie unrichtigerweise von sich gedacht hatten, sie kämen im Jahre 1914 in den Himmel .. .

Viele hatten ebenfalls den ungenauen Gedanken, daß der Weltkrieg, der im Jahre 1914 begann, in die "Schlacht des großen Tages Gottes, des Allmächtigen", in Harmagedon münden und so die Erde von allem Widerstand gegen Gerechtigkeit reinigen werde."

Bruder Toutjian schreibt, daß man bald (nachdem 1914 die erwarteten Ereignisse nicht eingetroffen waren) erkannte, daß das Jahr bestätigt worden war. Aus dem erhofften Zusammenbruch der weltlichen Nationen machte man nun ein "Ende ihres Herrschaftsrechts", und da das Königreich Gottes nicht auf Erden "fest gegründet" worden war, lehrte man nun, daß es unsichtbar in den Himmeln aufgerichtet sei.

Trotzdem wird auch heute noch gesagt, daß "Jehovas Zeugen mehr als 30 Jahre im voraus wußten, daß 1914 ein wichtiges Ereignis war"
(z. B. ERWACHET! vom 8.9.1984, S. 6).

Bruder Toutjian schreibt weiter;
"Dennoch wurden die Beweggründe und die Ergebenheit vieler geprüft. Einige hatten zuviel erwartet, und das zu bald. Leider versagten sie in der Prüfung."
Diese Brüder waren vorher nicht mißtrauisch und hatten alles geglaubt. Sie hatten genau das erwartet, was ihnen der "treue und verständige Sklave" als Erkenntnis dargereicht hatte. Sie versagten in einer "Prüfung", die ihnen nicht von Gott auferlegt wurde, sondern die von Menschen, der leitenden Körperschaft, konstruiert worden war.

Bruder Toutjian, S. 23 und 24:
"Auch in das Jahr 1925 setzten Jehovas Diener gewisse Erwartungen. Sie dachten, 1925 werde ein Zyklus von 70 vorbildlichen Jubeljahren (70 x 50 Jahre), von der Zeit des Einzugs der Israeliten in das verheißene Land an gerechnet, zu Ende gehen und in diesem Jahr werde das große gegenbildliche Jubeljahr, die Tausendjahrherrschaft Christi Jesu, beginnen."

Jehovas Zeugen glaubten damals der Zusicherung des "Goldenen Zeitalters" vom 15.3.1924:
"Wir erwarten mit voller Gewißheit, daß die jetzige große Drangsal (Daniel 12, Matth. 24, Luk . 21, 5-36) im Jahre 1925, etwa im Herbst, ihren furchtbaren Höhepunkt erreicht und alsdann zum endgültigen Abschluß kommen wird, damit anschließend das Werk der Wiederherstellung aller Dinge (Apg. 3, 19-20) unter der gerechten Regierung des Christus und seiner Getreuen (Offb. 20, 4-6) beginnen kann."

Bruder Toutijian;

"Es kam aber nicht so."
Heute erfährt man über das Jahr 1925 und die mit diesem Jahr verknüpften - "mit voller Gewißheit" erwarteten - Dinge kaum etwas. Im Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben". S. 107, habe ich jedoch diesbezüglich - eine erstaunliche Entdeckung gemacht:

"Dieser Aufruf erging im Jahre 1925, das übrigens für eine Anzahl Zeugen Jehovas ein kritisches Jahr war. Die Gesalbten hatten im allgemeinen die Ansicht vertreten, daß die Überrestglieder des Leibes Christi in jedem Jahre ihre Verwandlung zur himmlischen Herrlichkeit erfahren würden.
Maria (unterbricht ihn); Aber schon die ersten Jünger Jesu erwarteten das in ihren Tagen, nicht wahr?
Johannes: Richtig, aber sie wurden davor gewarnt, so wie die Brüder im Jahre 1925 gewarnt wurden. Der Wachtturm führte aus:
"Christen sollten nicht so tief bekümmert sein um das, was sich während dieses Jahres ereignen mag, so daß sie es daran fehlen ließen, freudig das zu tun, was der Herr von ihnen getan haben will.' Der Artikel trug den bedeutsamen Titel: 'Ein Werk für die Gesalbten', und wie wir gesehen haben, gab es für die Gesalbten noch sehr viel Arbeit."

Es heißt hier, die Brüder "wurden gewarnt". Aber wovor? Der "treue und verständige Sklave" kann doch nicht gut sagen wollen, daß die Brüder davor gewarnt wurden, das zu glauben, was er selbst vorher "mit voller Gewißheit" prophezeit hatte.
M. S. aus S.
"Brücke zum Menschen"

HAST DU DAS GEWUSST?
ZWEIFEL AN DEN ÜBERSETZUNGEN DER WTG
Da gab es 1977 das WTG-Buch "Die herannahende Weltregierung - Gottes Königreich".
Der englische Originaltitel in den USA lautete in Wahrheit anders: "Unsere hereinkommende Weltregierung ..."
(Our incoming World Government ...)

Der Widmungstext auf S. 2 der deutschen Übersetzung lautet: "Gewidmet dem Gott, dessen Zeit herbeigekommen ist, der verheerenden Selbstherrschaft der Menschen ein Ende zu setzen und statt dessen die Regierung einzusetzen, nach der sich gerechtigkeitsliebende Menschen aller Rassen sehnen". Der englische Originaltext lautet zum Teil ganz anders:
"Gewidmet dem Gott, dessen glückliche Zeit herbeigekommen ist ..."
(whose happy time has come ...)

Von einem Ende ist überhaupt keine Rede:
Es heißt da nur, "die verheerende Selbstherrschaft des Menschen durch die gerechte Regierung zu ersetzen ..."
(to replace man's disastrous ruiership of himself with the righteous government ...)

Auch heißt es im Original nicht "gerechtigkeitsliebende Menschen", sondern "herzkranke Menschen" (heartsick people).
Warum läßt man das Wort "glückliche" (happy) aus? Ist das für die leitende Körperschaft etwa diskriminierend? Weil es wie simple Schwärmerei klingt? Will man im deutschen Sprachraum seriöser wirken. Gott nicht lächerlich machen? Warum wird im Deutschen "ein Ende" eingefügt? Will man vermeiden, im englischen 'Sprachraum gleich mit Ende-Hinweisen, die alle bisher falsche Prophetie waren (1914, 1925, 1945, 1975), den Leser vor den Kopf zu stoßen? Werden die deutschen Leser eher für vergeßlich und einfältig gehalten, daß man ihnen das zumutet?

Auf jeden Fall wird ganz geschickt und gezielt an den Übersetzungen herumgedreht, um bestimmte Wirkungen zu erzielen oder zu vermeiden, übel, übel, wenn das "Speise vom Tisch des Herrn" sein soll!
Ist das doch eindeutig mit "zweierlei Maß" gemessen, was für Gott ein Greuel ist!
(Sprüche 20:10)
-D.P.-

WIDER DIE WACHTTURMFÜHRER
Wo Schmerz, wo Liebe, wo Sehnsucht brennt,
glaubt IHR, EURE Opfer gefunden.
Wonach unter EUCH alles keucht und rennt,
immer wieder ist es entschwunden.
Denn was IHR "Vorhaben Jehovas" nennt,
IHR selber habt es erfunden.
Vor dem, der EURE Methoden erkennt,
habt IHR EUCH wie Schlangen gewunden.
Und wer sich von EUREN Irrlehren trennt,
verteufelt IHR zu Schweinen und Hunden.
IHR seid Christen?

"REBELL IN CHRISTO"
Einst wurde die "Speise"
arglos geschluckt.
Jetzt wird sie genauer beguckt!
Einst wurde vorm "Knecht"
gezittert, gezuckt.
Jetzt wird gegen ihn gemuckt!
Einst wurde sich
unter die Organisation geduckt.
Jetzt wird sie gerüttelt, geruckt!

HASS UND NEID IM RECHTSKOMITEE (II)
MISSBRAUCH DER MACHT DER "ÄLTESTEN"
... Wir schrieben inzwischen das Jahr 1976. Im April dieses Jahres begann ich bei einer großen Wurst- und Salamifabrik zu verkaufen. Der Grund war wieder derselbe, warum ich nach fast fünfjähriger Tätigkeit im Februar 1981 gekündigt wurde. Diesmal schien jedoch mehr dahinterzustecken. Die Firma Geyer, bei der ich beschäftigt war, veruntreute Geld von mir, d. h. gab dieses nicht an das Finanzamt weiter, sondern ließ es als verdeckte Gewinnausschüttung in die "Ges. m. b. H. wandern".

Ich wurde zu einer Einvernahme zum Finanzamt Wr. Neustadt gerufen, sagte wahrheitsgemäß aus. Mit welchem Erfolg? Daß sich meine Aussagen nicht mit den Aufzeichnungen in der Buchhaltung der Fa. Geyer deckten! Doch statt gegen die Firma Geyer zu klagen, wollte das Finanzamt mit einem Schlag zwei Fliegen treffen! Die Klage über die Firma Geyer wurde dem Finanzamt Baden übertragen und ich wurde beim Kreisgericht Wr. Neustadt angezeigt.

Nun hatten die "Brüder" gesiegt, glaubten sie zumindest. Denn wenn jemand mit dem Gericht zu tun hat, dann muß er doch schuldig sein. Dies bekam ich auch bei den Komiteeverhandlungen zu spüren.
Immer wieder drangen die Ältesten in mich:
"Gestehe doch endlich und erleichtere Dein Gewissen", oder "sei doch endlich froh, daß jetzt ein Gericht all Dein Tun aufdeckt" usw.

Bei der letzten Komiteeverhandlung brach ich gesundheitlich zusammen und wurde in die Nervenheilanstalt eingeliefert. Der fünfzehnjährige Psychoterror hatte doch Erfolg!
In der Zeit, wo ich in der Nervenheilanstalt war, wurde ich ausgeschlossen. Ich war am Ende.
Mit dieser Gesellschaft wollte ich nicht mehr in "die neue Ordnung" hinüberleben.
Ich trug mich mit Selbstmordgedanken und verfiel in Depressionen.

Doch das Leben ging weiter. Es wartete doch noch die letzte und endgültige Verhandlung auf mich (18. Dez. 1985).
Die Ältesten waren siegessicher und luden viele von der Versammlung zur Verhandlung ein, obwohl ich bereits ausgeschlossen war.
(Die Versammlung war gespalten, weil einige unseren Ausschluß nicht anerkannten.)
Doch welche Niederlage mußten sie erfahren. An diesem Tag wurde wirklich alles offenbar: Daß mir nämlich die Firma Geyer um S 527.000.- zu viel an Steuern abverlangte und ich eigentlich ein Guthaben beim Finanzamt hätte. Außerdem sprang der Staatsanwalt!!! plötzlich auf und erklärte dem Gericht: "Dieser Mann ist völlig unschuldig und zu Unrecht angeklagt", die Firma Geyer hatte ihm nämlich gefälschtes Beweismaterial vorgelegt ...

Sofort beantragte der Staatsanwalt (mein öffentlicher Ankläger auf Grund der anonymen Anzeige von "Bruder" Mayer) das Verfahren gegen mich einzustellen und die Fa. Geyer unter Anklage zu stellen ...
Ich war rechtskräftig freigesprochen nach insgesamt 9 Verhandlungen!

Welch ein Triumph! Doch ich konnte mich nicht mehr freuen, obwohl mir einige von der Versammlung gratulierten und mir versicherten, sie hätten immer an meine Unschuld geglaubt . Doch in mir war etwas zerbrochen, was der schönste Freispruch nie mehr kitten konnte!
Was war es wohl damals? Es war jene Illusion, die mir einst ein Sonderpionier als "Paradiesverkäufer" unterwegs, ins Herz verpflanzte! Das war mein LEBEN! Das sollte jetzt alles aus sein???
Es machte mir nichts mehr aus, daß kurz nach meinem Freisprach "Bruder" Mayer mich erneut als Steuerhinterzieher hinstellte.

Bis zum heutigen Tage hat es die Versammlung Wr. Neustadt unterlassen, uns vom Schmutz zu reinigen, mit dem sie uns jahrelang beworfen haben. Nicht einmal in der "Welt" ist so ein Benehmen zumutbar, geschweige denn unter Christen, dachte ich mir damals. Wo liegt denn der Haken? Ich hatte doch Gott in stunden- oft nächtelangen Gebeten angefleht, in der Versammlung einzugreifen und die Führung der Herde zu ändern. Warum tat er nichts dergleichen? Statt dessen haben sie mich meine Frau und meinen Sohn ausgeschlossen. Ich begriff noch immer nicht! -

Da fiel mir eines Tages das Buch von Hans-Jürgen Twisselmann "Vom 'Zeugen Jehovas' zum Zeugen Jesu Christi" in die Hände.
Was soll's dachte ich, das Buch ist von einem Ausgeschlossenen, ich bin ausgeschlossen, niemand kann mich daher in meinem jetzigen Zustand zur Verantwortung ziehen, ich begann zu lesen ...
Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen!!! So beantwortet unser lieber Vater im Himmel Gebete!!! Mein Leben bekam wieder einen Sinn, um wieviel besser war ich doch jetzt erst dran!!! Das ist das freiheitliche Christentum, ohne Lieblosigkeit und Unmenschlichkeit! Vergessen sind die Komiteesitzungen jedoch bis heute nicht Die Unmenschlichkeit und Brutalität, auch die Art der Verhandlungen haben sich tief eingeprägt.

In der "Welt" ist es üblich, dem Angeklagten die (seine) Schuld zu beweisen. Wie ganz anders doch bei den ZJ: Da wird man eines Vergehens beschuldigt und muß nun die Gegenbeweise für seine Unschuld erbringen! WIE SATANISCH UND UNMENSCHLICH!!!
Wie funktioniert so etwas in der Praxis???
Wer hat sich das ausgedacht???

Nicht jedem ist es vergönnt, aus diesem geistigen Gefängnis in die wahre Freiheit (Gal. 5:1) zu Christus zu entfliehen, aber vielleicht kann ich durch meinen Bericht jenen helfen, die innerhalb der "Organisation" nicht mehr jenes geistige Paradies verspüren, sondern eher die Fesseln einer menschlichen Diktatur, die sich gerade in diesem religiösen Totalitarismus zu erkennen gibt, verspüren. Daher ist es oft wirklich notwendig, sich unmißverständlicher Worte zu bedienen, um noch "GEFANGENEN" diese Gefahr, in der sie sich befinden, vor Augen zu führen.

Ich bitte daher jeden, der meine Worte liest, diese nicht als Bitterkeit gegenüber der Organisation der ZJ aufzufassen, sondern als innige Fürbitte für Irregeführte, die ZJ nun einmal sind. (l. Petrus 3:9)
-P.G.-

CV: Dieser erschütternde Brief eines Bruders zeigt, welche Macht die WTG ihren Ältesten, über ihre Zeugen Jehovas gegeben hat. Macht zum Guten und Macht zum Bösen.
Paulus schrieb an Timotheus und an Titus:
"Aufseher sollten unter den älteren Männern der Versammlung ausgewählt werden.
Sie sollten keine Jungen mehr sein und auch keine Neubekehrten, sondern Personen, die in der christlichen Lebensweise Erfahrung erworben haben, eine umfassende Bibelkenntnis besitzen und auch ein tiefes Verständnis der Bibel und die die Versammlung wirklich lieben ..."

So steht es in "Organisiert, unseren Dienst durchzuführen", doch die Altesten des Rechtskomitees Wr. Neustadt handelten so, als hätte das für sie keine Gültigkeit.

AKTUELLES IN KÜRZE
BIBELWISSENSCHAFTLER ENTDECKTE NEUEN AUTOR
Ein amerikanischer Bibelwissenschaftler will den Autor von fünf Büchern des Alten Testaments identifiziert haben.
Wie Dr. Richard Friedmann, Professor für Hebräisch und vergleichende Literaturwissenschaften an der Universität von San Diego (Kalifornien), mitteilte, habe ein im 5. Jahrhundert vor Christus lebender Barouch Ben Neriah zum Beispiel den größten Teil des fünften Buches Moses verfaßt.
Ein über 2500 Jahre altes Tonsiegel beweise die Existenz dieses Schreibers. Barouch Ben Neriah habe als Sekretär "mit Sicherheit" auch den größten Teil der Prophezeiungen aufgeschrieben.
(NZ 21.11.86)

IMMER WIEDER FRAGWÜRDIGE SCHAUSTELLUNGEN
Es ist eine merkwürdige WTG-Sucht, Prominente irgendwelcher Art, die WT-ZJ wurden, zur Schau zu stellen.
In "ERWACHET!" vom 22.2.1986 ist es der ehemalige kanadische Hockey-Nationalspieler Tom Edur. Nachdem er Frauen, Ruhm und Geld weidlich ausgekostet hatte, wurde er WTG-Pionier und schließlich Mitarbeiter im kanadischen WTG-Zweigbüro, nachdem er sich in seine ehemalige Schulkameradin und ZJ Liz verliebt und sie geheiratet hatte.

Lassen wir seine und Liz's Motive dahingestellt. Das Fragwürdige ist, daß er in seinem "ERWACHET!"-Bericht das Wort Jehova laufend im Munde hat, Jesus Christus jedoch nicht ein einziges Mal auch nur erwähnt. Typisch für viele derartige WTG-Schaustellungen, wo nur nach dem "Irdischen" getrachtet wird. (Philipper 3:17-21; 4:1)

AUS DER WELT DER ZEUGEN
WACHTTURM-MÄRCHEN?
Es ging eine Schwester durch den Wald, aber Jehova war bei ihr. Da war auch ein Räuber, er wagte sich nicht an die Frau, weil er auch einen kräftigen Mann neben ihr sah. Die nächste Frau wurde beraubt und vergewaltigt. Der WT wußte nun genau, daß der Mann, welcher nun vom Räuber gesehen wurde, ein Engel Jehovas war.
So einfach ist das im WT. Und was im WT steht, stimmt nach Meinung der Zeugen.

Und weiter:
Ringsum den Königreichssaal war Krieg, es wurde auch alles zerstört. Die Zeugen ließen sich nicht beeindrucken. Sie waren ruhig und beteten. Als sich draußen alles beruhigt hatte, gingen sie aus dem Saal.
Sie schauten sich um und siehe, der Saal brach vor ihren Augen zusammen. Das ist doch eine buchstäbliche Hilfe Jehovas.
Wenn es wirklich so wäre, lohnt es sich, ein Zeuge zu sein!
Merkt ihr nicht, liebe Geschwister, wie euch die WTG verdummen will?
-E.B.T.-

FLUGZEUGABSTURZ
Unter den 71 Toten, die der Flugzeugabsturz bei Abidjan an der Elfenbeinküste Anfang des Jahres forderte, befanden sich auch Heidi und Reinhard Sperlich aus Westfalen. Sie waren in Westafrika als Missionare der WTG tätig und wollten nach Brasilien fliegen. Warum mußten sie in blühendem Alter so sinnlos sterben?
-E.K.-

"Christliche Verantwortung"; Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A377/87 V 71 1157 N2

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