Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 214

Thema in dieser Ausgabe unter anderem: Der Aufstieg des Raymond Franz in das Schreibkomitee der WTG und die Folgen

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 214 GERA MAI 1987

IN DER WTG-SCHREIBABTEILUNG BROOKLYN
Raymond Franz bricht sein Schweigen (4)
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen WT 21 und 22/1986
JUGENDLICHE IN GEFAHR
Auch die WTG kocht nur mit Wasser
... NICHT LÄNGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
2. Thema - Die gute Botschaft
MUSS MAN ALLES HINNEHMEN?
WTG rügen und anklagen
DAMALS WIE HEUTE
Erinnerungen einer Schw. vom Überrest

JUGENDLICHE UNTERM WACHTTURM

Die große Sorge der Organisation (WT 21/1986)
Obgleich wir den Wachtturm Nr. 15/86 mit seiner Jugendproblematik noch gut in Erinnerung haben, wendet sich die WTG in der vorliegenden Publikation erneut dieser Thematik zu. Drei Studienartikel beschäftigen sich nun mit den ZJ-Jugendlichen, genauer: Mit den Jugendlichen, die von ihren Eltern von klein auf in der "Wahrheit" erzogen wurden.
Offensichtlich gibt es mit dem Nachwuchs mehr Probleme, als vor Jahren angenommen. Die Abfallquote ist gerade unter den jungen Leuten sehr hoch. Doch die WTG benötigt dringend Kadernachwuchs!

Kann die WTG sich auf die Jugendlichen stützen?
"Heute schreiben wir das-Jahr 1986, wir leben also bereits seit 72 Jahren in. der "Zeit des Endes". Jesus sagte voraus, daß einige aus der Generation, die den Beginn dieser Zeit bewußt miterleben würde, noch am Leben wären, wenn sie durch die große Drangsal zum Abschluß käme (Matthäus 24:34)." (S. 7)
Selbst in der revidierten Neuen-Welt-Übersetzung aus dem Jahre 1985 steht in dem angegebenen Bibeltext, nichts davon, daß nur e i n i g e der Generation die große Drangsal miterleben würden.

Im Gegenteil: "Diese Generation" als Ganzes sollte auf keinen Fall vergehen, "bis alle diese Dinge geschehen".
Abgesehen von dieser offensichtlichen Bibelfälschung haben aber die WT-Schreiber recht, 72 Jahre sind seit 1914 schon verflossen. Diejenigen aber, die den Beginn dieser Zeit bewußt miterlebt haben, sind mindestens 80 Jahre alt.
"Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre ..." (Psalm 90:10; Luther)

Das beweist, daß die 1914-Generation fast schon vergangen ist! Die Alten, die noch leben, sind physisch und psychisch kaum noch in der Lage der WTG zu dienen. Aber auch die 40- bis 60jährigen engagieren sich oft nicht in der erwarteten Weise für die Belange ihrer Organisation. Sind sie doch spätestens durch die 1975-Pleite eines Besseren belehrt worden. So setzt die Wachtturm-Gesellschaft auf die eine Million, zumeist junger Menschen, die seit 1975 immerhin ein Drittel der Gesamt-Mitgliederstärke ausmachen. Unter ihnen viele 12- bis 16jährige, die sich in kindlicher Begeisterung schon in diesem Alter haben taufen lassen.

Doch die Begeisterung weicht bald einer allzu nüchternen Realität ...
Die WTG aber muß sie - schon aus eigenem Interesse heraus - bei der Stange halten.
Kinder sollen WTG-Anbeter werden
Sowohl den Jugendlichen als auch ihren Eltern werden in drei Studienartikeln Ratschläge erteilt, wie sie miteinander in Zukunft noch besser auskommen können. Wobei die Organisation nicht primär an einer guten Familienatmosphäre interessiert ist.
"Der Hauptgrund sollte darin bestehen, die Kinder zu wahren Anbetern Jehovas zu erziehen." (S. 27)
Wobei sie sich natürlich der WT-Organisation unterwerfen müssen. Das und nichts anderes ist das erklärte Ziel der WTG! Und hierbei dürfen jetzt Konzessionen gemacht werden, die vor Jahren noch undenkbar waren:
"Lege den Stoff nötigenfalls einfacher dar. Tadle die Kinder lieber nicht während des Studiums ...
Wenn die Kinder noch klein sind, könnte man mehrmals in der Woche ein verkürztes Studium durchführen." (S. 24)

Schon fast revolutionär ist folgende Anregung:
"Wieder andere reichen vor oder nach dem Studium Erfrischungen." (S. 25)
Unterm Strich also mehr Zuckerbrot und weniger die Peitsche.
Der Zweck heiligt die Mittel!

Die WTG zieht Konsequenzen
Interessanterweise macht die WTG besonders den Eltern Vorwürfe. Sie seien "keine guten Zuhörer" und könnten "mit ihren Kindern nicht vernünftig reden." "Daher haben viele Eltern kein wirklich vertrautes Verhältnis zu ihren Kindern." (S. 21)
Aber man wird noch deutlicher:
"Leider haben sich einige Väter von Versammlungsangelegenheiten ... so sehr in Anspruch nehmen lassen, daß sie selbst in der Gemeinschaft ihrer Kinder mit den Gedanken ganz woanders waren. Erst nachdem es zu einer Familientragödie gekommen war, erkannten sie, daß sie die Rangordnung neu festlegen mußten." (S. 22)

Falsch! Diese Erkenntnis mußte nach ungezählten Familientragödien zuerst die WTG machen. 1983 lehrte sie:
"Angesichts all der Forderungen, die an einen Mann gestellt werden, einschließlich der größeren Pflichten in der Versammlung, gibt es zwangsläufig Zeiten, wo der Ehemann nicht alle seelischen Bedürfnisse befriedigen kann." (WT 17/83, S. 21)
Davon war zwar in erster Linie die Ehefrau betroffen, die Kinder litten ebenso.
Und noch im Jahre 1984 (WT Nr. 19, S. 15) behauptete man, daß die Ehe nicht das Wichtigste im Leben eines Mannes sei.

WTG vor Elternliebe
Auch Ehepartner, die Zeugen Jehovas sind lassen sich scheiden! (Siehe S. 26.)
Besonders häufig sind Scheidungen allerdings dort, wo ein "geteiltes Haus" existiert. Hier gibt natürlich die Intoleranz des WT-Ehepartners den Ausschlag.
Nach einer Scheidung ist für die Wachtturm-Hirten nur noch von Interesse, ob die Kinder in der ZJ-Lehre weiter unterwiesen werden. Bleiben sie beim ZJ-Elternteil, ist es kein großes Problem. Dieser soll aber darauf achten, daß das Kind während der Besuche durch das "ungläubige Elternteil" nicht "negativ" beeinflußt wird. Nach dem Motto "Alles oder Nichts" rät die WTG:
"Der gläubige Elternteil würde unter diesen Umständen zu entscheiden haben, was zu tun ist, indem er unter Gebet erwägt, wie groß die Gefahr ist, welche gesetzlichen Schritte möglich sind und womit er möglicherweise -zu rechnen hat, wenn er das Recht auf persönlichen Umgang nicht anerkennt." (S. 28)

Dem Kind soll also lieber der Vater die Mutter vorenthalten werden, bevor es mit einer "gefährlichen Ansicht" konfrontiert werden könnte. Notfalls ignoriert man sogar einen Richterspruch ...
Und wenn der "ungläubige" Elternteil das Erziehungsrecht vom Gericht. zugesprochen bekommt?
"Selbst wenn strenge gesetzliche Einschränkungen bestehen, kann der gläubige Elternteil auf informelle Weise über Gottes Schöpfungswerke sprechen oder dem Kind anderswie helfen, Liebe zu Gott zu entwickeln." (S. 30)
Darüber hinaus soll der ZJ sich mit dem Kind auf vielfältige Weise beschäftigen.
"Laß den Umgang mit deinem Kind zu einem kostbaren Erlebnis werden."
Das Vertrauen des Kindes wird auf diese Art erschlichen.

Nochmals zur Erinnerung:
Der WTG geht es nicht primär um eine gute Elternteil-Kind-Beziehung.
"DER HAUPTGRUND SOLLTE DARIN BESTEHEN, DIE KINDER ZU WAHREN ANBETERN JEHOVAS ZU ERZIEHEN." (S.27.).
-Gerd R...-

ERLEBNISSE IN DER WTG-SCHREIBABTEILUNG
Raymond Franz bricht sein Schweigen (4)
Befremden über Befremden
Wie kann WTG-Präsident Knorr erzürnt sein, wo Ray Franz wirklich nur aus liebevoller Demut reagierte, als er ihm sagte:
"... wie ich mich meiner gegenwärtigen Zuteilung erfreue,. Freude an den Menschen und an dem Werk habe"
als er zum Dienst in der Schreibabteilung aufgefordert wurde?
Wahrlich, ein befremdender Anfang!

Zunächst bekommt er von ca 250 Zweigbüromitarbeitern verschiedener Länder nutzlos betriebene Forschungsarbeiten auf den Tisch, von der WTG beauftragt, trotz fehlender Voraussetzungen der Mitarbeiter.
Zu 90-% muß alles von ihnen in den Papierkorb. Alle Mühe, Arbeit und Zeit umsonst. Es ging hier um die Erarbeitung des Hilfe-Buches!.
Erstaunt war er über das LK-Mitglied Karl Klein. Der so gar keine Hemmungen hat, "an den Zitzen von Babylon, der großen Hure zu saugen", um die "geistige Speise" zusammenzubringen. Bei diesem "Saugen", wozu auch er aufgefordert wird, gibt es weiteres Staunen. Es werden Vergleiche angestellt zwischen den doch recht beständigen kirchlichen Kommentaren und den immer wieder "nicht mehr zeitgemäßen" WTG-Veröffentlichungen.

Mit Schlucken, wie das die Zeugen müssen, ist das hier nicht abgetan, wo es verantwortlich erdacht werden muß. -
Nun gibt es für ihn einen weiteren Schock. Er denkt, er hört nicht richtig! Der Vizepräsident, F. W. Franz, sein Onkel, der WTG-"Hauptbibelgelehrte", bezeichnet die NW-Übersetzung als verzerrt! Was hat man den Zeugen da in die Hand gedrückt?
Ray Franz soll das zu erstellende Hilfsbuch "rein halten" von anderen WTG-Veröffentlichungen?
Ist der "Kanal" Gottes unrein?

Ja, er denkt, er hört da nicht richtig!
Doch, er hörte richtig!
Nun ergibt sich die bittere Erkenntnis, daß das so hoch über alles andere erhobene Schriftverständnis der WTG weit geringer ist, als er jemals gedacht hat. Die Vorstellungen über die überlegene WTG Bibelgelehrsamkeit platzen systematisch. Er begreift, in was für einer "Tretmühle" er in der Organisation und ihrem Dienst draußen war, wo es keine Zeit zum richtigen und gründlichen Nachdenken gibt.
Man schafft es ja kaum, die "Speise" monatlich zu schlucken, über alles in Ruhe und gründlich nachzudenken, in dem bißchen Freizeit schon gar nicht.
Selbst die Kurse in der höchsten WTG-Schule "Gilead", die er sogar zweimal absolvierte, lassen keine Zeit für das Wichtigste, so wird man da vollgestopft und überfüttert. Dienst, Dienst, Dienst!

Keine Muße zur kritischen Besinnung. -
Es geht Schlag auf Schlag. Als er sich mit dem Thema "Älteste" befassen muß, staunt er über die Wahrheit der Abschaffung der "Ältesten" seinerzeit 1932 durch Präsident Rutherford. Und wie das dann Falschheiten selbst noch in die viel spätere NW-Bibelübersetzung hineinbrachte.
Soll er das wieder ändern?

Da Ray Franz ehrlich an seine Aufgaben in der Schreibabteilung, wo die Speise produziert wird, herangehen will, äußert er tiefe Besorgnis, intern natürlich nur, nie öffentlich, über die Beiseitesetzung schriftgemäßer Vorschriften und schriftgemäßen Beispiels durch die WTG. Man bedenke, was das bedeutet. Macht er sich damit schon verdächtig? Natürlich!
Seine Ehrlichkeit wäre vielleicht die Rettung der WTG gewesen, nach und nach aus allem Bibelmißbrauch herauszukommen und eine seriöse religiöse Organisation zu werden. - Dann wieder Staunen, wie der "Hauptbibelgelehrte" F. W. Franz seine Meinung ändert und dadurch "Licht zur Finsternis" und "Finsternis" zu "neuem Licht" wird. Was dann alle als "von Gott" zu glauben haben. Nun lädt auch Ray Franz offensichtlich eine erste Schuld auf sich. Er begreift durch seine Forschungsarbeit, daß "1914" haltlos ist. Doch WTG-Gehorsam stellt er im Hilfe-Buch, das er schaffen muß, über die Wahrheit in dieser Frage.
Von seinen Mitarbeitern an dem Buch erfahren wir keine Proteste. "1914" haltlos, das würde die ganze WTG-Endzeitverkündigung aus den Angeln heben oder sein Ende in der Schreibabteilung bedeuten.

In die leitende Körperschaft
1971, als das in wichtigen Punkten falsche WTG-Hilfe-Buch weltweit freigegeben wird, wird Ray Franz Mitglied der LK.
Was er zuvor an Bedenklichkeiten in der Schreibabteilung, offensichtlich dennoch gehorsam hinunterschluckte, schwelt natürlich weiter. Erfahrungen kann man zwar verdrängen, aber nicht ungeschehen machen. Letztlich hat aber der Präsident die Verantwortung. Oder nicht? -

Neun Jahre hält er es dann in der LK aus. Die Konsequenzen seiner Einsichten sind furchtbar, systematisch wird ihm das bewußt. Die ahnungslosen Zeugen draußen! Er will das Schlimmste verhüten und wenigstens von innen reformieren. Freunde im Bethel raten ihm, da auch sie inzwischen. durchblicken, auszuhalten und zu wirken, "bis König Saul stirbt" d. h. der Präsident F. W. Franz.

Wollten sie dann -eine "Palastrevolution machen und Ray Franz an die Spitze setzen? Draußen gab es solche Bestrebungen. Da wollten Hunderte, oder waren es tausend kritische Zeugen einen "Marsch auf Brooklyn" machen und in einem "Staatsstreich" die WTG besetzen, um das Steuer herumzuwerfen, hinweg von den haltlosen Endzeitverkündigungen, wie zuletzt "1975".

Ein Wort an die WTG selbst:
Noch mögt IHR darin Erfolg haben, daß so mancher,- sich EUCH hörig, die Augen verschließt. Einige befolgen auch EURE Anweisungen, diese Enthüllungen ungelesen zu verbrennen. Aber tausendfach wird seit Jahren nach jeder Enthüllung gegriffen.
IHR beweist es ja selbst mit EUREN Reaktionen auf den Kongressen, wo IHR gegen das Lesen anderer Schriften wettert.
Sie lassen sieh immer weniger bevormunden! Ray Franz ist das "MENE TEKEL" auf EURER eigenen-Zitadelle gegen-EUCH! Dieser Vergleich scheint EUCH getroffen zu haben, da IHR sogleich mit dem WT vom 15.11.1986 das "MENE TEKEL" umzudrehen versucht. Über den Kronzeugen EURES haltlosen Endzeit-Jahrhunderts. Über Ray Franz nicht informiert zu sein, wird sich kein ehrlicher Zeuge auf die Dauer leisten können und wollen. EUCH bleibt. nur abzuschrecken, zu verteufeln und mit Vernichtung zu drohen.
Was habt IHR mit Ray Franz gemacht?
Er hätte EURE Rettung sein können!
CVN

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
Der Wachtturm
Wir prüfen die WT 21 (Siehe CV-Seite 1 und 2) und 22/1985
STUDIENARTIKEL
"Seid ehrlich in allen Dingen"
"Christliche Einheit in Geschäftsbeziehungen wahren"

WIE KOMPLIZIERT DOCH EHRLICHKEIT IST!
Die Welt ist ja s o schlecht. 90 Prozent der verheirateten amerikanischen Männer würden ihre Frau betrügen. Dies bemerkte ein "Beobachter" (?). 30 Prozent der, amerikanischen Frauen betätigen sich sexuell außerhalb der Ehe. (S.-10) - Nun, "Beobachter" scheinen so ihre Methoden zu haben, derartige Fakten zu melden.
Die Zeugen Jehovas sind dagegen s o gut. Vor allem s o ehrlich! Da findet ein ZJ 9.500 Dollar und gibt sie bei der Polizei ab. Der Kommentar des Beamten wird sofort abgedruckt.

"Es ist äußerst selten, daß jemand, der so viel Geld gefunden hat, es abgibt. Wir können uns nicht erinnern, schon einmal einen solchen Fall gehabt zu haben. Es war wirklich erstaunlich." (S. 12, 13)
Nun dürfte es auch äußerst selten sein, daß jemand 9.500 Dollar verliert. Trotzdem ein prachtvoller Zeuge.
Seine Glaubensbrüder und -schwestern scheinen aber hin und wieder mit der Ehr lichkeit ihre Probleme zu haben. Denn man fordert sie auf, Verträge, die sie im gegenseitigen Einvernehmen abschließen möchten, schriftlich zu fixieren.
"In komplizierten Angelegenheiten mag es ratsam sein, für die Formulierung einer schriftlichen Vereinbarung professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen." (S. 17)

So wenig traut man sich, daß sogar ein Notar oder Rechtsanwalt bemüht werden muß?! Dagegen sollten Zeugen Jehovas, die miteinander in Rechtsstreitigkeiten liegen, ein Gericht n i c h t bemühen.
"Es ist besser, finanziellen Verlust zu erleiden, als durch eine gerichtliche Klage gegen einen Mitgläubigen Schmach auf Jehovas Namen und auf die Versammlung zu bringen und unsere Einheit zu zerstören." (S. 20)
Offensichtlich fürchtet man jene Kommentare, die die Schattenseite der WT-Organisation in der Öffentlichkeit beleuchten.
Trotzdem sind Rechtsfälle unter ZJ nicht selten. Nehmen wir nur einmal die Scheidungen (siehe WT 21/86, S. 26). Bevor ein ZJ-Ehepaar vor den Scheidungsrichter tritt, wird schnell der eine Ehepartner aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas ausgeschlossen. Gegen einen "Weltmenschen" kann man nach Belieben prozessieren ...
So "ehrlich" geht es halt bei den Zeugen Jehovas zu.

DA HILFT KEIN JAMMERN UND KEIN WIMMERN ...
"Hochzeit machen, das ist. wunderschön ..." So manch junge Zeugin wird diesen Schlager insgeheim singen. Aber auf die Dauer löst das Singen auch nicht ihr Problem. Von der Heiserkeit schon arg gebeutelt, muß sie nun lesen:
"Warum legst du das Thema Heiraten dann nicht Jehova im Gebet dar?
(WT Nr. 22/86 ; S.29)
Man hat auch gleich ein biblisches Beispiel in der Gestalt der Hanna parat, die den Wunsch hatte, ein Kind zu bekommen.
Sie schüttete Jehova ihr Herz aus und flehte ihn in völligem Vertrauen an. Dann überließ sie alles Weitere ihm. (S.29,30)
Na, na, wenn Elkana, ihr Mann diese Zeilen heute lesen könnte, würde er wahrscheinlich dagegen protestieren. Denn so ein klein wenig wird er wohl doch an der späteren Geburt seines Sohnes Samuel "mitschuldig" gewesen sein ...

Aber soweit sind wir ja noch nicht. Zuerst möchte die Zeugin nur einen Ehepartner. Von der Art eines jungen Adonis gibt es in den ZJ-Versammlungen nur relativ wenige. Dafür aber viele heiratsfreudige "Evas". So ungerecht sind manche Dinge nun mal verteilt. Da hilft kein Singen, Klagen oder Beten. Da heißt es nur, die Gelegenheit am Schopfe zu ergreifen.
Wo es was zu greifen gibt ...
-Gerd-

JUGENDLICHE IN GEFAHR
Besonders leicht kommen-Jugendliche in Gefahr, in falsche Hände zu gelangen, wenn sie sich in der Hoffnung, ein gesteigertes Maß an Glauben und Erkenntnis zu; finden, einer religiösen Gemeinschaft anschließen, besonders :dann, wenn es sich um eine solche von geistlich-militantem Zuschnitt handelt wie die WTG.
Sie erkennen nicht den sektiererischen Geist, der dort herrscht und werden von dem Ausschließlichkeitsanspruch, der dort erhoben wird, zuerst einmal geblendet. Die Fülle dessen, was geboten wird, läßt zunächst den Eindruck entstehen, daß hier eine Glaubenseinstellung herrsche, deren Ziel es sei, der Verherrlichung Gottes, unter völliger Hintansetzung der eigenen Person zur dienen.

Nach und nach bemerken die Neuen, daß auch die "Neue-Welt-Gesellschaft:" nur mit Wasser kocht. Doch dadurch, daß einerseits der Eindruck erweckt werden soll, man lebe nur für die Verkündigung des Reiches Gottes - jeder ein Vollzeitdiener! - und sie andererseits dennoch Menschen mitmenschlichen Bedürfnissen, Vorzügen und Schwächen sind, wie andere auch, entsteht ein Bruch im Bewußtsein des.einzelnen Gläubigen. Das führt dazu, daß die Bedürfnisse zwar bleiben, aber mehr oder weniger unbewußt als ein Vergehen, nämlich als ein Abweichen von der eigentlichen Berufung empfunden werden müssen. So entsteht ein permanentes Schuldgefühl; daß durch gesteigerte Servilität abgearbeitet werden muß. Das bindet enorm.

Auch unter den WT-Gläubigen gibt es viele ehrliche Menschen, die sich darum bemühen, entsprechend den von ihnen verkündeten Grundsätzen zu leben. Doch viele haben in Anstatt ihrem Inneren längst das Handtuch geworfen und versuchen nun,' das "Versäumte" nachzuholen. Zwischen Erwartung und Erfüllung klafft ein Abgrund: Denn es ist viel leichter, von den größten Dingen zu reden, als nur das Geringste zu tun.
Durch die erzwungene, extreme Auffassung, christliche Lebensart betreffend, werden die normalen Dinge zum Anlaß, sich schuldig zu fühlen. Das kann niemals einer positiven Persönlichkeitsentwicklung, besonders der von jungen Menschen, dienlich sein.

Nicht einmal die Apostel konnten absolutes leisten, das vermochte nur Christus. Wohin führt es, muß es führen, wenn etwas verlangt wird, was mit dem besten Willen nicht erbracht werden kann? Es führt zu Enttäuschung, Bitterkeit und einem ständigen Schuldgefühl. Schließlich, wenn man sich nicht trennen kann, zu einer Art von Heuchelei. Die Verstellung wird dann dem Menschen zur zweiten Natur.

Die eigentliche Wirkung, die der Glaube an Christus auf uns ausüben sollte, nämlich von tiefster Freude erfüllte Menschen zu sein, wird völlig verfehlt. Anstelle unseres Vorhabens mit Blick auf den Heiligen, den Vollkommenen Herrn, gemäß den eigenen Möglichkeiten und in eigener Verantwortung unser Bestes zu tun, und zwar aus Liebe und nur aus Liebe, werden wir verkrampfte, angsterfüllte Menschen.

So ist das Ergebnis unseres Bemühens schließlich das genaue Gegenteil von dem, was wir erstrebt haben. Nicht "allezeit Freude", sondern Enttäuschung, Bitterkeit und schließlich Haß gegen andere. Der Teufel kann sich die Hände reiben, denn die "Frommen" haben ihn mal wieder den allerbesten Dienst erwiesen.

Anstatt sich über die kleinsten Ansätze zum Guten zu freuen, gibt es nur Ärgernisse. Anstatt selbst ein froher Mensch zu werden, beginnt man in Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit zum Absoluten, was ja normal ist, nun andere zu kritisieren und sie in Bausch und Bogen als schlecht und böse abzustempeln und versieht sie mit allen Attributen, die man eigentlich an sich selbst bemerkt. Um sich dennoch selbst als vorzüglich einschätzen zu können, sucht man bei anderen die Fehler und wird zum Beckmesser.

Eine weitere Gefahr für Neulinge im allgemeinen und junge Leute im besonderen besteht darin, daß ihnen so gut wie nichts, oder wenn doch, dann nur in schöngefärbter Weise etwas von der Vorgeschichte der Sekte erzählt wird. Das befähigt aber niemanden, sich ein relativ sachliches Urteil bilden zu können. Das Lesen von einschlägiger Literatur gilt als verdammenswert. Über die WTG darf man sich nur bei der WTG informieren.

Will ein Archäologe einer antiken Siedlung auf den Grund kommen, muß er sich von einer Siedlungsschicht zur nächsten hindurchgraben, so lange, bis er zum Ursprung gelangt ist. Hat jemand die Absicht, der ihm heute verkündeten Lehre der WTG auf den Grund zu gehen, dann muß auch er den Spaten ansetzen und mit der Grabung beginnen. Er wird im Laufe seiner Tätigkeit auf immer neue Schuttschichten stoßen. Es sind die Trümmer von Gedankengebäuden, auf denen immer neue Gebäude errichtet wurden, die endlich das Schicksal der vorherigen teilen mußten.

Der "Archäologe" wird schließlich auf die erste, die Gründungsschicht stoßen. Das ist nun nicht, wie er vielleicht hofft, Christus, der Eckstein, auf den DIE KIRCHE gegründet sein muß, sondern es ist das Phantasieprodukt des eitlen Gründers, was er da entdeckt. Bald schon mußte die Gründungsidee korrigiert werden. Man konnte auf ihr nicht dauerhaft bauen. Das, was heute wie eine mächtige Organisation aussieht, beruht AUF NICHTS!

So, wie die Ausgrabungsergebnisse der Archäologie vom Leid der damaligen Bewohner künden, sind auch die ständigen Änderungen der Lehre von seiten der Sektengewaltigen von einer Tränenspur gekennzeichnet.

Wehe, die "Gesellschaft" ändert etwas, und jemand macht die Schwenkung nicht mit! Und dreimal Wehe" wenn einer an etwas zweifelt, und die Führung wünscht keine Änderung. Wer Gottes Lehren nach Gutdünken ändern kann, muß wahrlich ÜBER GOTT STEHEN!! Die ständigen Änderungen aus eigener Machtvollkommenheit lassen in dieser Hinsicht eine rosige Zukunft erhoffen.

Für einen Christen ist Jesus Christus und die Aussicht, die ER eröffnet, das größte im Leben. Doch auch das größte kann und darf man niemandem aufzwingen, nicht einmal den eigenen Kindern. Nur der, der in sich selbst ein inniges Verlangen spürt, wer in Christus die höchste Erfüllung alles dessen sieht, was er sich erhofft, was aber in ihm selbst höchstens in kleinen Ansätzen vorhanden ist, wird gern und ohne Trauer das nun vergleichsweise geringere zurücklassen und, nach vorn blickend, dem Ziele entgegengehen.

Es ist besser, geistlicher und produktiver, sich über das kleinste an Gutem: bei sich und anderen zu freuen, als sich ständig über die Unzulänglichkeiten zu ärgern und unfroh zu werden

Für viele, die mit Mose aus Ägypten zogen, hatte dieser Auszug auch etwas erzwungenes. Sie verstanden das Große, Neue, das sich anbahnte, nicht, sie schauten fortwährend zurück, nur wenige ahnten, um wieviel besser die Mühsale der Wüstenwanderung waren, als das gesicherte Leben in dem Land der Pharaonen. Diejenigen, die die Wanderung ohne inneres Verständnis mitmachten, murrten. fortwährend oder erdachten sich eigene Methoden. Wollen wir die Wanderung ohne Murren mitmachen, dann muß es einem guten Ziel entgegengehen und es muß uns tiefe Freude bereiten, dorthin zu gelangen. Doch die besten Absichten nützen nichts, wenn wir uns nicht wirklich in das verheißene Land begeben. sondern einer Fata Morgana hinterherlaufen.

Junge Leute, die den Wunsch haben, Zeugen Jehovas zu werden sollten ihre Absicht nicht verwirklichen; ehe sie sich auf den Grund der Lehre hindurchgegraben haben. Erst wenn das geschehen ist, sollten. sie die endgültige Entscheidung. treffen.
-HG-

DARUM KANN ICH NICHT LÄNGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
2. Thema - Die Gute Botschaft
Jehovas Zeugen zitieren sehr oft die Worte Jesu. Matth. 24, 14:
"Und diese gute Botschaft, vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden; allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen."
Diese Worte Jesu sollen sich im Predigtwerk der heutigen ZJ erfüllen:
"In Erfüllung der prophetischen Worte Jesu für unsere Zeit predigten heute mehr als 2 550 000 Zeugen Jehovas in 205 Ländern diese gute Botschaft vom Königreich."
Wachtturm vom 1. 10. 1984, S. 11 (8).

Predigen sie aber wirklich "diese gute Botschaft vom Königreich", die Jesus meinte?
Er lehrte doch seine Jünger, um das Kommen des Königreiches zu bitten: "Dein Königreich komme!" Die gute Botschaft, die Jesus und seine Jünger verkündigten, war also eine Botschaft von seinem kommenden Reich. Welche "gute Botschaft" aber predigen Jehovas Zeugen?
"... Jehovas Zeugen verkündigen heute die gute Botschaft, daß das Königreich mit Jesus, dem König, seit 1914 bereits herrscht."
Wachtturm vom 15. 7. 1984, S. 13 (20).

"Ja, diese gute Botschaft vom aufgerichteten Königreich ist in gedruckter und mündlicher Form auf der ganzen Erde zu einem Zeugnis gepredigt worden."
WT-Buch : "Dein Königreich komme": S. 160.
Die Botschaft der Apostel, die nach Jesu Tod predigten, war nicht die Botschaft von einem bereits aufgerichteten Königreich. So heißt es z. B; vom Apostel Paulus:
"... und er nahm alle freundlich auf, die zu ihm hereinkamen, predigte ihnen das Königreich Gottes und lehrte sie ungehindert und mit dem größten Freimut der Rede die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen" (Apg..28, 30,31).

Von Philippus wird berichtet
"Als sie aber Phillippus glaubten, der die gute Botschaft vom Königreich Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündete, ließen sie sich taufen, sowohl Männer als auch Frauen" (Apg. 8, 12)
Ganz anders dagegen der Inhalt der Botschaft, die Jehovas Zeugen heute predigen:
"Der Inhalt dieser guten Botschaft ist, daß seit dem Jahre 1914 Gottes Königreich vom Himmel her herrscht."
ERWACHET! vom 22. 9. 1984, S. 6.

"Jehovas Zeugen weisen auf die vielen bedeutsamen Dinge hin, die sich seit 1914 ereignen und die diese unvergleichliche Tatsache bestätigen. Heute ist die gute Botschaft vom messianischen Königreich des "Knechtes" Jehovas eine bessere Botschaft als vor neunzehnhundert Jahren, zur Zeit der Apostel."
WT-Buch: "Rettung aus der Weltbedrängnis steht bevor!" S. 47 (6). Eine bessere Botschaft als die der Apostel? Die Antwort der Bibel heißt "nein":
"... selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel auch etwas als gute Botschaft verkünden sollten außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündet haben, er sei verflucht. Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündet außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht".

Der, das schreibt, ist kein geringerer als Paulus, "ein Apostel, weder von Menschen noch durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, an die Versammlungen von Galatien" (1, 1.6-9).
Wie lange wollen die Wachtturm-Führer noch im offensichtlichen Ungehorsam gegenüber dieser höchsten Autorität an ihrer "besseren Botschaft" festhalten?
M. S. aus S.

HAST DU DAS GEWUSST? CV-DOKUMENTATION
"BETHELHEIM" SELTERS
DAS DEUTSCHE WTG-ZWEIGBÜRO
Im bunten Prospekt wird gesagt:
Willkommen im deutschen Zweigbüro der Zeugen Jehovas".
Gemeint ist natürlich das deutsche Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft in Brooklyn/USA. Das ist juristisch ein sehr bedeutsamer Unterschied: Die Zeugen Jehovas besitzen da in Wirklichkeit überhaupt kein Büro. Ja, sie haben da überhaupt keinen rechtlichen Status, sondern sind in allem der WTG unterworfen. Die WTG hat dort Hausrecht, niemand sonst der bloß "Zeuge Jehovas" ist. So werden sogleich "einige Bereiche des Bethelheimes, der Verwaltung und der Druckerei" ausgeklammert, die "nicht besichtigt werden können".

Wäre es das "Gotteshaus (Bethel) der Zeugen Jehovas", dann müßte ein solcher alles besichtigen können.
Auch sollte die auf den Bildern gezeigte Idylle, Einrichtung und Technik nicht täuschen. Das ist nicht das Wesentliche.
Andere weltweite Medienkonzerne haben noch bessere Einrichtung und Technik, noch hübschere Idylle. Das bedeutet für den Glauben absolut nichts,
(Matthäus 8:20; Lukas 9:58)

Falsch ist die Behauptung, "die Wachtturm-Gesellschaft ist ein Bibelverlag." Ehrlich wäre, sie ist seit bestimmter Zeit auch ein Bibelverlag, denn sie wurde nur als "Zions Wachtturm- Traktat-Gesellschaft" gegründet. Aber wer kennt schon die WTG-Geschichte genau?
Das schlimmste aber ist, daß man sich fragt, was das überhaupt für eine religiöse Institution ist, wenn man das Prospekt gelesen hat. "Zeugen Jehovas" ist eine alttestamentliche Bezeichnung (Jesaja 43:12), also unchristlich.

In dem ganzen "Willkommen" wird nicht ein einziges Mal christlich gesagt noch Christus selbst überhaupt erwähnt. Statt dessen allzuoft der falsche Gottesname Jehova. (Bekanntlich hat die WTG im 1986-Buch "Weltweite Sicherheit ..." S. 176, neuerdings selbst einräumen müssen, daß "Jehova" falsch ist.)
So läßt die WTG ihre Zeugen in einer faszinierenden Organisation und Technik schwelgen, was aber glaubensmäßig nichts zu bedeuten hat.
Ein Fremder jedoch ist befremdet, er sieht allenfalls einen religiösen Presse- bzw. Medienkonzern, der es mit der Wahrheit über sich selbst nicht so genau nimmt, was er zunächst noch nicht sieht.
Ist das Absicht?

MUSS MAN ALLES BEDINGUNGSLOS HINNEHMEN?
Liebe Leser!
Um im Leben bestehen zu können, muß man sich manchmal auch hart durchsetzen. Nicht immer erreicht man durch eine Aussprache unter 4 Augen eine Einigung, oft muß man dann staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Wie sieht-es eigentlich bei Konflikten unter Christen aus? Christliche Gemeinschaften haben diesbezüglich in erster Linie Richtlinien aus der Bibel gesammelt und sie mit Erfahrungswerten zusammen in ein Buch geschrieben. Dieses Buch wird dann zu Rate. gezogen, wenn Konflikte nicht unter 4 Augen beigelegt werden können.

Die WTG nennt so ein Buch ."Die Organisationsanweisung". Wenn man so eine Organisationsanweisung näher untersucht, stellt man jedoch fest, daß sie vorwiegend für die Anhängerschaft geschrieben ist und nicht für die Führungsschicht. Bei Jehovas Zeugen nennt man. diese kleine Führungsschicht: "Die leitende Körperschaft" oder "Der treue und verständige Sklave"

WAS TUN WENN DER KLEINE WAS GEGEN DEN GROSSEN HAT?
Wer CV regelmäßig liest, weiß auch, daß die kleinen Zeugen allen Grund dazu haben, die Führungsschicht zu rügen und auch anzuklagen. Das was Jehovas Zeugen als einfache Prediger schon Jahrzehnte lang verkündigen mußten und sich hinterher als falsch erwies, geht auf das Konto dieser Führungsschicht. Sie, die leitende Körperschaft bzw. der treue und verständige Sklave, hat Millionen von ihren Anhängern stets eingeredet "Gott hat es ihnen durch seinen Geist offenbart, was weltweit verkündigt werden. muß." Einige Zitate aus den Schriften der WTG werden das bestätigen.

ZITAT NR. 1 UND 2
In der Prophezeiung über die Beweise für den "Abschluß des Systems der Dinge" sagte Jesus von diesem gesalbten Überrest voraus, daß dieser die loyale Dienerklasse sein werde, von ihm als sein "treuer und verständiger Sklave" veranschaulicht, den er zur Zeit seiner Wiederkunft damit beschäftigt findet, die fällige geistige Speise auszuteilen, und den er über seinen ganzen königlichen Besitz auf Erden einsetzt. (Matth. 24: 45-47, NW)"
"Gottes heiliger Geist, der auf den Überrest ... ausgegossen wurde, bewirkt oder veranlaßt diesen, nur die Wahrheit, die göttliche Wahrheit zu prophezeien oder zu predigen."
(WT 24/1961, S. 756, Abs. 16 und 18, dt.)

ZITAT NR. 3"Wir sollten auch daran denken, daß Jehovas Organisation in der ganzen Welt ist, die durch Jehovas heiligen Geist, oder seine wirksame Kraft geleitet wird." (WT 19/1973, S. 593, Abs. 4, dt. Ausgabe)
LÜGEN HABEN KURZE BEINE
Diese Zitate haben bereits keine Gültigkeit mehr. Schon zu der Zeit als sie veröffentlicht wurden, waren sie lügenhafte Äußerungen, die man schon 1961 und 1973 öffentlich als Lügen anprangern konnte, aber nun ist die Zeit dafür da. 1975 sind endgültig die Würfel gefallen und der Beweis dafür erbracht worden, daß die leitende Körperschaft der vorausgesagte falsche Prophet ist und von allen Zeugen Jehovas verachtet und ausgestoßen werden sollte.

UNSER RAT FÜR JEHOVAS ZEUGEN
Schafft Ordnung unter Euch, sondert die falschen Propheten aus. Beschafft Euch für diese Aussonderung den Wachtturm vom 15. Dezember 1961 Nr. 24 und beachtet besonders die Seiten 756 und 757. Auf diesen 2 Seiten hat der treue und verständige Sklave sich sehr deutlich ausgedrückt, wie man gegen falsche  Propheten in der Organisation vorgehen sollte.
Solltet ihr nicht die Möglichkeit haben, Euch diesen Wachtturm zu beschaffen, dann werden wir Euch dabei behilflich sein, indem wir in der nächsten Ausgabe einen Artikel veröffentlichen, in dem alle wichtigen Absätze aus diesem Wachtturm behandelt werden.
Laßt Euch diese Ausgabe nicht aus der Hand nehmen.
-W. W.-

ES WAR DAMALS SO, WIE ES HEUTE IST
Erinnerungen einer Schwester vom Überrest
... Meine Gesprächspartnerin verstummte und schaute zum Fenster hinaus. Draußen begann es zu dunkeln. Auch ich schwieg, weil ich im Moment nicht wußte, was ich weiterfragen sollte. Aber da fiel mir ein, daß ich doch immer schon mal mich gerne mit einem vom Überrest unterhalten hätte, aber ich kannte ja keinen.
"Schwster M." sagte ich schließlich, "wir kennen uns ja schon so lange und ich bin auch schon so viele Jahre in der Wahrheit, ich habe aber bis heute noch keinen einzigen vom Überrest kennengelernt und es soll doch noch auf der Erde fast zehntausend von ihnen geben. Weißt du vielleicht, wo in unserer Gegend noch solche sind?"

"Ach" sagte sie, "bei uns gibt es, seitdem mein Mann gestorben ist, weit und breit wirklich keinen mehr. Wo die alle sind, weiß ich auch nicht, vielleicht in Westdeutschland oder Amerika? Aber ich kenne eine junge Schwester aus D. - du kennst sie ja übrigens auch schon, sie war einmal bei uns als ihr auch bei uns zu Besuch wart, und die betreut im Nachbardorf eine alte Schwester wie sie mir sagte, und die soll zum Überrest gehören Es ist zwar weit bis dahin, aber du hast ja ein Motorrad. Aber besprich dich vorher. mit ihr, wenn es passend wäre zu kommen und grüß sie schön von mir."

Der Vorschlag gefiel mir sehr und nachdem wir uns noch etwas über belanglose Dinge unterhalten hatten verabschiedete ich mich.
Ich fuhr auch bald hin zu dieser Schwester und offenbarte ihr den Grund meines Kommens und meinen Wunsch. Sie war ein bißchen verlegen mit ihrer Antwort, meinte, daß ich vielleicht enttäuscht sein werde; die alte Schwester ist schon bettlägerig, aber mit ihrem Verstand ist sie noch sehr rege, bloß, wie soll man sagen, vielleicht ein bißchen altertümlich. Auf jeden Fall müßte sie zuerst mit ihr sprechen und und sie würde mir dann Bescheid geben, wann ich kommen könnte.
Auch damit war ich zufrieden und wartete nun ungeduldig auf Antwort, denn ich hatte Angst, auch diese alte Schwester vom Überrest könnte mir wegsterben und dann hätte ich keine Chance mehr, doch noch einen kennenzulernen. Aber ich brauchte nicht lange warten.

Der Besuch
Bald kam ein Brief und ich fuhr hin. Es war ein schöner sonniger Früherbstssonntag und nachdem wir Mittag gegessen hatten machten wir uns zu Fuß auf den Weg ins Nachbardorf. Mitten im Dorf stand das Haus und meine junge Begleiterin trat zuerst ins Zimmer während ich, bißchen zögernd, Abstand hielt. Doch nachdem sie mich vorgestellt hatte, streckte mir eine alte Dame, aufgerichtet im Bett sitzend, ihre schmale Hand entgegen und bat näherzutreten. Ich tat es und schaute in ein, trotz unverkennbar hohen Alters, schönes Gesicht. Ihr schneeweißes Haar und ihre großen, schönen, so seltsam glänzenden Augen paßten gut zu ihrem etwas schmalen Gesicht. Ich stotterte wohl etwas bei der Begrüßung und machte wohl dumme Komplimente, aber sie lachte nur und bat mich Platz zu nehmen. Plötzlich wurde mir furchtbar peinlich, daß ich kein kleines Geschenk mitgebracht hatte. Aber in aller Aufregung auf diese Begegnung hatte ich wirklich ganz vergessen, was sich gehört. Doch sie ließ mir keine Zeit meinen Gedanken nachzugehen und fragte mich aus, nach meinem Wohlbefinden, woher ich komme, wie es meiner Familie geht usw. Ich merkte sofort, daß ich es hier mit einer Dame von Bildung und Wissen zu tun hatte. Ihr Charm und ihre Ausstrahlung wirkten bißchen hemmend auf mich, aber sie verstand es mich aufzulockern und ein ungezwungenes Gespräch kam zustande.

Ich erzählte, wie ich zur Wahrheit kam und auch sie begann zu erzählen. Ihre wohltuende klare Stimme zwang förmlich zum ge spannten Zuhören. Sie. erzählte von der Zeit um 1900, von der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, von ihren Mädchenjahren, wie sie als Hausmädchen bei hohen Herrschaften diente, wo sie viel, gelernt hatte, denn bei den hohen Herrschaften gab es viele Bücher und sie hatte diel-Zeit zum Lesen, denn die Leute waren immer gut zu ihr, wie sie dann auch Bücher von Pastor Russell in die Hände bekam und begierig las, brachte das die große Wende in ihrem Leben. (Unwillkürlich dachte ich an mich, weil es bei mir genauso war.)

Sie erzählte vom Fotodrama, von den vielen Versammlungen und Vorträgen, die sie besuchte und hörte, wie sie als Jugendliche für den neuen Glauben, den sie nun hatte, stritt und sich über die Wahrheit freute die sie nun kannte. Nur ganz selten mußte ich Fragen einblenden, um dem Gespräch die von mir gewünschte Richtung zu geben, was immer wohl verstanden wurde. Die junge Schwester hatte uns Kaffee aufgebrüht und bei Kaffee und Kuchen ging unsere Unterhaltung auf die Neuzeit über. Ich wies daraufhin, daß wir heute vieles besser wissen als früher, weil das Licht heller leuchtet und unsere Wachttürme' uns so wunderbar schulen.

Meine Gesprächspartnerin wurde stiller und schweigsamer. Ihre spärlichen Antworten deckten sich nicht immer mit unserer neuesten Erkenntnis; ich merkte, sie ist wohl nicht mehr auf dem laufenden, was unsere neuesten. Lehren betrifft. Ich- wunderte mich ein bißchen. Die junge Schwester schaute mich eindringlich an. Ich verstand: Die alte Schwester ist müde. Doch in mein Schweigen hinein fing sie wieder an munter zu sprechen:

"Ach, weißt du Bruder", sagte, sie, "es war doch damals im Grunde wie es auch heute ist. Wir lebten so in Erwartung des nahen Endes dieser Welt, daß wir das Heiraten vergaßen oder es immer möglichst hinausschoben, um frei zu bleiben für den Königreichsdienst. Ich habe viel zu spät geheiratet; meine Ehe war auch nicht von Bestand. Kinder hatten wir keine und so bin ich heute ganz alleine.. Und wenn G. nicht wäre, die mir so treu ist, wer weiß, wie es mir heute'' so ginge" dabei schaute sie dankbar auf die junge Schwester "Die junge Generation von heute sollte nicht die gleichen Fehler machen, die wir gemacht haben", fügte sie noch vielsagend hinzu. Ich hätte mich noch gerne länger unterhalten, aber es wurde Zeit zu gehen, weil der Abend nahte. Wir verabschiedeten uns herzlich, und ich wurde eingeladen' wiederzukommen, wenn es möglich ist ...
-J.M.-

AKTUELLES IN KÜRZE
„Millionen jetzt Lebende werden nie sterben!" Tollkühner geht es wirklich nicht! Mit dieser „von den Stühlen reißenden" Verkündigung wird für WT- und Erwachet-Abonnements geworben. (Erw. 8.1.1986).
Mit dem gleichen Reißer wurde ab 1920 der Menschheit Harmagedon und Paradies für 1925 verkündigt! Falsche 'Propheten, haben eben keine Skrupel. Du auch nicht?
Bedenke, daß man das nachprüfen kann!

VORLAGE AUF EKU-SYNODE TRIFFT AUCH WT-ZJ
Im Mai 1986 fand in Potsdam die 3. Ordentliche Tagung der 6.. Synode der Evangelischen Kirche der Union (EKU). in der DDR statt,. Hauptpunkt war das Thema "Die Reich-Gottes-Erwartung für das. Zeugnis der christlichen Gemeinde.". Eine Vorlage dazu wendet sich "gegen den Mißbrauch des Evangeliums zur demagogischen Rechtfertigung einer Vernichtung der Menschheit und bezeichnet es als illegitim, die dem heutigen Menschen mögliche Zerstörung irdischen Lebens als Vollzug des Willens Gottes auszulegen, den wir als verdiente Strafe demütig hinzunehmen hätten'."
Die Vernichtungsverkündigung der WT-Zeugen ist ein solcher Mißbrauch des Evangeliums, wenn man einen Vergleich zieht.

AUS DER WELT DER ZEUGEN
RANK UND SCHLANK
Ich möchte heute meine Erfahrungen zu dem Artikel "Rank und schlank sonst droht der Ausschluß" mitteilen. (WT 9/1986)
Ich denke da eine Zeit zurück, wo ich noch am Studium teilnahm. Der Bruder Alfred leitete das Studium. Bruder Alfred, der früher ein sehr schöner; netter und angenehmer Bruder gewesen war, hatte sich im Laufe der Jahre zu einem Koloß entwickelt. Auch war er sehr giftig und überheblich geworden.

Außer einer großen Schimpfkanonade, die gesagt. Einmal bin ich direkt mitten im GM ungefähr die Hälfte des Studiums ausmachte, hatte er sich die Redewendung angewöhnt: "Und die geistigen Dinge müssen an allererster Stelle stehen". Wenn man das ungefähr an. einem Abend- zwanzigmal gehört hatte und dabei auf seinen riesigen Bierbauch blickte, da konnte einem schon schlecht werden. Da finde ich es doch ganz gut, wenn sich die WTG jetzt bemüht, die Theorie mit der Praxis zu verbinden.

Ich hatte auch manchmal mein Mißfallen geäußert. Eine andere Schwester war über sein bissiges Wesen, das er früher nicht hatte, auch ganz enttäuscht und sagte manchmal, das wäre teuflisch. Sie wäre von den Zeugen sehr enttäuscht.
Auch wenn man, wie üblich, ohne Wein und Brot, an den Tod Jesu gedachte, hielt er auch immer noch zusätzlich eine bissige Schimpfrede. Ich hab ihm das auch einmal gesagt. Einmal bin ich direkt mitten im GM aufgestanden und weggegangen. Auf dem Markt der Stadt wartete ich dann lieber auf den Bus eine Stunde länger. Ich hatte selber ein schweres Leben und wollte mich in der Christenversammlung nicht bloß immer deprimieren lassen. Ich hatte nicht mehr den Eindruck, daß der Bruder den Geist des Herrn Jesus hatte.
-MSH-

"Christliche, Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR, 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 231/87 V 7 1 602 N 2

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