Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 212
In Fortsetzung ihrer Berichterstattung über das Buch des Raymond Franz (zu einem Zeitpunkt wo es im Buchhandel der BRD noch nicht deutschsprachig erhältlich war), kommt diese CV-Ausgabe unter anderem, auch auf den von Franz mit angesprochenen Fall des Edward Dunlap zu sprechen.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 212 GERA MÄRZ 1987

R. FRANZ BRICHT SEIN SCHWEIGEN (2)
Einer „Organisation Gottes" unwürdig
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen den den WT 19/1986
WTG ZWINGT ZEUGEN, AUF SAND ZU BAUEN
Nach Bedarf wechselnde Glaubensinhalte
… NICHT LÄNGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
DOKUMENTE
die zum Nachdenken anregen
DIE FRAGEN DES INTERESSIERTEN
Unangenehme Fragen

DER WACHTTURM UND DIE BIBEL
Sind Zeugen Jehovas Christen?
Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt:
GESALBTE CHRISTEN
Lehrmäßig durch die Wachtturm-Organisation gesteuert, erklären heute fast 100 % aller Zeugen Jehovas spontan, nicht durch Gottes heiligen Geist gesalbt und wiedergeboren zu sein. Ohne den Bibelnachweis zu erbringen, wird behauptet, die Einsammlung von Gesalbten habe besonders im Jahre 1931 ihr Ende gefunden.
(Gottes ewiger Vorsatz, Seite 178,183; Erwachet 22.9.1976, Seite 28,29 und Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, Seite 139)

Die Bibel lehrt
GESALBTE CHRISTEN
Im biblischen Sinn ist nur der ein Christ, ein Gesalbter, der die Salbung (chrisma), die Gabe des heiligen Geistes empfangen hat.
(2. Korinther 1:21,22)
Johannes schrieb:
„Ihr aber habt die Salbung (die Gabe des heiligen Geistes) von dem Heiligen (von Christus) empfangen … Und die Salbung, die ihr von mir empfangen habt, die bleibt in euch."
(1. Johannes 2:20,27, Albrecht)
Dem Titus schrieb Paulus:
„In seinem Erbarmen hat er uns errettet durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung, die gewirkt durch den heiligen Geist, der durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über. uns ausgegossen hat".
(Titus 3:5,6, Albrecht)

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt:
ABENDMAHL
Ebenfalls lehrmäßig durch die Wachtturm-Organisation gesteuert, weigern sich heute Millionen Zeugen Jehovas, vom Abendmahl-Brot und vom Gewächs des Weinstocks zu genießen, Sie weisen das Brot und den Kelch mit aller Entschiedenheit von sich, um anzuzeigen, daß sie als „Große Volksmenge" nicht zum „geistlichen Israel" gehören.
(Auf den großen Lehrer hören, Seite 170; Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes, Seite 154)

Die. Bibel lehrt:
ABENDMAHL
Paulus schrieb
„Wir alle teilen uns in das eine Brot, haben Anteil an dem einen Brote". (1. Korinther 10:17, Menge)
Jesus erklärte unmißverständlich:
„Wenn ihr nicht meinen Leib esst und mein Blut trinkt, habt ihr kein bleibendes Leben. Wer meinen Leib ißt und mein Blut trinkt, gewinnt daraus das ewige Leben". (Johannes 6:53,54, Zink)

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt;
GEBETE
Keiner der Zeugen Jehovas darf Gebete an Jesus Christus, dem alles überragenden Haupt und Herrn richten. Jehovas Zeugen beten ausschließlich zum himmlischen Vater. (Die. Wahrheit, die zu ewigen Leben führt, Seite 153)

Die Bibel lehrt:
GEBETE
Christen beten nicht nur zum Vater (Matthäus 6:9), sie beten auch zu ihrem Herrn und Haupt Jesus Christus, Johannes 14:13, 14, Albrecht, Luther, Menge. Konkordanz NT, Herder, Kürzinger u. a.; Apostelgeschichte 7:59,60; Offenbarung 22:20.
Nach dem Übersetzungstext von Dr. Wiese gab :Jesus folgende Zusicherung:
„Wenn ihr etwas von mir erbitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun".
(Johannes 14:13,14)

Jehovas Zeugen sind keine Christen
Jehovas Zeugen ist bekannt, daß Christen „Gesalbter" bedeutet. Trotzdem bekennen sie in ihrer überzahl bewußt, keine Gesalbten (= Christen) zu sein.
Obwohl Jehovas Zeugen wissen, daß die Rettung allein im Namen Jesu Christi möglich ist (Apostelgeschichte 4:12; Philipper 2:9-11), beten sie nicht zu ihm.
Fast alle Zeugen Jehovas weisen Christi Leib und Blut beim Abendmahl abwehrend und mit allem Nachdruck von sich. Sie bezeugen ohne Regungen des Gewissens, weder durch Gottes heiligen Geist gesalbt, noch wieder geboren zu sein.

EIN UNHEIMLICH WIRKUNGSVOLLES MITTEL!
Die Traktate und Flugschriften der Ketzer gehörten zu den wirkungsvollsten Mitteln, im 16. Jahrhundert die reformbedürftige damalige Weltkirche zu erschüttern und die Reformation auszulösen! Auch die Wachtturm-Weltorganisation hat nun ihre Ketzer! Die zunächst gar nichts weiter wollten, als „allein die Schrift" gelten zu lassen. Wie der seinerzeit unbekannte Mönch Martin Luther. Aber die Rechthaberei der WTG, verrannt in ihre eigenen unchristlichen Dogmen, zündet ebenfalls die „Scheiterhaufen" an (WTG-Scheiterhaufen- Drama „Hüte dich vor rebellischen Reden"), anstatt sich zu reformieren.

So ist nun ihre Zeit herbeigekommen, und die Aufbrüche werden unvermeidlich. Natürlich kann das alles zunächst nur sehr unterschiedlich sein, immer aus den gegebenen Anlässen und Umständen heraus. Dieses Traktat kommt aus der Gruppe „christen", ins Leben gerufen von Werner Vetter, aus Lauchheim/BRD, eben aus den Gründen, die in den Feststellungen zuvor dargelegt worden sind. Bemerkenswerterweise ist diese Thematik auch, Inhalt der „Rebellion" unter Raymond V. Franz in der WTG-Weltzentrale selbst! Ja, Christ sein heißt gemäß dem Evangelium Gesalbter sein. Unbestreitbar. Danach sind fast alle WT-Zeugen tatsächlich keine Christen! Das ist ungeheuerlich für sie! Und für die WTG eine der „Zeit- bomben" unter ihrem Fundament.

DARUM HANDLE, WER CHRIST SEIN WILL!
Ihr seid unter dem Wachtturm als „andere Schafe" gar keine Christen gemäß dem Evangelium Jesu und der Apostel!
Geht darum allerorts über zur Teilnahme an den Abendmahlsymbolen. Laßt euch nicht länger vom Christsein abhalten.
Selbst wo sich so nur „zwei oder drei im Namen Jesu" versammeln, wird er mitten unter ihnen sein. (Matthäus 18:20)
Das WTG-Werk, die WTG-Organisation, hat sich nach Matthäus 24:34 längst zeitlich überlebt und selbst ad absurdum geführt. Die „reformatorischen" Aufbrüche im Namen Jesu sind unvermeidlich. Auch die WTG- „Scheiterhaufen" lodern vergeblich, und wenn sie noch so „dramatisch" aufgezogen werden!
-CVN-

… EINER „ORGANISATION GOTTES" UNWÜRDIG
Raymond Franz bricht sein Schweigen (2)
Es ist wahrhaft ungeheuerlich!
Ja, es ist wahrhaft .ungeheuerlich, was wir bei Raymond Victor Franz, ehemals Mitglied der. leitenden Körperschaft der WTG und damit WTG-Kronzeuge des Jahrhunderts, weiter über die WT-Organisation zu Gesicht bekommen. Man muß das alles schließlich selbst lesen. Wir setzen deshalb unsere Vorschau fort nach dem, was er im ersten Kapitel unter „Preis des Gewissens" veröffentlicht hat., Sein Gesichtspunkt dabei war, daß es „weder sicher noch recht ist, gegen das Gewissen zu handeln" (Martin Luther 1521 vor Kaiser und Reich in Worms).
In der Tat, ein „unverletztes Gewissen vor Gott und Menschen" ist für einen Christen unabdingbar. (Apg. 24:16 Menge)

Da werden - Raymond Franz erlebt es - im Interesse der WT-Organisation Familienbeziehungen der verschiedensten Art rücksichtslos zerschlagen. Guter Name und guter Ruf, das ganze Leben hindurch erworben und bewährt, werden angeschwärzt und zerstört. Rufmord also. Das trifft Menschen, Zeugen, die in keiner Weise etwa „aus hartnäckigem Stolz, zur Befriedigung des Wunsches nach materiellem Gewinn, für Prestige, Macht oder einfach fleischliches Vergnügen" handelten.
Nein, sie waren zwanzig, ,dreißig, vierzig und mehr Jahre hingegebene Zeugen! Männer des WTG-Hauptbüros, reisende Aufseher, Älteste und ihre Frauen.

Ihre ganzen Lebenspläne waren aufgebaut, wie die Organisation es vorgegeben hatte und wollte.
„In geheimen WTG-Sitzungen von nur wenigen Stunden war solches wie ausgelöscht! Weshalb? Weil die WTG-Treue sie an einen Scheideweg geführt hatte, wo genau das „unverletzte Gewissen vor Gott und Menschen" auf dem Spiel stand! Gegen die WTG! Wie das? Raymond Franz läßt es vor unseren Augen abrollen. Du mußt das lesen! Es kann doch nicht sein, daß alle Welt es erfährt und DU nicht. Wird man doch von nun an auch hier unweigerlich und unabwendbar darauf stoßen!

Der Fall des Gilead-Unterweisers Ed Dunlap
Raymond Franz enthüllt, wie die WTG zu denen gehört, die im Namen von Gewissensfreiheit und mit der Forderung nach Gewissensfreiheit gegenüber Kirchen und Staat die schlimmste Gewissensbeschränkung ,und Gewissensunterdrückung betreiben. Es geht u. A. um keinen Geringeren wie Edward Dunlap. Jahrelang in den WT-Berichten über die Graduierung von Gilead-Absolventen-als Registrator und Unterweiser für Missionare der WTG-Gilead-Schule ausgewiesen und in international bekannten Hauptmitarbeiter am maßgeblichen WTG-Bibelwörterbuch „Hilfe zum Verständnis der Bibel", Verfasser des weltweit verwendeten WTG-Lehrbuches „Kommentare zum Jakobusbrief" und anderer sog. geistiger Speise. (Ed Dunlap in Gilead siehe u. a. WT 1.8.1973, S.476.)

Lies, wie ein WTG-Komitee aus „anderen Schafen" eingesetzt wurde, um das „Überrestglied" Edward Dunlap zu richten und auszuschließen! Nichts konnte ihm gegen Gott und Christus nachgewiesen werden! Im Gegenteil! Er wollte sein Gewissen unter der WTG allein vor Gott und Menschen unverletzt erhalten. „Andere Schafe" richten unter der WTG „Überrestglieder"!

Gibt es Ungeheuerlicheres?
Die WTG-Position war, wie in allen solchen Fällen: Einheit auf Kosten der Wahrheit! Womit die WTG zu einem Moloch geworden ist. Eine „Mutter"" so will sie ja wohl genannt werden, die ihre kritischen „Kinder verschlingt"!
Raymond Franz erhebt hierzu die Frage nach dem Gewissen jener vor Gott und Menschen, die hinter verschlossenen Türen und nach außen geheim derartiges praktizieren. Wir erleben in der leitenden Körperschaft der WTG ein Abweichen von den Lehren Jesu und der Apostel, ein Umwandeln von gehörigem Respekt vor Autorität in bedenkenlose Unterordnung und Kriecherei, eine Preisgabe der persönlichen Verantwortung vor Gott: Einheit auf Kosten der Wahrheit!

Was nichts Geringeres bedeutet, als Gott zu spielen, diejenigen in der leitenden Körperschaft, die zugleich als WTG-Direktoren, genauer als entscheidende Männer im WTG-Direktorium, die reale Macht und Verfügungsgewalt, auch personell, innehaben, mit den Gesetzen der US-Bundesstaaten im Hintergrund, nach denen sie die WTG-Institution führen und verwalten.

Der Vorhang öffnet sich nun
Das bisher Gesagte ist nur der Auftakt. Es zeigte uns die Beweggründe von Raymond Franz, seine unbedingte Bindung an das geschriebene Wort Gottes, auch gegenüber der Autorität der WTG! Unerhört für die WTG allerdings! Raymond Franz ein „Luther" der Organisation? Ja und mehr vergleichsweise: Kronzeuge aus dem WTG-Kardinalskollegium, der leitenden Körperschaft!
Was uns hier schon vorab erregt, ist die Tatsache, daß maßgebliche Verfasser der „geistigen Speise" der WTG, mit der die ZJ operieren müssen, der WTG als Menschenwerk den Rücken gekehrt haben. In diesem Zusammenhang wird offenbar werden, was da insbesondere im „Hilfe„-Buch verfälscht ist! Desgleichen lernen wir endlich einmal kennen, wer die WTG-Bücher eigentlich verfaßt bzw. schreibt. Das wird sehr erstaunlich! Soll doch jedermann von dieser „Speise" sein Leben abhängig machen.

Stelle dir vor, wenn andere das alles erfahren, denen diese „Speise" angeboten wird. Aber das wird nun der Fall sein!
Ja, der Vorhang öffnet sich nun. Wenn du alles gelesen haben wirst, wird - wie wir eingangs sagten - ehrlicherweise hinterher nichts mehr sein wie zuvor.
Raymond Franz selbst sagt, daß alle Betroffenen, also alle WT-Zeugen, ein Recht darauf haben zu erfahren, was er als einer der Hauptverantwortlichen für das weltweite WTG-Werk, als Mitglied der leitenden Körperschaft, in den neun Jahren seiner Mitgliedschaft in dieser Körperschaft erfahren und begriffen hat. Wer hat bisher schon erfahren, auch erfahren, was echt gegen die WTG spricht, gegen den Wachtturm? So hat wohl kaum jemand echt die Kosten, das Für und Wider, erwägen können, als er den Wacht-„Turm" baute, für sich, für seine Familie, für die Menschen, an die er sich damit wendet.
(Lukas 14:28,29)
Auch mit Raymond Franz, einem Kronzeugen dafür, ist das nun möglich. -

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DEN WT 19/1986
STUDIENARTIKEL
„Trost von dem „Gott des Friedens" und
„Frieden von Gott - Wann?"
DER WT-JEHOVA - EIN „Gott des Friedens"?
Wen meinen denn die Zeugen Jehovas, wenn sie von dem „Gott des Friedens" reden?
Der Jehova, welcher lt. Lehrmeinung der WTG in Kürze Milliarden Menschen darunter Frauen, Kinder, gar Säuglinge - hinschlachtet, damit drei Millionen ZJ in Frieden leben können?
Und was heißt dann: „In Frieden leben"?

Sollen nicht auch noch während der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi Menschen ungehorsam bzw. am Ende dieser Zeitspanne von Satan ins Verderben gestürzt werden? Wann dürfen denn Zeugen Jehovas überhaupt in Frieden leben?
Doch zurück zu den Kindern: Zu Recht wird auf S. 25 dieses Wachtturms die abscheuliche Praxis der Kinderopfer während der Zeit der jüdischen Könige Ahas und Manasse verurteilt. Zu Recht wird Gottes Ausspruch in Jeremia 19:4 zitiert:
„Sie haben diesen Ort mit dem Blut der Unschuldigen erfüllt."
Aber derselbe Gott soll in Harmagedon unschuldige Kinder vernichten?! Kann nach diesen Überlegungen überhaupt noch von einem „Gott des Friedens" die Rede sein?

KEINE ZEIT ZUM STREIT
Gern hören es Zeugen Jehovas, wenn Außenstehende den angeblichen Frieden in ihren Versammlungen, bei Kongressen u. a. loben. Sie vergessen dann auch nie zu erwähnen, daß dieser Friede Ergebnis der „brüderlichen Liebe" wäre, die sie untereinander hätten.
Interessanterweise lüftet die WTG auf S. 12 ein Geheimnis:
„Wir können unsere brüderliche Liebe immer erweitern. Diese vorzügliche Eigenschaft ist vor allem dann reichlich vorhanden, wenn Älteste und Dienstamtgehilfen im Königreichsdienst eifrig vorangehen, 'zuerst das Königreich zu suchen', werden Differenzen, die durch die menschliche Unvollkommenheit, durch Persönlichkeitsunterschiede und ähnliche Probleme bedingt sind, zweitrangig."
Eine eigenartige Methode, brüderliche Liebe anzuregen: Wenn man nur die Leute „reichlich im Herrn" beschäftigt, können sie nicht auf dumme Gedanken kommen. Infolge dessen entsteht auch kein Streit.
So einfach ist das mit der „brüderlichen Liebe". Oder doch nicht?

ERWARTUNGEN DIE ENTTÄUSCHT WERDEN
So werden die Zeugen Jehovas verdummt:
Unter der verheißungsgsvollen Überschrift
„Frieden von Gott - wann?" läßt die WTG einen 5-seitigen Studienartikel schreiben. Die ZJ platzen vor Neugier.
Wann kommt denn nun Harmagedon???
Auf Seite 18 kommt der „kalte Guß":
„Obwohl wir nicht den genauen Zeitpunkt kennen, rückt jener Tag der Urteilsvollstreckung immer näher."
Wer kann mit einem solchen blah-blah schon etwas anfangen …
Vor allem aber:
WAS NUTZT DIESER STUDIENARTIKEL?

NEBENARTIKEL
„Welches ist die wirksamste Art,
'den Nächsten zu lieben'?"
WTG VERSPOTTET DIE ARMEN
„Zum Beispiel ist die Anwendung biblischer Grundsätze in bezug auf die Arbeit und in bezug auf die Einstellung zu materiellen Dingen eine Hilfe, nicht zu verarmen." (S. 23)
Das mußte sich die WTG einmal von Seele reden. Die Hungernden und die vor Hunger Sterbenden sind selber schuld! Warum sind sie auch keine Zeugen Jehovas? Warum arbeiten sie nicht anständig?
Nun dürfen sie sich nicht wundern, sie krepieren.

DIE HILFE FÜR GLAUBENSBRÜDER KOMMT NICHT VON DER WACHTTURM-GESELLSCHAFT
„Zugegeben, Predigen löst nicht jedes Problem." (S. 24)
Selbst dieses teilweise Eingeständnis ist falsch. Einem Hungernden nützt die ZJ-Predigt gar nichts. Er will leben, nicht irgendwann - nein, er will jetzt leben und dazu braucht er materielle Nahrung. Und derjenige ist sein Nächster, der ihm etwas zu essen gibt.
Nun ja, Zeugen Jehovas spenden hin wieder Geld, um Glaubensbrüder aus Bedrängnis zu helfen. Für „Weltmenschen" haben sie aber kaum etwas übrig. Und selbst die Hilfe für die geistigen Geschwister soll auf „privater Ebene" organisiert werden. (S. 24) Die WTG, die monatlich Hundertausende (Millionen d. Red.) aus ihren Anhängern herauspreßt, sieht überhaupt nicht ein, dieses Geld für solche Zwecke auszugeben.
Was ist schon die Not der Glaubensbrüder, verglichen mit ihrem so wichtigen Werk?!

DIE WTG ZWINGT IHRE ZEUGEN, AUF SAND ZU BAUEN
Der Glaube die Sonderlehren des WT ist Voraussetzung dafür, ein Zeuge Jehovas sein zu können. Weil diese Lehren einer fortwährenden Änderung unterworfen sind, werden die Gläubigen von der Leitung gezwungen, dem dringenden Rat Jesu entgegen, auf Sand zu bauen. Mit Sicherheit kann gesagt werden, daß die gegenwärtigen Lehren der WTG das gleiche Schicksal erleiden werden, wie ihre Vorgänger. Wieder einmal hat die „leitende Körperschaft" auf ihre Lügen aufmerksam gemacht, damit niemand ohne seinen eigenen Willen betrogen werden kann. Die hauseigenen Lehren sollen (wie das Zitat in CV von Sept. 1986 beweist) an erste Stelle gesetzt werden. Indem die Anhänger diese selbst gemachten und nach Bedarf wechselnden „Glaubensinhalte, die nur JZ vertreten", im Rahmen der Verkündigung zur eigenen Ansicht erklären müssen, müssen sie auch die Verantwortung für alles übernehmen, was sich aus der Anwendung und Verkündigung dieser Lehren ergibt. Die. Nachläufer müssen schuldig werden, weil die Urheber auf diese Weise die ganze Last von sich abwälzen. Muß die Lehre wieder einmal geändert werden, dann hat sich nicht die Gesellschaft geirrt, sondern einige dachten …

Neue Gemeinschaften verdanken in der Regel ihr Entstehen dem Umstand, daß jemand auf Gedanken kommt, die er der Welt als die letzte Erkenntnis anbietet. In den meisten Fällen führt das zur Trennung von der Kirche. Ein weiteres Verbleiben in ihr würde sich nicht mit dem eigenen Ausschließlichkeitsanspruch vertragen. Aus den so entstehenden Abspaltungen ergeben sich folgerichtig immer wieder neue mit dem gleichen Anspruch.. Weil diese zweifelhaften Erkenntnisse überschätzt werden, maßen sich die geistigen Väter derselben an, der „Alten Kirche" das Attribut „erstarrt" anhängen zu können. Damit erklären sie sie als tot. Man wirft ihr vor, den Gläubigen ganz bewußt wichtige Tatsachen vorzuenthalten. Diesen Gedankengang verfolgt die WTG konsequent weiter und bezeichnet die Kirche als babylonische Hure, die mit „ihren Buhlen" zusammen der sicheren Vernichtung geweiht ist. Daraus ergibt sich die Forderung, aus ihr hinauszugehen.

Nichts kann verkehrter sein, als vorauszusetzen, die Kirche sei erstarrt. Denn wäre ,sie das, dann hätte sie nicht über zwei Jahrtausende hinweg lebendig und wirksam sein und bleiben können. In der Geschichte der Bibel im allgemeinen und in der Kirchengeschichte im besonderen sehen wir Stufen der Erkenntnis über das Wirken Gottes in der Welt und in Seinem Volke, geprägt von der Zeit, den Umständen und den Erfahrungen. Dieser Prozeß ist ein fortwährender und dauert an. Nur dann kann man die Kirche als erstarrt ansehen, wenn man ihr zum Vorwurf machen will, daß sie an der Lehre Christi festhält. Das aber muß die von Christus gegründete Kirche tun und sie muß von der Gründung an ununterbrochen bestanden haben.

Es kann nun mal nicht der Auftrag dieser Kirche sein, einen „anderen Christus" zu predigen, oder so zu tun, als hätte ER es Sich anders überlegt und wolle sich nun doch den Ansichten und Absichten der Mehrheit lauer Christen beugen. Darüber würde, sich wohl mancher freuen, aber die, die es mit dem Glauben ernst nehmen, würde es verunsichern und die Wahrheit würde versickern wie ein Bach in der Wüste.

Der Herr; an den wir glauben, hat zum Trost und zur Gewißheit hinterlassen, daß ER derselbe ist und bleibt, gestern, heute und auch morgen.
In so vielen Jahrhunderten sind die Zeitumstände für jede Generation von Gläubigen andere, aber das, was einen Christen er wartet, muß das gleiche sein, weil es nur eine Hoffnung gibt. Dieses Gleicheitsprinzip wird auch von Jesus im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg veranschaulicht.
Zeit und Umstände beeinflussen zwar den kurzlebigen Menschen, aber nicht den ewigen Gott. Schon darum nicht, weil alle Weisungen Gottes und Seines Sohnes auf Liebe Güte und Menschlichkeit hinauslaufen.

Was kann das sein, daß es auf Menschen eine solche Faszination ausübt, daß sie es für möglich halten, die Kirche Christi wäre erst zu ihrer Zeit wirklich ins Dasein gekommen, und nicht schon zur Zeit Christi, um dann „bis zum Ende" ohne Unterbrechung zu bestehenden? Wie halten es die Splittergruppen für möglich, das Evangelium auf der ganzen Erde zu predigen, wie es Gottes Auftrag ist? Um eine Begründung für die eigene „Erwählung" finden zu können, muß man die Bibel selbst in Mißkredit bringen. Wenn man das tut, schneidet man gleichzeitig die Möglichkeit ab, sich in Zukunft legal auf die Bibel berufen zu können. Ist es so schwer, zu verstehen, daß eine Berufung auf eine entwertete Bibel auch zwangsläufig die eigenen Lehren entwerten muß, sofern man diese mit der Bibel begründen will? Und das muß man ja schließlich, wenn man den Anspruch erhebt, christlich zu sein!

Weil der Beitritt zur Splittergruppe einerseits meist freiwillig erfolgt und andererseits in eine gewisse Isolierung führt, herrscht bei den Mitgliedern oft ein hohes Maß an Eifer, Treue und Sendungsbewußtsein.
Natürlich sind in der Menge der Gedankenspreu auch einige „Körner" verborgen. Dazu gehören solche Gedanken, die den Zusammenhang des Alten und des Neuen Testaments, der die Bedeutung des. Gottesnamens JHWH; zum Inhalt haben. Darüber macht man sich auch in der Kirche Gedanken, ohne daß die Beschäftigung mit diesen Gegenständen zur Einzelgängerei führen muß. Nicht zuletzt hat der intensiver gewordene Dialog mit dem Judentum zu beachtlichen Ergebnissen geführt. Wer daran interessiert ist, mehr darüber zu erfahren, dem sei das Buch von Professor Ingo Baldermann, Göttingen, empfohlen:
„Die Bibel, ein Buch des Lernens".
Eifrig zu sein wird in der WTG so aufgefaßt, als müsse jeder ein Apostel Paulus en miniature sein. In diesem Zusammenhang kann man sich gleich mal die Frage stellen, ob denn Paulus auch Berichtszettel ausfüllen mußte! Jeder kann und sollte sich natürlich für das engagieren wofür auch der Apostel lebte, doch nicht jeder kann es auf die gleiche ausschließliche Weise. Das anzustreben, führt unweigerlich zu Frustation und schließlich zu Heuchelei, zu Zwangsvorstellungen und endlich zu Leerlauf. Das Kleine im Bereich des Möglichen liegende wird versäumt, das Große aber nicht erreicht. Jeder kann Gott seinem Lebensbereich dienen, wobei jeder die Intensität seines Dienstes bestimmen kann. Sind aber nicht Liebe und freier Wille die Triebfedern für das Tun eines Menschen, dann steht seine Tätigkeit von vornherein unter negativen Vorzeichen. Man kann trotz allen Eifers in die falsche Richtung laufen und man kann mit eben solchem Eifer etwas lehren und verkünden, im Widerspruch zu Jesu Lehre steht.

Die Treue zu den Lehren einer menschlichen Organisation und zu dieser selbst haben, nichts mit der Treue zu Gott und zu Seinem Wort zu tun, wie es vielleicht bei oberflächlichem Hinschauen erscheinen mag. Es kann bei genauem Betrachten als Treue zu einem Idol oder Götzen erkannt werden. Wirft man der Kirche wegen ihrer Treue zu einigen Dogmen vor, starr und abhängig von der Tradition zu sein (lt. WTG die „leeren Hülsen der Religion"), so kommt es gerade in den Splittergruppen zu dem eigenartigen Phänomen, daß sie, um nicht den Grund unter den Füßen zu verlieren, selbst in höchsten Maße an ihren Traditionen festhalten müssen. Doch stehen diese Traditionen in einem gravierenden und sogar degradierenden Widerspruch zur Glaubenstradition der Kirche. Man muß nämlich, um den Schein einer festgefügten Kirche Christi wahren zu können, an den menschlichen Irrtümern festhalten, die einst zur Gründung der Gemeinschaft führten, und die längst als das ausgewiesen sind, was sie in Wirklichkeit darstellen, eine Täuschung gröbster Art!

Treue an sich ist noch nicht viel wert. Erst dann entfaltet sie ihre positive, Kraft, wenn ihr Bezugspunkt würdig und wahrhaftig ist, wenn es sich um Gott selbst handelt und nicht um seine Epigonen.
-H.G.-

… DARUM KANN ICH NICHT LÄNGER ZEUGE JEHOVAS. SEIN
An die
Ältesten der Versammlung
Jehovas Zeugen … z. Hd. des Sekretärs Br. …
Liebe Brüder,
hiermit erkläre ich, daß ich die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas verlasse, da ich nach sorgfältiger Prüfung erkannt habe, daß die Lehren der Wachtturm-Gesellschaft nicht in Übereinstimmung mit dem wahrhaftigen Wort Gottes sind.
In dem Buch „Organisiert, unseren Dienst durchzuführen" heißt es auf Seite 149:

„Der Begriff „Verlassen der Gemeinschaft" bezeichnet die Maßnahme einer Person, die, obwohl sie ein getauftes Glied der Versammlung ist, ihre Stellung als Christ absichtlich aufgibt, die Versammlung verwirft und erklärt, daß sie nicht mehr als ein Zeuge Jehovas angesehen oder bekannt sein möchte."

Auf Seite 150, erster Satz, heißt es weiter:
„Die Versammlung wird durch eine kurze Bekanntmachung davon unterrichtet, daß der Betreffende aus eigenem Wunsch die Versammlung verlassen hat."
Da ein Verlassen der Gemeinschaft aus eigenem Wunsch nach diesen Ausführungen möglich ist, bitte ich, meine Entscheidung zu akzeptieren und nach der zitierten Anweisung zu verfahren.
Feststellen möchte ich jedoch, daß ich in keinster Weise meine „Stellung als Christ" aufgebe.
im Gegenteil: Ich habe, erkannt, daß ein Christ im Sinne der Bibel nicht der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas angehören kann. Zu dieser Überzeugung bin ich durch den Vergleich der Wachtturm-Literatur mit dem Wort Gottes gelangt. mir ist vieles aufgefallen, was nicht im Einklang mit der guten Botschaft Jesu ist, möchte aber nur 4 Themen aufgreifen und zum besseren Verständnis meiner Entscheidung erläutern:

1. DIE WIEDERKUNFT CHRISTI
2. DIE GUTE BOTSCHAFT
3. DER „TREUE UND VERSTÄNDIGE SKLAVE"
4. DIE „ORGANISATION JEHOVAS"
M. S. aus S.
CV-Hinweis
In den folgenden CV-Ausgaben legt M. S. ihre Erkenntnisse dar, über die von ihr angeführten 4 Themen, die sie zum Verlassen der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas (u. a.) veranlaßt haben.

HAST DU DAS GEWUSST? CV-DOKUMENTATION
Jehovas Zeugen lassen es sich immer noch von ihrer leitenden Körperschaft einreden, daß nur durch ihre Organisation Gott zu allen Menschen redet. In den Schriften der Zeugen Jehovas kann man es deutlich nachlesen. Wir zitieren einige Sätze daraus:
Um dem Souverän des ganzen Universums zu dienen und ihn zu preisen, muß man mit der Organisation der christlichen Zeugen Jehovas verbunden sein."
„Wir sollten auch daran denken, daß Jehova Organisation die einzige Organisation in der ganzen Welt ist, die durch heiligen Geist … geleitet wird."
(Wachtturm 1. Oktober 1973, Seite 593)

WIR ERINNERN DARAN
Ehe die Organisation der Zeugen Jehovas gegründet wurde, gab es auch schon gottesfürchtige Menschen, die sich in Gruppen zusammenfanden und Gottesdienste durchführten. Auch sie predigten schon damals in aller Öffentlichkeit. Auch sie benutzten die Bibel und halfen den Menschen, Vorhaben besser verstehen zu lernen.

WIR ERINNERN DARAN
Russell, Gründer der Vereinigung „Ernste Bibelforscher", später auch als „Jehovas Zeugen" bekannt, holte sich seine Nahrung lange Zeit aus den Reihen Adventisten. In einer Schilderung über seinen Lebenslauf heißt es:
„Wegen der Ähnlichkeit ihrer Ansichten las er noch mehr von dieser Publikation
… Obwohl er sie als eine Schrift der Adventisten erkannte, für deren Lehren er bis zu jener Zeit wenig übrig hatte. Russell war jedoch geneigt, von jeder Richtung das zu lernen, was Gott ihm lehren wollte."

WIR FRAGEN NUN
Warum versuchten Jehovas Zeugen überhaupt alle anderen Religionsgemeinschaften und prahlen damit, was sie alles wissen? Was wissen sie denn eigentlich wirklich?
Hat es die Vergangenheit nicht eindeutig bestätigt, daß sie von anderen Religionsgemeinschaften noch sehr viel lernen können? Es liegt doch klar auf der Hand, daß alle Endzeitbibelauslegungen der WTG bis zum heutigen Tage nicht der Wahrheit entsprachen. Trotz mehrmaliger Überarbeitung haben sie damit weiter nichts als Schaden angerichtet. Millionen von gläubigen Menschen haben sie dadurch den Glauben an Gott geschwächt und ihre Hoffnungen getrübt. War das der Wunsch Gottes und Christus Jesus?

WACHT ENDLICH AUF!
„Verschließt nicht weiterhin willentlich EUER Herz vor der Wahrheit. Überdenkt noch einmal in Ruhe, was IHR Gott und Christus Jesus vor dem Richterstuhl sagen werdet, wenn er EUCH die Frage stellt: 'Warum hast DU DICH nicht von meinem Geist und den Worten der Bibel leiten lassen. Waren DIR die Worte von falschen Propheten mehr wert als mein Wort und das Wort meines Sohnes?"
W. W.

DIE FRAGEN EINES INTERESSIERTEN
Ein ZJ berichtet
„Wer ist eigentlich euer 'treue und kluge Sklave, der euch Speise zur rechten Zeit gibt'", fragte mich mal ein Interessierter als ich bei ihm einen Nachbesuch machte. Wirklich, eine unangenehmere Frage hätte er mir nicht stellen können! Sind wir ZJ doch gut vorbereitet Fragen zu beantworten, die sich auf Himmel, Hölle, Fegefeuer, Dreieinigkeit, unsterbliche Seele, Harmagedon, Paradies und ähnliche religiöse Lehrdogmen beziehen, aber ausgerechnet solche Fragen zu beantworten - nein, dazu sind wir doch nicht so gut ausgerüstet worden. In meinem Fall verbanden sich im Laufe des Gespräches zum Thema Hauptfrage auch noch andere Wortformulierungen, welche ich erklären sollte, wie z. B, Sklavenklasse, Geistiger Überrest, Gesalbte Christen, kleine Herde, andere Schafe, große Volksmenge usw. Alles Wörter aus dem Büchlein, das ich das letztemal bei ihm zurückgelassen hatte und mit welchem ich ein Heimbibelstudium mit ihm zu beginnen hoffte. Das erstemal, wo es mir nicht so fließend und wortgewandt gelang, Fragen eines Interessierten zu beantworten. Im Herzen verwünschte ich schon, hergekommen zu sein und hätte gern das Thema abgebrochen und wäre gegangen, mir einredend, das ist ja ein „Bock" und es hat somit keinen Zweck, mit ihm noch weiter zu diskutieren, wenn ich nicht gemerkt hätte, meinem Gesprächspartner lag nicht daran mich „reinzulegen", sondern er wollte wirklich verstehen, was er glauben sollte. Aber wie soll ich etwas erklären, was ich selbst nicht so recht verstehen kann!

Ich versprach, zur Beantwortung dieser Fragen besser ausgerüstet wiederzukommen; es gäbe zu diesem Thema noch eine Menge anderer Literatur unserer Gesellschaft und die muß man auch gelesen haben, um alles zu verstehen!
Ich suchte Rat und Hilfe bei unseren Ältesten und sie kamen auch eines Abends zu dritt zu uns, worüber wir hocherfreut waren, Ohne Umschweife kamen wir zur Sache. Ich legte alle Fragen meines Interessierten auf den Tisch und fragte, wie sie sie wohl beantwortet hätten.

„Selbstverständlich müssen wir immer so antworten, wie uns die Gesellschaft lehrt, denn sie ist der treue und verständige Sklave, den der Herr über alles gesetzt hat. Er wird direkt vom Heiligen Geist geleitet, ist sozusagen inspiriert", begann sofort der Ältere in unserer Runde „und in unseren Schriften steht alles drin, wie wir es zu verstehen haben" und sogleich holte er einen alten Wachtturm hervor und zitierte unter anderem: „die Stimme des Sklaven ist die Stimme Gottes" usw. „Ja, ja" sage ich, „das weiß ich, daß das und ähnliches in unseren Schriften steht. Mich sollst du auch nicht überzeugen, aber wie soll ich es so einem Interessierten sagen, damit er es versteht und mich nicht mit solchen endlosen Fragen in die Enge treibt. Er glaubt nämlich, daß auch seine Kirche richtig lehrt, wenn sie sich auf die Bibel stützt, aber in unseren Schriften stünde so vieles Neues, was er noch nie aus der Bibel herausgelesen hat und da möchte er wissen, wer denn eigentlich dazu berechtigt ist so fast grundlegend Neues zu lehren, was sich zwar schön anhört - fast zu schön, um wahr zu sein - aber es könnten doch nur menschliche Wunschvorstellungen sein. Also, ich möchte ihm gern biblisch beweisen, daß es heute solche Menschen gibt, die dazu berufen sind, neue göttliche Wahrheiten zu lehren, aber - entschuldigt bitte - ich sehe da selbst nicht so durch. 'Stimme des Sklaven - wie die Stimme Gottes', sagst sogar inspiriert. Aber wer ist denn eigentlich der Sklave? Laut dem Buch soll es der letzte Rest von den 144 000 sein, also noch über 9 000, aber selbst hab noch nie einen von ihnen gesehen. Als ich zur Wahrheit kam sagte man noch, der Sklave wäre Br. Russell und das konnte einem schon einleuchten; denn immerhin war er es, der die schönen neuen Wahrheiten vom Königreiche Gottes neu lehrte und später Rutherford. Ich habe seine Bücher sehr gerne gelesen, aber heute soll das alles nicht mehr wahr sein. Und heute - besonders seit den letzten Jahrzehnten - gibt es eine Fülle neuer Begriffe und Behauptungen, die - und da muß ich ehrlich sein - auch mich verwirren. Und nun will dieser Interessierte ausgerechnet in diesen Punkten von mir eine ausreichende Erklärung, wo ich selbst nicht durchsehe.

Habt ihr noch nie selbst Interessierte gehabt die euch solche Fragen stellen? Heute interessieren sich die Menschen nicht mehr so sehr dafür, ob es eine Hölle gibt, aber sie möchten gerne wissen, wer es ist, der neue Lehren lehrt, ob sie ihm glauben können."
Schweigen setzte ein.

Noch während ich sprach, versuchte man mich zu unterbrechen, aber jetzt? Endlich machte der Jüngste seinen Mund auf.
„Man sollte das alles nicht so wörtlich nehmen, was bei uns steht. Die Bibel verstehen wir doch auch geistig und da machen es die Brüder, die uns die Bücher schreiben, schon richtig, wenn sie uns ihre neuesten geistigen Erkenntnisse mitteilen und wir sie studieren. Wir müssen nur glauben, die anderen tragen dann die Verantwortung für uns."

Damit war ich überhaupt nicht einverstanden. Eine rege Diskussion setzte eine. Inspiriert - nicht inspiriert? 9 000 oder leitende Körperschaft, Sklave, große Herde, kleine Herde, irrt sich, oder sich nie, wer im Namen Gottes spricht. Engel, Teufel, Dämonen usw. Viele, typisch unsere Wörter wurden gebraucht, alte und neue Schriften wurden zitiert, auch manchmal die Bibel.

Widersprüchliches trat zutage, und es wurde immer später. Meinen Interessierten und seine Fragen hatten wir ganz vergessen - wir selbst wurden uns zu Problemen. Wir waren auch zu laut geworden zueinander bis der älteste Älteste den Schlußstrich zu ziehen schien mit der lauernden Frage an mich: „Glaubst du etwa, daß auch wir eine falsche Religion haben?" „Nein, nein" eilte ich mich zu sagen, „aber hältst du so etwas für unmöglich?"

Eine Antwort bekam ich nicht mehr,
dafür aber einen giftigen Blick. Da meldete sich meine Frau, die die ganze Zeit seits still in einem Sessel. gesessen und in einer Broschüre blätterte. „Das hier ist die allerneueste Broschüre, die die Gesellschaft herausgegeben hat hier steht drin, daß sie nicht inspiriert sind und auch schon Fehler gemacht haben …„ „Aber wir werden vom heiligen Geist geleitet" fuhr der Älteste ihr ins Wort. Da konnte ich mich selbst nicht mehr enthalten und gab giftig zurück: „Du tust ja gerade so, als wenn du die Gedanken eingeben willst, der Heilige Geist ist schuld daran, wenn wir etwas Falsches gelehrt haben und es glauben."

Meine Besucher waren aufgestanden und begannen sich anzuziehen. „Wir werden uns mit dir noch mal eingehend unterhalten müssen", verabschiedete sich mit deutlicher Betonung der Älteste von den Dreien. Auch die anderen gaben mir die Hand, aber es war nicht mehr so freundlich wie bei der Begrüßung.
Ich begleitete sie noch bis zur Straße und rief „Gute Nacht" hinterher.

Meinen Interessierten besuchte ich noch einige Male, aber als ich wieder einmal fragte, wann ich wiederkommen kann, da bedankte er sich höflich und freundlich mit der Frage, ob er mich wohl auch mal besuchen dürfte mit der Absicht, mich zum katholischen Glauben zu bekehren? Doch dafür bedankte ich mich nun gleichermaßen.
Wir treffen uns hin und wieder auf der Straße und grüßen uns stets freundlich. Nur das ist uns geblieben. Aber es hätte schlimmer kommen können.
-J.M.-

AKTUELLES I N KURZE
1987 IN BERLIN GROSSE HERAUSFORDERUNGEN!
1987 wird Berlin einmal geprägt sein von den Feierlichkeiten zum 750jährigen Bestehen der Stadt mit einem Wiederaufbau und Neuaufbau besonders seit 1945, der nur vollzogen werden konnte, weil alle sozial und kulturell bzw. politisch verantwortungsbewußten Menschen dieser Stadt und natürlich darüber hinaus n i c h t auf die Verkündigung der WT-ZJ gehört haben! Bekanntlich ließ die WTG 1949 von der WESTBERLINER WALDBÜHNE aus mit Ausstrahlung über den Sender RIAS eine Resolution los, worin u.a. wie folgt gegen den Aufbau in der „östlichen Besatzungszone Deutschlands" bibelmißbräuchlich gehetzt wurde:

„… bezeugen allen Menschen guten Willens, daß ohne Gottes Führung und ohne Beachtung seines vollkommenen Gesetzes kein Aufbau möglich ist, wie in Psalm 127:1 geschrieben steht: Wenn Jehova das Haus nicht baut, vergeblich arbeiten daran die Bauleute …„ (WT 1. 4. 1950)
Das Berlin von 1987 wird diesen Bibelmißbrauch nicht nur Lügen strafen. Es ist ein Anstoß, sich der sozialen Mitverantwortung im Leben bewußt zu werden.
Erfreuen sich doch viele Zeugen selbst einer Neubau-Vollkomfortwohnung.

NEUES WTG-EVOLUTIONSBUCH BEDENKLICH
In seinem „Foto-Drama der Schöpfung", 5. Tag, vertrat der WTG-Gründer C.T. Russell den Standpunkt, daß die Tiere durch Evolution entstanden sind. Damit ist das Thema des neuen WTG-Buches „Das Leben - Wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung?" glatt aus den Angeln gehoben. In der Tat kommen für die Tiere nachweislich Jahrmillionen in Betracht. Man verfolge die Fachliteratur.

ZEUGEN JEHOVAS SIND AUCH NUR. MENSCHEN
Im Erwachet vom 8. Mai 1966 war folgender Bericht zu lesen: Armero, eine Stadt von 28 000 Einwohnern, lag 50 km vom. Vulkan Nevada del Ruiz entfernt, in einer engen Schlucht. Der Vulkan war sehr unruhig. Eines Tages geschah es, mit furchtbarem Donnergetöse explodierte der Vulkan an der Nordostflanke der Kuppe. Riesige Schlamm und Geröllmassen wälzten sich zu Tal. Eine über 12 m hohe Schlammflut fegte wie todbringender Besen alles hinweg.

Über 21 000 Tote und Vermißte soll es gegeben haben. Armero ist von der Landkarte verschwunden …
Von den 59 Zeugen Jehovas der Stadt waren 40 verschwunden, Der war zerstört und nicht mehr auffindbar Der Staat und die Welt halfen sofort mit allem, was menschenmöglich war, ohne Ansehen der Person und Religion.
Was aber taten die Zeugen Jehovas der näheren Umgebung? Sie schickten zwei LKW mit Decken und Lebensmittel für ihre Brüder. Nicht für die Weltmenschen, die ihrer Meinung nach ja sowieso früher oder später sterben müssen. Also was soll's?

Nun, den gestorbenen Brüdern kann keiner mehr helfen. Also ist der Fall für sie erledigt. Die Brüder werden ja auferstehen. So ist nichts verloren.
Ja, so hart und brutal sind die Zeugen. Nun kommt aber laut Bericht die große Erkenntnis! Zeugen sind auch nur Menschen. Es heißt jetzt, Zeugen sind also Unfällen und Naturkatastrophen genauso ausgesetzt wie jeder Mensch.
In Zeiten, wie die beschriebenen, wird offenbar, daß der Grundsatz in Pred. 9:11, 12 unterschiedslos auf alle Menschen zutrifft.
Durch diese Feststellung ist bei den Zeugen wieder eine Illusion geplatzt.
-E.B.T.-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
DAS ALTKLUGE MÄDCHEN
Als in einer Berufsschule in Gera über Kriege gesprochen wurde und jede Schülerin dazu eine Meinung sagte, fiel die von Katrin Seifert auf..
Sie sagte in etwa:
'Es läge nicht in der Macht der Menschen den kommenden Krieg zu verhindern, auch nicht in der Macht der menschlichen Regierungen. Allein Christus werde die Herrschaft nach einem bald kommenden Krieg auf Erden übernehmen und an seiner Seite stünden die Zeugen Jehovas,'
Woher ein junger Mensch eine solche Meimung haben kann, mag sich mancher fragen. Wer jedoch Leser des Wachtturm ist, der kann eine Antwort geben.

Zur Probe ein Beispiel:
Im WT, 15. Oktober 1986, Seite 3-5, ist zu lesen, wie „Der Kampf um die Weltherrschaft" ausgeht. Die Frage: „Wer wird gewinnen?" wird gleich mit beantwortet.
Der Ausgangspunkt ist erst einmal einfach: „Der König des Nordens" und „Der König des Südens" sind heute Ost und West, anders gesagt, Moskau und Washington. In der „Rivalität, zwischen den Supermächten" und: „durch den Rüstungswettlauf besteht außerdem die permanente Gefahr eines alles vernichtenden Krieges", erkennt der WT und weicht mit seiner Meinung nicht von den Stimmen anderer internationaler Presseerzeugnisse ab. Der WT stellt auch nicht die Frage: Krieg oder Frieden, sondern schätzt ein, daß es sich um einen alles vernichtenden Krieg handeln wird. Die wichtige Frage bettet er dann auch in einen historischen Zusammenhang und datiert die Anfänge der heutigen Verhältnisse 2.300 Jahre zurück. Darüber könnte man sich streiten. Aber nun verliert er sich wieder, wie so oft, in Prophezeiungen, die der Bibel entnommen, aber von der WTG für ihre Organisation zugeschnitten wurden. Es entsteht der Eindruck, daß die WTG sehr leichtsinnig mit diesem großen Thema umgeht. Wie können sie alles in die Prophezeiung einmünden und fortlaufen lassen als gäbe es nichts, das der Mensch dazu tun könnte? Der WT verneint in seinem Artikel ganz einfach, daß die Menschen die Gestalter der Welt waren und sind. Die WTG ist ja auch Mitgestalter der Welt, sogar an hervorragender Stelle. Sie operiert in 205 Ländern in den Hirnen von 2 650 000 Zeugen Jehovas.

Weiter geht der WT wieder davon aus, daß das Königreich mit Jesus, dem König, seit 1914 bereits herrscht.
Ist doch jedem, der die Bibel ohne WTG-Brille liest, eindeutig, daß Jesus seine Jünger lehrte um das Kommen des Königreiches zu bitten: „Dein Königreich komme!" Es geht eindeutig um ein kommendes Königreich, nicht um ein vorhandenes seit 1914 nach der WTG-Einbildung.
„Lügen werden sie an einem Tisch ständig reden." (Daniel 11:27)

Dieses Zitat aus dem WT-Artikel können sich die Schreiber selbst über ihre Schreibtische hängen. Ist es nicht so, daß die WTG mit Hilfe des Wachtturm aus den Lesern Stillhalteopfer machen will?
Ist es nicht so, daß die WTG mit Hilfe des WT bei ihren Lesern den natürlichen Drang, eigenes zur Verhinderung eines alles vernichtenden Krieges, zu tun, lähmt? Wie deutlich sind Katrin Seifert's Worte, um erkennen zu müssen, welche Verblendung und Einfalt aus einem jungen Mädchen der Zeugen Jehovas im Jahre 1986 sprachen.

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

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