Kommentare
zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 211
Wo dem ostdeutschen Staat „der
Schuh drückte" bezüglich der Zeugen Jehovas, macht auch diese
CV-Ausgabe deutlich.
Etwa, wenn man da die „flotten" Sätze liest:
„Da werden bestimmte
Informationen (Zahl der Predigtdienststunden, Heimbibelstudien,
Rückbesuche,
Rechtskomitee-Berichte u.a.m.) verschlüsselt und an das im Ausland
befindliche Zweigbüro
geschmuggelt.
Auf bestimmte Fragen von
zuständigen Behörden antworten Zeugen Jehovas nicht, bzw. sie
geben eine bewußt falsche
Auskunft. Rechtfertigen tun sie diese Handlungsweise mit der
unbiblischen
"theokratischen Kriegslist ".
Und damit auch ja keine Zweifel
über diese Stasi-Diktion entstehen kann, fühlt man sich sogar
bemüßigt aus der
ostdeutschen Verfassung zu zitieren. Nicht „irgendwas". Mitnichten. Man
hält da
besonders jenen Satz für bedeutsam:
(1) "Der Schutz des Friedens
und des sozialistischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften ist
Recht und Ehrenpflicht
der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik. Jeder
Bürger ist zum Dienst und zu
Leistungen für die Verteidigung der Deutschen Demokratischen
Republik entsprechend den
Gesetzen verpflichtet."
A ja, da weis man nun Bescheid.
Wenn im Märchen vom Rotkäppchen sich der böse Wolf noch
der Mühe unterzog, sie als
„liebenswerte Großmutter" zu verkleiden. So muß man in
vorstehendem Beispiel
noch hinzufügen. Dieser Aufwand wurde hinwegrationalisiert. Hier
zeigt der Wolf seine
hässliche Fratze ohne jegliche „Schminke"!
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER
STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
Nr. 211 GERA Februar 1987
DER TURMBAU ZU BABEL UND
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN WT 17 und 18/1986
CHRISTLICHER GLAUBE UND DIE TRADITION
„DER FÜRST DES FRIEDENS'
SIEHT HARMAGEDON ENTGEGEN
ENDZEITZITATE EINMAL NEUTRAL BETRACHTET
AUS DER WELT DER ZEUGEN
„HIER STEHE ICH, ICH
KANN NICHT ANDERS,
GOTT HELFE MIR - AMEN."
Die Beweggründe des Raymond Victor Franz
DEN WT BEIM WORT GENOMMEN:
Wenn Personen in großer Gefahr sind durch eine Quelle, der sie
nicht
mißtrauen oder falsch geführt werden von jenen, die sie als
ihre Freunde betrachten, ist
es Unfreundlichkeit, sie zu warnen? Sie mögen vorziehen der
Warnung nicht zu glauben. Sie
mögen sie sogar übelnehmen. Aber befreit das jemanden von der
moralischen Verantwortung,
jene Warnung zu geben?
(Die Wachtturm-Zeitschrift, 15. Jan. 1974)
HELFEN UND NICHT
VERLETZEN:
Das Leben ist ungewiß, und wenn ein Mensch stirbt, was er
weiß, stirbt
mit ihm, wenn er es nicht weitergibt, während er noch lebt.
Was dieses Buch enthält, ist geschrieben aus einem
Pflichtgefühl
gegenüber Menschen, die ich aufrichtig liebe. Mit gutem Gewissen
kann ich sagen, daß
sein Ziel ist zu helfen und nicht zu verletzen. Wenn einiges von dem,
was, dargeboten
wird, schmerzhaft zu lesen ist, so war es auch schmerzhaft zu
schreiben. Es wird gehofft,
daß der Leser erkennt, daß die Suche nach Wahrheit niemals
für den Glauben destruktiv
zu sein braucht, daß jede Anstrengung, die Wahrheit zu kennen und
hochzuhalten, statt
dessen die Grundlage für wahren Glauben stärkt. Was jene, die
diese Information lesen,
damit tun werden, ist natürlich ihre eigene Entscheidung.
Wenigstens wird es gesagt sein,
und einer moralischen Verantwortung wird entsprochen sein.
"Mein Gewissen gefangen
vom Worte Gottes"
"PREIS DES GEWISSENS"
0b wir es mögen oder nicht, moralische Herausforderung bewegt
jeden von
uns. Sie ist einer der bittersüßen Bestandteile des Lebens,
wovon es kein erfolgreiches
Entkommen gibt. Sie hat die. Macht, uns zu bereichern oder uns arm zu
machen, die wahre
Qualität unserer Verwandtschaft mit jenen zu bestimmen, die uns
kennen. Alles hängt ab
von unserer Antwort auf jene Herausforderung. Die Wahl ist unser, es
ist selten eine
leichte. Wir haben natürlich das Wahlrecht, unser Gewissen mit
einer Art Kokon von
Selbstzufriedenheit zu umgeben, passiv "dahinzugehen", unsere inneren
Gefühle
abzuschirmen gegen was immer sie beunruhigen könnte.
Wenn sich Streitfragen erheben, können wir, davon berührt,
eher, als
einen Standpunkt einzunehmen, sagen, ich werde eben dieses eine
aussitzen, mögen andere
berührt sein - sogar schmerzlich - aber ich nicht. Einige
verbringen ihr ganzes Leben in
einer moralischen "Sitz"-Positur. Aber wenn alles gesagt und getan ist,
und wenn
das Leben sich schließlich seinem Ende nähert, würde es
scheinen, daß der, der sagen
kann, "wenigstens stand ich für etwas", größere
Zufriedenheit empfinden muß
als der, der kaum für irgend etwas stand. Manchmal wundern wir
uns, wenn Menschen mit
tiefer Überzeugung einen entschwindenden Lauf genommen haben,
etwas lesen wir darüber in
der Vergangenheit, aber sehen wenig davon in der Gegenwart. Die meisten
von uns finden es
ziemlich leicht in gutem Gewissen zu handeln, solange die Dinge die auf
dem Spiel stehen,
geringer sind. Je verwickelter das ist, je höher die Kosten sind,
desto schwerer wird es,
Gewissensfragen zu lösen, ein moralisches Urteil zu fällen
und die Konsequenzen zu
akzeptieren. Wenn die Kosten sehr groß sind, finden wir uns
selbst in einer moralischen
Kreuzwegsituation und vor einer echten Krise in unserem Leben.
Dieses Buch berichtet über eine solche Art Krise, über den
Weg, wie
Menschen ihr begegnen und über die Auswirkung auf ihr Leben.
Zugestandenermaßen, die Geschichte der betroffenen Personen hat wenig von dem hohen Drama, das sich im Ketzergericht eines John Wycliffe findet, der Intrige der internationalen Jagd auf einen geschickt ausweichenden William Tyndale oder dem Schrecken der Verbrennung eines Michael Servetus am Pfahl. Aber ihr Kampf und Leiden sind, auf ihrem eigenen Wege, nicht weniger hart. Wenige von ihnen könnten es so beredt wie Luther sagen, doch sie nehmen wohl den gleichen Standpunkt ein, den er einnahm, als er zu den siebzig Männern, die über ihn urteilten, sagte:
„Es sei denn ich werde überzeugt durch die Zeugnisse der Heiligen Schrift oder durch klare Vernunft (denn ich glaube weder Papst noch Konzilien allein, seit es offenkundig ist, daß sie oft geirrt und sich widersprochen haben), ich bin an die Heilige Schrift gebunden, die ich zitiert habe, und mein Gewissen ist gefangen gehalten vom Worte Gottes, und da es weder sicher noch recht ist, gegen das Gewissen zu handeln, kann und will ich nichts widerrufen. Hier stehe: ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen."
Dies waren Luthers Worte
zum Schluß seiner Verteidigung auf dem
Reichstag in Worms, Deutschland, im April 1521.
Lange vor irgendeinem dieser Männer standen die Apostel Petrus und
Johannes vor neunzehn Jahrhunderten wesentlich der gleichen Streitfrage
gegenüber, als
sie vor einem richterlichen Rat der angesehensten Mitglieder ihrer
lebenslangen Religion
standen und ihnen freimütig sagten:
„Ob es recht ist in der Sicht Gottes, euch mehr zu gehorchen als
Gott, müßt ihr entscheiden, denn wir können nicht
anders als von dem sprechen, was wir
gesehen und gehört haben".
(Apostelgeschichte 4:19,20 RSV)
Die Menschen, von denen
ich schreibe, gehören zu denen, die ich am
vertrautesten kenne, Personen, die Mitglieder der als Jehovas Zeugen
bekannten religiösen
Gruppe gewesen sind. Ich bin sicher, und der Beweis zeigt es, daß
ihre Erfahrung
keinesfalls einzigartig ist, daß es einen gleichartigen Aufruhr
des Gewissens unter
Menschen verschiedener Glaubensbekenntnisse gibt. Sie stehen der
gleichen Frage gegenüber
wie Petrus und Johannes und Männer und Frauen späterer
Jahrhunderte:dem Kampf, dem persönlichen Gewissen treu zu bleiben
angesichts des
Druckes religiöser Autorität. Für viele ist es ein
harter emotionaler Kampf.
Einerseits fühlen sie sich getrieben, die sich zwischen sie und
ihren
Schöpfer stellende menschliche Autorität zu verwerfen, treu
zu der Lehre zu halten, daß
Jesus Christus, nicht irgendeine menschliche religiöse
Körperschaft, „das Haupt
jedes" Menschen ist.
(1. Korinther 11:3)
Anderseits stehen sie
vor dem Risiko, lebenslange Freunde zu verlieren,
sehen Familienbeziehungen traumatisch belastet, Opferung einer
religiösen Erbschaft, die
Generationen zurück reichen mag. An einem solchen Kreuzweg fallen
Entscheidungen nicht leicht.
Was hier beschrieben wird, ist nicht nur ein .Sturm 1m Wasserglas., ein
größerer Streit in einer kleineren Religion. Ich glaube, es
gibt viel lebendigen Nutzen,
den irgendeine Person ziehen kann, wenn sie diesen Bericht betrachtet.
Denn wenn die Zahl
der gegenwärtig Betroffenen klein ist, die Streitfragen nicht.
Das sind weitreichende Fragen, die Männer und Frauen immer und immer wieder in der Geschichte in ähnliche Gewissenskrisen gebracht haben. Es geht um die Freiheit, geistiger Wahrheit zu folgen, ungefesselt durch willkürliche Beschränkungen, und um das Recht, sich eines persönlichen Verhältnisses mit Gott und seinem Sohn zu erfreuen, frei von der spitzfindigen Zwischenposition priesterlicher Art seitens irgendeiner menschlichen Agentur. Während vieles, was geschrieben wird, an der Oberfläche als eigentümlich für die Organisation von Jehovas Zeugen erscheinen mag, berühren die unterliegenden, fundamentalen Fragen das Leben von Personen, jeden Glaubens, der den Namen christlich trägt.
WIR HALTEN AUS DEN
DARLEGUNGEN
VON RAYMOND VICTOR FRANZ FEST:
- Suche nach Wahrheit für den Glauben niemals destruktiv!
- Ein Standpunkt und Kampf wie einst Martin Luther!
- Gott, ist mehr zu gehorchen, auch mehr als der Wachtturm-Gesellschaft!
- Wachtturm-Gesellschaft stellt sich als menschliche Autorität vor
und
damit über Gott!
DER TURMBAU ZU BABEL UND
DER WACHTTURM
Liebe Brüder und Schwestern!
Für die eingefleischten WT-Zeugen mag es ketzerisch klingen. Heute
wissen wir, daß die Ketzer des Mittelalters zu Unrecht verfolgt
und bestraft wurden.
Also Ihr lieben WT-Zeugen - seht nicht gleich rot und laßt Euch
mal die
Gemeinsamkeit der beiden Türme vor Augen führen. Sicher wird
es nicht nach Eurem
Geschmack sein und so manche Wahrheit wird zutage treten, die Ihr bis
jetzt noch nicht
bedacht habt.
Will man der WTG eine Sinndeutung beimessen, so wird uns diese schon
auf
einleuchtende Art und Weise in der biblischen Geschichte vom Turmbau zu
Babel gegeben. Es
war die grenzenlose Vermessenheit der Babylonier, die den Zorn Gottes
damals hervorriefen.
Die Menschen wollten sich durch ihr eigenes Tun einen Namen machen.
Doch dabei vergaßen
sie, daß es einen gibt, dessen Namen unantastbar ist. Gott
ließ ihr Werk ein
unvollendetes bleiben. Er verwirrte ihre Sprache und zerstreute sie in
alle Länder.
So lautet also Gottes
Antwort für die Menschen die glauben, sich durch
ihr eigenes Tun einen Namen machen zu können und dabei die
Allmacht Gottes in Frage
stellen.
Aber Hochmut hatte noch nie eine Chance bei Gott. Die Geschichte zeigt
uns, anmaßende Handlungen der Menschen zogen die Strafe Gottes
nach sich. Das war schon
beim Tanz um's goldene Kalb so. Auch der unvollendete Babeler Turm ist
eine deutliche
Antwort Gottes auf die Selbstüberschätzung der alten
Babylonier.
Sicher will sich an dieser Stelle kein WT-Zeuge angesprochen
fühlen.
Aber betrachtet Eure Gesellschaft und deren Geschichte doch einmal
genauer. Haben die
Herren in Brooklyn nicht oft genug den Mund zu voll genommen mit ihren
Harmagedon-Falschterminen. Oder das vermeintliche hellere Licht,
welches nicht selten das
Gegenteil des vorher gesagten ist.
All diese Informationen, die für angeblich „gebetsvoll" eingeholt werden, sollen göttlich sein. Daß dabei menschliche Fehler auftreten können, ist doch verständlich und wird von allen WT-Zeugen bereitwillig geschluckt. Eure Gesellschaft ist doch an nichts weiter interessiert, als an der Verbreitung der massenweise produzierten Zeitschriften, Bücher, Schallplatten, Kalender, Tonbänder usw., die sie so hemmungslos betreibt, daß man ohne zu übertreiben die WTG als großangelegte Vertriebsorganisation charakterisieren kann. Wenn Ihr Euch nun einmal selbst betrachtet, müßt Ihr doch feststellen, daß Ihr doch auch ständig darauf bedacht seid, Euch einen Namen zu machen. Bei Euren Ältesten, in der Versammlung, im Zweigbüro und letztendlich bei Jehova. Sind nicht Begriffe, wie Wertschätzung gegenüber Jehova oder Zugehörigkeit zur großen Volksmenge gängige Argumente, um sich durch eigenen Fleiß (gleich den Babyloniern) einen Namen zu machen. Gottes Antwort auf solches Tun ist uns bekannt.
Mein Rat an alle Zeugen
Jehovas guten Willens - baut nicht weiter an
einem Turm von Scharlatanen! Jeder hat die Möglichkeit umzukehren
und Gott zu folgen.
Traut Ihr Euch denn wirklich nicht zu, die Bibel ohne WT zu studieren?
Kommt heraus aus
Eurer Isolation! Sucht Menschen, die Gottes Wort hören und offen
darüber sprechen!
Die Kirchen aller Konfessionen bieten für jeden die Gelegenheit
dazu.
-Thomas-
EDLER GESINNT SEIN UND
PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE DIE WT 17 UND 18/1986
STUDIENARTIKEL:
„Neutrale Christen in einer blutbefleckten Welt"
SIND JEHOVAS ZEUGEN EHRLICHE BÜRGER?
Wie die ersten Christen, so würden auch Jehovas Zeugen „als
ehrliche Bürger … den Landesgesetzen" gehorchen. Das liest man auf
Seite 20
dieses Wachtturms.
Nur zu gut weiß die Wachtturm-Gesellschaft, daß diese
Aussage unwahr
ist.
Nehmen wir die Situation der Zeugen Jehovas in der DDR. Da wird illegal
Literatur in das Land eingeschleust und ebenso illegal werden
bedeutende Geldsummen in das
Ausland gebracht. Hierbei werden die Zollorgane bewußt hinters
Licht geführt.
Da werden bestimmte
Informationen (Zahl der Predigtdienststunden,
Heimbibelstudien, Rückbesuche, Rechtskomitee-Berichte u.a.m.)
verschlüsselt und an das
im Ausland befindliche Zweigbüro geschmuggelt.
Auf bestimmte Fragen von zuständigen Behörden antworten
Zeugen Jehovas
nicht, bzw. Sie geben eine bewußt falsche Auskunft. Rechtfertigen
tun sie diese
Handlungsweise mit der unbiblischen „theokratischen Kriegslist ".
ZEUGEN JEHOVAS KONTRA
VERFASSUNG
(1) „Der Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes
und seiner Errungenschaften ist Recht und Ehrenpflicht der Bürger
der Deutschen
Demokratischen Republik. Jeder Bürger ist zum Dienst und zu
Leistungen für die
Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik entsprechend den
Gesetzen verpflichtet.
(2) Kein Bürger darf an kriegerischen Handlungen und ihrer
Vorbereitung
teilnehmen, die der Unterdrückung eines Volkes dienen..
(Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik, Artikel 23, Absatz 1
und 2)
Diese Verfassung ist für die Zeugen Jehovas, die Bürger der
DDR sind
Gesetz. Verstöße gegen die Verfassung werden nach den
gesetzlichen Rechtsvorschriften
geahndet.
Nun lehnen die in der DDR nicht nur die Ableistung des Wehrdienstes ab,
sondern auch .waffenlose militärische Arbeit, alternative
Dienstleistung oder das
Grüßen eines Symboles wie einer Landesfahne …"
Zwangsläufig fragt man sich: Mit welchem Recht? Der vorliegende
Wachtturm soll uns darüber Auskunft geben.
LEHREN, DIE ZUM
WIDERSPRUCH ANREGEN
„nun, kurz nachdem Jesus das Gedächtnismahl im Hinblick auf seinen
Tod eingeführt hatte, überzeugte er sich davon, daß
seine Jünger zwei Schwerter mit
sich führten. Zu welchem Zweck? Um einen wesentlichen Grundsatz
aufzustellen, den dann
alle Christen beachten müßten. Als die Soldaten in den
Garten Gethsemane kamen, um Jesus
zu verhaften, schwang der ungestüme Petrus ein Schwert und hieb
Malchus, einem Sklaven
des jüdischen Hohenpriesters, das rechte Ohr ab. War es nicht eine
edle Sache, auf diese
Weise für den Sohn Gottes zu kämpfen? Jesus war nicht dieser
Meinung. Er heilte das Ohr
des Sklaven und erinnerte Petrus daran, daß sein himmlischer
Vater imstande sei, ihm 12
Legionen Engel zu Hilfe zu senden. Damals äußerte Jesus den
fundamentalen
Grundsatz: 'Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert
umkommen'
(Matthäus 26:51-53; Lukas 22:36,38,49-51; Johannes 18:10,11." (S.
19)
So jedenfalls die Interpretation des WT bezüglich der angegebenen
Bibeltexte.
Merkwürdig: Laut
WTG-Text führte also Jesus seine eigenen Jünger in
die Irre. Denn nachdem er von ihnen gefordert hatte, zwei Schwerter
mitzuführen, verbot
er wenig später den Gebrauch dieser Waffen. Und dieser ganze
Aufwand nur deshalb, um der
Nachwelt eine Lehre zu erteilen?!
Hier scheint doch irgend etwas nicht zu stimmen …
Doch lesen wir weiter:
„Manche mögen fragen: 'Wie stand es aber mit Kornelius, dem
Zenturio, und mit Sergius Paulus, dem vom Heer unterstützten
Prokonsul von Zypern? Waren
diese Männer nicht mit dem Militär verbunden?' Ja, zu dem
Zeitpunkt, wo sie die
christliche Botschaft annahmen. Die Bibel sagt uns jedoch nicht, was
Kornelius und andere
nach ihrer Bekehrung taten, Sergius Paulus, der ein intelligenter Mann
war und 'erstaunt
war über die Lehren Jehovas', überprüfte zweifellos bald
seine weltliche Stellung im
Lichte seines neuerlangten Glaubens und traf eine richtige
Entscheidung. Ähnliches wird
Kornelius getan haben (Apostelgeschichte 10:1,2; 44-48; 13:7,12)." .(S.
19)
Merkwürdig: Sollte
tatsächlich in einer solch wichtigen Frage die
Bibel versagen? Einerseits: Könnte in der DDR ein Interessierter,
der den bewaffneten
Organen angehört, als Zeuge Jehovas getauft werden? Hauptmann
Kornelius wurde dagegen
sogar mit dem Heiligen Geist getauft.
Andererseits: Jesus betreibt angeblich so viel Aufwand, um seine
Jünger
davon zu überzeugen, keine Waffen zu gebrauchen. Dagegen hält
es Lukas ein paar Seiten
weiter in seiner Apostelgeschichte nicht für nötig, zu
schildern, wie sich Kornelius und
Sergius Paulus, nach ihrer Taufe verhielten?!
Die Aussage des WT er „überprüfte zweifellos bald seine
weltliche
Stellung", ist reine Spekulation.
Was stimmt hier also nicht?
AUSSPRUCH JESU -
EIN ZIVILRECHTLICHES GEBOT
Offensichtlich kommt man mit der Art der Betrachtungsweise des
Wachtturms zu keinem brauchbaren Ergebnis-. Zumal - wie der WT auf
Seite 18 zugeben muß -
Gott der Nation Israel sogar geboten hatte, Kriege zu ,führen.
Wir ziehen andere Schlußfolgerungen:
Der Ausspruch Jesu,
„alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert
umkommen", ist ein z i v i 1 r e c h t 1 i c h e s Gebot. Kein Mensch
hat im Alltag
das Recht, einen anderen zu verletzen oder gar zu töten.
Damit wird aber keineswegs die Wehrdienstfrage und das Verhalten eines
Bürgers im Verteidigungsfall berührt!
So gesehen, klären sich die angesprochenen Probleme zu den
Bibeltexten
von selbst.
WTG LEHNT VERANTWORTUNG
AB
Führen bei jungen ZJ die angesprochenen Probleme schon zu
großen
Konflikten, verschärft sich ihre Situation noch durch folgenden
WTG-Standpunkt:
„Jeder muß seine eigenen gewissensmäßigen
Entscheidungen im
Einklang mit seinem Verständnis der biblischen Grundsätze
treffen (Galater 6:4,5)."
(S. 19,20)
Das bedeutet: Die Wachtturm-Gesellschaft lehnt als Urheber oben
aufgezeichneter Grundsätze gleichzeitig jede Verantwortung ab.
Jeder Zeuge muß die aus
seiner Haltung resultierenden Maßnahmen selber tragen.
Entschließt er sich dagegen,
seiner Wehrdienstpflicht nachzukommen, wird er von derselben
Wachtturm-Gesellschaft aus
den Reihen der Zeugen Jehovas ausgeschlossen. Diese Konsequenz wird
allerdings im WT nicht
erwähnt.
Deutlich wird aber, wieviel Spielraum diese Organisation ihren
Anhängern zur Entscheidungsfindung läßt.
WACHTTURM NUMMER 18/1986
STUDIENARTIKEL:
„Geschickte Ratgeber - ein Segen für die Brüder"
DIE „GESCHICKTEN RATGEBER" INNERHALB DER WACHTTURMGESELLSCHAFT
In der Tat sind geschickte Ratgeber stets gesuchte
Persönlichkeiten.
Ihren Wert weiß man insbesondere dann zu schätzen, wenn sich
ihre
Ratschläge als wertvoll und zutreffend erwiesen haben.
Wie oft haben sich dagegen Lehrmeinungen der WTG als Irrweg
herausgestellt.
Leider macht auch dieser Wachtturm keine Ausnahme. So will man mit
Hilfe
von Jesaja 1:26 dem Leser suggerieren, daß Jehova sein Volk „in
unserer Zeit mit
Ratgebern" versorgt. Weiter heißt es:
„Diese Verheißung erfüllt sich in erster Linie durch die
ernannten Ältesten in der Christenversammlung." (S. 10).
Wie „gut" sich diese Verheißung erfüllt, soll an einem
Beispiel demonstriert werden. Im WT 7/86 liest man auf Seite 25:
„Ein Mann erfreute sich als Ältester großer Vorrechte und
verstand es, sein Leben als Hurer geschickt zu verheimlichen. Selbst
nach seiner Heirat
setzte er seine unsittliche Lebensweise fort:
Dennoch machte es ihm
nichts aus, den Schein der Unschuld zu wehren und
sogar als Glied von Rechtskomitees andere zu beurteilen. Die Sünde
hatte ihn verhärtet.
Bald begann er, selbst grundlegende Lehren der Bibel zu bezweifeln."
Sehen so die von Gott geleiteten, geschickten Ratgeber für sein
Volk
aus?
Nun, ein genaueres Studium der angegebenen Bibelstelle aus Jesaja 1:28
läßt erkennen, daß sich dieser Text auf Gottes Gericht
zur Läuterung Jerusalems (um
das Jahr 600 v. u. Z.) bezieht (siehe auch Jesaja 1:1, 21; Luther). Von
einer Erfüllung
in unserer Zeit kann keine Rede sein.
Die Praxis rechtfertigt diesen Anspruch auch nicht im mindesten.
WAS DER EINE DARF, IST
DEM ANDEREN VERBOTEN
„Sie (die Ältesten: Anm. d. Red.) sollten es unbedingt vermeiden,
andere einzuschüchtern oder den Eindruck zu vermitteln: 'Du sollst
mir zuhören, weil ich
ein Ältester bin.'" (S. 15)
Lassen wir es dahingestellt, ob an diesem Ratschlag in der Praxis
festgehalten wird. Älteste haben es eigentlich auch nicht mehr
nötig, ihre
„Schafe" einzuschüchtern. Das besorgt viel gründlicher die
WTG mit Hilfe ihrer
Schriften:
Eine Kostprobe gefällig?
„Wer seine persönlichen Ansichten geltend macht und den Rat des
von Christus ernannten 'treuen Sklaven' in ein schlechtes Licht stellt,
hält nicht 'an
dem Haupte' fest. Daher sollten sich Jehovas loyale Zeugen vor
irgendeinem gottlosen
Einfluß hüten, der sie ihres Siegespreises des ewigen Lebens
- berauben könnte."
(WT Nr. 14/85, S. 24)
Da erübrigt sich
doch jede weitere Einschüchterung von seiten eines
Ältesten, nicht wahr? Kritik darf es innerhalb der Organisation
nur „von oben nach
unten" - aber nie umgekehrt (!) - geben. Selbst wenn eine Person sich
im Recht
befindet, darf sie ihre Stimme nicht kritisch gegen Älteste oder
die WTG erheben. Sie
soll vielmehr Liebe darauf vertrauen. „daß Jehova für die
nötigen Berichtigungen
sorgen kann und dies … auch tun wird." (WT Nr. 14/85, S. 24) Der Weg zu
Jehova
scheint sehr lang zu sein, denn notwendige Berichtigungen lassen
teilweise jahrelang auf
sich warten. Manch ein Zeuge erlebte sie aus Altersgründen nicht
mehr …
Was gäbe es abschließend zu diesem Thema noch zu sagen?
Lassen wir
ausnahmsweise dem WT das letzte Wort:
„Ja, Rat erteilen ist ein Ausdruck der Liebe …„ (S. 15)
-Gerd R ...-
„DER 'FÜRST DES
FRIEDENS' SIEHT HARMAGEDON ENTGEGEN"
Kapitel 2 - Gedanken zu dem 1986 erschienenen Buch der WTG
Auf Seite 15 steht geschrieben:
„Gott, der Höchste, erhöhte ihn zu seiner Rechten. Dort
regiert
er seit dem Ende der Zeiten der Nationen … seit Anfang Oktober des
Jahres 1914, als
'Fürst des Friedens' .-
Nach Matthäus 24:3,33,36 kann die Wiederkunft Christi, das ist
hier mit
„Anfang Oktober 1914 - gemeint, nicht berechnet werden. Die WTG setzt
hier die Bibel
außer Kraft. Übrigens wurde diese Wiederkunft Christi von
der WTG mit den gleichen
willkürlichen Methoden schon einmal auf 1874 berechnet, was in den
Schriftstudien bis
1926 aller Welt verkündigt wurde.
„Seit Beginn seiner himmlischen Herrschaft sieht er sich einer
feindlichen Welt gegenüber, was durch 2 Weltkriege bewiesen wurde,
bei denen es um die
Frage ging, wer die Welt regieren wird. Jetzt wird er mit der
Organisation der Vereinten
Nationen. konfrontiert."
Die beiden Weltkriege wurden nicht in Konfrontation mit Christus „im Himmel" geführt. Zur Zeit des 1. Weltkrieges glaubten und predigten die WT-Zeugen selbst noch Christi Wiederkunft 1874. Hier wird lediglich historischer WTG-Unsinn bewiesen. Inhalt der beiden Weltkriege waren ganz andere Kriegsziele, die sich nie gegen Christus im Himmel richteten. Auch die Vereinten Nationen, UNO, sind keine Konfrontation mit Christus. Christus würde nicht die Rolle der UNO übernehmen und die UNO nicht die Rolle Christi. Die WTG konstruiert hier Fiktionen. Die UNO kämpft für Religionsfreiheit, also auch für die Freiheit des Christentums, worauf sich auch die WTG gelegentlich, beruft, was sie durchgesetzt wissen will, so sie Schwierigkeiten hat.
„Durch die weltweite
Verkündigung …, die Jehovas Zeugen in
mehr als 200 Ländern durchführen, werden alle Menschen darauf
aufmerksam gemacht, daß
Jesus Christus im "Himmel als König herrscht". Diese Behauptung
ist glatter
Selbstbetrug. Selbst in den 100 WTG-Jahren wurden keineswegs alle
Nationen erreicht. Es
müßten alle einzelnen Menschen erreicht werden.
Milliarden Menschen sind bis jetzt überhaupt noch nicht erreicht
worden. Täglich werden Millionen hinzugeboren. Kurz vor seinem
Tode offenbarte sogar
WTG-Präsident N. H. Knorr, daß er von der WTG-1914-Lehre
betr. Christus nicht überzeugt
ist.
Seite 16
„Die Zeit des 'Abschlußes des Systems der Dinge' ist weit
vorgerückt. Die Generation von 1914 … diese Generation soll, wie
Jesus sagte, nicht
vergehen, bis alle diese Dinge erfüllt sind. Ihr Ende ist jetzt
sehr nahe." Jesus
hat in Matth. 24 die Zeit seit 1914 überhaupt nicht. im Sinn
gehabt, hat nie von ihr
gesprochen. Er meinte die Generation von damals. Alles andere ist
WTG-Konstruktion - einer
„größeren Erfüllung", die seit über 100 Jahren
immer wieder umgedeutet wird.
Wenn das Ende zudem „sehr nahe" sein soll, dann erfüllt die WTG
erst recht
nicht, „allen Nationen" zu verkündigen, wenn man die Milliarden
sieht, die noch
zu erreichen sein würden.
Mit der weiteren Bindung an das Jahr 1914 ist „diese
Generation" in Wirklichkeit fast „vergangen", da man nur mit einem
biblischen Alter von 70-80 Jahren rechnen kann. Ps. 90:10. Auch auf
diese Weise
„erfüllt" die WTG Matthäus 24 heute nicht.
Seite 17.
„Der hebräische Name Har-Magedon oder Harmagedon bedeutet 'Berg
von Megiddo'. Weder in alter noch in neuerer Zeit hat es einen
geographischen Ort gegeben,
der Berg von Megiddo genannt wurde … Zweifellos können die
inspirierten Worte, die
Barak und Debora am Schluß ihres Liedes .nach diesem Sieg bei
Megiddo sangen, als ein
Gebet im Hinblick auf den bevorstehenden Krieg von Harmagedon
aufgefaßt werden:- 'So
mögen alle deine Feinde umkommen, Jehova, und die dich lieben,
seien, wie wenn die Sonne
aufgeht in ihrer Macht'."
Wenn es keinen Berg, sondern nur eine Stadt Megiddo gab, so kann man
nur
in eigener Willkür Berg gleich Stadt setzen, was hier geschieht,
um die alten Megiddo
Schlachten heranzuziehen. Das sind willkürliche
Zusammen-Konstruktionen.
Barak und Debora haben nie im Hinblick auf ein heutiges Harmagedon gebetet, darum kann das auch nicht so aufgefaßt werden. Zudem besagen die Worte „Zweifellos können", daß es eben nicht unbedingt so sein muß. „Zweifellos" ist einer der WTG: Begriffe bei ihren Bibelauslegungen, um Gewißheiten zu behaupten, die keine sind, so daß sie sich später bei nötiger Umdeutung immer „unschuldig" aus der Verantwortung ziehen kann, um denen die Schuld zu geben, die es geglaubt haben.
Seite 18
„Nationen werden, nach Harmagedon versammelt".
Diese Überschrift ist üble Falschprophetie und
Bibelverdrehung. Lt.
Offenbarung 16:16 wurden da nur „die Könige versammelt". Es findet
auch keine
Vernichtung der Könige und Völker oder Nationen statt, denn
in Offb. 21:24 wird zum
Schluß gesagt, daß die Völker und Könige der Erde
Licht und Herrlichkeit Gottes
erfahren. übrigens wurde unter C.T. Russell keine solche
Vernichtung ausgelegt, da hatte
Harmagedon in den 90er Jahren schon begonnen.
(Schriftstudien II, 1926, S. 97, CV 200)
Seite 20
„Jesus Christus der Heerführer der Streitkräfte Jehovas,
sieht
bereits einige Jahre zu, wie sich die weltlichen Herrscher und ihre
Streitkräfte nach
Harmagedon versammeln … Mutig und entschlossen hat er sich vorgenommen,
es mit ihnen
allen gleichzeitig aufzunehmen."
„Einige Jahre" hieß es vor dem 1. Weltkrieg, desgleichen vor
dem 2. Weltkrieg, desgleichen nun im 12. Jahr nach dem 1975-Fiasko der
WTG. So kann man
nur Arglose täuschen. Zudem ist der verherrlichte Christus zur
Rechten Gottes wie ein
irdischer Heerführer, der angesichts der Feinde „mutig und
entschlossen" sein
muß. Ist er dort nicht mit aller Gewalt ausgerüstet? Was
wissen die WTG-Schreiber, was
Christus „sich vorgenommen hat"? Was ist das für ein menschliches
Geschwätz?
Wiederum:
Nach Offenbarung 16:16 versammeln sich nur „Könige".
„… einen um so deutlicheren Sieg … „? „Jehova,
sein Oberkommandierender …"?
Christus brauchte vor niemanden „um so deutlicher" zu siegen.
Er hat zu Gott-auch kein militärisches Verhältnis.
Gott kommandiert ihn
nicht. Diese Militarisierung von Gott und Christus durch die WTG
verfolgt das
psychologische Ziel, einer Art militärischem Gehorsam den:
Militärbefehle diskutiert man
nicht, also auch nicht die WTG Anweisungen!
CHRISTLICHER GLAUBE UND
DIE TRADITION
EIN LOB FÜR DIE KATHOLISCHE KIRCHE?
Es handelt sich hier um eine Stellungnahme die gegenwärtige
Situation
in der katholischen Kirche. Die durch Anstrengungen und Maßnahmen
gute Bedingungen
geschaffen hat; allen Gläubigen das Wort Gottes zugänglich zu
machen und die Bibel kein
verbotenes Buch mehr ist. Im Gegenteil, das Wort Gottes soll gelesen,
gelernt und
gebraucht werden, aber in Übereinstimmung mit den kirchlichen
Traditionen. -
Veröffentlicht in der Zeitschrift „Erwachet!" vom 8.6.1986, Seite
3-9, unter
dem Titel: „Die Katholiken und die Bibel".
DIE BIBEL ODER DIE
TRADITION !
Hier endet nun Lob und Anerkennung der WTG für die katholische
Kirche,
und es beginnt die Kritik. Zum Beispiel: Die Bibel nach der Tradition
(= Überlieferung)
auszurichten, hieße die Tradition über die Bibel zu stellen.
Auf diese Weise geraten aufrichtige Gläubige und Bibelleser in ein
Dilemma! Eine konsequente Ablehnung der Tradition zugunsten der Bibel,
des Wortes Gottes,
wird deshalb gefordert.
ANDERE LEHRST DU,
UND DICH SELBST LEHRST DU NICHT? Rö. 2:21
Schöne Worte, wenn sie wahr wären, könnte man sagen.
Aber sie sind
nicht wahr, denn die Hauptlehren der WTG sind Tradition, die folgenden
Beispiele werden es
beweisen. Hier sorgt man sich angeblich um katholische Gläubige,
die in ein Dilemma
geraten können, doch es kümmert sie nicht im geringsten, wenn
jemand aus den eigenen
Reihen wegen der unbiblischen Lehren in ein Dilemma gerät. Und
sollte er sich darüber
noch äußern, so weiß er auch, was ihm blüht; er
schweigt dann meistens lieber, um
einen Ausschluß und seine Folgen zu vermeiden, denn die WTG wacht
über ihre Tradition
mehr als über biblische Wahrheiten.
„BEISPIEL OBRIGKEIT",
DAS FÜR SICH UND GEGEN DIE WTG SPRICHT
Schon seit ein ersten Weltkrieg wurden Brüder, die die
Obrigkeitslehre
der Bibel als eine von Gott bestimmte Ordnung erkannten, diffamiert,
getadelt und
gemaßregelt. Römer 13:1-7; 1. Petrus 2:13,14, Titus 3:1.
Aber noch 50 Jahre lang wurde die heilige Schrift vergewaltigt und verdreht, um den Beweis zu erbringen, daß nur Jehova und Jesus Christus unsere Obrigkeiten seien, denen wir gehorchen müssen. Nachdem schon Tausende diese Irrlehre mit ihrer Freiheit und dem Verlust des Lebens bezahlt hatten, gab man kleinlaut den Irrtum zu. Jedoch mit der Einschränkung: „diese Unterordnung sei nur bedingt." Dadurch ändert sich kaum etwas an der Praxis der Zeugen Jehovas, man bleibt den Wahlen fern, um so die Gottergebenheit (sprich WTG-Ergebenheit) zu demonstrieren. Denn die Tradition siegt über die Bibel!
EIN ANDERES BEISPIEL:
„DIE ZEITRECHNUNG"
Das Traditionsjahr 1914 - ohne biblische Stütze - liegt nun schon
über
70 Jahre zurück; doch man hält daran fest, wie in jedem
„Erwachet!„-Exemplar
auf Seite 2 zu lesen ist.
Eine Generation, die heute schon 80 bis 90 Jahre alt ist, als die
Generation zu bezeichnen, die den Antritt der 1000-Jahrherrschaft
Christi miterleben soll,
ist wohl kaum noch ernst zu nehmen. Denn als Jesus damals von einer
Generation sprach, die
nicht vergehen sollte, bis sich seine Prophezeiung über Jerusalem
und Juda erfüllt haben
sollte, hatte sich schon nach 40 Jahren bewahrheitet. Doch heute kennt
niemand einen
genauen Zeitpunkt. Matthäus 24:36,50.
Daher sind diesbezüglich alle Daten nur Spekulationen von Menschen
und
die WTG bietet sie als Wahrheit an. Doch sie ist weiter nichts, als ein
weiteres Glied in
der Kette ihrer Traditionen, das sie als Spitzenerzeugnis christlichen
Glaubens anpreist
und verbreitet.
EIN DRITTES BEISPIEL:
„DAS GEDÄCHTNISMAHL"
Ja so nennt man richtiger Weise das Abendmahl des Herrn, weil es zum
Gedächtnis an ihn und seinen Tod gefeiert werden sollte. 1.
Korinther 11:23-26. Denn sein
Tod ist die Voraussetzung für Auferstehung und ewiges Leben, das
die Glaubensgrundlage
für alle Menschen ist. Johannes 3:16. Deshalb sollten auch
zumindest alle getauften
Anwesenden bei einer solchen Feier das biblisch garantierte Recht in
Anspruch nehmen
können, von den Symbolen zu genießen. Denn Jesus selbst
sagt: „… und lehret
sie halten, alles L was ich euch geboten habe". -
Matthäus 28:19,20. Und
Christen dürfen keine Unterschiede machen. Galater 3:28; Kolosser
3:11; Matthäus 23:11.
Doch die WTG macht sich auch in diesem Fall ihr eigenes Evangelium, sie
unterscheidet den
„Überrest" - z. Zt, etwa noch 9000 -, die Teilhaber an den
Symbolen sind. Dann
die „Anderen Schafe" - etwa 2 Die 3 Millionen, die keine Symbole nehmen
-, die
nur Gäste und Zuschauer bei dieser Kulthandlung sind. Seit 1931
wird dies so gehandhabt,
und man versucht Jahr für Jahr, seit 56 Jahren, immer wieder zu
beweisen, daß diese Art
zu Feiern allein die richtige ist. In den Ansprachen, die dabei
gehalten werden, klingt
das immer wieder Jahr für Jahr nach Rechtfertigung und Beruhigung
eines schlechten
Gewissens. Denn in der Bibel gibt es keine Schriftstelle, die sagt,
daß ein Teil der
Christen die Symbole nehmen darf und der andere Teil nicht! Krasser als
die WTG kann man
die eigene Meinung über „die Bibel und die Tradition" nicht mit
Füßen treten.
ZUM CHRISTLICHEN GLAUBEN
GEHÖRT AUCH CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Es gibt noch eine Menge anderer Beispiele die alle zeigen, daß
bei der
WTG nicht alles Gold ist, was da glänzt. Erst der Ausschluß
und dann der
Gedankenaustausch mit anderen Brüdern, außerhalb der WTG hat
mir gezeigt, daß noch mehr
geschrieben steht als nur die einseitige WT-Kost.
Ein christliches Verantwortungsbewußtsein hilft uns auch die
Unterschiede christlichem Glauben und der Tradition erkennen und
entsprechend zu handeln,
frei zu werden von den Falschlehren Wachtturm-Gesellschaft.
-E.A.B.
HAST DU DAS GEWUSST?
ÜBER DIE ROLLE DER WTG VOR VOR 61 JAHREN
Wir schreiben das Jahr 1987. Vor 61 Jahren am 20. Juni 1926 wurde in
Deutschland ein Volksentscheid zur Enteignung der Fürsten
durchgeführt, eine
demokratische Entscheidung gegen Militarismus und Monarchismus nach dem
1. Weltkrieg.
Die fürstlichen Vermögen sollten zur Linderung der Not der
kleinen
Bauern und Pächter, zur Verbesserung der Betreuung von Kranken und
Invaliden, zum Aufbau
von Kinderheimen und Erziehungsanstalten, zur Erhöhung der
Unterstützungen für
Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene verwendet werden.
Leider reichte die Zahl von 14,5 Mio Stimmen nicht, die abgegeben
wurden, es waren laut Gesetz 20 Mio erforderlich.
Verhindert wurde eine Stimmenmehrheit u.a. auch durch Druck und Hetze
gegen den Entscheid durch die damaligen Kirchenbehörden.
Erinnerlich sind die religiösen
Sozialisten, die dafür auftraten.
Dagegen jedoch wirkten auch die damaligen Bibelforscher der WTG. In
einer unter Pseudonym verbreiteten Broschüre „Die
größte Geheimmacht der
Welt" wurde seit 1924/25 jedermann erklärt, alle Bemühungen,
„der Welt zu
helfen, herauszukommen aus allen Schwierigkeiten", „alle diese ernsten
Bemühungen sind vergeblich".. (Vorwort v. P. B. Gotthilf, d.i.
WTG-Zweigdiener Paul
Balzereit)
So war es immer unter der WTG. Immer wurde geholfen, Fortschritt und
Verbesserungen zu vereiteln, bis heute. Damals unter der
WTG-Paradieslegende von 1925,
jüngst von 1975, jetzt übers Jahr 2000 verschoben. (Fakten
nach NZ 20.6 86)
-CVN-
ENDZEITZITATE EINMAL
NEUTRAL BETRACHTET
Liebe Brüder und Schwestern!
Es ist allgemein bekannt, daß das Steckenpferd der WTG die
Endzeitvoraussagen der Bibel sind. Im Laufe der Jahrzehnte haben damit
zwar schon
lächerlich gemacht aber das trifft die Bibelausleger der WT nicht
sehr hart. Darunter
leiden vorwiegend die Kleinen, die Verkündiger solcher
Endzeitbibelauslegungen, die damit
von Tür zu Tür gehen.
Setzen wir einmal voraus, die Regierungen dieser Welt hätten sich
von
den Bibelauslegungen der WTG leiten lassen, es wäre unvorstellbar
ausgegangen. Nehmen wir
nur einmal an, die Wirtschaftsexperten hätten die Daten der
Bibelausleger ernst genommen,
die sie für das Weltende angegeben hatten, es wäre ein
unvorstellbarer Zustand unter der
Menschheit eingetreten.
EINIGE BEISPIELE ZUM
BESSEREN VERSTÄNDNIS
Beispiel Nr. 1
Wie würdest du darauf reagieren, wenn du eine große Familie
zu
versorgen hättest und liest plötzlich so etwas:
„Dies steht im vollen Einklang mit der Erklärung der Schrift,
daß
das Reich Gottes zuerst aufgerichtet werden muß, bevor es an die
Vernichtung aller
bestehenden Gewalten der gegenwärtigen bösen Welt herantreten
kann, jener politischen,
kirchlichen und finanziellen Mächte, deren Untergang am Ende der
'Zeiten der Heiden'
Nationen, im Oktober 1914 fällig ist." Schriftstudien Band IV,
Seite 272/1897
Setzen wir voraus, du
hättest es geglaubt und nur noch mit deiner
Familie bis Oktober 1914 von der Hand bis in den Mund gelebt. Wie
hättest du nach 1914
reagiert, wenn ein WT-Vertreter an deine Tür geklopft hätte
und mit dir über die
Endzeit sprechen würde?
Nehme bitte zur Kenntnis, wie damals viele Bibelforscher handelten:
„Sie waren verbittert und fielen von der Wahrheit ab."
So schilderte es das Jahrbuch der WTG aus dem Jahre 1975 auf Seite 2.
Was erkennt man aus dieser Schilderung? Man erkennt deutlich, wie
skrupellos und
eingebildet die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas ist.
Für sie ist all das, was
sie veröffentlichen und lehren, die Wahrheit und wenn es noch so
falsch ist, für sie
bleibt es die Wahrheit. Sie wissen sich immer wieder rauszureden.
Beispiel Nr. 2 wird es
beweisen.
Beispiel Nr. 2
Wer CV regelmäßig liest, wird bereits wissen, daß die
Propheten der
WTG nach 1914 wiederholt mit neuen Endzeitdaten manöverierten. Zum
Beispiel legten sie
sich auf 1925, 1945, 1972 und neuzeitlich auf 1975 fest. Aber
darüber wollen wir nicht
berichten. Wir werden uns bemühen, mit wenigen Zitaten die
Kaltblütigkeit der leitenden
Körperschaft nachzuweisen, wenn sie in der Klemme sitzt.
Zitate
Sechs Jahre vor 1975 konnte man in den Schriften der WTG folgendes
lesen:
„Sollte Jehova Gott in den 1970er Jahren einzugreifen und die
verderbte Welt, die einer völligen Auflösung entgegengeht,
vernichten, so sollte uns das
gewiß nicht überraschen."
Erwachet 8. 4. 1969, Seite 13
„Wenn du ein junger
Mensch bist, so mußt du dir auch über die
Tatsache im klaren sein, daß du in diesem gegenwärtigen
System der Dinge nie alt werden
wirst. Wieso nicht? Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer
Prophezeiungen anzeigen,
daß dieses verderbte System in einigen wenigen Jahren enden soll."
Erwachet 22. 8. 1969, Seite 15
Das Jahr 1975 rückte näher und näher, plötzlich war es vorüber, was sollten Jehovas Zeugen nun tun, noch länger warten? Die leitende Körperschaft fand einen Ausweg. Nach 1975 konnte man folgende Ausreden in den Schriften der WTG lesen:
„Können wir noch
eine ganz kleine Weile ausharren? Wenn ja, dann
werden wir es erleben."
Wachtturm 15. 3. 1977, Seite 175
„Das Ende kommt nicht,
nur weil wir denken mögen, daß es jetzt
kommen müßte. Das Ende kommt erst, wenn das großartige
Königreichspredigtwerk, in dem
Maße durchgeführt worden ist, wie Jehova es wünscht."
Wachtturm 15.2.1977, Seite 113
Stellen wir zugleich die
Frage:
„Haben die Propheten der WTG so etwas nicht schon früher
gewußt.
Mußten erst Millionen von Zeugen Jehovas und Freunde soviel
über sich ergehen lassen, um
endlich die Wahrheit zu erfahren?"
Ob es wohl die Wahrheit
ist, oder war es eine Notlüge ?
-W.W.-
AKTUELLES IN KÜRZE
In Wien fand eine Versammlung der UNO über das Altern statt.
Teilnehmer
aus über 100 UN-Mitgliedstaaten nahmen daran teil. Die Thematik
umfaßte die Erhaltung
des Friedens, wie man für alte Menschen schöner und
menschenwürdiger muß und wie die
sozialen, moralischen und gesellschaftlichen Probleme des Alterns,
Gesundheitsfürsorge,
Weiterbildung und auch Beschäftigung bewältigt werden
müssen. Es wurde ein
Weltaktionsplan für nächsten Jahrzehnte beraten.
Da muß ein ZJ natürlich die Ohren spitzen! Denn da denkt. ja
keiner an
das „baldige„WT-Weltende!
Das kann man ihnen ja wohl auch nicht zumuten angesichts der
nachweislichen WT Falschprophetien von 1799 bis 1975!, die Generationen
enttäuscht
vergehen ließen!
AUS DER WELT DER ZEUGEN
WIE ES BRUDER BERNHARD UND SEINER FAMILIE ERGING
Bernhard war ein einfacher, sensibler und in sich gekehrter junger,
Mann, der seiner Umwelt gegenüber sehr schüchtern und
zurückhaltend auftrat. So fiel
ihm der Kontakt zu anderen Menschen, insbesondere aber zum anderen
Geschlecht, den Frauen,
sehr schwer. Gerade darüber war er sehr unglücklich, denn wie
gern hätte er eine Frau
und Kinder, ja eine vollständige Familie gehabt.
Eines Tages standen zwei junge Pionierschwestern der WTG vor seiner
Tür. Bernhard ließ sie gerne herein und es gefiel ihm, was
die beiden ihm da alles so
erzählten, von bevorstehendem Glück und Frieden, von der
Eintracht und der guten
Harmonie der Zeugen untereinander. Besonders neugierig aber wurde
Bernhard, als er von den
beiden Schwestern erfuhr, was für glückliche Familien es
unter den Zeugen gibt und daß
auch die beiden Besucherinnen noch ledig waren. Ja, das soeben
Gehörte ließ sofort
große Hoffnungen in ihm auf keimen, denn man könnte doch …
Na, das wäre doch eine prima Sache, günstiger würde es ihm doch nie wieder geboten werden, seine Hoffnungen und Wünsche zu erfüllen. Und dazu noch alles gratis und frei Haus, also da muß man ja zugreifen, man wäre ja schön dumm, wenn man es nicht täte, sagte er sich. So kam es wie es kommen mußte, ein Heimbibelstudium wurde eingerichtet. Bernhard machte schnell Fortschritte, ließ sich nach etwa zehn Monaten taufen, lernte auch die eine der beiden Pionierschwestern, die Schwester Frieda näher kennen und kurze Zeit nach seiner Taufe heirateten sie. Er war sehr glücklich, daß alles so gekommen war und sich für ihn zum Guten gewendet hatte. Bernhard brauchte nicht mehr allein zu sein, hatte eine gute Freizeitbeschäftigung, nämlich den Predigtdienst, so meinte er und vor allem eine gute Frau. Nun fehlten nur noch Kinder und das Familienglück wäre vollständig.
Aber es kam alles ganz
anders, das Glück dauerte nicht lange an für
Bruder Bernhard und seine Frau.
Eines Tages, es war der letzte Tag Jahr, erlitt seine Frau einen
schweren Unfall, sie kam in's Krankenhaus und die Ärzte
hätten sie retten können, aber
nur, wenn eine Bluttransfusion damit verbunden gewesen wäre.
Bruder Bernhard wurde in das Krankenhaus zu seiner Frau gerufen. Auch
ihm legte man ärztlicherseits nahe, daß seine Frau unbedingt
sofort eine
Blutübertragung erhalten müsse, wolle man sie durchbringen,
aber die Lehren der WTG
hatten auch bei Bernhard schon ihr übriges getan, und er lehnte
strikt ab. So verstarb
seine Frau an den Unfallfolgen ein paar Stunden nach ihrer Einlieferung
in das
Krankenhaus. Der Blutkult der WTG hatte wieder einmal eine
glückliche Ehe zerstört. Wie
Hohn hörte es sich für Bruder Bernhard an, als er aus dem
nahe gelegenen
Schwesternzimmer die Worte aus einem Rundfunkempfänger vernahm:
„Wir wünschen ihnen
ein frohes und glückliches neues Jahr." Diesen schmerzlichen
Verlust konnte Bruder
Bernhard nicht verwinden, er erholte sich nie wieder davon und verstarb
einige Jahre
später, geistig irre geworden, in einer psychiatrischen
Einrichtung.
Die WTG hatte mit ihren verdrehten, menschenverachtenden Lehren wieder
einmal ganze Arbeit geleistet und das Leben zweier Menschen
zerstört, die im Begriff
waren, sich ein glückliches Familienleben aufzubauen.
„Christliche
Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR
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Gewerbe,
Gera
A 159/87 V 7 1 2282 N2