Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 211
Wo dem ostdeutschen Staat „der Schuh drückte" bezüglich der Zeugen Jehovas, macht auch diese CV-Ausgabe deutlich. Etwa, wenn man da die „flotten" Sätze liest:

„Da werden bestimmte Informationen (Zahl der Predigtdienststunden, Heimbibelstudien, Rückbesuche, Rechtskomitee-Berichte u.a.m.) verschlüsselt und an das im Ausland befindliche Zweigbüro geschmuggelt.
Auf bestimmte Fragen von zuständigen Behörden antworten Zeugen Jehovas nicht, bzw. sie geben eine bewußt falsche Auskunft. Rechtfertigen tun sie diese Handlungsweise mit der unbiblischen "theokratischen Kriegslist ".
Und damit auch ja keine Zweifel über diese Stasi-Diktion entstehen kann, fühlt man sich sogar bemüßigt aus der ostdeutschen Verfassung zu zitieren. Nicht „irgendwas". Mitnichten. Man hält da besonders jenen Satz für bedeutsam:

(1) "Der Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften ist Recht und Ehrenpflicht der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik. Jeder Bürger ist zum Dienst und zu Leistungen für die Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik entsprechend den Gesetzen verpflichtet."
A ja, da weis man nun Bescheid. Wenn im Märchen vom Rotkäppchen sich der böse Wolf noch der Mühe unterzog, sie als „liebenswerte Großmutter" zu verkleiden. So muß man in vorstehendem Beispiel noch hinzufügen. Dieser Aufwand wurde hinwegrationalisiert. Hier zeigt der Wolf seine hässliche Fratze ohne jegliche „Schminke"!


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

Nr. 211 GERA Februar 1987

DER TURMBAU ZU BABEL UND DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN WT 17 und 18/1986
CHRISTLICHER GLAUBE UND DIE TRADITION
„DER FÜRST DES FRIEDENS'
SIEHT HARMAGEDON ENTGEGEN
ENDZEITZITATE EINMAL NEUTRAL BETRACHTET
AUS DER WELT DER ZEUGEN

„HIER STEHE ICH, ICH KANN NICHT ANDERS,
GOTT HELFE MIR - AMEN."
Die Beweggründe des Raymond Victor Franz
DEN WT BEIM WORT GENOMMEN:
Wenn Personen in großer Gefahr sind durch eine Quelle, der sie nicht mißtrauen oder falsch geführt werden von jenen, die sie als ihre Freunde betrachten, ist es Unfreundlichkeit, sie zu warnen? Sie mögen vorziehen der Warnung nicht zu glauben. Sie mögen sie sogar übelnehmen. Aber befreit das jemanden von der moralischen Verantwortung, jene Warnung zu geben?
(Die Wachtturm-Zeitschrift, 15. Jan. 1974)

HELFEN UND NICHT VERLETZEN:
Das Leben ist ungewiß, und wenn ein Mensch stirbt, was er weiß, stirbt mit ihm, wenn er es nicht weitergibt, während er noch lebt.
Was dieses Buch enthält, ist geschrieben aus einem Pflichtgefühl gegenüber Menschen, die ich aufrichtig liebe. Mit gutem Gewissen kann ich sagen, daß sein Ziel ist zu helfen und nicht zu verletzen. Wenn einiges von dem, was, dargeboten wird, schmerzhaft zu lesen ist, so war es auch schmerzhaft zu schreiben. Es wird gehofft, daß der Leser erkennt, daß die Suche nach Wahrheit niemals für den Glauben destruktiv zu sein braucht, daß jede Anstrengung, die Wahrheit zu kennen und hochzuhalten, statt dessen die Grundlage für wahren Glauben stärkt. Was jene, die diese Information lesen, damit tun werden, ist natürlich ihre eigene Entscheidung. Wenigstens wird es gesagt sein, und einer moralischen Verantwortung wird entsprochen sein.

"Mein Gewissen gefangen vom Worte Gottes"
"PREIS DES GEWISSENS"
0b wir es mögen oder nicht, moralische Herausforderung bewegt jeden von uns. Sie ist einer der bittersüßen Bestandteile des Lebens, wovon es kein erfolgreiches Entkommen gibt. Sie hat die. Macht, uns zu bereichern oder uns arm zu machen, die wahre Qualität unserer Verwandtschaft mit jenen zu bestimmen, die uns kennen. Alles hängt ab von unserer Antwort auf jene Herausforderung. Die Wahl ist unser, es ist selten eine leichte. Wir haben natürlich das Wahlrecht, unser Gewissen mit einer Art Kokon von Selbstzufriedenheit zu umgeben, passiv "dahinzugehen", unsere inneren Gefühle abzuschirmen gegen was immer sie beunruhigen könnte.
Wenn sich Streitfragen erheben, können wir, davon berührt, eher, als einen Standpunkt einzunehmen, sagen, ich werde eben dieses eine aussitzen, mögen andere berührt sein - sogar schmerzlich - aber ich nicht. Einige verbringen ihr ganzes Leben in einer moralischen "Sitz"-Positur. Aber wenn alles gesagt und getan ist, und wenn das Leben sich schließlich seinem Ende nähert, würde es scheinen, daß der, der sagen kann, "wenigstens stand ich für etwas", größere Zufriedenheit empfinden muß als der, der kaum für irgend etwas stand. Manchmal wundern wir uns, wenn Menschen mit tiefer Überzeugung einen entschwindenden Lauf genommen haben, etwas lesen wir darüber in der Vergangenheit, aber sehen wenig davon in der Gegenwart. Die meisten von uns finden es ziemlich leicht in gutem Gewissen zu handeln, solange die Dinge die auf dem Spiel stehen, geringer sind. Je verwickelter das ist, je höher die Kosten sind, desto schwerer wird es, Gewissensfragen zu lösen, ein moralisches Urteil zu fällen und die Konsequenzen zu akzeptieren. Wenn die Kosten sehr groß sind, finden wir uns selbst in einer moralischen Kreuzwegsituation und vor einer echten Krise in unserem Leben.
Dieses Buch berichtet über eine solche Art Krise, über den Weg, wie Menschen ihr begegnen und über die Auswirkung auf ihr Leben.

Zugestandenermaßen, die Geschichte der betroffenen Personen hat wenig von dem hohen Drama, das sich im Ketzergericht eines John Wycliffe findet, der Intrige der internationalen Jagd auf einen geschickt ausweichenden William Tyndale oder dem Schrecken der Verbrennung eines Michael Servetus am Pfahl. Aber ihr Kampf und Leiden sind, auf ihrem eigenen Wege, nicht weniger hart. Wenige von ihnen könnten es so beredt wie Luther sagen, doch sie nehmen wohl den gleichen Standpunkt ein, den er einnahm, als er zu den siebzig Männern, die über ihn urteilten, sagte:

„Es sei denn ich werde überzeugt durch die Zeugnisse der Heiligen Schrift oder durch klare Vernunft (denn ich glaube weder Papst noch Konzilien allein, seit es offenkundig ist, daß sie oft geirrt und sich widersprochen haben), ich bin an die Heilige Schrift gebunden, die ich zitiert habe, und mein Gewissen ist gefangen gehalten vom Worte Gottes, und da es weder sicher noch recht ist, gegen das Gewissen zu handeln, kann und will ich nichts widerrufen. Hier stehe: ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen."

Dies waren Luthers Worte zum Schluß seiner Verteidigung auf dem Reichstag in Worms, Deutschland, im April 1521.
Lange vor irgendeinem dieser Männer standen die Apostel Petrus und Johannes vor neunzehn Jahrhunderten wesentlich der gleichen Streitfrage gegenüber, als sie vor einem richterlichen Rat der angesehensten Mitglieder ihrer lebenslangen Religion standen und ihnen freimütig sagten:
„Ob es recht ist in der Sicht Gottes, euch mehr zu gehorchen als Gott, müßt ihr entscheiden, denn wir können nicht anders als von dem sprechen, was wir gesehen und gehört haben".
(Apostelgeschichte 4:19,20 RSV)

Die Menschen, von denen ich schreibe, gehören zu denen, die ich am vertrautesten kenne, Personen, die Mitglieder der als Jehovas Zeugen bekannten religiösen Gruppe gewesen sind. Ich bin sicher, und der Beweis zeigt es, daß ihre Erfahrung keinesfalls einzigartig ist, daß es einen gleichartigen Aufruhr des Gewissens unter Menschen verschiedener Glaubensbekenntnisse gibt. Sie stehen der gleichen Frage gegenüber wie Petrus und Johannes und Männer und Frauen späterer Jahrhunderte:dem Kampf, dem persönlichen Gewissen treu zu bleiben angesichts des Druckes religiöser Autorität. Für viele ist es ein harter emotionaler Kampf.
Einerseits fühlen sie sich getrieben, die sich zwischen sie und ihren Schöpfer stellende menschliche Autorität zu verwerfen, treu zu der Lehre zu halten, daß Jesus Christus, nicht irgendeine menschliche religiöse Körperschaft, „das Haupt jedes" Menschen ist.
(1. Korinther 11:3)

Anderseits stehen sie vor dem Risiko, lebenslange Freunde zu verlieren, sehen Familienbeziehungen traumatisch belastet, Opferung einer religiösen Erbschaft, die
Generationen zurück reichen mag. An einem solchen Kreuzweg fallen Entscheidungen nicht leicht.
Was hier beschrieben wird, ist nicht nur ein .Sturm 1m Wasserglas., ein größerer Streit in einer kleineren Religion. Ich glaube, es gibt viel lebendigen Nutzen, den irgendeine Person ziehen kann, wenn sie diesen Bericht betrachtet. Denn wenn die Zahl der gegenwärtig Betroffenen klein ist, die Streitfragen nicht.

Das sind weitreichende Fragen, die Männer und Frauen immer und immer wieder in der Geschichte in ähnliche Gewissenskrisen gebracht haben. Es geht um die Freiheit, geistiger Wahrheit zu folgen, ungefesselt durch willkürliche Beschränkungen, und um das Recht, sich eines persönlichen Verhältnisses mit Gott und seinem Sohn zu erfreuen, frei von der spitzfindigen Zwischenposition priesterlicher Art seitens irgendeiner menschlichen Agentur. Während vieles, was geschrieben wird, an der Oberfläche als eigentümlich für die Organisation von Jehovas Zeugen erscheinen mag, berühren die unterliegenden, fundamentalen Fragen das Leben von Personen, jeden Glaubens, der den Namen christlich trägt.

WIR HALTEN AUS DEN DARLEGUNGEN
VON RAYMOND VICTOR FRANZ FEST:
- Suche nach Wahrheit für den Glauben niemals destruktiv!
- Ein Standpunkt und Kampf wie einst Martin Luther!
- Gott, ist mehr zu gehorchen, auch mehr als der Wachtturm-Gesellschaft!
- Wachtturm-Gesellschaft stellt sich als menschliche Autorität vor und damit über Gott!

DER TURMBAU ZU BABEL UND DER WACHTTURM
Liebe Brüder und Schwestern!
Für die eingefleischten WT-Zeugen mag es ketzerisch klingen. Heute wissen wir, daß die Ketzer des Mittelalters zu Unrecht verfolgt und bestraft wurden.
Also Ihr lieben WT-Zeugen - seht nicht gleich rot und laßt Euch mal die Gemeinsamkeit der beiden Türme vor Augen führen. Sicher wird es nicht nach Eurem Geschmack sein und so manche Wahrheit wird zutage treten, die Ihr bis jetzt noch nicht bedacht habt.
Will man der WTG eine Sinndeutung beimessen, so wird uns diese schon auf einleuchtende Art und Weise in der biblischen Geschichte vom Turmbau zu Babel gegeben. Es war die grenzenlose Vermessenheit der Babylonier, die den Zorn Gottes damals hervorriefen. Die Menschen wollten sich durch ihr eigenes Tun einen Namen machen. Doch dabei vergaßen sie, daß es einen gibt, dessen Namen unantastbar ist. Gott ließ ihr Werk ein unvollendetes bleiben. Er verwirrte ihre Sprache und zerstreute sie in alle Länder.

So lautet also Gottes Antwort für die Menschen die glauben, sich durch ihr eigenes Tun einen Namen machen zu können und dabei die Allmacht Gottes in Frage stellen.
Aber Hochmut hatte noch nie eine Chance bei Gott. Die Geschichte zeigt uns, anmaßende Handlungen der Menschen zogen die Strafe Gottes nach sich. Das war schon beim Tanz um's goldene Kalb so. Auch der unvollendete Babeler Turm ist eine deutliche Antwort Gottes auf die Selbstüberschätzung der alten Babylonier.
Sicher will sich an dieser Stelle kein WT-Zeuge angesprochen fühlen. Aber betrachtet Eure Gesellschaft und deren Geschichte doch einmal genauer. Haben die Herren in Brooklyn nicht oft genug den Mund zu voll genommen mit ihren Harmagedon-Falschterminen. Oder das vermeintliche hellere Licht, welches nicht selten das Gegenteil des vorher gesagten ist.

All diese Informationen, die für angeblich „gebetsvoll" eingeholt werden, sollen göttlich sein. Daß dabei menschliche Fehler auftreten können, ist doch verständlich und wird von allen WT-Zeugen bereitwillig geschluckt. Eure Gesellschaft ist doch an nichts weiter interessiert, als an der Verbreitung der massenweise produzierten Zeitschriften, Bücher, Schallplatten, Kalender, Tonbänder usw., die sie so hemmungslos betreibt, daß man ohne zu übertreiben die WTG als großangelegte Vertriebsorganisation charakterisieren kann. Wenn Ihr Euch nun einmal selbst betrachtet, müßt Ihr doch feststellen, daß Ihr doch auch ständig darauf bedacht seid, Euch einen Namen zu machen. Bei Euren Ältesten, in der Versammlung, im Zweigbüro und letztendlich bei Jehova. Sind nicht Begriffe, wie Wertschätzung gegenüber Jehova oder Zugehörigkeit zur großen Volksmenge gängige Argumente, um sich durch eigenen Fleiß (gleich den Babyloniern) einen Namen zu machen. Gottes Antwort auf solches Tun ist uns bekannt.

Mein Rat an alle Zeugen Jehovas guten Willens - baut nicht weiter an einem Turm von Scharlatanen! Jeder hat die Möglichkeit umzukehren und Gott zu folgen. Traut Ihr Euch denn wirklich nicht zu, die Bibel ohne WT zu studieren? Kommt heraus aus Eurer Isolation! Sucht Menschen, die Gottes Wort hören und offen darüber sprechen!
Die Kirchen aller Konfessionen bieten für jeden die Gelegenheit dazu.
-Thomas-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE DIE WT 17 UND 18/1986
STUDIENARTIKEL:
„Neutrale Christen in einer blutbefleckten Welt"
SIND JEHOVAS ZEUGEN EHRLICHE BÜRGER?
Wie die ersten Christen, so würden auch Jehovas Zeugen „als ehrliche Bürger … den Landesgesetzen" gehorchen. Das liest man auf Seite 20 dieses Wachtturms.
Nur zu gut weiß die Wachtturm-Gesellschaft, daß diese Aussage unwahr ist.
Nehmen wir die Situation der Zeugen Jehovas in der DDR. Da wird illegal Literatur in das Land eingeschleust und ebenso illegal werden bedeutende Geldsummen in das Ausland gebracht. Hierbei werden die Zollorgane bewußt hinters Licht geführt.

Da werden bestimmte Informationen (Zahl der Predigtdienststunden, Heimbibelstudien, Rückbesuche, Rechtskomitee-Berichte u.a.m.) verschlüsselt und an das im Ausland befindliche Zweigbüro geschmuggelt.
Auf bestimmte Fragen von zuständigen Behörden antworten Zeugen Jehovas nicht, bzw. Sie geben eine bewußt falsche Auskunft. Rechtfertigen tun sie diese Handlungsweise mit der unbiblischen „theokratischen Kriegslist ".

ZEUGEN JEHOVAS KONTRA VERFASSUNG
(1) „Der Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften ist Recht und Ehrenpflicht der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik. Jeder Bürger ist zum Dienst und zu Leistungen für die Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik entsprechend den Gesetzen verpflichtet.
(2) Kein Bürger darf an kriegerischen Handlungen und ihrer Vorbereitung teilnehmen, die der Unterdrückung eines Volkes dienen..
(Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik, Artikel 23, Absatz 1 und 2)
Diese Verfassung ist für die Zeugen Jehovas, die Bürger der DDR sind Gesetz. Verstöße gegen die Verfassung werden nach den gesetzlichen Rechtsvorschriften geahndet.
Nun lehnen die in der DDR nicht nur die Ableistung des Wehrdienstes ab, sondern auch .waffenlose militärische Arbeit, alternative Dienstleistung oder das Grüßen eines Symboles wie einer Landesfahne …"
Zwangsläufig fragt man sich: Mit welchem Recht? Der vorliegende Wachtturm soll uns darüber Auskunft geben.

LEHREN, DIE ZUM WIDERSPRUCH ANREGEN
„nun, kurz nachdem Jesus das Gedächtnismahl im Hinblick auf seinen Tod eingeführt hatte, überzeugte er sich davon, daß seine Jünger zwei Schwerter mit sich führten. Zu welchem Zweck? Um einen wesentlichen Grundsatz aufzustellen, den dann alle Christen beachten müßten. Als die Soldaten in den Garten Gethsemane kamen, um Jesus zu verhaften, schwang der ungestüme Petrus ein Schwert und hieb Malchus, einem Sklaven des jüdischen Hohenpriesters, das rechte Ohr ab. War es nicht eine edle Sache, auf diese Weise für den Sohn Gottes zu kämpfen? Jesus war nicht dieser Meinung. Er heilte das Ohr des Sklaven und erinnerte Petrus daran, daß sein himmlischer Vater imstande sei, ihm 12 Legionen Engel zu Hilfe zu senden. Damals äußerte Jesus den fundamentalen Grundsatz: 'Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen'
(Matthäus 26:51-53; Lukas 22:36,38,49-51; Johannes 18:10,11." (S. 19)
So jedenfalls die Interpretation des WT bezüglich de
r angegebenen Bibeltexte.

Merkwürdig: Laut WTG-Text führte also Jesus seine eigenen Jünger in die Irre. Denn nachdem er von ihnen gefordert hatte, zwei Schwerter mitzuführen, verbot er wenig später den Gebrauch dieser Waffen. Und dieser ganze Aufwand nur deshalb, um der Nachwelt eine Lehre zu erteilen?!
Hier scheint doch irgend etwas nicht zu stimmen …

Doch lesen wir weiter:
„Manche mögen fragen: 'Wie stand es aber mit Kornelius, dem Zenturio, und mit Sergius Paulus, dem vom Heer unterstützten Prokonsul von Zypern? Waren diese Männer nicht mit dem Militär verbunden?' Ja, zu dem Zeitpunkt, wo sie die christliche Botschaft annahmen. Die Bibel sagt uns jedoch nicht, was Kornelius und andere nach ihrer Bekehrung taten, Sergius Paulus, der ein intelligenter Mann war und 'erstaunt war über die Lehren Jehovas', überprüfte zweifellos bald seine weltliche Stellung im Lichte seines neuerlangten Glaubens und traf eine richtige Entscheidung. Ähnliches wird Kornelius getan haben (Apostelgeschichte 10:1,2; 44-48; 13:7,12)." .(S. 19)

Merkwürdig: Sollte tatsächlich in einer solch wichtigen Frage die Bibel versagen? Einerseits: Könnte in der DDR ein Interessierter, der den bewaffneten Organen angehört, als Zeuge Jehovas getauft werden? Hauptmann Kornelius wurde dagegen sogar mit dem Heiligen Geist getauft.
Andererseits: Jesus betreibt angeblich so viel Aufwand, um seine Jünger davon zu überzeugen, keine Waffen zu gebrauchen. Dagegen hält es Lukas ein paar Seiten weiter in seiner Apostelgeschichte nicht für nötig, zu schildern, wie sich Kornelius und Sergius Paulus, nach ihrer Taufe verhielten?!
Die Aussage des WT er „überprüfte zweifellos bald seine weltliche Stellung", ist reine Spekulation.
Was stimmt hier also nicht?

AUSSPRUCH JESU -
EIN ZIVILRECHTLICHES GEBOT
Offensichtlich kommt man mit der Art der Betrachtungsweise des Wachtturms zu keinem brauchbaren Ergebnis-. Zumal - wie der WT auf Seite 18 zugeben muß - Gott der Nation Israel sogar geboten hatte, Kriege zu ,führen.
Wir ziehen andere Schlußfolgerungen:
Der Ausspruch Jesu,
„alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen", ist ein z i v i 1 r e c h t 1 i c h e s Gebot. Kein Mensch hat im Alltag das Recht, einen anderen zu verletzen oder gar zu töten.
Damit wird aber keineswegs die Wehrdienstfrage und das Verhalten eines Bürgers im Verteidigungsfall berührt!
So gesehen, klären sich die angesprochenen Probleme zu den Bibeltexten von selbst.

WTG LEHNT VERANTWORTUNG AB
Führen bei jungen ZJ die angesprochenen Probleme schon zu großen Konflikten, verschärft sich ihre Situation noch durch folgenden WTG-Standpunkt:
„Jeder muß seine eigenen gewissensmäßigen Entscheidungen im Einklang mit seinem Verständnis der biblischen Grundsätze treffen (Galater 6:4,5)." (S. 19,20)
Das bedeutet: Die Wachtturm-Gesellschaft lehnt als Urheber oben aufgezeichneter Grundsätze gleichzeitig jede Verantwortung ab. Jeder Zeuge muß die aus seiner Haltung resultierenden Maßnahmen selber tragen. Entschließt er sich dagegen, seiner Wehrdienstpflicht nachzukommen, wird er von derselben Wachtturm-Gesellschaft aus den Reihen der Zeugen Jehovas ausgeschlossen. Diese Konsequenz wird allerdings im WT nicht erwähnt.
Deutlich wird aber, wieviel Spielraum diese Organisation ihren Anhängern zur Entscheidungsfindung läßt.

WACHTTURM NUMMER 18/1986
STUDIENARTIKEL:
„Geschickte Ratgeber - ein Segen für die Brüder"
DIE „GESCHICKTEN RATGEBER" INNERHALB DER WACHTTURMGESELLSCHAFT
In der Tat sind geschickte Ratgeber stets gesuchte Persönlichkeiten.
Ihren Wert weiß man insbesondere dann zu schätzen, wenn sich ihre Ratschläge als wertvoll und zutreffend erwiesen haben.
Wie oft haben sich dagegen Lehrmeinungen der WTG als Irrweg herausgestellt.
Leider macht auch dieser Wachtturm keine Ausnahme. So will man mit Hilfe von Jesaja 1:26 dem Leser suggerieren, daß Jehova sein Volk „in unserer Zeit mit Ratgebern" versorgt. Weiter heißt es:
„Diese Verheißung erfüllt sich in erster Linie durch die ernannten Ältesten in der Christenversammlung." (S. 10).
Wie „gut" sich diese Verheißung erfüllt, soll an einem Beispiel demonstriert werden. Im WT 7/86 liest man auf Seite 25:
„Ein Mann erfreute sich als Ältester großer Vorrechte und verstand es, sein Leben als Hurer geschickt zu verheimlichen. Selbst nach seiner Heirat setzte er seine unsittliche Lebensweise fort:

Dennoch machte es ihm nichts aus, den Schein der Unschuld zu wehren und sogar als Glied von Rechtskomitees andere zu beurteilen. Die Sünde hatte ihn verhärtet. Bald begann er, selbst grundlegende Lehren der Bibel zu bezweifeln."
Sehen so die von Gott geleiteten, geschickten Ratgeber für sein Volk aus?
Nun, ein genaueres Studium der angegebenen Bibelstelle aus Jesaja 1:28 läßt erkennen, daß sich dieser Text auf Gottes Gericht zur Läuterung Jerusalems (um das Jahr 600 v. u. Z.) bezieht (siehe auch Jesaja 1:1, 21; Luther). Von einer Erfüllung in unserer Zeit kann keine Rede sein.
Die Praxis rechtfertigt diesen Anspruch auch nicht im mindesten.

WAS DER EINE DARF, IST DEM ANDEREN VERBOTEN
„Sie (die Ältesten: Anm. d. Red.) sollten es unbedingt vermeiden, andere einzuschüchtern oder den Eindruck zu vermitteln: 'Du sollst mir zuhören, weil ich ein Ältester bin.'" (S. 15)
Lassen wir es dahingestellt, ob an diesem Ratschlag in der Praxis festgehalten wird. Älteste haben es eigentlich auch nicht mehr nötig, ihre „Schafe" einzuschüchtern. Das besorgt viel gründlicher die WTG mit Hilfe ihrer Schriften:
Eine Kostprobe gefällig?
„Wer seine persönlichen Ansichten geltend macht und den Rat des von Christus ernannten 'treuen Sklaven' in ein schlechtes Licht stellt, hält nicht 'an dem Haupte' fest. Daher sollten sich Jehovas loyale Zeugen vor irgendeinem gottlosen Einfluß hüten, der sie ihres Siegespreises des ewigen Lebens - berauben könnte."
(WT Nr. 14/85, S. 24)

Da erübrigt sich doch jede weitere Einschüchterung von seiten eines Ältesten, nicht wahr? Kritik darf es innerhalb der Organisation nur „von oben nach unten" - aber nie umgekehrt (!) - geben. Selbst wenn eine Person sich im Recht befindet, darf sie ihre Stimme nicht kritisch gegen Älteste oder die WTG erheben. Sie soll vielmehr Liebe darauf vertrauen. „daß Jehova für die nötigen Berichtigungen sorgen kann und dies … auch tun wird." (WT Nr. 14/85, S. 24) Der Weg zu Jehova scheint sehr lang zu sein, denn notwendige Berichtigungen lassen teilweise jahrelang auf sich warten. Manch ein Zeuge erlebte sie aus Altersgründen nicht mehr …
Was gäbe es abschließend zu diesem Thema noch zu sagen? Lassen wir ausnahmsweise dem WT das letzte Wort:
„Ja, Rat erteilen ist ein Ausdruck der Liebe …„ (S. 15)
-Gerd R ...-

„DER 'FÜRST DES FRIEDENS' SIEHT HARMAGEDON ENTGEGEN"
Kapitel 2 - Gedanken zu dem 1986 erschienenen Buch der WTG
Auf Seite 15 steht geschrieben:
„Gott, der Höchste, erhöhte ihn zu seiner Rechten. Dort regiert er seit dem Ende der Zeiten der Nationen … seit Anfang Oktober des Jahres 1914, als 'Fürst des Friedens' .-
Nach Matthäus 24:3,33,36 kann die Wiederkunft Christi, das ist hier mit „Anfang Oktober 1914 - gemeint, nicht berechnet werden. Die WTG setzt hier die Bibel außer Kraft. Übrigens wurde diese Wiederkunft Christi von der WTG mit den gleichen willkürlichen Methoden schon einmal auf 1874 berechnet, was in den Schriftstudien bis 1926 aller Welt verkündigt wurde.
„Seit Beginn seiner himmlischen Herrschaft sieht er sich einer feindlichen Welt gegenüber, was durch 2 Weltkriege bewiesen wurde, bei denen es um die Frage ging, wer die Welt regieren wird. Jetzt wird er mit der Organisation der Vereinten Nationen. konfrontiert."

Die beiden Weltkriege wurden nicht in Konfrontation mit Christus „im Himmel" geführt. Zur Zeit des 1. Weltkrieges glaubten und predigten die WT-Zeugen selbst noch Christi Wiederkunft 1874. Hier wird lediglich historischer WTG-Unsinn bewiesen. Inhalt der beiden Weltkriege waren ganz andere Kriegsziele, die sich nie gegen Christus im Himmel richteten. Auch die Vereinten Nationen, UNO, sind keine Konfrontation mit Christus. Christus würde nicht die Rolle der UNO übernehmen und die UNO nicht die Rolle Christi. Die WTG konstruiert hier Fiktionen. Die UNO kämpft für Religionsfreiheit, also auch für die Freiheit des Christentums, worauf sich auch die WTG gelegentlich, beruft, was sie durchgesetzt wissen will, so sie Schwierigkeiten hat.

„Durch die weltweite Verkündigung …, die Jehovas Zeugen in mehr als 200 Ländern durchführen, werden alle Menschen darauf aufmerksam gemacht, daß Jesus Christus im "Himmel als König herrscht". Diese Behauptung ist glatter Selbstbetrug. Selbst in den 100 WTG-Jahren wurden keineswegs alle Nationen erreicht. Es müßten alle einzelnen Menschen erreicht werden.
Milliarden Menschen sind bis jetzt überhaupt noch nicht erreicht worden. Täglich werden Millionen hinzugeboren. Kurz vor seinem Tode offenbarte sogar WTG-Präsident N. H. Knorr, daß er von der WTG-1914-Lehre betr. Christus nicht überzeugt ist.

Seite 16
„Die Zeit des 'Abschlußes des Systems der Dinge' ist weit vorgerückt. Die Generation von 1914 … diese Generation soll, wie Jesus sagte, nicht vergehen, bis alle diese Dinge erfüllt sind. Ihr Ende ist jetzt sehr nahe." Jesus hat in Matth. 24 die Zeit seit 1914 überhaupt nicht. im Sinn gehabt, hat nie von ihr gesprochen. Er meinte die Generation von damals. Alles andere ist WTG-Konstruktion - einer „größeren Erfüllung", die seit über 100 Jahren immer wieder umgedeutet wird. Wenn das Ende zudem „sehr nahe" sein soll, dann erfüllt die WTG erst recht nicht, „allen Nationen" zu verkündigen, wenn man die Milliarden sieht, die noch zu erreichen sein würden.
Mit der weiteren Bindung an das Jahr 1914 ist „diese Generation" in Wirklichkeit fast „vergangen", da man nur mit einem biblischen Alter von 70-80 Jahren rechnen kann. Ps. 90:10. Auch auf diese Weise „erfüllt" die WTG Matthäus 24 heute nicht.

Seite 17.
„Der hebräische Name Har-Magedon oder Harmagedon bedeutet 'Berg von Megiddo'. Weder in alter noch in neuerer Zeit hat es einen geographischen Ort gegeben, der Berg von Megiddo genannt wurde … Zweifellos können die inspirierten Worte, die Barak und Debora am Schluß ihres Liedes .nach diesem Sieg bei Megiddo sangen, als ein Gebet im Hinblick auf den bevorstehenden Krieg von Harmagedon aufgefaßt werden:- 'So mögen alle deine Feinde umkommen, Jehova, und die dich lieben, seien, wie wenn die Sonne aufgeht in ihrer Macht'."
Wenn es keinen Berg, sondern nur eine Stadt Megiddo gab, so kann man nur in eigener Willkür Berg gleich Stadt setzen, was hier geschieht, um die alten Megiddo Schlachten heranzuziehen. Das sind willkürliche Zusammen-Konstruktionen.

Barak und Debora haben nie im Hinblick auf ein heutiges Harmagedon gebetet, darum kann das auch nicht so aufgefaßt werden. Zudem besagen die Worte „Zweifellos können", daß es eben nicht unbedingt so sein muß. „Zweifellos" ist einer der WTG: Begriffe bei ihren Bibelauslegungen, um Gewißheiten zu behaupten, die keine sind, so daß sie sich später bei nötiger Umdeutung immer „unschuldig" aus der Verantwortung ziehen kann, um denen die Schuld zu geben, die es geglaubt haben.

Seite 18
„Nationen werden, nach Harmagedon versammelt".
Diese Überschrift ist üble Falschprophetie und Bibelverdrehung. Lt. Offenbarung 16:16 wurden da nur „die Könige versammelt". Es findet auch keine Vernichtung der Könige und Völker oder Nationen statt, denn in Offb. 21:24 wird zum Schluß gesagt, daß die Völker und Könige der Erde Licht und Herrlichkeit Gottes erfahren. übrigens wurde unter C.T. Russell keine solche Vernichtung ausgelegt, da hatte Harmagedon in den 90er Jahren schon begonnen.
(Schriftstudien II, 1926, S. 97, CV 200)

Seite 20
„Jesus Christus der Heerführer der Streitkräfte Jehovas, sieht bereits einige Jahre zu, wie sich die weltlichen Herrscher und ihre Streitkräfte nach Harmagedon versammeln … Mutig und entschlossen hat er sich vorgenommen, es mit ihnen allen gleichzeitig aufzunehmen."
„Einige Jahre" hieß es vor dem 1. Weltkrieg, desgleichen vor dem 2. Weltkrieg, desgleichen nun im 12. Jahr nach dem 1975-Fiasko der WTG. So kann man nur Arglose täuschen. Zudem ist der verherrlichte Christus zur Rechten Gottes wie ein irdischer Heerführer, der angesichts der Feinde „mutig und entschlossen" sein muß. Ist er dort nicht mit aller Gewalt ausgerüstet? Was wissen die WTG-Schreiber, was Christus „sich vorgenommen hat"? Was ist das für ein menschliches Geschwätz?

Wiederum:
Nach Offenbarung 16:16 versammeln sich nur „Könige".
„… einen um so deutlicheren Sieg … „? „Jehova, sein Oberkommandierender …"?
Christus brauchte vor niemanden „um so deutlicher" zu siegen. Er hat zu Gott-auch kein militärisches Verhältnis. Gott kommandiert ihn nicht. Diese Militarisierung von Gott und Christus durch die WTG verfolgt das psychologische Ziel, einer Art militärischem Gehorsam den: Militärbefehle diskutiert man nicht, also auch nicht die WTG Anweisungen!

CHRISTLICHER GLAUBE UND DIE TRADITION
EIN LOB FÜR DIE KATHOLISCHE KIRCHE?
Es handelt sich hier um eine Stellungnahme die gegenwärtige Situation in der katholischen Kirche. Die durch Anstrengungen und Maßnahmen gute Bedingungen geschaffen hat; allen Gläubigen das Wort Gottes zugänglich zu machen und die Bibel kein verbotenes Buch mehr ist. Im Gegenteil, das Wort Gottes soll gelesen, gelernt und gebraucht werden, aber in Übereinstimmung mit den kirchlichen Traditionen. - Veröffentlicht in der Zeitschrift „Erwachet!" vom 8.6.1986, Seite 3-9, unter dem Titel: „Die Katholiken und die Bibel".

DIE BIBEL ODER DIE TRADITION !
Hier endet nun Lob und Anerkennung der WTG für die katholische Kirche, und es beginnt die Kritik. Zum Beispiel: Die Bibel nach der Tradition (= Überlieferung) auszurichten, hieße die Tradition über die Bibel zu stellen.
Auf diese Weise geraten aufrichtige Gläubige und Bibelleser in ein Dilemma! Eine konsequente Ablehnung der Tradition zugunsten der Bibel, des Wortes Gottes, wird deshalb gefordert.

ANDERE LEHRST DU,
UND DICH SELBST LEHRST DU NICHT? Rö. 2:21
Schöne Worte, wenn sie wahr wären, könnte man sagen. Aber sie sind nicht wahr, denn die Hauptlehren der WTG sind Tradition, die folgenden Beispiele werden es beweisen. Hier sorgt man sich angeblich um katholische Gläubige, die in ein Dilemma geraten können, doch es kümmert sie nicht im geringsten, wenn jemand aus den eigenen Reihen wegen der unbiblischen Lehren in ein Dilemma gerät. Und sollte er sich darüber noch äußern, so weiß er auch, was ihm blüht; er schweigt dann meistens lieber, um einen Ausschluß und seine Folgen zu vermeiden, denn die WTG wacht über ihre Tradition mehr als über biblische Wahrheiten.

„BEISPIEL OBRIGKEIT",
DAS FÜR SICH UND GEGEN DIE WTG SPRICHT
Schon seit ein ersten Weltkrieg wurden Brüder, die die Obrigkeitslehre der Bibel als eine von Gott bestimmte Ordnung erkannten, diffamiert, getadelt und gemaßregelt. Römer 13:1-7; 1. Petrus 2:13,14, Titus 3:1.

Aber noch 50 Jahre lang wurde die heilige Schrift vergewaltigt und verdreht, um den Beweis zu erbringen, daß nur Jehova und Jesus Christus unsere Obrigkeiten seien, denen wir gehorchen müssen. Nachdem schon Tausende diese Irrlehre mit ihrer Freiheit und dem Verlust des Lebens bezahlt hatten, gab man kleinlaut den Irrtum zu. Jedoch mit der Einschränkung: „diese Unterordnung sei nur bedingt." Dadurch ändert sich kaum etwas an der Praxis der Zeugen Jehovas, man bleibt den Wahlen fern, um so die Gottergebenheit (sprich WTG-Ergebenheit) zu demonstrieren. Denn die Tradition siegt über die Bibel!

EIN ANDERES BEISPIEL: „DIE ZEITRECHNUNG"
Das Traditionsjahr 1914 - ohne biblische Stütze - liegt nun schon über 70 Jahre zurück; doch man hält daran fest, wie in jedem „Erwachet!„-Exemplar auf Seite 2 zu lesen ist.
Eine Generation, die heute schon 80 bis 90 Jahre alt ist, als die Generation zu bezeichnen, die den Antritt der 1000-Jahrherrschaft Christi miterleben soll, ist wohl kaum noch ernst zu nehmen. Denn als Jesus damals von einer Generation sprach, die nicht vergehen sollte, bis sich seine Prophezeiung über Jerusalem und Juda erfüllt haben sollte, hatte sich schon nach 40 Jahren bewahrheitet. Doch heute kennt niemand einen genauen Zeitpunkt. Matthäus 24:36,50.
Daher sind diesbezüglich alle Daten nur Spekulationen von Menschen und die WTG bietet sie als Wahrheit an. Doch sie ist weiter nichts, als ein weiteres Glied in der Kette ihrer Traditionen, das sie als Spitzenerzeugnis christlichen Glaubens anpreist und verbreitet.

EIN DRITTES BEISPIEL: „DAS GEDÄCHTNISMAHL"
Ja so nennt man richtiger Weise das Abendmahl des Herrn, weil es zum Gedächtnis an ihn und seinen Tod gefeiert werden sollte. 1. Korinther 11:23-26. Denn sein Tod ist die Voraussetzung für Auferstehung und ewiges Leben, das die Glaubensgrundlage für alle Menschen ist. Johannes 3:16. Deshalb sollten auch zumindest alle getauften Anwesenden bei einer solchen Feier das biblisch garantierte Recht in Anspruch nehmen können, von den Symbolen zu genießen. Denn Jesus selbst sagt: „… und lehret sie halten, alles L was ich euch geboten habe". - Matthäus 28:19,20. Und Christen dürfen keine Unterschiede machen. Galater 3:28; Kolosser 3:11; Matthäus 23:11. Doch die WTG macht sich auch in diesem Fall ihr eigenes Evangelium, sie unterscheidet den „Überrest" - z. Zt, etwa noch 9000 -, die Teilhaber an den Symbolen sind. Dann die „Anderen Schafe" - etwa 2 Die 3 Millionen, die keine Symbole nehmen -, die nur Gäste und Zuschauer bei dieser Kulthandlung sind. Seit 1931 wird dies so gehandhabt, und man versucht Jahr für Jahr, seit 56 Jahren, immer wieder zu beweisen, daß diese Art zu Feiern allein die richtige ist. In den Ansprachen, die dabei gehalten werden, klingt das immer wieder Jahr für Jahr nach Rechtfertigung und Beruhigung eines schlechten Gewissens. Denn in der Bibel gibt es keine Schriftstelle, die sagt, daß ein Teil der Christen die Symbole nehmen darf und der andere Teil nicht! Krasser als die WTG kann man die eigene Meinung über „die Bibel und die Tradition" nicht mit Füßen treten.

ZUM CHRISTLICHEN GLAUBEN
GEHÖRT AUCH CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Es gibt noch eine Menge anderer Beispiele die alle zeigen, daß bei der WTG nicht alles Gold ist, was da glänzt. Erst der Ausschluß und dann der Gedankenaustausch mit anderen Brüdern, außerhalb der WTG hat mir gezeigt, daß noch mehr geschrieben steht als nur die einseitige WT-Kost.
Ein christliches Verantwortungsbewußtsein hilft uns auch die Unterschiede christlichem Glauben und der Tradition erkennen und entsprechend zu handeln, frei zu werden von den Falschlehren Wachtturm-Gesellschaft.
-E.A.B.

HAST DU DAS GEWUSST?
ÜBER DIE ROLLE DER WTG VOR VOR 61 JAHREN
Wir schreiben das Jahr 1987. Vor 61 Jahren am 20. Juni 1926 wurde in Deutschland ein Volksentscheid zur Enteignung der Fürsten durchgeführt, eine demokratische Entscheidung gegen Militarismus und Monarchismus nach dem 1. Weltkrieg.
Die fürstlichen Vermögen sollten zur Linderung der Not der kleinen Bauern und Pächter, zur Verbesserung der Betreuung von Kranken und Invaliden, zum Aufbau von Kinderheimen und Erziehungsanstalten, zur Erhöhung der Unterstützungen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene verwendet werden.
Leider reichte die Zahl von 14,5 Mio Stimmen nicht, die abgegeben wurden, es waren laut Gesetz 20 Mio erforderlich.
Verhindert wurde eine Stimmenmehrheit u.a. auch durch Druck und Hetze gegen den Entscheid durch die damaligen Kirchenbehörden. Erinnerlich sind die religiösen Sozialisten, die dafür auftraten.
Dagegen jedoch wirkten auch die damaligen Bibelforscher der WTG. In einer unter Pseudonym verbreiteten Broschüre „Die größte Geheimmacht der Welt" wurde seit 1924/25 jedermann erklärt, alle Bemühungen, „der Welt zu helfen, herauszukommen aus allen Schwierigkeiten", „alle diese ernsten Bemühungen sind vergeblich".. (Vorwort v. P. B. Gotthilf, d.i. WTG-Zweigdiener Paul Balzereit)
So war es immer unter der WTG. Immer wurde geholfen, Fortschritt und Verbesserungen zu vereiteln, bis heute. Damals unter der WTG-Paradieslegende von 1925, jüngst von 1975, jetzt übers Jahr 2000 verschoben. (Fakten nach NZ 20.6 86)
-CVN-

ENDZEITZITATE EINMAL NEUTRAL BETRACHTET
Liebe Brüder und Schwestern!
Es ist allgemein bekannt, daß das Steckenpferd der WTG die Endzeitvoraussagen der Bibel sind. Im Laufe der Jahrzehnte haben damit zwar schon lächerlich gemacht aber das trifft die Bibelausleger der WT nicht sehr hart. Darunter leiden vorwiegend die Kleinen, die Verkündiger solcher Endzeitbibelauslegungen, die damit von Tür zu Tür gehen.
Setzen wir einmal voraus, die Regierungen dieser Welt hätten sich von den Bibelauslegungen der WTG leiten lassen, es wäre unvorstellbar ausgegangen. Nehmen wir nur einmal an, die Wirtschaftsexperten hätten die Daten der Bibelausleger ernst genommen, die sie für das Weltende angegeben hatten, es wäre ein unvorstellbarer Zustand unter der Menschheit eingetreten.

EINIGE BEISPIELE ZUM BESSEREN VERSTÄNDNIS
Beispiel Nr. 1
Wie würdest du darauf reagieren, wenn du eine große Familie zu versorgen hättest und liest plötzlich so etwas:
„Dies steht im vollen Einklang mit der Erklärung der Schrift, daß das Reich Gottes zuerst aufgerichtet werden muß, bevor es an die Vernichtung aller bestehenden Gewalten der gegenwärtigen bösen Welt herantreten kann, jener politischen, kirchlichen und finanziellen Mächte, deren Untergang am Ende der 'Zeiten der Heiden' Nationen, im Oktober 1914 fällig ist." Schriftstudien Band IV, Seite 272/1897

Setzen wir voraus, du hättest es geglaubt und nur noch mit deiner Familie bis Oktober 1914 von der Hand bis in den Mund gelebt. Wie hättest du nach 1914 reagiert, wenn ein WT-Vertreter an deine Tür geklopft hätte und mit dir über die Endzeit sprechen würde?
Nehme bitte zur Kenntnis, wie damals viele Bibelforscher handelten:
„Sie waren verbittert und fielen von der Wahrheit ab."
So schilderte es das Jahrbuch der WTG aus dem Jahre 1975 auf Seite 2. Was erkennt man aus dieser Schilderung? Man erkennt deutlich, wie skrupellos und eingebildet die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas ist. Für sie ist all das, was sie veröffentlichen und lehren, die Wahrheit und wenn es noch so falsch ist, für sie bleibt es die Wahrheit. Sie wissen sich immer wieder rauszureden.

Beispiel Nr. 2 wird es beweisen.
Beispiel Nr. 2
Wer CV regelmäßig liest, wird bereits wissen, daß die Propheten der WTG nach 1914 wiederholt mit neuen Endzeitdaten manöverierten. Zum Beispiel legten sie sich auf 1925, 1945, 1972 und neuzeitlich auf 1975 fest. Aber darüber wollen wir nicht berichten. Wir werden uns bemühen, mit wenigen Zitaten die Kaltblütigkeit der leitenden Körperschaft nachzuweisen, wenn sie in der Klemme sitzt.
Zitate
Sechs Jahre vor 1975 konnte man in den Schriften der WTG folgendes lesen:
„Sollte Jehova Gott in den 1970er Jahren einzugreifen und die verderbte Welt, die einer völligen Auflösung entgegengeht, vernichten, so sollte uns das gewiß nicht überraschen."
Erwachet 8. 4. 1969, Seite 13

„Wenn du ein junger Mensch bist, so mußt du dir auch über die Tatsache im klaren sein, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst. Wieso nicht? Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen, daß dieses verderbte System in einigen wenigen Jahren enden soll."
Erwachet 22. 8. 1969, Seite 15

Das Jahr 1975 rückte näher und näher, plötzlich war es vorüber, was sollten Jehovas Zeugen nun tun, noch länger warten? Die leitende Körperschaft fand einen Ausweg. Nach 1975 konnte man folgende Ausreden in den Schriften der WTG lesen:

„Können wir noch eine ganz kleine Weile ausharren? Wenn ja, dann werden wir es erleben."
Wachtturm 15. 3. 1977, Seite 175

„Das Ende kommt nicht, nur weil wir denken mögen, daß es jetzt kommen müßte. Das Ende kommt erst, wenn das großartige Königreichspredigtwerk, in dem Maße durchgeführt worden ist, wie Jehova es wünscht."
Wachtturm 15.2.1977, Seite 113

Stellen wir zugleich die Frage:
„Haben die Propheten der WTG so etwas nicht schon früher gewußt. Mußten erst Millionen von Zeugen Jehovas und Freunde soviel über sich ergehen lassen, um endlich die Wahrheit zu erfahren?"

Ob es wohl die Wahrheit ist, oder war es eine Notlüge ?
-W.W.-

AKTUELLES IN KÜRZE
In Wien fand eine Versammlung der UNO über das Altern statt. Teilnehmer aus über 100 UN-Mitgliedstaaten nahmen daran teil. Die Thematik umfaßte die Erhaltung des Friedens, wie man für alte Menschen schöner und menschenwürdiger muß und wie die sozialen, moralischen und gesellschaftlichen Probleme des Alterns, Gesundheitsfürsorge, Weiterbildung und auch Beschäftigung bewältigt werden müssen. Es wurde ein Weltaktionsplan für nächsten Jahrzehnte beraten.
Da muß ein ZJ natürlich die Ohren spitzen! Denn da denkt. ja keiner an das „baldige„WT-Weltende!
Das kann man ihnen ja wohl auch nicht zumuten angesichts der nachweislichen WT Falschprophetien von 1799 bis 1975!, die Generationen enttäuscht vergehen ließen!

AUS DER WELT DER ZEUGEN
WIE ES BRUDER BERNHARD UND SEINER FAMILIE ERGING
Bernhard war ein einfacher, sensibler und in sich gekehrter junger, Mann, der seiner Umwelt gegenüber sehr schüchtern und zurückhaltend auftrat. So fiel ihm der Kontakt zu anderen Menschen, insbesondere aber zum anderen Geschlecht, den Frauen, sehr schwer. Gerade darüber war er sehr unglücklich, denn wie gern hätte er eine Frau und Kinder, ja eine vollständige Familie gehabt.
Eines Tages standen zwei junge Pionierschwestern der WTG vor seiner Tür. Bernhard ließ sie gerne herein und es gefiel ihm, was die beiden ihm da alles so erzählten, von bevorstehendem Glück und Frieden, von der Eintracht und der guten Harmonie der Zeugen untereinander. Besonders neugierig aber wurde Bernhard, als er von den beiden Schwestern erfuhr, was für glückliche Familien es unter den Zeugen gibt und daß auch die beiden Besucherinnen noch ledig waren. Ja, das soeben Gehörte ließ sofort große Hoffnungen in ihm auf keimen, denn man könnte doch …

Na, das wäre doch eine prima Sache, günstiger würde es ihm doch nie wieder geboten werden, seine Hoffnungen und Wünsche zu erfüllen. Und dazu noch alles gratis und frei Haus, also da muß man ja zugreifen, man wäre ja schön dumm, wenn man es nicht täte, sagte er sich. So kam es wie es kommen mußte, ein Heimbibelstudium wurde eingerichtet. Bernhard machte schnell Fortschritte, ließ sich nach etwa zehn Monaten taufen, lernte auch die eine der beiden Pionierschwestern, die Schwester Frieda näher kennen und kurze Zeit nach seiner Taufe heirateten sie. Er war sehr glücklich, daß alles so gekommen war und sich für ihn zum Guten gewendet hatte. Bernhard brauchte nicht mehr allein zu sein, hatte eine gute Freizeitbeschäftigung, nämlich den Predigtdienst, so meinte er und vor allem eine gute Frau. Nun fehlten nur noch Kinder und das Familienglück wäre vollständig.

Aber es kam alles ganz anders, das Glück dauerte nicht lange an für Bruder Bernhard und seine Frau.
Eines Tages, es war der letzte Tag Jahr, erlitt seine Frau einen schweren Unfall, sie kam in's Krankenhaus und die Ärzte hätten sie retten können, aber nur, wenn eine Bluttransfusion damit verbunden gewesen wäre.
Bruder Bernhard wurde in das Krankenhaus zu seiner Frau gerufen. Auch ihm legte man ärztlicherseits nahe, daß seine Frau unbedingt sofort eine Blutübertragung erhalten müsse, wolle man sie durchbringen, aber die Lehren der WTG hatten auch bei Bernhard schon ihr übriges getan, und er lehnte strikt ab. So verstarb seine Frau an den Unfallfolgen ein paar Stunden nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus. Der Blutkult der WTG hatte wieder einmal eine glückliche Ehe zerstört. Wie Hohn hörte es sich für Bruder Bernhard an, als er aus dem nahe gelegenen Schwesternzimmer die Worte aus einem Rundfunkempfänger vernahm: „Wir wünschen ihnen ein frohes und glückliches neues Jahr." Diesen schmerzlichen Verlust konnte Bruder Bernhard nicht verwinden, er erholte sich nie wieder davon und verstarb einige Jahre später, geistig irre geworden, in einer psychiatrischen Einrichtung.
Die WTG hatte mit ihren verdrehten, menschenverachtenden Lehren wieder einmal ganze Arbeit geleistet und das Leben zweier Menschen zerstört, die im Begriff waren, sich ein glückliches Familienleben aufzubauen.

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos.
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 159/87 V 7 1 2282 N2

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