Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 21

In dieser CV-Ausgabe zitiert Müller einen seinen ersten offenen Briefe, die er seit Ende der 50-er Jahre bereits versandt hatte. Er hatte darin geschrieben:
"'Ihr verantwortlichen Diener und Vertreter der Gesellschaft, nehmt Stellung zu der im Widerspruch zur erklärten Neutralität stehenden politischen Propaganda in der Wachtturm-Literatur. Im Interesse Tausender Verkündiger in der DDR, die in sorgenvoller Unruhe über die unbiblischen politischen Verwicklungen sind, welche sich keinem Kampf gegen politische Systeme geweiht haben, sondern einem religiösen Werk politischer Neutralität und Gottesanbetung, verlangen wir, die hier aufgeworfenen Fragen öffentlich zur Aussprache zu stellen und klar zu beantworten.' Darauf erhielt ich nie eine Antwort. Jedoch ein mit Bleistift geschriebener Zettel lag im Briefkasten mit folgenden Worten: 'Auf Grund Ihres Verhaltens gegenüber der WTG-Leitung, werden Sie aus der Organisation ausgeschlossen. Ein Dreibrüderkomitee.' Keine Aussprache oder Erklärung."

Wie auch immer man zu Müller steht, eines indes macht dieser Vorgang deutlich. Das "Fußvolk" hat in der WTG-Organisation prinzipiell nichts zu sagen. Es soll und muss nur ohne nach rechts oder links zu schauen, im Kadavergehorsam der von Brooklyn vorgegebenen Linie folgen. Mag diese Linie auch das "verheizen" der eigenen Anhängerschaft in bestimmten politischen Konstellationen beinhalten. Mir drängt sich da ein anderer Vergleich auf. Es gab einmal einen Krieg zwischen China und Vietnam. Die Chinesen mussten bei ihrem Vorstoß registrieren, dass die Grenze verminet war. Und was tat daraufhin die chinesische Generalität? Sie ordnete an, dass die eigenen Leute als lebende Unterlage für den Vormarsch der chinesischen Panzer dienen mussten. Als jene Meldung die Weltpresse erreichte hat sie auch mich erheblich geschockt. Indes betrachte ich es nüchtern, es gibt noch ein paar mehr Generalstäbe vom zitierten chinesischen Kaliber. Einer von ihnen hat seinen Sitz in Brooklyn, New York, USA!

Ein Erlebnisbericht eines Zeugen Jehovas aus Berlin ist in dieser Ausgabe auch abgedruckt. Erpresst über verwandtschaftliche Beziehungen, die ihm viel wert waren, schlägt er auch die Zeugen Jehovas-Laufbahn ein. Eines Tages bekommt er die Order, eine Studiengruppe zu übernehmen, die bisher von einer Schwester geleitet wurde. Nicht das letztere gravierende Fehler gemacht hätte. Es war einfach der doktrinäre Konservatismus, den man auch nebst den Zeugen Jehovas, auch aus der katholischen Kirche kennt, der Frauen für Führungspositionen disqualifiziert. Und dies obwohl statistisch nachweisbar ist, dass bei den Zeugen Jehovas die Frauen in der Mehrzahl sind. Nicht Qualifikation zählt also, sondern mittelalterliche Dogmatik!

 


CV Christliche Verantwortung

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Konto-Nr. 4564-49-20156 Bank für Handel und Gewerbe 65 Gera Straße des 7. Oktober

Nr. 21 Gera Dezember 1968

CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.

Aus Anlaß des dreijährigen Bestehens von CV
Dankbarer Rückblick und zuversichtliche Zukunft. Herzlichen Dank allen Mitarbeitern und freudigen Gebern!
Liebe Brüder und Schwestern!
Wir dürfen nun schon auf eine über drei Jahre währende Tätigkeit von "Christlicher Verantwortung" zurückblicken, nachdem wir vom vorhergehenden "Aufklärungsbriefversand" zum Druck von CV übergingen. Es war ein langer Weg mit vielen Schwierigkeiten und Anfechtungen. Viel Mißtrauen und Verleumdungen wurden von der Leitung der WTG ausgestreut. Wir richteten unseren ersten Brief an die Leitung der Gesellschaft in der DDR mit der Bitte, ihre politischen Artikel im "WT" und "Erwachet" zu unterlassen, mit folgendem Wortlaut: "Ihr verantwortlichen Diener und Vertreter der Gesellschaft, nehmt Stellung zu der im Widerspruch zur erklärten Neutralität stehenden politischen Propaganda in der Wachtturm-Literatur. Im Interesse Tausender Verkündiger in der DDR, die in sorgenvoller Unruhe über die unbiblischen politischen Verwicklungen sind, welche sich keinem Kampf gegen politische Systeme geweiht haben, sondern einem religiösen Werk politischer Neutralität und Gottesanbetung, verlangen wir, die hier aufgeworfenen Fragen öffentlich zur Aussprache zu stellen und klar zu beantworten." Darauf erhielt ich nie eine Antwort. Jedoch ein mit Bleistift geschriebener Zettel lag im Briefkasten mit folgenden Worten: "Auf Grund Ihres Verhaltens gegenüber der WTG-Leitung, werden Sie aus der Organisation ausgeschlossen. Ein Dreibrüderkomitee." Keine Aussprache oder Erklärung. Weil wir den Brüdern in aller Liebe helfen wollten, erfolgte der Ausschluß. Die Hartherzigkeit und Arroganz war uns ja schon zur Genüge bekannt. Wir glaubten aber dennoch durch eine Aussprache etwas zu erreichen, damit die Brüder nicht dauernd in Angst und Gewissenskonflikten ausharren müßten. Da nun diese gute Absicht gescheitert war an der Lieblosigkeit der Leitung, mußte der begonnene geistige und humanistische Kampf weitergeführt werden, wenn wir den Brüdern und Schwestern helfen wollten, was ja unsere ehrliche Absicht war. Jeden Brief, den wir an die einzelnen Brüder und Schwestern sandten, bekam auch die Leitung, das ist auch heute noch der Fall mit CV. Es soll nicht ohne ihr Wissen geschehen, damit sie nicht sagen können, sie haben nichts davon gewußt. Viele Briefe wurden versandt, bis es gelang, eine Druckschrift herauszugeben zur Aufklärung für viele. Die erste erschien im Oktober 1965 mit dem Hinweis: "Unsere Schrift 'Christliche Verantwortung' ist hierzu (zum Erkennen der Hintergründe der WTG) ein Mosaiksteinchen einer bisher einzigartigen objektiven und kritischen Gesamtschau des bisherigen WTG-Werkes . . . verfolgen wir das Ziel - angesichts des bereits fünfzehn Jahre währenden Verbotes der WTG-Tätigkeit - alle guten Bemühungen aufgreifend, Jehovas Zeugen den einzigen Ausweg zu zeigen, den es in der Perspektive gibt. Einen Weg, der dem christl. Grundsatz im "Verkehr mit den Nichtchristen ehrbar zu wandeln", (l. Thessl. 4:11) inmitten der fortschreitenden sozialistischen Entwicklung der Wahrheit entspricht, und hilft, festen Halt am wirklichen Leben zu nehmen."

Die WTG-Führung hat erkannt, daß bisher noch niemand in dieser Form die Auseinandersetzung aufgenommen hat. Sie stößt zum ersten mal auf Argumente, die in christlicher und humanistischer Weise vorgetragen werden, gestützt auf das genaue Wissen um die Besonderheiten der WTG und ihrer Tätigkeit in jeder Hinsicht. Nur wer diese Dinge kennt, vermag hier vorzustoßen. Deshalb muß der Kampf von "Ehemaligen", welche die Dinge und Methoden kennen, geführt werden. Außenstehende können da nie Erfolg haben, weil sie die Gepflogenheiten nicht kennen. Wir haben es immer als unsere Pflicht betrachtet, taktvoll und korrekt zu berichten mit leidenschaftlichem Einsatz in brüderlicher Liebe, wie es sich für einen Christen geziemt. (Rö. 12:17) Öfters wurde unser helfendes Bestreben verkannt und beleidigende Briefe gingen ein, was uns verständlich war, denn die wenigsten konnten solche lieblose Handlungen der leitenden Dienerschaft als Wahrheit aufnehmen, da die Worte von ihnen damit nicht im Einklang standen. Heute sind diese Briefeingänge ausgestorben, wenn schon, dann sachlich, was zu begrüßen ist, denn nur durch Aussprachen kann man Verstehen erlangen.

Es wurde gesagt, wir wären Abtrünnige und Spalter. Liebe Brüder, hat Jesus Widersprüche und Irrtümer als "göttliche Wahrheit" gepredigt, die er später verwerfen mußte? Nein. Jedoch auf die WTG trifft das zu. Aufklärung über ihre Irrwege und liebloses Verhalten, kann darum niemals Verrat an der Wahrheit sein. So sind nicht wir es, die Spaltungen in den Versammlungen verursachen, sondern die Lehrer der WTG selbst. Wenn dann gefragt wird: "Ja, aber wohin sollen wir gehen?" Diese gleiche Frage richtete Petrus an Jesus Joh. 6:68, 69. Apg. 14:21-23; 1. Tim. 3:16,17. Dies dürfte nicht schwer sein zu befolgen. Schwierig ist das nur, weil die Gesellschaft uns alle entwöhnt hat, persönlich sich von der Schrift leiten zu lassen, indem der WT alles selbständige Schriftforschen ersetzt. Wir wissen wohl, daß das alles nicht so einfach ist, der Sinn muß erst dafür freigemacht werden von allen Wachtturmirrtümern. Dieses erfordert natürlich geraume Zeit, aber gebetsvoll und mit gutem willen, wird der Herr Gelingen schenken.

Ein weiteres Hindernis ist oft das Losreißen von liebgewonnenen Menschen und Gewohnheiten. Jedoch sollte sich niemand wegen des Glaubens von jemandem trennen, im Gegenteil, noch engeren Kontakt mit ihm aufnehmen. Es sei denn, wie es bei den WTG-Gepflogenheiten üblich ist, daß der andere ihn nun verachtet, weil er sich entschlossen hat, der Schrift mehr zu gehorchen als den WT-Lehren. Niemand ist auch gehindert einer anderen Gemeinschaft sich anzuschließen, wenn er das Bedürfnis hat und dort das findet, was er sucht. Alle Gemeinschaften sind in Veränderung, hin auf die Einheit in Christus. Jeder ist frei in seiner Entscheidung. Zu wünschen wäre nur, wenn er durch CV auch weiterhin ein Helfer für die Brüder in der WTG-Organisation bleiben würde. (Siehe CV 6) Viele Zuschriften, Ermunterungen und Beiträge bestätigen, wie, richtig und notwendig es war und noch ist, diese CV-Aufklärungsarbeit begonnen zu haben und fortzusetzen.

Wir durften vielen auf diese Weise Mut und Trost spenden. Wir durften ihnen helfen in ihren Gewissenskonflikten. Manche haben dabei die Furcht verloren und die Kraft gefunden, auf Grund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen freimütig mitzuarbeiten. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig der Weg ist, sich oft ganz allein zu der Selbständigkeit und Freiheit durchzuringen, die für diese Arbeit nötig sind, geleitet von Bruderliebe, christlicher und humanistischer Verantwortung. Wir wissen, wie fest jeder einzelne an das WTG-System gefesselt ist. Welche fragen:
"Darf man so über die Organisation sprechen?" Wir antworten: Darf man schweigen, wenn Millionen Menschen von angeblich göttlichen Dienern getäuscht werden? Darf man schweigen, wenn ihr Vertrauen rücksichtslos mißbraucht wird?

Ist es nicht eines Christen Pflicht, wenn er um die Tatsachen weiß und über Beweismaterial verfügt, glaubenzerstörenden, falschen Predigern entgegenzutreten, in sachlicher Weise ihren Vertrauensmißbrauch nachzuweisen und ihre Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen Er wird schuldig an Gott und Menschen, wenn er sich dieser Verantwortung entzieht. Aus diesem Bewußtsein heraus verbreiten wir unsere Aufklärungsschrift. Trotzdem wir wissen, wie mißtrauisch Brüder und Schwestern gegen alle, dem WT entgegenstehenden Lehren, gemacht werden, und wir wissen, daß sie abgehalten werden, CV zu lesen, hatten wir aber doch die Auflage schon zweimal erhöhen müssen, um die Nachfrage zu decken. Dies ist erfreulich. Möchten alle "Ehemaligen" sich mit uns freuen und den noch organisationsgebundenen Brüdern und Schwestern Mut geben zum geistigen Kampf.

Liebe Brüder und Schwestern, doch nicht uns gebührt Ruhm und Anerkennung, sondern dem Herrn allein. Wir denken an die Worte des Paulus: Gott ist es, der alles bewirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken nach seinem Wohlgefallen. (Philipper 2:13). Möchte er uns weiter helfend zur Seite stehen nach seinem Wohlgefallen und möchte er aus steinernen Herzen fleischliche Herzen machen. (Hes. 11:19).

"Möchten alle heranwachsen zu der Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, auf daß wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Winde der Lehre, die da kommt durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum, sondern die Wahrheit festhaltend in Liebem …" Epheser 4:7-15,
Mit Epheser 5:20.
"Danksagend allezeit für alles dem Gott und dem Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus, einander unterwürfig in der Furcht Christi."
In brüderlicher Liebe und Dank mit Euch verbunden grüßt Euch Bruder Willy Müller, 65 Gera, Lutherstraße 16 und Mitverbundene

Christliche Mission für Jehovas Zeugen, W. J. Schnell bestätigt und ergänzt unseren Bericht: "Ungeheurer Reichtum einer Weltorganisation" in CV Nr. 17 und Nr. 18
Offener Brief an Jehovas Zeugen (Nr. 11/1968)
Liebe Freunde, liebe Brüder!
Seit mehr als 90 Jahren taucht unter den Brüdern die Frage auf: ""Über wieviel Vermögen verfügt die Wachtturm-Gesellschaft?" Die Führer der WTG schweigen dazu. Uns ist es verständlich, warum sich die Leitung der Gesellschaft in Schweigen hüllt, denn würde sie den angesammelten Reichtum, den sie im Laufe der 90 Jahre angehäuft hat, bekannt machen, würden die kleinen Brüder sofort wachsam und hellhörig werden. Schließlich wurden sie verstehen und errechnen, wie einträglich und profitabel die Verkündigung durch den "Kanal Gottes" doch ist. Man ist deshalb auch bemüht, durch Modernisierung der Druckerei den Umsatz zu erhöhen. Der Aufwand lohnt sich, wie nachstehende Berechnung zeigt.

Von 1917 bis 1966 erhöhte sich die Zahl der regelmäßigen Verkündiger von 21 000 auf rund eine Million. Das Jahrbuch 1967 nehmen wir als Grundlage, um den Profit der Gesellschaft im Jahre 1966 festzustellen.118 770 627 Wachttürme wurden in dem Jahre verkauft und dazu 111 404 696 Erwachet. Das sind 230 175 323 Stück insgesamt.
Nehmen wir einen Verdienst von nur 2 ½ Cent pro Stück, so ergibt das rund 5 750 000 Dollar.
Vom Buch "Dinge, in denen es unmöglich ist, daß Gott lügt" wurden 5 382 371 Stück verkauft, mit einem Mindestprofit von 12 ½ Cent pro Buch, das ergibt rund 740 000 Dollar. Das Buch "Babylon die Große" und das Jahrbuch 1967 verdreifachten das Ergebnis zu 12 ½ Cent, das ergibt rund 1 480 000 Dollar. Die "Gute Hoffnung" ist eine andere Quelle gewaltiger Reingewinne. 1 058 675 Verkündiger in 24 910 Versammlungen bringt pro Versammlung im Durchschnitt monatlich 25 Dollar, ergibt einen Reingewinn von 7 500 000 Dollar. Dazu spenden 10 000 Personen extra 25 Dollar, ergibt 250 000 Dollar. Spenden aus Bezirksversammlungen 250 000 Dollar. Aus Kreisversammlungen ebenfalls 250 000 Dollar. Aus Weltkongressen 125 000 Dollar. Ergibt insgesamt 1 250 000 Dollar.

Diese gehr niedrigen Schätzungen ergeben sich aus dem Jahrbuch 1967 nach den dort angegebenen Zahlen und bringen ein Gesamtergebnis von 17 345 000 Dollar. Zu dieser Summe muß noch hinzugerechnet werden die Kapitalszinsen und die Dividenden aus den Investitionen der Gesellschaft in der ganzen Welt. Solche Investitionen wurden seit 1879 fortlaufend getätigt. Eine Aufstellung der Investitionen würde überraschende Ergebnisse an Kapital zeigen, die auf Gewinn im Industriealisierungszeitalter beruhen. Die Ansammlung von Reichtümern auf diese Weise belaufen sich nach vorsichtigen niedrigen Schätzungen auf

2 000 000 000 Dollar. Das Buch "Ist die Neue-Weltordnung der WTG christlich?" offenbart andere überraschende Dinge, besonders "Geheimnisse der Wachtturmbewegung" von W. J. Schnell. (Erschienen in englisch)
Damit die WTG-Glieder auch wissen, was die Leitung mit diesem gewaltigen Reichtum alles fördert, bringt sie von Zeit zu Zeit Berichte, welche großen Geldsummen sie für diesen oder jenen Zweck verwendet. Damit verschafft sich die Leitung einen guten Leumund, daß sie gute Verwalter seien, verschweigt aber geflissentlich die Einnahmen, so daß niemand ein Gesamtbild haben kann.

Jahrlang hat die Leitung der WTG die Brüder ermahnt: "Sammelt Euch keine Schätze auf Erden, wo Motten und Rost ihn fressen, und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sondern sammelt Euch Schätze im Himmel, wo weder Motten und Rost etwas zerfressen, und wo keine Diebe einbrechen und stehlen." (Matth. 6:19, 20)
Wenn die verantwortlichen Männer in der WTG an diese Worte Jesu glauben, dann ist die Frage berechtigt: Herr Knorr und Herr Suiter (Schatzmeister) und die sonst noch dazugehören, warum hört ihr nicht auf, euch solche große Summen auf dieser Erde zu sammeln? Ihr verkündet doch auch, daß 1975 die Harmagedon-Vernichtung über die Erde kommt, was soll dann mit diesem Reichtum werden?

Wir werden in den USA in unseren nächsten zwei offenen Briefen dazu einiges kundtun und zeigen, wie Tausende heute eure Handlungen und Praktiken beobachten und untersuchen werden.
Erwachet Brüder, merket auf, flieht aus dieser Organisation (Offbg. 18:4). Friede und Sicherheit gibts nur bei dem Herrn Jesus Christus!
Freudig, eure befreiten Brüder in Christus

N. H. Knorr mißachtet die Warnung von J. F. Rutherford
An alle Mitarbeiter von CV!
Wir können nun bereits auf eine dreijährige Tätigkeit von "Christliche Verantwortung" zurückblicken. Wir bemühten uns, die Irreführungen der WTG-Leitung mit Beweisführung kundzutun, die sich - und das ist ihr reales Fundament - auf die soziale Wirklichkeit des Lebens gründet. Positionen, die weder Christen noch Nichtchristen bei Strafe des Zusammenbruchs aller gesellschaftspolitischer Ordnung mißachten können. Es gilt hier einen geistigen Kampf zu führen mit christlicher und humanistischer Verantwortung. Immer das Ziel vor Augen habend, anzuleiten zum rechten Forschen in der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Es ist bisher erstmalig in der WTG-Geschichte, daß dies möglich wurde. Jeder, ganz gleich, ob er noch Angehöriger der WTG oder "Ehemaliger" ist, ist aufgefordert, mitzuhelfen, sei es mit schriftlichen Beiträgen, Fragen, Erlebnissen oder finanziell. Alles möchte dazu dienen, um den Brüdern und Schwestern irgendwie zu helfen, sei es im Nachdenken oder zum Mut-schöpfen gegen die Irrlehren und sonstigen Machenschaften und Lieblosigkeiten innerhalb der WTG. Überlegt und handelt.

Mit Riesenschritten gehen wir auf das Jahr 1975 zu, das die WTG-Leitung als neues Endzeitdatum festgesetzt hat, entgegen der biblischen Aufforderung von Apostelgeschichte 1:7. Weil es eine menschliche Prophezeiung ist, wird sie sich ebensowenig erfüllen wie die Prophezeiung von 1925. Es folgten darauf große Enttäuschungen und Erschütterungen in der WTG. Deshalb erklärte der damalige Präsident Rutherford: "Jehovas Getreue wurden in ihren Erwartungen für die Jahre 1914, 1918 und 1925 enttäuscht. Später lernten die Treuen, darf sie keine Daten mehr festsetzen sollten." (Rechtfertigung Bd. I, S. 332, WTG Magdeburg, 1932). In völliger Mißachtung dieser Erklärung Rutherfords hat WTG-Präsident N. H. Knorr mit 1975 ein neues Datum festgesetzt, was nur eine neue Katastrophe heraufbeschwören wird, weil es nicht von Jehova geredet ist.

Leider wünscht die gegenwärtige WTG-Leitung, keinen brüderlichen Dialog. Sie verlangt zwar, daß sich die Diener in den Versammlungen beraten, zurechtweisen und kritisieren lassen sollen. Der WT vom 15. Juni 1968 schreibt unter dem Motto: "Denke nicht höher von dir, als zu denken nötig ist", daß man so handeln möchte. Doch was die Leitung selber tut, darf nicht kritisiert werden Es sei der Wille Gottes, wie er allmählich durch Jehovas sichtbare Organisation geoffenbart wird", wie es im gleichen WT formuliert wird. Eine gar seltsame "Offenbarung des Willens Gottes", wenn man sieh vergegenwärtigt, was Rutherford und Knorr in einer so wichtigen Frage, wie der Festsetzung der Endzeitdaten getan haben und tun.

Mit äußerster Feindschaft und Intoleranz (Unduldsamkeit) greift die WTG-Leitung jeden an, der es wagt, sie selbst zu kritisieren. Wir wissen, daß sich diese Angriffe auch gegen CV richten. "Satan und seine Helfershelfer können, unternehmen, was sie wollen, um die Lauterkeit des Volkes Gottes zu erschüttern und es an seiner Gottesanbetung zu hindern. Der heimtückische Versuch, Jehovas Zeugen gefügig zu machen und sie zu einem Kompromiß zu veranlassen mißlingt!" (WT vom 15. 6. 68, S. 370/71) Jedermann, der die Sachlage ein wenig prüft, erkennt, daß es hier nicht um Behinderung der Gottesanbetung oder um Kompromisse geht, sondern um die Verhinderung von Enttäuschungen und Erschütterungen, die die WTG-Führung heraufbeschwört, und um die Aufdeckung des vor allem politischen Mißbrauches von Christentum und Gottesanbetung durch die WTG-Leitung. Wer CV aufmerksam liest, wird dies feststellen.

Die Organisationsleitung hofft und kämpft, daß die CV-Arbeit mißlingt. Doch wir wissen, daß bereits ein Teil leitender Brüder erkennen, daß die CV-Arbeit wichtig und nötig ist, da vieles unterbreitet wird, was bisher unbekannt war, aber wichtig ist zu wissen, ob die Führung der WTG mit ihren Lehren im Einklang mit Gottes Wort ist. Eines Tages werden auch diese Brüder handeln nach I.ukas 6:45: "denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund." Und von den Tausenden von CV-Lesern im ganzen Lande und auch im Auslande, gibt es kaum ein Dutzend, die CV verweigern. Dies ist einmalig. Wir reichen jedem zu diesem Werk die Hand.
C. Th.
Ein langjähriger Mitarbeiter von CV

Mit dem Hinweis auf das Jahr 1975 kann man geduldige Schafe antreiben
Der WT greift in jüngster Zeit alles auf, was auf irgendeine Weise dazu dienen kann, das jetzt auf 1975 festgesetzte Weitende glaubhaft erscheinen zu lassen. Dabei wird das Ziel verfolgt, alle Verkündiger sozusagen in einen Endspurt zu treiben, damit sie noch einmal alles aus sich herausholen, bevor die große Enttäuschung von 1975 für die Organisation kommt.

Jetzt hat die WTG ein Buch entdeckt, das jüngst von zwei Dramatikern der Weltpolitik veröffentlicht wurde: "Famine 1975!" (Hunger 1975!) von William und Paul Paddock. Diese beiden Ernährungssachverständigen schreiben und der WT vom 15. Juli 1968 zitiert und kommentiert:
"Bis 1975 werden in vielen Hungerländern Rechtlosigkeit, Anarchie, Militärdiktaturen, galoppierende Inflation, Zusammenbruch des Verkehrswesens, Chaos und Unruhen an der Tagesordnung sein, weil der Unterernährung unweigerlich der Hunger folgen und dieser Hunger sich immer weiter ausbreiten wird." Kein Wunder, daß Menschen, die sich über die Zukunft Gedanken machen, sehr besorgt und ratlos sind. Ist die Situation aber wirklich so kritisch?

Geht die Welt tatsächlich einer Katastrophe entgegen?
Nach dem WT ist die Situation in Wirklichkeit noch viel schlimmer. Es seien die Vorzeichen der angeblich bevorstehenden Weltvernichtung in "Harmagedon", die 1975 fällig sein soll. Was 1975 betrifft, so ist dies schon die 4. Festsetzung von "Harmagedon", (1914, 1925, 1939/45, 1975), in Übereinstimmung mit 5. Mose 18:22 darum völlig unglaubwürdig. Aber das soll hier nur nebenbei gesagt werden.

Die WTG macht sich mit dem Hunger-Zitat und ihrem Kommentar dazu einer böswilligen Unterlassungssünde schuldig, denn sie weiß ganz genau, daß es andererseits weltweite sozialpolitische Kräfte gibt, die den Kampf gegen Hunger und Elend erfolgreich aufgenommen haben. Wenn das jedoch teilweise recht mangelhaft und unzureichend erscheint, auf Schwierigkeiten stößt und in manchen Ländern noch zu viele Menschen abseits dieses Kampfes stehen, um ihn zum Erfolg zu führen, dann hat auch daran die WTG-Leitung ein gerütteltes Maß Schuld.

Zu ihrer weltweiten Verkündigung gehört es, überall die Bereitschaft" elende und soziale Zustände zu verbessern und zu ändern, im Namen des WT-Evangeliums zu behindern, zu untergraben und damit vernichten zu helfen Es heißt im WT vom 1. Januar 1957: "Wahre Christen zeigen, daß sie Nachfolger Christi sind, indem sie nicht versuchen, diese Welt zusammenzuflicken oder sie durch Politik zu verbessern."

So beklagt die WTG auf der einen Seite, wie schlimm mancherorts die sozialen Zustände sind. Auf der anderen Seite untersagt sie jedem, der ein wahrer Christ sein will, Initiative zur Verbesserung solcher Zustände zu ergreifen Dabei wird nun schon das vierte Mal "Harmagedon'" neu festgesetzt. Natürlich kann daran niemand, der die vorangegangenen Fehlberechnungen kennt, mehr glauben.

Es war 1925 genauso. Je besser jemand die soziale und politische Lage schwarzmalte und dramatisierte, desto willkommener wurde er in den WT-Schriften zitiert desto zweckdienlicher war es für die auf 1925 festgesetzte "Harmagedon"-Erwartung. So wurden damals alle in der Organisation immer mehr aufgepulvert, bis zur Enttäuschung, dem großen Zusammenbruch von 1925. (CV 9, S. 5/6).

WTG-Präsident Rutherford hatte nie selbst an das im Namen Jehovas verkündete 1925-Ende geglaubt. Nicht lange vor dem Endtermin 1925 erschien er z. B. im Magdeburg mit großen Dollarsummen und einen gewaltigen Plan, die Gebäude zu erweitern, um das Werk gewaltig auszudehnen. In ähnlicher Weise verkündet WTG-Präsident Knorr im WT vom 15. Juli 1968 die Errichtung eines weiteren Druckereigebäudes in Brooklyn für 4 000 000 Dollar, die Anschaffung von Maschinen für 500 000 Dollar, die Erhöhung der Rotationsdruckmaschinen auf 26 und des täglichen Bücherausstoßes von 50 000 auf ca. 82 000! Mit gutem Grund wurde deshalb neben dem 1975-Ende auch das Jahr 1996 als ein mögliches Ende ins Spiel gebracht. (Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes, S. 28). Zunächst gilt es jedoch, mit dem 1975-Versprechen noch einmal alles aus den Verkündigern herauszuholen.
0. L

Ein ehemaliges, eifriges Neue-Welt-Gesellschafts-Glied aus Berlin berichtet
Als ich im Jahre 1960 die Neue-Weltgesellschaft kennenlernte, stand ich den Lehren der NWG sehr skeptisch gegenüber Ich empfand, daß diese sehr hart und anmaßend seien. Ich bat mir deshalb eine Bedenkzeit aus, um zu überlegen, ob ich das angefangene Studium fortsetzen könne, ohne in Gewissenskonflikte zu geraten.

Der Heimbuchstudienleiter war ein Verwandter aus unserer Familie. Er wußte, daß uns am verwandtschaftlichen Umgang mit ihm viel gelegen war. Diese Situation ausnützend, sagte er: Wenn dir soviel an unserem Beisammensein gelegen ist, dann wäre es ratsam, das Studium weiterzuführen. Wir pflegen nur Umgang mit Menschen, die mit der NWG verbunden sind. Solltest du zu einem Studium nicht mehr bereit sein, so würden wir nur sehr selten euer Haus betreten. Deshalb solltest du dich nun entscheiden, was dir am vorteilhaftesten erscheint. Diese Methode, Ausnutzung verwandtschaftlicher Bande, mißfiel mir, jedoch meiner Frau lag viel an der Fortsetzung des Studiums. Um Ärgernisse zu vermeiden, stimmte ich dem weiteren Studium zu. So begann mein Studium Wachtturm-Literatur und der Bibel.

Mein Entschluß war nun, in die Geheimnisse der Heiligen Schrift einzudringen nach den Darlegungen der NWG. Mein Eifer half mir, alles schnell zu verstehen und so war ich in der Lage, bald selbst Zeugnis zu geben. Man riet mir zur Taufe, um ein vollwertiger Verkündiger zu werden. Im Jahre 1961 wurde, wie allgemein üblich jetzt in der Verbotszeit, die Badewannentaufe an mir vollzogen. Dadurch konnte ich nun als Zeuge Jehovas meinen Predigtdienst beginnen. Diesen nahm ich sehr ernst, weil ich glaubte, den richtigen Weg erwählt zu haben. Mein Bestreben war, auch anderen Menschen mein Wissen kundzutun und diese von der Richtigkeit zu überzeugen, daß nur die NWG zu erretten vermag. Im Predigtdienst lernte ich auch andere Brüder kennen, die aber fast alle anders handelten, als sie von der WTG belehrt waren. Sie waren eingebildet und hochmütig und sahen auf die jungen Verkündiger mißtrauisch herab.

Erst ca. vier Monate nach meiner Taufe erhielt ich eine Einladung in eine Gruppe, um am Studium teilzunehmen. Man benötigte so lange Zeit, um mich zu überprüfen. Ich freute mich nun sehr auf ein Zusammenkommen mit Brüdern und Schwestern, um mit ihnen zu lernen. Jedoch das erste Zusammentreffen im Gruppenstudium trübte meine Freude sehr. Die Ursache war folgende: Schwester X kam ins Studium, als sie mich sitzen sah, äußerte sie, mit einem Fremden möchte ich nichts zu tun haben und schickte sich an, wieder zu gehen. Ich war schockiert und dachte, wie ist in einer Zusammenkunft von Geschwistern so etwas möglich, das einer vor dem anderen Angst und Mißtrauen hegt? Ich kam zu der Erkenntnis, daß doch nicht alles so ist, als es gesagt wird, Vertrauen und Liebe untereinander scheint sehr mangelhaft zu sein. Erst durch Aufklärung anderer Anwesender ließ sich Schwester X bewegen, zu bleiben. Diese Begebenheit habe ich nie vergessen können, trotzdem versäumte ich kein Studium. Nach einem Jahr war ich bereit, da, immer Brüder fehlten, ein Dienstamt zu übernehmen Ich mußte aber erfahren, das man nur widerwillig mein Anerbieten annahm. Ich wollte mehr tun für die Organisation, da auch die WTG-Leitung dazu aufforderte, mehr Zeit im Dienste des Herrn aufzuwenden. Nach einiger Zeit bekam ich Mitteilung, daß ich eine Studiengruppe übernehmen sollte, welche bisher von einer Schwester geleitet wurde. Als ich in die Wohnung der Schwester Y kam, wurde ich gleich an der Tür mit den Worten empfangen: Wo kommst du her? Wo warst du vorher? Wie lange bist du schon getauft? Das zeigte mir abermals die Angst und das Mißtrauen unter den Zeugen. Es erschien dann der Versammlungsdiener B. W. und brachte Studienmaterial für die Gruppe. Er sagte, ihm sei nicht bekannt, daß ein Bruder hier das Studium übernehmen solle. Die Schwester X war aber darüber unterrichtet worden. Sie wollte das Dienstamt nicht gern verlieren, denn sie habe es ja bisher gekonnt und sei nun mit einmal untauglich, weshalb?

Der Bruder B. W. meinte, dies müsse geklärt werden, er könne das jetzt nicht entscheiden, Meine Schlußfolgerung zu diesem Ereignis, wenn ein verantwortlicher Bruder in einer Gruppe nicht weiß, was in der Gruppe vor sich geht, ist das sehr schlecht für die Glieder in der Gruppe. Wenn schon im Dreibrüderkomitee keine Einheit und Zusammenarbeit besteht, wie soll es dann in der Gruppe unter den Brüdern und Schwestern sein? Was war hier die Ursache? Später erfuhr ich, daß unter den leitenden Brüdern keine Zusammenarbeit besteht, weil einer dem anderen sein Dienstamt mißgönnte. Dies kam bei jeder Komiteesitzung zum Ausdruck. Man beschimpfte sich gegenseitig und warf sich materialistische Einstellung vor und schrie sich dabei an, so das nie ein gutes Resultat zustande kam. Da sich keiner demütigen wollte, konnte der Zustand sich auch nicht ändern, der HVD W. W. hat hier seinen Hochmut besonders zum Ausdruck gebracht, weil er unbedingt Aufseher werden wollte.

Im Laufe der vierjährigen Zugehörigkeit zu der NWG habe ich doch schon so allerhand erlebt mit den dienenden Brüdern im besonderen. Trotzdem glaubte ich noch immer, dies seien Einzelfälle und tat weiter meine Pflicht als Verkündiger. Eines blieb mir aber immer unverständlich, daß wir für die Handlungen, die uns die Leitung auferlegte, selbst die volle Verantwortung zu tragen hätten Die Leitung Übernimmt keine Verantwortung für die ausgeübte illegale Tätigkeit. Jeder müsse für sich allein stehen und damit seine Treue zu Gott und seiner Organisation beweisen. Warum befindet sich aber da die Leitung in Sicherheit und, wenn Gefahr droht, verschwindet sie?

Wo ist da Treue zu Gott und der Organisation? Schwache Brüder und Schwestern sollen wir ermuntern zum Dienst mit unseren Beispielen, aber was gibt uns die Leitung für ein Beispiel? ? Ist das ermutigend? Wer in den Gruppen wagt es, dieses Argument der Leitung in ihrer Selbstherrlichkeit und Anmaßung entgegenzuhalten? Kaum einer, denn Ausschluß ist die Folge.

Weil ich ein arbeitswilliger Zeuge war, bürdete man nur weitere Arbeiten auf. So mußte ich für einen Aufseher, der selbst dazu nicht in der Lage war, Kurzpredigten und andere Anweisungen von der Leitung ausarbeiten. Diese Schreibarbeiten hatte bisher eine Schwester unserer Gruppe für ihn getan. Sie war nun aber im Begriffe, zu heiraten, und da hatte sie keine Zeit mehr dafür. So kam er zu mir, stellte aber die Bedingung, niemandem etwas davon zu sagen. Es sollte Geheimnis bleiben, damit seine Autorität nicht darunter leide. Derartige Arbeiten wurden immer mehr. So gab man mir den Auftrag aus dem Wachtturm Lehrstücke mit der Schreibmaschine abzuschreiben, aber dabei nicht den Verkündigerdienst zu vergessen. Dies ging mit der Zeit über meine Kräfte, denn ich mußte ja auch meinem Beruf nachgehen. In meiner Ehe kam es auf Grund meiner Überarbeitung zu Unstimmigkeiten, der Friede war dahin.

Ich zog mich nun von der Mitarbeit bei den Zeugen zurück und wollte mich erst mal erholen. Ein weiterer Grund war, das 1966 die illegale Leitung der WTG in der DDR verhaftet und verurteilt wurde. Mich beschäftigte nun der Gedanke, wenn du das so weiter machst, wirst du eines Tages dafür büßen müssen. Ich hatte einfach keine Lust und Interesse, mich für die WTG-Leitung einsperren zu lassen und meine Familie dem Schicksal zu überlassen. Ich wollte nicht Märtyrer für die Gesellschaft werden. Alle Aufforderungen und Beeinflussungen von Seiten der dienenden Brüder schlugen fehl, ich hielt meinen Entschluß aufrecht.

Weil man hier nicht zum gewünschten Ziel kam, versuchte man es über meine Frau. Meine Frau sympathisierte mit den Dienern der Gruppe, und man sann auf Mittel, wie man mich unmöglich machen könne und, wenn möglich, meine Ehe erschüttem könne. Man verbreitete nun das Gerücht, daß ich mit einer Schwester der Gruppe intime Beziehungen hätte, daß andere fremde Frauen zu mir ins Haus kämen, wenn meine Frau abwesend sei, um außereheliche Beziehungen zu pflegen. Man glaubte nun, einen Grund gefunden zu haben, welcher ausreichen würde, mich aus der Versammlung auszuschließen. Jedes Mittel ist da recht, und wenn es an den Haaren herbeigezogen ist. Nach außenhin sagt man dann, wir dulden bei uns keine Unreinheit. Diese Fälle mit solchen Argumenten sind ja seit langem bekannt und werden, weil sie am einfachsten sind, gern benutzt als Mittel zum Zweck.

Vor das Ausschluß-Komitee bin ich nicht geladen worden. Der Ausschluß erfolgte in meiner Abwesenheit. Ich war ihnen aber schon zuvorgekommen, denn ich hatte mich bereits selbst ausgeschlossen, da ich mich mit unwahren. Behauptungen nicht rumstreiten wollte und andererseits ich nun zur Genüge von den Erlebnissen unter den Zeugen bedient war. Meinen Scheidungsantrag zog ich im Einvernehmen mit meiner Frau zurück und wir hoffen nun, ungestört durch die Zeugen ein harmonisches und friedliches Leben führen zu können. Ich hoffe nicht, daß sie, wie bei Brd. Kühn, versuchen, weiteren Ehestreit zu entfachen. Ich möchte sie hiermit warnen.

Liebe Brüder, möchte auch mein kurzer Erlebnisbericht zum Nachdenken anregen. Ich wurde durch die Veröffentlichungen in CV zu weiterem Nachdenken angeregt, da ich dadurch erfuhr, daß meine Erlebnisse nicht einmalig waren, sondern eine allgemeine Erscheinung bei den ZJ sind. Überall ist in der Leitung Arroganz und Kälte. Kein Verstehen, kein Aussprechen, sondern nur Fordern. Jemand, der Liebe und Verstehen sucht, wird dies in dieser Organisation nicht finden, ich selbst habe es erlebt und bin enttäuscht, aber an Erfahrung reicher geworden.
Möchten alle Brüder und Schwestern erwachen!
G. K. H. J. in B.

Des Menschen Herrschaft weicht bald der Gottesherschaft?
Zweigdiener Konrad Franke sprach - möge er auf diese Entgegnung antworten
Die obige Überschrift war das Thema des Hauptvortrages der WTG-Bezirksversammlungen 1968, allerdings ohne Fragezeichen. Hauptredner in Westdeutschland und Westberlin war WTG-Zweigdiener Konrad Franke, Wiesbaden. Es ist bemerkenswert, wie treffend die "Neue Ruhrzeitung" in Essen/Ruhrgebiet, dem westdeutschen Bergarbeiterzentrum, am 15. 7. 1968 den Sinn des ganzen öffentlichen Vortrages mit folgendem Zitat aus der Rede von Konrad Franke erfaßte.

Franke sagte. "Wenn man die Weltlage von heute betrachtet, zeigt es sich eindeutig, daß der Mensch nicht imstande ist, sich selbst zu regieren. Durch eigene Anstrengungen und ohne die Hilfe, die Führung und den Segen Gottes vermag der Mensch nicht zu überleben." Franke erklärte weiter, das Vertrauen nicht in menschliche Mittel zu setzen, sondern auf das in der Heiligen Schrift vorhergesagte Reich Gottes. Dies sei eine gute Botschaft für alle Nationen.

Franke hat Recht, auf das Reich Gottes hinzuweisen, welches den Christen verheißen ist. Zeit und Stunde der Aufrichtung des Reiches Gottes ist aber niemand bekannt, als nur dem Vater allein. Deshalb sagt Paulus in Römer 14:17-20: "Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geiste. Denn wer in diesem dem Christus dient, ist Gott wohlgefällig und den Menschen bewährt. Also laßt uns nun dem nachstreben, was des Friedens ist, und dem, was zur gegenseitigem Erbauung dient." Mithin steht bis zum Kommen des Reiches Gottes, biblisch gesehen, einer menschlichen Regierung nichts entgegen. Im Gegenteil, jeder einzelne in allen Nationen ist aufgefordert, um Friede und Wohlfahrt unter den Menschen besorgt zu sein, denn wer dieses tut, ist dem Herrn wohlgefällig. Die Heilige Schrift gebietet deshalb auch, mit unserer Hände Arbeit um das Wohl der Menschen besorgt zu sein. Apg. 20:35. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, also mithelfen zum Wohle aller. 2. Thessl. 3:10, 11. Eph. 4:28.

Bei jeder Mühe wird Gewinn sein, aber Lippengerede gereicht nur zum Mangel." Spr. 14:23, 24-27. "Was für einen Gewinn hat der Schaffende bei dem, womit er sich abmüht? Ich habe das Geschäft gesehen, welches Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich damit abzuplagen. Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit; auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne daß der Mensch das Werk, welches Gott gewirkt hat, von Anfang bis zum Ende zu erfassen vermag. Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres unter ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun; und auch, daß er esse und trinke und Gutes sehe bei all seiner Mühe, ist für jeden, Menschen eine Gabe Gottes." Prd. 5:9-11.

Aus allen diesen Schrifttexten geht deutlich hervor, daß die Menschen verpflichtet sind, sich die Erde untertan zu machen und mit ihrer Hände und Stirne Arbeit das zu schaffen, was dem Frieden und der Wohlfahrt aller Menschen dient. Dazu gehört eine Ordnung, die von einer Regierung ausgehen muß, die sich Menschen erstellt haben und die besorgt sein muß, Friede und Wohlfahrt zu gewährleisten.

Man muß es für völlig berechtigt halten, auf diese öffentlichen Erklärungen der WTG vom Standpunkt der Notwendigkeit von Verwaltung oder Regierung in allen Nationen zu antworten, liegt dies doch im persönlichen, familiären und beruflichen Interesse eines jeden einzelnen Menschen, einschließlich der Zeugen Jehovas. Sind sie etwa nicht auf eine gut funktionierende Regierung in all den Ländern angewiesen, in denen sie leben?

Aber eine Botschaft für alle Nationen veröffentlichte auch die parallel zu den westdeutschen WTG-Bezirksversammlungen im Juli 1968 in Uppsala, Schweden, tagende Weltkirchenkonferenz. Es ist äußerst lehrreich und sollte den ehrlichen WTG-Führern endlich zu realistischen Erkenntnissen verhelfen, zwischen den WTG-Konferenzen und der Weltkirchenkonferenz des Jahres 1968 einige Vergleiche zu ziehen und ihre Botschaften zu prüfen. Zuerst wollen wir die Behauptung von Zweigdiener Franke, der natürlich im Auftrage der WTG sprach, untersuchen, der Mensch sei nicht imstande, sich selbst zu regieren.
Man muß sich nämlich überlegen, was das praktisch bedeutet Mit dieser Behauptung wird allen Menschen sage und schreibe das Recht abgesprochen, Mitbürger in politische Stellungen oder Regierungsämter zu wählen oder zu berufen, wie die Zeugen Jehovas dies in ihrem politischen Verhalten selbst schon demonstrieren.

Doch schauen wir uns in unserem Land um, was die menschliche Selbstregierung betrifft. Wurde nicht durch diese "Selbstregierung" eine Ordnung errichtet, in der alle Bürger Arbeit und soziale Sicherheit haben, um nur einiges zu nennen? Zugegeben, daß die Weltlage von heute schwierig ist. Aber es ist doch unmöglich, zu erklären, die Menschen könnten sich nicht selbst regieren. Die soziale Ordnung in unserem Lande beweist das Gegenteil. Was die WTG in dieser Frage verkündigt, ist somit ein politischer Betrug und eine Irreführung der Menschen. Es bleibt nämlich praktisch überhaupt nichts anderes übrig, als daß die Menschen sich selbst regieren müssen. Wer sollte sonst Ordnung im Lande halten? Lieber Bruder Franke, kannst Du das wirklich nicht begreifen?

Weiter sagte Franke, durch eigene Anstrengungen und ohne die Hilfe und Führung Gottes könne der Mensch nicht überleben. Wir fragen: Welchem Zweck dienen die eigenen Anstrengungen des Menschen? "Harmagedon" zu überleben? Das ist doch absurd. Die eigenen Anstrengungen dienen doch überall nur der notwendigen Befriedigung der sozialen, materiellen und kulturellen menschlichen Bedürfnisse, Jehovas Zeugen eingeschlossen. Soll man das etwa Gott überlassen und die Hände in den Schoß legen? Soll Gott etwa überall für die sozialen Bedürfnisse sorgen? Soll Gott Anstrengungen machen, Industrie, Wirtschaft, Handel und Wandel aufzubauen und zu organisieren, damit die Nationen und damit auch du und ich existieren können?

Diese Fragen sind absurd? Nein, nicht diese Fragen sind absurd, denn sie rufen die Wirklichkeit in den Sinn. Die von Franke verkündeten WTG-Botschaften sind absurd! Muß man sie nicht an der Praxis des notwendigen gesellschaftlichen Lebens prüfen? Unser ganzes Land läge noch in den Trümmern von 1945, hätten nicht die von den Menschen selbst gebildeten öffentlichen und politischen Institutionen und Einrichtungen gewirkt und alle Initiativen gelenkt. Liebe Brüder und liebe Schwestern, wem sind denn eure wiedererrichteten Arbeitsstätten, die Schulen eurer Kinder, eure soziale Sicherheit, eure Neubauwohnungen und eure Autos zu verdanken? Doch nichts anderem als jener menschlichen Selbstregierung, die die WTG verdammt, ohne die du aber von deiner Hände Arbeit nicht einmal satt werden kannst! Oder willst du, Bruder A., als Maschinenbauer deine hergestellten Maschinen zum Frühstück verspeisen? Oder du Bruder B., als Textilfachmann, willst du deine hergestellten Trikotagen zum Mittag essen? Ihr möget lachen bei diesen Fragen! Aber darauf läuft es hinaus, wenn man die menschliche Selbstregierung ablehnt, die doch notwendig ist, um Handel und Wandel und damit unser aller physische Existenz zu gewährleisten! Merkt ihr nicht, was für unannehmbare und unsinnige Theorien die WTG auf ihren Bezirksversammlungen der Öffentlichkeit als annehmbare, gute Botschaft für alle Menschen vorsetzt? Wer soll das ernst nehmen?

Dann proklamierte Franke im Namen der WTG, die Menschen könnten durch diese eigenen Anstrengungen, nicht überleben. Das würde bedeuten, wegen der angeblichen Nähe von "Harmagedon" keine eigenen Anstrengungen zu machen. Lieber Bruder Franke, hast du es in den WT-Schriften, wirklich noch nicht nachgelesen, wie oft "Harmagedon" schon das Ende der Menschenherrschaft bringen sollte? Erst sollte es 1914 sein, dann 1925, dann bis zum zweiten Weltkrieg 1939/45, dann bis 1972, nun bis 1975. Aber schon bringt der WT auch 1996 ins Spiel! Wer soll denn da noch etwas glauben? Und immer sollten die Menschen darauf verzichten, zu regieren und eigene Anstrengungen im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben zu machen! Lieber Bruder Franke, hast du nie 5. Mose 18:20 gelesen? Wir würden alle noch in den Trümmern des ersten Weltkrieges leben, hätten die Regierungen seit 1914 auf die WTG-Botschaft gehört.

Zu der öffentlichen Erklärung von Franke, man soll das Vertrauen nicht in menschliche Mittel setzen, muß man auch fragen: Geht es denn überhaupt irgendwie und irgendwo ohne menschliche Mittel? Ohne menschliche Mittel kann überhaupt keine Nation oder Ordnung existieren! Brüder, denkt doch einmal nach, was diese menschlichen Mittel eigentlich sind! Es sind die Betriebe und Arbeitsstätten in Stadt und Land. Es sind die Technik, die Wissenschaft, die sozialen Einrichtungen. Es sind die gesellschaftlichen Institutionen und Behörden. Wie sollte es ohne diese Mittel gehen? Die Menschen sind einfach gezwungen, sich menschlicher Mittel zu bedienen und auf ihre Wirksamkeit und Funktionen zu vertrauen, indem man sie einsetzt.

Durch solche Vorträge fördert man nicht den christlichen Glauben, sondern man zerstört ihn. Man fördert damit auch nicht die Liebe zum Nächsten, sondern schafft Unfrieden im Zusammenleben miteinander. "Wenn möglich, soviel an euch ist, lebet mit allen Menschen in Frieden". Rö. 12:18. Diese Worte des Paulus sollten alle beherzigen, dann kann jeder seines Glaubens leben. "Erweiset allen Ehre, liebet die Brüderschaft, fürchtet Gott, ehret den König". 1. Petr. 2:17. Liebe und Gemeinschaft sollten uns immer leiten.

Wenden wir uns nun der Weltkirchenkonferenz in Uppsala zu. Ein Hauptvertreter der schwarzen Völker Afrikas war hier Dr. K. D. Kaunda, Präsident des südafrikanischen Staates Sambia, der im Januar 1968 insgesamt 36 Zeugen Jehovas, Wachtturm-Missionare, darunter acht Engländer, zwei Amerikaner und einen Kanadier des Landes verwiesen hat, weil die WTG-Tätigkeit dem öffentlichen Interesse in Sambia schadet.
Dr. Kaunda sagte in Uppsala über die sozialen Probleme seines Landes und in Afrika: "Ich verurteile die neue Form des Imperialismus durch das Monopolkapital, die z. T. die Quelle maßlosen Leidens und Ungerechtigkeit in einigen Gebieten einschließlich Südafrikas ist. Wir können es uns nicht leisten, ausländisches Kapital zuzulassen, das nur ein Maximum an Profit sucht." Die humanistisch und moralisch bestimmte Weltanschauung seines Landes, so betonte Dr. Kaunda, lehne eine soziale und wirtschaftliche Situation ab, in der wenige im Ausland ansässige Gesellschaften enorme Einkommen aus den Rohstoffen und der Arbeit in seinem Lande haben, und große Summen des so sehr benötigten Kapitals in andere Länder transferieren für ihr persönliches Wohlergehen ohne Rücksicht auf das offensichtliche Unrecht, das sie damit den übrigen Bewohnern seines Landes zufügen. "Die Entwicklungsländer wünschen Frieden und Zusammenarbeit. Aber sie wünschen auch Gerechtigkeit und Entwicklung für ihre Bevölkerung." In Sambia, wie in ganz Südafrika, seien diese Ziele nicht zu erreichen ohne drastische Veränderungen des Wirtschaftssystems und der politischen Machtstrukturen, sagte Dr. Kaunda.

Sollten die Bewohner in Sambia auf die WT-Verkündigung hören, so müßten sie sich praktisch bis 1975 oder 1996 weiter von den ausländischen Kapitalgesellschaften ausbeuten und in unterentwickeltem Zustand halten lassen. Denn nach dem WT dürften sie keine menschlichen Mittel anwenden, um ihr soziales Elend zu wenden. Der Hinweis auf 1996 findet sich im neuen WT-Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", Seite 28, Absatz 40. Angesichts der falschen Prophezeiungen des WT für 1914, 1925, 1945, 1972 und 1975 ist es völlig unmöglich, auch nur im geringsten auf solche Hinweise und Theorien zu achten. Man sieht hier deutlich, was für ein schädlicher Unsinn die WTG-Lehren für ein Land sind, das seine Bewohner auf die Überwindung des sozialen Elends orientieren muß, soll es nicht zu politischen Katastrophen kommen.

Vergleichen wir nun die Botschaften der WTG-Bezirksversammlungen 1968 "an alle Nationen" und die Botschaften der gleichzeitigen Weltkirchenkonferenz in Uppsala an die Öffentlichkeit, so muß man feststellen, daß die von der WTG gewiesenen Auswege Absurditäten, Unglaubwürdigkeiten und Illusionen sind, die niemand ernst nehmen kann, der sich wirklich um die sozialen Nöte der Menschen kümmert. Es bleibt nichts anderes übrig, als sich in christlicher Verantwortung zusammen mit allen anderen Menschen guten Willens selbst um die Not zu sorgen. Für Jehovas Zeugen heißt das, sich endlich auf die Wirklichkeit
des Lebens zu besinnen.
A. B. N.

Interessante Mitteilungen
Aus Brooklyn
. . . angesichts dessen, daß die Zeit wieder "verzieht", treten in Brooklyn die sonderlichsten Spekulationen in Erscheinung . . . Einige äußern, Christus hat den Kampf im Himmel gekämpft, die Zeugen müßten die Neue Weltgesellschaft auf Erden einführen. Das sollte die Marschrichtung der kommenden Jahrzehnte werden. Einige rechnen bereits bis 1996, dann habe das Königreich auf Erden die Macht übernommen.
Auf 50 Erdbewohner komme dann ein Zeuge und das genüge, um das System der Dinge zu beseitigen . . . Andere bezeichnen die katholische Kirche schon als überwunden, weil angeblich in die Herzen aller Katholiken der Zweifel gesät sei durch den WT. Die Zeugen seien in einer anhaltenden Revolution für die NWG … Dies sagt, daß die leitenden Brüder in Brooklyn sich in einer Krise befinden und auf der Suche nach neuen Daten fürs Weltende sind . . .
Im Hauptbüro wird ein ständiger Kampf geführt zwischen leitenden Brüdern, die dem "nordischen Menschenbild huldigen" und die WT-Literatur entsprechend illustrieren wollen und einer anderen Gruppe, die nicht antisemitisch eingestellt sind. Das Ergebnis sind die kuriosesten Bilder in WT-Schriften. Bekanntlich hielt sich Jesus als Jude korrekt an die mosaischen Gesetze, um sie zu erfüllen Nun galt es aber als eine Schande unter den Juden in biblischen Zeiten, wenn man jemand den Bart abschnitt. 2. Samuel 10:1-5. Jesus einigermaßen korrekt darzustellen würde also erfordern, daß man ihn auf keinen Fall nach "Nordisch-germanischen Vorbild" zeichnet, wie WTG-Präsident Knorr das im Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" auf Seite 299 tut. Warum werden in der WTG-Literatur auf diese Weise die semitisch-orientalischen Sitten und das orientalische Menschenbild zugunsten "nordisch-germanischer" Darstellungen verfälscht Wo der Geist Gottes Herrschaft ausübt, dürfte es so etwas nicht geben. Weiter:

1968 hat Adam wieder einen Bart
Im gleichen Buch: "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", 1966/67, Seite 48 hat man Adam auf einem Paradiesbild ohne Bart dargestellt. Im WT-Buch "Die Wahrheit, die zum ewigen Leben führt" 1968, Seite 30, hat Adam wieder einen Bart. Daraus ist ersichtlich, vor welchen Schwierigkeiten Brooklyn bei der Verbreitung der Wahrheit steht. Es sind Probleme, die nicht mal unter sich zur Einheit führen.

Transplantationen sind Kannibalismus?
Eine Darlegung der Wachtturm-Gesellschaft.
Wir kennen den Standpunkt in bezug auf Bluttransfusion, den nur die WTG vertritt. Da diese Blutübertragung erst seit 1945 von der WTG abgelehnt wird. aber schon länger besteht, baut sie jetzt vor, indem sie ihren Standpunkt über Transplantationen (Gewebeverpflanzung, Pfropfung) darlegt.
Der WT Nr. 4, 15.-2. 1968 beantwortet diese Frage, ob es nach der Bibel erlaubt sei, eine Transplantation an sich vornehmen zu lassen, oder ein eigenes Organ für eine solche zur Verfügung zu stellen. Da Operationen dieser Art vor Jahrtausenden noch nicht üblich waren, könne man, so erklärt der Wachtturm, irgendwelche Gesetze über die Organverpflanzung in der Bibel nicht erwarten. Aber indirekt, man findet eben immer einen Ausweg, lasse sich aus ihr "Gottes Standpunkt in dieser Sache" erschließen. Gott habe den Menschen 1. Mose 9:2-4 den Genuß von Tierfleisch ohne Blut erlaubt. "Bedeutete das. daß sie auch Menschenfleisch essen durften, das heißt, sich durch Fleisch oder Körperteile eines anderen lebenden oder toten Menschen das Leben erhalten durften? Nein! Das wäre Kannibalismus, eine Sitte, die alle zivilisierten Menschen verabscheuen." Nun gibt es eine Menschenfresserei, die in magischen Vorstellungen wurzelt. Man glaubt, mit dem Verzehr von Menschenfleisch, sich auch die Kraft des Toten einverleiben zu können. Aber hat das etwas mit der Transplantation von Organen durch den Chirurgen zu tun? Jawohl, antwortet der WT: "Wer sich einer solchen Operation unterzieht, lebt gewissermaßen vom Fleisch eines anderen Menschen."

Mithin darf ein Angehöriger der WTG, sich weder einer Transplantation unterziehen, noch darf er ein eigenes Organ für "kannibalische medizinische" Versuche verwenden lassen. Etwas anderes ist es, wen er sich einen tierischen Körperteil überpflanzen lassen will, denn Tierfleisch darf er ja essen. Aber, fügt der Wachtturm wohlweislich hinzu, das ganze Problem besteht nur noch kurze Zeit. Bald werden keine chirurgischen Eingriffe mehr nötig sein. "Christen haben untrügliche Beweise dafür, daß die neue Ordnung kurz bevorsteht, in der Jehova, der große Arzt, durch Jesus Heilungen vollbringen wird, die die heutige Medizin niemals zustand brächte."
Die WT-Leitung findet für alles eine Antwort, auch, wenn es nicht mit der Bibel im Einklang steht.

Die Aktivität läßt nach
Ab Sommer 1968 hat die WTG-Führung die Anforderungen an sogenannte Pionierverkündiger erheblich gesenkt. Von monatlich 12 Stunden auf 10 Stunden, von neun Nachbesuchen auf sechs Nachbesuche und ein Heimbuchstudium als Bedingung entfällt. Wer das monatlich noch vollbringt kann sich schon als Pionier bewerben. Als Nachbesuch gilt nicht mehr ein wirkliches Gespräch, sondern jetzt schon ein Telefongespräch, eine bloße weitere Literaturabgabe, ein bloßes Abholen oder Einladen. Ohne Zweifel werden dabei die Berichtszahlen wieder imposant in die Höhe schnellen und "Zunahmen" aufweisen. Damit wird jedoch für nicht wenige Verkündiger die Möglichkeiten außerordentlich erweitert, ihre Berichte aufzubauschen. So wird die äußerlich großartig aufgemachte Zahlenschau der WTG zunehmend hohler und fragwürdiger.

Königreichsdienst Nr. 5/1968
Im "Königreichsdienst" Nr. 5 vom Mai 1968 fordert die WTG-Leitung jeden einzelnen ihrer ca. 79 000 westdeutschen Verkündiger auf, Protestbriefe an den Präsidenten der afrikanischen Republik Malawi zu senden. Bekanntlich wurden die Zeugen Jehovas in Malawi durch die Leitung der WTG in folgenschwere Auseinandersetzungen gestürzt. Sie verbot ihren Anhängern, der Ordnung und dem Aufbau dienende Gesetze zu befolgen. Viele Bürger von Malawi waren darüber sehr empört, die Bewohner Malawis fühlten sich dadurch in ihrem Kampf um die Freiheit behindert und Übergriffe blieben nicht aus. Die WTG-Leitung verspricht nun den westdeutschen Protestbriefschreibern: "Es mag sein, daß Präsident Banda seinen Kurs überprüft, wenn er bemerkt, daß das unchristliche Vorgehen seiner Regierung weltweite Entrüstung auslöst."

Kein Wort ist im Königreichsdienst davon enthalten, daß die Leitung der WTG die Schuld an diesen Vorkommnissen trägt. Kein Wort darüber, daß die Zeugen Jehovas dort nicht wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sondern wegen Nichtbefolgung der Gesetze.

Information für alle ehemaligen Zeugen Jehovas.
Christliche Mission für Jehovas Zeugen berichtet:
Heute gehören zu unserem Missionsbereich bereits 194 Länder. Dies wurde in sechs Jahren erreicht. Dieses Bereich ist in drei Missionsbereiche eingeteilt.
Weltweites Bereich
Regionales Bereich: Amerika, Australien, Ozeanien, Asien, Afrika.
Regionaler Infra-Bereich: Amerika, West-USA, Ost-USA, Westkanda, Ostkanada, Mexiko, Zentral-Amerika, WestIndien, Brasilien, Kolumbien.
Ozeanien: Fitschi-Inseln, Guam, Neukaledonien, Neuguinea.
Australien: Queensland, West- und Südaustralien, NSW, Neuseeland, Viktoria.
Asien: Japan, Südkorea, Taiwan, Hongkong, Philippinen, Indonesien, Thailand, Ceylon, Assam, Andhra Padhesh. Nordindien, Westpakistan.
Afrika: Äthiopien, Ghana, Nigeria, Sudan, Südafrika, Malawi, Sambia, Tansania, Mosambique, Südrhodesien.
Ost- und Westeuropa: Beide Deutschland, Polen, CSSR, Rumänien, Belgien, Frankreich, Niederlande, England, Italien, Schweiz, Spanien.
West-Indien: Jamaica, Bahama, Trinidad. Franz. Westindien
Brasilien: Sao Paulo, Porto Alegro, Rio de Janeiro, Columbien.

Publikationen: Converted Jehovas Witness Expositor, Bruderdienst, Christliche Verantwortung und Swit.
Die Zahl der "Ehemaligen Zeugen Jehovas" wird in allen Ländern größer.
Die Befreiungsbewegung aus der Wachtturmabhängigkeit geht voran. Es ist des Herrn Wille, dieses Wachstum zu fördern. Laßt uns eine starke Zeugengruppe für Christus werden. Vielleicht wird dies dann viele aufrütteln und die Christenheit beleben. jetzt ist der Tag der Befreiung, stehe. In 18 Ländern ist bereits die Wachtturmliteratur verboten. Nicht müßig und helfe am Aufklärungswerk.
Möchten sich nun alle mit der Bibel befassen, damit sie den rechten Weg erkennen.
Freudevoll, eure befreiten Brüder in Christus
Christliche Mission für Jehovas Zeugen W. J. Schnell.
Möchte diese Information allen eine Ermutigung sein zum Mithelfen am Aufklärungswerk!

Aus eingegangenen Briefen
Aus Berlin:
Besten Dank für CV Nr. 15. Der Artikel über die "Fehlgegangenen Berechnungen der Vergangenheit" enthält für die Zeugen Jehovas sehr wichtige Gedanken. Zum Beispiel, daß gemäß Russels Zeitberechnungen 6000 Jahre Menschheitsgeschichte 1874 endeten. Die gegenwärtige Endzeit-Festlegung besteht praktisch gesehen in einer Datenverschiebung um 100 Jahre. Wichtig erschien es mir auch, daß erstmals in CV die Berechnung angegeben wurde, wie Rutherford auf das Jahr 1925 kam. Seine Bibelstellen waren aber genauso an den Haaren herbeigezogen, wie das bei der Berechnung der 1914 Hypothese mit den 2520 Jahren der Fall ist. Ich hatte Gelegenheit, die Zeittabelle des Buches "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" einzusehen, mit der ja bekanntlich die 1975 Endzeithysterie begann. Mein Eindruck dabei war, die WTG fühlt sich in ihrer eigenen Haut nicht mehr wohl. Ein besonderes Merkmal in bezug auf früher veröffentlichte Tabellen ist, daß die Jahre vor unserer Zeitrechnung 3026, 2026, 1026 und nach unserer Zeitrechnung 26, 975, 1975, 2975 jeweils als "Ende des. .. 1000 Jahrtages des Menschen" bezeichnet werden. Die WTG-Leitung glaubt wahrscheinlich mit diesen "unbestimmten Angaben" mit dieser 1000-Jahrtageaufteilung, der Kritik an ihrer Endzeitlehre den Boden zu entziehen. Die unbewiesene Behauptung, daß Gottes Königreich 1914 begonnen haben soll, ist darin auch nicht mehr enthalten! Wir finden es aber noch in der Tabelle des Buches "Neue Himmel und eine neue Erde". S. 362-367

Der Artikel über den westdeutschen Gerichtsprozeß in Sachen WT-Blutkult ist auch sehr gut gestaltet. Dies wird für die Leitung der WTG ein weiterer Anlaß sein, sich über die aktive Mitarbeit breiter Kreise der Geschwister an "CV" zu "freuen"… Sende bitte noch einige CV mehr, da es noch Interessenten in Berlin gibt, welche informiert sein möchten.

Aus dem Bezirk Erfurt:
… Sie werden erstaunt sein, nach so vielen Jahren wo Sie mir Ihre CV senden, Post von mir zu erhalten. Ich bin ganz ehrlich. Zuerst als Ihre Briefe kamen war ich empört, dann desinteressiert und dann fing ich endlich an zu lesen. Ich stelle fest, daß Ihre Angriffe und Darlegungen berechtigt sind. Ich bin wohl über einiges so einigermaßen informiert, aber habe doch vieles nicht gewußt, deshalb begrüße ich Ihre Aufklärungsarbeit und wünsche gute Erfolge, was bei den Zeugen Jehovas oft sehr schwierig ist. Ich weiß es ja von mir selbst, hier hat wirklich Beharrlichkeit zum Ziel geführt …

Aus der Schweiz
… Laß Dir Deine so kostbare Zeit nicht rauben durch unmögliche Fragen. Halte ihnen die Liebe und das Gutestun wie ein Panier vor die Augen, dann können sie nicht fehl gehen und Dich können sie nicht erdrücken mit unnötigen Ballast. Wenn Du dastehst wie ein Fels in der Liebe, dann wird das andere langsam aber sicher von selbst kommen und Dein Herzenswunsch anderen zu helfen, wird sich immer wieder erfüllen. Ich freue mich so sehr für Dich, daß Du das tun darfst … Da ist übrigens kürzlich ein junges Zeugenehepaar zu uns gekommen, die haben mich um Deine CV gebeten und warten nun mit Spannung auf weitere Erfahrung aus CV. Der junge Mann, er hat studiert, schreibt mir nun, es sei ihm, seit er Deine Schriften durchstudiert hat, schon vieles klarer geworden. Er wolle aber der Sache noch tiefer auf den Grund gehen, weil es ihn sehr wundert, was eigentlich für versteckte Beweggründe hinter der WTG verborgen sind....

Aus dem Bezirk Gera
Herzlichen Dank für Deine CV. Habe sie gleich mit großem Interesse gelesen. Ich habe schon von Anfang an gemerkt, daß bei den Zeugen nicht alles so ist, wie es geschrieben und gesagt wird. Es hat da manchen Streit gegeben. Wir waren aber so hörig geworden im Laufe der Zeit, daß man sich kaum wagte seine Meinung zu äußern. Auch unsere Ehe hat unter diesem Zwiespalt sehr gelitten. Heute verstehe ich nicht, wie das alles, so kommen konnte. Bin jetzt froh, daß ich alles hinter mir habe und bitte um weitere Sendung von CV …

Aus Amerika:
Besten Dank für Brief und CV. Es freut mich zu hören, daß wir derselben Meinung sind in bezug auf Jesu Christi, sowie in allen Dingen die Du zum Ausdruck bringst … In Kanada und Amerika benutzt die WTG nun die Großversammlungen, um den Geschwistern zu erklären, was in Afrika passiert ist. Sie werden Mühe haben, alles erklären zu können. Unsere Briefe über Afrika und auch Deutschland sind in allen kirchlichen Kreisen in ihren Zeitungen und auch in anderen Zeitungen abgedruckt worden mit unserer Erlaubnis und haben großes Erstaunen hervorgerufen. Nun haben wir die WTG-Leitung dazu gebracht, daß sie sich verteidigen muß. Sie muß jetzt die Angriffe auf die anderen unterlassen, sie befindet sich auf dem Rückzuge. … Ich hege den Wunsch, sich ständig auszurichten im Geiste der Liebe, um anderen zu helfen …

Aus der Schweiz:
. . .Der Bericht von dem Bruder aus Zittau war erschütternd. Man merkt ihm an, daß der Arme innerlich noch ganz zerrissen und wund ist. Ob es auf den Präsidenten Eindruck machen wird, ist eine zweite Frage. Die haben ja immer irgendeine Begründung und sind da nie in Verlegenheit Sollten sie doch mal keine rechte Antwort wissen, hüllen sie sich in verachtungsvolles Schweigen. Was wird er noch alles zu berichten haben? Das Beste, was Du tun kannst, ist immer wieder, solche Berichte von Ehemaligen zu bringen. Sie sollten vielleicht nicht in direkter Anklage gegen eine Person verfaßt sein, das ist manchmal gefährlich, sondern nüchtern, erzählend ohne jeden Kommentar, den sollen sich die Leser selber machen Ich habe aber in diesem Falle Verständnis für seine Ausführungen und hoffe, das er sich nach der Vollendung der Aussprache wieder zurechtfindet. Im übrigen alles Gute …

Aus Westdeutschland:
. . . Die Vorgänge in Malawi werden von der theokratischen Leitung sehr hoch gespielt und dazu benützt, Mitleid für die "arme verfolgte und wehrlose Minderheit" zu wecken und Reklame für die ZJ zu machen. Nun können und dürfen natürlich Gewalttätigkeiten, wie sie dort vorgekommen sind, nicht entschuldigt werden. Aber daran, daß es soweit gekommen ist, tragen die Funktionäre von Brooklyn selbst ein gerütteltes Maß von Schuld, das ergibt sich aus Meldungen von anderer Seite …

A 4204-68 V 7 1 2788

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