Kommentare zu den
eingescannten CV-Ausgaben
CV 209
In dieser Ausgabe unter anderem
eine Aufzählung, was denn die verschiedenen Kirchen in der DDR
alles so an karitativen
Einrichtungen aufzuweisen hätten. Nun kann man zwar akzeptieren,
dass da bei den Zeugen
Jehovas ein einziges, riesiges Manko besteht. Hätte eine westliche
Zeitschrift für ihren
geographischen Bereich mal eine solche Vergleichsaufzählung
vorgenommen, wäre das sicher
okay. Nur der wesentliche Unterschied ist doch wohl der:
Die CV erschien in der DDR. Da
einen solchen Vergleich zu bemühen, ist wohl mehr als deplatziert.
CV CHRISTLICHE
VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 209 GERA DEZEMBER 1986
DIE WTG IM ABSEITS
WIR PRÜFEN WT 14 UND 15/1986.
DAS WT-SCHWERT IST VOLLER SCHARTEN
DIE „UNPOLITISCHE" WTG
Eine CV-Dokumentation
EIN BRIEF AN DEN HERAUSGEBER
AKTUELLES IN KÜRZE
AUS DER WELT DER ZEUGEN
FRAGEN AN FREDDIE
Mit spitzer Feder aus USA und Kanada
CV WÜNSCHT EIN
WEIHNACHTSFEST IM FRIEDEN
Liebe Brüder und Schwestern!
Millionen Menschen feiern wieder Weihnachten. Teilweise aus
religiöser
Überzeugung - in Gedanken an Jesu Christi.
Vielfach wird das Weihnachtsfest aber nur als ein Fest der Familie
begangen. Allen gemeinsam ist in diesen Tagen wohl die Sehnsucht nach
Geborgenheit, nach
Frieden. Mit den Verwandten und Bekannten, den Nachbarn und Freunden
gut auszukommen - das
wünschen sich viele Menschen.
Trägt dieser Friede mit den Nächsten wesentlich zum eigenen
Seelenfrieden bei.
GEFAHREN, DIE DEM
FRIEDEN ENTGEGENWIRKEN
Trotz aller guten Vorsätze kommt es in den zwischenmenschlichen
Beziehungen zu Problemen. Selbst zwischen Ehepaaren gibt es
Meinungsverschiedenheiten, die
sich mitunter zum Streit auswachsen.
Wieviel größer aber ist die Gefahr, daß
Unstimmigkeiten zwischen
Menschen entstehen, die in keiner engen Beziehung zueinander stehen.
Unterschiedliche Interessen und Ansichten, verschiedenartige
Charaktäre
sowie die kleinen und großen menschlichen Schwächen
beeinträchtigen oft das
Miteinander.
RATSCHLÄGE, DIE DEN
FRIEDEN FÖRDERN
An gutgemeinten Ratschlägen fehlt es nicht. Viele Bücher
wurden
geschrieben, damit den Menschen geholfen wird, ihr „seelisches
Gleichgewicht",
den Frieden mit dem Nächsten oder den Frieden in der Welt zu
erhalten bzw.
wiederherzustellen.
Christen versuchen natürlich, sich besonders nach den
nützlichen
Lehren der. Bibel auszurichten`: In diesem Buch spielt der Friede eine
überaus wichtige
Rolle (siehe z. B. Spr. 12:20; Matth. 5:24; Rö. 12:18; Rö.
14:19 u. a.. m.).
Viele gutgemeinte Ratschläge bezüglich des friedlichen
Zusammenlebens
in der Familie, mit Nachbarn und Arbeitskollegen und in der Versammlung
der Zeugen Jehovas
kann man in diesen Schriften finden.
DER WELTFRIEDEN IST
FÜR DIE WTG TABU
Erstaunlicherweise beschränkt sich das Friedensengagement der
WT-Organisation auf die genannten Bereiche. Aktivitäten, die das
Ziel -haben, den Frieden
in der Welt zu erhalten, werden als nutzlos herabgewürdigt:
„Einige humanitäre Organisationen versuchen, das Los des Menschen
zu verbessern, aber die Welt, ist zu tief in den Morast der Korruption
und
Gewalttätigkeit gesunken, als daß menschliche
Bemühungen erfolgreich sein
könnten." (WT 11/84, Seite 6)
„Die Menschen werden wegen ihrer begrenzten Weisheit und ihrer
begrenzten Fähigkeiten niemals in der Lage sein, für alle
Frieden und Sicherheit zu
schaffen." (WT 19/85, Seite 5).
DER FRIEDE IST UNTEILBAR
Sollen nun tatsächlich alle Bemühungen um einen Weltfrieden
vergeblich
sein? Andererseits. Ist ein wahrer Seelenfrieden oder der Friede in der
Familie
erreichbar, wenn man sich im Kriegsgetümmel befindet? Ist ein
solch „kleiner Frieden
real, wenn man um sein Leben oder um das der Angehörigen bangt?
Nein, an dieser Stelle wird das Problem erkennbar: Zwischen dem Frieden
im Kleinen und dem Frieden im Großen besteht ein Zusammenhang.
Nur im (Welt)-Frieden können Menschen glücklich sein!
An dieser Tatsache kommt auch ein Zeuge Jehovas nicht vorbei.
„DEN FRIEDEN KAUFT MAN
NIE ZU TEUER …"
Gut ist es, zu sehen, daß es viele Menschen gibt, die um die
Gefahr
eines dritten Weltkrieges wissen und sich für dessen
Verhütung einsetzen. In dieser
„Koalition der Vernunft" befinden sich auch religiös gebundene
Personen.
Sie scheuen kein Engagement, denn sie halten es mit Martin Luther:
„Den Frieden kauft man nie zu teuer, denn er bringt dem, der ihn
kauft, großen Nutzen."
Diese Menschen, setzen sich mit all ihrer Kraft für die vielen
kleinen
und großen Aktivitäten ein, die alle das eine Ziel haben:
den Frieden zu erhalten.
Und sie würdigen den Vorschlag der UdSSR, der darauf hinzielt,
alle
Kernwaffen bis zum Jahr 2000 abzuschaffen.
„… DIE… ZUM FRIEDEN
RATEN, HABEN FREUDE"
Ein Leben im Frieden - eines der höchsten Ideale der Menschheit.
Möge
es möglichst bald auf der ganzen Erde Wirklichkeit werden!
Jeder Mensch sollte sich angesprochen fühlen, sein Scherflein dazu
beizutragen.
Auch ein Zeuge Jehovas, es lohnt sich:
„Trug ist im Herzen derer, die Unheil schmieden, die aber zum
Frieden raten, haben Freude."
(Sprüche 12:20; NW)
Frieden und Freude wünschen sich alle Menschen,
einschließlich der
Zeugen Jehovas.
Daran sollte uns das Weihnachtsfest auch erinnern. -
UNSERE ZEITSCHRIFT
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG"
EIN UNENTBEHRLICHER INFORMATOR
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG ist eine Schrift für alle, die sich aus
christlicher und humanistischer Verantwortung mit der Lehre und
Tätigkeit der
„Wachtturm-Gesellschaft" (WTG), der Organisation der Zeugen Jehovas
befassen.
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG hat die Aufgabe, ständig über die
WTG zu
informieren und wendet sich deshalb an alle mit der WTG Verbundenen in
der DDR und
anderswo.
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG hat zum Inhalt, laufend die Bibelauslegungen
der WTG zu untersuchen, die religiöse und politische Strategie und
Taktik der WTG zu
beleuchten sowie über ihre wirkliche religiöse und politische
Entwicklung zu berichten.
Dabei wird das Ziel verfolgt, einen Weg zu weisen, der frei ist von
religiösen Irrtum und
politischen Mißbrauch und allen seinen Folgen.
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG geht dabei von den Tatsachen aus, daß
die WTG
unter Mißbrauch der guten Prinzipien des Christentums, des
Glaubens an die Bibel und. an
Gott eine globale religiöse und politische Irreführung
betreibt.
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG will den Zeugen Jehovas auf diese Weise
helfen, frei zu werden für ein Leben in echtem christlichem und
humanistischem Geiste.
Die „Wahrheit" über die WTG soll „frei machen", als Christen den
Platz zu finden, der der sozialen und humanistischen Verantwortung
für das tägliche
individuelle und gesellschaftliche Leben entspricht, die
natürlicherweise auch auf jedem
Christen ruht.
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG ist durch beständige Aktualität in
Hinblick
auf die illegale religiös-politische WTG-Tätigkeit in der DDR
wie in anderen Ländern
ein unentbehrlicher „Informator".
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG fordert alle Zeugen. Jehovas und
Interessierte
auf, Stellung zu nehmen, auch wenn es sein muß anonym, Fragen zu
stellen, Hinweise zu
geben, ideelle und materielle Beiträge zu übermitteln sowie
korrespondierende
Mitarbeiter zu werden, wenn sie die CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
akzeptieren.
CV-Redaktion
Otto-Dix-Str . 6
6500 Gera
DIE WTG IM ABSEITS
Angesichts der historisch gewachsenen konfessionellen Vielfalt und
Meinungsverschiedenheit ist die Trennung von Kirche und Staat die
Lösung für alle.
Der Staat stellt keine religiösen oder antireligiösen
Forderungen und
Bedingungen mehr. Er sichert vielmehr die Glaubens- und
Gewissensfreiheit.
Der Staat hat eine begrenzte gesamtgesellschaftliche
Wächterfunktion,
wie das in Römer 13: 2-5 schließlich auch gesagt ist. Der
christliche Glaube, welcher
Konfession auch immer, hat von sich aus einen caritativen bzw.
diakonischen Sozialauftrag
(Samariterdienst nach Lukas 10).
Er hat weiter nach Römer 13: 1-10 und Titus 3: 1, 2 z. B. in
Zusammenarbeit mit der „obrigkeitlichen Gewalt" zu „jedem guten Werk"
bereit zu sein, so ergeben sich automatisch Beziehungen zwischen Staat
und Kirchen bzw.
Religionsgemeinschaften.
Die evangelische Kirche
unterhält allein in der DDR 52 Krankenhäuser
mit rund 7 000 Betten, 87 Heime für geistig und körperlich
Behinderte mit über 6 000
Betten, 11 Heime für Mutter und Kind mit über 500 Betten, 280
Alters- und Pflegeheime
mit über 11 000 Betten, 23 Kinderheime mit 647 Betten, 6 Hospize
mit 452 Betten, 112
Erholungsheime, 550 Gemeindepflegestationen, 328
Kindertagesstätten mit etwa 17 000
Plätzen. Die katholische Kirche verfügt über 40
Krankenhäuser und 167 andere
kirchliche Heime für soziale Zwecke.
Kleine Gruppen und Glaubensgemeinschaften, z. B. die
ev.-methodistischen
Gemeinden, unterhalten 3 Diakonissenwerke mit 122 Schwestern und 22
Verbandsschwestern.
Hinzu kommen die Gemeinden der Baptisten, Adventisten u. a. mit den
verschiedensten
ähnlichen Hilfswerken für soziale Zwecke. An 6 staatlichen
Universitäten gibt es
Sektionen .für Theologie. Es bestehen 5 kircheneigene
Ausbildungsstätten. Die Kirchen.
und religiösen Gemeinschaften und Gruppen verbreiten zahlreiche
Zeitungen, Zeitschriften,
Bücher und sonstige Schriften. Eine -halbe Million Bibeln werden,
jährlich verlegt.
Der Staat gewährt den Religionsgemeinschaften erhebliche
finanzielle
Mittel: Für Krankenhäuser, Alters- und Pflegeheime. Für
Unterhalt von religiösen
Leitern (Pfarrern) über 10 Millionen jährlich. Für
Objekte (sakrale Bauten,
Räumlichkeiten) 1,2 Millionen pro Jahr. Für Studienzwecke 4
Millionen jährlich. (Stand
1976.)
Dies ist alles nur möglich, weil der Staat mit keiner Konfession
identisch ist.
UND DIE
WACHTTURM-GESELLSCHAFT?
Die WTG verneint mit ihrer willkürlichen Bibeldeutung den
caritativen
bzw. diakonischen Sozialauftrag des christlichen Glaubens. Sie
bekämpft prinzipiell die
Rechtmäßigkeit der „obrigkeitlichen Gewalt" mit ihrer
haltlosen
„endzeitlichen" Bibeldeutung. Ihr Motto:
„Jede Mark und jeder Pfennig den Zeugen Jehovas für caritative
Zwecke ausgeben, vermindert die Einnahmen und fehlt in der Kasse der
Wachtturm-Gesellschaft".
- K.O.
EDLER GESINNT SEIN UND
PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT 14 UND 15/1986
STUDIENARTIKEL:
„Wandelt weiterhin im göttlichen Licht".
„Lebt weiterhin als Kinder Gottes"
„Bekundet stets Liebe und Glauben"
AUCH DIE WTG SOLLTE DAZULERNEN
Unsere Beachtung verdient die Fußnote auf Seite 10. Hierin wird
dem
Wachtturm-Studienleiter die Anregung gegeben, „die angegebenen Stellen
aus 1.
Johannes vorlesen zu lassen, soweit es die Zeit zuläßt." Mit
diesem Hinweis ist das
indirekte Eingeständnis der WTG verbunden, daß das Vorlesen
von Bibelstellen im
Wachtturm-Studium ansonsten nicht die Regel ist. Auch beim Vorstudieren
des WT fehlt dem
Zeugen Jehovas auf Grund der Fülle von Literatur, die er
bewältigen muß, die Zeit,
Bibeltexte nachzuschlagen.
Somit ist die Vielzahl der angegebenen Bibelstellen in jedem Wachtturm
nur eine vorgetäuschte, grell schillernde Fassade, hinter der ein
Trümmerhaufen von
wahllos durcheinander geworfenen Bibelfragmenten existiert.
Soll sich diese Praxis nun ändern?
Man wagt kaum, darauf zu hoffen!
WIDER DIE
„ABTRÜNNIGEN"
Mit seinen Studienartikeln verfolgt dieser Wachtturm zwei Ziele:
Zum einen soll die in dem WT Nr. 6 und 7/1986 angelaufene Kampagne
gegen
Ausgeschlossene (vorzugshalber nun „Abtrünnige" genannt)
fortgesetzt und
biblisch untermauert werden. Das letztere gelingt natürlich nicht.
Zum anderen werden die Geschwister zur gegenseitigen Liebe
„ermuntert".
Vorweg einige Kostproben:
„Abtrünnige, die ihre-ehemaligen Mitverbundenen im Dienst Jehovas:
hassen, haben keine solche Gemeinschaft mehr mit Gott und Christus."
(S. 11)
„Sie (Jehovas Zeugen; Anm. d. Red.) kennen bestimmt die
„Wahrheit „' in bezug auf Jesus Christus, :wohingegen die
Abtrünnigen irrige
Vorstellungen von ihm haben." (14)
„Geistgezeugte haben eine 'Salbung durch den heiligen Geist, haben
Gott und seinen Sohn kennengelernt und 'benötigen niemand keinen
Abtrünnigen), der sie
lehrt'." S. 16)
„Außerdem 'erkennen' und schätzen solche
gewohnheitsmäßigen
Sünder, wie zum Beispiel die Abtrünnigen, Christus nicht als
das sündensühnende 'Lamm
Gottes' ',(Johannes 1:36)." (S. 16)
Es ließe sich über diese Zitate viel schreiben.
Möge eine kurze Antwort diesmal genügen:
VON DEN
„ABTRÜNNIGEN" LERNEN
a) Haß wird nicht von seiten derer aufgebaut, die die
Organisation der
Zeugen Jehovas verlassen. Diesen Haß schürt die WTG, indem
sie ihre Anhänger gegen die
ehemaligen Mitverbundenen aufhetzt. Dabei ist ihr jedes Mittel recht.
Dies geht bis zu
äußerst geschmacklosen Ausdrücken, die dem
„Unterweltmilieu" entstammen
(siehe WT Nr. 6/1986).
b) Wie. sehr die WTG Jesus „achtet", wurde im WT Nr. 8/1984
deutlich
„Jesus ist vielmehr völlig damit zufrieden, der Gehilfe und
Sprecher seines Vaters zu sein," (S. 20)
Die Stellung der ZJ zum Abendmahl beweist ein übriges.
Letztendlich zeugt es sicher nicht von Achtung gegenüber Jesus
Christus, wenn der Wachtturm Nr. 7/1986 auf Seite 31 schreibt:
„Offensichtlich kann eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas
Zeugen nicht lediglich auf einen Glauben an Gott, an die Bibel und an
Jesus Christus
beruhen."
c) Und wie sieht es mit dem angeführten Zitat aus:
„Geistgezeugte … 'benötigen niemand (keinen Abtrünnigen),
der sie lehrt'."? Anscheinend sind die WT- und Erwachet-Schreiber in
Brooklyn doch
nicht so „geistgezeugt", um keine Fehler zu machen. Oder paßt der
heilige Geist
nicht in jedem Fall. genau auf?
Jedenfalls müssen sich diese Brüder immer wieder korrigieren
lassen.
Sichtbar wird dies an den Erwachet Nr. 3 und 4/ 1986 auf Seite 28.
In der Rubrik „Leserbriefe" müssen sie ihre Fehler
notgedrungen zugeben.
Waren es nun vielleicht sogar „Abtrünnige", die diese Fehler
gemerkt haben?
Wie dem auch sei:
EINEN LEHRER SOLL KEINER
AUSSCHLAGEN!
WACHTTURM NR. 15/1986
STUDIENARTIKEL:
„Jugendliche, laßt euch nicht täuschen!"
„Junge Menschen,
die Jehovas Herz erfreuen"
NEBENARTIKEL:
„Wächst euer 'Kind 'zur Rettung heran'?"
JUGENDLICHE WERDEN
BETROGEN
Tatsächlich möchte man ausrufen:
„Jugendliche, laßt euch nicht täuschen!"
(Siehe Seite 10.)
Besonders, wenn man auf S. 15 lesen muß:
„Im Gegenteil, Gottes Organisation liebt euch, und alles, was
gedruckt und gesagt wird, dient dazu, euch zu schützen - euch das
Leben zu retten! …
Es gibt auf-der Erde keine andere Organisation, die sich so sehr um
ihre Jugendlichen
kümmert und sie so, sehr liebt."
JUGENDLICHE
LEISTEN SKLAVENARBEIT FÜR DIE WTG
Wie weh tun solche Worte dem Eingeweihten, welcher die Machenschaften
der WTG durchschaut hat! Geht es in diesem WT doch um Kinder und
Jugendliche, die ihr
Leben noch vor sich haben.
Gerade in den jungen Jahren eines Menschen müssen Grundlagen
gelegt und
Entscheidungen getroffen werden, für die es im Alter meistens zu
spät ist. Dazu gehören
beispielsweise eine fundierte Ausbildung, Partnerwahl und Heirat.
Statt dessen fordert
dieser WT:
„Kannst du dir Ziele stecken, durch die du Jehova an die erste
Stelle in deinem Leben setzt, statt einfach darauf bedacht zu sein,
eine gutbezahlte
weltliche Arbeit zubekommen, dann zu heiraten und Kinder zu haben?" (S.
20)
Deutlicher ausgedrückt bedeutet das: Jugendliche Zeugen Jehovas
sollen
auf eine höhere Schulbildung bzw. gar ein Studium verzichten und
lieber einen
„praktischen" Beruf erlernen (dieser ist u. U. auch innerhalb der WTG
gefragt).
Laut WT-Text aber noch
lobenswerter:
„In der Schule wird dem Kind vielleicht ein bestimmter Beruf
empfohlen, doch christliche Eltern können Ziele hervorheben, die
das wachsende Interesse
des Kindes, Jehova zu dienen, befriedigen werden, wie zum `Beispiel den
Pionier-, den
Bethel oder den Missionardienst. (S. 29;30)
Gar nicht gern sieht es die WT-Organisation, wenn junge Menschen
heiraten und Kinder bekommen, da sie dann nicht mehr ihre ganze Kraft
für den WT-Dienst
einsetzen können. Denn für ihre schwere Knochenarbeit braucht
die WTG billige, aber
kräftige Arbeiter. Zweigbüros- und Königreichssäle
müssen gebaut werden.
„Der Bau solcher neuen Gebäude ist schwere Arbeit, und einen
Großteil davon bewältigen junge Menschen mit ihrer Kraft und
guten Kondition. Auch der
Löwenanteil der schweren körperlichen Arbeit, wie das
Drucken, Binden und Versenden der
jährlich Tausende von Tonnen biblischer Literatur, wird von
Jüngeren bewältigt.
In der Weltzentrale der Zeugen Jehovas in New York und auf den
Wachtturm-Farmen arbeiten über 1400 junge Menschen, die nicht
älter als 25 Jahre
sind." (S, 20)
AUS ZJ-JUGENDLICHEN
WERDEN ENTTÄUSCHTE ERWACHSENE
Fazit: Tatsächlich gibt es „auf der Erde keine andere
Organisation, die sich so sehr um ihre Jugendlichen kümmert".
Zumindest in dem
Sinne, daß die Jugendlichen durch die WTG. ausgenutzt und
ausgebeutet werden in einem.
Maße, wie man es auf der Erde kaum ein zweites Mal findet.
Kommt ein Mensch, der so erzogen wurde, im reiferen Alter zu der
bitteren Erkenntnis, irregeleitet zu sein, steht er vor einem
finanziellen, sozialen und
beruflichen Ruin. Dies belegen zahlreiche traurige Beispiele!
DIE TATSACHEN SPRECHEN
FÜR SICH
Wie steht es nun mit der Behauptung der WT-Organisation, daß es
auf der
Erde keine andere Organisation geben würde, die ihre Jugendlichen
„so sehr
liebt"?
Lassen wir die Fakten sprechen. Jeder Zeuge Jehovas, besonders jeder
jugendliche ZJ, möge danach selbst urteilen.
„Jonadabe, die jetzt (im
Jahre 1938 (!), Anm.) ans Heiraten denken,
würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu
warten, bis der feurige
Sturm Harmagedons vorüber ist, und dann die ehelichen Beziehungen
aufzunehmen und die
Segnungen zu genießen, die mit einer Anteilnahme am Füllen
der Erde mit gerechten und
vollkommenen Kindern verbunden sind." (Schau den Tatsachen ins Auge,
S.50,0 1938) Ein
Zeuge, der im Jahre 1938 20 Jahre alt war, ist nun bereits 68 Jahre alt
und damit
kinderlos - falls er sich an diesen Rat. gehalten hat.
Diesen Tatsachen sollte man tatsächlich ins Auge schauen!
„Wenn du ein junger Mensch bist, so mußt du dir auch über die Tatsache im klaren sein, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst. Wieso nicht? Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen, daß dieses verderbte System in einigen wenigen Jahren enden soll. … Wenn du zum Beispiel zur Mittelschule. gehst und eine Hochschulbildung in Erwägung ziehst, so bedeutet das wenigstens vier, vielleicht auch sechs oder acht weitere Jahre bis zum Abschluß in. einem besonderen Fach. Aber wo wird sich dieses System der Dinge dann befinden? Es wird auf seinem Weg zu seinem Ende weit vorangeschritten sein, wenn es nicht sogar schon verschwunden sein wird!" (Erwachet 22.8.1969, S. 15,16)
Ein im Jahre 1969
18jähriger Jugendliche ist nun bereits 35 Jahre alt.
Er hätte selbstverständlich seine Ausbildung beendet und
würde im Berufsleben stehen.
Aufgrund solcher und ähnlicher Zitate heirateten Tausende Zeugen
nicht
und weitere Tausende blieben unter ihren beruflichen Möglichkeiten.
Aber auch an „Kleinigkeiten" merkt. man, wie
„jugendfreundlich" die WTG. ist.
Da werden Kinder. bei 30 Grad minus (!), in den Predigtdienst gejagt.
(WT 7/85, S. 25). Mütter verlassen ihre Kinder, wenn nur das
Bethel ruft (WT 7/85; S.27).
„Die Ehe sei nicht das Wichtigste im Leben eines Mannes",
behauptet der WT 19/84 auf der Seite 15. Dies ist geradezu ein
Freibrief besonders für
Älteste, ihre Kinder noch mehr zu vernachlässigen.
Dieses Thema ist damit keineswegs abgehandelt. Allein die tragischen
Schicksale vieler ehemaliger Zeugen, die schon als Kinder bzw.
Jugendliche in diesem
Glauben erzogen wurden, würden ganze Bücher füllen. Die
WTG ist ausgesprochen
jugendfeindlich! Darum:
Jugendliche, laßt euch nicht täuschen!
- Gerd R ... -
DAS WT-SCHWERT IST
VOLLER SCHARTEN
„… da sie die gesunde Lehre nicht ertragen"
Will man einen Menschen von irgendeiner guten - oder auch schlechten -
Sache überzeugen, so kommt es vor allem darauf an, ihm diese Sache
recht schmackhaft zu
machen, sie in den verlockendsten und schillerndsten Farben zu
schildern, damit Neugier
und Interesse geweckt werden. Ist es erst einmal soweit, dann kommt es
nur noch darauf an,
etwas mehr Nachdruck in die Darstellung zu legen und behutsam, doch
geschickt die Gedanken
desjenigen, den man beeinflussen will, immer ausschließlicher auf
jenen Gegenstand zu
lenken, von dem man ihn überzeugen will.
In den Büchern „Zum
Predigtdienst befähigt" und
„Leitfaden für die Theokratische Predigtdienstschule" nennt man
dieses Vorgehen
„Taktvoll gegen alle" und „Taktvoll, doch standhaft".
Dem Aufmerksamen wird hier bereits ein Widerspruch deutlich, denn im
erstgenannten Buch (1957) ist man noch taktvoll gegen alle. Später
änderte sich das in
zunehmendem Maße. Und wenn man eben 1971 verlangt, zugleich
standhaft zu bleiben, so ist
das zum Beispiel eine mehr als harmlose Umschreibung für den
Angriff auf alle Religionen,
besonders aber auf die katholische Kirche, denn jeder Andersdenkende,
Andersglaubende wird
zunächst taktvoll behandelt. Zeigt er sich aber in den Augen eines
Zeugen Jehovas und
entsprechend den Lehren der WTG voll Widerspruch und störrisch, so
beginnen unflätige
Beschimpfung und taktloseste Beleidigung. Vielleicht geschieht es
deshalb, um die
Enttäuschung über einen Mißerfolg, die Wut über
eigene Unzulänglichkeit und
Unvollkommenheiten der WTG-Lehren zu vertuschen. In solchen Fällen
also erscheint der WTG
der Angriff als die beste Verteidigung.
BEWUSSTSEINSSCHLEICHEREI
„Behutsam, aber bestimmt, müssen wir die Menschen überzeugen
von
den Lehren des treuen und verständigen Sklaven!" erklärte mir
vor Jahren ein
älterer Bruder. Und dann führte er - höchst
unzutreffend, wie ich heute weiß - den
Vergleich von den Tauben und den Schlangen an und meinte, man
müsse eben auch List
gebrauchen, wenn es der Verbreitung und Durchsetzung von Jehovas Wort
diene. Voller Stolz
habe ich langjährige Zeugen oft gegenüber Interessierten
davon sprechen hören, daß die
WTG nicht „Anhänger" für Jehova einsammle, sondern
„Lokomotiven".
Diese Hinweise auf Aktivität, auf ein
„ständig-mit-an-der-Spitze-stehen",
schmeichelten gerade jungen Leuten besonders, die darin zunächst
ungeahnte Möglichkeiten
vermuteten, um sich zu beweisen, um tätig zu sein.
Daß diese Verlockung in einer geistigen Einengung endet, wer kann das in solch einem Moment ahnen, wenn ihm tätiges Mitwirken angeboten und große Anerkennung in Aussicht gestellt wird. Das ist eben der Trick, Erfolge ins Riesenhafte aufzublasen, Mißerfolge nicht zu nennen oder solange zu verschleiern, bis „die Maus in der Falle sitzt".
In „Zum Predigtdienst
befähigt"- lesen wir auf Seite 218:
„Um die Person, mit der du studierst, zum .Dienst zu veranlassen,
ist es am besten, sie zum Dienst von Haus zu Haus einzuladen.
Erzähle fortwährend von
deinen freudigen Erfahrungen. Strahle das Glück wider, das dieser
Dienst mit sich
bringt."
Weitaus größer als die verwinzelten Erfolge sind die
Mißerfolge, die
Ablehnungen, die Hinauswürfe, der empörte Widerspruch jener,
die sich aus wahrem Glauben
nicht als Lokomotive auf die verworfenen Gleise der WTG stellen lassen
wollen.
Wie soll da ein. Interessierter von strahlendem Glück des
Haus-zu-Haus-Dienstes überzeugt werden?
HERZFEHLER DER WTG
Der Leitfaden für die Theokratische Predigtdienstschule spricht im
Lehrstück 15 davon, daß ein, Zeuge Jehovas beim Zeugnisgeben
„das Herz der Zuhörer
ansprechen" soll. Das klingt sehr schön. Aber eine geschickte
Täuschung, steckt
dahinter.
In dem Buch wird Sprüche 19:21 und 16:9 zitiert, und es wird
gesagt,
daß das Herz „Pläne macht", und „seine Wege ausdenkt". In
der
Neuen-Welt-Übersetzung aber finden wir:
„Viele Pläne sind im Herzen eines Mannes, aber der Rat Jehovas,
der wird bestehen."
Sprüche 19:21.
und:
„Des Erdenmenschen Herz mag seinen Weg ausdenken, aber Jehova
selbst lenkt in der Tat seine Schritte.
Sprüche 16:9
Beide Stellen also sind
verfälscht, denn erstens wird nicht gesagt,
daß das Herz Pläne macht, zweitens wird vom „Weg", nicht von
„Wegen"
gesprochen.' Was aber soll dieses Manöver, dieses Beobachten und
Beeinflussen des
Herzens? Beide Bibelstellen sagen doch, daß nur und
ausschließlich Jehova die Herzen
lenkt, wieso denn, nun auch jeder Zeuge Jehovas? Nun, es geht um
völlige Abhängigkeit
von der WTG und das wird unverblümt auf Seite 75 des „Leitfadens"
ausgesprochen:
„Manchmal mag das Herz die Schlußfolgerungen des Sinnes
überstimmen und eine Anregung geben, die das Gefühl oder
Verlangen über. das logische
Denken stellt und es ihm vorzieht …"
Dann heißt es
kategorisch:
„Wenn Menschen durch die Umstände nicht mehr oder weniger
gezwungen werden, anders zu handeln, folgen sie dem Lauf, der ihrem
Herzen gefällt."
Diese „Umstände" und jene, die da „zwingen", sind
offensichtlich die Autoren des Buches, also die WTG. Sie maßen
sich also das Recht an, in
die alleinige Lenkung der Herzen durch Jehova mit Zwang einzugreifen.
Wieviel
Unverschämtheit gehört eigentlich dazu, sich in solcher
ofensichtlicher Falschdeutung
über eindeutige Bibelhinweise hinwegzusetzen?
Alles läuft auf kritiklose Unterordnung und gedankenlosen
Befehlsempfang hinaus.
HAST DU DAS GEWUSST?
CV-DOKUMENTATION
DIE „UNPOLITISCHE" WACHTTURM-GESELLSCHAFT!
Wie „unpolitisch",
davon einige Kostproben:
„ERWACHET" 22. Dezember
1947 (Berner-Ausgabe)
DEUTSCHLAND UNTER RUSSISCHER HERRSCHAFT
'Seither hat sich für das deutsche Volk in politischer Hinsicht
nicht
viel geändert … zwar existieren die Konzentrationslager der
Gestapo nicht mehr, doch
fühlt sich die breite Volksmasse hier in der östlichen Zone
im allgemeinen nicht viel
freier als zur Nazi-Zeit …
Die Meinung ist vorherrschend, daß die Russen unbedingt
verschwinden
müssen, weil es solange keine wirklich freiheitliche Entwicklung
gibt."
„ERWACHET" 22. August
1948 (Berner Ausgabe)
DIE SOWJETUNION
Eine sachliche Betrachtung von Land und Leuten
„Was den Sowjetkoloß für seine Gegner so furchterregend
macht,
ist das Ansteigen des Kommunismus in Europa-und anderen Erdteilen.
Mindestens elf Millionen organisierte Kommunisten in Frankreich und
Italien. Machtübernahme durch die Kommunisten in Rumänien,
Ungarn und der
Tschechoslowakei. Kommunistische Regierungen auch in Polen,
Jugoslawien, Bulgarien und
Albanien! …
Welche Mittel können die anderen gefräßigen Reiche
dieser Welt
anwenden, um dem knurrenden russischen Bären kräftig auf die
ausgestreckten Tatzen zu
klopfen."
„WACHTTURM", 1. April
1950
DEUTSCHE BEZIRKSVERSAMMLUNGEN DER ZEUGEN JEHOVAS 1949
„Ist der Bolschewismus schöner als andere Systeme? Glauben die
Kommunisten, daß das, was Hitler begonnen hat, von ihnen
vollendet werden müsse? Wir
fürchten die Kommunisten genauso wenig, wie wir die Nazis
gefürchtet haben!"
„ERWACHET", 8. Juli 1951
„VERFOLGUNGEN WÜTEN IN SOWJETDEUTSCHLAND."
„WACHTTURM", 1. Juni
1952.
„Gleich ungezügelten wilden Tieren zwingen sie dem Volk hinter dem
Eisernen Vorhang ihre Ideen und wilden Träume auf. Und die anderen
Nationen und Völker
haben damit zu kämpfen. Hitler war von einem ähnlichen
Wahnsinn besessen."
„JAHRBUCH DER ZEUGEN
JEHOVAS 1953"
OSTDEUTSCHLAND
„In Ostdeutschland ist der Eiserne Vorhang der Unfreiheit tief
heruntergelassen. Die Überwachung durch den Staat erfaßt
alle öffentlichen
Einrichtungen, Fabriken, Geschäftsfirmen und Verkehrsmittel. Der
Staat dringt direkt in
den engeren Familienkreis ein, und bestimmt erfüllen sich heute in
diesem Lande und in
vielen anderen die Worte von Matthäus 10:36 (NW):
'In der Tat, eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen
sein.'
Ein grausames Terror-Regime in dem von den Kommunisten beherrschten
Ostdeutschland hält die Bevölkerung vom Staate abhängig
und in völliger Sklaverei und
dauernder Furcht."
„ERWACHET", 22. April
1957,
GOTTES WORT
TRIUMPHIERT ÜBER DEN KOMMUNISMUS
„Wahre Christen werden von kommunistischen Führern
mißhandelt,
aber ihr Glaube an Gottes Wort hält sie aufrecht. Lesen Sie den.
ergreifenden' Bericht:
'STREIFLICHTER AUS DEM ROTEN PARADIES'
Wenn Sie diese Zeitschrift gelesen haben, wünschen Sie bestimmt
auch
einen Anteil an der Verbreitung der 10 000 000 (zehn Millionen)
Exemplare zu haben, die
von dieser Ausgabe gedruckt worden sind …
Geben Sie diese aufrüttelnde Botschaft auch an Ihre Freunde
weiter."
Dieses sind nur einige
wenige Ausschnitte aus WTG-Schriften bis 1957.
Ohne Rücksicht zu nehmen, auf ihre Zeugen Jehovas (die WTG braucht
Märtyrer), steuerte und steuert sie ihren antikommunistischen und
antisowjetischen Kurs.
Man muß wissen, daß kein Artikel in ihrer Literatur
erscheint, der
nicht durch die Zensur in Brooklyn gegangen ist. Sie inspiriert,
diktiert und verbreitet
weltweit ihre „unpolitischen" Ansichten. Warum? Wofür? In welchem
Auftrag?
Wem gegenüber hat sie sich verpflichtet?
-W.W.-
EIN BRIEF AN DEN
HERAUSGEBER
Werter Herr Werner!
Ich bedanke mich herzlich für Ihren freundlichen Brief und das
Angebot
des Kennenlernens. Ich betrachte es nicht als meine Aufgabe, Sekten
oder speziell die
WT-Gesellschaft zu bekämpfen. In der Zeit von mehr als
dreißig Jahren, in. denen ich
selbst ein eifriger und unerschütterlicher Anhänger dieses
sehr menschlichen, aber nicht
göttlichen Werkes war, hätte mich niemand mit Angriffen auf
den WT und die Gesellschaft
davon abbringen können. Im Gegenteil, ich hätte mich noch in
meinem Tun bestärkt
gefühlt, denn man muß ja verfolgt werden!
Daß ich Ihnen schreibe, und auch gestatte, die Artikel, wenn Sie
Ihnen
zusagen, in Ihrer Zeitschrift zu verwenden, hat einen etwas anderen
Grund. Als ehemaliger
Angehöriger dieser Gemeinschaft, die.. sich um das Banner des WT
geschart hat, kenne ich
sie natürlich genauer, als irgendeine andere. Doch was in ihr
gelehrt wird, ist auch wenn
es in besonders krasser Weise geschieht, letztlich symptomatisch
für jegliches
Sektenwesen.
Worum es mir geht, ist folgendes: den Ehrlichen eine Erkenntnis zu vermitteln, die zuerst mal schwer zu verkraften ist, und zu deren Gewinnung man doch einige Zeit und sehr viel Selbstüberwindung braucht, die Abtötung der eigenen Eitelkeit. Es ist die Erkenntnis des Umstandes, daß die Überzeugung, die auf den Lehren z. B. des WT beruht, eigentlich auf gar nichts besteht. Die „lebenswichtigen Erkenntnisse", die einst zur Gründung der Gemeinschaft führten, sind längst Makulatur, sind lange außer Gebrauch, die Gründe von einst sind abgetan, die Gründung kann als unnütz erkannt werden. Diese Einsicht versuche ich zu vermitteln. Wenn man das im Innersten begriffen hat, kann sich, ich habe es an mir selbst gemerkt, die Wandlung vollziehen. Wenn wir helfen wollen, kann sich unser Tun ja nie gegen Menschen richten, das, sondern nur gegen die Sache. Denn wohin führt es, wenn sich ehrliche Menschen in dieser Weise verrennen? Dazu, daß sie am Ende von Gott enttäuscht sind.
Der Sektengott vermag
gar nichts zu tun, das weiß die Leitung genau,
darum muß sie ihren Anhängern immer neue, nahe Termine
nennen, um sie für die nächsten
paar Jahre bei der Stange zu halten. Dann setzt das große
Vergessen ein, und man kann
sich wieder heue Tricks ausdenken.
Nochmals, werter Herr Werner, Sie haben von mir generell die
Zustimmung,
in Ihrer Zeitschrift zu veröffentlichen, was Ihnen von dem, was
ich schreibe, nützlich
erscheint.
Erst dann, wenn in einem Menschen statt der menschlichen
Versprechungen,
mit denen er abgefüttert wurde, „0 Steine statt Brot", Jesus
Christus zur Mitte
seines Denkens wird, ist der Boden seines Herzens weich genug geworden,
um Wasser und
Samen des Reiches Gottes in sich aufzunehmen. Um Frucht zu bringen
für Gott und nicht
für eitle menschliche Führer, die sich selbst und nicht die
Herde weiden.
Ist man frei geworden, hat man Raum geschaffen, und kann nun den
einlassen, der schon lange an die Tür geklopft hat, den Herrn
Jesus Christus.
Werter Herr Werner, ich habe mich noch nicht von neuem gebunden. Es ist aber unumgänglich, zu bedenken, daß zum Christ-Sein auch Gemeinschaft gehört. Wenn auch naturgemäß jeder Mensch, der diese Gemeinschaft sucht, dabei hauptsächlich mit durchschnittlichen Leuten zusammentreffen wird, gibt es doch einen eminent wichtigen Grund. Es ist Jesu eigene Aussage, daß, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sein würden, Er in ihrer Mitte wäre. Und das, obwohl Er viel besser als wir selbst wußte, daß an uns „nichts Besonderes ist". „Und wenn ihr alles getan habt, was zu tun ihr schuldig seid, dann sprecht: 'wir sind unnütze Knechte.'"
Auf keinen Fall werde
ich mich wieder einer Splittergruppe anschließen.
Es käme eigentlich nur die alte Kirche in Frage. In diesem
Verlangen nach Verständnis
der alten Wahrheiten bemühe ich mich, alte Vorurteile
auszuräumen und versuche zu
begreifen, was diese vielgeschmähte, jahrtausendealte Einrichtung
im Innersten
zusammenhält.
Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Bemühungen
verbleibe ich mit
freundlichen Grüßen.
H. G.
FRAGEN AN FREDDIE
Aus Illinois erreichte uns folgende an den WTG-Präsidenten Fred
Franz
gerichtete Anfrage, die in den USA kursiert:
Oh, oh, Ethel, gehen wir
zum Bethel.
Ich habe viele Fragen,
sie sollen Antwort sagen.
Ich gehe Freddie fragen,
wann wir bereit sein sollten,
und wann das Paradies sein wird.. Oh, oh.
Wir gaben unser Leben
für die Wahrheit,
pionierten unsere ganze Jugend hindurch.
Wir werden alt und können nicht länger warten.
Warum verspätet sich Harmagedon?
Wann wird das Paradies sein?
Du sagtest uns, wir
sollten nicht heiraten
und kein kleines Baby austragen.
Nun sind die Tage vergangen, ich bin alt und Ethel ist grau.
Wann wird dieses Paradies sein?
Du sagtest, wir werden
nicht mehr sterben müssen.
Nun, wir wissen,
daß dies alles Lüge ist. Wir möchten nicht wie Johannes
und Lois
sein.
So bitte, Freddie, zeige
uns, wann wird das Paradies sein?
Wo ist das kleine Mädchen, daß wir nicht hatten, als wir
jung waren?
Wo ist der kleine Junge, um ihn unseren Sohn zu nennen? Wo ist unser
Sohn?
Oh, oh, Ethel, gehen wir
zum Bethel.
Ich gehe Freddie fragen,
sie sollen Antwort sagen.
(Im Englischen gereimt -
CV-Übersetzung)
Anmerkung
Johannes und Lois sind die beiden von der WTG in ihrem Buch
„Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" 1959/60 erfundenen ZJ.
AKTUELLES IN KURZE
WEIHNACHTEN
FÜR DIE ZJ EINE „ZEIT DER BEDRÜCKUNG"
Weihnachten, das in weiten Bevölkerungskreisen als Hauptfest der
Christenheit gilt, wird unter den verschiedenen christlichen
Gemeinschaften, Sondergruppen
und Sekten zum Teil .völlig gegensätzlich begangen. Es zeigt
- wie andere christliche
Feiern auch - „zuweilen sehr schmerzlich tiefliegende
Glaubensunterschiede".
Darauf wies jetzt die Evangelische Zentralstelle für
Weltanschauungsfragen (EZW) in Stuttgart hin.
So seien etwa für die über 100 000 „Zeugen Jehovas" in der
Bundesrepublik Deutschland die Adventwochen „eher eine Zeit der
Bedrückung: Sie
dürfen nicht feiern". Da Weihnachten mit der Wintersonnenwende
verknüpft sei, gelte
es für diese Sekte seit einer Lehr-Entscheidung von 1928 als
„heidnisches
Fest".
Da nichts Neues an die Stelle der Advents- und Weihnachtsfeiern
getreten
sei, bleiben sie für die „Zeugen" ein „großes Vakuum". Die
„Not
ihrer Kinder ist in der Vor-Weihnachtszeit besonders groß".
-CVN-
NACH DER WAHL - UND DIE
ZJ?
Im Ergebnis der Wahlen 1986 in der DDR wurde Erich Honecker erneut zum
Vorsitzenden des Staatsrates gewählt. Zu den kirchlichen
Gratulanten, u. a. Joachim
Kardinal Meißner, gehörte auch Henry Burkhard,
Präsident der kleinen Kirche Jesu
Christi der Heiligen der Letzten Tage in der DDR. Er schrieb u. a.:
„Erlauben Sie
mir, Ihnen auch für Ihr unermüdliches Wirken im Interesse der
Bürger. unseres Landes,
und damit auch der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der
Letzten Tage zu
danken" (NZ 4.7.86).
Sollten nicht auch die ZJ dankbar sein? Ist nicht das erreichte soziale
Wohl des Landes auch ihr Wohl?
200 SEKTEN
Allein im Südwesten gibt es nach Aussage der
„Baden-Württembergischen Eltern- und Betroffeneninitiative zur
Selbsthilfe gegen
destruktive Kulte" (EBIS) über 200 „pseudoreligiöse Kulte".
Dies
erklärten Vertreter der im Oktober vergangenen Jahres in
Heidelberg gegründeten
Selbsthilfeorganisation vor Journalisten in' Stuttgart. Die Sekten -
von der
„Scientology Church", der Moon-Sekte, Bhagwan- bis zu
Harekrishna-Jüngern -
zählten Tausende Anhänger, sagte EBIS-Vorsitzende Mamay.
Die Resonanz betroffener Eltern, deren Kinder „völlig aus ihrem alten Leben ausgestiegen sind und verschwanden", ist nach Frau Mamays Worten bisher sehr groß. Mehr und mehr würden sich die Sozialämter an die Eltern wenden, um erteilte Sozialhilfe für die Kinder zurückzufordern. Andere Sektenmitglieder lebten von den Arbeitsämtern, arbeiteten in Wahrheit aber für die Sekte. Vielfach sei bei Eltern eine hohe „Schamschwelle" feststellbar, die von ihren Kindern „regelrecht erpreßt werden". Aus Angst, ihre Kinder könnten völlig mit ihnen brechen, würden sie nicht zur Aufklärung über die Sekten beitragen, deren Praktiken bis hin zur Anleitung zur Prostitution reichten.
Auch die Zeugen Jehovas müsse man, so Ingo Heinemann, Geschäftsführer der Bonner „Aktion für geistige und psychische Freiheit" (AGPF), des Dachverbands entsprechender Elterninitiativen in der Bundesrepublik, zu diesen „destruktiven Kulten" rechnen. Man verstehe sich aber nicht als „Sektenjäger". Auch wolle man deren Mitglieder nicht kriminalisieren, sagte Heinemann. Unverständnis äußerte er darüber, daß „derartige teilweise kriminelle Vereinigungen in der Öffentlichkeit werben" dürften.
Liebe Brüder und
Schwestern!
Ab Januar 1987 in CV 211!
Raymond Franz und sein Buch
„KRISE DES GEWISSENS"
Enthüllungen über die WTG und ihre leitende Körperschaft
wie es sie
noch nie gab!
Lest und überzeugt Euch!
Danach ist nichts mehr wie zuvor!
AUS DER WELT DER ZEUGEN
SCHWESTER MARIA SCHREIBT AN JOZEF WERESKY
… Ich verkündige nicht, aber meine Berichte sind immer
vorbildlich.
Ich bin Schneiderin und nähe für einen Ältesten und
seine Familie,
manches Mal auch für seine Bekannten und Freunde.
Geld bekomme ich nicht dafür. Als Bezahlung füllt er meine
Berichtszettel aus.
Er schreibt so gute Zahlen in die Berichte, daß ich immer ein
Vorbild
für. die anderen Brüder und Schwestern bin - obwohl ich nicht
eine Stunde im Felddienst
war.
Der Älteste versicherte mir immer, daß es Jehova egal ist,
von wem und
wie diese Berichte gemacht werden.
Ich bitte um eine ehrliche Antwort, weil ich. nicht in Harmagedon
vernichtet werden möchte.
Ich weiß nun nicht mehr, ob ich dem Ältesten noch glauben
kann, es ist
doch für ihn so bequem und vorteilhaft.
Vielleicht denkt er, wenn er mir die richtige Wahrheit sagt, dann
müßte er sich eine andere Schneiderin suchen, die er dann
auch bezahlen müßte.
Für mich wäre es schön, denn ich hätte dann Zeit,
um die frohe
Botschaft von Haus zu. Haus tragen zu können. Meine Berichte
würde ich dann auch wieder
selbst machen. Dann könnte ich den anderen Brüdern und
Schwestern wieder in die Augen
schauen.
Aus: „Briefe an Christen"
GESPRÄCH IN DER
LAUSITZ
Man soll sich doch nicht aufregen, wenn 1975 kein Harmagedon-Weltende
gewesen ist, wie es der WT zuvor prophezeit hatte. Jona war auch
verärgert, als Ninive
nicht unterging. Wenn „1975" gekommen wäre, hätten auch die
vielen, die noch
1975 in Spanien bis heute dazugekommen sind, keine
Errettungsmöglichkeit mehr. Und auch
in der Welt werden viele Bücher später nicht mehr als
gültig anerkannt.
So rechtfertigten sich in der Lausitz WT Zeugen, mit denen gesprochen
wurde, wie. kürzlich bekannt wurde. Was soll man dazu sagen?
Nun, Jona wird an den Haaren herbeigezogen. Denn Ninive wurde
verschont,
weil sie bereut hatten. Das paßt also gar nicht zum angeblich
unvermeidlichen
WTG-Harmagedon. Was Spanien betrifft, so kann man auf diese Weise das
Ende ewig
einherschieben, wie es der WT ja auch schon über 100 Jahre macht.
Werden doch immer
wieder Menschen geboren Und sich mit dem Veralten auch weltlicher
Bücher zu
rechtfertigen, heißt doch, ungewollt einzugestehen, daß
eben auch die WTG-Bücher nicht
mehr wert sind, mit Gott nichts zu tun haben, kein „Licht" von ihm
sind. Merken
diese ZJ nicht, wie sie sich zugunsten von WT und WTG selbst
betrügen?
- H. S. H.-
„Christliche
Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR
6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis; 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und
Gewerbe,
Gera
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