Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 208

In dieser CV-Ausgabe unter anderem eine Auseinandersetzung mit dem „markigen" Satz aus dem „Wachtturm" Nr. 13/1986:
„Das gegenwärtige System der Dinge befindet sich, von dem entscheidenden Jahr 1914 an gerechnet, nun in seinem 72. Jahr.
Satans Welt besteht schon länger, als viele erwartet haben. Es sind bereits einige treue Christen gestorben, die erwarteten, noch zu ihren Lebzeiten Harmagedon und den Anfang des neuen Systems der Dinge zu sehen."


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 208 GERA NOVEMBER 1986

INHALTSANGABE
„DAS GOTTLOSE SPIEL
MIT DEM TODE DER MENSCHHEIT"
WIR PRÜFEN WT 12 UND 13/1986
VON TÜR ZU TÜR
ALS ICH JUNG WAR....
VIER JAHRE DANACH
ERWEISE DICH ALS MENSCH AN MENSCHEN
KONGRESSBERICHTE (1)

WIE WEITER CHRIST SEIN OHNE DEN WACHTTURM?
Anregungen zur Neuorientierung
Liebe Brüder und Schwestern!
Wir wollen uns hier mit der immer wieder erhobenen Frage befassen:
WOHIN SOLLEN WIR GEHEN?
Eigentlich ist dieses Fragen abwegig. Denn es geht uns doch darum, weiter Christ zu bleiben. Allerdings nicht mehr unter der Wachtturm-Gesellschaft und Wachtturm, die sich in 100 Jahren und mehr endgültig als falsche Propheten erwiesen haben.
Nach Psalm 90:10 befindet. sich die WTG 1986 bereits im 2. Jahr des letzten Jahrzehnts der WTG-Endzeitprognose. Im Jahre 1994 ist dann das Höchstmaß von 80 Jahren um! Was dann?

Die Versuche, nach 1975 das --Jahr 1914 durch 1957 zu ersetzen - wir werden davon noch mehr hören - und das Jahr 2000 einzuschieben, sind deutliche Anzeichen der Krise und des endgültigen Zusammenbruchs der 1914-Endzeit. Die Zeit ist also wie nie zuvor herbeigekommen, sich Gedanken über das wie weiter zu machen, wie es ja auch geschieht.
Natürlich kann man sich nicht mit allem auf einmal befassen, Erkenntnisgewinnung ist ein Prozeß, der sich schrittweise vollzieht. So erfolgt eine Neuorientierung auch nur nach und nach. Und man muß sie selbst vollziehen, inmitten der täglichen Pflichten, die letztlich diese Neuorientierung verlangen, will man nach der Desillusionierung über die WTG nicht nur noch so dahinleben. Was ja eigentlich keiner wollte. Wäre er sonst unter die WTG gegangen? So wollen wir auch jetzt wieder verschiedene Fragen behandeln, die sich nach dem Debakel der WTG-Endzeit ergeben.
Manches muß dabei auch vertieft werden, um es deutlicher zu sehen.

EIN WTG-DOLCHSTOSS IN DEN RÜCKEN
Können wir diesen Dolch herausziehen? Wir meinen folgendes.
Man muß rein sachlich erkennen, daß die WTG die Masse der ZJ,- das müssen sie sich sagen lassen - der einen und einzigen christlichen Hoffnung nach Epheser 4:4 und Philipper 3:17-21 innerlich und glaubensmäßig völlig entfremdet hat. Zugunsten einer „irdischen" Ausrichtung, die so, wie sie erfolgt, unverkennbar aus bestimmten negativen gesellschaftspolitischen Absichten seit 1935 betrieben wird.
In CV wird seit Jahr und Tag nachgewiesen um was für ein negatives Verhalten und Handeln es sich da handelt. Die WTG packt dabei jeden, den sie anspricht, bei eigentlich völlig verständlichen menschlichen Interessen, Wünschen, Bedürfnissen, Verlangen und Sehnsüchten nach Leben und Glück. Verbunden jedoch mit der negativen Absicht, einen Christen allzumal genau vom Hinwenden zu einer Verwirklichung all dessen, soweit es menschenmöglich ist, abzuhalten, und den, der es tut, als „Weltverbesserer" zu verteufeln. Das ist das Politikum der Sache.

Die Nachfolge Jesu in ihren unterschiedlichen Möglichkeiten bekommt damit insofern den Dolchstoß in den Rücken, als damit der Zugang zu der einen und einzigen christlichen Hoffnung unmöglich wird.
Die Folge ist, daß den ZJ jeder Weg zu anderen Christen versperrt erscheint, sie und ihre Kirchen und Gemeinschaften verteufelt werden, ja, daß sie als die „letzten Stationen" betrachtet werden, die man hinter sich gelassen habe. So ist eine Glaubenssituation eingetreten derart, hinter sich der Abgrund, vor sich das Paradies. Das es nun aber so nicht gibt, wie der WTG-Endzeitbankrott klarmacht.

DAS WICHTIGSTE ZUNÄCHST
Die WT-Verteufelung jeder auch nur ökumenischen Hinwendung oder gar Gemeinschaft mit anderen Christen nach Abkehr von der WTG ist ungeheuerlich. Nicht nur theoretisch, sondern auch emotional, psychologisch. Aber zum Christsein gehört nun mal Gemeinschaft. Hier wird es nur langsam wachsen.
Aktuell ist darum zunächst, im praktischen Christsein fortzufahren, unbekümmert darum, wie die WTG und ihre Hörigen natürlich auch das verteufeln, wo es nicht unter ihrer Bevormundung geschieht. Auch für dieses praktische Christsein braucht man die WT-Literatur nicht, wiewohl die WTG alles tut, als könne man ohne sie auch praktisch nicht mehr Christ sein. Denn das ganze „praktische Christentum" der WTG ist ebenfalls völlig mit dem WT-Endzeitdenken durchsetzt und darauf abgestimmt. Selbst der WTG-Kalender für jede Familie ist einbezogen und bestimmt die Wochentage, an denen sich die ganze Familie auf die WT-Endzeitverkündigung einzurichten und einzustellen hat.

„ERWACHET!" und „WACHTTURM" müssen daher auch fürs praktische Christenleben ad acta gelegt werden, wenn man wirklich zurechtkommen will.
Vor dem Hintergrund der endzeitlichen WT-Ausrichtung auch in „irdischer" Hinsicht einen anderen Anker hat ein ZJ noch nicht - ist in der Tat der Blick auf weiteres Christsein in praktischer Hinsicht ein fundamentaler Gesichtspunkt. Denn das soziale Leben in Ehe, Familie, Beruf und Gesellschaft geht ja automatisch weiter. Ja, fundamental, denn, „wer aber für seine Angehörigen, zumal für seine Hausgenossen nicht sorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger" (l. Timotheus 5:8, Menge)
Dies einzuschärfen, verlangt der Apostel sogar!

CV ist nicht dazu da, eine neue religiöse Gemeinschaft zu schaffen, zu der man „gehen soll". CV räumt in erster Linie mit dem falschen WT-Werk in Herzen und Köpfen auf, um einen realen christlichen Weg zu ebnen, den Sinn dafür freizumachen.
Da die ZJ unter der WTG generell unfähig gemacht worden sind, ohne WT-Vormundschaft nach dem Worte Gottes, der Bibel, zu leben und eine WT-Literaturgemeinschaft sind, ist es wie eine gute Brücke, wenn sie nicht wegen „neuer Erkenntnis Gottes" sondern um der neuen praktischen christlicher Orientierung willen, zu dem greifen, was die anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften an praktischer christlicher Lebenshilfe veröffentlichen.
In unserem Lande in den vielen Zeitschriften der anderen Christen jedem verfügbar, der sich darum kümmert. Eine wahre Fundgrube für das praktische Christenleben.
ZJ können nur staunen. was da in unserem Lande geboten wird. Nur zu verständlich, daß die WTG das Lesen solcher Lektüre ebenfalls verteufelt.
ALLES ERKENNEN IST STÜCKWERK

Durch den WT erzogen haben viele leider eine Erkenntnisrechthaberei zu ihrem Wesen gemacht, die eine andere Form der Anbetung des gleichen Gottes und des gleichen Christus nicht dulden will. Eine schlimme mittelalterliche Intoleranz, die leider auch bei anderen Christen nur langsam überwunden wird, was nebenbei gesagt, zugleich eine aktuelle Aufgabe aller Christen ist. Echtes Christsein, echte christliche Liebe jedoch erträgt konfessionelle, bekenntnis- und erkenntnismäßige Unterschiede im Hinblick auf den gemeinsamen Gott und Christus. Was wäre das für ein Vater, der seine Kinder wegen unterschiedlicher Ansichten und Vorstellungen über sich erschlägt? Es ist allen Christen nur Erkenntnisstückwerk verheißen. (l. Korinther 13:9,12)

Wer also nur sein Konfessionsstückwerk dulden will, ist intolerant und ermangelt der christlichen Liebe, die über aller Erkenntnis und Konfession stehen muß. (l. Korinther 13:1-13)
Zugegeben, hieran haben alle Christen immer noch ernsthaft zu arbeiten. Man lese nach, was Jesus seinen Jüngern sagte, als sie einen aufgriffen, der im Namen Jesu handelte, aber nicht mit ihnen Jesus nachfolgen wollte. (Markus 9:38-41)
So kann man sich in Abkehr von den WT-Endzeitillusionen und ihrem unerbittlich herannahenden Kollaps mit 1994 guten christlichen Gewissens durchaus bei anderen Christen praktisch zunächst neuorientieren. Da ist kein Abgrund. Sondern da geht es tatsächlich praktisch vielfach nützlich und vor allem christlich tragfähig weiter. in der CV-Lesergemeinschaft, die inzwischen tausendfach unter den ZJ und zunehmend Platz gegriffen hat, kann man sich in aller Ruhe nach und nach die Sicht erarbeiten und die Grundlagen legen, die Krise und Bankrott der WTG-Endzeit, nun endgültig herbeigekommen, erforderlich machen. Es liegen noch gewaltige Enthüllungen über die WTG vor uns Denn der Countdown auf 1994 läuft.
So laßt Euch, liebe Brüder und Schwestern, überall unbeirrt durch CV beraten und informieren, um den Weg zu finden und zu gehen.
In christlicher Verbundenheit
CV-Studiengruppe

„DAS GOTTLOSE SPIEL MIT DEM TODE DER MENSCHHEIT"
DA las ich in der „Neuen Zeit" vom 21.7. 1983 den Beitrag „Appell gegen das gottlose Spiel mit dem Tode der Menschheit". Es wurde berichtet; wie mehr als 1 200 Mitarbeiter und Freunde der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) in der DDR einen Appell an die am 24. Juli 1983 begonnene VI. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Vancouver/Kanada gerichtet haben. Darin hieß es:
„Im Namen Jesu Christi, der das Leben der Welt ist, bitten wir Sie, daß Sie mit uns Ihre Stimme erheben gegen das gottlose Spiel mit dem Tode der Menschheit."
Es war Ausdruck der Sorge wegen der neuen Runde des atomaren Wettrüstens, wie sie der NATO-Doppelbeschluß von 1979 und seine Verwirklichung ab Herbst 1983 heraufbeschwört.

ICH habe mich mehr als einmal mit ZJ unterhalten als ihr 'Missionsobjekt". Wenn noch jemand ein „gottloses Spiel mit dem Tode der Menschheit" spielt, dann ist es ihre Wachtturm-Gesellschaft mit ihrer angeblich unabwendbaren Menschheitsvernichtung! Außer den ZJ. natürlich. Nach dem letzten Bibelbuch, der Offenbarung, hat es Gott überhaupt nicht vor, die Völker der Erde zu vernichten, sie sollen dereinst vielmehr in seinem Licht wandeln. Offb. d. Joh. Kap. 21,24. Können die denn in der Bibel das nicht lesen? Aber ich habe in den Unterhaltungen gemerkt, daß für sie die Bibel schreiben kann, was sie will, sie sind in erster Linie Wachtturm-hörig, und wenn der Sinn eines Bibelverses in sein Gegenteil verkehrt wird.

WENN schon der Wachtturm-Gesellschaft. Auschwitz, Sachsenhausen, Buchenwald, Dachau, Ravensbrück, Treblinka, Majdanek, Bergen-Belsen, Coventry, Dresden, Hiroshima, Nagasaki und Vietnam nicht reichen, so kann man sie nur noch als eine Clique geistiger Mafiosi bezeichnen. Die ZJ sollten endlich aus dieser barbarischen Denkweise aufwachen Nach dem Offenbarungszitat ist das wahrhaftig ebenfalls ein „gottloses Spiel mit dem Tode der Menschheit", was ihre Wachtturm-Gesellschaft da schon über 100 Jahre betreibt. Es soll nur ein ZJ an meine Tür kommen!
-W.R,-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT 12 UND 13/1986
STUDIENARTIKEL
„Der Segen Jehovas macht reich"
REICHTUM FÜR DIE WTG
DEN ZEUGEN BLEIBT DIE ARMUT
Das Thema des vorliegenden Wachtturms was ist deine Hoffnung - Gott oder der Reichtum?" ist tatsächlich eine nähere Betrachtung wert. Jeder WT wird in erster Linie für Zeugen Jehovas und deren „Interessierten" geschrieben. Für Menschen also, die in der Öffentlichkeit als Christen angesehen werden möchten.
Somit wird die gestellte Frage gegenstandslos. Selbstverständlich entscheidet sich ein Christ für Gott und müßte deshalb dieses Thema als Provokation auffassen.

WOZU DIESE ZITATE?
Man möchte tatsächlich fragen „was ist wirklich von Wert?" (S.3), wenn man einige Leitzitate in dieser Schrift liest:
„Reiche könnten sich auf keine Arbeit konzentrieren und bewegen sich ziellos in einer isolierten Sphäre." (S. 3)
„Eine sich selbst isolierende Multimillionärin wurde trotzdem umgebracht und ausgeraubt." (S. 5) und auf Seite 10:
„Kinder von .'Superreichen' würden sich langweilen und verspüren kaum Emotionen." Nun wird es unter Zeugen Jehovas kaum Superreiche oder Multimillionäre geben. Und falls doch, so sind deren Probleme kaum von allgemeinem Interesse.

DIE WTG VERFOLGT EIN ANDERES ZIEL
Ausgehend von solchen Extrembeispielen versucht die leitende Körperschaft ihren Anhängern einzureden, daß jeder materielle Besitz lediglich ein notwendiges Übel darstellt.
Kann man diese Warnung des „klugen Knechtes" als echte Besorgnis werten? Werden christliche Familien aufgefordert, sich mehr um ihre Kinder zu kümmern, dem Bibelstudium einen größeren Platz einzuräumen? Nein!

Der WTG geht es um eigennützige Ziele:
1. Vollzeitpredigtdienst und sich daraus ergebend
2. die Mitgliederquote als wichtigste „Planzahl".
Diese Behauptung soll durch Zitate untermauert werden:
„Statt seine Arbeit einzuzschränken (oder in den Ruhestand zu gehen), um Vollzeitdiener zu werden, 'bricht er seine Vorratshäuser' (oder Wohnhäuser) ab und bauen größere'.' (S. 11)
„Viele junge Christen haben den Entschluß gefaßt, nach Abschluß der üblichen Ausbildung den Vollzeitdienst aufzunehmen. Frauen, die einer weltlichen Beschäftigung nachgehen könnten, damit die Familie ein höheres Einkommen hätte, widmen statt dessen christlichen Tätigkeiten mehr Zeit und machen dadurch sich und andere in geistiger Hinsicht reicher. Sogar einige Männer, die die biblische Verpflichtung haben, in materieller Hinsicht für ihre Familie zu sorgen, finden Möglichkeiten, ihren Anteil am Dienst zu erweitern." (S. 12)

Während das Brooklyner Hauptbüro von den Zeugen verlangt, nur mit dem allernotwendigsten auszukommen, reisen die Glieder der leitenden Körperschaft von Land zu Land, schießen die Zweigbüros wie Pilze aus dem Boden oder werden bedeutend erweitert, bzw. stattet man sie mit den derzeit modernsten technischen Geräten und Anlagen aus,
Der WTG geht es um Macht - sowohl in materieller als auch in geistiger Hinsicht. Macht auf-Kosten der „einfachen" Zeugen. Macht - gegründet auf der Zeit und dem Geld jedes Zeugen Jehovas.

WACHTTURM NR. 13/1986
STUDIENARTIKEL
„Nach dem Willen Gottes leben heute und für immer"
„Sich Jehovas Bewahrern der Lauterkeit anschließen"

NEBENARTIKEL
Wie Christen zur Befreiung eingestellt sein sollten"
Mache richtigen Gebrauch von der christlichen Freiheit"

DIE HINWENDUNG ZU GOTT WIRD ERSCHWERT
„Nach dem Willen Gottes leben."
Eine richtige Zielstellung! Zweifellos bemühen sich viele Zeugen Jehovas ehrlichen Herzens, Gottes Geboten zu entsprechen.
Beispielsweise widmen sie einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit dem christlichen
Dienst - zumindest, was sie dafür halten. Denn genau hier liegt das Problem: In der Praxis haben sie zu allererst den Anweisungen des „treuen und verständigen Sklaven" Folge zu leisten und über sich die „Zuchtmaßnahmen der Ältesten, ergehen, zu lassen (siehe Seite 19).

Nach dem Willen des „Sklaven" kommt ein Zeuge also nur durch die WTG zu Gott.
Diese Hinwendung zu Gott wird aber gerade durch die Wachtturm-Gesellschaft bedeutend erschwert. Bestehen doch ihre Glieder aus ebenso unvollkommenen Menschen, die Fehler machen.

BETRUG UND HALBWAHRHEITEN
„Das gegenwärtige System der Dinge befindet sich, von dem entscheidenden Jahr 1914 an gerechnet, nun in seinem 72. Jahr.
Satans Welt besteht schon länger, als viele erwartet haben. Es sind bereits einige Treue Christen gestorben, die erwarteten, noch zu ihren Lebzeiten Harmagedon und den Anfang des neuen Systems der Dinge zu sehen." (S. 19)

CV ruft allen Zeugen Jehovas zu;
- Erkennt ihr nun die Unglaubwürdigkeit der Lehren, die euch der „kluge Knecht" aufgetischt hat?!
- Erkennt ihr das miese Spiel, welches die WTG besonders mit euch Älteren treibt?!
- Erkennt ihr den Versuch der Brooklyner Leithirten, wie diese nun euch die Schuld in die Schuhe schieben möchten?!

CV hat schon das öfteren darauf hingewiesen, daß die Bedeutung, die Jehovas Zeugen dem Jahr 1914 beimessen, ungerechtfertigt ist. Der Urheber dieser falschen Lehre aber ist die WTG. Sie ist für den Irrtum und die sich daraus ergebenden Folgen verantwortlich! Und so ist es eine Lüge, wenn dieser WT schreibt:
„Satans Welt besteht schon länger, als viele erwartet haben."
Was heißt hier: „viele"?

Wie schon erwähnt, ist die leitende Körperschaft der Urheber für den 1914-Irrtum. In ihren Reihen wurde die 1914-Idee geboren und durch ihre Publikationen in die Welt-geschrien. Erst dann nahmen die Zeugen Jehovas (wohl oder übel) diese Lehrmeinung an und glaubten daran.
Es ist eine Lüge wenn der WT schreibt:
„Es sind bereits einige treue Christen gestorben, …"

Die Mehrzahl der Zeugen, die zur 1914-Generation gehörten, sind tot! Sie müssen es auch sein, denn jemand, der 1914 bewußt miterlebt hat, ist jetzt mindestens 76 Jahre alt. Laut Psalm 90:10 währt ein Menschenleben nur 70 bis maximal 80 Jahre.
Es ist pure Heuchelei, wenn die Angehörigen dieser Toten damit getröstet werden, Jesus würde sie auferwecken (S. 19, 20).
Die alten Brüder und Schwestern wollten nicht sterben.
Ihnen war zu ihren Lebzeiten von der WTG ein Harmagedon prophezeit worden, an das sich die 1000-Jahrherrschaft Christi anschließen sollte.
Auf dem Sterbebett hat so mancher Zeuge diesen Irrtum erkannt - zu spät.

VERBOTEN,
SICH FÜR DEN FRIEDEN EINZUSETZEN?
„Da Christen die relative Autorität des Staates anerkennen, könnten sie keine Befreiungsbewegung unterstützen, die diese Autorität zu stürzen sucht." (S. 6)
„Die Autorität der Ältesten ist zwar nur relativ, aber Gott hat sie ihnen durch seinen heiligen Geist übertragen. Sie wird somit in direkterer Weise gewährt als die relative Autorität, die zum Beispiel Regierungsvertretern übertragen worden ist (Apostelgeschichte 20:28)." (S. 7)
„Wie kurzsichtig wäre es, menschliche Befreiungsbewegungen zu unterstützen, die bestenfalls eine teilweise Erleichterung bringen können und eigentlich nur die wahre Hoffnung auf Befreiung verschleiern." Dem aufrichtigen Leser wird es schwerfallen, die Logik der angeführten WT-Zitate zu begreifen.

So soll die Autorität des Staates nur relativ sein. Warum ist es aber gerade dann dem Zeugen Jehovas nicht möglich, sich für eine bessere Gesellschaftsordnung einzusetzen? Unterstützt etwa auch Jehova Ungerechtigkeit, Rassendiskriminierung und Völkerhaß?
Warum ist es kurzsichtig, wenn Menschen um eine „teilweise Erleichterung" ihres Lebens ringen?
Warum verschleiert „eine teilweise Erleichterung … eigentlich nur die wahre Hoffnung auf Befreiung"?
Muß ein Mensch etwa erst im tiefsten Dreck stecken, um das spätere ewige Leben schätzen zu können? Oder befürchtet die WTG gar, daß es sonst einem Menschen, der jetzt lebt, besser ergeht als im späteren Paradies?

Und noch eines gilt es, zu überdenken: Warum soll die Autorität, die angeblich die heutigen Ältesten haben, Vorrang - vor der Autorität des Staates genießen?
Jeder Zeuge studiere noch einmal Römer 13: 1-7, Dagegen besagt Apg. 20:8 in dieser Beziehung gar nichts. Diese Bibelselle enthält einen Teil der Abschiedsrede des Paulus an die Ältesten von Ephesus im 1. Jahrhundert. Eine direkte Übertragung dieser Worte auf unsere heutigen Verhältnisse ist nicht möglich.
-Gerd R...-

VON TÜR ZU TÜR
„… da sie die die gesunde Lehre nicht ertragen …"
„Wir klingelten in der 6. Etage eines Wohnblocks, ein hochgewachsener Mann, Mitte der Fünfzig vielleicht, öffnete' die Tür: „Was wüschen Sie?"
Bruder L. trat einen Schritt auf ihn zu:
„Wir möchten Ihnen eine sehr wichtige Nachricht überbringen!
Haben Sie Zeit dafür?"

Der Bewohner hatte Zeit, warum auch nicht, denn er wußte ja nicht, welche Bedeutung diese Nachricht haben könnte. Also ließ er uns ein, und kaum auf Stühlen im Wohnzimmer sitzend, meinte Bruder L.: „Es geht darum, daß über der ganzen Welt und also auch über Ihnen eine drohende Vernichtung hängt. Wir sind gekommen, Ihnen einen Rettungsweg zu nennen!"
Dann spulte er mit wenigen Sätzen die Verkündigung des Königreiches, wie wir es in der Predigtdienstschule genug gepauckt hatten, herunter. Mir war das peinlich, zumal ich das noch nie erlebt hatte.
Der Wohnungsinhaber machte ein zunehmend abweisendes Gesicht und nach etwa 10 Minuten bat er uns zu gehen, da er an solchem Geschwätz nicht interessiert sei. Ich kann mich noch erinnern, daß er sagte: „Wer sich mit dem befassen will, was in der Bibel steht, der sollte sich vor Zuträgern wie ihnen hüten, denn mit Drohungen und irgendwelchen Auslegungen macht man die Menschen nicht besser!"
Mich hat das damals sehr getroffen!

OB WARTEZIMMER ODER FRIEDHOF
Dieser kleine Erlebnisbericht eines Bruders, den ich vor einigen Monaten hörte, führte überhaupt erst zu dem Gedanken, etwas Ober die Werbemethode n der WTG und ihre psychologischen Praktiken zu schreiben. Wie oft habe ich in den letzten Jahren innerhalb der theokratischen Predigtdienstschule miterlebt, wenn Brüder und Schwestern für den Haus-zu-Haus-Dienst und für das Geben von Gelegenheitszeugnissen geschult werden. Situationen werden durchgespielt, alle Möglichkeiten, bei denen sich ergeben könnte, einen Menschen mit Jehovas guter Botschaft bekannt zu machen. Da ist ein Kollege am Arbeitsplatz unzufrieden mit seiner Tätigkeit, ein anderer erzählt, daß er nicht genug Geld verdient. Im Bus sitzen zwei Frauen, die über die schlechte Disziplin der Schüler im Unterricht sprechen. In Wartezimmern unterhalten sich die Patienten oft über die Krankheit anderer oder über ihre eigenen Leiden. Überall bieten solche Situationen Ansatzpunkte, um über Jehovas großes Vorhaben mit der Welt und den Menschen zu sprechen Überall, wo Menschen zeitweilig unzufrieden sind, sich missverstanden fühlen, keinen Freund oder Bekannten haben, bei dem sie sich unterhalten und Rat holen können, setzen Jehovas Zeugen den psychologischen Hebel an. Es gibt wohl kaum eine alltägliche Gegebenheit, die nicht irgendwann einmal durchgespielt, geübt, für den Fall der Praxis einstudiert wird. Jeder Mensch, der sich einsam fühlt, der durch einen Todesfall plötzlich allein steht oder durch einen Umzug in eine andere Stadt noch keinen neuen Freundeskreis fand, muß damit rechnen, von Jehovas Zeugen. angesprochen zu werden. Ich selbst erlebte, wie eine Schwester regelmäßig an den Sonntagvormittagen den Friedhof in Weimar aufsuchte, um dort alte Alleinstehende Besucherinnen anzusprechen, ihnen Aussicht auf Wiederauferweckung der Toten zu geben, ihnen Scheinhoffnung zu vermitteln.

Ein Außenstehender mag sagen: Es ist doch sehr anständig von Jehovas Zeugen, daß sie sich so um die Mitmenschen kümmern!
Ja, auf den ersten Blick erscheint es so. In Wahrheit sieht es anders aus, denn alle Werbung dieser Art soll nicht vordringlich den Menschen helfen, sondern soll der WTG neue Mitglieder einbringen. Um das möglichst erfolgreich zu schaffen, geht ein solcher Gelegenheitszeugnis-Geber demjenigen, den er anspricht, erst einmal entgegen, geht auf seine Sorgen ein, gewinnt sein Vertrauen.

… DIE KATZE AUS DEM SACK LASSEN
Ist erst einmal ein allgemein menschlicher Kontakt gegeben, geht der Zeuge Jehovas allmählich zu allgemeinen Problemen der Menschen, des Landes über, bringt Beispiele über Kriegsdrohung, Hunger, Sittenverfall, ordnet so das kleine Problem des Einzelmenschen den weltweiten Problemen zu und - erreicht, daß jener einzelne sein Problem jetzt noch ernster und wichtiger nimmt, als es ist oder schon war. Der Angesprochene fühlt sich verstanden, jetzt nimmt der Zeuge Jehovas Anlauf und geht zu biblischen Begründungen für diese Probleme über, zeigt. daß es Aussichten auf Änderung, Besserung: Rettung gibt, argumentiert, vorsichtig aber gezielt.

Gut geschult, vermag er Interesse zu wecken. Und gut geschult ist er, denn sein Verhalten ist je nach der Person vorprogrammiert. Das einzige, was ihm freisteht, ist, wenn er die Gelegenheit wahrnimmt, Zeugnis zu geben oder nicht.
Derjenige, der so angesprochen wird, ahnt nicht, daß es vorrangig gar nicht um die Bibel geht, ahnt nicht, daß er ins Fahrwasser der WTG gelenkt werden soll. Es ist also nur scheinbar Nächstenliebe, um die es hier geht, denn diese Praktiken zeugen von Aufdringlichkeit, egoistischem Sendungsbewußtsein und Rücksichtslosigkeit.

„Haben wir das unseren Mitmenschen gegenüber nötig?" fragte jener Bruder. Sicher nicht. Es ist schlimm, wenn Verständnis und Hilfsbereitschaft als Vorwand für das psychologische Bedrängen und Beeinflussen verwendet werden. Noch schlimmer ist es, daß dieses Verständnis, diese Hilfsbereitschaft sofort erlöschen, wenn sich der Angesprochene als uninteressiert, als ablehnend erweist.
Dann droht plötzlich die totale Vernichtung, wird von Harmagedon und Jehovas Rache geradezu begeistert gesprochen wird also Angst verbreitet nach dem Motto:
„Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!"
Habt ihr euch über diesen Widersinn im Zeugnisgeben mal Gedanken gemacht?
-nns-

ALS ICH JUNG WAR
Je älter man wird, desto häufiger läßt man sein Leben oder einzelne Phasen Revue passieren, und manches Unbedeutende wird bedeutungsvoll.
Ich sehe mich als zwanzigjährigen mit den älteren Brüdern zusammensitzen, das Gespräch drehte sich um die damals neuesten Zeittabellen. Der Gruppendiener sagt, daß man also das Ende nicht vor 1974 erwarten könne, aber bis dahin müsse es auf jeden Fall gekommen sein. Heut ist dieser Termin schon um zwölf Jahre überschritten, das ist in der Weltgeschichte ein Augenblick, im Leben eines Menschen ein sehr beträchtlicher Teil. Und um Menschen geht es ja! Als junger Mensch hatte man ja immer das Gefühl, daß das Leben ja noch vor einem liege und daß man auch in zwanzig Jahren noch relativ jung ist. Wenn sich aber die Hoffnung nicht erfüllt, dann ist ein Drittel des Lebens unwiederbringlich dahin und das Versäumte kann unter keinen Umständen nachgeholt werden.

Es ist etwas anderes, um Christi willen ein Leben zu führen, wie es etwa Augustinus und viele andere, wie Franz von Assisi lebten, oder ob man einen bestimmten Weg geht in der speziellen Hoffnung darauf, daß die Welt am Ende ist, daß es „später als du denkst" ist. Ein solcher Glaube beruht nur darauf, daß man das Ende zu eigenen Lebzeiten erhofft und erwartet. Jene, Augustin und Franziskus, hatten eine nicht. Sie entsagten den vergänglichen Freuden der Welt um der höheren Qualität der Erwartung willen, die ihnen der Auferstandene bot!

Das hatte nichts mit einem bestimmten Erwartungstermin zu tun, sondern nur damit, daß sie JETZT lebten und JETZT ihren Glauben bewähren mußten. Gerade jene Männer und Frauen, die ganz in den Willen Gottes eintauchen wollten, betrachteten sich selbst als große Sünder. Sie erwarteten keinesfalls, daß alle gläubigen Menschen es ihnen nachtun müßten. Das Leben ist vielgestaltig. Wenn Gott Menschen aller Art und jedes Standes in Seinen Dienst beruft, dann hat auch jeder die Möglichkeit, ein gottgefälliges Leben zu führen.

Als ich jung war, habe ich mir nie die Frage gestellt, was werden würde, wenn der Termin herankäme und sich die Hoffnung doch nicht erfüllte. Denn schon eine geringe Verzögerung müßte bewirken, daß viele Hoffende, da das Leben ja kurz ist, vergeblich gehofft hätten. Nein, DIESE HOFFNUNG war fest gegründet, nicht auf Sand gebaut, dachten wir

Wir, die Jungen von damals sind alt geworden, die Erwartungen haben sich nicht erfüllt, der WT-Prophet war nicht von, Jehova gesandt. (Und dies nach seinem eigenem, viel früher über andere gesprochenem Urteil!!)
Viel gewonnen, wenn man nicht verbittert ist, sondern dankbar für die Gnade, noch frei geworden zu sein. Doch wie viele glauben lieber irgendwas, als den Irrtum zuzugeben. Das Dichterwort ist wahr geworden:

„Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang!"
Christsein heißt nicht, während der irdischen Daseinsperiode die Hände in den Schoß zu legen, doch was einer tut, sollte zur Ehre Gottes beitragen. Wer Gott in allem ehren will, wird dazu beitragen wollen, daß diese Welt ein bißchen freundlicher und heller werden möge. Was ein Christ bedenken muß, ist, daß es keine Garantie für ein Gelingen seiner Unternehmungen gibt, daß er selbst und alles, was er schafft, vergänglich ist. Wie immer aber auch seine Bemühungen ausgehen, liegt die letzte Sicherheit in Christus. Die Entscheidung für IHN ist immer die bessere Möglichkeit, sie führt am Ende nicht zur Enttäuschung und hinterläßt keinen faden Nachgeschmack.

Des Schöpfers in der Jugendzeit zu gedenken, bleibt die optimale Art das eigene Leben zu gestalten, es auf IHN hinzu leben. Wo wir sind, können wir nicht bleiben, der Weg ist nicht das Ziel, doch kann er uns hin, oder weg führen.
Man kann Menschen keine bessere Empfehlung geben, als die, sich von Gott führen zu lassen, doch solche zu meiden, die vorgeben, der besondere Kanal Gottes und die unter diesem Vorwand Menschen ihre eigenen Erfindungen zur Speise zu geben.

Sie geben Steine statt Brot.
Wir wurden durch die Methode beeindruckt und getäuscht, jede Behauptung durch viele Bibelstellen gestützt zu sehen. Die Zeit hat bewiesen, daß man Bibelstelle auf Bibelstelle häufen, und doch gründlich die Irre gehen kann. Ein Zyniker könnte sagen, daß gerade die Bibelforscher das meiste dazu getan haben, zu beweisen, daß die Bibel eine alte Fiedel ist, auf der man jede Melodie spielen kann, eine Aussage, die von der WTG stets bestritten und weit von sich gewiesen wurde. Fehlinterpretationen anderer wurden immer damit erklärt, daß Geist, Erkenntnis und die rechte Zeit nicht vorhanden waren. Und daß die Verkünder KEINEN Auftrag von Gott hatten. So sind sie, die so sicher waren und andere gerichtet haben, GERICHTET NACH IHREN EIGENEN WORTEN! Die Zeit war da, als Christus Seine Kirche gründete. Danach auf die richtige Zeit zu warten, bedeutet, Christus zu ignorieren. Mit dem Argument, daß die Zeit reif war, kann jeder kommen, darauf kann sich jeder berufen. Er braucht nichts weiter zu tun, als seinerseits eine neue Gemeinschaft oder Sekte ins Dasein zu rufen. Er muß aber sicher damit rechnen, daß nach ihm andere kommen und es ihm gleich tun werden.

Obwohl sie sich alle auf Christus berufen, - woher. wissen sie von Ihm? - tut jeder so, als gäbe es Ihn nicht. Vor den Gründern war, ihrer eigenen Beweisführung gemäß, die Zeit nie reif, erst wenn sie ihre Gemeinschaft gründen, ist sie es, und dennoch benutzen alle die vor ihnen entstandene Heilige Schrift zum Beweis für die Richtigkeit ihres Handelns. Eine zur Unzeit entstandene Bibel ist aber als Beweismittel unbrauchbar! Indem sich ein Sektengründer auf die Bibel stützt, torpediert er sein eigenes Werk! Befangen seiner Eitelkeit merkt er es nicht, oder er will es nicht merken.
Es ist ein Spiel mit dem Leben, und immer waren es die toten Götzen, die Menschenopfer forderten, niemals der lebendige Gott.
Dieses Kennzeichen gilt im' übertragenen Sinne auch in unserer Zeit.
-H.G.

VIER JAHRE DANACH
Im Herbst des Jahres 1982 endete für mich 13 Jahre aktiver Dienst für die Organisation der Zeugen Jehovas. Bis zuletzt war ich Studienleiter und verantwortlich für zwei Studiengruppen, bis zuletzt war ich Hilfspionier.
Die Ältesten der Versammlung. Neubrandenburg standen vor einem Rätsel. Als Kind mit der WTG-Lehre aufgewachsen, mit 13 Jahren getauft und aktiv am Versammlungsleben beteiligt, zählte ich sicher bei ihnen als hoffnungsvoller „Kadernachwuchs". Doch nun erklärte ich den Schwestern meiner beiden Studiengruppen, daß ich nach gründlicher Überlegung einige Schlüssellehren der ZJ nicht mehr akzeptieren könnte. In erster Linie wies ich die Behauptung der WTG zurück, der „kluge Knecht" sei von Gott geleitet. Nun ließen die Ältesten nicht lange auf sich warten. Sie rückten gleich in voller Besetzung und mit Unterstützung des Gebietsdieners Wolfgang K... an. Allerdings blieben sie nicht lange.

Man kann sich nämlich als Zeuge Jehovas gegen Gott oder Jesus versündigen. Die „Diener Jehovas" drücken in diesen Fällen durchaus mal ein Auge zu . Wer aber behauptet die leitende Körperschaft sei nicht von Gott geleitet, hat keine Gnade zu erwarten.
Wochen später übermittelten die Ältesten ihr „göttliches Urteil"; für meine Frau und für mich den „Gemeinschaftsentzug".
Sie ließen dies meiner Gattin zu einem Zeitpunkt wissen, an dem sie sicher waren, mich nicht zu Hause anzutreffen.
Mein Gemeinschaftsentzug wurde mir nie persönlich mitgeteilt …

Unmittelbar nach dem ersten Gespräch mit den Ältesten schwärmten diese aus, um die Versammlung „zu warnen". Schon am nächsten Tag wußte jeder Zeuge Jehovas in Neubrandenburg und Umgebung Bescheid.
Sie alle erhielten die Weisung, uns zu meiden und nicht mehr zu grüßen.

EINE VERHALTENSSTUDIE
Interessant war nun, zu sehen, wie sich die Zeugen Jehovas uns gegenüber verhielten. In der Versammlung besaßen wir bis dahin einen guten Ruf und waren mit vielen Glaubensgeschwistern befreundet. Einige von ihnen hatten uns fast täglich besucht. Nun konnten wir unsere lieben ehemaligen „Geschwister" in 4 Kategorien aufteilen:

Zur ersten Gruppe zählen wir diejenigen, die sich buchstabengetreu nach den WTG-Weisungen ausrichten. Sie sind aber eindeutig in der Minderheit. Begegnen sie uns auf der Straße, gehen sie erhobenen Hauptes mit meistens nach vorn - starr ausgerichteten - Augen an uns vorüber (natürlich grußlos!).
Zur zweiten Kategorie kann man jene Zeugen rechnen, die, sobald sie uns erblicken, auf die andere Straßenseite ausweichen. Gibt es dazu keine Gelegenheit, sehen sie sich schnell ein Geschäft an, zur Not sogar ein politisches Plakat.
In die dritte Gruppe ordnen wir die ZJ ein, die uns mehr oder weniger freundlich grüßen, bzw., die unseren Gruß erwidern.
Und schließlich gibt es Zeugen J mit denen wir auch noch heute freundschaftliche Kontakte pflegen. EIN GESCHÄFT MIT DER ANGST
Unter den vielen Gesprächen, die ich in den letzten vier Jahren mit Zeugen geführt habe, ist mir besonders eines in Erinnerung geblieben:
Eine schon etwas ältere Zeugin nach Hause und bat mich weinend, sie nicht mehr zu besuchen. Sie würde sich zwar mit mir auch noch gerne weiter unterhalten, aber sie habe Angst davor, daß meine Besuche anderen Zeugen Jehovas auffallen könnten.

Ihre Befürchtung bestand zu Recht, Kontakte eines Zeugen zu einem Ausgeschlossenen können zum Ausschluß dieses ZJ führen. Und wie leicht findet sich ein Denunziant in der Versammlung… Wie bei dieser Schwester, spielt auch bei anderen Zeugen die Angst in ihrem Verhalten eine große Rolle. Die Unsicherheit, die sie zeigen, wenn sie uns begegnen, beweist dies. Man hat sich schließlich gegenseitig nichts böses getan - im Gegenteil.

Aber das diesbezügliche Verbot der WTG, miteinander zu sprechen, schwebt wie ein Damoklesschwert über jedem ZJ. Gleichzeitig versucht man den Geschwistern einzureden, daß alle Ausgeschlossenen nun ihre Feinde wären. Dieses Feindbild wird in der Regel nur von seiten der Wachtturm-Gesellschaft aufgerichtet.
Warum sollte ich auch meine ehemaligen Mitstreiter hassen?! Nur weil ich in einigen Lehrpunkten eine andere Meinung habe als sie? Mit dieser „anderen Meinung" sollen aber nach Möglichkeit die Zeugen Jehovas nicht konfrontiert werden. Dies könnte für die WTG gefährlich werden. Und deshalb macht man in Brooklyn ein Geschäft mit der Angst.
-Gerd R...-

AKTUELLES IN KÜRZE
KATHOLISCHE STUDIENTAGUNG
IN DER BRD ÜBER DIE WT-ZEUGEN
Wie christlich sind die Zeugen Jehovas? So lautete das Thema. Die Frage der Missionsstrategien und die zentralen Punkte der Lehre der sog. Wachtturmgesellschaft standen im Mittelpunkt einer Studientagung von Bistumsbeauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen, zu der die Katholische Sozialethische Arbeitsstelle Hamm nach Ilbenstadt (Diözese Mainz) eingeladen hatte. Es wurden folgende Feststellungen getroffen:

Das Leben der Zeugen Jehovas ist so ausschließlich von Redetraining und Predigttätigkeit bestimmt, daß für sozial-caritative Dienste innerhalb der Organisation und für die Welt kein Raum mehr bleibt.
Die WT-Gesellschaft stellt eine Zweiklassengesellschaft dar, die 144000 meist verstorbenen Menschen die künftige Herrschaft mit Christus versprechen.
Den übrigen Mitgliedern der Organisation bleibt die Aussicht auf ein kitschiges Paradies auf Erden. Die restliche Menschheit wird laut Wachtturmgesellschaft bei der Vernichtungsschlacht von Harmagedon liquidiert. Während Christen durch die Praxis der Nächstenliebe die Menschenliebe Gottes mitvollziehen, ist für die Angehörigen der Wachtturmgesellschaft ihr Gott Jehova eine Instanz, die die meisten Menschen verworfen hat. In einer extrem simplen Bibelauslegung werden dem Gott Jehova von der Organisation geradezu grausame Züge unterstellt.

ARBEITSGEMEINSCHAFT DER EVANGELISCHEN
ALLIANZ IN DER BRD ÜBER WT-ZEUGEN
Die Arbeitsgemeinschaft für religiöse Fragen (ARF) in Duisburg, Vorsitzender Helmut Warnecke, gibt evangelistische Schriften heraus, die sich vor allem auch mit den Zeugen Jehovas befassen. Die Schriften werden u, a. bei Straßeneinsätzen verteilt.
Eine bemerkenswerte Sache angesichts der WT-Straßenverkündigung. Die Hauptaufgabe liegt jedoch im seelsorgerlichen Briefkontakt, den die WT-Zeugen offensichtlich unbemerkter wahrnehmen können.

„LEBEN MIT DER BIBEL" - OHNE WTG
Unter dem Motto „Leben mit der Bibel" fand im September 1985 in Görlitz ein zweiter Bibelkongreß statt.
Es beteiligten sich die Evangelische Landeskirche, die katholische Kirche, die evangelischen Freikirchen und die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten.
U. a. erfolgte die Obergabe der 1984 Übersetzung
Der katholische Bischof Huhn u. a.:
Die Bibel gebe Antwort auf das Woher und Wohin des Menschen, wie unabwendbares Leid getragen, wie Frieden entstehen und menschliches Zusammenleben geordnet werden könne.
Die Bibel ist eine der stabilsten Brücken zwischen den Konfessionen".
(begegnung 12/85) -
Für Christen gibt es hierzu in der Tat keine Alternative, für die ZJ durch die falschen WTG-Prophetien von 1799 bis 1975.

SCHLUSS MIT DER WTG IN ZAIRE
Präsident Mobuto von Zaire in Zentralafrika (früher Kongo) hat angeordnet, daß sich die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas auflösen muß, wie eine Meldung März 1986 aus Kinshasa besagt. - Bekanntlich ist die antidemokratische und asoziale Orientierung der WTG, nichts zu tun, um die Welt zu verbessern, für die unterentwickelten Länder besonders unerträglich.

WTG-NW-ÜBERSETZUNG ZUNEHMEND IM VISIER
Neuerdings publiziert auch die Evangelisch-methodistische Kirche in der BRD die Feststellungen der EZW in Stuttgart zur neuen WTG-NW-Übersetzung, hier werde ein Schwindel mit der Bibel betrieben. Das sei „subtil-tendenziöse, den Text fortwährend vergewaltigende Bearbeitung" der biblischen Schriften und, speziell die Wandlung des Gottesnamens betreffend, „eine der gravierendsten Bibelfälschungen in Geschichte der Christenheit".

ERWEISE DICH ALS MENSCH AN MENSCHEN
Wir mögen uns für Gott (Jehova) begeistern und unser Mund mag vom überfließen - ohne Liebe ist das alles nur Lärm um Nichts.
Wir mögen uns im Dienste Gottes wissen, persönliche Offenbarungen von ihm haben, wir mögen sein Wort frei zitieren können, wir mögen unangefochtenen, ganz wunderbaren Glauben haben - ohne die Liebe zu unseren Mitmenschen haben wir nichts vom Christentum begriffen.
Wir mögen Riesensummen für die WTG (Verkündigung) opfern, wir mögen uns (beim Studium der Pflichtliteratur und im Felddienst) aufreiben, uns gesundheitlich ruinieren - ohne die Liebe zum Mitmenschen neben uns ist das alles sinnlos.
Diese Liebe will niemals einen Menschen zwingen, sie ist freundlich und ohne Neid;
sie spielt sich nicht auf und drängt sich nicht vor:
sie ist nicht unverschämt und denkt nicht nur an sich.
Diese Liebe ist weder empfindlich, noch trägt. sie nach;
sie kann sich mit keinem Unrecht abfinden;
sie ist erst glücklich, wenn jeder sein Recht bekommt;
sie hat Verständnis und kann auch schweigen;
sie glaubt an das Gute im Menschen; sie gibt keinen auf und vermag zu warten.
Für diese Liebe kann es keine Grenzen geben!
(Frei nach 1. Korinther 13:1-8)
-Thomas-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
KONGRESSBERICHTE (1)
Die Kongresse der WTG sind im Leben der Zeugen Jehovas Höhepunkte, vor allem für den einzelnen ZJ sind sie erbaulich - in der Regel.
Jedoch, wie im Leben oft, hat jede Münze zwei Seiten, auch ein Kongress der Zeugen.
Im Bus zum Kongressort gibt es beim Einsteigen großen Lärm. Streit!
Schwester M. wird von ihrem Ältesten zurückgeschickt. Verwirrung entsteht. Ein Ältester am hinteren Eingang läßt die Schwester einsteigen.

Der Älteste am vorderen Eingang schreit:
„Sie ist von Dämonen besessen!"
Während der Busfahrt stellt sich heraus, der Älteste der Schwester M. wollte sie deshalb nicht mitnehmen, weil sie einen Brief an Bruder Henschel (Vizepräsident der WTG) übergeben will, in dem Probleme aus ihrer Versammlung niedergeschrieben sind: In der Versammlung haben sich Gruppen gebildet, die sich gegenseitig beleidigen und beschimpfen, bis zur Lächerlichkeit. In einem Satz sagt Schwester M. auch:
„Die Gruppen bekämpfen sich bereits."

Die Busfahrt verläuft ohne weitere Zwischenfälle. Die Brüder und Schwestern sammeln sich, sie sind voller Hoffnung und freuen sich auf den Kongress.

Was sie auf dem Kongress erlebt haben, schilderten einige Brüder auf der Rückfahrt im Bus so:
Bruder M.: „Es war eine große Schau, unsere Hirten aus Brooklyn, Selters und den Bezirken und Kreisen und die wohlhabenden Brüder, überboten sich untereinander in der Schaustellung an Pracht und Reichtum. Sie haben ihr Paradies bereits auf Erden, unseres predigen sie uns in den Himmel."
Bruder St. ergänzt: „Der Kongress hat nicht viel Neues gegeben, die Brüder aus der leitenden Körperschaft in Brooklyn haben uns eigentlich nur das gesagt, was im Wachtturm nachzulesen ist." Bruder J. schimpfte: „Für. mich hat sich der Kongress besonders gelohnt, um die Brieftasche samt Inhalt bin ich ärmer geworden und an Geist nicht reicher; denn was uns gesagt wurde, war teilweise Fabel und manchmal wie für die Kinder."
-J.W.L.

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 455/86 V 7 1 1771 N 2

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