Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 207

In dieser Ausgabe, ein wohl als verspätet zu bezeichnender Kommentar, anläßlich der Neueröffnung der deutschen WTG-Zentrale in Selters. Dessen Diktion allerdings etwas zweifelhaft erscheint, wenn da beispielsweise über den Einbau von Feuerschutztüren und Feuerlöschern in den Gebäuden, als „Argument" polemisiert wird.

In unerträglicher Kurzform kommt diese CV-Ausgabe in einem mit -P- (was wohl für Pape stehen soll) gezeichneten Artikel auch auf die Berlin-Wilmersdorfer Konferenz vom Juni 1933 zu sprechen. Letztere ist bekanntlich im Pro und Contra sehr umstritten.

Unter Totalverschweigung des eigentlichen Anlasses dieser Veranstaltung (bereits ausgesprochene Zeugen Jehovas-Verbote in einzelnen deutschen Ländern), zeichnet dieser „-P-" ein Zerrbild, dass man auch bei kritischer Wertung zu Lasten der WTG so nicht hinnehmen kann.

In dieser CV-Lesart hätte diese Veranstaltung den einzigen Zweck gehabt.

Zitat: „Sogleich nach der 'Machtergreifung' des antisemitischen Hitlerismus veranstaltete Rutherford und. N.H. Knorr am 25. Juni 1933 in Berlin-Wilmersdorf eine etwa 5000 Personen umfassende Vertreterkonferenz der Bibelforscher Deutschlands (Zeugen Jehovas).

Es wurde von dieser Konferenz ein Schreiben an die Hitlerregierung gerichtet, die Bibelforscher und Zeugen Jehovas Deutschlands befänden sich durchaus in Übereinstimmung mit dem 'Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse' und mit dem nazistischen Kampf gegen den 'jüdisch-materalistischen Geist'."


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

BEGRÜNDET 1959 von WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 207 GERA Oktober 1986

INHALTSANGABE
„BETHEL SELTERS"
KEIN VERTRAUEN AUF JEHOVAS SCHUTZ
WIR PRÜFEN WT 10 UND 11/1986
DAS „ZEICHEN" ALS BEWEIS
NEUE SERIE: CV-DOKUMENTATIONEN
„HAST DU DAS GEWUSST?"
NOCH IMMER WERDEN MENSCHEN GEOPFERT
HOCHZEIT UNTER DEM WACHTTURM

„DER WEG ZURÜCK"
Zur Neuorientierung der Zeugen Jehovas
Liebe Brüder und Schwestern!
Gehörst du auch zu denen, die „die Brücken so gründlich hinter sich abgebrochen haben, daß sie den Weg zurück überhaupt nicht finden können"? So WTG-Zweigdiener Konrad Franke 1968 in Hamburg vor versammelten WTG-Dienern Nordwestschlands. „Wohin sollen wir gehen", so fragen nun. viele, wenn ihnen die haltlosige 1914-Endzeit der WTG vor Augen geführt wird. Gar vielen scheint die WTG die letzte Station zu sein, nachdem ihnen alles andere christliche Leben vom WT verteufelt wurde. Sie können nicht ohne die WTG stehen, nur mit Christus, vielleicht 'nur' „zu zweien oder dreien" mit ihm als Mittelpunkt (Matthäus 18:20).
Voll Sorge wurde auch auf der internationalen Demonstration für Gewissensfreiheit vor dem Hauptbüro Brooklyn 1984 gefragt:
„Was passiert im Sinn der Menschen.., wenn ihnen plötzlich gesagt wird, selbst zu denken und die Bibel über den Wachtturm zustellen?" (CV 194)

Natürlich gibt es den Weg zurück. Den fast 200 Jahre ausgedehnten WT-Endzeitirrweg von 1799 über 1874, 1914, 1918, 1925, 1945 und 1975 nun auf 2000 zu kann man in Lauterkeit und Treue nicht mehr weitergehen, geschweige denn, anderen predigen. Höchstens Arglosen und Naiven, die das noch nicht überschauen.
Wir wollen darum weiter über den Weg nachdenken, der deshalb gefunden und gegangen werden muß, vornehmlich natürlich hier in unserem Lande, in unserer Gesellschaft.

EIN HILFREICHES JAKOBUSWORT
Bekanntlich hat der WT unter der Masse seiner Zeugen die nur „eine Hoffnung" Christen (Eph. 4:4) so gründlich zerstört, daß es zunächst keinen Zugang zu anderen Christen zu geben scheint. Das muß man in Rechnung stellen. Aber das Leben geht in den persönlichen und sozialen Rechten und Pflichten für Familie, Kinder, Ehe, Arbeit und Beruf unerbittlich weiter! Sofort unmittelbar! Da kann man keine Pause machen! Die Kinder brauchen Milch und Brot! Da muß man sich zuerst orientieren!

So stellt sich zunächst die Frage des weiteren praktischen Christseins. Praktisches Christsein im persönlichen und familiären sozialen Leben, das weitergeht und weitergehen muß, ist sofort weiter möglich. Vielleicht sogar automatisch, eben weil die Kinder Milch und Brot brauchen. Da das von der WTG-Endzeit ohnehin nicht abhängig ist, kann man diese Irrlehre auch aus diesem Grunde vergessen.
Man muß sich das nur bewußt machen. Sich also zunächst auf christliche Werke zu orientieren, ist die unmittelbare Aufgabe. „Du hast Glauben, und ich habe Werke, zeige du mir deinen Glauben, der ohne Werke ist, und ich will dir aus meinen Werken den Glauben zeigen. Willst du, wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne Werke unnütz ist?" Jak. 2:18, 20. So kannst du in der Tat „alles, was deine Hand mit deiner Kraft zu leisten vermag, tun", Prediger 9:10.

Das ist ein erster biblisch gerechtfertigter solider Grund. Jakobus meinte in der Tat ganz praktisch Nahrung, Kleidung und Obdach und auch den Frieden! Zuerst erneute „genaue Erkenntnis" haben zu wollen, geht ohnehin nicht, weil das länger dauert und am Ende doch nur Stückwerk bleibt. Praktische Nächstenliebe ist wichtiger. 1. Korinther 13: 13.

WIE HIER IN UNSEREM LANDE?
WT-gewohnt, „der Menschheit" die „Lösung aller Probleme" zu predigen, als 200 Jahre Falschprophetie erwiesen, stellt sich natürlich sofort auch die Frage der Einordnung des weiteren Christseins in die „die Menschen betreffende Ordnung".
1. Petrus 2: 13, 14.
Da kommt der nächste Stein des Anstoßes, ist das doch hier eine sozialistische oder kommunistische Gesellschaftsordnung. Und die hat der WT nun noch mehr verteufelt, „durch Satan, den Teufel, gezeugt, genährt und zur Reife gebracht" lt. Wachtturm vom 1. 6. 1952, unwiderrufen. Nun - was soll's, stechen wir also in dieses Wespennest von WT-Argumenten.

Für nichtsozialistische Länder mag das weniger aktuell und entscheidend sein. Da steht die Frage des Sozialverhaltens des Christen für das praktische Weitergehen nicht so. Wiewohl auch dort eine entsprechende Neuorientierung im Sozialverständnis unvermeidlich ist und vielleicht als karitatives bzw. diakonisches christlichen Denken und Handelns eine feste praktische Grundlage darstellt, die weiterhilft.
Hier aber steht man mitten in einer sozialistischen bzw. kommunistischen Sozialordnung. Vom Kindergarten über die Schule bis ins Arbeitsleben. Eine Sozialordnung, die bis ins Rentenalter trägt und sozial sichert. Die haltlose WTG-Endzeitlegende und WTG-Umweltverteufelung hinter sich lassend muß also in den notwendigen „irdischen" Fragen des Lebens hier Zugang gefunden werden.

Es war WTG-Präsident C. T. Russell selbst, der, zwar in antikommunistischer Absicht, den Kommunismus als „wohl die beste Gesellschaftsform" anerkennen mußte.
„Wäre das tausendjährige Reich auf Erden aufgerichtet …, dann könnte der Kommunismus gedeihen; dann wäre es wohl die beste Gesellschaftsform, und wenn ja, dann wird ihn sicher der König der Könige zu seiner Methode machen. Aber auf das w a r t e n wir … Die Bibel lehrt den Kommunismus auch nicht, soweit er über die Familie hinausgehen will. Das ist richtig, Gott die kommunistische Organisation der ersten Kirche zuließ, aber wohl, damit wir das Unweise der Methode erkennen möchten und damit nicht einige den Schluß daraus ziehen, die Apostel hätten aus Mangel an Weisheit oder Tatkraft nicht andere kommunistische Gemeinden gegründet". (Schriftstudien 4, S. 244, dt. 1916)

Warum Gott das zuließ, darüber spekuliert Russell hier wohl. Die Apostel sagten dazu nichts. Jedenfalls war es nichts Teuflisches, sonst wären ja jene urchristlichen Gemeinden Teufelsgemeinden gewesen. Es war etwas Urchristliches.
Darum kam Russell auch nicht umhin, es wenigstens für die Zukunft anzuerkennen.
Zwar anders, aber in der Tat ist der Sozialismus oder Kommunismus eine „die Menschen betreffende Ordnung" (1. Petr. 2:13f) geworden. Zwar „nicht vollkommen", wie E. Honecker das auf dem XI. Parteitag der SED 1986 formulierte, aber höchst beachtlich, und die auch den Christen religiös, sozial und politisch Platz bietet. Viel Platz besonders für jede Art praktische Nächstenliebe, ohne zuvor nach dem Glauben zu fragen, wie Christus das mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas anschaulich lehrte.

Es gibt also von dem WTG-Endzeitirrweg einen „Weg zurück". Da es keine WT-Endzeit gibt, kann man sich guten christlichen Gewissens im Sinne von 1. Petr. 2:13 auch im Sozialismus auf den Weg machen. Wohl praktisch zunächst, in Übereinstimmung mit Jakobus 2:14-22 durch gute Werke Glauben zu zeigen, als Christ weiterzugehen, weiter Christ zu sein. Weitere notwendige neue Erkenntnisse wachsen erst nach und nach und sind zunächst absolut zweitrangig, wie man darüber in 1. Kor. 13:2 lesen kann. Wie gesagt, sie bleiben sogar unvollkommenes „Stückwerk". 1. Kor. 13:9,12.

Von den „irdischen" WTG-Endzeitirrlehren herkommend und dadurch ohne die „eine Hoffnung" nach Epheser 4:4 sollte in der Neuorientierung in der Tat zunächst die Besinnung auf weiteres praktisches Christsein das erste sein. Denn der Mensch lebt doch zuerst vom Brot, Matthäus 4:4. -
CV-Studiengruppe

KEIN VERTRAUEN AUF JEHOVAS SCHUTZ
WTG-Bethel Selters
GANZE LEITENDE KÖRPERSCHAFT WAR DA!
Franz, Sydlik, Booth, Barr, Swingle, Jaracz, Schroeder, Barry, Barber, Greenlees (aus LK zurückgezogen!), Klein, Henschel, Pötzinger - alle, alle waren sie aus den USA gekommen! Dazu die Zweigführung in Selters, unter amerikanischer Aufsicht natürlich seit Franke abtreten mußte: Anstadt, Kelsey USA, Künz, Peter, Pohl USA, Rudtke.

Es war die Bestimmungsübergabe des Bethel-Neubaus in Selters am 21. April.- 1984. mit großem Programm. Motto: „Treu mit Gott zusammenarbeiten - ein einzigartiges Vorrecht". Für die Teilnehmer und darüber hinaus wurde zum Willkommen ein Programm mit Bauinformation veröffentlicht. Da wird das neue Bethel nun vorgestellt: Wohnbereich, Verwaltungs- und mit Buchbinderei, Versand und Werkstätten, Nebengebäude, Wirtschaftsbereich, Druckereibereich Außenanlagen und Materialauswahl. Die Millionen, die das gekostet hat, werden allerdings verschwiegen. Dazu wird großer Dank an Jehova veröffentlicht. Jesus Christus kommt ihnen dabei überhaupt nicht in den Sinn. Ein Außenstehender fragt sich hier schon. Das Lob der Moderne, der Technik, des gediegenen Materials, des Komforts und sonstiger Großartigkeiten spiegelt in der Tat einen supermodernen amerikanischen Medienkonzern wider. Worin an erster Stelle die Frage der Modernisierung auf dem Drucksektor, bessere Wohnmöglichkeit, größere Speiseräume und anderes Notwendige steht, und am Ende erst die Ausdehnung des Königreichswerkes „in Erfüllung von Matthäus, 24:14" steht, eine Schriftstelle, die bereits seit 1874 über drei Generationen herhalten muß.

Kommen wir nun zu der entscheidenden frage. Was nützt der ganze supermoderne Betrieb mit seiner „Begeisterung", die man darob - zugegebenermaßen - gekonnt entfacht. Das ist ein Medienkonzern wie jeder andere! Denn siehe da: Sie bauten ein Vorratsbecken für den Brandschutz ein! Eine Notstromanlage! „Anforderungen für den Brandschutz mußten erfüllt werden"! Feuerlöscher! Brandabschnitte, durch Feuerschutztüren unterteilt! Gott und die Engel? Feuerlöscher! So vertrauen sie in der Hauptfrage des Schutzes und der Sicherheit also auch auf Menschen. Sonst brauchten sie keine Feuerlöscher! Gott haben sie da wahrhaftig nur auf den Lippen. Letztlich beweist das auch der Bombenanschlag auf einen „Königreichssaal" in Australien mit Tod und Verwüstung! Den man wohlweislich nicht auf die Titelseite von ERWACHET! (22. Nov. 1985)" brachte! Wenn zuvor in ERWACHET! (8. Nov. 1985) behauptet wurde; „Gott kümmert sich tatsächlich um dich", der Bombenanschlag hat das tödlich. widerlegt! Und die eigenen Sicherheitsvorkehrungen im Bethel Selters beweisen nichts anderes.

Es ist darum ein kühner Bluff, was das Zweigkomitee von Selters, Anstadt, Kelsey, Künz, Peter, Pohl und, Rudtke, über „Unsere Zusammenarbeit mit Jehova beim Bethelneubau" vortrugen. Da arbeitet man mit Baufirmen, Technikern, Banken und Behörden zusammen. „Mit Jehova" ist buchstäblich frommes Geschwätz der Unnüchternheit. Das geht schriftgemäß auch gar nicht. Zu Gott kommen sie da gar nicht, sondern nur bis Jesus, der der Mittler für jegliches Hinwenden zu Gott ist.
Jesus wird einfach übergangen! Mit Jehova arbeiten sie zusammen!" Beim Ziegelsteinesetzen und Computereinrichten! Und wo bleibt Jehova, wenn eine Bombe alles zerstört wie in Australien?

Die Feuerlöscher beweisen, worauf man wirklich vertraut! Und sollten sie im Ernstfall versagen, so wird man sich an die Firma halten, die sie gebaut hat. Sie sollen doch aufhören, Gott in ihre Steinbauten hineinzuziehen, die sie selbst zu verantworten haben! Auch in ihrem Tempel wohnt Gott nicht! Apg. 7:48. Sie aber arbeiten mit ihm beim Bethelneubau zusammen! Wie mit einem Handwerker! Mit dem, der „in einem unzugänglichen Licht wohnt" 1. Tim. 6:16. Dem man sich allenfalls in Ehrfurcht durch Jesus n ä h e r n kann! Wirkliche Gottesfurcht und Jesusnachfolge läßt mit Gott nicht so umspringen, wie sie es in Selters tun, und bedenkenlos Christus mißachtend in ihre öffentlichen Programme schreiben. Ihre „Begeisterung" über ihre Werke macht sie offensichtlich schon so blind, daß sie schon gar nicht mehr merken, keiner von ihnen, wie gotteslästerlich und unchristlich das aussieht und wirkt. - Halt, Leo Greenlees hat die leitende Körperschaft inzwischen verlassen, der zweite nach Raymond Franz!
-F.F.-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
Der Wachtturm
WIR PRÜFEN DIE WT 10 UND 11/1986
WACHTTURM NUMMER 10/1986
Zu bedeutungslos, um darüber zu schreiben!

WACHTTURM NUMMER 11/1986
STUDIENARTIKEL
„Die Befehle des Königs"
gewissenhaft befolgen"
ANGST UND SCHRECKEN
IN DEN ZJ-VERSAMMLUNGEN
„Die Ältesten brauchen deine Achtung und Unterstützung." (?) (S. 23)
Es erhebt sich sofort die Frage:
Sollte man als Ältester von seinen „Schafen" Achtung fordern?
Offensichtlich bejaht der WT diese Frage:
„Den Ältesten sollte Achtung und. Ehre erwiesen werden." (S.24)

Darauf werden sich nun viele der „älteren Männer" - wie schon in der Vergangenheit - berufen. Selbstherrlich regieren sie in den Versammlungen und schaffen ein Klima von Angst und Schrecken. Denn unter dem Deckmantel einer angeblichen Nächstenliebe kontrollieren sie mißtrauisch ihre Brüder und Schwestern. Nicht nur, daß der fällige Monatsbericht kritisch „unter die Lupe" genommen wird - nein, keinen Bereich des menschlichen Lebens der ZJ lassen die schnüffelnden Altesten unbeobachtet. Und wo sie mit ihrer Nase nicht hinkommen, fordern sie die Kinder oder den Ehepartner auf, zu petzen. In der Sprache des Wachtturms liest sich das so:

„Du solltest dich frei fühlen, mit den Ältesten darüber zu sprechen und sie um Anleitung zu bitten." (WT 22/1985, S. 22; lese auch die Seiten 18 bis 21.)
Wie schon gesagt: Mit diesen Methoden wird ein Klima von Angst und Schecken erzeugt. Und nur aus dieser Situation heraus bringen viele ZJ notgedrungen den Ältesten „Achtung" entgegen. Eigentlich müßte man dies Kadavergehorsam nennen. Denn wahre Achtung erwirbt sich ein Mensch nicht durch seine Stellung oder seinen Rang geschweige denn durch Befehl; sie wird ihm aufgrund seiner fleißigen und guten Arbeit, seines Lebenswandels, nicht zuletzt aufgrund seines bescheidenen Auftretens, freiwillig entgegengebracht.
Und gerade hier scheint es bei, vielen Ältesten zu hapern.

EINE AUSWAHL - JE NACH BEDARF
Nehmen wir einmal die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas: Bescheidenheit ist nicht gerade ihre Zier! Behaupten. sie doch allen Ernstes, von Gottes heiligem Geist ernannt und geleitet zu werden (24). Auf der anderen Seite erkennt bald der Geringste unter den ZJ, daß sowohl der „kluge Knecht" als auch die nachgeordneten Ältesten Fehler auf Fehler machen.
Um diesen Umstand zu erklären, greift man zu einem Trick:
„Vergiß nicht: Hier auf. der Erde gebraucht Jehova unvollkommene Menschen- das ist alles, was er gegenwärtig zur Verfügung hat." (S.25)
Je nach Bedarf pendelt man nun zwischen zwei Extremen: Geleitet vom heiligen Geist - nur unvollkommene Menschen.
Welches Argument gerade Mode ist, bestimmt natürlich die leitende Körperschaft. Auch daran erkennt man ihre Unbescheidenheit…
-Gerd R ...-

WIE DIE HERZEN DER ARGLOSEN GETÄUSCHT WERDEN
IN Erwachet vom 22.9.1979 bietet die WTG eine Broschüre wie folgt an:
„Der praktische Nutzen der 'guten Botschaft' für die Allgemeinheit.
In der heutigen modernen Welt, hören wir oft die Meinung:
Die Grundsätze des Christentums sind einfach nicht praktisch. Sie lassen sich in der heutigen komplexen Gesellschaft nicht anwenden.
Ist diese weitverbreitete Meinung jedoch zutreffend?
Lesen Sie bitte die 32seitige Informationsbroschüre JEHOVAS ZEUGEN IM ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT. Sie wird für nur 0,30 DM überallhin versandt." -
Ist das nicht eine Übertölpelung?

JEDER ZJ weiß, da er der Allgemeinheit nicht die Grundsätze des Christentums zu bringen hat, damit sie von der ganzen Gesellschaft oder Nation angewendet werden, sondern die „gute Botschaft der WTG soll ein Heraussammel einzelner bewirken und die Vernichtungswürdigkeit der sonstigen Allgemeinheit, aller Nationen als unabwendbar klarmachen. Die WT-Botschaft ist doch überhaupt nicht dazu geeignet, von allen Nationen, von der Allgemeinheit, angewendet zu werden. Da müßten z. B. alle „obrigkeitlichen Gewalten", alle Herrscher, ihre Macht seit 1914 schon an Christus im Himmel abtreten, was überhaupt nicht geht. Die Allgemeinheit dürfte auch, nicht mehr wählen und hätte somit überhaupt keine „obrigkeitlichen Personen" mehr. Alle Parlamente der Welt stünden leer. Jede demokratische Herrschaft, würde zusammenbrechen. Chaos, Anarchie und Faustrecht wären die Folge, da die materiellen Bedürfnisse der Menschen sich nicht ausschalten lassen. Die, Wahrheit ist doch, daß die Anforderungen der „guten Botschaft" des WT eine Anwendung durch die Allgemeinheit überhaupt nicht zulassen!
Ist es nicht so?

IST die WTG-Berufung auf die „Grundsätze des Christentums" nicht also bloß ein Versteckspiel, um zunächst ihre Literatur abzusetzen? Denn die suggerierte allgemeine Anwendbarkeit ist ein Schwindel, wenn man sich die Bedingungen ansieht.
Ja, was sagst du dazu?

DAS „ZEICHEN" ALS BEWEIS
Woher wollen die Zeugen Jehovas nun wissen, daß „Harmagedon" nahe ist? Ihre Antwort lautet: Das prophezeite „Zeichen" ist erschienen (WT 1.2.1985). Sie beziehen sich dabei auf Matth. 24, wo es heißt: „Es traten zu ihm (Jesus) seine :Jünger besonders und sprachen: Sage uns… welches wird das Zeichen sein deines Kommens und das Ende der Welt?"' (V. 3) Die unmittelbare Antwort Jesu - „Sehet zu, daß euch niemand verführe" - übergehen die Zeugen Jehovas freilich geflissentlich. Auch übersetzen die Verantwortlichen der Wachtturm-GeseIlschaft das griechische Wort „parusia" nicht mit „Kommen" oder „Erscheinen", sondern mit „Gegenwart", was sprachlich zwar möglich, sachlich, d.h. im Zusammenhang der eschatologischen Botschaft des Neuen Testaments, aber falsch ist. Demzufolge geht es ihnen um „das Zeichen seiner (Christi) Gegenwart", genauer: um des Zeichen des real, doch unsichtbar' „aufgerichteten Königreiches" Gottes", das die Herrschaft der Mächtigen dieser Welt ablöst. Wo kann man dieses Zeichen erkennen? Daß die Zeugen Jehovas hier Schwierigkeiten haben, wird daraus ersichtlich, daß sie nicht von einem einfachen, sondern von einem „kombinierten" Zeichen sprechen, das „eine große Zahl von Bestandteilen" hat. Auch ist es nicht einfach „da „, vielmehr „nähert sich seine Prophezeiung ihrer vollständigen Erfüllung" (vgl. auch das erwähnte Buch „Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht", S. 293 ff).

Der wichtigste Bestandteil des „Zeichens"; sind zweifellos die Zeugen Jehovas selbst. Denn sie haben die „sieben Zeiten" im 4. Kapitel des Danielbuches (V. 13020.22) richtig gedeutet. Schon im Jahre 1880 hatte Charles T. RusselI, ihr Begründer, erkannt, daß die „Heidenzeiten", die „bestimmten Zeiten der Nationen" im Jahr 1914 abgelaufen und „das Königreich Jehovas" im Himmel aufgerichtet wird.

Wenn in Matth. 24,.14 geschrieben steht: „Es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, - dann wird das Ende kommen", so sind es wiederum die Zeugen Jehovas, die bald nach 1914 mit ihrem „weltumspannenden Königreichspredigtwerk" begonnen haben. Daß die Geschichte der christlichen Mission und Evangelisation schon wesentlich früher begonnen hat, das störte sie dabei nicht - auch nicht; daß 1914 statt des Millenniums der Erste Weltkrieg kam. Im Gegenteil: daß „beispiellose Kriege" ein Bestandteil des „Zeichens" sind, steht in zu lesen; und die Zeugen Jehovas weisen immer wieder darauf hin, daß es seit 1914 nicht Matth. 24,6 nur Erdbeben und weltweite Hungersnot gab, sondern auch Seuchen (Luk. 21,11), zum Beispiel die Spanische Grippe, die 1918 „mehr als 20 Millionen Menschen dahinraffte".

Im Jahre 1917 hatten dann die Zeugen Jehovas, bzw. die damaligen Ernsten Bibelforscher; die Konsequenz aus der Erkenntnis gezogen, daß die Christenheit, der „verwerflichste Teil Groß~Babylons" ist, des „Weltreiches der falschen Religion" (WT., 1971, S. 147). In gehorsamer Aufnahme der Weisung von Offb. 18,4; „Gehet aus von ihr: (Baby1on) mein Volk, daß ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nicht von ihren Plagen empfanget"; erging damals die Aufforderung an alle loyalen Anbeter Jehovas, die Kirchen schleunigst zu verlassen - eine Aufforderung, die immer wiederholt wird: „Es ist gefährlich ,die Flucht noch länger hinauszuschieben" („Gottes tausendjähriges Königreich", S. 315). Auch haben die Zeugen Jehovas erkannt, was „das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht", ist. Nach Matth. 24, 15 ff ist sein Erscheinen das Signal zur Flucht. Es ist der Völkerbund und seine Nachfolgeorganisation, die UNO, die „dort steht, wo sie nicht stehen sollte" (= an heiliger Stätte), das heißt, die sich die Weltherrschaft anmaßt, die allein Jehova bzw. Christus gebührt.

In Matth. 24, 29-31 heißt es, daß die Engel die Auserwählten sammeln werden. Das ist „im Frühjahr 1919 geschehen, als der gesalbte Überrest (der Zeugen Jehovas) begann, sich von den Auswirkungen der weltweiten Verfolgung zu erholen". Beziehungsweise seit 1935, als man erkannte, daß die „Menschen guten Willens", die der Botschaft der Zeugen Jehovas vertrauen, jene „anderen Schafe" von Joh. 10,16 sind. Und „das Einsammeln jener 'anderen Schafe' seit jenem Zeitpunkt ist ein hervorragenden Teil des 'Zeichens'" (WT 1.2.1983).

Nach wie vor ist aber Matth. 24, 32-35 die für die Naherwartung der Zeugen entscheidende Stelle. Da heißt es nach „Neuen-Welt-Bibelübersetzung" der Zeugen Jehovas: „Die Generation, die alle diese Dinge sieht, soll auf keinen Fall Vergehen, bis es geschieht." Was heißt „die alle diese Dinge sieht"? Für Jehovas Zeugen ist der Beginn Christus-Herrschaft im Jahr 1914 das zentrale Ereignis der Endgeschichte. Folglich ist die Generation, die 1914 bewußt miterlebt hat, hier gemeint. Und weil von ihnen nur mehr wenige leben, steht Harmagedon dicht vor der Tür!

So steht in jeder Nummer der Zeitschrift „Erwachet!" auf der Innenseite des Umschlagblattes zu lesen: „Vor allem aber stärkt diese Zeitschrift das Vertrauen zum Schöpfer, der verheißen hat, noch zu Lebzeiten der Generation, die die Ereignisse des Jahres 1914 erlebt hat, eine neue Ordnung zu schaffen, in der Friede und Sicherheit herrschen werden." rei
(Materialdienst der EZW Nr. 5/1985)

HAST DU DAS GEWUSST? CV-DOKUMENTATION
GÖTTLICHER ANSPRUCH?
Sogleich nach der „Machtergreifung" des antisemitischen Hitlerismus veranstaltete Rutherford und. N. H. Knorr am 25. Juni 1933 in Berlin-Wilmersdorf eine etwa 5000 Personen umfassende Vertreterkonferenz der Bibelforscher Deutschlands (Zeugen Jehovas).
Es wurde von dieser Konferenz ein Schreiben an die Hitlerregierung gerichtet, die Bibelforscher und Zeugen Jehovas Deutschlands befänden sich durchaus in Übereinstimmung mit dem „Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse" und mit dem nazistischen Kampf gegen den „jüdisch-materalistischen Geist".
Es muß also festgestellt werden, daß die WTG in der Nazizeit millionenfach dazu beigetragen hat, daß andere Menschen antisemitisch und rassistisch verhetzt wurden und sich dem Vernichtungsschicksal der Juden gegenüber gleichgültig und - untätig verhielten, wie es die Nazis brauchten. Ja, daß sie sogar diese faschistischen Verbrechen für rechtens hielten. „Jehova selbst": habe „die Räder des Wagens" der Juden „schwer gemacht",. „Die Juden sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie furchtbar es ist, den Segen Jehovas nicht zu besitzen. Wind säend ernten sie Sturm".

Eine Körperschaft, die vorgibt, im Namen Gottes zu wirken, das Werk Gottes zu sein, aber antisemitisch und profaschistisch derartig geistig befleckt ist, offenbart damit den Bankrott dieses „göttlichen" Anspruchs. Hier kann ein ehrlicher Christ nur noch den Austritt erklären. Eine solche Körperschaft ist zu jedem anderen geistigen Verbrechen fähig und bereit. -P-

MISSBRAUCH
… Der Kampf des Christen geht ja nicht Fleisch und Blut, sondern hauptsächlich gegen falsche, wie der WT immer so schön sagt, gottentehrende Lehren. Sie sollen vor allem richtiggestellt, .d, h. in die richtige Stellung gebracht werden. Was die betroffenen Menschen angeht, so muß sich die Richtigstellung so vollziehen, daß es zwar gegen die falsche Lehre gerichtet ist, aber nicht gegen Menschen, sondern eigentlich FÜR sie als Halt und Stütze gedacht ist, so, wie es auch zu dem neuen Buch, von dem Sie berichten, als Anmerkung angefügt ist. („Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi", die Red.)

In allen Sekten, und natürlich auch in der WTG gibt es Menschen, denen es ein Herzensbedürfnis ist, Gott zu dienen. Sie möchten es in Liebe und aus Liebe tun. Ich brauche nur an meine Schwiegereltern zu denken, die sich in ,ihrem langen Leben ehrlich bemühten, das auszuleben,. wovon sie überzeugt waren. Sie haben jedem, ohne Ansehen der Person, zu helfen versucht, der Hilfe brauchte, ob Zwangsarbeitern, sowjetischen Kriegsgefangenen, verfolgten Kommunisten. Die Eltern meiner Frau, die selbst von der Not und Gewalt der faschistischen Gewaltherrschaft betroffen waren, suchten Not zu lindern, wo sie es vermochten. Menschen wie sie haben immer Gott und Christus geliebt und es wahrscheinlich nie wahrgenommen., wie ihre lebenslange Hingabe von der WTG mißbraucht worden ist.

Sie und viele andere guten Menschen wurden und werden dazu mißbraucht, einer, gelinde gesagt, Irrlehre zu einem respektablen Anstrich zu verhelfen. Es ist ähnlich wie bei tapferen Soldaten, die selbstlos und treu für eine schlechte Sache kämpfen. Und sterben.

Darin liegt das düstere Moment, und wenn man so sagen darf, die rätselhafte Faszination der WT-Lehre, daß sie es fertigbringt, auch solchen Menschen, die an sich gut und liebevoll sind, die Überzeugung einzuimpfen, daß gemäß einer von. alttestamenterischen Vorstellungen geprägten Denkweise, Gott gezielt und notwendig alle Menschen, außer den ZJ, buchstäblich vernichten müsse. Ja, schlimmer noch, daß nämlich in dieser Handlungsweise Gottes Liebe ausgedrückt, werden würde. Aus der Liebe zu Gott und Jesus Christus wird unmerklich die Liebe zur Organisation.

RIGHT OR WRONG, MY ORGANISATION.
Die zunehmende Blindheit gegen falsche Lehren hat die immer stärkere Abkehr von der wahren Lehre Christi zur Folge.
Es muß doch im höchsten Maße alarmierend wirken, wenn es einer sich christlich nennenden Organisation gelingt, Menschen, die freudig und guten Willens Gott dienen und das Reich Christi verkünden wollten, in eine derart fatale Lage zu bringen, daß sie jedes Maß verlieren, ja daß ihnen der Herr gleichgültig wird. Nur das Lob von seiten der Organisation zählt. Man scheut blind auch für das allerbeste, wenn es sich außerhalb der eigenen Organisation vollzieht.

Dafür wird innerhalb dieser alles, aber auch ausnahmslos alles für gut befunden, was sie bei gar keiner anderen Einrichtung durchgehen ließen. Was sie bei anderen abstößt, ja womit sie ihre Abneigung gegen andere Einrichtungen begründen, das alles und noch schlimmeres stört in den „eigenen vier Wänden" keineswegs.
Sie bekämpfen z. B. das Papsttum mit aller Kraft, ganz gleich, wie spirituell und wirklich geistlich ein Papst auch sein mag, und sind im gleichen Moment der eigenen Organisation in einem solchen Maße hörig, wie es kein Bischof seinem Oberhaupt jemals ist.
Wenn auch niemand ohne eigene Schuld führt werden kann, muß doch dem einzelnen weiterhin geholfen werden, werden, wenn er will, aus seiner Not herauszufinden und zur ernsten Freude des Kreuzes und der Gnade unseres Herrn Jesus Christus hinzugelangen.
-H.G.-

„… DA SIE DIE GESUNDE LEHRE NICHT ERTRAGEN…"
(2. Timotheus 4:3)
Oft sind Zeugen Jehovas, aber ebenso auch ehemalige Mitglieder der WTG gefragt worden, wie ihre Erfolge zustande kommen, wie sie es fertigbringen, relativ schnell verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft in ihre Organisation hineinzubringen?
Jehovas Zeugen selbst sprechen in diesem Zusammenhang von der wirksamen Kraft Jehovas selbst, die selbst wenig redegewandte Brüder und Schwestern in die Lage versetzt, sich Menschen zu nähern und sie von der sogenannten „einzigen Wahrheit" zu überzeugen. In Wirklichkeit jedoch stehen hinter dieser Fähigkeit die geschickt aufeinander abgestimmten Lehrmethoden, mit denen ununterbrochen die zu interessierenden Menschen bearbeitet werden. Das heißt, eine einfach zu verstehende Lehre mit vielen bildhaften Beispielen wird methodisch so aufbereitet, daß bei entsprechender längerer oder kürzerer Schulungszeit jeder in die Lage versetzt wird, alle sich bietenden Gelegenheiten zum „Jünger machen" zu nutzen.

Wenn man das aber erkannt hat, und viele namhafte Zeugen, die über ihre Erfahrungen geschrieben haben, bestätigen das, ist es in diesen Dingen nicht schwer, zu beweisen, daß nicht Jehova, sondern menschliche Werke dazu befähigen, von Haus zu Haus zu gehen und Menschen zu werben.
Ganz nebenbei sei einmal hier die Frage gestellt, ob es im Sinne Jehovas ist, wenn er wie ein neuer Staubsauger oder ein Schuhputzmittel in den Haushalten angepriesen wird. Glaubensdinge sind. keine gängige Handelsware. Aber eben das, werden sie, durch die fragwürdigen Werbemethoden der WTG.
Doch wir wollen uns gemeinsam einmal mit der Frage beschäftigen, wie es vor sich geht, jenes Vorbereiten auf das Werbegeschäft. Die WTG selbst hat mit ihren Werken genügend Beweise geliefert, wie unehrlich das Reden über Gottes wirksame Kraft gerade hinsichtlich des Predigtdienstes ist.

GETRÜBTE QUELLEN
Jeder Wissenschaftler, jeder Ingenieur, jeder Student, ja jeder Schüler einer höheren Klasse weiß, daß es viele Bücher und Broschüren gibt, in denen die richtigen Methoden der wissenschaftlichen Arbeit aufgezeigt und vermittelt werden. Wie man Literatur auswertet, wie man schnell richtig liest, wie man einen Vortrag, Referat und ähnliches vorbereitet - all das ist erlernbar. Es mag dem einen mehr, dem anderen weniger Mühe kosten, aber wenn ein solches Lehrmaterial gut gegliedert, überschaubar und leicht verständlich ist, so kann bei einer entsprechend gründlichen Beschäftigung nichts mehr schiefgehen.

Nun hat die WTG unter anderem Bücher veröffentlicht, die in ihrem Aufbau eine verblüffende Ähnlichkeit mit solchen Lehrmaterialien haben. „Zum Predigtdienst befähigt" erschien 1957 deutsch, der „Leitfaden für die Theokratische Predigtdienstschule" erschien 1971 erstmalig in deutscher Sprache. Im Jahre 1972 der Band „Organisation zum Predigen des Königreiches und zum Jünger machen". 1983 „Organisiert, unseren Dienst durchzuführen" und 1985 „Unterredungen anhand der Schriften".

In allen Büchern geht es um theokratische Fragen einerseits, andererseits um die praktischen Hinweise auf den Umgang mit Menschen und Ratschläge und Anleitungen zum Gespräch mit Interessierten, zur Durchführung des Bibelstudiums und anderes mehr. Meine erste erstaunte Feststellung war die, daß das 1957 erschienene umfangreichste der Bücher heute Jehovas Zeugen kaum noch bekannt, kaum noch zugänglich ist, obwohl sich inhaltlich nicht viele Änderungen ergeben haben.

Die sachlichen Titel weisen bereits auf den Lehrbuchcharakter hin, aber anstatt nun nur die Lehrmethoden klar und einleuchtend darzustellen, wird der Stoff, wurden die Texte mit Bibelstellen und theoretischen Erörterungen angereichert. So entsteht auf den ersten Blick der Eindruck, daß wirklich Jehovas wirksame Kraft die Entstehung dieser Werke beeinflußt hat. Tatsächlich jedoch sind die Bibelzitate nur Rahmen, sollen den ausgeprägt christlichen Charakter unterstreichen und darüber hinwegtäuschen, daß auch die WTG für ihre Verkündiger sich keiner anderen Methoden, keiner anderen Methodik bedient, als es überall üblich ist in der Welt.

Sachliche, klare Quellen werden also mit einem trüben WTG-Sud gemischt. Die Absicht eines solchen Vorgehens wollen wir herausfinden, und wir wollen durch diese Bücher den Beweis antreten, daß es um die Tarnung rein menschlicher Werke geht, daß verschleiert wird, um die Zeugen Jehovas im unklaren darüber zu lassen, daß der „falsche Prophet" in Brooklyn sitzt und viel Mühe und Zeit aufwendet; daß man ihm nicht nachsagt:
„Denn es wird eine Zeitperiode geben, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Begierden Lehrer aufhäufen werden, um sich die Ohren kitzeln zu lassen" (2. Tim. 4:3) -nns-

NOCH IMMER WERDEN MENSCHEN GEOPFERT
In der Rubrik „Fragen von Lesern" beschäftigt sich die WTG immer wieder mit der Blutfrage. Interessieren soll uns hier, ob die Schreiber endlich ihre Einstellung zur Bluttransfusion geändert haben, um so keine Schuld am verblutenden Menschen mehr zu tragen.
Einige Personen „behaupten deshalb, es sei nicht verkehrt, sich Blut von einem lebenden Spender übertragen zu lassen."
Welche Gegenbeweise werden angeführt? "
Ebensowenig könnten Diener Gottes dem medizinischen Verfahren zustimmen, bei dem Menschenblut entzogen wird, das man dann für Transfusionen verwendet, um jemandes Leben zu verlängern. Dieses Verfahren verstößt gegen das Gesetz Gottes, das einen jeden verurteilt, der 'Blut von irgendeiner Art' ißt, sowie gegen das Gebot, daß sich Christen des Blutes enthalten sollten" (Apg. 15:28,29; 3. Mo. 17:10).

„Sie gehorchen Gott, ob es vom ärztlichen Standpunkt aus im Moment zweckdienlich erscheint oder nicht."
„Ebensowenig kann ein Christ heute in bezug auf seine Lauterkeit einen Komprorniß eingehen, wenn wegen der Blutfrage - zum Beispiel wegen großen Blutverlustes bei einem Unfall oder einer Operation - Probleme entstehen. Er gehorcht seinem Lebengeber, weil er fest davon überzeugt ist, daß, selbst wenn er trotz der besten alternativen ärztlichen Behandlung sein gegenwärtiges Leben verlieren würde, sein ewiges Leben nicht in Gefahr ist."

WIR UNTERSUCHEN DIESE ARGUMENTE
Das Wichtigste an erste Stelle:
Die angeführten Bibelstellen beziehen sich einzig auf das Tierblut!
Dies wird deutlich, wenn man das gesamte 17. Kapitel des 3. Mose liest.
Auch ein anderer Fakt ist wichtig:
Weder im l5. Jahrhundert v. u. Z. noch im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung kannte man die Bluttransfusion. Daher kann man nicht erwarten, auf diese Frage in der Bibel eine Antwort zu bekommen, so wie man hier auch nichts über die Sicherheitsvorkehrungen findet, die beim Betrieb eines Kernreaktors zu beachten sind.
Für Christen sollte also in dieser Frage der Grundsatz aus 1. Kor. 4:6 gelten!

Fast alle Menschen hängen an ihrem Leben, auch wenn es unvollkommen ist. Dies wußte Jesus, und er erweckte verschiedene Personen auf, obwohl er wußte, daß sie später ein ewiges Leben erhalten würden. Er verlängerte somit ihr unvollkommenes Leben'. Dies war zweifellos eine gute Tat, die nur von Pharisäern beanstandet werden sollte. Kann es denn etwas Schlechtes sein, das Leben eines Menschen mit Hilfe einer Transfusion zu verlängern? Schließlich, wer weiß schon genau, ob er nach dem Tode eines ewigen Lebens würdig ist?
Diese Kenntnis bleibt Gott und Jesus vorbehalten.

LAIE KONTRA ARZT
Als letztes noch ein Wort zur Wirksamkeit von Bluttransfusionen. Auch die WTG kann nicht bestreiten, daß sie das Leben von Menschen retten können. Der größte Teil der Ärzteschaft befürwortet diese Methode, obgleich jeder Eingriff in den menschlichen Körper (auch eine Blinddarmoperation) mit gewissen Risiken behaftet ist. Der Laie möge sich nicht über den Spezialisten erheben, der aus seiner Kenntnis und Verantwortung heraus zu einer Bluttransfusion rät. -G-

AKTUELLES IN KÜRZE
WARNUNG VOR DER NEUEN WACHTTURM-BIBEL
Als einen „Schwindel" mit der Bibel hat die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Stuttgart den „Bibelfeldzug" bezeichnet, den die WTG gegenwärtig durchführen läßt. Es wird vor dieser Aktion unter dem Motto „In jeden Haushalt eine Bibel" gewarnt. Diese WT-Bibel sei eine „subtil-tendenziöse, den Text fortwährend vergewaltigende Bearbeitung" der biblischen Schriften, mit der die WTG ihre eigenen Lehren untermauern und verbreiten wolle. Der Leser soll unmerklich in das WT-Denken eingebunden und sogar von dieser Organisation abhängig gemacht werden. Als Beispiel die Einsetzung des Gottesnamens „Jehova" in das Neue Testament anstelle des Titels „Herr" für Christus. Da es sich nicht nur um eine Veränderung des Bibeltextes, sondern auch um eine Wandlung der Gottesbezeichnung handele, stelle dies einen Eingriff in den innersten Bereich des Glaubens" dar. Das sei eine der gravierendsten Bibelfälschungen in der Geschichte der Christenheit".

ÜBER RELIGIÖSE INTERESSELOSIGKEIT AN SOZIALEN PROBLEMEN
Feststellungen der brasilianischen Bischöfe. - In den letzten Monaten sprach man im Vatikan besorgt von dem zunehmenden Einfluß der Ideen der sozialen Befreiung und des Kampfes gegen Unterdrückung auf die Katholiken. Doch es stellte sich heraus, daß die Gefahr für die Gläubigen, zudem für die römisch-katholische Kirche selbst, keineswegs von den Priestern ausgeht, die

„ihr Leben der Erleichterung des Schicksals der Armen widmen, sondern von Leuten, die kein Interesse an sozialen Problemen haben". Wer ist das? Die CIA. Zu diesem Schluß eben kam die nationale brasilianische Bischofskonferenz, die eine besondere Erklärung als Antwort auf eine Anfrage des Vatikans bezüglich der wachsenden Zahl „freier religiöser Bewegungen vorbereitet hatte. In dem Bericht heißt es unverhohlen „Die CIA infiltriert gewisse Gruppen oder Organisationen, die in ihrem Dienst stehen". Die katholischen Bischöfe stehen zu diesen Sekten - genannt werden z. B. Hare Krischna u. Moon Sun Myung - negativ, die Rechtskräfte hingegen bekunden Wohlwollen. Kein Wunder. Propagieren ja die meisten von der CIA ausgehaltenen Sekten einen wütenden Antikommunismus. -
Auch die ZJ dürfen bekanntlich „nicht helfen, die Zustände zu verbessern".
(JZ im zwanzigsten Jahrhundert. WTG 1978.)

HOCHZEIT UNTER DEM WACHTTURM
Ein freudiges Ereignis.
Ist es doch ein Fest, zu dem sich alle Familienangehörigen versammeln. So sollte es auch, bei dem jungen Paar Walter R. und Christine G. sein. Auf ihren gedruckten Einladungen steht zu lesen:
„Zum Hochzeitsfest
laden wir herzlich ein."
Und geschmückt war die Einladung mit einer Rose, die Blume der Liebenden.
Dann folgte die Anschrift:
c/o WT-Gesellschaft,
Postfach 20,
6251 Selters 1 / Taunus
Auf der Einladung war handschriftlich vermerkt:
„Bitte laßt uns wissen, ob ihr kommen könnt (wegen Unterkunft).

Tante Maria und Onkel Fritz W. bekamen eine Einladung persönlich überreicht.
Die Freude war groß. Onkel und Tante dachten an das Hochzeitsgeschenk, an das Wiedersehen mit der gesamten Familie und bereiteten sich auf das Fest vor.
Dann klingelte das Telefon.
Onkel und Tante wurden ausgeladen.
Welch eine Enttäuschung.
Wenig später folgte ein Brief:
„Wir wünschen es nicht und möchten auch nicht, daß dieses Fest durch Euren Geist gestört wird. Somit bedeutet d i e s, daß ich Euch wieder schriftlich a u s 1 a d e.
Solltet Ihr meinen Wunsch nicht respektieren und doch kommen, sehen wir uns gezwungen, Euch des Saales zu verweisen."

Ausgeladen hatte der Neffe Walter R. auf Anweisung seiner Bethel-Ältesten. Diesen war nämlich bekannt, daß die Tante die WTG verlassen hat und landesweit die Praktiken der WTG öffentlich anprangert. Deshalb der Strich der Bethel-Ältesten durch die Verwandtschaft. Ausdrücklich bekam das junge Paar den Befehl der WTG, jede weitere Verbindung sofort abzubrechen.
Die Hochzeit hat stattgefunden.
Ob es ein schönes Fest war?
Dachte das Brautpaar an die Tante und an den Onkel, die draußen standen?
Die WTG hatte auf jeden Fall einmal wieder Gelegenheit, ihre Autorität zu beweisen. -

AUS DER WELT DER ZEUGEN
NICHT ZEUGEN-TYPISCH
Zum Artikel „Dankbarkeit - oder Maßregelung" möchte ich bemerken, daß die Verhaltensweise des Ehepaares Hüter, sich nachträglich bei einem Weltmenschen für die Rettung des eigenen Kindes nicht zu bedanken, nicht typisch für die Zeugen Jehovas im allgemeinen ist. Ich bezweifle sogar, daß dieses Verhalten den Beifall des Zweigbüros oder der leitenden Körperschaft findet. Jehovas Zeugen sollen sich ja an Weltmenschen heranmachen, um sie aus der „Welt Satans" herauszufischen und zu Zeugen Jehovas zu machen. Familie Hüter hat also hier eine schöne Gelegenheit zum „Zeugnisgeben" verpaßt. Der Älteste, der diese unsinnige Anregung gegeben hat, sollte eine Zurechtweisung erhalten.

Für mich ist diese Angelegenheit ein Schulbeispiel dafür, wohin es führt, wenn man dem Rat der Bibel zuwiderhandelt und das Wort von Menschen höher stellt als Gottes Wort.
„Man muß Gott mehr gehorchen
als den Menschen"
heißt es in Apostelgeschichte 5:29.
Wohlgemerkt: Gott nicht Ältesten oder der Wachtturm-Gesellschaft.
Daß Familie Hüter den Wunsch hatte, sich zu bedanken, ist ein gutes Zeichen. Es zeigt mir, daß sie noch die Spur des „christlichen Gewissens" in sich haben.
Es ist schön, daß Zeugen Jehovas sich trotz intensiver Beeinflussung durch Schriften der Wachtturm-Gesellschaft und deren Vertreter immer noch bemühen,
„Früchte des Geistes" nach Galater 5:22 hervorzubringen.
Dazu gehört eben auch „Liebe, Freundlichkeit, Güte …"
Bestimmt auch gegenüber „Weltmenschen".
Ernst Aufrichtig

CV 1975 VERNICHTET
ES war in Berlin kurz vor 1975 bei einer bekannten ZJ. Die ZJ-Schwester: „1975 beginnt das Tausendjahrreich, Harmagedon ist geschlagen und auch CV ist vernichtet."
Der CV-Besuch: „Das ist eine WT-Falschprophetie. Ihr führt damit 'die Menschen irre. Es wird nichts dergleichen sein!" Die ZJ-Schwester: „Es wird wohl sein. Jehova lügt nicht."
Der CV-Besuch: „Das letzte stimmt! Die WTG lügt! Wetten? Warten wir 1975 ab. Wenn CV 1975 noch lebt, komme ich mit einer Flasche Wein, und wir stoßen darauf an, ja?" Die ZJ-Schwester: „Das wird nicht mehr möglich sein. Aber ich nehme die Wette an!
JAHRE später. Wieder ein CV-Besuch bei unserer ZJ-Schwester. Sie ist sehr freundlich. Der CV-Besuch erinnert: „Weißt Du, woran ich denke? An das Glas Wein, das wir beide 1975 trinken wollten. Erinnerst Du Dich" Sie nickt, etwas, verlegen lächelnd und dessen offensichtlich zufrieden, daß der Besuch sagt: „Schenken wir uns das, ja?" Der Abschied ist diesmal freundlich, nicht feindselig, wie vor 1975.

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner: DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2,- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952: Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

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