Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 205
Gemäß einem aus dem englischsprachigem Raum übernommenen
Bericht, habe die WTG in Großbritannien in den Jahren 1982, 1983 und
1984 eine Einnahme von 7 531 607 englischen Pfund und Ausgaben von 4 923
787 englischen Pfund gehabt.
Das ist ein Gewinn von etwa (netto) 2,6 Millionen engl. Pfd. oder 3 Millionen
Dollar
In dieser CV-Ausgabe.
Böse Zungen unterstellen, die CV wurde auch „selbst fabrizierte" „Leserbriefe"
veröffentlicht haben. Ohne eine solche Option grundsätzlich auszuschließen,
bin ich jedoch der Meinung. Sie müssten im Einzelfall begründet
nachgewiesen werden. Ein Generalverdacht gespeist aus der Motivation man
hasse alles WTG-Kritisches, ist so nicht hinnehmbar.
Diese CV-Ausgabe enthält wieder eine schon mehrfach kritisch bewertete
Rubrik aus der „Welt der Zeugen". Darin wieder volle Adressangaben von Personen
deren „Einwilligung" zur Veröffentlichung solcher Intimdaten, wohl kaum
vorausgesetzt werden kann. In einem besonders krassen Fall habe ich daher
eine redaktionelle Unkenntlichmachung vorgenommen.
Andererseits wiederlegen solche Beispiele aber auch den vorgenannten Pauschalverdacht.
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CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 205 GERA AUGUST 1986
INHALTSANGABE
LIEBT GOTT AUCH DIE "SCHWARZEN SCHAFE"?
WIR PRÜFEN WT 6 UND 7/1986
KAMPUCHEA UND DER „WACHTTURM"
„WIE ERFRISCHEND SIND DIE FEHLER ANDERER"
GEDANKEN EINES ZJ ZUM WT 6/1986
AUS DER WELT DER ZEUGEN
DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT LASST DIE MASKE
FALLEN
Wir untersuchen den Wachtturm Nummer 7/1986
GEMEINSCHAFTSENTZUG (EXKOMMUNIKATION)
WER TRÄGT DIE VERANTWORTUNG?
Welch eine Entscheidung! Ein Mensch wird .vom ewigen Leben abgeschnitten,
verliert die Bindung zu Gott und Christus, freundschaftliche Kontakte von
ehemaligen Mitverbundenen zu ihm werden unterbunden, von seinen Glaubensbrüdern
wird er verdammt.
Diese vermeintliche Bedeutung eines Gemeinschaftsentzuges bei den Zeugen Jehovas
dürfte. für sie Anlaß sein, über das Verfahren der Exkommunizierung
nachzudenken ,und es - wenn überhaupt - nur in besonderen Fällen
einzusetzen. Und doch gibt es in der Gemeinschaft der ZJ jährlich 30
000 und mehr Ausschlüsse!
Besondere Erwähnung verdient dabei .,die Tatsache. daß solche Verfahren
von sogenannten "Rechtskomiteees" durchgeführt werden deren Mitglieder
meist simple Versammlungsälteste sind. Während sie im Alltag im-wesentlichen
nur 'Befehlsüberbringer" sind, maßen sie sich nun an, über
Leben und Tod zu entscheiden.
RECHT GESPROCHEN IM NAMEN JEHOVAS
Dabei sind sie kaum besser, als ihre vermeintlichen „Sündenböcke".
So schildert dieser WT auf Seite 25 den Fall eines Ältesten und Mitglied
eines Rechtskomitee, der jahrelang in dieser Funktion vor und sogar nach seiner
Hochzeit Hurerei heimlich beging. Und solche Männer wie er sprechen
Urteile im Namen Jehovas!
Da werden Hurer und Diebe ebenso „zurechtgewiesen", wie Personen, die sich
mit einer Lehrmeinung ihrer Organisation nicht einverstanden erklären
können.
Und hier liegt das Problem!
"Warum haben Jehovas Zeugen einige Personen, die sich immer noch zum Glauben
an Gott, die Bibel und Jesus Christus bekennen, wegen Abtrünnigkeit ausgeschlossen
(exkommuniziert)?, (Seite 30).
Um es vorweg zu nehmen:
Trotz 1 ½-seitiger, kleingedruckter. Schrift gelingt es der WTG, nicht,
auf diese Frage eine stichhaltige Antwort zu formulieren!
GLAUBE AN GOTT, CHRISTUS UND BIBEL FÜR ZEUGEN JEHOVAS NICHT WICHTIG.
Jeder Interessierte, jeder Zeuge Jehovas, überhaupt, jeder mitdenkende
Mensch lese und überlege sich lange den Inhalt des folgenden Satzes,
der auf Seite 31 dieses WT abgedruckt ist und den wir (CV) in Zukunft nicht
oft genug zitieren werden:
OFFENSICHTLICH KANN EINE ANERKANNTE MITVERBUNDENHEIT
MIT JEHOVAS ZEUGEN, NICHT LEDIGLICH AUF . EINEM GLAUBEN AN GOTT, AN DIE BIBEL
UND AN JESUS CHRISTUS BERUHEN."
Ein folgenschweres Zitat!
Was meint Brooklyn damit?
Die Erklärung läßt nicht lange auf sich warten:
"Eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen erfordert, daß
man die Gesamtheit der wahren Lehren der Bibel akzeptiert, einschließlich
jener biblischen Glaubensinhalte, die nur Jehovas Zeugen vertreten."
Wobei man das „biblisch" zu „Glaubensinhalte" getrost streichen kann. Führt
die WTG nun doch ihre „Glaubensinhalte" an, auf die sie bei Strafe der Exkommunizierung
auf keinen Fall verzichten will.
Unter anderen lesen wir:
- Der „treue und verständige Sklave"
ist von Jesus eingesetzt und mit der leitenden Körperschaft der Zeugen
Jehovas eng verbunden.
- Die Bedeutung des Jahres 1914 (Ende der Zeiten der Nationen, Aufrichtung
des Königreiches Gottes im Himmel, u.a.m.)
- Nur 144 000 Christen werden himmlischen Lohn empfangen.
- Harmagedon ist nahe.
Mit biblischen Lehren haben die angeführten Punkte nichts zu tun. Bestenfalls
sind dies aus dem Zusammenhang gerissene Bibelfragmente! Gerade dies sollen
aber die Prüfsteine für jeden Zeugen Jehovas sein. Der Glaube daran
wird höher erachtet, als der Glaube an Gott, Christus und die Bibel!
WIEDER EINMAL ANTIKOMMUNISMUS
Was würde die WTG dazu sagen, wenn man ihre Organisation in einem Atemzugs
mit Hurern, Dieben und anderen Verbrechern nennen würde?
Sie würde lauthals protestieren und nötigenfalls einen ihrer vielen
Rechtsanwälte bemühen.
Sie selbst aber nimmt sich das Recht, zu verunglimpfen.
"Durch die Idee vom 'Überleben des Tüchtigsten' hat die Theorie
zweifellos für den Marxismus, den Faschismus. und für andere Ideologien
den Boden vorbereitet."
Ist dies im Einklang mit der Bibel, worin es heißt:
„Suche Frieden zu finden, und jage ihm nach." (?) (Psalm 34:14, NW)
- G. R ...-
LIEBT GOTT AUCH DIE „SCHWARZEN SCHAFE
Erinnern wir uns noch einmal an die „Gaukelspiele mit Zahlen" in unserer
letzten Ausgabe. Über 1,2 Millionen Abgefallene.) Ein Bruder, der das
las, sagte mir:
„Da gibt es ein Sprichwort: Wo man hobelt da fallen Späne. Aber bei
einer solchen riesigen Zahl hat man fast den Eindruck, da wird das Brett
weggehobelt und nur die Späne bleiben für den Bau. Wir wissen ja
davon gar nichts …"
Das ist es eben, die meisten sehen nur ihren kleinen Kreis, so entsteht der
Eindruck: Wenn in unserer Gruppe alles stimmt, dann ist das überall
so.
Es ist aber nicht überall so, und wenn ihr fragt, was die Mitgliederzahl
mit der Wirtschaft der WTG zu tun hat, so wollen wir zeigen, daß es
eine wesentliche Seite der WTG-Arbeit ist denn viele Mitglieder bedeuten
viel Geld.
Es ist direkt die Pflicht jedes Zeugen, regelmäßig einen bestimmten
Teil seiner Einkünfte abzuführen.
Als der Bau des neuen WTG-Zentrums Selters vorbereitet wurde, „bat" man sogar
darum, etwas mehr zu spenden als bisher, damit der Bau schneller vorangehe,
zum Nutzen der Organisation.
Da wurde also rein materielles Interesse hinter dem Glauben versteckt, da
wurde genau das getan, was immer wieder in der Schrift als Fehler, als böse
Eigenschaft, genannt wird:
„In keiner Weise geben wir irgendeine Ursache zum Straucheln, damit unser
Dienst nicht bemängelt werde … als solche, die nichts haben und doch
alles besitzen."
(2. Korinther 6:3-10)
Beobachten wir die Entwicklung der WTG,
so stellen wir genau das Gegenteil fest und müssen in Anlehnung an jene
Stelle in 2. Korinther sagen: Die WTG hat alles, aber sie besitzt nichts
im geistigen Sinne. Sie gibt sich als eine Organisation im Dienste Jehovas
aus, aber ihr Besitz, ihre perfektionierte Macht hat sie längst als
einen Schandfleck in Jehovas Augen gebrandmarkt.
Von Anfang an war die WTG an dem Ausnutzen der „Masse" interessiert: Je mehr
Zeugen, desto mehr Spenden; je höhere Auflagen der Bibel und der Zeitschriften
und Bücher, desto billiger sind sie zu drucken, bringen also gewaltigen
Gewinn. Zudem sichern viele Verkündiger den Vertrieb der Literatur ab,
ohne daß sie dafür bezahlt werden, eine weitere geschickte Sparmaßnahme.
Ohne diese Maßnahmen wäre das gesamte. Predigtwerk schon längst
zusammengesunken wie ein Häufchen Asche Und, bitte, wer getraut sich
angesichts dieser Aufhäufung politischer und ökonomischer Macht
noch davon zu sprechen, daß die WTG ein Werk im Geiste Jehovas sei.
Eine solche Behauptung muß geradezu unverschämt wirken.
Aber betrachten wir noch einmal die Sache
mit den sogenannten Spenden. Da wird also mehr oder weniger freiwillig gespendet,
dagegen wäre noch nichts zu sagen. Aber wie vereinbaren sich Spenden,
die illegal aus einem Land herausgeschmuggelt worden, mit den 10 Geboten?
Da werden; damit genügend Geld an die Zentrale fließt, auch kriminelle
Wege nicht gescheut, da wird kühn behauptet, was Jehova nutzt, das ist
auch rechtens. Wo aber steht in der Heiligen Schrift auch nur ein Satz, daß
es erlaubt und richtig ist, vom Staat gegebene Gesetze zu umgehen? War und
ist es nicht gerade die WTG, die immer und immer wieder betont, daß
man den Gesetzen des Staates, in dem man lebt, Folge leisten soll, wenn es
sich mit dem Glauben verträgt? Hier wird nun aber doch genau das Gegenteil
gefordert und gefördert '
Seht ihr, liebe Brüder und Schwestern,
wie widersprüchlich, wie widersinnig dieses ganze Gehabe ist? Man kann
nicht von einen Jehova wohlgefälligen Leben ausgehen und zugleich verlangen,
daß seine Gesetze verletzt werden, seine Grundforderungen an den gläubigen
Menschen.
Und noch etwas dazu:
Es gibt Familien der Zeugen Jehovas, die drei und mehr Kinder haben, die auf
Grund der Arbeit von Vater und Mutter auch nicht über große Reichtümer
verfügen können. Diese nun, ich erlebte es des öfteren in
den letzten 10 Jahren, werden ebenfalls zur regelmäßigen Spende
ermahnt, obwohl das oft an die Substanz der Familie geht und zu erheblichen
Einschränkungen führt'
Ich habe schon oft mahnende Worte hinsichtlich nicht erfolgter Spenden in
den Zusammenkünften der Zeugen Jehovas gehört, habe erlebt, wie
diejenigen, die aus ihrer sozial en Lage heraus nicht genügend spenden,
als schwarze Schafe benannt wurden. So entsteht berechtigt der Eindruck,
daß Glauben wesentlich auch eine materielle, eine finanzielle Sache
ist. Eine solche Situation schlägt den Lehren der Bibel von Liebe und
der Bereitschaft zu verzichten, direkt ins Gesicht.- Hermes
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG
17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NUMMER 6 UND 7/1986
STUDIENARTIKEL
„Laß dich nicht schnell in deinem vernünftigen Denken erschüttern"
und
„Gebt dem Teufel nicht Raum!"
EINE BEHAUPTUNG,
DIE AUF WACKLIGEN BEINEN STEHT
Der Inhalt dieses Wachtturms ehrlichen, unvoreingenommenen Leser betroffen
machen! Wird doch in dieser Zeitschrift ein Haß gegen andersdenkende
Menschen gelehrt, der seinesgleichen in dieser Form woanders kaum zu finden
ist. Die Brooklyner Ideologen gehen von dem Standpunkt aus, daß der
Wachtturm RECHT hat, daß jeder, der anders denkt, auf dem Weg der Ungerechten
wandelt, daß jemand, der dieser WT-Lehre widerspricht, ein Todgeweihter
ist.
Der Wachtturm habe immer RECHT gehabt und wird es immer haben, meinen sie,
auch wenn eine Reihe von Fakten diese Beteuerung widerlegen.
DIE CHRONOLOGIE'
Die WTG ist in der Welt für ihre falschen Endzeitberechnungen berüchtigt.
Diese Endzeitorientierung brachte es mit sich, daß Eltern ihren Kindern
eine notwendige Schulbildung vorenthielten, daß Jugendliche eine Lehrstelle
ausschlugen. Viele heirateten - in der Hoffnung auf ein baldiges Paradies
- nicht.
Verheiratete schafften sich keine Kinder an, Häuser, Gärten, Autos
wurden vernachlässigt.
Verhaltensweisen, die Brooklyn verursacht hatte und die zum Teil unbeschreibliches
Leid für die Betroffenen heraufbeschwor. Von all dem will die Organisation
nichts wissen:
„Wegen unseres Eifers erhofften wir das neue System früher, als es nach
Jehovas Zeitplan vorgesehen ist. … Außerdem sind wir dadurch, daß
wir unser Verständnis etwas (!) revidieren mußten, nicht zu falschen
Propheten geworden…" (S. 19)
Die WTG will noch wegen ihres Eifers gelobt werden! Sie hat ja auch nur die
Endzeitjahreszahlen 1914, 1925, 1945, 1975 u.a.m. gegeneinander ausgetauscht
… (!)
„Die Beweise liegen auf der Hand daß sich Jehova seiner einen Organisation,
in der der 'treue und verständige Sklave' die Führung innehat,
bedient hat und weiterhin bedienen wird." (S. 19)
Oh nein, die Beweise, daß dem ganz und gar nicht so ist, werden immer
offenkundiger. Sonst müßte ja Jehova für die Falschprophezeiungen
verantwortlich gemacht werden.
AUS ERGEBENEN ZJ WURDEN KRITIKER
Immer größere Ausmaße nimmt die Kritik an der Wachtturm-Gesellschaft
an. Ehemalige Brüder und Schwestern, die oft Jahre - ja auch Jahrzehnte
- in den unterschiedlichsten Funktionen ihrer Organisation dienten, mußten
schließlich die Unhaltbarkeit einiger wesentlicher Lehrmeinungen. erkennen.
'Zweifel oder gar Kritik läßt die WTG nicht zu. Ein Zeuge hat
zu warten, ob und wann der „kluge Knecht" 'zu berechtigten Fragen Stellung
nimmt. Das kann Monate und Jahre dauern, wenn es überhaupt geschieht.
Der ZJ darf nicht ungeduldig werden. Ansonsten werden ihm Zweifel und Auflehnung
vorgeworfen (siehe Seite 17).
Mit dieser Handlungsweise ihrer „WT-Oberen" können sich viele ZJ nicht
abfinden. Sie ziehen sich aus dem aktiven Versammlungsgeschehen zurück,
die meisten werden ausgeschlossen. Einige von diesen finden sich mit dem
ihnen zugefügten Unrecht nicht ab und klären in der einen oder
anderen Weise ihre unwissenden Mitmenschen über die wahren Hintergründe
der WTG auf. Es ist also eine faustdicke Lüge, wenn der WT behauptet,
daß diejenigen, die sich von der WT-Gesellschaft wieder zurückziehen,
„sich entweder erwählten, abtrünnig zu werden, oder weil sie bereits
mit einem schlechten Beweggrund in Jehovas Organisation gekommen sind." (S.
16)
ZEUGEN JEHOVAS DIENEN EINER ORGANISATION
Ein Zeuge Jehovas dient in erster Linie seiner Organisation, dann Jehova und
Jesus.. Dogmatische Zeugen werden diese Behauptung empört weit von sich
weisen. Interessanterweise lesen wir auf S. 17:
„… in dir die Frage aufsteigen zu lassen, ob du eigentlich der richtigen
Organisation angehörst."
Jeder ZJ möge urteilen, ob eine solche Formulierung nur zufällig
gewählt wurde.
NUR EINE TÜRKLINKE VON AUSSEN
Die Organisation der Zeugen Jehovas kann verglichen werden mit einem Zimmer,
dessen Tür nur eine Klinke von draußen hat. In das Zimmer gelangt
man ohne Schwierigkeit, raus kommt man aber nicht wieder, es sei denn, man
wird rausgeschmissen. Somit ist die Behauptung, man könne „hinausgehen"
(S. 11), sehr fragwürdig.
DIE WTG OFFENBART SICH
Wie schon angedeutet, bedienen sich Kritiker der WTG (meistens ehemalige ZJ)
verschiedener Methoden, um ihre Mitmenschen auf die Machenschaften dieser
Organisation hinzuweisen, um aufzuklären, zu warnen.
Solche Flugblätter, Traktate, Zeitschriften und Bücher gelangen
auch in die Hände von praktizierenden Zeugen Jehovas und werden - zwar
heimlich, aber mit großem Interesse - gelesen. Lernen sie doch eine
Seite ihrer Gesellschaft kennen, die im allgemeinen krampfhaft verschwiegen
wird. Viele denken danach über bestimmte Probleme intensiver nach.
Eine große Gefahr für die WTG.
Mit allen Mitteln versucht sie nun, Kritiker und deren Literatur in den Dreck
zu ziehen. Generelles Verbot für alle Zeugen, solche Schriften zu lesen!
Aber damit, nicht genug. Man bedient sich Vergleiche, die die Grenze der Geschmacklosigkeit
weit überschreiten:
„Pornographische Schriften entartetes sexuelles Verlangen …, widernatürliche
Befriedigung …„! Solche Ausdrücke kommen aus der Feder einer sich christlich
titulierenden Gemeinschaft!
Kann man aus diesen Worten nicht mühelos die geistige Einstellung der
Brooklyner Verfasser herauslesen? Doch was erreichen sie mit diesen Verleumdungen?
Mit Sicherheit eher das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigen. Sie wecken
die Neugier der ZJ auf solch kritische Publikationen. Und die Zeugen werden
nicht enttäuscht werden, denn sie erkennen, daß im Gegensatz zum
vorliegenden WT diese Literatur weitaus mehr Sachlichkeit ausstrahlt.
WACHTTURM NUMMER 7/1986
BESPRECHUNG AUF DER TITELSEITE
-Gerd R ...-
KAMPUCHEA UND DER „WACHTTURM"
Im WT vom 1.11.1981, S. 29 ist neu vorausgesagt, daß Harmagedon nach
der falschen Prophetie von 1975 nun erst kommen werde, wenn „alle Nationen
atheistisch eingestellt sein werden". Einige Staaten hätten bereits
„ihre Absicht erklärt" (!), den Atheismus zu fördern. Es werde
also ein von allen Staaten betriebener gesellschaftspolitischer Entwicklungsprozeß
sein. Zum Beweis für die Glaubwürdigkeit dieser neuen Prophezeiung
des Wachtturms wird auf die „einige Staaten" verwiesen: Albanien und Kampuchea.
Nun ehe alle Nationen dem kleinen Albanien nacheifern, da würde wahrscheinlich
das 3. Jahrtausend nicht reichen. Im übrigen widerspricht der WT sich
dabei selbst, wenn er die Meinung der Zeitschrift „National Geographic" als
Beweis anbietet: „… Albaniens neue Generation kennt nur den Atheismus". Das
würde nämlich nur die neue Generation sein! Aber es leben ja immer
mehrere Generationen zur gleichen Zeit! Die ältere und alte ist ja auch
noch vertreten. Also ist der WT nur oberflächliches Geschwätz,
das man, nicht ernst nehmen kann.
Einen noch größeren Schwindel betreibt der WT dabei mit Kampuchea. Hier wird für ein angeblich begonnenes Atheistischwerden der Nation die Zeitschrift . „TIME" zitiert, daß das Regime der „Roten Khmer" die Religion des Buddhismus dort ausrotte und rund 50 000 Mönche ermordet hat. Das Zitat stammt vom Nov. 1980. Der WT' bringt das als Beweis für seine neue Harmagedonprophezeiung im Nov. 1981. Die Wahrheit aber ist, daß schon zum Jahreswechsel 1978/79 die patriotischen Kräfte des Landes dieses despotische Regime vernichtet hatten, um die sozialistische Entwicklung fortsetzen zu können, wobei die Religionsfreiheit wiederhergestellt, die buddhistische Religion gefördert. und. die zerstörten Pagoden (Tempel) wiederaufgebaut, werden. Dieses wird im WT allerdings nicht berichtet. So wird die Wahrheit verschwiegen und die Wirklichkeit verfälscht, damit alles in die neue illusorische WT-Prophezeiung hineinpaßt.
Nicht wird dort die Nation atheistisch,
sondern der sich entfaltende Buddhismus unterstützt die neue revolutionäre
Regierung . (NZ 2. 4.1982)
Der WT-Leser soll politisch dumm bleiben. Nicht umsonst wird die Presse unseres
Landes zu diesem Zweck besonders verteufelt.
WIE ALLES LISTIG WEITER VERSCHOBEN WIRD
Im WT vom 15. Juni 1984, Seite 11 Absatz 12 sagt die Wachtturm-Gesellschaft:
„In Belgien enthielt die Zeitung La Nouvelle Gazette die folgende Schlagzeile:
Amerikanische Experten fanden nur e i n e Lösung, in den nächsten
25 Jahren einen Atomkrieg zu vermeiden:
die der Zeugen Jehovas …"
Die Zeitung ist zu bedauern. Jeder WTG-Experte weiß, daß die
ZJ keinerlei Lösung haben, einen Atomkrieg zu verhindern, wie sie auch
keine hatten, die bisherigen zwei Weltkriege zu verhindern. Ihre Lehre hat
gar nicht solchen Zweck. Dennoch greift der Wachtturm diesen Schwachsinn
auf.
Warum wohl?
Zwei Gedanken drängen sich auf. Es ist wie bei einem Geltungsbedürftigen,
der in die Schlagzeilen kommen will, egal wie. Je absurder das Thema, je
kurioser desto besser scheint es,
Manchmal sind das frustierte Menschen.
Aber da ist noch etwas! Hier wird dem einfältigen WT-Gläubigen
so zwischen den Zeilen beigebracht, daß es doch „wichtige" Leute gebe,
die für die nächsten 25 Jahre die ZJ noch brauchen könnten,
:für wichtig halten, als Lösung wichtigster Probleme gar! Da kann
man doch nicht an ein baldiges Ende der Verkündigung denken!
So werden die ZJ auch auf diese-Weise daran gewöhnt, daß es wieder
weitergeht, auf daß sie nicht merken, wie das „Ende" nur immer die
Kurbel ist, die bei Bedarf gedreht wird. Jetzt ins nächste Jahrhundert.
„WIE ERFRISCHEND SIND DIE FEHLER ANDERER"
BEIM Studieren des Erwachet 4/83 glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen.
Immer wieder mußte ich auf Seite 13 den ersten Abschnitt unter der
Überschrift „Wartest du auf die Entrückung?" lesen. „Es ist nicht
Gottes Fehler, sondern mein Fehler. Ich habe mich verrechnet', soll Bill
Maupin, der Führer der Gruppe, gesagt haben. Der vorausgesagte Tag,
der 28. Juni 1981, kam und ging - nichts geschah. Die Anhänger Maupins,
die gemeinsam 36 Stunden geduldig gewartet hatten, waren nicht die ersten
Enttäuschten. Lange vorher, am 22. Oktober 1844, warteten schätzungsweise
100.000 Nachfolger William Millers stundenlang auf Hausdächern und Hügeln
auf das gleiche Ereignis. Worauf warteten . diese und noch andere Gruppen
so gespannt?' Auf !die Entrückung."
Von eigenen Problemen ablenken
AUSGERECHNET dies schreiben und veröffentlichen Zeugen Jehovas. Ausgerechnet
sie machen ihre Anhänger auf falsche Zeitrechnungen anderer aufmerksam.
Ausgerechnet die WTG beschreibt die Enttäuschung betrogener Menschen!
Dabei hat sie in dieser Hinsicht mehr als genug „Dreck am Stecken". Dabei
ist es ohne größere Bedeutung., ob auf die Entrückung oder
auf Harmagedon gewartet wird. Für 1914- und 1975 - um nur 2 Termine
zu nennen - haben die ZJ das Weltende vorhergesagt, Wobei 1975 rund 2 Millionen
Menschen auf dieses besondere Geschehen warteten. Vergebens. Mit „wenn und
aber" mußte die WTG ihre Fehler zugeben. Sie tat es auf eine Art, die
einen Außenstehenden eher hätte veranlassen können, der Organisation
dafür noch einen Orden zu verleihen. Und nun möchte man offensichtlich
mit diesem Abschnitt von eigenen Problemen ablenken. Dies müßte
auch einen fanatischen Zeugen zum Nachdenken anregen.
Nachahmenswert
ZUMINDEST in einem Punkt kann die WTG sich an Bill Maupin ein Beispiel nehmen:
„Es ist nicht Gottes Fehler, sondern mein Fehler. Ich habe mich verrechnet."
Wer hat solche Worte von der Organisation schon einmal in solcher Deutlichkeit
gelesen? Der „treue und kluge Knecht" hat hier Nachholebedarf.
-G-
GEDANKEN EINES ZJ ZU DEN STUDIENARTIKELN
DES WT 6/1986
Mit der Überschrift:
„LASS DICH NICHT SCHNELL IN DEINEM VERNÜNFTIGEN DENKEN ERSCHÜTTERN"
und einem Ganzfoto von einem lächelnden älteren Herrn geht es los
auf einen geistigen Spaziergang; und je weiter man liest, desto spannender
wird es.
Zwar erwartet man auch hier etwas anderes. - etwas mehr, was dem Thema der
Überschritt entspricht -, aber es ist auch so gut. Endlich mal eine
deutliche Reaktion der WTG auf die Herausforderung ihrer „Abtrünnigen"
und Kritiker!
Aber wie ungeschickt und tollpatschig!
Ergötzlich für den Nichtzeugen, zur Freude der sogenannten „Abtrünnigen"
(ab jetzt werden sie wohl zu „Ausgestoßenen" umbenannt, denn auf Seite
18 lese ich diesen Begriff zum ersten Mal), und sicher zum maßlosen
Erstaunen mancher ahnungslosen Zeugen Jehovas, die wohl jetzt erst recht neugierig
wurden, was es mit den „Abtrünnigen" so auf sich hat.
Hat doch sicher noch nicht jeder Zeuge,
besonders die neuen, schon Erfahrungen mit „Abtrünnigen" gemacht. Ich
aber habe es. Es hat mir zwar tatsächlich den Versammlungsausschluß
eingebracht, habe aber dafür eine Menge wertvoller Wahrheiten kennengelernt
und meine geistige Freiheit erlangt, die ich heute keineswegs mehr missen
möchte.
Ich kann die Schriften der „WTG-Abtrünnigen" nur empfehlen. Keine Bange
- von Gott und der Bibel sind sie nicht abtrünnig und rufen dazu auch
nicht auf.
Im Gegenteil: Viele von ihnen sind echte Pioniere der Wahrheit und ihre Bibelkenntnis
übersteigt bei weitem die Kenntnis eines WT-Zeugen, ja selbst der WTG-Führung.
Und gegen solche ist nun die WTG mit ihrem Wachtturm 6/1986 angetreten.
Bravo!
Schon höre ich in-meinen Ohren wie Brüder - und besonders Schwestern - in den Versammlungen sich gegenseitig beglückwünschen und sagen: „Oh, was für eine schöne geistige Speise vom 'treuen und verständigen Sklaven', wie zeitgemäß Jehova uns doch Belehrungen schickt", ohne in ihrer Naivität zu ahnen, was wirklich passiert ist. Aber der aufmerksame Leser erkennt sofort. das hier sind verzweifelte Hiebe eines Fechters, der die Überlegenheit seines Gegners erkannt hat und sich nicht mehr unter Kontrolle hat. Hiebe in die Luft, die sich gefährlich anhören, es aber nicht sind.
Als Kenner der Zeugen Jehovas merkt man beim Lesen nur zu deutlich, wie schwer es den WT-Schreibern gefallen ist, sich in ihren Worten zu mäßigen, um wenigstens den Schein zu wahren. Die Ältesten in der Versammlung gehen da ganz anders zu Werke, wenn es darum geht, mit widerspenstigen Brüdern fertig zu werden. Sie sind nicht zimperlich und fassen hart und unbarmherzig zu. Augenblicklich scheint es ihnen überhaupt Spaß zu machen, auszustoßen und dieser Studienartikel ist jetzt noch mehr Wasser auf ihre Mühlen.
Ein schönes Beispiel von Wachtturmtreue
ist das nächste Foto:
Ein Schnappschuß einer jungen Frau, wie sie gerade den Inhalt einer
Sendung in den Müllkasten fallen läßt, wo doch der Briefträger
kaum die Tür hinter sich zugemacht hat. Ein Glück, daß er
sich nicht noch mal umgedreht hat, er hätte es sonst gesehen und seine
Mühe bedauert.
Die Unterschrift unter diesem Foto: „Vernichtest du wohlweislich die Schriften
Abtrünniger?"
sagt wohl alles über den Geist der Verfasser von solchen Artikeln.
Zum Bücherverbrennen wurde schon einmal aufgerufen und zum Schluß
verbrannte man Menschen!
Auf weitere Einzelheiten in diesem Artikel, welche nachdenklich machen, wäre
wohl wert, näher einzugehen.
Es würde sogar bedauerlicherweise Spaß machen, aber in der Länge
einen „Gegenwachtturm" erfordern.
Doch einen Punkt möchte ich doch noch herausgreifen.
Der WT vergleicht. das Lesen von Schriften
„Abtrünniger" , mit dem Lesen pornographischer Literatur.
Dieser Vergleich ist doch wirklich äußerst albern und geschmacklos.
Wo besteht, da ein Zusammenhang?
Sicher können Bücher von „Abtrünnigen", wie z. B. „Hirten
ohne Erbarmen" von Josy Doyon, oder von Pfarrer Twisselmann, E. von Süßkind,
G. Pape, Raymond Franz, oder die Zeitschrift der Studiengruppe „Christliche
Verantwortung" usw., schon erregen, aber doch nicht wie eine Pornoschrift.
Die WT-Literatur, die sich schon sehr oft mit zweischneidigen „Sexartikeln"
hervorgetan hat, hat auch noch nie diese Wirkung auf mich gehabt.
Nun noch ein paar Bemerkungen zum anschließenden
Studienartikel „GEBT DEM TEUFEL NICHT RAUM!"
Tatsächlich scheint der Teufel in Brooklyn - denn da entsteht ja der
Wachtturm schon Raum gehabt zu haben, denn wer sonst hätte schon die
Sinne so verblenden können, daß Irrtümer gelehrt wurden?
Wohl auf die Literatur „Abtrünniger" eingehend wird zugegeben, sich
geirrt zu haben. Jetzt korrigiert bzw. revidiert man sich. Aber würde
man es auch tun, gäbe es die „Abtrünnigen" nicht?
Also, liebe Zeugen Jehovas, bedankt euch bei den „Abtrünnigen", daß
im Wachtturm helleres Licht zu scheinen beginnt.
Ich bedanke mich bei der Wachtturm-Gesellschaft für den WT Nr. 6. Er
ist sehr aufschlußreich und interessant.
Hoffentlich hat aber hier nicht der Teufel mitgemixt und freut sich jetzt!
-J.M.-
AN DEN CV-HERAUSGEBER
Werter Herr Werner!
Ich habe Ihren Brief mit Dank erhalten, es freut mich, daß Ihnen einige
meiner Darlegungen nützlich erscheinen, und noch mehr würde es
mich freuen, wenn es für den einen oder anderen ein Denkanstoß
sein könnte. Eine gewisse „Härte" in der Sache richtet sich nicht
gegen glaubende Menschen in dieser oder jener Gemeinschaft, sondern gegen
die tödliche Gleichgültigkeit, zu der sie von der Leitung getrieben
werden.
Ich bereue zutiefst, jahrzehntelang der gleichen Einstellung verfallen gewesen
zu sein, ohne es recht gemerkt zu haben. Man hält es für Treue,
daß man aber auf diese Weise Christus untreu wird, indem man seinen
heiligen Namen abwertet, merkt man nicht immer sofort. Ist aber etwas von
„Härte" in meinen Worten zu spüren, dann richtet sie sich in erster
Linie gegen mich selbst. Ich habe lange gebraucht, bis ich einsah, daß
selbst dann, wenn ich verführt worden bin, doch in mir selbst ein geeigneter
Nährboden für eine solche Einstellung vorhanden gewesen sein muß.
Viele Menschen, die sich enttäuscht
von einer Gemeinschaft oder Sekte abwenden, gehen zu einer anderen. Sie sollten
sich einmal durch den Sinn gehen lassen, daß Christus nicht eine Vielfalt
von Kirchen gegründet hat, sondern eine einzige. Jeder, der sie ablehnt
oder nicht einmal wenigstens versucht, sie zu verstehen, will eigentlich klüger
sein, als der Herr, den zu verehren er vorgibt. Er gesellt sich zu denen,
von denen ER sagte, daß jeder, der nicht mit Ihm sammelt, zerstreut.
Wenn man sich einmal mit dem vorzüglichen Buch „Apostel und Propheten
der Neuzeit von Obst beschäftigt, dann wird man anhand der sehr sachlichen
Darlegungen leicht erkennen können, daß in allen Sondergemeinschaften
nach dem GLEICHEN REZEPT gekocht wird.
Zuerst wird den Menschen weisgemacht, daß sie eminent wichtige Dinge
erfahren würden, die ihnen ' von der „Babylonischen Hure" bewußt
vorenthalten wurden, daß sie im Gegensatz zu den Kirchenchristen in
der Verkündigung dieser besonderen Dinge genau den Eifer entfalten könnten,
den der Herr von Seinem Volk erwarte .
Wenn dann all das „Sonderbare" sich nicht
einstellt, zeigt es sich bald, daß der ganze Eifer nur gespielt war,.
denn den meisten ist es vollkommen schnuppe, ob das, was schließlich
nicht irgend jemand, sondern eben DER HERR mitteilen ließ, eintritt
oder nicht.
Die eigene Eitelkeit, die nicht zugeben will daß man betrogen wurde,
ist das stärkste Bindeglied, eine eiserne Fessel. Künftige Gottesverachtung
wird auf diese Weise vorprogrammiert. Desgleichen auch die Reaktion derer,
mit deren künftiger Unzufriedenheit man rechnen muß. Ein gewisser
Prozentsatz ist da immer eingeplant. Wer, wenn er sich schon von den Verführern
trennt,. findet dann noch den Mut, seine Schritte in Richtung Kirche zu lenken,
wenn er sie so lange zu diffamieren geholfen hat; wenn in ihm ein derartiges
Zerrbild aufgebaut wurde?
Jesus sagte zu denen die Ihn verachteten,
„ihr durchstreift das Meer und das Trockene um einen Proselyten zu machen,
und wenn er es geworden ist, macht ihr ihn zwiefach zu einem Sohn der Hölle."
Was sollte jemand tun, wenn er innerlich von der Verführung frei geworden
ist? Er sollte, wenn auch vielleicht zaghaft mit kleinen Schritten, auf jeden
Fall in die richtige Richtung gehen. Niemand ist sündenlos, aber jeder
kann und darf auf Jesu Worte und Vergebung bauen.
Niemand sollte sich fürchten, es ist WUNDERBAR, seine Sünden zu
bereuen und die Vergebung zu erfahren.
Zwei herrliche Christusworte, über die allein viel zu sagen wäre,
mögen den Umkehrwilligen helfen. „Mein Joch ist sanft und meine Last
ist leicht", und „ich stehe vor der Tür und klopfe an."
-H. G.-
KOMMENTIERT
SIE LASSEN IHN LIEGEN
„Ein gewisser Mensch", sagte Jesus, „ging von Jerusalem nach Jericho hinab
und fiel unter die Räuber, die ihn auszogen und ihm auch Schläge
versetzten und weggingen und ihn halb tot zurückließen."
Ein Priester, der den Mann sah, ging auf der entgegengesetzten Seite vorüber.
Ein Levit, der ihn bemerkte, handelte ebenso. „Aber ein gewisser Samariter
der des Weges zog, kam zu ihm und half." … „Wer von diesen dreien", fragte
Jesus den Gesetzeskundigen, „hat sich wie es dir scheint, als NÄCHSTER
des Mannes erwiesen, der unter die Räuber fiel?"
Der Gesetzeskundige antwortete:
„Derjenige, der ihm gegenüber barmherzig handelte."
Da forderte Jesus ihn auf:
„Geh hin, und handle selbst ebenso."
Der Priester war - wie anzunehmen ist - ein Diener Jehovas. Das trifft auch
auf den Leviten zu. Und doch
gingen beide an ist ein Besuch bei dem Verletzten vorüber.
Keiner von beiden war dem Mann ein guter NÄCHSTER. (Erwachet Nr. 2/1986)
Schwester R. Beck, 7813 Ortrand, Bahnhofstraße 27, schreibt uns über
ausbleibende Nächstenliebe unter den Zeugen Jehovas:
„Mein Sohn ist viele Jahre ZJ. Vor zwei Jahren erlitt er einen Schlaganfall
und lag in meiner Wohnung im Krankenbett, bis er im Heim Großkoschen
unterkam.
Wie sich mein Sohn nach Besuch seiner Brüder und Schwestern sehnt, kann
von mir kaum beschrieben Werden und nur ein einziges Mal war ein Bruder für
ein paar Minuten bei meinem Sohn."
Gehen hier nicht die Brüder und Schwestern seiner Studiengruppe, wie
der Priester und der Levit aus dem Gleichnis, an dem Nächsten vorbei?
Verlangt die um ihren Sohn bangende Mutter zu viel, wenn sie fragt: Warum
besuchen die Brüder und Schwestern meinen Sohn nicht?"
Nein! Die Mutter verlangt nicht zu viel. Elementare Nächstenliebe wird
hier verweigert.
In Erwachst Nr.
2/1986 ist zu lesen:
„Aus Nächstenliebe befolgen Jehovas Zeugen. seit vielen Jahren das Gebot
aus Epheser 4:25: 'Ein jeder von euch (rede) mit seinem Nächsten Wahrheit;
denn wir sind Glieder, die zueinander gehören."
Millionen ZJ befolgen das, sowie es die WTG will. Im Felddienst haben wir
Sprüche zu reden. Von Haus zu Haus ist die Wachtturmlehre zu tragen,
die pseudowissenschaftlichen Halbheiten selbsterhöhter Brüder aus
Brooklyn. Menschenverachtung ist es; denn bei den Haus-zu-Haus-Besuchen ist
ein Besuch bei dem kranken Bruder immer möglich. Es ist aber kein Felddienst.
Unter welcher Rubrik ist das dem Ältesten gegenüber abzurechnen?
Was für eine arme Versammlung ist das im Gebiet Senftenberg, wo an Bedürftigen
vorbeigegangen wird? Wie menschlich arm hat uns die WTG mit ihrer leitenden
Körperschaft gemacht? Hörige sind wir, die wir die „geistige Speise"
der WTG für das „Evangelium" halten!
Die Mutter schreibt
uns in ihrem Brief weiter: „… und seine Ehe ist auch kaputt gegangen, weil
sie mit keiner Mark unterstützt wurde, in der Zeit, als mein Sohn 1
½ Jahre inhaftiert war.
Die leitenden Brüder sagten damals, daß sie kein Wohlfahrtsamt
seien."
Ein Wohlfahrtsamt sind sie gewiß nicht. Es könnte ja der WTG etwas
verloren gehen. Jede Mark, die eine in Not geratene ZJ-Familie erhalten würde,
entgeht der WTG. Keiner von beiden, nicht der Priester, nicht der Levit, war
dem Mann in seiner Not ein guter NÄCHSTER, erfahren wir aus dem Gleichnis.
Was die Verweigerung einer Unterstützung in Bruder Beck's Notzeit betrifft,
paßt ebenso in das Gleichnis.
Bruder Beck lief für die WTG von Haus zu Haus, gab seine Freizeit, ordnete
sich absolut unter.
Erst heute weiß seine Mutter daß ihr Sohn unter die Räuber
gefallen ist, „die ihn auszogen", ihm die gesamte Freizeit stahlen „und ihm
auch Schläge versetzten", indem sie ihm die Ehe kaputt machten „und
weggingen und ihn halb tot zurückließen", ihn im Krankenbett allein
lassen.
-Eugen Aufreiber-
AKTUELLES IN KÜRZE
AUCH DIE WTG MACHT DA MIT
Der Geburtenrückgang und die hohe Abtreibungsquote gehören zu den
stärksten Bedrohungen der Bundesrepublik Deutschland.
Diese Ansicht vertrat der Mathematikprofessor Dr. Bodo Volkmann, Stuttgart.
Nach Volkmanns Worten steht die deutsche Bevölkerung in einem „rapiden
Aussterbungsprozeß". Der Wisenschaftler fragte, ob es mit christlicher
Verantwortung zu vereinbaren sei, wenn manche Menschen „nur wegen hoher Karriere-
und Konsumansprüche" oder wegen „unchristlicher Zukunftsängste"
auf Kinder verzichten, -
(Stimme des Glaubens 10/85, Konstanz)
Bekanntlich predigte die WTG mit jeder ihrer Weltendefalschprophetien ebenfalls
immer wieder einen Kinderverzicht.
EINBLICK
IN DIE GEHEIMEN WTG-FINANZBERICHTE
Ein Mitverbundener von „Comments from the Friends" (WTG-Opposition in den
USA) in England erhielt kürzlich über ein Parlamentsmitglied (Member
of Parliament) Einblick in die geheimen Finanzberichte des britischen Zweigbüros
der WTG. Danach hat die WTG hier in den Jahren 1982, 1983 und 1984 eine Einnahme
von 7 531 607 englischen Pfund und Ausgaben von 4 923 787 englischen Pfund
gehabt.
Das ist ein Gewinn von etwa (netto) 2,6 Millionen engl. Pfd. oder 3 Millionen
Dollar. In Zusammenhang wird damit öffentlich die Frage erhoben, ob
die WTG wirklich eine gemeinnützige (non profit) Organisation ist. (Comments
Spring 1986)
IN NIKARAGUA NACH
1975
Auch in Nikaragua hat die WTG verkündigen lassen, daß 1975 das
Harmagedon-Weltende ist, und das 1000-Jahr-Paradies auf Erden beginnt. Natürlich
konnte das niemand auch nur im geringsten ernst nehmen. Nicht auszudenken,
hätte man angesichts der furchtbaren sozialen Probleme in diesem Land
den WT-Propheten geglaubt. Abgesehen von der Arglosen, die es in jedem Lande
gibt, und die man täuschen kann. (Römer 16:18)
Was nun gegenwärtig unter den Christen im Lande vor sich geht, schilderte
der Außenminister Nikaraguas bei einem Besuch in der DDR wie folgt.
Es sei ein Wandel zu beobachten. Indem die Kirche zunehmend auf die Seite
des Volkes tritt, vielerorts engagiert für die Armen und Ausgebeuteten,
ist sie christlicher geworden, hat sie sich auf ihren Ursprung besonnen. Große
Teile der Kirche haben am Prozeß der revolutionären Umgestaltung
aktiven Anteil. Die Gläubigen hätten erkannt, daß man ohne
für Gerechtigkeit zu kämpfen nicht Christ sein kann.
DER „UNPOLITISCHE"
WACHTTURM
"Betont unpolitische Theologien sind nachweislich verschwiegenermaßen
stets sehr feste Allianzen mit politischen Bewegungen, zumeist konservativen,
eingegangen".
So der westdeutsche Theologe J. Moltmann in seiner
„Theologischen Kritik der politischen Religion", zitiert in einer Diskussion.
der Barmer theologischen Erklärung (Barmen II), veröffentlicht
1974 vom Theologischen Ausschuß der Evangelischen Kirchen der Union.
Der nachweisliche politische Antikommunismus im WT bis auf den heutigen Tag
unter dem Vorzeichen „unpolitisch" in jedem WT bestätigt diese Feststellung
des westdeutschen Theologen. Verbreitet der WT somit nicht in jeder seiner
Ausgaben eine fundamentale politische Lüge? Mit welcher politischen
Bewegung hat die WTG da wohl ihre feste Allianz, geht das doch nun schon
über 100 Jahre so?
WAS TUN ANGESICHTS DER WT-ENDZEITLEGENDE?
Die WTG appelliert immer an das Gefühl der Nächstenliebe ihrer
Zeugen, damit sie ihre Endzeitlehre unter die Mitmenschen bringen. Damit
täuscht sie doch über ihre schon dreimal in über 100 Jahren
als falsche Prophetie und damit als Legende erwiesene sog. Endzeit hinweg!
Nur Einfältige, Unwissende, Naive oder Unmündige und Unkritische
können das doch wirklich nur noch glauben. Um unter den Mitmenschen christliche
Nächstenliebe zu üben, braucht man doch nicht das haltlose WT-Endzeitwerk
zu betreiben. Es gibt im Sinne von Jakobus 2:14-20 so viele diakonische,
karitative, solidarische und volkssolidarische Möglichkeiten, worin
man praktisches Christsein - auch im Sinne des Gleichnisses Jesu vom barmherzigen
Samariter - beweisen kann. Demgegenüber steht die WTG ganz armselig
da, sie macht nur Worte, nichts als Worte für andere Menschen.
AUS DER WELT DER ZEUGEN
Es erreichen uns immer mehr Anfragen, die sich mit dem Gemeinschaftsentzug
durch die Rechtskomitees beschäftigen. Die zusammengefaßte Fragestellung
lautet etwa so:
Die Ältesten in den Rechtskomitees tragen eine große Verantwortung
gegenüber ihren Brüdern und Schwestern, da sie bewußt prüfen,
ob die WT-Lehren konsequent befolgt werden. Sie beobachten weiter, ob sich
das Persönlichkeitsbild eines ZJ weiterhin im Klischee der Organisation
bewegt. Bei Abweichungen schlagen sie hart und mit jedem Mittel zu. sind
sich die Ältesten der Rechtskomitees darüber im klaren, daß
sie mit ihren Urteilen auch ein „Todesurteil" fällen können?
Bei unserer Antwort handelt es sich um solche Gemeinschaftsentzüge von
Brüder und Schwestern, die nach wie vor an Gott glauben und sich zur
Bibel und Jesus Christus bekennen, sich lediglich der WTG nicht total unterwerfen
wollten. Derjenige, der die Bibel und die WTG-Literatur studiert, wird zwangsläufig
feststellen, daß der Anspruch der WTG, ihre Literatur in der Gesamtheit
als Lehre verstanden zu wissen, ein untaugliches Unterfangen darstellt. Die
WTG behauptet, daß sie die einzig wahre Lehre vertritt. Da die WTG
eine autoritäre Gesellschaft ist, hat sie über Jahrzehnte in ihren
Millionen Schriften ihre Ansicht zur Bibel zur WTG-eigenen Irrlehre qualifiziert.
Ein Bekenner zur theokratischen Gesellschaft wird zum Hörigen hinab
wachsen. Einem solchen ZJ die Unsinnigkeit der Lehren der WTG klar vor Augen
zu führen, fällt wohl schwer, bleibt .gar aussichtslos. Ein ZJ
im Bann der Organisation nimmt nichts anderes an als die geistige Speise
aus der Brooklyner-Küche. Er verhält sich gerade so wie ein gut
abgerichteter Hund. Ein Hund nimmt nur das an, was sein Herr ihm befiehlt.
Ich sprach diesbezüglich den Zeugen
Bruder T. (in der gedruckten Ausgabe enthaltene Adressangaben,
redaktionell gekürzt) an. Er konnte meine Worte
nur mit Verständnislosigkeit beantworten. Er tat als würde ich
babylonisch sprechen. Erst als wir über den Sommer und die Gartenarbeit
plauderten, verstanden wir uns.
Aber wie ist es mit den Bibelkennern, den alten Bibelforschern? Sie werden
nicht in die völlige Abhängigkeit der WTG abgleiten. Irgendwann
erkennen sie mit Hilfe des Studiums der gesamten Bibel, daß die WTG
mit Hilfe zusammengekratzter Bibelstellen ihre eigene Lehre nur untermauert.
Die WTG benutzt die Bibel wie einen Steinbruch, aus dem sie sich ihre Steine
ausbricht, um ihr eigenes Haus aufzubauen.
Aus der Welt der Zeugen steht dafür
ein kleines Beispiel.
„Unser treuer Bruder Hans Grapenthin, aus Hammer, lebt heute alleingelassen
in einem Altersheim in Torgelow" deshalb weil er aus der Versammlung ausgeschlossen
wurde. Diesen Ausschluß hat unser Bruder den Ältesten Neitzel,
Müller, Diwischek und Adler zu verdanken. Wie kam es dazu? Es war in
der Studiengruppe und trotz Brandmauergesetz darüber hinaus auch in
vielen anderen Studiengruppen bekannt daß Bruder Hans in bezug auf
das Studium der ganzen Bibel allen genannten Ältesten Lehren erteilen
konnte. Bruder Hans ist das, was man unter, bibelfest versteht. Besonders
den Ältesten Neitzel und Adler war das ein Dorn im Auge Bruder Hans
konnte oft nachweisen, daß im WT wieder und wieder en gegen der Bibel
falsche Lehre verbreitet wird. Er vertrat auch in etlichen Punkten seine
eigene Meinung. Das wurde sein Verhängnis. Die Ältesten zimmerten
eine Anklage gegen ihn. Das Rechtskomitee trat zusammen, und ohne daß
ein Wort der-Verteidigung von Bruder Hans gehört wurde, stand für
sie schon der Ausschluß fest."
(Eingesandt von E.B.T.)
An dieser Stelle ist wieder zu bemerken,
daß Übergriffe von Ältesten mehr und mehr praktiziert werden.
Älteste gehen sogar oftmals über die Richtlinien der WTG hinaus,
was Strenge betrifft. Dabei geht es um nichts Geringeres, als um die Selbsterhöhung,
um den Eigendünkel der Ältesten. Die Machenschaften der Torgelower
Ältesten haben ihrem Dünkel Bruder Hans geopfert. Er war und ist
in der Lage, sie zu belehren, jedoch sie haben ihm die WTG-Lehre erteilt.
Solche Rechtskomitees, solche unwürdigen sind eingesetzt, über
einen ZJ das „Todesurteil" zu fällen; denn wer aus der Versammlung „exkommuniziert"
wird, verliert der WTG-Lehre nach das ewige Leben.
-Kurt Scharf-
'"Christliche Verantwortung": Herausgeber
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