CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR,
DDR
NR. 204 GERA JULI 1986
Inhaltsangabe
JAHRBUCH 1986 -
EIN GAUKELSPIEL MIT DEN ZAHLEN
WIR PRÜFEN WT NR. 4-5/86
BESTÄNDIG IST DER WECHSEL
WTG BRAUCHT
UND SCHAFFT GEISTIGE NAIVLINGE
MODERNE PHARISÄER
AUS DER WELT DER ZEUGEN
DIE WTG EINE ANTI-FRIEDENSBEWEGUNG!
HERAUSFORDERUNGEN
Das Thema Frieden ist nach dem neuesten Stand d. Dinge
so herausfordernd geworden, daß
wir es vor Gott, unseren Mitmenschen wie letztlich vor dem eigenen Gewissen
angesichts unserer Erfahrung und unseres Wissens um die Dinge nicht verantworten
könnten, uns dem mit unserer ersten CV-Beratung dieses Jahr nicht
zu stellen.
Was ist dieser Stand der Dinge?. Es ist der in jüngster
Zeit erreichte Stand der West-Ost-Situation, die DDR und wir als christliche
Staatsbürger eingeschlossen, und das gegenwärtige Eingreifen.
der WTG in dieser Situation, wie gehabt unter Mißbrauch ihrer Zeugen.
Ein Eingreifen in einem bestimmten Bereich und Ausmaß nur, aber mit
einer nicht zu unterschätzenden Ausstrahlung. Nicht ohne Grund hat
mit dem neuen WTG-Zweigbüro in Selters/BRD der deutsche Sprachraum
das zweitgrößte WTG-Zweigbüro im Weltmaßstab bekommen
mit Zuständigkeiten für ganz Osteuropa, was besonders die Literatur
betrifft. Womit die WTG bekanntlich steht oder fällt.
Folgende Hauptfaktoren prägen, nun die Situation, und die WTG greift wie folgt ein. 1986 ist von der UNO zum Jahr des Friedens erklärt worden. Unser Land, dessen Bürger wir sind, wie der Apostel das zu seiner Zeit ebenfalls freimütig sagte, Apg. 22:25, ist bekanntlich, Mitglied der. UNO. Nun sagt Artikel 8 unserer Verfassung,. daß die der friedlichen Zusammenarbeit dienenden Regeln des Völkerrechts auch für jeden Bürger verbindlich Mit ihrer WT- und. Erwachet-Kampagne vom Oktober 1985 gegen die UNO geschieht nichts Geringeres, als daß die WTG dies Verbindlichkeit insbesondere für einen Christenbürger einfach aufhebt.
Weiter: Während wir hier beisammensitzen läuft eine WTG-Kampagne´ gegen die UNO und das 1986-Friedensjahr mit einer Neuauflage des WTG-Buches. von 1973 „Wahrer Friede und Sicherheit", u. a. umfrisiert und wegradiert, was damals im Blick auf „1975" über ein „ganz nahes" Ende des „Scheidungswerkes" (S.73) prophezeit war. Wir werden uns das noch besonders vornehmen.
Den noch vor uns liegenden Höhepunkt bilden ohne Zweifel die WTG-Kongresse 1986 „Göttlicher Friede". Dieses Thema wurde im Blick auf das Friedensjahr 1986 festgelegt und zeigt, wie sich die WTG sehr wohl stets auf die politische, Lage einstellt. Wir können uns hier mit Sicherheit auf einen Gipfel an Friedensdemagogie seitens der WTG gefaßt machen. Auch darauf werden wir zur gegebenen Zeit antworten.
Ein Faktor schließlich prägt schon die Situation, den die WTG in seinen Dimensionen allerdings noch nicht. berücksichtigt hat. Mit Sicherheit aber brüten sie darüber in Brooklyn schon. Denn das berührt wie nichts anderes jetzt ihre über 100 Jahre schon hingezogene Weltendelegende - Gemeint ist einerseits die sog. Strategische Verteidigungs-Initiative (SDI) der USA, die Überziehung des Globus mit einem Sternen-Kriegs-System von Weltraumwaffen, einer Weltraumaufrüstung, und andererseits die Planung der Sowjetunion (Gorbatschow-Programm 15.1.86), keine Weltraumaufrüstung, sondern völlige Befreiung der Welt von Atomwaffen bis zum Jahre 2000. Inzwischen hat ein erbittertes Ringen in dieser Frage begonnen, das auch Christen und Kirchen nicht ausnimmt. In einem sowjetischen Kommentar- heißt es dazu: „Wir verhehlen es nicht, es ist uns bei weitem nicht gleichgültig, ob unser Stahl zu Schwertern oder zu Pflugscharen verwendet wird. Die Erdbewohner sind es müde, in Erwartung einer Apokalypse zu leben".
Und genau hier fährt die WTG mit ihrer angeblich unvermeidlichen Harmagedon-Massenmord-Apokalypse dazwischen; in der das „Blut in Strömen fließen" werde, und die 69 Millionen Toten der zwei Weltkriege Hinter Sachsenhausen, Ravensbrück, Buchenwald, nichts sein werden im Vergleich zu den Opfern" dieses Massenmordes. (Harmagedon von einem Gott der Liebe? WT 1. 2. 85)
FÄLLIGES TRIBUNAL
Wer uns angesichts all dessen nun wegen unserer Entlarvung
der diesbezüglichen WTG-Friedensdemagogie und vorgenommenen Neuorientierung
für ZJ unchristlichen Richtgeist unterstellt, möge 1. Kor. 5:12
lesen, wonach Christenmenschen das Recht haben. „die zu (ihrer) Gemeinde
Hörigen zu richten". Kommen wir damit zu einem Tribunal über
die WTG, ihr Vorgehen gegen die UNO, gegen das Friedensjahr 1986, gegen
die weltweite Friedensbewegung, gegen ihre „Friedens"-Verkündigung,
ihren Harmagedon-Massenmord-Krieg als „Akt der Liebe Gottes" auszugeben.
Wir müssen die WTG anklagen, mit ihrer Anti-UNO-Kampagne seit Oktober
1985 mit einer dreisten Täuschung, Vertuschung. Unterschlagung und
Verlogenheit vorzugehen. Es ist eine. pure WT-Erfindung daß „Tier
aus dem Abgrund'" (Offb. 17:3,8,11) die nach dem 2. Weltkrieg ins Dasein
getretene UNO sei (WT 1.2.86 S.7). Die WTG unterschlägt hier ihre
eigenen „göttlichen Wahrheiten", wonach dieses „Tier" das päpstliche/Reich
nach 1870 war, dann der Völkerbund nach dem 1. Weltkrieg (Schriftstudien
Band 7, 1917; Licht II 1930).
Wir haben im WT heute also bereits die 3. Version eines haarsträubenden Schwindels vor uns!, Dazu kommt eine abgefeimte WT-Demagogie. Behauptet der WT vom 1. Okt. 1985 S. 15 doch, es sei „die Erwartung vieler" gewesen, der Völkerbund seinerzeit sei das „Tier" gewesen. Es war nicht „die Erwartung vieler, es war die WTG mit ihrem Licht von Gott" von 1930 weltweit. Was für eine heuchlerische Reinwaschung der WTG vor der Öffentlichkeit heute ist das doch!
Dazu, daß Gott aus Liebe im WT-Harmagedon gar die beiden Weltkriege in den Schatten stellen soll, kann man nur die Anti-WTG-Protestdemontration 1984 vor dem WTG-Hauptbüro in Brooklyn zitieren: Eine Ansicht von Gott, sadistisch, geistesgestört und abscheulich, zu brutal an Gräßlichkeit, grausig jenseits humanen Denkens, ein simples, naives Vorstellungsvermögen, neurotisch, psychotisch, eine Art Massenhypnose mit leidenschaftsloser und gleichgültiger Kaltblütigkeit.
Zu diesem vom WT für gerecht gehaltenen Massenmorddenken,
alle anderen betreffend, kommt man heute nicht umhin, an die nazistischen
Massenmorde zu denken. Danach sind die WTG-Denker und WTG-Vordenker gar
faschistoid! Etwa nach der Weise Heinrich Himmlers!
Wer heute solche Massenvernichtung predigt wie die WTG,
muß sich vorhalten lassen:
Hinter Sachsenhausen, Ravensbrück, Buchwald, Mauthausen,
Treblinka, Majdanek und Auschwitz gibt es für niemanden ein Zurück!
Auch die WTG muß sich daran messen lassen!
EINE ANTI-FRIEDENSBEWEGUNG
Schließlich müssen wir die Wachtturmorganisation
als eine Anti-Friedensbewegung anklagen, die in der Atomwaffenfrage gar
die Geschäfte der USA-Regierung Ronald Reagans betreibt!
Wenn die WTG irgend frieden predigt, so allein für
ihre ZJ und zu ihren Bedingungen. Für alle anderen Menschen zitiert
sie bekanntlich in ihrem Bibelmißbrauch Jesaja 57: 20,21: „Kein Friede
den Gesetzlosen". Was allen anderen da gepredigt wird, ist nicht Friede,
sondern der Friedhof, das Massengrab im WT-Harmagedonkrieg. Und wo diese
WT-Friedhofspredigt hinreicht, wird jede Bereitschaft, sich einer realen
Friedensbewegung etwa gegen Atomwaffen, für Abrüstung oder für
das Einfrieren der Atomwaffen anzuschließen, gründlich verhindert
oder zerstört. Jeder WT-Zeuge ist der lebendige Beweis hierfür.
und wie das alles der Atomwaffenpolitik der Reagan-Regierung dient, wurde speziell 1983 offenbar. In Erwachet vom 8. 4. 83 und 22. 11. 83 ließ sich die WTG ausführlich gegen die internationale Friedensbewegung aus, und stellte sie als vergeblich, sinnlos und nutzlos hin. Konkret betraf dies das Verlangen nach Einfrieren der Atomwaffen. Dazu zitierte sie Präsident Reagan, wie er u. a. an die Katholiken der USA appelliert, ein Einfrieren der Atomwaffen abzulehnen (Erwachet 8. 4. 83, S. 7).
Damit demonstrierte die WTG ihre völlige Übereinstimmung
mit diesem Reagan-Appell. Diese Erwachet-Kampagne wendet sich im Grunde
gegen jede Beteiligung an der internationalen Friedensbewegung gegen die
heutigen Kriegsgefahren.
Damit ist die Wachtturmbewegung dahin verwiesen; wohin
sie heute gehört:
Sie ist real eine Anti-Friedensbewegung, die dazu beiträgt,
die reale Friedensbewegung in West und Ost spalten und lähmen zu helfen,
Christen aus ihr entfernen zu helfen, sie praktisch zu zerstören,
so weit der WT-Arm reicht. Wie gesagt, jeder WT-Zeuge ist der lebendige
Beweis dafür. -
JAHRBUCH 1986 - EIN GAUKELSPIEL MIT DEN ZAHLEN
SEHR gut erinnere ich mich noch, daß in jenen ersten
Wochen, da ich Kontakt zu den Zeugen Jehovas bekam, Bruder L. der mein
Studium anleitete, sagte, daß die Zahl derer, die nach Harmagedon
den Beginn des 1000jährigen Königreiches erleben werden, grenzenlos
sein wird, wie die Zahl der am Himmel stehenden Sterne.
NACH 1975, die Frau des Bruders L. war durch das Nicht
beginnen von Harmagedon schwankend geworden, sagte der Bruder in einer
Zusammenkunft:
„Wir dürfen nicht annehmen, daß eine große
Zahl Harmagedon überleben wird.
Schon die Zahlen, die uns jetzt die Brüder im neuen
Jahrbuch nennen, könnten die endgültigen sein. Hier und da wird
es noch solche geben, die Jehova untreu werden, hier und da werden neue
Brüder und Schwestern hinzukommen, aber es wäre möglich,
daß kein großer Zuwachs mehr erfolgt."
So optimistisch sich die zuerst geäußerten
Worte stimmten, so sehr schockierten mich diese Feststellungen. Gerade
durch diesen Widerspruch wurde ich aufmerksam und begann zu vergleichen.
DA erst bemerkte ich, daß jene beiden Äußerungen
des Bruders L. nur ein kleines ziemlich harmloses Beispiel für ein
riesengroß aufgezogenes Betrugsmanöver ist, das geschickte Jonglieren
mit statistischen Zahlen in den Jahrbüchern.
VERGESSEN ODER WEGGELASSEN?
Wenn uns alljährlich die WTG in ihren Jahrbüchern
die Ergebnis des Vorjahres vorstellt, wird uns eine bestimmte Konstanz
der Mitglieder, der Interessierten, ja eine gewisse Aufwärtsentwicklung
vorgegaukelt. Natürlich ist es immer unangenehm, unter dem Strich
auch Negatives nennen zu müssen aber der Vollständigkeit muß
es genannt werden, sonst stimmt das gesamte Bild nicht. Das Gaukelspiel
besteht im „Weglassen" derjenigen, die aus der WTG hinweggingen, aus welchen
Gründen auch immer oder ob sie gegangen wurden, es soll hier im Moment
keine Rolle spielen. Wir wollen lediglich darauf hinweisen, daß nirgends
in den Jahresbilanzen diese Zahl genannt wird. Man kann sie sich errechnen,
z. B. die Brüder und Schwestern in den meisten Zusammenkünften
haben kaum genug Jahrbücher' und Zeit und Gelegenheit, :um es wirklich
gründlich zu errechnen, vergleichen und prüfen. Also wird in
der WTG bewußt damit spekuliert, daß jene Zahl nicht beachtet
wird, letztlich sind es ja verlorene Menschen, dem Tode in Harmagedon anheimfallend.
Nur, kann man denn Menschen in dieser Zahl einfach „vergessen"? Kann man
sie einfach auslassen?
EINFACH AUS DEM LEBER GESTRICHEN?
ES entspricht den Praktiken der WTG, daß sie jene,
die nicht in ihr Konzept passen, zum Tode verurteilt, symbolisch der Vernichtung
preisgibt. Aber das ist keine Lösung, denn jene „Hinausgegangenen"
schweigen ja nicht. Wenn sie auch nicht gleich erfolgreiche Bücher
über ihre schlimmen Erfahrungen veröffentlichen, sie sprechen
davon zu so manchem, und so gesehen steht der WTG ein weltweites Heer von-wahrheitsliebenden
Christen, die die WTG kennen und verachten lernten, gegenüber. In
Brooklyn glaubt man, wenn man sie nicht mal in der Statistik nennt, gibt
es sie nicht mehr. Nun, es gibt sie doch, und sie legen ein Zeugnis ab
gegen die WTG weltweit. Mit Verschweigen dieser Umstände seitens der
WTG beweist diese nur einmal mehr ihre geradezu neurotische Angst vor Pannen,
Blamagen, Katastrophen, ihre vor noch größerer Isolierung weltweit.
DIE leitende Körperschaft marschiert im Geiste ihrer
Gründer mit politischem und wirtschaftlichem Geschick, aber sie kann
damit die Wahrheit, die gegen sie zeugt, nicht kleiner oder anders machen..
Und das Verschweigen von weit über 1,2 Millionen schwarzen Schafen
in 20 Jahren ist für die WTG ein vernichtender Richtspruch, der sich
trotz ihrer wirtschaftlichen Stärke zunehmend verhängnisvoll
auswirken, wird.
- Hermes-
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NUMMER 4 und 5/1986
NEBENARTIKEL
„Die Apokalypse - wann?" und
„Der Papst und die Apokalypse"
Die Studienartikel dieses Wachtturms, behandeln das Abendmahl,
ohne aber die bekannten Standpunkte zu revidieren. Allerdings muß
die WTG nun zugeben, daß sich Joh. 6:53 nicht nur - wie vorher fälschlich
angenommen - auf die gesalbten Christen, sondern auch auf die große
Volksmenge bezieht. In der Praxis ändert sich dadurch aber nichts.
EIN WEITERER 1914-BEWEIS?
Die WTG klammert sich an jeden Strohhalm, um die Glaubwürdigkeit
der 1914-Generation doch noch zu beweisen. Diesmal versucht man es anhand
der 272 000. Veteranen des Ersten Weltkrieges, die im Dezember 1984 in
den USA noch lebten (siehe S. 5).
Ist dies ein Beweis dafür, daß .die-1914-Generation
doch noch nicht vergangen ist? Der unvoreingenommene Zeuge möge urteilen:
Von über 300 Millionen Menschen in den USA erlebten eben jene 272
000 bewußt das; Jahr 1914. Das sind noch nicht einmal 0,1% der Gesamtbevölkerung.
Eine zu Recht gestellte Frage:
„Wie lange wird es daher noch dauern, bis der letzte
Veteran des Ersten Weltkrieges gestorben ist?" Allerdings brauchen wir
nicht so lange warten, bis der „letzte Veteran" gestorben ist:
Schon jetzt verkörpert diese Minderheit
1. rein zahlenmäßig und
2. in Anlehnung an Psalm 90:10 nicht mehr die 1914-Generation.
Diese ist - ganz objektiv gesehen - schon vergangen.
„SUCHE FRIEDEN ZU FINDEN"
„Der Papst versucht wie ein geistiger Herkules, die Supermächte
auseinander zuhalten und ein nukleares Harmagedon abzuwenden.'" (S. 7)
Das paßt der WTG natürlich nicht.
„Es scheint, daß sich die Sorgen der Kirchenführer
mehr auf eine globale Zerstörung durch Menschen konzentrieren als
auf einen gezielten Eingriff Gottes in die Angelegenheiten des Menschen
- die in der Bibel vorausgesagte Apokalypse."
Deutlicher ausgedrückt:
Jede Friedensbemühung, jedes Engagement für
eine Verhinderung eines weiteren Krieges oder sogar Weltkrieges, jedes
Einsetzen für Ordnung und Sicherheit, für soziales Wohlergehen
der Menschen wird von der WTG verurteilt.
Sie wünscht sich offenbar, daß diese angeblich
so verderbte Welt lieber heute als morgen vernichtet wird. Vier Milliarden
Leichen muß es geben, damit drei Millionen ZJ in Gerechtigkeit (bzw.
was die WTG für Gerechtigkeit hält), leben können.
Welche Auslegung der Bibelstelle aus Römer 12:18:
Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt,
mit allen Menschen Frieden." (NW) Welche Auslegung der Bibelstelle aus
Psalm 34:14!
„Wende dich weg vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden
zu finden, und jage ihm nach." (NW)
Wonach aber jagt die WTG?
Offenbar jagt sie ihrem Harmagedon nach und darüber
hinaus den Menschen. die ihren Nächsten etwas Gutes tun wollen in
einer Form, die über die ZJ-gemäße Verkündigung
einer Schreckensbotschaft weit hinaus geht!
WACHTTURM NUMMER 5/1986
STUDIENARTIKEL
„Hiobs Lauterkeit
Wer kann sie nachahmen?
NEBENARTIKEL
„Sich nach Jehovas Wegen ausrichten"
WIE MAN FEHLER ZUGIBT
Offensichtlich spricht die WTG aus Erfahrung:
„Es ist, nicht immer leicht ,sich korrigieren zu lassen."
(S. 19)
Geht sie doch, nur sehr widerwillig auf die gutgemeinten
Ratschläge ihrer Mitverbundenen und Kritiker ein. Und wenn der „kluge
Knecht" an dem „wunden Punkt" angelangt ist, an dem er die bisherige Lehrmeinung
nicht mehr aufrecht erhalten kann, bedient er sich mehrerer Methoden:
1. Die neue Lehre wird durch die „Hintertür" (Nebenartikel
des WT, Leserfragen, Erwachet u. ä.) fast unmerklich für die
Leser eingeführt.
Man versucht, einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.
2. Den ZJ wird die neue Lehre nach der „Vogel friß
oder stirb"-Methode vorgeknallt.
3. Die derzeit beliebteste Art zur Einführung neuer
Lehren:
Sie wird als „helleres Licht" deklariert. Indirekt trägt
also Jehova die Schuld daran, wenn die ZJ vorher im dunkeln tappen.
Egal, welcher Methode sich die Brooklyner Brüder
bedienen, eines vermeiden sie möglichst: Zuzugeben, daß sie
sich geirrt haben. Fehler werden - wenn überhaupt,- erst nach Jahrzehnten
eingestanden.
Ihren Mitverbundenen aber erteilt die WTG gute Ratschläge.
Wird sie sich nun selber in Zukunft an ihren eigenen Ratschlag halten,
der da lautet:
„Werden wir, wenn wir korrigiert werden, Hiob nachahmen,
indem wir zugeben, daß wir 'ohne Erkenntnis geredet haben', und dann
'widerrufen' ?(Hiob 43:3,6)." (?)
EINE NOTWENDIGE ANMERKUNG
„Im laufe der :Jahre mußte Bruder Rutherford viele
gemeine, Angriffe hinnehmen. Doch diese; Beschuldigungen konnten uns" die
wir mit ihm zusammenarbeiteten und erlebten, wie er jeden Morgen für
geistige Belehrung sorgte, nicht erschüttern Wir lernten ihn so kennen,
wie er wirklich war - als einen Zeugen für Jehova Gott.
Was wäre dem noch hinzuzufügen?" (S. 24)
Nun, hierzu gäbe es mehr zu sagen, als man in dieser
kurzen Abhandlung schreiben kann. Für wieviel Leid unter seinen Anhängern
ist gerade Rutherford veranwortlich zu machen!
Unter anderem geht auf sein Konto:
Die Einführung des Verbotes zur Ableistung des Wehrdienstes,
die falsche Auslegung der „Obrigkeiten"-Problematik, die Verkündigung
von mindesten 2 falschen Weltendeterminen, die Umstrukturierung der WT-Organisation,
die viel Leid heraufbeschwor, die falsche Prophezeiung in Verbindung mit
der Auferstehung der alten Glaubenstreuen, die Verteufelung des Kommunismus
und vieles andere mehr.
Dem gäbe es darüber hinaus noch sehr viel hinzuzufügen!
- Gerd R ... -
CV WARNT DIE ZEUGEN JEHOVAS
Da bekannt wurde, daß auch unter Zeugen das Heilkräuterbuch
„Gesundheit aus der Apotheke Gottes" von einer Maria Trebens benutzt wird,
machen wir hiermit bekannt, daß inzwischen ärztlicherseits vor
diesem „Gesundheitsbuch" gewarnt wird. Es werden darin Heilkräuter
angepriesen auch
für die Behandlung von Hodgkinscher Krankheit, Leukämie,
verschiedene Arten von Krebs, multipler Sklerose und Diabetes Mellitus.
Die Ärzte Dr. B. Freudewald in Schwarzenberg, Dr. Steinbach in Elbingsrode
und Dr. Woretz in Annaberg-Buchholz lassen warnen (Wort und Werk Nov. 83),
daß in diesem Buch grobe Irrtümer enthalten sind.
WTG BRAUCHT UND SCHAFFT GEISTIGE NAIVLINGE
DIES ist aus einem CV-Gespräch
mit einem der aus einer Org.-Funktion kommt. Wegen seiner besonderen Situation
muß zu seiner Person Diskretion gewahrt werden.
Zur Diskussion stand der WT vom 15.10.81 mit der antikommunistischen
Hetzkarikatur eines bestialisch zähnefletschenden, aggressiven „Sowjetbären"
sowie der entsprechende Artikel dazu.
Das Gespräch
CV: Ihr wollt unpolitisch und neutral sein?, Ist das
hier aber nicht antisowjetische Politik? Der ganze nachfolgende Artikel
könnte doch in einer entsprechenden politischen Tageszeitung stehen
Br. X: Der WT bringt die Wahrheit. Ist das denn hier
nicht die Wahrheit?
CV: Lenk mal jetzt nicht ab. Es geht nicht darum, ob
der WT die Wahrheit bringt, sondern ob der WT politisch oder unpolitisch
ist .Ob das wahre oder falsche Politik im WT ist kann man dann noch erörtern.
Br. X: liest die WT-Präambel auf S.2) Ja, hier steht,
der WT ist unpolitisch.
CV: Na und? Ist dieser gleiche WT mit seiner antikommunistischen
Hetze unpolitisch?
Br. X: Das kann ich wohl nicht sagen, wenn ich das hier
vor Augen habe.
CV: Der WT sagt unpolitisch und ist in Wahrheit hochpolitisch,
nicht wahr? Damit enthält die WT-Verkündigung eine ungeheure
politische Lüge. Oder kannst du zwischen politisch und unpolitisch,
nicht unterscheiden?
Br. X: (faßt sich an den Kopf) Doch! Natürlich!
Diesen Widerspruch habe ich bisher überhaupt nicht überlegt.
Ich muß CV darin recht geben. Da kann ich wirklich nur staunen, wieso
ich das bisher nicht gesehen habe. Da das eine brisante Thematik ist, kann
ich nur wiederholen, CV hat recht. Der WT ist nicht unpolitisch.
(Unser Bruder saß recht erschüttert da.)
CV: Kannst du als erwachsener Mensch wirklich solche
WT-Widersprüche vertreten und verbreiten?
Br. X: (flüchtet noch einmal in die Frage)
Aber ist das nicht die Wahrheit?
CV: Darüber können wir diskutieren. Aber das
ist dann eine politische Diskussion. Natürlich sagt der WT nicht die
politische Wahrheit, von Anfang an war und ist die Sowjetunion die Angegriffene,
um sie zu vernichten, zuletzt im 2. Weltkrieg. Aber wir werden sehen.
Br X: Lassen wir das jetzt. Ich sehe in der Tat, der
WT ist nicht unpolitisch. Das hatte ich bisher überhaupt nicht für
möglich gehalten. Wie-habe ich die Organisation bisher immer als völlig
umpolitisch hingestellt! Wie konnte ich so einfältig sein! Ich staune
über mich selbst
Was macht die WTG hier?
DEM indischen Studenten Sunil-Madria in Bombay antwortete
der sowjetische NZ-Kommentator Wladimir Shitomirski zu der Frage der antikommunistischen
psychologischen Kriegführung u. a.: „Wie der namhafte Propagandatheoretiker
Chookas (USA) behauptet, komme es vor allem darauf an, 'einen Menschen
zu schaffen, der völlig unfähig ist, Sachverhalte zu begreifen
und kritisch und vernünftig zu denken, also einen Menschen auf tiefstem
emotionellen Niveau, der nur ist, auf äußere und folglich künstliche
Reize und auf Weisungen zu handeln.'
So will man Menschen verdummen, damit sie nicht selbständig über die sozialistische Wirklichkeit nachdenken und die Auslegung von Tatsachen, die ihnen von den Widersachern des Sozialismus aufgedrängt wird, auf Treu und Glauben hinnehmen."
DAS EINZIG BESTÄNDIGE IST DER WECHSEL
Seit über dreißig Jahren war ich ein überzeugter
und eifriger Anhänger und Verkünder der vom WT gegebenen Mitteilungen.
In der Situation nach 1945 schienen sie mir eine logische
Erklärung der Ereignisse Lichte der Bibel,- mit der ich mich bis dahin
noch nie beschäftigt hatte. Es hatte allerdings auch damals schon:
genügend Hinweise gegeben, 0 daß diese Lehre eine sich ständig
ändernde ist. Ja, auch bei ihr ist das einzig beständige der
Wechsel.
Nun, wenn einem Gott noch etwas bedeutet, muß man früher oder später darauf verfallen wie die „Großen" in Brooklyn mit diesem Gott und seinem Sohn, Jesus Christus, umgehen. Jeder neue Einfall wurde als „Licht aus dem Tempel Jehovas" etikettiert, was aber die wahren Erfinder nicht davon abhielt, das Licht beliebig wieder abzuschalten und durch neues, noch helleres Licht zu ersetzen. Das geschieht dann stets nach dem Motto, „einige dachten".
So setzt sich die WTG ÜBER Gott und macht diesen zu ihrem kümmerlichen Werkzeug. Sie macht ihn zu einem hilflosen Wurm, der natürlich auch keinerlei Verheißungen erfüllen kann. Wer sich auf diesen „Gott" verläßt, ist verlassen. Er ist weniger wert, als gar kein Gott.
Dieser Lügenmechanismus hält aber die Leute
bei der Stange. Jeder ist verpflichtet, der Weisung der Gesellschaft zu
folgen, ist sie doch der Kanal. Eigene Ansichten zu äußern,
ist absurd.
Haben sich nun die kanalisierten Lichtblitze als unzutreffend
erwiesen, was immer nur eine Frage der Zeit ist, dann heißt es, „einige
dachten". Sie können aber ihren - imaginären - Fehltritt durch
vermehrten Eifer und ebensolche Treue wieder wettmachen. So ist es gerade
die Lüge, die die Treuen aneinander bindet. Und jeder ist froh, eine
Erklärung für die Nichterfüllung bekommen zu haben und DENNOCH
keine Konsequenzen ziehen zu müssen. Denn. Refrain, „wohin sollen
wir denn gehen?"
Entweder steht also die WTG ÜBER Gott und kann ihn manipulieren, oder sie hat allezeit bewußt die Unwahrheit gesagt, d. h. gelogen, um ihre Ansichten mit einem bedeutenden Etikett zu versehen. Unter dem Vorwand, Gott zu ehren, hat man ihm über Hundert Jahre bescheinigt, daß er keine Ehre verdient, da er absolut nicht weiß, was er will. Man kann doch etwas nicht nach Belieben ziehen und zerren, und dabei hoffen, daß es heil bleibt!
Gott ist, oder er ist nicht. Aber wenn er ist, was ich fest glaube, wird er sich weder von der WTG, noch von irgendeiner Gruppe von Anhängern eitler Gemeinschaftsgründer vorschreiben lassen, was er und wie er es zu tun hat. Er wird es so tun, wie er es an dem Beispiel seines lieben Sohnes gezeigt hat.
Unter dem Beistand guter Menschen und, wie ich hoffe, auch unter dem des Geistes Gottes und seines Sohnes, gelang es. mir endlich, über die kleinen Zweifel hinauszuwachsen und einigermaßen das Prinzip zu erfassen, gemäß dem Gott und sein Wort durch Lügen in seinem Namen systematisch entwertet werden. Viele spüren das vielleicht, doch wer viel an und Kraft investiert hat, ist meist froh, einen Grund zu finden; alles beim alten zu Zeit belassen.
So kann die neue „Wahrheit"' der ursprünglichen, die der Anlaß war, das „Werk des Jüngermachens" in Gang zu setzen, diametral-entgegengesetzt sein, die meisten werden keinen Anstoß nehmen und sich ihrem Willen gemäß, weiter belügen lassen. Auch hat jeder Angst, dann in der Luft zu hängen,- sind doch alle Brücken abgebrochen. Der Zusammenhalt innerhalb der WTG aber beruht zumeist nur in der gemeinsamen Überzeugung. Eine darüber hinausgehende menschliche: Zuneigung ist äußerst selten. Jemand, der DAS nicht mehr glaubt, ist von vornherein suspekt.
Indem eitle Menschen ihre Meinung. unter dem Etikett „Gottes Vorhaben" auf den Markt und an den Mann bringen wollen, um ihren Erfindungen größeres Gewicht zu verleihen, bringen sie langsam aber sicher selbst das Schiff zum Sinken, das sie trägt. Einmal schlägt die Lüge auf ihre Erzeuger zurück.
Das langsame Erkennen dieser Umstände und keine persönlichen
Gründe bewogen mich zur Abkehr von der WTG und ihren Lehren, denen
ich so lange, viel zu lange. begeistert lauschte.
Man sollte nicht enttäuscht sein, wenn mann aus
dem Traum gerissen wird, sondern dankbar, daß es überhaupt noch
geschehen ist. Man muß für alles bezahlen und niemand wird ganz
ohne seinen Willen betrogen.
Man kann nicht damit rechnen, daß Gott bei uns
Abbitte leistet, weil es uns gefallen hat, uns in seinem Namen besser vorzukommen
als alle anderen Menschen.
Ihm, dem allein wahren Gott, und seinem lieben Sohn Jesus
Christus, gebühren allein die Ehre und die Herrlichkeit.
-HG-
GEDANKEN ZU DEM BUCH „JEHOVAS ZEUGEN IN GOTTES VORHABEN"
Dank CV hatte ich nun vor kurzem die Gelegenheit, ein
interessantes Buch zu lesen, welches unter dem Titel „:Jehovas Zeugen in
Gottes Vorhaben" von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegeben wurde. Es
gab mir einen recht. aufschlußreichen Einblick in die Verbreitung,
in die verschiedenen Formen der Verkündigung und auch in das anstrengende
Leben der Menschen, die sich nach Meinung der WTG unter dem wahren Namen
Gottes vereinigt haben.
Wenn man mich fragt, was mir besonders bei diesem Buch
auffällt, muß ich sagen, daß mehr über Erfolge im
Gerichtssaal berichtet wird, als über andere Dinge im Leben einer
Glaubensgemeinschaft.
Man scheint wohl etwas vergessen zu haben, daß
wir einen viel besseren und höheren Richter haben und dort hilft uns
kein noch so guter Rechtsanwalt.
Es fehlen eigentlich vollkommen Berichte über Werke,
.an denen sichtbar wird., anderen Menschen Gottes Liebe nahezubringen,
sieht man von der reinen wörtlichen Verkündigung ab. Daß
man dabei recht forsch vorgeht, sieht man, auch daran, daß in den
Überschriften Worte wie „Offensive" und „Kampf" erscheinen.
Warum zum Beispiel nur Abel, Noah ( sowie :Jesus und seine
Jünger gerade zu den Zeugen Jehovas gehören sollen,. ist mir
allerdings nicht ganz klar. Steht doch in Apg. 10:35 (Einheitsübersetzung)
eindeutig:
„Er liebt alle Menschen, ganz gleich, zu welchem Volk
sie gehören, wenn sie :ihn nur ernst nehmen und nach seinem Willen
leben."
Wenn ich dies tue, werde ich zum Zeugen für Gott,
brauch allerdings keine Wachtturm-Gesellschaft dazu.
Daß dieses Buch nicht einen Anspruch auf Vollständigkeit haben kann, wird jedem sicher klar sein; doch warum bei dem Artikel über die Abkehr vom wahren Glauben gerade nur als Beispiel für radikale Ideologien, die von Marx und Engels genannt werden, hat sicher etwas mit der „Neutralität" der WTG zu tun. Im ziemlichen DUNKEL hat man auch den Widerstand in den eigenen. Reihen gelassen, der 1919 bei der Reorganisation auftrat.
Äußerst interessant war für mich auch, wie man die 1935 erfolgte Änderung im Lehrwerk ausführte. Die „große Volksmenge" aus Offb. 7:9 wurde auf die in Matth. 25:31-46 „Klasse der Schafe" bezogen. Das hatte zur Folge, daß nicht mehr wie vorher die zerstreuten Schafe der Gesalbten Gottes gesucht werden, sondern daß man Vorbereitungen treffen mußte, die vielen „anderen Schafe" .in die Hürde Christi zu bringen. Nun wäre es natürlich wiederum interessant, wie in einem ähnlichen Buch in ein paar Jahren die neuen Änderungen am Lehrwerk dargestellt werden würden.
Sehr abstoßend wirkte auf mich, wie man über die Verfolgung und Qualen vieler Zeugen während des 2. Weltkrieges berichtete. Statt der vielen Opfer zu gedenken, lautet die Überschrift „Konzentrationslager vermögen die Lobpreiser Gottes nicht zum Schweigen zu bringen". Vie1leicht denkt man in Brooklyn, daß ja genug Verkündiger übriggeblieben sind, dem dann, der „Musterkongreß" 1946, in Cleveland, Ohio und die Anstiege der Mitgliederzahlen. in der „Ostzone" wohl recht zu geben scheinen.
A1s Fazit komme ich zu der Feststellung, daß dieses
Buch sehr gut geeignet ist.. viel über die Gemeinschaft der Zeugen
Jehovas zu erfahren und nicht das Äußerliche, sondern auch von
deren Einstellung und Ansichten, welche ja durch die WTG bestimmt werden.
Demnach wird man dieses Buch sicher nicht mehr allzu oft im Bücherregal
eines Zeugen finden, denn vieles wird ja schon wieder „in einem neuen Licht"
gesehen.
Er hat bestimmt ein wesentlich neueres, diesmal mit farbigen
Abbildungen.
-Frank Hoffmann-
MODERNE PHARISÄER
Zur Zeit Jesu bildeten die Pharisäer eine religiöse
und politische Partei. Es gab sie überall: in den jüdischen Gemeinden
auch im Ausland. Obwohl sie weit verstreut wohnten, hielten sie fest zusammen.
Die meisten von ihnen waren Handwerker und Kaufleute
- nicht Priester.
Sie bemühten sich :mit großem Ernst, .den
Willen Gottes zu erfüllen. Unter großen Opfern gaben sie neben
den gewöhnlichen Steuern und Zöllen für die Römer,
zusätzlich den zehnten Teil ihres Einkommens in den Tempelschatz.
Sie befolgten die vielen Sabbatgebote peinlich genau
und hüteten sich, einen Toten oder etwas Unreines zu berühren.
Sie mieden jeden Verkehr mit Andersgläubigen, vor
allem mit Römern. Sie hätten nie ein römisches Theateroder
Sportplatz betreten. Ohnehin gönnten sie sich kaum ein Vergnügen.
Sie waren also Leute mit achtenswerten Eigenschaften -
gottesfürchtig, fromm und gegen sich selbst streng.
Doch zeigte schon der Name, den sie sich gaben - Pharisäer
bedeutet: die Abgesonderten -, daß sie für die anderen Juden
nicht viel Verständnis zeigten. Über Menschen, die nicht so fromm
waren wie sie und im täglichen Leben immer wieder gegen die - von
ihnen erlassenen - Gesetze verstießen, urteilten sie hart.
Sie glaubten an eine körperliche Auferstehung vom
Tode und meinten, sie könnten mit ihrem tadellosen Lebenswandel das
Recht auf ewiges Leben erwerben.
Jesus wandte sich mit aller Schärfe gegen diese Auffassung. Die Pharisäer waren deshalb seine gefährlichsten Feinde. Spätestens jetzt müssen doch jedem,. der den Weisungen der WTG folgt, die Gemeinsamkeiten zwischen den Pharisäern und der WTG auffallen.
Interessant wäre an dieser Stelle die Meinung Jesu
zur WTG.
Wenn man bedenkt, daß die Pharisäer wenigsten
an ihren Gesetzen und Lehrmeinungen festhielten, kann man sich ausrechnen,
was Jesus zur WTG mit ihren ständig veränderten Lehrmeinungen
und Falschprophetien sagen würde.
Die Auslegung der Bibel durch die WTG wird jeweils den
erforderlichen Bedingungen angepaßt.. Der einfache Verkündiger
soll tatsächlich kein Teil der Welt werden. Er soll im Sud von Brooklyns
Gehirnwäsche schmoren und weiterhin den Umsatz von WTG-Literatur,
Kassetten, Schallplatten u. a. absichern. Für die leitende Körperschaft
regiert immer noch Geld die Welt.
Und um an Geld zu kommen, ist ihr jedes Mittel recht.
Als Christ kann ich nicht anders, als die Menschen vor
der Ausbeutung durch die WTG - sowohl in geistiger, als auch in materieller
Sicht - zu warnen.
Hier sind Pharisäer am Werk, die weitaus schlimmer
sind, als die Pharisäer damaligen Zeit.
Die gefährlichsten Feinde der WTG aufrichtige Menschen,
die in christlicher Verantwortung handeln.
- Thomas
AKTUELLES IN KÜRZE
PAPST UND WTG-BEGRÜNDER FÜR EVOLUTION
Die Vereinbarkeit des evolutionistischen Weltbildes mit
dem religiösen Selbstverständnis des Menschen, und der Schöpfung
hat der Papst bei einer Audienz für die Teilnehmer des internationalen
- wissenschaftlichen Symposiums über „Christlichen Glauben und Evolutionstheorie"
in Rom hervorgehoben. (NZ 4. 5. 1985)
Auch der WTG-Begründer C. T. Russell sagte in seinem Photodrama der Schöpfung (1914, dt. 1928 S.12, Der fünfte Tag):
„Nur in bezug auf den Menschen redet die Bibel von einer
besonderen, direkten Schöpfung Gottes
Die Zeugnisse der Schöpfungsgeschichte in auf die
niedrigeren Geschöpfe sind dem Gedanken einer spezialisierten Evolution
günstig".
Damit ist u. a. das neue WTG-Buch zur Entwicklung bzw.
Evolution von 1985 wesentlich aus den Angeln. gehoben. In der Tat sagt
die Schrift:
„Und Gott sprach weiter: Die Erde bringe lebende Seelen
nach. ihren Arten hervor … Und so wurde es." (1.. Mose 1:24)
„Die Erde bringe hervor …„, somit bediente sich Gott
der Entwicklung oder Evolution. Das WTG-Entwicklungsbuch kann man also
vergessen. -
DIE WTG UND BHAGWAN
Eine These des 1985 in Antelope, Oregon USA, bankrott
gegangenen, berühmt-berüchtigten Gurus Bhagwan Shree Rajnee lautete:
„Wenn etwas nicht sichtbar ist, kannst du es ewig weiterverkaufen".
Die WTG ließ Christus erstmals 1874 unsichtbar wiederkommen (Die Harfe Gottes), und dann wieder unsichtbar 1914, wie jetzt gepredigt wird. Immer wurde es geglaubt.
750-JAHR-FEIER.BERLINS UND DIE WT-ZEUGEN
1987 begeht Berlin den 750. Jahrestag der ersten urkundlichen
Erwähnung der Stadt, was 1237 erfolgte. Mit vororientierenden „Thesen"
(ND. 14./15.12.1985), die diesen Zeitraum von 750 Jahren umfassen, wurde
die Bedeutung dieses Jubiläums ausführlich in die breite Öffentlichkeit
gerückt. Besonders die unmittelbar betroffenen WT-Zeugen in Berlin
dürften von dem bevorstehenden Jubiläum gleichsam „erschlagen"
werden, da dieses Jubiläum und seine Bedeutung die WT-Weltende-Verkündigung
wieder hervorragend ad absurdum führen wird.
„DÄMONISIERTE" FRAUEN IN NORWEGEN
Das Institut für Religionsforschung an der Universität
in Bergen verfolgt seit Jahren unheimliche Entwicklungen hinter meist fest
verschlossenen Türen und gab einen ersten „Dämonenreport" heraus.
Danach ist das Dämonen austreiben eine Reaktion auf die Frauenbewegung..
So wie die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen wachse, gedeihen
auf der anderen Seite auch jene religiösen Gemeinschaften, die sich
auf das Urchristentum berufen, und in denen die Männer die „Auserwählten"
sind. Opfer sind ausnahmslos Frauen um die 30, inzwischen fast 300, die
sich für die Gleichstellung von Mann und Frau sowohl
beruflich als auch privat stark machen.
(Glaube und Heimat, 8..1.1984)
Wie ist das unter der WTG?
- GLOSSIERT -
Im Erwachet Nr. 5/86 wird in einer Leserfrage zu „Kein
Sex vor der Ehe" von der WTG Stellung genommen. Über die gleiche Problematik
- und anderen Sexualthemen - wurde in den WTG-Veröffentlichungen schon
viel geschrieben.
Im WT 1/72 geht die Verneinung des Sex vor der Ehe sogar
bis zur Greuelvorstellung.
Eine Leseprobe:
„Sie (die Hurerei) hindert dich nicht nur daran, vor
Gott ein reines Gewissen zu haben, sondern kann auch zu Geschlechtskrankheiten
führen. Solche Krankheiten haben unter jungen Menschen außergewöhnlich
zugenommen. Eine junge: Frau kann dadurch die Fähigkeit verlieren,
Kinder zur Welt zu bringen, und bei beiden Geschlechtern kann es zur Zerrüttung
des Nervensystems kommen.
Und hier stellt der WT die scheinheilige Frage: „Wünschst
du das?"
Ich bin der Auffassung, daß über Sex vor der
Ehe, über Sex in der Ehe und über das Intimleben gesunder Menschen
überhaupt, ein natürliches Reglement besteht, das vom Club der
alten Männer in Brooklyn nicht reformiert werden braucht.
Es ist von der Organisation äußerst reaktionär, die Zeugen Jehovas periodisch mit den Sexanomalitäten made in USA zu bepflastern und zu belasten, :zumal die ZJ dank der geistigen Schonkost: sowieso nur einen schmalen Horizont erblicken und darüber hinaus verklemmter sind als die meiste übrige Christenheit.
Es könnte so sein:
Im „Altmännerclub" Brooklyn muß von Zeit zu
Zeit eine Sexanwandlung umgehen, und ruck-zuck haben die, Schreiberlinge
der Organisation sich neue Anti-Sex-Geschichten einfallen zu lassen. Sex
und Schuldgefühle bringen sie in menschenverachtender Weise so dicht
zusammen, daß die ZJ in Konflikte geraten. Peinlich.
In manchen Artikeln geht es rundheraus um Bevormundung
und Reglementierung in der Gesamtfrage der körperlichen Liebe, und
eins zwei drei halten im Erwachet und im WT zahlreiche Bibelstellen dafür
her, um vornehmlich den jungen Zeugen das Gruseln zu lehren, Wenn es um
Partnerschaft zwischen Mann und Frau geht.
Zu solchen Zeiten, stelle ich mir vor; muß es im
Bethel in Brooklyn muffig riechen.
-Kurt Scharf-
AUS DER WELT DER ZEUGEN
DER NEIDVOLLE HIRTE
(Familienname in diesem Bericht redaktionell gekürzt.
In der gedruckten CV-Ausgabe ist er voll ausgeschrieben)
Der Älteste versteht sich nicht nur als erster Hirte
seiner Herde, sondern er ist es auch. Der Hirte ist mit den guten Eigenschaften
ausgestattet, er ist eigentlich das, was im Erwachet Nr. 2/1986 auf Seite
7. und 8 geschrieben wird: „Du .sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit
deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen
Kraft und mit deinem ganzen Sinn und deinen Nächsten wie dich selbst.'"
Aber was machten wir für eine Erfahrung mit dem Ältesten
Horst A…, 2110 Drögeheide, Bezirk Neubrandenburg?
Wir hatten einen Kongreß besucht und erzählten.
Bruder A… von unseren Erlebnissen und Eindrücken. Der Bruder zeigte
immer weniger Interesse an unserem Bericht, bis er herausplatzte: „Warum
konntet ihr dort sein und nicht ich?"
Das weitere Gespräch verlief im Sande. Noch an. etlichen bissigen Bemerkungen des Bruders kam kochender Neid empor und er entblödete sich nicht, ihn über uns zu versprühen.
Tage später trafen wir mit unserem Kreisdiener Harald M…, 2101 Batznick, .zusammen. Auch ihm gegenüber berichteten wir über den Kongreß. Das neidvolle, ungebührliche Verhalten des Ältesten uns gegenüber verschwiegen wir dem Kreisdiener nicht. Er tröstete uns, aber bagatellisierte die Sache. Das nächste Zusammentreffen mit unserem Ältesten hatte an Spannung nichts verloren, er versprühte weiter primitiven Neid. Auf die Meinung unseres gemeinsamen Kreisdieners pfiff er: „Das interessiert mich alles nicht!"
Meine Frau und ich studierten zu Hause die Bibel, um uns selbst zu trösten und im 1. :Joh. 4:20 fanden wir geschrieben: „Wenn jemand erklärt; Ich liebe Gott und doch seinen Bruder haßt, ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann Gott nicht lieben, den er nicht gesehen hat."
Wir kamen zu dem Schluß, der Älteste Horst
A… hat keine Bruderliebe. Er liebt sich selbst. Jesus sagt:
„Ein jeder Hirte hüte seine Schafe, damit nicht,
der Wolf kommt und sie auseinander treibt"
Unser Ältester hat nichts von den guten Eigenschaften,
die einen Hirten auszeichnen. Müßte sich nicht ein Rechtskomitee
mit dem Verhalten des Ältesten Horst A… beschäftigen?
-E.B.T.-
FÜR ALLE SCHWESTERN BIN ICH DA
Ich wende mich als Leserin der CV heute vor allem, an
alleinstehende und einsame Schwestern, die eventuell Hilfe oder einen Rat
brauchen.
Ich, war 10 Jahre Zeugin, und viele Jahre davon plagten
mich Fragen wie:
1. In welcher Bibelstelle wird uns verboten, unseren
Geburtstag zu feiern, meiner Mutter, die evangelisch ist, zum Geburtstag
„alles Gute" oder „Gottes Segen" zu wünschen?
2. Hat die Art der Durchführung des Gedächtnismahles
wirklich etwas mit der: Bibel zu tun?
3. In welcher Bibelstelle wird uns geboten, unseren Ältesten
monatlich die Zahl der Stunden zu nennen, die wir im Felddienst verbringen?
Nicht die Fragen allein sind es, die.. an meinem Gewissen rüttelten, auch ein Gefühl, das Gefühl, daß die Nächstenliebe der ZJ, der Umgang der Zeugen miteinander; nirgends unter die Haut geht, sondern oft nur kalte Worte oder Gesten sind.
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" und sind
die Früchte nicht Liebe, Güte, Freundlichkeit, die ich zehn lange
Jahre vermißte.
Deshalb, weil es schmerzlich ist, weil es an Liebe, Güte,
Freundlichkeit mangelt, biete ich mich euch liebe Schwestern an, um mit
euch zu korrespondieren oder zu sprechen.
Meine Anschrift habe ich in der CV-Redaktion hinterlegt.
Jeder, der sie haben möchte, kann sie dort abfragen.
-Inge Norwak, Leipzig-
„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner;
DDR 6500 Gera, Dtto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; :Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch
kostenlos
Konto-Nr: 4564-30-1952 Genossenschaftskasse für
Handel und Gewerbe, Gera
A 322/86 V 7 1 1227 N 2