Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 204
In rückblickender Geschichtsbetrachtung, muss man wohl bestätigen. Einer (von mehreren) Katalysatoren für den Fall des Ostblocks war, dass der Westen, namentlich die USA, ihn „totgerüstet" hat. Schon zeitgenössisch waren die kommunistischen Machthaber sich über diesen Umstand im klaren, und versuchten durch möglichst breit angelegte „Friedenskampagnen" gegenzusteuern. Innerhalb dieser Kampagnen war den Kirchen und Religionsgemeinschaften, ein durchaus als hoch zu bezeichnender Stellenwert zugewiesen.
Eine Religionsgemeinschaft, die sich dem verweigerte (nicht erst in den 80er Jahren sondern nachweisbar auch schon davor). Somit nicht unbedingt in den Kontext gestellt werden kann. Verweigerung aus aktuellen (westlich inspirierten) politischen Überlegungen. Die Zeugen Jehovas.
Ob dieser Verweigerungshaltung werden sie auch in der CV 204 wieder massiv angegriffen.
Ihre Harmagedontheorie, kombiniert mit der Reagan-Politik „Krieg der Sterne" bildet das diesbezügliche Gerippe.
Wenn man durchaus eine Konformität der Zeugen Jehovas mit der USA-Politik nachweisen kann (und letzteres ist der Fall), so geht die CV doch wider einmal einen Schritt zu weit.
Sie unterstellt nämlich:
„Zu diesem vom WT für gerecht gehaltenen Massenmorddenken, alle anderen betreffend, kommt man heute nicht umhin, an die nazistischen Massenmorde zu denken."
Das wiederum ist der Sprichwörtliche Tropfen, der zuviel ist, bei einem schon bis zum Rande voll gefüllten Fass mit kommunistischer Propagandajauche.

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 204 GERA JULI 1986

Inhaltsangabe
JAHRBUCH 1986 -
EIN GAUKELSPIEL MIT DEN ZAHLEN
WIR PRÜFEN WT NR. 4-5/86
BESTÄNDIG IST DER WECHSEL
WTG BRAUCHT
UND SCHAFFT GEISTIGE NAIVLINGE
MODERNE PHARISÄER
AUS DER WELT DER ZEUGEN

DIE WTG EINE ANTI-FRIEDENSBEWEGUNG!
HERAUSFORDERUNGEN
Das Thema Frieden ist nach dem neuesten Stand d. Dinge so herausfordernd geworden, daß wir es vor Gott, unseren Mitmenschen wie letztlich vor dem eigenen Gewissen angesichts unserer Erfahrung und unseres Wissens um die Dinge nicht verantworten könnten, uns dem mit unserer ersten CV-Beratung dieses Jahr nicht zu stellen.
Was ist dieser Stand der Dinge?. Es ist der in jüngster Zeit erreichte Stand der West-Ost-Situation, die DDR und wir als christliche Staatsbürger eingeschlossen, und das gegenwärtige Eingreifen. der WTG in dieser Situation, wie gehabt unter Mißbrauch ihrer Zeugen. Ein Eingreifen in einem bestimmten Bereich und Ausmaß nur, aber mit einer nicht zu unterschätzenden Ausstrahlung. Nicht ohne Grund hat mit dem neuen WTG-Zweigbüro in Selters/BRD der deutsche Sprachraum das zweitgrößte WTG-Zweigbüro im Weltmaßstab bekommen mit Zuständigkeiten für ganz Osteuropa, was besonders die Literatur betrifft. Womit die WTG bekanntlich steht oder fällt.

Folgende Hauptfaktoren prägen, nun die Situation, und die WTG greift wie folgt ein. 1986 ist von der UNO zum Jahr des Friedens erklärt worden. Unser Land, dessen Bürger wir sind, wie der Apostel das zu seiner Zeit ebenfalls freimütig sagte, Apg. 22:25, ist bekanntlich, Mitglied der. UNO. Nun sagt Artikel 8 unserer Verfassung,. daß die der friedlichen Zusammenarbeit dienenden Regeln des Völkerrechts auch für jeden Bürger verbindlich Mit ihrer WT- und. Erwachet-Kampagne vom Oktober 1985 gegen die UNO geschieht nichts Geringeres, als daß die WTG dies Verbindlichkeit insbesondere für einen Christenbürger einfach aufhebt.

Weiter: Während wir hier beisammensitzen läuft eine WTG-Kampagne´ gegen die UNO und das 1986-Friedensjahr mit einer Neuauflage des WTG-Buches. von 1973 „Wahrer Friede und Sicherheit", u. a. umfrisiert und wegradiert, was damals im Blick auf „1975" über ein „ganz nahes" Ende des „Scheidungswerkes" (S.73) prophezeit war. Wir werden uns das noch besonders vornehmen.

Den noch vor uns liegenden Höhepunkt bilden ohne Zweifel die WTG-Kongresse 1986 „Göttlicher Friede". Dieses Thema wurde im Blick auf das Friedensjahr 1986 festgelegt und zeigt, wie sich die WTG sehr wohl stets auf die politische, Lage einstellt. Wir können uns hier mit Sicherheit auf einen Gipfel an Friedensdemagogie seitens der WTG gefaßt machen. Auch darauf werden wir zur gegebenen Zeit antworten.

Ein Faktor schließlich prägt schon die Situation, den die WTG in seinen Dimensionen allerdings noch nicht. berücksichtigt hat. Mit Sicherheit aber brüten sie darüber in Brooklyn schon. Denn das berührt wie nichts anderes jetzt ihre über 100 Jahre schon hingezogene Weltendelegende - Gemeint ist einerseits die sog. Strategische Verteidigungs-Initiative (SDI) der USA, die Überziehung des Globus mit einem Sternen-Kriegs-System von Weltraumwaffen, einer Weltraumaufrüstung, und andererseits die Planung der Sowjetunion (Gorbatschow-Programm 15.1.86), keine Weltraumaufrüstung, sondern völlige Befreiung der Welt von Atomwaffen bis zum Jahre 2000. Inzwischen hat ein erbittertes Ringen in dieser Frage begonnen, das auch Christen und Kirchen nicht ausnimmt. In einem sowjetischen Kommentar- heißt es dazu: „Wir verhehlen es nicht, es ist uns bei weitem nicht gleichgültig, ob unser Stahl zu Schwertern oder zu Pflugscharen verwendet wird. Die Erdbewohner sind es müde, in Erwartung einer Apokalypse zu leben".

Und genau hier fährt die WTG mit ihrer angeblich unvermeidlichen Harmagedon-Massenmord-Apokalypse dazwischen; in der das „Blut in Strömen fließen" werde, und die 69 Millionen Toten der zwei Weltkriege Hinter Sachsenhausen, Ravensbrück, Buchenwald, nichts sein werden im Vergleich zu den Opfern" dieses Massenmordes. (Harmagedon von einem Gott der Liebe? WT 1. 2. 85)

FÄLLIGES TRIBUNAL
Wer uns angesichts all dessen nun wegen unserer Entlarvung der diesbezüglichen WTG-Friedensdemagogie und vorgenommenen Neuorientierung für ZJ unchristlichen Richtgeist unterstellt, möge 1. Kor. 5:12 lesen, wonach Christenmenschen das Recht haben. „die zu (ihrer) Gemeinde Hörigen zu richten". Kommen wir damit zu einem Tribunal über die WTG, ihr Vorgehen gegen die UNO, gegen das Friedensjahr 1986, gegen die weltweite Friedensbewegung, gegen ihre „Friedens"-Verkündigung, ihren Harmagedon-Massenmord-Krieg als „Akt der Liebe Gottes" auszugeben. Wir müssen die WTG anklagen, mit ihrer Anti-UNO-Kampagne seit Oktober 1985 mit einer dreisten Täuschung, Vertuschung. Unterschlagung und Verlogenheit vorzugehen. Es ist eine. pure WT-Erfindung daß „Tier aus dem Abgrund'" (Offb. 17:3,8,11) die nach dem 2. Weltkrieg ins Dasein getretene UNO sei (WT 1.2.86 S.7). Die WTG unterschlägt hier ihre eigenen „göttlichen Wahrheiten", wonach dieses „Tier" das päpstliche/Reich nach 1870 war, dann der Völkerbund nach dem 1. Weltkrieg (Schriftstudien Band 7, 1917; Licht II 1930).

Wir haben im WT heute also bereits die 3. Version eines haarsträubenden Schwindels vor uns!, Dazu kommt eine abgefeimte WT-Demagogie. Behauptet der WT vom 1. Okt. 1985 S. 15 doch, es sei „die Erwartung vieler" gewesen, der Völkerbund seinerzeit sei das „Tier" gewesen. Es war nicht „die Erwartung vieler, es war die WTG mit ihrem Licht von Gott" von 1930 weltweit. Was für eine heuchlerische Reinwaschung der WTG vor der Öffentlichkeit heute ist das doch!

Dazu, daß Gott aus Liebe im WT-Harmagedon gar die beiden Weltkriege in den Schatten stellen soll, kann man nur die Anti-WTG-Protestdemontration 1984 vor dem WTG-Hauptbüro in Brooklyn zitieren: Eine Ansicht von Gott, sadistisch, geistesgestört und abscheulich, zu brutal an Gräßlichkeit, grausig jenseits humanen Denkens, ein simples, naives Vorstellungsvermögen, neurotisch, psychotisch, eine Art Massenhypnose mit leidenschaftsloser und gleichgültiger Kaltblütigkeit.

Zu diesem vom WT für gerecht gehaltenen Massenmorddenken, alle anderen betreffend, kommt man heute nicht umhin, an die nazistischen Massenmorde zu denken. Danach sind die WTG-Denker und WTG-Vordenker gar faschistoid! Etwa nach der Weise Heinrich Himmlers!
Wer heute solche Massenvernichtung predigt wie die WTG, muß sich vorhalten lassen:
Hinter Sachsenhausen, Ravensbrück, Buchwald, Mauthausen, Treblinka, Majdanek und Auschwitz gibt es für niemanden ein Zurück! Auch die WTG muß sich daran messen lassen!

EINE ANTI-FRIEDENSBEWEGUNG
Schließlich müssen wir die Wachtturmorganisation als eine Anti-Friedensbewegung anklagen, die in der Atomwaffenfrage gar die Geschäfte der USA-Regierung Ronald Reagans betreibt!
Wenn die WTG irgend frieden predigt, so allein für ihre ZJ und zu ihren Bedingungen. Für alle anderen Menschen zitiert sie bekanntlich in ihrem Bibelmißbrauch Jesaja 57: 20,21: „Kein Friede den Gesetzlosen". Was allen anderen da gepredigt wird, ist nicht Friede, sondern der Friedhof, das Massengrab im WT-Harmagedonkrieg. Und wo diese WT-Friedhofspredigt hinreicht, wird jede Bereitschaft, sich einer realen Friedensbewegung etwa gegen Atomwaffen, für Abrüstung oder für das Einfrieren der Atomwaffen anzuschließen, gründlich verhindert oder zerstört. Jeder WT-Zeuge ist der lebendige Beweis hierfür.

und wie das alles der Atomwaffenpolitik der Reagan-Regierung dient, wurde speziell 1983 offenbar. In Erwachet vom 8. 4. 83 und 22. 11. 83 ließ sich die WTG ausführlich gegen die internationale Friedensbewegung aus, und stellte sie als vergeblich, sinnlos und nutzlos hin. Konkret betraf dies das Verlangen nach Einfrieren der Atomwaffen. Dazu zitierte sie Präsident Reagan, wie er u. a. an die Katholiken der USA appelliert, ein Einfrieren der Atomwaffen abzulehnen (Erwachet 8. 4. 83, S. 7).

Damit demonstrierte die WTG ihre völlige Übereinstimmung mit diesem Reagan-Appell. Diese Erwachet-Kampagne wendet sich im Grunde gegen jede Beteiligung an der internationalen Friedensbewegung gegen die heutigen Kriegsgefahren.
Damit ist die Wachtturmbewegung dahin verwiesen; wohin sie heute gehört:
Sie ist real eine Anti-Friedensbewegung, die dazu beiträgt, die reale Friedensbewegung in West und Ost spalten und lähmen zu helfen, Christen aus ihr entfernen zu helfen, sie praktisch zu zerstören, so weit der WT-Arm reicht. Wie gesagt, jeder WT-Zeuge ist der lebendige Beweis dafür. -

JAHRBUCH 1986 - EIN GAUKELSPIEL MIT DEN ZAHLEN
SEHR gut erinnere ich mich noch, daß in jenen ersten Wochen, da ich Kontakt zu den Zeugen Jehovas bekam, Bruder L. der mein Studium anleitete, sagte, daß die Zahl derer, die nach Harmagedon den Beginn des 1000jährigen Königreiches erleben werden, grenzenlos sein wird, wie die Zahl der am Himmel stehenden Sterne.

NACH 1975, die Frau des Bruders L. war durch das Nicht beginnen von Harmagedon schwankend geworden, sagte der Bruder in einer Zusammenkunft:
„Wir dürfen nicht annehmen, daß eine große Zahl Harmagedon überleben wird.
Schon die Zahlen, die uns jetzt die Brüder im neuen Jahrbuch nennen, könnten die endgültigen sein. Hier und da wird es noch solche geben, die Jehova untreu werden, hier und da werden neue Brüder und Schwestern hinzukommen, aber es wäre möglich, daß kein großer Zuwachs mehr erfolgt."

So optimistisch sich die zuerst geäußerten Worte stimmten, so sehr schockierten mich diese Feststellungen. Gerade durch diesen Widerspruch wurde ich aufmerksam und begann zu vergleichen.
DA erst bemerkte ich, daß jene beiden Äußerungen des Bruders L. nur ein kleines ziemlich harmloses Beispiel für ein riesengroß aufgezogenes Betrugsmanöver ist, das geschickte Jonglieren mit statistischen Zahlen in den Jahrbüchern.

VERGESSEN ODER WEGGELASSEN?
Wenn uns alljährlich die WTG in ihren Jahrbüchern die Ergebnis des Vorjahres vorstellt, wird uns eine bestimmte Konstanz der Mitglieder, der Interessierten, ja eine gewisse Aufwärtsentwicklung vorgegaukelt. Natürlich ist es immer unangenehm, unter dem Strich auch Negatives nennen zu müssen aber der Vollständigkeit muß es genannt werden, sonst stimmt das gesamte Bild nicht. Das Gaukelspiel besteht im „Weglassen" derjenigen, die aus der WTG hinweggingen, aus welchen Gründen auch immer oder ob sie gegangen wurden, es soll hier im Moment keine Rolle spielen. Wir wollen lediglich darauf hinweisen, daß nirgends in den Jahresbilanzen diese Zahl genannt wird. Man kann sie sich errechnen, z. B. die Brüder und Schwestern in den meisten Zusammenkünften haben kaum genug Jahrbücher' und Zeit und Gelegenheit, :um es wirklich gründlich zu errechnen, vergleichen und prüfen. Also wird in der WTG bewußt damit spekuliert, daß jene Zahl nicht beachtet wird, letztlich sind es ja verlorene Menschen, dem Tode in Harmagedon anheimfallend. Nur, kann man denn Menschen in dieser Zahl einfach „vergessen"? Kann man sie einfach auslassen?

EINFACH AUS DEM LEBER GESTRICHEN?
ES entspricht den Praktiken der WTG, daß sie jene, die nicht in ihr Konzept passen, zum Tode verurteilt, symbolisch der Vernichtung preisgibt. Aber das ist keine Lösung, denn jene „Hinausgegangenen" schweigen ja nicht. Wenn sie auch nicht gleich erfolgreiche Bücher über ihre schlimmen Erfahrungen veröffentlichen, sie sprechen davon zu so manchem, und so gesehen steht der WTG ein weltweites Heer von-wahrheitsliebenden Christen, die die WTG kennen und verachten lernten, gegenüber. In Brooklyn glaubt man, wenn man sie nicht mal in der Statistik nennt, gibt es sie nicht mehr. Nun, es gibt sie doch, und sie legen ein Zeugnis ab gegen die WTG weltweit. Mit Verschweigen dieser Umstände seitens der WTG beweist diese nur einmal mehr ihre geradezu neurotische Angst vor Pannen, Blamagen, Katastrophen, ihre vor noch größerer Isolierung weltweit.

DIE leitende Körperschaft marschiert im Geiste ihrer Gründer mit politischem und wirtschaftlichem Geschick, aber sie kann damit die Wahrheit, die gegen sie zeugt, nicht kleiner oder anders machen.. Und das Verschweigen von weit über 1,2 Millionen schwarzen Schafen in 20 Jahren ist für die WTG ein vernichtender Richtspruch, der sich trotz ihrer wirtschaftlichen Stärke zunehmend verhängnisvoll auswirken, wird.
- Hermes-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NUMMER 4 und 5/1986
NEBENARTIKEL
„Die Apokalypse - wann?" und
„Der Papst und die Apokalypse"
Die Studienartikel dieses Wachtturms, behandeln das Abendmahl, ohne aber die bekannten Standpunkte zu revidieren. Allerdings muß die WTG nun zugeben, daß sich Joh. 6:53 nicht nur - wie vorher fälschlich angenommen - auf die gesalbten Christen, sondern auch auf die große Volksmenge bezieht. In der Praxis ändert sich dadurch aber nichts.

EIN WEITERER 1914-BEWEIS?
Die WTG klammert sich an jeden Strohhalm, um die Glaubwürdigkeit der 1914-Generation doch noch zu beweisen. Diesmal versucht man es anhand der 272 000. Veteranen des Ersten Weltkrieges, die im Dezember 1984 in den USA noch lebten (siehe S. 5).
Ist dies ein Beweis dafür, daß .die-1914-Generation doch noch nicht vergangen ist? Der unvoreingenommene Zeuge möge urteilen: Von über 300 Millionen Menschen in den USA erlebten eben jene 272 000 bewußt das; Jahr 1914. Das sind noch nicht einmal 0,1% der Gesamtbevölkerung.

Eine zu Recht gestellte Frage:
„Wie lange wird es daher noch dauern, bis der letzte Veteran des Ersten Weltkrieges gestorben ist?" Allerdings brauchen wir nicht so lange warten, bis der „letzte Veteran" gestorben ist:
Schon jetzt verkörpert diese Minderheit
1. rein zahlenmäßig und
2. in Anlehnung an Psalm 90:10 nicht mehr die 1914-Generation. Diese ist - ganz objektiv gesehen - schon vergangen.

„SUCHE FRIEDEN ZU FINDEN"
„Der Papst versucht wie ein geistiger Herkules, die Supermächte auseinander zuhalten und ein nukleares Harmagedon abzuwenden.'" (S. 7)
Das paßt der WTG natürlich nicht.
„Es scheint, daß sich die Sorgen der Kirchenführer mehr auf eine globale Zerstörung durch Menschen konzentrieren als auf einen gezielten Eingriff Gottes in die Angelegenheiten des Menschen - die in der Bibel vorausgesagte Apokalypse."

Deutlicher ausgedrückt:
Jede Friedensbemühung, jedes Engagement für eine Verhinderung eines weiteren Krieges oder sogar Weltkrieges, jedes Einsetzen für Ordnung und Sicherheit, für soziales Wohlergehen der Menschen wird von der WTG verurteilt.
Sie wünscht sich offenbar, daß diese angeblich so verderbte Welt lieber heute als morgen vernichtet wird. Vier Milliarden Leichen muß es geben, damit drei Millionen ZJ in Gerechtigkeit (bzw. was die WTG für Gerechtigkeit hält), leben können.

Welche Auslegung der Bibelstelle aus Römer 12:18:
Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden." (NW) Welche Auslegung der Bibelstelle aus Psalm 34:14!
„Wende dich weg vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden zu finden, und jage ihm nach." (NW)

Wonach aber jagt die WTG?
Offenbar jagt sie ihrem Harmagedon nach und darüber hinaus den Menschen. die ihren Nächsten etwas Gutes tun wollen in einer Form, die über die ZJ-gemäße Verkündigung
einer Schreckensbotschaft weit hinaus geht!

WACHTTURM NUMMER 5/1986
STUDIENARTIKEL
„Hiobs Lauterkeit
Wer kann sie nachahmen?
NEBENARTIKEL
„Sich nach Jehovas Wegen ausrichten"
WIE MAN FEHLER ZUGIBT
Offensichtlich spricht die WTG aus Erfahrung:
„Es ist, nicht immer leicht ,sich korrigieren zu lassen." (S. 19)

Geht sie doch, nur sehr widerwillig auf die gutgemeinten Ratschläge ihrer Mitverbundenen und Kritiker ein. Und wenn der „kluge Knecht" an dem „wunden Punkt" angelangt ist, an dem er die bisherige Lehrmeinung nicht mehr aufrecht erhalten kann, bedient er sich mehrerer Methoden:
1. Die neue Lehre wird durch die „Hintertür" (Nebenartikel des WT, Leserfragen, Erwachet u. ä.) fast unmerklich für die Leser eingeführt.
Man versucht, einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.
2. Den ZJ wird die neue Lehre nach der „Vogel friß oder stirb"-Methode vorgeknallt.
3. Die derzeit beliebteste Art zur Einführung neuer Lehren:
Sie wird als „helleres Licht" deklariert. Indirekt trägt also Jehova die Schuld daran, wenn die ZJ vorher im dunkeln tappen.

Egal, welcher Methode sich die Brooklyner Brüder bedienen, eines vermeiden sie möglichst: Zuzugeben, daß sie sich geirrt haben. Fehler werden - wenn überhaupt,- erst nach Jahrzehnten eingestanden.
Ihren Mitverbundenen aber erteilt die WTG gute Ratschläge. Wird sie sich nun selber in Zukunft an ihren eigenen Ratschlag halten, der da lautet:
„Werden wir, wenn wir korrigiert werden, Hiob nachahmen, indem wir zugeben, daß wir 'ohne Erkenntnis geredet haben', und dann 'widerrufen' ?(Hiob 43:3,6)." (?)

EINE NOTWENDIGE ANMERKUNG
„Im laufe der :Jahre mußte Bruder Rutherford viele gemeine, Angriffe hinnehmen. Doch diese; Beschuldigungen konnten uns" die wir mit ihm zusammenarbeiteten und erlebten, wie er jeden Morgen für geistige Belehrung sorgte, nicht erschüttern Wir lernten ihn so kennen, wie er wirklich war - als einen Zeugen für Jehova Gott.

Was wäre dem noch hinzuzufügen?" (S. 24)
Nun, hierzu gäbe es mehr zu sagen, als man in dieser kurzen Abhandlung schreiben kann. Für wieviel Leid unter seinen Anhängern ist gerade Rutherford veranwortlich zu machen!
Unter anderem geht auf sein Konto:
Die Einführung des Verbotes zur Ableistung des Wehrdienstes, die falsche Auslegung der „Obrigkeiten"-Problematik, die Verkündigung von mindesten 2 falschen Weltendeterminen, die Umstrukturierung der WT-Organisation, die viel Leid heraufbeschwor, die falsche Prophezeiung in Verbindung mit der Auferstehung der alten Glaubenstreuen, die Verteufelung des Kommunismus und vieles andere mehr.
Dem gäbe es darüber hinaus noch sehr viel hinzuzufügen!
- Gerd R ... -

CV WARNT DIE ZEUGEN JEHOVAS
Da bekannt wurde, daß auch unter Zeugen das Heilkräuterbuch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes" von einer Maria Trebens benutzt wird, machen wir hiermit bekannt, daß inzwischen ärztlicherseits vor diesem „Gesundheitsbuch" gewarnt wird. Es werden darin Heilkräuter angepriesen auch für die Behandlung von Hodgkinscher Krankheit, Leukämie, verschiedene Arten von Krebs, multipler Sklerose und Diabetes Mellitus. Die Ärzte Dr. B. Freudewald in Schwarzenberg, Dr. Steinbach in Elbingsrode und Dr. Woretz in Annaberg-Buchholz lassen warnen (Wort und Werk Nov. 83), daß in diesem Buch grobe Irrtümer enthalten sind.

WTG BRAUCHT UND SCHAFFT GEISTIGE NAIVLINGE

DIES ist aus einem CV-Gespräch mit einem der aus einer Org.-Funktion kommt. Wegen seiner besonderen Situation muß zu seiner Person Diskretion gewahrt werden.
Zur Diskussion stand der WT vom 15.10.81 mit der antikommunistischen Hetzkarikatur eines bestialisch zähnefletschenden, aggressiven „Sowjetbären" sowie der entsprechende Artikel dazu.

Das Gespräch
CV: Ihr wollt unpolitisch und neutral sein?, Ist das hier aber nicht antisowjetische Politik? Der ganze nachfolgende Artikel könnte doch in einer entsprechenden politischen Tageszeitung stehen
Br. X: Der WT bringt die Wahrheit. Ist das denn hier nicht die Wahrheit?
CV: Lenk mal jetzt nicht ab. Es geht nicht darum, ob der WT die Wahrheit bringt, sondern ob der WT politisch oder unpolitisch ist .Ob das wahre oder falsche Politik im WT ist kann man dann noch erörtern.
Br. X: liest die WT-Präambel auf S.2) Ja, hier steht, der WT ist unpolitisch.
CV: Na und? Ist dieser gleiche WT mit seiner antikommunistischen Hetze unpolitisch?
Br. X: Das kann ich wohl nicht sagen, wenn ich das hier vor Augen habe.
CV: Der WT sagt unpolitisch und ist in Wahrheit hochpolitisch, nicht wahr? Damit enthält die WT-Verkündigung eine ungeheure politische Lüge. Oder kannst du zwischen politisch und unpolitisch, nicht unterscheiden?
Br. X: (faßt sich an den Kopf) Doch! Natürlich! Diesen Widerspruch habe ich bisher überhaupt nicht überlegt. Ich muß CV darin recht geben. Da kann ich wirklich nur staunen, wieso ich das bisher nicht gesehen habe. Da das eine brisante Thematik ist, kann ich nur wiederholen, CV hat recht. Der WT ist nicht unpolitisch.
(Unser Bruder saß recht erschüttert da.)
CV: Kannst du als erwachsener Mensch wirklich solche WT-Widersprüche vertreten und verbreiten?
Br. X: (flüchtet noch einmal in die Frage)
Aber ist das nicht die Wahrheit?
CV: Darüber können wir diskutieren. Aber das ist dann eine politische Diskussion. Natürlich sagt der WT nicht die politische Wahrheit, von Anfang an war und ist die Sowjetunion die Angegriffene, um sie zu vernichten, zuletzt im 2. Weltkrieg. Aber wir werden sehen.
Br X: Lassen wir das jetzt. Ich sehe in der Tat, der WT ist nicht unpolitisch. Das hatte ich bisher überhaupt nicht für möglich gehalten. Wie-habe ich die Organisation bisher immer als völlig umpolitisch hingestellt! Wie konnte ich so einfältig sein! Ich staune über mich selbst

Was macht die WTG hier?
DEM indischen Studenten Sunil-Madria in Bombay antwortete der sowjetische NZ-Kommentator Wladimir Shitomirski zu der Frage der antikommunistischen psychologischen Kriegführung u. a.: „Wie der namhafte Propagandatheoretiker Chookas (USA) behauptet, komme es vor allem darauf an, 'einen Menschen zu schaffen, der völlig unfähig ist, Sachverhalte zu begreifen und kritisch und vernünftig zu denken, also einen Menschen auf tiefstem emotionellen Niveau, der nur ist, auf äußere und folglich künstliche Reize und auf Weisungen zu handeln.'

So will man Menschen verdummen, damit sie nicht selbständig über die sozialistische Wirklichkeit nachdenken und die Auslegung von Tatsachen, die ihnen von den Widersachern des Sozialismus aufgedrängt wird, auf Treu und Glauben hinnehmen."

DAS EINZIG BESTÄNDIGE IST DER WECHSEL
Seit über dreißig Jahren war ich ein überzeugter und eifriger Anhänger und Verkünder der vom WT gegebenen Mitteilungen.
In der Situation nach 1945 schienen sie mir eine logische Erklärung der Ereignisse Lichte der Bibel,- mit der ich mich bis dahin noch nie beschäftigt hatte. Es hatte allerdings auch damals schon: genügend Hinweise gegeben, 0 daß diese Lehre eine sich ständig ändernde ist. Ja, auch bei ihr ist das einzig beständige der Wechsel.

Nun, wenn einem Gott noch etwas bedeutet, muß man früher oder später darauf verfallen wie die „Großen" in Brooklyn mit diesem Gott und seinem Sohn, Jesus Christus, umgehen. Jeder neue Einfall wurde als „Licht aus dem Tempel Jehovas" etikettiert, was aber die wahren Erfinder nicht davon abhielt, das Licht beliebig wieder abzuschalten und durch neues, noch helleres Licht zu ersetzen. Das geschieht dann stets nach dem Motto, „einige dachten".

So setzt sich die WTG ÜBER Gott und macht diesen zu ihrem kümmerlichen Werkzeug. Sie macht ihn zu einem hilflosen Wurm, der natürlich auch keinerlei Verheißungen erfüllen kann. Wer sich auf diesen „Gott" verläßt, ist verlassen. Er ist weniger wert, als gar kein Gott.

Dieser Lügenmechanismus hält aber die Leute bei der Stange. Jeder ist verpflichtet, der Weisung der Gesellschaft zu folgen, ist sie doch der Kanal. Eigene Ansichten zu äußern, ist absurd.
Haben sich nun die kanalisierten Lichtblitze als unzutreffend erwiesen, was immer nur eine Frage der Zeit ist, dann heißt es, „einige dachten". Sie können aber ihren - imaginären - Fehltritt durch vermehrten Eifer und ebensolche Treue wieder wettmachen. So ist es gerade die Lüge, die die Treuen aneinander bindet. Und jeder ist froh, eine Erklärung für die Nichterfüllung bekommen zu haben und DENNOCH keine Konsequenzen ziehen zu müssen. Denn. Refrain, „wohin sollen wir denn gehen?"

Entweder steht also die WTG ÜBER Gott und kann ihn manipulieren, oder sie hat allezeit bewußt die Unwahrheit gesagt, d. h. gelogen, um ihre Ansichten mit einem bedeutenden Etikett zu versehen. Unter dem Vorwand, Gott zu ehren, hat man ihm über Hundert Jahre bescheinigt, daß er keine Ehre verdient, da er absolut nicht weiß, was er will. Man kann doch etwas nicht nach Belieben ziehen und zerren, und dabei hoffen, daß es heil bleibt!

Gott ist, oder er ist nicht. Aber wenn er ist, was ich fest glaube, wird er sich weder von der WTG, noch von irgendeiner Gruppe von Anhängern eitler Gemeinschaftsgründer vorschreiben lassen, was er und wie er es zu tun hat. Er wird es so tun, wie er es an dem Beispiel seines lieben Sohnes gezeigt hat.

Unter dem Beistand guter Menschen und, wie ich hoffe, auch unter dem des Geistes Gottes und seines Sohnes, gelang es. mir endlich, über die kleinen Zweifel hinauszuwachsen und einigermaßen das Prinzip zu erfassen, gemäß dem Gott und sein Wort durch Lügen in seinem Namen systematisch entwertet werden. Viele spüren das vielleicht, doch wer viel an und Kraft investiert hat, ist meist froh, einen Grund zu finden; alles beim alten zu Zeit belassen.

So kann die neue „Wahrheit"' der ursprünglichen, die der Anlaß war, das „Werk des Jüngermachens" in Gang zu setzen, diametral-entgegengesetzt sein, die meisten werden keinen Anstoß nehmen und sich ihrem Willen gemäß, weiter belügen lassen. Auch hat jeder Angst, dann in der Luft zu hängen,- sind doch alle Brücken abgebrochen. Der Zusammenhalt innerhalb der WTG aber beruht zumeist nur in der gemeinsamen Überzeugung. Eine darüber hinausgehende menschliche: Zuneigung ist äußerst selten. Jemand, der DAS nicht mehr glaubt, ist von vornherein suspekt.

Indem eitle Menschen ihre Meinung. unter dem Etikett „Gottes Vorhaben" auf den Markt und an den Mann bringen wollen, um ihren Erfindungen größeres Gewicht zu verleihen, bringen sie langsam aber sicher selbst das Schiff zum Sinken, das sie trägt. Einmal schlägt die Lüge auf ihre Erzeuger zurück.

Das langsame Erkennen dieser Umstände und keine persönlichen Gründe bewogen mich zur Abkehr von der WTG und ihren Lehren, denen ich so lange, viel zu lange. begeistert lauschte.
Man sollte nicht enttäuscht sein, wenn mann aus dem Traum gerissen wird, sondern dankbar, daß es überhaupt noch geschehen ist. Man muß für alles bezahlen und niemand wird ganz ohne seinen Willen betrogen.
Man kann nicht damit rechnen, daß Gott bei uns Abbitte leistet, weil es uns gefallen hat, uns in seinem Namen besser vorzukommen als alle anderen Menschen.
Ihm, dem allein wahren Gott, und seinem lieben Sohn Jesus Christus, gebühren allein die Ehre und die Herrlichkeit.
-HG-

GEDANKEN ZU DEM BUCH „JEHOVAS ZEUGEN IN GOTTES VORHABEN"
Dank CV hatte ich nun vor kurzem die Gelegenheit, ein interessantes Buch zu lesen, welches unter dem Titel „:Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegeben wurde. Es gab mir einen recht. aufschlußreichen Einblick in die Verbreitung, in die verschiedenen Formen der Verkündigung und auch in das anstrengende Leben der Menschen, die sich nach Meinung der WTG unter dem wahren Namen Gottes vereinigt haben.

Wenn man mich fragt, was mir besonders bei diesem Buch auffällt, muß ich sagen, daß mehr über Erfolge im Gerichtssaal berichtet wird, als über andere Dinge im Leben einer Glaubensgemeinschaft.
Man scheint wohl etwas vergessen zu haben, daß wir einen viel besseren und höheren Richter haben und dort hilft uns kein noch so guter Rechtsanwalt.
Es fehlen eigentlich vollkommen Berichte über Werke, .an denen sichtbar wird., anderen Menschen Gottes Liebe nahezubringen, sieht man von der reinen wörtlichen Verkündigung ab. Daß man dabei recht forsch vorgeht, sieht man, auch daran, daß in den Überschriften Worte wie „Offensive" und „Kampf" erscheinen.

Warum zum Beispiel nur Abel, Noah ( sowie :Jesus und seine Jünger gerade zu den Zeugen Jehovas gehören sollen,. ist mir allerdings nicht ganz klar. Steht doch in Apg. 10:35 (Einheitsübersetzung) eindeutig:
„Er liebt alle Menschen, ganz gleich, zu welchem Volk sie gehören, wenn sie :ihn nur ernst nehmen und nach seinem Willen leben."
Wenn ich dies tue, werde ich zum Zeugen für Gott, brauch allerdings keine Wachtturm-Gesellschaft dazu.

Daß dieses Buch nicht einen Anspruch auf Vollständigkeit haben kann, wird jedem sicher klar sein; doch warum bei dem Artikel über die Abkehr vom wahren Glauben gerade nur als Beispiel für radikale Ideologien, die von Marx und Engels genannt werden, hat sicher etwas mit der „Neutralität" der WTG zu tun. Im ziemlichen DUNKEL hat man auch den Widerstand in den eigenen. Reihen gelassen, der 1919 bei der Reorganisation auftrat.

Äußerst interessant war für mich auch, wie man die 1935 erfolgte Änderung im Lehrwerk ausführte. Die „große Volksmenge" aus Offb. 7:9 wurde auf die in Matth. 25:31-46 „Klasse der Schafe" bezogen. Das hatte zur Folge, daß nicht mehr wie vorher die zerstreuten Schafe der Gesalbten Gottes gesucht werden, sondern daß man Vorbereitungen treffen mußte, die vielen „anderen Schafe" .in die Hürde Christi zu bringen. Nun wäre es natürlich wiederum interessant, wie in einem ähnlichen Buch in ein paar Jahren die neuen Änderungen am Lehrwerk dargestellt werden würden.

Sehr abstoßend wirkte auf mich, wie man über die Verfolgung und Qualen vieler Zeugen während des 2. Weltkrieges berichtete. Statt der vielen Opfer zu gedenken, lautet die Überschrift „Konzentrationslager vermögen die Lobpreiser Gottes nicht zum Schweigen zu bringen". Vie1leicht denkt man in Brooklyn, daß ja genug Verkündiger übriggeblieben sind, dem dann, der „Musterkongreß" 1946, in Cleveland, Ohio und die Anstiege der Mitgliederzahlen. in der „Ostzone" wohl recht zu geben scheinen.

A1s Fazit komme ich zu der Feststellung, daß dieses Buch sehr gut geeignet ist.. viel über die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas zu erfahren und nicht das Äußerliche, sondern auch von deren Einstellung und Ansichten, welche ja durch die WTG bestimmt werden. Demnach wird man dieses Buch sicher nicht mehr allzu oft im Bücherregal eines Zeugen finden, denn vieles wird ja schon wieder „in einem neuen Licht" gesehen.
Er hat bestimmt ein wesentlich neueres, diesmal mit farbigen Abbildungen.
-Frank Hoffmann-

MODERNE PHARISÄER
Zur Zeit Jesu bildeten die Pharisäer eine religiöse und politische Partei. Es gab sie überall: in den jüdischen Gemeinden auch im Ausland. Obwohl sie weit verstreut wohnten, hielten sie fest zusammen.
Die meisten von ihnen waren Handwerker und Kaufleute - nicht Priester.
Sie bemühten sich :mit großem Ernst, .den Willen Gottes zu erfüllen. Unter großen Opfern gaben sie neben den gewöhnlichen Steuern und Zöllen für die Römer, zusätzlich den zehnten Teil ihres Einkommens in den Tempelschatz.
Sie befolgten die vielen Sabbatgebote peinlich genau und hüteten sich, einen Toten oder etwas Unreines zu berühren.
Sie mieden jeden Verkehr mit Andersgläubigen, vor allem mit Römern. Sie hätten nie ein römisches Theateroder Sportplatz betreten. Ohnehin gönnten sie sich kaum ein Vergnügen.

Sie waren also Leute mit achtenswerten Eigenschaften - gottesfürchtig, fromm und gegen sich selbst streng.
Doch zeigte schon der Name, den sie sich gaben - Pharisäer bedeutet: die Abgesonderten -, daß sie für die anderen Juden nicht viel Verständnis zeigten. Über Menschen, die nicht so fromm waren wie sie und im täglichen Leben immer wieder gegen die - von ihnen erlassenen - Gesetze verstießen, urteilten sie hart.
Sie glaubten an eine körperliche Auferstehung vom Tode und meinten, sie könnten mit ihrem tadellosen Lebenswandel das Recht auf ewiges Leben erwerben.

Jesus wandte sich mit aller Schärfe gegen diese Auffassung. Die Pharisäer waren deshalb seine gefährlichsten Feinde. Spätestens jetzt müssen doch jedem,. der den Weisungen der WTG folgt, die Gemeinsamkeiten zwischen den Pharisäern und der WTG auffallen.

Interessant wäre an dieser Stelle die Meinung Jesu zur WTG.
Wenn man bedenkt, daß die Pharisäer wenigsten an ihren Gesetzen und Lehrmeinungen festhielten, kann man sich ausrechnen, was Jesus zur WTG mit ihren ständig veränderten Lehrmeinungen und Falschprophetien sagen würde.
Die Auslegung der Bibel durch die WTG wird jeweils den erforderlichen Bedingungen angepaßt.. Der einfache Verkündiger soll tatsächlich kein Teil der Welt werden. Er soll im Sud von Brooklyns Gehirnwäsche schmoren und weiterhin den Umsatz von WTG-Literatur, Kassetten, Schallplatten u. a. absichern. Für die leitende Körperschaft regiert immer noch Geld die Welt.

Und um an Geld zu kommen, ist ihr jedes Mittel recht.
Als Christ kann ich nicht anders, als die Menschen vor der Ausbeutung durch die WTG - sowohl in geistiger, als auch in materieller Sicht - zu warnen.
Hier sind Pharisäer am Werk, die weitaus schlimmer sind, als die Pharisäer damaligen Zeit.
Die gefährlichsten Feinde der WTG aufrichtige Menschen, die in christlicher Verantwortung handeln.
- Thomas

AKTUELLES IN KÜRZE
PAPST UND WTG-BEGRÜNDER FÜR EVOLUTION
Die Vereinbarkeit des evolutionistischen Weltbildes mit dem religiösen Selbstverständnis des Menschen, und der Schöpfung hat der Papst bei einer Audienz für die Teilnehmer des internationalen - wissenschaftlichen Symposiums über „Christlichen Glauben und Evolutionstheorie" in Rom hervorgehoben. (NZ 4. 5. 1985)

Auch der WTG-Begründer C. T. Russell sagte in seinem Photodrama der Schöpfung (1914, dt. 1928 S.12, Der fünfte Tag):

„Nur in bezug auf den Menschen redet die Bibel von einer besonderen, direkten Schöpfung Gottes
Die Zeugnisse der Schöpfungsgeschichte in auf die niedrigeren Geschöpfe sind dem Gedanken einer spezialisierten Evolution günstig".
Damit ist u. a. das neue WTG-Buch zur Entwicklung bzw. Evolution von 1985 wesentlich aus den Angeln. gehoben. In der Tat sagt die Schrift:
„Und Gott sprach weiter: Die Erde bringe lebende Seelen nach. ihren Arten hervor … Und so wurde es." (1.. Mose 1:24)
„Die Erde bringe hervor …„, somit bediente sich Gott der Entwicklung oder Evolution. Das WTG-Entwicklungsbuch kann man also vergessen. -

DIE WTG UND BHAGWAN
Eine These des 1985 in Antelope, Oregon USA, bankrott gegangenen, berühmt-berüchtigten Gurus Bhagwan Shree Rajnee lautete:
„Wenn etwas nicht sichtbar ist, kannst du es ewig weiterverkaufen".

Die WTG ließ Christus erstmals 1874 unsichtbar wiederkommen (Die Harfe Gottes), und dann wieder unsichtbar 1914, wie jetzt gepredigt wird. Immer wurde es geglaubt.

750-JAHR-FEIER.BERLINS UND DIE WT-ZEUGEN
1987 begeht Berlin den 750. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt, was 1237 erfolgte. Mit vororientierenden „Thesen" (ND. 14./15.12.1985), die diesen Zeitraum von 750 Jahren umfassen, wurde die Bedeutung dieses Jubiläums ausführlich in die breite Öffentlichkeit gerückt. Besonders die unmittelbar betroffenen WT-Zeugen in Berlin dürften von dem bevorstehenden Jubiläum gleichsam „erschlagen" werden, da dieses Jubiläum und seine Bedeutung die WT-Weltende-Verkündigung wieder hervorragend ad absurdum führen wird.

„DÄMONISIERTE" FRAUEN IN NORWEGEN
Das Institut für Religionsforschung an der Universität in Bergen verfolgt seit Jahren unheimliche Entwicklungen hinter meist fest verschlossenen Türen und gab einen ersten „Dämonenreport" heraus. Danach ist das Dämonen austreiben eine Reaktion auf die Frauenbewegung.. So wie die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen wachse, gedeihen auf der anderen Seite auch jene religiösen Gemeinschaften, die sich auf das Urchristentum berufen, und in denen die Männer die „Auserwählten" sind. Opfer sind ausnahmslos Frauen um die 30, inzwischen fast 300, die sich für die Gleichstellung von Mann und Frau sowohl beruflich als auch privat stark machen.
(Glaube und Heimat, 8..1.1984)
Wie ist das unter der WTG?

- GLOSSIERT -
Im Erwachet Nr. 5/86 wird in einer Leserfrage zu „Kein Sex vor der Ehe" von der WTG Stellung genommen. Über die gleiche Problematik - und anderen Sexualthemen - wurde in den WTG-Veröffentlichungen schon viel geschrieben.
Im WT 1/72 geht die Verneinung des Sex vor der Ehe sogar bis zur Greuelvorstellung.

Eine Leseprobe:
„Sie (die Hurerei) hindert dich nicht nur daran, vor Gott ein reines Gewissen zu haben, sondern kann auch zu Geschlechtskrankheiten führen. Solche Krankheiten haben unter jungen Menschen außergewöhnlich zugenommen. Eine junge: Frau kann dadurch die Fähigkeit verlieren, Kinder zur Welt zu bringen, und bei beiden Geschlechtern kann es zur Zerrüttung des Nervensystems kommen.

Und hier stellt der WT die scheinheilige Frage: „Wünschst du das?"
Ich bin der Auffassung, daß über Sex vor der Ehe, über Sex in der Ehe und über das Intimleben gesunder Menschen überhaupt, ein natürliches Reglement besteht, das vom Club der alten Männer in Brooklyn nicht reformiert werden braucht.

Es ist von der Organisation äußerst reaktionär, die Zeugen Jehovas periodisch mit den Sexanomalitäten made in USA zu bepflastern und zu belasten, :zumal die ZJ dank der geistigen Schonkost: sowieso nur einen schmalen Horizont erblicken und darüber hinaus verklemmter sind als die meiste übrige Christenheit.

Es könnte so sein:
Im „Altmännerclub" Brooklyn muß von Zeit zu Zeit eine Sexanwandlung umgehen, und ruck-zuck haben die, Schreiberlinge der Organisation sich neue Anti-Sex-Geschichten einfallen zu lassen. Sex und Schuldgefühle bringen sie in menschenverachtender Weise so dicht zusammen, daß die ZJ in Konflikte geraten. Peinlich.

In manchen Artikeln geht es rundheraus um Bevormundung und Reglementierung in der Gesamtfrage der körperlichen Liebe, und eins zwei drei halten im Erwachet und im WT zahlreiche Bibelstellen dafür her, um vornehmlich den jungen Zeugen das Gruseln zu lehren, Wenn es um Partnerschaft zwischen Mann und Frau geht.
Zu solchen Zeiten, stelle ich mir vor; muß es im Bethel in Brooklyn muffig riechen.
-Kurt Scharf-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
DER NEIDVOLLE HIRTE
(Familienname in diesem Bericht redaktionell gekürzt. In der gedruckten CV-Ausgabe ist er voll ausgeschrieben)
Der Älteste versteht sich nicht nur als erster Hirte seiner Herde, sondern er ist es auch. Der Hirte ist mit den guten Eigenschaften ausgestattet, er ist eigentlich das, was im Erwachet Nr. 2/1986 auf Seite 7. und 8 geschrieben wird: „Du .sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Sinn und deinen Nächsten wie dich selbst.'"

Aber was machten wir für eine Erfahrung mit dem Ältesten Horst A…, 2110 Drögeheide, Bezirk Neubrandenburg?
Wir hatten einen Kongreß besucht und erzählten. Bruder A… von unseren Erlebnissen und Eindrücken. Der Bruder zeigte immer weniger Interesse an unserem Bericht, bis er herausplatzte: „Warum konntet ihr dort sein und nicht ich?"

Das weitere Gespräch verlief im Sande. Noch an. etlichen bissigen Bemerkungen des Bruders kam kochender Neid empor und er entblödete sich nicht, ihn über uns zu versprühen.

Tage später trafen wir mit unserem Kreisdiener Harald M…, 2101 Batznick, .zusammen. Auch ihm gegenüber berichteten wir über den Kongreß. Das neidvolle, ungebührliche Verhalten des Ältesten uns gegenüber verschwiegen wir dem Kreisdiener nicht. Er tröstete uns, aber bagatellisierte die Sache. Das nächste Zusammentreffen mit unserem Ältesten hatte an Spannung nichts verloren, er versprühte weiter primitiven Neid. Auf die Meinung unseres gemeinsamen Kreisdieners pfiff er: „Das interessiert mich alles nicht!"

Meine Frau und ich studierten zu Hause die Bibel, um uns selbst zu trösten und im 1. :Joh. 4:20 fanden wir geschrieben: „Wenn jemand erklärt; Ich liebe Gott und doch seinen Bruder haßt, ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann Gott nicht lieben, den er nicht gesehen hat."

Wir kamen zu dem Schluß, der Älteste Horst A… hat keine Bruderliebe. Er liebt sich selbst. Jesus sagt:
„Ein jeder Hirte hüte seine Schafe, damit nicht, der Wolf kommt und sie auseinander treibt"
Unser Ältester hat nichts von den guten Eigenschaften, die einen Hirten auszeichnen. Müßte sich nicht ein Rechtskomitee mit dem Verhalten des Ältesten Horst A… beschäftigen?
-E.B.T.-

FÜR ALLE SCHWESTERN BIN ICH DA
Ich wende mich als Leserin der CV heute vor allem, an alleinstehende und einsame Schwestern, die eventuell Hilfe oder einen Rat brauchen.
Ich, war 10 Jahre Zeugin, und viele Jahre davon plagten mich Fragen wie:
1. In welcher Bibelstelle wird uns verboten, unseren Geburtstag zu feiern, meiner Mutter, die evangelisch ist, zum Geburtstag „alles Gute" oder „Gottes Segen" zu wünschen?
2. Hat die Art der Durchführung des Gedächtnismahles wirklich etwas mit der: Bibel zu tun?
3. In welcher Bibelstelle wird uns geboten, unseren Ältesten monatlich die Zahl der Stunden zu nennen, die wir im Felddienst verbringen?

Nicht die Fragen allein sind es, die.. an meinem Gewissen rüttelten, auch ein Gefühl, das Gefühl, daß die Nächstenliebe der ZJ, der Umgang der Zeugen miteinander; nirgends unter die Haut geht, sondern oft nur kalte Worte oder Gesten sind.

„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" und sind die Früchte nicht Liebe, Güte, Freundlichkeit, die ich zehn lange Jahre vermißte.
Deshalb, weil es schmerzlich ist, weil es an Liebe, Güte, Freundlichkeit mangelt, biete ich mich euch liebe Schwestern an, um mit euch zu korrespondieren oder zu sprechen.
Meine Anschrift habe ich in der CV-Redaktion hinterlegt. Jeder, der sie haben möchte, kann sie dort abfragen.
-Inge Norwak, Leipzig-

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Dtto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; :Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr: 4564-30-1952 Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 322/86 V 7 1 1227 N 2

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