CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür,
DDR
NR. 203 GERA JUNI 1986
INHALTSANGABE
WIE UND WARUM ES ZU UNSEREM AUSSCHLUSS KAM
WIR PRÜFEN WT NR. 1-3/86
DIE ALLMACHT DES „WACHTTURM
SEKTIERERISCHE LEHRE
DAS GEWISSEN
DIE „ÄLTESTEN" UND DER URLAUB
AUS DER WELT DER ZEUGEN
DER REGIERUNGSWECHSEL
Wer aufmerksam durch all die Jahre die Literatur der
Wachtturm-Gesellschaft verfolgt hat, stellt eine allmähliche Veränderung
dieses Schrifttums fest. Nicht nur die äußeren Aufmachungen
haben sich geändert - beispielsweise werden jetzt mehr und farbigere
Bilder mit weniger Text verwendet -, sondern vor allem der Inhalt hat sich
gewandelt. Waren zur Zeit Russells noch ausgeprägt christliche Themen
vorherrschend, so sind es heute recht verweltlichte, zum Teil sogar
macht-"politische" Ansprüche, die sich durch die neuere WT-Literatur
hindurchziehen. Diese zu erkennende Umorientierung der WTG läßt
nicht nur neue anders gesteckte Ziele erkennen, sondern rückt die
anfangs christliche Bibelforscherbewegung in die gefährliche Nähe
einer faschistoiden und damit antichristlichen Organisation, die über
den Geist der Menschen den Zugriff zur größtmöglichen Weltgeltung
wagt. Nicht mit parteipolitischen oder militärischen Mitteln sucht
sie dieses Ziel zu erreichen, ihre Hauptangriffswaffen sind ihre in den
letzten Jahren beträchtlich erweiterten und modernisierten Druckereien
und Zweigbüros. Aus diesen "Küchen" der geistigen Speisezubereitung
fließt ein ununterbrochener WT-"Speise"strom, welcher nicht nur lähmend
wirkt, sondern - viel schlimmer - -christusuntauglich macht. Einige dieser
neuesten Appetitshappen der WT-Kochkunst verdienen durchaus eine nähere
und genauere Betrachtung.
Die Regierung, die das Paradies wiederherstellen wird
Unter diesem Titel erschien 1985 ein recht buntes und eingängiges Traktatheft, in dem jedoch der wenige Text zielgerichtet eingesetzt ist. Eingängigkeit. ohne viel Denkforderung, man kann es auch gezielte Manipulation nennen, scheint das Hauptanliegen der WT-Verkündigung in ihrem gegenwärtigen Schrifttum zu sein. So wird der Betrachter dieser Broschüre ganz von selbst von Blickfang zu Blickfang gleich den Perlen einer Kette geführt, welche zusammengesetzt am Ende ein abgerundetes Ganzes ergeben. Schon der Umschlag dieser Broschüre offenbart ein festumrissenes Programm. Der Bildbetrachter steht scheinbar auf einer Anhöhe und läßt den Blick über eine in Frühnebel getauchte weiträumige Landschaft schweifen. Die am Horizont aufgehende Sonne wird bald die Kraft besitzen, den Morgennebel zu heben und das zu erwartende Paradies gewinnt dann seine Gestalt.
Der aufgedruckte Titel allerdings läßt den bis dahin gebräuchlichen Begriff "Gottes Regierung" vermissen und es bleibt nur noch "die Regierung" übrig, die das Paradies wiederherstellen wird. Ihre Mitglieder stellen sich uns auf den folgenden Seiten vor. Die Vorläufer gleich der Wurzel dieser zukünftigen Paradiesregierung beginnen mit Abraham bis hin zu König David (S. 11), und setzt sich dann vom Apostel Paulus über wahrscheinlich Wiclif, sicher zu erkennen Russell, Rutherford und Knorr bis zum jetzt noch amtierenden WT-Präsidenten Fred Franz fort (S, 18). Dazwischen ist Jesus 'angesiedelt'. Er hat nach der Sicht des "Sklaven" den Sündenfall Adams am Pfahl rückgängig gemacht und sich anschließend von der Erde für immer in den Himmel zurückgezogen (S. 16,17), um seit 1914 in unsichtbarer Weise von oben her der neuen irdischen Regierung Segen und gutes Gelingen zu schenken (S. 19). Diese neue Regierung amtiert sozusagen bereits auf dem Berge des Hauses Jehovas, dem vom göttlichen Lichte überstrahlten Brooklyn-Tempel, zu dem eine ungezählte Menschenmenge hinaufstrebt (S. 24). Daß es sich um den WT-Brooklyn-Berg handelt, beweist Seite 25. Der auf dieser Seite bergab gerichtete Blick läßt auf dem Berggipfel eine kleine Zahl älterer Menschen erkennen, die zweifelsohne mit dieser Regierung, die das Paradies aufrichtet, in Zusammenhang gebracht werden soll. Die Verbindung dieses Personenkreises mit dem noch amtierenden Präsidenten Franz (S. 18 und 25 vorn links) macht deutlich, daß diese Regierungsgewalt von sehr wenigen, wenn nicht sogar von einer zukünftigen Einzelperson wahrgenommen, zumindest stark beeinflußt werden wird.
Wenn diese den WT-Berg hinaufstrebende sogenannte „große Volksmenge" nicht bald aufwacht, wird sie sich nicht in der Obhut und Gemeinschaft unseres Erlösers Jesu Christi, sondern vielmehr in den Fängen machthungriger und dem Größenwahn verfallener WT-Tyrannen wiederfinden, die dem in der Bibel angekündigten Antichristen dienstbar werden.
Christusfeindlichkeit
Ist diese Bewertung des sogenannten sondern ganz entschieden in die Sackgasse! „Sklaven" zu hart? Bestimmt nicht, denn seine eigenen Werke überführen ihn der Christusfeindlichkeit und falschen Messianität. Einige Beispiele beweisen dies so z. B. der Titel des WT 11/1979: „Glaube an eine siegreiche Organisation" (!!)
Wem gebührt Glauben?
Einer Organisation oder unserem Herrn Jesus Christus?
Oder ist Gottesglaube nur durch die WT-Organisation möglich? Es ist
offenkundig: Glaube an eine siegreiche Organisation ist Glaube an einen
Falschmessias!! Oder betrachten wir folgendes Zitat: „Es gibt also zwei
Hoffnungen" (Die Regierung S. 15). Die Bibel spricht aber nur von einer
Hoffnung (Eph. 4:4). Ein weiteres Zitat: „Wenn der Überrest der geistigen
Israeliten zu der von Gott bestimmten Zeit seinen irdischen Lauf vollendet
und seine himmlische Belohnung empfängt, wird der neue Bund, der auf
dem Blut des Mittlers Jesus Christus beruht, keine Gültigkeit mehr
haben; er wird seinem Zweck erfolgreich gedient haben.
Die jährlich am Passahtag begangene Feier des Abendmahls des Herrn wird dann aufhören" (WT 10/84, S. 20). Das ist doch zu glauben! Der „treue und verständige Sklave" erkühnt sich, das Ende des Bundes und des Abendmahles zu bestimmen, wo doch Hebr. 13:20 von einem ewigen neue Bunde spricht. Auch andere von der WTG neu herausgegebene Schriften tragen diesen gleichen christusfeindlichen Charakter.
Ein weiteres Beispiel: „Definition: Der einziggezeugte Sohn Gottes, der einziggezeugte Sohn Gottes, der einzige Sohn, den Jehova allein erschuf … Er ist die zweitgrößte Persönlichkeit im Universum". „Handelt es sich bei Jesus Christus und dem Erzengel Michael um ein und dieselbe Person?" „Die Beweise zeigen somit, daß der Sohn Gottes, bevor er auf die Erde kam, Michael genannt wurde und diesen Namen seit seiner Rückkehr in den Himmel, wo er als verherrlichter Geistsohn Gottes weilt, wieder trägt" (Unterredungen an Hand der Schriften, S. 238, 248).
Jesus Christus ist nie von Gott erschaffen worden, sondern er wurde aus Gott gezeugt und geboren (Joh. 3:16; Kol. 1:15). Schöpfungsakt und Geburt sind zwei völlig unterschiedliche Vorgänge und schließen einander aus. Was aus Gott geboren ist, ist gottgleich, also göttlichen Wesens. Somit kann Jesus niemals zweitgrößte Persönlichkeit oder der Erzengel Michael sein. Er ist und war Gott selbst im Sohne, da er aus Gott dem Vater stammt.
Wer nun nicht den fleischgewordenen Gott anerkennt, ihn vielmehr als Geschöpf oder Erzengel verkündigt, ist zum Antichristen geworden (1. Joh. 4:2,3; 2:22)!
Ein Geschöpf kann niemals als ein Christus die Erlösung bewirken. Der „Sklave" hat somit den wahren Christus verleugnet und sich selbst zum falschen Messias gemacht. Der Glaube an einen „Geschöpf-Christus" führt eben nicht zur Wiedergeburt durch Gottes Geist und damit zum ewigen Leben, sondern ganz entschieden in die Sackgasse!
Irdisch orientiert
Natürlich spricht die vorliegende Broschüre
nicht von einer Sackgasse, dafür aber von einem irdischen Paradies,
in welchem alles Böse verschwunden sein und den fleischlich - menschlichen
Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Im Grunde genommen sind dies
ganz normale menschliche Wünsche, nur stimmen sie mit der Verheißung
der Bibel nicht überein! Gott hat mit uns Menschen größeres
vor, als ein ewiges Leben in einem Schlaraffenland (Rö. 14:17). Auf
Christen wartet die Erlösung aus dem sündigen Fleische durch
eine neue geistige Geburt, welche zum verherrlichten ewigen Leben in Gemeinschaft
mit Gott und dem Lamm führt. Das zukünftige irdische Paradies
ist durchaus nicht Ziel, sondern lediglich der Weg dorthin für diejenigen
Völker, die Christus noch nicht kennenlernen konnten. Zeugen Jehovas
dagegen können ihren Erlöser erkennen (Joh. 17:3 nicht NW), wenden
sich aber statt dessen bisher den antichristlichen Fabeln ihrer Organisation
zu.
Es wäre für jedes der Geschwister an der Zeit,
die Gefahr zu erkennen und sich statt dem „Sklaven „ Jesus Christus zuzuwenden!
-M.S.H-
WIE UND WARUM ES ZU UNSEREM AUSSCHLUSS KAM
Vor nicht allzulanger Zeit wurde uns durch die Willkür
dreier Ältester die christliche Gemeinschaft der Z. J. entzogen. Da
für diesen Ausschluß. keine. biblische Grundlage besteht und
er deshalb nicht anerkannt werden kann, möchten wir hierzu eine Stellungnahme
abgeben.
Uns wurde mangelnde Demut vorgeworfen, da wir uns weigerten, die Irrtümer des „treuen und verständigen Sklaven als von Gott inspiriert und zeitgemäß hinzunehmen. Es wurde uns wortwörtlich gesagt, daß wir uns, wenn es sein muß, mitirren müßten. Nun unsere Frage: Hat Jesus jemals von uns verlangt, Irrtümer zu stützen, oder wird uns nicht immer wieder durch die Bibel klargelegt, daß wir ständig auf Wahrheitssuche sein sollten, ja wir sollen sie suchen wie kostbare Perlen. Wir sollen prüfen, und nicht jeder inspirierten Äußerung glauben.
Die in uns aufgekommenen Zweifel entstanden durch das Lesen älterer Schriften unserer Gesellschaft, die viele Brüder noch nie. gelesen haben und wohl auch nicht mehr lesen werden, da diese „nicht mehr zeitgemäß" sind.
Ein Beispiel soll hier mal die Deutung der obrigkeitlichen
Gewalten sein.
Damals lehrte der „treue und verständige Sklave".,
daß sich Römer 13:1-5 nicht auf die weltlichen sondern auf Gott
und Christus. Brüder, die sich mit dieser neuen Erklärung nicht
zufriedengaben, wurden als eigennützig abgestempelt, und gemäß
Kommentar von J. F. Rutherford wurde ihnen die „Krone" weggenommen. (Bewahrung
S. 31)
Kurze Zeit später stellte sich jedoch heraus, daß
diese Brüder im Recht waren und unrechtmäßig ausgeschlossen
wurden. Als wir mal fragten, ob man sich denn bei diesen Brüdern entschuldigt
hätte und sie wieder aufgenommen hätte, bekamen wir zur Antwort,
daß der „treue und verständige Sklave" dies nicht nötig
hätte, denn diese Brüder waren nicht demütig, sondern sind
vorausgeeilt. Hier drängt sich uns die Frage auf, wem es denn nun
tatsächlich an Demut mangelt.
Weitere Zweifel kamen in uns auf, als wir Prophezeiungen bezüglich der Endzeit lasen, die sich nie erfüllt hatten. („Das goldene Zeitalter", heute „Erwachet" 15. März 1924, „Die Zeit ist herbeigekommen" S. 94, „Die Schöpfung" S. 578 usw.) Hinzu kam die dreimalige Umdeutung der Prophezeiung über den Nord- und Südkönig,.
Wir stellten die Frage, ob sich Prophezeiungen, die direkt von Gott inspiriert wurden, als Fehlprophezeiungen erweisen können. Ich möchte nochmals betonen, daß von dem Komitee diese Irrtümer zugegeben wurden. Das Licht wird ja immer heller. Aber ist es nicht zu viel verlangt, wenn wir hierbei noch an eine Inspiration glauben sollen, wo doch eindeutig in der Bibel steht, daß nur die Schrift inspiriert ist?
Nun fragen wir uns, worin denn nun eigentlich unser Vergehen besteht, Haben wir etwa Irrlehren verbreitet bzw. sektiert oder irgendeine schlechte Handlung begangen? Wir haben es lediglich gewagt, in älteren Schriften unserer Gesellschaft zu lesen und unsere aufgekommenen Zweifel und Fragen zu äußern, von denen wir hoffen, daß sie durch die Brüder beseitigt werden können. Doch leider stellten wir fest, daß selbst unsere führenden Brüder nicht in der Lage sind, diese auszumerzen, statt dessen spielen sie sich als Richter über uns auf. Mit welchem Recht tun sie es? Steht nicht in Jak, 3:11,12, daß nur einer unser Richter ist?
Dies ist für uns eine traurige Feststellung! Von Kindheit an waren wir von unseren Eltern im christlichen Glauben zur Ehrlichkeit erzogen worden und müssen nun erfahren, daß diejenigen, die uns führend im Glauben vorausgehen sollten, uns so schlechte Beispiele geben. Statt hilflosen Schafen eine Stütze zu geben, erweisen sie sich als Mietlinge.
Wir gelten nun als Ausgestoßene und niemand von
unseren alten Freunden im Glauben darf uns mehr grüßen oder
sich mit uns unterhalten,. Dies trifft uns hart, doch wir hoffen, daß
es wenigstens doch noch einige von unseren Glaubensbrüdern geben wird,
die noch wenigstens ein bißchen Verständnis für uns haben
werden und uns nicht gänzlich allein lassen.
H. und E. Wörfel 2440 Schönberg
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 1 - 3/1906
STUDIENARTIKEL
„Tage wie 'die Tage Noahs'" und
„Für eine ewige Zukunft bauen"
IST EIN AUSSCHLUSS
DIE LÖSUNG DES PROBLEMS?
Homosexuelle Beziehungen, Partnertausch, Kindesmißbrauch.
„Und dies soll bei u n s vorkommen?" wird so mancher
Zeuge entsetzt fragen,
Ja, auch so etwas geschieht in den Reihen der Zeugen
Jehovas (S. 13).
„Die werden aber ausgeschlossen", rechtfertigen sich
nun die ZJ.
Sie werden tatsächlich ausgeschlossen. Die WTG weiß
es genau: Im Dienstjahr 1984/85 waren es 36 638, die aus der Gemeinschaft
der ZJ ausgeschlossen wurden. Aus den Jahren zuvor sind ähnliche Quoten
bekannt.
Und nun das Kunststück:
Da zeigen die Zeugen Jehovas mit dem Finger auf die -
ach so verkommenen - Weltmenschen, in der nicht zuletzt auch ihre eigenen
ehemaligen Brüder und Schwestern leben. Jene ehemaligen Geschwister
also, mit denen die WTG und ihre loyalen „Schafe" nicht fertig wurden,
Macht es sich der „kluge Knecht" in dieser Beziehung
nicht sehr leicht?
IST DIE WTG FREI VON SCHULD?
Die Welt sei so verderbt, jammert der WT. Selbst ein
Königreichssaal sei im vergangenen Jahr von einer Bombe zerstört
worden. Ein Töter und 40 Verletzte forderte dieses Attentat (S. 10).
Tatsächlich ein schreckliches Verbrechen! Wer war der Täter?
Bis heute ist er uns nicht bekannt, Aber spekulieren wir mal:
Kann es nicht ein enttäuschter ehemaliger Zeuge gewesen sein, der von seinen „Brüdern" ausgeschlossen wurde? Vielleicht sogar schuldlos ausgeschlossen?! Solche Fälle gab es schon viele in der Geschichte der ZJ. Und dieser „jemand" wollte sich rächen, weil er durch verantwortliche Alteste vom ewigen Leben abgeschnitten wurde. - Wie dem auch sei - es bleibt ein schreckliches Verbrechen. Kann sich die WTG aber von jeder Mitschuld freisprechen?
SIE WERDEN NUR NOCH „VIELLEICHT" ÜBERLEBEN
„… aber diesmal geht es um die Rettung von Millionen
jetzt Lebender, die vielleicht nie sterben werden." (S. 18) Man nehme das
„vielleicht" zur Kenntnis! Seid sicher, liebe Brüder und Schwestern,
eure leitende Körperschaft hat sich das Wort „vielleicht" sehr gut
überlegt. In der Überschrift des Studienartikels (WT 1/84, S.
8) war dieses „vielleicht" jedenfalls noch nicht zu lesen.
ALTER STANDPUNKT WIRD REVIDIERT
Noch einmal geht es um die enorme Bautätigkeit der-WTG,
obgleich nach ihren eigenen Angaben Harmagedon vor der Tür steht,
Warum also noch solche Gebäude? Diese Frage wird offensichtlich der
WTG häufig gestellt. Der. vorliegende WT distanziert sich von der
Antwort, die Bruder Barry von der leitenden Körperschaft vor zwei
Jahren gegeben hatte (WT 3/84, S. 30).
„Und man hoffe, viele der neuen Gebäude in dem großen
Reorganisationswerk nach Harmagedon zu verwenden."
Dieser an sich klare Standpunkt wird nun geflissentlich
verwässert:
„Ob nun Gebäude, die von Menschen erstellt worden
sind, den Sturm von Harmagedon standhalten werden oder nicht, wir wissen,
daß Gottes Organisation ihn als eine intakte Einheit überdauern
wird (WT 1./86, S. 26)
Zuerst einmal. stellt man sich die Frage:
Welche Gebäude brauchten Jesus und seine Jünger,
um die gute Botschaft zu verkündigen?
Selbst die damaligen Synagogen waren für ihre. Tätigkeit
nicht unbedingt erforderlich. Und was heißt: „Gottes Organisation
… als eine intakte Einheit überdauern?" Sicher sind die Engel im Himmel
in der Lage, auch ein Harmagedon zu überleben!
Die WTG hat wieder einmal den Fakt bewiesen, daß
man u. U. auch mit vielen Worten nichts auszusagen vermag.
WACHTTURM NUMMER 2./1986
STUDIENARTIKEL
„Nicht ermüden,
sondern neue Kraft gewinnen" und
„'Ringt danach'"
RICHTLINIEN FÜR ZEUGEN JEHOVAS
Um den wesentlichen Inhalt dieses Wachtturms zu beschreiben,
braucht man nur den abgedruckten Ratschlag eines Zeugen Jehovas zu zitieren:
„Halte dich an die Organisation. Denke daran, daß
Jesus Christus von Jehova dazu ernannt worden ist, die Organisation zu
leiten. Sei. daher nicht entmutigt, wenn jemand, der dir sehr nahesteht,
untreu wird. Falls du etwas nicht völlig verstehst oder nur schwer
akzeptieren kannst, vertraue darauf, daß es nach einiger Zeit geklärt
wird. Jehovas Organisation hat uns bis hierher gebracht. Vertraue darauf,
daß sie uns auch ins neue System führen wird" (Johannes 6:66-68).
(S. 18)
Diese Aussage gleicht einem-Programm, welches man wie
folgt zusammenfassen kann:
1. Kadavergehorsam bezüglich der WTG, da diese angeblich
von Jesus Christus geleitet wird.
2. Pflicht zur Umsetzung sämtlicher WT-Richtlinien,
auch wenn sie im Widerspruch zu eigenen Idealen stehen. Kritik an der WT-Organisation
wäre „strafrechtlich" geahndet. Bestenfalls darf der ZJ eine Gesinnungsänderung
seiner WT-Obrigkeit erhoffen..
WARUM NICHT AUCH EINMAL
EIN KLEINER KOMPROMISS?
Auch offensichtliche Widersprüche in der. Wachtturmlehre
muß der Zeuge Jehovas schlucken.
So wird auf Seite 10 noch behauptet:
„Man kann sich die Rettung nicht durch den Besuch von
Zusammenkünften oder durch irgend etwas anderes
v e r d i e n e n .Diese an sich richtige Lehrmeinung
wird im übernächsten Satz durch einen „Weichmacher" schon abgeschwächt
„Dennoch verlangt Jehova Gott Anstrengungen von uns,
wenn wir seine Gabe des ewigen Lebens erlangen wollen,"
Im Gegensatz dazu hatten die WT-Schreiber auf Seite 6
(Nebenartikel: „Die Apokalyptischen Reiter Wie sich ihr Ritt auf dich auswirkt")
noch folgendes proklamiert:
„Somit wird deine Reaktion auf das Predigen der Botschaft
vom Königreich für dich entweder Leben oder Tod bedeuten."
Was soll der gestreßte Zeuge nun glauben? Helfen
wir ihm ausnahmsweise im Sinne der WTG dabei. Die Meinung der leitenden
Körperschaft wird auf den Seiten 6 und 18 ausgesprochen. Die Darlegung
auf Seite 10 ist mehr als „Strohhalm" für Interessierte aus den Reihen
der Christenheit gedacht. Um. deren Gewinnung willen ist der WTG sogar
ein kleiner Kompromiß recht!
WACHTTURM NUMMER 3/1986
NEBENARTIKEL
„Die Tiere der Apokalypse
Welche Bedeutung haben sie?" und
STUDIENARTIKEL
„Erfreue das Herz Jehovas,
indem du die Lauterkeit bewahrst"
EIN SCHWACHER TROST FÜR DIE BETAGTEN
„Wie sehr werden wir uns freuen, wenn wir erleben dürfen,
daß das gegenwärtige böse System der Dinge vor unseren
Augen zugrunde gehen wird! Vielleicht müssen wir aber vorher im Dienst
Gottes sterben, Wie dem auch sei, wir sind auf alle Fälle entschlossen,
loyale Zeugen Jehovas, unseres Gottes, zu sein. Wir werden unsere Lauterkeit
ihm gegenüber bewahren. Warum? Weil wir, ob wir leben oder sterben,
in Wirklichkeit Jehova gehören." (S, 10)
„Diese Generation" ist am vergehen! Natürlich erkennt Brooklyn diesen Fakt und bereitet seine „Oldtimer" auf deren sicheren Tod vor. Am Schluß dieses Wachtturms werden die alten ZJ noch einmal getröstet:
„Wir schätzen die Betagten" (S, 28,29).
Für die Betroffenen sicher ein schwacher Trost!
Hatten sie doch einmal stark gehofft, die Tausendjahrherrschaft Christi
zu erleben, ohne vorher sterben zu müssen. Aber was heißt, sie
haben „gehofft", nein, es wurde ihnen in der Schriften der WTG - also von
Gott kommend - gelehrt. So wurde angenommen, daß Jugendliche, die
im Jahre 1914 15 Jahre alt waren, noch zu „dieser Generation" gehören
würden und somit nicht mehr sterben.
(Siehe Erwachet 8.4..1.969, Seite 13f.)
Diese betreffender, Menschen wären jetzt 87 Jahre alt. Laut Psalm 90.10 währt aber eine Generation maximal 80 Jahre, eine Beobachtung, die wir heute bestätigen können.
ES BLEIBT KEINE WAHL
„Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben sich 159
Nationen dieser Organisation (der UNO; Anm. d. Red.) in der Hoffnung angeschlossen,
sie werde dafür sorgen, daß das heutige System der von Menschen
ausgeübten politischen Herrschaft fortbestehen wird. Dabei wird jedoch
das messianische Königreich Gottes, das 1914 im Himmel aufgerichtet
wurde, völlig außer acht gelassen. Doch heute muß jeder
zwischen der Herrschaft Gottes und der Herrschaft des Menschen wählen."
(S. 7)
Die Menschen sollen sich der Herrschaft Gottes unterwerfen,
statt sich der Herrschaft der Menschen zu beugen, Dieser Gedanke ist in
der WTG-Literatur in-letzter Zeit immer häufiger in den verschiedensten
Varianten anzutreffen.
(Siehe z.. B. WT 17/85, S, 18.)
Das 1975 erschienene WTG-Buch „Rettung aus der Weltbedrängnis steht bevor" verkündet noch selbstbewußter, daß die Nationen ihre Macht im Jahre 1914 an Jesus Christus eigentlich hätten abtreten müssen (S. 238), Nur ist die Frage, die sich jeder normal denkende Mensch stellen müßte, folgende: Wie hätte man das praktisch realisieren können?
Im Jahre 1914 gab es ungefähr 700 Bibelforscher auf
der Welt (WT März 1916, Seite 39 dt.)
Hätte dieses armselige Häuflein die Regierungsgeschäfte
übernommen? Wohl kaum, denn sie waren nach der 1914-Pleite kaum noch
in der Lage, sich selbst anzuleiten …
Bis auf weiteres ist nun mal die „Herrschaft des Menschen"
auf der Erde aktuell. Ob es der WTG paßt oder nicht!
-G.R ...-
DIE ALLMACHT DES „WACHTTURM"
Unter dieser Überschrift heißt es im katholischen
Petrusblatt, Berlin-West vom 24. März 1985 in einem Beitrag von G.
von Glowczewski u. a. über die WT-Zeugen:
Es gibt Religionsgemeinschaften, mit denen kein Dialog
möglich ist. Oder halten sie jemanden, der von sich behauptet, aus
ihm spreche Jehova Gott und die einzige Wahrheit - und vom anderen, er
sei die „babylonische Hure", die „Karre des Satans", die „vernichtet" werden
muß, für dialogfähig? Wir Katholiken gehören einer
„babylonischen Hurenorganisation" an, sind „schlimmer als die Heiden",
und der Papst ist der „Stellvertreter Satans auf Erden". So spricht die
„Wachtturm-Bibel-Gesellschaft" von uns.
Sie gehört zu den gefährlichsten Sekten, die
weltweit einen ungeheuren Propagandaapparat aufgebaut hat, mit den modernsten
Druckereien, mit Radiostationen und Kongreßzentren, mit einem Stammkapital
von 3,9 Milliarden DM.
Was im „Wachtturm" steht, ist „Gottes Wort" und wer daran
zweifelt, wird aus der. Gemeinschaft ausgeschlossen.
Man muß erschrecken über das Ausmaß an Intoleranz dieser Sekte. Die „Wachtturmgesellschaft" in Brooklyn übt eine „geistige Diktatur" über jeden einzelnen Zeugen Jehovas aus„ Er wird zu dem gemacht, was die „Gesellschaft" von ihm will.
Die Spitze der „Gesellschaft" in Brooklyn besteht aus
13 Männern, Sie „interpretieren die Lehre" und werden angeblich „von
Jehova Gott direkt geleitet". Sie gehören zu den 144 000 wahren „Christen",
den „Gesalbten".
Mehr Zeugen Jehovas dürfte es eigentlich nicht geben.
1931 war bereits die Zahl 144 000 erreicht, Alle anderen 'Mitglieder, die
nach 1935 dazu kamen, sind nur „Holzfäller", „Wasserträger",
„andere Schafe" Jehovas,
Ein Einlassen mit Zeugen Jehovas habe keinen Sinn, denn
sie hätten nur „bestimmte Platten, die sie ablaufen lassen".
Ein echtes Gespräch ist nicht möglich.
Wie steht es mit unserem Christsein?
„Wir produzieren als Christen sehr viel Mist, der dann
Dung für den Erdboden der Sekten wird". -
kommentiert
SEKTIERERISCHE LEHR
… Obwohl der Unsinn allen Sektierertums im Prinzip leicht
erkennbar ist, setzt doch die Zugehörigkeit zu einer Sekte stets voraus,
daß man Gott, seinen Sohn und den Heiligen Geist für Versager
hält, ist es nicht jedermanns Sache, die Täuschung sofort zu
durchschauen, später ist es dann meist zu spät. Alle Sektenführer
wissen, daß sie mit ihrem Tun das annullieren, was sie angeblich
vertreten und so behaupten alle in schöner Einmütigkeit, keine
Sekte, sondern DIE WAHRE KIRCHE zu sein. Und ebenso einstimmig ziehen sie
über die Katholische Kirche her, damit unfreiwillig bekundend, daß
diese vor ihnen allen da war und damit als DER Ursprung christlicher Kirche
ausgewiesen ist. Denn einen allerersten vor dem ersten gibt es nicht.
Kann also nicht jeder gleich die raffinierte Täuschung erkennen, so gelingt es vielleicht leichter, wenn man die Vergangenheit zu Rate zieht. Aus einer solchen Betrachtung erhellt dann, daß es sich bei dem Gewächs sektiererischer Lehre nicht um einen wurzelechten Baum, sondern nur um ein künstlich am Leben erhaltenes Gebilde handelt.
Die Zugehörigkeit zu einer Sekte, wenn man nicht gerade in sie hinein geboren wird, setzt voraus z„ B. geistige Blindheit, Enttäuschung, den Hang zum Besserwissenwollen, Ignoranz, Herrschsucht, Eigenbrötelei, den Wunsch, „oben" zu sein, was in einer kleinen Gemeinschaft relativ leicht zu verwirklichen ist, und innere Übereinstimmung mit den Zielen der Sekte. Z. B. Menschenhaß, wenn man sich darüber freuen soll, daß von der kleinen Ausnahme abgesehen, alle Menschen vernichtet werden sollen. Nicht, daß jeder alle diese Eigenschaften haben müßte, nein, es genügt schon eine einzige davon. Dazu noch die Desinformiertheit und die Unlust zu eigenem Denken.
Es kann wohl grundsätzlich gesagt werden, daß -niemand ohne eigene Bereitschaft betrogen werden kann, auch, wenn dem Betrogenen das nicht so ohne weiteres bewußt wird, Erst wenn er sich aus der Umklammerung befreien konnte, erkennt er es.
Eines der WTG-Argumente aus der Vergangenheit, eine wahre Sumpfblüte der Demagogie, ist folgendes, noch in den 40er und 50er Jahren als besonders schlagkräftig gebrauchtes: Harmagedon trifft zuerst die Christenheit, weil sie in Mißachtung der klaren Erkenntnis und Verkündigung durch den WT, 1914. betreffend, im Trotz gegen das im Himmel aufgerichtete Königreich Gottes den ersten Weltkrieg vom Zaune brach,. Die Herrscher der Erde kämpften um die Weltherrschaft in offener Nichtanerkernung der Weltherrschaft Gottes. "Warum toben die Völkerschaften ..." Denken wir uns einmal in die Zeit um 1950 zurück. Wie fadenscheinig war das Argument von einer in Harmagedon zu strafenden Christenheit doch damals schon! Im Märchen bleibt beim Verschwinden des bösen Geistes nur eine übel riechende Wolke zurück, so auch hier. Personen, die maßgeblich am Zustandekommen des ersten Weltkrieges beteiligt gewesen sind, wie der Kaiser, der Zar, Präsidenten, Heerführer, haben in der Regel damals schon ein reifes bis sehr reifes Alter gehabt. Einige von diesen Leuten lebten noch, als ich ein Kind war. Etwa Hindenburg, Kaiser Wilhelm. Als wir Kinder waren, starben die letzten dieser wirklich Verantwortlichen als sehr alte Leute. WER ALSO sollte um 1950 herum, wer soll HEUTE als direkt von Gott gestraft, für diesen Krieg büßen? Die allermeisten Menschen, die nun nach der WT-Lehre gestraft werden mußten, haben zu jener Zeit noch nicht einmal gelebt! Es ist beschämend, wenn man eines Tages zugeben muß, daß man auf so etwas hereingefallen ist, aber auch befreiend, wenn man seine diesbezügliche Schuld vor Gott und Menschen bekennen darf.
Die Lüge KÖNNTE sehr wohl zu jeder Zeit durchschaut werden, doch leider wird sie es nicht immer. Manch ein aufrichtiger Mensch glaubt, in einer Gemeinschaft Gott eifriger und besser dienen zu können. Das ist unbedingt ein Irrtum.
Fern von Christus kann man gar nichts tun. Um eine Sekte zu gründen und sie am Dasein zu erhalten, muß man Christus ständig widersprechen. Das aber versetzt in den Zustand dauernder Gottesfeindschaft. Denn Widerspruch gegen Christus ist gleichzusetzen mit permanenter Lüge. Es kann in einer Sekte keine Reformen geben, denn Sekte ist gleichbedeutend mit Gottesferne, was soll da schon reformiert werden?!
Jesus, der von sich sagte, daß ER der Weg, DIE WAHRHEIT
und das Leben ist, sagte auch: "Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut."
-H.G.-
DAS GEWISSEN
Zeugen schreiben uns
Wie oft ist der Mensch nicht mit sich selbst zufrieden.
Gerne hätte man etwas anderes gemacht, aber man tat es nicht.
Warum ist nun etwas in uns, was uns nicht zur Ruhe kommen
läßt? Immer wieder kommen wir in Gedanken zurück ;zu unserem
Tun; uns selbst Vorwürfe machend, daß wir nicht anders gehandelt
haben sind wir nicht glücklich, sondern verärgert auf uns selbst
und unsere Welt.
DIESES ETWAS in uns, dieses unangenehme Gefühl, das
wir nur schlecht loswerden können, soll bekanntlich unser Gewissen
sein - das sagt man uns, so sagen wir es uns und anderen.
Dieses bringt ins in Konflikte, mit uns selbst und auch
mit den anderen. Wie kommt es aber - oder wenn es schon geschehen ist -
wie kam es aber dazu? Warum denken bzw. empfinden nicht alle Menschen gleich
Und sind oft sogar sehr widersprüchlich gegeneinander?
Ganz besondere Erscheinungen in dieser Hinsicht sind wir Zeugen Jehovas. Wohl kaum woanders wird man soviel Gewissensnöte finden wie bei uns; immer wieder berufen wir uns auf unser Gewissen. Wenn andere unser Verhalten nicht verstehen kennen, wenn z. B. Wahlen sind, wenn Feiern - sogar harmlose Geburtstagsfeiern - sind, wenn es ums Spenden geht oder um bestimmte Arbeitseinsätze für "diese Welt" ja sogar in Ausbildungsfragen oder Kinderproblemen, immer wieder steht unser Gewissen dazwischen! "Ein recht sonderbares Gewissen haben die da" werden wohl außenstehende Beobachter unseres Verhaltens sagen müssen und das wohl zu recht. Denn kaum schlägt uns unser Gewisser., wenn wir um unserer eigenen Vorteile bzw. Vorteile für unsere WT-Gesellschaft oder im Interesse unserer Predigttätigkeit wegen, oft mit List und unsauberen Einfallsreichtum uns bedienen und damit andere in Erstaunen versetzen. Da schlägt uns unser Gewissen und hindert uns, sich an Wahlen zu beteiligen, aber ohne Gewissensbisse wenden wir uns an die Behörden, an den Bürgermeister bzw. andere gewählte Volksvertreter, wenn es um eigene Interessen geht.
Da schreibt der Wachtturm und lehrt uns, daß es Zeitverschwendung ist, sich höhere Schulbildung anzueignen, aber unsere WT-Gesellschaft nimmt bedenkenlos das Können ausgebildeter Ingenieure in Anspruch, um auf modernste Art Bücher und Zeitschriften zu drucken und Tonbandkassetten herzustellen, was nur mit höchster Technik möglich ist. (Sind denn etwa alle Ingenieure, Computer-Fachleute, Elektroniker und andere hochqualifizierte Mitarbeiter in den Bethels und Druckereien keine Zeugen Jehovas? - Anm, d. Red.)
Da verlangen wir oft Sonderbehandlungen für uns bzw. unsere Kinder in Krankenhäusern, in Kindergärten und Schulen, in Altersheimen und bringen so oft Ärzte, Lehrer oder anderes Personal unsererseits wieder in Gewissensnöte, jedoch unsere WT-Gesellschaft unterhält selbst keine Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten oder Altersheime, um ein ganz reines Gewissen zu haben, alles getan zu haben zum Wohle ihrer eigenen Religionsangehörigen. Ist das gerecht?
Zu sagen wir zahlen ja unsere Steuern, ist doch nur ein Trick zur Selbstberuhigung, denn mit dem Zahlen von Steuern ist doch längst nicht alles getan, was zur Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit im Staat nötig ist. Übrigens ist ja die WTG in allen Ländern von Steuerzahlungen befreit, wie kann sie da ruhigen Gewissens die Dienstleistungen eines Staates in Anspruch nehmen und gleichzeitig so negativ über "Menschliche Ordnung" sprechen? Wo bleibt da die Logik? ganz abgesehen davon, daß vieles im Widerspruch zur Heiligen Schrift ist,- z. B. gegen den Grundsatz staatliche Ordnungen zu achten oder "wer nicht arbeiten will soll auch nicht essen". Analog gesehen läßt sich das auf vieles im Leben anwenden.
Warum soll unser Gewissen hier so eine große Rolle
spielen? Eine Frage, die sich jeder ZZ) selbst stellen sollte und ob sein
Gewissen noch wirklich sein eigenes Gewissen ist oder eher das Gewissen
anderer. Sind die Gewissen im Menschen nicht etwa nach Wunsch anderer produzierbar,
lenkbar, sogar ein- und ausschaltbar, je nach Bedarf? Es genügen doch
in Wirklichkeit nur entsprechende Artikel im WT und schon regt sich oder
schläft unser Gewissen! Eine zwar in der Tat groteske Feststellung
mag mancher sagen, aber sie ist wahr; denn auch an mir war das alles ausprobiert
und es hat sich bewiesen.
-J.M.-
DIE „ÄLTESTEN" UND DER URLAUB
In der Bibel heißt es:
„Auch kein schändliches Benehmen, noch törichtes
Reden, noch unzüchtige Späße, Dinge, die sich nicht schicken,
sondern vielmehr Danksagung …"
„Laßt euch von niemanden mit leeren Worten betrügen,
denn wegen der vorhin erwähnten Dinge kommt der Zorn Gottes über
die. Ungehorsamen". - Eph. 5:4,6 Inwieweit diese Bibelworte auf Zeugen
Jehovas, insbesondere aber deren Ältestenschaft in bezug auf Urlaub
anzuwenden sind, wollen wir einmal näher beleuchten, denn eigentlich
verweisen die Ältesten ja ständig darauf, was für vorbildliche
Personen sie sind.
Sie bleuen den einfachen Zeugen ständig ein, wie
notwendig es ist, auch im Urlaub ausgiebig zu predigen.
Vielfach versuchen sie in ihren Versammlungen dafür
zu werben, im Urlaub als Hilfspionier tätig zu sein, denn es wären
ja am Tag „nur" zwei Stunden dafür nötig. Den Verkündigern
reden sie in solchen Fällen auch meist ein:
„Urlaub ist kein Urlaub von Jehova".
Richtiger muß es in diesem Fall wohl heißen:
„Urlaub ist kein Urlaub von der WTG".
Sie braucht dringend „Erfolgszahlen".
Daß aber auch der einfache Verkündiger einmal
im Jahr für zwei oder drei Wochen der „Nervenmühle WTG" entfliehen
will, kümmert diese wenig.
Natürlich braucht jeder Mensch einmal im Jahr eine
Zeit um auszuspannen, sich zu erholen, aber wenn die Ältesten, die
ja Vorbild sein sollen, anderen Vorschriften für den Urlaub machen,
dann müssen sie sich gefallen lassen, wenn man auch sie in ihrem Urlaub
genau unter die Lupe nimmt. Es ist schon erstaunlich., was man da beobachten
kann. Während diejenigen, die zum verstärkten Dienst im Urlaub
geworben wurden, täglich ihre zwei Stunden Predigtdienst ableisten,
machen viele Älteste sich aus dem Staub, fahren in Auslandsurlaub
oder fahren zusammen mit anderen Ältesten mit ihren Wagen und Wohnwagen
dorthin, wo niemand sie kennt. Etliche findet man sogar in Tanzlokalen
und in Nachtbars wieder. Ja, sie unterscheidet sich da gar nicht von den
von ihnen sonst so geschmähten „Weltmenschen"!
Es gibt nicht wenige Älteste, die in ihrem Urlaub
nicht auf eine einzige wirklich geleistete Stunde Predigtdienst verweisen
können.
Nach Hause zurückgekehrt aber halten sie in der
Versammlung wieder die schärfsten Vorträge über Moral und
Unmoral und spielen sich als Vorbilder und nacheifernswerte Beispiele auf.
Allen, die so handeln, sei gesagt:
„Gott läßt sich nicht verspotten. Was der
Mensch sät, wird er ernten".
So wird auch diesen Menschen einmal das Handwerk gelegt
werden, denn man kann nun mal nicht alle und jeden für dumm verkaufen,
insbesondere Jehova und Jesus Christus nicht, die dafür Sorge tragen
werden, daß die WTG-Oberen ihr Spiel nicht ewig so weiterspielen
können und die Gebote ständig so ändern wie sie sie brauchen!
-RSW-
AKTUELLES IN KÜRZE
WTG-PRÄSIDENTEN VERDRÄNGEN APOSTEL
WTG-Broschüre „Die Regierung, die das Paradies wiederherstellen
wird" S. 18, Bild unten: Franz, Knorr, Rutherford und Russell im Vordergrund
der „himmlischen Regierung"! - Ein Platz, der nach Christus wohl eher den
Aposteln gehört, wollte man das darstellen.
NW- ÜBERSETZUNG: JESUS HING AM KREUZ
Selbst nach dem NW-Text in Joh. 20:25, wo es heißt:
„… in seinen Händen die Spur der Nägel .. ist erwiesen, daß
Jesus gekreuzigt und nicht gepfählt war. Sonst müßte es
heißen: „in seinen Händen die Spur des Nagels"! -
Das war u. a. eine der Fragen des Aufstandes 1980 im
Bethel Brooklyn. Die Sache ist inzwischen Gegenstand international verbreiteter
Dokumentationen.
Bethel Ministries, Manhattan Beach, Californien, USA
1982, 1984)
ELTERN NUR BESCHRÄNKTES ERZIEHUNGSRECHT
Der Gerichtsausschuß des britischen Oberhauses,
das höchste Organ der britischen Rechtsprechung, hat entschieden,
Eltern haben „keine absolute Erziehungsgewalt" über minderjährige
Kinder. Außerdem habe sich die Rechtsprechung den veränderten
gesellschaftlichen Normen anzupassen. (St. Hedwigsblatt 17.11.1995)
Das könnte eine gesetzliche Handhabe gegen die Kinderopfer
des WTG-Blutkultes werden.
UND FÜR FREIHEIT DER RELIGION
Im Dezember 1984 fand in Genf ein Seminar der UNO zur
Förderung der Toleranz in Religionsfragen statt, das von allen UNO-Mitgliedstaaten
ausreichende entsprechende Verfassungsgarantien forderte. Auch SU-Vertreter
nahmen teil. (Glaube und Heimat 17.2.1985)
Damit ist die bekannte WTG-Prophetie über die UNO-Religionsfeindschaft
als haltlos entlarvt.
KÜNFTIG AUCH FÜR DIE WTG
IN DEN USA KEINE STEUERVERGÜNSTIGUNG MEHR?
Im USA-Senat haben Demokraten und Republikaner einstimmig
beschlossen, daß für Teufelsanbeter, Hexenvertreiber und andere
gewerbsmäßige Okkultisten keine Steuervergünstigung" mehr
gewährt wird.
Es ergibt sich die Frage, ob auch die WTG an die Reihe
kommt. Sie lehrt zwar keine Teufelsanbetung, aber an den Teufel zu glauben.
Was ist da vor dem Gesetz der Unterschied? Zugleich werden die „gedruckten
Predigten" der WTG auch verkauft, sogar so (nach Verkündiger- u. Pioniersätzen
z.B.), daß die Verbreiter ihren kleinen Verdienst dabei haben. Was
ist das für ein „Umsonst sollt ihr geben?"
Gerichtsprozesse hat es um die WTG in der Steuerfrage in den USA schon gegeben. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig, beim Geld hört die Freundschaft auf. Jedes Formular berechnet die WTG ihren ZJ-Versammlungen.
glossiert
Die Urlaubszeit rückt heran. Das trifft zwar mehr
für die „Weltmenschen" zu; denn wir Zeugen Jehovas sehen das anders
und eine Schwester drückte auf einem Kreiskongreß in der BRD
das so aus: „Von deiner Freizeit gehört 1 % dir und 99 % Jehova."
Ich finde es vollkommen in Ordnung, daß dieser Satz
nun auch zur Regel erhoben wird.
Es gibt natürlich wieder Besserwisser, die anstatt
99 % deiner Freizeit gehört Jehova sagen:
„99 % deiner Freizeit gehört der WTG."
Diese Besserwisser mit den Satanszungen gehen in ihrer
Unverschämtheit so weit, daß sie sogar behaupten, die WTG würde
die Zeugen Jehovas ausnutzen z. B. beim Literaturverkauf, der die WTG reich
und reicher machen würde. Diese Lügner!
Es ist der bekannte Neid, weil die „WATCH TOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY OF NEW YORK, INC., BROOKLYN, NEW YORK, USA", (WTG) die billigsten Arbeitskräfte der ganzen Welt besitzt und außerdem ist es für uns Zeugen ein Bedürfnis, für diese amerikanische Aktiengesellschaft zu schuften..
Im Kreis Geithain gab es zu der eindeutigen Angelegenheit
99 % :zu 1 % doch Fragen:
„Was veranlaßt die WTG, derartige unerfüllbare
Forderungen aufzustellen? Will die WTG in unserem Unterbewußtsein
eine Geisteshaltung erzeugen, daß wir ihr ständig etwas schuldig
sind?"
Liebe Brüder und Schwestern, diese Fragen eines
Studienleiters im Kreis Geithain sollten uns nicht verwundern; denn dort
geben sich die Ältesten mit nur 2 Stunden Felddienst in der Woche
zufrieden.
Wir alle sollten uns über unsere Zeit mehr, viel
mehr Gedanken machen.
-Eugen Aufreiber
.AUS DER WELT DER ZEUGEN
FERIENPIONIERARBEIT - AM FKK-STRAND?
Mit steigender Sonne steigt auch die Lust zum eifrigen
Missionieren. Es darf auch nicht die geringste Gelegenheit außer
acht gelassen werden.
Beispielhaft ist Bruder Andreas Scholz aus Gera. In seinem
Urlaub 1985 setzte er Maßstäbe. Die Familie Scholz und eine
Schwester, die an den Zeugen Jehovas interessiert ist, weilten gemeinsam
am Ostseestrand. Der eifrige Dienstamtsgehilfe Andreas Scholz hatte sich
als Ort seines Missionierens den FKK-Strand ausgesucht und die mitreisende
Schwester dazu herzlich eingeladen.
Das Ansinnen lehnte die Schwester entrüstet ab.
Es geht hier um keinen Einzelfall. Aus Berlin, Dresden,
Karl-Marx-Stadt und Gera häufen sich ähnliche Mitteilungen, daß
vor allem junge ZJ an der Freikörperkultur Freude finden. So ist es
folglich, daß sich bereits die Ältestenschaft mit dieser Problematik
ernsthaft auseinandersetzt. Die Anweisungen der WTG sind eindeutig.
Im Zusammenhang mit FKK müßte im konkreten
Fall mindestens der Entzug des Dienstamtes folgen.
SIE REDEN ANDERS ALS SIE HANDELN
Im Kreis Forst, Bezirk Cottbus, lernte ich Siegfried
Schmidt, seine Mutter, Schwiegermutter und Verwandte Elvira und Arnold
kennen. Sie sind Zeugen Jehovas. Siegfried Schmidt ist als Ältester
eingesetzt..
Viele Gespräche führten wir und immer wieder
war ich beeindruckt, wie alle meine neuen Bekannten mit- der Bibel umgehen
konnten. Siegfried Schmidt zitierte ganze Textstellen. Es reihte sich all
das Gesagte logisch aneinander. Vieles, was ich als Christ, ich bin evangelisch,
gelernt hatte, sah ich irgendwie in einem neuen Zusammenhang. Ich begann
mich mehr für das Bibelstudium zu interessieren.
So lernte ich die Familie Schmidt näher kennen. Das
war gut. Mehr und mehr merkte ich, daß die Zwischentöne im privaten
Umgang der Familie von Mißtönen begleitet waren. Manchmal lag
Spannung, nervöse Gereiztheit in der Luft. Später stellte ich
sogar Disharmonien fest. Meine Besuche stellte ich langsam ein und völlig,
als ich bemerkte, daß Siegfried Schmidt heimlich dem Alkohol zusprach.
Eine nachhaltige Lehre von den Zeugen Jehovas blieb mir:
„SIE REDEN ANDERS ALS SIE HANDELN".
-Helga Sammer
EINBRUCH IN EINEN KÖNIGREICHSSAAL!
Aus dem 1984 in der Grevener Straße neu erbauten
„Königreichssaal" der Versammlung Münster, in der BRD, wurde
die gesamte Phono-Anlage durch Einbrecher demontiert und entwendet.
Wie konnte das ausgerechnet der WTG, dem „TREUEN UND
VERSTÄNDIGEN SKLAVEN", geschehen?
„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner, DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 302/86 V 7 1 1093 N 2