Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 202
Eine in dieser Ausgabe gelesene Empfehlung der CV an die Adresse der Zeugen,
Sie möchten sich doch bitte im Berliner Naturkundemuseum, eine vorher schon in Japan gezeigte Ausstellung mit Saurierskeletten ansehen. Und dabei fällt die als nicht diskutierbare Zahl mit genannte Angabe: Jene Saurierskelette seien „140 Millionen Jahre alt".
Ob die Zeugen angesichts ihrer 6000 Jahr-Theorie sich von dieser Zahl wohl beeindrucken lassen?
Wieder auch in dieser CV-Ausgabe ein mit „-MSH-" gezeichneter Artikel. Das scheint so eine Art „Stammschreiber" der CV zu sein. Überblickt man seine Beiträge in Gesamtheit, drängt sich zumindest mir der Eindruck auf: Ein „theologischer Dogmatiker" hoch zehn. Fast „mit Schaum vorm Maul" will er auch diesmal belehren. Jesus ist Gott. Oder Jehova in anderer Gestalt.
Nun kann ich nicht verhehlen, dass solche theologischen Dogmatiker, die von der Anerkennung ihrer Spezialtheorien alles „Heil" abhängig machen. Das diese Spezies mir alles andere als „sympathisch" ist.
Und dann setze man im Kontext zu diesen theologischen Erbenszählern, die genannten „140 Millionen Jahre".
Dick und Doof die klassischen Stummfilmschauspieler, fallen mir angesichts dieser Mixtur unwillkürlich ein.
Mit (makaber) notierenswert: Wieder einmal nimmt diese CV, in der Rubrik „Aus der Welt der Zeugen" es sich heraus, einzelne Personen namentlich an den Pranger zu stellen. Kann man sachbezogene, und meinetwegen auch noch parteiisch-politische Ausführungen der CV, mit Mühe und Not noch akzeptieren. Das jedenfalls nicht!

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 202 GERA MAI 1986

INHALTSANGABE
NACH HARMAGEDON
EINE PARADIESISCHE ERDE
BIBELNACHRICHTEN
WIR PRÜFEN WT NR. 22-24/1985
SIND DIE ANDEREN SCHLECHT?
DANKBARKEIT - ODER MASSREGELUNG?
DIE BILANZ (II)
AUS DER WELT DER ZEUGEN

„GERECHTSPRECHUNG"
Die Studienartikel des WT 23/1985
Liebe Brüder und Schwestern!
Vor mir liegt der Wachtturm Nr. 23/1985 mit seinen Studienartikeln „Gerechtgesprochen 'zum Leben'" und „Gerechtgesprochen als ein Freund Gottes". Zweifellos sind dies interessante Themen, denn sie behandeln das Wichtigste, was der Mensch besitzt, das Leben.
Noch bedeutender: Es geht hier um e w i g e Leben, für den einen lt WT-Lehre das ewige Leben auf der Erde, für den anderen das im Himmel. Welcher Mensch ist nicht daran interessiert, möglichst lange, ja sogar ewig zu leben?! Und dieser Wachtturm untermauert seine Lehre mit Bibelstellen. Über 60 Bibeltexte im ersten Studienartikel und fast 70 im zweiten.
Wer zweifelt nun noch an der Richtigkeit der Wachtturm-Lehre, da die Bibel so zwingend einbezogen wird?

UNTER ZEITDRUCK
Zirka 130 Bibelstellen sollt ihr nun nachlesen. Veranschlagen wir - rein theoretisch - pro nachgelesenen Bibeltext eine Minute, so braucht ihr nur zu diesem Bibelstudium 2 Stunden und 10 Minuten.
Natürlich sollt ihr auch dem Gedankengang der WT-Schreiber folgen und somit nicht nur die Bibel, sondern vor allem diesen Wachtturm studieren. Dieser hat zudem noch Nebenartikel …
Außerdem dürft ihr natürlich das obligatorische Bibellese- und Buchstudienprogramm sowie die Theokratische Predigtdienstschule nicht vergessen.

Warum dieser lange Vorspann?
Natürlich schaffen die meisten von euch nicht dieses WTG-Mammutprogramm in der geforderten Weise zu bewältigen. Ehe, Familie, Arbeit im Betrieb und zu Haus fordern ihr Recht und eure Zeit. Das weiß man auch in Brooklyn und man spekuliert dort mit der Tatsache, daß die Leser angegebene Bibeltexte nicht oder nur flüchtig überprüfen. Eine böswillige Behauptung?
Sehen wir uns noch einmal die Themen der Studienartikel an. Es geht um die Gerechtsprechung. Und hier liegt der „Pferdefuß".

ZITAT AUS DER NW-ÜBERSETZUNG
Als Leitartikel zieht die WTG Römer 5:18 (S. 8) heran, den sie wie folgt abdruckt:
„Durch e i n e n Akt der Rechtfertigung (kommt es) … zu deren Gerechtsprechung zum Leben." Dieser Text wurde; gekürzt der WTG-eigenen Bibel, der „Neuen-Welt-Übersetzung", entnommen. Welcher Sinn ergibt sich hieraus? Zum eigentlich interessierenden Akt für die Menschen wird der Gedanke der „Gerechtsprechung" durch Gott gemacht. Automatisch rückt der „Akt der Rechtfertigung" (der Opfertod Jesu Christi) in den Hintergrund. Jesu Tod ist somit nur noch die V o r a u s s e t z u n g für die Möglichkeit zur „Gerechtsprechung" der Menschen geworden!

ZITAT AUS DER LUTHER-ÜBERSETZUNG
Wenden wir uns nun der Luther-Übersetzung der Heiligen Schrift zu.
"Wie nun durch e i n e s Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch e i n e s Gerechtigkeit die Rechtfertigung zum Leben für alle Menschen gekommen." (Römer 5:18) Im revidierten Text des Neuen Testamentes von 1984 liest sich die gleiche Bibelstelle so:
"Wie nun durch die Sünde des Einen, die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt."

SCHLUSSFOLGERUNGEN
Sofort fällt auf, daß der Begriff "Gerechtsprechung" bei den zuletzt genannten Bibelübersetzungen fehlt.
Aber viel wichtiger:
Der Schwerpunkt der Textaussage verlagert sich von Gott ("Gerechtsprechung", NW) eindeutig auf Jesus Christus (Gerechtigkeit des Einen"; Luther).
Somit werden Menschen, die ewiges Leben erlangen, dieses Jesus Christus zu verdanken haben!

Liebe Brüder und Schwestern!
Verfolgt diesen Gedanken anhand des Wachtturms weiter. Welche Konsequenzen hat er?
Einige Anregungen:
Was soll ein WT mit der Thematik "Gerechtsprechung", wenn dieser Ausdruck in dem von der WTG gewählten Leittext (Römer 5:18) eigentlich nicht vorkommt?
Was ist von einer Bibelübersetzung zu halten, die Bibeltexte verfälscht wiedergibt? Und schließlich:
Was ist von einer Bibel-Verlagsgesellschaft zu halten, die bewußt eine Bibel mit gefälschten Texten herausgibt, nur um eigene Lehren zu stützen?
- Gerd R ... -

BIBELNACHRICHTEN
Die Bibel oder Teile daraus sind in insgesamt 1785 der rund 3000 Sprachen der Erde übersetzt. Nach einer vom Weltbund der Bibelgesellschaften im Januar 1984 veröffentlichten Statistik erschienen im Jahre 1983 Texte in 24-Sprachen, in denen es bisher noch keine Bibeltexte gab. Die Bibel ist das am häufigsten übersetzte Buch. Die Bibel war Ende 1983 in 283 Sprachen übersetzt, das Neue Testament in weitere 572 Sprachen. In 930 Sprachen gibt es Teile der Bibel. Am häufigsten sind biblische Bücher in afrikanischen Sprachen (239) übersetzt worden, gefolgt von asiatischen (221) und südamerikanischen (167). Die Überarbeitung der Revision des Luthertextes des Neuen Testaments von 1975 ist abgeschlossen. Die 1956 erfolgte Revision, bis heute die kirchenamtlich geltende Fassung, sei sprachlich zu zurückhaltend ausgefallen, die Bearbeitung von 1975 sei dagegen sprachlich zu weit gegangen. Jetzt sei der Text so durchgesehen und bearbeitet, daß die ursprüngliche und vielen Bibellesern vertraute Sprache Martin Luthers wieder zur Geltung kommt.

Eine neue, wissenschaftliche Bibelausgabe verlegte die Deutsche Bibelgesellschaft (Stuttgart). Der 779seitige Band, der den griechischen Grundtext und die offizielle lateinische Fassung des Neuen Testaments enthält, ist hauptsächlich für das wissenschaftliche Studium im Bereich der Katholischen Kirchen entwickelt worden und stellt einen gemeinsamen Grundtext für alle Bibelübersetzungen der Kirchen dar.

Die ungarische Universitätsdruckerei hat für die Bibelgesellschaft in Tansania 40 000 Bibeln in Suaheli hergestellt.
Die Baptisten in der Sowjetunion haben für dieses Jahr den Druck von 20 000 Neuen Testamenten, 10 000 Konkordanzen und 10 000 Liederbüchern angekündigt.
10 Jahre nach Erscheinen des Neuen Testaments wurde jetzt auch die ganze Bibel in holländischer Umgangssprache herausgegeben. Bearbeitet wurde die "Groot Nieuws Bijbel" von der protestantischen und der römisch-katholischen Bibelgesellschaft.
In den rund 50 Jahren ihres Bestehens waren die Wycliff-Bibelübersetzer an der Übersetzungsarbeit in insgesamt 907 Sprachen beteiligt. Gegenwärtig arbeiten sie an 785 Sprachen. Im Durchschnitt wird jede Woche eine neue Sprache in Angriff genommen. Über 2000 Neue Testamente wurden bereits übersetzt.
Aus "Glaube und Dienst".
Die WTG gehört nicht zum Weltbund der Bibelgesellschaften. (CV-Redaktion)

WAS DIE NW-BIBELÜBERSETZUNG DER WTG ALLES BEWIRKT
Der Koran steht überlieferungsgeschichtlich hoch über der Bibel, wird von mohammedanischen Autoren immer wieder versichert. Denn er ist authentische Offenbarung Gottes. Sie wurde wörtlich so aufgezeichnet, wie sie dem Propheten gegeben wurde, der Text wurde buchstabengetreu erhalten, bis auf den heutigen Tag. So ist seine Herkunft klar, sein Inhalt eindeutig, seine unversehrte Überlieferung gesichert. Ganz anders die Bibel! "Das Alte und das Neue Testament, so wie es uns heute vorliegt, sind freihand verfälscht worden. Jede neue Ausgabe, die gedruckt wird, unterscheidet sich von älteren Ausgaben", weiß M.A. K. Ghauri in der Ahmadiyya-Zeitschrift "Der Islam" (April 1971) zu sagen.

Zahlreiche Änderungen seien vorgenommen worden, eigens um dem Anspruch der Muslime entgegenzutreten, daß eine Reihe biblischer Prophezeiungen durch die Person Mohammeds erfüllt worden ist. Beispiele nennt Ghauri wohlweislich nicht.
Um "eine der jüngsten Änderungen" nachzuweisen, bedient er sich zur Demonstration ausgerechnet eines Textes der "Neuen Welt Übersetzung", den die Zeugen Jehovas im Sinne ihrer Lehre umfrisiert hatten
(Lukas 23:43)
(MD, EZW 15. Juni 1971)

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 22, 23 UND 24/1985
NEBENARTIKEL
"Argentiniens schweigende Kirche"
WIE SIE ES AUCH ANSTELLT:
ES IST VERKEHRT!
Häufig sind die unterschiedlichen Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Sekten Zielscheibe der WTG-Kritik (siehe u. a. Erwachet Nr. 24/84, Seite 28).
Nun steht die katholische Kirche Argentiniens am Pranger. Man wirft ihr vor, zu den Greueltaten, die während der Amtszeit der argentinischen Militärregierung begangen wurden, geschwiegen zu haben.
Der Wachtturm-Gesellschaft kann die Kirche nachweisbar nichts recht tun:
Schweigt sie, wird ihr vorgeworfen, daß sie um die Gunst des Staates werben würde. (Seite 10)
Im gegenteiligen Fall würden die Zeugen Jehovas behaupten, daß die Kirche sich in die Angelegenheiten der "Welt" einmischt. Für beide Verhaltensweisen hat man auch gleich die "passende" Bibelstelle parat. An anderen Kritik zu üben, ist ja auch so einfach ...

STUDIENARTIKEL
"Kannst du dich jetzt
auf Verfolgung vorbereiten?'
WARUM STEHT DIE WTG
IN VIELEN LÄNDERN UNTER VERBOT?
Schon die Überschrift "Kannst du dich jetzt auf Verfolgung vorbereiten?", gibt zu denken.
Warum steht die Religion der Zeugen Jehovas in vielen Ländern unter Verbot? Weil in Johannes 15:20 etwas steht, was die ZJ auf ihre Verhältnisse übertragen wollen? Oder gar, weil sie den Namen "Jehova" gebrauchen, den angeblich die Regierungen nicht ausstehen können?
Besteht nicht die Hauptursache des Verbotes darin, daß die Wachtturm-Gesellschaft sich ganz massiv in die inneren Angelegenheiten der Staaten einmischte und deren Politik verleumdete?

ANREGUNGEN WIDER DIE BIBEL
"Man kann überlegen, wo überall im Notfall Literatur versteckt werden könnte." (Seite 12)
"Hättest du die Kraft, unter dem Druck der Verfolgung den Predigtdienst fortzusetzen?" (Seite 13)
"Lerne es, vertrauliche Angelegenheiten für dich zu behalten und gestützt auf biblische Grundsätze, Entscheidungen zu treffen." (Seite 13)
"In Ländern, wo die Zusammenkünfte verboten sind, versammeln sich Christen regelmäßig in kleiner Zahl." (Seite 13)
"Organisatorische Vorkehrungen" und die Namen verantwortlicher Brüder dürfen unter keinen Umständen verraten werden. (Seite 14)
Kennen die verantwortlichen Aufseher in Brooklyn nicht Hebräer 13: 18, 19 worin zu lesen ist.
"Betet weiterhin für uns, denn wir hegen das Vertrauen, ein ehrliches Gewissen zu haben, da wir uns in allen Dingen ehrlich zu benehmen wünschen. Doch ermahne ich euch noch viel mehr, dies zu tun, damit ich euch um so eher zurückgegeben werde." Doch diese Bibelstelle (NW) kennen sie. Aber man wendet sie nur da an, wo sie in das eigene Konzept paßt.
(Siehe WT 21/85, Seite 22.)
Der Staat kann belogen und betrogen werden. An die Zeugen geht geradezu die Aufforderung, dies zu tun. Nur dem "treuen und verständigen Sklaven" dürfen und müssen sie vertrauen. (Seite 15)
Und noch dem Geschreibsel in diesem WT wundern sich die Zeugen Jehovas noch immer über das Verbot gegen ihre Gesellschaft in vielen Ländern?!

STUDIENARTIKEL
"habe nicht an den Sünden anderer teil"
ZUM VERRAT VERPFLICHTET
Wieder einmal züchtigt Jehova durch seine Organisation seine 'Kinder". (Seite 18) Zumindest möchte es die WTG so verstanden wissen.
Worum geht es im wesentlichen?
Jeder ZJ hat die Pflicht, die Personen, welche eine "Sünde" begangen haben, den Ältesten zu melden. Und gerade an diese Pflicht, andere zu versetzen, werden die Zeugen erinnert.
Hat man vielleicht Angst, daß Jehova die Sünden seiner Untertanen nicht mitbekommt? Wie dem auch sei: Der Jugendliche muß seinen Kameraden melden (S. 21), Eltern ihre Kinder (und umgekehrt!) und Ehepartner sollen sich, falls erforderlich, gegenseitig anzeigen.

Ja, so wird ein lückenloses System der Angst aufgebaut. Ein gegenseitigem Vertrauen, auch auf Vergebung, gibt es in den Reihen der Zeugen Jehovas nicht.
Welche hohlen Worte doch im WT 21/85 verkündet wurden:
"Wer schätzt nicht einen vertrauenswürdigen Freund? In der Gemeinschaft mit einem solchen Menschen fühlt man sich sicher, und man kann das Vertrauen haben, daß persönliche Angelegenheiten nicht öffentlich bekanntwerden." (Seite 27)
Schön wär's!

WACHTTURM NUMMER 23/1985
Diese WT-Besprechung befindet sich auf den Seiten 1 und 2
WACHTTURM NUMMER 24/1985
NEBENARTIKEL
"Wie du für das, was Jesus getan hat, dankbar sein kannst'
EIN DENKANSTOSS FÜR BROOKLYN
Ein Nebenartikel mit einem überdenkenswerten Thema!
Besonders für die leitenden Brüder in Brooklyn sollte dies ein Anstoß sein, ihr Verhältnis zu Jesus und damit zusammenhängende Fragen, wie z. B. das Gedächtnismahl, neu zu überdenken. Wird er doch von ihnen zum „Gehilfen und Sprecher seines Vaters" degradiert (siehe WT 8/84, S. 20). Dies zeigt deutlich, daß die WTG ein sehr gestörtes Verhältnis zu Jesus hat. Somit interessiert sich der „kluge Knecht" in Wirklichkeit auch kaum dafür, ob seine Anhänger ein gutes Verhältnis zum Sohn Gottes haben. Als viel wichtiger betrachtet er das Problem, welches Verhältnis die Zeugen Jehovas ihm gegenüber haben.

WTG VOR CHRISTUS
Um es ganz deutlich zu sagen:
Die WTG erwartet vor ihren Untergebenen bedingungslosen Gehorsam und ein maximales Engagement im Interesse ihrer Weisungen, Zeugen Jehovas dürfen „keine Schlafmütz sein". „Hausfrauen, die als Pioniere dienen, und andere Pioniere müssen früh aufstehen, damit sie ihren häuslichen Pflichten nachkommen und den ganzen Vormittag im Dienst Jehovas verbringen können." (WT 13/84, Seite 17)
Wer „aufmuckt", wird sofort zurechtgewiesen. Erst mit Milde:
„Sollten wir andererseits, wenn wir im Recht sind, nicht darauf vertrauen, daß Jehova für die nötigen Berichtigungen sorgen kann und dies … auch tun wird?"
(WT 14/85, Seite 24)
Sollte das nicht verstanden werden, läßt die WTG die Rute sehen:
„Wer seine persönlichen Ansichten geltend macht und den Rat des von Christus ernannten 'treuen Sklaven' in ein schlechtes Licht stellt, hält nicht 'an dem Haupte' fest. Daher sollten sich Jehovas loyale Zeugen vor irgendeinem gottlosen Einfluß hüten, der sie ihres Siegespreises - des ewigen Lebens - berauben könnte."
(WT 14/85, Seite 14)
Hier schließt sich der Kreislauf. Laut WT gebührt Jesus Christus alias WTG der Respekt. Da letztere sichtbar, greifbar und u. U. sogar schmerzhaft fühlbar ist, gebührt ihr vor allem die Ehre. Jesus ist ja schließlich nur „der Gehilfe und Sprecher seines Vaters"…
-Gerd R ...-

SIND DIE ANDEREN WIRKLICH SO SCHLECHT?
Die anderen, ich meine jetzt nur mal speziell Christen anderer Konfessionen, mit Ihnen tut sich die WTG ja recht schwer.
Warum denn eigentlich?
Jesus zeigt uns in Matth. 7:13,14, daß es zwei Wege gibt, auf denen sich die Menschen befinden. Der eine Weg ist breit und führt ins Verderben, der andere Weg schmal und führt zu ewigen Leben und nur wenige Menschen finden das Tor dorthin.
Als Christ ist für mich dieser Weg Jesus selbst (siehe Joh. 1.1-14; 11:25; 14:6). Doch dies wird wohl auch kein Zeuge Jehovas bestreiten, daß Jesus der Weg zum Leben ist.

Doch, bedingt durch verschiedene historische und kulturelle Einflüsse, kam es zu verschiedenen Verständnissen wichtiger Teile der Bibel. Für die eine Gruppe war z. B. die Verkündigung des kommenden Gottesreiches das, was sie als das Wichtigste ansahen; für andere wiederum war den Glauben zu leben wichtiger als zu verkündigen und so gibt es noch weitere Dinge, die zu Besonderheiten in Lehre und Leben geführt haben. Doch diese Eigenheiten wären nicht das Entzweiende geworden, hätte man sich wenigstens zu einem Bündnis vereinen können, wenn man keine Gemeinschaft im Geiste Christi mehr sein kann, wohl besser auch will. Der Anspruch, den allein richtigen Weg zu gehen, führte in eine Isolation und eine Versteifung und entfernte die Menschen immer mehr voneinander. Dies steigerte sich dann bis zu Kriegen, in der die Durchsetzung des „wahren" Glaubens als hauptsächliches treibendes Element galt. Aber auch die Verfolgung von Gemeinschaften, die sich auf Grund einer neuen Lehre gebildet haben, erreichten grausame Dimensionen. Es sei nur an solche Ereignisse wie die Bartholomäusnacht 1572 oder an die Verfolgungen der Böhmischen Brüder, Baptisten, Quäker und Mormonen erinnert, die viele Opfer gefordert haben.

Betrachtet man die Einstellung der Zeugen Jehovas gegenüber den Menschen, die ebenfalls bestrebt sind das „enge Tor" zu finden, jedoch nicht der WTG folgen, muß ganz klar festgestellt werden, daß sie die anderen verurteilen und ihnen als „falsche Lehrer" den Untergang im Krieg von Har-Magedon prophezeien. Doch diese Verurteilung steht völlig im Widerspruch mit dem Weg zum Leben. Lesen wir in der Bergpredigt:
„Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt. Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen, und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, das ihr bei den anderen anlegt." (Matth. 7:1,2)

Viele Christen und mit ihnen ganze Kirchen und Religionsgemeinschaften haben eingesehen, daß eine Zusammenarbeit in vielen Dingen möglich und notwendig ist. Dazu sucht man gegenseitig nach Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte, um von dort ausgehend nicht mehr als Katholik oder Protestant, sondern als Christ miteinander zu leben, zu arbeiten und voneinander zu lernen. Als ein wichtiger Schritt dazu war 1948 die Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen, der 1977 291 Mitgliedskirchen aus fast 100 Ländern vereinigte.

In der DDR sorgt vor allem die Arbeitsgemeinschaft Christliche Kreise für eine gute Zusammenarbeit. Auch für spezielle Aktivitäten haben sich weltweit Christen zusammengeschlossen, um so besser für ihr Anliegen einzutreten.
Eine solche Organisation ist z. B. die Christliche Friedenskonferenz.
Doch in keiner ökumenischen Bewegung findet man einen Zeugen Jehovas. Dies verhindert ja auch bewußt die WTG. Würde sich ein Zeuge mit anderen Christen verständigen wollen, müßte er doch sehr oft über seinen Glauben ohne Schablone der WTG nachdenken und so liefe das durch straffe Dogmen errichtete Lehrgebäude Gefahr zusammenzufallen. Auch würde er feststellen, daß viele nachteilige Dinge, die den anderen Gemeinschaften nachgesagt werden, oft noch aufgebauscht oder unvollständig wiedergegeben werden.

Für mich, ich bin ein Freund der Quäker, kann ich sagen, daß ich nie einen Menschen ins Verderben stürzen wolle, wie die WTG behauptet. Mit meinem Kontakt zu CV, der ja eigentlich auch ökumenischer Art ist, versuche ich zu helfen, aber auch zu lernen. Trotz aller weltlichen Tätigkeit bin ich bestrebt mein Leben so zu gestalten, daß ich mich auf dem „schmalen Weg" befinde und durch das „enge Tor" gehen kann, welches zu ewigen Leben führt, allerdings ohne die geistige Führung durch die WTG.
Und ist dies etwa schlecht?

Wäre es nicht einfacher die anderen zu akzeptieren und statt dessen seinen eigenen Glauben zu prüfen, ob es auch wirklich mein Glaube ist, der mit der Schrift übereinstimmt, oder ob ich nur etwas annehme, ohne selbst weiter zu forschen?
Mahatma Gandhi sagte uns:
„Es gilt nicht einen neuen Glauben anzunehmen, sondern unseren Glauben zu vertiefen bis dorthin, wo uns nichts mehr trennt."
-Frank Hoffmann-

NACH HARMAGEDON EINE PARADIESISCHE ERDE
19. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
Wollte man dieser Darstellung betreffs der Schlacht von Harmagedon glauben, so müßte unmittelbar nach den Harmagedonereignissen das Friedensreich beginnen. Aber gerade diese Hoffnung wird sich als trügerisch erweisen Es bewahrheitet sich immer wieder: Wird ein Schrifttext aus dem Zusammenhang gerissen - und das ist hier der Fall -, entstehen folgenschwere Irrtümer. Der Zweck und die Reihenfolge der letzten Ereignisse dieser Welt bleiben demjenigen verborgen, der allzu kritiklos und leichtgläubig dem WT-Angebot gegenübersteht.

6. Schale
Die direkte Bezeichnung „Harmagedon" findet sich nur in einem Buch der Bibel, nämlich der Offenbarung. Ihr chronologischer Aufbau ist leicht zu erkennen. Zunächst wird dem Apostel Johannes durch das Öffnen der sieben Siegel ein größerer Zeitraum erschlossen. Erst nach dem Öffnen des siebenten Siegels hört Johannes nacheinander sieben Posaunen. Eingebunden in die letzte Posaune treten sieben Engel mit sieben Zornschalen Gottes in Aktion, die als geballte Ladungen den Zorn Gottes freiwerden lassen. Alle Bereiche sind davon betroffen. Der Gotteszorn trifft die Erde, das Meer, die Wasserströme und Brunnen, die Sonne, den Thron des Tieres, den Euphrat und die Luft.

Harmagedon ist nun nicht die alles überragende weltweite Vernichtungsschlacht Gottes, sondern laut Bibel nur die sechste Zornschale Gottes, welche - ausgegossen - den angreifenden Völkern den Weg über den Euphrat zum Karmelgebirge in Israel frei gibt. Nach der Schrift kommt es zu einer Aufstellung von Streitkräften in der Ebene Jesreel bei Megiddo (Offb. 16:13,14,16).

Ist dem „Sklaven" eigentlich klar, daß er diesen Tatbestand zugibt, wenn er schreibt:
„Die Bibel spricht jedoch von Harmagedon als von einem Ort, an dem Gott einen gerechten Krieg führt."
(Buchkapitel 19/Abschnitt 1)
Ist damit die jahrzehntelange Lehre von einer Harmagedonweltsituation abgelöst?
Wohl kaum, denn dies würde ja der Wachtturm-Lehre einer weltweiten Vernichtung aller Nichtzeugen widersprechen und sie damit empfindlich ins Schwanken bringen. Biblisch betrachtet ist sie allerdings sowieso haltlos, denn wäre „Harmagedon" die endgültige Vernichtungsschlacht und damit das Ende dieses „Systems der Dinge", aus der nur Zeugen Jehovas gerettet werden und in das Friedensreich Gottes gelangen, dann könnte es ja die siebente Zornesschale, laut Bibel nach Harmagedon, die Ereignisse wie Stimmen, Donner, Erdbeben, den Fall Babylons der Großen und das Verschwinden von Inseln und Bergen voraussagt, nicht geben. Sie wäre dann schlechthin unnötig Weiterhin gäbe es dann jene Menschen nicht mehr, die Gott trotz all der Plagen lästern.. Da aber laut Schriftaussage die siebente Zornschale Gottes der sechsten der Harmagedonzornschale - folgt, ist Harmagedon eben nicht die Weltvernichtung, sondern vielmehr nur ein kleiner Teil der gesamten Ereignisse.

Treue Männer
Angesichts solcher Falschlehren, die der sogenannte „treue und verständige Sklave" aufstellt, muß der Einfluß des heiligen Geistes in ihm ernstlich bezweifelt werden. Um wieviel weniger wirkt dann der heilige Geist in den sogenannten „treuen Männern", den „Fürsten", die heute schon angeblich in die Christenversammlung eingesetzt sind, sich der Tätigkeit der Versammlung annehmen und sie leiten (Paradiesbuch, Seite 165, Abschnitt 21).

In Wirklichkeit sind diese „treuen Männer" keine Diener Gottes, sondern kritik- und willenlose Zubringer des „Sklaven", geistliche Scharlatane, deren Werke nicht zum Leben, sondern auf direkten Wege ins Verderben führen! Warum? Weil sie ihre Schafe nicht zu dem aus Gott geborenen Christus leiten, sondern zu einem Geschöpf Gottes, daß angeblich der Erzengel Michael und Jesus Christus in einer Person sein soll. Sie wollen dabei nicht verstehen, daß der alttestamentliche Gott JHWH sich als wahrhaftiger Gott in seinem Sohne Jesus Christus den Menschen geoffenbart hat und daß nur durch ihn - also durch Gott selbst - Erlösung möglich ist. Wer dem „Sklaven" und seinen „treuen Männern" folgt, hat keine Chance, mit Gott versöhnt, also im wahrsten Sinne des Wortes durch Christus ein Kind Gottes zu werden.
-MSH-

Zum Nachdenken
SAURIER ZEIGEN SICH WIEDER
Das größte Saurierskelett, das in einem Museum der Welt gezeigt wird, kehrte von seiner Japanreise wieder ins Stammhaus, das Naturkundemuseum in der Invalidenstraße zurück. Mit ihm rund 350 Exponate, die von Juli bis Oktober 1984 610 000 Besucher in Tokio anzogen.
In einer Sonderausstellung des Naturkundemuseums können Berliner und ihre Gäste die, rund 140 Millionen Jahre alten Saurierskelette besichtigen.

Für ZJ der WTG ist eine Besichtigung der Saurierskelette äußerst bedeutsam Denn sie sind ja rund 140 Millionen Jahre alt. Was bedeutet das im Hinblick auf die Weltanschauuung bzw. Endzeitweltanschauung der WTG. - Tatsachen sind hartnäckig!

DANKBARKEIT - ODER MASSREGELUNG?
An einem sonnigen Sonntag im Mai des vergangenen Jahres unternahmen zwei Familien einen Ausflug in den Thüringer Wald. Beide Familien wußten nichts voneinander. Die eine war mit der Bahn gekommen, die andere in ihrem Trabant. Unterwegs, jeder in die Richtung, aus der der andere gerade kam, traf man sich, grüßte sich im Vorübergehen auf einem schmalen Waldweg, der sich über mehrere hundert Meter an einem steilen Absturz entlangzieht.

Gerade wieder außer Sichtweite, hörte das eine Ehepaar mit seinem kleinen Sohn erschrockenes Rufen hinter sich. Alle drei laufen zurück und finden Vater und Mutter, jene Leute, die sie vor Minuten trafen, aufgeregt am steilen Hang stehen und nach unten rufen: „Kathrin, hörst du uns! Was ist denn passiert?" Das kleine Mädchen antwortet nicht. Die Eltern sind ratlos, der Vater wagt sich den steilen Hang voll lockeren Gerölls nicht hinunter

„Sie ist herumgerannt und ausgerutscht, wir konnten gar nicht so schnell zuspringen, da überschlug sie sich und rollte hinunter. Da, im Gebüsch auf halber Höhe hat sie sich verfangen. Aber ich sehe sie nicht."
Die Mutter ist fassungslos. Ihr Mann legt ihr beruhigend die Hand auf die Schulter. Indessen hat der Vater des kleinen Jungen, ein Herr Schäfer, seine Jacke ausgezogen und die Hosenbeine hochgeschlagen: „Ein bißchen verstehe ich was vom Klettern", meint er, „ich will es versuchen!" Er besinnt sich nicht lange, steigt, vielmehr rutscht und gleitet den Hang hinunter, zwischen welkem Laub und Schotter, Wurzeln und glitschigem Moos. Bange Minuten vergehen, dann hören die Wartenden ihn rufen: „ich habe sie gefunden, sie ist ohnmächtig und verletzt"

Eine lange Viertelstunde dauert es, bis er das vierjährige Mädchen auf einen Mantel niederlegen kann.
Es braucht nicht viel, um zu sehen, daß der Kopf eine große Platzwunde und der Rücken ;Schürfstellen hat, ein Bein ist aufgeschlagen, vielleicht gebrochen. Was nun? „Ich werde sie mit unserem Wagen in die Kreisstadt fahren", schlägt Herr Schäfer vor. „Sie kommen am besten mit und meine Frau und der Junge laufen zurück bis zur Bahn."

Die Eltern Kathrins atmen erleichtert auf. Eine provisorische Trage ist schnell gebaut, die Wunden sind fürs erste versorgt. Kathrin schlägt die Augen auf, beginnt zu weinen, denn jetzt nimmt sie die Schmerzen wahr. Eile tut not, und die beiden Männer gehen so schnell und vorsichtig wie irgend möglich. Schon nach einer dreiviertel Stunde erreichen sie das Auto, betten das Kind vorsichtig auf den Rücksitz.

Das Auto rollt in Richtung Krankenhaus…
Ein unpassendes Verhalten?
Sechs Wochen sind ins Land gegangen. Herr und Frau Hüter, Kathrines Eltern, freuen sich, daß der Bruch geheilt und das Kind soweit wieder gesund ist.

„Wir sollten jetzt mit Kathrin mal zu Schäfers gehen und uns für ihre Hilfe bedanken, vielleicht können wir ein Geschenk mitnehmen. Solche netten Menschen findet man seltene", erinnert Frau Hüter.
„Ja, im Grunde hast du recht, sagte er. Aber da ist etwas dazwischen. Ein älterer Bruder, der von dem Unglücksfall erfahren hat, sagte mir, daß Herr Schäfer BGL-Vorsitzender in einem Großbetrieb und außerdem in der Partei sei. Wir sollen auf keinen Fall aus Dankbarkeit etwa weiter Kontakt mit ihm pflegen. Als Zeuge Jehovas ist das, egal was gewesen ist, unmöglich!" Frau Hüter starrt ihren Mann bei diesen Worten ungläubig an: „Aber nach allem, was gerade Herr Schäfer für uns getan hat! Ich verstehe das nicht. Die Leute werden uns für undankbar und rücksichtslos halten!"
„Ja, ich verstehe ja dieses deutliche Verbot auch nicht, aber der Bruder wird wissen, warum er mir das sagte. Egal, wie nun die Schäfers von uns denken, wir müssen es in Kauf nehmen!" -

Liebe Brüder und Schwestern,
wir wollen davon ausgehen, daß die Heilige Schrift in sorgsamer und vorausschauender Weise zu einem liebevollen und verständnisvollen Verhalten auffordert, daß sie den Glauben als Maßstab nimmt, die persönliche Einstellung zu Jehova und Jesus Christus. nicht aber eine vorhandene oder nicht vorhandene Mitgliedschaft in einer religiösen Gemeinschaft. Und das Helfen und In-der-Not-Beistehen ist nicht die Frage eines Glaubens oder einer politischen Haltung allein. Es ist vor allem eine Frage der Menschlichkeit.

Und eine Organisation, die., wie in diesem Falle die WTG, ihren Mitgliedern untersagt, die einfachste Dankbarkeit zu zeigen, die sich anmaßt, Verbote auszusprechen, die die Bibel nicht ausspricht und aus verständlichen Gründen der Logik auch nicht aussprechen kann. eine solche Gesellschaft verdient mehr als nur Verachtung.
Denn, darüber wollen wir uns doch klar sein, es gibt Dutzende und aber Dutzende Beispiele , wo selbst innerhalb der Organisation die Hilfsbereitschaft zu einem Rechenexempel: gab ich dir, was gibst du mir?, gemacht wird. Prüft es in euren Studiengruppen. Beobachtet, wie mit alten und kranken Leuten verfahren wird, studiert genau, wie man einen Bruder oder eine Schwester behandelt, die einmal eigener Meinung war.

Die WTG entmündigt ihre Mitglieder, sie verurteilt sie, gesetzlos im Sinne der Bibel zu handeln, um die Gesetze der WTG zu erfüllen.
In der Redaktion der Zeitschrift CV treffen mehr und mehr Briefe ein, die in tragischer Weise zeigen, wie die WTG gegenüber Alleinstehenden, gegenüber kinderreichen Familien, die Hilfe oder Rat brauchen, wie sie bei allen, die mit tiefer gehenden persönlichen Problemen belastet sind und einen Rat suchen, kläglich versagt. Die-Angst vor Maßregelung, die das Ehepaar Hüter zurückhielt, nur Dankbarkeit zu zeigen, es ist die Angst die gleich einer drohenden Wolke über einer weltweiten Organisation lastet. Verantwortung, gegenseitige Achtung, Vertrauen und Liebe sind beinahe Fremdwörter in der WTG, oder sie sind hohl geworden, haben ihren Inhalt verloren, weil Liebe und Vertrauen eine Verpflichtung bedeuten, die in der Familie wie im großen Kreis aller Zeugen Jehovas viele nicht eingehen möchten.

Sehen sie doch das Beispiel des von innerem Streit zerrissenen Brooklyn vor sich. Woher sollten da Liebe und Vertrauen kommen? Dem wirklichen Christen bleibt nur die Stärkung in der Bibel und die bewußte Abkehr von einer lieblosen und mißtrauischen Organisation.
-CVR/tig-

DIE BILANZ (II)
Zeugen schreiben uns
Wie im Teil I bereits gesagt, die Botschaft Jesu Christi war nicht von dieser Welt; er bezeugte es selbst, indem er auf seine Sendung sich berief und von sich aus nichts tat, außer nur das, wozu sein Vater ihn beauftragt hatte. Er hatte die Legitimation von seinem Gott, dem Vater dazu; seine übernatürlichen Werke waren ein Beweis dafür, derentwegen wir auch ihm glauben. Doch welche Legitimation hat die WTG, wenn sie in Anlehnung an die Bibel nebenbei Dinge lehrt und zu verkündigen gebietet, die offensichtlich oder versteckt - wie mans sieht - unbiblisch, ja in gewissen Punkten sogar den Lehren Jesu entgegengesetzt sind? Niemals zeigte Jesus, daß er in Opposition zur Staatsordnung steht und nirgends findet man im NT auch nur die leiseste Andeutung, daß Christen es sein sollten, das Gegenteil aber ist der Fall. Und wie steht es mit uns ZJ?

Wie sehr denken wir doch negativ über menschliche Regierungen!
Unsere Botschaft, die wir den Menschen bringen, ist doch von A bis Z eine absichtlich negative Schilderung gegenwärtiger Staatsordnungen, nur, damit um so positiver sich das von uns gepriesene und erwartete Königreich Gottes sich abhebt! Wahrhaftig, um einen Preis, den dann andere zu zahlen haben! Wie viele unzufriedene Menschen haben, nachdem sie ZJ zugehört haben, noch negativer über diese Welt gedacht, ohne daß sie selbst ZJ wurden noch daran denken je solche zu werden. Wie vielen Terroristen ist gerade dieser Aspekt der WTG-Botschaft so nach ihrem Munde, die nun mit noch ruhigerem Gewissen ans Werk gehen können und sagen „haut diese Welt kurz und klein, sie taugt sowieso nichts, Zeugen Jehovas sagen es ja und die haben Recht."

Die Sache so gesehen kann da die WTG alles in ihrer Botschaft verantworten? Was soll die Beteuerung, die WTG wäre kein Teil dieser Welt und wir Zeugen Jehovas wären demnach auch kein Teil dieser Welt? Alles, was auf dieser Erde ist, also auch wir, sind recht wohl ein Teil dieser Welt und die WTG außerdem noch etwas mehr: Sie ist auch sogar ein Teil Amerikas genauer noch, der USA. Nur das Wirken Jesu und die Lehre, die er den Menschen brachte, waren nicht von dieser Welt; doch alles, was dem hinzugefügt wurde und wird, um angeblich seine Lehre zu erläutern oder zu ergänzen, ist von dieser Welt und wir sollten es nicht lieben.

Ist die Welt denn heute wirklich so, schlecht, viel schlechter als früher, wie der Wachtturm und Erwachet unermüdlich betonen? Sollten wir uns lieber die Zeiten der römischen Cäsaren als eine heutige Demokratie wünschen? Gut, Christen werden manchmal verfolgt bzw. wurden verfolgt, aber seien wir ehrlich: kamen nicht oft Strafen über diese Sorte von Menschen weniger ihres Glaubens als mehr wegen ihres unvernünftigen Verhaltens gegenüber Obrigkeiten? Wie oft wurde versäumt klug und ohne Tadel zu sein, obwohl gerade Jesus dazu ermahnte. Die Geschichte weiß genug davon zu berichten; und ZJ und ihre WTG bilden die etwa eine Ausnahme. Welche Version, nur z. B. was die Obrigkeit betrifft, ist denn nun die richtige? Die aus den zwanziger oder den sechziger Jahren; oder die aus dem Wachtturm, oder die aus der Bibel? Kein ZJ weiß das bis jetzt ganz genau. Und weil keiner vieles nicht so genau weiß, wird blind - oft gewollt blind - geglaubt mit der selbstberuhigenden Behauptung, daß andere, denen man ja gehorchen soll, dann letztlich für alles die Verantwortung tragen. Fürwahr, bequem gemacht, aber ist das eine christliche Verantwortung? Gibt nicht jeder, der so denkt und spricht, dadurch zu, daß er selbst dennoch eine Verantwortung nach unten trägt, wann er denkt Verantwortung nach oben abschieben zu können, wenn es brenzlig wird?

Wird nicht jeder, der uns, glaubt, nicht zuerst uns verantwortlich machen, wenn er reingefallen ist? Nein, vor Gott können wir ZJ nicht alles verantworten, was wir tun, vor Menschen vielleicht noch manches, aber die Konsequenzen daraus zu tragen ist oft schwer. So auch die Wachtturm-Gesellschaft: vor Gott und Jesus Christus kann sie vieles nicht verantworten, was sie tut; vieles ist sogar versteckte Gotteslästerung. doch vor den USA, auf dessen Grund und Boden sie gedeiht: kann sie vieles gut verantworten.

Die Bilanz ist niederschmetternd sowie die vielen späten Erkenntnisse. Gewiß wäre, mein Leben anders verlaufen, wären in meinen Jugendjahren nicht Bibelforscher mir begegnet, aber ich bedauere nichts. Doch das Gute, das an ZJ und der WTG vorhanden ist - trotz vieler, negativer Erscheinungen - ist auch anderswo zu finden und vielleicht noch mehr, und das Schlechte? Wie kann das jemals gutgemacht werden? Von einer Organisation, die behauptet Gottes Organisation zu sein, kann man wohl vollkommene, fehlerfreie Lehren und Führung erwarten, ganz gleich wie Menschen sind. Wie sind wir Menschen aber?

Was würden wir mit einem Schmuck machen, von dem wir immer dachten, er wäre aus purem Golde und nun nach langen Jahren plötzlich zu unserem Schrecken feststellen, er war ja nur vergoldet?
Wir werden ihn weiter tragen; wir sind ja an ihn-so gewöhnt und auch unsere Nachbarn sind es-gewöhnt, ihn an uns zu sehen.
Einigen werden wir aber die Wahrheit sagen anderen nicht, aber behandeln werden wir ihn nicht mehr wie ehedem - er ist ja nicht aus Gold und in der Tat nicht viel wert. Wir werden ihn nun oft achtlos liegen lassen, was wir vordem nicht taten.

Und langsam werden wir uns daran gewöhnen, daß wir auch ohne ihn auskommen, bis wir ihn schließlich ganz vergessen.
So vergeht auch der Mensch und seine Begierde; doch solange diese Erde besteht und Menschen auf ihr, wird auch gesät und geerntet und das in wohlorganisierter Ordnung, wie wäre es auch sonst anders möglich miteinander auszukomment!?
Dazu gehört Verantwortung - für den Gläubigen:
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
-H.M.S.-

AKTUELLES IN KÜRZE
WELTBEVÖLKERUNGSSTAND UND DIE WTG
Die Weltbevölkerung hatte sich bis Mitte 1985 auf 4,842 Milliarden vergrößert.
Damit wird es immer unmöglicher, daß die WTG im Sinne von „1914" je alle Menschen erreichen kann.

„JEHOVA" BEI DEN ESPERANTISTEN
Auch in der christlichen Esperanto Zeitung DIA REGNO vom November 1985, Niederlande (Übersetzung H. Sänger, Hoyerswerda) wird nachgewiesen, daß die „Mischform Jehova" als Name Gottes nie von den Juden gebraucht wurde, daß die WTG in ihrer NW-Übersetzung also mit einem falschen Gottesnamen arbeitet.
Einzig annehmbar sei „JAWEH".

„DER TANNENBAUMSPION" AUCH IN DER BRD
In der Zeitschrift „Brücke zum Menschen" 83/84-1985 II, „Ein Bruderdienst an Sektenopfern, Suchenden und Angefochtenen, sowie allen, die ihnen helfen möchten", besonders an die ZJ gerichtet, wurde der CV-Artikel „Der Tannenbaumspion" (CV 185/ 1984) veröffentlicht. (Elmshorn, BRD)

VOLKSWAHLEN AM 8. Juni 1986
Laut Beschluß des Staatsrates der DDR vom 4.12.85 werden am 8. Juni 1986 Wahlen zur Volkskammer, zur Stadtverordnetenversammlung von Berlin und zu den Bezirkstagen, also zu den höchsten Gremien der „obrigkeitlichen Gewalten" in der DDR durchgeführt.

AUS DER WELT DER ZEUGEN
SELBSTHERRLICHES EIN-MANN-RECHTSKOMITEE
Im Sägewerk Geithain arbeitet er. Unter seinen Kollegen ist er unbeliebt. Als Familienoberhaupt ist er absolut. Seine Kinder, ein vierzehnjähriges Mädchen und ein neunjähriger Junge, hören und folgen auf's Wort. Jahrelang ist ihnen das mit der Rute eingebleut worden. Die Mutter und Ehefrau duldet die Kindermißhandlungen im eigenen Haus, in 7231 Obergräfenhain Nr. 38b.

Auf Horst Otto paßt diese Beschreibung, den strengen Ältesten in der Versammlung Geithain.
Zu seinen Dienstpflichten gehört es auch, die zehnköpfige Studiengruppe Narsdorf, die einmal im Haus 7235 Narsdorf.A/84 bei dem Studienleiter Peter Schnabel und im Wechsel im Haus 7231 Kolka bei Klaus Raschke sich versammelt, im strengen Regime zu halten.
Eine Schwester dieser Studiengruppe wandte sich an den Ältesten, Horst Otto, um Hilfe. Sie war in's Wanken geraten. Sie verstand nicht, warum beim Gedächtnismahl das Blut und der Leib Christi ihr nur zur Weitergabe gereicht wurde. Die Schwester empfand immer mehr gestörtes Verhalten unter den Brüdern und Schwestern der Studiengruppe. Sie fragte: Wo ist Nächstenliebe, eine Verbindlichkeit, vielleicht ein bißchen Freundlichkeit? Zehn Jahre gehörte sie zu dieser Studiengruppe und immer mehr empfand sie Unnatürlichkeit im Umgang zwischen den Brüdern und Schwestern.

Teilweise beschlich sie die Angst.
Die Hilfe des Ältesten, Horst Otto, waren Ratschläge und Erklärungen: „Brüder und Schwestern haben alle ihre Fehler. Reibereien legen sich auch wieder. Beginnen muß jeder, die Fehler bei sich zu suchen." .Das war die erste Runde der Hilfe des Ältesten. Die Schwester fühlte sich eher gemaßregelt als erleichtert. Sie legte nun nochmals, diesmal brieflich, ihre Probleme dem Studienleiter, Klaus Schnabel, dar.

Postwendend kam nun Horst Otto zum Hausbesuch zur Schwester nach Breitenborn. Er setzte sich breit an den Tisch und wollte für alle Zeiten die Angelegenheit klären. Die Zweifel der Schwester konnte er nicht ausräumen. Sie meinte sogar: „Vielleicht laufen wir sogar einer Irrlehre nach."
Nun war es soweit. Der Älteste, Horst Otto, gab die Schwester auf und er besaß die Unverschämtheit, in der Küche der Schwester eine Sitzung des Rechtskomitees, ein selbstherrliches Ein-Mann-Rechtskomitee, zu eröffnen. Urteil:

Gemeinschaftsentzug:
Sein Abschlußkommentar:
„Ab jetzt bist du unser Feind."
Der Bruder, der Ehemann der Schwester, erhielt beim Abschied des großen Richters vor dem Herrn die Hand gereicht, die Schwester den letzten strafenden Blick und zurück blieb ein geteiltes Haus.
Das war die zweite und letzte Runde der Hilfe eines Ältesten, der das Vertrauen der WTG besitzt.-

EIN BRIEF AUS GERA-LUSAN
… Aber in den letzten zwei Jahren und besonders in den letzten Monaten habe ich Dinge erlebt, die mich oft nachts nicht mehr schlafen lassen. Ich liege wach und bitte Jehova, daß er mir Kraft und rechte Einsicht gibt.
Und nun habe ich mich entschlossen, Euch zu schreiben …
Dieser Brief den wir erst einmal nur auszugsweise bringen, wird der Anlaß sein, weiter in CV zu berichten. -

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0 20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr. 4564-30-1952, Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 266/86 V 7 1 1047 N 2

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