NR. 201 GERA APRIL 1986
INHALTSANGABE
NEUE SERIE: AUS DER
WELT DER ZEUGEN
LASST VERTRAUEN VOR
DER TÜR
WIR PRÜFEN WT
19-21/1985
WTG MACHT „HELLERES
LICHT" SELBST
DIE BILANZ - ZEUGEN
SCHREIBEN UNS
HÖRT, WAS JESUS
DAZU SAGT!
DAS PROBLEM KINDERERZIEHUNG
IMMANUEL
UND DAS ABENDMAHL
Die einfachste Methode,
Menschen des ewigen Lebens zu berauben, ist, sie von der Teilnahme am Abendmahl
abzuhalten. Dies praktiziert der sogenannte „treue und verständige Sklave"
nun schon jahrzehntelang Hunderttausenden von Angehörigen der eigenen
Glaubensgemeinschaft gegenüber, indem er durch das hier völlig
falsch angewandte Bibelwort „Wer es unwürdigerweise ißt und trinkt,
ißt und trinkt sich selbst zum Gericht", eine Atmosphäre der Unsicherheit
und Angst verbreitet, die die Verkündiger von der Teilnahme abschreckt
und die so Getäuschten vom ewigen Leben abkoppelt. Dabei steht eindeutig
in der Schrift zu lesen: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt
und sein Blut nicht trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch
ißt und mein Blut trinkt der hat das ewige Leben und ich werde ihn
am Jüngsten Tag auferwecken." (Johannes 6:53,54)
Nun versteht es sich wohl von selbst, daß dies keine Aufforderung zum Kannibalismus oder zum gesetzwidrigen Blutgenuß sein sollte, vielmehr ist es angebracht, die Schrift selbst noch einmal nach dem Abendmahl zu befragen.
ZWEI
ZEITPUNKTE
Zunächst soll die
Zeit der Einsetzung des Abendmahles im Blickpunkt stehen. Als Jesus das Abendmahl
stiftete, war er noch der bis unter die Engel erniedrigte und im Fleisch
befindliche Gottessohn. (Philipper 2:7; Hebräer 2:7,9)
In jener Lebenssituation
nahm er das Brot, dankte, brach's und sprach:
„Nehmt, eßt, das
ist mein Leib, der für euch gegeben wird".
Wohlbemerkt, es geht
bei dieser Handlung um eine noch zukünftige Opfertat Jesu. Demzufolge
haben die Jünger nicht das tatsächliche Fleisch Jesu gegessen, sondern
vielmehr einen konkreten und sichtbaren Hinweis auf den Stunden später
zu ihrer Erlösung geopferten Leib Christi bekommen. Somit ist das Brot
des Abendmahles weder verwandeltes Fleisch Christi noch ein Symbol davon,
sondern ein Fingerzeig zu dem zukünftigen Herrlichkeitsleibe Christi,
dessen Glieder alle Christen einmal werden sollen.
Ebenso
nahm er den Kelch und sprach:
„Dieser Kelch ist der
neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis".
Dies war ebenfalls nichts
anderes, als eine Vorschau auf den neuen Bund Gottes, der aber erst am Kreuz
eingesetzt und rechtskräftig gemacht wurde. Nach dem Tode und der Auferstehung
unseres Herrn änderte sich die Abendmahlssituation völlig. Seit
dieser Zeit existiert Jesus Christus nicht mehr im Fleischesleib, sondern
er wurde selbst wieder Gott im Sohne. Als solcher ist er von seiner Himmelfahrt
bis zum Ende dieser Welt durch den heiligen Geist bei uns gegenwärtig.
(Hebräer 1 :3,4; Epheser 1:21; Matthäus 28:20)
Seine unsichtbare Gegenwart nun gibt dem Brot und dem Wein ihre eigentliche Bedeutung. Anstelle des ehemaligen Fleischesleibes ist nun Gott, selbst getreten. Wer jetzt das Brot ißt, nimmt Gott in sich auf mit der Heilkraft zum ewigen Leben. Desgleichen reden wir heute nicht .mehr vom noch zu vergießenden Opferblut Jesu, sondern vom Kelch des neuen Bundes, welcher durch das am Kreuz vergossene Blut Jesu bereits wirksam geworden ist. Dieser Tatsachen gilt es bis zur Wiederkunft des Herrn zu gedenken und durch die Beteiligung am Abendmahl für sich persönlich wirken zu lassen .
Wenn es demzufolge heute heißt; „das ist mein Leib" und „dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut", so kann das Brot nur verherrlichter Gottesleib und der Kelch nur Unterpfand des neuen Bundes für einen jeden von uns bedeuten. Beides, die neue Geburt durch den heiligen Geist bei der Taufe, und die Inanspruchnahme des neuen Bundes, durch die Teilnahme am Abendmahl bereiten uns zu lebensfähigen Kindern Gottes in Ewigkeit. Weder symbolhafte, also stellvertretende Betrachtungsweise von Brot und Wein, noch immer wiederkehrende Verwandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut Jesu, noch Abgleiten in Kannibalismus und Blutmißbrauch stehen zur Debatte, sondern die Einsicht in die Notwendigkeit, Gott an und zum ewigen Heil aufzunehmen.
CHRISTUS - KEIN GESCHÖPF, SONDERN
GOTT
Es ist nun einmal so: Weder das erhabenste Geschöpf Gottes,
noch der entäußerte Erzengel Michael, sondern allein der aus Gott
geborene Sohn, also Gott selbst im Sohne, hat uns am Kreuz erlösen können.
Nur dadurch bekommen wir im Abendmahl angeboten, Gott selbst in uns aufzunehmen
und auf diese Weise Gottes Kinder zu bleiben. Kein Geschöpf, auch nicht
das vollkommenste, kann Sünden auf sich nehmen und tilgen. Nur Gott
selbst kann es, der dazu Mensch geworden ist und durch .sein unschuldiges
Leiden und Sterben dieses Recht erworben und auf uns in Anwendung gebracht
hat.
Nehmt Jesus Christus als den wahren Gott
aus wahrem Gott geboren an! Bezeugt durch eure Teilnahme am Abendmahl, daß
ihr wirklich zu Christus gehört, denn nur so wird der Name „IMMANUEL"
= Gott mit uns, Wirklichkeit.
(Johannes 17;23; 1. Korinther 6:17; Galater 2:20)
-MSH-
"LASST ALLZU VIEL VERTRAUEN VOR DER TÜR…"
Angst ist ein schlechter Ratgeber
„Furcht gibt es nicht in der Liebe, sondern vollkommene Liebe
treibt die Furcht aus, weil die Furcht hemmend wirkt. In der Tat, wer sich
fürchtet, ist nicht vollkommen gemacht worden in der Liebe."
(1. Johannes 4:18)
DIE WTG macht sich besonders wichtig damit,
daß sie immer wieder darauf hinweist, das Bibelstudium sehr ernst zu
nehmen.
Nun, wer das Bibelstudium wirklich ernst nimmt, der wird ungezählte
Stellen finden, die recht eindeutig zeigen, daß zwischen den Lehren
der WTG einerseits und den Forderungen und Verhaltensnormen, die die Bibel
andererseits verlangt, eine große Lücke klafft. Nehmen wir zum
Beispiel die zitierte Bibelstelle. Eindeutig wird gesagt, daß Furcht
und Liebe einander ausschließen. In den Versammlungen der Zeugen Jehovas
wird viel von Liebe gesprochen. In den Versammlungen wird auch sehr viel
darauf hingewiesen, daß der Umgang mit „Weltmenschen" vermieden werden
soll.
In den gleichen Versammlungen wird empfohlen,
ja befohlen, daß möglichst vielen Menschen die „gute Botschaft"
zu bringen sei. Und in eben den Versammlungen betont man häufig, daß
man beim Betreten der Wohnung eines „Weltmenschen" wachsam und vorsichtig
bleiben soll.
Gehen wir noch einen Schritt weiter. In den Zusammenkünften
der kleinen Studiengruppen wird Vorsicht geboten, nicht nur hinsichtlich des
Dienstes von Haus zu Haus, sondern auch beim Aufsuchen und Verlassen der
Versammlungen. Ich erinnere mich an ein Gespräch vor zwei Jahren. Da
sagte ein Studiengruppenleiter im Bezirk Gera:
„Wenn ihr ein Haus mit vielen Stockwerken
betretet, so klingelt erst in der obersten Etage und geht dann nach unten.
Umgekehrt könnte es passieren, daß ein Bewohner einer unteren
Etage z.B. die Polizei anruft, und ihr werdet dann in einer oberen Etage
gestellt!"
Entsprechend wies er auf die vielfältigen Gefahren hin,
die Jehovas Zeugen in einem Land drohen, in dem sie nicht gestattet sind:
„Wenn ihr Rückbesuche macht, seid auf' der Hut. Laßt
allzu viel Vertrauen vor der Tür. Es könnte euch irgend jemand
erwarten oder ausfragen. Bleibt wachsam und denkt auch in Bedrängnis,
daran, daß ihr Jehova dient."
Wem die Furcht dient …!
MIT dem Beginn eines Bibelstudiums werden die Furcht und
die Verachtung in gleicher Weise geweckt und verstärkt. Diese Furcht
läßt keinen Raum für andere Dinge, die neben Arbeit, und
Bibelstudium stehen könnten. Die Freizeit wird geringer, die Bewegungsmöglichkeit
wird eingeengt Kein Wunder, daß gerade junge Menschen dies als besonders
hart. empfinden.
Sie wollen sich bewegen, wollen die Welt entdecken und ihre eigenen Fähigkeiten schulen. Da aber stehen schon im Elternhaus, dann in der Versammlung und auch seitens der älteren Brüder eine Menge Verbots- und Gebotsschilder. Zunächst hält man sich daran, dann merkt auch der, der langsam denkt, daß diese Verbote nicht in gleicher Weise für alle gelten, und versucht, so wie es ihm leitende Brüder ungewollt zeigen. Auswege zu finden. Heuchelei und Lüge sind die Folgen. Die Furcht aber; bleibt wie eingeimpft und wird zum ständigen Begleiter. Aus Angst, etwas verkehrt zu machen, verlieren sich Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein Stück für Stück. An ihre Stelle tritt eine wachsende Hörigkeit gegenüber den älteren Brüdern, und der WTG. Dem Betroffenen aber stellt es sich so dar, als wäre gerade diese Abhängigkeit. ganz im Sinne Jehovas. Jehova aber will nicht nachplappernde Menschen, sondern in Geist und Tat wirkende Christen. Ebenso wie eine gesunde Ehrfurcht vor Jehova ist Angst eine an sich normale Erscheinung.
Wird sie aber bewußt gefördert, wird sie zum ständigen Begleiter, dann entsteht eine gefährliche Situation. Der Mensch duckt sich vor seinem eigenen Schatten, fürchtet beständig Strafen, ängstigt sich davor, etwas falsch zu machen und hat am Ende kaum noch Zeit und Interesse für Dinge, die außerhalb des Programms der WTG liegen.
Es gibt Brüder und Schwestern, die
sagen, warum willst du einem, Hobby nachgehen, warum willst du einen Garten
pachten. Bald kommt Harmagedon, und dann ist sowieso alles umsonst gewesen.
Also gedulde dich und diene lieber verstärkt der Gemeinschaft.
So wird die Angst vor Strafe und Verfolgung zu einem sicheren Mittel, die
Hörigkeit der Zeugen Jehovas gegenüber der WTG zu garantieren.
Der Platz für die Liebe ist in einem furchtsamen Menschen gering und
gar nicht vorhanden. Je mehr die Angst wächst, desto mehr befaßt
sich ein Mensch mit sich selber. Er wird ein Opfer seiner eigenen Verängstigung
und ist am Ende weder in der Versammlung, noch für die übrige Umwelt
ein brauchbarer Mitstreiter.
Mit Liebe, Vertrauen und Achtung
VERMAG der, der voller Furcht, Mißtrauen und Verachtung
ist, noch ein normales, bibelgerechtes Leben zu führen? Nein, er vermag
es nicht, denn in ihm ist kein Platz mehr für seinen Mitmenschen.
Die WTG vermochte es, die Liebe zu einem leeren Wort, die
Angst zu einem ständigen Begleiter in ihrer Glaubensgemeinschaft zu
machen, Angst in vielerlei Gewand, vor Jehova, vor Harmagedon, vor Satan und
seinen Dämonen, vor den Weltmenschen und ihrem verderblichen Einfluß.
Bewußt ist ihnen allen diese Angst
schon nicht mehr. Aber sie ist täglich und stündlich
vorhanden.
Es klingt direkt gemein, wenn man aus dem Munde derjenigen,
die Angst und Mißtrauen säen, im gleichen Atemzug hört: "Siehe!
Wie gut und wie lieblich es ist, wenn Brüder in Einheit beisammenwohnen."
(Psalm 133:1)
Von dieser "Einheit" ist leider nur wenig
zu spüren, längst hat sie der Gewohnheit, der Eintönigkeit
bestimmter eingehämmerter Phrasen Platz gemacht. An die Stelle christlicher
Tat ist eine Art WTG-Bürokratie mit all ihren Hemmnissen getreten; denn
wer, bitte prüft euch selbst, traut sich noch in Liebe und Vertrauen
eine Entscheidung selbst zu fällen, wenn es um wichtige Dinge in der
Familie geht. Wer ist noch in der Lage, eine solche Entscheidung anhand eindeutiger
Ratschläge der Bibel allein zu fällen? Der WTG-Geist und seine
verlängerte Hand in Form der "älteren Brüder" bestimmt und
entscheidet über das Wohl und Wehe des einzelnen! Die Liebe ist nur
noch ein Wort, das Gerede vom Vertrauen mehr eine Selbsttäuschung. Wir
sollten in Anbetracht einer solchen über Jahrzehnte entstandenen Situation
anklagend auf die WTG weisen und uns an Psalm 55:1 und 3 erinnern "Schenke
doch Gehör, o Gott, reinem Gebet; ...
Zufolge der Stimme des Feindes, wegen des Drucks von seiten
des Bösen. Denn fortgesetzt lassen sie Schädliches auf mich herabfallen,
und im Zorn feinden sie mich an.
Ja, die Klage über.den Verlust an
Liebe und Vertrauen wird von Jahr zu Jahr lauter und deutlicher werden. Prüft
darum, ob es nicht hohe Zeit ist, diesen beiden wichtigen Worten trotz der
WTG wieder Inhalt und Sinn zu geben!
-CVR/tig-
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG
17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 19 - 21/1985
NEBENARTIKEL
"Frieden und Sicherheit - die Hoffnung"
"Frieden und Sicherheit - Von woher?"
HAUPTARTIKEL
"Frieden, Sicherheit
und das 'Bild des Tieres'"
DIE ORGANISATION DER VEREINTEN NATIONEN
IN DEN AUGEN DER WTG
DIE UNO beging am24. Oktober 1985 ihr vierzigjähriges
Jubiläum, Für die-WTG ein Grund, die Tätigkeit dieser internationalen
Organisation zu beurteilen; - nein, über sie herzuziehen.
"Die Vereinten Nationen haben auf gewissen Gebieten zwar wertvolle
Dienste geleistet, dennoch muß jede gut unterrichtete Person zugeben,
daß sie bisher versagt haben, wenn es darum ging, Frieden und Sicherheit
herbeizuführen."(S. 4)
DER aufmerksame Leser wird schnell den Widerspruch bemerken: Auf derselben Seite muß der WT zugeben, daß die UNO maßgeblich an der Beilegung des indisch - pakistanischen-Konfliktes (1947-49) beteiligt war. Muß man diese Aktivität nicht als einen Beitrag für Frieden und Sicherheit werten?
"Die Menschen werden wegen ihrer begrenzten
Weisheit und ihrer begrenzten Fähigkeiten niemals in der Lage sein,
für alle Frieden und Sicherheit zu schaffen."
"Da es eine schreckliche Realität ist, daß Satan
existiert, und er seinen Einfluß geltend macht, waren die Friedensbemühungen
der Vereinten Nationen von vornherein zum Scheitern verurteilt." (S. 5)
"Es ist eine Tatsache, daß die 'alte Erde' einem neuen
System Platz machen muß. 'Die Welt vergeht' (1. Johannes 2:17).
Nichts kann sie retten, auch nicht die
Organisation der Vereinten Nationen." (S. 7) Notwendige Schlußfolgerung
ist: Alles dem Selbstlauf überlassen. Staatsorgane könnten dann
abgeschafft werden. Nichts kann die "alte-Welt" retten.
Der Predigtdienst aber muß weiter gehen. Höchstens
die staatliche Versicherung sollte für betagte ZJ eine Rente zahlen.
Und die Gerichte sollten den ZJ ihr Recht verschaffen. Und die Krankenhäuser
sowie die Polizei ...
Eigentlich sind die staatlichen Instanzen doch nicht so überflüssig.
Aber höchstens nur für Zeugen Jehovas ....
VIEL GEREDE UM NICHTS
VERZWEIFELT versucht die WTG, Ereignisse, die im Jahre 70
u. Z. stattfanden ("Vorbilder"), mit denen unserer Zeit, zu vergleichen ("Gegenbilder").
„Der Verlauf der Ereignisse
in unserem Jahrhundert ähnelt dem Vorbild aus dem ersten Jahrhundert."
(S. 10)
Diese Theorie scheint
aber nicht ganz aufzugehen. So werden Mutmaßungen und Spekulationen
angestellt. (Siehe Fußnote S.14, S.15, Abs. 7; S.17, Abs. 17.)
Es lohnt sich wirklich
nicht, auf diese fragwürdigen Behauptungen der leitenden Körperschaft
einzugehen.
WENDEN
wir uns abschließend noch einem Zitat zu, welches die meisten Zeugen
interessieren dürfte:
„Die 'große Drangsal'
muß also sehr nahe sein. Können wir noch genauere Angaben machen?
Gegenwärtig nicht." (S. 18)
Das soll die ZJ zufriedenstellen?
Die Behauptung; daß
die „große Drangsal" sehr nahe ist, vertritt die WTG seit ihr Gründung
vor über 100 Jahren. Allerdings hat sie bezüglich einer Terminisierung
aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Sie möchte sich nicht mehr
festlegen, damit sie nicht von Außenstehenden als „falscher Prophet"
offensichtlich erkannt wird.
Harmagedon
wird somit auf unbestimmte Zeit verschoben.
Ist dies für die
ZJ ein Grund zur Freude? Wohl kaum!
WACHTTURM
NUMMER 20/85
Im Vergleich zum WT
Nr. 19/85 liefert dieser WT keine wesentlich neuen Aussagen.
Die WTG baut offensichtlich
auf das Prinzip der Wiederholung, um ihre fragwürdigen Argumente doch
noch glaubhaft werden zu lassen.
WACHTTURM
NUMMER 21/85
STUDIENARTIKEL
„Freude finden an der
Gabe der Ehe" .
„Die Schönheit
der christlichen Persönlichkeit"
Die Studienartikel in
diesem WT sollen helfen, Eheprobleme, die es natürlich auch in den Reihen
der Zeugen Jehovas gibt, zu lindern oder zu beseitigen.
Wird dieses Ziel erreicht?
UNTAUGLICHE
RATSCHLÄGE
Jungen Menschen wird
der Rat gegeben, mit der Heirat zu warten, um noch eine weitere Charakterfestigkeit
zu erwerben und um den künftigen Gefährten besser kennenzulernen.
Dieser Ratschlag ist
prinzipiell richtig. Doch bewegt die jungen ZJ ein anderes Problem: In ihren
meist kleinen Ortsversammlungen findet sich kein passender Ehepartner. So
müssen viele auf eine eigene Familie verzichten. Finden sie nach Jahren
doch noch einen Menschen, der den eigenen Vorstellungen nahe kommt, wird
oft überstürzt geheiratet, um diesen nicht wieder zu verlieren.
Bald tauchen ernste Probleme auf …
Andere
suchen sich ihren Gefährten in der „Welt". Unterschiedliche Interessengebiete
und Schwierigkeiten seitens der ZJ-Organisation lassen diese Ehen bald ins
wanken geraten.
Fazit: Der WTG-Ratschlag,
mit der Ehe solange wie möglich zu warten, trifft nicht den Kern der
Probleme, der die jungen Zeugen Jehovas bewegt.
WIE
WICHTIG IST DIE EHE?
Die WT-Autoren stellen
weiter fest:
'Paulus riet, daß
der Mann sich um seine Frau ebenso kümmern sollte wie um seinen eigenen
Leib (Epheser 5:28),. Das bedeutet, daß er ihren Bedürfnissen jetzt
Aufmerksamkeit schenken muß, denn seinen eigenen Bedürfnissen schenkt
er ja auch täglich Aufmerksamkeit." (Seite 19)
Diese
richtige Erkenntnis setzt sich leider sehr spät bei der WTG durch.
Schrieb sie noch vor
einem Jahr im WT Nr. 19/84, daß für den Mann die Ehe nicht das
Wichtigste in seinem Leben sein sollte (S. 15). Nun gut, von dieser Auffassung
hat sich die WT-Organisation nun wohl glücklicherweise distanziert.
WIE
STEHT ES
MIT DER THEOKRATISCHEN
KRIEGSLIST?
Eine kleine Bemerkung
am Rande:
„Da er (ein Ehemann;
Anm. d. Red.) ein gutes Herz und rechte Beweggründe hat, bedient er sich
im Umgang mit anderen nicht hinterhältiger Methoden (Hebräer 13:18)."
(Seite 22)
So sollten es die Zeugen in Zukunft auch halten.,. Denn dürfte theokratische Kriegslist aber nicht mehr angewandt werden. Noch immer werden nämlich mit dieser Methode „Weltmenschen" im Predigtdienst und staatliche Instanzen hinters Licht geführt.
Stellen
wir abschließend fest:
Gute Vorsätze lassen
sich dann nicht realisieren, wenn andere WTG-Weisungen dem entgegenstehen.
Das heißt in
der Praxis:
1. Wer eingebunden ist
in ein durchorganisiertes System, welches Predigtdienst und Studienzusammenkünfte
beinhaltet, findet für seinen Ehepartner und für seine Familie nicht
mehr genügend Zeit. Dieses Grundproblem für viele ZJ wird aber
in diesem WT nicht angesprochen.
2. Durch eine straffe
WT-Reglementierung auch des Ehelebens, we1che bis in die intimsten Bereiche
geht, wird die ZJ-Ehe hart geprüft. Diesem Druck halten viele Ehen nicht
stand.
3. Junge heiratsfähige
ZJ finden meistens keinen passenden Partner. Diesen Umstand erkennt die WTG
nicht und ist deshalb auch nicht in der Lage, zu helfen.
-G. R.-
SIE
FABRIZIEREN DAS „HELLERE LICHT" IN BROOKLYN SELBST!
Charles Taze Russell
sagte noch im „Zions Wachtturm und Verkünder der 'Gegenwart Christi"
Jahrgang II Nr. 8 vom Februar 1881:
„Wenn wir einem Menschen
folgten, würde es zweifellos mit uns unterschiedlich sein, zweifellos
würde eine menschliche Idee einer anderen widersprechen, und das, was
Licht war vor einem, zwei oder sechs Jahren, würde heute als Finsternis
geachtet werden. Aber bei Gott gibt es keine Veränderung noch eines
Wechsels Schatten: und so ist es mit der Wahrheit: Erkenntnis und Licht das
von Gott kommt, muß sein wie sein Autor. Eine neue Sicht der Wahrheit
kann niemals einer früheren Wahrheit widersprechen, 'Neues Licht' löscht
niemals 'älteres Licht' aus. Wenn du ein Gebäude mit sieben Gasleuchten
aufhellst, würdest du nicht jedesmal eine auslöschen, sondern wurdest
ein Licht dem anderen hinzufügen und sie würden in Harmonie sein
und so eine Zunahme von Licht ergeben: So ist es mit dem Licht der Wahrheit,
die Wahrheit vermehrt sich durch Hinzufügen und nicht durch Ersetzen
des einen durch ein anderes."
Jetzt,
100 Jahre später, wird das „hellere Licht" lt. Wachtturm vom 15. Mai
1982, Seite 28,29 so gemacht:
„Man könnte sagen,
daß solche Änderungen einem Prinzip folgten, von dem man sich,
wie es heißt, in der Wissenschaft bei der Suche nach der Wahrheit leiten
läßt. Es funktioniert, kurz gesagt, folgendermaßen:
Man stellt eine These
auf, die als Ausgangspunkt für weitere Argumente dient. Die These bietet
große Möglichkeiten in bezug auf ein tieferes Verständnis
oder in bezug auf die praktische Anwendung. Aber nach einiger Zeit stellt
man gewisse Mängel oder Schwächen fest. Man neigt dann dazu, eine
der These widersprechende Behauptung, eine Antithese, aufzustellen. Später
findet man heraus, daß auch diese nicht der vollen Wahrheit entspricht,
und man verbindet daher die wertvollen Punkte beider Behauptungen miteinander.
Dieses Prinzip ist immer wieder angewandt worden, so daß sich Sprüche
4:18 erfüllt hat."
WAS HAT DAS NOCH MIT
GOTT ZU TUN?
DIE
BILANZ - ZEUGEN SCHREIBEN UNS
Zurückblickend
auf viele Jahre Lebens als ZJ, worin man alt geworden ist, ist es an der Zeit,
Bilanz seines bisherigen Lebens zu ziehen. Von Jugend an war das Sinnen und
Trachten, ja die ganze Weltanschauung mit ihrem Diesseits und Jenseits, geprägt
von der sehr starken, ja förmlich gebietenden Beeinflussung des Zentralorgans
der Wachtturm-Gesellschaft.
Als gläubiger, christlicher Zeuge Jehovas lebte man so in den Tag hinein; sich wenig kümmernd um die Sorgen. der sog. „diese Welt" vertraute man der Führung seiner WTG oder „Neuen Welt" und redete sich ein, ein glücklicher Bürger der „Neuen Weltgesellschaft" zu sein, die einen seit 1914 herrschenden König im Himmel und auf der Erde seine von ihm direkt eingesetzten Mitregenten; genauer gesagt „Fürsten", hat.
Es war wenig Zeit über den Wahrheitsgehalt dieser Glaubensbelehrung nachzudenken die Tage, ja sogar Stunden waren ausgefüllt mit anderen Sorgen - man glaubte einfach. Und da ein starker Glaube sogar Berge versetzen kann, stand man oft mit seinem Verhalten selbst wie ein Berg da, sicher oft im Wege und ließ sich durch nichts erschüttern. Keine Logik keine Argumente waren in der Lage einen zu bewegen, doch ein bißchen zur Seite zu rücken, denn man lebte ja nicht allein auf dieser Erde bzw. in dieser Welt. Nein, man verlangte Rücksichtnahme, verlangte Ausnahmen in bestimmten Dingen, doch war selbst rücksichtslos und uneinsichtig. Die einzige Sorge war und mußte auch immer sein: Wie predige ich möglichst viel wirkungsvoll und wie halte ich mich von der Welt rein und unbefleckt!
Die Normen dafür gaben die Wachttürme ergänzt durch interne „Königreichsdienste" und nichtöffentliche Unterweisungen - privat und in Versammlungen.- von WTG-Bevollmächtigten, welche als „reife Christen" als „Älteste" galten. So vergingen Tage, so vergingen Jahre, so erzog man seine Kinder, so nahm man Opfer auf sich, Ungemach und Schmach. Nur manchmal konnte man stolz sein, doch meistens war man unzufrieden mit sich selbst und seiner Welt.
Das Leben war Streß und mit Spannung geladen. Wirkliche Verfolgungen machten zu schaffen, doch viel mehr der Verfolgungswahn. Wie stark kann doch die Einbildungskraft sein, wenn man seine eigenen Augen mit Blindheit schlägt! Doch was keine Macht der Welt fertigbringt - sie macht eher Märtyrer - bringt fertig der Zahn der Zeit.
Seinerzeit, in den ersten schweren Nachkriegsjahren, erschienen einem als Jugendlichen die Erkenntnisse wunderbar, daß diese Welt und ihr Geschick in einem viel größeren Zusammenhang zu sehen sind, man suchte eben Antwort auf viele Fragen. Da waren die alten Bücher von Russell und Rutherford, die die Jahre der Hitlerherrschaft in einer Kiste auf dem Boden eines fremden, verlassenen Hauses überlebt haben, wie ein gefundenes Fressen. Vorbei war es mit der Angst vor der Hölle, die Welt sah plötzlich anders aus und was das schönste war: die Menschen bekommen bald eine neue, göttliche Regierung, die dann alle Probleme zum Wohle aller Menschen guten Willens lösen wird. Na, wäre sowas nicht wunderbar?!
Aber ach, es geht nicht so schnell. Die Jahre vergehen und es gilt sich zu bewähren. Als Folge dieser neuen Weltanschauung kam s wie es kommen mußte: Konflikte mit dieser Welt konnten nicht ausbleiben. Der Wehrdienst mußte verweigert werden - Inhaftierungen waren die Folge. An Wahlen durfte nicht teilgenommen werden - mit religiöser Begründung versteht sich und noch vieles andere. Mit einem Satz: jeder positive Blick auf diese Welt und ihre Einrichtungen und Ordnung war genommen!
Zwar leuchtete vieles einem selbst nicht ein, aber man unterdrückte in sich jeden Zweifel; man war ja nicht der einzige, der so war und in einer Gruppe besteht ja ein gewisser Gruppenzwang - wer will schon anders sein. Doch die Entwicklung nimmt ihren Lauf.
Da
das Weltende auf sich warten läßt, blieb dadurch auch Zeit übrig,
neue Überlegungen anzustellen:
Ist es doch etwa anders,
als das von der WTG gezeichnete Gegenwarts- und Zukunftsbild? Welcher ehrliche,
aufgeschlossene Mensch kann sich schon den Fragen der Zeit verschließen,
kann schon verantwortungslos handeln?!
Wie eine komplizierte Maschine oder wie ein Ameisenstaat ist diese Welt mit ihren vielen Menschen. Ein Rädchen oder eine Ameise könnte, für sich allein gestellt, gar nichts schaffen, wären sie nicht eingebettet in ihr Gemeinwesen. So greifen auch wir Menschen ineinander, und wenn einer denkt er kommt ohne den anderen aus, so irrt er sich gewaltig. Zweifellos hat die Menschheit, zumindest in ferner Vergangenheit, deutliche Impulse von außerhalb in die Wiege gelegt bekommen - vieles wäre sonst nicht erklärbar - und so ein Impuls- war auch Jesus gebot weiter zu verkündigen, was er gelehrt hat, denn ihm war es vorbestimmt, zu seinem Christus. Er Ausgangspunkt zurückzukehren.
Nun
muß ja verkündigt werden, das ist klar; aber wie ist verkündigt
worden und auch was und das schon jahrhundertelang?
(WTG ein Jahrhundert.)
War
oder ist sich jeder Verkündiger dessen bewußt, wie tief er in
das persönliche Leben eines zuhörenden und glaubenden Menschen
eingreifen kann, ihn beeinflussen kann, als ein wenn auch winziges Rädchen
im Weltgetriebe?
Kann einer die Tragweite
seiner Verkündigung überhaupt ermessen und verantworten, wenn sich
herausstellt, daß Falsches verkündigt wurde? Kann unsere WTG es
verantworten, wenn sie ihre Verkündiger hinausschickt in die Welt mit
einem Evangelium, das ein Mischmasch ist vom Evangelium Christi und eigener
Ideen?
Psychologisch
angetrieben durch unsere WT-Gesellschaft predigen wir ZJ unseren Mitmenschen
eine Botschaft, die, im überwiegenden Teil, schon vom Standpunkt logischen
Denkens abgelehnt werden müßte.
Wir sind selbst irregeleitet
und leiten andere irre, wenn wir nicht endlich anfangen nachzudenken über
das, was wir tun. Doch eines Tages ist es dann soweit; bei einem früher,
bei anderen später, bei manchen jedoch leider niemals.
-JMS-
(Fortsetzung in CV
Nr. 202/86.)
ZUM
NACHDENKEN
WO IST DIE WACHTTURM-SUPPENKÜCHE?
Lissabon ADN Wolfgang
Weiss. -
Tagtäglich bildet
sich im Herzen der portugiesischen Hafen- und Industriestadt Porto, vor dem
Eingang des Trinidad-Ordens eine lange Menschenschlange. Sie alle warten
darauf, daß sich die Tür des katholischen Ordens endlich öffnet
und sie etwas von der „Suppe der Armen" abbekommen - für fast alle Empfänger
die einzige Tagesmahlzeit. Sie gehören zu den rund 550 000 Arbeitslosen,
die es zur Zeit in Portugal gibt. Ohne ein Dach über dem Kopf und ohne
einen Escudo . in der Tasche bedeutet die „Armensuppe" für sie eine
Überlebenschance. Zunehmende Krisenlasten bewirken einen ständig
steigenden Strom zu den Armenküchen der religiösen Orden.
WT-WELTENDE und WT-Tausendjahrreich zur Lösung aller sozialen Probleme kamen 1975 wieder nicht. Die Menschen müssen sich also selber kümmern. Wollte die WTG nun noch ernst genommen werden, so sollte sie wenigstens zu einem „barmherzigen Samariter" werden (Lukas 10:25-37) und beginnen, endlich wirklich zu helfen, ohne nach dem Glauben zu fragen, wie es Jesus hier alle lehrt. Wo ist die Wachtturm-Suppenküche in Portugal für die Armen? Oder stehen die WTG-Verkündiger statt dessen dort vor den Hungernden mit den WT Hülsen?"
WEM
GLAUBT IHR WIRKLICH. IHR ZEUGEN?
DA wurde bekanntlich
von 1929 bis 1963 gedankenlos von allen ZJ die „göttliche Wahrheit" verkündigt,
daß die politischen Regierungen keine „obrigkeitlichen Gewalten von
Gott" nach Römer 13 seien. Was für Tragödien hat das nach
sich gezogen, sinnlose Menschenopfer gar. Dann änderte die WTG das wieder
um ins Gegenteil wie vor 1929, und jedermann machte das wieder bedenkenlos
mit. Fragt euch selbst:
WEM GLAUBT IHR WIRKLICH?
DEM GESCHRIEBENEN WORT
GOTTES?
HÖRT,
WAS JESUS DAZU SAGT!
In einem Gleichnis erzählt
uns Jesus vom Pharisäer und dem Zöllner. Beide gehen zum Tempel,
um zu beten. Drastisch wird das Gebaren des Pharisäers geschildert.
Er produziert sich vor Gott und den Umherstehenden. Einen, letztlich sehr
peinlichen Lobpreis auf seine Taten stimmt er an. Was er doch alles tut!
Zweimal fastet er in der Woche, dazu opfert er regelmäßig den
Zehnten. Doch sein Tun ist hohl,. weil er es höher stellt als Gott Eine
satanische Aufblähung sondersgleichen. So traurig kann das Ergebnis
sein, wenn Gottes Wort falsch ausgelegt wird. Der in der Nähe stehende
Zöllner ist für den Pharisäer weiter nichts als ein abschreckendes
Vergleichsobjekt innerhalb eines ganzen Kataloges von Asozialen, wie „Räuber,
Übeltäter und Hurer". Daß er selbst nicht so ist „wie die
Menschen", dafür dankt er Gott. Aber was er spricht ist kein Gebet..
Es ist der Monolog eines einsamen Sektierers. Am Anfang sagt das Gleichnis
von ihm:
„Der
Pharisäer stellt sich hin …"
Wie eine sinnlose Säule,
die keine Tragefunktion mehr hat, steht er da. Er trägt auch nichts
mehr für die Welt. und für die' anderen Menschen. Er trägt
nur sein eigenes Selbstbewußtsein zur Schau.
Ganz anders der Zöllner:
Er „stand ferne und
wagte es nicht aufzuschauen".
Der Gott, zu dem er
spricht entstammt nicht der falsch verstandenen Theologie des Pharisäers.
Er betet zu dem lieben Vater, der barmherzig ist und uns unsere Sünden
vergibt. Dieser Gott, versteht die Sprache unserer Herzen Darauf deutet das
Gleichnis, indem. es von dem Zöllner sagt: t
„Er
schlug sich an die Brust und sprach:
hab Erbarmen vor mir,
ich bin' ein sündiger Mensch".
Kein Wunder, daß
dieses Gleichnis immer wieder die Menschenherzen erobert hat.
Leider nicht die Herzen
der WTG-Anhänger. Diese machen sich noch heute zur Karikatur eines Engelwesens,
das weiterhin in Hochmut und dünkelhafter Selbstvergottung geistige
Onanie betreibt.
In ihren Zeitschriften
stellen sie sich gleich dem Pharisäer im Lukas-Evangelium zur Schau.
Angeregt zu diesen Gedanken wurde ich während eines Gespräches mit ZJ. Hier mußte ich die WTG-gemäße Interpretation des Begriffs Nächstenliebe über mich ergehen lassen. Es kann doch nicht sein, daß die Bibel an Stellen wie Lu, 10:29-37; Js 2: 14-20; 1. Kor. 13; Matth. 25:31-40; Lu. 6: 27:36; Rö. 13:8.-10 einfach überlesen wird. Was würde denn Jesus dazu sagen, wenn eine millionenschwere Aktiengesellschaft wie die WTG sich auf ihn beruft und nicht einen Pfennig für Bedürftige ausgibt.
Was würde denn Jesus dazu sagen, wenn Menschen, die das Evangelium von Haus zu Haus tragen, in Anbetracht der Not und des Leidens in der Welt einfach tatenlos zusehen. Und wenn da einen oder anderen tatsächlich ein Gefühl der Barmherzigkeit überkommt, dann wird zuerst nach ZJ Ausschau gehalten, bevor man anderen, wenn überhaupt, hilft.
Was würde denn Jesus dazu sagen, wenn Menschen einer Gesellschaft frönen, die von sich behauptet, vom Geist Gottes geleitet zu werden und sich wegen ihrer Falschlehren schon mehrfach korrigieren mußte.
Jesus sagt uns:
"Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst."
Das Wort Gottes weiterzugeben ist sicher ein Teil der Nächstenliebe.
Aber es umfaßt sie nicht völlig:
"Wir sind zwar nicht, von dieser Welt, aber wir sind in dieser
Welt."
Also merkt es euch, ihr Zeugen Jehovas.
Ihr seid nicht die Elitemenschen, für die ihr euch haltet.
Wenn ihr nicht wirklich bald eure Stellung
zur WTG überdenkt und euch uneingeschränkt für Jesus Christus
entscheidet, habt ihr keine Hoffnung auf Rettung.
Jesus sagt:
"KEINER KOMMT ZUM VATER, DENN DURCH MICH".
-Thomas-
DAS PROBLEM KINDERERZIEHUNG
Jedes Elternteil, sei es in ungläubigen Familien oder
in Familien, die sich zum christlichen Glauben bekennen, steht heute vor
der Frage:
Wie erziehe ich meine Kinder.
In dem WTG-Lehrbuch "Das Familienleben glücklich gestalten"
wird dazu auf S. 126 in Abs. 23 die Bibel bemüht und Epheser 4: 31,32
und 5:1,2 angeführt, wo es heißt:
"Werdet freundlich gegeneinander, voll
zarten Erbarmens, indem ihr einander bereitwillig vergebt, so wie auch Gott
euch durch Christus vergeben hat."
Wahrlich, ein guter Grundsatz, den es zu verwirklichen lohnt.
Handeln aber Zeugen Jehovas grundsätzlich so? Man muß mit Nein
antworten, denn gemäß dem wie es in den Versammlungen zugeht,
handeln sie so wie die WTG-Oberen es gern sehen: Andersgläubige Christen
werden ins schlechte Licht gerückt, beschimpft und verunglimpft, wo
es nur geht. Auch freut man sich über Menschen, die ein Unglück
ereilt hat, und man sieht es als Strafe von Gott für diese Menschen an.
Da kann man nur sagen:
Traurig, wenn es eine Lehre gibt, die
ihre Anhänger, soweit bringt, so zu denken. Das ist bestimmt nicht im
Sinne von Eph. 4:31,32. Im Abschnitt 24 auf S. 127 heißt es im bereits
zitierten Buch; Eltern sollten nicht zwei verschiedene Maßstabe haben,
einen, den sie predigen, und einen anderen, nach dem sie handeln.
Ebenso, heißt es dort, daß es sehr gefährlich
sein kann, wenn Eltern den Kindern den Eindruck vermitteln wollen, sie seien
immer im Recht. So versucht man es seitens der WTG den einfachen Zeugen Jehovas
beizubringen, ist es aber nicht so, daß es gerade .die WTG-Oberen sind
die ständig versuchen den Eindruck zu vermitteln, sie seien immer im
Recht? Denn es ist nur allzu typisch, wenn etwas falsch läuft, sei es
in bezug auf die Lehre oder etwas anderem, die Schuld wird immer auf. die
einfachen Zeugen abgeladen, in bezug auf Kindererziehung aber zumeist auf
die Frauen; da diese ja die überwiegende Zeit mit den Kindern zusammen
sind. Diese Gedanken sind es wert, einmal wirklich unvoreingenommen von Familien
der ZJ geprüft zu werden. Wenn es kein böses Erwachen geben soll
wie in dem folgenden Beispiel aufgeführt wird; wo es einer fünfköpfigen
ZJ-Familie in Mecklenburg wie folgt erging:
Der Vater war in der Versammlung Ältester und duldete
in der Familie keinen Widerspruch in bezug auf WTG-Lehren und Anweisungen.
Auch seine Frau mußte sich seiner harten und despotischen Hand beugen,
obwohl sie in etlichen Dingen, was die Kindererziehung betrifft, gerne etwas
anders gehandelt hätte.
Er scheute auch nicht davor zurück, Frau und Kinder zu schlagen, wenn sie nicht mit seinem Willen (dem Willen der WTG) einverstanden waren. Diese Frau war also gezwungen, die Kinder gemäß WTG-Sittenmaßstab aufzuziehen, also genau formuliert sahen die Kinder einen Maßstab, nämlich den wie die Bibel es sagt und die Eltern es auch anderen predigten und auf der anderen Seite den Maßstab wie die Eltern tatsächlich privat handelten und der Vater insbesondere die Mutter zwang zu einer Art die Kinder aufzuziehen, die nur bei einer Instanz Wohlwollen findet: der WTG.
Nun mag man sich fragen,, was war der
Endeffekt dieser Erziehung?
Der Sohn ist heute als ein Ältester in seiner Versammlung
bekannt; der nur konsequent die harte Linie der WTG vertritt. Kaum jemand
in dieser Versammlung wagt es sich, ihm wirklich ernsthafte Probleme anzuvertrauen,
während die beiden Töchter sich schon seit Jahren vom WTG-Glauben
abgewandt haben und nicht gerade für besonders sittlichen Lebenswandel
bekannt sind. Was sagt man darüber unter den sog. "Weltmenschen"? "Nun
ja, kein Wunder, die sind ja als ZJ erzogen worden, jetzt versuchen sie alles,
was sie entbehren mußten, nachzuholen, ihre Eltern sind ja auch ein
bißchen komisch."
LIEBE FRAUEN UNTER DER WTG, MÖCHTET IHR, DASS MAN SPÄTER SO ÜBER EURE KINDER UND DIE ART WIE IHR SIE ERZOGEN HABT SPRICHT? SICHER NICHT, ALSO ERKENNT, WOHIN DIE WTG EUCH FÜHRT UND NEHMT EUCH DEN SPRUCH AUS MATTHÄUS 23:23 ZU HERZEN:
"Alles daher, was sie auch sagen, tut
und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl,
aber handeln nicht entsprechend."
Erzieht die Kinder also nicht nach dem doppelten Maßstab
der WTG, sondern nach
einfachen christlichen Grundsätzen.
-RSW-
AUS
DER WELT DER ZEUGEN
EIN BEZIRKSDIENER SCHREIBT
AN CV
Werte Herren!
Ich sende Ihnen ihre
Post schon einige Zeit zurück, da ich die Annahme verweigere. Es wundert
mich sehr, daß Sie das nicht berücksichtigen.
Verschonen Sie mich
in Zukunft damit.
Horst Schleußner
CV
SCHREIBT AN DEN BEZIRKSDIENER
Werter Herr Schleußner!
Wir haben Ihren Brief
bekommen, indem Sie darum baten, Ihnen CV nicht mehr zu senden. Sie können
sich sicherlich vorstellen wie erstaunt wir darüber waren. Ein Bezirksdiener
schreibt CV. Wir werten das als ein Zeichen beginnender Diskussionsfähigkeit
bzw. Diskussionswilligkeit. Wir sind gerne bereit dazu. Allerdings sind wir
der Meinung, daß man nicht mit dem Abbestellen unserer Zeitschrift
beginnen sollte. Es wäre uns lieb und willkommen, wenn Sie bereit wären,
auf unsere Veröffentlichungen zu, antworten, ganz gleich, in welcher
Form. Wir kritisieren, können aber auch Kritik vertragen.
Etwas Sorge machen wir uns, wie Sie in Zukunft ohne CV in der Lage sein wollen, die Ihnen anvertrauten Schafe zu hüten vor dem, was CV ihnen vermittelt. Wir sind aber der Meinung, daß Sie sicherlich die Möglichkeit haben, sich unsere Zeitschrift von anderen Geschwistern geben zu lassen. Damit Ihre Sammlung aber vollständig ist, schicken wir Ihnen weiter CV direkt zu.
Wir haben in über 25 Jahren die Erfahrung gemacht, daß viele Zeugen Jehovas, die erst unsere Zeitschrift ablehnten, sie zum Schluß doch annahmen, weil sie ihnen geholfen halt, frei zu werden. Diese Hoffnungen haben wir bei jedem ZJ, also auch bei ihnen.
Erlauben
Sie mir noch eine Frage. Wie können Sie es verantworten gegenüber
den Ihnen anvertrauten gläubigen Menschen ihnen etwas zu lehren, vorzuschreiben
und zu befehlen, was tief in das persönliche Leben, dieser Menschen eingreift,
was sich schon so oft als eine Falschlehre erwiesen hat? Denken Sie doch
bitte mal nach wie oft schon Sie in dieser Form Schicksal gespielt haben!
In der Hoffnung, von
Ihnen Weiteres zu hören verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Henry Werner
GLOSSIERT
Sie stellten sich mir
in der MITROPA Nordhausen als Ehepaar vor, welches die Bibel studiert.
Wir fuhren gemeinsam
nach Sondershausen und saßen später in einer Gaststätte an
einem Tisch.
Ein Bier und einen Weinbrand
für den künftigen Zeugen Jehovas. Das Ehepaar Gabi und Jürgen
Liesegang erhielt meine Adresse; denn sie wollten mich besuchen, um mir über
den wahren Gott Jehova zu berichten Nach vierzehn Tagen bekam ich Besuch,
Gabi und Jürgen sagten Bibelstunde dazu. Ich hatte noch etliche Bibelstunden
u. a. die Themen "Sünden", "Wer ist Jehova?", "Gesundheit und Heilung
durch Jehova", "Wehrdienst".
Jedoch
eines Tages war ich Gabi und Jürgen los. Es war so:.
Jürgen durfte die
Heilsbotschaft nicht mehr verkündigen! Er war von ZJ betrunken angetroffen
worden.
Mein neuer Verkündiger.
Kurt Bock..
Sondershausen, August-Bebel-Straße
80.
An Hand eines Fleischwolfes machte mir Kurt Bock endlich deutlich, daß das Universum gar nicht von allein existieren kann. Nebenbei widerlegte er die Darwinsche Lehre von der Abstammung. Im Verlauf mehrerer Bibelstunden lernte ich die gesamte Familie Bock kennen, den Garten mit Bungalow und Wasserbecken; sprich Taufbecken dazu.
Zu
meiner Taufe kam es nicht.
Was sollte mich überzeugt
haben?
Das in das Asoziale
abgleitende Ehepaar Liesegang?
Das Zeugen-Ehepaar Doris
und Kurt Bock, daß ihren schulpflichtigen Sohn Peter im Keller ihres
Hauses blutig zusammenschlug weil er ernsthaft in der Schüler den Wunsch
geäußert hatte, Soldat der NVA zu werden? Ihrer Tochter Uta hämmerten
sie ein:
mit
"dem" wirst du erst allein sein, nachdem er getauft ist.
Vielleicht Kurt Bock's
Schwester, Herta, eine ehrenwerte ZJ und bekannt in Sondershausen? Nein!
Diese Menschen wollten
mir eine Lehre nahebringen
Ich wäre vielleicht
ständig in ihre Versammlungen geraten; bestimmt aber in ihren Schmutz.
- Bernd Blumenhaus.-
KURZBEGEGNUNG
Wir kamen aus der Kirche
und standen an der Bushaltestelle. Es war ein schöner Morgen und wir
waren guter Dinge.
Uns sprach ein. Mann
an: "Kommt ihr von der Familie B.?" Jetzt fiel mir ein, daß mir ein
Bruder, der ZJ aus Elsterwerda, gegenüberstand und der in unserer Stadt,
Torgelow, über Jahre als Ferienpionier tätig ist. "Nein, von den
Zeugen haben wir uns getrennt. Nachlesen kannst du das in der CV Nr. 188
unter der Überschrift: Wir waren 20 Jahre Zeugen Jehovas."
"Besinnt
euch und kehrt zum Glauben zurück", missionierte der Ferienpionier auf
uns ein. Wir konnten aus unserer guten Sonntagslaune heraus ihm sagen: "Wir
haben unseren Seelenfrieden gefunden!"
Der Ferienpionier missionierte
weiter:
"Die
Zeitschrift CV kenne ich, ich lese sie nicht, sie lügt!"
Unsere Sonntagslaune
war uns nicht verdorben. Wir schätzen unseren ehemaligen Bruder eigentlich
und wie klar wurde uns, daß ihm einfach der Mut fehlte CV zu lesen,
sich gar mit den Beiträgen in CV auseinanderzusetzen. Das Entscheidungsvermögen
dieses Bruders ist von der WTG geprägt.
Der Bus kam.
Es blieb ein schöner
Sonntagmorgen.
-EBT-
"Christliche
Verantwortung": Herausgeber Henry Werner, DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement:
2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr. 4564-30-1952;
Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A232/86 V 7 1 716 N 2