CV
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959
VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 198 GERA JANUAR 1986
EDLER
GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die
WT Nr. 15 und 16/85
ERFAHRUNGEN MIT ZEUGEN
Ein Brief aus Heimsgrün
WAS IST „HARMAGEDON"
WIRKLICH?
Vier „bunte" Wachttürme
DENKVERBOT BEI DEN
ZJ?
Brief eines jungen Christen
MARTIN PÖTZINGER
- MITGLIED DER LEITENDEN KÖRPERSCHAFT
FÜR
DIE NEUORIENTIERUNG DER ZEUGEN JEHOVAS
AUCH DU BIST EIN SOZIALES
MENSCHLICHES WESEN!
Liebe Brüder und
Schwestern
WIEDER wollen wir uns
Gedanken machen, wie es nach einer Abkehr von unkritischer WTG-Hörigkeit
christlich weitergehen kann. In der Tat, von bloßer WT-Gegnerschaft
kann man nicht leben. Es erhebt sich unerbittlich die Frage, was dann, wohin
gehen, was dann tun. Es ist Familie da, es sind ..Kinder da, es muß
Orientierung sein.
Ja, darum geht es.
UNERLÄSSLICH,
IMMER DEN HINTERGRUND
ZU SEHEN
PSALM 90:10 hat die
WT-Endzeitlehre seit 1914, eigentlich schon seit 1874 und davor seit 1799
(Die Harfe Gottes) zeitlich endgültig als Legende erwiesen. Guten Gewissens
kann damit keiner mehr unter die Mitmenschen gehen. Diese Erkenntnis ist
der entscheidende WT-Hintergrund, der unerbittlich dasteht. Von dem ausgegangen
werden muß. Vor dem alles gesehen und entschieden werden muß.
Alles andere ist zweitrangig. Die WTG ist eine sog. endzeitliche Bewegung!
Das ist das Kriterium! Damit steht oder fällt sie! Stimmt ihre Endzeitverkündigung,
dann stimmt alles! Ist sie haltlos, dann zählt nicht anderes! So steht
die Frage! Alle moralischen Ansprüche, die die WTG erhebt, wie Lauterkeit,
Treue, Einheit, Reinheit, Demut usw. usw. kann jede andere Gemeinschaft und
Organisation ebenfalls für sich in Anspruch nehmen und tut es auch,
und oft mit größerem Ergebnis als die WTG. Es bleibt die Frage:
Wofür, für wen, für was. Nehmen wir nur Lauterkeit und Treue,
die 1985 wieder in den Vordergrund gehoben werden. Tausende andere bewahrten
für ihre Sache ebenfalls Lauterkeit und Treue, auch bis in den Tod!
Manche für eine falsche Sache, unzählige andererseits z. B. für
die Befreiung der Menschheit vom Faschismus, die auch vielen WT-Zeugen zugute
kam.
So bleibt die entscheidende Frage wofür. Bei der WTG ist dies die als haltlose Legende erwiesene Endzeitverkündigung, vor der wir alles sehen müssen, über 70 Jahre nach 1914, über 100 Jahre nach 1874, fast 200 Jahre nach 1799. Ein WTG-Endzeitweg, an dessen Rand „Millionen" liegen, die „nicht mehr sterben" sollten, tot und vergangen. Es ist unerläßlich, alles vor diesem Hintergrund zu sehen!
WOVOR
WIR SEIT 1935 STEHEN
WIR stehen zunächst
vor folgender Tatsache, die jeder bei sich selbst feststellen kann. Die WTG
hat mit ihrer Endzeitlegende besonders seit 1935 den eigentlichen neutestamentlichen
christlichen Glauben in nur „einer Hoffnung" (Eph. 4:4) der Masse ihrer Zeugen
gründlich aus den Köpfen entfernt. Sie können nur noch „irdisch"
glauben. Für die allein christliche Hoffnung, die himmlische, haben
sie keine „Antenne" mehr, keinen Zugang, kein persönliches Bedürfnis
mehr. Wiewohl sie subjektiv Christen sein wollen, entsprechen sie dem Evangelium
Jesu Christi und der Apostel nicht mehr. Dies ist übrigens einer der
Hauptgründe für den Aufstand des Gewissens mit Raymond V. Franz
in der leitenden Körperschaft gegen die WTG in Brooklyn. Also Herz und
Sinn sind nur noch auf das Irdische gerichtet. Nun ist dies aber zu einer
seit dem 1799-Termin Generation um Generation hoffnungslos einhergeschobenen
Legende geworden, zwischen den Zeilen lesbar bereits ins nächste Jahrtausend.
VON
DER SOZIALEN ENTWICKLUNG
IMMER WIEDER ÜBER
DEN HAUFEN GEWORFEN
FÜR keine Generation
seit 1799 ist die paradiesische „Erfüllung" als Lösung aller sozialen
Probleme eingetreten. Das Leben ging und geht unerbittlich seinen schöpfungsbedingten
sozialen Gang, dem auch jeder WT-Zeuge auf Gedeih oder Vederb unterworfen
ist. Auch er würde bei bloßem Beten und Verkündigen verhungern.
Auch er kann nur leben, wo eine die Menschen betreffende Ordnung (1. Petr.
2:13 die sozialen Bedürfnisse aller hinreichend befriedigt und berücksichtigt.
Das muß man doch einmal erkennen! Die Paradiesverkündigung der
WTG wanderte Generation um Generation auf den Müllhaufen der Geschichte
zur Enttäuschung von Millionen. Jeder, der zurückschaut, sieht
diesen Scherbenhaufen! Wem soll zugemutet werden, sich weitere daraufzustellen?
Das heißt, es geht darum, endlich als Christ sozial zu Verstand zu
kommen! Endlich real zu denken und nicht länger Legenden und Illusionen
über das soziale Leben nachzulaufen. Letztlich ist das jeder auch seinen
eigenen Kindern schuldig, Wir stehen vor dem nächsten Jahrtausend!
GLAUBE
OHNE WERKE IST TOT
MIT ihrem Kampf gegen
die Beteiligung an einer „Verbesserung der Zustände" (ZJ im 20. Jahrhundert,
1978) hat die WTG natürlich soziales Denken grundlegend zerstört.
Es kommt angesichts der Haltlosigkeit der WT-Paradiesversprechen seit 1799
als erstes wohl darauf an, wieder wirkliches Verständnis in sozialer
Hinsicht zu bekommen. Anregungen, sich als Christ das anzueignen, gibt das
Leben tagtäglich im Kleinen wie im Großen. Betrachtet man es vor
dem haltlosen WT-Hintergrund, fallen förmlich Schuppen von den Augen.
DA sind z. B. vielerorts in unserem Lande die diakonischen bzw. karitativen Einrichtungen ev. und kath. Christen. Wollten sie je der WT-Endzeitlegende folgen, hätten sie ihre Schützlinge auf die Straße setzen müssen! Die Samariteranstalten in Fürstenwalde, die Neinstedter Anstalten, die Lobetaler Anstalten, die Franckeschen Stiftungen in Halle, die Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg, das kath. Hedwigskrankenhaus in Berlin, das kath. Entbindungsheim in Berlin und und und, alles müßte geschlossen werden! Das sind doch Zumutungen an den Verstand!
ODER
verfolgt das Ringen in den Entwicklungsländern, aus dem Elend herauszukommen.
Jeder Fernsehapparat liefert das ins Haus. Sollten sie auf den WT-Endzeitscherbenhaufen
seit 1799 setzen?
WOLLTEN in unserem Land
alle Menschen, die doch von den WT-Zeugen angesprochen sein oder werden sollen,
den WT-Bedingungen folgen.. so würde dar gesamte Staatshaushalt zusammenbrechen,
weil ja nach dem WT keiner mehr Politik treiben durfte Das wäre in jedem
Land der Fall! Das wäre ja schon seit 1799, 1874 oder 1914 internationale
Anarchie, wenn die WTG da nicht überall die politische Macht und Verantwortung
übernommen hätte, was sie aber auch nicht will! Das ist doch ein
absurder Teufelskreis, den man keinem sozial vernünftig denkenden Menschen
zumuten kann! In jedem Land, von den USA über die BRD, die DDR bis Sowjetunion
besteht sogar biblisch rechtmäßig (Römer 13:1-7; 1. Petrus
2:13) eine „die Menschen betreffende Ordnung", die es nicht gäbe, wollten
die Menschen dort alle zu den WT-Bedingungen „errettet" werden, was die Politik
oder das Soziale betrifft Das reißt doch von den Sitzen hoch! Die WTG
verlangt ja hier, den Verstand abzugeben
ALSO
ÜBERALL
DIE SOZIALE FRAGE ZUR
DISKUSSION STELLEN!
DENN auch der Christenmensch
ist ein soziales Wesen. Diese Frage vor dem Hintergrund der haltlosen WT-Endzeit
seit 1799, und du wirst über dich noch staunen! Diese Frage ist unverzichtbar,
weil sie sage und schreibe das eigene physische Leben betrifft, denn der Mensch
lebt nach Christi eigenen Worten zuerst „vom Brot". Ein Verhungerter kann
keine Gebote mehr halten. Es heißt in der Bibel als Maßstab für
alle Menschen:
„Wenn ein Bruder oder eine Schwester keine Kleidung hat und an der täglichen Nahrung Mangel leidet, und einer von euch zu ihnen sagt: Geht hin in Frieden, wärmt euch und eßt euch satt, ohne ihnen das, was zur Befriedigung der leiblichen Bedürfnisse nötig ist, zu geben, welchen Nutzen hat das für sie? Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne Werke unnütz ist?" (Jakobus 2:15,16,20)
HABEN
wir so in Herz und Sinn Klarheit geschaffen, Schritt für Schritt, durch
Überprüfung an der Wirklichkeit des Lebens, dann können wir
als Christen weitergehen. ohne die WTG-Unmündigkeit, als „in der Urteilskraft
gereifte Menschen". (1. Korinther 14.20)
UNSER Forum soll helfen,
das zu erreichen. Schreibt uns dazu. - CV-Geschwister
TREFFEN
IN PRAG
Vl. Allchristliche Friedensversammlung
DIESE Versammlung stand
unter dem Thema:
„Gott ruft: Wählt
das Leben - Die Stunde eilt! Christen im Widerstand gegen die Mächte
des Todes - auf dem Wege zu Frieden und Gerechtigkeit für alle."
DEM Ruf folgten mehr
als 800 Delegierte aus fast 100 Ländern aller Kontinente. Erstmals wurden
auch Gäste anderer Weltreligionen begrüßt und ein gemeinsames
Seminar veranstaltet.
Leider
folgten die Zeugen Jehovas nicht dem Ruf und hielten sich wieder mal abseits.
Daß es nicht nur ein rein politisches Forum war, beweist die Tatsache,
daß man sich ein biblisches Unterthema stellte, mit dem man arbeitete.
Dieses wurde aus dem Johannesevangelium entnommen:
„Ich bin gekommen, daß
sie (meine Schafe) Leben und volle Genüge haben sollen." (Johannes,
10:6)
Doch gerade hier wird
nun sichtbar, warum kein Zeuge Jehovas in Prag teilnahm. Wird doch jedem
Zeugen durch die WTG klargemacht, daß nur er zu den Schafen gehört,
die in die Hürde aufgenommen werden. Warum soll er sich nun mit den
Andersgläubigen verständigen, wie die Schöpfung auf dieser
Erde vor einem nuklearen Vernichtungsschlag zu bewahren ist, wenn Gott und
seine Heerscharen im Krieg von Harmagedon sie trotzdem vernichten wird.
Ist
diese Konsequenz nicht grausam?
Verfolgt man diese Konsequenz
weiter, muß man zu der Feststellung kommen, daß man für
das 'Ich" im 10. Kapitel des Johannesevangeliums WTG statt Jesus Christus
setzen muß, um der Interpretation der Gesellschaft in Brooklyn gerecht
zu werden. Doch ist allein Jesus der "gute Hirte" und "die Tür".
Jesus ist gekommen,
daß "sie" Leben und Überfluß haben. Heißt sie - alle
- so wie es viele Christen, einschließlich der Christlichen Friedenskonferenz
versteht? Ich meine auch, Jesus meint ALLE, die ihn annehmen ohne jede konfessionelle
Schranke (Johannes 11:25,26).
IN Johannes 10:10 markiert Jesus ein Ziel, ewiges Leben. Er hat das Recht und die Möglichkeit von sich zu sagen "ich bin das Leben". Doch haben Menschen und Organisationen, auch die WTG, nicht das Recht zu behaupten, ihr Weg führe zum ewigen Leben. Allerdings können wir Leben auf dieser Erde retten und dazu sind wir auch verpflichtet, wenn uns Jesus ein Vorbild. ist. Ein globales Problem stellt in unserer Zeit die Gefahr einer nuklearen Selbstvernichtung, nun auch bald aus dem Kosmos dar. Um sich über Fragen und Probleme, die Christen bei einer gemeinsamen Friedenssicherung haben, zu verständigen, traf man sich in. Prag . Großen Wert wurde auf das Problem der ungerechten Verteilung in der Welt gelegt, was wohl der wichtigste Grund für die Verschärfung der Weltlege ist. Gerade hier kann sich, muß sich jeder Mensch engagieren, um die Not auf dieser Welt zu lindern. Doch dazu muß man tolerant sein und sich zusammentun.
IN
einem Dokument, welches auf der VI. Allchristlichen Friedensversammlung verabschiedet
wurde, wird auf Bezug des anwachsenden Rüstens festgestellt:
"Wir können die
Gefahr abwenden, wenn Menschen guten Willens, ..., gemeinsam Widerstand leisten
gegen die Rüstung auf der Erde und im Himmel."
-F.H.H.-
EDLER
GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE
WACHTTÜRME NR. 15 UND 16/1985
FRAGEN VON LESERN
"Wie wirkt der heilige
Geist bei der Ernennung von Ältesten mit der heutigen leitenden Körperschaft
zusammen?"
VERWORRENE ANTWORTEN
AUF EINE KLARE FRAGE
EINE tatsächlich
sehr interessante Frage, die ein Leser der WTG stellt. Oder sieht sich Brooklyn
veranlaßt, auf die umfangreichen Darstellungen zu diesem Thema die
in unserer Schrift CV veröffentlicht wurden, zu reagieren?
Auf
jeden Fall tut man sich bei der Beantwortung dieser an sich sehr einfachen
Frage schwer. Die Abhandlung in diesem WT beginnt mit einer unkorrekten Behauptung:
"Paulus erklärte
nicht im einzelnen, wie Gottes Geist bei solchen Ernennungen wirkte." (S.
31)
ZWEI
Sätze weiter wird Apostelgeschichte 15:28 zitiert, wo eindeutig gesagt
wird, daß in einem Streitfall
1. der heilige Geist
und
2. die Apostel
eine Entscheidung trafen.
Ist diese Schilderung
nicht deutlich genug? Welche Einzelheiten braucht die WTG noch?
Und noch eine Frage
drängt sich diesbezüglich auf:
Warum
giert die leitende Körperschaft nach Einzelheiten, wenn sie diese aus
ihrer angeblichen heutigen Praxis viel besser wissen müßte? Könnte
sie jetzt nicht bis ins kleinste Detail diesen Vorgang schildern?
Nach umständlichen
Erklärungen zu dem Fall aus Apostelgeschichte Kapitel 15 kommt man in
der Mitte des Artikels endlich zu dem "springenden Punkt":
"Darüber hinaus
handelte es sich bei den Aposteln und älteren Männern in Jerusalem,
die die leitende Körperschaft bildeten, um Christen, die mit heiligem
Geist gesalbt waren ..."
Ja, diese Menschen waren tatsächlich mit heiligem Geist und viele ihrer Zeitgenossen waren bei der Ausgießung des heiligen Geistes Zeugen (Apg. 10:44-46). Möge sich jeder ZJ im stillen fragen, wie es in dieser Hinsicht mit der heutigen, leitenden Körperschaft bestellt ist.
VOM
HEILIGEN GEIST KEINE SPUR
NUN wird plötzlich
von der WTG eine Behauptung in den Raum gestellt, die zwar für sie nützlich
wäre, ansonsten aber: durch nichts zu beweisen ist:
Die Glieder der leitenden
Körperschaft des 1. Jahrhunderts hätten keine hörbare Anweisung
vom Himmel empfangen.
Damit will man die
heutige Situation im leitenden Gremium der ZJ in Brooklyn bestätigen.
Oder machen sich gar Franz und seine Leitung selber etwas vor?
Fest
steht eines:
Eine real existierende
Verbindung zu irgendwelchen himmlischen Mächten hat die WTG nicht!
DEN Rest des Artikels
kann man sich nach dieser Feststellung getrost ersparen.
Wie die Ältesten
von der WTG ernannt werden, ist hinlänglich bekannt. Bekannt ist auch,
daß viele nach Jahren von ihrer Funktion abberufen werden müssen
bzw. sogar ausgeschlossen werden.
Weniger gern gibt die WTG zu, daß ihr leitendes Gremium (einschließlich-des Präsidenten) ganz einfach und schnöde nach dem ansonsten verhaßten demokratischen Prinzip gewählt werden. Und eine Wahl geht bekanntlich auch ohne den heiligen Geist vonstatten.
WACHTTURM
NR. 16/1985
STUDIENARTIKEL
"Die größte
Chance der Jugend'
SCHWARZ-WEISS-MALEREI
OHNE JEDE SCHATTIERUNG
DIESER Wachtturm soll
ZJ-Jugendliche anspornen, den von der WTG vorgeschriebenen Weg einzuhalten.
Das heißt: Perspektive ist für sie der Vollzeit-, Missionar- oder
Betheldienst. Eine weltliche Berufsausbildung wird in Frage gestellt, ein
Studium an einer Hoch- oder Fachschule ist verpönt (S. 20).
Während
man den Dienst für den "treuen Knecht" in rosa-roten Farben schildert,
wird an der "Welt" kein heiles Haar gelassen. Im Extremfall liest das sich
dann so:
"'Was nur aus denen
geworden ist, mit denen ich befreundet war, bevor ich anfing, die Bibel zu
studieren' erklärte eine 24jährige Christin. 'Die Hälfte von
ihnen ist im Gefängnis. Die meisten sind drogenabhängig, und viele
von den Mädchen haben ein uneheliches Kind. Ihr Leben ist ein Chaos.
Einige sind sogar schon tot. Ich bin so dankbar, daß ich auf mein Leben
stolz sein kann.." (S. 14)
So
sieht es also aus:
Während die eine
Hälfte der Weltmenschen im Knast sitzt, nehmen die anderen Drogen, huren
rum oder sind tot.
Laut
S. 11 ist das aber noch nicht alles:
Viele Jugendliche seien
depressiv und begehen Selbstmorde bzw. Selbstmordversuche. Der Rest wird
in Nervenkliniken eingeliefert.
So sieht also die WTG
ihre Mitmenschen, besser gesagt: so möchte sie sie sehen.
Mit Scheuklappen vor
den Augen sieht sie nicht die vielen Personen, die sich um das Wohl der Menschheit
- nicht zuletzt auch um das der ZJ - bemühen.
WTG
SOLLTE ÜBER SICH SELBST NACHDENKEN
IST dir wirklich eine
solche Schwarz-Weiß-Malerei recht? Kennst du nicht auch Menschen, die
zwar nicht deinen Glauben vertreten, sonst aber ein moralisch einwandfreies
Leben führen, die fleißig arbeiten und die die Ideale anderer respektieren?
Warum weist die WTG nur auf eine Seite der Medaille, während sie die
andere so gut wie nicht berücksichtigt?
Zum anderen.: Nervenkliniken sind Zeugen auch von innen gut bekannt, denn nicht wenige befinden sich in nervenärztlicher Behandlung Sie sind vielfach depressiv veranlagt. WT und ERWACHET nahmen sich dieses Themas notwendigerweise schon des öfteren an, ohne die Ursache - den WT-Glauben anzusprechen. Geben tut es auch Selbstmorde unter Zeugen Jehovas. Bekannt geworden ist bis jetzt sicher nur die Spitze eines Eisberges.
Mit Hurerei, Ehebruch und unehelichen Kindern müssen sich die Rechtskomitees der ZJ am laufenden Band befassen. In der Regel werden die "Sünder" ausgeschlossen. Und dann zeigt man mit dem Finger auf die "Welt", in der sich unter anderen auch die gestrauchelten Zeugen befinden, denen man nicht helfen wollte oder konnte.
DAS
"ENDE DER WELT" STEHT BEVOR!
18. Kapitel "Du kannst
für immer im Paradies auf Erden leben"
"Sage uns, wann wird
das geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deines Kommens und der Vollendung
der Weltzeit?" (Matthäus 24:3)
DIESE eindeutige und
klare Frage der Jünger Jesu an ihren Herrn ist von so gewaltiger Bedeutung,
daß nur die richtige, von der Schrift her getragene Antwort auch für
uns heute von größter Wichtigkeit ist. Die erklärenden Worte
Jesu über die letzten Ereignisse dieser Weltzeit eröffnen nur dann
ein umfassendes Verständnis, wenn sie in ihrer ureigensten Sinn und
Wortbedeutung interpretiert und verstanden werden. Eine vorgefaßte Lehrmeinung,
ganz gleich welcher Art, kann nur Verwirrung stiften.
Zunächst wird Jesus nach dem Zeichen, mit dem sich die Parusia und die Vollendung der Weltzeit verbindet, gefragt. Seine Antwort bezieht sich daher zwangsläufig auf diese beiden Ereignisse und gleitet nicht in irgendwelche Weltgeschehnisse ab, die als Folgeerscheinung für die gesamte, schon zwei Jahrtausende währende Endzeitgeschichte charakteristisch sind.
PARUSIA
DIE Übersetzung
dieses griechischen Wortes ist vielschichtig. Der Begriff "Gegenwart" reicht
bei weitem nicht aus. Vielmehr gehört in erster Linie zur "Gegenwart"
ihr eigentlicher Beginn. Deshalb erklären alle Wörterbuchautoren
des neutestamentlichen Griechisch die Vokabel "Parusia" nicht nur mit "Gegenwart",
sondern ganz besonders mit "Kommen", "Ankunft und Wiederkunft". Das ist gewiß
logisch, denn jede Gegenwart, auch die unseres Herrn Jesus Christus, beginnt
mit dem Kommen des Betreffenden. Weil nun die Jünger Jesu ihre Frage
nach seiner Parusia mit der Vollendung der Weltzeit in Zusammenhang brachten,
muß sich Jesu Antwort auf sein tatsächliches und sichtbares Kommen
am Ende dieser Weltzeit ohne vorherige unsichtbare Gegenwartsperiode bezogen
haben. Da sich diese Welt bis zum heutigen Tage immer noch dreht, ergibt
sich daraus der Schluß, eine unsichtbare Gegenwart des Herrn seit 1914
ist unmöglich, denn diese begann bereits nach der Himmelfahrt Jesu Christi
in Gestalt des heiligen Geistes (Joh. 14:16, 26; Matth. 28:20).
So bleibt für uns
Christen weiterhin die lebendige Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu Christi
bestehen.
SEMEION
AM Ende dieser Weltzeit
werden verschiedene Zeichen am oder vom Himmel her eine bedeutsam Rolle spielen
(Offb. 12:1,3; 13:13; 15:1). Eines davon wird der sichtbaren Wiederkunft
Jesu Christi mit großer Kraft und Herrlichkeit unmittelbar vorausgehen
(Apg. 1:9-11; Matth. 24:30. Offb. 19: 11-13). Und genau nach diesem Zeichen
haben ihn seine Jünger auf dem Ölberge gefragt (Matth. 24:3). Jesu
Antwort darauf lesen wir im 30. Vers des gleichen Kapitels. Dieses Zeichen
wird ein ganz persönliches, das Zeichen des Menschensohnes sein, welches
seine Wiederkunft einleiten wird.
Der griechische Text in Matth. 24:3,30 gebraucht die Worte "to semeionu, welche eindeutig in der Einzahl stehen und nur mit "das Zeichen" übersetzt werden dürfen. Mit welcher Berechtigung konstruiert daraus der "Sklave" ein kombiniertes also in der Mehrzahl stehendes Endzeitzeichen? Für diesen Akt der Willkür gibt es nur eine Erklärung: Der Leser der WT-Literatur soll bewußt getäuscht und von der tatsächlichen sichtbaren und noch ausstehenden Wiederkunft des Herrn abgelenkt werden. Mehr noch die von Jesus genannten Kriege, Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben werden nicht, wie es richtig wäre, als weltweite Ereignisse der nunmehr zweitausendjährigen Endzeitgeschichte gewertet, sondern fälschlich als das aus mehreren kombiniert auftretenden Endzeitzeichen der Öffentlichkeit verkauft. Es liegt offensichtlich eine mutwillige Verwechslung zwischen dem Zeichen des Menschensohnes und den negativen Endzeitereignissen vor.
Es
gehört wohl zu den einfachsten Notwendigkeiten, wenn man einen Bibeltext
richtig verstehen will, ihn zunächst genau und unvoreingenommen zu lesen.
Wer dies versäumt, wird schwerlich hinter den Wahrheitsgehalt des Wortes
Gottes kommen, dafür aber um so leichter eine Beute für geistliche
Verführer werden, zu denen auch der sogenannte „treue und verständige
Sklave" gehört.
-M. S. H-
MARTIN
PÖTZINGER
Das Mitglied der leitenden
Körperschaft
JESUS
KOMMT IHM ÜBERHAUPT
NICHT IN DEN SINN
IM WT vom 1.3.1970 stellt
sich Martin Pötzinger aus der BRD, jetzt Mitglied der leitenden Körperschaft
in Brooklyn, der Weltöffentlichkeit persönlich vor mit der „Erzählung":
„Der Führung Jehovas gedenken". Zu den ZJ, damals Bibelforscher, war
er erst 1926, also nach der WTG-Weltendeirrlehre von 1925 gekommen.
Er faßt seinen Lebensbericht bis 1970 unter die Themen „Die Verantwortung erkannt", 'Vollzeitdienst", „Predigttätigkeit in anderen Ländern", „Zurück in die Höhle des Löwen", „Freude am Morgen" und „Weitere Segnungen". Als Kenner der Sache erschreckt man, wenn man das liest. Dieser Mann ist Mitglied der leitenden Körperschaft der Weltorganisation der WTG für alle ZJ. Man sollte erwarten, daß sein Bericht ein vorbildliches christliches Leben und Wirken ausstrahlt, eine Nachfolge in den Fußstapfen Jesu Christi, wie es die Schrift fordert. (Apg. 1:8) Indessen stellt er sich vor als ein purer alttestamentlicher Gottesstreiter, wobei ihm Jesus mit keiner Silbe und keinem Vers in den Sinn kommt! Man erkennt überhaupt nicht, ob das ein Christ ist, der sich da weltweit vorstellt! Ein paar alttestamentliche Propheten und Sprüche zitiert er, wie Amos und Jesaja, Sprüche noch. Dann verläßt er die Bibel, um sich und das Werk der WTG zu rühmen.
Eigentlich
ist das typisch für die Rutherford-Generation der ZJ, die im Prinzip
vom selbständigen Bibelforschen abgebracht wurden, um nur noch Zeugen
dessen zu sein, was die WTG „erforscht", mit dem puren alttestamentlichen
Namen „Zeugen Jehovas" belegt. Pötzingers Erzählung ist eine treffende
Veranschaulichung dafür, daß sie seitdem kein echter Geist Christi
mehr beherrscht, sonst könnte er keine Lebensgeschichte schreiben, wobei
ihm Jesus nicht mit einer Silbe in den Sinn kommt. Ihr Glaube gilt eben in
erster Linie der Organisation, damit steht und fällt für sie alles,
auch Jesus selbst. Wird sich Martin Pötzinger durch diesen CV-Artikel
angesprochen fühlen und sich bald „korrigiert" vorstellen?
-eingesandt-
WAS
IST „HARMAGEDON" WIRKLICH?
Zu Beginn des Jahres
1985 erschienen zum ersten Mal einige Nummern der Zeitschrift „Der Wachtturm"
mit Farbphotos auf der Titelseite. Ausgerechnet „Harmagedon" war das Leitthema
dieser vier Hefte. Hatte die Wachtturm-Gesellschaft einen Grund, gerade dieses
Thema besonders herauszuheben und ihm einen so großen Raum zu widmen?
Die Antwort scheint relativ einfach zu sein: Die Weltuntergangsstimmung nimmt zu, besonders in Amerika. Diese Gelegenheit benützt die Wachtturm-Gesellschaft, um sich erneut im Gegensatz zu den übrigen Christen zu profilieren, Diesmal setzt sie sich speziell vom biblizistisch-fundamentalistischen Flügel ab: In endzeitlich ausgerichteten Kreisen, die durch Äußerungen des US-Präsidenten Reagan Auftrieb bekommen haben, wird die befürchtete Atom-Katastrophe mit dem biblischen „Harmagedon", der apokalyptischen „Schlacht des großen Tages Gottes, des Allmächtigen" (Off. 16,14-16; vgl. 19,11 ff) gleichgesetzt. Man glaubt, die Prophezeiung 2. Petr. 3,10 werde sich buchstäblich erfüllen: 'Dann werden die Himmel zerbersten mit großem Krachen; die Elemente werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen."
In der Tat, für viele biblizistisch-fundamentalistische Christen ist der globale atomare Holocaust in der Bibel vorausgesagt. „Der Wachtturm" fragt nun: Ist das wahr? Diese Erwartung steht nämlich dem Glauben der Zeugen Jehovas entgegen, aus zwei Gründen: Jehovas Zeugen glauben nicht an ein Vergehen von Himmel und Erde am „Jüngsten Tage" (Offb. 20,11; 21,1), dann sie erwarten, daß unsere Erde wieder zum Paradies wird. Auch gehören sie nicht zu jenen, die die „Entrückung" lehren (1. Thess. 4,17). Vielmehr erwarten sie, daß die treuen Zeugen Jehovas hier auf Erden vor allem Leid bewahrt bleiben. Also kann es nicht zu einer nuklearen Katastrophe kommen!
Und doch steht für sie „Harmagedon" vor der Tür. Allein, dieser „Tag Jehovas" wird von anderer Art sein. So liest man's im „Wachtturm" vom 1.1.1985 und in „Erwachet!" vom 22.3.1984: „Ein nuklearer Holocaust wäre ein menschlicher Krieg", in dem die feindlichen Nationen gegeneinander kämpfen. Harmagedon aber ist „Gottes Krieg", in dem „die Heere des Himmels … unter der Befehlsgewalt Jesu Christi" gegen die Mächtigen der ganzen Erde streiten. -
Der
Holocaust wäre ein ungerechter Krieg, „in dem sowohl Gute als auch Böse
vernichtet würden"; Harmagedon dagegen ist „ein Krieg, in dem nur die
Bösen vernichtet werden". -
Ein nuklearer Holocaust
würde aller Wahrscheinlichkeit nach allem Leben ein Ende bereiten. Harmagedon
jedoch „wird die Erde nicht zugrunde richten", denn „der allmächtige
Gott, Jehova, … bildete die Erde, 'damit sie auch bewohnt werde' (Jes. 45.18)".
Nach alledem „wird Harmagedon kein Weltkrieg sein, in dem sich zwei gegnerische Supermächte feindlich gegenüberstehen". Es wird auch „kein Krieg im Nahen Osten" sein, denn „Harmagedon ist kein geographischer Ort". Das Wort bezeichnet vielmehr eine „weltweite Situation", in der sich alle Mächtigen dieser Welt gegen den rechtmäßigen Herrscher Jesus Christus kehren.
Scheinbar verkündet „Der Wachtturm" also eine beruhigende Botschaft: „Kein nuklearer Holocaust." Doch was Harmagedon für die Zeugen Jehovas faktisch bedeutet, das ist noch schrecklicher als eine atomare Katastrophe. Letztere wäre ein globales Unheil: grausam, unsinnig - und damit unpersönlich. Im Gegensatz hierzu ist ersteres die zielgerichtete (und damit die Person betreffende) Vernichtung aller bösen Menschen. Für die Zeugen Jehovas ist „Harmagedon" also ein positiver Bestandteil ihres Welt- und Menschenbildes. Sie rechnen damit und leben damit. Das weist nicht nur auf eine geradezu unbarmherzige Gesetzlichkeit hin - die Norm muß erfüllen, wer dem apokalyptischen Blutbad entrinnen will. Es signalisiert darüber hinaus einen gänzlich unchristlichen, elitären Egozentrismus. Denn: alle anderen, die Jehova nicht in der rechten Form anbeten, sind die Bösen. Daher werden „nur einige Harmagedon überleben" („Erwachet!", 22.3.1984). Im „Wachtturm" vom 1.2.1985 ist zu lesen:
„Ja, Blut wird in Strömen fließen, wann Gottes Hinrichtungsstreitkräfte zur Tat schreiten. Die 69 Millionen Toten der zwei Weltkriege werden nichts sein im Vergleich zu den Opfern des Krieges von Harmagedon." Gottes Heere werden „ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht zuschlagen. Denn Gott gebietet ihnen, keine Barmherzigkeit zu zeigen …„ Und in einem älteren Buch heißt es: „Gott, der Allmächtige, kann in seinem 'Krieg des großen Tages' eine Kraft entfalten, die die Zerstörungskraft aller Kernwaffen der Nationen der Erde bei weitem übertrifft." („Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht", 1973, S. 317)
Natürlich
müssen sich die Verantwortlichen in Brook1yn die Frage stellen lassen:
„Wie kann ein Gott der
Liebe einen solchen Befehl ergehen lassen?"
Ihre sehr bezeichnende
Antwort lautet - und sie muß vor dem Hintergrund der soeben angesprochenen
Größenverhältnisse der Vernichtung gehört werden: „In
Wirklichkeit muß die Schlacht von Harmagedon gekämpft werden, weil
Gott Liebe ist Es ist Jehovas Vorsatz, auf der Erde den ursprünglichen
paradiesischen Zustand wiederherzustellen und die Menschheit in Frieden und
Vollkommenheit darauf leben zu lassen … Was muß also mit denjenigen
geschehen die die Sicherheit des wiederhergestellten Paradieses durch ihre
kriminellen Handlungen und ihre Gewalttätigkeit gefährden würden?
… Ja, Gott muß die unverbesserlichen Bösen im Interesse derer,
die das Rechte zu tun wünschen, vernichten … Harmagedon ist tatsächlich
das Beste, was unserer Erde widerfahren kann!" - Im übrigen „muß
niemand sterben; „Gott will, daß alle zur Reue gelangen. Daher hat er
dafür gesorgt, daß die 'gute Botschaft vom Königreich' verkündet
wird, so daß jeder einzelne die Gelegenheit erhält, seine eigene
Rettung zu bewirken."
Natürlich
ist die „Königreichsbotschaft" der Wachtturm-Gesellschaft gemeint und
die „Rettung" besteht darin, daß man Zeuge Jehovas wird. Nur innerhalb
der eigenen, Gemeinschaft. Gilt der „Gott Liebe"; außerhalb ist er ein
Gott dar Rache!
An dieser Stelle sei
darauf' aufmerksam. gemacht, daß bei den uns heute so erregenden neuen
Gruppierungen - mögen sie „Jugendsekten", „destruktive Kulte" oder wie
immer genannt werden - solches nicht zu lesen ist! (Mit einer Ausnahme vielleicht:
bei David Berg, dem Führer der „Kinder Gottes".) Sie empören, weil
sie neu sind. Die Ungeheuerlichkeiten der Wachtturm-Botschaft sind wir gewohnt.
Bei den Zeugen Jehovas stoßen wir nicht nur auf dieselbe gemeinschaftszerstörende
Haltung und persönlichkeitsschädigende Indoktrination wie bei den
Jugendreligionen.
Bei
genauer Analyse, die vor allem den psychologischen Stellenwert einer Lehre
zu ermitteln versucht, erkennt man, daß hier die destruktive Botschaft
von Haß und Vernichtung im Zentrum der Verkündigung steht.
-rei-
(Aus Materialdienst
der EZW Nr. 5, 1.5.85)
DENKVERBOT
BEI DEN ZEUGEN JEHOVAS?
Brief eines jungen Christen
KEINESFALLS waren dies
meine Gedanken, als ich zum ersten Mal mit Zeugen Jehovas zusammentraf. Als
evangelischer Christ war ich beeindruckt über deren enorme Bibelkenntnis.
Keine meiner Fragen blieb unbeantwortet. An passenden Bibelstellen, welche
die Erklärungen untermauerten, fehlte es nie. Man war stets freundlich
zu mir und bald besuchten wir uns regelmäßig. Ich bekam jetzt WT-Literatur
und konnte mir nun viele Fragen selbst beantworten. So erkannte ich auch,
daß es eine große Zeitungsgesellschaft ist, die den ZJ die Bibel
auslegt. Etwas befremdend war für mich die scheinbare Kompromißlosigkeit,
mit der sie biblische Gesetze auf ihr persönliches Leben anwenden. Ich
muß schon zugeben, daß ich damals bei meiner lässigen Haltung
in diesen Fragen etwas verschämt war.
Nach Jesu Worten ist doch Gott zu Ehren eine Sache des Herzens und der Gesinnung und nicht sture Gesetzerfüllung, mit der manche Menschen lebendige Verantwortung durch lieblosen Schematismus ersetzen - auch die Zeugen!? Ist nicht wer etwas anderes von sich behauptet ein Pharisäer? Auf diesen harten Brocken gingen meine ZJ Freunde, die ja angeblich mit Hilfe der WTG in der Wahrheit sind und nur dadurch ein gottgefälliges Leben führen können, gar nicht erst ein. Meine ZJ-Freunde verstanden es schulmäßig in solch brenzlichen Situationen auf ihnen gefällige Themen abzulenken. Als ich trotzdem in Anlehnung an Jak. 2:14-26 und dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter an zahlreiche karitative Einrichtungen der Kirche erinnerte und nach gleichartigen Werken bei der WTG fragte, wurde ich, mit dem bevorstehenden Harmagedon und dem angeblichen Missionsauftrag der Zeugen Jehovas abgespeist.
Auch die scheinbare Freundlichkeit wich nun zusehends aus den Gesichtern meiner ZJ-Freunde. Diese oberflächliche Auskunft und die ungenügende Beantwortung weiterer Fragen zur WTG bewog mich zu der Feststellung, daß es ihnen entweder an fundamentalen Wissen über ihre Gesellschaft fehlte, oder es ihnen peinlich war, darüber zu sprechen. Die dritte Variante wäre ein von der leitenden Körperschaft ausgesprochenes „Denkverbot" über die mysteriöse Vergangenheit der Gesellschaft selbst.
MEIN Interesse an dieser Gesellschaft, die ja immerhin von sich behauptet der „treue und verständige Sklave" zu sein, wuchs. Ich hielt mich also auch WT-gemäß an 1. Thessalonicher 5:21. Und ein glücklicher Umstand führte mich zur Studiengruppe der „Christlichen Verantwortung". Hier hatte ich uneingeschränkten Einblick in sämtliche WT-Literatur. Ich gewann einen genauen Überblick über die Gesellschaft, ihre geschichtlichen und politischen Hintergründe sowie die sich daraus ergebenden ständig veränderten Lehrmeinungen. Großes Entsetzen rief in mir das persönliche Leid hervor, welches im Namen Jehovas geschieht. Die Palette reicht hier von Vereinsamung über Frust bis hin zum Selbstmord.
Eine
Gesellschaft, die nicht Liebe, sondern nur sich selbst predigt, und deren
einzige Hoffnung die totale Vernichtung von Gottes Schöpfung ist (WT
3/85) eine solche Gesellschaft kann nicht Gottes Segen haben. Hier sind satanische
Mächte am Werk. Ich bin unserem himmlischen Vater dankbar, daß
er meine Gebete erhört und mir rechtzeitig die Augen geöffnet hat.
Als Christ sehe ich
es als meine Pflicht an, alle Menschen guten Willens vor dem Hokuspokus der
WTG zu warnen.
Der Weg zur Rettung
führt nicht über eine amerikanische Zeitungsgesellschaft, sondern
nur durch Gottes Lob und Dank in Jesus Christus und seiner leibhaftigen Kirche.
Gottes Liebe hingegen empfangen wir alle schon jetzt.
-Thomas-
WAS
ICH FÜR ERFAHRUNGEN MIT DEN ZEUGEN JEHOVAS MACHTE
Ein Brief aus Helmsgrün
NACHDEM auswärtige
ZJ ein Heimbibelstudium mit mir durchführten, welches sich ein paar Jahre
hinzog, wurde ich zur weiteren Betreuung einer in unserem Dorf wohnenden bäuerlichen
ZJ-Familie zugewiesen. Selbige Familie hatte ich schon einmal in früheren
Jahren als HB-Betreuer abgelehnt. Familie E., wie ich sie hier nennen möchte,
tat so manches, was sich mit den von ihnen gepredigten christlichen Anschauungen
und der biblischen Lehre nicht in Einklang bringen ließ. So stand bei
ihnen eine starke materialistische Einstellung im Vordergrund. Sie bauten
sich unter Mithilfe ihrer ZJ-Brüder ihre eigene „neue Welt" auf, was
sich besonders im modernsten Komfort ihrer Heimstätte äußerte.
Ansonsten gaben und halfen sie lieber den „Brüdern", welche ihrerseits
auch etwas zu bieten hatten. Nach der Devise, gib mir das, dann gebe ich
dir das, waren sie Tauschgeschäften gegenüber zugeneigt. Als ich
Bruder E. einmal fragte, ob er mir nicht einige alte Bretter verkaufen könnte,
welche ich ganz dringend benötige, da druckste er herum, lehnte ab und
behauptete nichts derartiges zu haben. Das war natürlich eine Lüge,
denn ich wußte, daß er im Besitz vieler neuer und auch einer
Menge alter Abbruchbretter war; doch hatte ich ja außer Geld, von welchem
er selbst genügend besaß, nichts Tauschbares zu bieten. Er sah
eben nicht die Blöße seines Bruders und half ihm auch nicht aus
seiner Not. Als man mich eines Tages wegen einer akuten Blinddarmentzündung
ins Krankenhaus einlieferte, wurde ich weder von Bruder E. noch von einem
anderen der Brüder aufgesucht. Nach meiner Rückkehr aus dem Krankenhaus
gaben sie an, nichts von meiner Erkrankung und dem stationären Aufenthalt
gewußt zu haben, obwohl es ihnen doch nicht entgangen war, daß
ich in dieser Zeit dem WT-Studium und Bibellesen plötzlich fernblieb.
Die Abholung durch den Krankenwagen sprach sich in so einem kleinen Dorf
wie ein Lauffeuer herum. Alle Einwohner des Dorfes wußten es. Nur die,
welche es am meisten anging, wollten von alldem nichts gewußt haben.
So suchten mich einige Leute des Dorfes, die von den ZJ verächtlich
mit dem Sammelbegriff „Weltmenschen" abklassifiziert werden, auf, und so
mancher brachte Krankenbesuch eine kleine Aufmerksamkeit mit. Nicht so Bruder
E. Wo blieb da wohl ihre Liebe ihrem Mitbruder gegenüber?
Sagte
nicht Jesus:
„An der Liebe unter
euch wird man erkennen, daß ihr meine Jünger seid."
MEINE Frau pflegte 16
lange Jahre ihre gelähmte kranke Mutter in aufopferungsvoller Liebe.
Nach ihrem Tode erlitt sie selbst durch die übergroße nervliche
Belastung einen nervlichen Zusammenbruch. Vom praktischen behandelnden Arzt
wurde meine Frau in die Kreisstadt zu einem Nervenarzt überwiesen, bei
dem sie einen Termin zur Konsultation erhielt. Da meine Frau von Platzangst
befallen war und so der auch noch sehr ungünstig fahrende öffentliche
Bus nicht benutzt werden konnte, wußte ich nicht, wie ich meine Frau
in die einige Kilometer entfernte Stadt zum Arzt bringen sollte, da ich selbst
kein Auto besaß. Ein entfernt wohnender Bruder, der mich gerade besuchte,
gab mir den guten Rat, mich in dieser Angelegenheit doch an Bruder E. zu
wenden, der ja zwei Autos besaß und uns ganz sicher zum Arzt bringen
würde, denn das wäre doch Christenpflicht und Bruder E. würde
ganz bestimmt helfen. So meinte er. Daraufhin sprach ich Bruder E. an und
brachte ihm mein Anliegen vor. Weder Bruder E. noch sein Sohn, welcher auch
die Fahrerlaubnis besaß, konnten sich zu einem glatten „Ja" entschließen
und drucksten nur herum, wobei sie von viel Arbeit sprachen, die sie gerade
hätten.
Auch als ich Bruder E. nach wenigen Tagen ein zweites Mal darauf ansprach und ihn um seine Hilfe bat, konnte er mir noch immer nichts Verbindliches sagen und druckste nur. Drei Tage vor dem ärztlichen Termin ließ mich Bruder E. durch eine Mittelsperson wissen, daß weder er noch sein Sohn noch seines Sohnes Frau uns zum Arzt fahren können, denn es ist gerade günstiges Wetter zum Heu machen und sie hätten viel zu tun. Eine solche Ungefälligkeit von Bruder E. hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Ich fühlte mich wie vor den Kopf geschlagen, kam mir so richtig verlassen und unter den „Brüdern" wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen vor. Meine Enttäuschung war groß, so groß, daß ich mich von den ZJ trennen würde, das war mir gewiß. So blieb mir keine andere Wahl, als für den betreffenden Tag auf schnellstem Wege ein Taxi zu mieten, mit dessen Hilfe wir dann nach nicht einmal 2 Stunden vom Arztbesuch wieder zurück waren.
So gab mir diese unterlassene Hilfeleistung den letzten Rest und ich beschloß nun, dem künftigen WT-Studium für immer fernzubleiben. Später sah ich, daß Familie E. andere Leute sogenannte "Weltmenschen" sogar zum Friseur in die Stadt fuhren und andere von einem Ende das Dorfes zum anderen Ende mit ihrem Auto beförderten. Wie ich später durch einen anderen Bruder, der mich gern wieder dazugehörig wissen wollte, erfuhr, spielte bei den Geschwistern E. eine gewisse Antipathie gegen mich eine große Rolle, die eigentlich unter Brüdern überhaupt keine Rolle spielen dürfte wie mir besagter Bruder selbst versicherte.
DIESES
waren meine Erlebnisse mit diesen Menschen, die sich Zeugen Jehovas nennen
und nie wieder würde ich mich diesen Leuten anschließen.
An ihrer Handlungsweise
erkannte ich, daß sie nicht die Liebe, von der Christus sprach, in sich
trugen
"An den Früchten
werde; ihr sie erkennen."
-G.L.H.-
WIE
ES IM BETHEL BROOKLYN WIRKLICH AUSSIEHT
Schwester Marie schreibt
aus dem Bethel Brooklyn:
Über die Atmosphäre
der Falschheit, Lüge und Verdächtigung im Bethel.
Jeder verdächtigt
den anderen, jeder hat Furcht vor dem anderen. Während der Abwesenheit
sind die Zimmer durchsucht von Ältesten und vertraulichen Personen, die
von der LK ausgewählt wurden. In unserem Zimmer im Bethel wurden geheime
Abhörgeräte installiert und unsere Gespräche sind auf Band
aufgenommen. Letztens hat man auch Kameras versteckt, nicht nur im Zimmer,
sondern auch in Bad und Toilette, um uns auf jedem Schritt zu beobachten.
Alle unsere Notizhefte, Privatbriefe sind geheim kontrolliert worden und kopiert worden. Wir wurden zu Verhören gerufen, die oft viele Stunden dauerten. Dort dienen als letzte endgültige Beweise Kassetten von Abhörgeräten und die Bilder versteckter Kameras und die Kopien von Privatbriefen. Furchtbar ist das alles. Um irgendwo anzurufen, braucht man eine spezielle Genehmigung, und um diese spezielle Genehmigung zu bekommen, muß man genau sagen, zu wem man anruft usw. Das Gespräch ist auf Tonband aufgenommen. Genehmigung ist sehr schwer zu bekommen. Jeder ist verdächtig, geheime Verbindung mit Brüdern zu haben, die zusammen mit dem Neffen von Präsident Franz, Raymond Franz, das Bethel verlassen haben.
Sie
haben erkannt, daß die Zentrale der ZJ in Brooklyn ein Sitz ist für
Schimpf auf Jehova und die Leitung besteht aus Karrieristen. Wir sind alle
geistig mit diesen Brüdern und mit allen, die zusammen mit ihnen Brooklyn
verlassen haben. Sie haben recht, alle Lehren der LK, die sie questioniert
haben, sind falsch und in Widerspruch mit der Bibel und mit der Vernunft.
Wir sind in Geist und
Glaube zusammen mit diesen Brüdern und wir würden auch weggehen,
aber materielle Verhältnisse, Alter, kein Haus, keine Familie, das zwingt
uns hierzubleiben, in Widerspruch zu unserem Gewissen. wir glauben nicht
den WT-Lehren.
Nach
eigener Methode beten wir geheim zu Gott und nur er weiß, daß
wir ihn ehrlich loben und das, was wir hier machen für den WT und die
Zentrale der Zeugen Jehovas, tun wir durch den Zwang der Umstände und
nicht aus eigenem Willen.
Jehova sieht das alles
und er weiß, wie es mit uns im Bethel ist.
Wir
arbeiten hier am WT. Wir arbeiten, weil wir müssen, weil uns ein solches
Schicksal getroffen hat. Wir arbeiten, um zu leben, um miserable Speise zu
bekommen. Euch zwingt nicht solche Notwendigkeit. Ihr habt Freiheit, macht
richtigen Gebrauch davon und wählt die Lehre. der Bibel, nicht die widerspruchsvollen
und tendenziösen und immer sich verändernden Lehren des WT.
Glaubt uns, Brüder
und Schwestern, der WT hat nichts gemeinsam mit der Bibel.
Wir grüßen
Euch, Brüder und Schwestern und wir verbleiben mit besten Gottessegen
und Wünschen.
Veröffentlicht
in "Brief an Christen'
Nr. 130 Lublin/VR Polen.
FRAGEN
- MEINUNGEN - HINWEISE - ANTWORTEN
DIE WAHRHEIT, DIE FREI
MACHT
Der Brunnen-Verlag in
Gießen kündigte obigen Titel an. Es heißt darin:
Mit großem Missionseifer
versuchen sie (die ZJ), neue Mitglieder für ihre Gemeinschaft zu werben.
wenn man sich auf Gespräche mit ihnen einläßt, steht man
oft ratlos vor ihren Argumenten. Um diesem Informationsmangel auf seiten
der Christen zu begegnen, stellt der Autor des bekannten Buches "Vom Zeugen
Jehovas zum Zeugen Jesu Christi" nun sein zweites größeres Werk
vor. Diese "Fortsetzung" will sich genauer und eingehender mit bestimmten
Thesen und Argumenten der Zeugen Jehovas auseinandersetzen. Ausführlich
und anschaulich behandelt Hans-Jürgen Twisselmann die bekannten Besonderheiten
im Glauben der Zeugen Jehovas und führt sie auf die ihnen zugrundeliegenden
theologischen Irrtümer zurück. Dabei geht es dem Autor jedoch nicht
um vordergründige Gefechte, sondern um entscheidende Hilfe für Verirrte
und Suchende. Darum kann er von diesem hilfreichen Buch sagen. "Es ist nicht
gegen Jehovas Zeugen geschrieben, sondern im besten Sinne des Wortes für
sie." - CVN
WIE
CV WIRKT
Man beginnt nicht, alles
auf einmal zu durchdenken. Das neue Denken reift allmählich und erfaßt
nach und nach immer mehr. Das führt mit der Zeit zu qualitativen Veränderungen
im Prozeß der Entwicklung. Irgendwann schlägt das ganz von selbst
um und zwingt ganz selbstverständlich zu neuer Entscheidung und Haltung.
Am Ende fragt man sich, wie es möglich war, daß man das nicht
eher erkannt hat.
"Christliche
Verantwortung": Herausgeber Henry Werner, DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement:
2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952;
Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera